Wie halte ich einen Vortrag?
Werner Purgathofer, 12.11.2001
Einleitung
Welchen Zweck verfolge ich, wenn ich einen Vortrag halten? Unabhängig davon,
warum ich einen Vortrag halte (Seminarvortrag, Vorlesung, Konferenz, Laudatio, ...),
habe ich immer ein Ziel: Ich möchte dem Publikum etwas mitteilen. Ich möchte, dass
mir das Publikum zuhört, dass der Vortrag für das Publikum interessant ist. Das
Publikum ist das Maß aller Dinge! Ein Vortrag war gut, wenn er dem Publikum
gefallen hat, wenn er dem Publikum etwas gebracht hat.
Was soll das Publikum lernen? Ich überlege mir gut, welche Kerninhalte der Zuhörer
jedenfalls nicht verpassen darf. Welche Zentralaussagen sollen in seinem Gedächtnis
hängenbleiben? Was muss so klar rüberkommen, dass das nachher keiner fragen darf?
Nur wenn ich mir selbst über diese wichtigsten Inhalte klar bin, werde ich imstande
sein, sie zu vermitteln.
Welche Fehler kann ich vermeiden? Ich bin nicht der erste, der einen Vortrag hält. Im
Folgenden werden die häufigsten Fehler betreffend den Vortrag selbst und die Slides
aufgezählt, sowie Anleitungen zu deren Vermeidung. Nicht alles passt zu jedem
Vortragenden, und nicht alles ist unumstritten. Aber diese Sammlung von Ideen ist
doch ein guter Anfang zur Entwicklung eines eigenen guten Vortrags-Stiles.
Wie scheitert man sicher?
1. Spontan und flexibel sein! Vorbereitung ist etwas für unsichere Kollegen.
Verlassen Sie sich auf Ihre Kreativität und treten Sie ohne eigene Unterlagen vor
das Publikum. Bedenken Sie, dass eine gründliche Vorbereitung eines Vortrages
den Eindruck vermitteln könnte, Sie hätten sonst nichts zu tun.
2. Denken Sie positiv! Wenn Sie “just in time” in den Vortragssaal kommen hat
sicher jemand anderer für Sie alle Vorbereitungen getroffen.
3. Seien Sie höflich! Vergessen Sie ja nicht, jede einzelne ranghöhere Person
persönlich in der Einleitung zu begrüßen. Entschuldigen Sie sich möglichst für
alle Unzulänglichkeiten: heisere Stimme heute, Mangelhafte Vorbereitung wegen
Zeitmangel, schlechte Slides, für jedes Husten etc.
4. Seien Sie gründlich! Erklären Sie jedes Detail, sei es noch so langweilig. Lesen
Sie den Zuhörern jede Slide laut vor, je voller diese sind, desto mehr hat der
Zuhörer davon. Besonders Formeln und Tabellen müssen sehr detailliert behandelt
werden.
5. Lassen Sie sich nichts gefallen! Sie haben sich schließlich vorbereitet und kennen
sich aus. Zuhörer verdrängen das manchmal und bringen Einwände vor oder
stellen listige Fragen. Zeigen Sie Souveränität und schmettern Sie unberechtigte
Einwände ab. Oberstes Ziel muss es bleiben, am Ende Rechte behalten zu haben.
6. Halten Sie durch! Je länger Sie reden, desto besser der Eindruck. Zeigen Sie
Stärke indem Sie die vorgegebene Zeitschranke ignorieren. Und wenn Ihnen der
Stoff ausgeht, fassen Sie das Gesagte nochmals zusammen, eine tolle Möglichkeit
von vorne zu beginnen und noch einige Details mehr zu erklären....
Der Vortrag
Die hier aufgezählten Aspekte sind nicht auf Anhieb alle zu realisieren. Zum guten
Reden gehört außerdem noch Erfahrung, Routine und Übung. Nutzen Sie jede Ihnen
bietende Gelegenheit zu sprechen vor mehreren oder vielen Menschen!
Anfang und Ende. Der Beginn eines Vortrages ist einer der schwierigsten Teile.
Bereiten Sie ihn explizit vor! Ein Vortrag beginnt immer mit einer Begrüßung, sowie
eine ganz kurzen Erinnerung, wer jetzt warum was vortragen wird. Beispiel: “Guten
Morgen! Mein Name ist XX und ich werde jetzt zum Thema YY meinen
Seminarvortrag halten”. Wenn Sie sich unsicher fühlen, dann lernen Sie die ersten 2-3
Sätze auswendig. So fällt es viel leichter zu beginnen. Ein Vortrag endet mit einem
Ende(!). Sprecher, die einfach aufhören zu sprechen, stehen dann oft sekundenlang da,
bis das Publikum mitbekommt, dass es jetzt aus ist. Viel besser ist ein kurzes
“Danke!”, oder “Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit”, oder was Ähnliches. Achten
Sie darauf, wie erfahrene Vortragende einen Auftritt beenden, und lernen Sie daraus.
