Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF herunterladen oder online auf Scribd lesen
@ “uF Sommertrische
11a) Lesen Sie Claudias ,,Fernweh”-Blog.
A Urlaub, mal anders
Von ,Fernweh”
Ab in die Sommerfrische!
Nach einer langen Sendepause lest ihr endlich wieder einen neuen Blog von
mir - und werdet euch wundern! Dieses Mal wartet kein spannender Bericht
‘aus dem Regenwald Kambodschas auf euch, ihr lest auch keine Geheimtipps
zu den faszinierendsten Metropolen Asiens oder fernwehgesteuerte Packlisten
fur ausgefallene Roadtrips, Uberlebenstraining in den Waldern Alaskas oder
Insethopping in Griechentand, Dieses Mal begleitet ihr mich zu einem Kleinen
See im Chiemgau in Bayern, und von dort ist nichts zu berichten, auBer, dass
es schéin ist. Langweilig? Kein bisschen! Ehrlich gesagt war das eine meiner
interessantesten Reisen...
‘Aber der Reihe nach: Vor ein paar Monaten habe ich zufallig im Radio
einen Beitrag iber die Entwicklung des Tourismus aus der sogenannten
6 A Urlaub, mal anders,Sommerfrische” gehért, Bereits im 19. Jahrhundert fuhren die Kénige und
Adeligen Europas auf Sommerfrische, um in den hei8en Sommermonaten ihren
stadtischen Residenzen zu entfliehen und sich an malerische landliche Orte 2u
begeben. In Deutschland fuhr man in den Norden an die See oder in den Stiden.
In Bayern oder Osterreich konnte man in den Bergen, an den Seen und in den
Waldern das angenehmere und kihlere Klima genieBen - im wahrsten Sinne
des Wortes die ,frische Luft’, und davon leitet sich auch tatsachlich der
Ausdruck ,Sommerftische” ab! Ich wurde neugierig, wie sich das anfubhlt: eine
Auszeit ohne groBe Reise, spektakulare Ziele, beriihmte Sehenswiirdigkeiten
und ausgefallene Plane!
Ein Sommer ist lang - zwel, vielleicht sogar drei Monate. Was haben die
‘Menschen damals nur in dieser Zeit gemacht? Spatestens nach zwei Wochen
kennt man doch jeden Grashalm und jede Kuh! Ich beschloss, ein Experiment mit
mir selbst zu wagen: Wie geht es einem modernen Menschen wie mir, der
hungrig ist auf Erlebnisse, Begegnungen und neue Bilder im Kopf - je exotischer,
desto besser -, wenn er sechs Wochen ein Zimmer auf einem bayerischen
Bauernhof mietet? Ja genau, ,nur” sechs Wochen. Ich wollte schlieStich nicht
ubertreiben!
Was es dort zu tun gibt? Spazieren gehen, schwimmen, lesen, Gesprache ibers
Wetter fuhren (allmaihlich habe ich sogar ein bisschen Bairisch verstanden!),
im Biergarten sitzen und ein Radler (Alsterwasser) trinken, vielleicht mal eine
Bergwanderung unternehmen, und dann wieder von vorn: spazieren gehen,
‘Nach den ersten Tagen, in denen ich mich ehrlich gesagt fr verriickt erklart
tnd verargert iber diese ,verlorene” Zeit nachgedacht habe, fing ich pldtzlich
an, nicht mehr alle zehn Minuten auf mein Handy zu schauen, began,
langsamer zu gehen und erwischte mich dabei, wie ich immer haufiger einfach
nur dasa und meine Gedanken wandern lie8. Ist es das, was wir unter
»Entschleunigung” verstehen?
Dann kam der Tag, an dem ich bemerkte, dass mein Handy-Akku leer war und
ich einfach keine Lust hatte, ihn aufzuladen, stattdessen mein Handtuch nahm,
mir ein leichtes Sommerkleid iiberzog und zu dem kleinen Waldsee ging, wo ich
am Steg einen Kahn entdeckt hatte, der dort seit Tagen unbenutzt lag.
Unterwegs zog ich meine Sandalen aus und lief barfu® zuerst iiber die Wiese,
noch feucht vom Morgentau, und dann iiber den kleinen Pfad durch den
Wald, Seid ihr schon einmal barfu8 auf Waldboden gelaufen, ganz weich
gepolstert von unzahligen Tannennadeln und Blatter? Nach anfanglicher
Uberwindung ~ man wei8 ja nie, was fir Kafer oder Insekten sich hier
verstecken! - ein wunderbares Gefitl!
