Profinet Step7 v17 Function Manual De-De
Profinet Step7 v17 Function Manual De-De
Vorwort
Wegweiser Dokumentation
Funktionshandbücher 1
2
SIMATIC Beschreibung
Parametrieren/Adressieren 3
PROFINET
PROFINET mit STEP 7 Diagnose und
4
Instandhaltung
Funktionen 5
Funktionshandbuch
PROFINET mit dem
redundanten System 6
S7-1500R/H
05/2021
A5E03444485-AL
Rechtliche Hinweise
Warnhinweiskonzept
Dieses Handbuch enthält Hinweise, die Sie zu Ihrer persönlichen Sicherheit sowie zur Vermeidung von
Sachschäden beachten müssen. Die Hinweise zu Ihrer persönlichen Sicherheit sind durch ein Warndreieck
hervorgehoben, Hinweise zu alleinigen Sachschäden stehen ohne Warndreieck. Je nach Gefährdungsstufe werden
die Warnhinweise in abnehmender Reihenfolge wie folgt dargestellt.
GEFAHR
bedeutet, dass Tod oder schwere Körperverletzung eintreten wird, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.
WARNUNG
bedeutet, dass Tod oder schwere Körperverletzung eintreten kann, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.
VORSICHT
bedeutet, dass eine leichte Körperverletzung eintreten kann, wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen
nicht getroffen werden.
ACHTUNG
bedeutet, dass Sachschaden eintreten kann, wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen
werden.
Beim Auftreten mehrerer Gefährdungsstufen wird immer der Warnhinweis zur jeweils höchsten Stufe verwendet.
Wenn in einem Warnhinweis mit dem Warndreieck vor Personenschäden gewarnt wird, dann kann im selben
Warnhinweis zusätzlich eine Warnung vor Sachschäden angefügt sein.
Qualifiziertes Personal
Das zu dieser Dokumentation zugehörige Produkt/System darf nur von für die jeweilige Aufgabenstellung
qualifiziertem Personal gehandhabt werden unter Beachtung der für die jeweilige Aufgabenstellung zugehörigen
Dokumentation, insbesondere der darin enthaltenen Sicherheits- und Warnhinweise. Qualifiziertes Personal ist auf
Grund seiner Ausbildung und Erfahrung befähigt, im Umgang mit diesen Produkten/Systemen Risiken zu erkennen
und mögliche Gefährdungen zu vermeiden.
Bestimmungsgemäßer Gebrauch von Siemens-Produkten
Beachten Sie Folgendes:
WARNUNG
Siemens-Produkte dürfen nur für die im Katalog und in der zugehörigen technischen Dokumentation
vorgesehenen Einsatzfälle verwendet werden. Falls Fremdprodukte und -komponenten zum Einsatz kommen,
müssen diese von Siemens empfohlen bzw. zugelassen sein. Der einwandfreie und sichere Betrieb der Produkte
setzt sachgemäßen Transport, sachgemäße Lagerung, Aufstellung, Montage, Installation, Inbetriebnahme,
Bedienung und Instandhaltung voraus. Die zulässigen Umgebungsbedingungen müssen eingehalten werden.
Hinweise in den zugehörigen Dokumentationen müssen beachtet werden.
Marken
Alle mit dem Schutzrechtsvermerk ® gekennzeichneten Bezeichnungen sind eingetragene Marken der
Siemens AG. Die übrigen Bezeichnungen in dieser Schrift können Marken sein, deren Benutzung durch Dritte für
deren Zwecke die Rechte der Inhaber verletzen kann.
Haftungsausschluss
Wir haben den Inhalt der Druckschrift auf Übereinstimmung mit der beschriebenen Hard- und Software geprüft.
Dennoch können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden, so dass wir für die vollständige Übereinstimmung
keine Gewähr übernehmen. Die Angaben in dieser Druckschrift werden regelmäßig überprüft, notwendige
Korrekturen sind in den nachfolgenden Auflagen enthalten.
Erforderliche Grundkenntnisse
Zum Verständnis des Handbuchs sind folgende Kenntnisse erforderlich:
• Allgemeine Kenntnisse auf dem Gebiet der Automatisierungstechnik
• Kenntnisse des Industrieautomatisierungssystems SIMATIC
• Kenntnisse über die Verwendung von Windows-Computern
• Kenntnisse im Umgang mit STEP 7 (TIA Portal)
Gültigkeitsbereich
Die vorliegende Dokumentation gilt als Grundlagendokumentation für alle SIMATIC-Produkte
aus dem PROFINET-Umfeld. Die Produkt-Dokumentationen bauen auf dieser Dokumentation
auf.
Die Beispiele stützen sich auf die Funktionalität des Automatisierungssystems S7-1500.
Was ist neu im Funktionshandbuch PROFINET, Ausgabe 05/2021 gegenüber Ausgabe 11/2018
Was ist neu im Funktionshandbuch PROFINET, Ausgabe 11/2019 gegenüber Ausgabe 10/2018
Was ist neu im Funktionshandbuch PROFINET, Ausgabe 10/2018 gegenüber Ausgabe 12/2017
Gegenüber der Vorgängerversion (Ausgabestand 12/2017) enthält das vorliegende Handbuch
(Ausgabestand 10/2018) folgende neue Funktionen:
Was ist neu im Funktionshandbuch PROFINET, Ausgabe 12/2017 gegenüber Ausgabe 09/2016
Gegenüber der Vorgängerversion (Ausgabestand 09/2016) enthält das vorliegende Handbuch
(Ausgabestand 12/2017) folgende neue Funktionen:
Was ist neu im Funktionshandbuch PROFINET, Ausgabe 09/2016 gegenüber Ausgabe 12/2014
Gegenüber der Vorgängerversion (Ausgabestand 12/2014) enthält das vorliegende Handbuch
(Ausgabestand 09/2016) folgende neue Funktionen:
Konventionen
STEP 7: Zur Bezeichnung der Projektier- und Programmiersoftware wird in der vorliegenden
Dokumentation "STEP 7" synonym für "STEP 7 ab V12 (TIA Portal)" und Folgeversionen
verwendet.
Die vorliegende Dokumentation enthält Abbildungen zu den beschriebenen Geräten. Die
Abbildungen können vom gelieferten Gerät in Einzelheiten abweichen.
Beachten Sie auch die folgendermaßen gekennzeichneten Hinweise:
Hinweis
Ein Hinweis enthält wichtige Informationen zum Produkt, zur Handhabung des Produkts oder
zu dem Teil der Dokumentation, auf den besonders aufmerksam gemacht werden soll.
Security-Hinweise
Siemens bietet Produkte und Lösungen mit Industrial Security-Funktionen an, die den
sicheren Betrieb von Anlagen, Systemen, Maschinen und Netzwerken unterstützen.
Um Anlagen, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist
es erforderlich, ein ganzheitliches Industrial Security-Konzept zu implementieren (und
kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die
Produkte und Lösungen von Siemens formen einen Bestandteil eines solchen Konzepts.
Die Kunden sind dafür verantwortlich, unbefugten Zugriff auf ihre Anlagen, Systeme,
Maschinen und Netzwerke zu verhindern. Diese Systeme, Maschinen und Komponenten
sollten nur mit dem Unternehmensnetzwerk oder dem Internet verbunden werden, wenn
und soweit dies notwendig ist und nur wenn entsprechende Schutzmaßnahmen
(z. B. Firewalls und/oder Netzwerksegmentierung) ergriffen wurden.
Weiterführende Informationen zu möglichen Schutzmaßnahmen im Bereich Industrial
Security finden Sie unter ([Link]
Die Produkte und Lösungen von Siemens werden ständig weiterentwickelt, um sie noch
sicherer zu machen. Siemens empfiehlt ausdrücklich, Produkt-Updates anzuwenden, sobald
sie zur Verfügung stehen und immer nur die aktuellen Produktversionen zu verwenden. Die
Verwendung veralteter oder nicht mehr unterstützter Versionen kann das Risiko von
Cyber-Bedrohungen erhöhen.
Um stets über Produkt-Updates informiert zu sein, abonnieren Sie den Siemens Industrial
Security RSS Feed unter ([Link]
Industry Mall
Die Industry Mall ist das Katalog- und Bestellsystem der Siemens AG für Automatisierungs-
und Antriebslösungen auf Basis von Totally Integrated Automation (TIA) und Totally
Integrated Power (TIP).
Kataloge zu allen Produkten der Automatisierungs- und Antriebstechnik finden Sie im
Internet ([Link] sowie im Information and Download Center.
Vorwort .................................................................................................................................................. 3
1 Wegweiser Dokumentation Funktionshandbücher ............................................................................ 13
2 Beschreibung ....................................................................................................................................... 18
2.1 Einführung in PROFINET ..................................................................................................... 18
2.1.1 Begriffe bei PROFINET ........................................................................................................ 20
2.1.2 Grundbegriffe der Kommunikation ..................................................................................... 23
2.1.3 PROFINET-Schnittstelle ....................................................................................................... 26
2.1.4 Umsetzung des PROFINET-Gerätemodells in SIMATIC .......................................................... 30
2.2 Aufbauen von PROFINET .................................................................................................... 31
2.2.1 Aktive Netzkomponenten................................................................................................... 32
2.2.2 Verkabelungstechnik ......................................................................................................... 34
2.2.3 Drahtloser Aufbau.............................................................................................................. 37
[Link] Grundlagen ....................................................................................................................... 37
[Link] Tipps zum Aufbau .............................................................................................................. 39
2.2.4 Netzsicherheit ................................................................................................................... 40
[Link] Grundlagen ....................................................................................................................... 40
[Link] Netzkomponenten und Software ....................................................................................... 42
[Link] Anwendungsbeispiel.......................................................................................................... 43
3 Parametrieren/Adressieren .................................................................................................................. 45
3.1 IO-Device einem IO-Controller zuordnen ............................................................................ 46
3.2 Gerätename und IP-Adresse ............................................................................................... 48
3.2.1 Gerätename ...................................................................................................................... 49
3.2.2 IP-Adresse .......................................................................................................................... 50
3.2.3 Gerätename und IP-Adresse vergeben ................................................................................ 53
3.2.4 Gerätenamen zuweisen über Kommunikationstabelle ........................................................ 58
3.2.5 Anpassen des Gerätenamens und der IP-Adresse direkt am Gerät erlauben ......................... 61
3.3 IO-Device konfigurieren über die Hardware-Erkennung ...................................................... 63
3.4 Router für ein PROFINET IO-Device festlegen ...................................................................... 64
3.5 Topologie projektieren ....................................................................................................... 68
3.5.1 Topologiesicht in STEP 7 .................................................................................................... 71
3.5.2 Ports verschalten in der Topologiesicht............................................................................... 74
3.5.3 Ports verschalten - Inspektorfenster.................................................................................... 75
3.5.4 Automatische Zuordnung von Geräten durch den Offline-/Online-Vergleich ........................ 76
3.5.5 Online ermittelte Portverschaltungen manuell in das Projekt übernehmen .......................... 77
3.5.6 Online ermittelte Geräte manuell in das Projekt übernehmen ............................................. 78
3.5.7 Automatische Zuordnung von Geräten durch den Erweiterten Offline /Online-Vergleich ..... 79
4 Diagnose und Instandhaltung ............................................................................................................. 80
4.1 Diagnosemechanismen von PROFINET IO ........................................................................... 80
4.1.1 Diagnoseebenen bei PROFINET IO ...................................................................................... 82
4.2 Diagnose über LEDs ........................................................................................................... 84
Basisinformationen
Systemhandbücher und Getting Started beschreiben ausführlich die Projektierung, Montage,
Verdrahtung und Inbetriebnahme der Systeme SIMATIC S7-1500, ET 200MP, ET 200SP und
ET 200AL, für die CPUs 1513/1516pro-2 PN nutzen Sie die entsprechenden
Betriebsanleitungen. Die Online-Hilfe von STEP 7 unterstützt Sie bei der Projektierung und
Programmierung.
Geräteinformationen
Gerätehandbücher enthalten eine kompakte Beschreibung der modulspezifischen
Informationen wie Eigenschaften, Anschlussbilder, Kennlinien, Technische Daten.
Übergreifende Informationen
In den Funktionshandbüchern finden Sie ausführliche Beschreibungen zu übergreifenden
Themen, z. B. Diagnose, Kommunikation, Motion Control, Webserver, OPC UA.
Die Dokumentation finden Sie zum kostenlosen Download im Internet
([Link]
Änderungen und Ergänzungen zu den Handbüchern werden in Produktinformationen
dokumentiert.
Sie finden die Produktinformationen im Internet:
• S7-1500/ET 200MP ([Link]
• ET 200SP ([Link]
Manual Collections
Die Manual Collections beinhalten die vollständige Dokumentation zu den Systemen
zusammengefasst in einer Datei.
Sie finden die Manual Collections im Internet:
• S7-1500/ET 200MP ([Link]
• ET 200SP ([Link]
• ET 200AL ([Link]
"mySupport"
Mit "mySupport", Ihrem persönlichen Arbeitsbereich, machen Sie das Beste aus Ihrem
Industry Online Support.
In "mySupport" können Sie Filter, Favoriten und Tags ablegen, CAx-Daten anfordern und sich
im Bereich Dokumentation Ihre persönliche Bibliothek zusammenstellen. Des Weiteren sind in
Support-Anfragen Ihre Daten bereits vorausgefüllt und Sie können sich jederzeit einen
Überblick über Ihre laufenden Anfragen verschaffen.
Um die volle Funktionalität von "mySupport" zu nutzen, müssen Sie sich einmalig registrieren.
Sie finden "mySupport" im Internet ([Link]
"mySupport" - Dokumentation
Mit "mySupport", Ihrem persönlichen Arbeitsbereich, machen Sie das Beste aus Ihrem
Industry Online Support.
In "mySupport" können Sie Filter, Favoriten und Tags ablegen, CAx-Daten anfordern und sich
im Bereich Dokumentation Ihre persönliche Bibliothek zusammenstellen. Des Weiteren sind in
Support-Anfragen Ihre Daten bereits vorausgefüllt und Sie können sich jederzeit einen
Überblick über Ihre laufenden Anfragen verschaffen.
Um die volle Funktionalität von "mySupport" zu nutzen, müssen Sie sich einmalig registrieren.
Sie finden "mySupport" im Internet
([Link]
"mySupport" - CAx-Daten
In "mySupport" haben Sie im Bereich CAx-Daten die Möglichkeit auf aktuelle Produktdaten für
Ihr CAx- oder CAe-System zuzugreifen.
Mit wenigen Klicks konfigurieren Sie Ihr eigenes Download-Paket.
Sie können dabei wählen:
• Produktbilder, 2D-Maßbilder, 3D-Modelle, Geräteschaltpläne, EPLAN-Makrodateien
• Handbücher, Kennlinien, Bedienungsanleitungen, Zertifikate
• Produktstammdaten
Sie finden "mySupport" - CAx-Daten im Internet
([Link]
Anwendungsbeispiele
Die Anwendungsbeispiele unterstützen Sie mit verschiedenen Tools und Beispielen bei der
Lösung Ihrer Automatisierungsaufgaben. Dabei werden Lösungen im Zusammenspiel
mehrerer Komponenten im System dargestellt - losgelöst von der Fokussierung auf einzelne
Produkte.
Sie finden die Anwendungsbeispiele im Internet
([Link]
PRONETA
Mit SIEMENS PRONETA (PROFINET Netzwerk-Analyse) analysieren Sie im Rahmen der
Inbetriebnahme das Anlagennetz. PRONETA verfügt über zwei Kernfunktionen:
• Die Topologie-Übersicht scannt selbsttätig das PROFINET und alle angeschlossenen
Komponenten.
• Der IO-Check ist ein schneller Test der Verdrahtung und des Modulausbaus einer Anlage.
Sie finden SIEMENS PRONETA im Internet
([Link]
SINETPLAN
SINETPLAN, der Siemens Network Planner, unterstützt Sie als Planer von
Automatisierungsanlagen und -netzwerken auf Basis von PROFINET. Das Tool erleichtert
Ihnen bereits in der Planungsphase die professionelle und vorausschauende Dimensionierung
Ihrer PROFINET-Installation. Weiterhin unterstützt Sie SINETPLAN bei der
Netzwerkoptimierung und hilft Ihnen, Netzwerkressourcen bestmöglich auszuschöpfen und
Reserven einzuplanen. So vermeiden Sie Probleme bei der Inbetriebnahme oder Ausfälle im
Produktivbetrieb schon im Vorfeld eines geplanten Einsatzes. Dies erhöht die Verfügbarkeit
der Produktion und trägt zur Verbesserung der Betriebssicherheit bei.
Die Vorteile auf einen Blick
• Netzwerkoptimierung durch portgranulare Berechnung der Netzwerklast
• höhere Produktionsverfügbarkeit durch Onlinescan und Verifizierung bestehender
Anlagen
• Transparenz vor Inbetriebnahme durch Import und Simulierung vorhandener STEP7
Projekte
• Effizienz durch langfristige Sicherung vorhandener Investitionen und optimale
Ausschöpfung der Ressourcen
Sie finden SINETPLAN im Internet ([Link]
STEP 7
Das Engineering-Tool STEP 7 unterstützt Sie bei dem Aufbau und der Projektierung einer
Automatisierungslösung. STEP 7 bietet eine einheitliche Applikationssicht über alle
Bussysteme hinweg.
Siehe auch
Kommunikation ([Link]
Netzsicherheit (Seite 40)
Funktionen (Seite 120)
PROFINET-Kommunikation
Die PROFINET-Kommunikation findet über Industrial Ethernet statt. Dabei werden folgende
Übertragungsarten unterstützt:
• Azyklische Übertragung von Engineering- und Diagnosedaten und Alarmen
• Zyklische Übertragung von Nutzdaten
Die PROFINET-IO Kommunikation erfolgt in Echtzeit.
Weitere Informationen zur Echtzeitkommunikation finden Sie im Kapitel
Echtzeitkommunikation (Seite 195).
Transparenter Datenzugriff
Der Zugriff auf Prozessdaten aus unterschiedlichen Ebenen der Anlage wird durch die
PROFINET-Kommunikation unterstützt. Durch den Einsatz von Industrial Ethernet können
Standard-Mechanismen der Kommunikations- und Informationstechnik wie OPC/XML
zusammen mit Standardprotokollen wie UDP/TCP/IP und HTTP in der Automatisierungstechnik
eingesetzt werden. Dadurch ist ein transparenter Zugriff aus der Leitebene des
Unternehmens heraus direkt auf die Daten der Automatisierungssysteme in der
Steuerungsebene und Produktionsebene möglich.
① Leitebene
② Steuerungsebene
③ Produktionsebene
Aktualisierungszeit
Die Aktualisierungszeit ist ein Zeitintervall. Innerhalb dieses Zeitintervalls tauschen
IO-Controller und IO-Device/I-Device im IO-System zyklisch IO-Daten aus. Die
Aktualisierungszeit kann für jedes IO-Device separat projektiert werden und bestimmt den
Zeitabstand, in dem Ausgangsdaten vom IO-Controller zum IO-Device (Ausgangsmodul/-
submodul) sowie Eingangsdaten vom IO-Device zum IO-Controller (Eingangsmodul/-
submodul) gesendet werden.
In der Voreinstellung berechnet STEP 7 die Aktualisierungszeit automatisch für jedes
IO-Device des PROFINET IO-Systems unter Berücksichtigung des auszutauschenden
Datenvolumens und des eingestellten Sendetakts.
Weitere Informationen zur Aktualisierungszeit finden Sie im Kapitel Echtzeitkommunikation
(Seite 195).
Ansprechüberwachungszeit
Die Ansprechüberwachungszeit ist das Zeitintervall, das ein IO-Controller bzw. IO-Device
akzeptiert, ohne IO-Daten zu empfangen. Wenn das IO-Device nicht innerhalb der
Ansprechüberwachungszeit vom IO-Controller mit Daten versorgt wird, reagiert das IO-Device
auf das Ausbleiben der Telegramme und gibt Ersatzwerte aus. Im IO-Controller wird dies als
Stationsausfall gemeldet.
Die Ansprechüberwachungszeit wird aus einem ganzzahligen Vielfachen der
Aktualisierungszeit gebildet und kann vom Anwender in STEP 7 eingestellt werden.
Sendetakt
Zeitraum zwischen zwei aufeinander folgenden Kommunikations-Intervallen. Der Sendetakt
ist das kleinstmögliche Intervall für den Datenaustausch, und somit auch der kleinstmöglich
einstellbare Wert für die Aktualisierungszeit.
Weitere Informationen
Informationen zu Real-Time-Kommunikation finden Sie im Kapitel Real-Time-Kommunikation
(RT) (Seite 196).
2.1.3 PROFINET-Schnittstelle
Übersicht
PROFINET-Geräte der SIMATIC-Produktfamilie verfügen über eine oder mehrere PROFINET-
Schnittstellen (Ethernet-Controller/Interface). Die PROFINET-Schnittstellen verfügen über
einen oder mehrere Ports (physikalische Anschlussmöglichkeiten).
Bei PROFINET-Schnittstellen mit mehreren Ports haben die Geräte einen integrierten Switch.
PROFINET-Geräte mit zwei Ports an einer Schnittstelle ermöglichen Ihnen einen
Systemaufbau in Linien- oder Ringtopologie. PROFINET-Geräte mit drei und mehr Ports an
einer Schnittstelle eignen sich darüber hinaus auch zum Aufbau von Baumtopologien.
Eigenschaften und Regeln für die Benennung der PROFINET-Schnittstelle und deren
Darstellung in STEP 7 werden nachfolgend erläutert.
Eigenschaften
Jedes PROFINET-Gerät ist im Netz über seine PROFINET-Schnittstelle eindeutig identifizierbar.
Dazu hat jede PROFINET-Schnittstelle:
• Eine MAC-Adresse (Werkseinstellung)
• Eine IP-Adresse
• Einen PROFINET-Gerätenamen
Ziffer Beschreibung
① PROFINET-Schnittstelle eines IO-Controllers in STEP 7
② PROFINET-Schnittstelle eines IO-Devices in STEP 7
③ Diese Zeilen repräsentieren die PROFINET-Schnittstelle (Interface).
④ Diese Zeilen repräsentieren die "Ports" einer PROFINET-Schnittstelle.
Bild 2-5 Darstellung der PROFINET-Schnittstellen in STEP 7
Tabelle 2- 5 Unterschiede der PROFINET-Schnittstellen der CPU 1516-3 PN/DP (ab Firmwarestand
V2.0)
Ziffer Beschreibung
① Steckplatz mit Busanschaltung
② Steckplatz mit Modul
③ Substeckplatz mit Submodul
④ Kanal
Ein Modul kann aus mehreren Submodulen bestehen.
Einleitung
Die folgenden aktiven Netzkomponenten stehen Ihnen bei PROFINET zur Verfügung:
• Switch
• Router
Switched Ethernet
PROFINET IO basiert auf Switched Ethernet mit Vollduplex-Betrieb und einer
Übertragungsbandbreite von 100 Mbit/s. Damit wird das Netz durch gleichzeitige
Datenübertragung mehrerer Teilnehmer sehr effektiv genutzt. Die PROFINET IO-Telegramme
werden hoch prior bearbeitet.
Switches
Switches sind Netzwerkkomponenten zur Verbindung mehrerer Endgeräte bzw. Netz-
Segmente in einem lokalen Netz (LAN).
Zur Kommunikation eines Teilnehmers mit mehreren anderen Teilnehmern am PROFINET
wird der Teilnehmer an den Port eines Switches angeschlossen. An die anderen Ports des
Switches werden die weiteren Kommunikationsteilnehmer (unter anderem auch Switches)
angeschlossen. Die Verbindung zwischen einem Kommunikationsteilnehmer und dem Switch
ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung.
Ein Switch hat die Aufgabe, Telegramme zu empfangen und zu verteilen. Der Switch "lernt"
die Ethernet-Adresse(n) eines angeschlossenen PROFINET-Geräts bzw. weiterer Switches und
leitet nur die Telegramme weiter, die für das angeschlossene PROFINET-Gerät bzw. den
angeschlossenen Switch bestimmt sind.
Auswahlhilfe Switches
Zur Verwendung von PROFINET mit der RT-Klasse "RT" können Sie einen beliebigen Switch der
"PROFINET Conformance Class A" oder höher verwenden. Alle Switches der SCALANCE-
Produktfamilie erfüllen diese Anforderungen.
Wenn Sie PROFINET-Funktionen nutzen wollen, die Ihnen einen Mehrwert bieten, wie z. B.
Topologie-Erkennung, Diagnose, Gerätetausch ohne Wechselmedium/PG, dann müssen Sie
einen Switch der "PROFINET Conformance Class B" oder höher verwenden.
Zur Verwendung von PROFINET mit der RT-Klasse "IRT" müssen Sie einen Switch der
"PROFINET Conformance Class C" verwenden. Achten Sie bei Switches der SCALANCE-
Produktfamilie auf das Katalogmerkmal "IRT PROFINET IO-Switch".
Zur Auswahl geeigneter Switches empfehlen wir Ihnen das SIMATIC NET Selection Tool im
Internet ([Link]
Router
Ein Router verbindet getrennte Netzwerksegmente miteinander (z. B. Leitebene und
Steuerungsebene). Das Datenaufkommen muss auf die Dienste des jeweiligen Netzsegments
abgestimmt sein. Ein Router trennt auch zwei Netze und vermittelt gezielt zwischen beiden
Netzen. Er verringert somit die Netzlast. Routing-Funktionalität wird in der Gerätefamilie
SCALANCE X ab SCALANCE X300 angeboten.
Die Kommunikationsteilnehmer auf verschiedenen Seiten eines Routers können nur
miteinander kommunizieren, wenn Sie die Kommunikation zwischen ihnen explizit über den
Router frei gegeben haben.
Wenn Sie z. B. aus SAP direkt auf die Fabrikationsdaten zugreifen wollen, verbinden Sie Ihr
Industrial Ethernet in der Fabrikationsanlage mit dem Ethernet in Ihrem Bürobereich über
einen Router.
Hinweis
Wenn Geräte über Netzgrenzen hinweg miteinander kommunizieren sollen, dann müssen Sie
den Router so konfigurieren, dass er die Kommunikation zulässt.
2.2.2 Verkabelungstechnik
Hinweis
Pro Ethernet-Strecke zwischen zwei Switchen sind maximal 4 Steckerpaare erlaubt.
Siehe auch
PROFINET-Schnittstelle (Seite 26)
Montageanleitung für SIMATIC NET Industrial Ethernet
([Link]
Installationsrichtlinie PROFINET ([Link]
guide/downloads/profinet-installation-guide/display/)
[Link] Grundlagen
Anwendungsbeispiele
• Kommunikation mit bewegten Teilnehmern (z. B. mobile Steuerungen und Geräte),
Fördertrassen, Fertigungsbänder, Verschiebetische, rotierende Maschinen
• Drahtlose Kopplung von Kommunikations-Segmenten zur schnellen Inbetriebnahme oder
zur kostengünstigen Vernetzung, wo Leitungsverlegung erhebliche Kosten verursacht
(z. B. öffentliche Straßen, Bahnlinien)
• Regalfördergeräte, fahrerlose Transportsysteme und Einschienen-Hängebahnen
In der folgenden Grafik ist die Vielfalt der möglichen Anwendungen und Konfigurationen von
Funk-Netzwerken der SIMATIC-Gerätefamilie dargestellt.
Bild 2-9 Anwendungsbeispiel für den Einsatz von Industrial Wireless LAN
Datenübertragungsrate
Bei Industrial Wireless LAN sind Brutto-Datenübertragungsraten von 11 Mbit/s oder 54 Mbit/s
ohne Vollduplexbetrieb möglich.
Reichweite
Mit SCALANCE W (Access Points) können Funknetze im Innenbereich und Außenbereich
aufgebaut werden. Durch geeignete Installation von mehreren Access Points können große
Funknetze realisiert werden, in denen mobile Teilnehmer lückenlos von einem Access Point
zum nächsten übergeben werden (Roaming).
Alternativ zum Betrieb eines Funknetzes können Sie auch Punkt-zu-Punkt-Verbindungen von
Industrial Ethernet-Segmenten über große Entfernungen (mehrere 100 m) aufbauen. Hier
entscheiden die eingesetzten Antennen über die Reichweite und Charakteristik des
Funkfeldes.
Hinweis
Reichweite
Die Reichweite kann deutlich geringer ausfallen und ist abhängig von den räumlichen
Gegebenheiten, dem eingesetzten Funkstandard, der Datenrate und der eingesetzten
Antennen auf der Sende- und Empfängerseite.
Funknetzwerke, SCALANCE-Gerätefamilie
Mit PROFINET haben Sie auch die Möglichkeit, Funknetzwerke in der Industrial Wireless Local
Area Network-Technologie (IWLAN) aufzubauen. Wir empfehlen Ihnen, hierfür die Gerätelinie
SCALANCE W einzusetzen.
Aktualisierungszeit in STEP 7
Wenn Sie PROFINET mit Industrial Wireless LAN aufbauen, dann müssen Sie u. U. die
Aktualisierungszeit für die drahtlosen Geräte anpassen. Die IWLAN-Schnittstelle hat eine
geringere Performance als das leitungsgebundene Datennetz: Mehrere
Kommunikationsteilnehmer müssen sich die begrenzte Übertragungsbandbreite teilen. Für
kabelgebundene Lösungen stehen jedem Kommunikationsteilnehmer 100 Mbit/s zur
Verfügung.
Den Parameter Aktualisierungszeit finden Sie in STEP 7 im Inspektorfenster von IO-Devices im
Abschnitt "Echtzeit-Einstellungen".
Weiterführende Informationen
Weiterführende Informationen zu Industrial Wireless-LAN-Komponenten SCALANCE W finden
Sie im Handbuch SIMATIC NET SCALANCE W-700
([Link]
Weiterführende Informationen zur leitungsgebundenen Datenübertragung finden Sie im
Handbuch SIMATIC NET Twisted Pair- und Fiber Optic-Netze
([Link]
Weiterführende Informationen zur drahtlosen Datenübertragung finden Sie im Handbuch
Grundlagen zum Aufbau eines Industrial Wireless LAN
([Link]
Beachten Sie auch die Installationsrichtlinie PROFINET der PROFIBUS-Nutzerorganisation im
Internet ([Link]
installation-guide/display/). Dort finden Sie verschiedene Dokumente, die Ihnen beim Aufbau
Ihrer PROFINET-Automatisierungslösung helfen:
• PROFINET-Planungsrichtlinie
• PROFINET-Montagerichtlinie
• PROFINET-Inbetriebnahmerichtlinie
• Weitere Dokumente zum Aufbau von PROFINET
2.2.4 Netzsicherheit
[Link] Grundlagen
Einleitung
Das Thema Datensicherheit und Zugriffsschutz (Security) wird auch im industriellen Umfeld
in zunehmendem Maße wichtiger. Die fortschreitende Vernetzung ganzer Industrieanlagen,
die vertikale Integration und Vernetzung der Unternehmensebenen und neue Techniken wie
Fernwartung führen zu höheren Anforderungen zum Schutz der Industrieanlage.
Zum Schutz vor Manipulationen in sensiblen Anlagen- und Produktionsnetzen reicht es nicht
aus, Datensicherheits-Lösungen für Büro-Umgebung eins zu eins in industrielle
Anwendungen zu übernehmen.
Anforderungen
Aus den besonderen Anforderungen an die Kommunikation im industriellen Umfeld
(z. B. Kommunikation in Echtzeit) erwachsen zusätzliche Anforderungen an die Security für
den industriellen Einsatz:
• Rückwirkungsschutz der automatisierten Zellen
• Schutz von Netzsegmenten
• Schutz vor fehlerhaftem und unberechtigtem Zugriff
• Skalierbarkeit der Netzsicherheit
• Kein Einfluss auf die Netzwerkstruktur
Gefährdungen
Gefährdungen können entstehen durch äußere und innere Manipulationen. Nicht immer wird
der Verlust der Datensicherheit durch beabsichtigtes Handeln hervorgerufen.
Innere Gefahren entstehen durch:
• Technische Fehler
• Bedienfehler
• Fehlerhafte Programme
Zu diesen inneren Gefahren kommen äußere hinzu. Die äußeren Gefahren unterscheiden sich
nicht von den bekannten Bedrohungen in der Büroumgebung:
• Softwareviren und Softwarewürmer
• Trojaner
• Man in the Middle-Angriffe
• Passwort-Phishing
• Denial of Service
Schutzmaßnahmen
Die wichtigsten Schutzmaßnahmen vor Manipulation und Verlust der Datensicherheit im
industriellen Umfeld sind:
• Physischer Zugangsschutz zu den Geräten
• Filterung und Kontrolle des Datenverkehrs durch Firewall
• Virtual Private Network (VPN) zum Austausch privater Daten in einem öffentlichen Netz
(z. B. Internet)
Die gebräuchlichste VPN-Technologie ist IPsec. IPsec (Internet Protocol Security) ist eine
Sammlung von Sicherheitsprotokollen, die als Basis das IP-Protokoll auf der
Vermittlungsschicht verwendet und eine gesicherte Kommunikation über potenziell
unsichere IP-Netze ermöglicht.
• Segmentierung in geschützten Automatisierungszellen
Dieses Konzept verfolgt das Ziel, durch Security-Module deren darunterliegende
Netzteilnehmer zu schützen. Eine Gruppe von geschützten Geräten bildet eine geschützte
Automatisierungszelle.
• Authentifizierung (Identifizierung) der Teilnehmer
Durch Authentifizierungs-Verfahren identifizieren sich die Security-Module einander über
einen sicheren (verschlüsselten) Kanal. Zugriffe auf ein geschütztes Segment von außen
durch Unberechtigte sind somit nicht möglich.
• Verschlüsselung des Datenverkehrs
Die Vertraulichkeit der Daten wird durch Verschlüsselung des Datenverkehrs sichergestellt.
Dazu erhält jedes Security-Modul ein VPN-Zertifikat, in dem u. a. die Schlüssel enthalten
sind.
