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Curs 3-4

Das Dokument beschreibt verschiedene Aspekte der deutschen Verbklassifikation und des Verbkomplexes. Es erklärt Kategorien wie Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus Verbi, und geht detailliert auf die Hilfsverben sowie die Bildung von Verbalperiphrasen und Tempusformen ein.

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Das Dokument beschreibt verschiedene Aspekte der deutschen Verbklassifikation und des Verbkomplexes. Es erklärt Kategorien wie Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus Verbi, und geht detailliert auf die Hilfsverben sowie die Bildung von Verbalperiphrasen und Tempusformen ein.

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Curs Structura limbii germane II B, II A începători: Das Verb und die VP (curs 4)

Themen: Kategorisierungen des Verbs, Tempussystem des Indikativs

Literatur:
Propädeutische Grammatik, Institut für Deutsche Sprache
[Link]
[Link]

● Verben werden kategorisiert durch


die folgenden Kategorisierungen: nominale Kategorisierungen Person, Numerus,
verbale Kategorisierungen: Modus, Tempus, Genus Verbi (Diathese)

Person und Numerus sind Kongruenzkategorisierungen

Hierarchie verbaler Kategorisierungen (mit Bezug auf die Nähe am Verbstamm, auf die
Reihenfolge der morphologischen Markierungen von innen nach außen)
● Genus verbi > Tempus> Modus > Numerus> Person

Kategorien sind:

1. Person, 2. Person, 3. Person

Singular, Plural

Indikativ, Konjunktiv, Imperativ

Präsens, Präteritum, Futur I, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II

Aktiv, Passiv
Der Verbalkomplex

Der Verbalkomplex bildet zusammen mit den Komplementen und den Supplementen den Satz.

Im einfachsten Fall besteht der Verbalkomplex aus einer finiten Verbform (Beispiel (1)).
[1] Hans schreibt gerade den Brief.
Er kann aber auch aus mehreren Verbformen bestehen, von denen eine finit sein muss (Hilfsverb oder
Modalverb), die andere ist eine infinite Verbform oder eine Gruppe infiniter Verbformen. (Beispiele (2)-
(16)).
Infinite Verbformen: Infinitiv, Partizip II, Infinitiv Perfekt (Beispiel: geschrieben haben, gegangen sein)
Der Verbalkomplex kann vielfach ausgebaut werden.
Formen:

[2] Hat Hans gerade den Brief geschrieben?


[3] Hans wird gerade den Brief schreiben.
[4] Hans muss gerade den Brief schreiben.
[5] Hans wird bis morgen den Brief geschrieben haben. (Hilfsverb mit Infinitiv Perfekt)
[6] Hans muss gerade den Brief geschrieben haben. (Modalverb mit Infinitiv Perfekt)

[7] Hans hat gerade den Brief schreiben müssen. (Hilfsverb mit Modalverb mit Infinitiv)
[8] Hans hätte gerade den Brief geschrieben haben müssen.
[9] Hans wird bis morgen den Brief geschrieben haben müssen.
[10] Der Brief wird gerade (von Hans) geschrieben. (Passiv: Hilfsverb mit Partizip II)
[11] Der Brief ist gerade (von Hans) geschrieben worden.
[12] Der Brief wird gerade (von Hans) geschrieben werden.
[13] Der Brief muss gerade (von Hans) geschrieben werden.
[14] Der Brief hätte gerade (von Hans) geschrieben werden müssen.
[15] Der Brief wird bis morgen (von Hans) geschrieben worden sein.
[16] ... weil der Brief bis morgen (von Hans) geschrieben worden sein muss.

Die Hilfsverben sein, haben und werden beteiligen sich an der Bildung zusammengesetzter Tempus-
und Genus-Verbi-Formen.
Mit Modalverben wie dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen werden Sachverhalte als möglich oder
notwendig beschrieben (modale Bedeutung):
Er kann wieder beruhigt durchatmen. (Berliner Zeitung, 05.02.2004)
Er muss diesen Brief schreiben.

Der Verbalkomplex ist bestimmt hinsichtlich der Kategorisierungen Tempus, Modus, Genus
Verbi, Person und Numerus.

