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Edm Oberstufe Analysis

Das Dokument 'Elemente der Mathematik' behandelt verschiedene Themen der Analysis und ist für das Leistungsfach in Rheinland-Pfalz konzipiert. Es umfasst Inhalte zu Grenzwerten, Differentialrechnung, Funktionsuntersuchungen, Integralrechnung und Wachstumsprozessen, sowie umfangreiche Übungs- und Klausurtrainingseinheiten. Zudem werden didaktische Hinweise für Lehrer zur effektiven Nutzung des Buches gegeben.

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lisaaltherr
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Edm Oberstufe Analysis

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Elemente der Mathematik

EdM
Analysis
Rheinland-Pfalz
Leistungsfach

Herausgegeben von
Heinz Griesel, Andreas Gundlach, Helmut Postei, Friedrich Suhr

Schroedel
westermann
Elemente der Mathematik

EdM
Analysis
Rheinland-Pfalz
Leistungsfach

Herausgegeben von
Prof. Dr. Heinz Griesel, Dr. Andreas Gundlach, Prof. Helmut Postei, Friedrich Suhr

Bearbeitet von
Karin Benecke, Sibylle Brinkmann, Martin Brüning, Gabriele Dybowski, Dr. Andreas Gundlach, Holger Kohnen, Dr. Reinhard Köhler,
Jakob Langenohl, Matthias Lösche, Wolfgang Mathea, Michael Meyer, Hanns Jürgen Morath, Sigrid Schwarz, Heinz Klaus Strick,
Friedrich Suhr

Der Schülerband ist auch als digitales Schulbuch erhältlich; Best.-Nr. 66985

Zum Schülerband erscheinen:


Lösungen Best.-Nr. 88424
BiBox- Digitale Unterrichtsmaterialien Lehrer-Einzellizenz Best.-Nr. 88426

Abgestimmt auf dieses Unterrichtswerk sind umfangreiche Unterrichtsmaterialien für die S II entwickelt worden:
Analysis Best.-Nr. 87907; Analytische Geometrie/Matrizen Best.-Nr. 87908; Stochastik Best.-Nr, 87909

westermann gruppe
©2017 Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH,
Georg-Westermann-Allee 66,38104 Braunschweig
[Link]

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen bzw. vertraglich
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DruckAVJahr2022
Alle Drucke der Serie A sind im Unterricht parallel verwendbar.

Redaktion: Kira von Bülow


Umschlagentwurf und Innenlayout: Janssen Kahlert Design & Kommunikation
I llustrationen: Dietmar Griese, Laatzen
Zeichnungen: Ilona Külen, imprint, Zusmarshausen; Langner und Partner, Hemmingen; Birgit und Olaf Schlierf, Lachendorf; Michael
Wojczak, Braunschweig
Druck und Bindung: Westermann Druck GmbH,Georg-Westermann-Allee 66,38104 Braunschweig

ISBN 978-3-507-88422-9
Inhaltsverzeichnis 3

nhaltsverzeichnis
1 Grenzwerte

1.1 Rekursive und explizite Darstellung einer Folge 10

1.2 Geometrische und arithmetische Folgen 14


1.3 Grenzwert einer Folge 19
1.4 Geometrische Reihen Selbst lernen 24
1.5 Konvergenz monotoner und beschränkter Folgen 27
1.6 Grenzwert einer Funktion an einer Stelle 32
1.7 Stetigkeit 36
Das Wichtigste im Überblick 39
Klausurtraining 41

2 Differentialrechnung

Noch fit... im Umgang mit linearen Funktionen? 44


2.1 Änderungsraten und Steigungen 45

2.1.1 Durchschnittliche Änderungsrate und Sekantensteigung 45

2.1.2 Lokale Änderungsrate und Tangentensteigung 50

2.1.3 Steigung eines Funktionsgraphen in einem Punkt-grafisches Differenzieren 56

2.1.4 Ableitung der Quadratfunktion - Ableitungen rechnerisch bestimmen 61

2.1.5 Ableitung von Potenzfunktionen mit ganzzahligen Exponenten -


Potenzregel Selbst lernen 66
2.2 Ableitungsfunktionen 70
2.2.1 Ableitungsfunktionen und ihre Graphen Selbst lernen 70
2.2.2 Zusammenhänge zwischen den Graphen von f und f 73
2.2.3 Ableitung der Sinusfunktion 79
Blickpunkt: Der Prioritätsstreit zwischen Newton und Leibniz 81
2.3 Weitere Ableitungsregeln 83
2.3.1 Faktorregel 83
2.3.2 Summenregel 86
2.3.3 Kettenregel und Produktregel Selbst lernen 90
2.4 Differenzierbarkeit 93
Das Wichtigste im Überblick 95
Klausurtraining 97
4 Inhaltsverzeichnis

3 Funktionsuntersuchungen

3.1 Ganzrationale Funktionen 100

3.1.1 Definition einer ganzrationalen Funktion 100

3.1.2 Globalverlauf ganzrationaler Funktionen 103

3.1.3 Symmetrie von Funktionsgraphen ganzrationaler Funktionen Selbst lernen....107


Noch fit... im Lösen von Gleichungen? 111

3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen 113

3.2.1 Linearfaktoren und Nullstellen 113

3.2.2 Anzahl der Nullstellen einer ganzrationalen Funktion 117

Blickpunkt: Polynomdivision 122

3.2.3 Das Intervallhalbierungsverfahren Selbst lernen 124

Blickpunkt: Das NEWTON-Verfahren zur Bestimmung von Näherungswerten


füreine Nullstelle 127

3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 129

3.3.1 Monotonie und Extrempunkte 129

3.3.2 Kriterien für Extremstellen 135

3.3.3 Wendepunkte - Linkskurve, Rechtskurve 139

3.3.4 Kriterien für Extrem- und Wendepunkte Selbst lernen 144

3.3.5 Klassifikation ganzrationaler Funktionen 3. Grades 149

3.3.6 Funktionsuntersuchungen 152

3.4 Funktionenscharen 157

3.5 Extremwertprobleme 161

Blickpunkt: Optimale Verpackungen 167

Noch fit... im Lösen linearer Gleichungssysteme? 169

3.6 Bestimmen ganzrationaler Funktionen 171

3.6.1 Funktionsgleichungen ganzrationaler Funktionen aus vorgegebenen


Eigenschaften bestimmen 171

3.6.2 Trassierung Selbst lernen 179

3.7 Vermischte Aufgaben 184

Das Wichtigste im Überblick 187

Klausurtraining 191
Inhaltsverzeichnis 5

4 Integralrechnung

4.1 Rekonstruktion eines Bestandes aus Änderungsraten 196


4.2 Das Integral als Grenzwert von Produktsummen 202
4.3 Integrale mithilfe von Stammfunktionen berechnen 209
4.4 Integralfunktionen Selbst lernen 214
4.5 Berechnen von Flächeninhalten 220

4.5.1 Fläche zwischen einem Funktionsgraphen und derx-Achse 220

4.5.2 Fläche zwischen zwei Funktionsgraphen 225


4.6 Rotationskörperund ihre Volumina 233
4.7 Integration durch lineare Substitution 237
4.8 Anwendungen aus der Physik 239
4.9 Trapezsummenverfahren 243
Blickpunkt: KEPLER'sche Fassregel 246
Das Wichtigste im Überblick 248
Klausurtraining 250

5 Wachstumsprozesse modellieren

Noch fit... in exponentiellem Wachstum und Logarithmen? 254

5.1 Wachstumsgeschwindigkeit-e-Funktion 257


5.2 Ableitung von Exponentialfunktionen - Natürlicher Logarithmus 264
i 9
5.3 Verkettungen von Funktionen 270
Blickpunkt: Verkettungen von Funktionen-Umkehrfunktionen 273
5.4 Wachstumsprozesse untersuchen 276
5.4.1 Exponentielles Wachstum Selbst lernen 276
5.4.2 Begrenztes Wachstum 283
5.4,3 Logistisches Wachstum 289
5.4.4 Differentialgleichungen Selbst lernen 296
Das Wichtigste im Überblick 303
Klausurtraining 305
6 Inhaltsverzeichnis

6 Weiterführung der Differential- und Integralrechnung

6.1 Verknüpfungen von Funktionen 308

6.1.1 Produkte von Funktionen - Wachstumsvergleich von e-Funktionen und


ganzrationalen Funktionen 308

6.1.2 Partielle Integration 314

6.1.3 Funktionsuntersuchungen mite-Funktionen 318

6.1.4 Zusammengesetzte Funktionen in Anwendungen 324

6.2 Weitere Funktionenscharen Selbst lernen 332

6.3 Bogenlänge einer Kurve Selbst lernen 335

6.4 Gebrochenrationale Funktionen - Quotientenregel 339

6.4.1 Gebrochenrationale Funktionen 339

6.4.2 Quotientenregel - Funktionsuntersuchung mit gebrochenrationalen


Funktionen 343

Das Wichtigste Im Überblick 348

Klausurtraining 349

7 Aufgaben zur Vorbereitung auf das Abitur

Aufgaben zur Analysis 351

Anhang

Lösungen zum Klausurtraining 359

Stichwortverzeichnis 371

Mathematische Symbole 373


Hinweise zur Arbeit mit diesem Buch 7

Hinweise zur Arbeit mit diesem Buch


Ergänzende Hinweise Jeder Abschnitt beginnt mit einer
für Lehrerinnen und Lehrer offenen Einstiegsaufgabe, die zu
2.1 Durchschnittliche Änderungsrate i
und Sekantensteigung den neuen Inhalten führt.

■ Die beiden Einstiegsaufgaben kom


tak MdFi WuiMfeW» <

men anhand von zwei unterschiedlichen aiijkau1% w hfMM I <


In der zweiten Einstiegsaufgabe mit
Problemstellungen zum inhaltlichen Lösung wird das neue Thema an ei
Kern des Abschnitts. nem anderen Sachverhalt erarbeitet.
Mithilfe der Lösung können Sie sich
■ Anhand der Einstiegsaufgabe mit E/M «»Mt ach den Inhalt selbstständig erarbeiten,
[»M* ● IU>
Lösung wird sichtbar, welchen didak »1 i ●» MM H
nacharbeiten oder die Problemlöse-
tisch-methodischen Weg die Autorinnen strategien herausarbeiten.
und Autoren eingeschlagen haben.
rmsn«9(i

■ Die Informationen sind verständlich Das neu Gelernte wird allgemein in


geschrieben und unabhängig von der Informationen zusammengefasst
Problemstellung in der Einstiegsaufgabe und durch Beispiele erläutert.
formuliert. So können sie gut zum späte
ren Nacharbeiten, z.B. zur Vorbereitung
auf eine Klausur, genutzt werden.

2, SttmmrvftMiBfi tB l|i| I
4 Manchmal werden weitere neue As
pekte auch in einer Weiterführenden
Aufgabe angesprochen.
-Ji
■ Die Aufgaben sind gut gestuft und Die Übungsaufgaben bieten Ihnen
durch die inhaltlichen Zwischenüber I MMTi ^
4 vielfältige Möglichkeiten das neu
schriften unterschiedlichen Aspekten >-l'
Gelernte zu festigen und anzuwenden.
des Themas zugeordnet.
AMbA ü<
S< IM»«
Zudem gibt es Vernetzte Aufgaben, in M-*<U» Im fV M »
Zu einigen Übungsaufgaben gibt es
denen die neue Themen mit bereits erar ein Beispiel mit einer Musterlösung,
imtflkM An ●●«>●«»
beiteten Inhalten aus vorangegangenen in der wichtige mathematische
Abschnitten vernetzt werden. I) ●( Verfahren oder Strategien aufgezeigt
4 werden.

OasWIchtipteimOberblick ^ Am Ende eines Kapitels wird in Kurz


●puj* form das Wichtigste im Überblick
zusammengefasst.
4 Jeder Inhalt wird an einem Beispiel
g>niik«>«o*<t<ae(
konkretisiert.
r_ö
Klausurtraining
4 Das anschließende Klausurtraining
bietet einfache und komplexere Auf
gaben zur Klausurvorbereitung.
Die Lösungen dazu finden Sie im
Anhang des Buches.
Grenzwerte
1
Der aus der italienischen
Stadt Pisa stammende
Kaufmann Leonardo da
Pisa, genannt Fibonacci,
{1180-1250)lernte auf sei
nen Reisen nach Ägypten,
Byzanz,Syrien und Sizilien
die damalige Mathematik
indisch-arabischen Ur
sprungs kennen. Sein Buch
„Liber abad“(Buch des
Abacus] verhalt unserem
heutigen Dezimalsystem
zum Durchbruch.

Darin stellt er auch das be


rühmte Kaninchenproblem
vor(siehe Aufgabe unten).
Die Lösung führt auf eine
spezielle Zahlenfolge,
die auch FiBONACci-Folge
genannt wird: 1,1,2,3, 5,8,
^ V,
13,21,34,55,89,144,...

Die Kaninchenaufgabe des Fibonacci


ln einem abgegrenzten Gebiet befindet sich
ein neugeborenes Kaninchenpaar. Nach
einem Monat ist das Paar geschlechtsreif und
bringt ab dem nächsten Monat monatlich ein
neues Paar hervor. Diese Fortpflanzungsregel
gilt für alle Paare.

Wieviele Paare sind nach einem Jahrvorhan


den?

In diesem Kapitel...

... lernen Sie verschiedene Zahlenfolgen kennen und befassen sich mit Ihren Eigenschaf
ten;
... entwickeln Sie anschauliche Vorstellungen zum Grenzverhalten von Folgen;
... erarbeiten Sie den Begriff Grenzwert einer Folge, der ein grundlegender Begriff der
Analysis ist;
... untersuchen Sie Funktionen auf Grenzwerte an einer Stelle.
10 1 Grenzwerte

1.1 Rekursive und explizite Darstellung


einer Folge
Einstiegsaufgabe Dreieckszahlen
OHNE Lösung
Die Abbildung zeigt, wie die sogenannten Dreieckszahlen entstehen. o
Berechnet man weitere Dreieckszahlen,so kann man o oo
diese Zahlen fortlaufend aufschreiben: o oo ooo
1,3,6,10,15,... o oo ooo oooo
Eine andere Schreibweise ist: D,= 1 D2=3 D3 =6 D4 = 10
D,= l, D2 = 3, D3 = 6, D4=10, D5=15,...

■ Erläutern Sie, wie die Zahlen entstehen, und bestimmen Sie die nächsten drei Dreieckszahlen.
Untersuchen Sie, wie man aus der n-ten Dreieckszahl 0^ die nächste
Dreieckszahl Dp^, berechnen kann. OOOO
■ Addieren Sie zwei aufeinanderfolgende ooo oooo
Dreieckszahlen. Was stellen Sie fest? oo ooo oooo
Zeigen Sie mithilfe der Abbildung, dass gilt: o oo ooo oooo
n=1 n =2 n =3 n =4
Dp„ + Dp =(n--ip.
■ Verwenden Sie Ihre oben erzielten Ergebnisse, um eine Formel zu finden, mit deren Hilfe man
jede Dreieckszahl sofort berechnen kann, ohne die vorherigen Zahlen zu kennen.

Einstiegsaufgabe DerTurm von Hanoi


MIT LÖSUNG
Von dem Mathematiker Edouard Lucas(1842-1891)stammt die folgende Geschichte:

Der indische Gott Brahma soll in einem Tempel


einen Turm errichtet haben, der aus 64 runden
Coldplättchen besteht, die auf einer Nadel ste
cken und nach oben immer kleiner werden. Er
wird heute der Turm von Hanoi genannt.
Neben der Nadel mit dem Turm gibt es noch zwei
weitere leere Nadeln. Brahma gab seinen Priestern
die Anweisung: „Baut den Turm auf einer leeren Nadel neu auf. Beachtet dabei die Umlegeregeln.“
1. Es darf bei jeder Umlegung jeweils nur ein Plättchen bewegt werden.
2. Ein Plättchen darf nur auf eine leere Nadel oder auf ein größeres Plättchen gelegt werden.

Der Legende nach befolgen die Priester Tag und Nacht bis zum heutigen Tage die Anweisung ihres
Gottes. Sie sollen immer noch nicht fertig sein.

a) Lösen Sie das Problem zunächst für 3 Plättchen sowie für 4 Plättchen,
b) Entscheiden Sie, ob der Auftrag überhaupt ausführbar ist. Wenn ja, wie lange dauert seine Ausfüh
rung?

LÖSUNG a) Drei Plättchen kann man auf diese Art und Weise in 7 Schritten umlegen:
un0 Z. Umte^un^ 3. Uf7!fe0Mng A, Umlegung

S. Umlegung (,■ Umlegung ?. Umlegung


1.1 Rekursive und explizite Darstellung einer Folge 11

Wirführen das Umlegen von vier Plättchen auf das Umlegen von drei Plättchen zurück. Dazu legen
\wir zunächst die drei oberen Plättchen auf die Nadel(3), wofür \wir wieder sieben Schritte benöti
gen. Anschließend legen wir das größte Plättchen auf die Nadel (2). Danach werden die 3 Plättchen
von Nadel(3)ebenfalls auf die Nadel(2) verlegt, das sind wieder? Schritte. Insgesamt sind das
7+ 1 4-7 = 15 Schritte.

J- Umlfi_gun^en A l/mlyun« ? Umlegungen


Da das 4. Plättchen
größer ist als die ersten
drei Plättchen, sind alle 7
Umlegungen erlaubt.

b) Wenn wir fünf Plättchen umlegen wollen, können wir die obige Strategie fortführen und werden
2-15+1 Umlegungen benötigen. Bezeichnet man die Anzahl der benötigten Umlegungen für
n Plättchen mit Un, so benötigt man bei n + 1 Plättchen 2-Un + l Umlegungen. Bezeichnet man
dieAnzahl derbenötigten Umlegungen für n+1 Plättchen mit u n + l> so gilt also: un +1 = 2-u„+ l.
So können wir einige Anzahlen Up berechnen:
n 1 2 3 4 5 6 7 9 10
ui 1 3 7 15 31 63 127 255 511 1023

Es ist allerdings sehr mühsam,diese Tabelle bis n = 64 fortzuführen, da wir erst alle vorhergehen
den Anzahlen bestimmen müssen.
Es wäre besser, wenn wir eine Formel hätten, mit der man direkt aus der Plättchenanzahl n die
Anzahl u„ der Umlegungen berechnen kann.
Aus den Werten der Tabelle können wir eine Formel vermuten. Die Zahlen 1,3, 7,15,31,... sind alle
um 1 kleiner als eine Potenz von 2,
Es ist 1 =2’- 1, 3 = 2^ -1,7»2^ - 1, 15 = 2*'- 1,... Wir vermuten daher:
Un = 2"-1.
Einsetzen in die Gleichung u n + 1 = 2-Un+1 zeigt, dass die Formel richtig ist:
U n +1 = 2-(2"-1)+ 1 =2 -2+ 1 =2"*'- 1
Nun können wir ausrechnen, wie viele Umlegungen die Priester für 64 Plättchen benötigen:
U64 = 2^-1

Geht man davon aus, dass die Priester schnell arbeiten und zur Umlegung eines Plättchens nur
eine Sekunde benötigen, dann brauchen sie etwa 1,8-10'® Sekunden.
Ein Jahr hat 31 536000 Sekunden,also brauchen die Priester ungefähr 5,8-10'' Jahre, das sind
580 Milliarden Jahre.
Die Priester arbeiten also immer noch und werden auch noch lange arbeiten müssen.

Information Der Begriff Folge

Definition
Eine Funktion, bei derjeder natürlichen Zahl n eine reelle Zahl a^,zugeordnet ist, heißt Folge.
Eine Folge notiert man häufig so: a,, a2, aj, a^,...
Die Zahlen a,, aj, 83, a4,... heißen die Folgengliederder Folge; n heißt Platznummer des Folgen
In der Regel wählt
monnz l, d.h. man glieds a n*
beginnt eine Folge mit Um eine Folge von ihrem Folgenglied an zu unterscheiden, bezeichnet man sie mit(an).
dem Folgenglied a,.
Beispiel

DieFolge(ap)derVielfachenvon7: ai=7; 32=14; 33= 2!; 34 = 28; ...


3 ist die Platznummer des Folgengliedes 21.
12 1 Grenzwerte

Information Rekursive und explizite Darstellung einer Folge


Eine Bildungsvorschrift für eine Folge, bei der das (n + l)-te Folgenglied aus dem n-ten Folgenglied
berechnet wird, nennt man rekursive Darstellung der Folge. Dabei muss ein Folgenglied angegeben
werden, damit man aus der rekursiven Darstellung weitere Folgenglieder berechnen kann.
Eine Bildungsvorschrift für eine Folge, bei der man durch Eingabe einer Platznummer das Folgenglied
direkt berechnen kann, nennt man explizite Darstellung der Folge.
Beispiel

Für die Folge (an) der Vielfachen von 7 ist a n + 1 = 3n + 7 mit 3i=7 eine rekursive Darstellung.
Eine explizite Darstellung ist an = 7-n.

ÜBUNGSAUFGABEN Explizite und rekursive Darstellung einer Folge

1. Berechnen Sie die Folgenglieder a2 bis aio für die Folge (an). Finden Sie eine explizite Darstellung,
Beispiel
a) a,=0; 3n + l = an + 1

b) a, = 100; a n + l = an-5
a, -2; a^+i =-3-an
c) a, = 10; a n + 1 =-3n
a2=-3-2 =-6
d) a,=0,5; a,n + 1 ^(-2)-a,
a3 =-3-32--3-(-3)-2 = 18
e) a, = l; an + 1 = 3an+ 1 02
f) a, =7; an+1 = 3n
a„=-3-a3=-3-(-3)-(-3)-2= -54
33

an =(-3)"-^-2

2. Finden Sie eine explizite Darstellung für die Folge,


a) Das erste Folgenglied ist 1. Jedes weitere Folgenglied erhält man,indem man das vorherige
Folgenglied um 3 vergrößert,
b) Das erste Folgenglied ist 5. Die Folgenglieder nehmen in jedem Schritt um 10% zu.
c) Das erste Folgenglied ist 10. Die Folgenglieder halbieren sich bei Jedem Schritt,
d) Das erste Folgenglied ist 52. Jedes Folgenglied ist um 3 kleiner als das vorhergehende.

3.. Die sogenannten Hex-Numbers Hr,


entstehen aus derabgebildeten
Bilderfolge, o ●o2o®
a) Ermitteln Sie H4. 0^0
b) Berechnen Sie aus H4 die nächs oTo
o
te Hex-NumberHg.
c) Verallgemeinern Sie das Bil
dungsgesetz und formulieren
Hi = 1 H2 = 7 Hs=19 H4
Sie eine rekursive Bildungsvor
schrift für H„.

4. Geben Sie für die Zahlenfolgen eine mögliche Darstellung an.


A\
d)
1. 1. i-_l
a) 2;5;8;11; ... b) -2;4;-8;16;... c) 1;1; 1;1;... 4’ 5^

5. Von einer Folge liegen die ersten drei Folgenglieder vor: 1; 3; 5.


Alex: „Eine explizite Darstellung ist ar, = 2n - 1."
“1 1 II
Paul: „Eine explizite Darstellung ist a,., = + n^ + -^n.“

Zoi:„Eine Rekursionsgleichung ist a^+.| = On + 2 mit a^ = 1.“


a] Überprüfen Sie die Behauptungen der drei Mitschüler,
b) Vergleichen Sie jeweils das vierte Folgenglied von Alex’, Pauls und Zois Folge.
1.1 Rekursive und explizite Darstellung einer Folge 13

6. a) Von einer Folge sind die ersten drei Folgenglieder bekannt: 1; 2;4. Finden Sie mindestens zwei
Bildungsgesetze, die für das vierte Folgenglied jeweils verschiedene Werte liefern,
b) Denken Sie sich eine Bildungsvorschrift für eine Folge aus und nennen Sie Ihrem Nachbarn die
ersten drei Folgenglieder.
Lassen Sie Ihren Nachbarn ein Bildungsgesetz bestimmen und vergleichen Sie.

Graphen von Folgen

7. Rechts ist der Graph der Folge (an) mit an


3n + l = an+n mit a, =0 abgebildet. 45 X

Erläutern Sie anhand der Abbildung, wie man den 40- ●


Graphen einer Folge zeichnet, und benennen Sie 35-
X

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum Graphen


30- -
einerFunktion mit dem Definitionsbereich K. X

25-
X
20

15 X

10- - X

X
5- - -
X

4-
8. Ordnen Sie jedem der abgebildeten Graphen eine 1 2 3 4 5 6 7 9 10 n
der angegebenen expliziten Darstellungen zu.
Begründen Sie Ihre Zuordnung.
n
(A) an = 5 - 3n (B)a,= 1+^ (C)an =(-1)"2 (D)ap = yn2
(1) (3)
an an.
14- X 2 X
1,8
12 X 1,6
10 1,4-
X X
1,2
X 1- ^ X X X X X
6 -
X 0,8-
4- 4- X' 0,6
2- 0,4-
X
X 0,2
0 ¥ {
1 2 3 4 5 6 7 9 n 0
1 2 3 4 5 6 7 9 n

(2) (4)
an X an. X
2
900- 0-
I
1 ^ 3 4 5 6 7 9 n
800
... -3-..
700-- X
600
500
i .r -6
X
400 X
300
200- ●-1-2-
X
100- -15
0 * ¥
-loor
●^200
1 t i i n
-18--- X
-300 -21
X
-400- -24--
-500- X X

9. Berechnen Sie die Folgenglieder a2 bis a,o für die rekursiv angegebene Folge. Zeichnen Sie den
Graphen,
a) a, = -3; ap*i = an + 2 c) a, = 2; a n + 1 - 2 an + 1 e) a, =2,4; a n+1 = a2- 4an-f-6
1
b) 3i = 100; a n + I = an-5 d) a^ =2; a n+1 “ f) a,= 1; a n+i = sinia n
14 1 Grenzwerte

1.2 Geometrische und arithmetische


Folgen
Einstiegsaufgabe -> Die wohltemperierte Stimmung
OHNE Lösung
Eine Tonleiter in der Musik umfasst eine Oktave.
Innerhalb einer Oktave verdoppelt sich die Frequenz eines
Tones. Die Oktave ist bei der heutzutage meistverbreiteten
Stimmung, der sogenannten wohltemperierten Stimmung,
in zwölf Halbtonschritte eingeteilt. C D E FQ A
Fjflstt Attl I
CD E F
Instrumente werden in der Regel nach dem Kammerton a'
(eingestrichenes a) gestimmt, der eine Frequenz von
440 Hz hat. Die Frequenzen der oberhalb des eingestriche
nen a gelegenen Töne (in Halbtonschritten) werden durch
die Rekursionsgleichung 3^+, = ● an ermittelt, wobei
a, = 440Hz die Frequenz des Kammertons ist.

d" nennt man


■ Erklären Sie die Formel zur Berechnung der Frequenzen.
auch Quartaufa'
■ Welche Frequenz hat der Ton d", der fünf Halbtöne über a' liegt?
■ Der höchste Ton auf einer Klaviertastatur ist das c""(viergestrichenes c). Dieser Ton liegt
39 Halbtonschritte über dem Kammerton. Welche Frequenz hat dieser?

Einstiegsaupgabe KocH-Kurve
MIT LÖSUNG 1904 konstruierte der schwedische Mathematiker Helge von Koch einen Streckenzug, der als „mathe
matisches Monster“ in die Geschichte der Mathematik einging.
Bei der Konstruktion verfährt , ,
man folgendermaßen:
Man beginnt mit einer n= 7
geraden Linie der Länge a.
Hieristz.B. a=9cm. n=2
7. Schritt: Man zerlegt diese
Helgevon Koch Linie in drei gleich lange
(1870-1924) Liniensegmente.
Die KocH-Kurve
2. Schritt: Man ersetzt das
entsteht, wenn man
sich die Konstruk mittlere Segment durch ein gleichseitiges Dreieck, dessen Grundseite man entfernt,
tion unendlich oft a] Zeichnen Sie für n = 3 die Kurve, die entsteht, wenn man die beiden oben dargestellten Schritte
durchgeführt denkt. für jedes der vier entstandenen Teilstücke wiederholt,
Diese Kurve ist ein
b] Ermitteln Sie die Länge der Kurve in den ersten drei Schritten. Verallgemeinern Sie Ihr Ergebnis,
sogenanntes Fraktal,
indem Sie eine Formel finden, die die Länge der Kurve nach n Schritten angibt,
bei dem jeder noch
so kleine Ausschnitt c) In Jedem Schritt erhält man eine längere Kurve als vorher. Nach wie vielen Schritten ist die
aussieht wie die entstehende Kurve länger als der Erdumfang? Verhält sich der Inhalt der von der Kurve überdeck
gesamte Figur. ten Fläche ähnlich wie ihre Länge?

Lösung a) Es entsteht für n = 3


die nebenstehende
Kurve:
1.2 Geometrische und arithmetische Folgen 15

b) Im ersten Schritt beträgt die Länge der Kurve 9 cm,denn es ist nur eine Linie vorhanden. Im zwei
ten Schritt haben wir 4 Liniensegmente von je einem Drittel der Länge der Kurve im ersten Schritt,
also einer Länge von 3 cm. Damit beträgt die Gesamtlänge L2= 4-3cm = 12cm.
Führt man den nächsten Schritt der Konstruktion durch,so erhält man 4-4Tei!stücke von einem
Drittel der Länge der Teilstücke im vorigen Schritt, also einer Länge von 1 cm. Die Gesamtlänge der
Kurve beträgt nun L3=16cm.

Schritt 1 2 3 4 n

-4 ●4 ●4
Anzahl der Teilstücke 1 4 16 64 40-1

1 1 1
Länge derTeilstücke {in cm) 9 3 3 3 1 3

4 4 4 1-1
64
9 3 12 3 16 3
L^ Länge der Kurve (in cm) 3

Man erkennt, dass die Länge im n-ten Schritt errechnet werden kann, indem man die Länge der

Kurve im {n - 1 )-ten Schritt mit | multipliziert. Das liegt daran, dass bei jedem Schritt 4 Kopien des
auf-!- verkleinerten Streckenzuges erzeugt werden. Also gilt für die Gesamtlänge der Kurve nach n
Konstruktionsschritten die Rekursionsgleichung:

Ln=|-L n-l-
Die explizite Formel für die Länge L„ können wir aus der Tabelle oben entnehmen.
n-1
L -9● —
>-n - 3 2
Dia
Somit haben wir sowohl eine rekursive als auch eine explizite
% -i
Darstellung der Folge gefunden, welche die Länge L„ der Kurve f<x>=9+<4/3)
nach n Konstruktionsschritten angibt,
0€6
c} Der Erdumfang beträgt ca. 40 000 km, das sind 4000000000 cm.
f CX)
Die Wertetabeileder Folge zeigt: Nach 71 Konstruktionsschrit- 70 3. 7ESECI7 E3
E. 0113H2Ei'
ten ist die Kurve länger als der Erdumfang. Trotzdem passt die 6.. e.S1730E9
Kurve, vorausgesetzt man könnte sie zeichnen, auf ein Blatt a=7i
Papier, denn sie wird niemals höher und niemals breiter als
nach dem zweiten Schritt. Das bedeutet, dass die Kurve zwar unendlich lang ist, sie aber nur
endlich viel Raum einnimmt, was eine überraschende Eigenschaft der KocH’schen Kurve -st.