Features
Die genannten Produkte besitzen vielfältige Features wie z. B.:
• Einfache Integration bestehender Netze ohne Projektieraufwand und eine integrierte
Firewall
• Segmentierung in geschützten Automatisierungszellen
• Authentifizierung (Identifizierung) der Teilnehmer
• Verschlüsselung des Datenverkehrs
[Link] Anwendungsbeispiel
Bild 2-11 Netzaufbau mit dem Security-Modul SCALANCE S und dem SOFTNET Security Client
Weiterführende Informationen
Weiterführende Informationen zum Aufbau eines Security-Standards in PROFINET finden Sie:
• In der PROFINET-Security Guideline. Diese Richtlinien finden Sie auf der Homepage der
PROFIBUS-Nutzerorganisation im Internet ([Link]
• Im Handbuch Industrial Ethernet Security
([Link]
• Im Handbuch SCALANCE S und SOFTNET Security Client
([Link]
Allgemeine Informationen zu Industrial Security Konzepten, Funktionen und News finden Sie
auf der Industrial Security Webseite ([Link]
Konfigurieren
Unter "Konfigurieren" versteht man das Anordnen, Einstellen und Vernetzen von Geräten und
Modulen innerhalb der Geräte-, Topologie-, oder Netzsicht.
Jedem Modul wird automatisch eine E/A-Adresse zugewiesen. Die E/A-Adressen können
nachträglich geändert werden.
Die CPU vergleicht die in STEP 7 erstellte Sollkonfiguration mit der tatsächlichen
Istkonfiguration der Anlage. Eventuelle Fehler werden somit sofort erkannt und gemeldet.
Das genaue Vorgehen zum Konfigurieren der Geräte ist in der Online-Hilfe zu STEP 7
ausführlich beschrieben.
Parametrieren
Unter "Parametrieren" versteht man das Einstellen der Eigenschaften der verwendeten
Komponenten. Dabei werden die Einstellungen für die Hardware-Komponenten und für den
Datenaustausch parametriert.
In STEP 7 können Sie folgende Einstellungen für PROFINET "parametrieren":
• Gerätenamen und IP-Adressparameter
• Portverschaltung und Topologie
• Moduleigenschaften/-Parameter
Die Parameter werden in die CPU geladen und im Anlauf von der CPU an die entsprechenden
Module übertragen. Module lassen sich im Ersatzteilfall sehr einfach ersetzen, da bei
SIMATIC-CPUs die erstellten Parameter bei jedem Anlauf automatisch in das neue Modul
geladen werden.
PROFINET IO-System
Ein PROFINET IO-System besteht aus einem PROFINET IO-Controller und seinen zugeordneten
PROFINET IO-Devices. Nach dem Platzieren dieser Geräte in die Netz- oder Topologiesicht
parametriert STEP 7 diese Geräte mit Standardwerten. Sie müssen sich zunächst nur um die
Zuordnung der IO-Devices zu einem IO-Controller kümmern.
Voraussetzung
• Sie befinden sich in der Netzsicht von STEP 7.
• Eine CPU ist platziert (z. B. CPU 1516-3 PN/DP).
• Ein IO-Device ist platziert (z. B. IM 155-6 PN ST).
Vorgehen
Um IO-Devices einem IO-Controller zuzuordnen, gehen Sie wie folgt vor:
1. Platzieren Sie den Mauscursor auf der Schnittstelle des IO-Device.
2. Klicken Sie mit der linken Maustaste und halten Sie die Maustaste gedrückt.
3. Verschieben Sie den Mauscursor.
Der Mauscursor zeigt jetzt mit dem Vernetzungssymbol den Arbeitsmodus "Vernetzen" an.
Gleichzeitig sehen Sie im Mauscursor das Sperrsymbol, das erst über einer gültigen
Zielposition verschwindet.
4. Ziehen Sie nun den Mauscursor auf die Schnittstelle des IO-Controllers. Sie können hierbei
die linke Maustaste gedrückt halten oder loslassen.
5. Lassen Sie nun die linke Maustaste los oder klicken Sie erneut mit der linken Maustaste.
Bild 3-1 IO-Device einem IO-Controller zuordnen in der Netzsicht von STEP 7
Ergebnis
Sie haben ein IO-Device einem IO-Controller zugeordnet.
Informationen zu S7-1500R/H
Wie Sie dem redundanten System S7-1500R/H ein IO-Device mit Systemredundanz S2
zuordnen, finden Sie im Kapitel IO-Device dem redundanten System S7-1500R/H zuordnen
(Seite 315).
Einleitung
Damit das PROFINET-Gerät als Teilnehmer am PROFINET angesprochen werden kann,
benötigt dieses Gerät:
• einen eindeutigen PROFINET-Gerätenamen
• eine im jeweiligen IP-Subnetz eindeutige IP-Adresse
STEP 7 vergibt beim Anordnen eines PROFINET-Gerätes im Hardware- und Netzwerkeditor
einen Gerätenamen. Die IP-Adressen werden in der Regel ebenfalls von STEP 7 automatisch
vergeben und anhand des Gerätenamens den Geräten zugewiesen.
Sie haben die Möglichkeit, Name und IP-Adresse nachträglich manuell zu ändern.
In STEP 7
Den Gerätenamen und die IP-Adresse finden Sie im Inspektorfenster in den Eigenschaften der
PROFINET-Schnittstelle unter "Ethernet-Adressen".
In den folgenden Kapiteln werden Ihnen die Funktion, die Vergabe und das Ändern des
Gerätenamens und der IP-Adresse erläutert.
3.2.1 Gerätename
Gerätenamen
Bevor ein IO-Device von einem IO-Controller angesprochen werden kann, muss es einen
Gerätenamen haben. Bei PROFINET ist diese Vorgehensweise gewählt worden, weil Namen
einfacher zu handhaben sind als IP-Adressen.
Das Zuweisen eines Gerätenamens für ein konkretes IO-Device ist zu vergleichen mit dem
Einstellen der PROFIBUS-Adresse bei einem DP-Slave.
Im Auslieferungszustand hat ein IO-Device keinen Gerätenamen. Erst nach der Zuweisung
eines Gerätenamens ist ein IO-Device für einen IO-Controller adressierbar, z. B. für die
Übertragung der Projektierungsdaten im Anlauf oder für den Nutzdatenaustausch im
zyklischen Betrieb. Den Gerätenamen weisen Sie dem IO-Device z. B. mit dem PG/PC zu.
IO-Devices, die über einen Schacht für Wechselmedien verfügen, bieten die Möglichkeit, den
Gerätenamen im PG direkt auf das Wechselmedium zu schreiben.
Bei einem Gerätetausch ohne Wechselmedium wird der Gerätename vom IO-Controller auf
Basis der topologischen Projektierung vergeben (siehe Kapitel Topologie projektieren
(Seite 68)).
Strukturierte Gerätenamen
Der Gerätename wird für PROFINET-Geräte S7-1200, S7-1500, ET 200MP, ET 200SP und
ET 200AL bei ihrer Projektierung in STEP 7 per Voreinstellung automatisch vergeben. Der
Gerätename wird aus dem Namen der CPU bzw. dem Namen des Interfacemoduls gebildet.
Bei Geräten mit mehreren PROFINET-Schnittstellen wird der Name der Schnittstelle ergänzt,
z. B. "plc_1.profinet-schnittstelle_2" oder "io-device_1".
Sie haben die Möglichkeit, den Gerätenamen nach DNS-Konventionen zu strukturieren.
Diese Konventionen werden von der "Internationalizing Domain Names in Applications"
(IDNA) festgelegt. Danach gilt die Kleinschreibung der Gerätenamen.
Das "Domain Name System" (DNS) ist eine verteilte Datenbank ([Link] die den
Namensraum im Internet verwaltet. Als Hilfsmittel zur Strukturierung verwenden Sie den
Punkt ("."). Die Hierarchie ist dabei von links nach rechts aufsteigend.
...<Subdomain-Name>.<Domain-Name>.<Top-Level-Domain-Name>
Ist der Name nicht DNS-konform, so wird der Name von STEP 7 konvertiert, im Beispiel
"[Link]-schnittstellexb2022c" oder "io-devicexb15b32".
Gerätenummer
Neben dem Gerätenamen vergibt STEP 7 beim Zuordnen eines IO-Devices zusätzlich eine
Gerätenummer, beginnend bei "1".
Die Gerätenummer finden Sie im Inspektorfenster in den Eigenschaften der
PROFINET-Schnittstelle, unter "Ethernet-Adressen" im Bereich PROFINET.
3.2.2 IP-Adresse
IP-Adresse
Damit ein PROFINET-Gerät als Teilnehmer am Industrial Ethernet angesprochen werden kann,
benötigt dieses Gerät zusätzlich eine im Netz eindeutige IP-Adresse. Die IP-Adressen werden
in der Regel von STEP 7 automatisch vergeben und anhand des Gerätenamens den Geräten
zugewiesen. Wenn es sich um ein eigenständiges Netz handelt, können Sie die von STEP 7
vorgegebene IP-Adresse und Subnetzmaske übernehmen. Wenn das Netz Teil eines
bestehenden Ethernet-Firmennetzes ist, dann erfragen Sie diese Daten bei Ihrem
Netzwerkadministrator.
Hinweis
Vergabe der IP-Adresse durch einen DHCP-Server
Ab STEP 7 V17 können Sie für eine die PROFINET-Schnittstelle die Option "IP-Adresse von
DHCP-Server" auswählen. Bei dieser Option bekommt die PROFINET-Schnittstelle eine
IP-Adresse von einem DHCP-Server zugewiesen.
Wenn Sie die Option "IP-Adresse von DHCP-Server" für eine PROFINET-Schnittstelle
konfigurieren, dann unterstützt diese Schnittstelle keine PROFINET IO-Funktionalität mehr.
Weitere Informationen zur Adressvergabe durch einen DHCP-Server finden Sie im
Funktionshandbuch Kommunikation
([Link]
Default-Router
Müssen Daten mittels TCP/IP oder UDP an einen Partner weitergeleitet werden, der sich
außerhalb des eigenen Netzes befindet, geschieht dies über den Default-Router.
In STEP 7 wird der Default-Router als Router bezeichnet. Sie aktivieren die Verwendung eines
Routers im Inspektorfenster einer CPU im Abschnitt "IP-Protokoll" mit dem Optionskästchen
"Router verwenden". An den Default-Router vergibt STEP 7 standardmäßig die eigene
IP-Adresse.
Die an der PROFINET-Schnittstelle des IO-Controllers eingestellte Router-Adresse wird für
dessen projektierte IO-Devices automatisch übernommen.
Subnetzmaske
Die gesetzten Bits der Subnetzmaske bestimmen den Teil der IP-Adresse, der die Adresse des
Netzes enthält.
Allgemein gilt Folgendes:
• Die Netzadresse ergibt sich aus der UND-Verknüpfung von IP-Adresse und Subnetzmaske.
• Die Teilnehmeradresse ergibt sich aus der UND-NICHT-Verknüpfung von IP-Adresse und
Subnetzmaske.
Hinweis
Wertebereich für erste Dezimalstelle
Für die erste Dezimalzahl der IP-Adresse ist auch ein Wert zwischen 224 und 255 möglich
(Adressklasse D usw.). Dies ist jedoch nicht empfehlenswert, da für diese Werte keine
Adressprüfung erfolgt.
Ergebnis:
Alle Teilnehmer mit Adressen von [Link] bis [Link] befinden sich in
einem Subnetz, alle Teilnehmer mit Adressen von [Link] bis [Link] in
einem anderen Subnetz.
Vergabe des Gerätenamens und der IP-Adresse bei "Gerätetausch ohne Wechselmedium/PG"
Für Geräte ohne Wechselmedium (z. B. ET 200MP, ET 200SP) und Geräte, die "Gerätetausch
ohne Wechselmedium/PG" unterstützen (z. B. ET 200S) kann der IO-Controller aus den durch
die Solltopologie vorgegebenen Nachbarschaftsbeziehungen und den durch die realen
PROFINET-Geräte ermittelten tatsächlichen Nachbarschaftsbeziehungen das Gerät ohne
Namen identifizieren. Der IO-Controller weist dem PROFINET-Gerät den projektierten Namen
zu und nimmt das PROFINET-Gerät in den Nutzdatenverkehr auf. (Siehe auch Gerätetausch
ohne Wechselmedium (Seite 245)).
Weitere Informationen
Die ausführliche Beschreibung der Bedienung und Funktionen des Displays der S7-1500 CPUs
finden Sie im Systemhandbuch S7-1500, ET 200MP
([Link]
Einführung
Sie können die offline projektierten Gerätenamen von PROFINET IO-Devices den Geräten
online zuweisen. Dies können Sie im tabellarischen Bereich der Netzsicht in der Tabelle "E/A-
Kommunikation" erledigen. Sie können dabei auch mehreren Geräten gleichzeitig die
Gerätenamen zuweisen.
Register "Online-Zuweisung"
In der Tabelle E/A-Kommunikation finden Sie die Register "Offline-Konfiguration" und "Online-
Zuweisung". Über das Register "Online-Zuweisung" können Sie die offline vergebenen
PROFINET-Gerätenamen online den entsprechenden IO-Devices zuweisen. Verwenden Sie
dazu die Schaltflächen "Geräte prüfen" und "Jetzt zuweisen".
Die angezeigten Objekte in der Tabelle der Register "Online-Zuweisung" sind abhängig von
der Einstellung der Filterfunktion. Wenn nur ausgewählte Objekte angezeigt werden sollen,
werden abhängig von der Auswahl in der Netzsicht nur Objekte des entsprechenden
Kontextes angezeigt:
• PROFINET-Subnetz: Alle angeschlossenen Geräte und ihre PROFINET-Schnittstellen
• IO-System: Alle beteiligten Geräte und ihre PROFINET-Schnittstellen
• Sync-Domain: Alle beteiligten Geräte und ihre PROFINET-Schnittstellen
• Geräte: Das Gerät und die eventuell vorhandenen PROFINET-Schnittstellen
• Andere Subnetze oder Schnittstellen wie zum Beispiel MPI oder PROFIBUS werden nicht
angezeigt
Wenn über die Filterfunktion die Anzeige für alle Geräte eingestellt ist, werden alle Geräte
angezeigt, die über eine PROFINET-Schnittstelle verfügen, unabhängig davon, ob sie über ein
PROFINET-Subnetz verbunden oder Teil eines IO-Systems sind. Geräte ohne PROFINET-
Schnittstelle, zum Beispiel nur mit DP- oder MPI-Schnittstelle, werden nicht angezeigt.
Allgemeine Vorgehensweise
Für die Zuweisung von PROFINET-Gerätenamen müssen Sie zuerst die online verfügbaren IO-
Devices ermitteln. Bei der Vorgehensweise kommt es darauf an, ob die MAC-Adressen
unbekannt oder bereits bekannt sind. Allgemein ergibt sich daraus eine Vorgehensweise in
zwei Schritten:
1. Ermitteln der online verfügbaren IO-Devices
2. Offline konfigurierte PROFINET-Gerätenamen den online verfügbaren IO-Devices zuweisen
Voraussetzung
• Sie befinden sich in der Netzsicht.
• Es besteht eine Online-Verbindung zu den Geräten.
Vorgehen (Schritt 1)
Um online verfügbare IO-Devices aus der der E/A-Kommunikationstabelle zu ermitteln, gehen
Sie folgendermaßen vor:
1. Optional: Geben Sie in der Spalte "MAC-Adresse" bekannte MAC-Adressen ein. Nach jeder
gültigen Eingabe wird das Kontrollkästchen unter "Gerät zuweisen" für die entsprechende
Zeile aktiviert.
Hinweis
Sie können die MAC-Adresse in unterschiedlichen Formaten eingeben, einfügen oder
importieren. Das richtige Format wird automatisch in die Zelle eingetragen. Folgende
Eingaben werden unterstützt und anschließend in das benötigte Format konvertiert:
• "[Link]"
• "08 00 06 BA 1F 20"
• "080006BA1F20"
Die im Beispiel verwendeten Formate werden automatisch konvertiert nach "08-00-06-BA-
1F-20".
2. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Geräte prüfen", um die Prüfung der online verfügbaren IO-
Devices zu starten.
3. Stellen Sie im Dialogfenster die PG/PC-Schnittstelle ein und klicken Sie auf "Start".
Zwischenergebnis
Nach dem Prüfvorgang wird das Ergebnis für jedes Gerät in der Tabelle angezeigt. Gefundene
Online-Daten werden automatisch in die Tabelle eingetragen und das Kontrollkästchen "Gerät
zuweisen" wird in den Zeilen auf "geprüft" gesetzt, in denen eine MAC-Adresse eingegeben
oder online gefunden wurde. In der Spalte "Status" wird das Ergebnis der Prüfung als Icon
dargestellt.
Status Bedeutung
Passendes Gerät und kompatibler Typ
Unpassendes Gerät
Hinweis
Das Icon "Bereit für Zuweisung" erscheint, wenn eine MAC-Adresse vorhanden ist und
passende Gerätedaten gefunden wurden, aber kein PROFINET-Gerätename online gefunden
wurde.
Sie können die Daten der ermittelten Geräte über deren MAC-Adresse jederzeit wieder
aktualisieren. Sie müssen dazu die MAC-Adresse angeben und dann wird der Zustand des
Gerätes sofort angezeigt, ohne erst das Gerät neu ermitteln zu müssen.
Vorgehen (Schritt 2)
In einer Massenoperation sollen alle offline konfigurierten PROFINET-Gerätenamen den
online verfügbaren Geräten zugewiesen werden.
1. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Jetzt zuweisen".
Hinweis
Die Massenoperation kann nicht rückgängig gemacht werden. In einem Dialogfenster
erscheint ein entsprechender Sicherheitshinweis.
Ergebnis
Die offline konfigurierten PROFINET-Gerätenamen werden den online verfügbaren Geräten
zugewiesen. Dies betrifft die Geräte, bei deren Zeile das Kontrollkästchen unter "Gerät
zuweisen" aktiviert ist, die eine MAC-Adresse haben und den Status "Bereit für Zuweisung"
haben.
3.2.5 Anpassen des Gerätenamens und der IP-Adresse direkt am Gerät erlauben
Einleitung
Häufig wird eine Maschine vor Ort, ohne STEP 7, in Betrieb genommen oder in eine
bestehende Infrastruktur eingebunden. Typische Applikationen finden sich in allen Bereichen
des Serienmaschinenbaus. Dafür stehen alternative Wege zur Vergabe der IP-Adresse zur
Verfügung.
Vorgehen
1. Selektieren Sie in der Netz- oder Gerätesicht des Hardware- und Netzwerkeditors von STEP 7
die PROFINET-Schnittstelle eines IO-Controllers.
2. Navigieren Sie im Inspektorfenster zu "Ethernet-Adressen".
3. Wählen Sie im Bereich "IP-Protokoll" die Option "Anpassen der IP-Adresse direkt am Gerät
erlauben".
Hinweis
Netzübergang
Wenn Sie ein PROFINET-Gerät mit der Option "Anpassen des Gerätenamens/der IP-Adresse
direkt am Gerät erlauben" betreiben, dann können Sie dieses PROFINET-Gerät nicht als
Netzübergang für S7-Routing verwenden.
Weitere Informationen
Informationen zur Anweisung "T_CONFIG" und zum Laden ins Zielsystem finden Sie in der
Online-Hilfe STEP 7.
Im Internet wird Ihnen ein kostenloser Download
([Link] des Primary Setup Tools
(PST) zur Verfügung gestellt. Außerdem finden Sie unter dieser Internetadresse eine Liste mit
den Geräten, für die das PST freigegeben ist.
Einleitung
Ab STEP 7 V15 haben Sie die Möglichkeit, ein real vorhandenes IO-Device zu erkennen und in
Ihr Projekt zu übernehmen.
Sie erkennen das IO-Device in STEP 7 über die Funktion "Hardware-Erkennung". Ein erkanntes
Gerät können Sie in Ihr Projekt übernehmen. STEP 7 fügt das IO-Device mit allen Modulen
und Submodulen ein.
Voraussetzungen
• STEP 7 (TIA Portal) ab V15
• IO-Device muss IP-technisch erreichbar sein
Vorgehen
Um ein oder mehrere vorhandene IO-Devices in STEP 7 zu erkennen und in das Projekt zu
übernehmen, gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Navigieren Sie in STEP 7 zu "Online" > "Hardware-Erkennung".
2. Klicken Sie auf "PROFINET-Devices aus Netzwerk...".
STEP 7 öffnet das Fenster "Hardware-Erkennung der PROFINET-Devices".
3. Wählen Sie bei "PG/PC-Schnittstelle:" die Schnittstelle Ihres PGs aus.
4. Klicken Sie auf "Suche starten".
STEP 7 beginnt mit der Hardware-Erkennung. Wenn die Hardware-Erkennung abgeschlossen
ist, zeigt STEP 7 die erkannten IO-Devices an.
5. Wählen Sie die IO-Devices aus, die Sie in das Projekt übernehmen wollen, indem Sie auf das
entsprechende Kontrollkästchen vor dem IO-Device klicken.
6. Klicken Sie auf "Geräte hinzufügen".
Nach kurzer Zeit öffnet sich ein Fenster, das über den Erfolg bzw. Misserfolg der
Hardware-Erkennung berichtet.
Einleitung
Einen Router (auch "Standard-Gateway") benötigen Sie immer dann, wenn ein
PROFINET-Gerät mit Teilnehmern kommunizieren soll, deren IP-Adressen außerhalb des
eigenen IP-Subnetzes liegen. Wenn das PROFINET-Gerät ein IP-Paket an eine IP-Adresse
außerhalb des eigenen IP-Subnetzes sendet, geht das IP-Paket erst mal an den parametrierten
Router. Der Router überprüft wiederum die IP-Adresse. Liegt diese auch außerhalb von
seinem Subnetz, dann schickt der Router das IP-Paket an den nächsten Router weiter. Das
IP-Paket wird so lange weiter geroutet, bis es die Zieladresse erreicht.
S7-1500-CPUs mit mehreren PROFINET-Schnittstellen bieten wie alle S7-1500-CPUs die
Möglichkeit, die IP-Adresse eines Routers zu parametrieren. Allerdings besteht die
Einschränkung, dass Sie nur an einer PROFINET-Schnittstelle die IP-Adresse eines Routers
eingeben können.
Für die anderen PROFINET-Schnittstellen der CPU können Sie keine IP-Adresse eines Routers
parametrieren. IO-Devices, die an dieser PROFINET-Schnittstelle angeschlossen sind,
übernehmen diese Einstellung. Bis einschließlich STEP 7 V14 SP1 gibt es für diese IO-Devices
keine Möglichkeit, Geräte in einem anderen IP-Subnetz zu erreichen.
Ab STEP 7 V15 haben Sie die Möglichkeit, die Adresse eines Routers für ein IO-Device
unabhängig von der Einstellung des IO-Controllers zu vergeben. Jetzt können Sie z. B. auch in
folgenden Fällen eine Routeradresse am IO-Device einstellen:
• Sie haben keine IP-Adresse eines Routers für die Schnittstelle des zugehörigen
IO-Controllers gesetzt.
• Sie haben bereits für eine andere Schnittstelle in der CPU eine Routeradresse eingestellt.
Regeln
Beachten Sie die folgenden Regeln, wenn Sie die für eine PROFINET-Schnittstelle eines
IO-Controllers einen Router konfigurieren:
• Ein PROFINET IO-Gerät unterstützt genau einen Router, unabhängig von der Anzahl
Schnittstellen.
• Sie können für genau eine PROFINET-Schnittstelle einen Router konfigurieren. Alle
IO-Devices, die dieser PROFINET-Schnittstelle zugeordnet sind, übernehmen den
konfigurierten Router vom IO-Controller.
• Für weitere PROFINET-Schnittstellen der CPU können Sie keinen Router konfigurieren. Die
weiteren PROFINET-Schnittstellen nehmen als Router die IP-Adresse "[Link]" an und
geben diese an ihre IO-Devices weiter.
Ab STEP 7 V15 können Sie für ein IO-Device die Verwendung eines Routers konfigurieren.
Damit kann das IO-Device mit einem Teilnehmer außerhalb des eigenen IP-Subnetzes
kommunizieren, unabhängig von der Einstellung der PROFINET-Schnittstelle des
IO-Controllers.
Sie haben eine CPU 1516-3PN/DP. Die beiden PROFINET-Schnittstellen X1 und X2 der CPU
arbeiten in der Betriebsart "IO-Controller". Die PROFINET-Schnittstelle X1 ist mit dem Subnetz
"Production line 1" verbunden. Die PROFINET-Schnittstelle X2 ist mit dem Subnetz "Production
line 2" verbunden. Die beiden Subnetze "Production line 1" und "Production line 2" sind
jeweils über einen Router mit dem übergeordneten Netz "Superior line" verbunden.
Für die PROFINET-Schnittstelle X1 konfigurieren Sie den Router "Router 1" mit der IP-Adresse
[Link].
Das IO-Device (ET 200SP) im Subnetz "Production line 1" übernimmt den Router vom
IO-Controller.
Die PROFINET-Schnittstelle X2 können Sie keinen Router konfigurieren, weil Sie bereits für die
PROFINET-Schnittstelle X1 der CPU einen Router konfiguriert haben.
Das IO-Device im Subnetz "Production line 2" bekommt keinen Router von der
PROFINET-Schnittstelle X2 übergeben.
Damit das IO-Device im Subnetz "Production line 2" Teilnehmer im übergeordneten
"Superior line" erreicht, konfigurieren Sie für das IO-Device den Router "Router 2" mit der
IP-Adresse [Link].
Einleitung
Wenn ein IO-Device einem IO-Controller zugewiesen ist, dann ist damit noch nicht festgelegt,
wie die Ports untereinander verschaltet sind.
Eine Portverschaltung ist bei Nutzung von RT nicht notwendig, bietet aber folgende Vorteile:
• Mit der Portverschaltung wird eine Solltopologie vorgegeben. Anhand eines
Offline/Online-Vergleichs besteht die Möglichkeit, einen Soll-Ist-Vergleich durchzuführen
bei den Geräten, die diese Funktionalität unterstützen.
• Die Funktion "Gerätetausch ohne Wechselmedium" steht zur Verfügung.
Eine Portverschaltung ist bei Nutzung von IRT zwingend notwendig.
Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten, wie Sie ein
PROFINET-Netzwerk aufbauen können.
Linie
Alle Kommunikationsteilnehmer werden in einer Linie hintereinander geschaltet.
Bei PROFINET wird die Linientopologie durch Switches realisiert, die in PROFINET-Geräten
bereits eingebaut sind. Deshalb ist die Linientopologie bei PROFINET lediglich eine
Sonderform der Baum-/Sterntopologie.
Wenn ein Koppelelement (z. B. Switch) ausfällt, dann ist eine Kommunikation über das
ausgefallene Koppelelement hinweg nicht mehr möglich. Das Netz wird dann in
2 Teilsegmente getrennt.
Der Aufwand für die Verkabelung ist bei einer Linientopologie am geringsten.
Stern
Durch den Anschluss von Kommunikationsteilnehmern an einen Switch mit mehr als zwei
PROFINET-Ports entsteht automatisch eine sternförmige Netztopologie.
Wenn ein einzelnes PROFINET-Gerät ausfällt, führt das bei dieser Struktur im Gegensatz zu
anderen Strukturen nicht zwangsläufig zum Ausfall des gesamten Netzes. Lediglich der
Ausfall eines Switches führt zum Ausfall eines Teils des Kommunikationsnetzes.
Baum
Wenn Sie mehrere sternförmige Strukturen miteinander verschalten, entsteht eine
baumförmige Netztopologie.
Ring
Um die Verfügbarkeit eines Netzes zu erhöhen, setzt man Ringstrukturen ein. Prinzipiell wird
dabei eine Linientopologie über einen so genannten Redundanzmanager zu einem Ring
zusammengeschlossen.
Die Aufgabe des Redundanzmanagers übernimmt ein externer Switch (SCALANCE X), eine
CPU, die das Medienredundanzprotokoll MRP unterstützt (z. B. CPU 1516-3 PN/DP) oder ein
CP (z. B. CP 343-1 Lean).
Der Redundanzmanager sorgt bei einer Unterbrechung des Netzes dafür, dass die Daten über
eine alternative Netzwerkverbindung im Ring umgeleitet werden.
Ziffer Bedeutung
① S7-1500 als IO-Controller
② S7-300 als IO-Controller
③ Industrial WLAN mit SCALANCE W
④ SCALANCE X 307-3 mit 7 elektrischen und 3 optischen Ports
⑤ ET 200SP mit integriertem 2-Port Switch
⑥ SCALANCE X 204 mit 4 elektrischen Ports
⑦ PROFINET/Industrial Ethernet
⑧ IE/PB-Link PN IO
⑨ PROFIBUS DP
⑩ ET 200S mit 2 optischen Ports
Sterntopologie
Linientopologie
Weiterführende Informationen
Beachten Sie für die Planung Ihrer PROFINET-Topologie die Installationsrichtlinie PROFINET
([Link]
guide/display/) der PROFIBUS-Nutzerorganisation.
Weiterführende Informationen finden Sie im Handbuch SIMATIC NET Twisted Pair- und Fiber
Optic-Netze ([Link]
Grundlegende Informationen finden Sie im Handbuch Kommunikation mit SIMATIC
([Link]
Einführung
Die Topologiesicht ist einer von drei Arbeitsbereichen des Hardware- und Netzwerkeditors.
Hier führen Sie folgende Aufgaben durch:
• Ethernet-Topologie anzeigen
• Ethernet-Topologie projektieren
• Unterschiede zwischen Soll- und Ist-Topologie ermitteln und minimieren (Online)
Die Topologiesicht in STEP 7 besteht aus einem grafischen und einem tabellarischen Bereich.
Grafischer Bereich
Im grafischen Bereich der Topologiesicht werden Ihnen PROFINET-Geräte mit den
zugehörigen Ports und Portverschaltungen angezeigt. Hier können Sie weitere PROFINET-
Geräte hinzufügen.
Das folgende Bild zeigt den grafischen Bereich der Topologiesicht.
① Umschalter Gerätesicht/Netzsicht/Topologiesicht
② Funktionsleiste
③ Grafischer Bereich der Topologiesicht
④ Übersichtsnavigation
⑤ Umschalter zum tabellarischer Bereich der Topologiesicht
Bild 3-13 Grafischer Bereich der Topologiesicht
Übersichtsnavigation
Klicken Sie mit der Maus in die Übersichtsnavigation, um einen Überblick über die angelegten
Objekte im grafischen Bereich zu erhalten. Bei gedrückter Maustaste können Sie in der
Übersichtsnavigation schnell zu den gewünschten Objekten navigieren und sich diese im
grafischen Bereich anzeigen lassen.
Tabellarischer Bereich
• Topologieübersicht: Hier werden Ihnen die Ethernet- bzw. PROFINET-Geräte, deren Ports
und Portverschaltungen in tabellarischer Form angezeigt. Diese Tabelle entspricht der
Netzübersichtstabelle in der Netzsicht.
• Topologievergleich: Hier können Sie Geräte und Portverschaltungen automatisch durch
Offline/Online-Vergleich bzw. erweiterten Offline/Online-Vergleich in STEP 7 übernehmen.
Voraussetzung
Sie befinden sich in der grafischen Ansicht der Topologiesicht.
Vorgehen
Um Ports in der Topologiesicht zu verschalten, gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Platzieren Sie den Mauscursor auf dem zu verschaltenden Port.
2. Klicken Sie mit der linken Maustaste und halten Sie die Maustaste gedrückt.
3. Verschieben Sie den Mauscursor.
Der Mauscursor zeigt jetzt mit dem Vernetzungssymbol den Arbeitsmodus "Verschalten"
an. Gleichzeitig sehen Sie im Mauscursor das Sperrsymbol, das erst über einer gültigen
Zielposition verschwindet.
4. Ziehen Sie nun den Mauscursor auf den Ziel-Port. Sie können hierbei die linke Maustaste
gedrückt halten oder loslassen.
5. Lassen Sie nun die linke Maustaste los oder klicken Sie erneut mit der linken Maustaste.
Ergebnis
Sie haben eine neue Portverschaltung angelegt.
Wenn die PROFINET-Schnittstelle nicht vernetzt war, wird sie durch diese Aktion automatisch
vernetzt. In den Eigenschaften des Subnetzes können Sie einstellen, ob dieses Subnetz für die
Vernetzung herangezogen werden soll oder nicht.
Übersicht
Beim Offline-/Online-Vergleich wird die projektierte Topologie mit der tatsächlich
vorhandenen Topologie verglichen. Dabei werden online ermittelte Geräte projektierten
Geräten automatisch zugeordnet, soweit dies möglich ist.
Hinweis
Die Verfügbarkeitsermittlung kann einige Sekunden dauern. In dieser Zeit sind keine
Bedieneingaben möglich.
Voraussetzung
Sie haben in der Topologiesicht einen Offline-/Online-Vergleich durchgeführt. Dieser hatte als
Ergebnis, dass mindestens ein online ermitteltes Gerät einem projektierten Gerät automatisch
zugeordnet wurde und es dabei jedoch Unterschiede bei der Verschaltung gibt.
Vorgehen
Um eine oder mehrere online ermittelte Portverschaltungen manuell in das Projekt zu
übernehmen, gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Markieren Sie die zur Portverschaltung gehörende Zeile.
2. Markieren Sie ggf. weitere Zeilen per Multiselektion.
3. Wählen Sie im Kontextmenü "Übernehmen" > "Ausgewählte anwenden".
Daraufhin ändert sich der Inhalt der zugehörigen Tabellenfelder in der Spalte "Handlung"
auf "Übernehmen".
4. Falls Sie fälschlicherweise zu viele Portverschaltungen für die Übernahme in das Projekt
vorbereitet haben:
Markieren Sie die Zeilen, die zu den fälschlicherweise zur Übernahme in das Projekt
vorbereiteten Portverschaltungen gehören, per Multiselektion.
Wählen Sie im Kontextmenü "Rücksetzen" > "Ausgewählte rücksetzen".
Daraufhin ändern sich die zugehörigen Tabellenfelder in der Spalte "Handlung" auf "keine
Handlung".
5. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Synchronisieren".
Ergebnis
Für die zugehörigen Geräte werden die online ermittelten Portverschaltungen in das Projekt
übernommen. Eine erfolgreiche Übernahme wird durch das Diagnosesymbol "identische
Topologieinformation" für jeden Port angezeigt.
Hinweis
Wenn für ein online ermitteltes Gerät andere Portverschaltungen erkannt werden als die im
Projekt vorliegenden, führt deren Übernahme in das Projekt dazu, dass die bisher im Projekt
vorhandenen Portverschaltungen durch die online erkannten ersetzt werden. Wenn nun für
ein online ermitteltes Gerät gar keine Portverschaltungen erkannt werden, führt die
Übernahme in das Projekt dazu, dass sämtliche Portverschaltungen dieses Geräts im Projekt
gelöscht werden.