Urlaub, mal anders A
7In diesem Kahn liegend verbrachte ich oft Stunden. Ich lauschte dem leisen
Platschern der Wellen, folgte mit meinen Blicken den Wolken, die in meiner
Fantasie zu Gesichtern, Tieren und Ungettimen wurden, las ein Buch nach dem.
anderen und wusste genau, wenn die Miicken zu lastig wurden und der Himmel
sich verdunkeite, dass es nun hdchste Zeit war, nach Hause zu gehen, da
sicherlich bald ein Gewitter kommen wiirde.
Immer haufiger wurde ich nun auch von der Bauerin auf ein Glas Milch
eingeladen. Es gibt kaum etwas Leckereres als frische Milch direkt aus dem
Stall! Da sa® ich nun auf der Eckbank in der Kiiche und sah der Gro®mutter zu,
wie sie am Herd stand und kochte. Ich glaube, sie kochte eigentlich den ganzen
Tag! Und wie das schmeckte! Dabei sprachen wir liber das Wetter, die Kinder,
ihre Riickenschmerzen, und manchmal sprachen wir auch gar nicht und es war
einfach nur gemiitiich.
Ihr vermutet es schon ~ es war eine aufergewohnliche, wirklich herrliche Zeit,
‘aus der ich verandert nach Hause zuriickkehrte. Natiilich habt ihr recht, jede
Reise verandert einen ein wenig. Aber ich hatte mich selten so ausgeglichen,
ruhig und ,bei mir" gefiihit, stark und allen Anforderungen des Alltags
gewachsen, den ich nun wieder bewaltigen musste!
Erinnert euch so eine Zeit nicht an eure Kindheit, als ihr einen Sommer wie eine
halbe Ewigkeit empfunden habt? Und ihr oftmals von den Eltern bei Oma und
Opa ,geparkt™ wurdet, weil sie arbeiten mussten?,
Wenn euch mein Blog gefallen hat und ihr vielleicht auch ein wenig auf eine
Reise in die Vergangenheit gegangen seid, dann schreibt mir doch eure
Erinnerungen aus dieser Zeit!
b) Was ist das Thema dieses Reiseblogs? Kreuzen Sie an.
Claudia hat ihre Kindheit auf dem Land verbracht und plant nun ao
aufregende Reisen in die ganze Welt.
Claudia méchte wissen, wie die Menschen friher Urlaub a
gemacht haben, und verbringt deshalb sechs Wochen auf
einem Bauernnof in Bayern
Claudia war sechs Wochen auf dem Land in Bayern, aber sie a
rgerte sich iiber die verlorene Zeit und die vielen Miicken,
afer und Insekten.
Urlaub, mal anders1c) Kreuzen Sie an: Was ist richtig, was ist falsch?
richtig. falsch
1. Die Leser von Claudias Blog wundern sich, weil sie so lange a
10.
"
12.
13,
14,
15,
nichts geschrieben hat.
Sie will dieses Mal nicht von auBergewahnlichen oder aufregenden
Reisen berichten,
Claudias Reise an einen bayerischen See war fir sie ein a
besonderes Erlebnis.
Vor 200 Jahren verbrachten die reichen Europaer den Sommer a
lieber in ihren Stadthausern als auf dem Land, wo es zu kil war.
Claudia méchte auf ihren Reisen immer ganz besondere Dinge a
sehen und viel erleben, sonst ist ihr langweilig
Claudia machte wissen, wie es ihr geht, wenn sie sechs Wochen =
auf einem bayerischen Bauernhof verbringt
erfahren, wie das Wetter wird.
. Sie hatte dort viel zu tun und musste sogar Bairisch lemen, um zu
Die Zeit verging immer langsamer, und Claudia hatte das Gefunl, =
in einem Kloster zu leben.
Nach einer Weile hatte das Handy keine Bedeutung mehr fiir ao
Claudia und sie ging lieber zu einem kleinen Waldsee.
Claudia geht nicht gern ohne Schuhe durch den Wald, weil sie a
Angst vor Kafern und Insekten hat.
Sie lag gerne in einem kleinen Boot, beobachtete die Wolken und =
hatte viel Zeit zum Lesen. Wenn zu viele Mlicken kamen, ging sie
schnell nach Hause, weil dann bald das Wetter schlecht wurde
Auf dem Bauernhof wurde sie oft zu einem Becher frische a
Mich eingeladen, der sehr gut schmeckte.
