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Medizin Bei Röm.

Das Dokument beschreibt die Geschichte der Medizin bei den Römern. Es geht unter anderem auf die Herkunft der ersten Ärzte in Rom, die Ausbildung an Ärzteschulen, die Behandlung von Kaisern durch Leibärzte sowie gängige Heilmittel und Apotheken ein.

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Das Dokument beschreibt die Geschichte der Medizin bei den Römern. Es geht unter anderem auf die Herkunft der ersten Ärzte in Rom, die Ausbildung an Ärzteschulen, die Behandlung von Kaisern durch Leibärzte sowie gängige Heilmittel und Apotheken ein.

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Medizin bei den Römern

Das Wort bedeutete bereits im Lateinischen sowohl das Heilmittel als auch die
Heilkunst, das Wissen der Ärzte. Ärzte, die geschult waren und die Heilkunst als
einzigen Beruf ausübten, kamen erst im 2. Jahrhundert v. Chr. aus Griechenland und
Ägypten in größerer Zahl nach Rom. Der erste große Lehrer der griechischen Heilkunst
in Rom war Agathos, Sohn des Lysanias, der 218 v. Chr. das Bürgerrecht erhielt und in
einer Taberna am acilischen Kreuzweg praktizierte, bald wegen seines Schneidens und
Brennens Carnifex (Schinder) genannt.

Cato: fit durch Diät, Körpertraining und Hygiene

Gegen die griechischen Ärzte wetterte der alte Cato, nannte sie Schwindler und
Mörder, schwor auf Kohl als Allheilmittel und schrieb sein Alter von 85 Jahren der
altrömischen Diät und Körperübungen zu. Zur Heilkunde hatten die Römer bis dahin nur
Diät- und Badekuren, Heilkräuterkenntnis und Wundbehandlung beigetragen.

Manche Seuche ist sicher durch den hohen Stand der öffentlichen Sauberkeit
verhindert worden. Schon Tarquinius Priscus (*616 v. Chr., †578 v. Chr.) vollendete die
Cloaca maxima, an die Private ihr Grundstück gegen Zahlung eines Cloacariums
anschließen konnten. Später wurden Latrinen gebaut, die gegen Gebühr benutzt werden
konnten. Durch Aquädukte wurde stets frisches Quellwasser herangeführt. Mit
Kaltwasserwaschungen härtete sich der Römer ab. Kranken- und Sterbezimmer
räucherte er mit Schwefel oder Helleborus (Nieswurz) oder Verbena (Eisenkraut) aus.

Herkunft und Stand der Ärzte

In Roms Tabernen (Läden, Gasthäusern) eröffneten die Schüler des Hippokrates und
der ägyptischen Chirurgen und Augenärzte ihre Praxen - verachtet zunächst, weil sie
fast ausnahmslos Sklaven waren. Während für gewöhnliche Sklaven 20 Solidi zu zahlen
waren, kosteten Notare (schnellschreibende Sekretäre) 50, Ärzte jedoch 60 Solidi,
wenn sie beide Geschlechter behandeln konnten. Teilweise waren sie verpflichtet,
außerhalb des Hauses ihres Eigentümers zu praktizieren, das Honorar aber ganz oder
teilweise abzuführen.

Mitunter konnte ein erfolgreicher Arzt sich freikaufen, wie der Augenoperateur
P. Decimius Eros Merula (Amsel), der auf seinem Grabstein verzeichnen ließ, dass er für
seine Freilassung 6 Millionen Sesterzen, für die Verleihung des Sevirats 10, für
Kunstwerke 3,5 und für Straßenpflasterung 5 Millionen Sesterzen ausgegeben habe.
Auch Asklepiades von Prusa, einem Freund Ciceros, war es durch geschicktes Auftreten,
durch seine Rednergabe und erfolgreiche Kuren gelungen, Ansehen und Reichtum zu
gewinnen und eine medizinische Schule zu gründen, in der Interessenten medizinische
Kenntnisse erwerben konnten, während es sonst genügte, als Heilgehilfe einige Monate
Krankenvisite zu absolvieren.

Erst Cäsar gab den fremden Ärzten (und Lehrern) das Bürgerrecht und Augustus
befreite sie von den Lasten und Abgaben der Bürger aus Dankbarkeit gegenüber
Antonius Musa, der ihn von schwerer Krankheit geheilt hatte. Musa, ein Freigelassener
des Kaisers, hatte Erfolg mit Kaltwasser- und Lattichkuren, erhielt die Ritterwürde und
ein ehernes Bildnis im Äsculapius-Tempel auf der Tiberinsel. Die Erhebung in den
Bürgerstand zog nicht nur weitere Ärzte aus Griechenland und dem Orient nach Rom,
auch Einheimische wandten sich dem ehrenhaft gewordenen Beruf zu wie M. Artorius,
der Augustus, oder A. Cornelius Celsus, der Tiberius behandelte.