Information Geometrische Folgen - rekursive Darstellung

Definition
zweier aufeinanderfo lgender
n
Eine Folge [an) heißt geometrische Folge, wenn der Quotient
Folgenglieder immer gleich ist.
Bnii=q erfüllt ist.
Das heißt, dass es eine Zahl q gibt, sodass für alle n die Gleichung

rekursive Darstellungfür geometrische Folgen.


Direkt aus dieser Definition ergibt sich eine

Eine geometrische Folge (a„) hat die rekursive Darstellung:


Sn -Fl
mitai^iO und q^^O.

Beispiele
., = 0,8; 33 = 0,16; a, = 0.032; 35 = 0,0064; ...
a , = o,2-a„mita,=4. Manerhälta,=4;a
= 100; bj=105; b3=110,25; b4=H5,7625; ...
b",= l,05-b„ mitb, = 100. Man erhält b,=
1 Grenzwerte
18

Arithmetische Folgen ,ne Wertetabelle der arith


und eine rekursive-
7. Finden Sie eine explizite
n = l bis n =
= 5, Geben Sie auch das
metischen Folge für c) a,= 0, d = 1
b) a,= 3,d=-2 Zahlenfolge
a) a,= 5, d = 2 arithmetischen

z. B.: 3;3;3,
8. a)
rekursive und
arithmetische

oder eine geometrische Folge .st. Sie ihre Zuordnung.


zu. Begründen
ithmetische Folge
en Graphen eine an d,= 2n
9 ordnen Sie jedem vorgegeben= 3 + 2n Cn^in-M-^
a„= 3t-(n-l)-2 (3)
(2) 3o
0) an " x:
Sn'
16
16
-X
12
an 16 12- X
16- X-
12-
12- 4- X ■
X- 4-
4- n 1 2 3 4 5 6
4-- n 1 2 3 4 5 6
n 1 2 3 4 5 6
1 2 3 4 5 6
arithmetische Mittel des vor-
-te Folgenglied das
arithmetischen Folge ist das n
an-'+ 3^.1
10. Beiweisen Sie: ln jeder
nachfolgenden Folgengliedes: a„= j
hergehenden und i.
a,= 5 +(n-1)-6.
11. a) Gegeben ist eine Folge (anl , das keine Primzahl ist.
Finden Sie das erste Folgenglied der Folg ^
TerenceTao und
bl Gegeben ist eine Folge(bn)mi n cnicrp das keine Primzahl ist.
BEN GREEN haben
bewiesen, dass es Finden Sie das erste f^'^englied d^ser Fo g ^ ,P-K 22 Folgen-
ersten
zu jeder natürlichen Eine arithmetische Folge
Zahl keine arithme DieFolgeWmit =
tische Folge gibt, Primzahlen. Sie heißt/iP 22. bekannte Folge dieser Art ist.
gliedernur
deren erste k Glieder Informieren Sie sich, welche die momentan längste
Primzahlen sind.

12. DasNim-Spiel
121 Streichhölzerauf
Für das Nim-Spiel legt man c^ioipr
einen Haufen. Es wird von zwei Spielern Spie e
:undSpielerB,[Link]
abwechselnd nach seiner Wahn,2 oder
Streichhölzer vom Haufen weg. Wer das letzte
Streichholz erhält, hat gewonnen.
Spieler A, der anfängt, überlegt sich folgende
Strategie:
■ im ersten Zug ni
. im zweiten Zug ist Spieler Ban ein,zwei Oderdrei Sfreichhdiz^HafSpieierB
so nimmt Spieler A beim dritten Zog drei Streichhölzer, ha Spieler
ein Streichholz genommen.
so nimmt Spieler A ebenfalls zwei, hat B drei Streichhölzer genom-
zwei Streichhölzer genommen
men nimmt Spieler A ein Streichholz,
Zug. nach 3 Zügen;5 Zügen;7 Zügen;
die Anzahl der Streichhölzer, die nach einem
a) Notieren Sie
9Züeen;11 Zügen;... noch im Haufen liegen,
n ach dieser Strategie Spieler A stets gewinnt.
b) Begründen Sie, warum
Wie verhält es sich, wenn mit 122 Streichhölzern gespielt WifCl?
1.3 Grenzwert einer Folge 19

1.3 Grenzwert einer Folge


Einstiegsaufgabe Entwicklung der Wahrscheinlichkeit bei wachsender Versuchszahl
OHNE LÖSUNG
Beim Würfelspiel Mensc/? ärgere dich nicht benötigt man eine Sechs, um ins Spiel zu kommen.
■ Es wurde vereinbart, dass man anfangs
höchstens dreimal hintereinanderwürfeln
darf, um ins Spiel zu kommen.
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass
man nach drei Würfen noch nicht im Spiel
ist?
■ Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass
man nach vier Würfen,fünf Würfen,..., n
Würfen noch nicht im Spiel ist?
Wie verhält sich diese Wahrscheinlichkeit bei
wachsendem n?

Einstiegsaufgabe Entwicklung von Folgen bei wachsender Platznummer n untersuchen


MIT Lösung
a) Vorgegeben sind drei Folgen und ihre Graphen. in
1 1
an = 3 + 2n bn = 3 2n Cn = 3+ 2n
a, tin' c,
4- X 4 4-
3- xxxxxxxxxxxxxx 3 xxxxx-xxxxxxxxx 3- *x’'x*x>‘xxxxxxxxxx
xXX
2- 2- X 2-
1 1 1

2 4 6 8 10 12 14 16 n 2 4 6 8 10 12 14 16 n 2 4 6 8 10 12 14 16 n

Wie verhalten sich die Folgenglieder der angegebenen Folgen bei wachsender Platznummer n?
Beschreiben Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Folgen,

b] Betrachten Sie einen symmetrischen „Streifen“ mit der Breite 0,2 um die Gerade mit der Gleichung
y = 3. Untersuchen Sie, ob es eine Platznummer n gibt, von der ab alle Graphenpunkte der Folge
innerhalb dieses Streifens liegen.
Bestimmen Sie dazu, von weicher Platznummer n an alle weiteren Folgenglieder im
Intervall ]2,9;3,1[ liegen.
Wählen Sie dann eine Streifenbreite von 0,02 und bestimmen Sie wiederum, von welcher Platz
nummer n an alle weiteren Folgenglieder im Intervall ]2,99; 3,01[ liegen.
Wählen Sie auch weitere, noch schmalere Streifen.

Lösung a] Die Folgenglieder aller drei Folgen nähern sich offensichtlich mit zunehmender Platznummer n
dem Wert 3. Die Annäherung an den Wert 3 erfolgt jedoch unterschiedlich.

Am Graphen erkennt man; An der expliziten Gleichung erkennt man:


Die Folgenglieder an nähern sich dem Wert 3 1 1
von oben. an = 3-t-^>3 fürallen,da jpj->0

Die Folgenglieder bp nähern sich dem Wert 3 1 1


bn-3- 2n < 3 für alle n, da 2n 0
von unten.
1'’
Cn = 3-I- > 3 für gerade n, da >0
Die Folgenglieder Cn nähern sich dem Wert 3 2n
11 ii
abwechselnd von oben und von unten. <0
Cn = 3+ 2n < 3 für ungerade n, da 2n
20 1 Grenzwerte

b) Rechts ist der Graph der ^n'

4- ■X f(CO
Folge (cn) mit einem H i±S
X
Streifen um die Gerade mit 3 X " * ' * ■n. ■« X X X 5 2. 5
X
5. QSS33S5:
y = 3 mit der Breite 0,2 2
1
gezeichnet. Man erkennt an
der Zeichnung, dass 2 4 6 8 10 12 14 16 n DEG
vermutlich für naS oder ●X +■ (-X)
50 3. Ol
n a6 alle weiteren Punkte des Graphen der Folge in diesem Streifen |5 2.30019607 S
Die Wertetabelle bestätigt, dass ab der Platznummer n = 6 alle i 3.001*1538?
X=5 1
Folgenglieder im Intervall ]2,9;3,1[ liegen.
Ebenso kann man mithilfe der Wertetabelle erkennen, dass ab der Platznummer n = 51 alle
weiteren Folgenglieder im Intervall |2,99;3,01[ liegen.
Für weitere Intervalle und die beiden anderen Folgen (3^,) und (b^) kann man analog verfahren.
Für die drei Folgen (ap),(bn) und (Cn) gilt:
Für na6 gilt:Alle Fotgenglieder liegen im Intervall ]2,9;3,1[ (Streifenbreite0,2).
Für na 51 gilt: Alle Folgenglieder liegen im Intervall ]2,99;3,01[ (Streifenbreite 0,02).
Für na 501 gilt: Alle Folgenglieder liegen im Intervall ]2,999; 3,001[ (Streifenbreite 0,002).
FürnaSOOl gilt: Alle Folgenglieder liegen im Intervall ]2,9999; 3,0001[ (Streifenbreite 0,0002).

Information Grenzwert einer Folge


Es gibt Folgen, bei denen die Folgenglieder mit größer werdender Platznummer n einem bestimmten
Wert g beliebig nahe kommen. Einen solchen Wert g nennt man Grenzwert der Folge.
Selbst wenn wir um den Wert g ein immer kleineres Intervall (einen schmaleren Streifen) betrachten,
gibt es immereine Platznummern, von der an alle weiteren Folgenglieder innerhalb dieses Intervalls
(Streifens) liegen.
Diese Vorstellung nutzen wir für eine exakte Definition des Begriffs Grenzwert einer Folge.

Definition
Beispiel:
Eine Zahl g heißt Grenzwert der Folge (an), falls gilt:
Ab Platznummer 6 liegen
Zu jedem Intervall ]g-£;g + £[ mit £>0 alle Craphenpunkte der
gibt es eine Platznummer n^, von der an alle Folge in einem Streifen,
Folgenglieder a„ mit nan^ innerhalb dieses also alle Folgenglieder im
a n- X
X Intervall ]g-£;g + s[.
Intervalls liegen. X
g+ e- X
Wirschreiben dann: lim an = g 9'
X
Eine Folge, die einen Grenzwert hat, heißt g- e-
X
X I
X
konvergent. Eine Folge, die keinen Grenzwert I
I
hat, heißt divergent. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 1

Beispiel
ip
Gegeben ist die Folge (an) mit an =-2 + n ● i9n

Ab dem Folgenglied 6 liegen alle weiteren n


! 2 I 4 ' 6 10 ! 12
Folgenglieder im Intervall
]-2-0,2; -2 + 0,2[ bzw. ]-2,2; -1,8[.
X
Man kann nichtnurfür £ = 0,2 eine Platznummer -2
X JL
X X X "ST TT
finden, von der an alle Folgenglieder im Intervall
]-2-£;-2 + £[ liegen, sondern für jedes £>0. -3 4 l
I

So liegen für e = 0,1 von der Platznummer 11 an


alle Folgenglieder im Intervall ]-2,l; -1,9 [.
Die Folge (an) hat also den Grenzwert-2.
Wirschreiben: lima„ = -2
1.3 Grenzwert einer Folge 21

Weiterführende 1. Grenzwertsätze
Aufgabe Gegeben sind die Folgen (an) und (bn) mit an =4 - und bn = 2 + -^.

a) Bestimmen Sie die Grenzwerte von (an) und (bn).


b) Bestimmen Sie den Grenzwert von [an + bn), (an - bn), (an-bn) und
c) Verallgemeinern Sie Ihre Überlegungen:
Wenn eine Folge (an) gegen den Grenzwert a und eine Folge (bn) gegen den Grenzwert b konver-

giert, wie lauten dann die Grenzwerte von (an-f-bn), (a n bn). (an-bn) Und ^ ?
Dn

Grenzwertsätze für Folgen


Wenn die Folge (a^) gegen die Zahl a und die Folge (bn) gegen die Zahl b konvergiert, so gelten
folgende Sätze:
(1) Die Summe der Folgen konvergiert gegen die Summe der Grenzwerte:
lim (a„ + b,)= n-»oo
n-*oo
lim a.+ n-*tx)
lim b,= a + b

(2) Die Differenz der Folgen konvergiert gegen die Differenz der Grenzwerte:
lim (a_ - b.)= lim a„- lim b n = a-b
n^oo' " n-*ix n-*cx5

(3) Das Produkt der Folgen konvergiert gegen das Produkt der Grenzwerte:
lim (a--bn)= lim a„- lim b n = a-b
n1 —co' ” n-*co ” n-*co

(4) Der Quotient der Folgen konvergiert gegen den Quotienten der Grenzwerte:
lim a
'' a
m
r-»oo b n lim b n b
n-*

Hierbei muss man noch zusätzlich voraussetzen, dass b^ 0 für alle n und b # 0.

Übungsaufgaben Grenzwerte vermuten und überprüfen

2. Betrachten Sie die Wertetabelle der Folge für große Platznummern.


Untersuchen Sie, welchen Grenzwert g die Folge vermutlich hat. Ermitteln Sie, von welcher Platznum
mer an alle Folgenglieder in Intervall ]g -e; g-r e[ mit £ = 0,1; 0,05; 0,002 liegen,
a) an = 0,1" b) an = 1-^ c) an = 5 + n d) an^_i = 0,2-3n mit a, = 100

3. Welche der drei Graphen gehören zu einer divergenten Folge? Begründen Sie.
3n bn Cn

1 10 X 10 X -X- X X

2 4 6 10 n
XXX X X i X 5 2 10 n 2 .. 4 6. ,10 n
X X X
-1 X -10- -10 X -X X X

X
-2- X -20 -20

4. Untersuchen Sie, welche Folgen konvergent und welche Folgen divergent sind.
(1)|an = 100 +
(2) a n+1 = 1,4 ■ 3n mit a, =300
(3) a mit a,=-27

5. Geben Sie jeweils den Grenzwert der Folge an.


3i =0,2 bl =0,34 c, =-0,9 dl =3,5
32 = 0,22 02= 0,3434 C2= -0,99 02 = 3,55
33= 0,222 03 = 0,343434 C3 -0,999 03 = 3,555
22 1 Grenzwerte

6. Prüfen Sie wie im Beispiel, ob g der Grenzwert der vorgegebenen Folge ist.
1 Beispiel
a) an = 2- 3n g =2
1
b) an = 7T, g = 0

c) a„ = l-ig=l Man zeigt, dass es fürjedes e > 0 eine Platznummer n gibt,


n-i-1 sodass alle Folgenglieder, deren Platznummer größer als n ist,
d) 3n = n
im Intervall ]3-£; 3+ g[ liegen.
2n + l Gesucht wird also eine Platznummer n mit
e) 3n = n ●, g = 2
3- £ < a n und 3(1 < 3+ £
1
3-£<3+ 3+:^-<3+£
2n 2n
Die Bedingung ist immer erfüllt, 1
? < £
denn es gilt: 3-£<3<3 + 2n 2n
wegen £>0 und n> 1. 1<2£n
1
—< n
2e
Durch Äquivolenzumformungen erhalt man aus ^<n wieder a„<3+£,
also findet man zu jedem Wert £>0 eine natürliche Zahl n^, von der an
alle natürlichen Zahlen, die größer als n^ sind, die Ungleichung erfüllen.

7. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim Werfen einer Münze nach ein,zwei, drei, vier, . . . nach n
Würfen immer nur Wappen oben liegt und niemalsZoh/?
Wie verhält sich diese Wahrscheinlichkeit für wachsende n?

Grenzwerte von geometrischen Folgen

8. Von einer geometrischen Folge (an) sind drei dervier Werte a,, q, n, a^ bekannt.
Bestimmen Sie den fehlenden Wert und untersuchen Sie, ob die Folge einen Grenzwert hat.
1 .
a) a1 = -1

81; q=-5; a n b) a, = 125; n = 5; a,^ = 0,5

9. a) Untersuchen Sie, ob die geometrischen Folgen einen Grenzwert haben.


n-1

(1} an = 9-(|)" ' (2)bn = 9-(|


b) Gegeben ist eine geometrische Folge mit an = a,-q"-' mitai^O und q#0.

Experimentieren Sie mit verschiedenen Werten für q. Für welche Werte von q hat eine geometri
sche Folge einen Grenzwert, für weiche Werte nicht?

10. Das Foto zeigt das Innere eines Handys. Die quadratische Platte
mit den quadratischen Löchern dient als Antenne, sie hat die Form
wie die Figur F3. Man kann sich diese Figur F3 durch Herausnehmen
von kleineren Quadraten aus einem größeren Quadrat entstanden
denken. Setzt man das Herausnehmen weiter fort, so kann man
sich eine Folge F,, F2, F3, F^,... von Figuren denken. Setzt man
diesen Prozess unendlich fort, so entsteht als „Endprodukt“ eine
Fläche, die man SiERPiNSKi’schen Teppich nennt.
WaclawSierpinski
(siehe Aufgabe 6 Fi F2

auf Seite 17) ent


deckte diese Figuren
bereits 1929.

Betrachten Sie die Folge der Flächeninhalte der Figuren F,, F2, F 3> ■ ... Welchen Grenzwert hat die Folge?
1.3 Grenzwert einer Folge 23

Nullfolgen

11. Eine Folge heißt Nullfolge, wenn sie gegen 0 konvergiert,


a) Welche der bishervon Ihnen betrachteten Folgen sind Nullfolgen?
b) Geben Sie mehrere Nullfolgen an, bei denen alle Folgenglieder größer als null sind,
c} Geben Sie mehrere Nullfolgen an, bei denen alle Folgenglieder kleiner als null sind,
d) Geben Sie mehrere Nullfoigen an, bei denen unendlich viele Folgenglieder größer und unendlich
viele Folgenglieder kleiner als null sind.

Anwenden der Grenzwertsätze

12. Um die Grenzwertsätze anwenden zu können, Beispiel

ist es manchmal sinnvoll, eine Termumformung 2n-n^


Gegeben ist(an) mit an* 3n + n2‘
vorzunehmen,
Bestimmen Sie den Grenzwert von (an) und (bn) 2n-n^ n Kürzen mit
Es gilt: an* 3n + n^
3n^ + 4n + 7 (4n + 1)-(2n + 3) 3+ 1
mit an = 9n^ + 7n und bn* 7n^ + 4n + 2
—-1
n hat den Grenzwert-1,—+1
n hat
Gehen Sie dazu vor wie im Beispiel. den Grenzwert 1, also hat den Grenz
wert ^=-1.
1

13. Bestimmen Sie den Grenzwert durch Termumformung und Anwenden der Grenzwertsätze.
1
n^+ n 8n^-4n + 2 n +n
a) 3n =
n“*
b) an = 2n^ -4n^ +1 c) a n ”
n

14. Formulieren Sie für die folgenden Kurzformen einen Satz(ähnlich wie in den Grenzwertsätzen auf
Seite 21) und beweisen Sie den Satz durch Zurückführen auf die Grenzwertsätze,
2
m an lim a
GO P) „lim='S = n^oo j** mit kelN*

15. '
a) Auch wenn n-*o5
lim a„
''
und n-*i»
lim b„
"
nicht existieren, kann n^co'
lim(a_ + b_) existieren.

Erklären Sie diese Aussage an dem Beispiel an =-^-3n und bn*3n.


b) Bilden Sie selbst Beispiele von Folgen, bei denen lim a^, und (im b,, nicht existieren, wohl aber

(l),l!j;n(an-bj (2) lim(a,-bn} (3) lim ^


''r-»i» b
.

16. HERON-Verfahren
a] Geben Sie eine Folge von Näherungswerten für die Zahl V2 an. Gehen Sie dabei folgendermaßen
vor: a, = 1,4 ist ein erster Näherungswert. Da 1,42 = 1,96<2, ist 1,4 etwas kleiner als V2. Die Zahl x
in der Gleichung l,4-x =2 muss dann notwendigerweise größer als V2 sein. x =^= 1,4285714...
Der genaue Wert von t/2 muss also zwischen 1,4 und liegen.
Es liegt nahe, als besseren Näherungswert das arithmetische Mittel zu wählen: 82 =^ ●
Heron von
Berechnen Sie aj. Dieses Verfahren geht zurück auf den griechischen Mathematiker und Ingenieur
Alexandria
Heron Von Alexandria.
(um 75 [Link].) Führen Sie das Verfahren fort und bestimmen Sie weitere Näherungswerte.
griechischer
Mathematiker Geben Sie die Rekursionsgleichung an.
b} Nehmen Sie an, dass die Folge (an) gegen einen Grenzwert a konvergiert. Zeigen Sie mithilfe der
Gleichung n-*oo
lim a n+1 = n^ooZ
lim-^ an + — und der Grenzwertsätze, dass dieser Grenzwert V2 sein muss.
Beachten Sie dabei lim an + l = lim an
n-»co n-*

c) Verallgemeinern Sie Ihre Überlegungen aus den Teilaufgaben a) und b) auf HERON-Folgen zur
Bestimmungvon Vx für xeR.
Geben Sie mit dem HERON-Verfahren Näherungswerte für die angegebenen Wurzeln an.
(1) V3 (2) Vs (3) VTzT
24 Selbst lernen 1 Grenzwerte

1.4 Geometrische Reihen


Ziel ln diesem Abschnitt betrachten wir Folgen ($„), die entstehen, wenn die Glieder 3i bis einer vorgege
benen Folge (an) aufsummiert werden.
Dabei ist s, = a,, S2= a, +82, 53 = 3, + 83 + aj usw. Solche Folgen nennt man auch Reihen.

Zum Erarbeiten Die Erfindung des Schachspiels und die geometrische Reihe
Um die Entstehung des Schachspiels ranken sich viele Legenden. Einer Legende nach soll das Schach
spiel vor über tausend Jahren in Indien entstanden sein.

Der indische Weise Sissa ibn Dahir erfand das Schachspiel für seinen Herr
scher Shihram. Dieser war von dem neuen Spiel so begeistert, dass er Sissa
ibn Dahir zu sich kommen ließ und ihm einen Wunsch frei stellte. Der Weise
äußerte den Wunsch, auf jedes Feld eines Schachbretts Weizenkörner gelegt
zu bekommen: auf das erste Feld ein Weizenkorn, auf das zweite Feld zwei
Weizenkörner, auf das dritte Feld vier Weizenkörner, und so weiter, bis die
entsprechende Anzahl von Weizenkörnern auf jedem Feld des Schachbretts läge. Der Herrscher
wollte diesen Wunsch zunächst nicht erfüllen, weil er ihn für zu bescheiden hielt.

■ Ermitteln Sie die Gesamtanzahl an Weizenkörnern, die Sissa ibn Dahir erhalten hätte, wenn seinem
Wunsch Folge geleistet worden wäre.

Eine Reihe aufstellen


■ Auf dem ersten Feld des Schachbrettes befindet sich ein Weizenkorn.
■ Auf dem zweiten Feld des Brettes befinden sich zwei Weizenkörner. Zusammen befinden sich
damit auf den ersten beiden Feldern des Schachbrettes 1 -f- 2= 3 Weizenkörner.
■ Im nächsten Schritt kommen vom dritten Feld 4 Weizenkörner hinzu. Insgesamt zählt man nun
1 +2+4 = 7 Weizenkörner.
■ Wenn Sn die Anzahl der Weizenkörner auf den ersten n Feldern des Schachbrettes bezeichnet, dann
gilt Sn = 1 +2 + 22 + 2^ + ...+ 2"-'.
Wir erhalten also eine Folge (Sn), die jeder natürlichen Zahl n die Anzahl der Weizenkörner auf den ers
ten n Feldern des Schachbretts zuordnet. Das Folgenglied Sg4 gibt die Gesamtanzahl der Weizenkörner
auf dem Schachbrett an. Wir müssen also Sg4 = 1 + 2 +4 + 8 +16 +... + 2®^ berechnen.
Da das sehr mühselig ist, werden wir versuchen, eine explizite Darstellung für Sp zu finden.
Dazu ermitteln wir zunächst zwei rekursive Darstellungen fürsr,:
Rekursive Darstellung (1): Rekursive Darstellung (2):
Wir untersuchen, welcher Term zu Sn addiert Wir untersuchen, wie wir aus Sn durch Multiplika
wird, um sn + 1 zu errechnen. tion und Addition sn + 1 errechnen können.
s, = 1 Si = 1
+2^ =2 ●2+1
$2 = 1+2 S2 = 2+ 1 ● 2+1
+22 = 4
S3 = 1 + 2 + 4 \ S3 = 4 + 2 + 1
+ 2® = 8 ●2 + 1
$4=1 + 2 + 4 + 8 S4 = 8 + 4 + 2+1
Man erhält s n-i-l = Sn + 2- Man erhält s n●^l = 2 -Sn + 1
Durch Gleichsetzen dieser beiden rekursiven Darstellungen erhalten wir:
0&4
2-Sn + 1 = Sn + 2", was umgeformt Werden kann zu 2 -1
1.844674407e19
2-Sn-Sn = 2'^- 1, also
Sn = 2'^-1.
Nun können wir $54 errechnen: Es gilt Sg4 = 2®‘’- 1 = 1,84-10’®.
1.4 Geometrische Reihen Selbst lernen 25

20000 Weizenkörner wiegen ca. 1 kg. Das heißt, dass Sissa ihn Dahirca.
9,2-10''Tonnen Weizen zustünden. Das sind 920 Milliarden Tonnen. sns/20000
9.223372037e14
ans/1000
Weltweit wurden im Erntejohr 2013/14 nur 713 Mio. t Weizen geerntet. 9.223372037e11

Information Die geometrische Reihe - rekursive Darstellung

Definition
Ist (an) eine geometrische Folge mit an = a, ●q''”' und a, #0, q #0, so ist die zu dieser Folge gehö
rende Folge (Sn) der Teilsummen bis zum n-ten Folgenglied gegeben durch:
Sl = a. = a1
+ 32 1 ●q + a,
$2= a, + a2 = a, + a,q
1 2
$3 = 3i + 83 + 83 ^+23 = a, + a, q' +3i q

n-1
Sri“ 3-|+ 32 + 33 +●●● + 3n = a, + a, q’ +3i q^ +... + 3i q
Die Folge (Sn) heißt geometrische Reihe,

Aus der Definition der Folge ($n) ergeben sich die folgenden rekursiven Darstellungen:
(1]s n+l - Sn + 3n + 1 mit s, =a 1 (2]S n+i = q-Sn + ai mit S 5 = a,

Explizite Darstellung der geometrischen Reihe


Um eine explizite Darstellung zu erhalten, setzen wir die beiden Rekursionsgleichungen (1) und (2)
gleich:
Sn + 3n + l = q 'Sn + Wegen an = ai-q"*’ erhalten wir:
Sn + ai ’q" = q-Sn + ai Daraus wiederum erhält man:
Sn-(1 -q) = a,-[1 -q")
Auflösen nach s^ liefert schließlich die explizite Formel.

Satz
Für eine geometrische Reihe mit dem Anfangsglied a, und dem konstanten Quotienten q gilt:
n-l -a
Sn = a, + a,-q + a,-q2 + ... + aTq -3' l-q >
für q + 1

Beispiel In manchen Formelsammlungen


t;

n-l findet man auch s„ = o,


1 1 + 1 ' +. 1 l~q ’
Für Sn = 1 + j ^ 2 ●'U ist 3i = 1 und q
n in diesem Fall fängt man aber bei
I-I" 1-i' n' n = 0 an zu zählen, also S(,=o,,
2 ' 2, 1
Einsetzen in die Formel liefert Sn = 1 ● 1 1 = 2- 1-1 s,=0; + 02 = o, + (7-o, usw.
’-i 2

Zum Üben Die geometrische Reihe

1. Bestimmen Sie den Wert,


Beispiel
a) 3’+32 + 33 + ... + 320
1 ®
364
b) [Link]. 2
3 3 3 1 243
c) 1 -5 + 25-.. . + ...-3125 1-i
d) 3+12 + 48 + ... + 3072

2. Gegeben ist eine geometrische Folge (an) durch a, und q. Schreiben Sie die Folgenglieder der geometri¬
schen Reihe als Summe auf und bestimmen Sie s^ mithilfe der Summenformel,
1
a) a, =4; q = 2 b) a,=2; q=^ c) a 1 - l;q = -2 d) a, = 10; q = -5
26 Selbst lernen 1 Grenzwerte

3. (1) Wie groß ist das


Kapital nach 10 Schnell zum großen Vermögen
Jahren? Bei unserem Ratensparvertrag zahlen Sie jedes Jahr 250 Euro ein. Jahr
(2) Beschreiben Sie um Jahr wird das eingezahlte Kapital mit 1,5% verzinst. Damit profitieren
die Entwicklung Sie vom Zinseszinseffekt, der Ihr Geld schnell vermehrt!
des Kapitals
mithilfe einer Folge. Wie groß ist das Kapital nach n Jahren?

Konvergenz der geometrischen Reihe

1 - q'^
4. a) Betrachten Sie die Folgen mit Sn = — für verschiedene Werte von q und erzeugen Sie Werte-
1-q
tabeiten. Untersuchen Sie, wie der Wert von q das Verhalten der Folge beeinflusst.
1.
(1} q = 2; (2) q =-1; (3) q^l (5) q = -i
3’ (6) q = 5.

b) Ermitteln Sie, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit(Sp) konvergiert.


Ermitteln Sie den Grenzwert.

5. Eine Strecke AB mit der Länge s wird um die Hälfte verlängert. Die Verlängerung BC wird danach auch
um die Hälfte verlängert, usw. Über jeder Strecke
wird ein Halbkreis gezeichnet, wie unten abgebildet.

a) Ermitteln Sie die Länge der Kurve aus


Halbkreisbögen nach n Schritten,
b) Untersuchen Sie, ob die Länge nach
n Schritten konvergiert.

6. Ein Witz unter Mathematikerinnen und Mathematikern geht so:


„Eine unendliche Anzahl von Mathematikern betritt eine Bar.
Der erste Mathematiker bestellt ein Glas Bier, der zweite Mathematiker ein halbes Glas Bier,
der dritte Mathematiker ein viertel Glas Bier, der nächste in Achtel und so weiter.
Der ßarmann schüttelt nur mit dem Kopf und gießt zwei Gläser Bier ein.“
Erläutern Sie die Pointe.

Die arithmetische Reihe

7. Überden Mathematiker Carl Friedrich Gauss kursiert folgende Geschichte: Als er ein junger Schüler
war, wollte sein Mathematiklehrer die Klasse beschäftigen und stellte folgende Aufgabe: „Berechnet
die Summe der ersten 100 Zahlen.“ Gauss wusste sehr schnell die korrekte Antwort, sie lautet 5050.
a) Gauss hat die Zahlen nach dem abgebildeten Schema aufsummiert. Erläutern Sie dieses und
verifizieren Sie die oben angegebene Lösung.
1 + 2 +3 + 99 + 100
+ 100 -I- 99 + 98 -1- 3 + 2 -I- 1
= 101 ■rIOl -1-1 01 -1-101 -rIOl -rIOl
= 100-101
n -(n -h 1)
b) Zeigen Sie: l-(-2-r3-r4-r...-rn = 2
c) Bestimmen Sie.
(1) 3-r6-r9-r12 + ...-f210; ( 2) 10-t-13-t-16-Hl9-i-...-1-217; (3) 4-h10-r16-r...-i-76
1.5 Konvergenz monotoner und beschränkter Folgen 27

1.5 Konvergenz monotoner und


beschränkter Folgen
Einstiegsaufgabe Eine wachsende Folge auf Konvergenz untersuchen
OHNE LÖSUNG
Betrachten Sie die rechts vorgegebene Folge (an). a, = l
■ Bestimmen Sie die nächsten drei Folgenglieder. Können Sie zu dieser 32=1,1
33= 1,101
Folge einen Grenzwert angeben?
34 = 1,101001
■ Beschreiben Sie die Entwicklung der Folgenglieder für wachsende n.
35=1,1010010001
■ Untersuchen Sie,ob diese Folge ein größtes bzw. ein kleinstes Folgen
glied hat.
■ Entscheiden Sie ausgehend von Ihren obigen Ergebnissen, ob diese Folge konvergiert.