Das Publikum ist vorne! Ein Vortrag richtet sich an Menschen. Diese kleben weder an
der Wand hinter Ihnen, noch befinden Sie sich in Ihrem Monitor. Bemühen Sie sich,
wie in jeder normalen Konversation, den Zuhörer beim Sprechen anzusehen.
Zugegeben, das ist nicht ganz einfach, wenn es viele sind. Trick: suchen Sie sich ein
oder zwei aufmerksame, interessierte “Opfer” und erzählen Sie denen den Vortrag.
Die Stimme. Das Schlechteste was einem Vortragenden passieren kann, ist dass ihn
das Publikum nicht versteht. Dann war alles umsonst. Ein Hauptgrund für
Unverständlichkeit ist oft die Stimme. Erster Fehler: man spricht zu leise. Sprechen
Sie so laut wie Sie mit einem Zuhörer in der letzten Reihe sprechen müssen, wenn Sie
sich mit ihm unterhalten. Zweiter Fehler: man spricht zu undeutlich. Deutlich zu
sprechen muss man sich fest vornehmen, muss man üben. Keinesfalls in irgendwelche
Dialekte verfallen, oder Teile verschlucken. Dritter Fehler: man spricht zu schnell.
Wer zu gut vorbereitet ist, ignoriert manchmal das Mitdenktempo des Publikums.
Daher: frei sprechen und nicht auswendig lernen! Vierter Fehler: man spricht viel zu
langsam(!). Das ist nur sinnvoll, wenn man das Publikum hypnotisieren oder
einschläfern will.
Der Aufbau. Am Anfang jedes Vortrages braucht man eine Motivation für den
Zuhörer zum Aufpassen. Dem kann eine kurze Inhaltsübersicht folgen, sowie eine
Einleitung. Den Kerninhalt sollte man mit Beispielen, Anwendungen untermalen,
damit der Zuhörer versteht, wozu etwas gut ist. Das erhöht auch den Merkeffekt.
Schließlich sollte man zum Schluss in wenigen Sätzen noch einmal die Kernaussagen
wiederholen.
Der rote Faden. Kein Zuhörer passt immer auf. Pech, wenn man gerade die wichtigste
Aussage versäumt, und sie kommt nicht wieder. Dann war alles umsonst. Daher: die
zentralen Aussagen eines Vortrages dürfen, ja müssen mehrmals wiederholt werden.
Z.B. am Anfang, zu Beginn des entsprechenden Kapitels, am Ende des
entsprechenden Kapitels und ganz zum Schluss nochmals. Ein Schlussfolgerungskette
darf, ja soll bei jedem Kettenglied kurz in Erinnerung gerufen werden. Der rote Faden
durch den Vortrag muss redundant sein!
Lesen? Nein! Außer Literatur hat Lesen bei keinem Vortrag etwas verloren. Das
Manuskript besteht aus Sätzen, die viel zu ausgeschmückt, kompliziert und exakt
formuliert worden sind. Sowas kann kein Mensch im Vorlesetempo verstehen. Frei
gesprochener Text erfordert, dass der Vortragende während des Sprechens selbst
mitdenkt, und dieses Tempo kann auch der Zuhörer mitverfolgen. Also: nie lesen!
Figur machen. Meines Erachtens gibt es nur zwei wirkliche Fehler. (1) Man bewegt
sich gar nicht. Das ist eine wesentliche Komponente wenn man das Publikum
langweilen, schläfrig machen will. (2) Man verdeckt das projizierte Bild. Sie sollten
sich vor dem Vortrag überlegen, in welchen Bereichen Sie sich bewegen dürfen, ohne
dass Sie die Sicht eines Teil des Auditoriums auf Ihre Slides behindern. Punkt.
Ansonsten dürfen Sie sich wie ein Clown aufführen, solange es dem Zweck dient.
Entschuldigungen. Irgendetwas geht immer schief. Sei es die Technik, sei es dass Sie
einen Rechtschreibfehler auf den Slides entdecken, sei es dass Sie husten müssen, sei
es dass das projizierte Bild zu dunkel ist, sei es ... . Die meisten dieser Dinge wird der
normale Zuhörer gar nicht bemerken, denn der konzentriert sich ja auf Ihre Inhalte.
