Edm Oberstufe Analysis
Edm Oberstufe Analysis
EdM
Analysis
Rheinland-Pfalz
Leistungsfach
Herausgegeben von
Heinz Griesel, Andreas Gundlach, Helmut Postei, Friedrich Suhr
Schroedel
westermann
Elemente der Mathematik
EdM
Analysis
Rheinland-Pfalz
Leistungsfach
Herausgegeben von
Prof. Dr. Heinz Griesel, Dr. Andreas Gundlach, Prof. Helmut Postei, Friedrich Suhr
Bearbeitet von
Karin Benecke, Sibylle Brinkmann, Martin Brüning, Gabriele Dybowski, Dr. Andreas Gundlach, Holger Kohnen, Dr. Reinhard Köhler,
Jakob Langenohl, Matthias Lösche, Wolfgang Mathea, Michael Meyer, Hanns Jürgen Morath, Sigrid Schwarz, Heinz Klaus Strick,
Friedrich Suhr
Der Schülerband ist auch als digitales Schulbuch erhältlich; Best.-Nr. 66985
Abgestimmt auf dieses Unterrichtswerk sind umfangreiche Unterrichtsmaterialien für die S II entwickelt worden:
Analysis Best.-Nr. 87907; Analytische Geometrie/Matrizen Best.-Nr. 87908; Stochastik Best.-Nr, 87909
westermann gruppe
©2017 Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH,
Georg-Westermann-Allee 66,38104 Braunschweig
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DruckAVJahr2022
Alle Drucke der Serie A sind im Unterricht parallel verwendbar.
ISBN 978-3-507-88422-9
Inhaltsverzeichnis 3
nhaltsverzeichnis
1 Grenzwerte
2 Differentialrechnung
3 Funktionsuntersuchungen
Klausurtraining 191
Inhaltsverzeichnis 5
4 Integralrechnung
5 Wachstumsprozesse modellieren
Klausurtraining 349
Anhang
Stichwortverzeichnis 371
2, SttmmrvftMiBfi tB l|i| I
4 Manchmal werden weitere neue As
pekte auch in einer Weiterführenden
Aufgabe angesprochen.
-Ji
■ Die Aufgaben sind gut gestuft und Die Übungsaufgaben bieten Ihnen
durch die inhaltlichen Zwischenüber I MMTi ^
4 vielfältige Möglichkeiten das neu
schriften unterschiedlichen Aspekten >-l'
Gelernte zu festigen und anzuwenden.
des Themas zugeordnet.
AMbA ü<
S< IM»«
Zudem gibt es Vernetzte Aufgaben, in M-*<U» Im fV M »
Zu einigen Übungsaufgaben gibt es
denen die neue Themen mit bereits erar ein Beispiel mit einer Musterlösung,
imtflkM An ●●«>●«»
beiteten Inhalten aus vorangegangenen in der wichtige mathematische
Abschnitten vernetzt werden. I) ●( Verfahren oder Strategien aufgezeigt
4 werden.
In diesem Kapitel...
... lernen Sie verschiedene Zahlenfolgen kennen und befassen sich mit Ihren Eigenschaf
ten;
... entwickeln Sie anschauliche Vorstellungen zum Grenzverhalten von Folgen;
... erarbeiten Sie den Begriff Grenzwert einer Folge, der ein grundlegender Begriff der
Analysis ist;
... untersuchen Sie Funktionen auf Grenzwerte an einer Stelle.
10 1 Grenzwerte
■ Erläutern Sie, wie die Zahlen entstehen, und bestimmen Sie die nächsten drei Dreieckszahlen.
Untersuchen Sie, wie man aus der n-ten Dreieckszahl 0^ die nächste
Dreieckszahl Dp^, berechnen kann. OOOO
■ Addieren Sie zwei aufeinanderfolgende ooo oooo
Dreieckszahlen. Was stellen Sie fest? oo ooo oooo
Zeigen Sie mithilfe der Abbildung, dass gilt: o oo ooo oooo
n=1 n =2 n =3 n =4
Dp„ + Dp =(n--ip.
■ Verwenden Sie Ihre oben erzielten Ergebnisse, um eine Formel zu finden, mit deren Hilfe man
jede Dreieckszahl sofort berechnen kann, ohne die vorherigen Zahlen zu kennen.
Der Legende nach befolgen die Priester Tag und Nacht bis zum heutigen Tage die Anweisung ihres
Gottes. Sie sollen immer noch nicht fertig sein.
a) Lösen Sie das Problem zunächst für 3 Plättchen sowie für 4 Plättchen,
b) Entscheiden Sie, ob der Auftrag überhaupt ausführbar ist. Wenn ja, wie lange dauert seine Ausfüh
rung?
LÖSUNG a) Drei Plättchen kann man auf diese Art und Weise in 7 Schritten umlegen:
un0 Z. Umte^un^ 3. Uf7!fe0Mng A, Umlegung
Wirführen das Umlegen von vier Plättchen auf das Umlegen von drei Plättchen zurück. Dazu legen
\wir zunächst die drei oberen Plättchen auf die Nadel(3), wofür \wir wieder sieben Schritte benöti
gen. Anschließend legen wir das größte Plättchen auf die Nadel (2). Danach werden die 3 Plättchen
von Nadel(3)ebenfalls auf die Nadel(2) verlegt, das sind wieder? Schritte. Insgesamt sind das
7+ 1 4-7 = 15 Schritte.
b) Wenn wir fünf Plättchen umlegen wollen, können wir die obige Strategie fortführen und werden
2-15+1 Umlegungen benötigen. Bezeichnet man die Anzahl der benötigten Umlegungen für
n Plättchen mit Un, so benötigt man bei n + 1 Plättchen 2-Un + l Umlegungen. Bezeichnet man
dieAnzahl derbenötigten Umlegungen für n+1 Plättchen mit u n + l> so gilt also: un +1 = 2-u„+ l.
So können wir einige Anzahlen Up berechnen:
n 1 2 3 4 5 6 7 9 10
ui 1 3 7 15 31 63 127 255 511 1023
Es ist allerdings sehr mühsam,diese Tabelle bis n = 64 fortzuführen, da wir erst alle vorhergehen
den Anzahlen bestimmen müssen.
Es wäre besser, wenn wir eine Formel hätten, mit der man direkt aus der Plättchenanzahl n die
Anzahl u„ der Umlegungen berechnen kann.
Aus den Werten der Tabelle können wir eine Formel vermuten. Die Zahlen 1,3, 7,15,31,... sind alle
um 1 kleiner als eine Potenz von 2,
Es ist 1 =2’- 1, 3 = 2^ -1,7»2^ - 1, 15 = 2*'- 1,... Wir vermuten daher:
Un = 2"-1.
Einsetzen in die Gleichung u n + 1 = 2-Un+1 zeigt, dass die Formel richtig ist:
U n +1 = 2-(2"-1)+ 1 =2 -2+ 1 =2"*'- 1
Nun können wir ausrechnen, wie viele Umlegungen die Priester für 64 Plättchen benötigen:
U64 = 2^-1
Geht man davon aus, dass die Priester schnell arbeiten und zur Umlegung eines Plättchens nur
eine Sekunde benötigen, dann brauchen sie etwa 1,8-10'® Sekunden.
Ein Jahr hat 31 536000 Sekunden,also brauchen die Priester ungefähr 5,8-10'' Jahre, das sind
580 Milliarden Jahre.
Die Priester arbeiten also immer noch und werden auch noch lange arbeiten müssen.
Definition
Eine Funktion, bei derjeder natürlichen Zahl n eine reelle Zahl a^,zugeordnet ist, heißt Folge.
Eine Folge notiert man häufig so: a,, a2, aj, a^,...
Die Zahlen a,, aj, 83, a4,... heißen die Folgengliederder Folge; n heißt Platznummer des Folgen
In der Regel wählt
monnz l, d.h. man glieds a n*
beginnt eine Folge mit Um eine Folge von ihrem Folgenglied an zu unterscheiden, bezeichnet man sie mit(an).
dem Folgenglied a,.
Beispiel
Für die Folge (an) der Vielfachen von 7 ist a n + 1 = 3n + 7 mit 3i=7 eine rekursive Darstellung.
Eine explizite Darstellung ist an = 7-n.
1. Berechnen Sie die Folgenglieder a2 bis aio für die Folge (an). Finden Sie eine explizite Darstellung,
Beispiel
a) a,=0; 3n + l = an + 1
b) a, = 100; a n + l = an-5
a, -2; a^+i =-3-an
c) a, = 10; a n + 1 =-3n
a2=-3-2 =-6
d) a,=0,5; a,n + 1 ^(-2)-a,
a3 =-3-32--3-(-3)-2 = 18
e) a, = l; an + 1 = 3an+ 1 02
f) a, =7; an+1 = 3n
a„=-3-a3=-3-(-3)-(-3)-2= -54
33
an =(-3)"-^-2
6. a) Von einer Folge sind die ersten drei Folgenglieder bekannt: 1; 2;4. Finden Sie mindestens zwei
Bildungsgesetze, die für das vierte Folgenglied jeweils verschiedene Werte liefern,
b) Denken Sie sich eine Bildungsvorschrift für eine Folge aus und nennen Sie Ihrem Nachbarn die
ersten drei Folgenglieder.
Lassen Sie Ihren Nachbarn ein Bildungsgesetz bestimmen und vergleichen Sie.
25-
X
20
15 X
10- - X
X
5- - -
X
4-
8. Ordnen Sie jedem der abgebildeten Graphen eine 1 2 3 4 5 6 7 9 10 n
der angegebenen expliziten Darstellungen zu.
Begründen Sie Ihre Zuordnung.
n
(A) an = 5 - 3n (B)a,= 1+^ (C)an =(-1)"2 (D)ap = yn2
(1) (3)
an an.
14- X 2 X
1,8
12 X 1,6
10 1,4-
X X
1,2
X 1- ^ X X X X X
6 -
X 0,8-
4- 4- X' 0,6
2- 0,4-
X
X 0,2
0 ¥ {
1 2 3 4 5 6 7 9 n 0
1 2 3 4 5 6 7 9 n
(2) (4)
an X an. X
2
900- 0-
I
1 ^ 3 4 5 6 7 9 n
800
... -3-..
700-- X
600
500
i .r -6
X
400 X
300
200- ●-1-2-
X
100- -15
0 * ¥
-loor
●^200
1 t i i n
-18--- X
-300 -21
X
-400- -24--
-500- X X
9. Berechnen Sie die Folgenglieder a2 bis a,o für die rekursiv angegebene Folge. Zeichnen Sie den
Graphen,
a) a, = -3; ap*i = an + 2 c) a, = 2; a n + 1 - 2 an + 1 e) a, =2,4; a n+1 = a2- 4an-f-6
1
b) 3i = 100; a n + I = an-5 d) a^ =2; a n+1 “ f) a,= 1; a n+i = sinia n
14 1 Grenzwerte
Einstiegsaupgabe KocH-Kurve
MIT LÖSUNG 1904 konstruierte der schwedische Mathematiker Helge von Koch einen Streckenzug, der als „mathe
matisches Monster“ in die Geschichte der Mathematik einging.
Bei der Konstruktion verfährt , ,
man folgendermaßen:
Man beginnt mit einer n= 7
geraden Linie der Länge a.
Hieristz.B. a=9cm. n=2
7. Schritt: Man zerlegt diese
Helgevon Koch Linie in drei gleich lange
(1870-1924) Liniensegmente.
Die KocH-Kurve
2. Schritt: Man ersetzt das
entsteht, wenn man
sich die Konstruk mittlere Segment durch ein gleichseitiges Dreieck, dessen Grundseite man entfernt,
tion unendlich oft a] Zeichnen Sie für n = 3 die Kurve, die entsteht, wenn man die beiden oben dargestellten Schritte
durchgeführt denkt. für jedes der vier entstandenen Teilstücke wiederholt,
Diese Kurve ist ein
b] Ermitteln Sie die Länge der Kurve in den ersten drei Schritten. Verallgemeinern Sie Ihr Ergebnis,
sogenanntes Fraktal,
indem Sie eine Formel finden, die die Länge der Kurve nach n Schritten angibt,
bei dem jeder noch
so kleine Ausschnitt c) In Jedem Schritt erhält man eine längere Kurve als vorher. Nach wie vielen Schritten ist die
aussieht wie die entstehende Kurve länger als der Erdumfang? Verhält sich der Inhalt der von der Kurve überdeck
gesamte Figur. ten Fläche ähnlich wie ihre Länge?
b) Im ersten Schritt beträgt die Länge der Kurve 9 cm,denn es ist nur eine Linie vorhanden. Im zwei
ten Schritt haben wir 4 Liniensegmente von je einem Drittel der Länge der Kurve im ersten Schritt,
also einer Länge von 3 cm. Damit beträgt die Gesamtlänge L2= 4-3cm = 12cm.
Führt man den nächsten Schritt der Konstruktion durch,so erhält man 4-4Tei!stücke von einem
Drittel der Länge der Teilstücke im vorigen Schritt, also einer Länge von 1 cm. Die Gesamtlänge der
Kurve beträgt nun L3=16cm.
Schritt 1 2 3 4 n
-4 ●4 ●4
Anzahl der Teilstücke 1 4 16 64 40-1
1 1 1
Länge derTeilstücke {in cm) 9 3 3 3 1 3
4 4 4 1-1
64
9 3 12 3 16 3
L^ Länge der Kurve (in cm) 3
Man erkennt, dass die Länge im n-ten Schritt errechnet werden kann, indem man die Länge der
Kurve im {n - 1 )-ten Schritt mit | multipliziert. Das liegt daran, dass bei jedem Schritt 4 Kopien des
auf-!- verkleinerten Streckenzuges erzeugt werden. Also gilt für die Gesamtlänge der Kurve nach n
Konstruktionsschritten die Rekursionsgleichung:
Ln=|-L n-l-
Die explizite Formel für die Länge L„ können wir aus der Tabelle oben entnehmen.
n-1
L -9● —
>-n - 3 2
Dia
Somit haben wir sowohl eine rekursive als auch eine explizite
% -i
Darstellung der Folge gefunden, welche die Länge L„ der Kurve f<x>=9+<4/3)
nach n Konstruktionsschritten angibt,
0€6
c} Der Erdumfang beträgt ca. 40 000 km, das sind 4000000000 cm.
f CX)
Die Wertetabeileder Folge zeigt: Nach 71 Konstruktionsschrit- 70 3. 7ESECI7 E3
E. 0113H2Ei'
ten ist die Kurve länger als der Erdumfang. Trotzdem passt die 6.. e.S1730E9
Kurve, vorausgesetzt man könnte sie zeichnen, auf ein Blatt a=7i
Papier, denn sie wird niemals höher und niemals breiter als
nach dem zweiten Schritt. Das bedeutet, dass die Kurve zwar unendlich lang ist, sie aber nur
endlich viel Raum einnimmt, was eine überraschende Eigenschaft der KocH’schen Kurve -st.
Definition
zweier aufeinanderfo lgender
n
Eine Folge [an) heißt geometrische Folge, wenn der Quotient
Folgenglieder immer gleich ist.
Bnii=q erfüllt ist.
Das heißt, dass es eine Zahl q gibt, sodass für alle n die Gleichung
Beispiele
., = 0,8; 33 = 0,16; a, = 0.032; 35 = 0,0064; ...
a , = o,2-a„mita,=4. Manerhälta,=4;a
= 100; bj=105; b3=110,25; b4=H5,7625; ...
b",= l,05-b„ mitb, = 100. Man erhält b,=
1 Grenzwerte
18
z. B.: 3;3;3,
8. a)
rekursive und
arithmetische
12. DasNim-Spiel
121 Streichhölzerauf
Für das Nim-Spiel legt man c^ioipr
einen Haufen. Es wird von zwei Spielern Spie e
:undSpielerB,[Link]
abwechselnd nach seiner Wahn,2 oder
Streichhölzer vom Haufen weg. Wer das letzte
Streichholz erhält, hat gewonnen.
Spieler A, der anfängt, überlegt sich folgende
Strategie:
■ im ersten Zug ni
. im zweiten Zug ist Spieler Ban ein,zwei Oderdrei Sfreichhdiz^HafSpieierB
so nimmt Spieler A beim dritten Zog drei Streichhölzer, ha Spieler
ein Streichholz genommen.
so nimmt Spieler A ebenfalls zwei, hat B drei Streichhölzer genom-
zwei Streichhölzer genommen
men nimmt Spieler A ein Streichholz,
Zug. nach 3 Zügen;5 Zügen;7 Zügen;
die Anzahl der Streichhölzer, die nach einem
a) Notieren Sie
9Züeen;11 Zügen;... noch im Haufen liegen,
n ach dieser Strategie Spieler A stets gewinnt.
b) Begründen Sie, warum
Wie verhält es sich, wenn mit 122 Streichhölzern gespielt WifCl?
1.3 Grenzwert einer Folge 19
2 4 6 8 10 12 14 16 n 2 4 6 8 10 12 14 16 n 2 4 6 8 10 12 14 16 n
Wie verhalten sich die Folgenglieder der angegebenen Folgen bei wachsender Platznummer n?
Beschreiben Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Folgen,
b] Betrachten Sie einen symmetrischen „Streifen“ mit der Breite 0,2 um die Gerade mit der Gleichung
y = 3. Untersuchen Sie, ob es eine Platznummer n gibt, von der ab alle Graphenpunkte der Folge
innerhalb dieses Streifens liegen.
Bestimmen Sie dazu, von weicher Platznummer n an alle weiteren Folgenglieder im
Intervall ]2,9;3,1[ liegen.
Wählen Sie dann eine Streifenbreite von 0,02 und bestimmen Sie wiederum, von welcher Platz
nummer n an alle weiteren Folgenglieder im Intervall ]2,99; 3,01[ liegen.
Wählen Sie auch weitere, noch schmalere Streifen.
Lösung a] Die Folgenglieder aller drei Folgen nähern sich offensichtlich mit zunehmender Platznummer n
dem Wert 3. Die Annäherung an den Wert 3 erfolgt jedoch unterschiedlich.
4- ■X f(CO
Folge (cn) mit einem H i±S
X
Streifen um die Gerade mit 3 X " * ' * ■n. ■« X X X 5 2. 5
X
5. QSS33S5:
y = 3 mit der Breite 0,2 2
1
gezeichnet. Man erkennt an
der Zeichnung, dass 2 4 6 8 10 12 14 16 n DEG
vermutlich für naS oder ●X +■ (-X)
50 3. Ol
n a6 alle weiteren Punkte des Graphen der Folge in diesem Streifen |5 2.30019607 S
Die Wertetabelle bestätigt, dass ab der Platznummer n = 6 alle i 3.001*1538?
X=5 1
Folgenglieder im Intervall ]2,9;3,1[ liegen.
Ebenso kann man mithilfe der Wertetabelle erkennen, dass ab der Platznummer n = 51 alle
weiteren Folgenglieder im Intervall |2,99;3,01[ liegen.
Für weitere Intervalle und die beiden anderen Folgen (3^,) und (b^) kann man analog verfahren.
Für die drei Folgen (ap),(bn) und (Cn) gilt:
Für na6 gilt:Alle Fotgenglieder liegen im Intervall ]2,9;3,1[ (Streifenbreite0,2).
Für na 51 gilt: Alle Folgenglieder liegen im Intervall ]2,99;3,01[ (Streifenbreite 0,02).
Für na 501 gilt: Alle Folgenglieder liegen im Intervall ]2,999; 3,001[ (Streifenbreite 0,002).
FürnaSOOl gilt: Alle Folgenglieder liegen im Intervall ]2,9999; 3,0001[ (Streifenbreite 0,0002).
Definition
Beispiel:
Eine Zahl g heißt Grenzwert der Folge (an), falls gilt:
Ab Platznummer 6 liegen
Zu jedem Intervall ]g-£;g + £[ mit £>0 alle Craphenpunkte der
gibt es eine Platznummer n^, von der an alle Folge in einem Streifen,
Folgenglieder a„ mit nan^ innerhalb dieses also alle Folgenglieder im
a n- X
X Intervall ]g-£;g + s[.
Intervalls liegen. X
g+ e- X
Wirschreiben dann: lim an = g 9'
X
Eine Folge, die einen Grenzwert hat, heißt g- e-
X
X I
X
konvergent. Eine Folge, die keinen Grenzwert I
I
hat, heißt divergent. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 1
Beispiel
ip
Gegeben ist die Folge (an) mit an =-2 + n ● i9n
Weiterführende 1. Grenzwertsätze
Aufgabe Gegeben sind die Folgen (an) und (bn) mit an =4 - und bn = 2 + -^.
giert, wie lauten dann die Grenzwerte von (an-f-bn), (a n bn). (an-bn) Und ^ ?
Dn
(2) Die Differenz der Folgen konvergiert gegen die Differenz der Grenzwerte:
lim (a_ - b.)= lim a„- lim b n = a-b
n^oo' " n-*ix n-*cx5
(3) Das Produkt der Folgen konvergiert gegen das Produkt der Grenzwerte:
lim (a--bn)= lim a„- lim b n = a-b
n1 —co' ” n-*co ” n-*co
(4) Der Quotient der Folgen konvergiert gegen den Quotienten der Grenzwerte:
lim a
'' a
m
r-»oo b n lim b n b
n-*
Hierbei muss man noch zusätzlich voraussetzen, dass b^ 0 für alle n und b # 0.
3. Welche der drei Graphen gehören zu einer divergenten Folge? Begründen Sie.
3n bn Cn
1 10 X 10 X -X- X X
2 4 6 10 n
XXX X X i X 5 2 10 n 2 .. 4 6. ,10 n
X X X
-1 X -10- -10 X -X X X
X
-2- X -20 -20
4. Untersuchen Sie, welche Folgen konvergent und welche Folgen divergent sind.
(1)|an = 100 +
(2) a n+1 = 1,4 ■ 3n mit a, =300
(3) a mit a,=-27
6. Prüfen Sie wie im Beispiel, ob g der Grenzwert der vorgegebenen Folge ist.
1 Beispiel
a) an = 2- 3n g =2
1
b) an = 7T, g = 0
7. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim Werfen einer Münze nach ein,zwei, drei, vier, . . . nach n
Würfen immer nur Wappen oben liegt und niemalsZoh/?
Wie verhält sich diese Wahrscheinlichkeit für wachsende n?
8. Von einer geometrischen Folge (an) sind drei dervier Werte a,, q, n, a^ bekannt.
Bestimmen Sie den fehlenden Wert und untersuchen Sie, ob die Folge einen Grenzwert hat.
1 .
a) a1 = -1
“
81; q=-5; a n b) a, = 125; n = 5; a,^ = 0,5
Experimentieren Sie mit verschiedenen Werten für q. Für welche Werte von q hat eine geometri
sche Folge einen Grenzwert, für weiche Werte nicht?
10. Das Foto zeigt das Innere eines Handys. Die quadratische Platte
mit den quadratischen Löchern dient als Antenne, sie hat die Form
wie die Figur F3. Man kann sich diese Figur F3 durch Herausnehmen
von kleineren Quadraten aus einem größeren Quadrat entstanden
denken. Setzt man das Herausnehmen weiter fort, so kann man
sich eine Folge F,, F2, F3, F^,... von Figuren denken. Setzt man
diesen Prozess unendlich fort, so entsteht als „Endprodukt“ eine
Fläche, die man SiERPiNSKi’schen Teppich nennt.
WaclawSierpinski
(siehe Aufgabe 6 Fi F2
Betrachten Sie die Folge der Flächeninhalte der Figuren F,, F2, F 3> ■ ... Welchen Grenzwert hat die Folge?
1.3 Grenzwert einer Folge 23
Nullfolgen
13. Bestimmen Sie den Grenzwert durch Termumformung und Anwenden der Grenzwertsätze.
1
n^+ n 8n^-4n + 2 n +n
a) 3n =
n“*
b) an = 2n^ -4n^ +1 c) a n ”
n
14. Formulieren Sie für die folgenden Kurzformen einen Satz(ähnlich wie in den Grenzwertsätzen auf
Seite 21) und beweisen Sie den Satz durch Zurückführen auf die Grenzwertsätze,
2
m an lim a
GO P) „lim='S = n^oo j** mit kelN*
15. '
a) Auch wenn n-*o5
lim a„
''
und n-*i»
lim b„
"
nicht existieren, kann n^co'
lim(a_ + b_) existieren.
16. HERON-Verfahren
a] Geben Sie eine Folge von Näherungswerten für die Zahl V2 an. Gehen Sie dabei folgendermaßen
vor: a, = 1,4 ist ein erster Näherungswert. Da 1,42 = 1,96<2, ist 1,4 etwas kleiner als V2. Die Zahl x
in der Gleichung l,4-x =2 muss dann notwendigerweise größer als V2 sein. x =^= 1,4285714...
Der genaue Wert von t/2 muss also zwischen 1,4 und liegen.
Es liegt nahe, als besseren Näherungswert das arithmetische Mittel zu wählen: 82 =^ ●
Heron von
Berechnen Sie aj. Dieses Verfahren geht zurück auf den griechischen Mathematiker und Ingenieur
Alexandria
Heron Von Alexandria.
(um 75 [Link].) Führen Sie das Verfahren fort und bestimmen Sie weitere Näherungswerte.
griechischer
Mathematiker Geben Sie die Rekursionsgleichung an.
b} Nehmen Sie an, dass die Folge (an) gegen einen Grenzwert a konvergiert. Zeigen Sie mithilfe der
Gleichung n-*oo
lim a n+1 = n^ooZ
lim-^ an + — und der Grenzwertsätze, dass dieser Grenzwert V2 sein muss.
Beachten Sie dabei lim an + l = lim an
n-»co n-*
c) Verallgemeinern Sie Ihre Überlegungen aus den Teilaufgaben a) und b) auf HERON-Folgen zur
Bestimmungvon Vx für xeR.
Geben Sie mit dem HERON-Verfahren Näherungswerte für die angegebenen Wurzeln an.
(1) V3 (2) Vs (3) VTzT
24 Selbst lernen 1 Grenzwerte
Zum Erarbeiten Die Erfindung des Schachspiels und die geometrische Reihe
Um die Entstehung des Schachspiels ranken sich viele Legenden. Einer Legende nach soll das Schach
spiel vor über tausend Jahren in Indien entstanden sein.
Der indische Weise Sissa ibn Dahir erfand das Schachspiel für seinen Herr
scher Shihram. Dieser war von dem neuen Spiel so begeistert, dass er Sissa
ibn Dahir zu sich kommen ließ und ihm einen Wunsch frei stellte. Der Weise
äußerte den Wunsch, auf jedes Feld eines Schachbretts Weizenkörner gelegt
zu bekommen: auf das erste Feld ein Weizenkorn, auf das zweite Feld zwei
Weizenkörner, auf das dritte Feld vier Weizenkörner, und so weiter, bis die
entsprechende Anzahl von Weizenkörnern auf jedem Feld des Schachbretts läge. Der Herrscher
wollte diesen Wunsch zunächst nicht erfüllen, weil er ihn für zu bescheiden hielt.