Einstiegsaufgabe -> Monotonie bei Folgen


MIT LÖSUNG
Wir untersuchen die folgenden drei Folgen;
■ Folge (3n): Das erste Folgenglied ist 5. Das nächste Folgenglied entsteht durch Wurzelziehen aus
dem vorhergehenden Folgenglied.
■ Folge (bn): Das erste Folgenglied ist 5. Das nächste Folgenglied entsteht durch Quadrieren des
vorhergehenden Folgengliedes.
■ Folge (Cn); Das erste Folgenglied ist5. Das nächste Folgenglied entsteht durch Bilden des Kehr
wertes aus dem vorhergehenden Folgenglied,
a] Bilden Sie für diese drei Folgen die ersten 10 Folgenglieder. Stellen Sie die Folgen auch grafisch
dar. Beschreiben Sie die Entwicklung der Folgenglieder für wachsende n.
b) Untersuchen Sie für jede Folge, ob es ein größtes oderein kleinstes Folgenglied gibt,
c) Entscheiden Sie für jede der drei Folgen begründet, ob sie konvergiert.

LÖSUNG a) Wir berechnen die ersten 10 Folgenglieder:


n an bn Cn
1 5 5 5
2 2,23606798 25 0,2
3 1,49534878 625 5
4 1,22284454 390625 0,2
5 1,10582302 1,5259'10'' 5
6 1,0515812 2,3283'10^2 0.2
7 1,02546633 5,421 - IO“*“ 5

1,01265312 2,9387 10®3 0,2


9 1,00630667 8,636-10'28 5
Wert vom TR nicht mehr
10 1,00314838 0,2
berechenbar

800000 bn
an I Cn
i
7 700000
6 ]■ 'i' 600000 6
5 X 500000 5 * I -X- X
i
4 400000 *—r 4-
3 300000 3
X
2 200000 2- - :
X
1 * X X X X X X 100000 1
n n
i » I » 4-
1 23456789 10 1 2 3 4 5 6 7 8 1 23456789 10
28 1 Grenzwerte

■ Bei der Folge (an) ist jedes Folgenglied kleiner als das vorherige. Das kann man auch allgemein
begründen: Es gilt =Vän- Für alle > 1 gilt > 1 und somit
'rn-l also 3n > a n + 1 ■

■ Bei der Folge (bn) werden die Folgenglieder mitjedem Glied größer, denn aus br,>1 folgt durch
Multiplikation mit b„ auf beiden Seiten b2 = b„^, > b„. Die Folge wächst schnell in Bereiche, die
selbst mit dem Taschenrechner und auch grafisch nicht mehr dargestellt werden können.
■ Die Folge (cn) nimmt abwechselnd nur zwei Werte an:5 und j. Das folgt daraus, dass der Kehr
wert des Kehrwerts einer Zahl wieder die Zahl selbst ist.

b) Kombiniert man die Ergebnisse aus den Tabellen in Teilaufgabe a) mit den darauffolgenden
Überlegungen,so sieht man:
■ Das größte Element der Folge (an) ist das erste Folgenglied, also a, = 5. Es lässt sich nicht
sagen,ob es ein kleinstes Folgenglied gibt. Aber sicherlich sind alle Folgenglieder größer als 1,
da für jede Zahl a > 1 gilt: Vä > 1, also folgt aus a„ > 1 auch fürjedes n: a n + 1
■ Das kleinste Folgengiied der Folge (bn) ist das erste Folgenglied bi=5. Danach werden die
Folgenglieder beliebig groß.
■ Die Folge (c„) hat sowohl ein kleinstes als auch ein größtes Folgenglied. Das größte Folgenglied
ist c, =C3 = C5 =... =5 und das kleinste Folgenglied ist C2 = C4 = Cg =

c) Die Folge (an) konvergiert, denn die Folgenglieder werden mitjedem Schritt kleiner, liegen aber
immer etwas oberhalb der 1. Zu jedem noch so kleinem e > 0 finden wir ein Folgenglied (an), das
im Intervall ]!;!+£[ liegt. Damit konvergiert die Folge.
Dass der Grenzwert der Folge 1 beträgt, können wir auch mit folgender Plausibilitätsbetrachtung
begründen: Die Folge (an) kann rekursivso definiert werden: an = ^a„_-^. Falls(an) gegen einen
Grenzwert g konvergiert, gilt
g= n-*oo
°
lim 3n= n-»cc
lim Ja n-1 Jvn-»co
lim a n-1
Giltaber lim ar = g, sogiltauch lim a n-1 = g und mit der obigen Beziehung g = Jg.

Da g>0, folgt hieraus g=l.


Die Folge (bp) konvergiert nicht, denn ihre Folgenglieder werden beliebig groß. Zu jeder Zahl gibt
es ein Folgenglied, das größer ist als diese Zahl.
Die Folge (cn) konvergiert nicht. Bildet man ein kleines Intervall um die Zahl 5,z. B. ]4,9; 5,1[, so
liegen unendlich viele Folgenglieder außerhalb dieses Intervalls, nämlich alle die Folgenglieder,
die jbetragen. Analog verhält es sich mit einem kleinen Intervall um die Zahl

Information Ist jedes Folgenglied kleiner bzw. größer als das vorherige Folgenglied und ist es möglich, eine Zahl zu
finden, die kleiner bzw. größer als alle Folgenglieder ist, so kann man die Konvergenz einer Zahlen
folge feststellen. Dabei ist es noch nicht einmal nötig, den Grenzwert zu kennen. Man nutzt die folgen
den beiden Definitionen.

Definition
Eine Folge (an) heißt monoton fallend, wenn für alle nelN gilt: ap^a n + 1
Eine Folge (an) heißt monoton wachsend, wenn für alle nelN gilt: apsan + 1

Beispiel

1
Gegeben ist die Folge (ap) mit ap =’^. Diese Folge ist monoton fallend: Aus n + 1 folgt
n + 1 > n. Diese Aussage ist für alle nsW wahr.

Gegeben ist die Folge (bp) mit bn = 2-n. Diese Folge ist monoton wachsend: Aus 2-(n + 1)> 2n
folgt 1 >0. Diese Aussage ist für alle nelN wahr.
1.5 Konvergenz monotoner und beschränkter Folgen 29

Definition
Eine Zahl (S^,) heißt obere (untere) Schranke der Folge (an)falls für alle n gilt: an s So (an > Su).
Eine Folge heißt nach oben beschränkt, wenn sie eine obere Schranke hat. Hat sie eine untere
Schranke,so heißt sie nach unten beschränkt.

Beispiel

Die Folge (an) mit an = -^ ist nach unten beschränkt durch die Zahl 0, da -^aO für alle ne IN.
Sie ist ebenfalls nach oben beschränkt durch die Zahl 1, da -<1
n für alle neM.

Die Folge (bn) mit bp = 2-n ist nach unten beschränkt, da 2n a2 für alle ne IN.
Es existiert keine obere Schranke für diese Folge.

Satz: Monotoniekriterium
Jede monoton wachsende, nach oben beschränkte Folge ist konvergent. Die kleinste obere
Schranke ist dann ihr Grenzwert.

Jede monoton fallende nach unten beschränkte Folge ist konvergent. Die größte untere Schranke
ist dann ihr Grenzwert.

Beispiel

Die Folge (an) mit an =-1 ist monoton fallend und nach unten beschränkt. Damit ist sie konver
gent. Ihr Grenzwert ist - wie schon aus dem vorigen Kapitel bekannt - die Zahl 0.

Das Montoniekriterium ist sehr schwierig zu beweisen. Daher verzichten wiran dieser Stelle auf einen
Nachweis.

Übungsaufgaben Monotonie einer Folge

1. Entscheiden Sie, ob die Folge (a^,) monoton wachsend oder monoton fallend ist. Begründen Sie auch,
a) 1, 1. 1. 1. j_, j_,
1 ’ 2’ 4’ 9’ 16' 25 ’ "■ e) ap = 4n-n2 i) a, = V2
1
b) 3;3l;3f;3|;3|;3f; ... f) a.=
n2-^
n j) a, = vö;5
in*1
C) 1; -1; 3; -3; 5; -5; 7; -7;... g) a,= n k) =
1 -n
d) -4; -2; 0; 2; 4; 6; 8; ... h) a, = n —n l) a, = n + 2

2. Gegeben ist die geometrische Folge (a^) mit an = a, 'q""'. Weiterhin gilt a, > 0. Bestimmen Sie q so,
dass die Folge monoton wachsend bzw. monoton fallend ist.
Entscheiden Sie begründet, ob es ein q gibt, sodass keiner der beiden Fälle eintritt.

3. Ist die Aussage wahr oder falsch?


Begründen Sie Ihre Entscheidung und korrigieren Sie die Aussagen gegebenenfalls,
a) Jede geometrische Folge ist monoton wachsend oder monoton fallend,
b) Es gibt Folgen, die sowohl monoton wachsend als auch monoton fallend sind,
c) Ist eine Folge (a_) monoton wachsend und alle an?^0, so ist —monotonfallend,
d) Eine arithmetische Folge ist monoton wachsend oder monoton fallend.
30 1 Grenzwerte

Beschränktheit einer Folge

4. Entscheiden Sie begründet, ob die Folge nach oben oder nach unten beschränkt ist und geben Sie ggf.
die kleinste obere bzw. größte untere Schranke der Folge an.
1
a) -2; +2; -2; +2; ... an =
(-3)'
1
b) 1- 5- 1- 5- 1- 5- 1- g) 3n = 3 n l)
1 > 3, 2. 3. 4, O. g.
3. 8. 25. 2±. 35.
C) 4’ 9’ 16’ 25’ 36’ ■" h) a, = n-n2 m) a,i = n-10
1 n +1
d) -1; 2; -2; -1; 3; -3; -1; 4; -4; ... 0 = ^1 - n) a,= n + 2
1 - lOn-7
e) 0,9; 1,99; 2,999; 3,9999; ... j) a,= 1 +n 0) 3a =

5. Gegeben ist die geometrische Folge (a^) mit an = a, -q"’’. Weiterhin gilt ai>0.
Bestimmen Sie q so, dass die Folge nach unten bzw. nach oben beschränkt ist.

6. a) Geben Sie mindestens drei Folgen an, die nach oben beschränkt sind.
Geben Sie ebenfalls mindestens drei Folgen an, die nach unten beschränkt sind,
b) Geben Sie mindestens drei Folgen an, die nicht nach oben beschränkt sind.
Geben Sie ebenfalls mindestens drei Folgen an, die nicht nach unten beschränkt sind.

7. Entscheiden Sie begründet, ob die Aussage wahr ist.


a) Wenn eine Folge konvergent ist, dann ist sie nach oben und nach unten beschränkt,
b) Wenn eine Folge nach oben und nach unten beschränkt ist, dann ist sie konvergent.

E. Die kleinste obere Schranke kann selbst auch ein Folgenglied sein. Entscheiden Sie begründet, in
welchen Beispielen dies der Fall ist und geben Sie die kleinste obere Schranke in den Beispielen an.
1- 1-1. I- 1-
(1) 1 ’ 2’ 3’ 4’ 5’
1 . _2
(2) 1; 4’ 5
(3) 3; 3,1; 3,14; 3,141; 3,1415; 3,14159; ... (dezimale Näherungsfolge fürTi).

9. Geben Sie eine Folge an, für die


a) 5 obere Schranke ist, 4 aber keine obere Schranke ist.
b) unendlich viele Glieder gleich -2 sind, -2 aber auch untere Schranke ist.
c) 6 kleinste obere Schranke ist, aber kein Folgenglied gleich 6 ist.
d) 6 kleinste obere Schranke ist, unendlich viele Gleider gleich 6 sind, aber auch unendlich viele
Gliedervon 6 verschieden sind,

e) -4 obere Schranke, aber nicht kleinste obere Schranke ist.

10. Geben Sie eine Folge an, für die


a) -2 größte untere Schranke und 3 kleinste obere Schranke ist.
b) -3 größte untere Schranke und jede positive Zahl obere Schranke ist.
c) 3 größte untere Schranke ist, unendlich viele Glieder gleich 3 sind, aber auch unendlich viele
Gliedervon 3 verschieden sind.

Anwenden des Monotoniekriteriums

11. Egemen untersucht die Folge (an) mit ai=0,9; a2 = 0,99; 83 = 0,999; 34 = 0,9999; ... auf Konvergenz.

Er erklärt: nDie FoLge ist monoton wachsend und beschränkt mit der kleinsten oberen
Schranke 1. Daher gilt n
Lim00 On = 1." Dominik entgegnet: „Aber am Term sieht man, dass der

Grenzwert 0,9 sein muss. Eine Folge kann nicht zwei Grenzwerte haben!“
Nehmen Sie Stellung.
1.5 Konvergenz monotoner und beschränkter Folgen 31

2n + 2
12. Gegeben ist die Folge (an) mit an = 4n + 2’
a) Berechnen Sie die ersten 10 Glieder der Folge und stellen Sie diese grafisch dar.
Stellen Sie Vermutungen über Monotonie und Beschränktheit dieser Folge auf.
Geben Sie ggf. eine obere und eine untere Schranke dieser Folge an.
b) Untersuchen Sie die Folge ausgehend von Ihren in Teilaufgabe a) erzielten Ergebnissen auf
Konvergenz,
2n + l 2n2+i
c) Untersuchen Sie nun die Folge (bn) mit bn = 4n + 7 sowie die Folge (Cn) mit Cn = 4n + 7 auf
Konvergenz,
d) Erläutern Sie, inwieweit sich die oben erzielten Ergebnisse verallgemeinern lassen,

6n +1
13. Gegeben ist die Folge (an) mit an = 3n + 3‘
a) Berechnen Sie die ersten zehn Glieder der Folge. Welche Vermutung über die Monotonie ergibt
sich? Beweisen Sie diese,

b) Geben Sie eine untere und eine obere Schranke an. Warum ist die Folge konvergent?
c) Bestimmen Sie den Grenzwert,

14. Zeigen Sie: Die Folge (an) mit 3^ = ^? ist monoton fallend und nach unten beschränkt.

15. Gegeben ist die Folge (Sn) mit dem Bildungsgesetz Sn=Sn-1 + -^ und S, = 1 sowie ihr Graph.
Diese Folge wird auch harmonische Reihe genannt.
Sa

3 X'
X*
X*
X
2 X
X
X

1 X

=<4444 n
2 4 6 8 10 12 14 16 18 20
n
a) Begründen Sie anhand derobigen Darstellung, weshalb (Sn) monton wachsend ist.
b) Erläutern Sie, inwieweit es möglich ist, anhand dervorliegenden Grafik zu entscheiden, ob die
Folge konvergiert,
c) Entscheiden Sie anhand der folgenden Rechnung, ob die Folge (Sn) einen Grenzwert hat.

2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
> ä

-4444444^4*4^44 I 1 1 j_

1 1
-4* i + +
2 2
+...

16. Gegeben ist die Folge (an) mit +^+


a] Erläutern Sie die unten stehende Rechnung und begründen Sie anhand des Ergebnisses, dass die
Folge monoton wachsend ist.
1 1 1 1 1
3n + l - n+2 n+3 n+4 + ... + 2n + l ^ 2n + 2
1 1 1
an +... + 1
n+1 n + 2^ n +3 2n
1 1 1 1 1
3n + l - a n ~ 2n+1 2n+2 n+1 2n+l 2n+2 + 0
1
b) Begründen Sie ansn- n + 1 . Geben Sie mithilfe dieser Ungleichung eine obere Schranke fü r die

Zahlenfolge an.
c) Entscheiden Sie begründet, ob die Folge einen Grenzwert hat und ob es möglich ist, diesen
anzugeben.
32 1 Grenzwerte

1.6 Grenzwert einer Funktion an einer


Stelle
Einstiegsaufgabe Verhalten von Funktionen in der Nähe von Definitionslücken
OHNE LÖSUNG
Gegeben sind die Funktionen f2 und fg mit
1 2x-l x+1
(1) f,(x)= x + 1 (2) f2(x)= X2 (3) f3(x)=
(X-l)3
a) Geben Sie die Definitionslücken jeder Funktion an, also die Stellen, an denen die Funktion
nicht definiert ist. Bestimmen Sie auch die Nullstellen der Funktionen,
b) Untersuchen Sie das Verhalten Jedes Graphen in der Umgebung seiner Definitionslücke.

Einstiegsaufgabe -> Verschiedene Definitionslücken


MIT LÖSUNG
Ermitteln Sie die Stellen, an denen die Funktion f nicht definiert ist. Untersuchen Sie, wie sich die
Funktionswerte verhalten, wenn sich die x-Werte diesen Stellen nähern. Begründen Sie ihre Ergebnisse
am Funktionsterm.
a I /● b) y T
1
c) y
I ;4
+ I

2 6
I
I f
T
f X
t

f
-2
● -2 2
f h
X
X
-4 -2 2 4 -4- - -4 -2 2 4
1
f(x) = 1-x3
2-4

LÖSUNG a) Für x = 0 ist die Funktion f mit f(x) = -^ nichtdefiniert, da x^ = 0, wenn x = 0 und man nicht durch
0 dividieren kann,
Falls sich die x-Werte von links dem Wert null nähern, also x -»0 mit x < 0, so gilt f (x) -»oo.
Falls sich die x-Werte von rechts dem Wert null nähern, also x-» 0 mit x > 0, so gilt offenbar auch
f(x) -»oo.
Wir begründen dies am Funktionsterm:

Der Funktionsterm ^ ist ein Quotient. Der Zähler hat unabhängig von x immer den Wert 1.
Der Nenner x^ kann nur Werte annehmen, die größer oder gleich null sind. Wenn die Werte von x
nahe bei 0 liegen, liegt x^ noch näher bei 0 und ist stets positiv. Man dividiert also die Zahl 1 durch

eine sehr kleine positive Zahl. Somit wird der Quotient^ beliebig groß.
Insgesamt gilt: Wenn x-»0, dann f(x)-»co.

1
b) Fürx=1 ist die Funktion f mit f(x) = 1 -x2 nicht definiert, da der Nenner 1 - x^ in diesem Fall null
wird.
Für X 1 mit x< 1, gilt f(x)-»oo un d für x 1 mit X > 1, gilt f(x) -»-CO,
Das können wir am Funktionsterm so begründen:
Der Funktionsterm 1
1 -x2 ist ein Quotient. Der Zäh ler hat unabhängig von x immer den Wert 1.
Falls die x-Werte sich von links dem Wert 1 nähern, also x ^ 1 mit x < 1, so gilt für den Nenner
1 - x^ ^ 0 mit 1 - x^ > 0, da man von 1 eine Zahl subtrahiert, die kleiner als 1 ist. Für den Quotien
ten f (x) ergibt sich in diesem Fall f(x) -»-co.
1.6 Grenzwert einer Funktion an einer Stelle 33

Falls sich die x-Werte von rechts dem Wert 1 nähern,also x-»1 mitx>l, so giltfürden Nenner
1 - x^ -»0 mit 1 - x^ < 0, da man von 1 eine Zahl subtrahiert, die größer als 1 ist. Für den Quotien
ten f(x) ergibt sich in diesem Fall f(x) co.

x‘'-i6
c) Für x = 2 und x = -2 istdie Funktion f mit f(x)= x2-- nicht definiert. Für x -»2 mit x < 2, gilt

f[x) ->8 und für X-» 2 mit x > 2, gilt auch f(x)
Die Betrachtung des Graphen zeigt, dass an der Stelle x =2 eine (unendlich kleine) Lücke ist, da
dort der Nenner des Funktionsterms Null wird. Dort istdie Funktion nicht definiert.

Am Funktionsterm kann man das wie folgt begründen: Esist^~^=^^ = x2 + 4, falls


x^-4 -4)
Xii2 oder x#-2. Der Term x^ + 4, der überall wertgleich mit f(x) ist, ist für x = 2 definiert:
Es ist 2^-h4 = 8, also: Im Fall x-»2 und x ?i;2 ergibt sich f(x)
Entsprechende Überlegungen stellt man für x = -2 an.

Information Quotient zweier Funktionen - Verhalten an Definitionslücken


u(x)
Manche Funktionen f lassen sich als Quotient zweier Funktionen u und v darstellen, also f(x)=
v(x)-
Ist Xq eine Nullstelle der Funktion v im Nenner,so ist f an der Stelle Xq nicht definiert.
Man bezeichnet Xq dann als Definitionslücke von f.
Beispiel Beispiel Beispiel
1 1 -27
f(x) x-1 f(x)= f(x)=^x -3
(x-l)2
f r.t
yi 1%
K Ii y
1 f
2 ,f
4
ü .1.
f

MiTr I
X
2
20
üßL:
f
i -4 I 2 4
I X
IQ,
■2-
I f X
-4 -2 2 4
I

-4 I -2 -2 2 4 6

Andersteile x = 1 liegt An der Stelle x= 1 liegt An der Stelle x = 3 liegt


eine Definitionslücke mit eine Definitionslücke ohne eine hebbare Definitionslücke
Vorzeichenwechsel vor. Vorzeichenwechsel vor. vor.
Es gilt nämlich: Es gilt nämlich: Es gilt nämlich:
f(x)-»-CO für X-»1 und x< 1 f(x)-»00 für x^ 1 und x< 1 f(x) ^27 für X-» 3 und x< 3
f(x) ^ 00 für X-» 1 und x> 1 f(x) -»00 für X 1 und x> 1 f(x)^27 für x-»3 und x>3

Grenzwert einer Funktion an einer Stelle

Gegeben ist eine Funktion f, die auf einem Intervall I definiert ist
und eventuell an einer Stelle Xq des Intervalls I eine Definitions f(x)
lücke haben kann.
Eine Zahl g heißt Grenzwert der Funktion f an der Stelle Xq ,
wenn für jede Folge (xn) mit dem Grenzwert Xg die Folge (f(Xn))
den Grenzwert g hat. Geht also Xn-»Xo, falls n-»oo, dann geht
f(x)
auch f(xn)-»g.

I x
>io -x
34 1 Grenzwerte

Beispiel

(1) Die Funktion f hat eine Definitionslücke an derStelle Xq = 2. Esgilt

f(x)=^^fy=x + 2 für x#2. Konvergiert(Xn) gegen den Wert 2,so gilt Ji^f(Xn)= Xn + 2= 4.
(2) f(x)= x^ hat an der Stelle Xq = 3 keine Definitionslücke. Gilt Xn-»3, falls n^co, so gilt
f(xn)-»3^ = 27 für n -^00.

(3) f(x)= -| hat an der Stelle Xß = 0 eine Definitionslücke. Für Xn = -^ gilt Xn ^0, falls n ^co und
I f(Xn)= 3 n. Also geht f(Xn) oo, wenn n ^co.
-H>-oo, wenn n 00,
I Für Xn = —^ gilt 0. falls n -»oo und f(Xn)= -3 n, Also geht f(Xn)
I . Die Funktion hat bei Xq = 0 eine Definitionslücke mit Vorzeichenwechsel.

Weiterführende 1. Grenzwertsätze für Funktionen


Aufgabe Gegeben sind die Funktionen u und V mit u(x)= 2x +3 und v(x)= x^ + 2.
a) Ordnen Sie die Funktionen u +v, u-v, u-v und den passenden Schaubildern zu.
y, y y
j.

- 6' ●● 6 4 4

2 2 T-

2 2
-2 -2 2 4
X X
+ 2 -2
-4 ; -■ . 2 -4 -2 2

b) Bestimmen Sie
u(x)
(1) lim^(u(x) + v(x)) (2) lim^(u(x)-v(x)) (3) limju(x)-v(x)) (4) lim -pr
^ ' x-5 v(x)
c) Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den Grenzwerten der Funktionen u und v an den jeweiligen
Stellen. Bestätigen Sie den folgenden Satz an weiteren selbst gewählten Beispielen.

Grenzwertsätze für Funktionen


Fürzwei Funktionen u und V mit den Grenzwerten X^X|j
limu(x)und X—
lim v(x) gilt:

(1) Xlim (u(x) + v(x)}=


—> Xq ‘ '
lim u(x)+ Hlim
X ^ Xg ^ Xg
v(x) (3) X—»Xg
lim (u(x)-v(x))=
' ‘
lim u(x]- A—»Xg
X—
lim v[x)

, u(x) für X“^Xrk


lim 0 v(x)#0
(2) X^Xg'
lim (u(x)-v(x))=
'
lim u(x)- X—
X^Xg
lim v(x) limv[x)

Übungsaufgaben Verhalten an Definitionslücken

2. Geben Sie die Definitionslücken von f an und untersuchen Sie das Verhalten des zugehörigen Graphen
in der Nähe der Definitionslücken.
x-1 x2 + 5 3x- 1
a) f(x) = b) f(x) = 8 + x^ C) f(x) =
(x + 3)(x-2)
(x + 3)2

u(x)
3. Die Funktion f lässt sich als Quotient zweier ganzrationaler Funktionen u und v darstellen: f(x) = v (x)

Marc behauptet: „Ob eine DefinitionsLücke Xq mit oder ohne VorzeichenwechseL ist, hängt
allein von der Vielfachheit der Nullstelle des Nenners v(x) ab.“
Untersuchen Sie dies an selbst gewählten Beispielen.
1.6 Grenzwert einer Funktion an einer Steife 35

4. Geben Sie eine Funktion f mit der angegebenen Eigenschaft an.


a) f hat an der Stelle2 eine Lücke
(1) mit, (2) ohne Vorzeichenwechsel,
b) f hat an derStelle-3 eine Lücke
(1) mit, (2) ohne Vorzeichenwechsel.

5. Geben Sie für die Funktion f mit f(x)= den Definitionsbereich an und unter-
(x2 + 3}-(x + 1)®-x^-(x-1)®
suchen Sie jeweils das Verhalten an den Definitionslücken.

6. Geben Sie einen möglichen Funktionsterm fürf an.


a) y b) y
6
2
4 1.
X
t +
2
2
I
' -2
X I

2 ll ’
I

Anwenden der Grenzwertsätze

7. Gegeben sind die Funktion f und die Stelle Xg.


Bestimmen Sie den Grenzwert der Funktion f an der Stelle Xg.
Welche Grenzwertsätze mussten bei der Grenzwertbestimmung angewendet werden?
a) f(x)= x2; Xq = -5 f) = -2

b) f(x)= x®; Xq = 3
g) f(x)=^; Xobeliebigmit Xq#0
1
c) f(x)= x^ + x2; Xq beliebig h) f[x)= ; Xg beliebig mit Xg#-1
(x-.l)2
d) f[x)= 8x^; Xg beliebig i) f(t) = t^ + 3'; Xq = 0

e) f(x)= 2’'; Xg =4 j) f(t)=t‘+ t2-t, Xg = 2

8. Bestimmen Sie folgende Grenzwerte durch Anwenden der Grenzwertsätze für Funktionen,
a) (im (3x‘’+ 2*-7) c) lirn ((2x + 4)-(7x + 3)] e) lim [4x2-6x2- 3)2
3x2-1
b) lim(2x^-x + 2) lim (2x+ 1)2 f) lim
' x -»4' ' d) x-»l
' x^l 2x-l

9. Bestimmen Sie den Grenzwert, wie im Beispiel mithilfe geeigneter Termumformung.


Beispiel
a) lim^^
’ X-.2 X-2
3x2+ 3x
-9 m
lim ^
b)● x^-3 x^-1 x+1
3+ x
3x-(x + 1)
x2-6x + 9 lim
c) lim x-»-1 x+1
X-.3 X-3
3 x2 + 6 X - lim 3x für x + -1
d) lim 1 x +2
x^-2
=-3

10. Bestimmen Sie die Definitionslücke der Funktion f. Zeigen Sie, dass es sich um eine hebbare Lücke
handelt.
-4x +4 4’‘-4
a) f(x)=ff| c) f(x)=^ x-2 -4
e) f(x)= ^--'^ g) f(x)= 2*-2
7x2- x x^ +5 x2-7X 22«-4 sin (x)
b) f(x)= 1 -7x d) f(x)= 5x f) f(x)=. 2« -2 h) f(x)= n
COS X +^
2
36 1 Grenzwerte

1.7 Stetigkeit
Einstiegsaufgabe Sprünge in Graphen Preisübersicht für das
OHNE LÖSUNG
Zeichnen Sie den Graphen der Funktion
DHL Paket
f: Gewicht(in kg)-* Porto (in €)1ür Pakete. Gewicht Oniine-Preis
■ Beschreiben Sie Besonderheiten des Graphen. bis 2 kg 4,99 EUR
Gehen Sie dabei darauf ein, an welchen Punkten der Graph schwie 5,99 EUR
bis 5 kg
rig zu zeichnen ist. Geben Sie die Koordinaten der Punkte (21 f(2)),
bis 10 kg 7,99 EUR
an.
(5|f(5))),[l0|f(l0))und (31,5|f(31,5)) 13,99 EUR
bis31,5kg
■ Wie oft mussten Sie den Stift mindestens absetzen, um den Graphen
zu zeichnen?

Einstiegsau PGABE Graphen auf Stetigkeit untersuchen


MIT LÖSUNG
Zeichnen Sie die Graphen der Funktionen zu
-1 für x<0 -1 für X < 0
|x|+ l für x#0
(1) fi (x)= ' Ofür x = 0 (2) f2(x)= (3) f3(x)=
-1 für x = 0 1 für x > 0
1 für x>0

Beschreiben Sie Besonderheiten der Graphen. Vergleichen Sie das Verhalten der Graphen an der Stelle
x = 0.

LÖSUNG (1) Der Graph von f, weist an der Stelle 0 einen Sprung auf. Nä 4 y
hertman sich auf dem Graphen von f, von links der Stelle 3
0,so nähern sich die Funktionswerte dem Wert-1. Nähert
2
man sich dagegen von rechts dieser Stelle, so nähern sich
die Funktionswerte dem Wert 1.
Es ist aber f,(0)= 0.

(2) Nähert man sich auf dem Graphen von ^2 der Stelle 0.
so nähern sich die Funktionswerte dem Wert 1; es ist aber
f2{0)=-l.

-4 -3 -2 -1 1 2 3 4
-1
-2

(3) Auch der Graph zu fj weist an der Stelle 0 einen Sprung auf. 4 y
Nähert man sich von links bzw. rechts der Stelle 0 an,so
3
zeigt der Graph zu fs dasselbe Verhalten wie der zu fi,
2
mit dem Unterschied, dass die Funktion f, an der Stelle 0
1
definiert ist(es gilt nämlich fi(0)= 0), die Funktion fj aber X
nicht.
-4 -3 -2 -1 1 2 3 4
+
f3
-2
-3
1.7 Stetigkeit 37

Information Stetigkeit
Einige Funktionen weisen Stellen auf, an denen der Graph einen Sprung macht. Nähern sich die
x-Werte dieser Stelle an,so nähern sich die zugehörigen Funktionswerte nicht dem Funktionswert an
dieser Stelle an. Wir nennen die Funktion an dieser Stelle unstetig. Natürlich muss die Funktion an
dieser Stelle definiert sein, also überhaupt einen Funktionswert besitzen.