Wenn Claudia bei der Gro®mutter in der Kiiche sa, hatten sie a
manchmal kein Gesprachsthema mehr und dann fuhite sich
Claudia nicht wohl,
In diesem Urlaub erholte sich Claudia sehr gut und konnte ihre o
Arbeit mit neuer Kraft beginnen.
Vielleicht hat die Erzahlung von Claudia die Leser an ihre eigene ao
Kindheit erinnert und an Sommerferien, die sie bei ihren Grofeltern
verbracht haben,
Urlaub, mal anders A
Df
a
910
11d) Lesen Sie die Kommentare und erganzen Sie die Wérter aus dem
Schiittelkasten.
41. Travelguy:
Hallo Fernweh, tatsdichlich filhite ich mich durch deinen Blog an
die Sommerferien in meiner Kindheit erinnert.
war mir damals wirklich unendlich langweilig. Ich musste
immer meiner Oma bei der Gartenarbeit helfen,
Steine aus den Beeten sammein und Unkraut jaten. war
es entweder zu hei oder es hat geregnet, und ich mich
beklagte, bekam ich zu héren: ,Du bist nicht aus Zucker!
-latsichtfch« doch + namlich + allerdings + dabei - wenn
2. Weltreisende: Liebe Fernweh, das war ja ein langer Ausflug in die
Romantik! Glaubst du , dass du auch auf einer
thailandischen Insel auf einen Selbsterfahrungstrip gehen
kannst? Dann ware es ein bisschen
interessanter. Und Kindheitserinnerungen in dieser Art habe ich auch
denn meine GroBeltern wohnten in
der Stadt. Schreib das nachste Mal bitte einen Blog,
wie du es getan hast!
\wenigstens - bisher + keine + solch « woh - mitten + nicht - wieder
3. Tipiti
zu diesem wunderbaren Blog! Und zu
deinem Mut, dich auf so eine Zeit !Beim
Lesen bin ich wirklich ins Traumen denn eigentlich
ich mir schon lange, mich auch mal wieder aus
dem Eventtourismus und im
‘Sommer einfach nichts zu tun, auBer ein friedliches Plaitzchen auf
dem Land Schén, wenn du dich an
A Urlaub, mal anderssolche Ferien kannst, denn meine Eltern sind
mit mir jedes Jahr irgendwohin in den Stiden
wir sstundenlang im Stau und ich habe das als
Kind
winsche + geraten - erinnern + gehasst - gratuliere - herauszunehmen « standen «
einzulassen - gefahren + aufzusuchen
4, Globetrotter: Beeren sammein im ~ zerkratzte von
den Dornen ~ an den Armen ~ auf
der liegen und sich auf dem
treiben lassen ~ am Abend der Wollpullover auf der vom
heifen Haut auf einer Wiese einen
hinunterrollen, bis es uberall juckt ~ bei offenem
auf dem Bett liegen und lesen, wahrend
drauBen der rauscht ~ und so weiter! Du siehst,
ich kann mithalten! Vielen Dank fiir die kleine Reise in die
‘Sonnenbrand « Vergangenheit - See - Luftmatratze - Wald - Milckenstiche »
Regen + Beine + Fenster + Hiige!
Urlaub, mal anders A 11e Deutschlands Burgen und Schlosser
2
2a) Ordnen Sie die kleinen Texte, die die Burgen und Schldsser und ihre Lage
beschreiben, den passenden Bildern zu.
Sie haben auf dem Flohmarkt einen alten Reisefiihrer liber Deutschlands Burgen und
Schlésser gefunden. Die Seiten mit den Fotos haben jedoch keine Nummern und liegen
nur lose im Buch. Welches Foto gehért zu welchem Text?
1. Neuschwanstein
Das in aller Welt berithmteste Schloss Deutschlands ist das Marchenschloss
Neuschwanstein, erbaut vom Bayernkénig Ludwig Il. Es liegt vor der Kulisse der
bayerischen Berge, in der Nahe des Forggensees. Von dem mit vielen Turmchen,
Erkern und Balkonen verzierten Schloss fat im Osten eine steile Felswand ab,
wahrend man von Westen zu Fu oder mit der Kutsche durch den Wald den
Eingang des Schlosses erreichen kann.