Voraussetzung
Sie haben in der Topologiesicht einen Offline-/Online-Vergleich durchgeführt. Dieser hatte als
Ergebnis, dass mindestens ein online ermitteltes Gerät keinem projektierten Gerät
zugeordnet werden konnte.
Vorgehen
Um eine oder mehrere online ermittelte Geräte manuell in das Projekt zu übernehmen, gehen
Sie folgendermaßen vor:
1. Bewegen Sie bei einem projektierten Gerät ohne Online-Partner den Mauszeiger in die
Spalte "Gerät/Port" der Online-Topologie.
2. Wählen Sie in der Klappliste dieses Felds das Gerät, das Sie dem projektierten Gerät
zuordnen wollen.
3. Wiederholen Sie die bisherigen Schritte ggf. für weitere projektierte Geräte ohne Online-
Partner.
Ergebnis
Das ausgewählte online ermittelte Gerät wird vom Tabellenende nach oben verschoben.
Danach befindet es sich in der Zeile desjenigen projektierten Geräts, dem Sie es soeben
zugeordnet haben.
Überblick
Beim Erweiterten Offline-/Online-Vergleich wird neben DCP zusätzlich ICMP benutzt, um auch
Geräte zu erkennen, die kein DCP unterstützen.
Durchgängiges Diagnosekonzept
Alle SIMATIC-Produkte besitzen integrierte Diagnosefunktionen, mit denen Sie Störungen
erkennen und beheben können. Die Komponenten melden automatisch eine eventuelle
Störung des Betriebs und liefern zusätzliche Detailinformationen.
Jeder einzelne oder mehrere gleichzeitig auftretende Fehler werden vom IO-Device an den
IO-Controller übertragen. Wenn Sie den gesamten Status eines IO-Devices einschließlich der
noch anstehenden Fehler benötigen, können Sie den Status auch direkt vom IO-Device lesen.
In den folgenden Kapiteln erläutern wir Ihnen die Grundzüge der Diagnose über PROFINET IO.
Eine ausführliche Beschreibung der Systemdiagnose für S7-1500, ET 200MP, ET 200SP und
ET 200AL finden Sie im Funktionshandbuch Diagnose
([Link]
Zugriff auf den Status eines IO-Devices mit einem PG/PC oder einem HMI-Gerät
Wenn Sie über ein PG/PC mit STEP 7 oder über ein HMI-Gerät mit dem Industrial Ethernet
verbunden sind, können Sie Diagnoseinformation online abrufen. Das veranschaulicht die
folgende Grafik.
Ziffer Beschreibung
① Das IO-Device erkennt einen Fehler und sendet Diagnosedaten an den IO-Controller.
② Der IO-Controller benachrichtigt das PG/HMI-Gerät. Die Anzeige der Systemdiagnose wird ak-
tualisiert.
③ Sie können in STEP 7 den Stationsstatus über "Erreichbare Teilnehmer" unabhängig vom
IO-Controller direkt vom IO-Device lesen. Dazu muss das PG am Industrial Ethernet angeschlos-
sen sein.
So können Sie während der Inbetriebnahmephase oder im Servicefall auch dann auf Diagno-
seinformationen zugreifen, wenn der IO-Controller nicht in Betrieb ist.
Bild 4-1 PROFINET IO-Diagnose mit PG/PC oder HMI-Gerät
Konzept
Jeder auftretende Fehler wird vom IO-Device an den IO-Controller übertragen. Der
Informationsumfang und die Informationstiefe einer Diagnose variieren, abhängig davon, auf
welcher Diagnoseebene Sie die Diagnosen auswerten und welche PROFINET-Geräte Sie
verwenden.
Diagnoseebenen
Sie haben die Möglichkeit Diagnoseinformationen auf verschiedenen Ebenen auszuwerten.
Anzahl und Art der Kanäle wählen Sie z. B. über die Diagnoseebene 4 aus.
Das folgende Bild zeigt die Diagnoseebenen bei PROFINET IO.
Ziffer Beschreibung
① Ebene 1: Fehler im Gerät
② Ebene 2: Fehler im Modul
Bild 4-3 Diagnoseebenen in der Gerätesicht von STEP 7
Weitere Informationen
Eine ausführliche Beschreibung aller LEDs der Module mit Fehlerursachen und
Abhilfemaßnahmen finden Sie in der jeweiligen Dokumentation zum Modul.
Display
Die S7-1500 CPU hat ein Display und Bedientasten. Das Display der CPU zeigt Ihnen in
verschiedenen Menüs Kontroll- und Statusinformationen an. Mit den Bedientasten navigieren
Sie durch die Menüs und nehmen dabei zahlreiche Einstellungen vor.
Modulstatus
Zur Anzeige des Modulstatus navigieren Sie am Display über die Menüpunkte "Module" >
"PROFINET I/O (X1)" > "Station" > "Steckplatz" > "Status" > "Modulstatus".
Der Modulstatus zeigt an, dass ein Fehler im Modul aufgetreten ist. Der "unterlagerte
Zustand" ist der Zustand der Module in der Diagnoseebene darunter. Im Beispiel ist der
Zustand "gut", d. h. der Fehler befindet sich nicht in der unterlagerten Diagnoseebene
Submodul oder Kanal, sondern im Modul selbst.
Hinweis
Aktualisierung der Meldungsanzeige
Das Display zeigt den aktuell gelesenen Zustand der CPU statisch an, die Anzeige wird nicht
automatisch aktualisiert. Eine Aktualisierung erfolgt nach dem Verlassen und erneutem
Öffnen der Meldungsanzeige.
Das automatische Aktualisieren der Diagnoseinformationen stellen Sie ein unter: "Display" >
"DiagnosticRefresh".
Weiterführende Informationen
Die Beschreibung der Bedienung und Funktionen des Displays finden Sie im SIMATIC S7-1500
Display Simulator ([Link]
manuals/getting-started_simatic-s7-1500/disp_tool/start_de.html).
Verbindung Bedeutung
Soll-Topologie Ist-Topologie
grün Die aktuelle Ist-Verbindung entspricht der projektierten erkannte Verbindungen
Soll-Verbindung.
rot Die aktuelle Ist-Verbindung entspricht nicht der projektierten -
Soll-Verbindung (z. B. Port vertauscht).
gelb Die Verbindung kann nicht diagnostiziert werden. Ursachen: -
• Die Kommunikation zu einem IO-Device ist gestört (z. B.
Kabel gezogen)
• Verbindung zu einer passiven Komponente
• Verbindung zu PROFINET-Geräten eines anderen
IO-Controllers bzw. PROFINET-Systems
③ Deaktivierte Teilnehmer
Alle deaktivierten, projektierten PROFINET-Teilnehmer werden hellgrau angezeigt.
④ Vertauschte Ports
Vertauschte Ports werden in der Ansicht Soll-Topologie rot markiert. In der Ist-Topologie
werden die tatsächlich verbundenen Ports angezeigt, in der Soll-Topologie die projektierte
Soll-Verbindung.
Weiterführende Informationen
Weiterhin sind die tabellarische Ansicht der Ist-Topologie und eine Statusübersicht der
PROFINET-Geräte im Projekt möglich.
Diese Ansichten, weitere Topologiebeispiele und detaillierte Informationen zur Bedienung
und den Funktionen des Webservers finden Sie im Handbuch Webserver
([Link]
Weitere Informationen
Informationen zur Systemdiagnose für S7-1500, ET 200MP, ET 200SP und ET 200AL finden
Sie im Funktionshandbuch Diagnose
([Link] und in der Online-Hilfe
STEP 7.
Erweitertes Maintenance-Konzept
Die PROFINET-Schnittstellen mit integriertem Switch der SIMATIC-Geräte unterstützen das
vierstufige Diagnosekonzept nach der PROFINET-Spezifikation ab Version V2.3 mit den
folgenden Status:
Ziel des Diagnosekonzepts ist das frühzeitige Erkennen und Beseitigen von potenziellen
Störungen - noch bevor es zum Produktionsausfall kommt.
Dazu werden, neben den Zustandsinformationen "Good" (nicht gestört) und "Bad" (gestört)
eines PROFINET-Geräts, zusätzliche Zustandsinformationen definiert.
Die Maintenance-Informationen werden mit den folgenden Systemmeldungen generiert:
• Wartungsbedarf (symbolisiert durch einen grünen Schraubenschlüssel) und
• Wartungsanforderung (symbolisiert durch einen gelben Schraubenschlüssel)
Die Zeitpunkte, an denen die beiden Systemmeldungen generiert werden, sind für die
meisten Verschleißparameter individuell einstellbar.
Ziffer Beschreibung
① Die Systemreserve des Lichtwellenleiters sinkt unter 0 dB.
② Sowohl ET 200S PN FO als auch der Switch senden den Maintenance Demanded-Alarm an
den IO-Controller.
③ Der IO-Controller erkennt anhand der Alarme die Wartungsanforderung vom Switch und vom
IO-Device. Die Baugruppenzustandsdaten werden im IO-Controller aktualisiert und die ent-
sprechenden Fehler-OBs aufgerufen. Hinweis: Damit die Fehler-OBs im IO-Controller gestartet
werden können, muss in STEP 7 die Eigenschaft "Bei Kommunikationsfehlern Anwenderpro-
gramm aufrufen" des betreffenden IO-Controllers angewählt werden.
④ In STEP 7 (auf dem PG/PC) wird am IO-Device und am Switch die Wartungsanforderung durch
einen gelben Schraubenschlüssel symbolisiert.
⑤ Detailinformationen kann STEP 7 auch direkt vom Switch auslesen.
Verfügbarkeit
Als offener Standard können Sie bei PROFINET beliebige Systeme oder Softwarelösungen zur
Diagnose auf der Basis von SNMP einsetzen.
Netzwerkdiagnose
Das Netzwerk-Management-Protokoll SNMP (Simple Network Management Protocol) nutzt
das verbindungslose Transportprotokoll UDP. Es besteht aus zwei Netz-Komponenten, ähnlich
dem Client/Server-Modell. Der SNMP-Manager überwacht die Netzwerkknoten und die SNMP-
Clients sammeln in den einzelnen Netzwerkknoten die verschiedene netzwerkspezifische
Informationen und legen sie in strukturierter Form in der MIB (Management Information
Base) ab. Mit Hilfe dieser Informationen kann ein Netzwerkmanagementsystem eine
ausführliche Netzwerkdiagnose durchführen.
MIB
Die MIB (Management Information Base) ist die Datenbasis eines Geräts. SNMP-Clients
greifen auf diese Datenbasis im Gerät zu. Die S7-Gerätefamilie unterstützt folgende
standardisierte MIBs:
• MIB II, genormt in der RFC 1213
• LLDP-MIB, genormt in der internationalen Norm IEEE 802.1AB
• LLDP-PNIO-MIB, genormt in der internationalen Norm IEC 61158-6-10
Die MIBs für ET 200-Interfacemodule und Koppler mit PROFINET-Schnittstelle finden Sie in
dieser Produktmitteilung ([Link]
Diagnosemechanismus
Beim Auftreten eines Fehlers (z. B. bei Drahtbruch an einem IO-Modul) generiert das gestörte
IO-Device einen Diagnosealarm und sendet ihn an den IO-Controller. Um auf den Fehler mit
einem definierten (programmierten) Verhalten zu reagieren, ruft dieser Alarm im
Anwenderprogramm einen entsprechenden Organisationsbaustein auf (OB 82 für den
Diagnosealarm) und übergibt einen Diagnosedatensatz.
Grundsätzlich wird mit je einem Diagnose- bzw. Konfigurationsdatensatz die Information für
je ein IO-Device (Adressierungsebene AR), Modul (Adressierungsebene Slot) bzw. Submodul
(Adressierungsebene Subslot) übertragen. In Abhängigkeit der Adressierungsebene erhalten
Sie Diagnosedaten bzw. Konfigurationsdaten eines oder mehrerer Subslots, Slots und APIs.
Hinweis
Diagnoseinformationen werden nur für projektierte Module/Submodule/Kanäle generiert.
Diagnose im Anwenderprogramm
Für PROFINET IO gilt eine herstellerübergreifende Struktur für Datensätze mit
Diagnoseinformationen. Diagnoseinformationen werden nur für gestörte Kanäle erstellt.
PROFINET bietet Ihnen grundsätzlich zwei verschiedene Wege, um Diagnoseinformationen zu
erhalten.
Ziffer Beschreibung
① Alle Einzelfehler werden in einem Datensatz auf dem Interfacemodul gesammelt.
② In Ihrem Anwenderprogramm liest die Anweisung "RDREC" den gesamten Stationsstatus
asynchron direkt vom IO-Device.
Bild 4-15 Beispiel: Auswerten von Diagnosedatensätzen mit der Anweisung "RDREC"
Ziffer Beschreibung
① Jeder Fehler wird als Kanaldiagnose in Form eines Alarms einzeln an den IO-Controller ver-
sendet.
② Im IO-Controller werden automatisch die Modulzustandsdaten aktualisiert und der Fehler-OB
(OB 82) gestartet.
③ In Ihrem Anwenderprogramm im Fehler-OB (OB 82) liest die Anweisung "RALRM" den Fehler
synchron vom IO-Controller, ohne das IO-Device anzusprechen.
4.9 Instandhaltung
Weitere Informationen
Ob und in welchem Umfang ein PROFINET-Gerät I&M-Daten unterstützt, entnehmen Sie der
Dokumentation zum jeweiligen Gerät.
Voraussetzung
• In den Projekteinstellungen (Extras > Einstellungen, Hardware-Konfiguration > Übersetzen
und herunterladen) ist die Option "I&M-Daten herunterladen" aktiviert.
• Es besteht eine Online-Verbindung zu den PROFINET-IO-Geräten und ihren Modulen, in die
Sie I&M-Daten laden wollen.
• Sie haben in den Eigenschaften der betroffenen PROFINET-IO-Geräte und ihren Modulen
(Inspektorfenster: Register „Eigenschaften“ > Register „Allgemein“, Einstellungen >
Identification & Maintenance) die zu ladenden I&M-Daten eingetragen.
Hinweis
Sprachabhängigkeit der zu ladenden I&M-Daten
Die I&M-Daten werden in der Form, in der Sie sie in den Eigenschaften der betroffenen
PROFINET-IO-Geräte und ihren Modulen vorgegeben haben, in die reale Hardware geladen.
Es besteht keine Sprachabhängigkeit.
Anwendungsbeispiele
Sie haben durch Auslesen von Asset-Management-Records die Möglichkeit, während der
Installation oder während des Betriebs z. B. folgende Informationen auszulesen:
• Sind nur frei gegebene Betriebsmittel im Einsatz (Whitelist-Check)?
• Ein Firmware-Update steht an. Verschaffen Sie sich einen schneller Überblick: Welche
Geräte bzw. Komponenten sind betroffen und müssen hochgerüstet werden?
Weitere Informationen
Ob und in welchem Umfang ein PROFINET-Gerät Asset Management-Daten unterstützt, d. h.,
ob es einen AMR zur Verfügung stellt, entnehmen Sie der Dokumentation zum jeweiligen
Gerät.
Die Unterscheidung erlaubt eine effiziente Datenstruktur unterhalb des Headers; trotzdem
kann der Datensatz eine erhebliche Größe annehmen (max. 64 kbyte, abhängig von der
Anzahl Assets, den das IO-Device liefert).
AM_Location
Asset Management bei PROFINET unterstützt zwei Formate zur Kodierung der Lage eines
Assets:
• Steckplatzorientiertes Format ("Slot- and SubslotNumber format")
• Hierarchisches, d. h. ebenenorientiertes Format ("Twelve Level Tree format" oder kurz
LT-Format)
Assets, die Teil des PROFINET-Geräts sind, verwenden das steckplatzorientierte Format. Diese
Assets sind an die PROFINET Module und Submodule gebunden.
Assets, die sich außerhalb des PROFINET-Geräts befinden, nutzen das hierarchische Format
(LT-Format) für die Kodierung der Lage eines Assets.
Diese Assets sind durch ihre Baumebene (Level Tree) lokalisiert. Die Baumebene beginnt mit
Level 0. Der Wert von Level 0 gibt Auskunft über die Nähe zum PROFINET-Gerät:
• Wenn das Asset an ein Modul angeschlossen ist, das über das PROFINET-Gerätemodell
adressiert werden kann, dann hat Level 0 den Wert 0. Die folgenden Levels (Level 1 bis
Level 3) haben dann die Bedeutung von Steckplatznummer, Substeckplatznummer und
Kanalnummer. Wenn an dieses Asset weitere Assets angebunden sind, wird der nächste
Level 4 genutzt. Die Grenze ist bei Level 11 erreicht.
• Wenn das Asset zum PROFINET-Gerät gehört, aber nicht an ein Modul angeschlossen ist,
das über das PROFINET-Gerätemodell adressiert werden kann, dann hat Level 0 einen Wert
zwischen 1 und 0x1FF. Beispiel für so ein Asset ist eine Stromversorgung im PROFINET-
Gerät. Wenn an diese Stromversorgung ein weiteres Asset angeschlossen ist, z. B. ein
Sensor, dann wird die nächste Baumebene zur Lokalisierung dieses Sensors genutzt (Level
1).
• Wenn das Asset sich außerhalb des PROFINET-Gerätes befindet, aber z. B. zur Maschine
gehört, in die das PROFINET-Gerät verbaut ist, dann hat Level 0 einen Wert zwischen
0x200 und 0x3FE.
Der Wert 0x3FF für eine Baumebene zeigt an, dass diese Baumebene nicht genutzt wird. D. h.
es ist kein weiteres Asset mehr angeschlossen. In diesem Fall müssen alle tieferen
Baumebenen bis Level 11 ebenfalls diesen Wert haben.
Voraussetzung
• S7-1500-CPU ab Firmware V2.5.2, als I-Device projektiert
• STEP 7 (TIA Portal) ab V15
• Falls ein IO-Controller den Asset-Management-Datensatz lesen soll:
Der IO-Controller ist entsprechend programmiert, um einen Asset-Management-Datensatz
zu lesen.
Für einen SIMATIC IO-Controller rufen Sie z. B. eine Lese-Anweisung (RDREC) mit
Datensatz-Index 0xF880 auf; die Anweisung adressiert ein beliebiges Submodul des
I-Device, z. B. das erste projektierte Transferbereich-Submodul.
Grundsätzliche Vorgehensweise
Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein I-Device seine lokalen Module als Asset-
Management-Datensatz einem anfordernden IO-Controller zur Verfügung stellt, sind
grundsätzlich folgende Schritte erforderlich:
1. Einstellungen in den Eigenschaften der PROFINET-Schnittstelle der CPU vornehmen:
– Betriebsart "IO-Device" aktivieren
– Option "Asset Management über Anwenderprogramm aktivieren" aktivieren
Nur wenn die Option aktiviert ist, leitet die PROFINET-Schnittstelle eine Anforderung
eines IO-Controllers zum Asset-Management-Datensatz-Lesen weiter an das
Anwenderprogramm des I-Device.
Das Konzept sieht vor, dass Sie für jedes zentral gesteckte Modul die I&M-Daten ermitteln
und mit diesen Informationen den Asset-Management-Datensatz füllen. Die I&M0-Daten
eines Moduls enthalten Basisinformationen zum Modul wie Herstellerkennung,
Artikelnummer, Seriennummer, Hardware- und Firmware-Version. Das sind die Daten, die
auch im AM-Datensatz für ein Asset benötigt werden.
Für jedes Modul bilden Sie den AM_FullInformationBlock auf folgende Weise:
Datensatz-Element Beschreibung
IM_UniqueIdentifier Erzeugen Sie eine (Pseudo-) Zufalls-UUID (Hashwert) entsprechend ISO 9834-8 auf folgende Wei-
se:
• Erzeugen Sie einen 8-Byte-Hashwert über die I&M0 Daten des Moduls (ab Steckplatz 2)
Verwenden Sie den Algorithmus Fowler-Noll-Vo (kurz: FNV); ein Algorithmus zur Generierung
von Streuwerten (Hashwerten) über Datenfelder, siehe entsprechenden Beispielcode im Inter-
net bzw. Online-Support.
• Erzeugen Sie einen 8-Byte-Hashwert über die I&M0 Daten der CPU
(verwenden Sie den Algorithmus Fowler-Noll-Vo (kurz: FNV) wie oben beschrieben)
• IM_UniqueIdentifier:
Byte 0 bis 7: Hashwert von Modul-I&M0-Daten
Byte 8 bis 15: Hashwert für CPU-I&M0-Daten
Erforderliche Anpassungen an ISO 9834-8:
Byte 8, Bit 7 muss auf 1 gesetzt werden und Byte 8, Bit 6 auf 0 (Ergebnis der UND-Verknüpfung
mit 0011 1111, anschließend ODER-Verknüpfung mit 1000 0000)
Byte 6, Bit 4 bis 7 müssen auf 0100 gesetzt werden (Ergebnis der UND-Verknüpfung mit 0000
1111, dann ODER-Verknüpfung mit 0001 0000)
Dieser Algorithmus erzeugt, da er auf den I&M0-Daten der CPU als auch der Module basiert, einen
konstante IM_UniqueIdentifier für ein einzelnes Modul. Wenn sich die Konfiguration ändert, än-
dert sich auch IM_UniqueIdentifier.
AM_Location Byte 0 = 0x02 (steckplatzorientierte Kodierung), siehe Beschreibung im vorhergehenden Kapitel.
IM_Annotation Beispiel: "S7-1500 module" und füllen die restlichen Bytes von IM_Annotation mit Leerzeichen
(0x20).
IM_OrderID Kopieren Sie 20 Bytes der I&M0-Daten des Moduls (Beginnend mit Offset 2 der I&M0-Daten), fül-
len Sie die restlichen 44 Bytes mit Leerzeichen (0x20)
AM_SoftwareRevision Füllen Sie das Feld mit 64 Leerzeichen (0x20)
AM_HardwareRevision Füllen Sie das Feld mit 64 Leerzeichen (0x20)
IM_Serial_Number Kopieren Sie die 16 Bytes der I&M0-Daten des Moduls (Beginnend mit Offset 22 der I&M0-Daten)
IM_Software_Revision Kopieren Sie 4 Bytes der I&M0-Daten des Moduls (Beginnend mit Offset 40 der I&M0-Daten)
AM_DeviceIdentificatio Byte 0, 1, 2, 6, 7 = 0x00
n Byte 3 = 0x2A (Vendor = Siemens)
Byte 4 = 01, Byte 5 = DeviceID (z. B. CPU 15xx = 0x0E)
AM_TypeIdentification Kopieren Sie 2 Bytes der I&M0-Daten des Moduls (Beginnend mit Offset 48 der I&M0-Daten)
IM_Hardware_Revision Kopieren Sie 2 Bytes der I&M0-Daten des Moduls (Beginnend mit Offset 38 der I&M0-Daten)
Feldbusintegration
PROFINET bietet Ihnen die Möglichkeit, existierende Feldbussysteme (z. B. PROFIBUS,
AS-Interface) über ein proxyfähiges PROFINET-Gerät zu integrieren. Dabei werden die Geräte
dieser Feldbussysteme auf stellvertretende PROFINET-Geräte (Proxy) abgebildet. Damit
können Sie beliebige Mischsysteme aus Feldbus und Ethernet-basierten Teilsystemen
aufbauen. Somit wird ein durchgängiger Datenaustausch ermöglicht.
Anbindung an Gebäudebusse
• BACnet: Wie Sie eine Kommunikation zwischen einer SIMATIC SPS und einem BACnet
Netzwerk mit einem Gateway projektieren, finden Sie in diesem Anwendungsbeispiel
([Link]
• M-Bus: Wie Sie eine Kommunikation zwischen einer SIMATIC SPS und einem M-Bus
Netzwerk mit einem Gateway projektieren, finden Sie in diesem Anwendungsbeispiel
([Link]
• DALI: Wie Sie eine Kommunikation zwischen einer SIMATIC SPS und einem DALI Netzwerk
mit einem Gateway projektieren, finden Sie in diesem Anwendungsbeispiel
([Link]
• KNX: Wie Sie eine Kommunikation zwischen einer SIMATIC SPS und einem KNX Netzwerk
mit einem Gateway projektieren, finden Sie in diesem Anwendungsbeispiel
([Link]
Voraussetzungen
• STEP 7 ab V13 SP1
• CPU unterstützt IE/PB-Link, z.B:
– S7-1500 CPU ab Firmware-Stand V1.7
– S7-1500 Software Controller ab Firmware-Stand V1.7
– S7-300/400 CPU
Ergebnis
Sie haben das DP-Slave an das PROFINET IO-System angebunden.
Verweis
Weitere Informationen zum IE/PB-Link finden Sie im Handbuch Netzübergang IE/PB Link PN IO
([Link]
Funktionalität I-Device
Die Funktionalität "I-Device" (Intelligentes IO-Device) einer CPU erlaubt es, Daten mit einem
IO-Controller auszutauschen und somit die CPU z. B. als intelligente Vorverarbeitungseinheit
von Teilprozessen einzusetzen. Das I-Device ist hierbei als IO-Device an einen
"übergeordneten" IO-Controller angebunden.
Die Vorverarbeitung wird durch das Anwenderprogramm im I-Device sichergestellt. Die in
zentraler oder dezentraler (PROFINET IO oder PROFIBUS DP) Peripherie erfassten Prozesswerte
werden durch das Anwenderprogramm vorverarbeitet und dem IO-Controller zur Verfügung
gestellt.
Namenskonvention "I-Device"
In der weiteren Beschreibung wird eine CPU bzw. ein CP mit der Funktionalität I-Device
vereinfacht als "I-Device" bezeichnet.
Einsatzbereiche
Einsatzbereiche des I-Devices:
• Verteilte Verarbeitung
Eine komplexe Automatisierungsaufgabe lässt sich in kleinere Einheiten/Teilprozesse
aufteilen. Dadurch ergeben sich überschaubare Prozesse, die zu vereinfachten
Teilaufgaben führen.
• Entkopplung von Teilprozessen
Komplizierte, weit verteilte und umfangreiche Prozesse können durch die Verwendung
von I-Devices in mehrere Teilprozesse mit überschaubaren Schnittstellen gegliedert
werden. Diese Teilprozesse können ggf. jeweils in einzelnen STEP 7-Projekten hinterlegt
werden, die später zu einem Gesamtprojekt zusammengestellt werden.
• Know-how-Schutz
Anlagenteile können statt mit einem STEP 7-Projekt nur noch mit einer GSD-Datei zur
Schnittstellenbeschreibung des I-Devices ausgeliefert werden. Das Know-how des
Anwenderprogramms muss damit nicht mehr offen gelegt werden.
Eigenschaften
Eigenschaften des I-Devices:
• Entkopplung von STEP 7-Projekten
Ersteller und Nutzer eines I-Devices können komplett getrennte STEP 7-Projekte haben.
Die Schnittstelle zwischen den STEP 7-Projekten bildet die GSD-Datei. Damit ist die
Kopplung über eine standardisierte Schnittstelle zu Standard-IO-Controllern möglich.
• Echtzeitkommunikation
Das I-Device wird einem deterministischen PROFINET IO-System über eine
PROFINET IO-Schnittstelle zur Verfügung gestellt und unterstützt somit die
Echtzeitkommunikation Real-Time und Isochronous Real-Time.
Vorteile
Das I-Device bietet folgende Vorteile:
• Einfache Kopplung von IO-Controllern
• Echtzeitkommunikation zwischen IO-Controllern
• Entlastung des IO-Controllers durch die Verteilung der Rechenleistung auf I-Devices
• Geringere Kommunikationslast durch Verarbeitung der Prozessdaten vor Ort
• Übersichtlichkeit durch Bearbeitung der Teilaufgaben in getrennten STEP 7-Projekten
Grundsatz
Ein I-Device ist wie ein Standard-IO-Device in ein IO-System eingebunden.
Einheit 1 und Einheit 2 bestehen jeweils aus einem I-Device mit zentraler Peripherie. Das
I-Device zusammen mit dem Dezentralen Peripheriesystem (z. B. ET 200) bildet die Einheit 3.
Das Anwenderprogramm im I-Device sorgt für die Vorverarbeitung der Prozessdaten. Für
diese Aufgabe benötigt das Anwenderprogramm des I-Devices Vorgaben (z. B.
Führungsdaten) vom übergeordneten IO-Controller. Das I-Device stellt dem übergeordneten
IO-Controller Ergebnisse (z. B. Zustand seiner Teilaufgabe) zur Verfügung.
Wie Sie ein I-Device als Shared Device konfigurieren, finden Sie im Kapitel I-Device als Shared
Device konfigurieren (Seite 161).
Einleitung
Im folgenden Kapitel wird der Datenaustausch zwischen über- und untergeordnetem
IO-System dargestellt.
Transferbereiche
Transferbereiche sind eine Schnittstelle zum Anwenderprogramm der I-Device-CPU. Eingänge
werden im Anwenderprogramm verarbeitet und Ausgänge sind das Ergebnis einer
Verarbeitung im Anwenderprogramm.
In den Transferbereichen werden die Daten für die Kommunikation zwischen IO-Controller
und I-Device bereitgestellt. Ein Transferbereich enthält dabei eine Informationseinheit, die
konsistent zwischen IO-Controller und I-Device ausgetauscht wird. Mehr über die
Projektierung und Verwendung von Transferbereichen erfahren Sie im Kapitel I-Device
projektieren (Seite 134).
Im folgenden Bild ist der Datenaustausch zwischen über- und untergeordnetem IO-System
dargestellt. Die einzelnen Kommunikationsbeziehungen werden anhand der Ziffern
nachfolgend erklärt.
Die Ausgangsdaten des IO-Controllers sind die Eingangsdaten des I-Devices. Analog dazu sind
die Eingangsdaten des IO-Controllers die Ausgangsdaten des I-Devices.
Einleitung
Grundsätzlich haben Sie zwei Möglichkeiten der Projektierung:
• Konfigurieren eines I-Devices innerhalb eines Projekts
• Konfigurieren eines I-Devices, das in einem anderen Projekt verwendet wird oder das in
einem anderen Engineering-System verwendet wird.
Wenn Sie ein I-Device für ein anderes Projekt bzw. für ein anderes Engineering System
konfigurieren, dann ermöglicht Ihnen STEP 7 dies über den Export eines konfigurierten
I-Devices in eine GSD-Datei. Die GSD-Datei importieren Sie im anderen Projekt bzw. im
anderen Engineering System wie andere GSD-Dateien. In dieser GSD-Datei sind u. a. die
Transferbereiche für den Datenaustausch hinterlegt.
8. Für jeden Transferbereich wird in der Bereichsnavigation ein einzelner Eintrag erzeugt.
Wenn Sie einen dieser Einträge auswählen, können Sie die Details des Transferbereichs
anpassen bzw. korrigieren und kommentieren.
5.2.6 Programmbeispiel
Einleitung
Dieses einfache Programmbeispiel zeigt, wie Sie die Transferbereiche eines I-Devices
verwenden.
Voraussetzung
Sie haben ein I-Device konfiguriert.
Aufgabenstellung
Das Ergebnis einer "UND-Verknüpfung" zweier Eingänge (Vorverarbeitung) im I-Device soll
dem übergeordneten IO-Controller zur Verfügung gestellt werden. Im IO-Master soll dieses
Ergebnis auf einen lokalen Ausgang gelegt werden (Weiterverarbeitung).
Nutzen Sie dafür einen Transferbereich mit den folgenden Adressen:
• Adresse im I-Device: Q568
• Adresse im IO-Controller: I68
Erforderliche Schritte
Um die Aufgabe zu lösen, sind folgende Schritte erforderlich:
1. Transferbereich projektieren
2. I-Device programmieren
3. IO-Controller programmieren
Transferbereich projektieren
Projektieren Sie im I-Device einen Transferbereich mit folgenden Eigenschaften:
I-Device programmieren
Um das Beispielprogramm für das I-Device zu programmieren, gehen Sie folgendermaßen
vor:
1. Legen Sie in der Projektnavigation unter "Programmbausteine" > "Neuen Baustein
hinzufügen" eine neue Funktion mit dem Namen "preprocessing" in der
Programmiersprache SCL an. Öffnen Sie die Funktion.
2. Legen Sie in der Schnittstelle der Funktion "preprocessing" die folgenden Variablen an:
IO-Controller programmieren
Um das Beispielprogramm für den IO-Controller zu programmieren, gehen Sie
folgendermaßen vor:
1. Legen Sie in der Projektnavigation unter "Programmbausteine" > "Neuen Baustein
hinzufügen" eine neue Funktion mit dem Namen "further processing" in der
Programmiersprache SCL an. Öffnen Sie die Funktion.
2. Legen Sie in der Schnittstelle der Funktion "further processing" die folgenden Variablen an:
Ergebnis
Der IO-Controller und das I-Device können Daten über die Ein-/Ausgangstransferbereiche
miteinander austauschen.
Hinweis
Die Diagnosemeldungen der Peripherie können im Anwenderprogramm der I-Device CPU
verarbeitet werden und von dort über Transferbereiche an den übergeordneten
IO-Controller weitergegeben werden.
Hinweis
Besonderheit beim Hochlauf des übergeordneten IO-Controllers
Im Gegensatz zur Stationswiederkehrmeldung von IO-Devices im IO-Controller, die durch
einen Aufruf des OB 86 komplett abgedeckt wird, ist die Stationswiederkehrmeldung eines
übergeordneten IO-Controllers im I-Device in 2 Teile geteilt:
1. Aufruf des OB 86: Die Initialwerte für die Ausgänge des I-Devices werden gesetzt. Die
Eingangswerte sind allerdings noch nicht gültig; sie werden erst mit dem Aufruf des OB 86
im übergeordneten IO-Controller gültig.
2. Aufruf des OB 83 für jeden Eingangstransferbereich; mit diesem Aufruf wird die Gültigkeit
eines Eingangstransferbereiches angezeigt. Der Hochlauf des I-Devices ist erst
abgeschlossen, wenn für die Eingangstransferbereiche der OB 83 aufgerufen wurde. Dieser
Schritt kann in folgender Situation deutlich verzögert oder gar nicht stattfinden:
– Übergeordneter IO-Controller ist in STOP: OB 83 wird erst bei STOP-RUN-Übergang des
übergeordneten IO-Controllers aufgerufen.
– Die IRT-Kommunikation ist gestört (Sync-Master-Ausfall, Topologiefehler, ...). Der
Aufruf des OB 83 erfolgt erst, wenn die IRT-Kommunikation zustande gekommen ist.