Definition

Die Funktion f sei an der Stelle Xg definiert. Sie heißt dann an der Stelle Xg stetig, falls limf(x)

existiert und limf(x)= f(xg) ist. Andernfalls heißt die Funktion an der Stelle x„ unstetig.
X—»Xq

(1) fiststetigan (2) f ist unstetig an (3) f ist weder stetig, noch
der Stelle X0 der Stelle Xg unstetig an der Stelle x0
y y y
anschaulich:
kein Sprung Sprung

■0 nicht dehniert
I I
I I I
I X I X I beixp X

Xo =<0 Xo

Eine Funktion heißt stetig, wenn sie an jeder Stelle ihres Definitionsbereichs stetig ist.
y y

-E- -E- ■3-


D X X
D

stetig unstetig

Jede ganzrationale Funktion ist stetig in iR.

Folgende Funktionen sind an jeder Stelle ihres Definitionsbereic hs stetig: f(x) = x; f(x) = c; f(x) = Vx;

f(x) = x'' (neQ); f(x] = b^ (für b>0); f(x) = sin(x); f(x) = cos(x); f(x)=-^ (xs[R\(0})

Weiterführende 1. Stetige Ergänzung


Aufgabe -1
Gegeben ist die Funktion f mit f(x) sowie ihr Graph.
a) Begründen Sie, dass f an der Stelle x = l eine Definitions
lücke hat und beschreiben Sie das Verhalten der Funktion
an dieser Stelle,

b) Zeigen Sie, dass die Funktion g mit g(x) = x+1 an allen


X
Stellen des Definitionsbereichs von f mit der Funktion f
übereinstimmt und überall in ihrem Definitionsbereich,
insbesondere an der Stelle 1 stetig ist (sogenannte stetige
Ergänzung an der Stelle 1). Erläutern Sie, warum g und f
nicht dieselbe Funktion sind,
c) Ermitteln Sie die Definitionslücken der Funktion f und un
tersuchen Sie das Verhalten von f an der fraglichen Stelle.
Finden Sie stetige Ergänzungen für die Funktion.
-4 sin (x)
x+2 (2) f(x)~
38 1 Grenzwerte

Übungsaufgaben Stetigkeitsuntersuchungen

2. Zeichnen Sie den Graphen der Funktion und untersuchen Sie diese auf Stetigkeit,
0 für xsO
a) H(x)= b) f(x)=[x]
,1 für x>0 Gauß-Klammer[xj bezeichnet die
Heaviside-Funktion größte ganze Zahl kleiner gleich x.

3. Die HEAVisiDE-Funktion H mit H(x) Ofür x<0 ist nach dem britischen Mathematiker und Physiker
,1 für x>0
Oliver Heaviside benannt. Diese Funktion wird in der Mathematik, Physik und Technik oft zur mathe

Oliver Heaviside matischen Beschreibung bestimmter Vorgänge verwendet.


(1850-1925) So kann zum Beispiel ein Schaltvorgang durch eine Funktion g beschrieben werden mit
britischer Mathema g(t)= f(t]-(H(t-ti]- H(t-t2)) und 0<t, <t2> dabei wird die Funktion f nach dem Zeitpunktt, „einge
tiker und Physiker schaltet“ und nach dem Zeitpunkt t2 wieder „ausgeschaltet“,
a) Zeichnen Sie den Graphen der HEAVisiOE-Funktion und beschreiben Sie ihren Verlauf. Welche
Besonderheit fällt auf?
b) Existiert ein Grenzwert der HEAVisioE-Funktion an der Stelle a = 0?
c) Skizzieren Sie für t, = 5, t2=12 und f(t)= sin(t) den Graphen der oben angegebenen Funktion g.
Ändern Sie den Funktionsterm von g so ab, dass die Funktion f außerdem nach tj= 18 bis t4 = 22
„eingeschaltet“ ist und danach wieder „abgeschaltet“ ist. An welchen Stellen hat die Funktion g
keinen Grenzwert?

4. Zeigen Sie, dass die Funktion f an der Stelle Xg unstetig ist.


X für x<0 , y = 0
=0 c) f(x} =
' ^' x^ +1 für xaO ° ,x- 1 für X > 0' °
x + 4 für xa-3. X fürx<2 .
b) f(x)^ 4-x für x< -3’ Xg=-3 d) f(x)= Xg - 2
,x- 1 für x>2’

5. Untersuchen Sie die Funktion auf Stetigkeit.


1 x^-l
a) f(x)= X- 1 c) f(x)= x+ 1

6. ln der Abbildung rechts fehlt der mittlere Teil des Graphen y


3
einer abschnittsweise definierten Funktion.
Ergänzen Sie für den Mittelteil 2
a] einen linearen Term,
1
b) einen quadratischen Term,
sodass die Funktion aus den drei Teilen stetig ist. X

Geben Sie jeweils die vollständige Definition der Funktion an und -2 1 2


zeichnen Sie auch den kompletten Graphen.

1 fürx rational
7. Zeigen Sie, dass die Funktion f an allen Stellen unstetig ist; f(x)=
,2 fürx irrational

Vorzeichenfunktion: 8. Wo ist die Funktion f stetig, wo unstetig, wo weder stetig noch unstetig?
-1 für X < 0 sgn(x^)
sgn(x)= 0fürx = 0 a) f(x)= 4(x-i) b) f(x)= c) f(x)= d) f(x)=
+ 1 für x>0 sgn(x) sgn (x) sgn (x)

Stetige Ergänzungen

9. Beurteilen Sie, ob und wie die Funktion an ihren Definitionslücken stetig ergänzbar ist.
2* x^ + x
a) f(x)=f c) f(x)= X e) f(x)=^ X
2 -9 4x2-16 -25
b) f(x)=^x + 3 d) f(x)= 2x-4 f) f(x)=^
x2 + 5
1 Grenzwerte Das Wichtigste im Überblick 39

Das Wichtigste im Überblick


Folge Eine Funktion, bei der jeder natürlichen Zahl Die Folge (u^) der ungeraden Zahlen:
n eine reelle Zahl a^ zugeordnet wird, heißt u 1 = 1, U2 = 3, U3 = 5, u^s?, Ug = 9, Ug = n,...
Folge.
Die Zahlen a,, aj, 83,... heißen Polgenglie Rekursive Darstellung:
der, n ist die Platznummer des Folgenglie u, = 1, u n+1 = u.
n +2

des a^. Um eine Folge von ihrem Folgenglied


Explizite Darstellung:
zu unterscheiden, bezeichnet man sie mit
u_n = 2n -1
(an)-

Geometrische Eine Folge (a^) heißt geometrische Folge, Eine Tierpopulation von 300 Tieren wächstjährlich
Folge wenn der Quotient zweier aufeinan¬ um5%.
derfolgender Folgenglieder immer gleich ist.
Es gilt: a n+1 = q-an Rekursive Darstellung:
a,=300
1 und a^^, = l,05-a n
und a„ = q""’-a,

Explizite Darstellung;
a^ = l,05'^-’-300

Arithmetische Eine Folge (a^) heißt arithmetische Folge, Folge (Zj,) der Vielfachen von 10.
Folge wenn die Differenz d = a a+1 -a^ zweier
aufeinanderfolgender Folgenglieder immer Rekursive Darstellung:
gleich ist. + z, = 10
Es gilt: an+1 = a_n + d
Explizite Darstellung:
und a^sfn-l)-d + a,
z_r> = 10 ● n

Grenzwert einer Eine Zahl g heißt Grenzwert einer Folge Die Folge (b„) mit b^ = 1 - ist konvergent. Sie hat
Folge (aj,falls gilt: den Grenzwert 1, denn es gilt:
Zu jedem Intervall jg-e; g-t-s[ mit £>0 1 = lim 1 - lim 1
lim 1 - 2"
n-+co n^i n cb2"
gibt es eine Platznummer n^, von der ab alle
= 1-0
Folgenglieder innerhalb dieses Intervalls
=1
liegen.
Wirschreiben: n-»oo
lima„ =g Zu jedem noch so kleinen £ kann man eine Platz
"
nummer finden, von der an alle Folgenglieder in
Eine Folge, die einen Grenzwert hat, heißt dem Intervall
konvergent. Eine Folge, die keinen Grenz 11 ~£; 1 + £[ liegen.
wert hat, heißt divergent. hn

Eine Folge mit dem Grenzwerte heißt 2


Nullfolge. 1.5 1
bn=l-^
1 X TT -X-
X

0,5 X-

1 2 3 4 5 6 7 n

Die Folge (Uj.,) der ungeraden Zahlen ist divergent.


40 Das Wichtigste im Überblick 1 Grenzwerte

Geometrische ist(a^) eine geometrische Folge mit Gegeben ist die geometrische Reihe (s^) durch
Reihe a^^, = q-a^ und q/0, q#l und a,/0, so an*i=(-0.2)-an und
heif?>tdie Folge (s„) der Teilsummen geomet a, =500.
rische Reihe. Man erhält:
Si = a,, Si=500,
S2 = a, + a2, Sj= 500-100 = 400,
S3 = a,+ 82+ 83, S3 = 500-100 + 20 = 420,
Sf,= ai + a2+...+ an 54 = 500-100 + 20-4 = 416,
Es gilt:
n-1 1-q 1 -(-0,2)"
s„ = a, + a,-q + ai-q2+ ... + a,-q sn =500-
^1' l-q 1,2
500
Für -1 < q < 1 ist eine geometrische Reihe Es °
gilt: s= n-»co
iims„ "= 1.2
= 416,6
3i
konvergent mit dem Grenzwert s=j^.
Andernfalls ist eine geometrische Reihe
divergent.

Monotonie von Eine Folge (a^) heißt monoton fallend, wenn 4 X


an +,^ monoton fallend ;
Folgen füralle nelN gilt: a„sa n+r ' ^ X
j I r

Eine Folge (a^) heißt monoton wachsend, 2 y y y X ,x__x ?c X X. _


X X X X X X—-
wenn füralle nelN gilt: a^<an+r

-2
r| 4 6 8 10 12 14

.fep = 1 -j^-monoton wachsend -—

Beschränktheit Eine Zahl (5,^) heißt obere(untere) 3r


Sq>4
von Folgen Schranke der Folge (a^,), falls für alle n e IN
gilt: a,<S„ (a„£Sj. X iaFvM-+-'n—-
X X X X X X X X K y » V
-2-
Eine Folge heißt nach oben beschränkt, Su = 2
wenn sie eine obere Schranke hat. Su = 1 n
Hat sie eine untere Schranke,so heißt sie 2 4 ^6_ 8 ,_10 12 , 14
nach unten beschränkt.

Monotoniekrite Jede monoton wachsende, nach oben be Die Folge (b J mit b„ = 1 -^ ist monoton wachsend
rium für Folgen schränkte Folge ist konvergent. Die kleinste und nach oben beschränkt, es gilt:
obere Schranke ist dann ihr Grenzwert. lim b„= lim 1 --
n-*co " n-»co n =1

Jede monoton fallende, nach unten be Die Folge (a„) mit = 2+ ^ ist monoton fallend
und nach unten beschränkt, es gilt:
schränkte Folge ist konvergent. Die größte
untere Schranke ist dann ihr Grenzwert. lim a„= n-»oo
n-»oa
n "
lim 2+-
n
=2

Definitions Ist eine Funktion f als Quotient zweier Funk y-


lücken einer -4---
u(x)
tionen u und v mit f(x)= darstellbar und 1 f i
Funktion v(x) -3- 4

ist Xq eine Nullstelle von v, dann bezeichnet -2-


man Xq als Definitionslücke von f.
-1-
Man unterscheidet:
■ Definitionslücken mitVorzeichenwechsel T-i -2- 2 3 4
■ Definitionslücken ohne Vorzeichenwechsel i-1
x =l
5^
■ hebbare Definitionslücken —2i—\-| Definftionslücke mit
Vorzeichenwechsel
,-3^
1 Grenzwerte Klausurtraining 41

Grenzwert einer Eine Zahl g heißt Grenzwert einer Funktion f an y


Funktion - Grenz f(x)
einer SteUeXß, wenn sowohl für x<Xq als auch
wertsätze
für X > Xq gilt:
Wenn sich die x-Werte dem Wert Xq nähern, dann
nähern sich die Funktionswerte f(x) der Zahl g.
Manschreibt: x-*x„
limf(x)= g f(x)

Für die Funktionen u und v mit den Grenzwerten


lim u(x) und ''-»Xj
lim v(x) gilt: X
X-»Xj 3 X

(1) (u(x)+ V(x))= Jim u(x}+ jim^ v(x)


lim (3x2+ x-1)= 1

(2) A—»Ap
lirn (u(x)-v{x))= lim u(x)- lim v(x)
' A—»Xq limj(x-l)(x+l))=-1
lim 2x^-2 = 0
x+1
(3) jim [u (x)-V(x))= Jim u(x) ■ Jm v(x)
u(x)
(4) lim für lim v(x)#0
limv(x) X-»Xj

Stetigkeit ry,
Eine Funktion f ist an einer Stelle Xg definiert. Die
Funktion heißt an der Stelle Xg stetig, falls :"-j- ~T ■

(1) Ji^ f(x) existiertund I . ●i

(2) Jim^f(x)= f(xg), -I


Andernfalls heißt die Funktion an der Stelle Xg / J
unstetig. h
j—.

V.
— I

Eine Funktion f heißt stetig, wenn sie an jeder


üo X
Stelle ihres Definitionsbereichs stetig ist.
f ist stetig an der Stelle Xg
g ist unstetig an derStelle Xg

Klausurtraining
TeilA Lösen Sie die folgenden Aufgaben ohne Formelsammlung und ohne Taschenrechner.

1. Geben Sie eine explizite odereine rekursive Darstellung für die Folge an.
Falls die Folge konvergent ist, geben Sie auch den Grenzwert an.
a) Die Folge der Vielfachen von 13; d) 2;0,2;0,02;0,00 2;0,0002;...;
b) Die Folge der natürlichen Zahlen e) 3,1;3,01;3,001;3,0001;...;
größer null;
1_. [Link].6. 7.
c) Die Folge der ungeraden Zahlen; f) 2’3’4’5’6’7’8’”'

2. Berechnen Sie die Folgenglieder aj bis a 10-


a) a rn-1 = 3^ + 10, a, =7 ® n+1 “ lo'^n’
a,1 =5 c) a n+1 = 2a„ - 1, a, =0,5

3. 3n-2
a) Bestimmen Sie den Grenzwert der Folge (a^) mit a^ = n +1
b) Geben Sie zwei verschiedene Folgen mit dem Grenzwert 2 an.
42 Klausurtraining 1 Grenzwerte

4. Geben Sie eine Folge an, die


a) monoton fallend ist und den Grenzwert 3 hat.
b) als eine obere Schranke 6 und als eine untere Schranke 2 hat.
c) keine untere Schranke, aber 4 als eine obere Schranke besitzt,
d) monoton steigend ist und divergiert,
e) nicht monoton ist und gegen 4 konvergiert,
f) nicht monoton ist und divergiert.

TeilB Bei der Lösung dieser Aufgaben können Sie die Formelsammlung und den
Taschenrechner verwenden.

5. Zeichnen Sie in ein gleichseitiges Dreieck mit 12cm Seitenlange


ein zweites Dreieck durch Verbinden der Seitenmitten.
Zeichnen Sie ein drittes Dreieck durch Verbinden der Seitenmit
ten des zweiten Dreiecks.
Fahren Sie sofort.
Notieren Sie die ersten 5 Glieder der Folge der
a) Seitenlangen dieser Dreiecke;
b) Umfänge dieser Dreiecke;
c) Flächeninhalte der Dreiecke.

6. Ein Patient nimmt täglich 5 mg eines Medikaments ein. im Laufe eines Tages werden 40% des im
Körper befindlichen Medikaments abgebaut und ausgeschieden. Die Folge (s^,) gibt an, wie viel mg des
Medikaments sich unmittelbar nach der Einnahme am n-ten Tag im Körper befinden,
a) Zeigen Sie, dass(s^) eine geometrische Reihe bildet und berechnen Sie Sg,s,o und 5,3.
b) Bestimmen Sie den Grenzwert der geometrischen Reihe (s„). Welche Bedeutung hat dieser Wert für
den Sachverhalt?

7. n +1.
Gegeben ist die Zahlenfolge (a^) durch = n ; n > 1.
a) Berechnen Sie die ersten fünf Glieder der Folge,
b) Stellen Sie diese Glieder in einem geeigneten Koordinatensystem dar.
c) Zeigen Sie, dass 1,8 kein Glied der Folge ist.
d) Geben Sie eine obere Schranke der Folge an.
e) Untersuchen Sie die Folge auf Monotonie,
f) Zeigen Sie, dass die Zahl 1 die untere Schranke der Folge ist.
g) Ermitteln Sie den Grenzwert der Folge.

6n + 1
8. Gegeben ist die Folge (a^) mit a^ = 4n + 2^ n £ 1.

a) Berechnen Sie die ersten 8 Folgeglieder und stellen Sie die Folge grafisch dar.
b) Stellen Sie Vermutungen über die Monotonie und die Beschränktheit der Folge auf. Geben Sie,
wenn möglich, eine untere und eine obere Schranke an. Ermitteln Sie den Grenzwert der Folge.

9. Bestimmen Sie die Definitionslücke der Funktion und untersuchen Sie das Verhalten des Funktions
graphen in der Nähe der Definitionslücke,
x+1
a) fW=j!T 'b)
- f(x)=i^-^®
x-4 c) f(x) X2

10. Berechnen Sie mithilfe der Grenzwertsätze den Grenzwert der Funktion f an der Stelle x0-
x+5
a) f(x)= 2x2-3, Xq = i b) f(x)=(x2+3)(x-4),Xo =-1 C) f(x)= 1 -X. Xq = 0

\
x2 für xsl
2
11. Gegeben ist die Funktion f mit f{x)=
axfür x>j
Bestimmen Sie den Parameter a e R so, dass f an der Stelle X(,=-i stetig ist.
Differentialrechnung

Wie schnell wachsen junge Giraffen?

Es ist bekannt,dass Giraffen von der Geburt


biszum 6. Lebensjahr von circa 1,80 m auf eine
Größe von ungefähr 5,20 m wachsen.

Interpretieren Sie die beiden Graphen. Über


legen Sie, was mit dem Begriff Wachstumsge-
schwindigkeit gemeint ist. Erläutern Sie, wie
der Graph zur Wachstumsgeschwindigkeit mit
dem Graphen zur Körperhöhe zusammenhängt.

In diesem Kapitel...

... erkennen Sie, welche Rolle durchschnittliche und momentane Änderungsraten in An


wendungssituationen spielen;
... erarbeiten Sie, was man unter der Steigung eines gekrümmten Graphen versteht und
wie man die Steigung der Tangente an einer Stelle bestimmen kann;
... erfahren Sie, was man unter der Ableitung einer Funktion versteht und wie man damit
das Änderungsverhalten von Funktionen beschreiben kann;
... entwickeln Sie Regeln zur Bestimmung von Ableitungen.
44 Noch fit...?

Noch fit...
im Umgang mit linearen Funktionen?
Lineare Funktionen

Aktivieren 1 Bestimmen Sie zu den Geraden in der Abbildung rechts Gleichungen


der Form y = m-x + b.

2 Bestimmen Sie eine Gleichung der Geraden durch den Punkt P mit
der Steigung m.
a) P(2|-l); m = 3 b) P(-3l6); m=-2

Erinnern Die Gleichung y = m-x + b beschreibt eine


Gerade im Koordinatensystem. Dabei ist m die 5- —
^ I
Steigung der Geraden und b dery-Achsenab- ' V2
-4
schnitt. Die Steigung m kann man mithilfe ei-
y2-yi
nes Steigungsdreiecks berechnen: m = X2-X1
X2-X1 em Steigungs
dreieck
Jede lineare Funktion hat als Graph eine ●2- —: m=+3
5
Gerade.
1

-1 1 2 Xi 3 X2 5 6 ■ X

Für den Steigungswinkel a einer Geraden tan(a)=|-, a = 31° Rechnerbefehl:


gilt bei gleicher Skalierung der Achsen:
tan-'f|'
tan(a) = m.
mit Einstellung
Zwei Geraden mit den Steigungen m, und m2 g,; y = -2x + 3 g2: y = -2 x+1 Gradmaß DEG
sind parallel zueinander, wenn mi=m2 gilt, g, ||g2, denn mi = m2 = -2
sonst nicht.
1
Zwei Geraden mit den Steigungen m^ und m2 ■1 :y=-2x+3 gj: y = ^x+i
sind orthogonal zueinander, wenn gilt: g, ig2, denn mTm2 = -l
mT*m2 = -l, sonstnicht.

Festigen 3. Ermitteln Sie eine Gleichung der Geraden, die


a) die Steigung m = 4 besitzt und durch den Punkt P (31-1) verläuft;
b) deny-Achsenabschnitt b=-1 hat und durch den Punkt P(51-2) verläuft;
c) durch die Punkte P(1 16) und Q(-3|-8) verläuft.

4. Ermitteln Sie zu der Geraden mit der Gleichung y = -|x-1 die Gleichung
a) einerParallelendurchA(4|5); b) einerOrthogonalen d urch A(4|5).

5. Ein Energieversorger bietet seinen Kunden den Tarif K//moP/us an, in dem eine kWh 24,45 Cent kostet
und die jährliche Grundgebühr250€ beträgt,
a) Stellen Sie für diesen Tarif eine Funktionsgleichung auf.
b) Wie hoch sind die Kosten bei einem Energieverbrauch von 4500 kWh?
c) Familie Ebert möchte in diesen Tarif wechseln und erhält als Neukunde einen Sofortbonus in Höhe
von 150€und zusätzlich 15% Neukundenbonus. Wieviel muss Familie Ebert bei einem Verbrauch
von 4500 kWh im ersten Jahr zahlen?
2.1 Änderungsraten und Steigungen 45

2.1 Änderungsraten und Steigungen


2.1.1 Durchschnittliche Änderungsrate und Sekantensteigung

Einstiegsaufgabe Änderung von Wasserständen


OHNE LÖSUNG
Bei einer Überschwemmung wurden folgende Wasserstände eines
Flusses im Radio gemeldet: Um 6 Uhr: 2,0 m, um 8 Uhr: 2,2 m, \\
1
um 9 Uhr: 2,4m, um 12 Uhr: 3,3 m und um 16 Uhr: 4,1 m.
■ Skizzieren Sie die zeitliche Entwicklung des Wasserstandes.
In den Nachrichten um 17 Uhr sagte der Sprecher:

„Das Schlimmste ist wohl überstanden. Der Wasserstand steigt m.


nicht mehr so schnell wie am Vormittag," .●t

■ Was könnte der Nachrichtensprecher damit gemeint haben?

Einstiegsaufgabe Änderungen eines Tierbestandes


MIT LÖSUNG
Rotbauchunken, oft auch Feuerkröten genannt,
gelten in Deutschland als stark gefährdet.
Die Männchen machen im Frühjahr und Som
mer durch eigentümliche, melancholisch klin
gende Rufe die Weibchen auf sich aufmerksam.
Rotbauchunken leben bevorzugt in kleinen nas
sen Senken (Absenkungen im Gelände).

Durch Maßnahmen zur Renaturierung entstand in einem Gebiet eine nasse Senke. Im Sommer 1994
wurden dort 10 Rotbauchunken ausgesetzt. In einigen Sommern danach wurde der Bestand der Tiere
naherungsweise ermittelt. Im Sommer 1997 ermittelte man etwa 90 Rotbauchunken, 1999 etwa 130,
2003 etwa 190,2004 etwa 200,2009 etwa 240, 2011 etwa 250 und 2013 etwa 260 Rotbauchunken.
Bei der Auswertung der Ergebnisse wurde gesagt: „Die Anzahl der Tiere ist im Durchschnitt um 13 Tie
re pro Jahr gestiegen. Bei dieser Entwicklung können wir in 4 Jahren mit einem Bestand von über
300 Rotbauchunken rechnen.“
Überprüfen Sie diese Aussage. Vergleichen Sie dazu das Wachstumsverhalten für die jeweiligen Zeit
abschnitte, stellen Sie die Entwicklung des Tierbestandes grafisch dar und treffen Sie selbst eine
Prognose zur weiteren Entwicklung.

LÖSUNG Wir notieren die Entwicklung der Anzahl der Tiere und ihre Änderung in einer Tabelle und berechnen;
wie sich die Anzahl der Tiere im Durchschnitt pro Jahr für die jeweilige Zeitspanne verändert hat.
Jahr 1994 1997 1999 2003 2004 2009 2011 2013
Anzahl derTiere 10 90 130 190 200 240 250 260

Änderung der Anzahl + 80 +40 + 60 + 10 + 40 + 10 + 10


Durchschnittliche
90-10
Änderung der Anzahl a + 27 + 20 + 15 + 10 +8 +5 +5
1997- 1994
pro Jahr

Für den gesamten Zeitraum von 1994 bis 2013 ist die Anzahl der Tiere von 10 auf 260 gestiegen.
260-10 ^250
Damit ergibt sich im Durchschnitt ein Zuwachs von 2013-1994 also von rund 13 Tieren pro
19
Jahr. Somit ist die Aussage der Naturschützer nicht falsch. Man erkennt aber in der Tabelle an der
durchschnittlichen Änderung der Anzahl pro Jahr, dass sich der Zuwachs der Tiere pro Jahr allmählich
verringert hat.
46 2 Differentialrechnung

ln der Grafik zeigt die rot gestrichelte Linie eine Anzahl


Prognose bei einem Zuwachs
350 der Tiere
Prognose der Entwicklung, wenn man mit einem von 73 Tieren pro Jahr.
300
Zuwachs von 13 Tieren pro Jahr rechnet.
Eine Prognose, die sich an der blau gestrichelten 250
200 j.
Linie orientiert, scheint hier jedoch passender zu
1
sein, denn der Lebensraum und das Nahrungsan 150 ■1*1;; .1
X"'
gebot in einer Senke sind begrenzt. 100 I
Dies sind vermutlich auch die Ursachen dafür,
/
50 - ✓/
dass die Zunahme der Anzahl der Rotbauch Ja hr

unken allmählich kleiner wird. Man kann daher 1995 2000 2005 2010 2015

eherdavon ausgehen, dass die durchschnittliche


Änderung der Anzahl pro Jahr in den nächsten Jahren noch weiter abnimmt und der Bestand auch in
4 Jahren noch deutlich unter 300 Tieren liegt.

Information Durchschnittliche Änderungsrate einer Funktion - Steigung einer Sekante


Die Entwicklung einer Größe (z. B. eines Wasserstandes oder eines Tierbestandes) kann oft durch
einen funktionalen Zusammenhang beschrieben werden, ln manchen Fällen will man wissen, wie stark
sich eine Größe innerhalb eines bestimmten Intervalls, z. B. innerhalb eines Zeitabschnitts, verändert
hat. Für solche Zwecke verwendet man den folgenden Quotienten.

Definition
Statt durchschnittli Sekante mit der
Gegeben ist eine Funktion f.
f(bl-fio)
che Anderungsrate f(b)-f(a) Steigung m = b-o
wird auch oft mitt Der Quotient heißt
b-a Q,
f(b).
lere Anderungsrate
durchschnittliche Änderungsrate von f
gesagt.
über dem Intervall[a; b].
K(b)-f(a)
Geometrisch gedeutet ist dieser Quotient die
Steigung der Geraden (Sekante) durch die P.
f(a).
Punkte P[a [f(a)) und Q[b |f(b)). b-a

f(b)-f(a)
Man nennt den Quotienten auch a b X
b-a
Differenzenquotient.

Beispiel

in einem Weg-Zeit-Diagramm sind die Graphen ,Weg(in m)


180
der Funktionen f und g dargestellt, die den Fahrrad/^
160 -
zurückgelegten Wegeines Radfahrers und eines 140 —
Inlineskaters für circa 60 Sekunden beschreiben. 120
100 - Inline-Skates
Die durchschnittliche Änderungsrate von f über
80
dem Intervall [20s;50 s] ergibt sich wie folgt 60
durch Ablesen der Funktionswerte von f und 40
Berechnen des Differenzenquotienten: 20
Zeit (in s)
f[50s)-f[20s) 155m-36m 10 20 30 40 50 60 70
_ 4ÜL
j 50S-20S 30s s
Entsprechend ergibt sich die durchschnittliche
g[6Qs)-g(1Qs) 70m-12m
Änderungsrate von g über dem Intervall[10s; 60sj: eOs-IOs 50s = 1,16^
’ s

Die Einheit der durchschnittlichen Änderungsrate ergibt sich direkt aus dem Differenzenquotienten:
BeiAnderungs-
raten auf die Einheit vonf(x)
Einheit der durchschnittlichen Änderungsrate einer Funktion f= Einheit von X
Einheit achten!
2.1 Änderungsraten und Steigungen 47

Übungsaufgaben Durchschnittliche Änderungsraten in Sachsituationen aus Wertetabellen bestimmen

Bei einerSonnenblume wird an verschiedenen Tagen gemessen, wie groß sie ist:
Zeit [in Tagen) 0 20 24 30 39 50 75
Höhe (in cm) 2 20 39 64 105 156 192

Zeichnen Sie den Graphen der Funktion Ze/t Höhe und bestimmen Sie, in welcher Zeitspanne die
Sonnenblume am stärksten gewachsen ist.

a) Die Tabelle gibt die Bevölkerungsentwicklung einer Stadt an. Bestimmen Sie, in welcher Zeit
spanne die durchschnittliche Änderungsrate der Bevölkerung am größten ist.
Jahr 1950 1970 1985 2000 2009
Einwohnerzahl 69301 72406 70115 70087 72554

b) Recherchieren Sie Daten Ihrer Stadt oder einer Stadt in Ihrer Nähe und bearbeiten Sie die Aufgabe
mit diesen Zahlen.

3. Stellen Sie den folgenden Sachverhalt grafisch dar.


Bestimmen Sie die durchschnittliche Änderungsrate samt Einheit.
Welche Bedeutung hat sie?
a) Marcs Eltern erhalten eine Heizöllieferung.
Marc beobachtet die Tankuhr am Heizöltank und notiert die
Werte in einer Tabelle.

Fülldauer (in min) 0 5 10 15 20


Tankinhalt(in l) 1200 1 650 2100 2550 3000

b) Ein Gefäß wird mit Öl gefüllt und dabei gewogen.


Füllmenge (in cm^) 0 100 200 300 400 500 600
Gewicht (in g) 572 645 718 791 864 937 1 010

Durchschnittliche Änderungsraten bei Funktionen - Sekanten

4. Ein Wetterdienst hat die Temperaturen eines


Frühlingstages dargestellt,
a) Bestimmen Sie die durchschnittliche
Änderungsrate in der Zeit
(1) von 0 Uhr bis5 Uhr;
(2) von 6 Uhr bis 9 Uhr;
(3) von 10 Uhr bis 12 Uhr;
(4) von 14Uhrbis24Uhr;
(5) von 15 Uhr bis 18 Uhr;
(6) von18Uhrbis20Uhr.
b) Ermitteln Sie, in welchem Zeitraum von einer vollen Stunde bis zur nächsten
(1) der größte Temperaturanstieg, (2) der größte Temperaturabfall
erfolgte.