■ Ermitteln Sie die Gesamtanzahl an Weizenkörnern, die Sissa ibn Dahir erhalten hätte, wenn seinem
Wunsch Folge geleistet worden wäre.
20000 Weizenkörner wiegen ca. 1 kg. Das heißt, dass Sissa ihn Dahirca.
9,2-10''Tonnen Weizen zustünden. Das sind 920 Milliarden Tonnen. sns/20000
9.223372037e14
ans/1000
Weltweit wurden im Erntejohr 2013/14 nur 713 Mio. t Weizen geerntet. 9.223372037e11
Definition
Ist (an) eine geometrische Folge mit an = a, ●q''”' und a, #0, q #0, so ist die zu dieser Folge gehö
rende Folge (Sn) der Teilsummen bis zum n-ten Folgenglied gegeben durch:
Sl = a. = a1
+ 32 1 ●q + a,
$2= a, + a2 = a, + a,q
1 2
$3 = 3i + 83 + 83 ^+23 = a, + a, q' +3i q
n-1
Sri“ 3-|+ 32 + 33 +●●● + 3n = a, + a, q’ +3i q^ +... + 3i q
Die Folge (Sn) heißt geometrische Reihe,
Aus der Definition der Folge ($n) ergeben sich die folgenden rekursiven Darstellungen:
(1]s n+l - Sn + 3n + 1 mit s, =a 1 (2]S n+i = q-Sn + ai mit S 5 = a,
Satz
Für eine geometrische Reihe mit dem Anfangsglied a, und dem konstanten Quotienten q gilt:
n-l -a
Sn = a, + a,-q + a,-q2 + ... + aTq -3' l-q >
für q + 1
2. Gegeben ist eine geometrische Folge (an) durch a, und q. Schreiben Sie die Folgenglieder der geometri¬
schen Reihe als Summe auf und bestimmen Sie s^ mithilfe der Summenformel,
1
a) a, =4; q = 2 b) a,=2; q=^ c) a 1 - l;q = -2 d) a, = 10; q = -5
26 Selbst lernen 1 Grenzwerte
1 - q'^
4. a) Betrachten Sie die Folgen mit Sn = — für verschiedene Werte von q und erzeugen Sie Werte-
1-q
tabeiten. Untersuchen Sie, wie der Wert von q das Verhalten der Folge beeinflusst.
1.
(1} q = 2; (2) q =-1; (3) q^l (5) q = -i
3’ (6) q = 5.
5. Eine Strecke AB mit der Länge s wird um die Hälfte verlängert. Die Verlängerung BC wird danach auch
um die Hälfte verlängert, usw. Über jeder Strecke
wird ein Halbkreis gezeichnet, wie unten abgebildet.
7. Überden Mathematiker Carl Friedrich Gauss kursiert folgende Geschichte: Als er ein junger Schüler
war, wollte sein Mathematiklehrer die Klasse beschäftigen und stellte folgende Aufgabe: „Berechnet
die Summe der ersten 100 Zahlen.“ Gauss wusste sehr schnell die korrekte Antwort, sie lautet 5050.
a) Gauss hat die Zahlen nach dem abgebildeten Schema aufsummiert. Erläutern Sie dieses und
verifizieren Sie die oben angegebene Lösung.
1 + 2 +3 + 99 + 100
+ 100 -I- 99 + 98 -1- 3 + 2 -I- 1
= 101 ■rIOl -1-1 01 -1-101 -rIOl -rIOl
= 100-101
n -(n -h 1)
b) Zeigen Sie: l-(-2-r3-r4-r...-rn = 2
c) Bestimmen Sie.
(1) 3-r6-r9-r12 + ...-f210; ( 2) 10-t-13-t-16-Hl9-i-...-1-217; (3) 4-h10-r16-r...-i-76
1.5 Konvergenz monotoner und beschränkter Folgen 27
800000 bn
an I Cn
i
7 700000
6 ]■ 'i' 600000 6
5 X 500000 5 * I -X- X
i
4 400000 *—r 4-
3 300000 3
X
2 200000 2- - :
X
1 * X X X X X X 100000 1
n n
i » I » 4-
1 23456789 10 1 2 3 4 5 6 7 8 1 23456789 10
28 1 Grenzwerte
■ Bei der Folge (an) ist jedes Folgenglied kleiner als das vorherige. Das kann man auch allgemein
begründen: Es gilt =Vän- Für alle > 1 gilt > 1 und somit
'rn-l also 3n > a n + 1 ■
■ Bei der Folge (bn) werden die Folgenglieder mitjedem Glied größer, denn aus br,>1 folgt durch
Multiplikation mit b„ auf beiden Seiten b2 = b„^, > b„. Die Folge wächst schnell in Bereiche, die
selbst mit dem Taschenrechner und auch grafisch nicht mehr dargestellt werden können.
■ Die Folge (cn) nimmt abwechselnd nur zwei Werte an:5 und j. Das folgt daraus, dass der Kehr
wert des Kehrwerts einer Zahl wieder die Zahl selbst ist.
b) Kombiniert man die Ergebnisse aus den Tabellen in Teilaufgabe a) mit den darauffolgenden
Überlegungen,so sieht man:
■ Das größte Element der Folge (an) ist das erste Folgenglied, also a, = 5. Es lässt sich nicht
sagen,ob es ein kleinstes Folgenglied gibt. Aber sicherlich sind alle Folgenglieder größer als 1,
da für jede Zahl a > 1 gilt: Vä > 1, also folgt aus a„ > 1 auch fürjedes n: a n + 1
■ Das kleinste Folgengiied der Folge (bn) ist das erste Folgenglied bi=5. Danach werden die
Folgenglieder beliebig groß.
■ Die Folge (c„) hat sowohl ein kleinstes als auch ein größtes Folgenglied. Das größte Folgenglied
ist c, =C3 = C5 =... =5 und das kleinste Folgenglied ist C2 = C4 = Cg =
c) Die Folge (an) konvergiert, denn die Folgenglieder werden mitjedem Schritt kleiner, liegen aber
immer etwas oberhalb der 1. Zu jedem noch so kleinem e > 0 finden wir ein Folgenglied (an), das
im Intervall ]!;!+£[ liegt. Damit konvergiert die Folge.
Dass der Grenzwert der Folge 1 beträgt, können wir auch mit folgender Plausibilitätsbetrachtung
begründen: Die Folge (an) kann rekursivso definiert werden: an = ^a„_-^. Falls(an) gegen einen
Grenzwert g konvergiert, gilt
g= n-*oo
°
lim 3n= n-»cc
lim Ja n-1 Jvn-»co
lim a n-1
Giltaber lim ar = g, sogiltauch lim a n-1 = g und mit der obigen Beziehung g = Jg.
Information Ist jedes Folgenglied kleiner bzw. größer als das vorherige Folgenglied und ist es möglich, eine Zahl zu
finden, die kleiner bzw. größer als alle Folgenglieder ist, so kann man die Konvergenz einer Zahlen
folge feststellen. Dabei ist es noch nicht einmal nötig, den Grenzwert zu kennen. Man nutzt die folgen
den beiden Definitionen.
Definition
Eine Folge (an) heißt monoton fallend, wenn für alle nelN gilt: ap^a n + 1
Eine Folge (an) heißt monoton wachsend, wenn für alle nelN gilt: apsan + 1
Beispiel
1
Gegeben ist die Folge (ap) mit ap =’^. Diese Folge ist monoton fallend: Aus n + 1 folgt
n + 1 > n. Diese Aussage ist für alle nsW wahr.
Gegeben ist die Folge (bp) mit bn = 2-n. Diese Folge ist monoton wachsend: Aus 2-(n + 1)> 2n
folgt 1 >0. Diese Aussage ist für alle nelN wahr.
1.5 Konvergenz monotoner und beschränkter Folgen 29
Definition
Eine Zahl (S^,) heißt obere (untere) Schranke der Folge (an)falls für alle n gilt: an s So (an > Su).
Eine Folge heißt nach oben beschränkt, wenn sie eine obere Schranke hat. Hat sie eine untere
Schranke,so heißt sie nach unten beschränkt.
Beispiel
Die Folge (an) mit an = -^ ist nach unten beschränkt durch die Zahl 0, da -^aO für alle ne IN.
Sie ist ebenfalls nach oben beschränkt durch die Zahl 1, da -<1
n für alle neM.
Die Folge (bn) mit bp = 2-n ist nach unten beschränkt, da 2n a2 für alle ne IN.
Es existiert keine obere Schranke für diese Folge.
Satz: Monotoniekriterium
Jede monoton wachsende, nach oben beschränkte Folge ist konvergent. Die kleinste obere
Schranke ist dann ihr Grenzwert.
Jede monoton fallende nach unten beschränkte Folge ist konvergent. Die größte untere Schranke
ist dann ihr Grenzwert.
Beispiel
Die Folge (an) mit an =-1 ist monoton fallend und nach unten beschränkt. Damit ist sie konver
gent. Ihr Grenzwert ist - wie schon aus dem vorigen Kapitel bekannt - die Zahl 0.
Das Montoniekriterium ist sehr schwierig zu beweisen. Daher verzichten wiran dieser Stelle auf einen
Nachweis.
1. Entscheiden Sie, ob die Folge (a^,) monoton wachsend oder monoton fallend ist. Begründen Sie auch,
a) 1, 1. 1. 1. j_, j_,
1 ’ 2’ 4’ 9’ 16' 25 ’ "■ e) ap = 4n-n2 i) a, = V2
1
b) 3;3l;3f;3|;3|;3f; ... f) a.=
n2-^
n j) a, = vö;5
in*1
C) 1; -1; 3; -3; 5; -5; 7; -7;... g) a,= n k) =
1 -n
d) -4; -2; 0; 2; 4; 6; 8; ... h) a, = n —n l) a, = n + 2
2. Gegeben ist die geometrische Folge (a^) mit an = a, 'q""'. Weiterhin gilt a, > 0. Bestimmen Sie q so,
dass die Folge monoton wachsend bzw. monoton fallend ist.
Entscheiden Sie begründet, ob es ein q gibt, sodass keiner der beiden Fälle eintritt.
4. Entscheiden Sie begründet, ob die Folge nach oben oder nach unten beschränkt ist und geben Sie ggf.
die kleinste obere bzw. größte untere Schranke der Folge an.
1
a) -2; +2; -2; +2; ... an =
(-3)'
1
b) 1- 5- 1- 5- 1- 5- 1- g) 3n = 3 n l)
1 > 3, 2. 3. 4, O. g.
3. 8. 25. 2±. 35.
C) 4’ 9’ 16’ 25’ 36’ ■" h) a, = n-n2 m) a,i = n-10
1 n +1
d) -1; 2; -2; -1; 3; -3; -1; 4; -4; ... 0 = ^1 - n) a,= n + 2
1 - lOn-7
e) 0,9; 1,99; 2,999; 3,9999; ... j) a,= 1 +n 0) 3a =
5. Gegeben ist die geometrische Folge (a^) mit an = a, -q"’’. Weiterhin gilt ai>0.
Bestimmen Sie q so, dass die Folge nach unten bzw. nach oben beschränkt ist.
6. a) Geben Sie mindestens drei Folgen an, die nach oben beschränkt sind.
Geben Sie ebenfalls mindestens drei Folgen an, die nach unten beschränkt sind,
b) Geben Sie mindestens drei Folgen an, die nicht nach oben beschränkt sind.
Geben Sie ebenfalls mindestens drei Folgen an, die nicht nach unten beschränkt sind.
E. Die kleinste obere Schranke kann selbst auch ein Folgenglied sein. Entscheiden Sie begründet, in
welchen Beispielen dies der Fall ist und geben Sie die kleinste obere Schranke in den Beispielen an.
1- 1-1. I- 1-
(1) 1 ’ 2’ 3’ 4’ 5’
1 . _2
(2) 1; 4’ 5
(3) 3; 3,1; 3,14; 3,141; 3,1415; 3,14159; ... (dezimale Näherungsfolge fürTi).
11. Egemen untersucht die Folge (an) mit ai=0,9; a2 = 0,99; 83 = 0,999; 34 = 0,9999; ... auf Konvergenz.
Er erklärt: nDie FoLge ist monoton wachsend und beschränkt mit der kleinsten oberen
Schranke 1. Daher gilt n
Lim00 On = 1." Dominik entgegnet: „Aber am Term sieht man, dass der
Grenzwert 0,9 sein muss. Eine Folge kann nicht zwei Grenzwerte haben!“
Nehmen Sie Stellung.
1.5 Konvergenz monotoner und beschränkter Folgen 31
2n + 2
12. Gegeben ist die Folge (an) mit an = 4n + 2’
a) Berechnen Sie die ersten 10 Glieder der Folge und stellen Sie diese grafisch dar.
Stellen Sie Vermutungen über Monotonie und Beschränktheit dieser Folge auf.
Geben Sie ggf. eine obere und eine untere Schranke dieser Folge an.
b) Untersuchen Sie die Folge ausgehend von Ihren in Teilaufgabe a) erzielten Ergebnissen auf
Konvergenz,
2n + l 2n2+i
c) Untersuchen Sie nun die Folge (bn) mit bn = 4n + 7 sowie die Folge (Cn) mit Cn = 4n + 7 auf
Konvergenz,
d) Erläutern Sie, inwieweit sich die oben erzielten Ergebnisse verallgemeinern lassen,
6n +1
13. Gegeben ist die Folge (an) mit an = 3n + 3‘
a) Berechnen Sie die ersten zehn Glieder der Folge. Welche Vermutung über die Monotonie ergibt
sich? Beweisen Sie diese,
b) Geben Sie eine untere und eine obere Schranke an. Warum ist die Folge konvergent?
c) Bestimmen Sie den Grenzwert,
14. Zeigen Sie: Die Folge (an) mit 3^ = ^? ist monoton fallend und nach unten beschränkt.
15. Gegeben ist die Folge (Sn) mit dem Bildungsgesetz Sn=Sn-1 + -^ und S, = 1 sowie ihr Graph.
Diese Folge wird auch harmonische Reihe genannt.
Sa
3 X'
X*
X*
X
2 X
X
X
1 X
=<4444 n
2 4 6 8 10 12 14 16 18 20
n
a) Begründen Sie anhand derobigen Darstellung, weshalb (Sn) monton wachsend ist.
b) Erläutern Sie, inwieweit es möglich ist, anhand dervorliegenden Grafik zu entscheiden, ob die
Folge konvergiert,
c) Entscheiden Sie anhand der folgenden Rechnung, ob die Folge (Sn) einen Grenzwert hat.
2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
> ä
-4444444^4*4^44 I 1 1 j_
1 1
-4* i + +
2 2
+...
Zahlenfolge an.
c) Entscheiden Sie begründet, ob die Folge einen Grenzwert hat und ob es möglich ist, diesen
anzugeben.
32 1 Grenzwerte
2 6
I
I f
T
f X
t
f
-2
● -2 2
f h
X
X
-4 -2 2 4 -4- - -4 -2 2 4
1
f(x) = 1-x3
2-4
LÖSUNG a) Für x = 0 ist die Funktion f mit f(x) = -^ nichtdefiniert, da x^ = 0, wenn x = 0 und man nicht durch
0 dividieren kann,
Falls sich die x-Werte von links dem Wert null nähern, also x -»0 mit x < 0, so gilt f (x) -»oo.
Falls sich die x-Werte von rechts dem Wert null nähern, also x-» 0 mit x > 0, so gilt offenbar auch
f(x) -»oo.
Wir begründen dies am Funktionsterm:
Der Funktionsterm ^ ist ein Quotient. Der Zähler hat unabhängig von x immer den Wert 1.
Der Nenner x^ kann nur Werte annehmen, die größer oder gleich null sind. Wenn die Werte von x
nahe bei 0 liegen, liegt x^ noch näher bei 0 und ist stets positiv. Man dividiert also die Zahl 1 durch
eine sehr kleine positive Zahl. Somit wird der Quotient^ beliebig groß.
Insgesamt gilt: Wenn x-»0, dann f(x)-»co.
1
b) Fürx=1 ist die Funktion f mit f(x) = 1 -x2 nicht definiert, da der Nenner 1 - x^ in diesem Fall null
wird.
Für X 1 mit x< 1, gilt f(x)-»oo un d für x 1 mit X > 1, gilt f(x) -»-CO,
Das können wir am Funktionsterm so begründen:
Der Funktionsterm 1
1 -x2 ist ein Quotient. Der Zäh ler hat unabhängig von x immer den Wert 1.
Falls die x-Werte sich von links dem Wert 1 nähern, also x ^ 1 mit x < 1, so gilt für den Nenner
1 - x^ ^ 0 mit 1 - x^ > 0, da man von 1 eine Zahl subtrahiert, die kleiner als 1 ist. Für den Quotien
ten f (x) ergibt sich in diesem Fall f(x) -»-co.
1.6 Grenzwert einer Funktion an einer Stelle 33
Falls sich die x-Werte von rechts dem Wert 1 nähern,also x-»1 mitx>l, so giltfürden Nenner
1 - x^ -»0 mit 1 - x^ < 0, da man von 1 eine Zahl subtrahiert, die größer als 1 ist. Für den Quotien
ten f(x) ergibt sich in diesem Fall f(x) co.
x‘'-i6
c) Für x = 2 und x = -2 istdie Funktion f mit f(x)= x2-- nicht definiert. Für x -»2 mit x < 2, gilt
f[x) ->8 und für X-» 2 mit x > 2, gilt auch f(x)
Die Betrachtung des Graphen zeigt, dass an der Stelle x =2 eine (unendlich kleine) Lücke ist, da
dort der Nenner des Funktionsterms Null wird. Dort istdie Funktion nicht definiert.
-4 I -2 -2 2 4 6
Gegeben ist eine Funktion f, die auf einem Intervall I definiert ist
und eventuell an einer Stelle Xq des Intervalls I eine Definitions f(x)
lücke haben kann.
Eine Zahl g heißt Grenzwert der Funktion f an der Stelle Xq ,
wenn für jede Folge (xn) mit dem Grenzwert Xg die Folge (f(Xn))
den Grenzwert g hat. Geht also Xn-»Xo, falls n-»oo, dann geht
f(x)
auch f(xn)-»g.
I x
>io -x
34 1 Grenzwerte
Beispiel
f(x)=^^fy=x + 2 für x#2. Konvergiert(Xn) gegen den Wert 2,so gilt Ji^f(Xn)= Xn + 2= 4.
(2) f(x)= x^ hat an der Stelle Xq = 3 keine Definitionslücke. Gilt Xn-»3, falls n^co, so gilt
f(xn)-»3^ = 27 für n -^00.
(3) f(x)= -| hat an der Stelle Xß = 0 eine Definitionslücke. Für Xn = -^ gilt Xn ^0, falls n ^co und
I f(Xn)= 3 n. Also geht f(Xn) oo, wenn n ^co.
-H>-oo, wenn n 00,
I Für Xn = —^ gilt 0. falls n -»oo und f(Xn)= -3 n, Also geht f(Xn)
I . Die Funktion hat bei Xq = 0 eine Definitionslücke mit Vorzeichenwechsel.
- 6' ●● 6 4 4
2 2 T-
2 2
-2 -2 2 4
X X
+ 2 -2
-4 ; -■ . 2 -4 -2 2
b) Bestimmen Sie
u(x)
(1) lim^(u(x) + v(x)) (2) lim^(u(x)-v(x)) (3) limju(x)-v(x)) (4) lim -pr
^ ' x-5 v(x)
c) Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den Grenzwerten der Funktionen u und v an den jeweiligen
Stellen. Bestätigen Sie den folgenden Satz an weiteren selbst gewählten Beispielen.
2. Geben Sie die Definitionslücken von f an und untersuchen Sie das Verhalten des zugehörigen Graphen
in der Nähe der Definitionslücken.
x-1 x2 + 5 3x- 1
a) f(x) = b) f(x) = 8 + x^ C) f(x) =
(x + 3)(x-2)
(x + 3)2
u(x)
3. Die Funktion f lässt sich als Quotient zweier ganzrationaler Funktionen u und v darstellen: f(x) = v (x)
Marc behauptet: „Ob eine DefinitionsLücke Xq mit oder ohne VorzeichenwechseL ist, hängt
allein von der Vielfachheit der Nullstelle des Nenners v(x) ab.“
Untersuchen Sie dies an selbst gewählten Beispielen.
1.6 Grenzwert einer Funktion an einer Steife 35
5. Geben Sie für die Funktion f mit f(x)= den Definitionsbereich an und unter-
(x2 + 3}-(x + 1)®-x^-(x-1)®
suchen Sie jeweils das Verhalten an den Definitionslücken.
2 ll ’
I
b) f(x)= x®; Xq = 3
g) f(x)=^; Xobeliebigmit Xq#0
1
c) f(x)= x^ + x2; Xq beliebig h) f[x)= ; Xg beliebig mit Xg#-1
(x-.l)2
d) f[x)= 8x^; Xg beliebig i) f(t) = t^ + 3'; Xq = 0
8. Bestimmen Sie folgende Grenzwerte durch Anwenden der Grenzwertsätze für Funktionen,
a) (im (3x‘’+ 2*-7) c) lirn ((2x + 4)-(7x + 3)] e) lim [4x2-6x2- 3)2
3x2-1
b) lim(2x^-x + 2) lim (2x+ 1)2 f) lim
' x -»4' ' d) x-»l
' x^l 2x-l
10. Bestimmen Sie die Definitionslücke der Funktion f. Zeigen Sie, dass es sich um eine hebbare Lücke
handelt.
-4x +4 4’‘-4
a) f(x)=ff| c) f(x)=^ x-2 -4
e) f(x)= ^--'^ g) f(x)= 2*-2
7x2- x x^ +5 x2-7X 22«-4 sin (x)
b) f(x)= 1 -7x d) f(x)= 5x f) f(x)=. 2« -2 h) f(x)= n
COS X +^
2
36 1 Grenzwerte
1.7 Stetigkeit
Einstiegsaufgabe Sprünge in Graphen Preisübersicht für das
OHNE LÖSUNG
Zeichnen Sie den Graphen der Funktion
DHL Paket
f: Gewicht(in kg)-* Porto (in €)1ür Pakete. Gewicht Oniine-Preis
■ Beschreiben Sie Besonderheiten des Graphen. bis 2 kg 4,99 EUR
Gehen Sie dabei darauf ein, an welchen Punkten der Graph schwie 5,99 EUR
bis 5 kg
rig zu zeichnen ist. Geben Sie die Koordinaten der Punkte (21 f(2)),
bis 10 kg 7,99 EUR
an.
(5|f(5))),[l0|f(l0))und (31,5|f(31,5)) 13,99 EUR
bis31,5kg
■ Wie oft mussten Sie den Stift mindestens absetzen, um den Graphen
zu zeichnen?
Beschreiben Sie Besonderheiten der Graphen. Vergleichen Sie das Verhalten der Graphen an der Stelle
x = 0.
LÖSUNG (1) Der Graph von f, weist an der Stelle 0 einen Sprung auf. Nä 4 y
hertman sich auf dem Graphen von f, von links der Stelle 3
0,so nähern sich die Funktionswerte dem Wert-1. Nähert
2
man sich dagegen von rechts dieser Stelle, so nähern sich
die Funktionswerte dem Wert 1.
Es ist aber f,(0)= 0.
(2) Nähert man sich auf dem Graphen von ^2 der Stelle 0.
so nähern sich die Funktionswerte dem Wert 1; es ist aber
f2{0)=-l.
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4
-1
-2
(3) Auch der Graph zu fj weist an der Stelle 0 einen Sprung auf. 4 y
Nähert man sich von links bzw. rechts der Stelle 0 an,so
3
zeigt der Graph zu fs dasselbe Verhalten wie der zu fi,
2
mit dem Unterschied, dass die Funktion f, an der Stelle 0
1
definiert ist(es gilt nämlich fi(0)= 0), die Funktion fj aber X
nicht.
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4
+
f3
-2
-3
1.7 Stetigkeit 37
Information Stetigkeit
Einige Funktionen weisen Stellen auf, an denen der Graph einen Sprung macht. Nähern sich die
x-Werte dieser Stelle an,so nähern sich die zugehörigen Funktionswerte nicht dem Funktionswert an
dieser Stelle an. Wir nennen die Funktion an dieser Stelle unstetig. Natürlich muss die Funktion an
dieser Stelle definiert sein, also überhaupt einen Funktionswert besitzen.
Definition
Die Funktion f sei an der Stelle Xg definiert. Sie heißt dann an der Stelle Xg stetig, falls limf(x)
existiert und limf(x)= f(xg) ist. Andernfalls heißt die Funktion an der Stelle x„ unstetig.
X—»Xq
(1) fiststetigan (2) f ist unstetig an (3) f ist weder stetig, noch
der Stelle X0 der Stelle Xg unstetig an der Stelle x0
y y y
anschaulich:
kein Sprung Sprung
■0 nicht dehniert
I I
I I I
I X I X I beixp X
Xo =<0 Xo
Eine Funktion heißt stetig, wenn sie an jeder Stelle ihres Definitionsbereichs stetig ist.
y y
stetig unstetig
Folgende Funktionen sind an jeder Stelle ihres Definitionsbereic hs stetig: f(x) = x; f(x) = c; f(x) = Vx;
f(x) = x'' (neQ); f(x] = b^ (für b>0); f(x) = sin(x); f(x) = cos(x); f(x)=-^ (xs[R\(0})
Übungsaufgaben Stetigkeitsuntersuchungen
2. Zeichnen Sie den Graphen der Funktion und untersuchen Sie diese auf Stetigkeit,
0 für xsO
a) H(x)= b) f(x)=[x]
,1 für x>0 Gauß-Klammer[xj bezeichnet die
Heaviside-Funktion größte ganze Zahl kleiner gleich x.
3. Die HEAVisiDE-Funktion H mit H(x) Ofür x<0 ist nach dem britischen Mathematiker und Physiker
,1 für x>0
Oliver Heaviside benannt. Diese Funktion wird in der Mathematik, Physik und Technik oft zur mathe
1 fürx rational
7. Zeigen Sie, dass die Funktion f an allen Stellen unstetig ist; f(x)=
,2 fürx irrational
Vorzeichenfunktion: 8. Wo ist die Funktion f stetig, wo unstetig, wo weder stetig noch unstetig?