Syntagmatische Beziehungen im Verbalkomplex


Zwischen Hilfsverb bzw. Modalverb und infinitem Verb besteht innerhalb des Verbalkomplexes die
syntagmatische Beziehung der Rektion:
Das Hilfsverb bzw. das Modalverb verlangt eine bestimmte Kategorie (einen bestimmten Status) des infiniten
Verbs. Es regiert den Infinitiv oder das Partizip II.

Das regierte Verb bestimmt:

1. die Wahl zwischen den Hilfsverben haben und sein bei der Perfektbildung,
2. die Passivperiphrasen, indem es ein Passiv zulässt oder nicht.

Hilfsverben im Verbalkomplex

Die Hilfsverben haben, sein und werden beteiligen sich an der Bildung zusammengesetzter Tempus-
und Genus-Verbi-Formen im Paradigma der Vollverben.

Als Hilfsverben werden die Verben haben, sein und werden bezeichnet, wenn sie mit einer oder mehreren
infiniten Verbformen kombiniert werden, z. B.:
[1] Sie haben früher selbst Gedichte geschrieben.
[2] Er hat sicherlich den Armen helfen wollen.
[3] Die Zahl der Touristen ist 2003 deutlich gestiegen.
[4] Zwischen elf und 14 solcher Arbeitsplätze werden jährlich geschaffen.

Die Verbindung der Hilfsverben mit einem Vollverb oder Modalverb wird Verbalperiphrase genannt.
Die Verbalperiphrase ist eine komplexe Verbform, sie heißt auch "umschriebene", "periphrastische" oder
"analytische" Verbform. In den zusammengesetzten Tempuskategorien
( Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I, Futur II) und im Passiv kommen nur Verbalperiphrasen vor.
Die Hilfsverben haben, sein und werden werden zur Bildung von Verbalperiphrasen verwendet. Dabei wird die
Verbalperiphrase, bestehend aus Hilfsverb(en) und Vollverb oder Modalverb, als Tempus- bzw. Passivform des
Vollverbs/Modalverbs aufgefasst.
Rektion und Funktion der Hilfsverben
Die Hilfsverben werden nach ihrer Rektion und Funktion im verbalen Paradigma in drei Gruppen geordnet:

● haben und sein


● werden in der Verwendung von werden I (= werden in Tempus- und Moduskonstruktionen)
● werden in der Verwendung von werden II (= werden in Passivkonstruktionen)

haben und sein dienen in erster Linie zur Bildung der Formen des Perfekts und Plusquamperfekts im Indikativ
und in den entsprechenden Konjunktiven:

1. Beide Hilfsverben regieren dabei das Partizip II eines Vollverbs:

a. Er hat/hatte gearbeitet.
Er habe/hätte gearbeitet.
b. Er ist/war gekommen.
Er sei/wäre gekommen.

2. haben regiert auch das Partizip eines Modalverbs (a) oder den Infinitiv eines Modalverbs (b):

a. Er hat gewollt.
b. Er hat kommen wollen.

3. Nur sein wird zur Bildung der beiden Perfektparadigmen im werden-Passiv gebraucht. Es regiert dann
die Partizipialsonderform worden von werden II:

a. Er ist/war gerufen worden.


Er sei/wäre gerufen worden.
b. * Er ist gerufen geworden.

werden I dient zur Bildung der Tempusformen des Futurs und des Futurs II sowie der konjunktivischen würde-
Form.
werden regiert

● den Infinitiv eines Vollverbs:


Das Mädchen wird/werde/würde rufen.
● den Infinitiv eines Modalverbs:
Das Mädchen wird arbeiten müssen.
● den Infinitiv des Hilfsverbs haben oder sein (bzw. den Infinitiv Perfekt):
Das Mädchen wird gerufen haben.
Das Mädchen wird gekommen sein.
● den Infinitiv werden II:
Das Mädchen wird gerufen werden.

werden II dient zur Bildung des werden-Passivs im Indikativ und in den entsprechenden Konjunktiven. In
dieser Verwendung regiert werden

● das Partizip II eines Vollverbs:


Das Mädchen wird/wurde gerufen.
Das Mädchen werde/würde gerufen.
● das Partizip II eines Modalverbs (in Vollverbverwendung):
Das wird immer gewollt.