2. Die Burg Hohenzollern
Die Burg Hohenzollern mit ihren vielen spitzen Turmen und kleinen Turmchen
bedeckt den Gipfel eines bewaldeten Berges, des 855 Meter hohen Hohenzollern.
Er liegt am Rande der Schwabischen Alb in Baden-Wirttemberg. Von weit her kann
man die stattliche Burg erkennen, die stolz die gesamte Region mit ihren Waldern
Und Feldern tiberblickt. Bereits 1061 wurde die Burg, der Stammsitz des preusischen
Kénigshauses, erstmals erwahnt.
3. Die Wartburg
In Thiringen liegt die Wartburg, auf der der Kirchenreformator Martin Luther das
Neue Testament aus dem Lateinischen ins Deutsche ibersetzte und die darliber
hinaus von Goethe gezeichnet wurde. Das machtige Gebaude liegt 220 Meter ber
der Stadt Eisenach, am Rande des Thiiringer Waldes. Typisch fur diese Burg, die in
groBen Teilen im 19. Jahrhundert restauriert und auch neu gebaut wurde, sind drei
nterschiedliche Abschnitte. Die Hauptburg selbst, in der Mitte gelegen, wird von
einem viereckigen Turm beherrscht, der in der Mitte ein groftes Kreuz tragt.
4, Schloss Heidelberg
‘Obwohl Schloss Heidelberg eine Ruine ist, die nur teilweise restauriert wurde, ist sie
fur die Besucherstréme aus der ganzen Welt das Symbol fur die deutsche Romantik,
Bevor es im 17. Jahrhundert zerstért wurde, zahite es zu den prachtigsten Schidssem
Europas. Vom anderen Flussufer des Neckars aus hat man einen wunderbaren Blick
iiber die Alte Neckarbriicke auf das 80 Meter hdher gelegene Schloss, das
majestatisch iber der Stadt Heidelberg thront,
A Urlaub, mal anders5. Schloss Schwerin
In Mecklenburg-Vorpommern befindet sich im Zentrum der Stadt Schwerin auf
einer Insel gelegen ein prachtiges Schloss. Die Fassade ist aufwandig restauriert
und auch die innenraume sind reich ausgestattet. Heute tagt hier der Landtag von
Mecklenburg-Vorpommern. Durch viele Umbauten im Stile des romantischen
Historismus ist eine Art Marchenschloss entstanden, das auch als ,Neuschwanstein
des Nordens” bezeichnet wird.
6. Schloss Moyland
Das alte Wasserschloss in Nordrhein-Westfalen mit der historischen Gartenanlage
ist heute ein Museum fiir moderne und zeitgendssische Kunst. 1307 wurde es
bereits zum ersten Mal urkundlich erwahnt und seither haufig umgestaltet, zerstort
und wiederaufgebaut. Eine Besonderheit ist der wassergefilllte Burggraben, der das
Schloss ganz umgibt - leider ohne Zugbriicke!
Urlaub, mal anders A 13,“4
2b) Finden Sie fir die zusammengesetzten Nomen die richtige Erklarung
und kreuzen
1. der Stammsitz
das Kénigshaus
3. das Marchenschloss
4, die Felswand
5. der Kirchenreformator
die Hauptburg
7. der Besucherstrom
A Urlaub, mal anders
a
ao
ao
ao
ein Platz auf einem Baumstamm
Wie Aste von einem Baumstamm gehen von
dieser Burg viele Familien und Generationen aus.