Außer Sie machen ihn durch Entschuldigungen extra darauf aufmerksam. Dann wird
er anschließend vielleicht darüber nachdenken, wie man so etwas verhindern kann,
statt Ihnen zuzuhören. Also: vermeiden Sie Entschuldigungen soweit es geht.
Pointer. Bereiten Sie eine adäquate Möglichkeit vor, auf Ihren Slides etwas zu zeigen.
Möglichkeiten: ein langer Stock, ein Laserpointer, der Mauspointer Ihres PCs. Aber
stellen Sie sich nicht mitten ins Bild und zeigen mit dem Finger.
Die Zeit. (Fast) jeder Vortrag hat ein vorgegebenes Zeitfenster. Dieses ist einzuhalten.
Punkt. Nur wer schlecht vorbereitet ist, weiß nicht, wie lange er sprechen wird. Zu
kurz ist genauso schlecht wie zu lang. Halten Sie einen Probevortrag und finden Sie
heraus, wie lange Sie brauchen. Aber bitte dabei laut sprechen, stehen, sich ein
Publikum vorstellen. Nicht nur in Gedanken durchgehen, denn da stimmt die Zeit
sicher nicht.
Die Slides
Vorträge werden heutzutage meist mit Datenprojektoren gehalten, die von einem PC
gespeist werden. Die folgenden Hinweise sind für diese Geräte konzipiert, gelten aber
großteils auch für Dias und Overhead-Folien.
Die Schrift. Vermutlich der Hauptfehler auf Slides. Die Mindestgröße von Text ist 24-
Punkt, die von Indizes 18-Punkt, fett. Keine Ausnahmen erlaubt! Was kleiner ist kann
man von hinten oft nicht mehr lesen, und nicht jeder im Publikum sieht gleich gut.
Faustregel: was ich nicht aus 3 Meter Entfernung auf meinem Monitor lesen kann, ist
jedenfalls zu klein. Für Text sollte ein serifenfreier Font verwendet werden, und nie
mehr als 3 verschiedene Fonts pro Slide.
Zu viel Inhalt. Die Slides unterstützen den Vortrag, sie ersetzen ihn nicht. Auf die
Slides gehören Stichworte, Übersichten, Bilder, Graphiken; aber keine vollständigen
Sätze, keine Aufsätze, keine Inhalte die man zusätzlich zum Zuhören noch lesen und
verstehen muss! Obergrenze: 6 bis 10 Zeilen Text je Slide. Wenn Ihr Font groß genug
ist, geht sich ohnehin nicht viel mehr aus.
Zu viele Slides. Der Zuhörer muss – neben dem Zuhören! – Zeit haben, den Inhalt der
Slides vollständig aufzunehmen. Alles was nicht verstanden werden kann ist
überflüssig und sollte eliminiert werden. Faustregel: 3-5 Minuten pro Slide mit Inhalt.
Verwendung von Farben. Farben können ganz leicht erzeugt werden. Doch Vorsicht!
Zwei Regeln sollten Sie unbedingt einhalten, um nicht unübersichtlich zu werden: (1)
nicht mehr als 3 Farben gleichzeitig verwenden, und (2) für die gleiche Bedeutung
immer die gleiche Farbe verwenden.
Gescannte Slide-Inhalte. Es spricht nichts dagegen, Bilder aus gedruckten Werken
einzuscannen und in Slides zu integrieren. Aber keinesfalls Text, Formeln und
Graphiken. Text darf ohnehin nie soviel auf einem Slide stehen, dass das Scannen
effizienter ist als das Neuschreiben. Formeln werden sehr oft unlesbar, bzw. sind in
gedruckter Version meist viel zu komplex. Und Graphiken haben praktisch immer (1)
zu dünne Linien, (2) zu kleine Schrift und (3) zu viel Information. Graphiken macht
man für Slides neu, vereinfacht, mit großer Schrift, eventuell mit animiertem Aufbau.
Formeln. Ein guter Vortrag braucht normalerweise keine Formeln. Man kann (fast)
jeden Inhalt ohne Formeln vermitteln. Die zugehörigen Formeln stehen dann in der
schriftlichen Ausarbeitung, in den Unterlagen für die Zuhörer. Wenn man doch
einmal Formeln braucht: (1) soweit es geht vereinfachen, (2) ganz wenige Formeln je
Slide (z.B. 1), (3) keine Ableitungen, außer das ist die Kernaussage des Vortrages.