-1 für X < 0 sgn(x^)
sgn(x)= 0fürx = 0 a) f(x)= 4(x-i) b) f(x)= c) f(x)= d) f(x)=
+ 1 für x>0 sgn(x) sgn (x) sgn (x)
Stetige Ergänzungen
9. Beurteilen Sie, ob und wie die Funktion an ihren Definitionslücken stetig ergänzbar ist.
2* x^ + x
a) f(x)=f c) f(x)= X e) f(x)=^ X
2 -9 4x2-16 -25
b) f(x)=^x + 3 d) f(x)= 2x-4 f) f(x)=^
x2 + 5
1 Grenzwerte Das Wichtigste im Überblick 39
Geometrische Eine Folge (a^) heißt geometrische Folge, Eine Tierpopulation von 300 Tieren wächstjährlich
Folge wenn der Quotient zweier aufeinan¬ um5%.
derfolgender Folgenglieder immer gleich ist.
Es gilt: a n+1 = q-an Rekursive Darstellung:
a,=300
1 und a^^, = l,05-a n
und a„ = q""’-a,
Explizite Darstellung;
a^ = l,05'^-’-300
Arithmetische Eine Folge (a^) heißt arithmetische Folge, Folge (Zj,) der Vielfachen von 10.
Folge wenn die Differenz d = a a+1 -a^ zweier
aufeinanderfolgender Folgenglieder immer Rekursive Darstellung:
gleich ist. + z, = 10
Es gilt: an+1 = a_n + d
Explizite Darstellung:
und a^sfn-l)-d + a,
z_r> = 10 ● n
Grenzwert einer Eine Zahl g heißt Grenzwert einer Folge Die Folge (b„) mit b^ = 1 - ist konvergent. Sie hat
Folge (aj,falls gilt: den Grenzwert 1, denn es gilt:
Zu jedem Intervall jg-e; g-t-s[ mit £>0 1 = lim 1 - lim 1
lim 1 - 2"
n-+co n^i n cb2"
gibt es eine Platznummer n^, von der ab alle
= 1-0
Folgenglieder innerhalb dieses Intervalls
=1
liegen.
Wirschreiben: n-»oo
lima„ =g Zu jedem noch so kleinen £ kann man eine Platz
"
nummer finden, von der an alle Folgenglieder in
Eine Folge, die einen Grenzwert hat, heißt dem Intervall
konvergent. Eine Folge, die keinen Grenz 11 ~£; 1 + £[ liegen.
wert hat, heißt divergent. hn
0,5 X-
1 2 3 4 5 6 7 n
Geometrische ist(a^) eine geometrische Folge mit Gegeben ist die geometrische Reihe (s^) durch
Reihe a^^, = q-a^ und q/0, q#l und a,/0, so an*i=(-0.2)-an und
heif?>tdie Folge (s„) der Teilsummen geomet a, =500.
rische Reihe. Man erhält:
Si = a,, Si=500,
S2 = a, + a2, Sj= 500-100 = 400,
S3 = a,+ 82+ 83, S3 = 500-100 + 20 = 420,
Sf,= ai + a2+...+ an 54 = 500-100 + 20-4 = 416,
Es gilt:
n-1 1-q 1 -(-0,2)"
s„ = a, + a,-q + ai-q2+ ... + a,-q sn =500-
^1' l-q 1,2
500
Für -1 < q < 1 ist eine geometrische Reihe Es °
gilt: s= n-»co
iims„ "= 1.2
= 416,6
3i
konvergent mit dem Grenzwert s=j^.
Andernfalls ist eine geometrische Reihe
divergent.
-2
r| 4 6 8 10 12 14
Monotoniekrite Jede monoton wachsende, nach oben be Die Folge (b J mit b„ = 1 -^ ist monoton wachsend
rium für Folgen schränkte Folge ist konvergent. Die kleinste und nach oben beschränkt, es gilt:
obere Schranke ist dann ihr Grenzwert. lim b„= lim 1 --
n-*co " n-»co n =1
Jede monoton fallende, nach unten be Die Folge (a„) mit = 2+ ^ ist monoton fallend
und nach unten beschränkt, es gilt:
schränkte Folge ist konvergent. Die größte
untere Schranke ist dann ihr Grenzwert. lim a„= n-»oo
n-»oa
n "
lim 2+-
n
=2
(2) A—»Ap
lirn (u(x)-v{x))= lim u(x)- lim v(x)
' A—»Xq limj(x-l)(x+l))=-1
lim 2x^-2 = 0
x+1
(3) jim [u (x)-V(x))= Jim u(x) ■ Jm v(x)
u(x)
(4) lim für lim v(x)#0
limv(x) X-»Xj
Stetigkeit ry,
Eine Funktion f ist an einer Stelle Xg definiert. Die
Funktion heißt an der Stelle Xg stetig, falls :"-j- ~T ■
V.
— I
Klausurtraining
TeilA Lösen Sie die folgenden Aufgaben ohne Formelsammlung und ohne Taschenrechner.
1. Geben Sie eine explizite odereine rekursive Darstellung für die Folge an.
Falls die Folge konvergent ist, geben Sie auch den Grenzwert an.
a) Die Folge der Vielfachen von 13; d) 2;0,2;0,02;0,00 2;0,0002;...;
b) Die Folge der natürlichen Zahlen e) 3,1;3,01;3,001;3,0001;...;
größer null;
1_. [Link].6. 7.
c) Die Folge der ungeraden Zahlen; f) 2’3’4’5’6’7’8’”'
3. 3n-2
a) Bestimmen Sie den Grenzwert der Folge (a^) mit a^ = n +1
b) Geben Sie zwei verschiedene Folgen mit dem Grenzwert 2 an.
42 Klausurtraining 1 Grenzwerte
TeilB Bei der Lösung dieser Aufgaben können Sie die Formelsammlung und den
Taschenrechner verwenden.
6. Ein Patient nimmt täglich 5 mg eines Medikaments ein. im Laufe eines Tages werden 40% des im
Körper befindlichen Medikaments abgebaut und ausgeschieden. Die Folge (s^,) gibt an, wie viel mg des
Medikaments sich unmittelbar nach der Einnahme am n-ten Tag im Körper befinden,
a) Zeigen Sie, dass(s^) eine geometrische Reihe bildet und berechnen Sie Sg,s,o und 5,3.
b) Bestimmen Sie den Grenzwert der geometrischen Reihe (s„). Welche Bedeutung hat dieser Wert für
den Sachverhalt?
7. n +1.
Gegeben ist die Zahlenfolge (a^) durch = n ; n > 1.
a) Berechnen Sie die ersten fünf Glieder der Folge,
b) Stellen Sie diese Glieder in einem geeigneten Koordinatensystem dar.
c) Zeigen Sie, dass 1,8 kein Glied der Folge ist.
d) Geben Sie eine obere Schranke der Folge an.
e) Untersuchen Sie die Folge auf Monotonie,
f) Zeigen Sie, dass die Zahl 1 die untere Schranke der Folge ist.
g) Ermitteln Sie den Grenzwert der Folge.
6n + 1
8. Gegeben ist die Folge (a^) mit a^ = 4n + 2^ n £ 1.
a) Berechnen Sie die ersten 8 Folgeglieder und stellen Sie die Folge grafisch dar.
b) Stellen Sie Vermutungen über die Monotonie und die Beschränktheit der Folge auf. Geben Sie,
wenn möglich, eine untere und eine obere Schranke an. Ermitteln Sie den Grenzwert der Folge.
9. Bestimmen Sie die Definitionslücke der Funktion und untersuchen Sie das Verhalten des Funktions
graphen in der Nähe der Definitionslücke,
x+1
a) fW=j!T 'b)
- f(x)=i^-^®
x-4 c) f(x) X2
10. Berechnen Sie mithilfe der Grenzwertsätze den Grenzwert der Funktion f an der Stelle x0-
x+5
a) f(x)= 2x2-3, Xq = i b) f(x)=(x2+3)(x-4),Xo =-1 C) f(x)= 1 -X. Xq = 0
\
x2 für xsl
2
11. Gegeben ist die Funktion f mit f{x)=
axfür x>j
Bestimmen Sie den Parameter a e R so, dass f an der Stelle X(,=-i stetig ist.
Differentialrechnung
In diesem Kapitel...
Noch fit...
im Umgang mit linearen Funktionen?
Lineare Funktionen
2 Bestimmen Sie eine Gleichung der Geraden durch den Punkt P mit
der Steigung m.
a) P(2|-l); m = 3 b) P(-3l6); m=-2
-1 1 2 Xi 3 X2 5 6 ■ X
4. Ermitteln Sie zu der Geraden mit der Gleichung y = -|x-1 die Gleichung
a) einerParallelendurchA(4|5); b) einerOrthogonalen d urch A(4|5).
5. Ein Energieversorger bietet seinen Kunden den Tarif K//moP/us an, in dem eine kWh 24,45 Cent kostet
und die jährliche Grundgebühr250€ beträgt,
a) Stellen Sie für diesen Tarif eine Funktionsgleichung auf.
b) Wie hoch sind die Kosten bei einem Energieverbrauch von 4500 kWh?
c) Familie Ebert möchte in diesen Tarif wechseln und erhält als Neukunde einen Sofortbonus in Höhe
von 150€und zusätzlich 15% Neukundenbonus. Wieviel muss Familie Ebert bei einem Verbrauch
von 4500 kWh im ersten Jahr zahlen?
2.1 Änderungsraten und Steigungen 45
Durch Maßnahmen zur Renaturierung entstand in einem Gebiet eine nasse Senke. Im Sommer 1994
wurden dort 10 Rotbauchunken ausgesetzt. In einigen Sommern danach wurde der Bestand der Tiere
naherungsweise ermittelt. Im Sommer 1997 ermittelte man etwa 90 Rotbauchunken, 1999 etwa 130,
2003 etwa 190,2004 etwa 200,2009 etwa 240, 2011 etwa 250 und 2013 etwa 260 Rotbauchunken.
Bei der Auswertung der Ergebnisse wurde gesagt: „Die Anzahl der Tiere ist im Durchschnitt um 13 Tie
re pro Jahr gestiegen. Bei dieser Entwicklung können wir in 4 Jahren mit einem Bestand von über
300 Rotbauchunken rechnen.“
Überprüfen Sie diese Aussage. Vergleichen Sie dazu das Wachstumsverhalten für die jeweiligen Zeit
abschnitte, stellen Sie die Entwicklung des Tierbestandes grafisch dar und treffen Sie selbst eine
Prognose zur weiteren Entwicklung.
LÖSUNG Wir notieren die Entwicklung der Anzahl der Tiere und ihre Änderung in einer Tabelle und berechnen;
wie sich die Anzahl der Tiere im Durchschnitt pro Jahr für die jeweilige Zeitspanne verändert hat.
Jahr 1994 1997 1999 2003 2004 2009 2011 2013
Anzahl derTiere 10 90 130 190 200 240 250 260
Für den gesamten Zeitraum von 1994 bis 2013 ist die Anzahl der Tiere von 10 auf 260 gestiegen.
260-10 ^250
Damit ergibt sich im Durchschnitt ein Zuwachs von 2013-1994 also von rund 13 Tieren pro
19
Jahr. Somit ist die Aussage der Naturschützer nicht falsch. Man erkennt aber in der Tabelle an der
durchschnittlichen Änderung der Anzahl pro Jahr, dass sich der Zuwachs der Tiere pro Jahr allmählich
verringert hat.
46 2 Differentialrechnung
unken allmählich kleiner wird. Man kann daher 1995 2000 2005 2010 2015
Definition
Statt durchschnittli Sekante mit der
Gegeben ist eine Funktion f.
f(bl-fio)
che Anderungsrate f(b)-f(a) Steigung m = b-o
wird auch oft mitt Der Quotient heißt
b-a Q,
f(b).
lere Anderungsrate
durchschnittliche Änderungsrate von f
gesagt.
über dem Intervall[a; b].
K(b)-f(a)
Geometrisch gedeutet ist dieser Quotient die
Steigung der Geraden (Sekante) durch die P.
f(a).
Punkte P[a [f(a)) und Q[b |f(b)). b-a
f(b)-f(a)
Man nennt den Quotienten auch a b X
b-a
Differenzenquotient.
Beispiel
Die Einheit der durchschnittlichen Änderungsrate ergibt sich direkt aus dem Differenzenquotienten:
BeiAnderungs-
raten auf die Einheit vonf(x)
Einheit der durchschnittlichen Änderungsrate einer Funktion f= Einheit von X
Einheit achten!
2.1 Änderungsraten und Steigungen 47
Bei einerSonnenblume wird an verschiedenen Tagen gemessen, wie groß sie ist:
Zeit [in Tagen) 0 20 24 30 39 50 75
Höhe (in cm) 2 20 39 64 105 156 192
Zeichnen Sie den Graphen der Funktion Ze/t Höhe und bestimmen Sie, in welcher Zeitspanne die
Sonnenblume am stärksten gewachsen ist.
a) Die Tabelle gibt die Bevölkerungsentwicklung einer Stadt an. Bestimmen Sie, in welcher Zeit
spanne die durchschnittliche Änderungsrate der Bevölkerung am größten ist.
Jahr 1950 1970 1985 2000 2009
Einwohnerzahl 69301 72406 70115 70087 72554
b) Recherchieren Sie Daten Ihrer Stadt oder einer Stadt in Ihrer Nähe und bearbeiten Sie die Aufgabe
mit diesen Zahlen.
5. Bestimmen Sie die Steigung der Sekante durch die Punkte P und Q auf dem Graphen von f
Bestimmen Sie auch die Gleichung der Sekante.
a) f(x)= x2;P(l |f(l));Q(5lf(5))
b) f(x)=2>^; P[0|f(0)): Q(4|f(4)]
c) f(x)= x3; P[-2lf(-2)); Q(2lf(2))
d) f[x)= x"-2; P[3|f(3)); Q(-3lf(-3))
50 2 Differentialrechnung
Erläutern Sie den Quotienten und die folgenden Berechnungen von Felix.
DEG DEG
a f i;-x) ●X fC-X)
31 1055 30. 01 1050. 15
30. 5 1057. 5 30. 001 1050. 015
1051. 5 KiTTiPMll 11050. 0015
■X=30. 1 ■X=30. 0001
Beschreiben Sie die Lage der Sekanten, deren Steigung Felix berechnet hat. Erläutern Sie,
warum Felix diese Sekanten gewählt hat, um die Radiomeidungzu überprüfen.
Berechnen Sie mithilfe eines Rechners, ebenso wie Felix, die Steigungen von Sekanten, deren
zweiter Punkt links vom Punkt P(301 18000) liegt.
Was könnte mit dem Begriff momentone Durchflussstärke nach 30 Minuten gemeint sein, und
wie lässt sich diese momentane Durchflussstärke geometrisch am Graphen von w deuten?
V
mit denen des Versuchsfahrzeugs verglichen
werden;
2a
St
■ Vom Serienfahrzeug ist bekannt, dass es
Fahrleistungen
nach lOseineGeschwindigkeitvon 100-!^, Flöchstgeschwindigkeit 178km/h
d. h. von ca. 27,8-^, erreicht.
Beschleunigung
■ Beim Versuchfahrzeug werden die Beschleu
von 0 auf 100km/h 10,0 Sekunden
nigungsdaten beim Beschleunigen aus dem
Stand ermittelt.
2.1 Änderungsraten und Steigungen 51
LÖSUNG a) ln den ersten 10 Sekunden legt das Versuchsfahrzeug 130 Meter zurück; f(10)= 130. Damit können
, 130m
wir die Durchschnittsgeschwindigkeit für die ersten 10 Sekunden berechnen: 10s = 13^. s
Dies ist deutlich niedriger als die Momentangeschwindigkeit des Serienfahrzeugs nach 10 Sekun
den. Die Momentangeschwindigkeit des Versuchsfahrzeugs wird aber deutlich höher liegen als
13y,da das Fahrzeug in dieser Zeit ja stark beschleunigt. Wir müssen also genauere Berechnun
gen durchführen.
schwindigkeit nach 10s auch zwischen 24,7y und 27,3 y- Wir wissen also bereits: Die gesuchte
Momentangeschwindigkeit des Versuchsfahrzeugs ist geringer als die des Serienfahrzeugs.
Statt von lokaler Die lokale Änderungsrate einer Funktion f an einer Stelle\ist eine Zahl, die man wie folgt
Änderungsrate bestimmen kann:
spricht man bei
(1) Man bestimmt die Steigung m einer Sekante durch den Punkt P(xq|f(Xq)) und einen
zeitlichen Vorgängen
auch von momen beliebigen zweiten Punkt Q(x|f(x})
taner Änderungs auf dem Graphen von f als Differenzen-
rate. f(x)-f(xo)
quotient: m = x-x0
(2) Man untersucht, wie sich die W/erte der
Sekantensteigungen m entwickeln, wenn
der Punkt Q beliebig nah bei P liegt. D.h.
man bestimmt den Wert, den der Differen-
f(x)-f(xo)
zenquotient x-x annimmt, wenn x
0
Definition y
(1) Der Grenzwert des Differenzenquotienten
einer Funktion f an einer Stelle Xq heißt
Ableitung von f an der Stelle Xq.
f(xo)
Gelesen fStrich an Man schreibt dafür kurz:
der Stelle X.0- f(x)-f(xp)
lim = f'(Xo)
X-*Xfl X-Xo
Das Bestimmen der Ableitung an einer Stelle nennt man auch Differenzieren.
Beschreibt eine Funktion f den Zusammenhang zweier Größen und gehört zu x und f(x)jeweils eine
Der Anstieg der Inflations .Die Zuwachsraten Der Aufschwung „Die Talfahrt
rate verringert sich." sinken." erlahmt“ ist gebremst.''
Zeit(ins) 0 5 10 20 40 60 120
b) Berechnen Sie die Durchschnittsgeschwindigkeit in über den Zeitabschnitten [0; 5],[5; 10],
...,[60; 120].
■7^
V c) Jemand behauptet, man könne die Durchschnittsgeschwindigkeit des Shuttles über den gesamten
m ) 1
angegebenen Zeitraum als arithmetisches Mittel der in Teilaufgabe b) berechneten Geschwin
digkeiten berechnen.
f' iifJjö&C’
Nehmen Sie dazu Stellung.
5. Ein Flüssigkeitsbehälter wird durch ein’^/entil entleert. Zum Zeitpunkt t ist im Behälter das Volumen V(t).
Präzisieren Sie die Begriffe durchschnittliche Ausflussgeschwindigkeit in einem Zeitintervall und
momentane Ausflussgeschwindigkeit zum Zeitpunkt t. Skizzieren Sie einen möglichen Graphen von
V(t) und präzisieren Sie diese Begriffe am Graphen der Funktion ti-» V(t). Verwenden Sie auch den
Begriff der Änderungsrate.
: P'(1130)
Beispiel
7. Erläutern Sie die Berechnungen im Beispiel rechts anhand einer
Skizze und bestimmen Sie mit demselben Verfahren näherungs
f(x} = 2x^; Xo =5
weise die Ableitung f'(Xo).
2-{5,001)3-2-53
a) f(x)=x‘*; Xq =3 f(5)= 5,001 -5
b) f(x)= 2x^; Xo = 1
f'(5) = 150
c) f(x)= x3-x; X(j = 0
ij TT ■fr
56 2 Differentialrechnung
4
Höhe (in m)
1000-
4- 4
800
600--
-400
200
■ Welche mittlere Steigung(welches mittleres Gefälle) hat die Piste in den Abschnitten von
Om bis800m, von 800m bis 1 500m und von 1 500m bis 2600 m?
■ Warum kann man sagen, dass die Steigung (das Gefälle) der Piste im Intervall [0; 800] an
jeder Stelle gleich ist und dass sich die Steigung im Intervall[800; 2600] von Stelle zu Stelle
ändert?
■ Welche Steigung hat die Piste jeweils an den Stellen 950 m,2000 m und 2100 m?
■ Wie könnte man die Steigung eines gekrümmten Graphen an einer beliebigen Steile ermitteln?
Lösung a) Die Schilder geben an, wie groß die Steigung (das Gefälle) der Straße an einer Stelle ist.
Das eine Schild gibt eine Steigungvon 8% = 0,08 an.
Zu einer Geraden mit dieser Steigung passt das rechts 8m
100m
dargestellte Steigungsdreieck.
Das andere Schild gibt ein Gefälle, also eine negative Steigung,
von -10% = -0,1 an. Zu einer Geraden mit dieser Steigung lOrn^
passt das rechts dargestellte Steigungsdreieck. 100m
b) Die Straße führt über die Punkte A und B bis zum Punkte bergauf und ab dem Punkt C bergab.
Die Steigung ist dabei nicht gleichmäßig wie bei einer Geraden, sondern ändert sich ständig.
2.1 Änderungsraten und Steigungen 57
Man erkennt zum Beispiel gut, dass die Straße bis kurz vor A recht steil ansteigt, dann ein Stück
nicht mehr so steil verläuft und kurz vor B wieder steiler wird. Bei gekrümmten Graphen kann man
daher nur von der Steigung des Graphen in einem Punkt sprechen.
Definition
Die Steigung f'(xo) der Tangente an den Graphen einer Funktion firn Punkt P(xolf(Xo)) heißt auch
Steigung des Graphen von f im Punkt P bzw. Steigung des Graphen von f an der Stelle Xq.
Eine Tangente an einen Kreis hat mit diesem nur einen einzigen Punkt gemeinsam. Bei einer Tangente
an einen Funktionsgraphen im Punkt P sind mehrere Fälle möglich:
1- 1- 1-
X 1 X X X
1 1 1
In allen Fällen jedoch schmiegt sich die Tangente in der Nähe des Punktes P möglichst gut an den
Graphen der Funktion an.
58 2 Differentialrechnung
ist die Ableitung von f an der ist der Grenzwert des Differenzen
ist der Differentialq uotient von f
Stelle Xn.
0 quotienten von f an der Stelle Xq. an der Stelle x^.
t
f'fv 1- i:,^ f(Xo)-f(x)
1 (Xq) — lim r—-X
' X -*Xo Xq
<11 Q.
4; |_ (ti c
-o -F
U ist die lokale
C ist die Steigung der w g;
Ol 0)
Änderungsrate der Tangente an der Stelle Xq an o 8-
Größe an der Stelle x0' 3
<11 den Graphen von f m in
Jy'S ist die momentane
0)
l/>
■D
fD
E-ä I ist die Steigung des Graphen o <-' <1
Q. m
in ~ u
C Änderungsrate der ^ n> <
von f an der Stelle Xg.
<u X3 _Q Größe zum Zeitpunkt Xg. gI
rf <TS
-[iOO- a; T
200- horizontale EntfemttHg
vom Ausgangspunld
--0-
0 10 20 30 40 50 im
2.1 Änderungsraten und Steigungen 59
3. Zeichnen Sie einen Graphen,für den beim Durchlaufen von links nach rechts gilt:
a) Vom Punkt A bis zum Punkt B ist die Steigung positiv. Im Punkt B ist die Steigung null.
Vom Punkt B bis zum Punkte ist die Steigung negativ,
b) Vom Punkt A bis zum Punkt B ist die Steigung negativ. Im Punkt B ist die Steigung null.
Von B bis C ist sie positiv. Von C bis D ist sie überall gleich, und zwar positiv,
c) Die Steigung in den Punkten A und B ist gleich,
d) Die Steigung ist immer negativ, wird aber immer größer,
e) Die Steigung ist immer positiv, wird aber immer kleiner.
4. In den Grafiken ist jeweils die Tangente an den Graphen der Funktion firn Punkt p(xo|f{Xo))ein-
gezeichnet. Bestimmen Sie die Ableitung f'(xo).
a)
y 1000
2
6. Verwenden Sie eine geeignete Software, mit der Sie möglichst gut Funktionsgraphen drucken können.
Bestimmen Sie dann näherungsweise die Ableitungen der Funktionen an verschiedenen Stellen.
Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse untereinander.
Mögliche Funktionsgleichungen und Stellen Xq sind zum Beispiel:
(1) y = -(x-2p + 3; Xo = 3; Xq=1
(2) y =(x-l)(x + 2)x; Xg = 1; Xq =-1
(3) y = 0,2x3-l,2x2 + 0,6x + 5; Xo = -l; Xq = 2; Xq = 0,25
60 2 Differentialrechnung
7. Auf einer Teststrecke mit genau festgelegten Bedingungen wurde Benzinvolumen (in 1}
0,20
ständig gemessen, wie viel Benzin ein Auto schon verbraucht
0,18-
hatte. Die Abbildung rechts zeigt das Testergebnis, 0,16
a) Der Benzinverbrauch wird üblicherweise in I pro 100 km ange 0,14
geben. Bestimmen Sie den Verbrauch auf dieser Strecke, 0,12
b) Begründen Sie, dass der Benzinverbrauch auf dieser Strecke 0,10-
0,08
nicht gleichbleibend war. Wie müsste ein Graph bei gleichblei
0,06-
bendem Verbrauch aussehen? Nennen Sie je eine Teilstrecke, 0,04
auf der der Verbrauch kleiner bzw. größer als der Durch 0,02-
Stfecke (in km)
schnittsverbrauch war. *
1 2 3 4
c) In manchen Fahrzeugen gibt es Bordcomputer, die den mo
mentanen Benzinverbrauch anzeigen. Bestimmen Sie näherungsweise am Graphen den momenta
nen Benzinverbrauch an der Stelle 1.
8. cm Wasserstand
720 Pegelstände Rhein/Bonn (Juni 2013)
er,
r- fN co
t—
680 r~ F~ O
r-
fM Ln
640 r- LD
L£> ID
600
o ID
£T>
560 m
520
tN
LT)
480-
440-
400
I
1 2 3 4 5 6 7 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Tage
a) Bestimmen Sie die mittleren Änderungsraten des Pegelstandes für jeden Tag vom 1. bis zum
13, Juni,
b) Bestimmen Sie den Zeitpunkt,zu dem die momentane Änderungsrate am größten war.
Wie groß war sie?
c) Wann ist der Wasserstand am stärksten gefallen? Wie stark war der Rückgangzu diesem Zeit
punkt?
Lösung a) Die Ableitung an der Stelle 0,5 ist die Steigung der Tangente durch den Punkt P(0,5 j 0,25).
Wählt man eine Sekante, die durch P verläuft y
und deren zweiter Punkt Q möglichst nah bei
0,3
P auf dem Graphen von fliegt, so kann man
die Steigung einer solchen Sekante als gute 0.2
Näherung für die Steigung der Tangente
durch P verwenden. 0,1
Die Sekante durch die Punkte P(0,510,25)
und Q(0,51 10,2601) hat die Steigung
m = f(0,51)-f(0,5) 0.2601 -0,25 = 1,01.
0,51 -0,5 0,01
Diese Näherung könnte man noch verbessern,indem man den Punkt Q noch näher bei P wählt,
also 2. B.Q(0,501 10,251001):
m = f(0,501)-f[0,5) 0,251001-0,25 = 1,001
0,501-0,5 0,001
62 2 Differentialrechnung
Mithilfe dieses Terms können wir weitere Sekantensteigungen bequem mit einem Rechner
bestimmen und in einer Wertetabelle anzeigen.
Dabei kann Q auch links von P liegen. Die y.