alle Personen, die zu einer kaniglichen Familie
gehéren
das Haus, in dem der Kénig wohnt
das Ende eines Mairchens
ein Schloss, das so aussieht, wie es in Marchen
beschrieben wird
die Seite eines Berges, die nur aus Felsen besteht
die Seite eines Zimmers, die aus hartem Stein
gemacht ist
ein Mann, der alte Kirchen repariert
ein Mann, der die katholische Kirche erneuerte
und veranderte, mit der Folge, dass sich die
christliche Kirche in Katholiken und Protestanten
tellte
der wichtigste und grote Teil einer Burganlage
die Burg, die wichtiger und groBer ist als alle
anderen Burgen im Land
die Elektrizitat, die von vielen Menschen
ausgeht
viele Touristen, die wie ein groBer Fluss in
das Schloss strémen8. das Wasserschloss
9. die Gartenanlage
10. der Burggraben
11. die Zugbriicke
oa
ein Schloss, in dem es viele Badezimmer und
Schwimmbader gibt
ein Schloss, das von einem Wassergraben oder
einem See umgeben und somit durch Wasser
geschiltzt ist
ein genau nach Plan geformter groer Garten
oder Park
ein Talent fur Blumen und Pflanzen
ein Loch in der Erde, in das eine Burg
gebaut wurde
eine durchgehende Vertiefung in der Erde um
eine Burg herum, damit Feinde die Burg nicht
leicht erreichen kénnen
eine Briicke liber einem Wassergraben,
die man hochziehen kann, damit niemand
dariibergehen kann
eine Briicke flr einen Zug
Urlaub, mal anders A 152) Im Reisefiihrer iiber die Burgen und Schlésser Deutschlands findet sich auch
ein Exkurs diber das Leben im Mittelalter. Lesen Sie die Satze auf S.20 und
schreiben Sie sie an die jeweils passende Stelle in die Zeilen im Text.
Mittelalterlicher Alitag
1. Die Besucher einer im Mittelalter erbauten Burg denken meist nur an Krieg, Angriff,
Verteidigung und Belagerung. Das ist naheliegend, wenn man
Falls diese Briicke auch noch
eine Zugbriicke war, konnte sie sogar eingezogen werden und niemand erlangte
‘mehr Zutritt zu der Burg, der nicht die Erlaubnis dazu hatte
16 A Urlaub, mal andersDeshalb war er einen GroBteil seiner Zeit mit Verwaltungsaufgaben beschaftigt,
denn es konnten mehrere Hundert Menschen auf einer grOSeren Burg leben. Dazu
zahlte das Kiichenpersonal, die Arbeiter fir die Felder, Walder und Weinberge und
die Handwerker. Fir die Pferde und die Herstellung von Waffen und Werkzeug
brauchte man Schmiede, fiir Bau- oder Ausbesserungsarbeiten an der Burg
bendtigte man Steinmetze und Zimmermanner.
3, Neben der Verwaltung war es auch die Pflicht des Burghermn, Recht zu sprechen,
4. Bei jeder Burg kann man ihre verschiedenen Abschnitte erkennen. Gut geschittzt
in der Mitte lag der Palas: Hier wohnte der Burgherr mit seiner Familie, war die
‘Verwaltung untergebracht und wurden die grofen Feste gefeiert.
Urlaub, mal anders A 175. Die Tage der Burgbewohner waren von der Morgendimmerung an bis zum
Sonnenuntergang mit Arbeit ausgefillt. Die Abende verbrachten sie in kieinen
Kammern, da diese leichter zu beleuchten und zu heizen waren.
7. So, wie der Tagesablauf von der Sonne beherrscht wurde, regelten die Jahreszeiten
den Jahresablauf. Im Winter wurde es in den meisten Raumen, die das ganze Jahr
liber schon kalt und feucht waren, wirklich unertraglich kat.
18 A Urlaub, mal anders8. Die hygienischen Verhaltnisse auf einer Burg waren duBerst bescheiden. Man
‘wusch sich nut, wenn es sehr ndtig war, dazu mit kaltem Wasser. Ein warmes
Bad war hin und wieder allein dem Burgherrn vorbehalten. Folglich waren Lause
sehr verbreitet und man konnte sie nur bekampfen, indem man sie mehrmals
‘tiglich aus den Haaren kammte. Auch der Kampf gegen Mause und Ratten war
wenig erfolgreich.
Nun gab es die késtlichsten Speisen, erlesene
Weine, Tanze, Musik und manchmal auch Darbietungen vom sogenannten
fahrenden Volk”. Diese Leute ~ sie waren Artisten, Messerschlucker,
Feuerspucker, Zauberer oder Dompteure ~ reisten von Dorf zu Dor, fuhrten ihre
Kunststiicke vor und sangen ihre Lieder, die eine Art ,Zeitung” des Mittelalters
darsteliten und Neuigkeiten tibers Land verbreiteten.
10,
Urlaub, mal anders A 1920
Nicht zuletzt aus diesem Grund gehérte zu jeder Burg ein VerlieB, ein finsteres
Gefangnis, wo Verbrecher oder Kriegsgefangene ihre Strafe absitzen mussten
»)
Die Arbeit diente hauptsachlich der Ernahrung von allen. Getreide, in Form von
Brot, Brei und Bier, war dabei das Hauptnahrungsmittel, Die Tiere waren meist
zu wertvoll und mussten bei der Arbeit helfen, deshalb gab es selten Fleisch, und
wenn, dann meist von alten Tieren.