Verweis
Weitere Informationen zur Fehlerbehandlung bei direktem Peripheriezugriff finden Sie in der
Online-Hilfe zu STEP 7, unter "Fehlerbehandlung".
Einleitung
Die folgenden Empfehlungen für den Aufbau und die Projektierung eines IO-Systems unter
Verwendung von I-Devices helfen Ihnen, die zur Kommunikation benötigten Bandbreiten
klein zu halten.
Folgende Kommunikationswege sollten sich nicht überschneiden:
• Kommunikationswege zwischen IO-Controller und den IO-Devices seines IO-Systems.
• Kommunikationswege der I-Device CPU und den IO-Devices Ihres IO-Systems.
Bandbreite
Der Adressumfang der projektierten Transferbereiche wirkt sich auf die nutzbare Bandbreite
des I-Devices aus:
• Bandbreite der Transferbereiche + Bandbreite des untergeordneten IO-Systems = gesamte
am I-Device genutzte Bandbreite
Wenn der Adressraum der Transferbereiche zu groß ist, bedeutet das einen größeren
Bandbreitenbedarf und kann damit zu größeren Aktualisierungszeiten führen.
Tipp: Halten Sie den Adressraum der Transferbereiche so klein wie möglich.
Voraussetzung
• STEP 7 ab V13 Servicepack 1
• CPU unterstützt PROFIenergy bei I-Devices, z. B. CPU 1215C DC/DC/DC ab Firmware-
Version V4.2
• Sie nutzen die PROFINET IO-Schnittstelle als I-Device und haben Transferbereiche
angelegt.
• Das Anwenderprogramm im I-Device hantiert PROFIenergy-Kommandos
Hintergrund: PROFIenergy-Funktionen müssen Sie bei I-Devices im Anwenderprogramm
mit Hilfe der Anweisung "PE_I_DEV" und zugehöriger Hilfsbausteine ausprogrammieren;
das ist anders als bei IO-Devices, bei denen diese Funktionalität über die Firmware
bereitgestellt wird. Sie dürfen also nur dann für Transferbereiche die PROFIenergy-
Unterstützung aktivieren, wenn auch das Anwenderprogramm im I-Device entsprechend
gestaltet ist.
Nach vollständiger Projektierung des I-Devices generieren Sie die GSD-Datei für das I-Device
und importieren diese Datei im Projekt für den IO-Controller. Die generierte GSD-Datei enthält
einen Eintrag, der spezifiziert, dass das I-Device das PROFIenergy Profil unterstützt.
Zum Adressieren des I-Devices z. B. für das PE-Kommando "PE_START_END" verwenden Sie
die HW-Kennung des "PROFIenergy-unterstützenden" Transferbereichs im I-Device.
Zum Adressieren des IO-Controllers für das PE-Kommando "PE_I_DEV" verwenden Sie die
HW-Kennung des Transferbereichs, welcher im IO-Controller mit den Daten für PROFIenergy
versorgt wird.
Weitere Informationen zu PROFIenergy finden Sie im Kapitel Energie sparen mit PROFIenergy
(Seite 284).
Einsatzbeispiele
Im Serienmaschinenbau ist aus Sicht des Maschinenbauers eine Vielzahl von
Maschinenoptionen möglich. Jede ausgelieferte Maschine beinhaltet jedoch nur eine
individuelle Kombination ausgewählter Optionen. Sämtliche möglichen Maschinenoptionen
können vom Hersteller als I-Devices projektiert werden, um ein gemeinsames
Anwenderprogramm über alle möglichen Optionen erstellen und pflegen zu können.
Ein übergeordneter IO-Controller, z. B. zur Liniensteuerung muss nicht in jeder Maschine
notwendig und vorhanden sein. In diesem Fall kann das Anwenderprogramm in der
I-Device-CPU mit der Anweisung "D_ACT_DP" die I-Device-Funktion z. B. im Anlauf
deaktivieren.
Im folgenden Bild sind schematisch 2 Produktionslinien dargestellt. In den beiden CPUs mit
I-Device-Projektierung läuft dasselbe Anwenderprogramm ab. Das I-Device in Linie 1 wird von
einem übergeordneten IO-Controller gesteuert.
① Übergeordneter IO-Controller
② ... steuert I-Device-CPU S7-1500 in der Linie
③ I-Device-Funktion ist im Anwenderprogramm dieser CPU aktiviert
④ I-Device-Funktion ist im Anwenderprogramm dieser CPU deaktiviert
⑤ IO-Devices
Bild 5-21 I-Device-Funktion in der I-Device-CPU aktivieren/deaktivieren
Merkmal
Der übergeordnete IO-Controller übernimmt die gesamte Koordination und Überwachung der
Fahrwagen in der Station. Der übergeordnete IO-Controller registriert u. a. folgende
Zustände:
• wenn die Fahrwagen in der Station bereitstehen
• wenn die Fahrwagen die Station verlassen
Sobald Personen im Wagen sitzen und der Wagen geschlossen ist, gibt der übergeordnete
IO-Controller das Startsignal.
Auf der gesamten Fahrstrecke sind die Wagen selbstständig unterwegs und haben keine
Verbindung zum übergeordneten IO-Controller. Da dieser Zustand keinen Fehler darstellt,
sollen auch keine Fehler über die ERROR-LEDs der CPUs gemeldet werden.
Lösung
Je nach Position eines Fahrwagens, innerhalb oder außerhalb der Station, aktiviert oder
deaktiviert das Anwenderprogramm in der I-Device-CPU des Wagens die I-Device-Funktion.
Für die Aktivierung und Deaktivierung werden keine Diagnosen über LED an der I-Device-CPU
gemeldet.
Voraussetzungen
Sie betreiben die CPU als I-Device an einem oder mehreren IO-Controllern bzw. haben die
CPU als I-Device projektiert (Optionskästchen "IO-Device" aktiviert). Im folgenden Bild ist die
rechte CPU 1518-4 PN/DP I-Device am übergeordneten IO-Controller CPU 1518-4 PN/DP
(PLC_2).
"D_ACT_DP" ist eine asynchron arbeitende Anweisung. Die Bearbeitung erstreckt sich über
mehrere Aufrufe. Sie haben den Auftrag gestartet, indem Sie "D_ACT_DP" mit REQ = 1 im
Anlauf-OB der I-Device-CPU aufgerufen haben.
Detaillierte Informationen zur Anweisung "D_ACT_DP" finden Sie in der Online-Hilfe STEP 7.
Hinweis
Deaktivieren Sie die I-Device-Funktion nur dann in der I-Device-CPU, wenn das I-Device an
keinem übergeordneten IO-Controller betrieben wird.
Ergebnis: Das Ziel ist erreicht, die CPU mit deaktivierter I-Device-Funktion steht für den
Datenaustausch mit einem übergeordneten IO-Controller nicht mehr zur Verfügung. Der
übergeordnete IO-Controller ist erst wieder erreichbar, wenn die I-Device-Funktion im
Anwenderprogramm der I-Device-CPU aktiviert wurde.
Wenn sich ein bisher an einem IO-Controller aktives I-Device deaktiviert, dann werden alle
eingerichteten Applikationsbeziehungen (ARs) zwischen dem I-Device und dem IO-Controller
im Netzwerk abgebrochen. Auf IO-Controller-Seite wird ein IO-Device-Ausfall gemeldet. Im
Diagnosepuffer der I-Device-CPU wird "IO-Device Anwender-Deaktivierung" angezeigt mit
Angabe der zugehörigen PROFINET-Schnittstelle bzw. mit dem Namen des IO-Controllers.
Hinweis
Kurzzeitige Zugriffsfehler
Bei der Aktivierung der I-Device-Funktion im Anwenderprogramm kann es zu kurzzeitigen
Zugriffsfehlern "I/O-Datenausfall in Hardware-Komponente" kommen, z. B. weil der Zugriff
auf die I/O-Daten des I-Device bereits möglich ist, obwohl diese vom IO-Controller noch nicht
als gültig deklariert worden sind.
Diese Meldungen sind kommende und gehende Fehlerereignisse und können vernachlässigt
werden.
Weiterhin gilt das Verhalten von IO-Controller und I-Device bei Stationsausfall und
Stationswiederkehr, wie im Kapitel Diagnose und Alarmverhalten (Seite 140)beschrieben.
① PROFINET
② Logische Zuordnung
Prinzip
Der Zugriff auf die Submodule des Shared Devices wird zwischen den einzelnen
IO-Controllern aufgeteilt. Jedes Submodul des Shared Devices ist exklusiv einem IO-Controller
zugeordnet.
Voraussetzung
• STEP 7 ab V12 Servicepack 1
• IO-Device unterstützt die Funktion Shared Device, z. B. Interfacemodul IM 155-5 PN ST
• IO-Controller unterstützt die Funktion Shared Device, z. B. CPU 1516-3 PN/DP ab
Firmwarestand V1.1 oder CPU 1215 DC/DC/DC ab Firmwarestand V4.1
Anmerkungen:
• Eine CPU als I-Device konfiguriert können Sie als Shared Device verwenden. Dazu erstellen
Sie in STEP 7 über "GSD-Export" eine GSD-Datei für das I-Device. Die GSD-Datei importieren
Sie dann im anderen Projekt und ordnen das I-Device dem dortigen IO-Controller zu. Die
CPU muss den GSD-Export unterstützen, z. B. CPU 1215C DC/DC/DC ab Firmwarestand
V4.1.
Die maximale Anzahl an IO-Controllern, die Sie einer als Shared-I-Device konfigurierten
CPU zuordnen können, finden Sie in den Gerätehandbüchern der CPU in den Technischen
Daten.
Randbedingungen
Weil sich eine Shared-Device-Konfiguration auf mehrere Projekte verteilt, ergeben sich
folgende Randbedingungen:
• In der Adressübersicht jedes IO-Controllers, der Zugriff auf ein Shared Device hat, fehlen
die Adressen von Modulen bzw. Submodulen, die nicht diesem IO-Controller zugeordnet
sind.
• Die nicht zugeordneten Module bzw. Submodule gehen bei der Konsistenzprüfung nicht
in die Mengengerüst-Berechnung für das Shared Device ein. Sie müssen daher selbst
überprüfen, dass die maximale Anzahl von Submodulen oder die maximale Anzahl von
zyklischen IO-Daten für das Shared Device nicht überschritten wird.
Angaben zu den maximalen Mengengerüsten finden Sie in der Dokumentation der
verwendeten Geräte.
• Projektierungsfehler wie die Zuweisung eines Moduls bzw. Submoduls zu mehreren
IO-Controllern werden nicht von STEP 7 erkannt.
• CPUs, die mit einer Shared-Device-Konfiguration geladen werden, haben keine
Information darüber, dass es sich beim IO-Device um ein Shared Device handelt. Module
bzw. Submodule, die anderen IO-Controllern und damit anderen CPUs zugeordnet sind,
fehlen in der geladenen Konfiguration. Diese Module bzw. Submodule werden daher
weder im CPU-Webserver noch im CPU-Display angezeigt.
Verhalten im Fehlerfall
Wie sich PROFINET IO-Controller im Fehlerfall beim Zugriff auf die Daten eines Shared-Devices
verhalten, finden Sie in diesem FAQ
([Link] beschrieben.
Voraussetzung
• STEP 7 ab V12 Servicepack 1
• IO-Controller unterstützt die Funktion Shared Device, z. B. CPU 1513-1 PN ab
Firmwarestand V1.1.
• IO-Device unterstützt Funktion Shared Device, z. B. Interfacemodul IM 155-5 PN ST ab
Firmwarestand V2.0.
4. Markieren Sie in der Netzsicht oder Gerätesicht von Projekt "Shared-Device-2" das
Interfacemodul.
Hinweis
Falls Sie Änderungen am Shared Device vornehmen: Führen Sie die Änderungen in jedem
Projekt am Shared Device nach! Achten Sie darauf, dass immer nur ein IO-Controller
Zugriff auf ein Modul bzw. Submodul hat!
4. Stellen Sie im Bereich "Shared Device" die Anzahl der projekt-externen IO-Controller ein. Die
maximale Anzahl ist abhängig vom IO-Device (Vorgabe in GSD-Datei).
5. Für jeden IO-Controller, der Zugriff auf Module bzw. Submodule des Shared Device hat,
müssen Sie denselben Sendetakt einstellen:
– Wenn Sie den IO-Controller mit STEP 7 (TIA Portal) projektieren:
Öffnen Sie das entsprechende Projekt.
Markieren Sie die PROFINET-Schnittstelle des IO-Controllers.
Wählen Sie im Inspektorfenster den Bereich "Erweiterte Optionen > Echtzeit-
Einstellungen > IO-Kommunikation" und stellen den gemeinsamen Sendetakt ein.
– Wenn Sie den IO-Controller mit einem anderen Engineering-Tool projektieren:
Markieren Sie die PROFINET-Schnittstelle des Shared Device in STEP 7 (TIA Portal) und
lesen den Sendetakt am Shared Device ab (Bereich "Erweiterte Optionen > Echtzeit-
Einstellungen")
Geben Sie im Engineering-Tool den abgelesenen Sendetakt ein.
– Besonderheit: Wenn Sie alle IO-Controller, die Zugriff auf das Shared Device haben, in
STEP 7 (TIA Portal oder V5.5) projektieren, dann lassen sich auch kürzere Sendetakte
am IO-Controller einstellen, als das Shared Device unterstützt (Sendetakt-Adaption).
Hinweis
Nach dem Laden einer Projektierung in den IO-Controller behalten nicht zugeordnete Module
bzw. Submodule im IO-Device ihren aktuellen Parametrierzustand, um die Unabhängigkeit zu
Projektierungen anderer IO-Controller zu gewährleisten.
Shared-I-Device-Konzept
Zur Einführung des Shared-I-Device-Konzepts werden hier mit zwei Rollen eingeführt:
• Die Rolle eines Herstellers (z. B. Maschinenhersteller): Er konfiguriert und programmiert
ein I-Device, das eine bestimmte Automatisierungsaufgabe übernimmt. Als
Peripherieschnittstelle zum Betreiber der Maschine werden Transferbereiche definiert, die
unterschiedlichen IO-Controllern zugeordnet werden können. Für die Anbindung an
übergeordnete IO-Controller stellt der Hersteller eine PROFINET-GSD-Datei zur Verfügung
und legt die Transferbereiche offen, über die auf das I-Device zugegriffen werden kann.
• Die Rolle des Betreibers: Er verwendet das I-Device als PROFINET-GSD-Variante in der
Projektierung seines PROFINET IO-Systems und legt dabei die E/A-Adressen fest, unter
denen die IO-Controller auf die Transferbereiche zugreifen.
Herstellersicht
Eine S7-1500-CPU parametrieren Sie als I-Device mit zentraler und dezentraler Peripherie, mit
den gewünschten Transferbereichen und mit der Anzahl IO-Controller mit Zugriff auf dieses
I-Device (bei Shared Device immer größer als 1!).
Besonderheit: Das I-Device wird ohne übergeordneten IO-Controller konfiguriert. Damit
stehen nur die lokalen E/A-Adressen des Transferbereichs zur Verfügung (= "Adresse im I-
Device"), um das Anwenderprogramm zur Bearbeitung der Adressen aus dem Transferbereich
zur erstellen. Das bis auf die Anbindung zum übergeordneten IO-Controller vollständig
projektierte I-Device wird in die S7-1500-CPU geladen.
Aus der I-Device-Konfiguration exportieren Sie eine PROFINET-GSD-Datei.
Betreibersicht
Die aus der I-Device-Konfiguration erzeugte PROFINET-GSD-Datei müssen Sie in allen
Engineering-Systemen installieren, die an der Projektierung eines PROFINET IO-Systems mit
diesem Shared-I-Device beteiligt sind. Wenn alle Verwendungen dieses I-Devices mit STEP 7
V13 projektiert werden, genügt die Installation der GSD-Datei in STEP 7.
Das I-Device konfigurieren Sie als GSD-Variante am PROFINET IO-System in den beteiligten
Projekten. In STEP 7 V13 ist dieses I-Device nach der Installation unter "Weitere Feldgeräte >
PROFINET IO > PLCs & CPs" zu finden.
In jedem der beteiligten Projekte bestimmen Sie, welche Transferbereiche exklusiv dem
übergeordneten IO-Controller zugwiesen sind (voreingestellt: alle). Die übrigen
Transferbereiche stellen Sie auf "---" (nicht zugewiesen). Diese Einstellung bewirkt, dass der
lokale IO-Controller keinen Zugriff auf diesen Transferbereich hat und daher in einem
anderen Projekt einem anderen IO-Controller zugeordnet werden kann.
Die Adressen aus Sicht des IO-Controllers passen Sie in der Geräteübersicht an. Die
Geräteübersicht öffnen Sie, indem Sie auf das I-Device doppelklicken.
Voraussetzung
• STEP 7 ab V13
– Wählen Sie die Anzahl der IO-Controller, mindestens zwei, die im Betrieb auf das
Shared-I-Device zugreifen werden (Bereich "Betriebsart" > "Echtzeit-Einstellungen",
Abschnitt "Shared Device").
7. Passen Sie die Parameter von Subnetz und PROFINET-Schnittstelle an. Da es sich beim
Shared-I-Device um dasselbe Gerät in verschiedenen Projekten handelt, müssen diese Daten
übereinstimmen.
8. Speichern Sie das Projekt.
Beide Projekte haben jetzt ein identisch aufgebautes Shared-I-Device. Die IO-Controller-
Zugriffe und die Parameter der PROFINET-Schnittstelle sollten im nächsten Schritt in den
verschiedenen Projekten noch kontrolliert werden.
Hinweis
Falls Sie Änderungen am I-Device vornehmen (z. B. Anzahl oder Länge der
Transferbereiche ändern):
Exportieren Sie das I-Device erneut als GSD-Datei. Installieren Sie die GSD-Datei erneut in
jedem Projekt, die das I-Device als Shared Device nutzen! Achten Sie darauf, dass immer
nur ein IO-Controller Zugriff auf einen Transferbereich hat!
Hinweis
Nach dem Laden einer Projektierung in den IO-Controller behalten nicht zugeordnete Module
bzw. Submodule im IO-Device ihren aktuellen Parametrierzustand, um die Unabhängigkeit zu
Projektierungen anderer IO-Controller zu gewährleisten.
Einleitung
Dieses Kapitel beschreibt die Funktionalität Modulinternes Shared Input/Shared Output
(MSI/MSO) für Peripheriemodule, die an PROFINET betrieben werden.
Die Funktion Modulinternes Shared Output (MSO) erlaubt, dass ein Ausgabemodul seine
Ausgangsdaten bis zu vier IO-Controllern zur Verfügung stellt. Ein IO-Controller besitzt
Schreibzugriff auf die Kanäle des Ausgabemoduls. Zusätzlich können bis zu drei IO-Controller
lesend auf die Kanäle zugreifen.
MSI-Submodule
Bei der MSI-Konfiguration eines Eingangsmoduls werden die Eingangswerte aller Kanäle in
ein Basis-Submodul und bis zu drei weitere MSI-Submodule kopiert. Die Kanäle des Moduls
sind dann mit identischen Eingangswerten im Basis-Submodul und den MSI-Submodulen
vorhanden. Die MSI-Submodule können beim Einsatz des Moduls in einem Shared Device bis
zu drei IO-Controllern zugewiesen werden. Jeder IO-Controller kann auf dieselben Kanäle
lesend zugreifen.
Das folgende Bild zeigt ein digitales Eingabemodul mit dem Basis-Submodul und drei MSI-
Submodulen. Jedes Submodul ist einem IO-Controller zugeordnet. Die Diagnose und
Parametrierung des digitalen Eingabemoduls ist über das Basis-Submodul vom IO-Controller 1
aus möglich.
① Lesezugriff
② Parametrierung und Systemdiagnose
MSO-Submodule
Bei der MSO-Konfiguration eines Ausgabemoduls werden die Ausgangswerte aller Kanäle des
Moduls von einem Basis-Submodul in bis zu drei weitere MSO-Submodule kopiert. Die Kanäle
des Moduls sind dann mit identischen Werten im Basis-Submodul und den MSO-Submodulen
vorhanden. Die MSO-Submodule können beim Einsatz des Moduls in einem Shared Device bis
zu drei IO-Controllern zugewiesen werden:
• Der IO-Controller, dem das Basis-Submodul zugewiesen ist, hat schreibenden Zugriff auf
die Ausgänge des Moduls. Das Basis-Submodul belegt daher Ausgangsadressen im
Prozessabbild des IO-Controllers.
• Die IO-Controller, denen die MSO-Submodule zugewiesen sind, haben lesenden Zugriff
auf die Ausgänge des Moduls. MSO-Submodule belegen daher Eingangsadressen im
Prozessabbild der IO-Controller.
Das folgende Bild zeigt ein digitales Ausgabemodul mit dem Basis-Submodul und drei
MSO-Submodulen. Jedes Submodul ist einem IO-Controller zugeordnet. Die Diagnose und
Parametrierung des digitalen Ausgabemoduls ist über das Basis-Submodul vom IO-
Controller 1 aus möglich.
① Schreibzugriff
② Lesezugriff
③ Parametrierung und Systemdiagnose
Voraussetzung
• Projektiersoftware STEP 7 ab V13
• IO-Device unterstützt MSI/MSO (z. B. IM 155-5 PN ST ab Firmware-Version V2.0.0)
Vorgehen
1. Fügen Sie in der Netzsicht von STEP 7 ein Interfacemodul IM 155-5 PN ST ab V2.0 ein.
2. Doppelklicken Sie auf das IO-Device.
Sie befinden sich jetzt in der Gerätesicht.
Zugriff auf ein Shared Device und die Funktion Modulinternes Shared Input / Shared Output
(MSI /MSO) projektieren
Wie Sie in STEP 7 den Zugriff auf ein Shared Device und die Funktion MSI / MSO projektieren,
finden Sie im diesem FAQ ([Link]
Medienredundanz in Ringtopologien
Teilnehmer von Ringtopologien können IO-Devices, IO-Controller, externe Switches und/oder
die integrierten Switches von Kommunikationsmodulen sein.
Zum Aufbau einer Ringtopologie mit Medienredundanz müssen Sie die beiden freien Enden
einer linienförmigen Netztopologie in einem Gerät zusammenführen. Der Zusammenschluss
der Linientopologie zu einem Ring erfolgt über zwei Ports (Ringports) eines Geräts im Ring.
Ein Gerät des so entstandenen Rings übernimmt dann die Rolle des Redundanzmanagers. Alle
anderen Geräte im Ring sind Redundanz-Clients.
① Redundanzmanager
② Test-Telegramme
③ Redundanz-Clients
Die Ringports eines Geräts sind die Ports, die in einer Ringtopologie die Verbindung zu den
beiden Nachbargeräten herstellen. Die Auswahl und Festlegung der Ringports erfolgt in der
Projektierung des jeweiligen Geräts (ist ggf. auch voreingestellt).
Medienredundanzverfahren
Das Standardmedienredundanzverfahren in der SIMATIC ist MRP (Media Redundancy
Protocol) mit einer Rekonfigurationszeit von typischerweise 200 ms. Es können bis zu
50 Geräte pro Ring teilnehmen.
Darüber hinaus gibt es auch das echtzeitfähige Medienredundanzverfahren MRPD (Media
Redundancy with Planned Duplication of frames).
Voraussetzungen
• Alle Geräte im Ring unterstützen das Verfahren MRP.
• Sie haben die unten beschriebenen Regeln für die Topologie eingehalten. STEP 7
überwacht die Regeln beim Übersetzen und gibt entsprechende Meldungen aus.
Topologie
Die folgende Abbildung zeigt eine mögliche Topologie für Geräte in einem Ring mit MRP. Die
Geräte innerhalb des schattierten Ovals befinden sich in der Redundanzdomäne.
Beispiel einer Ringtopologie mit dem Medienredundanzverfahren MRP:
Für die Ringtopologie mit Medienredundanz nach dem Verfahren MRP gelten folgende
Regeln:
• Alle Geräte müssen über ihre Ringports miteinander verbunden sein.
• Alle Geräte im Ring gehören zur selben Redundanz-Domäne.
• Ein Gerät im Ring übernimmt die Aufgabe eines Redundanzmanagers.
– Genau ein Gerät besitzt die Rolle "Manager". Kein weiteres Gerät darf die Rolle
"Manager" besitzen. Oder
– Ein Gerät oder mehrere Geräte im Ring besitzen die Rolle "Manager (Auto)". Die Geräte
mit der Rolle "Manager (Auto)" handeln dann unter sich aus, wer die Aufgabe des
Redundanzmanagers übernimmt. In diesem Fall darf kein Gerät die Rolle "Manager"
besitzen.
• Alle anderen Geräte im Ring sind Redundanz-Clients.
• Sie können bis zu 50 Geräte zu einem Ring zusammenschließen.
Nicht MRP-fähige Geräte können beispielsweise über einen Switch SCALANCE X oder einen PC
mit CP 1616 an den Ring angebunden werden.
Randbedingungen
MRP und RT
RT-Betrieb ist bei der Verwendung von MRP möglich.
Hinweis
Die RT-Kommunikation wird unterbrochen (Stationsausfall), wenn die Rekonfigurationszeit
des Rings größer als die gewählte Ansprechüberwachungszeit der IO-Devices ist. Wählen Sie
deshalb die Ansprechüberwachungszeit der IO-Devices ausreichend groß.
Informationen zu S7-1500R/H
Informationen zum Medienredundanzverfahren MRP beim Einsatz des redundanten System
S7-1500R/H finden Sie im Kapitel PROFINET IO an einem redundanten System S7-1500R/H
konfigurieren (Seite 309).
MRP projektieren
Um in STEP 7 eine PROFINET IO-Konfiguration mit MRP zu erstellen, gehen Sie
folgendermaßen vor:
1. Erzeugen Sie in der Topologiesicht über die Portverschaltungen einen Ring. Verschalten Sie
die Geräte zuerst zu einer Linientopologie. Verbinden Sie den unbelegten Port des letzten
Gerätes in der Linie mit dem unbelegten Port des ersten Gerätes.
Das folgende Beispiel zeigt eine CPU 1516-3 PN/DP und zwei Interfacemodule IM
155-6 PN HF, die in der Topologiesicht von STEP 7 zu einem Ring verschaltet sind.
Automatische MRP-Konfiguration
Sie können für Ihre PROFINET-Geräte im Ring die Medienredundanzrollen auch automatisch
zuweisen lassen.
Um die Medienredundanzrollen automatisch zuweisen zu lassen, klicken Sie auf die
Schaltfläche "MRP automatisch konfigurieren". STEP 7 vergibt automatisch für jedes Gerät im
Ring die Medienredundanzrolle. Nach der automatischen MRP-Konfiguration können Sie wie
gewohnt in der Spalte "MRP-Rolle" Änderungen der Medienredundanzrollen vornehmen.
Einstellmöglichkeiten "Medienredundanz"
Medienredundanzrolle
Es sind je nach verwendetem Gerät die Rollen "Manager", "Manager (Auto)", "Client" und
"Nicht Teilnehmer des Rings" verfügbar.
Regeln:
• Ein Ring darf genau ein Gerät mit der Rolle "Manager" haben. Es sind keine weiteren
Geräte mit der Rolle "Manager" oder "Manager (Auto)" zulässig. Alle anderen Geräte
dürfen nur noch die Rolle "Client" haben.
• Wenn ein Ring kein Gerät mit der Rolle "Manager" hat, dann muss der Ring mindestens
über ein Gerät mit der Rolle "Manager (Auto)" verfügen. Geräte mit den Rollen "Client"
dürfen beliebig vorhanden sein.
• Manager und Clients einer MRP Domain können Sie in unterschiedlichen Projekten
konfigurieren. Im Projekt ohne Manager müssen Sie die Option "Redundanzmanager
außerhalb des Projekts" aktivieren, damit die Konfiguration übersetzt werden kann. Bei
Mehrfachring-Konfigurationen müssen Sie für jede MRP-Domain die Option identisch
einstellen.
Ringport 1/Ringport 2
Wählen Sie hier jeweils den Port aus, den Sie als Ringport 1 bzw. als Ringport 2 projektieren
möchten. Die Klappliste zeigt für jeden Gerätetyp die Auswahl der möglichen Ports an. Wenn
die Ports werkseitig festgelegt sind, dann sind die Felder gegraut.
Wenn Sie die einstufige Inbetriebnahme nutzen, dann verwenden Sie die in STEP 7
voreingestellten Ringports.
Diagnosealarme
Wenn Diagnosealarme zum MRP-Zustand in der lokalen CPU ausgegeben werden sollen,
aktivieren Sie das Optionskästchen "Diagnosealarme". Folgende Diagnosealarme können
gebildet werden:
• Verdrahtungs- bzw. Portfehler
Bei folgenden Fehlern an den Ringports werden Diagnosealarme generiert:
– Ein Nachbar des Ringports unterstützt MRP nicht.
– Ein Ringport ist mit einem Nicht-Ringport verbunden.
– Ein Ringport ist mit dem Ringport einer anderen MRP-Domäne verbunden.
• Unterbrechung/Wiederkehr (nur Redundanzmanager)
– Bei Unterbrechung des Ringes wird ein Diagnosealarm "Ring open (kommend)"
generiert.
– Beim Schließen des Ringes wird die Diagnose "Ring open (gehend)" generiert.
Sie können im Anwenderprogramm auf diese Ereignisse reagieren, indem Sie eine
entsprechende Reaktion im Diagnosealarm-OB (OB 82) programmieren.
Verweis
Wie Sie mit zwei Projekten einen gemeinsamen MRP-Ring und die Topologie projektieren,
finden Sie Sie in diesem FAQ
([Link]
5.4.3 Media Redundancy with Planned Duplication of frames (MRPD; nicht für
S7-1500R/H)
MRPD projektieren
Sie brauchen in STEP 7 MRPD nicht explizit aktivieren. Sobald alle Voraussetzungen für MRPD
erfüllt sind, ist die Funktion automatisch verfügbar.
① IO-Controller im Ring
② IO-Device im Ring mit Redundanzstufe "Volle Redundanz"
③ Switch im Ring mit Redundanzstufe "Volle Redundanz"
④ IO-Device im Stich mit der Redundanzstufe "Partielle Redundanz"
Das folgende Bild zeigt für die Beispielkonfiguration die Anzeige der Redundanzstufen in
STEP 7.
5.4.4 Mehrfachringe
Mehrfachringe
Um eine höhere Verfügbarkeit für PROFINET IO-Netze mit Sterntopologie zu erreichen,
verwenden Sie Mehrfachringe.
Bei einer Mehrfachring-Konfiguration gehen mehrere PROFINET-Stränge von einem Switch
aus (Sterntopologie). Die einzelnen PROFINET-Stränge führen von IO-Device zu IO-Device.
Vom jeweils letzten IO-Device an den einzelnen Strängen führen redundante PROFINET-
Leitungen zurück zum Switch.
Der Switch arbeitet als Manager. Der Manager muss für jeden Ring zwei Ringports besitzen.
Mehrere Ringe sind möglich. Das SCALANCE X414 ab Firmwarestand V3.10 unterstützt
z. B. bis zu 4 Ringe.
Der Manager überwacht alle Ringe einzeln: Er überprüft jeweils für einen bestimmten Ring
(eine MRP-Domain), ob der Übertragungspfad intakt ist. Dazu verwendet er jeweils eine MRP-
Instanz. Für jeden angeschlossenen Ring ist eine MRP-Instanz erforderlich (richtet STEP 7
automatisch ein).
Voraussetzungen
• SCALANCE X414 ab Version V3.10
• SCALANCE X300 ab Version V4.0 (über GSD-Datei projektiert)
Mehrfachringe projektieren
Um eine MRP-Konfiguration mit Mehrfachringen zu projektieren, gehen Sie folgendermaßen
vor:
1. Verschalten Sie in der Topologiesicht die Ringports der Geräte, die einer MRP-Domain
angehören sollen, jeweils zu einem Ring.
2. Selektieren Sie in der Netzsicht das PROFINET IO-System.
3. Navigieren Sie im Inspektorfenster zu "Eigenschaften" > "Allgemein" > "PROFINET" >
"MRP-Domains" in das Feld "Ring interconnections".
Dieses Feld zeigt Ihnen alle topologischen Ringe im IO-System mit den dazugehörigen
MRP-Domains.
4. Wählen Sie im Feld "Ring interconnections" einen der oben erzeugten Ringe aus.
Die darunter befindliche Tabelle zeigt alle PROFINET-Geräte im Ring an.
5. Stellen Sie für die PROFINET-Geräte in der Spalte MRP-Rolle die Medienredundanzrolle ein.
Im Beispiel gehört Switch 1 zu zwei MRP-Ringen. Ring 1 wird gebildet von Switch 1 und PLC 1,
Ring 2 von Switch 1 und IO-Device 1.
STEP 7 weist automatisch dem Switch die Rolle "Manager" zu. Die anderen Geräte erhalten
die Rolle "Client".
Der Manager liegt im Schnittpunkt der beiden Ringe 1 und 2. Der Manager überwacht beide
Ringe jeweils für sich. Dafür nutzt er zwei MRP-Instanzen.
Eine MRP-Instanz kontrolliert, ob alle Geräte im Ring 1 erreichbar sind, eine andere Instanz
überwacht, ob alle Geräte im Ring 2 erreichbar sind (im Beispiel jeweils nur ein Gerät).
Sie können jede MRP-Instanz getrennt konfigurieren.
Das folgende Bild zeigt die beiden MRP-Instanzen im Manager (PROFINET Schnittstelle des
Switches). Hier im Beispiel kontrolliert die MRP-Instanz 1, ob die Geräte der MRP-Domain
"mrpdomain-1" erreichbar sind. Die MRP-Instanz 2 ist für die Überwachung der Geräte der
MRP-Domain "mrpdomain-2" zuständig.
Das folgende Bild zeigt den Ring 1 (mrpdomain-1). Die Teilnehmer der mrpdomain-1 sind die
PROFINET-Schnittstelle der CPU als "Client" und die MRP-Instanz 1 der PROFINET-Schnittstelle
des Switches als "Manager".
Das folgende Bild zeigt den Ring 2 (mrpdomain-2). Die Teilnehmer der mrpdomain-2 sind die
PROFINET-Schnittstelle des IO-Devices als "Client" und die MRP-Instanz 2 der
PROFINET-Schnittstelle des Switches als "Manager".