Formel für die Steigung ändert sich dadurch
nicht, was die folgenden Rechnung zeigt:
0,25 - x2 [0,25-x2) -0,25 + x2 x2-0,25 0,25--
0,5-X -(0.5-x) -0,5+ x x-0,5
y=x^
x'
x2_ 0 25
Wir untersuchen, welche Werte derTerm annimmt, wenn x nah bei 0,5 liegt.
' x-0,5
Dabei können wir entweder die Schrittweite derx-Werte immer weiter verkleinern oder wir nutzen
die Möglichkeit, die x-Werte direkt in der Wertetabelle einzugeben.
So können wir auch leicht Werte fürx eingeben, die sehr nah links oder rechts von 0,5 liegen, also
zum Beispiel 0,5001 oder0,4999.
PEG DEG
2-0,25
Division durch 0 ist Für X = 0,5 meldet der Rechner einen Fehler (z. B. ERROR), weil der Nenner des Terms -
x-0,5
nicht definiert! in diesem Fall den Wert 0 hat.
b) Die Werte in der Tabelle legen die Vermutung nahe, dass die Ableitung an der Stelle 0,5 umso
näher bei 1 liegt, je näher der Wert von x bei 0,5 liegt. Dies wollen wir nun durch Termum-
formungen des Differenzenquotienten bestätigen:
Bei den Berechnungen in Teilaufgabe a) haben wir Steigungen von Sekanten durch P (0,510,25)
und einen weiteren Punkt Q(x|f(x)j auf dem Graphen von f betrachtet:
Binomische
f[x)-f(xo) x2-0,25
Formeln: m=
X-Xq x-0,5
(1) (a + b)2 Diesen Differenzenquotienten kann man wie folgt umformen:
= a2 + 2ab + b2
f(x)-f(Xn) x2-0,25 (x-0,5)(x + 0,5)
m= = x + 0,5 für xA0,5
(2) (a-b)2 x-Xq x -0,5 (x -0,5)
= a2-2ab + b2
Dritte binomische Formel,
(3) (a + b)-(a-b)
= a2-b2 im Zähler des Differenzenquotienten onwenden.
Je näher nun x bei 0,5 liegt, umso näher liegt die Sekante bei der Tangente.
Die Sekantensteigung m = x + 0,5 liegt dann nah bei 1, der Tangentensteigung an der Stelle 0,5.
Die Funktion f mit f (x) = x^ hat an der Stelle Xq = 0,5 die Ableitung f'(0,5) = 1.
2.1 Änderungsraten und Steigungen 63
x2 P.
^
(2) Bestimmen der Tangentensteigung X-Xq
Dies gilt für jede beliebige Stelle Xq. Damit ist der folgende Satz bewiesen:
Beispiel
1. Bestimmen Sie mithilfe von Sekantensteigungen die Steigung der Tangente an den Graphen der
Funktion f mit f(x)= x^ an der angegebenen Stelle Xg, ohne den Satz oben zu verwenden,
a) Xg=2 b) Xg = -1 C) Xg=0 d) X0” 0,5 e) Xg = V5
2. a) Geben Sie die Ableitung der Quadratfunktion f mit f(x)= x^ an den Stellen 3; 7;|
-4;-0,5; an.
4. Betrachten Sie die Funktion f mit f(x)=-x^. Wie geht der Graph von f aus dem Graphen zu y = x^ her
vor? Äußern Sie eine Vermutung über die Ableitung f'(Xg) und beweisen Sie diese.
5. Bestimmen Sie die Ableitung der Funktion f an den Stellen 3 und -3.
a) f(x)= x^ + 3 b) f(x)= 3x2 c) f(x)=(x-2]2 d) f(x)= x^ + 2x
64 2 Differentialrechnung
8. Gegeben sind die Quadratfunktion f mit f(x)= x^ und die Funktion h mit h (x)=(x - 3)^.
a) Erläutern Sie, wie der Graph von h aus dem Graphen von f hervorgeht,
b) An welchen Stellen Xq gilt (1)f'(Xo)= 2, (2)f(x)= 3und (3) f'{xo) 1?
c) An welchen Stellen Xq gilt (l)h'(xg)= 2, (2) h'(x)=3 und (3) h'(xo) = -l?
d) Wenn man die Ableitung von f an einer Stelle Xg kennt, wie kann man dann die Stelle a finden, an
derdie Abteilung von h mitder Ableitung von f an der Stelle Xg übereinstimmt?
Nutzen Sie für Ihre Argumentation die Überlegungen aus den Teilaufgaben a) bis c).
-4 T
2.1 Änderungsraten und Steigungen 65
12. Die Parabelkirche in Gelsenkirchen wurde von dem Architekten Josef Franke in den Jahren 1927 bis
1929 erbaut. Beim Bau des Kirchenmittelschiffes(bei einer Breite b von 10 Metern und einer Höhe h
von 15 Metern) wurden die in den Boden eingelassenen Stützpfeiler aus Fertigungsgründen als
einfache Geradenstücke, nicht mehr als Parabelstücke angefertigt,
a) Wählen Sie ein Koordinatensystem und
bestimmen Sie eine Parabelgleichung,
b) Berechnen Sie die Steigung eines in den
>+ Boden eingelassenen geraden Stützpfeilers,
c) Welchen Winkel schließen Pfeiler und Erd
7^ tana = m boden miteinander ein?
d) Ermitteln Sie Gleichungen für die Stütz
pfeiler.
Parabel
Geradenstück
13. Gegeben ist die Quadratfunktion f mit f(x)= x2. Bestimmen Sie allgemein:
(1) die Gleichung einer Tangente an den Graphen der Funktion f an einer Stelle XqJ
(2) die Schnittpunkte einer solchen Tangente mit den Koordinatenachsen.
Geben Sie mithilfe des Ergebnisses von (2)eine Anleitung zur Konstruktion einer Tangente im Punkt
P(Xo|x§) an den Graphen einer Normalparabel an.
Satz
Hat eine Funktion f an der Stelle Xq die Ableitung f'(Xo), so hat die Tangente an den Graphen von f
im Punkt P(xo|f(Xg)) die Gleichung: y = f'(xo)-(x-Xo)-i-f(xo)
●●
15. a) Gegeben ist die Normalparabel zu y = x2. Durch die Punkte P(1 1 1) und Q(5125) verläuft eine
Sekante. Bestimmen Sie zu der Sekante eine parallele Tangente an die Normalparabel.
Was fällt auf?
b) Übertragen Sie die Untersuchungen aus Teilaufgabe a) auf zwei beliebige Punkte P und Q auf der
Normalparabel. Formulieren Sie einen Satz und beweisen Sie ihn.
16. a) Gegeben sind die Normalparabel zu y = x^ und einezweite Parabel mitderGleichung y = x^-4.
Bestimmen Sie mehrere Tangenten an die Normalparabel und berechnen Sie deren Schnittpunkte
mit der zweiten Parabel. Äußern Sie eine Vermutung über die Lage der Schnittpunkte im Vergleich
mit dem jeweiligen Berührungspunkt der Tangente,
b) Übertragen Sie Ihre Vermutung aus Teilaufgabe a)auf eine beliebige zweite Parabel mit der
Gleichung y = x^- k und beweisen Sie die Vermutung.
66 Selbst lernen 2 Differentialrechnung
■ Bestimmen Sie die Ableitung der Kubikfunktion an einer Steile Xq als Grenzwert von Sekanten
Steigungen.
1
0 0
Die Tangentensteigung ist der Grenzwert der Sekantensteigung:
(xo + h}3-x3
f'(xo)=lim h = lim (3x2+ 3Xoh-i- h^)= 3x?
h—*0 h-»0
Satz
Die Funktion f mit f(x) =x^ hat an der Stelle Xq die Ableitung f'(Xo)= 3x2.
Beispiel
1
■ Gegeben ist die Funktion fmit f(x)= ~ =x~ y\
mit X# 0. Bestimmen Sie die Ableitung von f 1 ^ P h
Xo
an einer Stelle Xg mithilfe der h-Schreibweise.
Die Kehrwert
funktion ordnet (1) Bestimmen der Sekantensteigung
Xo+h X(
jeder von 0 verschie Wir betrachten eine Sekante durch die Punkte
denen Zahl ihren 1
Kehrwertzu: P Xq — und Q Xq + h x„ + h mit h # 0.
Xq 0
1 1 ..1. Q
y=tX Für deren Steigung gilt: Xo+h I y=i
I
1 1 Xo Xo + h X
Xo Xo+
Hyperbel Xß + h X0 (xo + h)xo Xo(Xo + h)
m =
Graph der Funktion f Xo + h-Xo h Erweitern aufden
mit f(x)=i h Hauptnenner Xg(xg + h)
Xo(xQ + h) h 1
h xo(xo + h)h Xo(Xo + h) für h^O
Die Funktion f mit f(x) mit x?^ 0 hat an der Stelle Xq die Ableitung f'(Xo) = —^
■ Finden Sie eine Regel, mit der Sie Funktionen der Form f(x} = x^ für ein beliebiges neZ ableiten
können. Betrachten Sie dafür die Ableitungen, die Sie schon kennen und versuchen Sie, eine Regel
mäßigkeitzu erkennen.
Alle diese Ableitungen haben wiederden Term einer Potenzfunktion, in denen der Exponent der Aus
gangsfunktion als Faktor auftaucht und der neue Exponent einen Grad niedriger ist als der Exponent
der Ausgangsfunktion. Allgemein kann man die folgende Ableitungsregel formulieren, auf deren
Beweis wir in diesem Buch verzichten.
Beispiel Beispiel
f'(-l)= -8 f(-l)= -3
68 Selbst lernen 2 Differentialrechnung
Information Die h-Schreibweise bei der Berechnung der Ableitung an einer Stelle Xq
Bei der Bestimmung der Ableitung an einer Stelle
Xq wählt man eine zweite Stelle x nah bei Xg.
Oft bezeichnet man diese Stelle statt mit x auch
mit Xg + h und wählt den Wert für h möglichst
nah bei null.
Damit ergibt sich folgende Steigung m der
Sekante durch
P(xo|f(xo))undQ[xo + h|f[xo + h));
m = f(xo4h)-f(xo) f(xo + h)-f(xo} X
Xq + h - Xq h
Wenn man den Differenzenquotienten in dieser Weise schreibt, wird die Bestimmung seines Grenz
wertes erleichtert, weil im Nenner keine Differenz mehr steht.
f(xo + h)-f(xo)
Für die Ableitung von f an der Stelle Xg gilt damit: f'(Xo)= h-*0
lim h
Wählt man h > 0, so liegt Xg+h rechts von Xg.
Wählt man h < 0, so liegt Xg + h links von Xg.
Da bei dieser Schreibweise keine Verwechslung von x mit Xg mehr möglich ist, wird der Index 0 auch
f(x + h)-f(x)
oft weggelassen: f'(x)=lim
h ^O h
m Gegeben ist die Funktion fmit f(x)= ^=x^. Bestimmen Sie die Ableitung von f mithilfe des Differen
zenquotienten, einmal ohne die Verwendung der h-Schreibweise und einmal mit dieser Schreibweise.
Zeigen Sie auch, dass die Potenzregel auch hier gültig ist.
f(x)=V^ = x2,
1 I
1 1
^ (^o) - 2^0
2-\/^
2.1 Änderungsraten und Steigungen Selbst lernen 69
angegebene Herleitung.
h *<1x^1+ 6x: h >..
tx jJi
-r
= txI+6
0 0
1H h-¥~C
m
-t
4. Geben Sie zu der Potenzfunktion die zugehörige Ableitung an einer Stelle Xg an.
a) f(x)= x’5, g(x)=x-^ h(t)=t’o°, f(k)= k-^ g(s)= s®
+2
b) f(x)= x", g(t)= t3", h(x)= x^"^, f(s)=s2", g(t)= t'<
5. Betrachten Sie die Funktion, die jeder Seitenlange ag den Flächeninhalt des
entsprechenden Quadrates zuordnet. Berechnen Sie die lokale Änderungs
rate für eine Seitenlänge ag.
Deuten Sie das Ergebnis geometrisch.
Vernetzte Aufgaben
7. Gegeben sind Potenzfunktionen f mit f(x)= x" und nelN, An welchen Stellen haben die Graphen
dieser Potenzfunktionen die Steigung 1 und an welchen die Steigung -1 ?
2.2 Ableitungsfunktionen
2.2.1 Ableitungsfunktionen und ihre Graphen
Ziel ln den Abschnitten 2.1.4 und 2.1.5 haben Sie Ableitungen von Funktionen an einer Stelle bestimmt.
In diesem Abschnitt lernen Sie, was man unter der Ableitungsfunktion einer Funktion versteht. Sie
verschaffen sich einen Überblick über die wichtigsten Grundfunktionen und ihre Ableitungsfunktionen
und erarbeiten Zusammenhänge zwischen diesen beiden Funktionen.
Zum Erarbeiten -> Aus einer Funktion f mithilfe der Ableitung eine neue Funktion konstruieren
■ Zeichnen Sie den Graphen der Quadratfunktion mit f(x)=x^ und legen Sie eine Tabelle an, in der Sie
fürjede der Stellen-4;-3;-2;- 1; 0; /;2;3;4 die Ableitung der Quadratfunktion notieren.
Diese Tabelle kann als Wertetabelle einer neuen Funktion aufgefasst werden. Zeichnen Sie auch den
Graphen dieser neuen Funktion und geben Sie ihren Funktionsterm an.
Erläutern Sie die Zusammenhänge zwischen beiden Graphen.
Xo -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4
f'(Xo) -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 I
Der Graph dieser Funktion ist eine Gerade durch den Koordina
tenursprung mit der Steigung 2. Der zugehörige Funktionsterm ist
2x und gibt die Ableitung von f an jeder Stelle x an. Also können wir
dafürschreiben: f'(x) = 2x
Die Funktion f' gibtan jeder Stelle x die Steigung der Tangente an
der Stelle X an den Graphen von f an. Somit gibtf die Steigung des
Graphen von f an, wodurch sich beim Vergleich der beiden Graphen
folgende Zusammenhänge ergeben:
Information Ableitungsfunktion
Definition
Die Ableitungsfunktion f' einer Ausgangsfunktion f(meist nur kurz Ableitung f' genannt) ist
diejenige Funktion, die jeder Stelle x die Ableitung von f an dieser Stelle zuordnet.
f(x + h)-f(x)
Der Funktionsterm kann deshalb allgemein so geschrieben werden: f'(x] = lim h
h -»0
Da der Funktionsterm von f' der Grenzwert des Differenzenquotienten ist, nennt man das Bilden der
Ableitung f' einer Funktion f auch Differenzieren. lA/enn man die Ableitung einer Funktion an einer
Stelle bestimmen kann,so kann man auch leicht einen Term für die Ableitungsfunktion angeben.
Beispiel
fmit f(x)=x^ hat an einer Stelle Xq die Ableitung f'(xo)= 4Xo^. Die Ableitungsfunktion: f(x)=4x2.
2.2 Ableitungsfunktionen Selbst lernen 71
y y y
-9- 3 -- -3- -
f(x)= 3
2- 2- 2- -
f(x)= x2
1 f{x)=0j&'X-4-l -T-
-3 -2 -1 1 2 3 X -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 2 3 X
-1 -1 -t
-2 -2- -2
y r
y
3 3 i 3-
2 f'[x)= 2x
2 - 2- -
1 -1
f'(x)^
f'(>)=0
+ +
-'3 -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 2 3 X
-1 -1
-2 -2- -2
y y
3
y y i' y
3 3 3
f'(x)= 3x3 f'(x)= 4x3
2 2 2-
j.
,1 1
-3 -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 2 3 X 3 X
-1 1
-2- -2
3. Gegeben ist die Funktion f'. Geben Sie den Term einer zugehörigen Beispiel
Ausgangsfunktion f an.
10 (l)f'{t)= 4t3, f(t)= t“
a) f(x)= 3x2 C) f'|x)=^ e) 11
(2)f'{x)= -2x-3. f[x)= x-2
n-1 1 -n
b) f(t)= -7t- d) f'(x)= nx f) f(x)=
(3)f'|x)=^,f(x)=i
4. a) Zeichnen Sie den Graphen von f mit f{x)= x^. Zeichnen Sie darunter den Graphen der zugehörigen
Ableitungsfunktion f'. Erläutern Sie die Zusammenhänge beider Graphen,
b) Erläutern Sie, wie der Graph von g mit g(x)=(x-2)^ aus dem Graphen von f aus Teilaufgabe a)
hervorgeht. Zeichnen Sie den Graphen von g und darunterden Graphen von g'.
Geben Sie einen Funktionsterm für g' an.
5. Zeichnen Sie die Graphen von f und f' mithilfe der Wertetabellen des Taschenrechners untereinander
in zwei Koordinatensysteme und erläutern Sie deren Zusammenhänge,
1
a) f(x)=-3x + 2 b) f(x)=(x-1}2 C) f(x)= 5 d) f(x)= 2 X
6. Links ist gezeigt, wie man mithilfe eines Taschenrechners die Wertetabelle einer Ableitungsfunktion
anzeigen kann,
%=% a) Erläutern Sie die Eingaben und übertragen Sie diese in Ihren Rechner,
b) Gegeben sind die Funktionen f und g mit f(x)= x^ - 2 und g(x)= x^ + 4. Vergleichen Sie die Werte
1 f CD tabelle der beiden Ableitungen f und g'. Äußern Sie eine Vermutung zu den Funktionstermen von
-103.000012
■32. OOOOOS
>1 ●H. QOOOOH f' und g' und begründen Sie diese,
\'i= -5
c) Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= 0,5x^. Bestimmen Sie mehrere Funktionswerte der Ablei
tungsfunktion und skizzieren Sie den Graphen von f'.
Äußern Sie eine Vermutung zum Funktionsterm von f und begründen Sie diese.
7. Ordnen Sie den Graphen von f die zugehörigen Graphen von f begründet zu.
(1) y (2) y (3)
f f
f/' 3 -3- -
3
2 J, 2 ■~T ■
1 1 1
X X -3 -2 -1 1 2 3 X
-3 -2 -1 1 2 3 -3 -2 /-I 1 2 3
ij
y y I
(A) y (B)
f'
(c) T
f‘
3 2 - 3- J _f‘,
2 1 ! 2
-3 -2 -1 1 2 3 X
1
-3 -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 3 X
-1 -2 -1
2.2 Ableitungsfunktionen 73
■ Übertragen Sie das Diagramm des Höhenprofils in Ihr Heft und bestimmen Sie an mehreren
Stellen die Steigung.
Tragen Sie die Werte für die Steigung in ein weiteres Koordinatensystem unter dem Diagramm
ein und verbinden Sie die Punkte geeignet.
■ Welche Zuordnung wird durch diesen neuen Funktionsgraphen beschrieben?
■ Vergleichen Sie beide Funktionsgraphen anhand besonderer Punkte miteinander. Was fällt
dabei auf?
■ An welchen Stellen ist die Steigung am größten, an weichen am kleinsten?
Einstiegsaufgabe Aus dem Graphen einer Funktion f den Graphen von f' gewinnen
MIT LÖSUNG
Der Graph einer Funktion f ist gegeben. Skizzieren ._.y.
.1
Sie den Graphen der zugehörigen Ableitungsfunkti
f ■
on f'. i3
Gehen Sie dabei folgendermaßen vor;
■2
■ Übertragen Sie den Graphen in Ihr Heft.
■ Bestimmen Sie an verschiedenen Stellen durch 1- -t-
I r
(2) Intervalle bestimmen, in den die Steigung von f nur positiv oder negativ ist
■ Wenn die Steigung des Graphen von f in einem H I
-2--
r I - j - I
Intervall Xc;
●2
a: X H Xh; Xt Xj; Xj s> b I
Vorzei +I + i.
+ + ,1-
chen von + I
f'
a >
h
-1 --
2. Übertragen Sie den Funktionsgraphen in Ihr Heft und bestimmen Sie durch grafisches Differenzieren in
ein darunter gezeichnetes Koordinatensystem ungefähr den Graphen der Ableitungsfunktion.
■ Erläutern Sie, wie man am Graphen von f die Nullstellen und die Hoch- und Tiefpunkte des Gra
phen von f erkennt.
■ Geben Sie die Intervalle an,in denen die Ableitungsfunktion positiv oder negativ ist.
■ Unterscheiden Sie auch,ob sich die Tangenten von oben oder von unten an den Graphen von f
anschmiegen.
Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus für den Verlauf des Graphen von f?
■ Welche Aussagen kann man zu den Stellen machen, an denen die Tangente den Graphen durch
setzt?
a) c)
y,
-1-
●1 1 . _2_ 1 4 6 X
- -1
X
l1_. i . 2 3 4 5 6
b) d)
y, y,
I ■ 2 -1 1 J 2_' 3 I 4_:„_5_ „ 6 X
I
-1-. A
!●
-2
-1 T 2 3 . 4 5 6 X
t
-3
[in 3. Zeichnen Sie selbst Funktionsgraphen und lassen Sie Ihren Partner durch grafisches Differenzieren in
einem darunter gezeichneten Koordinatensystem den Graphen der Ableitungsfunktion skizzieren.
Beachten Sie dabei die drei Schritte aus der Lösung der Einstiegsaufgabe auf Seite 74.
Tauschen Sie die Rollen nach jedem Graphen.
a) b) c)
y y
3 - - 6
2 4-
.1-
X -2 -1 3 x -6 -4 -2 2/4\ 6
-1 -2- .-
_2-- _4- .
r -3 - -6--
2.2 Ableitungsfunktionen 77
5. In (1),(2) und (3)sind Graphen von Funktionen gezeichnet, in (A),(B) und (C) die Graphen
ihrer Ableitungsfunktionen.
Ordnen Sie zu und begründen Sie Ihre Entscheidung.
(2)
'’ y-
2-
-1 1 2 \3 4^
X
-1
(A) y- (B)
\
-1 1 /2\ 3 , 4X I
i_^ 3-
-1
I
-2 2
1
-3 ,1
-4 -2 3 X!
-1 i -2 -1 1 2 3^
m 6. Sandra hat zum Graphen von f den Graphen der Ableitungsfunktion f' gezeichnet. y ’f
Sie meint:
Da stimmt was nicht! Aber was? t
1 X
Helfen Sie ihr. y I
t
7. In den Abbildungen (1) bis(4)sind verschiedene Funktionsgraphen mit einem Wendepunkt W darge
stellt. Ordnen Sie jedem dieser Graphen die zugehörige Ableitungsfunktion (A),(B),(C)oder(D)zu.
Begründen Sie jeweils Ihre Entscheidung.
(B) (D)
8. Skizzieren Sie anhand der Aussagen einen passenden Graphen von f und f' in der Nähe von Xg.
a) Die Ableitung von f an der Stelle Xg ist null. Die Tangenten schmiegen sich in der Nähe des Punktes
P(xo|f(xol) von unten an den Graphen von f.
b) Die Ableitung von f an der Stelle Xg ist null. Die Tangenten schmiegen sich in der Nähe des Punktes
P(xg|f(xg)) von oben an den Graphen von f.
c) Der Graph von f' hat an der Stelle Xg einen Hochpunkt, der unterhalb derx-Achse liegt,
d) Der Graph der Ableitungsfunktion f hat an der Stelle Xg einen Tiefpunktauf derx-Achse.
e) Der Graph der Ableitungsfunktion f hat an der Stelle Xg einen Hochpunkt auf der x-Achse.
78 2 Differentialrechnung
X -2 -1 1 2 X
-1-
-24- '-2
P(0|1) P(2|6]
10.
Das Kinetic Energy Recovery System (KER5)
wandelt die Bewegungsenergie des Fahrzeugs
beim Bremsen in elektrische Energie um und
speichert diese in einem Akkumulator. Diese
Energie kann über einen Elektromotor bei Be
darf genutzt werden. Bekannt ist diese Techno
logie aus der Formel
Alter
2.2 Ableitungsfunktionen 79
Einstiegsaufgabe -> Die Ableitung der Sinusfunktion durch graphisches Differenzieren bestimmen
MIT LÖSUNG
a) Skizzieren Sie den Graphen der Sinusfunktion mit f(x} = sin (x).
b) Skizzieren Sie darunter den Graphen der Ableitungsfunktion der Sinusfunktion.
Begründen Sie Ihre Skizze mit der Steigung des Graphen der Sinusfunktion in besonderen Punk
ten. Berücksichtigen Sie dabei, dass die Sinusfunktion die Periode 2tt hat.
c) Äußern Sie eine Vermutung für den Funktionsterm der Ableitungsfunktion und überprüfen Sie
diese mithilfe eines Rechners.
LÖSUNG a y
2 p
1-
Jf 3 X
'2
rl 1
I
rf —
I
Il
-2
I u.
X
<
T
b) y
2
I LLA
I ]U
]
> <
I I
In den Hoch- und Tiefpunkten hat der Graph der Sinusfunktion jeweils die Steigung null.
In den Wendepunkten wird die Steigung extremal. Der Graph der Sinusfunktion hat die Periode 2 Tt.
Der Graph hat somit an einer Stelle x^ +ln dieselbe Steigungwie an der Stelle Xq Somitmuss
auch der Graph der Ableitungsfunktion die Periode 2ti haben,
c) Die Ableitung der Sinusfunktion ist ver sin(x + 0,001)-sin(x)
X cos(x)
mutlich die Kosinusfunktion; 0,001
f'(x)= cos{x). -3 -0,9899217 -0,9899924
Wir berechnen mithilfe eines Rechners -2 -0,4156921 -0,4161468
näherungsweise die Ableitung an -1 0,540722951 0,540302306
einigen Stellen der Sinusfunktion mit 0 1
0,999999833
sin [x + 0,001)- sin(x)
f'(x). und verglei-
öiööi 1 0,53988148 0,540302306
chen diese mit den Funktionswerten 2 -0,4166014 -0,4161468
der Kosinusfunktion.
Dabei ist es wichtig, dass der Modus RAD eingestellt wird.
Der Vergleich bestätigt unsere Vermutung.
82 m Blickpunkt
Juli 1676- Der Briefverkehr zwischen Newton und Leibniz beginnt. Leibniz’ Bitte um weitere Informati
onen zu Newtons Infinitesimalmethoden macht diesen stutzig. Newton stellt deshalb seine
Juli 1677
allgemeinen Methoden nur codiert vor, wobei nur er den Schlüssel besaß.
13. Okt. Leibniz veröffentlicht die von ihm entdeckten Ergebnisse. Seine Ideen breiten sich schneilauf
dem Kontinent aus, da sein Kalkül bereits sehr weit entwickelt und in der Praxis gut handhab
1676
bar ist.
John [Link] Günstling Newtons, der ebenfalls in der Royal Society tätig ist, beschuldigt
1708 Leibniz öffentlich (in einem Absatz seines Buches „Philosophical Transactions“) des Plagia
tes. Leibniz beschwert sich daraufhin bei der Royal Society, woraufhin diese eine Kommission
zur Prüfung der Beschwerde einberuft.