Das ist naheliegend, wenn man die dicken Burgmauern und die exponierte Lage
der Burgen betrachtet. Hohe Tlirme erméglichten es den Burgbewohnern, das
Land weit zu iberblicken und Feinde, die sich naherten, friihzeitig zu entdecken.
Ein tiefer Burggraben, iiber den nur eine Briicke fiihrte, erschwerte die Annaherung
zusatzlich.
4)
Umgeben waren der Palas und der Burghof von einem Mauerring, an dem die
Hauser fur das Personal, die Stalle fur die Tiere, die Werkstatten und die Kiiche
mit den Vorratsréumen lagen.
Dennoch: Es war ein hartes Leben, das unsere Vorfahren fubnrten, und viel weniger
romantisch, als es in so manchen Filmen erscheint!
‘AuBerdem mussten die Tiere versorgt werden; eine Aufgabe, die der Stallmeister
versah, und manchmal gab es fir die Jagdhunde und das Wild in den Waldern
sogar Jagdmeister mit ihren Gehitfen.
8)
Bei all diesen sehr harten Lebensbedingungen darf man jedoch die groBen Feste
nicht vergessen. Wenn andere Adelige 2u Besuch kamen, Turiere veranstaltet
oder Hochzeiten gefeiert wurden, gab es ein Fest, das oft sogar mehrere Tage
dauerte
h)
Also zogen sich die Burgbewohner in einige wenige Raume zuriick und konnten
dort nur untatig warten, bis der Winter voriiber war. Einige hdher gelegene Burgen
waren durch den Schnee sogar von der Umwelt abgeschnitten und allein auf ihre
Vorrate angewiesen.
Allerdings waren diese kriegerischen Zeiten in Wirklichkeit sehr selten
im Gegensatz zum ganz normalen Alltag. Ein Burgherr hatte in erster Linie
die Aufgabe, seine Familie, das Personal, alle Burgbewohner und die Gebiete,
die 2ur Burg gehdrten, zu versorgen.
A Urlaub, mal anders2d) Lesen Sie die Kapiteliberschriften und ordnen Sie die Textabschnitte
aus 2 ¢) zu
A. Der Tagesablauf: (5)
B, Feiern auf Burgen:
C. Gut geschiitzt und sicher gelegen:
D. Das Leben auf einer Burg im Winter:
E. Die Aufgaben eines Burghermn:
F. Kérperpflege im Mittelalter:
G. Die Anlage einer Burg:
H. Resiimee:
\. Die Erzeugung von Lebensmitteln:
J. Das Recht im Mittelatter:
2e) Sagen Sie es anders: Wie kénnen Sie die Liicken erganzen, dami
Bedeutung des Satzes dieselbe bleibt?
1. Hohe Tiirme erméglichten es den Burgbewohnern, das Land weit zu tberblicken,
Durch hohe Time hatten die Burabewohner die Méalichkeit,
2. Ein tiefer Burggraben erschwerte die Annaherung von Feinden zusatzlich,
Ein tiefer Burggraben machte
3. Ein Burgherr hatte in erster Linie die Aufgabe, seine Familie und alle Burgbewohner
2u versorgen.
Fiir war
die Aufgabe,
4, Getreide war dabei das Hauptnahrungsmittel,
Hauptsachlich die Menschen Getreide
Urlaub, mal anders A 2422
10.
1
So, wie der Tagesablauf von der Sonne beherrscht wurde, regelten die Jahreszeiten
den Jahresablauf,
So, wie die Sonne den Ablauf
wurde
Im Winter wurde es in den meisten Raumen wirklich unertraglich kalt.
Im Winter war in den meisten Raumen wirklich unertraglich.
Ein warmes Bad war hin und wieder allein dem Burgherrn vorbehalten
Das Vorrecht auf hatte allein
Folglich waren Lause sehr verbreitet und man konnte sie nur bekimpfen, indem
man sie mehrmals taglich aus den Haaren kammte.