5.4.5 MRP-Interconnection
Defintion
Das Verfahren MRP-Interconnection ist eine Erweiterung von MRP und ermöglicht die
redundante Kopplung von 2 oder mehr Ringen mit MRP in PROFINET-Netzwerken. MRP-
Interconnection ist - wie MRP - in der Norm IEC 62439-2 (Edition 3) spezifiziert.
Vorteile
MRP-Interconnection ermöglicht die Überwachung von größeren Topologien mit
Ringredundanz. Durch MRP-Interconnection sind Sie beim Aufbau von redundanten
Netzwerktopologien nicht auf einen Ring mit maximal 50 Geräten beschränkt. Informationen
zum Mengengerüst von MRP-Interconnection finden Sie im Projektierungshandbuch
SCALANCE XM-400/XR-500 Web Based Management (WBM)
([Link]
Voraussetzungen
• Das Medienredundanzverfahren MRP wird in den beteiligten Ringen verwendet.
• Jeder Ring besitzt eine eigene MRP-Domäne mit einem MRP-Manager und MRP-Clients.
• Die PROFINET-Geräte als MRP-Manager in den Ringen unterstützen MRP-Interconnection
(siehe Technische Daten der Geräte).
S7-1500 CPUs ab Firmware-Version V2.9 unterstützen MRP-Interconnection.
• Wenn Sie PROFINET-Geräte mit mehr als 2 Ports als MRP-Clients im Ring einsetzen, dann
ist MRP-Interconnection für diese Geräte verbindlich. Bei einem Gerät ohne MRP-
Interconnection verlassen Telegramme den Ring. Das führt zu einer zusätzlichen
Belastung des Netzwerks.
• Wenn Sie PROFINET-Geräte mit nur 2 Ports im Ring als MRP-Clients einsetzen, dann wird
MRP-Interconnection für alle Geräte im Ring empfohlen.
Topologie
Das folgende Bild zeigt die redundante Kopplung von 2 MRP-Ringen.
Redundanz: Wenn die primäre Verbindung (Primary Link) zwischen den beiden Ringen
unterbrochen ist, dann übernimmt die sekundäre Verbindung (Secondary Link) nach einer
kurzen Rekonfigurationszeit den Datenaustausch zwischen den Ringen.
① Primary MIC
② Medienredundanz Interconnection Manager (MIM)
③ Secondary Link
④ Secondary Coupled MIC
⑤ Primary Coupled MIC
⑥ Primary Link
① Link-Down
② Statusmeldung: Link-Down primäre Verbindung
③ Blockierung des Interconnection-Ports wird aufgehoben
④ Datenaustausch über sekundäre Verbindung
Bei einem Link-Down der primären Verbindung ① schicken Primary MIC und Primary Coupled
MIC die Statusmeldung "Link-Down" über alle Leitungen ②.
Der MIM hebt daraufhin die Blockierung seines Interconnection-Ports auf ③ und informiert
die MRP-Manager in beiden Ringen, damit diese die Rekonfiguration der Ringe anstoßen.
Nach der Rekonfiguration erfolgt der Datenaustausch zwischen den beiden Ringen über die
sekundäre Verbindung ④.
Sobald Primary MIC und Primary Coupled MIC "Link-Up" für die primäre Verbindung melden,
blockiert der MIM seinen Interconnection-Port und informiert die MRP-Manager in beiden
Ringen, damit diese die Rekonfiguration der Ringe anstoßen.
Nach der Rekonfiguration erfolgt der Datenaustausch wieder über die primäre Verbindung.
Hinweis
MRP-Interconnection ist nicht in das TIA Portal integriert. Das heißt, Sie können MRP-
Interconnection nicht in STEP 7 konfigurieren, parametrieren und diagnostizieren.
5.5 Echtzeitkommunikation
5.5.1 Einführung
Eigenschaften
PROFINET IO ist ein skalierbares Echtzeit-Kommunikationssystem auf Basis des
Layer 2- Protokolls für Fast Ethernet. Dafür stehen Ihnen mit dem Übertragungsverfahren RT
für zeitkritische Prozessdaten und IRT für hochgenaue sowie auch taktsynchrone Prozesse
zwei Leistungsstufen der Echtzeitunterstützung zur Verfügung.
5.5.2 RT
PROFINET IO mit Real-Time-Kommunikation (RT) ist die optimale Lösung für die Einbindung
von Peripheriesystemen. Es handelt sich hierbei um eine Lösung, die auch auf Standard-
Ethernet in den Geräten und handelsüblichen Industrial Switches als Infrastruktur-
Komponenten aufsetzt. Eine spezielle Hardware-Unterstützung ist nicht erforderlich.
Wenn Sie PROFINET-Funktionen nutzen wollen, die Ihnen einen Mehrwert bieten, wie
z. B. Topologie-Erkennung, Diagnose, Gerätetausch ohne Wechselmedium/PG, dann müssen
Sie Switches einsetzen, die den PROFINET-Standard nach der Norm IEC 61158 unterstützen.
In den integrierten Switches der PROFINET-Geräte und PROFINET-Switches (z. B. der
Produktfamilie SCALANCE) sind PROFINET-Funktionen gemäß PROFINET-Standard
implementiert und für die Integration in das PROFINET IO-System uneingeschränkt einsetzbar
(siehe auch Kapitel Aktive Netzkomponenten (Seite 32)).
Real-Time-Kommunikation (RT)
PROFINET IO-Telegramme werden gemäß IEEE802.1Q gegenüber Standard-Telegrammen
priorisiert. Damit ist der in der Automatisierungstechnik erforderliche Determinismus
sichergestellt. Bei diesem Verfahren werden die Daten über priorisierte Ethernet-Telegramme
übertragen. Mit RT lassen sich Aktualisierungszeiten ≥ 250 μs realisieren.
Switching-Mechanismen
Switches in der SIMATIC erfüllen bei PROFINET die Echtzeiteigenschaften mittels zweier
Mechanismen: "Store and Forward" und "Cut Through".
Cut Through
Bei dem Verfahren Cut Through wird nicht das gesamte Datenpaket in einem Puffer
zwischengespeichert, sondern direkt an den Zielport weitergeleitet, sobald die Zieladresse
gelesen und der Zielport bestimmt wurde.
Somit sind die Zeiten, die das Datenpaket benötigt, um den Switch zu passieren minimal und
unabhängig von der Telegrammlänge. Nur wenn das Zielsegment - also die Strecke zwischen
Zielport und dem Port des nächsten Switches - belegt ist, werden die Daten nach dem
Verfahren Store and Forward entsprechend ihrer Priorität zwischengespeichert.
5.5.3 IRT
Vorteile
PROFINET mit IRT ist synchronisierte Kommunikation in reservierten Zeitintervallen. Mit IRT
haben Sie die Möglichkeit, zeitkritische Anwendungen wie z. B. Motion Control über
PROFINET steuern zu können. Mit IRT nutzen Sie weitere Vorteile:
• Hochpräzise Deterministik, erlaubt höchste Regelgüte und damit z. B. exaktes
Positionieren von Achsen
• Einfache und flexible Einbindung von PROFINET-Geräten für Echtzeitanwendungen an
bestehende Firmennetze
• Kürzeste Reaktionszeiten und höchste Deterministik durch Bandbreitenreservierung und
damit auch für Applikationen mit höchsten Performanceanforderungen geeignet (z. B.
Druck-/Lageregelung bei Pressen; Druckmarkenerkennung bei Verpackungsmaschinen)
• Gesicherte Standardkommunikation parallel zur Echtzeit-Kommunikation über das gleiche
Übertragungsmedium
• Sie können weiterhin Standardkomponenten für Ihr PROFINET IO-System außerhalb der
Sync-Domain verwenden
Hinweis
IWLAN und IRT
PROFINET-Geräte, die über Access Points an PROFINET IO angeschlossen sind, unterstützen
kein IRT.
Synchronisation
Voraussetzung für die IRT-Kommunikation ist ein Synchronisations-Takt für alle PROFINET-
Geräte in einer Sync-Domain zur Verteilung einer gemeinsamen Zeitbasis. Mit dieser Basissyn-
chronisation wird ein Gleichlauf des Übertragungs-Zyklus der PROFINET-Geräte innerhalb
einer Sync-Domain erzielt.
Ein Sync-Master gibt den Takt vor, Sync-Slaves synchronisieren sich auf diesen Takt. Sowohl
ein IO-Controller, als auch ein IO-Device kann die Rolle des Sync-Masters innehaben. Wenn
der Sync-Master ausfällt, dann fallen alle IO-Devices mit IRT aus.
Sync-Master und Sync-Slaves sind immer Teilnehmer einer Sync-Domain. Innerhalb der Sync-
Domain wird für die IRT-Kommunikation Bandbreite reserviert. Real-Time- und Non-Real-
Time-Kommunikation (TCP/IP-Kommunikation) ist außerhalb der reservierten Bandbreite
möglich.
Default Sync-Domain
Wenn Sie ein PROFINET-Subnetz angelegt haben, ist automatisch eine spezielle Sync-Domain
angelegt, die Default-Sync-Domain. Alle PROFINET-Geräte, die Sie für das PROFINET-Subnetz
projektieren, gehören dieser Sync-Domain an.
Weitere Informationen zum Anlegen von Sync-Domains finden Sie in der Online-Hilfe zu
STEP 7.
Eigenschaft RT IRT
Übertragungsart Priorisierung der RT-Telegramme durch Pfadbasiertes Switching auf Basis einer Pla-
Ethernet-Prio (VLAN-Tag) nung des Kommunikationspfades; Keine Über-
tragung von TCP/IP-Frames im Zeitbereich mit
IRT-Kommunikation.
Determinismus Varianz der Übertragungsdauer durch Exakte, geplante Übertragung, Sende- und
gemeinsame Nutzung der Übertra- Empfangszeitpunkte sind garantiert für belie-
gungsbandbreite mit anderen Proto- bige Topologien.
kollen (z. B. TCP/IP)
Hardwareunterstützung durch Nicht gefordert Notwendig
spezielle Ethernet-Controller er-
forderlich
Taktsynchrone Applikation - Ja
Startzeitpunkt der taktsynchronen - Zeitpunkte für den Empfang der Daten exakt
Applikation geplant. Applikation kann synchronisiert zum
Zyklus gestartet werden.
Einleitung
Wenn Sie ein PROFINET IO-System mit IRT projektieren wollen, müssen Sie die
PROFINET IO-Geräte konfigurieren. Diese PROFINET-Geräte müssen IRT unterstützen. Legen
Sie fest, welches Gerät als Sync-Master die anderen Geräte synchronisiert. Dazu müssen Sie
eine Sync-Domain mit einem Sync-Master und mindestens einem Sync-Slave konfigurieren.
Voraussetzungen
• Ein IO-System mit einem IO-Controller und mindestens einem IO-Device ist vorhanden.
• Sie haben die Topologie für das IO-System projektiert.
• Die Geräte unterstützen IRT.
Vorgehen
Um ein bestehendes IO-System für die Verwendung von IRT zu befähigen, gehen Sie
folgendermaßen vor:
1. Selektieren Sie die PROFINET-Schnittstelle des IO-Controllers.
2. Navigieren Sie im Inspektorfenster zu "Erweiterte Optionen> Echtzeit-Einstellungen >
Synchronisation".
3. Weisen Sie dem IO-Controller unter "Synchronisationsrolle" die Rolle des Sync-Masters zu.
4. Selektieren Sie die PROFINET-Schnittstellen eines dazugehörigen IO-Devices.
6. Aktivieren Sie dort die RT-Klasse "IRT". Dem IO-Device wird daraufhin automatisch die
Synchronisationsrolle "Sync-Slave" zugewiesen.
7. Über die Schaltfläche "Domain-Einstellungen" können Sie ihre Einstellungen jederzeit prüfen
und korrigieren.
Oder
1. Heben Sie in der Netzsicht das PROFINET IO-System hervor.
2. Klicken Sie auf das PROFINET IO-System.
Bandbreitennutzung einstellen
Um in die Bandbreitennutzung für ein PROFINET IO-System in STEP 7 einzustellen, gehen Sie
folgendermaßen vor:
1. Selektieren Sie ihr IO-System in der Netzsicht von STEP 7.
2. Navigieren Sie im Inspektorfenster zu "Eigenschaften" > "Allgemein" > "PROFINET" >
"Domain-Management" >"Sync-Domains" > "Name der Sync-Domain" > "Details".
3. Wählen Sie in der Klappliste "Bandbreitennutzung" das gewünschte Level der
Bandbreitennutzung aus.
Wie Sie die Bandbreitennutzung für IRT mit höchster Performance einstellen, finden Sie im
Kapitel IRT mit höchster Performance projektieren (Seite 215).
Im folgenden Bild nutzen die beiden PROFINET IO-Systeme keine gemeinsamen Pfade.
• Wenn keine Trennung möglich ist: Erhöhen Sie die Aktualisierungszeit bei den betroffenen
IO-Devices.
① Der PROFINET IO-Frame enthält die Nutzdaten für alle 3 IO-Devices (grün, blau, orange).
② Der PROFINET IO-Frame erreicht das erste IO-Device. Das IO-Device entnimmt seine Nutzdaten
(grün) aus dem Frame und leitet den restlichen Frame weiter.
③ Der PROFINET IO-Frame enthält die Nutzdaten für zwei IO-Devices (blau, orange).
④ Der PROFINET IO-Frame erreicht das zweite IO-Device. Das IO-Device entnimmt seine Nutzdaten
(blau) aus dem Frame und leitet den restlichen Frame weiter.
⑤ Der PROFINET IO-Frame enthält die Nutzdaten für ein IO-Device (orange).
⑥ Der PROFINET IO-Frame erreicht das letzte IO-Device. Das IO-Device nimmt den gesamten Fra-
me inklusive der Nutzdaten (orange) auf.
DFP-Gruppen
Dynamic Frame Packing fasst IO-Devices, die das Performance Upgrade unterstützen,
automatisch zu DFP-Gruppen zusammen. Um in einer DFP-Gruppe zusammengefasst zu
werden, müssen die IO-Devices hintereinander in einer Linie liegen und dieselbe
Aktualisierungszeit und Ansprechüberwachungszeit haben. Sobald eine maximale
Frame-Größe für die DFP-Gruppe überschritten ist, bzw. eine maximale Anzahl von
Mitgliedern für eine DFP-Gruppe erreicht ist, öffnet das Dynamic Frame Packing automatisch
eine neue DFP-Gruppe.
STEP 7 zeigt die DFP-Gruppen an unter "Domain-Management" > "Sync-Domains" > "Name der
Sync-Domain" > "Teilnehmer" im Feld "IO-Devices" an.
Hinweis
Dynamic Frame Packing bei großen Ansprechüberwachungszeiten
Wenn Sie für ein IO-Device den Parameter "Akzeptierte Aktualisierungszyklen ohne IO-Daten"
auf größer 31 einstellen, dann steckt das Dynamic Frame Packing dieses IO-Device nicht in
eine DFP-Gruppe.
5.6.2 Fragmentierung
Die Übertragung eines kompletten Standard-Ethernet-Frames mit TCP/IP-Daten dauert bis zu
125 µs. Dadurch lässt sich die Zykluszeit für PROFINET-IO Daten nicht beliebig reduzieren.
Das Performanceupgrade nutzt das Verfahren Fragmentierung, das die TCP/IP-Telegramme in
Teiltelegramme zerlegt. Diese Teiltelegramme werden über mehrere Sendetakte hinweg zum
Ziel-Device übertragen und dort wieder zum original TCP/IP-Telegramm zusammengesetzt.
Fragmentierung ist Voraussetzung für Zykluszeiten kleiner 250 µs. In diesen kurzen
Sendetakten können Sie mehr Bandbreite für zyklische IO-Daten nutzen, da die Fragmente
der Standard-Ethernet-Frames deutlich weniger Bandbreite belegen als ein vollständiges
Standard-Ethernet-Frame.
Das folgende Bild zeigt die Funktionsweise des Verfahrens Fragmentierung.
Hinweis
Die PROFINET IO-Schnittstelle des IO-Controllers unterstützt Fragmentierung, wenn alle Ports
bis auf einen deaktiviert sind.
① Start:
• Beide PROFINET-Frames erreichen das IO-Device.
Die IO-Devices beginnen, die Frames auf die Frame-ID zu überprüfen
② Nach 320 ns:
• Ohne Fast Forwarding: Das IO-Device ist noch dabei, den PROFINET-Frame auf die Frame-ID
zu überprüfen.
• Mit Fast Forwarding: Das IO-Device erhält vom PROFINET-Frame die Frame-ID und leitet den
Frame weiter.
③ Nach 1440 ns:
• Ohne Fast Forwarding: Das IO-Device erhält vom PROFINET-Frame die Frame-ID und leitet
den Frame weiter.
• Der PROFINET-Frame mit Fast Forwarding hat gegenüber dem PROFINET-Frame ohne Fast
Forwarding "Vorsprung".
Voraussetzungen
• S7-1500 CPU ab Firmwarestand V2.0
Hinweis
Bandbreitennutzung bei Taktsynchronem Betrieb
Wenn Sie Ihr PROFINET IO-System mit Taktsynchronität betreiben, dann vermeiden Sie die
Einstellung für die Bandbreitennutzung "Maximal 90 % zyklische IO-Daten. Schwerpunkt auf
zyklische IO-Daten.".
Hinweis
Fast Forwarding und IPv6
Der Betrieb von Fast Forwarding zusammen mit IPv6 wird nicht unterstützt.
Sobald ein IO-Device im Subnetz eine IPv6-Adresse nutzt, dürfen Sie kein "Fast Forwarding"
aktivieren.
Der Port 2 der Schnittstelle X1 und die Ports der Interfacemodule in der Linie verwenden die
folgende Einstellung: Medium Kupfer, Leitungslänge < 20 m bzw. Signallaufzeit max. 0,12 µs
Über die Schnittstellen X2 und X3 der CPU oder über den freien Port am Ende der Linie kann
eine PG-Verbindung zur CPU hergestellt werden.
5.7 Taktsynchronität
Wozu Taktsynchronität?
Die Vorteile der Funktion Taktsynchronität in der Automatisierungstechnik lassen sich an
einem Beispiel aus dem Alltag zeigen.
Die Übertragung von Daten entspricht dem Transport von Personen im öffentlichen
Nahverkehr. Wenn der öffentliche Nahverkehr so schnell führe, wie er nur könnte und seine
Haltezeiten auf das absolute Minimum reduzierte, sähe der Fahrgast sehr oft nur noch die
roten Schlusslichter. Die Gesamtfahrzeit wird aber von den jeweiligen Bahn-, Bus- oder
U-Bahntakten bestimmt, denn mit einer fein abgestimmten Taktung geht es besser. Dies gilt
auch in der Automatisierungstechnik. Nicht nur schnelle Zyklen zählen, sondern erst die
Abstimmung und Synchronisation der einzelnen Zyklen bringen den optimalen Durchsatz.
Just-In-Time
Die schnelle und zuverlässige Reaktionszeit einer Taktsynchronisation begründet sich darin,
dass alle Daten Just-In-Time zur Verfügung gestellt werden. Grundlage hierfür ist ein
äquidistanter Takt.
Automatisierungsaufgabe
Innerhalb des Produktionsprozesses von Nockenwellen müssen diese zur Qualitätssicherung
präzise vermessen werden.
Merkmal
Dazu wird eine Komponente benötigt, die während einer Drehung der Nockenwelle synchron
jeweils Position und Auslenkungen der Nocken messen kann.
Lösung
Mit dem Einsatz der Taktsynchronität werden die Messwerte getaktet und gleichzeitig an den
verschiedenen Messpunkten erfasst. Dies führt zu folgendem Arbeitsablauf:
• Nockenwelle kontinuierlich drehen
• während der kontinuierlichen Drehung synchron Positionen und Nockenauslenkung
messen
• nächste Nockenwelle bearbeiten
Bei einer einzigen Drehung der Nockenwelle werden somit synchron alle Positionen der
Nockenwelle und die zugehörigen Messwerte (rot) gemessen. Der Maschinentakt erhöht sich
bei gleicher oder besserer Messgenauigkeit.
Einleitung
Am PROFINET IO können Sie Peripheriemodule in Dezentralen Peripheriesystemen
taktsynchron an einer CPU betreiben, z. B. in Dezentralen Peripheriesystemen ET 200SP oder
ET 200MP.
Die Interfacemodule der Peripheriesysteme müssen, wie die Peripheriemodule
Taktsynchronität unterstützen.
Damit zum jeweils nächsten Beginn des PROFINET IO-Zyklus alle Eingangsdaten zum
Transport über das Subnetz bereitstehen, wird der Peripherie-Einlesezyklus um eine
Vorlaufzeit TI früher gestartet. Das TI ist das "Blitzlicht" für die Eingänge; zu diesem Zeitpunkt
werden alle synchronisierten Eingänge eingelesen. TI ist notwendig, um Analog-Digital-
Umwandlung, Rückwandbuszeiten und Ähnliches zu kompensieren. Die Vorlaufzeit TI kann
von STEP 7 oder von Ihnen projektiert werden. Lassen Sie die Vorlaufzeit TI von STEP 7
automatisch vergeben. STEP 7 stellt mit der Standardeinstellung sicher, dass eine
gemeinsame kleinstmögliche TI eingestellt wird.
Das Subnetz transportiert die Eingangsdaten zum IO-Controller/DP-Master. Die Applikation
wird synchronisiert zum Zyklus gestartet. D. h., der Taktsynchronalarm-OB wird nach einer
parametrierbaren Verzögerungszeit TV aufgerufen. Das Anwenderprogramm im
Taktsynchronalarm-OB bestimmt die Prozessreaktion und stellt die Ausgangsdaten rechtzeitig
bis zum Beginn des nächsten Datenzyklus bereit. Die Länge des Datenzyklus (Sendetakt/DP-
Zykluszeit) wird immer von Ihnen projektiert.
TO ist die Zeit für die Kompensation aus dem Rückwandbus und der Digital-Analog-
Umwandlung innerhalb des IO-Devices/DP-Slaves. Das TO ist das "Blitzlicht" für die Ausgänge.
Zu diesem Zeitpunkt werden die synchronisierten Ausgänge ausgegeben. Die Zeit TO kann
von STEP 7 oder von Ihnen projektiert werden. Lassen Sie die Vorlaufzeit TO von STEP 7
automatisch vergeben. STEP 7 berechnet automatisch eine gemeinsame, kleinstmögliche TO.
[Link] Einleitung
Projektierung im Überblick
Sendetakt einstellen
Der Sendetakt ist das kleinstmögliche Sende-Intervall für den Datenaustausch. Bei
taktsynchronem Betrieb entspricht der Sendetakt dem Datenzyklus T_DC.
Sie stellen den Sendetakt in den Eigenschaften der PROFINET-Schnittstelle der CPU oder in
der Sync-Domain ein.
Applikationszyklus einstellen
Der Applikationszyklus ist ein Vielfaches des Datenzyklus T_DC. Wenn die Laufzeit des
Taktsynchronalarm-OBs kurz ist, kann der Applikationszyklus identisch mit dem Datenzyklus
(=Sendetakt) sein.
Den Applikationszyklus eines Taktsynchronalarm-OB können Sie zum Sendetakt eines
taktsynchronen PROFINET IO-Systems untersetzen. Als Faktor stellen Sie ein ganzzahliges
Vielfaches des Sendetakts ein.
Über den Faktor reduzieren Sie die Belastung der CPU durch die weniger häufige Ausführung
des Taktsynchronalarm-OB. Sie stellen den Applikationszyklus in den Eigenschaften des
Taktsynchronalarm-OB ein.
Verzögerungszeit einstellen
Die Verzögerungszeit ist die Zeitspanne zwischen dem Beginn des Sendetakts und dem Start
des Taktsynchronalarm-OB. In dieser Zeit wickelt der IO-Controller den zyklischen
Datenaustausch mit den IO-Devices ab.
STEP 7 stellt die Verzögerungszeit per Voreinstellung so ein, dass die taktsynchrone
Aktualisierung des Teilprozessabbilds automatisch in das Ausführungsfenster des
Applikationszyklus fällt.
Sie stellen die Verzögerungszeit in den Eigenschaften des Taktsynchronalarm-OB ein. Eine
kürzere Verzögerungszeit ermöglicht Ihnen eine längere Bearbeitungszeit für Ihr
Anwenderprogramm im Taktsynchronalarm-OB.
Einleitung
Im Folgenden wird die Projektierung der Taktsynchronität eines Moduls anhand des
Dezentralen Peripheriesystems ET 200MP als IO-Device beschrieben. Die Vorgehensweise ist
aber auch für andere Dezentrale Peripheriesysteme gültig (z. B. ET 200S oder ET 200SP).
Der IO-Controller ist eine S7-1500 CPU.
Voraussetzungen
• Die Netzsicht in STEP 7 ist geöffnet.
• Eine S7-1500 CPU ist platziert (z. B. CPU 1516-3 PN/DP).
• Ein Interfacemodul IM 155-5 PN HF (ET 200MP) ist platziert und mit der CPU über
PROFINET IO vernetzt.
• Alle Voraussetzungen für eine IRT-Konfiguration sind erfüllt:
– Die Ports der vernetzten PROFINET-Schnittstellen der CPU und des Interfacemoduls sind
miteinander verschaltet (Topologieprojektierung).
– Die RT-Klasse der PROFINET-Schnittstelle des Interfacemoduls ist auf "IRT" eingestellt
(Bereich "Erweiterte Optionen > Echtzeit-Einstellungen > Synchronisation").
– Die Rollen "Sync-Master" und "Sync-Slave" sind für die PROFINET-Schnittstellen der CPU
und des Interfacemoduls vergeben (in den Eigenschaften einer PROFINET-Schnittstelle:
Bereich "Erweiterte Optionen" > "Medienredundanz" > "Domain-Einstellungen").
Vorgehen
Um eine taktsynchrone Anbindung von Peripherie und Anwenderprogramm zu erstellen,
gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Markieren Sie das IM 155-5 PN HF in der Netzsicht von STEP 7. Wechseln Sie in die
Gerätesicht.
2. Stecken Sie ein Peripheriemodul, das taktsynchron betrieben werden kann
(z. B. DI 16 x 24VDC HF).
Verweis
Beispiele für die Parametrierung und Einstellmöglichkeiten der Taktsynchronität für
dezentrale Peripherie und Antriebe in STEP 7 finden Sie in diesem FAQ im Internet
([Link]
Voraussetzungen
• Sie haben in STEP 7 eine taktsynchrone Konfiguration erstellt.
• Sie haben einen Taktsynchronalarm-OB Synchronous Cycle (OB 6x) angelegt.
• Der Taktsynchronalarm-OB ist geöffnet.
Applikationszyklus einstellen
Der Applikationszyklus ist ein Vielfaches des Datenzyklus T_DC (Sendetakt). Über die
Einstellung des Applikationszyklus reduzieren Sie die Belastung der CPU durch die Ausführung
des Taktsynchronalarm-OB. Der OB wird im folgenden Beispiel nur nach jedem 2. Datenzyklus
T_DC in der CPU aufgerufen.
Um den Applikationszyklus für Ihre taktsynchrone Anwendung einzustellen, gehen Sie
folgendermaßen vor:
1. Öffnen Sie den Dialog "Eigenschaften" des zu betrachtenden Taktsynchronalarm-OB.
2. Klicken Sie in der Bereichsnavigation auf die Gruppe "Taktsynchronität".
3. Stellen Sie bei "Applikationszyklus (ms)" den Applikationszyklus ein. Öffnen Sie dazu die
Klappliste und wählen Sie den Applikationszyklus aus. Die Klappliste bietet Ihnen als
mögliche Werte für den Applikationszyklus Vielfache des Datenzykluses T_DC an. Im
folgenden Bild ist der Datenzyklus T_DC auf 2 ms eingestellt.
Verzögerungszeit einstellen
Die Verzögerungszeit ist die Zeitspanne zwischen dem Beginn des Sendetakts und dem Start
des Taktsynchronalarm-OB. STEP 7 stellt die Verzögerungszeit per Voreinstellung automatisch
auf den Beginn des Ausführungsfensters ein. Damit fällt die taktsynchrone Aktualisierung des
Teilprozessabbildes automatisch in das Ausführungsfenster des Applikationszyklus.
Sie können die Verzögerungszeit auch manuell einstellen. Eine kürzere Verzögerungszeit
ermöglicht Ihnen eine höhere Bearbeitungszeit für Ihr Anwenderprogramm im
Taktsynchronalarm-OB. Beachten Sie bei der manuellen Einstellung, dass Sie die
Anweisungen "SYNC_PI" und "SYNC_PO" im Ausführungsfenster des Applikationszyklus
aufrufen müssen.
Um die Verzögerungszeit für Ihre taktsynchrone Anwendung einzustellen, gehen Sie
folgendermaßen vor:
1. Öffnen Sie den Dialog "Eigenschaften" des zu betrachtenden Taktsynchronalarm-OB.
2. Klicken Sie in der Bereichsnavigation auf die Gruppe "Taktsynchronität".
Programmierung im Taktsynchronalarm-OBs
Sie programmieren den taktsynchronen Programmteil ausschließlich im Taktsynchronalarm-
OB Synchronous Cycle (OB 6x).
Da die Taktsynchronalarme mit hoher Priorität bearbeitet werden, sollten nur die
zeitkritischen Programmteile im Taktsynchronalarm-OB bearbeitet werden. Der
Taktsynchronalarm-OB wird mit der projektierten Verzögerungszeit aufgerufen.
Hinweis
Empfehlung: Um zu vermeiden, dass zum OB 6x inkonsistente Daten zurückgeliefert werden,
verzichten Sie im Taktsynchronalarm-OB auf die Verwendung der Anweisungen "DPRD_DAT"
und "DPWR_DAT" (direkter Datenzugriff).
① Bearbeitung Taktsynchronalarm-OB
② Anweisung "SYNC_PI"
③ Anweisung "SYNC_PO"
④ taktsynchrones Einlesen der Prozesswerte am Peripheriemodul zum Zeitpunkt TI
⑤ taktsynchrones Ausgeben der Prozesswerte am Peripheriemodul zum Zeitpunkt TO
Zum Zeitpunkt TI werden die Prozesswerte taktsynchron an der Peripherie eingelesen. Die
Verarbeitung der Daten beim EVA-Modell ist innerhalb eines Datenzyklus T_DC
abgeschlossen. Die Ausgangsdaten stehen immer im nächsten Datenzyklus T_DC zum
Zeitpunkt TO an der Peripherie zur Verfügung.
Mit dem EVA-Modell ergibt sich eine konstante Bearbeitungszeit von der "Eingangsklemme"
zur "Ausgangsklemme" von TI + T_DC + TO.
Als Prozessreaktionszeit kann TI + 2×T_DC + TO sichergestellt werden.
① Bearbeitung Taktsynchronalarm-OB
② Anweisung "SYNC_PI"
③ Anweisung "SYNC_PO"
④ taktsynchrones Einlesen der Prozesswerte am Peripheriemodul zum Zeitpunkt TI
⑤ taktsynchrones Ausgeben der Prozesswerte am Peripheriemodul zum Zeitpunkt TO
Bild 5-77 Signalverlauf beim AEV-Modell
Zum Zeitpunkt TI werden die Prozesswerte taktsynchron an der Peripherie eingelesen. Die
Daten werden beim AEV-Modell über 2 Applikationszyklen verarbeitet. Die Ausgangsdaten
stehen immer zum Zeitpunkt T_DC + TO im folgenden Applikationszyklus an der Peripherie zur
Verfügung.
Mit dem AEV-Modell ergibt sich eine konstante Bearbeitungszeit von der "Eingangsklemme"
zur "Ausgangsklemme" von TI + Applikationszyklus + T_DC + TO.
Als Prozessreaktionszeit kann TI + 2 x Applikationszyklus + T_DC + TO sichergestellt werden.
5.8.1 Einleitung
Dieses Kapitel beschreibt die Funktion Direkter Datenaustausch.
Funktionsweise
Ab Firmware-Version V2.8 unterstützt die S7-1500 CPU den direkten Datenaustausch
(Querverkehr) mit anderen S7-1500 CPUs.
Beim direkten Datenaustausch stellt eine S7-1500 CPU einem oder mehreren Partnern
zyklisch Nutzdaten aus dem Perpheriebereich (E/A) zur Verfügung. Der direkte
Datenaustausch basiert auf PROFINET mit IRT und Taktsynchronität.
Die Übertragung erfolgt über Transferbereiche.
① Transferbeziehung zwischen dem Anwenderprogramm und dem Transferbereich. Über diesen Weg tauschen An-
wenderprogramm und Transferbereiche Ein- und Ausgangsdaten aus.
② Kommunikationsbeziehung für den direkten Datenaustausch. Die Kommunikationsbeziehungen projektieren Sie in
STEP 7. In den Eigenschaften der Kommunikationsbeziehungen legen Sie Transferbereiche für den direkten Daten-
austausch an.
Bild 5-78 Direkter Datenaustausch zwischen 2 S7-1500-CPUs (1:1)
① Transferbeziehung zwischen dem Anwenderprogramm und dem Transferbereich. Über diesen Weg tauschen An-
wenderprogramm und Transferbereiche Ein- und Ausgangsdaten aus.
② Kommunikationsbeziehung für den direkten Datenaustausch. Die Kommunikationsbeziehungen projektieren Sie in
STEP 7. In den Eigenschaften der Kommunikationsbeziehungen legen Sie Transferbereiche für den direkten Daten-
austausch an.
Bild 5-79 Direkter Datenaustausch mit mehreren Empfängern (1:n)
Anwendungen
• Deterministische, taktsynchrone IO-Kommunikation zwischen mehreren S7-1500 CPUs
Voraussetzungen
• STEP 7 ab V16
• 2 S7-1500-CPUs ab Firmware-Version V2.8
• IRT ist projektiert:
– Beide CPUs befinden sich in einer Sync-Domain.
– Eine CPU ist Sync-Master, die andere CPU ist Sync-Slave.
– Ports sind verschaltet.
Transferbereich bearbeiten
Stellen Sie die Eigenschaften des Transferbereichs unter "Allgemein" > "Direkter
Datenaustausch" > "Name des Transferbereichs" > "Detail des Transferbereichs" ein.
Voraussetzungen
• STEP 7 ab V16
• S7-1500-CPUs ab Firmware-Version V2.8
• IRT ist projektiert:
– Alle CPUs befinden sich in einer Sync-Domain.
– Eine CPU ist Sync-Master, die anderen CPUs sind Sync-Slave.
– Ports sind verschaltet.