Überschriften! Der Zuhörer sollte sich immer orientieren können, worüber Sie gerade
sprechen, auch nach einer kurzen Konzentrationspause. Daher sollte jeder Slide eine
Information dazu enthalten. Es ist ja durchaus üblich, dass irgendwo im Eck steht, wie
der Vortragende heißt und von welcher Institution er ist. Genauso sollte jeder Slide
eine Überschrift haben. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung einer
Übersichtsleiste, in der die jeweilige Position im Vortrag hervorgehoben ist.
Rechtschreib- und Tippfehler. Mit solchen Fehlern können Sie (1) die
Aufmerksamkeit des Publikums auf unwichtige Dinge ablenken und (2) den
intellektuellen Eindruck Ihrer Person schnell senken. Slides werden rechtzeitig vor
dem Vortrag mit genügend Zeit sorgfältig vorbereitet, und enthalten relativ wenig
Text. Rechtschreib- und Tippfehler sind absolut vermeidbar.
Hervorhebungen. Manchmal wollen Sie einzelne Wörter oder Phrasen im Text
hervorheben. Das macht man mit Farben, fetten Zeichen und mit Kursivschrift. Aber
bitte nicht mit Unterstreichungen. Diese wirken plump und unprofessionell.
Bilder. Die alte Weisheit “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte” gilt natürlich auch
für Vorträge. Wenn es der Inhalt erlaubt, untermalen Sie mit Bildern, Bildern und
Bildern! Und wenn der Inhalt nicht so direkt Bilder verlangt, dann verwenden Sie
trotzdem Bilder. Bilder können Sie nicht sagen sondern nur zeigen!
Helligkeit / Kontrast. Die optischen Bedingungen im Vortragssaal können Sie nur
schwer vorhersagen. Die verschiedenen Projektoren liefern unterschiedlichste
Ergebnisse. Im Allgemeinen sind projizierte Bilder an der Wand dunkler als auf Ihrem
Monitor (=> machen Sie diese heller!) und der Kontrast ist schlechter (=> erzeugen
Sie Slides mit hohem Kontrast!). Für sehr wichtige Präsentationen können Sie auch 2
bis 3 Kopien des Vortrages mit unterschiedlichen Helligkeit/Kontrast-Parametern
vorbereiten.
Zeilenweises Abdecken. Manche Vortragende versuchen es so spannend wie möglich
zu machen, oder haben Angst, dass die Zuhörer schon vor-denken könnten, und
decken daher nur jeweils die Zeilen der Slides auf, über die sie gerade reden (oder
noch schlechter: gerade geredet haben). Für alle Vorträge, bei denen man möglichst
viel Information in den Köpfen des Publikums verankern möchte, ist das nicht
vorteilhaft. Das gilt also insbesondere für alle Vorträge mit technischem Inhalt.
Animationen. Programme wie PowerPoint ermöglichen es, den Wechsel zwischen den
Slides aber auch die Animationen auf Slides sehr kreativ zu gestalten. Halten Sie sich
zurück! Jede unnötige Animation lenkt vom Inhalt des Vortrages ab. Aber geschickt
eingesetzt kann man damit durchaus eine Belebung des Vortrages erreichen.
Die Vorbereitung
Unterlagen / Manuskript. Bereiten Sie ausreichend Unterlagen für die Zuhörer vor.
Teilen Sie diese vor dem Vortrag aus, nicht danach, denn das wirkt zu belehrend.
Schreiben Sie in die Unterlagen auch Dinge, für die im Vortrag keine Zeit bleibt. Ein
guter Vortrag motiviert die Leute, die Unterlagen nach dem Vortrag zu lesen. Wenn
möglich sollten Sie nie die Kopien der Slides als Unterlagen austeilen, diese sind
meist ohne Erklärung unverständlich (und wenn nicht steht wahrscheinlich zu viel
drauf!).
Slides. Die richtige Anzahl gut vorbereiteter Slides ist einer der Schlüssel zum Erfolg.
Siehe oben.
Notebook. Wenn Sie mit dem eigenen Notebook anreisen, dann stellen Sie rechtzeitig
sicher, dass die Schnittstelle zum Projektor funktioniert. Oft reicht ein Umschalten der
Auflösung wenn sich nichts tut. Denken Sie auch daran, die Energiesparfunktion des
Notebooks abzuschalten, sonst verschwinden Ihre Slides nach einiger Zeit.
Stichwortzettel. Je freier ein Vortrag gehalten wird, desto besser und verständlicher
wird er. Sie sollten daher während des Vortrages keinesfalls das vollständige
Manuskript Ihres Vortrages in Händen halten. Wenn man gut vorbereitet ist, reicht es
oft, die Slides zu sehen und dazu zu sprechen. Wenn das nicht genug ist, machen Sie
sich einen Stichwortzettel, auf dem nur die Schlagwörter stehen, die Sie auf keinen
Fall auslassen wollen.