22. März An diesem Tag findet die Sitzung der Kommission statt, die - unter anonymer Mitwirkung
1711 Newtons,der mittlerweile Präsident der Royal Society ist -schnell zu einem Schauprozess
gegen den deutschen Wissenschaftler umschwenkt.
Die Royal Society veröffentlicht einen Bericht, der im Prioritätsstreit zugunsten Isaac New
tons entscheidet. Bis heute existiert jedoch das Gerücht, dass dieser Bericht von Newton
Frühjahr selbst verfasst wurde.
1712 Der persönliche Streit zwischen den beiden Forschern endete 1716 mit dem Tode Leibniz’.
Newton soll sich noch Jahre danach damit gerühmt haben, dass er Leibniz das Herz gebro
chen habe.
2. ■ Stellen Sie die Ereignisse in Form eines Zeitstrahls dar, indem Sie z. B. Newtons Aktionen oberhalb
und Leibniz“ Aktionen unterhalb des Zeitstrahls notieren.
Beurteilen Sie die Rollen der Forscher in dem beschriebenen Prioritätsstreit. Nehmen Sie dabei
Bezug auf die Texte im ersten Abschnitt des Blickpunkts.
Die wissenschaftlichen Folgen des Streites waren tiefgreifend und sind bis heute spürbar. Britische
Mathematiker entfernten sich immer weiter von ihren Kollegen auf der anderen Seite des Ärmelkanals,
mit der Konsequenz, dass sich die LEiBNiz’sche Schreibweise in Europa, aber nicht auf den britischen
Inseln durchsetzte, was man bis heute in der mathematischen Literatur beobachten kann. Heute geht
man davon aus, dass Newton und Leibniz ihre Entdeckungen weitgehend unabhängigvoneinander
gemacht haben.
3. ■ Erstellen Sie ein Lernplakat mit Skizzen und Zeichnungen, auf dem Sie die beiden Ansätze mitein
andervergleichen.
■ Setzen Sie beide Ansätze in Bezug zum Differenzenquotienten in der h-Schreibweise.
2.3 Weitere Ableitungsregeln 83
X
84 2 Differentialrechnung
c) Wir bestimmen die Ableitung an einer Stelle x mit der h-Schreibweise. Dazu betrachten wir eine
Sekante des Graphen von f durch die Punkte P(x] und Q(x + h| 1,5(x + h)2j mit h 0.
Diese Sekante hat die Steigung:
f(x)= l,5x^
I,5(x + h)2-i,5x2
m=
h
I,5((x+h)2-x2)
h
l,5(x2 + 2xh + h^-x^)
h l,5(x+h)2-l,5x2
1,5[2xh + h^] für htO
h = 1,5(2x + h)
Information Faktorregel
Satz; Faktorregel
Wenn die Funktion u die Ableitung u' hat, dann hat die Funktion f mit f(x)= k-u(x) mit ke|R
die Ableitung: f'(x) = k-u'(x).
Beispiel Beispiel
Beweis
Der Graph der Funktion f mit y
f{x)= k-u(x) geht aus dem Graphen
der Funktion u durch Streckung mit
dem Faktor k parallel zury-Achse f(x + h)= k-u(x + h)
hervor. Dabei ist anschaulich klar,
dass die Tangenten an dem Graphen
von f durch Streckung aus den
Tangenten an den Graphen von u P'j
entstehen. f(x)= k-u(x) I h
1
u(x + h) Q
Dies lässt sich auch mithilfe von Se
PL u(x + h)- u(x)
kantensteigungen beweisen. u(x)
h
Wir betrachten die Steigung der Se
X x+h x
kante durch die Punkte P*(x|f(x))
u
nd Q*(x + h |f(x + h)).
f[x + h)-f(x) k-u(x + h)-k-u(x) u(x + h)-u(x)
m=
h h -k ^
u (x + h)- u (x)
DerTerm gibt die Steigung der Sekante des Graphen von u durch die Punkte
h
P(x| u(x)j und Q(x + h I u (x + h)) an. Je mehr sich x + h der Stelle x annähert, desto mehr nähert
Für die Ableitung der Funktion f mit f(x)= k-u(x) gilt daher: f'(x) = k'U‘(x)
2.3 Weitere Ableitungsregeln 85
1. Bestimmen Sie die Ableitung mithilfe der h-Schreibweise als Grenzwert von Sekantensteigungen,
t2
a] f[x)=-2x2 b) f(x)= 5x3 c) g(t)= V d) u(s)= ks^ e) f(x)=-^x3
3. ’tSS-
Am 25.1.2004 landete das Marsmobil Opportunity auf dem
Mars im Krater Eagle,der einen Durchmesser von 22 m aufweist.
Am 24.3.2004 gelang es ihm im zweiten Anlauf, diesen Krater r
zu verlassen. Beim ersten Versuch, die 16%ige Steigung am
Rand des Kraters zu nehmen, rutschte der Rover ab und drohte *
sogar umzukippen. f
Nehmen Sie an, dass der Querschnitt des Kraters durch eine gestreckte Parabel bestimmt werden
kann. Bestimmen Sie deren Gleichung. Ermitteln Sie damit näherungsweise die Tiefe des Kraters.
4. Beispiele
Wie könnte eine zugehörige Funktion f lauten?
Überprüfen Sie durch Ableiten,
■ Für f(x)=|x3 gilt: f'(x)= 4x2
a) f'(x) = 4x^ e) f'(x)= 4x^
b) f'(x) = x'^ f} f'{x) = 100x3 ■ Für f(x)=-ix® gilt: f'[x)= xs
2
c) f'[x)=x^ g) f'(x) = 0
10 = J_xl0
d) f'(x) = 7x® h) f'(x) = 5x ■ Fürf(x)=^x 10 gilt: f(x)=|x3
5. Betrachten Sie die Funktion, die jedem Kreis mit Radius r den Flächeninhalt A(r)zuordnet,
a) Bestimmen Sie die lokale Änderungsrate dieser Funktion. Deuten Sie das Ergebnis geometrisch,
b) Zeichnen Sie den Graphen der Funktion zu A(r) und den der lokalen Änderungsrate in zwei
Koordinatensysteme untereinander. Beschreiben Sie beide Graphen.
2.3.2 Summenregel
LÖSUNG a) Für die Ableitungsfunktionen u'und v'gilt; u'(x)= 3x2 und v'(x)= 2x
Wir bestimmen die Summe d X u'(x) v'(x) u'(x ) + v'(x)
der Ableitungen an einigen
fCx)=d%
-1 3 -2 1
Stellen. Die Ableitungsfunk ■:c
1. 000001 0 0 0 0
tion der Funktion f bestim .1 0« 000001
1 5.000001 1 3 2 5
men wir näherungsweise 2 16.000001 2 12 4 16
mit dem entsprechenden 3 33.000001
E6.000001 3 27 6 33
Rechnerbefehl.
4 48 56
Der Vergleich zeigt, dass
die Summen der Funktionswerte von u' und v' mit den Funktionswerten des Rechners für f'
übereinstimmen.
b) Vermutung; Für die Ableitung der Funktion f mit f(x) = x^ + x^ gilt: f'(x) = 3x2 + 2x
Beweis: Wir betrachten eine Sekante des y
f(x) =x2 + x^
Graphen von f durch die Punkte P(x|f(x)j u.
und Q(x + h |f(x+ h)). Förderen Steigung Q
(x+h)^ .
gilt: +(x-i-h)^
f(x + h)-f(x) (x-.h);/v
m= -r(x+hf '
h P - (x^+x^)
X^-fX^-
((x + h)3 + (x + hp) - (x^ + x^) (x+h)^-
h (x+h)^-x3
(x + hp + (x + h)2 - x^ - x^ x3
h (x-^hp-
(x + hp-x^ + (x + h)^-x^
x2-
h
[x + hp-x^ (x + hP-x2
h h
Steigung der Sekante an den Graphen von u Steigung der Sekante an den Graphen von v
durch P, (x|x^) undQ, [x + h | (x + h)^]. durch Pj [x I x^) und Qj (x + h | (x + h)^).
Je mehr sich x-i- h der Stelle x nähert, desto mehr nähern sich die Sekantensteigungen den Tan
gentensteigungen u'(x) und v'(x) an:
(x + hp-x^ [x+hp-x^
Wenn h-»0, dann m = ^3x2 + 2x.
h h
Also gilt für die Ableitung der Funktion f: f'(x) = 3x^ + 2x = u'(x) -i-v'(x)
2.3 Weitere Ableitungsregeln 87
Information Summenregel
Die Überlegungen zu den konkreten Beispielen lassen sich auf beliebige Funktionen verallgemeinern.
Satz: Summenregel
Die Ableitung einer
Wenn die Funktion u die Ableitung u' und die Funktion v die Ableitung v' haben, dann hat die
Summe ist gleich der
Summe der Ableitun Funktionfmit f(x)= u(x)+ v(x) die Ableitung: f'(x) = u'(x)+ v'(x)
gen.
Beispiel Beispiel
f(x)=x^-LX-5 g(x)=x2-2x
f'(x)= 4x2-5x’® g'(x)= 2x-2
Steigung der Sekante des Graphen von u Steigung der Sekante des Graphen von v
durch P,(x|u (x)) und Q,(x + h|u (x + h)). durch P2(xIV[x))undQ2(x + h|v(x + h)).
Je mehr sich x+h der Stelle x nähert, desto mehr nähern sich diese Sekantensteigungen den Tan
gentensteigungen u'(x) und v'(x) an der Stelle x:
u [x + h)- u (x) v(x + h)- V(x)
Wenn h^O, dann h h u'(x) +v'(x).
Für die Ableitung der Funktionfmit f(x)= u(x)+ v(x) giltdaher: f'(x) = u'(x) + v'(x)
Weiterführende 1. Differenzregel
Aufgaben Beweisen Sie die folgende Regel über die Ableitung einer Differenz zweier Funktionen.
Geben Sie dazu zwei Beispiele an.
[7] 5. Bettina braucht Hilfe bei ihren Hausaufgaben. Was hat sie falsch gemacht?
9. Ersa meint:
„Zur Ableitungsfunktion f' mit f'(x) = 3x^-1 gehört die Ausgangsfunktion f mit
f(x) = - X.
Christo meint:
11. Bestimmen Sie zu der Ableitungsfunktion f' die zugehörige Ausgangsfunktion f, deren Graph durch den
Punkt P verläuft,
a) f'(x)= 4x+ 1; P(1 |3) c) f(x)= 12x2 +^; P[l |3)
b) f'(x) = 3x2-2; P[0|1) d) f(x)= -7x'8-3x-‘'; P(1 |2)
2,3 Weitere Ableitungsregeln 89
Vernetzte Aufgabe
16. Gegeben ist die Funktion h mit h (x)= x + ^-2 mit Xi^ 0.
a) Bestimmen Sie den Punkt, in dem der Graph von h eine waagerechte Tangente hat.
b) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente an den Graphen von h an der Stelle x = 1.
c) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente an den Graphen von h mit der Steigung 0,5.
■ Gegeben ist die Funktion vmit v(x)=(cos(x)f. Begründen Sie, dass es sich bei der Funktion vum
eine Verkettung handelt und geben Sie die innere Funktion g und die äußere Funktion fan. Bestim
men Sie dann mithilfe des Differenzenquotienten von v die Ableitung v‘.
Information Kettenregel
Allgemein gilt folgende Ableitungsregel für eine Verkettung zweier Funktionen.
Satz: Kettenregel
Für eine Funktion v mit v(x)= f(g(x)) mit der äußeren Funktion f und der inneren Funktion g gilt:
v'(x)= g'(x)-f(g(x))
Beispiel Beispiel
Man kann sich die Regel mithilfe derfolgenden Tabelle plausibel machen.
y y
g[x) g[x + h)
■ Gegeben ist die Funktion fmit f(x)= 3x-sin(x). Bestimmen Sie mithilfe des Differenzenquotienten die
Ableitung von f.
(1) Wir bilden den Differenzenquotienten, dieser ist gleich der Steigung m einer Sekante durch zwei
Punkte auf dem Graphen von f:
f(x + h)- f(x)
m=
h
3(x + h)-sin(x + h)- 3x-sin (x)
h
3x-(sin(x + h)- sin (x))+ 3h-sin(x + h)
h Differenzenquotient der Sinusfunktion.
sin(x + h)-sin(x]
= 3x + 3-sin(x+h) für h#0
h
Information Produktregel
Allgemein gilt folgende Ableitungsregel für ein Produkt zweier Funktionen.
Satz: Produktregel
Füreine Funktion fmit f(x)= u (x)-v(x) gilt: f'(x)= u'(x)-v(x)+ u{x)-v'(x)
Man schreibtauch kurz: (u-v)'= u'-v + u-v'
Beispiel Beispiel
Auf einen Beweis der Regel verzichten wir in diesem Buch. Die Lösungen der Übungsaufgaben 7 und 8
machen diesen Satzjedoch plausibel.
92 Selbst lernen 2 Differentialrechnung
W 3. Fabian hat bei seinen Hausaufgaben nicht alles richtig gemacht. Korrigieren Sie.
6. a)
Satz
1
Für die Funktion f mit f(x)= Vx und x > 0 gilt; f'(x)=
2^
u(x)
Anwenden von Produkt- und Kettenregel u(x+h)
2.4 Differenzierbarkeit
Einstiegsaufgabe Gibt es in jedem Punkt eine Tangente?
OHNE LÖSUNG
Der Graph zu f(x)=|4-x2[ weist besondere Punkte auf.
Untersuchen Sie, ob der Graph in diesen Punkten eine Tangente besitzt.
b) Wir bestimmen die Steigung der Sekante durch den Punkt P(1 10) und einem zweiten Punkt Q auf
dem Graphen von f. Dabei betrachten wir folgende Fälle:
Weiterführende
Aufgabe
II. Funktionsgraphen mit einem Sprung
Die HEAVisiDE-Funktion H hat keinen einheitlichen Funktionsterm,son-
9
’O für xsO
dem wird abschnittsweise definiert: H(x)=
,1 für X > 0 1
<I
/
Zeichnen Sie den Graphen der Funktion und untersuchen Sie, ob die Funk
tion eine Ableitung an der Stelle 0 besitzt. Oliver Heaviside
(1850-1925)
britischer Mathematiker
und Physiker
Information Nicht differenzierbare Funktionen
m Jemand hat versucht, an den Graphen einer Funktion an der Stelle Xq Tangenten einzuzeichnen.
Nehmen Sie Stellung.
y- y,
4-
X X
Xo
a) y b) y, c) y.
3 2
1- 1
1
-1 1 x
-1
X X
-3 -2 -1 1 2 3 -2 -1 1 2
2 Differentialrechnung Das Wichtigste im Überblick 95
Ableitung an Die Ableitung an einer Stelle Xq ist eine Zahl, die Anschaulich ist der Differenzenquotient die
einer Stelle man wie folgt erhält: Steigung einer Sekante durch P und Q.
bestimmen
(1) Man bildet den Differenzenquotienten y
f(xo + h)-f(xo)
h
(xo + h)--
f(xo+h)-f(xo)
h
Xo xo + h X
(2) Man bestimmt den Grenzwert des Differen¬ Anschaulich ist der Differentialquotient der
zenquotienten für den Fall h ^ 0: Grenzwert von Sekantensteigungen, wenn
lim f(Xo + h)-f(xo) = f'(Xo) sich Q auf P zu bewegt, also die Steigung der
h
Tangente in P.
Dieser Grenzwert wird auch
Differentialquotient genannt.
X
96 Das Wichtigste im Überblick 2 Differentialrechnung
von f'.
An den Wendestellen von f liegen die Hoch- und
Tiefpunkte des Graphen von f.
n-l
Potenzregel f(x)= x" mit neZ f(x)= n-x f(x)=x5 f'[x) = 5-x''
Summenregel f(x)= u(x)+ v{x) f'(x)= u'(x)+ v'(x) f(x)= -2x^-3x+1 f'(x)= -14-x6-3
Differenzregel f(x)= u(x)-v(x) f'(x)= u'(x)-v'(x)
Ableitung der f(x)= sin(x) f'(x)= cos(x) f(x)= 3sin(x) f'{x) = 3cos(x)
Sinusfunktion f(x)= cos(x) f'(x)=-sin(x) f(x)= lcos(x) f'(x) = -lsin(x]
1
Ableitung der f(x)=Vx f'(x)=
Wurzelfunktion zVx
Tangenten Eine Tangente an den Graphen einer Funktion f(x)= 2x2-3x+1, P(2|3)
bestimmen f'(2)= 4-2-3= 5
firn Punkt P(xo|f(xo)) ist die Gerade mit der
Gesucht wird die Gerade y = m x + b durch P
Steigungf'(xo) durch den Punkt P.
Die Tangente ist gegeben durch die Gleichung: mit der Steigung m = 5:
y = f'(Xo)-(x-Xo)+ f(xo) y=5x-7
2 Differentialrechnung Klausurtraining 97
Klausurtraining
TeilA Lösen Sie die folgenden Aufgaben ohne Formelsammlung und Taschenrechner.
■ 2
P
P I
1 I 2 3 4x
4. Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente an den Graph der Funktion firn Punkt P.
a) P(4|8);f(x)=lx2
b) P(2|f(2)); f(x)= x3-2x
f'
TeilB Bei der Lösung dieser Aufgaben können Sie die Formelsammlung und den
Taschenrechner verwenden.
9.
Bewegliche Fußgängerbrücke
Um einen reibungslosen Schiffsverkehr im Hafenbecken zu ermöglichen, wurde in Duisburg eine
bewegliche Fußgängerbrücke erdacht. Bei Bedarf kann sie sich unterschiedlich stark krümmen und
zu einem Buckel formen. Die Pylone [Pfeiler der Hängebrücke) werden dabei von vier Hydraul ik
zylindern immer weiter nach außen gezogen. Dadurch spannen sich die beiden Tragseile und der
damit verbundene Fußweg wird nach oben gezogen. Das Tragwerk und der Fußweg bilden dabei
jeweils unterschiedlich gekrümmte Parabeln.
Wenn die Brücke in eine mittlere Stellung gezogen wird, liegt ihr Scheitelpunkt etwa 4,50 Meter
über dem Normalniveau, in der höchsten Lage sind es 9 Meter und der Steigungswinkel a des
Fußweges erreicht dabei fast 45®
Hydraulikzylinder
überprüfen Sie die Aussage über den Steigungswinkel a durch eigene Berechnungen.
Funktionsuntersuchungen
— Asien
— Afrika
El
--“^^ateinamerika
und Karibik
— Nordamerika
— Ozeanien
-TJl
r
1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 2030 2040 2050 2060 2070 2080 2090 2100
Quelle: Bevölkerungsobteilung der Vereinten Nationen und Deutsche Stiftung Weltbevölkerung(DSW)
In diesem Kapitel...
... lernen Sie ganzrationale Funktionen und Eigenschaften dieses Funktionstypen kennen;
... untersuchen Sie ganzrationale Funktionen auf ihre Nullstellen;
... verwenden Sie diese Funktionen für verschiedene mathematische Modelle;
... erarbeiten Sie Kriterien, mit denen Sie Extrempunkte und Wendepunkte einer ganz-
rationalen Funktion rechnerisch ermitten können;
... lösen Sie Extremwertprobleme;
... bestimmen Sie ganzrationale Funktionen mit vorgegebenen Eigenschaften.
100 3 Funktionsuntersuchungen
Lösung a) Für das Volumen eines Kegels mit dem Radius r und der Höhe x
gilt: V = 2r2x
Da die Mantellinie die Länge 1,5 hat, muss nach dem Satz von
Pythagoras gelten: x^ +r^= 1,5^ = 2,25, also r2 = 2,25-x^.
Damit folgt: V = y(2,25-x^)x
^-^x^ + y-2,25x
=-jX^ + 0,75tix
DerTerm -yX^ + 0,75Tix gibtfürjeden Wert der Höhe x des
Kegels das zugehörige Kegelvolumen V an. Der Funktionsterm
V(x)=-yX^ + 0,75Tix beschreibt das Volumen des Kegels in
Abhängigkeit von seiner Höhe x.
b) Die Höhe des Kegels muss kleiner sein als 1,5 m. Die Definitionsmenge der Funktion V ist daher
]0; 1,5l. Wirerstellen die y i Volumen des Kegels (in m^)
Wertetabelle mit einem 1
0 1,2- _L
Taschenrechner und 0. H6£Se-1313
0. H 0.S7EHE71E3 1
skizzieren den Graphen der 0. 3 1. 1S7E22Ö23 ■ 0,8
Funktion.
n. ft 1. SHSZ^OHHe-
1.303333333 0.6 XIja
1. 2 1. 01737302 0,4
Das Volumen des Kegels 1. H 0.H2E132203
wird mit wachsendem x [ 0 0.2
Höhe des Ke^^s(in rn)
zunächst größer, bis es für x = 0,9, also bei einer Höhe von 0,4 0.8 1,2 1,6 X
ca. 90 cm,einen maximalen Wert von etwa l,4m^ annimmt.
Anschließend wird mit weiter wachsendem x das Volumen wieder kleiner.
3.1 Ganzrationaie Funktionen 101
Definition
n-l
(1) Ein Term der Form a,.,x'^ + a n-l X +... + a2X^ + a, x + a0 mit nehl, Bq, 3p a 2> ■ ..ja^eR und
a^# 0 heißt Polynom mit der Variablen x.
Die Zahlen ag, a2> 3n f^srint man Koeffizienten des Polynoms.
Als Grad des Polynoms wird der höchste Exponent n von x bezeichnet, dessen zugehöriger
Koeffizient a,^ nicht null ist.
(2) Eine Funktion f, deren Funktionsterm f(x) als Polynom geschrieben werden kann, heißt
ganzrationale Funktion.
Die Koeffizienten
müssen keine Der Grad des Polynoms heißtauch Grad der ganzrationalen Funktion.
ganzen Zahlen sein. Als Definitionsbereich wählt man üblicherweise die Menge R der reellen Zahlen.
I
Beispiel
y
Die Funktion f mit f(x)=-yX^+ 3x^-x^ +i/2x-4 ist eine
ganzrationale Funktion 7. Grades.
-3-.
Übungsaufgaben Ganzrationale Funktionen am Term erkennen
3. Geben Sie an, welche derfolgenden Funktionen ganzrationale Funktionen sind. Bestimmen Sie gege
benenfalls auch den Grad der Funktion.
x2 + 2 X + 2
f,(x)= 5x-3 f3(x)= x^-4x2+1 f5(x)=-3x2-i/x + 12 f7M = 2
2
f2(x)=-2,5 f,(x)= -2x +lx2-5 f,(x)= 2^-5 x2 + 2 X + 2
4. Der abgebildete Graph ist aus dem Graphen einer Potenzfunktion hervorgegangen, indem der Graph
der Potenzfunktion in Richtung dery-Achse gestreckt und anschließend verschoben wurde.
Ermitteln Sie jeweils den Funktionsterm und schreiben Sie ihn als Polynom.
a) b) c}
y.
-2 3-
-1-
-1-
-3 -1 X
-1-
-2 -1 2 X
●i/ -3 I -1-
-!-● '● X
■2- -2 -a 2 /3
3-
-.3 I
-‘3
I
-4-
i 3-
X
X
X
1-4- *I
L-6-
Lösung a) Mithilfe eines Funktionenplotters erhält man beispielsweise die folgenden Darstellungen.
7 y 200 y
'f2
fl
1
3t h.
;-5 i 5 10 10
16000 iy 2 5E+5
f2
fl
2000 25000
●40 5 ●100 10 100
●16000
£2
ei
2500
1;:
●25 ●2500 10 25 10 100
Beispiel
0,5
f(x) = 3x''-0,5x3+2x2 + x-7 = x^- 3- — + 2. + ±_ 7
X X2 X3 >d
Für x CO bzw. x-»-co streben dieTerme—, in der Klammer gegen null und
somit die gesamte Summe in der Klammer gegen 3.
Daherzeigen die Graphen zu f(x] = 3x‘’-0,5x3+2x2 + x-7 und zu g(x) = 3x‘‘ den gleichen
Globalverlauf; also gilt:
f(x)-yco für x-»co und
f(x)^oo für x-»-oo
3.1 Ganzrationate Funktionen 105
-(●
X X X X
1. Nach dem obigen Satz kann man vier Typen des Globalverlaufseiner ganzrationalen Funktion für
x-»oo bz\w. x^-00 unterscheiden,
a) Ordnen Sie die folgenden ganzrationalen Funktionen jeweils den einzelnen Typen zu.
f(x) = -3x5 + 12x3-8 h(x)=4x3 + 2x2-7x+12
g(x)=yX^-28x3 + 6x2-34 i (x) = - 2 x'^ + x^ + 21 x^ + 45 X + 205
b) Geben Sie zu Jedem Typ zwei Beispiele einer ganzrationalen Funktion mit dem entsprechenden
Globalverlauf an.
2. Untersuchen Sie das Verhalten der Funktion f für x^oo und für x -00.
Je größer x wird, desto weniger unterschej_- Je größer x wird, desto mehr niihert sich
■ ■ I I ± f{x) I
d en sich die Fuhktionswertevoh ' der Quotient
[Link]'furidj' ’
f(x) = x'^ + x und g(x)=x'^. dem Wert 1 an.
Argumentieren am Graphen
4. Ordnen Sie den Graphen die zugehörigen Funktionsterme zu. Begründen Sie Ihre Entscheidung.
■fr
-2 -1. 1 2 3
●t
-1 1 2
2 :n--
..— - -/-3 fr-
) -2 -1
4- -4 -3' 't
Welche Möglichkeiten gibt es? Was können Sie dabei über die f
-4
Lage von Hochpunkten und Tiefpunkten sagen?
c) Welche der in Teilaufgabe b) genannten Möglichkeiten trifft zu, wenn die Funktion den Funktions
6. Greta, David und Aischa haben den Graphen der Funktion f mit f(x) = x'*-yx3-3x3 skizziert.
Allerdings sehen die Graphen ganz unterschiedlich aus. Jeder ist sich aber sicher, dass der Graph
richtig gezeichnet wurde. Was meinen Sie dazu? Welche Graphen halten Sie für geeignet?
y y y
X
x
Vernetzte Aufgaben
T-trj
Der Graph von f scheint achsensymmetrisch zury-Achse zu sein. ■X f C-X5
21. S
Die Wertetabelle bestätigt dies, da Funktionswerte an Stellen, ■1
1 ■ft
die symmetrisch zury-Achse liegen, gleich sind,z.B. f(-2) =f(2). 1
f(-l) = f(l). 2 ■1
21. S
Allgemein erhält man für zwei beliebige Stellen -x und x:
=lx''-2x'-l =f(x)
Die Funktionswerte stimmen überein, da der Funktionsterm f (x) nur Potenzen von x mit geraden Expo
nenten enthält. Der Graph von f ist somit achsensymmetrisch zur y-Achse.