Die Verbindungen für den direkten Datenaustausch zwischen der sendenden CPU und den
empfangenden CPUs sind eingerichtet
Bild 5-84 Verbindung für direkter Datenaustausch mit mehreren S7-1500 CPUs
① Zuerst projektieren Sie den Transferbereich zwischen dem Sender und einem Empfänger. Diesen Transferbereich
projektieren Sie an der PROFINET-Schnittstelle des Senders.
② Danach projektieren Sie die Transferbereiche zwischen dem Sender und den weiteren Empfängern. Diese Transfer-
bereiche projektieren Sie an den PROFINET-Schnittstellen der Empfänger.
Bild 5-85 Reihenfolge Projektierung Transferbereiche bei mehreren Empfängern
5. Selektieren Sie jetzt die PROFINET-Schnittstelle eines Empfängers, zu dem noch kein
Transferbereich eingerichtet ist, z. B. Empfänger 2.
6. Wechseln Sie in die tabellarische Ansicht der Netzsicht zu "E/A-Kommunikation"
Die Kommunikationsbeziehung für den direkten Datenaustausch mit dem Sender wird
angezeigt.
Ein Transferbereich für den direkten Datenaustausch zwischen Empfänger 2 und Sender
ist projektiert.
Transferbereich bearbeiten
Stellen Sie die Eigenschaften des Transferbereichs unter "Allgemein" > "Direkter
Datenaustausch" > "Name des Transferbereichs" > "Detail des Transferbereichs" ein.
Definition
IO-Devices, die keinen Schacht für ein Wechselmedium besitzen (z. B. ET 200SP, ET 200MP)
bzw. die die PROFINET-Funktionalität Gerätetausch ohne Wechselmedium/PG unterstützen,
können getauscht werden, ohne dass ein Wechselmedium mit gespeichertem Gerätenamen
gesteckt sein muss bzw. ohne dass der Gerätename mit dem PG zugewiesen werden muss.
Das eingewechselte IO-Device erhält den Gerätenamen nicht mehr vom Wechselmedium
oder vom PG, sondern vom IO-Controller.
Der IO-Controller verwendet zur Vergabe des Gerätenamens die projektierte Topologie und
die von den IO-Devices ermittelten Nachbarschaftsbeziehungen.
Hinweis
Beachten Sie beim Austausch eines Geräts, dass Sie die PROFINET-Kabel wieder in die
richtigen Ports stecken, so wie es in STEP 7 projektiert ist.
Andernfalls können die Gerätenamen falsch zugewiesen werden.
Vorteile
Mit der PROFINET-Funktionalität Gerätetausch ohne Wechselmedium/PG profitieren Sie von
folgenden Vorteilen:
• Nach dem Tausch des IO-Devices bezieht es dessen Gerätenamen automatisch vom
IO-Controller. Sie müssen keinen Gerätenamen mehr mit dem PG oder einem
Wechselmedium vergeben.
• Sie sparen sich das Speichermedium für das eingewechselte IO-Device.
• Einfache Gerätenamensvergabe bei Serienmaschinen mit gleicher Konfiguration und
Solltopologie. Die händische Zuweisung der Gerätenamen über ein Wechselmedium/PG
entfällt.
Nachbarschaft
Nachbarschaft bezeichnet die physikalische Beziehung zwischen zwei Ports benachbarter
PROFINET-Geräte. Ein PROFINET-Gerät ist dabei über einen seiner Ports über eine
physikalische Ethernetstrecke mit einem bestimmten Port des zweiten PROFINET-Geräts in
direkter Nachbarschaft (Nachbar) verbunden.
Als PROFINET-Gerät werden sowohl Endgeräte wie z. B. IO-Controller und IO-Devices mit
einem Port bezeichnet als auch Netzwerkkomponenten wie z. B. Switches, IO-Controller und
IO-Devices mit mehreren Ports.
PROFINET-Gerät Geräte-Aliasname
Steuerung "[Link]"
Switch "[Link]", "[Link]", "[Link]"
Presse "[Link]", "port-001.Mühle"
Mühle "[Link]"
Pumpe "[Link]"
In diesem Beispiel fällt das IO-Device mit dem Gerätenamen "Mühle" aus:
Voraussetzung
Das eingewechselte PROFINET-Gerät hat keinen Gerätenamen.
Hinweis
Wenn Sie ein Gerät mit der PROFINET-Funktionalität Gerätetausch ohne
Wechselmedium/PG an eine andere Stelle stecken als der Projektierung, dann wird dem
Gerät ein anderer Gerätenamen zugewiesen.
Versetzen Sie ein falsch gestecktes Gerät in den Auslieferungszustand, bevor Sie es
wiederverwenden.
Einleitung
Der Austausch von IO-Devices kann in Automatisierungssystemen unter Umständen nötig
sein. Üblicherweise wird den IO-Devices entweder über das Stecken eines Wechselmediums
oder über das PG ein Gerätename zugewiesen. Die CPU identifiziert das IO-Device über diesen
Gerätenamen.
Der Austausch eines IO-Devices kann unter bestimmten Voraussetzungen ohne das Stecken
eines Wechselmediums oder ohne PG durchgeführt werden.
Voraussetzungen
• Die Topologie des PROFINET IO-Systems mit den betreffenden IO-Devices muss projektiert
sein.
Durch die Projektierung der Topologie werden dem PROFINET IO-System bzw. dem
IO-Controller die Nachbarschaftsbeziehungen aller im PROFINET IO-System befindlichen
PROFINET-Geräte bekannt gegeben. Aus den durch die Solltopologie vorgegebenen
Nachbarschaftsbeziehungen und den durch die realen PROFINET-Geräte ermittelten
tatsächlichen Nachbarschaftsbeziehungen kann der IO-Controller das eingetauschte
IO-Device ohne Namen identifizieren und ihm den projektierten Namen und die IP-Adresse
zuweisen und es anschließend wieder in den Nutzdatenverkehr aufnehmen.
• Die beteiligten IO-Devices des Automatisierungssystems müssen den Gerätetausch ohne
Wechselmedium unterstützen.
Wenn einzelne IO-Devices des Automatisierungssystems den Gerätetausch ohne
Wechselmedium nicht unterstützen, wird für das IO-Device eine entsprechende Meldung
ausgegeben.
Hinweis
Verwenden Sie als Austauschgeräte nur neue IO-Devices oder versetzen Sie bereits
parametrierte IO-Devices zuvor in den Auslieferungszustand.
Voraussetzung
• IO-Controller unterstützt die Option "Überschreiben der Gerätenamen aller zugeordneten
IO-Devices erlauben", z. B. CPU 1215C DC/DC/DC ab Firmwarestand V4.0
Sie können die Option auch für Serienmaschinenprojekte verwenden, bei denen Sie die
Konfiguration über ReconfigIOSystem nachträglich anpassen. Beachten Sie, daß dabei immer
diejenige Konfiguration gültig ist, die im Steuerdatensatz über die Anweisung
ReconfigIOSystem Mode:=2 in den IO-Controller übertragen wurde. Sobald Sie Sie
Umkonfiguration mit ReconfigIOSystem Mode:=3 aktivieren, werden die
PROFINET-Gerätenamen überschrieben wie im Datensatz festgelegt.
VORSICHT
Fehler bei Teilinbetriebnahme
Werden bei einer Teilinbetriebnahme oder Falschverdrahtung Gerätenamen falsch
zugewiesen, so müssen sie diese nach einer Korrektur der Verdrahtung von Hand löschen,
um eine korrekte Vergabe zu erreichen.
Verhalten im Betrieb
Sobald Sie ein Gerät austauschen, wird das neue Gerät mit dem projektierten
PROFINET-Gerätenamen überschrieben.
Der PROFINET-Gerätename wird nicht überschrieben, wenn die MAC-Adresse des IO-Devices
bereits aktiv im Projekt verwendet wird.
WARNUNG
Falscher PROFINET-Gerätename
Wenn die Option "Überschreiben der PROFINET-Gerätenamen aller zugeordneten IO-Devices
erlauben" aktiviert ist, können falsch angeschlossene Geräte einen falschen PROFINET-
Gerätenamen aus der Projektierung erhalten.
Je nach angeschlossener Peripherie droht Lebensgefahr, schwere Verletzungsgefahr oder
Sachschaden durch Fehlfunktionen.
Um eine Gefährdung auszuschließen, prüfen Sie in jedem Fall bei einem Gerätetausch, ob
das passende Ersatzgerät angeschlossen und die Portverschaltung der projektierten Soll-
Topologie entspricht!
Typische Gefahrenquelle
Beim Austausch eines IO-Devices ("Normalfall") ist weitgehend sichergestellt, dass das
ausgetauschte Gerät entsprechend der projektierten Portverschaltung angeschlossen wird.
Im folgenden Bild ist der Fall dargestellt, wie die Anschlüsse zweier identisch aufgebauter
PROFINET-Stränge an zwei Switchports vertauscht werden. Da der IO-Controller die
Gerätenamen entsprechend der Soll-Topologie zuweist, hat der falsche Anschluss der Geräte
gravierende Auswirkungen auf die Namensvergabe!
Durch die Ansteuerung unterschiedlicher Aktoren können in diesem Fall Gefahren von Anlage
ausgehen.
Vorgehen
Um die Option "Überschreiben der PROFINET-Gerätenamen aller zugeordneten IO-Devices
erlauben" zu ändern, gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Markieren Sie in der Netzsicht oder in der Gerätesicht die PROFINET-Schnittstelle der CPU, für
die Sie die Option ändern wollen.
2. Wählen Sie den Bereich "Erweiterte Optionen", Abschnitt "Schnittstellen-Optionen".
3. Ändern Sie die Option.
5.10 Serienmaschinen-Projekte
Einleitung
Serienmaschinen-Projekte sind STEP 7-Projekte, die ein Set von innovativen Funktionen
nutzen, um flexible Automatisierungslösungen für Serienmaschinen bzw. für modular
aufgebaute Maschinen einfach projektieren und in Betrieb nehmen zu können.
Eine Hardware-Konfiguration, bestehend aus einem IO-Controller und aus beliebigen
angeschlossenen IO-Devices, repräsentiert dabei einen „PROFINET IO-System-Master“. Dieser
Master ist mit einer Maximalkonfiguration projektiert im Sinne einer Vorlage, aus der sich
unterschiedliche Optionen ableiten lassen für unterschiedliche Serienmaschinen mit z. B.
verschiedenen Aufbauvarianten des IO-Systems.
• Unabhängig von den oben beschriebenen Funktionen können Sie durch entsprechende
Projektierung und Programmierung in einem einzigen Projekt unterschiedliche
Stationsoptionen von Zentralgeräten bzw. von dezentralen Peripheriegeräten betreiben.
Die Geräte dürfen sich hinsichtlich der Auswahl und Anordnung der Module
unterscheiden.
Da die konkrete Konfiguration der Station über das Anwenderprogramm gesteuert wird,
bezeichnen wir dies auch als Konfigurationssteuerung auf Device-Ebene.
Anwendungsbeispiele
Anwendungsbeispiele zu Konfigurationssteuerung auf Device-Ebene,
Konfigurationssteuerung für IO-Systeme und mehrfach einsetzbare IO-Systeme finden Sie im
Internet ([Link]
Weitere Informationen
Weitere Informationen zu mehrfach einsetzbaren IO-Systemen finden Sie im Kapitel
Mehrfach einsetzbare IO-Systeme (Seite 254).
Weitere Informationen zur Konfigurationssteuerung für IO-Systeme finden Sie im Kapitel
Konfigurationssteuerung für IO-Systeme (Seite 264).
Weitere Informationen zur Konfigurationssteuerung finden Sie im Systemhandbuch S7-1500,
ET 200MP ([Link]
Das folgende Bild zeigt, wie eine Automatisierungslösung mit mehrfach einsetzbarem
IO-System in verschiedene Automatisierungssysteme geladen wird und anschließend ein
Automatisierungssystem vor Ort an die bestehende Netzinfrastruktur angepasst wird.
Prinzip
Die Automatisierungskomponenten für eine Maschine umfassen ein PROFINET IO-System,
bestehend aus einem IO-Controller (PROFINET-Schnittstelle einer CPU) und den ihm
zugeordneten IO-Devices.
Mit der Einstellung "Mehrfach einsetzbares IO-System" am IO-System machen Sie ein
STEP 7-Projekt zu einem "Serienmaschinen-Projekt".
Die Einstellung "Mehrfach einsetzbares IO-System" bewirkt, dass STEP 7 verschiedene
Einstellungen und Prüfungen der Konfiguration vornimmt. Diese Einstellungen sorgen dafür,
dass das IO-System in sich geschlossen ist und keine Abhängigkeiten zu Komponenten
außerhalb des IO-Systems vorhanden sind.
Voraussetzung
• STEP 7 ab V13
• IO-Controller unterstützt die Funktion "Mehrfach einsetzbares IO-System", z. B. eine CPU
1512SP-1 PN ab Firmwarestand V1.6
Regeln
Folgende Regeln gelten für ein mehrfach einsetzbares IO-System:
• Kein IO-Device darf als Shared Device konfiguriert sein.
• Die Ports der Geräte müssen verschaltet sein.
Geräte, für die keine Portverschaltung projektiert ist, z. B. das Interfacemodul
IM 154-6 IWLAN (ET 200pro PN), sind mit STEP 7 V13 nicht als IO-Device am mehrfach
einsetzbaren IO-System betreibbar.
• Wenn ein IO-Device am mehrfach einsetzbaren IO-System ein I-Device ist (CPU als
"intelligentes" IO-Device):
– Wenn das I-Device ein untergeordnetes IO-System hat, dann darf dieses I-Device nicht
an derselben PROFINET-Schnittstelle angeschlossen sein wie der übergeordnete
IO-Controller.
Hinweis: Wenn das I-Device über eine PROFINET-GSD projektiert ist, kann STEP 7 nicht
die Einhaltung dieser Regel prüfen! In diesem Fall müssen Sie selber auf die Einhaltung
dieser Regel achten.
① I-Device am mehrfach einsetzbaren IO-System. Die PROFINET-Schnittstelle wird als IO-Device betrieben. Hier ist kein
weiteres IO-System angeschlossen.
② Ein untergeordnetes IO-System am I-Device ist an einer weiteren PROFINET-Schnittstelle angeschlossen.
Bild 5-93 Beispielkonfiguration für "Mehrfach einsetzbares IO-System" mit I-Device
– Die PROFINET-Schnittstelle des I-Devices muss eingestellt sein auf "Parametrierung der
PN-Schnittstelle durch übergeordneten Controller".
• Wenn MRP (Media Redundancy Protocol) konfiguriert ist:
– Alle IO-Devices am mehrfach einsetzbaren IO-System müssen derselben MRP-Domain
angehören.
• Wenn IRT (Isochronous Real Time) konfiguriert ist:
– Alle IO-Devices am mehrfach einsetzbaren IO-System müssen derselben Sync-Domain
angehören.
– Die Sync-Domain darf keine weiteren IO-Devices enthalten.
• IE/PB Links sind mit STEP 7 V13 nicht als IO-Device am mehrfach einsetzbaren IO-System
betreibbar.
Projektierung
Ob eine Konfiguration mehrfach einsetzbar ist, legen Sie in den Eigenschaften des IO-Systems
fest.
Alle weiteren Parametereinstellungen an den projektierten Geräten werden daraufhin von
STEP 7 automatisch gesetzt und beim Übersetzen geprüft.
Randbedingungen
Um zu verhindern, dass ein Serienmaschinen-Projekt Abhängigkeiten zu anderen Geräten
außerhalb der Maschine hat, beachten Sie Folgendes:
• Ein Serienmaschinen-Projekt besteht aus einem IO-Controller und den zugehörigen
IO-Devices. Konfigurieren Sie daher im Serienmaschinen-Projekt nur eine CPU als
IO-Controller und die zugehörigen IO-Devices.
• Nutzen Sie für die Kommunikation keine zweiseitigen Verbindungen, sondern nur
einseitige Verbindungen bzw. unspezifizierte Verbindungen, wenn erforderlich.
Hintergrund: Für die Projektierung der Kommunikation in einem STEP 7-Projekt bietet es
sich grundsätzlich an, die IP-Adressparameter im Projekt einzustellen. Diese
Vorgehensweise ist aber für mehrfach einsetzbare IO-Systeme nicht möglich, da die
IP-Adressparameter vom IO-Controller und von den zugeordneten IO-Devices erst vor Ort
zugewiesen werden. Zum Zeitpunkt der Projektierung sind die IP-Adressparameter also
unbekannt.
Wenn Sie trotzdem Kommunikation zu Geräten am PROFINET projektieren wollen, z. B. zu
einem zentralen Koordinator, dann können Sie nur solche Kommunikationsmechanismen
verwenden, die eine dynamische Vergabe der IP-Adressparameter im Anwenderprogramm
zulassen.
Beispiel: Open User Communication
Wenn das Gerät z. B. als aktiver Endpunkt (Initiator der Verbindung) projektiert ist, lassen
sich die IP-Adressparameter z. B. in einem Datenbaustein halten. Erst zum Zeitpunkt der
Inbetriebnahme versorgen Sie den Datenbaustein mit den aktuell gültigen IP-
Adressparametern. Für diese dynamische Art der IP-Adressparametrierung gibt es keine
Systemunterstützung, d. h. wenn Sie die Konfiguration des Systems ändern, werden die
IP-Adressparameter nicht automatisch angepasst.
Die Beschreibung zur Handhabung von Anweisungen zur Open User Communication
finden Sie unter diesem Stichwort in der Online-Hilfe von STEP 7.
Voraussetzung
• STEP 7 ab V13
• IO-Controller unterstützt die Funktion "Mehrfach einsetzbares IO-System", z. B. eine
CPU 1512SP-1 PN ab Firmwarestand V1.6
Vorgehen
Im Folgenden wird die Konfiguration einer Serienmaschine am Beispiel einer S7-1500-CPU
beschrieben.
Um ein Serienmaschinen-Projekt zu erstellen, gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Legen Sie ein Projekt an.
2. Konfigurieren Sie eine CPU als IO-Controller, z. B. eine CPU 1518-4 PN/DP ab Firmware-
Version V1.5.
3. Konfigurieren Sie die erforderlichen IO-Devices und weisen Sie die IO-Devices dem
IO-Controller zu.
4. Projektieren Sie die Portverschaltung zwischen den Geräten.
5. Markieren Sie das IO-System, so dass Sie die Eigenschaften im Inspektorfenster bearbeiten
können.
6. Aktivieren Sie das Optionskästchen "Mehrfach einsetzbares IO-System" im Bereich
"Allgemein" des Inspektorfensters.
Das folgende Bild zeigt die oben beschriebenen Einstellungen zur IP-Adresse und zum
PROFINET-Gerätenamen.
① Nach dem Laden der Konfiguration aus dem Serienmaschinen-Projekt hat der IO-Controller
keinen Gerätenamen und keine IP-Adresse.
② Nach dem Laden haben die IO-Devices einen Gerätenamen und eine Gerätenummer, aber keine
IP-Adresse.
Voraussetzung
• Die Maschine wurde mit einem Serienmaschinen-Projekt geladen (siehe Mehrfach
einsetzbare IO-Systeme konfigurieren (Seite 259)).
• Das Display ist betriebsbereit bzw. das gewünschte Tool zur Zuweisung von IP-Adresse
und Gerätename ist vorhanden (z. B. PST Tool, STEP 7).
• Die Ports von IO-Controller und IO-Devices sind entsprechend der Projektierung
verschaltet.
Vorgehen
Berücksichtigen Sie die Randbedingungen und Anweisungen zur Inbetriebnahme einer
S7-1500! Weitere Informationen zur Inbetriebnahme einer S7-1500 CPU finden Sie im
Systemhandbuch S7-1500, ET 200MP
([Link]
Um eine Serienmaschine vor Ort anzupassen, gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Binden Sie die Maschine in das Netzwerk ein.
2. Schließen Sie das Gerät für die Zuweisung der IP-Adresse und Gerätenamen an die CPU an,
z. B. ein PG/PC mit der entsprechenden Software.
3. Weisen Sie dem IO-Controller den gewünschten Gerätenamen und die gewünschte
IP-Adresse zu.
4. Lassen Sie die CPU anlaufen.
Der IO-Controller weist darauf hin den IO-Devices den angepassten PROFINET-Gerätenamen
und eine eindeutige IP-Adresse zu.
Folgende Regeln gelten bei der Zuweisung:
• Die Gerätenamen der IO-Devices ergeben sich aus der Verkettung folgender
Namensbestandteile, getrennt durch einen Punkt:
<Projektierter Name des IO-Devices aus dem Serienmaschinen-Projekt>.<Am Gerät
eingestellter Name des zugehörigen IO-Controllers>
• Die IP-Adressen der IO-Devices ergeben sich aus der vor Ort projektierten IP-Adresse des
zugehörigen IO-Controllers und der Gerätenummer (Summe).
Hinweis
Achten Sie darauf, dass während der Zuweisung keine doppelten IP-Adressen am Subnetz
entstehen können. Der IO-Controller weist in diesem Fall keine neue IP-Adresse zu.
Im folgenden Bild ist für den IO-Controller der ersten Maschine der Gerätename "m1" und die
IP-Adresse [Link] vergeben worden.
Für die zweite Maschine ist der Gerätename "m2" und die IP-Adresse [Link] vergeben
worden.
Die sich ergebenden Gerätenamen und IP-Adressen entnehmen Sie dem Bild.
Siehe auch
Mehrfach einsetzbare IO-Systeme konfigurieren (Seite 259)
Die folgenden Abschnitte zeigen, wie Sie ein PROFINET IO-System projektieren und
programmieren, damit vor Ort ohne Projektierungssoftware z. B. eine Serienmaschine in
Betrieb genommen werden kann.
Konzept
Das Prinzip der Konfigurationssteuerung ist bereits auf Geräteebene für den flexiblen Einsatz
von Baugruppen/Modulen bekannt ("Optionenhandling"). Sowohl für zentrale als auch für
dezentrale Peripherie lassen sich verschiedene Konfigurationen aus einer Projektierung
ableiten.
Mit S7-1500 CPUs ab Firmware-Version V1.7 ist dieses Prinzip auch auf der Ebene von
IO-Systemen anwendbar. Sie haben die Möglichkeit, Stationen (IO-Devices) eines PROFINET
IO-Systems in einer konkreten Anlage wegzulassen, hinzuzufügen oder die Reihenfolge der
Stationen zu variieren.
Konfigurationssteuerung für Geräte und Konfigurationssteuerung für IO-Systeme lassen sich
miteinander kombinieren; die Funktionen sind voneinander unabhängig.
Aus einem konfigurierten Maximalausbau eines IO-Systems lassen sich abweichende
Varianten betreiben. Sie können in einem Serienmaschinen-Projekt einen Baukasten aus
IO-Devices vorbereiten, den Sie dann flexibel für verschiedenste Ausbaustufen über die
Konfigurationssteuerung anpassen.
Folgende Variationsmöglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung:
• Variation der Anzahl beteiligter IO-Devices
Optionale IO-Devices für die Konfigurationssteuerung nehmen Sie in die Konfiguration
auf, indem Sie einen entsprechenden Datensatz mit der gewünschten Konfiguration im
Anwenderprogramm übertragen.
• Variation der Reihenfolge beteiligter IO-Devices
Sie passen die Portverschaltung der IO-Devices an die verwendete Topologie an, indem Sie
einen entsprechenden Datensatz mit der gewünschten Topologie im Anwenderprogramm
übertragen.
Das folgende Bild zeigt, wie Sie durch ein IO-Device, das Sie in der Netzsicht von STEP 7 als
optional gekennzeichnet haben, zwei verschiedene Konfigurationen bedienen:
• Konfiguration ohne das optionale IO-Device:
In diesem Fall müssen Sie mithilfe der Anweisung "ReconfigIOSystem" einen Datensatz an
die PROFINET-Schnittstelle übertragen, der die Information enthält, dass kein optionales
IO-Device in die Konfiguration aufgenommen werden soll.
• Konfiguration mit optionalem IO-Device:
In diesem Fall müssen Sie mithilfe der Anweisung "ReconfigIOSystem" einen Datensatz an
die PROFINET-Schnittstelle übertragen, der das optionale IO-Device in die Konfiguration
aufnimmt.
Voraussetzung
• IO-Controller unterstützt Konfigurationssteuerung für IO-Systeme, z. B. CPU 1516-3 PN/DP
ab Firmware-Version V1.7
• STEP 7 ab V13 SP1
• Die Regeln (Seite 282) zum Aufbau und Betrieb eines Serienmaschinen-Projekts sind
berücksichtigt.
Portverschaltung
Ab STEP 7 V15.1 ist keine Portverschaltung für optionale IO-Devices erforderlich.
In folgenden Fällen ist eine Portverschaltung zwingend notwendig zwischen den Geräten des
IO-Systems, die Sie über das Anwenderprogramm anpassen wollen.
• Sie haben IRT projektiert.
• Sie haben MRP projektiert.
• Sie verwenden STEP 7 <= V15.
Vorgehen
Um ein IO-Device als optionales IO-Device zu parametrieren, gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Legen Sie ein Projekt an.
2. Konfigurieren Sie eine S7-1500-CPU ab Firmware-Version V1.7 als IO-Controller.
3. Konfigurieren Sie die erforderlichen IO-Devices und weisen Sie die IO-Devices dem
IO-Controller zu.
4. Markieren Sie das IO-Device, das Sie als optional kennzeichnen wollen.
5. Wählen Sie den Bereich "PROFINET-Schnittstelle [X1] > Erweiterte Optionen".
6. Aktivieren Sie die Option "Optionales IO-Device".
7. Wiederholen Sie Schritte 4 bis 6 für alle IO-Devices, die Sie als optional parametrieren
wollen.
8. Laden Sie die Konfiguration in die CPU.
Ergebnis: Nach dem Laden dieser Konfiguration ist das Systemverhalten wie folgt:
• Die CPU ist für die Konfigurationssteuerung des IO-Systems vorbereitet.
• Alle IO-Devices sind deaktiviert.
• Unabhängig davon, ob Sie die Konfiguration im Anwenderprogramm anpassen (optionale
IO-Devices hinzunehmen) oder keine Änderung an der geladenen Konfiguration
vornehmen: Sie müssen Sie im Anwenderprogramm die Anweisung "ReconfigIOSystem"
aufrufen und dem System die aktuelle Konfiguration mitteilen!
Ohne Aufruf der Anweisung "ReconfigIOSystem" ist das System nicht betriebsbereit.
Weitere Informationen zur Vorgehensweise siehe Optionale IO-Devices im Programm
aktivieren (Seite 269).
Voraussetzung
• IO-Controller unterstützt Konfigurationssteuerung für IO-Systeme, z. B. CPU 1516-3 PN/DP
ab Firmware-Version V1.7
• STEP 7 ab V13 SP1
• Mindestens ein IO-Device wurde als optionales IO-Device parametriert.
• Die Regeln (Seite 282) zum Aufbau und Betrieb eines Serienmaschinen-Projekts sind
berücksichtigt.
Vorgehen
Beachten Sie die Hinweise und Regeln zur Inbetriebnahme in der Dokumentation zur SIMATIC
S7-1500, zu den ET 200SP CPUs und zur CPU 1516pro-2 PN.
Die folgende Beschreibung des Vorgehens umfasst nur Schritte, die zum Verständnis der
programmgesteuerten Aktivierung eines optionalen IO-Devices notwendig sind.
Um optionale IO-Devices zu aktivieren oder zu deaktivieren, gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Erzeugen Sie einen Datensatz "CTRLREC" für die Anweisung "ReconfigIOSystem".
Informationen zum Aufbau des Datensatzes finden Sie in der Online-Hilfe zu STEP 7.
2. Rufen Sie die Anweisung "ReconfigIOSystem" auf und wählen Sie den MODE 1, um alle
IO-Devices zu deaktivieren.
Wenn Sie die CPU in den Zustand STOP oder NETZ-AUS bringen, um in diesem die Anlage
umzubauen (z. B. um ein optionales IO-Device hinzuzufügen), dann ist kein explizites
Deaktivieren mit "ReconfigIOSystem" mit Modus 1 erforderlich. In diesem Fall, d. h. nach
einem STOP-RUN-Übergang und nach einem NETZ-AUS > NETZ-EIN-Übergang, sind alle
IO-Devices automatisch deaktiviert.
3. Wenn Sie die Anlage in einen sicheren Zustand gebracht haben, der einen gefahrlosen
Umbau erlaubt:
Bauen Sie die Anlage entsprechend Ihrem Anwendungsfall zusammen. Fügen Sie die
erforderliche optionale IO-Devices an den Stellen ein, die Sie in der Projektierung dafür
vorgesehen haben (Reihenfolge beachten!) bzw. entfernen Sie nicht mehr benötigte
optionale IO-Devices.
4. Vernetzen Sie die IO-Devices.
5. Lassen Sie das S7-1500-System anlaufen und rufen Sie erneut die Anweisung
"ReconfigIOSystem" auf. Wählen Sie den MODE 2 zum Übertragen des Datensatzes CTRLREC.
6. Nach erfolgreicher Übertragung des Datensatzes rufen Sie erneut die Anweisung
"ReconfigIOSystem" auf. Wählen Sie den MODE 3 zum Aktivieren aller IO-Devices, die zur
aktuellen Konfiguration gehören.
Ergebnis: Die CPU aktiviert folgende IO-Devices:
– Alle IO-Devices, die Sie nicht als optionale IO-Devices parametriert haben.
– Alle optionalen IO-Devices, die im Steuerdatensatz (CTRLREC) aufgeführt sind.
Folgende IO-Devices bleiben deaktiviert:
– Docking Units (im Betrieb wechselnde IO-Devices).
– Optionale IO-Devices, die im Steuerdatensatz nicht aufgeführt sind.
Hinweis
Rufen Sie die Anweisung "ReconfigIOSystem" für alle Werte des Parameters MODE mit
demselben Steuerdatensatz (CTRLREC) auf!
Wenn Sie für die Werte des Parameters MODE unterschiedliche Datensätze verwenden, führt
das zu einer nicht konsistenten Anpassung der Konfiguration und damit zu schwer
nachvollziehbaren Fehlermeldungen.
Datenbaustein erstellen
Der Steuerdatensatz ist in diesem Beispiel in einem Datenbaustein erstellt. Der Datenbaustein
ist wie folgt aufgebaut:
Zeile 2: Array-Definition: Array vom Typ Word mit 4 Elementen. Als Datentyp ist Array of Word
zugelassen.
Zeile 3: Version des Datensatzes (Aktuell: V1.0).
Zeile 4: Anzahl zu aktivierender optionaler IO-Devices (hier: 1).
Zeile 5: Liste der HW-Kennungen der IO-Devices, hier als Systemkonstante eingefügt.
Zeile 6: Anzahl Portverschaltungen, die im Anwenderprogramm gesetzt werden (hier: 0).
Zeile 7: Weitere Datensätze (optional)
MODE Beschreibung
1 Alle IO-Devices des IO-Systems werden durch Aufruf der Anweisung mit dem MODE 1
deaktiviert. Intern verwendet die Anweisung "ReconfigIOSystem" die Anweisung
"D_ACT_DP". Fehler, die durch D_ACT_DP ermittelt werden, gibt "ReconfigIOSystem" in
folgenden Ausgangsparametern wieder:
• STATUS (Fehlercode)
• ERR_INFO (HW-Kennung des fehlerverursachenden IO-Devices).
In STATUS und ERR_INFO trägt die CPU den zuletzt ermittelten Fehler / die zuletzt er-
mittelte HW-Kennung ein und überschreibt dabei einen bereits vorhandenen Fehler-
code. Daher können neben dem eingetragenen Fehler weitere Fehler vorliegen.
2 Die Anweisung überträgt den Datensatz zur Steuerung der tatsächlichen Konfiguration
des IO-Systems an die PROFINET-Schnittstelle, die durch den Bausteinparameter
LADDR (HW-Kennung der PROFINET-Schnittstelle) adressiert ist.
3 Alle nicht-optionalen IO-Devices des IO Systems und optionale IO-Devices, die im
Steuerdatensatz CTRLREC aufgelistet sind, werden aktiviert.
Die optionalen IO-Devices, die nicht im Datensatz CTRLREC aufgeführt sind, bleiben
deaktiviert.
Wenn IO-Devices, die Teil von Docking Units (im Betrieb wechselnde IO-Devices) sind,
im Steuerdatensatz CTRLREC aufgeführt sind, verhält sich das PN IO-System wie folgt:
• IO-Devices der Docking Units bleiben beim Aufruf von ReconfigIOSystem mit
MODE 3 deaktiviert.
Weiterführende Informationen
Informationen zum grundsätzlichen Aufbau des Datensatzes und zur Verwendung der
Anweisung "ReconfigIOSystem" finden Sie in der Online-Hilfe zu STEP 7.
Siehe auch
Optionale IO-Devices parametrieren (Seite 267)
Konzept
Eine typische Anwendung für ein Serienmaschinen-Projekt besteht darin, aus einem
Baukasten unterschiedlicher Anlagenteile eine Gesamtanlage zusammenzusetzen, die sich
nur durch die unterschiedliche räumliche Anordnung der Teile voneinander unterscheiden -
z. B. bei Transportsystemen. Jeder Anlagenteil besteht aus einer funktionalen Einheit von
Mechanik (Schienen oder Förderbänder) und Elektrik (Stromversorgung, IO-Device mit
Peripheriemodulen, Sensoren, Aktoren, Motoren, PROFINET-Anschluss für Datenaustausch
mit zentraler Steuerung ...).
Das folgende Bild zeigt, wie durch den Tausch zweier Schienensegmente ein neues
Transportsystem entsteht, das mit einer vorverlegten Weiche an die örtlichen Gegebenheiten
angepasst ist.
Aus Sicht der Automatisierung ist zur flexiblen Anpassung der PROFINET-Konfiguration keine
Änderung im Projekt erforderlich.
Die Reihenfolge der IO-Devices ist durch die Portverschaltung bestimmt. In den
Porteigenschaften der IO-Geräte projektieren Sie jeweils den Partnerport und damit das
Nachbargerät, das am jeweiligen lokalen Port angeschlossen ist. Wenn der Partnerport durch
das Anwenderprogramm bestimmt werden soll, dann müssen Sie als Partnerport die Option
"Partner durch Anwenderprogramm gesetzt" wählen.