5. Bestimmen Sie die Steigung der Sekante durch die Punkte P und Q auf dem Graphen von f
Bestimmen Sie auch die Gleichung der Sekante.
a) f(x)= x2;P(l |f(l));Q(5lf(5))
b) f(x)=2>^; P[0|f(0)): Q(4|f(4)]
c) f(x)= x3; P[-2lf(-2)); Q(2lf(2))
d) f[x)= x"-2; P[3|f(3)); Q(-3lf(-3))
50 2 Differentialrechnung

2.1.2 Lokale Änderungsrate und Tangentensteigung

Einstiegsaufgabe Momentane Durchflussstärke


OHNE Lösung
Bei einem Deichbruch kann das Wasservolumen

(in m^), das x Minuten nach dem Deichbruch


durch die Bruchstelle geflossen ist, ungefähr
durch die Funktion mit w(x)= 15x^ + 150x
beschrieben w/erden.
Im Radio wird gemeldet:

„Bereits 30 Minuten nach dem Deichbruch war


eine momentane Durchflussstörke von 1050 V*

Kubikmeter pro Minute erreicht." Wasservolumen (in m?)T'


25000
Felix möchte die Aussage der Radiomeldung
überprüfen.
20000- T
Dazu hat er den Graphen von w gezeichnet. P;(3O|li0OOJ
Zudem definiert er in seinem Rechner einen 15000
Quotienten als neuen Funktionsterm f:
15x2 + 150x-18000 10000 w(x)=;15x2+ 15!)^
f(x)= x-30
Mit dessen hülfe bestimmt er mittlere Durchfluss- 5000

störten für Intervalle, deren zweite Intervallgren Zefti(in mih)


ze rechts von 30 liegt. : 5 10 15 20 . 25 ' 30 J 35 '

Erläutern Sie den Quotienten und die folgenden Berechnungen von Felix.
DEG DEG

a f i;-x) ●X fC-X)
31 1055 30. 01 1050. 15
30. 5 1057. 5 30. 001 1050. 015
1051. 5 KiTTiPMll 11050. 0015
■X=30. 1 ■X=30. 0001

Beschreiben Sie die Lage der Sekanten, deren Steigung Felix berechnet hat. Erläutern Sie,
warum Felix diese Sekanten gewählt hat, um die Radiomeidungzu überprüfen.
Berechnen Sie mithilfe eines Rechners, ebenso wie Felix, die Steigungen von Sekanten, deren
zweiter Punkt links vom Punkt P(301 18000) liegt.
Was könnte mit dem Begriff momentone Durchflussstärke nach 30 Minuten gemeint sein, und
wie lässt sich diese momentane Durchflussstärke geometrisch am Graphen von w deuten?

Einstiegsaufgabe Geschwindigkeiten von Autos


MIT LÖSUNG
Ein Automobilhersteller hat seit einigen Jahren
ein Serienfahrzeug in der Kleinwagenklasse im Unser Klassiker
Programm. Jetzt wurde ein Versuchsfahrzeug mit 'JTJT?
einem verbrauchsoptimierten Antrieb entwickelt.
Die Fahrleistungen des „Klassikers“ sollen nun
\.M ‘4: -L.-

V
mit denen des Versuchsfahrzeugs verglichen
werden;
2a
St
■ Vom Serienfahrzeug ist bekannt, dass es
Fahrleistungen
nach lOseineGeschwindigkeitvon 100-!^, Flöchstgeschwindigkeit 178km/h
d. h. von ca. 27,8-^, erreicht.
Beschleunigung
■ Beim Versuchfahrzeug werden die Beschleu
von 0 auf 100km/h 10,0 Sekunden
nigungsdaten beim Beschleunigen aus dem
Stand ermittelt.
2.1 Änderungsraten und Steigungen 51

Es wird die Entfernung f(x) vom Startpunkt


(in m)in Abhängigkeit von der Zeit x (in s)
gemessen. Diese Messungen ergeben, dass
die Funktion f näherungsweise durch den
Term f(x)=l,3x^ beschrieben werden kann.

Welche Geschwindigkeit erreicht das Versuchs


fahrzeug zum Zeitpunkt 10s?

a) Berechnen Sie die Durchschnittsgeschwindigkeit des Versuchsfahrzeugs in den ersten 10 Sekun


den. Was bedeutet dieses Ergebnis für den Vergleich der beiden Fahrzeuge?
b) Zeichnen Sie den Graphen von f und erläutern Sie, wie man Durchschnittsgeschwindigkeiten geo
metrisch am Graphen von f deuten kann.
Vergleichen Sie die Durchschnittsgeschwindigkeiten für die Zeitintervalle [9s; 10s] und [10s; 11 s]
miteinander.
Was bedeuten diese Ergebnisse für die Momentangeschwindigkeit des Versuchsfahrzeugs 10 Se
kunden nach dem Start?

c) Bestimmen Sie näherungsweise die Momentangeschwindigkeit 10 Sekunden nach dem Start.


Erläutern Sie Ihr Vorgehen auch geometrisch am Graphen von f mithilfe von Sekanten.

LÖSUNG a) ln den ersten 10 Sekunden legt das Versuchsfahrzeug 130 Meter zurück; f(10)= 130. Damit können
, 130m
wir die Durchschnittsgeschwindigkeit für die ersten 10 Sekunden berechnen: 10s = 13^. s
Dies ist deutlich niedriger als die Momentangeschwindigkeit des Serienfahrzeugs nach 10 Sekun
den. Die Momentangeschwindigkeit des Versuchsfahrzeugs wird aber deutlich höher liegen als
13y,da das Fahrzeug in dieser Zeit ja stark beschleunigt. Wir müssen also genauere Berechnun
gen durchführen.

b) Durchschnittsgeschwindigkeiten in einem Zeitintervall können wir als Steigung der Sekante an


den Graphen von f über diesem Intervall deuten.
Für das Intervall [9 s; 10 s] ergibt sich eine Entfernung des Versuchsfahrzeugs
vom Ausgangspunkt(in m) i f
Durchschnittsgeschwindigkeit von 240
f(10)-f(9) 130m-105,3m
10s-9s is = 24,7^.
s 200 1
Für[10s; 11 s] ergibt sich eine Durchschnitts 160
geschwindigkeit von
120 '_P(10.|130)
f(11)-f(10) 157.3m-130m
IIS-IOs 1s = 27,3 —
S
.
80
Die Durchschnittsgeschwindigkeit im
40
Intervall[10s; 11 sj ist größer als die im
●y Zeit(in s}
Intervall[9s; 10s]. Dies ist auch an den
2 6 10 12 14
Sekanten zu erkennen, da die Sekante über -40
dem Intervall[10s; 11 s]steilerverläuft, als
die andere Sekante.
Der Graph von f wird mit zunehmender Zeit immer steiler. Mit zunehmender Zeit wird deshalb,zum
Beispiel innerhalb einer Zeitspanne von 1 s, auch ein immer größerer Weg zurückgelegt. Die
Geschwindigkeit des Versuchsfahrzeugs nimmt also zu. Deshalb liegt die gesuchte Momentange

schwindigkeit nach 10s auch zwischen 24,7y und 27,3 y- Wir wissen also bereits: Die gesuchte
Momentangeschwindigkeit des Versuchsfahrzeugs ist geringer als die des Serienfahrzeugs.

c) Um den Wert der Momentangeschwindigkeit näherungsweise zu bestimmen, wählen wir sehr


kleine Zeitspannen von z. B. nur 0,1 s, 0,01 s oder sogar noch weniger. Für diese kurzen Zeitspan
nen vor 10s und auch nach 10s berechnen wir die Durchschnittsges chwindigkeiten. Die Ergebnisse
halten wir in einer Tabelle fest:
52 2 Differentialrechnung

Zeitspanne von Durchschnittsgeschwindigkeit , Zeitspanne von Durchschnittsgeschwindigkeit


kurzvoMOsbis f(io)-f(x) 10s bis kurz f(x)-f(10)
10s 10-x nach 10s 10-x
130m-127,413m 132,613m-130m
9,9s bis 10s = 25,87^ lOsbis 10,1s = 26,13f
0,1 s 0,1 s
130m-129,74013m 130,26013m- 130m
9,99s bis 10s = 25,987^ 10sbisl0,01s = 26,013^
0,01 s 0,01 s
130m-129,9740013m 130,0260013 m-130 m
9,999s bis 10s = 25,9987 10s bis 10,001s = 26,0013^
0,001 s 0,001 s

Die Durchschnittsgeschwindigkeiten nähern sich Die Durchschnittsgeschwindigkeiten nähern sich


26^ 26f

Alle Durchschnittsgeschwindigkeiten, die wir für sehr kleine


Zeitspannen von kurzvor 10s bis 10s bzw. von 10s bis kurz
f
nach 10s berechnet haben, liegen knapp unterhalb bzw.
Sekanten
knapp oberhalb von 26-^-
Jede dieser Durchschnittsgeschwindigkeiten können wir als Q^(10|130)

Steigung einer Sekante durch den Punkt P(10|130) und einen Q


weiteren Punkt Q auf dem Graphen von f interpretieren. Je Gerade durch P mit
kleiner wir die Zeitspanne gewählt haben, umso näher lag der der SteigungZO^
Punkt Q bei P.
Am Graphen von f erkennt man, dass sich die Sekanten durch P und Q dabei immer mehr einer

Geraden durch den Punkt P mit der Steigung 26y nähern.


Diese Steigung entspricht der Momentangeschwindigkeit des Versuchsfahrzeugs nach 10 s.

Information Lokale Änderungsrate einer Funktion an einer Stelle - Steigung einer


Tangente
Die Betrachtung von Änderungsraten ist bei vielen Anwendungssitu ationen von Bedeutung. In man
chen Anwendungen sucht man nicht nur nach durchschnittlichen Änderungsraten,sondern man will
auch wissen, wie sich eine Größe zu einem bestimmten Zeitpunkt oder an einer bestimmten Stelle
ändert. In solchen Fällen verwendet man die lokale Änderungsrate an einer Stelle.

Statt von lokaler Die lokale Änderungsrate einer Funktion f an einer Stelle\ist eine Zahl, die man wie folgt
Änderungsrate bestimmen kann:
spricht man bei
(1) Man bestimmt die Steigung m einer Sekante durch den Punkt P(xq|f(Xq)) und einen
zeitlichen Vorgängen
auch von momen beliebigen zweiten Punkt Q(x|f(x})
taner Änderungs auf dem Graphen von f als Differenzen-
rate. f(x)-f(xo)
quotient: m = x-x0
(2) Man untersucht, wie sich die W/erte der
Sekantensteigungen m entwickeln, wenn
der Punkt Q beliebig nah bei P liegt. D.h.
man bestimmt den Wert, den der Differen-
f(x)-f(xo)
zenquotient x-x annimmt, wenn x
0

beliebig nah bei Xq liegt. Nähert sich der


Differenzenquotient dabei einem Wert, un
abhängig davon,ob sich Q von links oder
von rechts dem Punkt P nähert.
so nennt man diesen Wert Grenzwert des Differenzenquotienten.
f{x)-f(Xo)
Man schreibt dafür: lim x-x0
X-* X. Der Grenzwert des Differenzenquotienten
(3) DieSekantennähernsichdabeieiner auch Differentialquotient genannt.
f(x)-f(Xo)
Geraden (Tangente) durch den Punkt P mit der Steigung lim x-x0
2.1 Änderungsraten und Steigungen 53

Ableitung einer Funktion an einer Stelle - Definition der Tangente


Bei der oben beschriebenen Bestimmung der lokalen Änderungsrate einer Größe an einer Stelle ist
ersichtlich, dass der gesuchte Grenzwert nur von der Funktion f abhängt, welche die Entwicklung der
Größe beschreibt.
In der Mathematik verwendet man dafür folgende Sprechweisen und Bezeichnungen;

Definition y
(1) Der Grenzwert des Differenzenquotienten
einer Funktion f an einer Stelle Xq heißt
Ableitung von f an der Stelle Xq.
f(xo)
Gelesen fStrich an Man schreibt dafür kurz:
der Stelle X.0- f(x)-f(xp)
lim = f'(Xo)
X-*Xfl X-Xo

(2) Eine Tangente an den Graphen einer


Funktion f in einem Punkt P(xo[f(xo)) des
Graphen ist eine Gerade durch P mit der Steigung f'

Das Bestimmen der Ableitung an einer Stelle nennt man auch Differenzieren.

Ableitung, Steigung, lokale Änderungsrate


Ableitung, Steigung und lokale Änderungsrate sind verschiedene Begriffe für denselben Sachverhalt:
■ Hat eine Funktion f an der Stelle-3 die Ableitung-2,so schreibt man y
dafür f'(-3} =-2. f 3
■ Geometrisch bedeutet dies, dass die Tangente an den Graphen von f an
2
der Stelle -3 die Steigung-2 hat.
-2 1
■ Rechnerisch kann man die Änderung der Funktionswerte an dieser
Stelle durch die lokale Änderungsrate -2 beschreiben. -4 -3 1-; -1 IX

Inhaltliche Interpretation von Änderungsraten in Anwendungen


Die Betrachtung von Änderungsraten ist insbesondere in Anwendungssituationen von Bedeutung.

Funktion Änderungsrate über einen Intervall lokale Änderungsrate


Zeit zurückgelegter Weg Durchschnittsgeschwindigkeit Momentangeschwindigkeit
Zeit -»Geschwindigkeit durchschnittliche Beschleunigung Momentanbeschleunigung
Weg -* benötigtes Benzinvolu momentaner Benzinver
durchschnittlicher Benzinverbrauch
men brauch

Zeit Wassermenge, die bei durchschnittliche momentane


einem Deichbruch aus der Bruch
stelle entweicht Zuflussgeschwindigkeit Zuflussgeschwindigkeit

Höhenprofil: Entfernung -»Höhe durchschnittliche Steigung Steigung in einem Punkt

Beschreibt eine Funktion f den Zusammenhang zweier Größen und gehört zu x und f(x)jeweils eine

Einheit, so haben die mittlere und die lokale Änderungsrate


° dieselbe Einheit: Einheitvonx

Übungsaufgaben Lokale und momentane Änderungsraten

1. Bei einem Versuchsfahrzeug wird zum Zeitpunkt t [in s) die


Entfernung f(t)(in m)vom Start an gemessen.
Für die ersten 10 Sekunden kann die Funktion f näherungsweise
durch den Funktionsterm f(t) = t^ beschrieben werden.
Bestimmen Sie die momentanen Geschwindigkeiten des Fahrzeugs
nach 2s,5s,8s und 10s.
54 2 Differentialrechnung

m 2. Nico behauptet: „Am Graphen und an der


Sekante erkenne ich, dass in den Zeitintervallen
zurückgelegter Weg(in km'

[0; 2] und [4; 5] die Momentangeschwindig 6


keiten unter der Durchschnittsgeschwindigkeit
lagen und im Zeitintervall[2;4]darüber.“
4
Nehmen Sie dazu Stellung.

Änderungsraten im Alttag und in der Technik deuten

3. Gute oder schlechte Nachrichten? Nehmen Sie Stellung.

Der Anstieg der Inflations .Die Zuwachsraten Der Aufschwung „Die Talfahrt
rate verringert sich." sinken." erlahmt“ ist gebremst.''

4. Die Tabelle enthält Daten eines startenden Space-Shuttles der NASA.

Zeit(ins) 0 5 10 20 40 60 120

Höhe(inm) 0 92,5 370 1480 5920 13320 53280


F0 a) Stellen Sie die Tabellendaten in einem Koordinatensystem dar und beschreiben Sie den Start
in verlauf,

b) Berechnen Sie die Durchschnittsgeschwindigkeit in über den Zeitabschnitten [0; 5],[5; 10],
...,[60; 120].
■7^
V c) Jemand behauptet, man könne die Durchschnittsgeschwindigkeit des Shuttles über den gesamten

m ) 1
angegebenen Zeitraum als arithmetisches Mittel der in Teilaufgabe b) berechneten Geschwin
digkeiten berechnen.
f' iifJjö&C’
Nehmen Sie dazu Stellung.

5. Ein Flüssigkeitsbehälter wird durch ein’^/entil entleert. Zum Zeitpunkt t ist im Behälter das Volumen V(t).
Präzisieren Sie die Begriffe durchschnittliche Ausflussgeschwindigkeit in einem Zeitintervall und
momentane Ausflussgeschwindigkeit zum Zeitpunkt t. Skizzieren Sie einen möglichen Graphen von
V(t) und präzisieren Sie diese Begriffe am Graphen der Funktion ti-» V(t). Verwenden Sie auch den
Begriff der Änderungsrate.

6. Anna und Max sind auf einer Bergwanderung.


Sie beginnen ihre Wanderung in 700 Meter Höhe.
Ihr Ziel liegt in einer Höhe von 1130 Metern.
Max sagt: „Mit der Höhe nimmt der Luftdruck
ab.‘

Anna meint: „Ja, zu jeder Höhe h gehört ein


Luftdruck p.“
a) Deuten Sie für die Wanderung:

: P'(1130)

b) Schreiben Sie die folgenden Angaben als


Term:
■ Durchschnittliche Luftdruckänderung von 800 m bis 1 000 m;
■ Momentane Luftdruckänderung bei 900 m;
■ Luftdruckänderung von 800 m bis 1 000 m.
2.1 Änderungsraten und Steigungen 55

Ableitungen näherungsweise berechnen

Beispiel
7. Erläutern Sie die Berechnungen im Beispiel rechts anhand einer
Skizze und bestimmen Sie mit demselben Verfahren näherungs
f(x} = 2x^; Xo =5
weise die Ableitung f'(Xo).
2-{5,001)3-2-53
a) f(x)=x‘*; Xq =3 f(5)= 5,001 -5
b) f(x)= 2x^; Xo = 1
f'(5) = 150
c) f(x)= x3-x; X(j = 0

8. Ableitungen näherungsweise mithilfe eines Taschenrechners bestimmen


Einige Wissenschaftliche Taschenrechner können die Ableitung einer Funktion an einer Stelle mithilfe
eines Befehls näherungsweise ermitteln,
BBC
a) Rechts sehen Sie die Fenster eines Rechners, bei dem die d
Ableitungen der Funktion f mit f(x)= x^ an den Stellen 2 und d-X.
0,5 näherungsweise berechnet wurden. Erklären Sie die 12.000001
Eingaben. Finden Sie heraus, welche Möglichkeiten ihr Rechner
für die Berechnung der Ableitung einer Funktion an einer Stelle
bietet und bestimmen Sie die beiden Ableitungen mithilfe Ihres
Rechners, -.(●=0. E
0.750001
b) Bestimmen Sie mithilfe Ihres Rechners näherungsweise die
Ableitungen aus Aufgabe 7.
f(x 0 + 0,001)-f(Xo-0,001)
c) Ein bestimmter Rechner verwendet folgende Näherungsformel: f'{Xo) = Ö;ÖÖ2
Zum Differenzenquotienten in dieser Formel gehört die Steigung einer Sekante. Machen Sie sich
anhand einer Skizze die Lage dieser Sekante und die Lage der Tangente im Punkt P(xo|f(Xo)) an
den Graphen einer Funktion f klar und erläutern Sie, warum diese Formel eine gute Näherung für
f’(xo) liefert. Machen Sie einen Vorschlag, wie man eine noch bessere Näherung für die Ableitung
erhalten kann.

9. Von Sekanten zu Tangenten


Miriam und Felix haben für den Graphen zu f(x) = x(3 -x) die Steigungen von Sekanten berechnet.
Miriam berechnet die Steigung der Sekante durch P(212) und Q(2,01 1 1,9899).
Felix berechnet die durch P(2|2) und R(1,99| 2,0099). Sie vergleichen ihre Ergebnisse miteinander:
Felix sagt: „Die Steigungen sind ja gleich.“
Miriam sagt: „Fast gleich, wenn man die beiden Sekanten einzeichnen würde, kann man keinen
Unterschied mehr erkennen.“
Felix meint: „Beide Punkte Q und R liegen Ja auch ganz nah bei P. Wenn wir zwei Punkte wäh
len, die noch näher bei P liegen, so unterscheiden sich die Sekantensteigungen noch weniger
voneinander.“
a) Überprüfen Sie die Aussagen von Miriam und Felix. Skizzieren Sie auch den Graphen von f und
veranschaulichen Sie die Lage der beiden Sekanten,
b) Bestimmen Sie näherungsweise die Steigung der Tangente an den Graphen von firn Punkt P.

10. Visualisierung des Verfahrens zur Bestimmung der Tangentensteigung


Verwenden Sie eine geeignete Software, um ..InlKl

das Verfahren zur Bestimmung der Tangente an


Mklii fOIMICl
16xl>l i ^
Sie(qungtf»»kdo» t

eine Parabel darzustellen. Vergleichen Sie dazu


OJ
die Lösung auf Seite 52 und die Information
y-0.7
von Seite 52. Oi Ak>

Experimentieren Sie mit dem Programm und üx A> AI


ix
beschreiben Sie Ihre Beobachtungen. 1 OB
0;9 D£22 09
Präsentieren Sie Ihre Experimente und Ergeb 0» 09
07 OTTS 09
nisse. OB 0T<3 09

ij TT ■fr
56 2 Differentialrechnung

2.1.3 Steigung eines Funktionsgraphen in einem Punkt


grafisches Differenzieren

Einstiegsaufgabe Steigung einer Snowboard-Piste


OHNE Lösung
ln der Abbildung ist das Höhenprofil einer Snowboard-Piste dargestellt.

4
Höhe (in m)
1000-
4- 4

800

600--

-400

200

400 800 I 1.1200 1600 2000 2400 horizontale Entfernung


vom Ausgangspunkt(in

■ Welche mittlere Steigung(welches mittleres Gefälle) hat die Piste in den Abschnitten von
Om bis800m, von 800m bis 1 500m und von 1 500m bis 2600 m?
■ Warum kann man sagen, dass die Steigung (das Gefälle) der Piste im Intervall [0; 800] an
jeder Stelle gleich ist und dass sich die Steigung im Intervall[800; 2600] von Stelle zu Stelle
ändert?
■ Welche Steigung hat die Piste jeweils an den Stellen 950 m,2000 m und 2100 m?
■ Wie könnte man die Steigung eines gekrümmten Graphen an einer beliebigen Steile ermitteln?

E instiegsaufgabe Steigung einer Straße


MIT LÖSUNG
Die Grafik rechts zeigt das Höhenprofil einer m
:2000- ■Höheüberi
Straße. Ein Autofahrer auf dieser Staße Ausgangspunkt
begegnet den beiden abgebildeten Verkehrs . . .. a-il
rl-500-
schildern,
:-l 000 3^;|j [öjjita e
a) Was geben diese Schilderen?
-S^P^iUlIg
3:
b} Die Steigung einer Geraden ist überall H n”voiin
500
gleich. Erklären Sie am Höhenprofil, warum i
Ausgang^
punkt
man bei gekrümmten Graphen von der ) I
10 20 30 40 50 60 70 km
Steigung in einem Punkt sprechen muss,
c) Wie könnte man die Steigungen in den Punkten A, B, C und D ungefähr bestimmen?
An welchen dieser Punkte könnten die Verkehrsschilder stehen?

Lösung a) Die Schilder geben an, wie groß die Steigung (das Gefälle) der Straße an einer Stelle ist.
Das eine Schild gibt eine Steigungvon 8% = 0,08 an.
Zu einer Geraden mit dieser Steigung passt das rechts 8m
100m
dargestellte Steigungsdreieck.
Das andere Schild gibt ein Gefälle, also eine negative Steigung,
von -10% = -0,1 an. Zu einer Geraden mit dieser Steigung lOrn^
passt das rechts dargestellte Steigungsdreieck. 100m

b) Die Straße führt über die Punkte A und B bis zum Punkte bergauf und ab dem Punkt C bergab.
Die Steigung ist dabei nicht gleichmäßig wie bei einer Geraden, sondern ändert sich ständig.
2.1 Änderungsraten und Steigungen 57

Man erkennt zum Beispiel gut, dass die Straße bis kurz vor A recht steil ansteigt, dann ein Stück
nicht mehr so steil verläuft und kurz vor B wieder steiler wird. Bei gekrümmten Graphen kann man
daher nur von der Steigung des Graphen in einem Punkt sprechen.

c) Zur Bestimmung der Steigung in einem m- Höhöüber


2696
Punkt zeichnen wir eine Gerade durch Aü^'n^p|Unkt
D
diesen Punkt, die sich in der Nähe des ^0-
Punktes möglichst gut an den Graphen ●B/
horkpntale.
1-906-
schmiegt. Enriernurig
Dann wählen wir ein geeignetes Steigungs P^A. ^ ' vom
■56)
dreieck aus und ermitteln damit die Ausgangh
Steigung der Geraden.
_ ijO' ; 2|0 i: 3b. i .4(0 I 5p : ( ; 70- i k n

Wir erhalten folgende Näherungswerte:


, 800m-500m_ 300 m
Steigung bei A: 10 km 10000m = 0,03 = 3 %
. 1 200m-400m_ 800 m
Steigung bei B: 10 km 10 000 m = 0,08 = 8%
, 500m-1 500m _-1 000m = -0,1 =-10%
Steigung bei D: 10 km 10000m
Im Punkte verläuft die Gerade parallel zur horizontalen Achse, ihre Steigung ist also null.
Das Verkehrsschild, das eine Steigung von 8 % angibt, könnte am Punkt 8 stehen.
Das Schild, das ein Gefälle von 10% angibt, könnte am Punkt D stehen.

Information Tangenten an den Graphen einer Funktion - Steigung in einem Punkt P


An den Graphen einer Funktion f kann man, wie in der Abbildung y-
Tangente an den
rechts, in einem Punkt P(xo|f(Xo)) verschiedene Geraden zeichnen. Graphen von f in P
Die Tangente ist diejenige Gerade durch P, die sich sowohl links von
P als auch rechts von P am besten an den Graphen von fan P,
f
schmiegt. Deshalb spricht man auch von der Steigung des Graphen
in diesem Punkt.
G erade durch P
7 xo X

Definition
Die Steigung f'(xo) der Tangente an den Graphen einer Funktion firn Punkt P(xolf(Xo)) heißt auch
Steigung des Graphen von f im Punkt P bzw. Steigung des Graphen von f an der Stelle Xq.

Eine Tangente an einen Kreis hat mit diesem nur einen einzigen Punkt gemeinsam. Bei einer Tangente
an einen Funktionsgraphen im Punkt P sind mehrere Fälle möglich:

Tangente an einen Die Tangente


Kreis: ■ berührtden ■ durchsetzt den ■ berührt oder schneidet den Graphen noch in
Graphen in einem Graphen in einem weiteren Punkten.
Punkt. Punkt.
y y

1- 1- 1-
X 1 X X X
1 1 1
In allen Fällen jedoch schmiegt sich die Tangente in der Nähe des Punktes P möglichst gut an den
Graphen der Funktion an.
58 2 Differentialrechnung

Information Grafisches Differenzieren


Die Eigenschaft, dass sich die Tangente an den y
Tangente
Graphen einer Funktion f im Punkt P möglichst gut
anschmiegt, kann man zum sogenannten grafi
f'(xo)
schen Differenzieren verwenden. Dabei zeichnet
f(Xo>-
man an den Graphen einer Funktion firn Punkt P VJ.
näherungsweise eine Tangente ein, bestimmt ein Steigungs
dreieck
geeignetes Steigungsdreieck der Tangente und
ermittelt daraus näherungsweise die Steigung der
»
Xo X
Stelle
Tangente, also die Steigung des Graphen von f im
Punkt P.
Beispiel

Die Tangente an den Graphen von firn Punkt

P(l,6|f(1,6)) hat die Steigung ^=0,25.


Man sagt dann:f hat an der Stelle 1,6 die
Ableitung 0,25.
Man schreibt dafür; f(1,6)= 0,25;
gelesen: f Strich von 1,6 ist gleich 0,25.

Überblick über die verwendeten Sprechweisen und Bezeichungen


übliche Sprechweisen bei Funktionen

ist die Ableitung von f an der ist der Grenzwert des Differenzen
ist der Differentialq uotient von f
Stelle Xn.
0 quotienten von f an der Stelle Xq. an der Stelle x^.

t
f'fv 1- i:,^ f(Xo)-f(x)
1 (Xq) — lim r—-X
' X -*Xo Xq

<11 Q.
4; |_ (ti c
-o -F
U ist die lokale
C ist die Steigung der w g;
Ol 0)
Änderungsrate der Tangente an der Stelle Xq an o 8-
Größe an der Stelle x0' 3
<11 den Graphen von f m in
Jy'S ist die momentane
0)
l/>
■D
fD
E-ä I ist die Steigung des Graphen o <-' <1
Q. m
in ~ u
C Änderungsrate der ^ n> <
von f an der Stelle Xg.
<u X3 _Q Größe zum Zeitpunkt Xg. gI
rf <TS

2=^ ist der Grenzwert der <I> 3


o ist die Momentangeschwindigkeit ^
TS S"
Sekantensteigung für den <n <T)
<Z) der Größe zum Zeitpunkt x 0'
Graphen von f an der Stelle x 0-

Übungsaufgaben Steigungen in einem Punkt am Graphen abschätzen

1. Vergleichen Sie die Steigungen des Graphen in in Höhe


den Punkten 1200- ●
D
(1) Aund B; -1000- - C
(2) Cund D;
-800- ●
(3) Bund F. Bj
-600 i.

-[iOO- a; T
200- horizontale EntfemttHg
vom Ausgangspunld
--0-
0 10 20 30 40 50 im
2.1 Änderungsraten und Steigungen 59

Für einen Triathlon ist das Höhenprofil der Radstrecke angegeben.

In welchen der angegebenen Orte ist die Steigung positiv, in


welchen negativ, wo ist sie gleich null?

Graphen mit passender Steigung zeichnen

3. Zeichnen Sie einen Graphen,für den beim Durchlaufen von links nach rechts gilt:
a) Vom Punkt A bis zum Punkt B ist die Steigung positiv. Im Punkt B ist die Steigung null.
Vom Punkt B bis zum Punkte ist die Steigung negativ,
b) Vom Punkt A bis zum Punkt B ist die Steigung negativ. Im Punkt B ist die Steigung null.
Von B bis C ist sie positiv. Von C bis D ist sie überall gleich, und zwar positiv,
c) Die Steigung in den Punkten A und B ist gleich,
d) Die Steigung ist immer negativ, wird aber immer größer,
e) Die Steigung ist immer positiv, wird aber immer kleiner.

Ableitung mithilfe einer Tangente bestimmen

4. In den Grafiken ist jeweils die Tangente an den Graphen der Funktion firn Punkt p(xo|f{Xo))ein-
gezeichnet. Bestimmen Sie die Ableitung f'(xo).
a)
y 1000
2

IZI 5. Lara, Jana und Timo haben die Lara:


Steigung des Graphen im
Punkt P mithilfe des abgebilde Jana; m ~
ten Steigungsdreiecks - 2,25
ermittelt. Timo: m *
Wer hat die Steigung richtig
bestimmt? Was haben die anderen falsch gemacht?