Folglich waren Lause sehr verbreitet und ihre war nur
mehrmals
der Haare,
Auch der Kampf gegen Mause und Ratten war wenig erfolgreich
Auch der Kampf gegen Mause und Ratten hatte
Wenn andere Adelige zu Besuch kamen, Turniere veranstaltet oder Hochzeiten
gefeiert wurden, gab es ein Fest, das oft sogar mehrere Tage dauerte.
anderer Adeliger,
von Turnieren oder Hochzeiten, gab es ein Fest, oft sogar mebrere Tage.
Es war ein hartes Leben, das unsere Vorfahren fubnrten, und viel weniger
romantisch, als es in so manchen Filmen erscheint!
Es war ein hartes Leben, das unsere Vorfahren fuhrten, und mit viel weniger
als !
A Urlaub, mal anders6 Reisetrends der Deutschen
3a) Lesen Sie den Artikel aus dem Magazin ,,Reisefieber” und erganzen Sie
die Worter aus dem Schiittelkasten.
Erzahlungen + anbelangt - steigenden + egal - durchschnittich + weist .. hin +
Schwankungen » erkundigt -heherssehendemr- Antell- begeben - Kurs » fehlenden «
zum Trotz + Anschlage » berichtet - gut verdienenden « Abenteuern + vorn +
bevorzugten - bescheinigt - Wahl - Reiseveranstaltetn - geringen - Vergleich =
Spitze - Biliganbieter - Verschiebungen + zufolge » ausgegeben + abseits «gilt -
Tendenz - Prozentsatz - darstellen « Geister + angesteuert -erlebten « wachsende +
auffallig - heutzutage « Hauptrolle « Hauptsache
Reiseweltmeister Deutschland
Eines der beherrschenden Small-Talk-Themen auf jeder Party ist der Urlaub. Man
(1) sich nach dem diesjahrigen Reiseziel, e)
von vergangenen Urlaubsreisen und lauscht voll sehnstichtigem interesse den
(3) besonders wagemutiger Reisender, die «4
‘vom Pauschaltourismus AuSergewohnliches entdeckten und. (5)
Kein Deutscher, der nicht dazu etwas zu erzahlen hat oder liebend gern diesen
(6) 2uhdrt, um sich im Geiste auf eine Traumreise 2u
a
Einer Untersuchung (9) ist jeder Deutsche im Jahr
(0) 12,6 Tage auf Reisen, (10)
steigend. Der Prasident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft
(11) den Deutschen eine ungebrochene Reisefreude, trotz der
Flichtlingsstréme und der Gefahr terroristischer (12). Die Griinde
dafiir sieht er in den (13) Léhnen, der 14)
Arbeltslosigkeit und dem (15) Willen zum Sparen.
Besonders (16) nah die Reisezeit pro Jahr bei jungen
(17) weiblichen Erwachsenen zu, die haut im
Urlaub, mal anders A 2324
Internet surfen. Dem Internet kommt bei den Buchungen von Reisen eine deutch
(18) Bedeutung zu. Dennoch wurden im letzten Jahr immer noch
42% der Reisen bei (19) gebucht und
32% in einem Reisebiro.
Was die Reiseziele (20), liegt das Inland mit 28% an der
(21), fuhrend dabei sind die Uraubsorte in den Bergen oder an den
Ksten. Die Mittelmeerregion rangiert jedoch, (22)
inbegriffen, weiterhin ganz
23) bei den auslandischen Urlaubszielen. 13% der
ins Ausland reisenden Deutschen haben letztes Jahr ein Domizil in Spanien gewahit, hier
spielt die beliebte Insel Mallorca eine (24). 8%
(25) Italien, 7% die Tirkei und 5% Osterreich. Der Managing
Director von Globus-Reisen (25) 2war auf eine gewisse Dynamik____,
die je nach politischer Lage, besonders jedoch nach terroristischen Anschlagen Zu
kleineren (22) bei der Zielsetzung der Reisenden
firt, in den Grundztigen jedoch hat sich die Nachfrage bislang kaum verandert. Zu
einem etwas geringeren (26) als die stidlichen Reiseziele
folgen westeuropaische Lander, dann mit gut 7% Osteuropa und mit knapp 3%
Skandinavien, aber auch Fernreisen stehen mit tiber 8% hoch im (29)
Bisher (60) Deutschland als Reiseweltmeister. Das geht soweit, dass immerhin
fiir 58% der Deutschen die Urlaubskosten den gréSten Posten an Ausgaben im Jahr
(21), Uber 70 Milliarden Euro werden in Deutschland pro Jahr fir
Auslandsreisen (32). Dennoch scheiden sich auch in puncto
Kosten die (03). Fir einen Teil der Deutschen ist es vallig egal, wohin die
Reise geht, (34), es ist big. Fur einen anderen Teil ist gerade
die Qualitat des Urlaubsortes von gréBter Bedeutung, (65), wie viel es kostet.