Ärzteschulen

Nach den Feldzügen des Lucullus und Pompejus zogen berühmte griechische Ärzte nach
Rom und unterrichteten Anhänger in ihren Theorien. So Asklepiades, der Begründer
einer "Balneotherapie" (Wasserheilkunde), dessen Verfahren (außer den
Schaukelbädern) Sebastian Kneipp wieder eingeführt hat. An Ärzteschulen unterschied
man in der Kaiserzeit die Empiriker und die Methodiker, die beide von ihren Schülern
unbedingten Gehorsam und Achtung ihrer Dogmen verlangten. Methoden und Arzneien
der großen Ärzte wurden bei ihren Schülern zumeist mündlich weitergegeben. Von der
ärztlichen Enzyklopädie des Aulus Cornelius Celsus (*35 v. Chr.) blieb nur das erste Buch
(Diätetik) und das fünfte (Arzneien) erhalten. Der eifrigste Sammler ärztlichen
Wissens war Gaius Plinius Maior (†79 n. Chr. beim Vesuvausbruch), der sein Werk
"Naturalis historiae libri XXXVII." aus 2000 Schriften von über 100 Autoren gezogen
hat.

Leibärzte und Honorare

Berühmte Ärzte konnten horrende Summen für erfolgreiche Heilungen fordern. So


berichtet Plinius, dass Stertinus aus seiner Stadtpraxis jährlich 600 000 Sesterzen
geholt habe. Noch Galen erhielt für die Heilung der Gemahlin des Boëthius
40 Goldstücke (etwa 120 000 DM). Bangen musste kein Arzt um sein Honorar, da es zu
den bevorrechtigten Forderungen bei Erbfall, Konkurs usw. zählte. Allerdings musste
das Honorar in gesunden Zeiten verabredet worden sein; Versprechungen, die in
Todesangst gegeben waren, konnten nicht eingeklagt werden.

Die Kaiser sicherten sich die geschicktesten Ärzte für sich und ihre Familie, wobei
diejenigen besonders gefragt waren, die ihre Medikamente selbst zubereiten konnten.
Nero gab als erster seinem Leibarzt den Titel "Archiater" (Oberarzt), aus dem das
deutsche Wort Arzt abgeleitet wird. Konstantin nannte seinen Leibarzt bereits
"Archiater palatinus", verlieh ihm die Ritterwürde und das Prädikat "Praesul spectabilis"
("Angesehener Schutz").
Erst Antoninus Pius (Regierungszeit 138-161) stellte "Archiatri populares" (öffentliche
Oberärzte) an, je einen für die vierzehn Regionen Roms und für die Vestalischen
Jungfrauen, für die kleineren Städte fünf bis sieben. Sie bezogen ein festes Gehalt und
bildeten am Ort ein Collegium, das den Unterricht für die Medizinalanfänger zu
besorgen hatte. Schied einer aus dem Collegium aus, so wählten die übrigen Collegen
einen Kandidaten, der vom Kaiser bestätigt werden musste. Den Regionsärzten Roms war
die Behandlung armer Patienten besonders aufgetragen worden, doch konnten sie mit
wohlhabenden Patienten Verträge abschließen, sie also neben der Armenpraxis
behandeln.

Zahlreich waren die Spezialisten unter den Ärzten. Da schon auf den zwölf Tafeln (451-
450 v. Chr.) durch Gold befestigte Zähne erwähnt werden, gab es also schon Zahnärzte.
Daneben unterschied man Chirurgen, Augenärzte, Ohrenärzte, Ärzte und Ärztinnen für
Frauenkrankheiten, nicht identisch mit Hebammen (obstetrices), Spezialärzte für
Fisteln, Brüche und Steine. Es herrschte freier Wettbewerb; jegliche staatliche
Kontrolle fehlte, worüber schon Plinius klagt, weil auch ungeschulte Leute und
Scharlatane sich als Mediziner aufspielten.

Auch die Apotheker blieben unkontrolliert, konnten ohne ärztliche Anweisung


Medikamente abgeben und priesen die teuersten Mittel als die besten an. Wer als Arzt
über eine besondere Methode, als Apotheker über eine Wunderarznei verfügte, hielt
sie geheim oder belegte seine Gehilfen mit schweren Eiden, damit ihm die Einkünfte
nicht geschmälert würden. Als Ausnahme darf Apuleius Celsus aus Centorbi auf Sizilien
gelten, ein Zeitgenosse des Augustus, der die Erlöse aus seinem Mittel gegen die
Hundstollwut seiner Vaterstadt spendete.

Heilmittel und Apotheken

Schon Galen beklagt das Einströmen orientalischer Arzneien, das Tragen von Amuletten,
die Beschwörung und Austreibung von Dämonen (Exorzismus), den Reliquien- und
Tempelkult an Stelle der Verabreichung ärztlich verschriebener Mittel. Ursprünglich
hatten die Ärzte selbst die Medikamente bereitet, doch war das zu zeitraubend und zu
schwierig geworden, denn nur noch Spezialisten kannten die fast 1000 Heilpflanzen und
konnten die aus dem Orient bezogenen Drogen und Gewürze bestellen und prüfen. Am
besten ging das Geschäft mit Weihrauch (für Bestattungsfeierlichkeiten), der über
Gaza bezogen wurde. Bei Beerdigungen sah man nicht so genau auf den Preis; Nero
verbrauchte beim Begräbnis der Poppäa mehr als eine Jahresernte Weihrauch.

Pfeffer kostete das Pfund zu des Plinius' Zeiten 4 bis 15 Denare, von Narde das Pfund
Blätter 40 bis 75 Denare, das Pfund Ähren 100 Denare. Eingeführt wurden auch
arabische und indische Myrrhe, Amomum und Cardamomum, Ingwer und Bleiweiß; die
heimischen Gärten lieferten Rosen-, Krokus-, Myrten- und Zypressenöl. Diese Öle
wurden vor allem für Kosmetika benötigt, die zumeist von Heilmittelhändlern vertrieben
wurden.

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