6. Verwenden Sie eine geeignete Software, mit der Sie möglichst gut Funktionsgraphen drucken können.
Bestimmen Sie dann näherungsweise die Ableitungen der Funktionen an verschiedenen Stellen.
Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse untereinander.
Mögliche Funktionsgleichungen und Stellen Xq sind zum Beispiel:
(1) y = -(x-2p + 3; Xo = 3; Xq=1
(2) y =(x-l)(x + 2)x; Xg = 1; Xq =-1
(3) y = 0,2x3-l,2x2 + 0,6x + 5; Xo = -l; Xq = 2; Xq = 0,25
60 2 Differentialrechnung

Lokale Änderungsraten am Graphen bestimmen

7. Auf einer Teststrecke mit genau festgelegten Bedingungen wurde Benzinvolumen (in 1}
0,20
ständig gemessen, wie viel Benzin ein Auto schon verbraucht
0,18-
hatte. Die Abbildung rechts zeigt das Testergebnis, 0,16
a) Der Benzinverbrauch wird üblicherweise in I pro 100 km ange 0,14
geben. Bestimmen Sie den Verbrauch auf dieser Strecke, 0,12
b) Begründen Sie, dass der Benzinverbrauch auf dieser Strecke 0,10-
0,08
nicht gleichbleibend war. Wie müsste ein Graph bei gleichblei
0,06-
bendem Verbrauch aussehen? Nennen Sie je eine Teilstrecke, 0,04
auf der der Verbrauch kleiner bzw. größer als der Durch 0,02-
Stfecke (in km)
schnittsverbrauch war. *
1 2 3 4
c) In manchen Fahrzeugen gibt es Bordcomputer, die den mo
mentanen Benzinverbrauch anzeigen. Bestimmen Sie näherungsweise am Graphen den momenta
nen Benzinverbrauch an der Stelle 1.

8. cm Wasserstand
720 Pegelstände Rhein/Bonn (Juni 2013)
er,
r- fN co
t—
680 r~ F~ O
r-
fM Ln
640 r- LD
L£> ID

600
o ID
£T>
560 m

520
tN
LT)
480-

440-
400

I
1 2 3 4 5 6 7 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Tage

a) Bestimmen Sie die mittleren Änderungsraten des Pegelstandes für jeden Tag vom 1. bis zum
13, Juni,

b) Bestimmen Sie den Zeitpunkt,zu dem die momentane Änderungsrate am größten war.
Wie groß war sie?
c) Wann ist der Wasserstand am stärksten gefallen? Wie stark war der Rückgangzu diesem Zeit
punkt?

9. steig- und Sinkgeschwindigkeiten beim Segelflug


Die Flughöhe eines Segelflugzeugs wird während Flughöhe
eines Fluges ständig gemessen und im Cockpit Seg^lftugbarögramm ]
2500
angezeigt. Ein automatischer Schreiber hält
diese Messergebnisse in einem sogenannten 2000
Segelflugbarogramm fest,
1500
a) Was kann man anhand des Graphen über das
Flugverhalten des Segelflugzeugs aussagen?
}000
b) Wie groß ist die durchschnittliche Steigge
schwindigkeit des Fliegers (in in den ers 500
● « Flugzeit
’2
3 4 ten 10 Minuten nach dem Start und wie groß (In niin)
f
5
1 ist die durchschnittliche Sinkgeschwindigkeit 10 20 30 ... 40 50 . .60 ,.,70„ .
t für den Zeitraum von 40 bis 60 Minuten?
■air e-
#1 c) Im Cockpit zeigt ein Instrument, das sogenannte Variometer,zu jedem Zeitpunkt die momentane
A
5 Steig- bzw. Sinkgeschwindigkeit an.
3 4 ''N
I \ Wie groß ist ungefähr die momentane Steiggeschwindigkeit 20 Minuten nach dem Start?
2.1 Änderungsraten und Steigungen 61

2.1.4 Ableitung der Quadratfunktion - Ableitungen


rechnerisch bestimmen

Einstiegsaufgabe Steigung einer Tangente möglichst genau bestimmen


OHNE LÖSUNG
[ü] Für die Funktion f mit f(x)= 4-x^ soll die
Tangentensteigung im Punkt P(1 |3) möglichst
genau bestimmt werden.
Betrachten Sie das Bild rechts.
■ Entwickeln Sie ein Verfahren zur rechneri
schen Bestimmung der Ableitungen einer
beliebigen Stelle Xq.
Betrachten Sie dazu die beiden eingezeich
neten Sekanten.
■ Welche Sekantensteigung ist die bessere
Näherung für die gesuchte Steigung der
Tangente durch P?
● Wie bekommt man eine noch bessere
Näherung?

Einstiegsaufgabe Ableitung der Quadratfunktion an einer Stelle


MIT LÖSUNG
Für die Funktion f mit f(x)= x^ soll die
Ableitung an der Stelle 0,5 möglichst genau
bestimmt werden.
a) Erläutern Sie, wie man Vorgehen könnte,
um rechnerisch eine möglichst gute Nähe
rung für die Ableitung an dieser Stelle zu
erhalten.
b) Äußern Sie eine Vermutung über den genau
en Wert für f'(0,5) und begründen Sie diese
durch Termumformungen.

Lösung a) Die Ableitung an der Stelle 0,5 ist die Steigung der Tangente durch den Punkt P(0,5 j 0,25).
Wählt man eine Sekante, die durch P verläuft y
und deren zweiter Punkt Q möglichst nah bei
0,3
P auf dem Graphen von fliegt, so kann man
die Steigung einer solchen Sekante als gute 0.2
Näherung für die Steigung der Tangente
durch P verwenden. 0,1
Die Sekante durch die Punkte P(0,510,25)
und Q(0,51 10,2601) hat die Steigung
m = f(0,51)-f(0,5) 0.2601 -0,25 = 1,01.
0,51 -0,5 0,01
Diese Näherung könnte man noch verbessern,indem man den Punkt Q noch näher bei P wählt,
also 2. B.Q(0,501 10,251001):
m = f(0,501)-f[0,5) 0,251001-0,25 = 1,001
0,501-0,5 0,001
62 2 Differentialrechnung

Um die Steigungen weiterer Sekanten möglichst


einfach zu berechnen, übertragen wir das
x4’ Q

Verfahren auf einen Rechner.


Dazu bezeichnen wirden zweiten Punkt
allgemein mit Q(x]x^). Für die Steigung der x^-0,25
Sekante ergibt sich damit der folgende Term:
f(x}-f(0,5) x2-0,25
m=
x-0,5 x-0,5
0.25
is. x-0,5
'0,5 X X

Mithilfe dieses Terms können wir weitere Sekantensteigungen bequem mit einem Rechner
bestimmen und in einer Wertetabelle anzeigen.
Dabei kann Q auch links von P liegen. Die y.
Formel für die Steigung ändert sich dadurch
nicht, was die folgenden Rechnung zeigt:
0,25 - x2 [0,25-x2) -0,25 + x2 x2-0,25 0,25--
0,5-X -(0.5-x) -0,5+ x x-0,5
y=x^
x'

x2_ 0 25
Wir untersuchen, welche Werte derTerm annimmt, wenn x nah bei 0,5 liegt.
' x-0,5
Dabei können wir entweder die Schrittweite derx-Werte immer weiter verkleinern oder wir nutzen
die Möglichkeit, die x-Werte direkt in der Wertetabelle einzugeben.
So können wir auch leicht Werte fürx eingeben, die sehr nah links oder rechts von 0,5 liegen, also
zum Beispiel 0,5001 oder0,4999.
PEG DEG

Im Rechner kann oft nur %^-Ü.£5 1 t'CX)


f<%)= ■X--0.5
0. 0. =i9t:i-3
f(x) für einen Term Ehror
verwendet werden. c«. 1,0001
I 1 5

2-0,25
Division durch 0 ist Für X = 0,5 meldet der Rechner einen Fehler (z. B. ERROR), weil der Nenner des Terms -
x-0,5
nicht definiert! in diesem Fall den Wert 0 hat.

b) Die Werte in der Tabelle legen die Vermutung nahe, dass die Ableitung an der Stelle 0,5 umso
näher bei 1 liegt, je näher der Wert von x bei 0,5 liegt. Dies wollen wir nun durch Termum-
formungen des Differenzenquotienten bestätigen:
Bei den Berechnungen in Teilaufgabe a) haben wir Steigungen von Sekanten durch P (0,510,25)
und einen weiteren Punkt Q(x|f(x)j auf dem Graphen von f betrachtet:
Binomische
f[x)-f(xo) x2-0,25
Formeln: m=
X-Xq x-0,5
(1) (a + b)2 Diesen Differenzenquotienten kann man wie folgt umformen:
= a2 + 2ab + b2
f(x)-f(Xn) x2-0,25 (x-0,5)(x + 0,5)
m= = x + 0,5 für xA0,5
(2) (a-b)2 x-Xq x -0,5 (x -0,5)
= a2-2ab + b2
Dritte binomische Formel,
(3) (a + b)-(a-b)
= a2-b2 im Zähler des Differenzenquotienten onwenden.

Je näher nun x bei 0,5 liegt, umso näher liegt die Sekante bei der Tangente.
Die Sekantensteigung m = x + 0,5 liegt dann nah bei 1, der Tangentensteigung an der Stelle 0,5.
Die Funktion f mit f (x) = x^ hat an der Stelle Xq = 0,5 die Ableitung f'(0,5) = 1.
2.1 Änderungsraten und Steigungen 63

Information Die Ableitung der Quadratfunktion rechnerisch bestimmen


Die Ableitung der Funktion f mit f(x)= x^ kann wie folgt bestimmt werden:

(1) Bestimmen einer Sekantensteigung

Eine Sekante durch den Punkt P(xo|xg und


y
x' I
einen anderen Punkt Q(x|x2) hat folgende
Steigung: y=x^
(x + Xo)fx-Xo) 2 2
m= X + Xq y.
X-Xg ■ (x-Xq)
(für xj^Xq]

x2 P.
^
(2) Bestimmen der Tangentensteigung X-Xq

Wandert der zweite Punkt Q(x|x2) der Sekante Xo


auf der Normalparabel immer näher an den

Punkt P|xo |x^ , so gilt:


x^Xg bedeutet: Wenn x-»Xo, dann
X nähertsich Xg m = x + Xg -» Xg + Xo = 2Xo, also m 2x,
Die Tangentensteigung ist der Grenzwert der Sekantensteigungen und man schreibt dafür:

limes (lat.): Grenze f'(Xg)= lim = lim (x + Xo)= 2Xq


X, X-Xg

Dies gilt für jede beliebige Stelle Xq. Damit ist der folgende Satz bewiesen:

Satz: Ableitung der Quadratfunktion


Die Funktion f mit f{x)= x^ hat an der Stelle Xg die Ableitung f'mit f'(xo) = 2Xg.

Beispiel

Fürfmitf{x)= x2 gilt: f'(3] = 6; f(-2)=-6; f'(0) = 0; f'(-1)=-2

Übungsaufgaben Tangentensteigung als Grenzwert von Sekantensteigungen

1. Bestimmen Sie mithilfe von Sekantensteigungen die Steigung der Tangente an den Graphen der
Funktion f mit f(x)= x^ an der angegebenen Stelle Xg, ohne den Satz oben zu verwenden,
a) Xg=2 b) Xg = -1 C) Xg=0 d) X0” 0,5 e) Xg = V5

Ableitung der Quadratfunktion

2. a) Geben Sie die Ableitung der Quadratfunktion f mit f(x)= x^ an den Stellen 3; 7;|
-4;-0,5; an.

b) An welcher Stelle hat die Quadratfunktion die Ableitung 8;-6; 0;^;-0,8?

3. Betrachten Sie die Quadratfunktion f mit f(x) = x^.


a) Geben Siean: (1) f'(5), (2) f'(-5), (3) f'(0), (4) f'(l , (5| f'(-l
b) An welchen Stellen x gilt: (1) f'(x)= 3, (2) f'(x)=-3. (3) f'(x)= 0, (4) f'(x)=1,8?

4. Betrachten Sie die Funktion f mit f(x)=-x^. Wie geht der Graph von f aus dem Graphen zu y = x^ her
vor? Äußern Sie eine Vermutung über die Ableitung f'(Xg) und beweisen Sie diese.

5. Bestimmen Sie die Ableitung der Funktion f an den Stellen 3 und -3.
a) f(x)= x^ + 3 b) f(x)= 3x2 c) f(x)=(x-2]2 d) f(x)= x^ + 2x
64 2 Differentialrechnung

y 6. Zeichnen Sie die Normalparabel und markieren Sie den Punkt


P(2,516,25). Stellen sie dann einen Taschenspiegel so auf die
Zeichnung durch den Punkt P, dass der Verlauf des Spiegelbildes
der Parabel den Verlauf der Parabel auf dem Blatt Papier knickfrei
1- fortsetzt.
Markieren Sie dann die Kante des Spiegels auf dem Papier. Die so
entstandene Gerade ist orthogonal zur gesuchten Tangente, man
nennt sie auch die Normale an den Graphen im Punkt P.
Zeichnen Sie nun noch die Tangente ein und bestimmen Sie deren Steigung.
Bestimmen Sie mithilfe dieser Methode die Steigung auch für andere Punkte der Normalparabel.

7. Gegeben ist die Quadratfunktion f mit f(x) =x2.


(1) Ein Partner wählt zwei beliebige Punkte P und Q auf dem Graphen von f und berechnet die
Steigung der Sekante durch diese Punkte.
Der andere Partner untersucht, an welcher Stelle der Graph von f die gleiche Steigung wie diese
Sekante hat.
(2) Die Partner tauschen die Rollen, vergleichen alle Ergebnisse und äußern eine Vermutung.
(3) Beweisen Sie die Vermutung.

8. Gegeben sind die Quadratfunktion f mit f(x)= x^ und die Funktion h mit h (x)=(x - 3)^.
a) Erläutern Sie, wie der Graph von h aus dem Graphen von f hervorgeht,
b) An welchen Stellen Xq gilt (1)f'(Xo)= 2, (2)f(x)= 3und (3) f'{xo) 1?
c) An welchen Stellen Xq gilt (l)h'(xg)= 2, (2) h'(x)=3 und (3) h'(xo) = -l?
d) Wenn man die Ableitung von f an einer Stelle Xg kennt, wie kann man dann die Stelle a finden, an
derdie Abteilung von h mitder Ableitung von f an der Stelle Xg übereinstimmt?
Nutzen Sie für Ihre Argumentation die Überlegungen aus den Teilaufgaben a) bis c).

9. Gleichung einer Tangente bestimmen


Beispiel
a) Bestimmen Sie wie im Beispiel die Gleichung
der Tangente an den Graphen von f mit
■ Steigung der Tangente an de r Stelle
f(x)= x^ an der angegeben Stelle x0-
Xg = 3: f'(3)= 2-3 = 6
(1) Xg = 5; (2) Xg = 25; (3) Xg = -5
■ Die Tangente verläuft durch
b) Julien sagt: „Ich würde die Tangente
anders bestimmen: Eine Gerade mit der P{xo|f(xg)), also durch P(3|9).
■ AnsatzfürTangentengleichung:
Steigung 6 durch den Ursprung hat die
y = 6-x+b Koordinaten von
Gleichung y = 6x. Nun verschiebe ich 9= 6-3+ b, also b = -9 P(3\9)einsetzen.
diese Gerade in den Punkt P(3|S) und
■ Tangentengleichung; y =6x-9
bekomme so die Gleichung der Tangente
in P: y = 6(x - 3) + 9.“
Bestimmen Sie die Tangentengleichung aus der Teilaufgabe a) mit diesem Verfahren.

10. Tangenten mit einem Funktionenplotter oder CAS zeichnen


Mithilfe eines Funktionenplotters wurden der
Graph der Funktion f mit f(x)= jX‘'-2x + 3 und
die Tangente an den Graphen im Punkt
P(1,51 1,6875) gezeichnet. Die Gleichung dieser
Tangente wurde ebenfalls bestimmt.
Welche Steigung hat diese Tangente?
Erkunden Sie auch, welche Möglichkeiten Sie t;y»2,5«-2,062S
haben, um Tangenten mit einem Funktionen
plotter oder CAS zu zeichnen und ihre Gleichun
gen zu bestimmen.

-4 T
2.1 Änderungsraten und Steigungen 65

11. Gegeben ist die Quadratfunktion f mit f(x)=x2.


Die Tangente an den Graphen von firn Punkt P(4116) und die Sekante durch die Punkte R(-l 11)
und Q(2|4)schneiden sich in einem Punkts,
a) Berechnen Sie die Koordinaten von S.
b) Die Sekante durch R und Q und die Tangente in P schließen gemeinsam mit der x-Achse ein
Dreieck ein. Berechnen Sie den Flächeninhalt dieses Dreiecks.

12. Die Parabelkirche in Gelsenkirchen wurde von dem Architekten Josef Franke in den Jahren 1927 bis
1929 erbaut. Beim Bau des Kirchenmittelschiffes(bei einer Breite b von 10 Metern und einer Höhe h
von 15 Metern) wurden die in den Boden eingelassenen Stützpfeiler aus Fertigungsgründen als
einfache Geradenstücke, nicht mehr als Parabelstücke angefertigt,
a) Wählen Sie ein Koordinatensystem und
bestimmen Sie eine Parabelgleichung,
b) Berechnen Sie die Steigung eines in den
>+ Boden eingelassenen geraden Stützpfeilers,
c) Welchen Winkel schließen Pfeiler und Erd
7^ tana = m boden miteinander ein?
d) Ermitteln Sie Gleichungen für die Stütz
pfeiler.
Parabel

Kirchen schiff Ubergangspunkt


auf der Erdober
b fläche
'S"

Geradenstück

13. Gegeben ist die Quadratfunktion f mit f(x)= x2. Bestimmen Sie allgemein:
(1) die Gleichung einer Tangente an den Graphen der Funktion f an einer Stelle XqJ
(2) die Schnittpunkte einer solchen Tangente mit den Koordinatenachsen.
Geben Sie mithilfe des Ergebnisses von (2)eine Anleitung zur Konstruktion einer Tangente im Punkt
P(Xo|x§) an den Graphen einer Normalparabel an.

14. Zeigen Sie:

Satz
Hat eine Funktion f an der Stelle Xq die Ableitung f'(Xo), so hat die Tangente an den Graphen von f
im Punkt P(xo|f(Xg)) die Gleichung: y = f'(xo)-(x-Xo)-i-f(xo)

●●
15. a) Gegeben ist die Normalparabel zu y = x2. Durch die Punkte P(1 1 1) und Q(5125) verläuft eine
Sekante. Bestimmen Sie zu der Sekante eine parallele Tangente an die Normalparabel.
Was fällt auf?
b) Übertragen Sie die Untersuchungen aus Teilaufgabe a) auf zwei beliebige Punkte P und Q auf der
Normalparabel. Formulieren Sie einen Satz und beweisen Sie ihn.

16. a) Gegeben sind die Normalparabel zu y = x^ und einezweite Parabel mitderGleichung y = x^-4.
Bestimmen Sie mehrere Tangenten an die Normalparabel und berechnen Sie deren Schnittpunkte
mit der zweiten Parabel. Äußern Sie eine Vermutung über die Lage der Schnittpunkte im Vergleich
mit dem jeweiligen Berührungspunkt der Tangente,
b) Übertragen Sie Ihre Vermutung aus Teilaufgabe a)auf eine beliebige zweite Parabel mit der
Gleichung y = x^- k und beweisen Sie die Vermutung.
66 Selbst lernen 2 Differentialrechnung

2.1.5 Ableitung von Potenzfunktionen mit ganzzahligen


Exponenten - Potenzregel
ZIEL Hier erarbeiten Sie sich eine Regel zur Ableitung von Potenzfunktionen mit ganzzahligen Exponenten.
Dabei lernen Sie eine neue Schreibweise für den Differenzenquotienten kennen, mit der die Grenz
wertbestimmung oft einfacher möglich ist.

Zum Erarbeiten Ableitung der Kubikfunktion ~ h-Schreibweise

■ Bestimmen Sie die Ableitung der Kubikfunktion an einer Steile Xq als Grenzwert von Sekanten
Steigungen.

(1) Bestimmen einer Sekantensteigung


Wir betrachten die Steigung m einer Sekante durch den Punkt P(xolx^) und einen weiteren
X3-X3
Punkt Q[x|x3) auf dem Graphen von f: m =
X-Xq
Nun wollen wir den Differenzenquotienten so vereinfachen, dass der Nenner gekürzt werden kann.
Dies wird manchmal einfacher, wenn man - wie in der Grafik eingezeichnet - statt der Bezeichnung x
die Bezeichnung X(,+ h für die erste Koordinate von Q wählt. Damit ergibt sich dann ein Differenzen
quotient, bei dem im Nenner keine Differenz mehr vorkommt,sondern nur noch die Variable h, was oft
das Kürzen leichter macht:
(xo + h}3-x3 y
m=
Xo + h-Xo
(Xo + h)3-x3 f(x)= x
h
(Xo + h)3(xo+h)-x3 (xo + h)3 = x3
h
(xg + 2xoh + h3)[xo + h)-x3
Erste
h
binomische
(x3 + 3x3h + 3Xoh3+ h3)-x3 Formet
h
P,
3x3h+3X()h3+ h3 x3
0 h
h
h-[3x3 + 3xgh + h3)
xo X
h
= 3x? X = Xo + h
0 + 3xnh
0 + h^ für h 0

(2) Bestimmen der Tangentensteigung


Wandert der Schnittpunkt Q(xq + h|(Xq + h)3) der Sekante auf dem Graphen von f immer näher an den
Punkt P(Xq|x3) heran,so unterscheidet sich h immer weniger von 0.
Für die Sekantensteigung m folgt daraus: Wenn h-»0, dann m = 3x^-t-3Xoh + h2^3x2.

1
0 0
Die Tangentensteigung ist der Grenzwert der Sekantensteigung:
(xo + h}3-x3
f'(xo)=lim h = lim (3x2+ 3Xoh-i- h^)= 3x?
h—*0 h-»0

Satz
Die Funktion f mit f(x) =x^ hat an der Stelle Xq die Ableitung f'(Xo)= 3x2.

Beispiel

f(x)= x3 gilt: f'(-1)=3; f(5)= 75; f(2)= 12


2.1 Änderungsraten und Steigungen Selbst lernen 67

Zum Erarbeiten Ableitung der Kehrwertfunktion

1
■ Gegeben ist die Funktion fmit f(x)= ~ =x~ y\
mit X# 0. Bestimmen Sie die Ableitung von f 1 ^ P h
Xo
an einer Stelle Xg mithilfe der h-Schreibweise.

Die Kehrwert
funktion ordnet (1) Bestimmen der Sekantensteigung
Xo+h X(
jeder von 0 verschie Wir betrachten eine Sekante durch die Punkte
denen Zahl ihren 1
Kehrwertzu: P Xq — und Q Xq + h x„ + h mit h # 0.
Xq 0
1 1 ..1. Q
y=tX Für deren Steigung gilt: Xo+h I y=i
I
1 1 Xo Xo + h X
Xo Xo+
Hyperbel Xß + h X0 (xo + h)xo Xo(Xo + h)
m =
Graph der Funktion f Xo + h-Xo h Erweitern aufden
mit f(x)=i h Hauptnenner Xg(xg + h)
Xo(xQ + h) h 1
h xo(xo + h)h Xo(Xo + h) für h^O

(2) Bestimmen der Tangentensteigung

Wenn h-+0, dann Xo(Xo + h) ^ Xo-Xo = x^.

Somit gilt für die Tangentensteigung als Grenzwert der Sekantensteigungen:


1
CI \ I- Xo + h Xo 1 1
m
= —h h-*0 Xo(xo + h) x2
0

Damit gilt folgender Satz:

Satz: Ableitung von f(x}=^

Die Funktion f mit f(x) mit x?^ 0 hat an der Stelle Xq die Ableitung f'(Xo) = —^

Ableitungen von Potenzfunktionen mit ganzzahligen Exponenten

■ Finden Sie eine Regel, mit der Sie Funktionen der Form f(x} = x^ für ein beliebiges neZ ableiten
können. Betrachten Sie dafür die Ableitungen, die Sie schon kennen und versuchen Sie, eine Regel
mäßigkeitzu erkennen.

Für die Quadratfunktion fmit f(x)= x2 gilt f'(xg) = 2Xo.


Für die Kubikfunktion fmit f(x)=x^ gilt f'(xg) = 3x^.
1 -1
Für die Kehrwertfunktion fmit f(x]= X = x gilt t'(Xg)=^= -x-2.

Alle diese Ableitungen haben wiederden Term einer Potenzfunktion, in denen der Exponent der Aus
gangsfunktion als Faktor auftaucht und der neue Exponent einen Grad niedriger ist als der Exponent
der Ausgangsfunktion. Allgemein kann man die folgende Ableitungsregel formulieren, auf deren
Beweis wir in diesem Buch verzichten.

Satz: Potenzregel für ganzzahlige Exponenten


n-l
Die Funktion fmit f(x)= x" und neZ hat an der Stelle Xg die Ableitung f(Xg)= n^x0

Beispiel Beispiel

Für f(x)= x8 gilt: f(Xo}= 8x2; =1-


Für f(x} = x-3 gilt: f'(Xo) = -3xö‘'=
0

f'(-l)= -8 f(-l)= -3
68 Selbst lernen 2 Differentialrechnung

Information Die h-Schreibweise bei der Berechnung der Ableitung an einer Stelle Xq
Bei der Bestimmung der Ableitung an einer Stelle
Xq wählt man eine zweite Stelle x nah bei Xg.
Oft bezeichnet man diese Stelle statt mit x auch
mit Xg + h und wählt den Wert für h möglichst
nah bei null.
Damit ergibt sich folgende Steigung m der
Sekante durch
P(xo|f(xo))undQ[xo + h|f[xo + h));
m = f(xo4h)-f(xo) f(xo + h)-f(xo} X
Xq + h - Xq h
Wenn man den Differenzenquotienten in dieser Weise schreibt, wird die Bestimmung seines Grenz
wertes erleichtert, weil im Nenner keine Differenz mehr steht.
f(xo + h)-f(xo)
Für die Ableitung von f an der Stelle Xg gilt damit: f'(Xo)= h-*0
lim h
Wählt man h > 0, so liegt Xg+h rechts von Xg.
Wählt man h < 0, so liegt Xg + h links von Xg.
Da bei dieser Schreibweise keine Verwechslung von x mit Xg mehr möglich ist, wird der Index 0 auch
f(x + h)-f(x)
oft weggelassen: f'(x)=lim
h ^O h

Zum Erarbeiten Ableitung der Wurzelfunktion


I

m Gegeben ist die Funktion fmit f(x)= ^=x^. Bestimmen Sie die Ableitung von f mithilfe des Differen
zenquotienten, einmal ohne die Verwendung der h-Schreibweise und einmal mit dieser Schreibweise.
Zeigen Sie auch, dass die Potenzregel auch hier gültig ist.

(1) Bestimmen des Differenzenquotienten


Ohne h-Schreibweise: Mit h-Schreibweise:

x-x0 Erweitern mit(Vx + h Erweitern mit(-^Xg + h +

(Vx-t/)^) (-v/x+V>^) (Vxo + h-V^)-(T/xo + h+T/^)


(X-Xg)-(Vx+.J^) h-(7xg+h+7^
x-x0 h
(X-Xg)-(-/x+^) h-^Xg + h+7)^
1 Für XT^x0 1 Für h#0
Vx+-^ ■^/Xg+h 0

(2) Bestimmen der Ableitung an der Stelle x 0


Die Ableitung ist der Grenzwert des Differenzenquotienten.
Ohne h-Schreibweise: Mit h -Schreibweise:
1 1 1 1
lim = lim lim lim
X-»Xo x-x 0 + IpjXp
h-.0 h

für x+x0 für h^O


1
Für die Funktion fmit f(x) = Vx gilt f'(Xg) =

Dieses Ergebnis erhält man auch bei Anwenden der Potenzregel:


1

f(x)=V^ = x2,
1 I
1 1
^ (^o) - 2^0
2-\/^
2.1 Änderungsraten und Steigungen Selbst lernen 69

Zum Üben Ableitungen mithilfe der h-Schreibweise bestimmen

1. Bestimmen Sie die Ableitung der Funktion f an der Beispiel

Stelle Xq als Grenzwert von Sekantensteigungen


f(x)=x2-5
mithilfe der h-Schreibweise.
f(Xo + h)-f[Xo) (Xo4hp-5-(Xo^-5)
a) f(x)=x2 C) f(x)= x2-2,5 m=
Xo+h-Xg h
b) f(x)=x2 +3 d) f(x} = x^ + 6
(xo + h)2-xg )^ + 2Xoh + h2-x2
h h
2xoh + h^ , ... ,
=— =2Xo+h für h?50

2Xo+h-»2Xo für h-»0


f (^o)= 2Xg

2. Bestimmen Sie die Ableitung der Funktion f mit


f(x)= x“' an der Stelle Xg mithilfe des Differenzen m
h-f
quotienten in der h-Schreibweise.
Vervollständigen und erläutern Sie dazu die -'^2' 0 h-f'.- 0

angegebene Herleitung.
h *<1x^1+ 6x: h >..
tx jJi
-r

= txI+6
0 0
1H h-¥~C

m
-t

Ableitungen mithilfe der Potenzregel bestimmen

3. Berechnen Sie die Ableitung der Funktion an der Stelle Xg.


a) f(x)= x3, Xg =4 C) f(x)=X"^, Xg = 0 e) f(x)= x®, Xg =-2 g) f(x)= 5x, Xg =-2
b) f(x)=X^, Xg=-3 d) f(x)=X-^ Xg=1 f) f(x)=x23, Xg =-1 h) f(x)=-3, Xg = Tt

4. Geben Sie zu der Potenzfunktion die zugehörige Ableitung an einer Stelle Xg an.
a) f(x)= x’5, g(x)=x-^ h(t)=t’o°, f(k)= k-^ g(s)= s®
+2
b) f(x)= x", g(t)= t3", h(x)= x^"^, f(s)=s2", g(t)= t'<

5. Betrachten Sie die Funktion, die jeder Seitenlange ag den Flächeninhalt des
entsprechenden Quadrates zuordnet. Berechnen Sie die lokale Änderungs
rate für eine Seitenlänge ag.
Deuten Sie das Ergebnis geometrisch.

6. Welche Steigungen kommen am Graphen der Funktion f mit f(x)=x^ über


haupt nicht vor?
a< h

Vernetzte Aufgaben

7. Gegeben sind Potenzfunktionen f mit f(x)= x" und nelN, An welchen Stellen haben die Graphen
dieser Potenzfunktionen die Steigung 1 und an welchen die Steigung -1 ?