Überblick über die Rektion der einzelnen Hilfsverben und die Funktion der jeweils entstehenden
Verbalkomplexe:

Vollverbverwendung der Hilfsverben haben, sein und werden (= haben, sein, werden ca verbe cu sens
lexical)
Die Verben haben, sein und werden können auch als Vollverben verwendet werden.

haben
Die Bedeutung "mit etw. ausgestattet sein" hat haben :
[1] Am Anfang hatte Peter Glück

sein
"von irgendwoher stammen":
[3] Sie ist aus Bonn

werden
Auch für werden sind Vollverbbedeutungen verzeichnet:

Im Sinne von "entstehen":


[5] Egal, was wird - es wird mich so oder so weiterbringen.

Oder in der Bedeutung von "gesund werden" in Satz (6):


[6] "Das wird wieder, Peter. "

sein und werden als Kopulaverben


Als Kopulaverben dienen sein und werden der Zuschreibung einer Identifikation (7), einer Eigenschaft (8) und
bei Personen oft auch einer Berufsbezeichnung (9):
[7] "Ich bin ein Berliner."
(John F. Kennedy, 26. Juni 1963 vor dem Rathaus Schöneberg)

[8] Das Projekt war eine schöne Erfahrung.


(Frankfurter Allgemeine, 05.09.2001)

[9] Erst später macht sie die Begabtenprüfung für die Pädagogische Hochschule und wird Lehrerin.
(die tageszeitung, 23.01.2006)
Übung: Hilfsverb oder Vollverb?

In welchen der folgenden sechs Sätze werden haben, sein, werden als Hilfsverb und in welchen als
Vollverb verwendet?

1. Einige Monate danach wurde er in Berlin gesehen.


2. Sie hatte alles, was man sich wünschen konnte.
3. Sie hatte alles erreicht, was man damals erreichen
konnte.
4. Hiermit ist die 23. Jahrestagung eröffnet.
5. Das wird schon.
6. Ihm war, als kenne er diese Frau von früher.
7. Ich denke, also bin ich.

Wird können als Modalverb oder Vollverb gebraucht?

1. Sie kann lesen und schreiben.


2. Sie kann Englisch.
3. Sie kann alles.
4. Sie kann sich heute wieder einmal kaum konzentrieren.
5. Das Abschreiben kann sie gut.

Das TEMPUS, Pl. Die Tempora

In der deutschen Sprache gibt es sechs Tempora, welche die Gegenwart, die Vergangenheit und
die Zukunft ausdrücken können.

Das gewählte Tempus richtet sich nicht nach einer kalendarischen Einteilung, sondern hängt immer
mit dem Zeitpunkt, an dem die Aussage getroffen wurde, mit dem Stil des Textes oder mit der
Absicht des Sprechers oder Schreibers zusammen.

Übersicht über die Tempora


Das Präsens drückt das gegenwärtige Geschehen aus, kann aber auch zukünftiges Geschehen
bezeichnen, vor allem in Verbindung mit Zeitangaben.
Beispiele:
Kommt er (am Montag)? Ja, er kommt.

Das Präsens – ist „eine Mehrzweckform“:


- zeigt Gleichzeitigkeit eines Geschehens zur Sprechzeit (SZ, ST Speech Time):
Ich arbeite jetzt von zuhause
- zeitgrenzenlose Aussagen
Die Erde dreht sich um die Sonne
- zukünftiges Geschehen, mit lexikalischen Nachzeitigkeits-Markern, meist auf die nahe
Zukunft begrenzt
Morgen komme ich erst gegen 9 Uhr ins Büro
- für vergangenes Geschehen – historisches Präsens und szenisches Präsens
historisches Präsens: Um 1450 erfindet Gutenberg den Buchdruck
szenisches Präsens (in Erzählungen): Ich habe mich gestern Abend um 11 Uhr schlafen
gelegt. Da klopft es plötzlich an der Tür.

Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt sind die Vergangenheitsformen. Während das


Präteritum vergangene Vorgänge ohne Abschluss (Sicht von innen, (imperfektiven) Aspekt)
ausdrückt, bezeichnen Perfekt und Plusquamperfekt den Abschluss (Sicht von außen, (perfektiven)
Aspekt).
Das Perfekt wird mit einer finiten Form der Verben haben oder sein im Präsens und dem Partizip II
gebildet.

Das Plusquamperfekt wird mit der finiten Form von haben oder sein im Präteritum und dem Partizip
II gebildet.

Beispiel:
Der Junge bedauerte (nicht abgeschlossener Vorgang, Sicht von innen), dass er den Hund
nicht mitgenommen hatte (abgeschlossener Vorgang, Sicht von außen).

Bildung der Tempusformen im Indikativ

Präsens Präteritum
Bildung finite Verbform finite Verbform
stark schwach stark schwach
Singular
ich gehe höre ging hörte
du gehst hörst gingst hörtest
er, sie, es geht hört ging hörte
Plural
wir gehen hören gingen hörten
ihr geht hört gingt hörtet
sie gehen hören gingen hörten
Perfekt Plusquamperfekt
Bildung finite Verbform haben oder sein (Präs.) + finite Verbform haben oder sein (Prät.) +
Partizip II Partizip II
stark schwach stark schwach
Singular
ich bin gegangen habe gehört war gegangen hatte gehört
du bist gegangen hast gehört warst gegangen hattest gehört
er, sie, es ist gegangen hat gehört war gegangen hatte gehört
Plural
wir sind gegangen haben gehört waren gegangen hatten gehört
ihr seid gegangen habt gehört wart gegangen hattet gehört
sie sind gegangen haben gehört waren gegangen hatten gehört

Das Futur I

beschreibt Vorgänge, die zum Zeitpunkt der Äußerung in ihrem Verlauf noch nicht stattgefunden
haben.

Es wird auch verwendet, um eine Vermutung oder eine Ankündigung auszudrücken.

Es wird gebildet mit der finiten Form des Verbs werden im Präsens und einem Infinitiv.
Beispiel:
Du wirst dich erkälten ( Ankündigung, avertizare).

Das Futur I kann sich auch auf Gegenwärtiges beziehen, wenn die Aussage für den Ablauf des
Geschehens (Präsens) von Bedeutung ist.
Ihr werdet doch wissen, dass ich jetzt nicht kommen kann.

Das Futur II bezieht sich auf Vorgänge, die in der Zukunft bereits abgeschlossen sind. Sie können
auch eine Vermutung (presupunere) über das spätere Geschehen ausdrücken.

Es wird gebildet mit einer finiten Form des Verbs werden im Präsens, einem Partizip II und einer
infiniten Form der Verben haben und sein.
Beispiel:
Vielleicht werde ich in einem Jahr mein Ziel erreicht haben.

Futur I Futur II
Bildung finite Verbform finite Verbform werden + Partizip II +
werden + Infinitiv Infinitiv haben oder sein
die Form PART II+ haben/sein=
Infinitiv Perfekt
stark schwach stark schwach
Singular
ich werde gehen werde hören werde gegangen werde gehört haben
sein
du wirst gehen wirst hören wirst gegangen sein wirst gehört haben
er, sie es wird gehen wird hören wird gegangen sein wird gehört haben
Plural
wir werden gehen werden hören werden gegangen werden gehört
sein haben
ihr werdet gehen werdet hören werdet gegangen werdet gehört
sein haben
sie werden gehen werden hören werden gegangen werden gehört
sein haben

Übung:
Konjugieren Sie das ganze Tempussystem des Indikativs schriftlich für folgende Verben durch:
(Conjugați în scris, prin toate timpurile modului indicativ, următoarele verbe):
schlafen, bleiben, fahren, gehen, handeln, folgen, treffen, begegnen, kochen, lesen.
Arbeiten Sie mit dem Wörterbuch! Achten Sie auf die Wahl des Hilfsverbs!

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