+
Der Graph der Funktion g scheint punktsymmetrisch zum X
-2 2
Koordinatenursprung 0 (010] zu sein. Die Wertetabelle bestätigt 4-
dies: Funktionswerte an Stellen, die symmetrisch zur y-Achse ; -2
liegen, haben den gleichen Betrag, aber ein entgegengesetztes
■X f co:j
Vorzeichen. Z. B. gilt an den Stellen -2 und 2: g(-2) = -40 und ■2S5
g(2) = 40. Also gilt: g(-2) = -g(2). -HO
1 1
Allgemein erhält man für zwei beliebige Stellen -x und x: 1 -1
2 HO
g(-x} = (-x)5 + 2 (-x)3 -4(-x) = -x5 - 2x^ + 4x 2SE
= -(x5 + 2x3-4x) = -g(x)
Die Funktionswerte g(-x) und g(x) unterscheiden sich also nur durch ihr Vorzeichen, da der Funktions
term g(x) nur Potenzen von x mit ungeraden Exponenten enthält.
Der Graph von g ist somit punktsymmetrisch zum Koordinatenurspru ng 0 (0 [O],
Information Symmetrien
X
X
Ist feine ganzrationale Funktion,so lässt sich die vorhandene Symmetrie einfach erkennen;
Enthält der Funktionsterm von f nur Potenzen Enthält der Funktionsterm von f nur Potenzen
von X mit geraden Exponenten, von X mit ungeraden Exponenten,
so ist der Graph der Funktion f so ist der Graph der Funktion f
achsensymmetrisch zur y-Achse. punktsymmetrisch zum Koordinaten
ursprung 0(010).
Enthält der Funktionsterm einer ganzrationalen Funktion f sowohl Potenzen von x mit geraden
Exponenten als auch mit ungeraden Exponenten,so ist der Graph der Funktion f weder symme
trisch zury-Achse noch symmetrisch zum Koordinatenursprung.
y f
Der Graph einer Funktion f ist punktsymmetrisch zu einem P
Punkt P, wenn bei einer Verschiebung, bei der der Koordinatenur-
sprung der Bildpunkt von P ist, ein zum Ursprung punktsymmetri X
scher Graph entsteht.
Beispiel
y
Der Graph einer Funktion f ist achsensymmetrisch zu einer
Geraden mit x = Xq, wenn bei einerVerschiebung um-Xq
parallel zurx-Achse ein zury-Achse symmetrischer Graph entsteht.
X
Beispiel
Der Graph der Funktion f mit f(x)=(x-3)'^-i-2(x-3)2+ 5 geht aus dem Graphen zu y = x"‘-r 2x^ + 5
durch Verschieben um 3 Einheiten parallel zur x-Achse hervor. Somit ist der Graph von f achsen
symmetrisch zur Geraden x = 3.
3.1 Ganzrationale Funktionen Selbst lernen 109
2. Ist der Graph der Funktion f symmetrisch zury-Achse oder zum Koordinatenursprung? Begründen Sie.
3. Ordnen Sie die Funktionsgraphen den Funktionen zu, ohne dabei einen Rechner zu verwenden.
Begründen Sie Symmetrieeigenschaften am Funktionsterm.
f(x} =lx3-3x, -x2. I
h(x)=^x5-ix2+l,
(2) y. ,{3) Y'
7 X
Weitere Symmetrien
I
4. a) Der Graph von geht y
f,(x)= f(x) + 2
durch Verschieben aus
dem Graphen von f mit
X 2 /3 X
f[x)=x2-3x2 hervor. -1
Bestimmen Sie den -2-
Funktionsterm fürf2. -3 f2(x) = fi(x+l)
f(x)= x^-^ _4- -
5. Machen Sie Aussagen zum Symmetrieverhalten von f mit f(x) = jx‘’-2x2. Verschieben Sie den Gra
phen um 2,5 Einheiten nach unten und anschließend um 1 Einheit nach rechts. Welche Symmetrie
eigenschaft weist der verschobene Graph f* auf? Geben Sie einen Funktionsterm für f* an.
6. a) Zeigen Sie, dass der Graph der Funktion f mit f(x)= x2-6x2 + 8x + l punktsymmetrisch zum Punkt
P(2|1)ist.
b) Der Graph von f wird so verschoben, dass er anschließend punktsymmetrisch zum Ursprung ist.
Geben Sie den Funktionsterm der neuen Funktion g an.
c) Geben Sie den Funktionsterm einer ganzrationalen Funktion an, die symmetrisch ist
(1) zur Geraden mit x = 1
(2) zum Punkt P(1 |-3)
110 Selbst lernen 3 Funktionsuntersuchungen
7. a) Gegeben sind die Funktionen f, g, h und i mit f(x)= x“^ - 2x^ + 1, g(x)= -'jx2 + 4, h (x)=^x^-2x und
i(x) = -jx^ + 3x. Bestimmen Sie die Symmetrieeigenschaften der vier Graphen,
b) Untersuchen Sie die Symmetrieeigenschaften der Graphen der Funktionen f + g, f+h und h + i
am Funktionsterm. Geben Sie auch den Globalverlauf dieser drei neuen Funktionen an.
c) Verallgemeinern Sie: lA/elche Symmetrieeigenschaften hat der Graph der Funktion f+ g, wenn
■ die Graphen von f und g beide achsensymmetrisch zur y-Achse sind,
a die Graphen von f und g beide punktsymmetrisch zum Koordinatenursprung sind,
a einer der beiden Graphen achsensymmetrisch zur y-Achse, der andere punktsymmetrisch zum
Ursprung ist.
Begründen Sie Ihre Aussagen.
8. Geben Sie alle möglichen Werte für den Parameter a an,sodass der Graph der Funktion f entweder
achsensymmetrisch zur y-Achse oder punktsymmetrisch zum Ursprung ist. Nennen Sie jeweils auch
die Art der Symmetrie.
a) f(x)= ^x3 + a c) f(x)= a + x^ e) f(x)=x2'(x2-ax)
b) f(x)=(x-a)2 d) f(x)=(x-9)-(x + a) f) f(x)= x^ + x
9. a) Gegeben sind die beiden Funktionen f und g mit f(x)=(x-2)‘* und g(x)=(x- 1)^ + 2.
Treffen Sie Aussagen zum Symmetrieverhalten der beiden Funktionen. Erläutern Sie Ihre
Überlegungen. Skizzieren Sie die beiden Graphen,
b) Entwickeln Sie Je ein Kriterium, wie man die folgenden Symmetrien am Funktionsterm unter
suchen kann:
(1) Der Graph einer Funktion f ist achsensymmetrisch zur Geraden mit der Gleichung x= a.
(2) Der Graph einer Funktion f ist punktsymmetrisch zum Punkt Z(a|b).
10. a) Untersuchen Sie jeweils den Graphen von f und den Graphen der Ableitungsfunktion f auf
Symmetrie. Welche Zusammenhänge stellen Sie fest?
(1) f(x)=-x^ +|x (3) f(x)= x^-4x^ + 2x
(2) f(x)=lx^ + 3x2-5 (4) f(x)= 2x®-4x''+ 3x2
b) Verallgemeinern Sie die Ergebnisse aus Teilaufgabe a). Begründen Sie.
11. a) Leon behauptet: „Der Graph der Funktion f mit f(x) = ^ ^ — ist punktsymmetrisch
zum Ursprung. Zähler und Nenner sind nämlich ganzrationale Funktionen, deren Funk
tionsterme nur Potenzen von x mit ungeraden Exponenten aufweisen."*
Untersuchen Sie Leons Aussage,
X^ + 4
b) Welche Aussagen können Sie zum Symmetrieverhalten der Funktionen g und h mit g(x]=
x'* + 5
bzw. h (x)= X^ + l machen? Begründen Sie.
Noch fit...
im Lösen von Gleichungen?
Aktivieren 1. Quadratische Gleichung lösen
Bestimmen Sie die Lösungsmenge der quadratischen Gleichung,
a) x^ =4 c) x^ + 2x = 0 e) x2-x-6 =0
b) 2x2 = 10 d) (x + 3)2 = 1 f) 2x2-3x-2= 0
4
Dieses Vorgehen ist zusammengefasst in der Xi = 2 +
Lösungsformel:
. P P2 V -1- - -4 2
-3,2
-q und X2 = -2-'J 2 ^2- 2 TI 2
Ein Produkt kann nur dann null ergeben, wenn Somit gilt: x +5 =0 oder 4x2-8 = 0, also
x =-5 oder x2 = 2
mindestens ein Faktor null ergibt.
x =-5 oder X =-V2
oder x = VI
Somit hat die Gleichung (x + 5)-(4x2-8)= 0
die Lösungen x^ =-5, X2 = -V2, x^ = ^f2.
112 Noch fit...?
5. Untersuchen Sie, wie viele Lösungen die quadratische Gleichung in Abhängigkeit von a haben kann,
a) 4xb-6x+a = 0 b) axb + 8x+12= 0 c) 2xb + ax + 8 = 0
8. ln einem Rechteck mit einem Flächeninhalt 3cm2 ist die Diagonale 2,5 cm lang.
Wie lang sind die Seiten des Rechtecks?
9. Vergrößert man bei einem Quadrat zwei gegenüberliegende Seiten um 2cm und die beiden anderen
um 3cm,so erhält man ein 56cm2 großes Rechteck.
Wie groß war das Quadrat?
10. Ein Prisma mit quadratischer Grundfläche hat eine Höhe von 7cm.
Berechnen Sie die Seitenlange der quadratischen Grundfläche des
Prismas, wenn folgendes gilt;
a) Die Grundfläche ist 18cm2 größer als die Seitenfläche, n
3
b) Die gesamte Oberfläche beträgt 240cm2.
111. Fürweiche Werte von d hat die Gleichung (x-4)2 = d keine, genau eine
2-
[Link] Lösungen?
3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen 113
Einstiegsaufgabe NuUsteüen a) y. c] y.
OHNE Lösung
■ Ordnen Sie die rechts abgebildeten Graphen
den folgenden Funktionen zu.
2
P
fi(x)={-(x + 2)-(x-3) -2 X -2 X
= -0,1 [x + 3)●(x +1)■ (x - 2)● (x - 4) ●2
f3(x) = 1,5x-(x-l)-(x+l,5)-(x2+1)
f,(x) = 3(x-2)-(x^-l
Begründen Sie ihre Zuordnung.
Sie können ihr Ergebnis auch mithilfe
b) V'
eines Funktionenplotters überprüfen.
■ Bestimmen Sie die Nullstellen der Funktio
nen g^gj,gjundg^mit -2 X
LÖSUNG a) In den Nullstellen schneidet oder berührt der Graph von f die x-Achse.
ln der Grafikerkennt man drei Nullstellen der Funktion f. Dort gilt also f(x) = 0.
Um die Nullstellen von f exakt zu bestimmen, lösen wir die Gleichung
f(x) = x2-(3x-2)'(x+l) = 0.
Da ein Produkt genau dann gleich 0 ist, wenn mindestens ein Faktor 0 ist, bedeutet das
x2 = 0 oder 3x-2=0 oder x+ 1 =0 und somit
x=0 oder oder x = -1.
2
Die Nullstellen der Funktion f sind somit 0,| und -1.
114 3 Funktionsuntersuchungen
c) Dem Graphen entnehmen wir die Nullstellen -2,1 und 2. Gesucht ist somit eine Funktion f, für die
gilt: Die Gleichung f(x)= 0 hat die Lösungen x = -2 oder x = 1 oder x = 2.
Wir gehen in umgekehrter Reihenfolge wie in Teilaufgabe b) vor:
x =-2 oder x=1 oder X = 2
x + 2= 0 oder x-1=0 oder x-2= 0, also (x + 2)-(x-1)-(x-2)= 0
Der Funktionsterm ist damit aber noch nicht vollständig bestimmt, denn beim Strecken oder
Stauchen eines Funktionsgraphen parallel zury-Achse bleiben die Nullstellen erhalten.
Daher folgt f(x)= a-(x + 2)-(x - l)-(x-2) mit einer noch zu bestimmenden Zahl aeR.
Dem Graphen entnehmen wir: f(0)= 2, d. h. es muss gelten:
a-(0 + 2)-(0-1)-(0-2)= 2, also 4a = 2, also a=j-
Durch Ausmultiplizieren erhalten wir: f(x)=j(x + 2)'[x-1)-(x-2)=-jX^-jX^-2x + 2
Definition
Ist feine ganzrationale Funktion und lässt sich der Funktionsterm f(x) als Produkt
f(x)=(x-x,}-g(x) mit einer ganzrationalen Funktion g schreiben,
so nennt man den Faktor x-x, Linearfaktorvon f(x).
Beispiele
(1) Die Funktion f mit f(x)=(x-7)-(x‘^-x2+ 5x^-x + 4) hatx,=7 als eine Nullstelle.
(2) Der Graph der Funktion f mit f(x)=x^-2x2+ x-2 wurde I Mty
1. Bestimmen Sie alle Nullstellen der Funktion f. Geben Sie jeweils den Grad von f an.
a) f(x)=(x-4)-(x + 2)-(x+l) c) f(x)=(x2-9)-(x2 + 9) e) f(x)=x^ -x2
-5 -4 ß -2 -1
-t-i A2 3 ÄJ X -5 -2 .1 i i-5=< t -3 - t I
3 4^,
2-
i --3- -3
■4-
I -4-
-=5-
-2: 2
i 4
4-
-2 . fr:
J r-F
I
-2 / 3 t2-
●3) I 2-
i
■4-
[5 - 1^2 ■5-
-2 -1 1 X I
116 3 Funktionsuntersuchungen
Die Nullstellen einer Funktion können mit einem Rechner auf verschiedenen Wegen bestimmt werden.
Informieren Sie sich, welche Möglichkeiten Ihr Rechner bietet, und bestimmen Sie mithilfe des Rech
ners die Nullstellen der Funktion f.
(1) f(x)= x3 + 2x2-x + l (3) f(x)= jX^-3x2 + 2x+ 1
[CÄS] (2) f[x)= x‘*-x^-7x2+ 5x+10 jCASl (4) f(x)= 3x'‘ + 4x3-24x2-48x + 45
8. Lösen Sie die Gleichung mit dem Verfahren der biquadratischen Gleichung,
a] x‘'-13x2 + 36 = 0 e) (x2+ 5) (16x^-25 x2 + 9)= 0
b) 9x‘'-52x2 + 64 = 0 f) 4x®-33x‘’+8x2 = 0
C) 2x^-13x2-45 = 0 g) x®-7x2-8 = 0
d) 5x^ + 23x2+12 = 0 h) 9x2 + -I|= 40
9. Bestimmen Sie die Lösungen der folgenden Gleichungen, ohne Hilfsmittel zu verwenden,
a) 12x‘’-x2-20 = 0 e) (x2-12)2=10(x + 3)-(x-3)+ 9
10. Berechnen Sie die Schnittstellen der Graphen der Funktionen f und g.
a) f(x)=-l-x‘’-2x2; g(x)=—l'X^ + G
b) f(x)=i-x^-2x2 + l; g(x)=l-x2+l
11I. Geben Sie eine ganzrationale Funktion g an, die dieselben Nullstellen wie die Funktion f besitzt und die
an der Stelle X = 1 den Funktionswert 3 annimmt,
12. Sarah berechnet die Nullstellen der Funktion f mit f{x)= 3x2- 8x2 + 3x + 2. pg ^ = 2 eine Nullstelle von
f ist, schreibt sie f in der Form f(x)=(x - 2) -(a'x2 + b-x + c). Durch Ausmultiplizieren erhält sie
f(x)= a-x2 +[b-2a)-x2 +(c-2b)-x-2c.
Danach vergleicht sie die Koeffizienten dieses Terms mit den Koeffizienten von f(x)= 3x2-8x2 + 3x + 2
und erhält a = 3; b =-2 und c =-l.
a) Ergänzen Sie in Sarahs Vorgehensweise die fehlenden Zwischenrechnungen. Bestimmen Sie an
schließend die weiteren Nullstellen von f.
b) Zeigen Sie, dass x = 3 eine Nullstellen von f mit f(x)= x2-5x2 + 4x + 6 ist. Berechnen Sie mit der
oben beschriebenen Methode die weiteren Nullstellen von f.
3.2 Nulistellen ganzrationaler Funktionen 117
HanifeL
. Grades ohne NuUstelLen'-
Ich kenne eine 5
Einstiegsaufgabe Minimale und maximale Anzahl der Nullstellen einer ganzrationalen Funktion
MIT LÖSUNG
a) Entscheiden Sie anhand des Globalverlaufs, welche der folgenden Funktionen mindestens eine
Nullstelle haben.
(1) f[x)= 2x3-x + 7 (2) g(x)= x'*-2x + 5 (3) h(x)=-xS-x2-3
Verallgemeinern Sie ihre Ergebnisse für eine ganzrationale Funktion vom Grad n.
b) Begründen Sie, dass eine ganzrationale Funktion 4. Grades höchstens vier Nullstellen haben kann.
Verallgemeinern Sie ihr Ergebnis für eine ganzrationale Funktion vom Grad n.
y y y
X X X
Der Graph von f muss die Der Graph von g kann die Der Graph von h muss die
X-Achse schneiden, X-Achse schneiden oder be X-Achse schneiden,
f hat mindestens eine rühren, muss es aber nicht. h hat mindestens eine Null
Nullstelle. Möglicherweise hat g keine stelle.
Nullstelle.
b) Angenommen,eine ganzrationale Funktion f vierten Grades hätte mehr als vier, z. B. fünf Nullstel
len X,, Xj, X3, X4 und X5. Nach dem Satz von Seite 114 ist für jede Nullstelle von f der zugehörige
Linearfaktor als Faktor im Funktionsterm enthalten.
Das Produkt (x-xj-(x-x2)'(x-x3)-[x-x4)-[x-x5) ergibt aber ein Polynom 5. Grades, da beim
Ausmultiplizieren x® als höchste Potenz entsteht.
Daher kann eine ganzrationale Funktion vierten Grades höchstens vier Nullstellen haben.
Entsprechend kann eine ganzrationale Funktion vom Grad n höchstens n Nullstellen haben.
Hätte sie nämlich mehr als n Nullstellen, so gäbe es mehr als n Linearfaktoren. Beim Aus
multiplizieren würde dann eine Potenz entstehen, deren Exponent höher als n ist.
Information Minimale und maximale Anzahl der Nullstellen einer ganzrationalen Funktion
Es gibt ganzrationale Funktionen, die keine Nullstellen haben,zum Beispiel f(x)= x^-h l oder
g(x)= x“*+ 16.
Andererseits kann die Anzahl der Nullstellen einer ganzrationalen Funktion auch
nicht höher sein als der Grad der Funktion.
Satz
Für eine ganzrationale Funktion f vom Grad n gilt:
(1) Die Funktion f hat höchstens n Nullstellen.
(2) Ist der Grad n der Funktion feine ungerade Zahl,so hat f mindestens eine Nullstelle.
Beispiel Beispiel
-'1 1 X
(X+1)2 +
(X-1)3
x-2
f(x)= l,25-(x + l)2.(x-1)3.(x-2) +
Begründen Sie anschließend das Verhalten des Graphen von f in der Nähe der Nullstellen jeweils
am Funktionsterm.
3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen 119
Beispiel
3. Geben Sie alle Nullstellen der ganzrationalen Funktion f an und notieren Siejeweils, ob es sich um eine
einfache, doppelte oder dreifache Nullstelle handelt. Geben Sie auch jeweils an,ob an der Nullstelle
ein Vorzeichenwechsel der Funktionswerte auftritt.
5. Hendrik hat mit seinem Rechner die angegebenen Nullstellen der Funktion f gefunden. Überprüfen
Sie, ob Hendrik alle Nullstellen von f gefunden hat. Bestimmen Sie gegebenenfalls die weiteren
Nullstellen,
a) f(x)= x3-2x2-l6x + 32; Nullstellen;-4;2;4 c) f(x)=-|x3--|x +||; Nullstelle: =-4
b) f(x)= 2x^-4x2+ 5x-3; Nullstelle:! d) f{x)= x‘‘-9x^ + 4x+12;
Nullstellen:-3;-1; 2
6. Geben Sie einen möglichen Term für die Funktionen mit den folgenden Graphen an.
Beachten Sie dabei, dass die x-Achse und die y-Achse unterschiedlich skaliert sein können.
b) f)
y y
-4 -2 -1 1\ 2 4x -6 -5 -4 -3 -2 -1 ! X -5 1 X
7. Skizzieren Sie den Graphen von f. Orientieren Sie sich dabei am Globalverlauf und an den Nullstellen
von f.
Beispiel
-2 -1 1 X -2 -1 1 X -2 -1 x
1 2
a) f(x)=(x-i)-(x-2)-(x + 2) d) f(x)= l,5(x-1)3-(x + 5)- x-j
b) f(x)= -2(x-2)2.(x + 3) e) f(x)=(x^-9)-(x-l)-x^
c) f(x)= x3-(x-1,5)-(x + 2) f) f(x)=(x2-4)-(x2+l)
3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen 121
I
JL J.
i
1
10. Rechts ist der Graph der Funktion f mit f(x) =(x + 2)2-x-{x-2)2
f
abgebildet. Übertragen Sie die Skizze in Ihr Heft. Zeichnen Sie die
X-Achse und die y-Achse ein und skalieren Sie diex-Achse.
1 X x -2 -1 1
j.
2 X
-2 -1 \1
Vernetzte Aufgaben
12. Geben Sie einen Funktionsterm der Funktion f an. Es sind alle Nullstellen von f zu sehen.
a) b) ■ c)
y y
f
2 f f
(-2|2) 2 i —
-4 -2
2
nJ ' ■' X
1
I
; H4 { -2
●2
2 4 X
(2!-2) '
-3 -2 -1 1 _
(-2|-4) -4 L_4
13. Untersuchen Sie, wie viele Nullstellen die Funktion f in Abhängigkeit von a mit a e R haben kann,
a) f(x] = (x+ 1 )-(x^-4x + a) d) f(x) = (x2 + a)-(x-2)2
b) f(x) = x2-ax2 e) f[x) = (x^ + a)(x^-1)
c) f(x) = x*'-ax2 f) f(x) = x“-4x2 + a
122 ^ Blickpunkt
Blickpunkt:
Polynomdivision
Faktorisieren von Polynomtermen zur Nullstellenbestimmung -
Polynomdivision
Gesucht sind die Nullstellen der Funktion f mit f(x)= 12x2-23x^-3x + 2.
Der Funktionsterm f(x] ist ein Polynom dritten Grades. Für Polynome dritten und höheren Grades gibt
es im Allgemeinen keine einfache Lösungsformel zur Berechnung der Nullstellen, wie z. B. die Lösungs
formel für quadratische Gleichungen.
Wenn man allerdings bereits eine Nullstelle Xgdes Polynoms f(x) kennt, kann man mithilfe des Ver
fahrens der Polynomdivision das Polynom in ein Produkt aus dem Linearfaktor (x-xj und einem
Polynom g(x)zerlegen: f(x)=(x - Xq) ● g(x)
Der Vorteil dabei ist, dass der Grad des Polynoms g(x) um 1 niedriger ist als der Grad des Polynoms
f(x), und man so leichter mögliche weitere Nullstellen finden kann.
■ Im ersten Schritt muss man also eine Nullstelle des Polynoms finden. Dazu kann man verschiedene
x-Werte einsetzen und durch systematisches Probieren versuchen, eine Nullstelle zu finden. Man
kann auch mithilfe der Wertetabelle eines Rechners versuchen, eine Nullstelle zu finden.
Als erste Nullstelle findet man hier Xq = 2. Somit gilt: f(x)= 12x^-23x2-3x + 2=(x-2]-g(x)
■ Im zweiten Schritt bestimmen wir das Polynom g(x), indem wlrf(x) durch (x- 2) dividieren, also
g(x)=(12x3-23x2-3x + 2):(x-2).
Das Rechenverfahren, mit dem man diese Division durchführt, heißt Polynomdivision und erfolgt
analog zur schriftlichen Division von Zahlen. Dazu sucht man im Polynom den Summanden mit
dem höchsten Exponenten, hier 12x3, dividiert ihn durch x: 12x3:x= 12x3
Das Ergebnis wird mit dem Linearfaktor (x-2) multipliziert: (x-2)-12x3 = 12x3-24x3
Dieses Produkt 12x3-24x3 wird schließlich vom Polynom subtrahiert, was zu dem Rest x3-3x + 2
führt. Mit diesem Rest wird das Verfahren wiederholt, bis im letzten Schritt der Rest null steht.
(12x3-23x3-3x + 2):(x-2)= 12x3 + x-1 12x3:x=12x3
-(12x3-24x3) |(x-2)-12x3 = 12x3-24x3
x3-3x +2 jx3:X = X
-(x^-2x) |(x-2)-x = x3-2x
-x + 2 |-x:x =-1
(-x-^2) |(x-2)-[-1)=-x + 2
0
Damit kann man den Funktionsterm f(x) als Produkt aus dem Linearfaktor (x - 2} und dem Ergebnis
der Polynomdivision 12x3 + x-l schreiben: f(x)= 12x3-23x3-3x + 2=(x-2)-(12x3 + x-1).
Die weiteren Nullstellen der Funktion können berechnet werden, indem man die Gleichung
12x3 + x- 1 = 0 mithilfe der Lösungsformel für quadratische Gleichungen löst. Die weiteren Nullstellen
sind X, und X2 = -|-.
1
Die vollständige Linearfaktorzerlegung lautet damit: f(x)= 12 -(x - 2) x --|- X+rr
3
Satz
Für eine ganzrationale Funktion f mit f(x)= a^^x"^ + a n-1 xn-1 + ... + a2x3+a,x + 3Q, deren
Koeffizienten alle ganzzahlig sind, gilt:
Jede ganzzahlige Nullstelle von f ist ein Teiler des absoluten Gliedes a 0*
Blickpunkt ISI 123
n-l n-2
^0'(^n^0 + an-iX[; + ... +ajXQ+a,)+ 3(5 = 0, also
n-i n-2
+ an-iXÖ +... a2XQ + a,)= a0-
Beispiel
f(x)= 2x3-10x2 + 3x-15
Das Polynom hat nur ganzzahlige Koeffizienten. Falls feine ganzzahlige Nultstelle hat, so kommen die
Teilervon ag = -15 infrage: ±1;±3;±5; und ±15.
Durch Einsetzen finden wir Xg =5 als Nullstelle und führen die Polynomdivision entsprechend durch.
1. Mehdi und Serena ermitteln die Nultstelten der Funktion f mit f(x)= 5x2-8x2- 27x +18. Sie untersu
chen dazu die Teiler von 18 und ermitteln -2 als eine Nullsteile der Funktion.