Im folgenden Bild zeigt die Ausgangskonfiguration des oben gezeigten Transportsystems, das
eine Änderung der Reihenfolge der angeschlossenen IO-Devices über das
Anwenderprogramm zulassen soll. Im Beispiel soll die Reihenfolge von IO-Device_2 und
IO-Device_3 über das Anwenderprogramm gesteuert werden.
Um zu bestimmen, wie die Partnerport-Einstellungen zu wählen sind, müssen Sie für jedes
Gerät und jeden Port eines Geräts notieren, welcher Partner für eine Verschaltung in Frage
kommt.
• Wenn der Partner in den verschiedenen vorgesehenen Konfigurationen immer derselbe
ist, dann wählen Sie den Partnerport für diesen Partner.
• Wenn die Partner in unterschiedlichen Konfigurationen variieren, dann wählen Sie
"Partner durch Anwenderprogramm einstellen".
Voraussetzung
• IO-Controller unterstützt Konfigurationssteuerung für IO-Systeme, z. B. CPU 1515-2 PN ab
Firmware-Version V1.7
• STEP 7 ab V13 SP1
• Die Regeln (Seite 282) zum Aufbau und Betrieb eines Serienmaschinen-Projekts sind
berücksichtigt.
Vorgehen
Um den Partnerport eines Ports für eine programmgesteuerte Verschaltung einzustellen,
gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Markieren Sie die PROFINET-Schnittstelle des Geräts (IO-Controller oder IO-Device), dessen
Port Sie einstellen wollen.
2. Wählen Sie in den Eigenschaften der PROFINET-Schnittstelle den Bereich "Portverschaltung"
(Erweiterte Optionen > Port [...] > Portverschaltung).
3. Wählen Sie aus der Klappliste als Partnerport "Partner durch Anwenderprogramm einstellen".
4. Wiederholen Sie die Schritte 1. bis 3 für jeden Port, der über das Anwenderprogramm
verschaltet werden soll.
Siehe auch
Anordnung von IO-Devices im Programm anpassen (Seite 279)
Voraussetzung
• IO-Controller unterstützt Konfigurationssteuerung für IO-Systeme, z. B. CPU 1516pro-2 PN
ab Firmware-Version V1.7 als IO-Controller.
• STEP 7 V13 SP1
• Mindestens ein Partnerport wurde als "Partner durch Anwenderprogramm gesetzt"
parametriert.
• Die Regeln (Seite 282) zum Aufbau und Betrieb eines Serienmaschinen-Projekts sind
berücksichtigt.
Vorgehen
Das Vorgehen entspricht dem Vorgehen zum Aktivieren von optionalen IO-Devices.
Lediglich der Aufbau des Datensatzes muss für die programmgesteuerte Zuordnung der Ports
erweitert werden. Die Erweiterung ist in den nächsten Abschnitten beschrieben.
Vorausgesetzt ist die flexible Konfiguration aus dem vorangegangenen Abschnitt (Seite 276)
mit den dort beschriebenen Einstellungen für die jeweiligen Partnerports.
Die Partnerports in der konkreten, abgeleiteten Konfiguration sind festgelegt, daher ist es
möglich, die HW-Kennungen der beteiligten Ports zu benennen.
Die folgende Tabelle enthält nur die Geräte, bei denen die Ports durch das
Anwenderprogramm bestimmt werden können. Nur diese Geräte sind für den Aufbau des
Datensatzes relevant!
Datenbaustein erstellen
Für die abgeleitete Konfiguration ist hier exemplarisch der Aufbau des Datenbausteins
"DB-IO-SYSTEM-Port-Interconnections" erläutert.
Diesen Datenbaustein verwenden Sie beim Aufruf der Anweisung "ReconfigIOSystem" am
Eingangsparameter "CTRLREC".
Statt der absoluten Werte für die HW-Kennungen der Ports sind hier die Systemkonstanten
der HW-Kennungen verwendet.
Der Datenbaustein ist wie folgt aufgebaut:
Zeile 2: Vereinbarung eines Arrays of Word (nur dieser Datentyp ist möglich).
Zeile 3: Version des Steuerdatensatzes: V1.0.
Zeile 4: Anzahl optionaler IO-Devices: 0.
Zeile 5: Anzahl spezifizierter Portverschaltungen: 3.
Zeile 6: Portverschaltung 1, Lokaler Port.
Zeile 7: Portverschaltung 1, Partnerport.
Zeile 8: Portverschaltung 2, Lokaler Port.
Zeile 9: Portverschaltung 2, Partnerport
Zeile 10: Portverschaltung 3, Lokaler Port.
Zeile 11: Portverschaltung 3, Partnerport.
Weiterführende Informationen
Informationen zum grundsätzlichen Aufbau des Datensatzes und zur Verwendung der
Anweisung "ReconfigIOSystem" finden Sie in der Hilfe zu STEP 7.
Systemverhalten
• Systemdiagnose:
Wenn ein optionales IO-Device deaktiviert ist, wird es aus Sicht der Systemdiagnose
(Online-Sicht oder Online & Diagnose) als "deaktiviert" angezeigt.
• Topologiesicht:
Offline-Sicht: Wie projektiert. Ports, deren Partnerport parametriert wurde als "Partner
durch Anwenderprogramm einstellen", zeigen keine Verschaltung.
Online-Sicht: Ports und Verschaltungen zu deaktivierten IO-Devices werden in einem
anderen Grünton dargestellt als fehlerfreie Ports und Verschaltungen von aktivierten
IO-Devices.
• Darstellung im Webserver:
Name von Geräten wird angezeigt wie projektiert (Eigenschaften > Allgemein >
Projektinformation).
Zugewiesener PROFINET-Gerätename wird auf der Webseite "Kommunikation", Register
"Parameter" für die CPU angezeigt.
IP-Adressparameter: Aktuell zugewiesene IP-Adressparameter werden auf der Webseite
"Baugruppenzustand" angezeigt.
Topologie: Die aktuelle Topologie wird im Webserver angezeigt, wie sie sich aufgrund der
Anpassung per Anwenderprogramm ergeben hat. IO-Devices, die als optional parametriert
wurden, zeigt der Webserver als "deaktivierte" IO-Devices an.
Regeln
Es gelten die Regeln für Serienmaschinen-Projekte wie hier (Seite 254) beschrieben.
Für konfigurationsgesteuerte IO-Systeme gelten die folgenden zusätzlichen Regeln:
• Wenn Sie MRP (Media Redundancy Protocol) projektieren:
Die als Ringports parametrierten Ports dürfen nicht über Anwenderprogramm verschaltet
werden.
Geräte mit Ringports (Teilnehmer einer MRP-Domain) können aber optionale IO-Devices
sein.
• Wenn Sie Dockingsysteme projektieren (= im Betrieb wechselnde IO-Devices):
Weder die Docking Station noch das erste IO-Device einer Docking Unit dürfen optionale
IO-Devices sein.
Die Ports der Docking Units dürfen nicht über Anwenderprogramm verschaltet werden.
• Wenn Sie IRT projektieren:
Die Reihenfolge von synchronisierten IO-Devices ("IRT-Geräte") muss durch die
Konfiguration festgelegt sein und darf sich in den verschiedenen Ausprägungen einer
Serienmaschine nicht ändern. Die Ports von IRT-Geräten dürfen daher nicht über
Anwenderprogramm verschaltet werden.
Sie haben aber die Möglichkeit, IRT-Geräte in einer Linie als optionale IO-Devices zu
parametrieren.
Außerdem haben Sie die Möglichkeit, RT-Geräte, die z. B. über einen Switchport von dieser
Linie "abgehängt" sind (siehe Bild), über das Anwenderprogramm zu verschalten.
Grundlegendes
Um die PROFIenergy Funktionalität nutzen zu können, muss im PROFINET IO-System der
bestehende IO-Controller mittels eines Funktionsbausteins zum sog. "PROFIenergy Controller"
ertüchtigt werden und mindestens ein PROFIenergy fähiges IO-Device ("PROFIenergy Device")
vorhanden sein. Die PROFIenergy-Kommandos (z.B. zum Starten bzw. Beenden einer Pause)
werden vom „PROFIenergy Controller“ an die einzelnen "PROFIenergy- Devices" gesendet.
Jedes "PROFIenergy Device" entscheidet individuell wie es auf das PROFIenergy-Kommando
reagiert (Reaktion ist geräte- und herstellerspezifisch).
Es wird keine zusätzliche Hardware benötigt, die PROFIenergy-Kommandos werden direkt
von den PROFINET-Geräten interpretiert.
Funktionsweise
Zu Beginn und am Ende von Pausen aktiviert oder deaktiviert der Anlagenführer die
Pausenfunktion der Anlage; daraufhin sendet der IO-Controller das PROFIenergy-Kommando
"Start_Pause"/"End_Pause" an die PROFINET-Geräte. Das Gerät interpretiert dann den Inhalt
des PROFIenergy-Kommandos und schaltet ab/wieder an.
Über weitere PROFIenergy-Funktionen können während der Pausen Geräteinformationen
abgerufen werden. Diese kann der Anwender nutzen, um das "Start_Pause"/"End_Pause"
Kommando rechtzeitig zu übertragen.
Hinweis
Beim dezentralen Peripheriesystem ET 200S müssen Sie die Anwendung von PROFIenergy
in STEP 7 projektieren. Sie projektieren PROFIenergy, indem Sie im Power-Modul
PM-E DC24V/8A RO das Optionskästchen "Energiesparmaßnahmen für diese
Potenzialgruppe verwenden" aktivieren.
Wenn Sie PROFIenergy für ein I-Device verwenden wollen, dann müssen Sie das in STEP 7
projektieren. Wie Sie PROFIenergy für ein I-Device projektieren, finden Sie im Kapitel
PROFIenergy bei I-Devices projektieren (Seite 146).
Anwendungsbeispiele
• SIMATIC S7 Bibliothek zur einfachen Parametrierung von PROFIenergy.
Das Anwendungsbeispiel finden Sie hier
([Link]
• Anwendungsleitfaden zur Umsetzung von Abschaltkonzepten mit PROFIenergy.
Das Anwendungsbeispiel finden Sie hier
([Link]
• Energie sparen mit SIMATIC S7 - PROFIenergy mit I-Device
Das Anwendungsbeispiel finden Sie hier
([Link]
Hinweis
Eindeutige IP-Adresse
Jede Docking Unit eines Docking Systems muss mit einer eindeutigen IP-Adresse in einem
gemeinsamen Projekt projektiert und am selben IO-Controller wie alle anderen Docking
Units des Systems betrieben werden.
Applikative Voraussetzungen
Folgende Punkte sind bei der Realisierung eines Dockingsystems mit im Betrieb wechselnden
IO-Devices zu beachten:
• Die IO-Devices aller Docking Units sind in der Projektierung in der Voreinstellung
deaktiviert.
• Es kann zu jeder Zeit immer nur eine Docking Unit aktiv sein, d. h. nur die IO-Devices einer
Docking Unit können aktiviert sein. Alle IO-Devices anderer Docking Units müssen
deaktiviert sein oder deaktiviert werden, bevor die IO-Devices einer Docking Unit aktiviert
werden können. Sie aktivieren ein IO-Device mit der Anweisung "D_ACT_DP".
• Zur Aktivierung einer Docking Unit wird eine physikalische Verbindung zu dieser Docking
Unit und dessen IO-Devices hergestellt und danach werden die IO-Devices eingeschaltet
(Power-On). Zeitgleich müssen im Anwenderprogramm alle IO-Devices dieser Docking
Unit mit der Anweisung "D_ACT_DP" aktiviert werden.
Hinweis
Automatische Deaktivierung im Betriebszustand "Anlauf" der CPU
Wenn sich die CPU im Betriebszustand "Anlauf" befindet, dann werden im Betrieb
wechselnde IO-Devices eines Dockingsystems automatisch deaktiviert.
• Nach der Rückmeldung "IO-Device aktiviert" greifen Sie per direkten Peripheriezugriff auf
das IO-Device zu.
• Rufen Sie die Anweisung "D_ACT_DP" zum Aktivieren und Deaktivieren des IO-Devices
möglichst am Anfang des OB 1-Zyklus auf.
Hinweis
Anzahl der im Betrieb wechselnden IO-Devices ("Wechselnder Partner-Port") - Anzahl
der Docking Units
Wenn Sie schnellstmögliche Werkzeugwechselzeiten erreichen möchten, müssen Sie
folgende Punkte, die von der eingesetzten CPU oder dem eingesetzten CP abhängig sind,
beachten:
• Nur mit der PROFINET-Funktionalität "Priorisierter Hochlauf" projektierte IO-Devices
können optimiert anlaufen. Die Anzahl der IO-Devices mit Projektierung dieser
PROFINET-Funktionalität ist beschränkt.
• Es kann nur eine bestimmte Anzahl von IO-Devices gleichzeitig aktiviert werden. Diese
ist abhängig von den verfügbaren "D_ACT_DP"-Ressourcen. Eine Docking Unit sollte
nicht mehr als die entsprechende Anzahl IO-Devices enthalten. Werden hier mehr
IO-Devices in einer Docking Unit betrieben, so müssen die IO-Devices nacheinander
aktiviert werden, was entsprechend länger dauert.
Beispiel: Eine S7-CPU 1516-3 PN/DP kann maximal 32 IO-Devices mit priorisiertem
Hochlauf bedienen und kann gleichzeitig 8 IO-Devices per "D_ACT_DP" aktivieren.
Für eine zeitlich optimale Anwendung sollte deshalb eine Docking Unit nicht mehr als
8 IO-Devices beinhalten und in allen wechselnden Docking Units sollten nicht mehr als
32 IO-Devices eingesetzt sein.
Vorgehen in STEP 7
1. Projektieren Sie Ihre Anlage wie gewohnt, verzichten Sie dabei zunächst auf die
topologische Verschaltung der einzelnen PROFINET-Geräte.
2. Navigieren Sie in das Register "Topologiesicht".
3. Selektieren Sie den Port, den Sie mit im Betrieb wechselnden Partnern betreiben wollen.
4. Navigieren Sie in das Register "Eigenschaften" des Inspektorfensters und wählen Sie in der
Bereichsnavigation "Portverschaltung" aus.
Tipp: Alternative Partner-Ports können Sie auch per Drag and Drop in der Topologiesicht
verbinden, wenn sie vorher die Option "Alternative Partner" aktiviert haben.
Ergebnis
Sie haben den betreffenden Port mit einem oder mehreren wechselnden IO-Devices
verschaltet. Die Verbindungen zu den einzelnen im Betrieb wechselnden Partner-Ports
werden in der Topologiesicht mit einer grünen gestrichelten Linie dargestellt.
Verschaltung löschen
Markieren Sie den Port des wechselnden Partners und entfernen Sie die Verschaltung mit der
"Entfernen"-Taste.
Hinweis
Anlaufzeit bis zu 8 s
Bei der folgenden Situation kann es trotz Priorisiertem Hochlauf zu einer Anlaufzeit von bis zu
8 s kommen:
An einer Andockstelle docken als ein IO-Device mit identischen Gerätenamen und identischer
IP-Konfiguration mehrere physikalische IO-Devices an (z. B. Andockstelle für fahrerloses
Transportsystem).
Abhängigkeiten
Die Länge der Hochlaufzeit eines IO-Devices (Dezentrale Peripherie) mit der
PROFINET-Funktionalität "Priorisierter Hochlauf" ist von folgenden Punkten abhängig:
• IO-Devices (Dezentrale Peripherie)
• Peripherieausbau des IO-Devices (Dezentrale Peripherie)
• Module des IO-Devices (Dezentrale Peripherie)
• IO-Controller
• Switch
• Porteinstellung
• Verkabelung
• Projektierte RT-Klasse des IO-Devices
Hinweis
Hochlaufzeit und RT-Klasse des IO-Devices
Ein IO-Device mit IRT-Kommunikation benötigt für den beschleunigten Anlauf länger, als
ein IO-Device mit RT-Kommunikation.
Der längere Anlauf bei IRT resultiert aus der Notwendigkeit, das IO-Device zu
synchronisieren, bevor die Kommunikation eingerichtet werden kann.
Hinweis
IWLAN und Priorisierter Hochlauf
PROFINET-Geräte, die über Access Points an PROFINET IO angeschlossen sind,
unterstützen nicht die PROFINET-Funktionalität "Priorisierter Hochlauf".
Definition
Priorisierter Hochlauf bezeichnet die PROFINET-Funktionalität zur Beschleunigung des Anlaufs
von IO-Devices in einem PROFINET IO-System mit RT-Kommunikation. Sie verkürzt die Zeit,
die die entsprechend projektierten IO-Devices benötigen, um in folgenden Fällen wieder in
den zyklischen Nutzdatenaustausch zu gelangen:
• Nach Wiederkehr der Spannungsversorgung
• Nach Stationswiederkehr
• Nach Aktivieren von IO-Devices
WARNUNG
Datenaustausch trotz mehrfach verwendeter IP-Adressen/Gerätenamen im
PROFINET IO-System
Um die schnelleren Hochlaufzeiten zu erreichen, überprüft der IO-Controller beim
priorisierten Hochlauf die Eindeutigkeit von Gerätenamen und IP-Adresse parallel mit dem
Gerätehochlauf. Bei fehlerhafter bzw. doppelter Vergabe von Gerätenamen oder IP-Adresse
ist ein kurzzeitiger Datenaustausch möglich, bis der IO-Controller auf den Fehler reagiert. In
dieser Zeit kann der IO-Controller IO-Daten mit dem falschen Gerät austauschen.
Stellen Sie bei der Inbetriebnahme sicher, dass im PROFINET IO-System keine IP-
Adressen/Gerätenamen mehrfach vergeben sind.
Vorteile
Die PROFINET-Funktionalität "Priorisierter Hochlauf" ermöglicht PROFINET IO-Anwendungen,
in denen Maschinenteile oder Werkzeuge und deren IO-Devices permanent getauscht
werden. Wartezeiten von mehreren Sekunden zwischen den zeitlichen Abläufen des
Wiederanlaufs sind durch deren Optimierung auf ein Minimum reduziert. Dadurch
beschleunigt sich der Fertigungsprozess mit wechselnden IO-Devices (PROFINET-
Funktionalität "Docking Systeme"), z. B. in Werkzeugwechsler-Anwendungen, und ermöglicht
einen größeren Durchsatz in der Produktion.
Auch in Anwendungen, bei denen es generell auf eine schnelle Hochlaufzeit der IO-Devices
nach "Power-On" bzw. nach Stationsausfall/Stationswiederkehr ankommt, oder beim
Aktivieren von IO-Devices bietet die PROFINET-Funktionalität "Priorisierter Hochlauf" einen
erheblichen Performance-Gewinn.
Einsatzgebiet
Priorisierter Hochlauf können Sie z. B. für den Werkzeugwechsel bei Robotern in der
Automobilindustrie nutzen. Typische Werkzeuge sind z. B.:
• Schweißzangen
• Haltewerkzeuge für die Fertigung von Karosserieteilen
Bild 5-112 Beispielkonfiguration eines Werkzeugwechslers: Werkzeuge 1-3 mit "Priorisiertem Hochlauf" konfiguriert
Voraussetzung
Die PROFINET-Funktionalität "Priorisierter Hochlauf" können Sie bei den IO-Devices
(Dezentrale Peripherie) nur in folgenden Fällen aktivieren:
• Der verwendete IO-Controller kann ausgewählte IO-Devices beim Hochlauf priorisieren.
• Das verwendete IO-Device unterstützt die Priorisierung.
Vorgehen
1. Selektieren Sie in der Netz- oder Gerätesicht das IO-Device, dessen Hochlauf beschleunigt
werden soll.
2. Öffnen Sie im Inspektorfenster die Eigenschaften des IO-Devices.
3. Navigieren Sie zu "PROFINET-Schnittstelle > Erweiterte Optionen > Schnittstellen-Optionen".
4. Aktivieren Sie das Optionskästchen "Priorisierter Hochlauf".
Hinweis
Priorisierter Hochlauf nach erstmaligem Hochlauf
Ein Priorisierter Hochlauf der IO-Devices steht Ihnen immer erst nach der erstmaligen
Parametrierung dieses IO-Devices im allerersten Anlauf des PROFINET IO-Systems zur
Verfügung. Auch im Ersatzteilfall bzw. nach Reset to factory Settings (Zurücksetzen auf
Werkseinstellung) erfolgt der erste Hochlauf als Standard-Hochlauf bei den entsprechend
projektierten IO-Devices.
Hinweis
Anzahl von IO-Devices (Dezentrale Peripherie) mit priorisiertem Hochlauf
Innerhalb eines PROFINET IO-Systems können Sie nur eine, vom verwendeten
IO-Controller abhängige, maximale Anzahl von IO-Devices mit der PROFINET-
Funktionalität "Priorisierter Hochlauf" anlaufen lassen.
Voraussetzung
Sie haben zur Verkürzung der Hochlaufzeit des IO-Devices für den betreffenden Port folgende
Einstellungen vorgenommen:
• Feste Übertragungsrate
• Autonegotiation deaktiviert
Die Zeit für das Aushandeln der Übertragungsrate beim Hochlauf wird somit eingespart.
Wenn Sie Autonegotiation deaktiviert haben, müssen Sie die Verkabelungsregeln beachten.
Gekreuzte Pinbelegung bedeutet, dass die Pinbelegung der Ports für Senden und Empfangen
zwischen den betreffenden PROFINET-Geräten intern vertauscht wird.
Einleitung
Sie können durch bestimmte Änderungen im Anwenderprogramm den Hochlauf für im
Betrieb wechselnde IO-Devices von Dockingsystemen beschleunigen.
Einschränkungen
• Echtzeitkommunikation:
– RT mit einem festen Sendetakt von 1 ms
– Kein IRT
– Kein Redundanzverfahren MRPD
– Kein PROFINET mit Performance Upgrade
• Keine Taktsynchronität
• Kein direkter Datenaustausch
• Kein Betrieb als I-Device
• Kein Zugriff auf Shared Devices
• Keine Unterstützung von Docking-Systemen
• Keine Unterstützung von Serienmaschinen-Projekten
• Port-Optionen (nur für PROFINET-Schnittstelle X1):
– Kein Deaktivieren von Ports möglich
– Kein Projektieren von Boundaries möglich
6.2 H-Sync-Forwarding
Einleitung
H-Sync-Forwarding befähigt ein PROFINET-Gerät mit MRP die Synchronisationsdaten
(Synchronisationstelegramme) eines redundanten Systems S7-1500R nur innerhalb des
PROFINET-Rings weiterzuleiten.
Außerdem werden durch H-Sync-Forwarding die Synchronisationsdaten auch während einer
Rekonfiguration des PROFINET-Rings weitergeleitet. H-Snyc-Forwarding vermeidet eine
Zykluszeiterhöhung bei einer Unterbrechung des PROFINET-Rings.
Hinweis
Unterstützung H-Sync-Forwarding
Ob ein PROFINET-Gerät H-Sync-Forwarding unterstützt, steht typischerweiser in den
technischen Daten.
Auch anhand der GSD-Datei erkennen Sie, ob das Gerät H-Sync-Forwarding unterstützt. Das
Gerät unterstützt H-Sync-Forwarding, wenn das Attribut
"AdditionalForwardingRulesSupported" im Element „MediaRedundancy“ auf „true“ gesetzt ist.
Randbedingungen
• Für redundante Systeme S7-1500H ist H-Sync-Forwarding nicht relevant. Beim
redundanten System S7-1500H werden die H-Sync-Telegramme ausschließlich über die
Lichtwellenleiter übertragen.
• Wenn Sie PROFINET-Geräte mit mehr als 2 Ports (z. B. Switch) im PROFINET-Ring eines
R-Systems einsetzen, dann müssen diese Geräte H-Sync-Forwarding unterstützen.
Bei einem Switch ohne H-Sync-Forwarding verlassen H-Sync-Telegramme den PROFINET-
Ring. Das führt zu einer zusätzlichen Belastung des Netzwerks. Als weitere gravierende
Folge kann bei anderen R-Systemen im Netzwerk die Redundanz ausfallen oder der Anlauf
verhindert werden.
• Wenn Sie PROFINET-Geräte mit nur 2 Ports im PROFINET-Ring eines R-System
einsetzen, dann wird H-Sync-Forwarding empfohlen.
Wenn Sie PROFINET-Geräte ohne H-Sync-Forwarding im PROFINET-Ring des redundanten
Systems S7-1500R/H betreiben, führt das folgende Szenario zu einer zusätzlichen
Zykluszeiterhöhung:
Hinweis
Wenn der Ausfall der PROFINET-Leitung, die beide CPUs des redundanten Systems
S7-1500R direkt verbindet, unwahrscheinlich ist, dann können Sie PROFINET-Geräte ohne
H-Sync-Forwarding im PROFINET-Ring des redundanten Systems S7-1500R einsetzen.
Beispiel: Beide CPUs des redundanten Systems S7-1500R/H befinden sich direkt
nebeneinander im Schaltschrank. In diesem Fall ist der Ausfall der PROFINET-Leitung
unwahrscheinlich.
6.3 Systemredundanz S2
Einleitung
IO-Devices mit Systemredundanz S2 ermöglichen den unterbrechungsfreien
Prozessdatenaustausch mit dem redundanten System S7-1500R/H bei Ausfall einer CPU.
Ein IO-Device mit Systemredundanz S2 unterstützt Systemredundanz-ARs. Die
Systemredundanz-ARs können doppelt (redundant) vorhanden sein. Somit unterstützt ein
IO-Device ARs von 2 IO-Controllern gleichzeitig (hinsichtlich derselben Module).
Eine Systemredundanz-AR kann entweder Primary-AR oder Backup-AR sein. Ein IO-Device
schaltet die Daten von der Primary-AR an den Ausgängen aktiv. Die Daten der Backup-AR
werden lediglich gespeichert.
In STEP 7 projektieren Sie Systemredundanz S2 für ein IO-Device, indem Sie das IO-Device
beiden CPUs des redundanten Systems S7-1500R/H zuordnen.
Einleitung
Ab FW-Stand V2.8 unterstützt das redundante System S7-1500R/H die Funktion "Geschaltetes
S1-Device".
Die Funktion "Geschaltetes S1-Device" der CPU ermöglicht den Betrieb von
Standard-IO-Devices am redundanten System S7-1500R/H.
Auch Standard-IO-Devices sind immer beiden CPUs des redundanten Systems S7-1500R/H
zugeordnet. Im Unterschied zu einem IO-Device mit Systemredundanz S2 unterstützt ein
Standard-IO-Device nur eine aktive AR. Die AR besteht immer nur zur Primary-CPU des
redundanten Systems S7-1500R/H.
In STEP 7 projektieren Sie ein über die Funktion "Geschaltetes S1-Device" angebundenes
IO-Device, indem Sie ein Standard-IO-Device beiden CPUs des redundanten Systems
S7-1500R/H zuordnen.
Hinweis
Standard-IO-Devices im redundanten System S7-1500R
Standard-IO-Devices unterstützen in der Regel kein H-Sync-Forwarding (Seite 300).
Um eine Zykluszeiterhöhung bei Unterbrechung des PROFINET-Rings zu vermeiden, binden
Sie die Standard-IO-Devices nicht im PROFINET-Ring, sondern hinter einem Switch ein.
Bild 6-3 Verhalten von Standard IO-Devices bei Ausfall der Primary-CPU
6.6 Aufbauvorschriften
Hinweis
Standard-IO-Devices im redundanten System S7-1500R
Standard-IO-Devices unterstützen in der Regel kein H-Sync-Forwarding.
Um eine Zykluszeiterhöhung bei Unterbrechung des PROFINET-Rings zu vermeiden,
binden Sie die Standard-IO-Devices nicht im PROFINET-Ring, sondern hinter einem Switch
ein.
Hinweis
Empfehlung: Die Anzahl der Teilnehmer im PROFINET-Ring beeinflusst die Verfügbarkeit
des Systems S7-1500R. Die Anzahl der PROFINET-Geräte inklusive R-CPUs im
PROFINET-Ring sollte 16 nicht überschreiten. Wenn Sie deutlich mehr Teilnehmer im
PROFINET-Ring betreiben, dann verringert sich die Verfügbarkeit der IO-Devices und der
R-CPUs. Die Angaben zu den technischen Daten in der Dokumentation beziehen sich auf
die maximal empfohlenen 16 PROFINET-Geräte im Ring in S7-1500R.
IO-Devices im PROFINET-Ring
Das redundante System S7-1500R besteht aus den beiden CPUs 1515R und 2 IO-Devices im
PROFINET-Ring. Die IO-Devices unterstützen Systemredundanz S2, MRP und H-Sync-
Forwarding.
Bild 6-4 Beispiel für ein redundantes System S7-1500R mit 2 IO-Devices im PROFINET-Ring
Bild 6-6 Beispiel für ein redundantes System S7-1500R mit einem weiteren PROFINET IO-System
Weitere IO-Controller können auch als I-Device an das redundante System S7-1500R/H
angebunden sein. Ein I-Device ist wie ein Standard-IO-Device an das redundante System
S7-1500R/H angebunden.
Das redundante System S7-1500R/H unterstützt den Einsatz von I-Devices nur über GSD-Datei
und als Standard-IO-Device.
Bild 6-8 Konfiguration mit dem PN/PN-Coupler mit einseitiger Systemredundanz (S2/S1)
Bild 6-9 Konfiguration mit dem PN/PN-Coupler mit zweiseitiger Systemredundanz (S2/S2)
Verweis
Weitere Informationen zum PN/PN-Coupler finden Sie im Gerätehandbuch PN/PN-Coupler
([Link]
Voraussetzungen
• Redundantes System S7-1500R/H
• IO-Device:
– Das redundante System S7-1500R/H unterstützt ab Firmware-Version V2.8 IO-Devices
mit Systemredundanz S2 und Standard-IO-Devices.
– Das redundante System S7-1500R/H mit Firmware-Version kleiner V2.8 unterstützt
ausschließlich IO-Devices mit Systemredundanz S2, z. B. IM 155-6 PN HF ab
Firmwarestand V4.2.
Vorgehen
Um ein IO-Device dem redundanten System S7-1500R/H zuzuordnen, gehen Sie
folgendermaßen vor:
1. Selektieren Sie in der Netzsicht von STEP 7 die PROFINET-Schnittstelle des IO-Device.
2. Ziehen Sie per Drag & Drop eine Linie zwischen der PROFINET-Schnittstelle des IO-Device
und der PROFINET-Schnittstelle X1 der linken CPU.
Hinweis
I-Device als Standard IO-Device
Sie können dem redundanten System S7-1500R/H kein Gerät zuordnen, das Sie in STEP 7 als
I-Device projektiert haben.
Um ein I-Device als Standard-IO-Device am redundanten System S7-1500R/H zu betreiben,
projektieren Sie das I-Device immer über GSD-Datei.
• SIMATIC CPU als I-Device
– Projektieren Sie zuerst in STEP 7 die SIMATIC CPU als I-Device mit allen
Transferbereichen.
– Exportieren Sie das I-Device als GSD-Datei. Den GSD-Export finden in den
Eigenschaften der PROFINET-Schnittstelle unter "Betriebsart" >
"I-Device-Kommunikation" > "Gerätebeschreibungsdatei (GSD) exportieren".
– Installieren Sie die GSD-Datei in STEP 7.
• HMI-Gerät als I-Device (Funktion "Direkttaste")
– Die GSD-Dateien für SIMATIC Comfort Panel und SIMATIC Mobile Panel finden in
diesem Anwendungsbeispiel
([Link]
Ordnen Sie das über GSD-Datei projektierte Gerät dem redundanten System S7-1500R/H zu.
Voraussetzungen
• Redundantes System S7-1500R/H
• Alle Teilnehmer im Ring unterstützen das Medienredundanzverfahren MRP.
• IO-Devices sind dem redundanten System S7-1500R/H zugewiesen.
STEP 7 zeigt im Inspektorfenster die Eigenschaften der MRP-Domain an, in der sich die
PROFINET-Schnittstelle X1 der CPU befindet.
4. Vergeben Sie in der Tabelle "Geräte" in der Spalte "MRP-Rolle" für alle weiteren Teilnehmer
des Rings die MRP-Rolle "Client".
Topologie
① Primary MIC
② Medienredundanz Interconnection Manager (MIM)
③ Secondary Link
④ Secondary Coupled MIC
⑤ Primary Coupled MIC
⑥ Primary Link
Bild 6-17 Beispiel: Redundante Verbindung von S7-1500R in 2 Ringen mit MRP-Interconnection
Weitere Informationen
Alle Informationen, die allgemein für MRP-Interconnection und damit auch für redundante
Systeme S7-1500R/H mit MRP-Interconnection gelten, finden Sie im Kapitel MRP-
Interconnection (Seite 191) beschrieben, z. B. Randbedingungen, Funktionsweise,
Konfiguration und Zeiten.
Aktualisierungszeit
Innerhalb dieses Zeitintervalls wird ein IO-Device/IO-Controller im PROFINET IO-System vom
IO-Controller/IO-Device mit neuen Daten versorgt. Die Aktualisierungszeit kann für jedes
IO-Device separat projektiert werden und bestimmt den Zeitabstand, in dem Daten vom
IO-Controller zum IO-Device (Ausgänge) sowie Daten vom IO-Device zum IO-Controller
(Eingänge) gesendet werden.
Alarm
Ein Alarm ist ein Ereignis, bei dessen Auftreten das Betriebssystem einer S7-CPU automatisch
einen zugeordneten Organisationsbaustein (Alarm-OB) aufruft, in dem der Anwender die
gewünschte Reaktion auf dieses Ereignis programmieren kann.
Alarm, Diagnose
→ Diagnosealarm
Anwenderprogramm
Bei SIMATIC wird unterschieden zwischen Betriebssystem der CPU und
Anwenderprogrammen. Das Anwenderprogramm enthält alle Anweisungen, Deklarationen
und Daten, durch die eine Anlage oder ein Prozess gesteuert werden können. Das
Anwenderprogramm ist einer programmierbaren Baugruppe (z. B. CPU, FM) zugeordnet und
kann in kleinere Einheiten strukturiert werden.
API
API (Application Process Identifier) ist ein Parameter, dessen Wert den IO-Daten-
verarbeitenden Prozess (Anwendung) spezifiziert.
Die PROFINET-Norm IEC 61158 ordnet bestimmten APIs Profile (PROFIdrive, PROFIsave) zu,
die von der PROFINET Nutzerorganisation definiert sind.
Der Standard-API ist 0.
Applikation
Eine Applikation ist ein direkt auf dem Betriebssystem MS-DOS/Windows aufsetzendes
Programm. Eine Applikation auf dem PG ist z. B. STEP 7.