Das Mittel der (65), um an den Urlaubsort zu kommen, ist das Flugzeug,
A Urlaub, mal andersIm (37) 2u 1980, wo nur 14% dieses Verkehrsmittel nutzten, ist ~
allen dkologisch begriindeten Warnungen (38) - der
(39) der Flugreisenden bei den Uriaubern auf 44% gestiegen. Grund
dafiir ist zum einen, dass (40) es erméglichen, an
preiswerte Flugtickets zu kommen, aber auch, dass immer haufiger exotische Traumziele
(41) werden.
Wie sagte einst um 1800 Matthias Claudius: ,Wenn einer eine Reise tut, dann kann er
‘was erzahlen. Drum nahme ich den Stock und Hut, und tat das Reisen wahlen.” Nur sind
es (2) doch eher Flugticket und Rucksack.
Urlaub, mal anders A 2526
3b) Kreuzen Sie an: Welcher Satz ist jeweils die korrekte Zusammenfassung?
1, Jeder Deutsche unterhalt sich gern iibers Reisen, besonders gern
uber den Pauschaltourismus.
Die Deutschen tauschen sich gern iber ihre Reisepline und
Reiseerlebnisse aus und sind besonders interessiert an
auBergewohnlichen Erlebnissen
2. Jeder Deutsche verbringt im Schnitt jahrlich fast zwei Wochen
als Tourist
Jedes Jahr machen die Deutschen eine Urlaubsreise, die genau
12,6 Tage davert.
3. Die Deutschen reisen weiterhin gern, obwohl die Sicherheit auf
Reisen nicht immer gegeben ist.
Wegen dramatischer politischer Ereignisse freuen sich die Deutschen
nicht mehr auf Auslandsreisen.
4. Die Deutschen reisen viel, egal, ob sie gut verdienen oder
arbeitslos sind,
Die gute finanzielle Lage der meisten Deutschen ist der Grund
fiir inre Lust auf Reisen
5, Das Internet spielt bei der Planung von Reisen eine wichtige Rolle.
Nur Frauen, die gut verdienen, buchen ihre Reisen im Internet.
6. Die meisten Reisen der Deutschen gehen ins Ausland.
Reiseziele in Deutschland sind bei den Deutschen nicht beliebt.
7. Bei unsicherer politischer Lage verandern sich die Reiseziele nur wenig,
Wegen der Dynamik von Terroranschlagen unternehmen viele
Deutsche lieber Zugreisen,
8. Die meisten Reisen der Deutschen gehen auf andere Kontinente.
Die meisten Auslandsreisen der Deutschen gehen in europaisches
Umland.
A Urlaub, mal anders
richtig
ao
we
Oo0aqocggn0 a
oa10.
"
2
13,
Die Deutschen geben jedes Jahr viel Geld fur ren Urlaub aus,
ungefahr 58 % von ihrem Einkommen
Der Urlaub ist vielen Deutschen so wichtig, dass sie daftir von
ihrem Jahreseinkommen am meisten ausgeben.
Manche Deutschen wollen einen besonders preiswerten Urlaub
machen, wobei die Wahl des Ortes keine Rolle spielt, fr andere
wiederum ist unwichtig, wie viel Geld sie ausgeben.
Fuir alle Deutschen spielen weder die Kosten noch der Urlaubsort
eine Rolle, Hauptsache, sie missen nicht zu Hause bleiben.
‘Aus dkologischen Griinden nehmen immer weniger Deutsche
das Flugzeug, um an ihren Uriaubsort zu kommen.
Leider gibt es immer mehr Urlauber, die mit dem Flugzeug reisen,
‘obwohl es so schlecht fur die Umwelt ist.
Es gibt sehr billige Fluggesellschaften, was Flugreisen fir viele
Menschen attraktiv macht.
Von Billiganbietern werden nur Fernreisen angeboten,
Schon um 1800 sind die Menschen auf Reisen gegangen, allerdings
sind sie zu dieser Zeit hauptsachlich gewandert
‘Auch in der Vergangenheit waren die Menschen gern gereist,
aber damals war das noch nicht méglich.
Urlaub, mal anders A
27