Der Probevortrag. Halten Sie einen Probevortrag! Suchen Sie sich Opfer, denen Sie
den Vortrag einmal halten dürfen und ersuchen Sie um ehrliche Kritik. Simulieren Sie
richtige Bedingungen, keine Unterbrechungen, stehen Sie, usw. Stoppen Sie die Zeit.
Und verbessern Sie den Vortrag danach! Wenn sich keine Opfer finden, dann halten
Sie den Vortrag alleine vor dem Spiegel. Aber stehen Sie und reden Sie laut.
Der Vortragssaal. Es ist verwegen anzunehmen, dass alles optimal für Sie vorbereitet
ist. Kontrollieren Sie die Lichtverhältnisse (verdunkeln?), die Aufstellung des
Projektors (zu kleines Bild?, scharf?), die Lesbarkeit in der letzten Reihe, die
Verfügbarkeit einer Zeigeeinrichtung, eines Mikrophons, eines Wasserglases, oder
was immer Sie gerne haben. Es ist selten alles optimal vorbereitet....
Andere Aspekte
Lampenfieber. Alles ist vorbereitet und auf einmal ist man nervös. Lampenfieber!
Jeder kennt das. Es gibt grundsätzlich zwei Quellen des Lampenfiebers: (1) man ist
nicht gut vorbereitet, inhaltlich nicht sicher genug, hat zu wenig geübt. Dagegen lässt
sich etwas tun: bereiten Sie sich gut vor, verstehen Sie selbst was Sie sagen werden,
üben Sie! (2) man ist trotzdem nervös, hat plötzlichen Gedächtnisverlust,
Schweißausbrüche, Blasenschwäche, Magen- oder Darmprobleme, Händezittern,
flatternde Stimme, laufende Nase und Ähnliches. Dann beruhigen Sie sich mit
folgenden Tatsachen:
1. Ihre Zuhörer denken nicht darüber nach, ob Sie Angst haben oder nicht, und
bemerken Ihre Symptome daher nicht.
2. Redner mit zuviel Selbstbewusstsein wirken oft arrogant. Das sind Sie nicht!
3. Sollte Nervosität doch bemerkt werden, haben die Zuhörer meist Verständnis
dafür. Viele sind froh, nicht selbst reden zu müssen.
4. Neider, die gerne selbst reden wollen, denken gar nicht an Lampenfieber und
werden es daher auch nicht bemerken.
5. Verlassen Sie sich darauf, dass nach den ersten Sätzen der Redefluss die Angst
automatisch reduziert.
Das beste Training gegen Lampenfieber ist die bewusste Nichtvermeidung
entsprechender Situationen. Ergreifen Sie in jeder größeren Versammlung das Wort,
sehen Sie größeren Menschenmengen in die Augen, halten Sie Reden und Vorträge
wo es nur geht. Und denken Sie immer daran, dass es darum geht, dem Publikum
etwas nützliches mitzugeben, und nicht ob Sie nervös sind. Das ist dem Publikum
nämlich egal.
Kleidung. Es gibt viele nützliche Tipps zum Thema Kleidung, die sich teilweise
widersprechen. Ziehen Sie sich so an, dass Sie sich wohl fühlen. Und: Kleidung soll
nicht auffallen.
Blackout. Mitten im Vortrag reißt plötzlich der Faden: Sie haben keine Ahnung was
als Nächstes kommt! Aber keine Angst: das Publikum weiß (noch) von Nichts. Legen
Sie eine kurze Pause ein, fassen Sie nochmals kurz das letzte zusammen, schauen Sie
auf Ihren Notizzettel, oder wechseln Sie einfach zum nächsten Thema. Sie werden
staunen, aber das Publikum wird nichts bemerken! Und wenn das alles nichts hilft,
dann geben Sie doch offen zu, dass Sie jetzt ein Blackout haben. Meist hilft das
schon, und Sie erinnern sich, oder jemand aus dem Publikum hilft!
Zusammenfassung
Bereiten Sie sich gut vor. Machen Sie eine Generalprobe. Sprechen Sie frei zum
Publikum. Wiederholen Sie die wichtigsten Dinge mehrmals. Verwenden Sie Bilder.
Halten Sie die Zeit ein. Und versprühen Sie Begeisterung.
Wenn Sie alles andere vergessen wollen, dann merken Sie sich wenigstens die zwei
wichtigsten Regeln:
(1) Sprechen Sie verständlich, sonst brauchen Sie gar nicht zu sprechen,
(2) Sprechen Sie so, dass man nicht vor Langeweile einschläft.
Gutes Gelingen!