8. Gegeben ist die Funktion f mit f(x) =x“^.


a) Bestimmen Sie die Gleichungen der Tangenten an den Graphen von f an den Stellen -2 und 2.
Berechnen Sie die Koordinaten des Schnittpunktes S dieser beiden Tangenten,
b) Lösen Sie die Teilaufgabe a)allgemein für zwei Stellen Xg und -x0-
70 Selbst lernen 2 Differentialrechnung

2.2 Ableitungsfunktionen
2.2.1 Ableitungsfunktionen und ihre Graphen
Ziel ln den Abschnitten 2.1.4 und 2.1.5 haben Sie Ableitungen von Funktionen an einer Stelle bestimmt.
In diesem Abschnitt lernen Sie, was man unter der Ableitungsfunktion einer Funktion versteht. Sie
verschaffen sich einen Überblick über die wichtigsten Grundfunktionen und ihre Ableitungsfunktionen
und erarbeiten Zusammenhänge zwischen diesen beiden Funktionen.

Zum Erarbeiten -> Aus einer Funktion f mithilfe der Ableitung eine neue Funktion konstruieren
■ Zeichnen Sie den Graphen der Quadratfunktion mit f(x)=x^ und legen Sie eine Tabelle an, in der Sie
fürjede der Stellen-4;-3;-2;- 1; 0; /;2;3;4 die Ableitung der Quadratfunktion notieren.
Diese Tabelle kann als Wertetabelle einer neuen Funktion aufgefasst werden. Zeichnen Sie auch den
Graphen dieser neuen Funktion und geben Sie ihren Funktionsterm an.
Erläutern Sie die Zusammenhänge zwischen beiden Graphen.

FürdieAbleitungderQuadratfunktion mit f(x)= x^ an einer Stelle


Xq gilt: f(Xo)= 2Xq. Damit erhält man folgende Tabelle:

Xo -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4

f'(Xo) -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 I

Der Graph dieser Funktion ist eine Gerade durch den Koordina
tenursprung mit der Steigung 2. Der zugehörige Funktionsterm ist
2x und gibt die Ableitung von f an jeder Stelle x an. Also können wir
dafürschreiben: f'(x) = 2x
Die Funktion f' gibtan jeder Stelle x die Steigung der Tangente an
der Stelle X an den Graphen von f an. Somit gibtf die Steigung des
Graphen von f an, wodurch sich beim Vergleich der beiden Graphen
folgende Zusammenhänge ergeben:

DerGraphvonf Der Graph von f'


fällt links von der y-Achse umso verläuft links von der y-Achse un
weniger,je mehr er sich der terhalb der x-Achse und nähert
Stelle 0 nähert. sich dabei der Stelle 0,

hat an der Stelle 0 eine waage geht durch den Koordinatenur


rechte Tangente. sprung.
steigt rechts von der y-Achse verläuft dort oberhalb der
immer stärker an. X-Achse und steigt dabei stets an.

Information Ableitungsfunktion

Definition
Die Ableitungsfunktion f' einer Ausgangsfunktion f(meist nur kurz Ableitung f' genannt) ist
diejenige Funktion, die jeder Stelle x die Ableitung von f an dieser Stelle zuordnet.
f(x + h)-f(x)
Der Funktionsterm kann deshalb allgemein so geschrieben werden: f'(x] = lim h
h -»0

Da der Funktionsterm von f' der Grenzwert des Differenzenquotienten ist, nennt man das Bilden der
Ableitung f' einer Funktion f auch Differenzieren. lA/enn man die Ableitung einer Funktion an einer
Stelle bestimmen kann,so kann man auch leicht einen Term für die Ableitungsfunktion angeben.
Beispiel

fmit f(x)=x^ hat an einer Stelle Xq die Ableitung f'(xo)= 4Xo^. Die Ableitungsfunktion: f(x)=4x2.
2.2 Ableitungsfunktionen Selbst lernen 71

Zum Erarbeiten Zusammenstellung wichtiger Grundfunktionen und ihrer Ableitung


■ stellen Sie für die Funktionen, für die Sie bereits eine Ableitungsregel kennen, den Term der Ablei
tungsfunktion auf Zeichnen Sie den Graphen von f und in einem Koordinatensystem darunter den
Graphen von f.

Funktion; f(x)= k Funktion; f(x)= mx + b Funktion: f(x)=x^


Ableitung; f'(x)= 0 Ableitung; f'(x)= m Ableitung: f'(x)=2x
Beispielgraphen; Beispielgraphen: Graphen:

y y y
-9- 3 -- -3- -
f(x)= 3
2- 2- 2- -
f(x)= x2
1 f{x)=0j&'X-4-l -T-

-3 -2 -1 1 2 3 X -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 2 3 X
-1 -1 -t
-2 -2- -2

y r
y
3 3 i 3-
2 f'[x)= 2x
2 - 2- -
1 -1
f'(x)^
f'(>)=0
+ +
-'3 -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 2 3 X
-1 -1
-2 -2- -2

Funktion: f(x)= x^ Funktion: f(x)=-


Funktion: ffxj^x''
Ableitung: f'[x) = 3x2 Ableitung: f'(x)=4x^ Ableitung: f(x)= —L
X
Graphen: Graphen: Graphen:

y y
3

2 f(x)= <3 I fM = x4 f(x)=J


2 T
1 r
-3 -2 1 2 3 X -3 -2 -1 1 2 3 X 1 2 3 X
-1 -1
-2 -2

y y i' y
3 3 3
f'(x)= 3x3 f'(x)= 4x3
2 2 2-
j.
,1 1

-3 -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 2 3 X 3 X
-1 1
-2- -2

Zum Üben Terme von Ableitungsfunktionen bestimmen

1. Geben Sie die zugehörige Ableitungsfunktion von f an.


a) f(x)=x^ b) f(x]= x-3 c) f(x)= 2x
d) f(x)= -5x + 3 e) f[x)=^
72 Selbst lernen 2 Differentialrechnung

m 2. Welche Fehler wurden


gemacht?
f(x)= x^ h(x) >3 ■
X
i
, k^t)= t-k .
f'(x)= x2 , h'(x)=ft; k'(ti = t
f g'()<)= -2x ^

Zu einer Ableitung f eine zugehörige Ausgangsfunktion f bestimmen

3. Gegeben ist die Funktion f'. Geben Sie den Term einer zugehörigen Beispiel

Ausgangsfunktion f an.
10 (l)f'{t)= 4t3, f(t)= t“
a) f(x)= 3x2 C) f'|x)=^ e) 11
(2)f'{x)= -2x-3. f[x)= x-2
n-1 1 -n
b) f(t)= -7t- d) f'(x)= nx f) f(x)=
(3)f'|x)=^,f(x)=i

Ableitungen verschobener Graphen

4. a) Zeichnen Sie den Graphen von f mit f{x)= x^. Zeichnen Sie darunter den Graphen der zugehörigen
Ableitungsfunktion f'. Erläutern Sie die Zusammenhänge beider Graphen,
b) Erläutern Sie, wie der Graph von g mit g(x)=(x-2)^ aus dem Graphen von f aus Teilaufgabe a)
hervorgeht. Zeichnen Sie den Graphen von g und darunterden Graphen von g'.
Geben Sie einen Funktionsterm für g' an.

5. Zeichnen Sie die Graphen von f und f' mithilfe der Wertetabellen des Taschenrechners untereinander
in zwei Koordinatensysteme und erläutern Sie deren Zusammenhänge,
1
a) f(x)=-3x + 2 b) f(x)=(x-1}2 C) f(x)= 5 d) f(x)= 2 X

Ableitungsfunktionen mithilfe eines Rechners näherungsweise bestimmen

6. Links ist gezeigt, wie man mithilfe eines Taschenrechners die Wertetabelle einer Ableitungsfunktion
anzeigen kann,
%=% a) Erläutern Sie die Eingaben und übertragen Sie diese in Ihren Rechner,
b) Gegeben sind die Funktionen f und g mit f(x)= x^ - 2 und g(x)= x^ + 4. Vergleichen Sie die Werte
1 f CD tabelle der beiden Ableitungen f und g'. Äußern Sie eine Vermutung zu den Funktionstermen von
-103.000012
■32. OOOOOS
>1 ●H. QOOOOH f' und g' und begründen Sie diese,
\'i= -5
c) Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= 0,5x^. Bestimmen Sie mehrere Funktionswerte der Ablei
tungsfunktion und skizzieren Sie den Graphen von f'.
Äußern Sie eine Vermutung zum Funktionsterm von f und begründen Sie diese.

Graphen von f und f zuordnen

7. Ordnen Sie den Graphen von f die zugehörigen Graphen von f begründet zu.
(1) y (2) y (3)
f f
f/' 3 -3- -
3

2 J, 2 ■~T ■

1 1 1

X X -3 -2 -1 1 2 3 X
-3 -2 -1 1 2 3 -3 -2 /-I 1 2 3

ij
y y I
(A) y (B)
f'
(c) T
f‘
3 2 - 3- J _f‘,

2 1 ! 2

-3 -2 -1 1 2 3 X
1
-3 -2 -1 1 2 3 X -3 -2 -1 1 3 X

-1 -2 -1
2.2 Ableitungsfunktionen 73

2.2.2 Zusammenhänge zwischen den Graphen von f und f

Einstiegsaufgabe Steigungen bei einer Wanderung


OHNE LÖSUNG
ln einem Kurort am Meer hat sich eine Klinik auf die Behandlung von Patienten mit Atemwegser
krankungen spezialisiert, in der Umgebung des Ortes gibt es mehrere Möglichkeiten für Wanderun
gen. Die Karte links zeigt einen beliebten Rundwanderweg.
Bei dieser Rundwanderung gibt es allerdings Streckenabschnitte mit zu starken Steigungen, die
nicht von allen Patienten bewältigt werden können. Im Diagramm rechts ist das Höhenprofil des
Rundwanderweges zu sehen.

Höhe (in m)über NN ■Aussichtspunkt


110 SteiTüfer
100
90
80
70 Gasthaus^-
60- .;
50 Kirche Kirch^
40. .'s
30- - !
I
iFpretepb-^
20-i
10 ' 1zrm hdrizontale Entfernung (in m)
+ dl * »
-2000!_ 3.QD0... . .. 4000

■ Übertragen Sie das Diagramm des Höhenprofils in Ihr Heft und bestimmen Sie an mehreren
Stellen die Steigung.
Tragen Sie die Werte für die Steigung in ein weiteres Koordinatensystem unter dem Diagramm
ein und verbinden Sie die Punkte geeignet.
■ Welche Zuordnung wird durch diesen neuen Funktionsgraphen beschrieben?
■ Vergleichen Sie beide Funktionsgraphen anhand besonderer Punkte miteinander. Was fällt
dabei auf?
■ An welchen Stellen ist die Steigung am größten, an weichen am kleinsten?

Einstiegsaufgabe Aus dem Graphen einer Funktion f den Graphen von f' gewinnen
MIT LÖSUNG
Der Graph einer Funktion f ist gegeben. Skizzieren ._.y.
.1
Sie den Graphen der zugehörigen Ableitungsfunkti
f ■
on f'. i3
Gehen Sie dabei folgendermaßen vor;
■2
■ Übertragen Sie den Graphen in Ihr Heft.
■ Bestimmen Sie an verschiedenen Stellen durch 1- -t-

grafisches Differenzieren näherungsweise die


Steigungen des Graphen, also die Steigungen 1 . 2 3 4 5 6 7 X
derTangenten an diesen Stellen.
■ Tragen Sie darunter in einem Koordinatensystem die Steigungen von f an den ausgewählten
Stellen ein.
(1} Achten Sie besonders auf Stellen mit waagerechten Tangenten an den Graphen von f.
Unterscheiden Sie dabei auch, ob sich die Tangenten von oben bzw. von unten an den Graphen
von f schmiegen.
(2) Geben Sie Intervalle an, in denen die Steigungen des Graphen von f nur positiv oder nur negativ
sind.
(3) Ermitteln Sie ungefähr die Stellen, an denen die Tangenten den Graphen durchsetzen. Was kann
man über die Steigung des Graphen an diesen Stellen aussagen?
74 2 Differentialrechnung

LÖSUNG (1) Punkte mit waagerechten Tangenten bestimmen y u


Wenn eine Tangente in einem Punkt an den 3 7 t
1.
Graphen von f waagerecht - also parallel zur x-
Achse - verläuft, so hat die Tangente in diesem Punkt 2 n F'

I r

die Steigung null. r


Der Graph von f' hat hier also Nullstellen. ■ s
^ ■

Die waagerechte Tangente i


a XH 2 3 : xt 5 xs , b X
■ im Punkt H,einem sogenannten Hochpunkt des I
y' I

Graphen von f, schmiegt sich von oben an den


2*
Graphen von f. I
I
I I
■ im Punkt T, einem sogenannten Tiefpunkt des 1
(
I
I
Graphen von f, schmiegt sich von unten an den I I
I
Graphen von f. 4-4-
a xh 2 , Xs. b X
■ im Punkt S, einem sogenannten Sattelpunkt, 3 : >(r L 5
-1
durchsetzt den Graphen von f.

(2) Intervalle bestimmen, in den die Steigung von f nur positiv oder negativ ist
■ Wenn die Steigung des Graphen von f in einem H I

Intervall nur positiv ist, dann verläuft der Graph


von f' dort oberhalb der x-Achse.
Ist die Steigung von f in einem Intervall nur
3*---
4

-2--
r I - j - I

negativ, dann verläuft der Graph von f' dort


unterhalb der x-Achse. 1

Die gesuchten intervallgrenzen sind die Stellen, I


-t IM
* ♦
an denen die Punkte mit den waagerechten a Xh ! .2„1_3 , Xi xs , b X
I I I
y I I I
Tangenten liegen: I I 1-

Intervall Xc;
●2
a: X H Xh; Xt Xj; Xj s> b I

Vorzei +I + i.

+ + ,1-
chen von + I

f'
a >
h
-1 --

(3) Stellen finden, an denen die Tangenten den Graphen durchsetzen


ln den Stellen W^, Wj und S durchsetzen die Tangen y
ten den Graphen von f. -3
■ Links, nahe bei W, schmiegen sich die Tangen
ten von oben an den Graphen von f, die Steigun
gen werden kleiner.
- 1
■ Rechts, nahe bei W, schmiegen sich die Tangen
ten von unten an den Graphen, die Steigungen
werden größer.
y
■ Also ist W| ein Punkt mit minimaler Steigung.
Somit hat der Graph von f' an der Stelle x^,,, einen
- 2-
Tiefpunkt. Gleiches gilt für den Punkt S. 1

■ Links, nahe bei Wj schmiegen sich die Tan 1


genten von unten an den Graphen von f, die
Steigungen werden größer. a i 2 ? 3
I
5 _ 6 , b X
■ Rechts, nahe bei Wj schmiegen sich die Tangen I
t I1 Tiefpunkt von f
-1- r\l— ' ● '■
ten von oben an den Graphen, die Steigungen 1
ie^punift von i
werden kleiner. -2 I
T
■ Also ist Wj ein Punkt mit maximaler Steigung.
Somit hat der Graph von f' an der Stelle x^^2 einen Hochpunkt.
76 2 Differentialrechnung

2. Übertragen Sie den Funktionsgraphen in Ihr Heft und bestimmen Sie durch grafisches Differenzieren in
ein darunter gezeichnetes Koordinatensystem ungefähr den Graphen der Ableitungsfunktion.
■ Erläutern Sie, wie man am Graphen von f die Nullstellen und die Hoch- und Tiefpunkte des Gra
phen von f erkennt.
■ Geben Sie die Intervalle an,in denen die Ableitungsfunktion positiv oder negativ ist.
■ Unterscheiden Sie auch,ob sich die Tangenten von oben oder von unten an den Graphen von f
anschmiegen.
Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus für den Verlauf des Graphen von f?
■ Welche Aussagen kann man zu den Stellen machen, an denen die Tangente den Graphen durch
setzt?
a) c)
y,
-1-

●1 1 . _2_ 1 4 6 X

- -1
X
l1_. i . 2 3 4 5 6

b) d)
y, y,
I ■ 2 -1 1 J 2_' 3 I 4_:„_5_ „ 6 X
I

-1-. A
!●
-2
-1 T 2 3 . 4 5 6 X
t

-3

[in 3. Zeichnen Sie selbst Funktionsgraphen und lassen Sie Ihren Partner durch grafisches Differenzieren in
einem darunter gezeichneten Koordinatensystem den Graphen der Ableitungsfunktion skizzieren.
Beachten Sie dabei die drei Schritte aus der Lösung der Einstiegsaufgabe auf Seite 74.
Tauschen Sie die Rollen nach jedem Graphen.

Zusammenhänge zwischen f und von f erkennen

4„ Gegeben ist der Graph einer Beispiel


Ableitungsfunktion f.
Der Graph von f hat einen
Bestimmen Sie die Stellen,
■ Tiefpunkt an der Stelle-2, denn
an denen der Graph von f
die Ableitungen steigen dort und
Hochpunkte, Tiefpunkte, -2 ist Nullstelie von f'; 1
Wendepunkte oder Sattel
■ Wendepunkt an derStelle-1,
punkte hat.
denn die Ableitung ist dort maximal;
Begründen Sie Ihre Entschei
■ Sattelpunkt an der Stelle 1, denn die Ableitung ist dort
dung. minimal und hat den Wert 0.

a) b) c)
y y
3 - - 6
2 4-
.1-

X -2 -1 3 x -6 -4 -2 2/4\ 6
-1 -2- .-
_2-- _4- .
r -3 - -6--
2.2 Ableitungsfunktionen 77

5. In (1),(2) und (3)sind Graphen von Funktionen gezeichnet, in (A),(B) und (C) die Graphen
ihrer Ableitungsfunktionen.
Ordnen Sie zu und begründen Sie Ihre Entscheidung.
(2)
'’ y-
2-

-1 1 2 \3 4^
X
-1

(A) y- (B)
\
-1 1 /2\ 3 , 4X I
i_^ 3-
-1
I
-2 2
1
-3 ,1

-4 -2 3 X!
-1 i -2 -1 1 2 3^

m 6. Sandra hat zum Graphen von f den Graphen der Ableitungsfunktion f' gezeichnet. y ’f
Sie meint:
Da stimmt was nicht! Aber was? t

1 X
Helfen Sie ihr. y I
t

7. In den Abbildungen (1) bis(4)sind verschiedene Funktionsgraphen mit einem Wendepunkt W darge
stellt. Ordnen Sie jedem dieser Graphen die zugehörige Ableitungsfunktion (A),(B),(C)oder(D)zu.
Begründen Sie jeweils Ihre Entscheidung.

(1) (3) (A) (C)


X

(B) (D)

8. Skizzieren Sie anhand der Aussagen einen passenden Graphen von f und f' in der Nähe von Xg.
a) Die Ableitung von f an der Stelle Xg ist null. Die Tangenten schmiegen sich in der Nähe des Punktes
P(xo|f(xol) von unten an den Graphen von f.
b) Die Ableitung von f an der Stelle Xg ist null. Die Tangenten schmiegen sich in der Nähe des Punktes
P(xg|f(xg)) von oben an den Graphen von f.
c) Der Graph von f' hat an der Stelle Xg einen Hochpunkt, der unterhalb derx-Achse liegt,
d) Der Graph der Ableitungsfunktion f hat an der Stelle Xg einen Tiefpunktauf derx-Achse.
e) Der Graph der Ableitungsfunktion f hat an der Stelle Xg einen Hochpunkt auf der x-Achse.
78 2 Differentialrechnung

9. In den Abbildungen sind Graphen von Ableitungsfunktionen f zu sehen.


Der Graph der Ausgangsfunktion f soll durch den angegebenen Punkt P verlaufen.
Bestimmen Sie eine Funktionsgleichung für die Ausgangsfunktion f.
c)

X -2 -1 1 2 X

-1-

-24- '-2

P(0|1) P(2|6]

Ableitungsfunktionen in Natur und Technik

10.
Das Kinetic Energy Recovery System (KER5)
wandelt die Bewegungsenergie des Fahrzeugs
beim Bremsen in elektrische Energie um und
speichert diese in einem Akkumulator. Diese
Energie kann über einen Elektromotor bei Be
darf genutzt werden. Bekannt ist diese Techno
logie aus der Formel

Die Grafik zeigt die im Akku


mulator befindliche Energie
menge übereinen Zeitraum von
17 Sekunden einer Runde,

a) Beschreiben Sie die mo


1
mentane Änderungsrate der
Energie im Akkumulator, Zeit t (in s)
also den momentanen Ener
1 2 3 4 5 6 7 8 $ 10 Ijl 12 13 14 IS 16
giefluss, durch den Graphen
der zugehörigen Ableitungsfunktion.
Welche Einheit hat der momentane Energiefluss?
b) Erläutern Sie anhand der beiden Graphen die Zusammenhänge zwischen der Energie im Akkumula
tor und dem momentanen Energiefluss. Interpretieren Sie damit auch das jeweilige Fahrverhalten.

11. Hundewelpen nehmen nach der Geburt schnell an


Gewichtszunahme bei Hunden
Gewicht zu. Im Internet kann man zum Beispiel die
rechts abgebildete Grafik zur Gewichtszunahme von max. Tageszunahme Körpergewicht
Hunden finden. durchschnittl,
Erklären Sie, welche mathematischen Zusammen tägliche
Gewichts-
hänge es zwischen den beiden dargestellten Graphen V Zunahme
gibt.
Wendepunkt \
Erläutern Sie die Bedeutung dieser Zusammenhänge der Wachstums
kurve
für die Entwicklung des Körpergewichts bei Hunden.

Alter
2.2 Ableitungsfunktionen 79

2.2.3 Ableitung der Sinusfunktion

Einstiegsaufgabe Die Ableitung der Sinusfunktion mithilfe eines Rechners bestimmen


OHNE LÖSUNG
■ Bestimmen Sie mithilfe Ihres Rechners Ableitungen der Sinusfunktion f(x)= sin(x} an
verschiedenen Stellen.
■ Erstellen Sie damit eine Wertetabelle für die zugehörige Ableitungsfunktion f' und
skizzieren Sie den Verlauf des Graphen von f.
■ Äußern Sie eine Vermutung überden Term von f'(x}.

Einstiegsaufgabe -> Die Ableitung der Sinusfunktion durch graphisches Differenzieren bestimmen
MIT LÖSUNG
a) Skizzieren Sie den Graphen der Sinusfunktion mit f(x} = sin (x).
b) Skizzieren Sie darunter den Graphen der Ableitungsfunktion der Sinusfunktion.
Begründen Sie Ihre Skizze mit der Steigung des Graphen der Sinusfunktion in besonderen Punk
ten. Berücksichtigen Sie dabei, dass die Sinusfunktion die Periode 2tt hat.
c) Äußern Sie eine Vermutung für den Funktionsterm der Ableitungsfunktion und überprüfen Sie
diese mithilfe eines Rechners.

LÖSUNG a y
2 p

1-

Jf 3 X
'2
rl 1
I
rf —
I
Il
-2
I u.
X
<
T
b) y
2
I LLA
I ]U
]
> <
I I

-271 3 -71 3 7t 71 3 2ji 5. ● x


f=-7t
z Z z z z
-1

In den Hoch- und Tiefpunkten hat der Graph der Sinusfunktion jeweils die Steigung null.
In den Wendepunkten wird die Steigung extremal. Der Graph der Sinusfunktion hat die Periode 2 Tt.
Der Graph hat somit an einer Stelle x^ +ln dieselbe Steigungwie an der Stelle Xq Somitmuss
auch der Graph der Ableitungsfunktion die Periode 2ti haben,
c) Die Ableitung der Sinusfunktion ist ver sin(x + 0,001)-sin(x)
X cos(x)
mutlich die Kosinusfunktion; 0,001
f'(x)= cos{x). -3 -0,9899217 -0,9899924
Wir berechnen mithilfe eines Rechners -2 -0,4156921 -0,4161468
näherungsweise die Ableitung an -1 0,540722951 0,540302306
einigen Stellen der Sinusfunktion mit 0 1
0,999999833
sin [x + 0,001)- sin(x)
f'(x). und verglei-
öiööi 1 0,53988148 0,540302306
chen diese mit den Funktionswerten 2 -0,4166014 -0,4161468
der Kosinusfunktion.
Dabei ist es wichtig, dass der Modus RAD eingestellt wird.
Der Vergleich bestätigt unsere Vermutung.
82 m Blickpunkt

Juli 1676- Der Briefverkehr zwischen Newton und Leibniz beginnt. Leibniz’ Bitte um weitere Informati
onen zu Newtons Infinitesimalmethoden macht diesen stutzig. Newton stellt deshalb seine
Juli 1677
allgemeinen Methoden nur codiert vor, wobei nur er den Schlüssel besaß.

13. Okt. Leibniz veröffentlicht die von ihm entdeckten Ergebnisse. Seine Ideen breiten sich schneilauf
dem Kontinent aus, da sein Kalkül bereits sehr weit entwickelt und in der Praxis gut handhab
1676
bar ist.

John [Link] Günstling Newtons, der ebenfalls in der Royal Society tätig ist, beschuldigt
1708 Leibniz öffentlich (in einem Absatz seines Buches „Philosophical Transactions“) des Plagia
tes. Leibniz beschwert sich daraufhin bei der Royal Society, woraufhin diese eine Kommission
zur Prüfung der Beschwerde einberuft.

22. März An diesem Tag findet die Sitzung der Kommission statt, die - unter anonymer Mitwirkung
1711 Newtons,der mittlerweile Präsident der Royal Society ist -schnell zu einem Schauprozess
gegen den deutschen Wissenschaftler umschwenkt.
Die Royal Society veröffentlicht einen Bericht, der im Prioritätsstreit zugunsten Isaac New
tons entscheidet. Bis heute existiert jedoch das Gerücht, dass dieser Bericht von Newton
Frühjahr selbst verfasst wurde.
1712 Der persönliche Streit zwischen den beiden Forschern endete 1716 mit dem Tode Leibniz’.
Newton soll sich noch Jahre danach damit gerühmt haben, dass er Leibniz das Herz gebro
chen habe.

2. ■ Stellen Sie die Ereignisse in Form eines Zeitstrahls dar, indem Sie z. B. Newtons Aktionen oberhalb
und Leibniz“ Aktionen unterhalb des Zeitstrahls notieren.
Beurteilen Sie die Rollen der Forscher in dem beschriebenen Prioritätsstreit. Nehmen Sie dabei
Bezug auf die Texte im ersten Abschnitt des Blickpunkts.

Von verschiedenen Problemen zum gleichen Ergebnis ~ die Wege zur


Differentialrechnung
Newtons Idee der Differentialrechnung Leibniz wählte einen stärker geometrischen Ansatz.
entstand aus einer kinematischen Vorstel Er wollte die Steigung einer Tangente an einer Kurve
lung. ermitteln, um damit Aussagen über die Steigung der
So stellte ersieh zum Beispiel eine Gerade Kurve selbst zu machen. Hierzu betrachtete er eine
nicht als eine Aneinanderreihung von Punk Kurve als Polygon mit unendlich vielen Ecken, die
ten,sondern als eine fortwährende Bewe unendlich
gung eines Punktes vor. Diese Punkte oder nah beieinander liegen. Zwischen zwei solcher Ecken
andere mathematische Größen bezeichnete konnte er nun unendlich kleine Steigungsdreiecke
er mit den letzten Buchstaben des Alpha anlegen. Die Katheten dieser Steigungsdreiecke wurden
bets: V, X, yundz. als Infinitesimalzahlen bezeichnet. Anders als Newton
Die Geschwindigkeit, mit denen sich die betrachtete Leibniz die Ableitung nicht unter dem
Größen verändern, kennzeichnete er durch Gesichtspunkt der Grenzwertermittlung,sondern als
dieselben Buchstaben mit einem Punkt ein geometrisches Phänomen.
darüber. Bei dieser Geschwindigkeit handelt So ist der uns bekannte Differenzenquotient entstan
es sich um die Ableitung der jeweiligen Größe den, der schließlich zur Ableitung einer Funktion
nach derzeit. Newton ließ das Zeitintervall, an einerstelle führt. Begriffe wie Differential und
in dem sich die Größe veränderte, beliebig Integral wurden von Leibniz eingeführt. Zudem bewies
klein werden und konnte so den Begriff der er Ableitungsregeln für Summen. Produkte, Quotienten
Momentangeschwindigkeit, also der Ablei- und Potenzfunktionen und beschrieb das Verfahren zur
tungzu einem Zeitpunkt, definieren. Bestimmung von Extrem- und Wendepunkten.

Die wissenschaftlichen Folgen des Streites waren tiefgreifend und sind bis heute spürbar. Britische
Mathematiker entfernten sich immer weiter von ihren Kollegen auf der anderen Seite des Ärmelkanals,
mit der Konsequenz, dass sich die LEiBNiz’sche Schreibweise in Europa, aber nicht auf den britischen
Inseln durchsetzte, was man bis heute in der mathematischen Literatur beobachten kann. Heute geht
man davon aus, dass Newton und Leibniz ihre Entdeckungen weitgehend unabhängigvoneinander
gemacht haben.

3. ■ Erstellen Sie ein Lernplakat mit Skizzen und Zeichnungen, auf dem Sie die beiden Ansätze mitein
andervergleichen.
■ Setzen Sie beide Ansätze in Bezug zum Differenzenquotienten in der h-Schreibweise.
2.3 Weitere Ableitungsregeln 83

2.3 Weitere Ableitungsregeln


2.3.1 Faktorregel

Einstiegsaufgabe Vom Vergleich zweier Sekantensteigungen zur Faktorregel


OHNE LÖSUNG
Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= 2x^. Gesucht wird der Term der Ableitungsfunktion f.
■ Betrachten Sie die beiden Graphen rechts. V'
y = 2x3i /y = x^
Für die Steigung m der Sekante durch P und
Q gilt: 'Q-
m =(x + h)3-x3
h
Bestimmen Sie ebenso die Steigung m* der
Sekante durch P* und Q*. LLl T
■■ I I
■ Welcher Zusammenhang besteht zwischen m I Qi
1
und m'?
■ Untersuchen Sie, wie sich m und m* ver
Li ●]

halten, wenn h sich dem Wert 0 nähert. p'j

Welche Schlussfolgerungen können Sie dar TP O 1 X


X x+ h
aus für die Ableitungsfunktion f ziehen?
I

Einstiegsaufgabe Tangentensteigung für eine gestreckte Parabel bestimmen


MIT LÖSUNG
Die Ableitung der Funktion f mit f(x)= 1,5x2 goll bestimmt werden.
a) Zeichnen Sie den Graphen von f und beschreiben Sie, wie dieser aus dem Graphen der Quadrat
funktion u mit u(x)= x2 hervorgeht.
b) Zeichnen Sie an der Stelle 2 die Tangenten an den Graphen von u und an den Graphen von f.
Vergleichen Sie die Steigungen der Tangenten. Formulieren Sie eine Vermutung für die Ableitung f.
c) Begründen Sie die Vermutung mithilfe des Differenzenquotienten in der h-Schreibweise.
Erläutern Sie dabei das Verhalten des Differenzenquotienten für h 0 anhand einer Skizze.

Lösung a Der Graph von f entsteht aus dem Graphen


von u durch Strecken mit dem Faktor 1,5
parallel zury-Achse.

b) Die Tangente an den Graphen von u an der


Stelle 2 hat die Steigung u'(2)= 2-2 = 4. -6
Die Tangente an den Graphen von f an der
Stelle 2 entsteht vermutlich auch durch
Streckung mit dem Faktor 1,5 aus der
entsprechenden Tangente an den Graphen
von u.
Für ihre Steigung gilt demnach vermutlich
f'(2}=1,5-u'(2)= 1,5-4=6.
Da sich diese Überlegungen auf jede Stelle
übertragen lassen, hat die Funktion f vermut
lich die Ableitung
f'(x) = 1,5-u'(x)=l,5-2x = 3x.