AR
Die AR (Application Relation) umfasst die Gesamtheit aller Kommunikationsbeziehungen
zwischen IO-Controller und IO-Device (z. B. IO-Daten, Datensätze, Alarme).
AR ist auch eine Adressierungsebene für Diagnosedatensätze.
Asset
Ein Asset ist eine Komponente einer Maschine oder Anlage. Dabei kann es sich um Hardware
oder Software/Firmware handeln.
Automatisierungssystem
Speicherprogrammierbare Steuerung für die Regelung und Steuerung von Prozessketten der
verfahrenstechnischen Industrie und der Fertigungstechnik. Je nach
Automatisierungsaufgabe setzt sich das Automatisierungssystem aus unterschiedlichen
Komponenten und integrierten Systemfunktionen zusammen.
Backup-AR
Die Backup-AR ist die Systemredundanz-AR zwischen einem IO-Device mit Systemredundanz
S2 und der Backup-CPU des redundanten Systems S7-1500R/H.
Backup-CPU
Wenn sich das R-/H-System im Systemzustand RUN-Redundant befindet, dann führt die
Primary-CPU den Prozess. Die Backup-CPU bearbeitet das Anwenderprogramm synchron und
kann bei einem Ausfall der Primary-CPU die Prozessführung übernehmen.
Betriebszustände
Betriebszustände beschreiben das Verhalten einer einzelnen CPU zu jedem beliebigen
Zeitpunkt.
Die CPUs von SIMATIC-Standardsystemen verfügen über die Betriebszustände STOP, ANLAUF
und RUN.
Die Primary-CPU des redundanten Systems S7-1500R/H verfügt über die Betriebszustände
STOP, ANLAUF, RUN, RUN-Syncup und RUN-Redundant. Die Backup-CPU verfügt über die
Betriebszustände STOP, SYNCUP und RUN-Redundant.
Bus
Ein Bus ist ein Übertragungsmedium, das mehrere Teilnehmer miteinander verbindet. Die
Datenübertragung kann elektrisch oder über Lichtwellenleiter sowohl seriell als auch parallel
erfolgen.
CP
→ Kommunikationsprozessor
CPU
Central Processing Unit - Zentralbaugruppe des S7-Automatisierungssystems mit Steuer- und
Rechenwerk, Speicher, Betriebssystem und Schnittstelle für Programmiergerät.
DCP
DCP (Discovery and Basic Configuration Protocol). Ermöglicht die Vergabe von
Geräteparametern (z. B. IP-Adresse) mit herstellerspezifischen Projektier-/Programmiertools.
Default-Router
Müssen Daten mittels TCP/IP an einen Partner weitergeleitet werden, der sich außerhalb des
eigenen Netzes befindet, geschieht dies über den Default-Router.
Determinismus
Determinismus bedeutet, dass ein System vorhersagbar (deterministisch) reagiert.
DHCP
DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol). Protokoll, mit dem IP-Adressen (und andere im
Internet-Umfeld wichtigen Hochlaufparameter) vergeben werden können.
Diagnose
→ Systemdiagnose
Diagnosealarm
Diagnosefähige Baugruppen melden erkannte Systemfehler über Diagnosealarme an die CPU.
→ Siehe auch CPU
Diagnosepuffer
Der Diagnosepuffer ist ein gepufferter Speicherbereich in der CPU, in dem Diagnoseereignisse
in der Reihenfolge des Auftretens abgelegt sind.
Direkter Datenaustausch
Beim Direkten Datenaustausch stellt eine S7-1500 CPU einem oder mehreren Partnern
zyklisch Nutzdaten aus dem Peripheriebereich (E/A) zur Verfügung.
Die Funktion direkter Datenaustausch ermöglicht eine deterministische, taktsynchrone
IO-Kommunikation zwischen mehreren S7-1500 CPUs.
DP-Master
Ein Master, der sich nach der Norm EN 50170, Teil 3, verhält, wird als DP-Master bezeichnet.
→ Siehe auch Master
DP-Slave
Ein Slave, der am PROFIBUS mit dem Protokoll PROFIBUS DP betrieben wird und sich nach der
Norm EN 50170, Teil 3, verhält, heißt DP-Slave.
→ Siehe auch Slave
DPV1
Unter der Bezeichnung DPV1 wird die funktionale Erweiterung der azyklischen Dienste (z. B.
um neue Alarme) des DP-Protokolls verstanden. Die Funktionalität DPV1 ist in der
IEC 61158/EN 50170, Volume 2, PROFIBUS integriert.
Duplex
Halbduplex: Ein Kanal zum abwechselnden Informationsaustausch seht zur Verfügung.
Vollduplex: Zwei Kanäle zum gleichzeitigen Informationsaustausch in beide Richtungen
stehen zur Verfügung.
Echtzeit
Echtzeit bedeutet, dass ein System externe Ereignisse in definierter Zeit verarbeitet.
Echtzeitkommunikation
Sammelbegriff für RT und IRT.
PROFINET nutzt bei der Kommunikation von zeitkritischen IO-Nutzdaten nicht TCP/IP, sondern
einen eigenen Echtzeitkanal (RT).
Ethernet
Ethernet ist eine internationale Standardtechnologie für lokale Netzwerke (LAN), basierend
auf Frames. Sie definiert Kabeltypen und Signalisierung für die Bitübertragungsschicht sowie
Paketformate und Protokolle für die Medienzugriffskontrolle.
Gerät
Im Umfeld von PROFINET ist "Gerät" der Oberbegriff für:
• Automatisierungssysteme (z. B. SPS, PC)
• Dezentrale Peripheriesysteme
• Feldgeräte (z. B. SPS, PC, Hydraulikgeräte, Pneumatikgeräte)
• Aktive Netzkomponenten (z. B. Switches, Router)
• Netzübergänge zu PROFIBUS, AS-Interface oder anderen Feldbussystemen
Gerätename (PROFINET-Gerätename)
Im Umfeld von PROFINET IO ist der Gerätename eine eindeutige Identifizierung für die
PROFINET IO Schnittstelle eines Gerätes.
Geschaltetes S1-Device
Die Funktion "Geschaltetes S1-Device" der CPU ermöglicht den Betrieb von
Standard-IO-Devices am redundanten System S7-1500R/H.
Die PROFINET-Kommunikation läuft auf einer AR zwischen der Primary-CPU und dem
Standard-IO-Device. Bei einem Wechsel der Primary-CPU wird das Standard-IO-Device
kurzzeitig vom redundanten System S7-1500R/H getrennt, bis die neue Primary-CPU eine AR
zum Standard-IO-Device aufgebaut hat.
GSD-Datei
Als Generic Station Description enthält diese Datei im XML-Format alle Eigenschaften eines
PROFINET-Geräts, die für dessen Projektierung notwendig sind.
H-Sync-Forwarding
H-Sync-Forwarding befähigt ein PROFINET-Gerät mit MRP die Synchronisationsdaten
(Synchronisationstelegramme) eines redundanten Systems S7-1500R nur innerhalb des
PROFINET-Rings weiterzuleiten.
Außerdem werden durch H-Sync-Forwarding die Synchronisationsdaten auch während einer
Rekonfiguration des PROFINET-Rings weitergeleitet. H-Snyc-Forwarding vermeidet eine
Zykluszeiterhöhung bei einer Unterbrechung des PROFINET-Rings.
S7-1500R: Für alle PROFINET-Geräte mit nur 2 Ports im PROFINET-Ring wird H-Sync-
Forwarding empfohlen. Alle PROFINET-Geräte mit mehr als 2 Ports (z. B. Switch) im
PROFINET-Ring müssen H-Sync-Forwarding unterstützen.
S7-1500H: Für redundante Systeme S7-1500H ist H-Sync-Forwarding nicht relevant.
I-Device
Die Funktionalität "I-Device" (Intelligentes IO-Device) einer CPU erlaubt es, Daten mit einem
IO-Controller auszutauschen und somit z. B. als intelligente Vorverarbeitungseinheit von
Teilprozessen einzusetzen. Das I-Device ist hierbei in der Rolle eines IO-Devices an einen
"übergeordneten" IO-Controller angebunden.
Industrial Ethernet
Industrial Ethernet ist eine Richtlinie zum Aufbau eines Ethernets in einer industriellen
Umgebung. Die größte Unterscheidung zum Standard-Ethernet liegt in der mechanischen
Belastbarkeit und Störunempfindlichkeit der einzelnen Komponenten.
IP-Adresse
Damit ein PROFINET-Gerät als Teilnehmer am Industrial Ethernet angesprochen werden kann,
benötigt dieses Gerät zusätzlich eine im Netz eindeutige IP-Adresse. Beispiel: Eine
IPv4-Adresse besteht aus 4 Dezimalzahlen mit dem Wertebereich 0 bis 255. Die
Dezimalzahlen sind durch einen Punkt voneinander getrennt.
Die IP-Adresse setzt sich aus folgenden Teilen zusammen:
• Adresse des Netzes
• Adresse des Teilnehmers (im Allgemeinen auch Host oder Netzknoten genannt).
IRT
IRT ist ein synchronisiertes Übertragungsverfahren für den zyklischen Austausch von
IRT-Daten zwischen PROFINET-Geräten. Für die IRT-Daten steht eine reservierte Bandbreite
innerhalb des Sendetakts zur Verfügung. Die reservierte Bandbreite garantiert, dass die
IRT-Daten auch von hoher anderer Netzlast (z. B. TCP/IP-Kommunikation oder zusätzlicher
Realtime-Kommunikation) unbeeinflusst in reservierten, zeitlich synchronisierten Abständen
übertragen werden können.
Kommunikationsprozessor
Kommunikationsprozessoren sind Baugruppen für Punkt-zu-Punkt- und Buskopplungen.
Konfigurieren
Auswählen und Zusammenstellen einzelner Komponenten eines Automatisierungssystems
bzw. Installieren von benötigter Software und Anpassen an den speziellen Einsatz (z. B. durch
Parametrieren der Baugruppen).
Konsistente Daten
Daten, die inhaltlich zusammengehören und nicht getrennt werden dürfen, bezeichnet man
als konsistente Daten.
Zum Beispiel müssen die Werte von Analogbaugruppen immer als Ganzes behandelt werden,
d. h., der Wert einer Analogbaugruppe darf durch das Auslesen zu zwei verschiedenen
Zeitpunkten nicht verfälscht werden.
LAN
Local Area Network - lokales Netzwerk, an das mehrere Rechner innerhalb eines
Unternehmens angeschlossen sind. Das LAN hat also eine geringe räumliche Ausdehnung
und unterliegt der Verfügungsgewalt einer Firma oder Institution.
Linientiefe
Bezeichnet die Anzahl der in Linie verschalteten externen Switches oder integrierten
Switches.
MAC-Adresse
Weltweit eindeutige Geräte-Identifikation für alle Ethernet-Geräte. Sie wird bereits vom
Hersteller vergeben und hat 3 Byte Herstellerkennung und 3 Byte Gerätekennung als
laufende Nummer.
Jedem PROFINET-Gerät wird bereits im Werk eine weltweit eindeutige Geräte-Identifikation
zugewiesen. Diese 6 Byte-lange Geräte-Identifikation ist die MAC-Adresse.
Master
Übergeordneter, aktiver Teilnehmer an der Kommunikation/am PROFIBUS-Subnetz. Er besitzt
Buszugriffsrechte (Token), verschickt Daten und fordert sie an.
Medienredundanz
Über das sogenannte Media Redundancy Protocol (MRP) ist es möglich redundante Netze
aufzubauen. Redundante Übertragungsstrecken (Ringtopologie) sorgen dafür, dass bei
Ausfall einer Übertragungsstrecke ein alternativer Kommunikationsweg zur Verfügung
gestellt wird. Die PROFINET-Geräte, die Teil dieses redundanten Netzes sind, bilden eine MRP-
Domain.
MPI
Die mehrpunktfähige Schnittstelle (Multi Point Interface, MPI) ist die Programmiergeräte-
Schnittstelle von SIMATIC S7. Sie ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb von mehreren
Teilnehmern (Programmiergeräten, Text Displays, Operator Panels) an einer, oder auch
mehreren, Zentralbaugruppen. Jeder Teilnehmer wird durch eine eindeutige Adresse
(MPI-Adresse) identifiziert.
MRP
MRP (Media Redundancy Protocol) beschreibt die Ringredundanz nach IEC 61158 und
IEC 62439.
MRPD
MRPD (Media Redundancy with Planned Duplication of Frames) basiert auf IRT und MRP. Um
Medienredundanz mit kurzen Aktualisierungszeiten zu erreichen, senden die am Ring
beteiligten PROFINET-Geräte ihre Daten in beide Richtungen. Die Geräte empfangen diese
Daten an beiden Ringports, dadurch entfällt die Rekonfigurationszeit des Rings.
MRP-Interconnection
Das Verfahren MRP-Interconnection ist eine Erweiterung von MRP. MRP-Interconnection
ermöglicht die redundante Kopplung von 2 oder mehr Ringen mit MRP in PROFINET-
Netzwerken.
Netz
Ein Netz besteht aus einem oder mehreren verknüpften Subnetzen mit einer beliebigen Zahl
von Teilnehmern. Mehrere Netze können nebeneinander bestehen.
OB
→ Organisationsbaustein
OPC
OPC (OLE for Process Control) bezeichnet eine Standardschnittstelle für die Kommunikation
in der Automatisierungstechnik.
Organisationsbaustein
Organisationsbausteine (OBs) bilden die Schnittstelle zwischen dem Betriebssystem der CPU
und dem Anwenderprogramm. In den Organisationsbausteinen wird festgelegt, in welcher
Reihenfolge das Anwenderprogramm bearbeitet wird.
Parameter
1. Variable eines STEP 7-Codebausteins
2. Variable zur Einstellung des Verhaltens einer Baugruppe (eine oder mehrere pro Baugruppe)
Jede Baugruppe besitzt im Lieferzustand eine sinnvolle Grundeinstellung, die durch
Konfigurieren in STEP 7 verändert werden kann.
Es gibt statische Parameter und dynamische Parameter
PG
→ Programmiergerät
Primary-AR
Die Primary-AR ist die Systemredundanz-AR zwischen einem IO-Device mit Systemredundanz
S2 und der Primary-CPU des redundanten Systems S7-1500R/H.
Primary-CPU
Wenn sich mindestens eine R/H-CPU im Betriebszustand RUN befindet, dann ist die Primary-
CPU die führende CPU. Die Primary-CPU kontrolliert den Prozess (Produktivdaten).
Sowohl in der Primary– als auch in der Backup–CPU wird das Anwenderprogramm identisch
abgearbeitet.
Priorisierter Hochlauf
Priorisierter Hochlauf bezeichnet die PROFINET-Funktionalität zur Beschleunigung des Anlaufs
von IO-Devices in einem PROFINET IO-System mit RT- und IRT-Kommunikation. Sie verkürzt
die Zeit, die die entsprechend projektierten IO-Devices benötigen, um in folgenden Fällen
wieder in den zyklischen Nutzdatenaustausch zu gelangen:
• nach Wiederkehr der Spannungsversorgung
• nach Stationswiederkehr
• nach Aktivieren von IO-Devices
PROFIBUS
Process Field Bus - europäische Feldbusnorm.
PROFIBUS DP
Ein PROFIBUS mit dem Protokoll DP, der sich konform zur EN 50170 verhält. DP steht für
Dezentrale Peripherie (schnell, echtzeitfähig, zyklischer Datenaustausch). Aus Sicht des
Anwenderprogramms wird die dezentrale Peripherie genauso angesprochen wie die zentrale
Peripherie.
PROFIBUS-Gerät
Ein PROFIBUS-Gerät hat mindestens eine PROFIBUS-Schnittstelle mit einer elektrischen
Schnittstelle (RS485) oder optischen Schnittstelle (Polymer Optical Fiber, POF).
PROFIBUS-Nutzerorganisation
Technisches Komitee, das den PROFIBUS- und PROFINET-Standard definiert und
weiterentwickelt. Weitere Informationen finden Sie im Internet (Seite ).
PROFIenergy
Funktion zur Energieeinsparung im Prozess, z. B. in Pausenzeiten durch kurzzeitiges
Abschalten der Gesamtanlage über standardisierte PROFIenergy-Kommandos.
PROFINET
Offenes komponentenbasiertes industrielles Kommunikationssystem auf Ethernet-Basis für
verteilte Automatisierungssysteme. Von der PROFIBUS-Nutzerorganisation geförderte
Kommunikationstechnologie.
PROFINET IO
Kommunikationskonzept für die Realisierung modularer, dezentraler Applikationen im
Rahmen von PROFINET.
PROFINET IO basiert auf Switched-Ethernet mit Vollduplex-Betrieb und einer
Übertragungsbandbreite von 100 Mbit/s.
PROFINET IO-Controller
Gerät, über das die angeschlossenen IO-Devices angesprochen werden. Das bedeutet, der
IO-Controller tauscht Ein- und Ausgangssignale mit zugeordneten Feldgeräten. Oft handelt es
sich beim IO-Controller um die Steuerung, in der das Automatisierungsprogramm abläuft.
PROFINET IO-Device
Dezentral angeordnetes Feldgerät, das einem der IO-Controller zugeordnet ist (z. B. Remote
IO, Ventilinseln, Frequenzumrichter, Switches)
PROFINET IO-System
PROFINET IO-Controller mit zugeordneten PROFINET IO-Devices.
PROFINET-Gerät
Ein PROFINET-Gerät verfügt immer über eine PROFINET-Schnittstelle (elektrisch, optisch,
drahtlos). Viele Geräte verfügen zusätzlich über eine PROFIBUS DP-Schnittstelle zur
Ankopplung von PROFIBUS-Geräten.
PROFINET-Ring
Struktur eines Netzwerkes. Verbreitete Strukturen sind:
• Linientopologie
• Ringtopologie
• Sterntopologie
• Baumtopologie
Programmiergerät
Programmiergeräte sind im Kern Personal Computer, die industrietauglich, kompakt und
transportabel sind. Sie sind gekennzeichnet durch eine spezielle Hardware- und Software-
Ausstattung für speicherprogrammierbare Steuerungen.
Proxy
Das PROFINET-Gerät mit Proxy-Funktionalität ist der Stellvertreter eines PROFIBUS-Geräts am
Ethernet. Die Proxy-Funktionalität ermöglicht es, dass ein PROFIBUS-Gerät nicht nur mit
seinem Master, sondern mit allen Teilnehmern am PROFINET kommunizieren kann.
Bestehende PROFIBUS-Systeme können Sie bei PROFINET mit Hilfe beispielsweise eines
IE/PB-Links in die PROFINET-Kommunikation einbinden. Das IE/PB-Link PN IO nimmt dann
stellvertretend für die PROFIBUS-Komponenten die Kommunikation über PROFINET auf.
Sie können auf diesem Weg sowohl DPV0, als auch DPV1-Slaves an PROFINET anbinden.
Prozessabbild (E/A)
In diesen Speicherbereich überträgt die CPU die Werte aus den Ein- und Ausgabemodulen.
Am Anfang des zyklischen Programms überträgt die CPU das Prozessabbild der Ausgänge als
Signalzustand zu den Ausgabemodulen. Danach liest die CPU die Signalzustände der
Eingabemodule in das Prozessabbild der Eingänge ein. Anschließend bearbeitet die CPU das
Anwenderprogramm.
Redundante Systeme
Redundante Systeme sind dadurch gekennzeichnet, dass wichtige
Automatisierungskomponenten mehrfach (redundant) vorhanden sind. Bei Ausfall einer
redundanten Komponente wird die Kontrolle des Prozesses aufrechterhalten.
Router
Ein Router verbindet zwei Subnetze miteinander. Ein Router arbeitet ähnlich wie ein Switch.
Zusätzlich können Sie bei einem Router festlegen, welche Kommunikationsteilnehmer über
den Router kommunizieren dürfen und welche nicht. Kommunikationsteilnehmer auf
verschiedenen Seiten eines Routers können nur miteinander kommunizieren, wenn Sie die
Kommunikation zwischen diesen Teilnehmern explizit über den Router freigegeben haben.
Real Time-Daten können nicht über Subnetzgrenzen hinweg ausgetauscht werden.
RT
PROFINET IO mit Real-Time-Kommunikation (RT) ist das optimale Übertragungsverfahren für
zeitkritische Anwendungen in der Fertigungsautomatisierung. PROFINET IO-Telegramme
werden gemäß IEEE802.1Q gegenüber Standard-Telegrammen priorisiert. Damit ist der in der
Automatisierungstechnik erforderliche Determinismus sichergestellt.
Rückwandbus
Der Rückwandbus ist ein serieller Datenbus, über den die Baugruppen miteinander
kommunizieren und über den sie mit der nötigen Spannung versorgt werden. Die Verbindung
zwischen den Baugruppen wird durch Busverbinder hergestellt.
Security
Oberbegriff für alle Maßnahmen zum Schutz vor
• Verlust der Vertraulichkeit durch unberechtigten Zugriff auf Daten
• Verlust der Integrität durch Manipulation von Daten
• Verlust der Verfügbarkeit durch Zerstörung von Daten
Sendetakt
Zeitraum zwischen zwei aufeinander folgenden Intervallen für IRT- bzw. RT-Kommunikation.
Der Sendetakt ist das kleinstmögliche Sende-Intervall für den Datenaustausch.
SIMATIC
Begriff für Produkte und Systeme der industriellen Automatisierung der Siemens AG.
SIMATIC NET
Siemens-Geschäftszweig Industrielle Kommunikation für Netze und Netzkomponenten.
SIMATIC PC-Station
Eine PC-Station ist ein PC mit Kommunikationsbaugruppen und Softwarekomponenten
innerhalb einer Automatisierungslösung mit SIMATIC.
Slave
Ein Slave darf nur nach Aufforderung durch einen Master Daten mit diesem austauschen.
→ Siehe auch DP-Slave
SNMP
Das Netzwerk-Management-Protokoll SNMP (Simple Network Management Protocol) nutzt
das verbindungslose Transportprotokoll UDP. Es besteht aus zwei Netz-Komponenten, ähnlich
dem Client/Server-Modell. Der SNMP Manager überwacht die Netzwerkknoten und die SNMP
Agenten sammeln in den einzelnen Netzwerkknoten verschiedene netzwerkspezifische
Informationen und legen sie in strukturierter Form in der MIB (Management Information
Base) ab. Mit Hilfe dieser Informationen kann ein Netzwerkmanagementsystem eine
ausführliche Netzwerkdiagnose durchführen.
Speicherprogrammierbare Steuerung
Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) sind elektronische Steuerungen, deren
Funktion als Programm im Steuerungsgerät gespeichert ist. Aufbau und Verdrahtung des
Geräts hängen also nicht von der Funktion der Steuerung ab. Die speicherprogrammierbare
Steuerung hat die Struktur eines Rechners; sie besteht aus CPU (Zentralbaugruppe) mit
Speicher, Ein-/Ausgabebaugruppen und internem Bussystem. Die Peripherie und die
Programmiersprache sind auf die Belange der Steuerungstechnik ausgerichtet.
SPS
→ Speicherprogrammierbare Steuerung
STEP 7
STEP 7 ist ein Engineering-System und enthält Programmiersprachen zur Erstellung von
Anwenderprogrammen für SIMATIC S7-Steuerungen.
Subnetz
Alle über Switches verbundenen Geräte befinden sich in ein und demselben Netz - einem
Subnetz. Alle Geräte in einem Subnetz können direkt miteinander kommunizieren.
Bei allen Geräten im gleichen Subnetz ist die Subnetzmaske identisch.
Ein Subnetz wird physikalisch durch einen Router begrenzt.
Subnetzmaske
Die gesetzten Bits der Subnetzmaske bestimmen den Teil der IP-Adresse, der die Adresse des
Netzes enthält.
Allgemein gilt Folgendes:
• Die Netzadresse ergibt sich aus der UND-Verknüpfung von IP-Adresse und Subnetzmaske.
• Die Teilnehmeradresse ergibt sich aus der UND-NICHT-Verknüpfung von IP-Adresse und
Subnetzmaske.
Switch
Netzwerk-Komponente zur Verbindung mehrerer Endgeräte bzw. Netz-Segmente in einem
lokalen Netz (LAN).
Sync-Domain
Alle PROFINET-Geräte, die über PROFINET IO mit IRT synchronisiert werden sollen, müssen
einer Sync-Domain angehören.
Die Sync-Domain besteht aus genau einem Sync-Master und mindestens einem Sync-Slave.
Die Rolle des Sync-Masters übernimmt meist ein IO Controller oder Switch.
Nicht synchronisierte PROFINET-Geräte sind nicht Teil einer Sync-Domain.
Systemdiagnose
Systemdiagnose ist die Erkennung, Auswertung und Meldung von Fehlern, die innerhalb des
Automatisierungssystems auftreten, z. B. Programmfehler oder Ausfälle auf Modulen.
Systemfehler können mit LED-Anzeigen oder in STEP 7 angezeigt werden.
Systemredundanz-AR
In einem redundanten System hat ein IO-Device mit Systemredundanz S2 eine
Systemredundanz-AR zu jeder der beiden CPUs (IO-Controller).
Systemzustände
Die Systemzustände des redundanten Systems S7-1500R/H resultieren aus den
Betriebszuständen der Primary- und Backup-CPU. Der Begriff des Systemzustands wird
benutzt, um einen vereinfachten Ausdruck zu erhalten, der die zeitgleich auftretenden
Betriebszustände der beiden CPUs kennzeichnet. Beim redundanten System S7-1500R/H gibt
es die Systemzustände STOP, ANLAUF, RUN-Solo, SYNCUP und RUN-Redundant.
TCP/IP
Das Ethernet selbst ist nur ein Transportsystem für Daten - ähnlich wie eine Autobahn ein
Transportsystem für Personen und Waren ist. Den eigentlichen Datentransport erledigen so
genannte Protokolle - ähnlich den PKWs und LKWs, die auf der Autobahn Personen und
Waren transportieren.
Die beiden grundlegenden Protokolle TCP (Transmission Control Protocol) und IP (Internet
Protocol) - kurz TCP/IP - erledigen folgende Arbeiten:
1. Beim Sender werden die Daten in Pakete zerlegt.
2. Die Pakete werden über das Ethernet zum richtigen Empfänger transportiert.
3. Die Datenpakete werden beim Empfänger wieder in der richtigen Reihenfolge
zusammengesetzt.
4. Fehlerhafte Pakete werden so oft gesendet, bis sie korrekt empfangen werden.
Die meisten höheren Protokolle nutzen TCP/IP zur Erfüllung ihrer Aufgaben. So überträgt
beispielsweise das Hyper Text Transfer Protocol (HTTP) Dokumente im World Wide Web
(WWW), die in Hyper Text Markup Language (HTML) geschrieben sind. Diese Technik
ermöglicht überhaupt erst, dass Sie in Ihrem Internet-Browser Internetseiten betrachten
können.
Topologieprojektierung
Gesamtheit verschalteter Ports der PROFINET-Geräte im STEP 7-Projekt und deren
Beziehungen untereinander.
Twisted Pair
Fast Ethernet über Twisted Pair-Leitungen basiert auf dem Standard IEEE 802.3u (100 Base-
TX). Übertragungsmedium ist eine 2x2-adrige, verdrillte und geschirmte Leitung mit einem
Wellenwiderstand von 100 Ω (AWG 22). Die Übertragungseigenschaften dieser Leitung
müssen die Anforderungen der Kategorie 5 erfüllen.
Die Maximallänge der Verbindung zwischen Endgerät und Netzkomponente darf 100 m nicht
überschreiten. Die Anschlüsse erfolgen nach 100 Base-TX-Standard mit dem
RJ45-Steckverbindungssystem.
WAN
Ein Netzwerk, das über die Ausdehnung eines lokalen Netzwerkes hinausgeht und
Netzkommunikation, z. B. über kontinentale Grenzen hinweg, ermöglicht. Die rechtliche
Kontrolle liegt nicht beim Benutzer, sondern beim Anbieter der Übertragungsnetze.
Wartungsbedarf/Wartungsanforderung
Eine Systemmeldung Wartungsbedarf kann für verschiedene Verschleißparameter definiert
werden und z. B. bei Erreichen einer bestimmten Betriebsstundenzahl eine Überprüfung einer
Komponente empfehlen.
Die Meldung Wartungsanforderung wird gesendet, wenn innerhalb eines absehbaren
Zeitraums ein Austausch des betreffenden Bauteils ausgeführt werden muss.
(Beispiel Drucker: Die Meldung Wartungsanforderung wird dann gesendet, wenn der
Toner/die Druckerpatrone sofort ausgetauscht werden muss.)
XML
XML (Extensible Markup Language) ist eine flexible, leicht verständliche und leicht erlernbare
Datenbeschreibungssprache. Information wird mit Hilfe von lesbaren XML-Dokumenten
ausgetauscht. Diese enthalten mit Strukturierungsinformation angereicherten Fließtext.
Gerätenummer, 50 zuordnen, 46
Gerätetausch IO-System, 254, 259, 262, 265, 268, 269, 279, 279
Ausfall und Tausch eines IO-Devices, 247 Datenaustausch, 132
Gerätenamen vergeben, 248 Zuordnung kontrollieren, 47
Nachbarschaftserkennung, 247 IP-Adresse, 50
ohne Wechselmedium/PG, 245 ändern, 56
projektieren, 248 Anpassen direkt am Gerät erlauben, 61
Gerätetausch ohne Wechselmedium/PG, 53, 245 auf anderem Weg vergeben, 57
GSD-Datei, 136 erstmalig zuweisen, 53
IRT, 226
Aufbauempfehlungen, 206
H Definition, 198
Eigenschaften, 198
Hardware konfigurieren und parametrieren, 46
Einsatzgebiet, 196
Hardware- und Netzwerkeditor
Kommunikation, 198
Gerätenamen vergeben, 48
Kommunikationszyklus, 199
IPAdresse vergeben, 48
projektieren, 201
Topologiesicht, 71
Regeln, 147
Hochlauf beschleunigen, 293
Synchronisation, 199
Anwenderprogramm anpassen, 298
Unterschiede zu RT, 200
Porteinstellungen optimieren, 296
Isochrounous Real-Time, (siehe IRT)
Verkabelung optimieren, 297
Hochlauf von IO-Devices, 288, 293
K
I Kanal, 30
Kommunikation, 23
I&M-Daten, 106
Konfigurationssteuerung, 253
in PROFINET-IO-Geräte laden, 106
Konfigurationssteuerung für IO-Systeme, 253
Identifikation des PROFINET-Geräts, 57
Konfigurieren, 46
Identifikations-Daten, 106
Kopplung von PROFINET und PROFIBUS, 122
I-Device, 147
projektieren mit GSD-Datei, 136
I-Device (Intelligentes IO-Device)
L
Alarmverhalten, 140
Diagnose, 140 LEDs zur Diagnose, 84
Eigenschaften, 128 Leitungen, 34
Funktionalität, 126 Leitungsbruch, 97
PN-IO-System untergeordnet, 128 Lichtwellenleiter (LWL), 36
projektieren, 134 LLDP, 98
Topologieregeln, 142
IE/PB-Link, 122
Im Betrieb wechselnde IO-Devices, 288 M
Im Betrieb wechselnde Partner-Ports, 286
Machine Tailoring, (siehe Konfigurationssteuerung für
Industrial Ethernet, 19, 33
IO-Systeme)
Industrial Wireless LAN, 38
Maintenance-Daten, 106
Anwendungsbeispiele, 38
Maintenancekonzept, 96
Reichweite, 39
Media Redundancy Protocol (MRP), 179
IO-Controller, 46
Medienredundanz
IO-Device, 226
Funktionen in Ringtopologie, 179
Aktivieren und Deaktivieren beim Wechsel, 288
projektieren, 181
Status abrufen, 81
mehrfach einsetzbare IO-Systeme, 253
wechselnde Partner projektieren, 288
Mehrfach einsetzbares IO-System, 253, 254, 259, 262
Meldetexte, 87 PROFINET, 19
MIB, 98 Aktualisierungszeit, 25
Modul, 30 Ansprechüberwachungszeit, 25
Modulinternes Shared Input (MSI), 170 Geräte, 21
Modulinternes Shared Output (MSO), 170 Gerätebezeichnungen, 21
Modulstatus, 86 Gerätemodell, 30
MRP, 179 Gerätenamen zuweisen, 58
MRPD, 184 Kommunikation, 23
MSI/MSO, 170 optimieren mit IRT, 206
optimieren mit RT, 205
Schnittstelle, 21, 27
N Sendetakt, 25
Topologieregeln mit I-Device, 142
Nachbarschaftserkennung, 247
Übertragungsmedien, 36
Netzgrenzen, 34
Umsetzung, 19
Netzsicht
Ziele, 19
E/A-Kommunikation, 58
PROFINET IO, 19
Netzübergang, 62
Diagnoseebenen, 82
Funktionalität, 29, 120
System, 46
O
PROFINET-Gerätename, 253
OB 82, 103 PROFINET-Schnittstelle
OB MC-Servo, 231 Eigenschaften, 27
Offline-/Online-Vergleich Topologieübersicht, 28
automatische Gerätezuordnung, 76 Proxy-Funktionalität, 123
Online & Diagnose Netzsicht, 93 PST, 62
Online verbinden, 93
Online-Zuweisung (PROFINET-Gerätenamen), 58
Optionales IO-Device, 268 R
Optionenhandling im Netzwerk
Real-Time-Kommunikation, 198
siehe Konfigurationssteuerung für IO-Systeme, 265
Redundanz, 177
Redundanz-Client, 177
Redundanz-Domäne, 179
P
Redundanzmanager, 177
Parametrieren, 46 Redundanzmanager, 177
PCF-Kabel konfektionieren, 36 Ringport, 177, 183
POF-Kabel konfektionieren, 36 Ringtopologie, 177
Port Router, 34, 52, 65
Diagnose, 95 RT
Endgeräteport, 297 Definition, 198
Switchport, 297 Einsatzgebiet, 196
Wechselnder Partner, 286 Kommunikationszyklus, 199
Ports verschalten Regeln, 147
im Inspektorfenster, 75 Unterschiede zu IRT, 200
in Topologiesicht, 74 RT-Klasse, 33, 226
Primary Setup Tool (PST), 62
Priorisierter Hochlauf, 288
Definition, 293 S
projektieren, 295
SCALANCE, 34, 39, 43
PROFIBUS, 19
Security
PROFIBUS & PROFINET International, 20
Beispiel zur Datensicherheit, 43
PROFIenergy, 147, 284