Vergleichen Sie das weitere Vorgehen der beiden und erläutern Sie das Rechnerfenster von Serena.
Mehdi: Serena:
.2 18):+.9 Bn^
; 8x2-2?*:
L(5x^-4^-10x^)' : I
5 5
—-18x^-27x + 1ö I I.
-8+5*<-2> -IS
l -27-18*< -2) 9
-(-TBx^ - 36^-) 18+9+C -2) 0
, , 9x+18 +
i . _i I
I
I : 0
4. Führen Sie die Polynomdivision bei den Teilaufgaben a) bis h) aus Aufgabe 2 mit dem Taschenrechner
durch (wie in Aufgabe 1) und überprüfen Sie damit Ihre Ergebnisse aus Aufgabe 2.
124 Selbst lernen 3 Funktionsuntersuchungen
■ Bestimmen Sie die Nullstellen der ganzrationalen Funktion fmit f(x)=x^ + 6x^ -30.
Wir prüfen zunächst, ob möglicherweise Teiler von -30 als Nullstellen von f infrage kommen. Für
keinen derTeiler±l,±2,±3,±5,±6,±10,±15,±30 gilt f(x)= 0. Wir versuchen deshalb eine Nullstelle
durch systematisches Probieren zu finden,indem wir einige Funktionswerte berechnen und prüfen, ob
sie kleiner oder größer als null sind;
(1) Für X, =0 und X2= 3 gilt: y-
fQ-[3|5l)
f(0)= -30 < 0 und f(3)= 51 > 0, Der Punkt P(0|f(0)) liegt also -40-
unterhalb derx-Achse, der Punkt Q(3|f(3)) liegt dagegen
* -?l
r
4.-U
I
-2G- 1
oberhalb der x-Achse, Auch wenn wir nicht genau wissen, wie I t
■ iM
der Graph von f verläuft, zwischen den Punkten P und Q muss
der Graph von f die x-Achse mindestens einmal schneiden. -4 -2 I
/ 2 4 6=<
Also muss in dem Intervall[0; 3] mindestens eine Nullstelle -20 I möglicher
! \^erläuf|voh f
von f liegen.
P =(d|-3Ö)'“
-40'
I ( T''
(2) Im nächsten Schritt prüfen wir deshalb den Wert ln diesem Intervall
X3“ liegt die Nullstelle
1,5, der genau in der Mitte zwischen Xi=0 und
Xj= 3 liegt:
0 3
Weil f(1,5)= -13,125 ist, liegt der Punkt R(1,51-13,125) auf
dem Graphen von f unterhalb derx-Achse. Der Graph von f Inten/all
muss die x-Achse also zwischen R und Q schneiden. Die Null halbieren
3 753 3
1,5 2,25 64 2
1185 3
1,5 2,25 1,875 512 4
1,875 3
2,25 2,0625 = 4,297
1,875 3
2,0625 1,96875 = 0,887
16
3
1,875 1,96875 1,921875 = -0,74 32
3
1,921875 1,96875 1,9453125 = 0,005 64
Die gesuchte Nullstelle der Funktion f im Intervall [0; 3] liegt ungefähr bei 1,94 ...
3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen Selbst lernen 125
Information Intervallhalbierungsverfahren
Bei dem beschriebenen Verfahren erzeugt man bei jedem Schritt aus einem Intervall, in dem die
gesuchte Nullstelle liegt, ein neues, nur noch halb so großes Intervall, in dem die gesuchte Nullstelle
liegt. Man nennt es daher intervallhalbierungsverfahren (Bisektionsmethode).
Seine Vorgehensv/eise lässt sich in wenigen Schritten eindeutig formulieren:
1. Schritt; Legen Sie zwei x-Werte x, und Xj mit einem positiven und einem negativen Funktionswert
fest.
X +X
2. Schritt: Bilden Sie aus den beiden x-Werten x, und X2 den Mittelwert X3= —^ ^
3. Schritt: Berechnen Sie den Funktionswert des Mittelwertes und entscheiden Sie, ob die Nullstelle im
Intervall [Xp X3] oder [Xj; Xj] liegt.
Iteration [lat.]:
4. Schritt: Wiederholen Sie die Schritte 2 und 3, bis die gewünschte Genauigkeit erreicht ist.
Wiederholung
iterativ (lat.);
wiederholend Man bezeichnet das Intervallhalbierungsverfahren alsein Iterationsverfahren, da sich die Berechnun
gen von Schritt zu Schritt wiederholen und dabei einen immer besseren Näherungswert liefern.
Oben wurde das Intervallhalbierungsverfahren genau beschrieben. Eine solche Folge eindeutiger
Schritte bezeichnet man als Algorithmus.
■ Erstellen Sie dazu ein Ablaufdiagramm z. B. mit einem Tabellenkalkulationsprogramm wie Excel.
Es lässt sich eine Zelle durch eine „Wenn-Abfrage“ nach einer Bedingung mit einem Wert oder mit
einem Alternativwert belegen. Die Eingabe dazu lautet:= WENN(Bedingung;Wert;Alternativwert)
Zum Beispiel: Zelle B9:= WENN(G8<0;F8;B8)
D9:= WENN(G8>0;F8;D8)
Um eine Variable für Berechnungen ständig fest zu lassen, muss man zum Beispiel für die Zelle C3 in
Formeln $C$3 eingeben. Die Berechnung des Funktionswertes in Zelle C8 sieht dann so aus:
C8:=($C$3)*(B8)''3+($E$3)*(B8)''2+($G$3)*(B8)+($I$3)
A B C D E F G H I TI
1 Intervallhalbierungsverfahren
6
T linke Grenze I Funktionswert rechte Grenze Funklionswert I Inlervallmitte Funktionswert Bewertung
0 -30 3 51 1,50 -13,125 - neue linke Gr.
9 1.6 -13,125 3 51 2,25 11,765625 + neue rechte Gr
10 1.5 -13,125 2,25 11,765625 1,875 -2,314453125 - neue linke Gr
2. V'
Gegeben ist die Funktion f mit f{x)=x^-^x^+ lOx--^.
Der Graph von f ist rechts abgebildet.
Bestimmen Sie alle Nullstellen der Funktion f. Eine Nullstelle kann
1
nicht mit dem Intervallhalbierungsverfahren bestimmt werden.
Erläutern Sie, woran das liegt.
X
-1
4. Die Funktion f mit f(x)= x‘’-7x-5 hat zwei Nullstellen; eine liegt ly
im Intervall[1; 2,2], die andere im Intervall [-1; 0], Beide sollen
mithilfe des Intervallhalbierungsverfahrens angenähert werden, ■ \f
15 U
10
a) Wie lang ist das Intervall, in dem sich die positive Nullstelle
nach 5 Schritten des Intervallhalbierungsverfahrens befindet? 5
b) Wie viele Schritte muss man durchführen, damit das Intervall
-3 -2 -1 1
für die negative Nullstelle eine Länge von höchstens 0,001 hat? -5
rlO
5. Bestimmen Sie mithilfe des Intervallhalbierungsverfahrens
-■15
näherungsweise die Lösung der angegebenen Gleichung,
a) Vx3+10=-x2+i0 b) x^-2 = cos(x)
6.
Gegeben ist die Funktion f mit f(x) = 0,2’‘-r^
a) Begründen Sie, dass firn Intervall [-2; 0] eine Nullstelle hat.
b) Bestimmen Sie die Nullstelle im Intervall [-2; 0] mithilfe des Intervailhalbierungsverfahrens auf
Tausendstel genau.
7. Bestimmen Sie die Nullstellen der Funktionen aus den Aufgaben 3,4 und 5 mithilfe eines Tabellenkal
kulationsprogramms.
8.
Gegeben ist die Funktion f(x) = ^x^- ln(x) - 10.
a) Die Nullstelle der Funktion f(x) kann auch als Schnittpunkt zweier Funktionen g{x) und h(x) be
trachtet werden. Zeichnen Sie die entsprechenden Graphen einer Logarithmusfunktion und einer
Parabel und bestimmen Sie einen Näherungswert für deren Schnittpunkt,
b) Begründen Sie, dass im Intervall [4; 5] eine Nullstelle der Funktion f (x) liegt, indem Sie die Funk
tionswerte betrachten,
c) Bestimmen Sie die Nullstelle im Intervall [4; 5] mithilfe des Intervallhalbierungsverfahrens auf
Tausendstel genau.
Blickpunkt M 127
Blickpunkt:
Das Newton-Verfahren zur Bestimmung von
Näherungswerten für eine Nullstelle
Eine Idee von Newton
Noch bis Mitte der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts waren Rechen
schieber und Tafelwerk selbstverständliche Hilfsmittel im Mathe-
matikunterricht bis zum Abitur.
Heute benutzt man statt eines Rechenschiebers Taschenrechner,
grafikfähige Taschenrechner oder Computer-Algebra-Systeme, um
z. B. die dritte Wurzel aus einer Zahl zu ziehen oder um die
Nullstellen einer Funktion zu bestimmen. Solche modernen
Rechner benutzen dabei intern unterschiedliche mathematische
Näherungsverfahren, von denen einige schon seit mehr als
zweihundert Jahren bekannt sind.
Die folgende Idee eines Näherungsverfahrens kann auf iSAAC Newton (1643-1727)zurückgeführt
'HT werden.
1. Gesucht wird eine Nullstelle der Funktion g mit g(x)= x^-2x-5. Es gilt: g'(x)= 3x^-2.
Max hat mithilfe seines Taschenrechners x = 2,094551482 als Näherung für eine Nullstelle mit dem
NEWTON-Verfahren bestimmt. Erläutern Sie, wie Max dabei mit dem Taschenrechnervorgegangen ist.
Überprüfen Sie sein Ergebnis.
(1) RAD (2) (3) BAD
f<2.5>
fc:-x)=x + ■; 2.164179104
3X2-2
.iiüEdit function
2. Bestimmen Sie näherungsweise die Nullstelle der Funktion im angegebenen Intervall, indem Sie das
NEWTON-Verfahren dreimal anwenden,
a) f(x] = x3 + 2x-2; [0;2] c) f(x)=-x3 + 4x2-1; [3;5] e) f(x) = sin(2x)-x; [0,6; 1,4]
b) f(x} = x5-x + 6; [-l;-2] d) f(x) = x2-3x2 + 3x-1; [0;4] f) f(x) = -cos(x)-r2x; (0;2]
[Hi] 4. skizzieren Sie den Graphen der Funktion f mit f(x) = -^(x'*- ISx^ + Sl x^-67x + 38) auf Karopapier.
Ermitteln Sie dann mit dem NEWTON-Verfahren Startwerte.
(1) die zur linken Nullstelle führen,
(2) die zur rechten Nullstelle führen,
(3) die zu keiner Nullstelle führen.
Überprüfen Sie ihre Überlegungen mit einem
Rechner.
Markieren Sie abschließend auf der x-Achse das
X
vermutliche „Einzugsgebiet“ der linken
Nullstelle in rot und das der rechten in blau.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 129
■ 3
mim
f(Xi)--
f(xe).-. ●r
X Xi X2 X
X] X2
Bei einer streng monoton wachsenden Funktion gehört also zum größeren von zwei x-Werten aus
diesem Intervall immer der größere Funktionswert. Entsprechend gehört bei einer streng monoton
fallenden Funktion zum größeren x-Wert der kleinere Funktionswert.
Beispiel
Die Funktion f mit f(x) ist im Intervall ]-co; 0[ streng monoton fallend und im Intervall
]0; oo[ streng monoton wachsend.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 131
Definition
Hoch- und Tiefpunkte bezeichnet man auch als Extrempunkte.
y
1
f(x,j
Tief-
jN^unl^
f(Xe)
3 Xe X Xe X
Für alle x in einem Intervall um Xg gilt: Für alle x in einem Intervall um Xg gilt:
f(x)5 f(Xg), d. h. f(Xg) ist der kleinste vorkom f(x) <f(Xg), d.h. f(Xg) ist der größte vorkom
mende Funktionswert im Intervall, mende Funktionswert im Intervall.
Den Funktionswert f(Xg) an einem Tiefpunkt Den Funktionswert f(Xg) an einem Hochpunkt
bezeichnet man als lokales Minimum. bezeichnet man als lokales Maximum.
lstP(Xg|f(Xg)) ein Extrempunkt(Hoch- oder Tiefpunkt), dann heißt Xg Extremstelle der Funktion f.
Den Funktionswert f(Xg) nennt man auch Extremum.
b X
In der Abbildung rechts ist das Randextremum a X] X2 X3
Fürx^+co und x-»-co gilt; f(x)-»-co. Es gibt deshalb kein globales Minimum.
132 3 Funktionsuntersuchungen
Zusammenhang zwischen dem Vorzeichen von f' und der Monotonie von f
Kennt man die Ableitung f einer Funktion f, so kann man die Intervalle, in denen f streng monoton
ist, mithilfe von f bestimmen.
Der Monotoniesatz ist anschaulich einleuchtend,sein Beweis aber schwieriger als man vermutet.
Wirverzichten deshalb auf einen Beweis.
1. Bestimmen Sie anhand des Graphen von f die Koordinaten der vorhandenen Extrempunkte.
Geben Sie jeweils an, ob es sich um einen lokalen odereinen globalen Extrempunkt handelt.
a) b) c)
y
● 4
3
2
1-- -
4
-3 -2 -1 1 2 3 4X
-2
-3-
_5 _4 _3 _2 -1 1 2 3 4
2. Der Graph einer Funktion f geht durch die Punkte A(-1 [ 1) und B(4|5).
Skizzieren Sie einen möglichen Graphen von f so,
a) dass dieserzwischen den Punkten A und B einen globalen Hochpunkt besitzt;
b) dass dieserzwischen den Punkten A und B sowohl einen lokalen Hochpunkt als auch einen lokalen
Tiefpunkt besitzt.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 133
Anwender)des Monotoniebegriffes
3. Untersuchen Sie das Monotonieverhalten von f. Erläutern Sie, wie der Graph von f aus dem Graphen
der entsprechenden Potenzfunktion hervorgeht,
a) f(x)=(x+1)2-2 b) f(x)=-l.(x-ip c) f(x)= l-(x + 2)3 + l
6. Svenja erklärt:„Wenn ich MonotonieintervaLLe von f bestimmen soU, berechne ich zuerst die
NutLsteUen der AbLeitungsfunktion f'. Angenommen, f' hat nur zwei einfache NuLLsteLLen x
und X2. Dann gibt es für die Vorzeichen von f' zwei Möglichkeiten;
y I y Jetzt muss ich nur noch
eine beliebige Stelle X3 zwi
+ + + schen x^ und X2 auswählen
1
Nehmen Sie zu Svenjas Vorgehen Stellung. Bestimmen Sie die Monotonieintervalle der Funktion f
mithilfe des beschriebenen Verfahrens,
a) f(x)=jx3-lx2-6x + 2 b) f(x)= -lx''+ 2x2 c) f[x)= ix‘'-2x3 +|x2
m 8. Mario behauptet: „Die Funktion f mit f(x) = ist nicht für aLLe xe IR streng monoton
wachsend. Wenn ich nämlich die Ableitung bilde, so gilt f'(x) ^ 0, für alle xelR, aber
nicht f'(x) > 0, wie es der Monotoniesatz verlangt.“ Nehmen Sie dazu Stellung.
9. Der Graph einer ganzrationalen Funktion f hat den Hochpunkt H(1 15) und die beiden Tiefpunkte
T,(-21-1) und T2(4|-3). Weitere Extrempunkte liegen nicht vor.
a) Geben Sie Intervalle an, in denen die Funktion streng monoton wachsend oder streng monoton
fallend ist.
b) Skizzieren Sie einen möglichen Graphen der Ableitungsfunktion f.
10. Laura untersucht das Monotonieverhalten der Funktion f mit f(x}=-^ und kommtzu folgendem
Ergebnis: „f ist auf dem gesamten Definitionsbereich streng monoton fallend, da f' für alle x
negativ ist.“
Nehmen Sie zu dieser Aussage Stellung.
m 13. Entscheiden Sie, ob die folgende Aussage richtig oder falsch ist. Begründen Sie Ihre Entscheidung,
a] Jede ganzrationale Funktion 3. Grades hat zwei Extremstellen und drei Monotonieintervalle,
b) Jede lineare Funktion ist für xe IR entweder streng monoton fallend oder streng monoton
wachsend,
c) Jede ganzrationale Funktion 4. Grades hat mindestens zwei und höchstens vier Monotonie
intervalle.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 135
x2 = o oder jx=1
Damit ergeben sich die Lösungen x, = 0 und X2 = 4.
Nicht jeder Punkt mit einer waagerechten Tangente muss ein Extrempunktsein. Wir wissen bereits,
dass ein Graph auch in einem Sattelpunkt eine waagerechte Tangente besitzt.
y. Hochpunkt\ y- y.
Sattelpunkt
Tiefpunkt 1 Sattelpunkt
X X
» X X
Xg Xe Xe Xe
Andererseits muss aber an jeder Stelle, an der der Graph einen Extrempunkt hat, die Ableitung den
Wert null haben. Man sagt deshalb auch: Die Bedingung f'(Xg) = 0 ist notwendig für das Vorliegen eines
Extrempunkts an der Stelle Xg, aber nicht hinreichend.
Nicht alle Nullstellen einer Ableitungsfunktion müssen Extremstellen sein. Um dies zu überprüfen,
untersucht man die Ableitung f' auf einen Vorzeichenwechsel an ihren Nullstellen.
Xe
X
Flat f' an der Stelle Xg einen Vorzeichenwechsel von + nach so hat der Graph von f an der
Stelle Xg einen Hochpunkt.
Hat f' an der Stelle Xg einen Vorzeichenwechsel von - nach +, so hat der Graph von f an der
Stelle Xg einen Tiefpunkt.
Beispiel
Mögliche Extremstellen der Funktion f mit f(x) = jx‘‘-4x^-i-6x2+ 1 sind unter den Nullstellen
von f zu finden. Aus f(x) = 3x^-12x2+ i2x = 3x-(x2-4x + 4) = 3x-(x-2)2 = 0
erhält man die Lösungen x,=0 und Xj = 2.
Intervall x<0 0<x<2 x>2
Vorzeichen von f' + +
X, =0 ist eine einfache Nullstelle von f' miteinemVorzeichenwech sel von - nach +. Der Graph
von f hat also an der Stelle x, = 0 einen Tiefpunkt.
Xj = 2 ist eine doppelte Nullstelle von f' und somit ohne Vorzeichenwechsel. Der Graph von f hat
also an der Stelle X2 = 2 keinen Extrempunkt, sondern einen Sattelpunkt.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 137
-1
2. Die Ableitungsfunktion f'hat an der Stelle x,=-2 eine einfache, an der Stelle X2= 0 eine doppelte und
an der Stelle X3 = 3 eine dreifache Nullstelle,
a) Skizzieren Sie zwei mögliche Graphen der Ableitungsfunktion.
Untersuchen Sie die Art des Vorzeichenwechsels von f' an den drei Stellen x^, Xj und X3.
b) Treffen Sie eine Aussage über die möglichen Lagen von Hoch-, Tief- oder Sattelpunkten des
Graphen der Funktion f.
6. Berechnen Sie mithilfe der Ableitung die Stellen, an denen der Graph von f Punkte mit waagerechter
Tangente besitzt. Bestimmen Sie jeweils, ob es sich um Hoch-, Tief- oder Sattelpunkte handelt.
Beispiel
a) f(x)=^x^ + 2x +3
f(x) =l-x'’-x^-r 1, f'(x)= x^-3x2= x2-(x-3}= 0 für X,=0 und X2 = 3. b) f(x)= jx‘*+I6x-1
■ X, = 0 ist eine doppelte Nullstelle von f' und somit ohne Vorzeichenwechsel.
c) f[x)=lx3-3x + 2
An der Stelle x, = 0 hatderGraph von feinen Punkt mit waagrechter Tangente, der
aber kein Extrempunkt,sondern ein Sattelpunkt ist. d) f{x)=^x^-}x3-12x + 7
■ X2= 3 ist eine einfache Nullstelle von f,an derf' das Vorzeichen wechselt. e) f(x)= x‘’-x^-12
x^-(x-3) < 0 für x < 3 und x^-(x-3) > 0 für x> 3.
Also Vorzeichenwechsel von - nach +, an der Stelle Xj= 3 liegt ein Tiefpunkt. f) f(x)=(lx^-2f
x(2x^ + 3x-12)
■ Berechnen der Funktionswerte; f(0)= 1; f(3)= -^-81 -27-i-1 = ^ g) = 6
Ergebnis;SattelpunktP(0|1);TiefpunktT 3 h) f(x)=-^x5-lx3 + x
7. Bestimmen Sie die Lage und die Art der Extrempunkte des Funktionsgraphen von f.
a) f(x)=lx3-|x2+ 3x + 5 b) f(x)=l)C* +^x3-x2-3 c) f(x)= -|-x3 +^x2-6x-4
8. Berechnen Sie die Stellen, an denen der Graph von f waagerechte Tangenten besitzt,
Entscheiden Sie, um welche Art von Punkten es sich an diesen Stellen handelt,
a) f(x)=x2-3x-4 b) f(x}= x^-4x2 c) f'(x)=(x2- 4)-(x-l)2
11. Ergänzen Sie jeder für sich die folgenden Sätze. Vergleichen Sie anschließend ihre Formulierungen,
a) Der Graph einer Funktion f hat an der Stelle x,, einen Tiefpunkt, wenn ...
b) Wenn f'(x)>0 füralle xel, dann .. .
c) ist Xq eine doppelte Nullstelle einer Ableitungsfunktion f, dann ...
d) ist f'(x) < 0 für alle xel, dann ...
m 12. Entscheiden Sie, welche der folgenden Aussagen wahr oder falsch sind. Begründen Sie.
a) Der Graph einer ganzrationalen Funktion 4. Grades hat entweder zwei Hochpunkte und einen
Tiefpunkt oderzwei Tiefpunkte und einen Hochpunkt,
b) Es gibt Graphen ganzrationaler Funktionen 4. Grades, die keinen Punkt mit waagerechter
Tangente besitzen,
c) Wenn der Graph einer ganzrationalen Funktion 3. Grades einen Hochpunkt hat, so hat er auch
immer einen Tiefpunkt.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 139
Einstiegsaufgabe Linkskurven-Rechtskurven
MIT LÖSUNG
Der Kurs einer Rennstrecke kann vereinfacht durch den Graphen einer Funktion f dargestellt werden.
Ein Motorradfahrer befährt den Rennkurs von links nach rechts.
vr./
a) Beschreiben Sie die Körperhaltung des Fahrers in den Links- bzw. Rechtskurven der Strecke.
An welchen Stellen der Rennstrecke muss der Fahrer seine Fahrposition wechseln?
b) Übertragen Sie den Graphen in Ihr Heft und skizzieren Sie dazu den Graphen der Ableitungsfunk
tion f. Geben Sie die Intervalle an, in denen der Graph von f links- bzw. rechtsgekrümmt ist. Wie
verhält sich der Graph von f in diesen Intervallen und an den Stellen, an denen sich das Krüm
mungsverhalten ändert?
Lösung a) In einer Linkskurve sind sowohl Fahrer als auch Motorrad sehr stark nach links, also in die Kurve
hinein, geneigt. In einer Rechtskurve neigen sich Fahrer und Motorrad stark nach rechts in
die Kurve. Wenn die Linkskurve in eine Rechtskurve wechselt oder umgekehrt, muss der Fahrer
schnell seine Position wechseln. Dabei stehen Fahrer und Motorrad für einen Moment aufrecht.
Diese Stellen liegen bei dem gezeichneten Graphen etwa bei xs5 und x»13.
140 3 Funktionsuntersuchungen
Definition
■ Der Graph von f bildet im Intervall I eine Linkskurve,falls die Ableitungsfunktion f im
Intervall I streng monoton wächst. Man bezeichnet den Graphen von f als linksgekrümmt.
■ Der Graph von f bildet im Intervall I eine Rechtskurve,falls die Ableitungsfunktion f' im
Intervall I streng monoton fällt. Man bezeichnet den Graphen von f a\s rechtsgekrümmt.
y y
f
Linksku^"^ f
X \ X
y y
stre
0° X /S: X
<0°
5tren?. '4>Q-
Zweite Ableitung einer Funktion - Kriterium für eine Links- bzw. Rechtskurve
Monotonieeigenschaften einer Funktion kann man mithilfe der Ableitung untersuchen. V\/enn also die
Ableitung der Ableitungsfunktion f in einem Intervall positiv ist, so kann man daran erkennen, dass
die Ableitungsfunktion f in diesem Intervall streng monoton wachsend ist. Es ist daher hilfreich, die
Ableitung der Ableitung zu betrachten.
Definition
Hat auch die Ableitung f einer Funktion f noch eine Ableitung, so bezeichnet man diese als die
zweite Ableitung der Funktion f und nennt sie f".
Entsprechend ist f'" die Ableitung von f", usw.
Beispiel
Information Aus dem Monotoniesatz und der Definition einer Links- bzw. Rechtskurve folgt:
Satz: Kriterium für eine Links- bzw. Rechtskurve mithilfe der zweiten Ableitung
Für eine Funktion f und ihre zweite Ableitung f" gilt:
■ Ist f"(x) > 0 für alle xsl, so bildet der Graph von f im Intervall I eine Linkskurve.
■ Ist f"(x)<0 füralle xsl, so bildet der Graph von firn Intervall I eine Rechtskurve.
Wendepunkte
Wendepunkte sind Punkte mit extremaler ● y
Änderungsrate. Bei Wachstumsvorgängen, wie f
Satz y.
Beispiel
f'(x) < 0
142 3 Funktionsuntersuchungen
Definition yi
SattelpunW/^ ^ Sattelpunkt
Ein Sattelpunkt ist ein Wendepunkt mit einer T r
waagerechten Tangente. Wendetangente W'endefongenfe
Xw X Xw X
1. Berechnen Sie die erste Ableitung f' und diezweite Ableitung f" von f.
a) f(x) = 4x^ - 12x2 + 7x + 3 d) f(x)=(3x+l)2
3. Bestimmen Sie die Intervalle, in denen der Graph von f eine Links- beziehungsweise eine Rechtskurve
bildet. Prüfen Sie jeweils, ob der Graph an der Wendestelle einen Sattelpunkt hat.
a) f(x) =-jx^ + x2 + X - 2 c) f[x)=x‘’-2x
b) f(x) -^x3
b + x2 + 3 d) f(x)=lx^-x3-l2x2 + 3x + 4
4. Von einer Funktion f ist ihre zweite Ableitung f" mit f"(x)=^x2 + 3 bekannt.
Begründen Sie, weshalb der Graph von f für alle xelR linksgekrümmt ist.
Grafisch argumentieren
5. Ordnen Sie den vier Funktionsgraphen (A) bis(D) die zugehörigen Funktionsterme der zweiten
Ableitung der Funktion zu. Begründen Sie.
9
r{x)=§x2-fx+- 2
(B)
__ V'
\l
-4/-3 -2 -1 X
-1
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 143
7. Der Graph einer ganzrationalen Funktion f dritten Grades hat den Hochpunkt H (-2|4), den Tiefpunkt
T(4|0) und den Wendepunkt W(1 12).
Ermitteln Sie die Lage des Hoch-, Tief- und des Wendepunktes der folgenden Funktionen g, bis
(1) gj mit g,(x)= c-f(x), c^iO; (3) gjmit g3(x)= f(x + c), oO;
(2) g2mit g2(x)= f(x)+ c, c*0; (4) g4mit g4(x)= f(c-x), oO.
8. Von einer Funktion f ist der Graph der Ableitungsfunktion f' V'
1
gegeben. Untersuchen Sie die folgenden Aussagen auf ihre
♦
Richtigkeit. Begründen Sie jeweils Ihre Entscheidung. -A -3 -2-1 1 2 3 f 5 K
(1) Der Graph von f hat an der Stelle x = 2 einen Wendepunkt -2-
f'
mit negativer Steigung. -3-
(2) f ist für 2 < x < 4 streng monoton wachsend.
(3) DerGraphvonfistfür xe[-l;2] rechtsgekrümmt.
(4) Der Graph von f hat an den Stellen x^^-l und X2 = 2
jeweils einen Wendepunkt.
(5) Der Graph von f hat an der Stelle x =4 einen Tiefpunkt. -a
9. Gegeben ist der Graph der
zweiten Ableitungsfunktion f".
Geben Sie die Intervalle an, in
denen der Graph von feine 1\ 2
Links- bzw. eine Rechtskurve
aufweist.
Skizzieren Sie jeder für sich
einen möglichen Verlauf der Ableitungsfunktion f. Vergleichen Sie Ihre Graphen miteinander.
10. In einem Intervall I istf"(x} positiv. Was gilt dann in diesem Intervall
(1) für den Graphen von f? (2) für den Graphen von f?
12. Skizzieren Sie einen möglichen Graphen einer Funktion f mit den folgenden Eigenschaften.
Vergleichen Sie Ihre Graphen miteinander und begründen Sie Ihre Überlegungen,
a) Der Graph von f hat den Hochpunkt H(-1 14) und den Wendepunkt W(1 12).
b) f"[x) < 0 für X < 3; f'(3)= 0; f"(x) >0 fürx > 3
Am Graphen von fiesen wir ab, dass dieser zunächst eine Rechts y
kurve bildet und dann in der Nähe der Stelle x = 1,8 in eine X
Linkskurve wechselt. Dort liegt ein Wendepunkt,da dieser eine
Rechts- von einer Linkskurve trennt;
■ An der Wendestelle ändert die Ableitungsfunktion f' ihr Mono
tonieverhalten von streng monoton fallend zu streng monoton
wachsend. Deshalb liegt an dieser Stelle ein Tiefpunkt des Graphen von f'.
■ Zudem hat die f" hier eine Nullstelle mit Vorzeichenwechsel von Minus nach Plus.
Wenn wir die Wendestellen von f bestimmen wollen, müssen wir die Nullstellen von f" berechnen.
Wir bilden dazu die zweite Ableitung: f"(x)=4x3-7x^. Aus der Bedingung f"(x) = 0 erhalten wir die
Gleichung 4x^ - 7x^ = 0, also x^-{4x - 7)= 0 mit den Lösungen x, = 0 und = 1,75.
Die Stelle Xi=0 ist eine doppelte Nullstelle von f", also y r
wechselt f" an dieser Stelle nicht das Vorzeichen. Also kann die
-2 -1 .1 '2 3 X
Stelle X, = 0 keine Extremstelle von f' und somit auch keine
Wendestelle von f sein. -2
Die Stelle Xj=1,75 ist eine einfache Nullstelle von f", an derf" das -4
Vorzeichen wechselt. Der einzige Wendepunkt des Graphen von f
liegt also an der Stelle x=1,75.
-2 -1 1 2 3 X
Diese Ergebnisse werden auch durch die Graphen von f' und f"
●2
bestätigt.
f"
-4
Nicht jede Nullstelle von f" muss eine Extremstelle von f' sein. Es kann Nullstellen von f" geben, die
keine Wendestellen von f sind. Aus dem Vorzeichenwechsel-Kriteri um für Extremstellen ergibt sich das
entsprechende Kriterium für Wendestellen.
■ Skizzieren Sie die Graphen von f und f" für den Fall, dass an y'
Hochpunkt
der Stelle Xg ein Hochpunktaufdem Graphen von f vorliegt.
l3) + e) f{x)=|-x''-x3-i8x2-f-5
2. Berechnen Sie die Stellen, an denen der Graph der Funktion f Punkte mit waagerechter Tangente auf
weist. Untersuchen Sie, um welche Art von Punkten es sich jeweils handelt,
a) f(x)= x3 + 3x^-4 d) f(x]=lx3-x2 + 3
5. Bestimmen Sie die Koordinaten der Wendepunkte des Graphen der Funktion f.
Geben Sie an,ob ein Maximum oderein Minimum der Steigung von f vorliegt,
a) f(x) = x^ - 3x^- 2x c) f(x) = lx'' x^
6. Gegeben sind die Potenzfunktionen mit f(x]= x3, g(x)= x'* und h(x)= x5. Untersuchen Sie mithilfe
geeigneter Kriterien, ob an der Stelle x = 0 ein Extrempunkt oder ein Wendepunkt vorliegt.
7. An welcher Stelle steigt der Graph der Funktion f mit f(x)= --ix^ + x2-2 amstärksten?
Wie groß ist diese Steigung?
10. Bestimmen Sie die Gleichungen der Tangente und der Normale im Wendepunkt des Graphen von f.
1
a) f(x)= x3-6x2 + 9x-4 b) f(x)=lx3-x2 c) f(x)= 20 x5+lx3 + x
Vernetzte Aufgaben
15. Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= -4x^ + 6x^ - 1. Die Tangente im Hochpunkt des Graphen
schneidet den Graphen in einem Punkt S.
Bestimmen Sie die Koordinaten von S.
19. Eine Funktion f hat die zweite Ableitung f" mit f"(x)= 3x - 6. y_
Außerdem ist bekannt: f'(2) = 0. f
Untersuchen Sie die folgenden Aussagen. +
(1) Der Graph von f hat an der Stelle x = 2 einen Tiefpunkt.
(2) Der Wendepunkt des Graphen von f ist ein Sattelpunkt. "ii
(3) Der Graph von f hat zwei Extrempunkte.
(4) Die Funktion f ist streng monoton wachsend.
(5) Der Wendepunkt des Graphen von f liegt oberhalb der x-Achse.
20. Gegeben sind die beiden Funktionen f und gdurch f(x)= -|-x^ + -lx^ + 2x und g(x)= x^- 6x.
Berechnen Sie, wie weit der Hochpunkt des Graphen von f und der Tiefpunkt des Graphen von g
voneinander entfernt sind.
1
21. Gegeben ist die Funktion f mit f(x)=^x2-|x.
Die Wendetangente des Graphen, die Parallele zur y-Achse durch den Hochpunkt und diex-Achse
begrenzen ein Dreieck,
a) Berechnen Sie den Flächeninhalt dieses Dreiecks,
b) Das Dreieck rotiert um die x-Achse. Beschreiben Sie den dabei entstehenden Drehkörper.
Berechnen Sie sein Volumen.
22. Der Graph der Funktion f mit f(x)= Y^x‘‘-2x2 +-y hat zwei Wendepunkte W, und W2.
a) Berechnen Sie die Koordinaten des Schnittpunkts S der beiden Wendetangenten.
Begründen Sie, dass das Dreieck W,WjS gleichschenklig ist.
b) Bestimmen Sie die Seitenlangen des Dreiecks.
25. Untersuchen Sie die Funktion f mit f(x)= --■ |x^| -hx^ - 1 auf Extrem- und Wendepunkte.
Skizzieren Sie den Graphen von f.
Hinweis: Führen Sie eine Fallunterscheidung durch.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 149
Einstiegsaufgabe -> Vom Graphen von f' auf Eigenschafen von f schließen
OHNE Lösung
Gegeben sind die Funktionen fp f2 und [3 mit
f,(x)= x3; f2(x)= x3-x; fj(x)= x^ + X
Skizzieren Sie die Graphen der drei Ableitungsfunktionen, Untersuchen Sie jeweils anhand des
Graphen der Ableitungsfunktion die Form des Graphen der Ausgangsfunktion, insbesondere im
Hinblick auf die Anzahl und Art der Extrempunkte und der Stellen mit extremaler Steigung(Wen
desteilen).
LÖSUNG Für eine nach oben geöffnete Parabel können wir insgesamt folgende drei Fälle unterscheiden:
(1) f'hat zwei Nullstellen (2) f'hat eine Nullstelle (3) f hat keine Nullstelle
y y V'
f'
r f'
X X
Anhand des Vorzeichens, der Nullstellen und der Extremstelle des Graphen von f‘ kann man folgende
Aussage über die Form des Graphen von f treffen:
Der Graph von f steigt bis zu Der Graph von f steigt an, aber Der Graph von f steigt an, abe r
einem Hochpunkt an, aber immer schwächer, bis zu einem immer schwächer, bis zu einem
immer schwächer. Nach dem Punkt mit der Steigung Null, Punkt mit minimaler, aber po
Hochpunkt fällt der Graph von dem Sattelpunkt Nach dem sitiver Steigung, dem Wende
f immer stärker, bis zu einem Sattelpunkt steigt der Graph punkt. Nach dem Wendepunkt
Punkt mit minimaler(negati von f immer stärkeren. steigt der Graph von f immer
ver) Steigung (Wendepunkt). Der Graph von f hat keine stärker.
Nach dem Wendepunkt fällt Extrempunkte, aber einen Der Graph von f hat keine
der Graph weiter bis zu seinem Sattelpunkt. Extrempunkte, aber einen
Tiefpunkt, aber immer schwä Punkt mit minimaler Steigung
cher. Nach dem Tiefpunkt (Wendepunkt).
steigt der Graph immer stärker.
y y
f f
Es ist keine X-Achse
eingezeichnet, da auch ein
nach oben oder unten
verschobener Graph
dieselbe Ableitung hat.
y
y f'
f
Die Extremstellen von
f‘ sind die Wendestel X
len von f
x X
150 3 Funktionsuntersuchungen
Für eine nach unten geöffnete Parabel ergeben sich entsprechend die folgenden Formen für den Gra
phen von f:
(4) f'hatzvi/ei Nullstellen (5) f'hat eine Nullstelle (6) f'hat keine Nullstelle.
y y y
y y
y
X
X
X
f’
f' f'
Für den Graphen einer ganzrationalen Funktion f dritten Grades mit f(x)= ax3 + bx2+ cx + d,
a ?i0 gibt es drei Fälle;
(1) Der Graph der Funktion hat einen Hochpunkt und einen Tiefpunkt und keine weiteren Stellen
mit waagerechter Tangente.
(2) Der Graph der Funktion hat einen Sattelpunkt und keine weiteren Stellen mit waagerechter
Tangente.
(3) Der Graph der Funktion hat ke/ne Stellen mit waagerechter Tangente.
Satz
Der Graph einer ganzrationalen Funktion 3. Grades hat immer einen
Wendepunkt,zu dem er punktsymmetrisch ist.
Übungsaufgaben Lage und Form von Graphen ganzrationaler Funktionen dritten Grades
1. Eine ganzrationale Funktion 3. Grades hat als Funktionsterm f(x)=x^ - kx, mit einer reellen Zahl k.
Untersuchen Sie, für welche Werte von k der Graph von f Extrempunkte hat und für welche Werte von k
der Graph von f keine Punkte mit waagerechter Tangente hat.
Satz
Eine ganzrationale Funktion f dritten Grades mit f{x)= ax^ + bx2 + cx + d hat eine,zwei oder drei
Nullstellen.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 151
3. Die Abbildungen zeigen einen Ausschnitt des Graphen einer ganzrationaien Funktion 3. Grades.
Wie viele Nullstellen hat die Funktion? Begründen Sie.
a y i b) y c) L y d):\y
f
2 -2 2'
1
f i
1 -1 1
f
-2
-1 1 X -1 1 X 1
Symmetrien berücksichtigen
6. DerGraph der Ableitungsfunktion f' einer ganzrationalen Funktion f 3. Grades hat den Scheitelpunkt
S[3|-4).
a) An der Stelle 1 liegt ein Hochpunkt auf dem Graphen von f. Skizzieren Sie den Verlauf von f und
bestimmen Sie, an welcher Stelle der Graph von feinen Tiefpunkt hat.
b) Bestimmen Sie die Wendestelle des Graphen von f.
c) Bestimmen Sie den Funktionsterm von f.
Geben Sie auch einen möglichen Funktionsterm für f an.
Vernetzte Aufgaben
7. Das Wachstum einer Schimmelpilzkultur wird im Zeitintervall [0; 2,3] beschrieben durch die Funktion f
mit f(x)= 9x2-x^. Dabei bezeichnet x die Zeit nach Beobachtungsbeginn in Tagen und f(x) die Größe
der von der Kultur bedeckten Fläche in cm^.
Untersuchen Sie, wann die Änderungsrate des bedeckten Flächeninhalts maximal ist. Welche Bedeu
tung hat der entsprechende Zeitpunkt für den Wachstumsprozess?
3.3.6 Funktionsuntersuchungen
Definitionsbereich
Die Funktion ist für x = 0 nicht definiert.
Division durch null
Die Definitionsmenge ist IR \{0}. ist nicht definiert.
Symmetrie
f(-x)=-l-(-x)2 + ^ = lx2-^
Globa (verlauf
NuUstellen
Die Nullstellen sind die Lösungen der Gleichung f(x)= 0.
Erweitern auf den Nenner4x
4 X
x2 + 16
4x = 0
Ein Quotient nimmt dann den Wert null an, wenn der Zähler null ergibt und der Nenner ungleich null
ist. Wir lösen also die Gleichung x^+ 16 = 0.
Sie hat x = -VT6=-2,52 als einzige Lösung.
Extrempunkte
Mögliche Extremstellen sind unter den Nullstellen von f' zu suchen.
f[x)4x^-H|4-x^^4.x-'
4 x^-8
f'{x)=ix~4-x-2=ix—^
x2 2-x2
Die Gleichung x^-8 = 0 hat x =2 als einzige Lösung.
Wir prüfen mit dem f"-Kriterium, ob an der Stelle x = 2 tatsächlich ein Extrempunkt vorliegt.
f"(x)4+ 8.X-3=i + x3
Wendepunkte
Mögliche Wendestellen sind unter den Nullstellen von f" zu suchen.
xUi6
f"(xl=l +-
x3 = 2-xä
Die Gleichung x^ + 16 = 0 hat x = -VTö =-2,52 als einzige Lösung. Man könnte auch das
Da x = -VTe eine einfache Nullstelle von f" ist, liegt an dieser Stelle {‘"■Kriterium anwenden.
ein Vorzeichenwechsel von f" vor.
Somit ist w(-VT?!o) der einzige Wendepunkt des Graphen.
2. a) Bestimmen Sie die Monotoniebereiche der Funktion f mit f(x} = x‘’-8x^+ 16x^-8.
b) Untersuchen Sie, wie die Monotoniebereiche der Funktion f mit f(x)= 3x''-4ax^ + 2 und asR
vom Wert von a abhängen.
3. a) Der Graph der Funktion f mit f(x)= yx^-x^ +j besitzt einen Wendepunkt.
Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente in diesem Wendepunkt,
b) Die Wendetangente schließt zusammen mit den beiden Koordinatenachsen ein Dreieck ein. Be
rechnen Sie seinen Flächeninhalt.
5. Mithilfe mathematischer Verfahren kann man häufig charakteristische Eigenschaften der Graphen von
Funktionen bestimmen. Einen guten Überblick kann eine Mind-Map bieten. Ergänzen Sie in ihrem
Heft.
f quadratisch;
zum Beispiel
quadratische
Ergänzung
f faktorisiert:
Nullstellen; f linear;
Faktoren gleich
null setzen f(Xo) = 0 Termumformung
Graph
mögliche
f Symmetrie 1 ganzrationaler Extremstellen
Funktion ^
Vorzeichen
wechsel von
f" bei x„ mögliche
-> Wendestelle Wendestellen
f ist 3. Grades;
Graph hat genau
eine Wendestelle
7. Gegeben ist die Funktion f mit f(x) =-jx3+-|x2. Zeigen Sie, dass die Gerade durch den Hoch- und den
Tiefpunkt des Graphen diesen im Wendepunkt schneidet.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 155
10. Beschreiben Sie, wie der Graph der Funktion f aus dem Graphen der entsprechenden Potenzfunktion
mit der Gleichung y = x'‘ mit rs2\{0} hervorgeht.
Geben Sie den Definitionsbereich von f an.
Bestimmen Sie f'(0) und erläutern Sie Ihre Vorgehensweise,
1
a) f(x)= x + 3 b) = 0 f(xl =-;^
11. Übertragen Sie die Skizze des Funktionsgraphen in Ihr Heft und skalieren Sie ohne Verwendung eines
Rechners das Koordinatensystem,
14,. Die Ableitung einer ganzrationalen Funktion f ist f'(x) =^(x + 2)(x - 1 )(x - 2).
Erläutern Sie die folgenden Aussagen:
Sarah: „Es kann sein, dass f keine NuLLsteLle hat.'
Asia: ,Da der Graph von f drei Extrempunkte hat, muss er zwei Wendepunkte haben."
Timo: „Für f gilt: f(x) ^oo für x -»oo und für x -»-c». Deshalb muss der Graph von f an
den Stellen -2 und 2 Tiefpunkte und an der Stelle 1 einen Hochpunkt haben.“
Vernetzte Aufgaben
3.4 Funktionenscharen
Einstiegsaufgabe Funktionen auf gemeinsame Eigenschaften untersuchen
OHNE LÖSUNG
Arbeiten Sie in Vierergruppen. Jedes Gruppenmitglied untersucht eine der Funktionen mit den
Termen:
f,(x)=-x^ + x f2(x)=-x3 + 2x f3(x)=-x^ + 3x f4(x)=-x^ + 4x
Stellen Sie anschließend in Ihrer Gruppe Ihre Ergebnisse vor. Arbeiten Sie Gemeinsamkeiten der
Funktionen heraus. Formulieren Sie schließlich Verallgemeinerungen Ihrer Ergebnisse und bev\/ei-
sen Sie diese.
Lösung a) Alle drei Graphen haben denselben Globalverlauf und gehen durch den Ursprung. Die zweite
Nullstelle der drei Graphen ist eine doppelte Nullstelle bei 1 bzw.2 bzw. 3. Außerdem haben alle
Graphen zwischen den beiden Nullstellen einen Hochpunkt.
b) Globalverlauf
Allgemein gilt:
fg(x] = x(x-a)2-^oo für x-^co und fg(x)-»-co für x^-oo
Nullstellen
fg(x)= 0, also x(x-a)^ = 0
x = 0 oder (x-a)2 = 0, also x = 0 oder x=a.
Die Funktion fg hat somit an der Stelle 0 eine einfache und an der Stelle a eine doppelte Null
stelle, also eine Nullstelle ohne Vorzeichenwechsel. Wegen des Globalverlaufs einer ganzratio
nalen Funktion 3. Grades liegt bei der doppelten Nullstelle zugleich ein Tiefpunkt vor.
Extrempunkte
Zum Berechnen der Extrempunkte benötigt man die 1. Ableitung. Zum Bilden der Ableitung wird
der Funktionsterm zunächst ausmultipliziert:
fg(x)= X (x - a)2= X [x^ - 2a x -f- a^)= x^ - 2 a x2 + a^x.
Daraus ergibt sich: fg(x) =3 x^ -4 a x + a^.
An den Extremstellen hat die 1. Ableitung den Wert 0:
Der Hochpunkt des Graphen zur Funktion fg hat die Koordinaten Hg|-| ^a^ .
158 3 Funktionsuntersuchungen
Information Funktionenschar
Ein Funktionsterm, der neben einer Funktions Beispiel
asIR
OrtsUnie
Einen Graphen, auf dem alle Hochpunkte einer Funktionenschar liegen, bezeichnet man als Ortslinie
Statt Ortslinie ver
wendet man oft auch der Hochpunkte. Entsprechend kann man auch für andere markante Punkte, wiez.B.für Wendepunkte,
den Begriff Ortskurve. eine Ortslinie definieren.
Beispiel
Zeigen Sie: Das Verhältnis 3^ hängt nicht von k ab. Was bedeutet diese Aussage?
6. Geben Sie jeweils eine Funktionenschar an,zu der die folgenden Funktionsgraphen gehören.
c)
4
160 3 Funktionsuntersuchungen
Funktionenscharen in Sachsituationen
9. Beim Kugelstoßen kann in einem vereinfachten Modell ein Punkt y P(x|f(x)) Auftreff-
h punkt
P(x| h(x)) der Flugbahn gut durch eine quadratische Funktion h
mit h(x)=- j-x^ + tan (a)-x + hß mitx und h(x) in m h(x)
2-v2-(cos(a))
X
beschrieben werden.
3.5 Extremwertprobleme
Einstiegsaufgabe Materialverbrauch optimieren
OHNE LÖSUNG
Zylindrische Konservendosen mit demselben Fassungsvermögen haben oft K
unabhängig von ihrem Inhalt dieselbe Höhe und denselben Durchmesser. 4.
■ Überlegen Sie, welche Gründe das haben könnte.
■ Berechnen Sie für eine zylindrische Dose mit 425 ml Volumen den Radius und die Höhe der
Dose so, dass der Materialverbrauch möglichst klein ist. Vernachlässigen Sie dabei die Falze.
■ Vergleichen Sie Ihr Ergebnis mit handelsüblichen Konservendosen.
a} stellen Sie eine solche Schachtel her und ermitteln Sie ihr Volumen,
b) Stellen Sie eine Funktionsgleichung für die Funktion
Höhe der SchachtelX(in cm)-> Volumen der Schachtel V(in cm^)auf.
Berechnen Sie, für welche Höhe das Volumen der Schachtel maximal ist.
Wie groß ist das maximale Volumen? Welche Abmessungen hat die Schachtel?
Lösung a) Für unterschiedliche Höhen erhält man verschiedene Volumina der Schachteln:
Höhe (in cm) 1 2 3 4 5
Volumen (in cm^) 324 512 588 576 500
Das maximale Volumen der Schachtel scheint bei einer Höhe zwischen 2cm und 4cm zu liegen.
Randstücke mit x. Der Wert von x ist dann gleichzeitig die Höhe x a X
der entstehenden Schachtel.
Die Seitenlange der Schachtel bezeichnen wir mit a. £
Fürdas Volumen gilt dann: V = a^-x. a o
U
(N
Das Volumen hängt also von den beiden Variablen x und a ab.
Da die Variablen a und x voneinander abhängig sind, ersetzen
wir a durch einen Term mitx.
Unter Berücksichtigung der Seitenlänge der Pappe ergibt sich: 20cm
a = 20-2x.
Damit erhalten wir eine Funktion V, die nur noch von der Variablen x abhängt:
V(x)=(20-2x)-(20-2x)-x = 4x3-80x2 + 400x.
Bei den Faktoren handelt es sich um Seitenlangen, weshalb Werte kleiner 0 nicht sinnvoll sind.
Deshalb setzen wir x > 0 und auch 20- 2x & 0. Daraus ergibt sich 0 < x s 10.
162 3 Funktionsuntersuchungen
Gesucht ist das globale Maximum der Funktion V im Intervall [0; 10].
Wir bestimmen die Ableitung der Funktion V zur Ermittlung der lokalen Extrema.
Es gilt: V'(x)= 12x2-160x + 400.
Für jede Extremstelle muss gelten V'(x)= 12x2- 160 x +400 = 0.
Die Stelle X] =-y ist eine Nullstelle von V' mit Vorzeichenwechsel von Plus nach Minus, da der
Graph der Ableitungsfunktion V' eine nach oben geöffnete Parabel mit den Nullstellen x, und Xj
Die quadratische Grundfläche der Schachtel hat dann die Seitenlange a =^cm = 13jcm.
Gegeben ist die Funktion f mit f(x) = 4 - x2. Die Punkte 0(0 ] 0), P(u|0) mit 0 s u s 2 und
Q(u I f(u))sind Eckpunkte eines rechtwinkligen Dreiecks.
Für welche Abmessungen ist der Flächeninhalt des Dreiecks maximal?
Q(u|f(u))
2
1 -
A
f.(u)'
u
0 1P u|0)2
3.5 Extremwertprobleme 163
Beispiel
1
(b) Gleichungfürdie Berechnung der zu A = ^-a-b
optimierenden Größe angeben, die in der
Regel noch mehrere Variablen enthält
(Extremalbedingung)
2. Aus einem Draht soll das Kantenmodell eines Quaders mit quadratischer Grundfläche
hergestellt werden,
a) Der Draht ist 36 cm lang. W\e lang sind die Kanten zu wählen, damit die Säule
maximales Volumen hat?
b) Der Draht ist a cm lang. Verallgemeinern Sie Ihre Überlegungen aus Teilauf
gabe a).
3. Aus einem rechteckigen Stück Blech gegebener Länge und der Breite 49cm soll eine
gleich lange Röhre mit möglichst großem, rechteckigem Querschnitt hergestellt werden.
164 3 Funktionsuntersuchungen
4. Ein rechteckiges Plakat hat eine Fläche von 35 dm^. Es wird so bedruckt, dass die Ränder an den
Seiten jeweils 4cm, oben und unten jeweils 5cm betragen.
Bei welchen Maßen des Plakats ist die bedruckte Fläche am größten?
6. Messzylinder mit einem Volumen von 65 cm^ sollen so produziert werden, dass der Glasverbrauch
möglichst gering wird.
Welchen Radius und welche Höhe sollte man wählen? Beurteilen Sie Ihr Ergebnis.
10. Ein Landwirt möchte einen neuen Getreidesilo bauen, der die
Form eines Zylinders mit einer aufgesetzten Halbkugel haben und
80 m^ Getreide fassen soll. Die gesamte Innenfläche des Silos soll
mit einem teuren Isolationsmaterial verkleidet werden.
Untersuchen Sie, ob es Maße für die geplante Form gibt, bei denen
die Kosten für die Isolation möglichst gering sind.
r"' 11. Eine330-ml-Getränkedose hat einen Durchmesser von 5,6 cm und eine Höhe von 14,5 cm.
Nina und Tom wollen untersuchen, welche Maße eine Dose haben muss, damit man bei gleichem
Volumen möglichst wenig Aluminium benötigt.
Nina meint: Tom sagt;
„Meine ZieLfunktion Laut