X
84 2 Differentialrechnung

c) Wir bestimmen die Ableitung an einer Stelle x mit der h-Schreibweise. Dazu betrachten wir eine
Sekante des Graphen von f durch die Punkte P(x] und Q(x + h| 1,5(x + h)2j mit h 0.
Diese Sekante hat die Steigung:
f(x)= l,5x^
I,5(x + h)2-i,5x2
m=
h

I,5((x+h)2-x2)
h
l,5(x2 + 2xh + h^-x^)
h l,5(x+h)2-l,5x2
1,5[2xh + h^] für htO
h = 1,5(2x + h)

Nähert sich nun derzweite Punkt Q auf


dem Graphen immer mehr dem Punkt P, — 'x x+ h X
so folgt:
Wenn h-»0, dann m= l,5{2x+h)-»l,5-2x = 3x.
Also hat die Funktion f mit f(x)= 1,5x2 die Ableitung f' mit f'(x) = 3x.

Information Faktorregel

Satz; Faktorregel
Wenn die Funktion u die Ableitung u' hat, dann hat die Funktion f mit f(x)= k-u(x) mit ke|R
die Ableitung: f'(x) = k-u'(x).

Beispiel Beispiel

Ein konstanter Faktor bleibt


f(x)= -2x^ g(x)=5-xS
beim Ableiten erhalten!
f'(x} =(-2]-4x3 = -8x3 g'(x) = 5'9x® = 45 x®

Beweis
Der Graph der Funktion f mit y
f{x)= k-u(x) geht aus dem Graphen
der Funktion u durch Streckung mit
dem Faktor k parallel zury-Achse f(x + h)= k-u(x + h)
hervor. Dabei ist anschaulich klar,
dass die Tangenten an dem Graphen
von f durch Streckung aus den
Tangenten an den Graphen von u P'j
entstehen. f(x)= k-u(x) I h
1
u(x + h) Q
Dies lässt sich auch mithilfe von Se
PL u(x + h)- u(x)
kantensteigungen beweisen. u(x)
h
Wir betrachten die Steigung der Se
X x+h x
kante durch die Punkte P*(x|f(x))
u
nd Q*(x + h |f(x + h)).
f[x + h)-f(x) k-u(x + h)-k-u(x) u(x + h)-u(x)
m=
h h -k ^
u (x + h)- u (x)
DerTerm gibt die Steigung der Sekante des Graphen von u durch die Punkte
h

P(x| u(x)j und Q(x + h I u (x + h)) an. Je mehr sich x + h der Stelle x annähert, desto mehr nähert

sich diese Sekantensteigung der Tangentensteigung u'(x) an.


u {x + h)- u (x)
Wenn h ^0, dann h u'(x).

Für die Ableitung der Funktion f mit f(x)= k-u(x) gilt daher: f'(x) = k'U‘(x)
2.3 Weitere Ableitungsregeln 85

Übungsaufgaben Bestimmen der Ableitung mithilfe der h-Schreibweise

1. Bestimmen Sie die Ableitung mithilfe der h-Schreibweise als Grenzwert von Sekantensteigungen,
t2
a] f[x)=-2x2 b) f(x)= 5x3 c) g(t)= V d) u(s)= ks^ e) f(x)=-^x3

Ableitungen mithilfe der Faktorregel bestimmen

2. Bestimmen Sie die Ableitung,


a) f(x)= 3x^ c) g(x)= ^x= e) h(t)=^-r* g) h[s)=ls

b) f(x)= 7x-9 d) f(t)=> f) f(t).|t-B h) g(r)-fr3

3. ’tSS-
Am 25.1.2004 landete das Marsmobil Opportunity auf dem
Mars im Krater Eagle,der einen Durchmesser von 22 m aufweist.
Am 24.3.2004 gelang es ihm im zweiten Anlauf, diesen Krater r
zu verlassen. Beim ersten Versuch, die 16%ige Steigung am
Rand des Kraters zu nehmen, rutschte der Rover ab und drohte *
sogar umzukippen. f

Nehmen Sie an, dass der Querschnitt des Kraters durch eine gestreckte Parabel bestimmt werden
kann. Bestimmen Sie deren Gleichung. Ermitteln Sie damit näherungsweise die Tiefe des Kraters.

Zu einer Ableitung eine mögliche Ausgangsfunktion bestimmen

4. Beispiele
Wie könnte eine zugehörige Funktion f lauten?
Überprüfen Sie durch Ableiten,
■ Für f(x)=|x3 gilt: f'(x)= 4x2
a) f'(x) = 4x^ e) f'(x)= 4x^
b) f'(x) = x'^ f} f'{x) = 100x3 ■ Für f(x)=-ix® gilt: f'[x)= xs
2
c) f'[x)=x^ g) f'(x) = 0
10 = J_xl0
d) f'(x) = 7x® h) f'(x) = 5x ■ Fürf(x)=^x 10 gilt: f(x)=|x3

Lokale und momentane Änderungsraten bestimmen

5. Betrachten Sie die Funktion, die jedem Kreis mit Radius r den Flächeninhalt A(r)zuordnet,
a) Bestimmen Sie die lokale Änderungsrate dieser Funktion. Deuten Sie das Ergebnis geometrisch,
b) Zeichnen Sie den Graphen der Funktion zu A(r) und den der lokalen Änderungsrate in zwei
Koordinatensysteme untereinander. Beschreiben Sie beide Graphen.

6. a) Ermitteln Sie eine Formel


für die Geschwindigkeit
v(t) einer Lawine in Ab
SCHNEELAWINEN
Lawinen können den Berg mit der Geschwindigkeit eines Formel-
hängigkeit von der Zeit t. 1 -Rennwagens hinunterdonnern; 300km/h sind keine Seltenheit!
b) Zeichnen Sieden Graphen je steiler der Hang ist und je länger die Lawine schon rollt, desto
der Geschwindigkeit v für schneller wird sie: Für den zurückgeiegten Weg s(t) in Abhängig
verschiedene Neigungswin keit von der Zeit t gilt:
kel a in ein gemeinsames 5(t)=lg-5in[a)R k
Koordinatensystem, k'
Dabei ist g = 9,81^ die Erd i
c) Geben Sie Beispielefüra
beschleunigung und a der
k
und t an,sodass die Lawi
Neigungswinkel des Berges.
nengeschwindigkeit 300-!^ a
beträgt.
86 2 Differentialrechnung

2.3.2 Summenregel

Einstiegsaufgabe Summenregel entdecken


OHNE LÖSUNG
■ Ermitteln Sie die Ableitung der Funktion f mit f{x)= x2+ x. Sie können dazu rechnerisch oder
zeichnerisch Vorgehen.
■ Formulieren Sie anschließend eine Vermutung über die Ableitung einer Funktion, die aus der
Summe zweier anderer Funktionen besteht.

Einstiegsaufgabe Summenregel entdecken und für ein Beispiel beweisen


MIT LÖSUNG
Gegeben sind die Funktionen u mit u (x)= x^ und v mit v (x)= x^.
a) Untersuchen Sie mithilfe eines Rechners die Ableitung f der Funktion
f(x]= u(x)+ v(x)= x^ + x2.
Vergleichen Sie dabei die Funktionswerte von f mit den Funktionswerten von u' und v'.
b) Formulieren Sie eine Vermutung und beweisen Sie diese mithilfe von Sekantensteigungen.

LÖSUNG a) Für die Ableitungsfunktionen u'und v'gilt; u'(x)= 3x2 und v'(x)= 2x
Wir bestimmen die Summe d X u'(x) v'(x) u'(x ) + v'(x)
der Ableitungen an einigen
fCx)=d%
-1 3 -2 1
Stellen. Die Ableitungsfunk ■:c
1. 000001 0 0 0 0
tion der Funktion f bestim .1 0« 000001
1 5.000001 1 3 2 5
men wir näherungsweise 2 16.000001 2 12 4 16
mit dem entsprechenden 3 33.000001
E6.000001 3 27 6 33
Rechnerbefehl.
4 48 56
Der Vergleich zeigt, dass
die Summen der Funktionswerte von u' und v' mit den Funktionswerten des Rechners für f'
übereinstimmen.

b) Vermutung; Für die Ableitung der Funktion f mit f(x) = x^ + x^ gilt: f'(x) = 3x2 + 2x
Beweis: Wir betrachten eine Sekante des y
f(x) =x2 + x^
Graphen von f durch die Punkte P(x|f(x)j u.
und Q(x + h |f(x+ h)). Förderen Steigung Q
(x+h)^ .
gilt: +(x-i-h)^
f(x + h)-f(x) (x-.h);/v
m= -r(x+hf '
h P - (x^+x^)
X^-fX^-
((x + h)3 + (x + hp) - (x^ + x^) (x+h)^-
h (x+h)^-x3
(x + hp + (x + h)2 - x^ - x^ x3
h (x-^hp-
(x + hp-x^ + (x + h)^-x^
x2-
h
[x + hp-x^ (x + hP-x2
h h

Steigung der Sekante an den Graphen von u Steigung der Sekante an den Graphen von v
durch P, (x|x^) undQ, [x + h | (x + h)^]. durch Pj [x I x^) und Qj (x + h | (x + h)^).

Je mehr sich x-i- h der Stelle x nähert, desto mehr nähern sich die Sekantensteigungen den Tan
gentensteigungen u'(x) und v'(x) an:
(x + hp-x^ [x+hp-x^
Wenn h-»0, dann m = ^3x2 + 2x.
h h

Also gilt für die Ableitung der Funktion f: f'(x) = 3x^ + 2x = u'(x) -i-v'(x)
2.3 Weitere Ableitungsregeln 87

Information Summenregel
Die Überlegungen zu den konkreten Beispielen lassen sich auf beliebige Funktionen verallgemeinern.

Satz: Summenregel
Die Ableitung einer
Wenn die Funktion u die Ableitung u' und die Funktion v die Ableitung v' haben, dann hat die
Summe ist gleich der
Summe der Ableitun Funktionfmit f(x)= u(x)+ v(x) die Ableitung: f'(x) = u'(x)+ v'(x)
gen.

Beispiel Beispiel

f(x)=x^-LX-5 g(x)=x2-2x
f'(x)= 4x2-5x’® g'(x)= 2x-2

Beweis ,y Ü ^f(x) = u{x) + v(x)


f{x+h)
Wir betrachten die Sekante an den Gra
f(x+h)- f{x)
phen f durch die Punkte P(x|f(x)) und P. v(x)
f(x) h
I
0|x-i-h|f(x-i-h)). Für deren Steigung gilt: 4-
v(x+h)
f(x + h)-f[x) 1
v(x+h)- v(x)
m= Pzi
h v{x).— I h
u (x + h)+ v(x + h)-(u (x)+ V (x)) I
Qil u(x)
h u(x+h)
u(x+h) -u(x)
u (x + h)- u (x)+ v(x + h)- V (x) u(x) I h
I
h
I
u(x+h)-u(x) v(x + h)-v(x) I
h h )
X x+h x

Steigung der Sekante des Graphen von u Steigung der Sekante des Graphen von v
durch P,(x|u (x)) und Q,(x + h|u (x + h)). durch P2(xIV[x))undQ2(x + h|v(x + h)).

Je mehr sich x+h der Stelle x nähert, desto mehr nähern sich diese Sekantensteigungen den Tan
gentensteigungen u'(x) und v'(x) an der Stelle x:
u [x + h)- u (x) v(x + h)- V(x)
Wenn h^O, dann h h u'(x) +v'(x).

Für die Ableitung der Funktionfmit f(x)= u(x)+ v(x) giltdaher: f'(x) = u'(x) + v'(x)

Weiterführende 1. Differenzregel
Aufgaben Beweisen Sie die folgende Regel über die Ableitung einer Differenz zweier Funktionen.
Geben Sie dazu zwei Beispiele an.

Die Ableitung einer


Satz: Differenzregel
Differenz ist gleich
der Differenz der Wenn die Funktion u die Ableitung u'(x) und die Funktion v die Ableitung v'(x) haben, dann hat die
Ableitungen. Funktionfmit f(x)= u(x)-v(x) die Ableitung: f'(x) = u'(x)-v'(x)

2. Summenregel nicht auf Produkte und Quotienten übertragbar


Zeigen Sie an Beispielen, dass man ein Produkt oder einen Quotienten zweier Funktionen nicht glied
weise ableiten darf.

Übungsaufgaben Ableitung mithilfe von Ableitungsregeln bestimmen

3. Leiten Sie die Funktion fab.


12
a) f(x)= x^ + x® c) f(x)= 2x-x e) flx)=^3x
d) f(x)=|xs-|x f) = I
5 x^
b) f(x)=^ + 3><
88 2 Differentialrechnung

4. Bestimmen Sie die Ableitung der Funktion f.


Geben Sie an, welche Ableitungsregeln Sie dabei verwendet haben,

a) f(x)=|x5 +lx3-o,7x d) h(x)= 9x‘’- V3x^ + 5x-7

b) f[x)= 2x''-^ +5x e) g(x)=4x® +2x^-9x2-I8x +2


c) f(x)= 8x'2-VT7x2 + 5x f) f(x) = 9x‘'-|x3 +4-V2x +8
J \ I 3 ^2

[7] 5. Bettina braucht Hilfe bei ihren Hausaufgaben. Was hat sie falsch gemacht?

TT) f(x)= 2x-(x2-T) I f'(x)= 2 {2x)= Vx

(2) f(x)= 3x2 + 2 f'(x)= 6x + 2


3x^ + x'^ 6X + 3x^
T3) f(x)= f(x)= =6 X + 3x^
1

6. Formen Sie den Funktionsterm um und leiten Sie dann ab.


x^-i
a) f[xMx-3P b) f(x)= 5x3(3x2-2x + 3) C) f(x)= x + 1

7. Ordnen Sie die Funktionsterme fürf und f einander paarweise zu.

3-x^-5; 11x + 3; L_X^-5x + 2; 3 x^ + -4- + 2; ö


X‘‘
1 2 1.
l00-x33j + 50; x3-|+ 2x-6

8. Ein konstanter Summand fällt beim Differenzieren weg


a) Erläutern Sie, wie der Graph zu g(x)= f(x)+ c aus dem Graphen von f entsteht.
Begründen Sie geometrisch, dass f und g die gleiche Ableitung haben,
b) Das Ergebnis in Teilaufgabe a) kann man auch so formulieren:

Ein konstanter Summand wird beim Differenzieren zu null.

Begründen Sie diese Regel auch mithilfe von Ableitungsregeln.

Zu einer Ableitungsfunktion eine zugehörige Ausgangsfunktion bestimmen

9. Ersa meint:
„Zur Ableitungsfunktion f' mit f'(x) = 3x^-1 gehört die Ausgangsfunktion f mit
f(x) = - X.
Christo meint:

„Nein, f(x) = gX® - x + 3 ist die zugehörige Ausgangsfunktion.'


Nehmen Sie zu dieser Diskussion Stellung.

10. Bestimmen Sie zu der Ableitungsfunktion f zwei zugehörige Ausgangsfunktionen,


a) f'(x)= 3x2 + 2x c) f'(x)=x‘’-2x3 + 3 e) f(x)= 3 -9x=-i
b) f(x)=4x3-i d) f'(x)= ax^-bx2 f) f'[Link]’

11. Bestimmen Sie zu der Ableitungsfunktion f' die zugehörige Ausgangsfunktion f, deren Graph durch den
Punkt P verläuft,
a) f'(x)= 4x+ 1; P(1 |3) c) f(x)= 12x2 +^; P[l |3)
b) f'(x) = 3x2-2; P[0|1) d) f(x)= -7x'8-3x-‘'; P(1 |2)
2,3 Weitere Ableitungsregeln 89

Vernetzte Aufgabe

12. Gegeben ist die Funktion f mit f(x)=x^-3x^.


a) Durch die Punkte A(-1 |f(-l)) und B(4|f(4)) verläuft eine Sekante.
Bestimmen Sie die Gleichung dieser Sekante. Die Sekante schneidet den Graphen von f in einem
weiteren Punkt C. Bestimmen Sie die Koordinaten von C.
b) Bestimmen Sie die Ableitungsfunktion f und zeichnen Sie ihren Graphen,
c) Begründen Sie am Graphen von f,dass der Graph von f genau einen Hochpunkt H, genau einen
Tiefpunkt! und genau einen Wendepunkt W hat.
Bestimmen Sie die Koordinaten von H, T und W.
d) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente durch den Wendepunkt W des Graphen von f.
Berechnen Sie die Koordinaten des Schnittpunktes dieser Tangente mit der Sekante durch die
Punkte A und B aus Teilaufgabe a).

Tangenten an den Graphen einer Funktion an einer Stelle x

13. Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= jX^- 2x+ 1.


a) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente t an den Graphen von f an der Stelle x = 0.
b) Untersuchen Sie, ob es weitere zur Tangente t aus Teilaufgabe a} parallele Tangenten an den Gra
phen von f gibt,
c) Bestimmen Sie die Gleichungen der Tangente oder der Tangenten an den Graphen von f mit der
Steigung?.

14. Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= -^.


a] Begründen Sie, dass die Steigung des Graphen von f an jeder Stelle kleiner als null ist.
b) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente an den Graphen von f an der Stelle 1.
c) Die Tangente aus Teilaufgabe b)schließt mitderx-Achse und dery-Achse ein Dreieck ein.
Berechnen Sie den Flächeninhalt des Dreiecks.

15. Gegeben ist die Funktion g mit g(x]=-|-x'*-x^- 2x.


a) Bestimmen Sie die Gleichungen der Tangenten an den Graphen von g an den Stellen x 2 und
x=l.
b) Beschreiben Sie, wie die Graphen der in Teilaufgabe a) bestimmten Tangenten zueinander liegen,
c) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente an den Graphen von g durch den Punkt P(l,25|-2,5).

16. Gegeben ist die Funktion h mit h (x)= x + ^-2 mit Xi^ 0.
a) Bestimmen Sie den Punkt, in dem der Graph von h eine waagerechte Tangente hat.
b) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente an den Graphen von h an der Stelle x = 1.
c) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente an den Graphen von h mit der Steigung 0,5.

17. Schnittwinkel von Tangenten


Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= 3x^.
Eine Normale an den a) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente an den Graphen von firn Punkt P(3|f(3)). Welchen
Graphen einer Funktion Winkel schließen die Tangente und die x-Achse bei gleicher Skalierung der Koordinatenachsen ein?
firn PunktPisteine b) Übertragen Sie Ihre Überlegungen aus Teilaufgabe a) allgemein auf einen Punkt P(xo|f(Xo)).
Gerade, die orthogonal c) In welchem Punkt schneiden sich die Tangenten an den Graphen von f an den Stellen 1 und 2?
zur Tangente an den
Berechnen Sie den Schnittwinkel der beiden Tangenten,
Graphen im PunktP ist.
d) Eine Normale durch den Punkt P auf den Graphen von f schneidet die x-Achse unter einem Winkel
von 60°. Bestimmen Sie die Koordinaten des Punktes P.
e) Der Graph der Funktion f hat an der Stelle Xq die Steigung 96. Bestimmen Sie die Stelle Xq.
f) Bestimmen Sie die Steigung der Funktion h mit h (x)=|-f(x) an der Stelle 4.
90 Selbst lernen 2 Differentialrechnung

2.3.3 Kettenregel und Produktregel


Ziel Sie erfahren, was man unter einerVerkettung zweier Funktionen versteht und wie man solche Verket
tungen ableitet. Außerdem lernen Sie, wie man das Produkt zweier Funktionen ableitet.

Zum Erarbeiten Ableitung einer Verkettung - Kettenregel


Der Verlauf der mittleren Tagestemperaturin Athen kann Athen / 107 m ü. M.
C°-
näherungsweise durch die allgemeine Sinusfunktion mit der
j Gleichung y = 9,5-sin ^^-(x-105) +18,5 beschrieben werden.
..TÄ..: 20
Man sagt auch, hier sind die sogenannte
äußere Funktion f mit f(x)= 9,5-sin(x)+ 18,5 und die sogenannte
10
/nnere Funktion g mit g(x)=-^^(x-105) miteinanden/erkettet
zu einer neuen Funktion v. Dabei gilt: v(x)= f(g(x)).
0
Auch in anderen Sachsituationen kommen Verkettungen der J FMA MJOASOND
Form v(x)= f(g[x)) von Funktionen vor. Daher soll im Folgenden
eine Regel zur Bestimmung der Ableitung solcher Verkettungen erarbeitet werden.

■ Gegeben ist die Funktion vmit v(x)=(cos(x)f. Begründen Sie, dass es sich bei der Funktion vum
eine Verkettung handelt und geben Sie die innere Funktion g und die äußere Funktion fan. Bestim
men Sie dann mithilfe des Differenzenquotienten von v die Ableitung v‘.

Die innere Funktion g ist gegeben durch g(x)= cos(x).


Die äußere Funktion f ist die Quadratfunktion mit f(x) =x^.
(1) Wir bilden den Differenzenquotienten, dieser ist gleich der
Steigung m einer Sekante durch zwei Punkte auf dem Graphen
von v;
Binomische Formel:
m = (cos(x + h))^-(cos(x))^
h a^ - =(a + b)■(o - b)
(cos(x + h)+ cos(x)) ●(cos(x + h)- cos(x))
h Der rechte Faktor ist der Differenzen
(cos(x + h)-cos(x}) quotient der Kosinusfunktion.
=(cos(x + h}+ cos(x))- h
(2) Wir untersuchen das Verhalten von m für h ^ 0:
Wenn h -»0, dann gilt:
, ,> , , ... / ^ . cos(x + h)-cos(x) ,
cos(x + h)+ cos(x)^2cos(x) und ^-»g (x)= -sin(x).
Damit gilt: Wenn h ^0,dann m -+v'(x)= 2-cos(x)-g'(x)= 2-cos(x)-(-sin(x)).
Diegesuchte Ableitung besteht also aus den Faktoren -sin(x)= g'(x) und 2-cos(x)= f'(cos(x]).

Information Kettenregel
Allgemein gilt folgende Ableitungsregel für eine Verkettung zweier Funktionen.

Satz: Kettenregel
Für eine Funktion v mit v(x)= f(g(x)) mit der äußeren Funktion f und der inneren Funktion g gilt:
v'(x)= g'(x)-f(g(x))

Beispiel Beispiel

v(x]= sin(3x^-x); f(x)= sin(x); g(x)=3x^-x h(x]=(x2-5x)2i; f(x)=x^'; g(x)=x^-5x


v'(x)=(6 X - 1) ● cos(3 x^ - x) h'(x)=(2x-5)-31-(x2-5x)30

Für die Kettenregel verwendet man auch die folgende Merkregel:


Ableitung der Verkettung = innere Ableitung-äußere Ableitung
2.3 Weitere Ableitungsregeln Selbst lernen 91

Man kann sich die Regel mithilfe derfolgenden Tabelle plausibel machen.

y y

g{x + h) f{g(x + h)]


Funktionsgraphen von g und f mit
Sekanten
gM f(gWl

g[x) g[x + h)

Steigung der eingezeichneten g(x + h)-g


Sekante = Differenzenquotient h g(x + h)-g[x)
Grenzwert des Differenzenquotien
ten für h ^0 g'W

g(x + h)-g(x) f(g(x+h))-f(g(x))


Bildet man das Produkt der beiden Differenzenquotienten h g[x + h)-g[x) ’
so erhält man durch Kürzen des Differenzenquotienten durch g(x + h) -g(x) 0
f(g(x+h))-f(g(x)) v(x + h)-v(x)
den Differenzenquotienten h h der Verkettung f(g(x))= v(x).
Der Grenzwert v'(x) des Differenzenquotienten der Verkettung vergibt sich somit aus dem Produkt der
beiden anderen Grenzwerte: v'(x)= g'(x)-f'(g(x)).

Zum Erarbeiten Ableitung eines Produktes zweier Funktionen - Produktregel

■ Gegeben ist die Funktion fmit f(x)= 3x-sin(x). Bestimmen Sie mithilfe des Differenzenquotienten die
Ableitung von f.

(1) Wir bilden den Differenzenquotienten, dieser ist gleich der Steigung m einer Sekante durch zwei
Punkte auf dem Graphen von f:
f(x + h)- f(x)
m=
h
3(x + h)-sin(x + h)- 3x-sin (x)
h
3x-(sin(x + h)- sin (x))+ 3h-sin(x + h)
h Differenzenquotient der Sinusfunktion.
sin(x + h)-sin(x]
= 3x + 3-sin(x+h) für h#0
h

(2) Wir untersuchen das Verhalten von m für h^O:


I I .. sinfx + h)-sin(x)
Wenn h -^0, dann gilt: h ' ' [sin(x))' = cos(x) und sin(x + h)-»sin(x)
Damit gilt: Wenn h^O, dann m f(x)= 3 x ● cos(x)+ 3 ● sin (x)

Information Produktregel
Allgemein gilt folgende Ableitungsregel für ein Produkt zweier Funktionen.

Satz: Produktregel
Füreine Funktion fmit f(x)= u (x)-v(x) gilt: f'(x)= u'(x)-v(x)+ u{x)-v'(x)
Man schreibtauch kurz: (u-v)'= u'-v + u-v'

Beispiel Beispiel

f(x)= x^-sin(x); f(x)= 2x-sin(x)+ x2-cos(x) f(x)=[Link](x);f(x)= -[Link](x)-lsin(x)

Auf einen Beweis der Regel verzichten wir in diesem Buch. Die Lösungen der Übungsaufgaben 7 und 8
machen diesen Satzjedoch plausibel.
92 Selbst lernen 2 Differentialrechnung

Zum Üben Anwenden der Kettenregel

1. Wenden Sie die Kettenregel an.


a) f(x)= sin(3x-1) b) f(x)=(sin(x)f c) f(x)= cos(x^ + 3x- 1) d) f(x)=(sin(x])^

2. Bestimmen Sie die Ableitung der Funktion,


13 1
a) f{x)=(3x2-5x)« b) f(x)=J- 1 c) f(x)=(x‘‘-5) d) f(x)=
cos(x)+ 2

W 3. Fabian hat bei seinen Hausaufgaben nicht alles richtig gemacht. Korrigieren Sie.

a) f(x)=(2x2 + 2) ■ b) f(x)=(3x + 1)^ c) hCt)= cos(3x^ - x)


f'(x)= 2-(2x2 + 2) ._i'j:x)= 3(,3x + 1)^ h'Ct)=(3 X - 1}cos(3 x^ - x)

4. Liefert die Ableitung mit der Kettenregel das erwartete Ergebnis?


a) f(x)=(xf b) f(x)=(xf

Anwenden der Produktregel

5. Wenden Sie die Produktregel an.


a) g(x)= x2-sin(x) c) f(x)= 2-sin(x) e) x2-(x2-3x + i)
b) f(x)= sin(x)'Cos(x) d) f[x)= ^-cos(x) f) (x2-2x)-(x5-X^)

6. a)
Satz
1
Für die Funktion f mit f(x)= Vx und x > 0 gilt; f'(x)=
2^

Erläutern Sie die Überlegungen rechts und


U ix) =-Jx . .
zeigen Sie so mithilfe der Produktregel die
u(x)-u(x)=x |AbieL1en_-
Gültigkeit des Satzes, u'(x).-u.(x)+.u(x),-u'U) =1 1 :
Hinweis: Vx=x2 b) Bestätigen Sie den Satz aus Teilaufgabe a) ^ _2:u.(x.)l.u:(x;) =1
1
auch durch Anwenden der Potenzregel. - - - - u'(x) =
2u(x)

Produktregel plausibel machen

7. Weisen Sie nach, dass die erste Zeile der nebenstehenden


Rechnung richtig ist. uv =
|((u+yH-u2-,y2)L :
Begründen Sie die Produktregel,indem Sie die (uv)'=
Überlegungen fortsetzen. Nutzen Sie dabei auf der ' 1
rechten Seite die Kettenregel.
I 1
(uv)..rJ^ T
8. Erläutern Sie die grafische Veranschaulichung
[u{x+h)-u{x)]
des Differenzenquotienten eines Produktes u(x)-[v(x+h)-v(x)]
●[v(x+h)-v(x)l
von zwei Funktionen mit positiven Funktions-
werten, indem Sie vom Gesamtinhalt des
Rechtecks die blaue Fläche abziehen, dann v(x+h)
durch h teilen und h gegen 0 gehen lassen. v{x) u(x)-v(x) [u(x+h)-u(x)]-v(x)

u(x)
Anwenden von Produkt- und Kettenregel u(x+h)

9. Bestimmen Sie die Ableitung,


a) f(x) =x-sin(2x) b) f(x) = x-sin(3x-1) c) f(x) =T/sin(x) 'Sin(2x)
2.4 Differenzierbarkeit 93

2.4 Differenzierbarkeit
Einstiegsaufgabe Gibt es in jedem Punkt eine Tangente?
OHNE LÖSUNG
Der Graph zu f(x)=|4-x2[ weist besondere Punkte auf.
Untersuchen Sie, ob der Graph in diesen Punkten eine Tangente besitzt.

Einstiegsaufgabe Unterschiedliche Grenzwerte von Sekantensteigungen


Mit Lösung Rechts sehen Sie den Graphen der Funktion f mit f(x)=|x^- 11.
a] Wie kann man sich den Graphen von f aus dem Graphen zu
y = x^-1 entstanden denken?
Welche Besonderheiten weist der Graph auf?
b) Untersuchen Sie, ob der Graph von f an den Stellen -1 und 1
eine Ableitung hat.

LÖSUNG a) Die Teile des Graphen zu y = x2-l, die oberhalb derx-Achse


liegen, stimmen mit dem Graphen von f überein.
Der Teil des Graphen zu y = x^-1, derunterhalb derx-Achse
liegt, wird an der x-Achse gespiegelt.
Der Graph von f kann somit zwischen den Stellen -1 und 1
durch die Funktionsgleichung y = -x^ + 1 beschrieben werden
und links von -1 und rechts von +1 kann er durch die
Funktionsgleichung y = x^-1 beschrieben werden.
An den Stellen -1 und 1 hat der Graph von feinen Knick.

b) Wir bestimmen die Steigung der Sekante durch den Punkt P(1 10) und einem zweiten Punkt Q auf
dem Graphen von f. Dabei betrachten wir folgende Fälle:

Q liegt links von P


Q liegt auf dem Graphenstück, das durch die Gleichung
y = -x^ +1 beschrieben werden kann. Somit ergibt sich
Q(x|“x2 + 1) und die Sekante durch P und Q hat folgende
Steigung;
m =(-xUi)-o 1 -x^ (l-x)(l+x} -X- 1 für X# 1
x-l -(1-x) -(1-x)
Wandert Q auf dem Graphen von links auf den Punkt P zu,so weicht x immer weniger von 1 ab
und m unterscheidet sich immer wenigervon -2.

Q liegt rechts von P


Q liegt auf dem Graphenstück, das durch die Gleichung
Q
y = x^-l beschrieben werden kann.
Somit ergibt sich Q(x|x^ - 1) und die Sekante durch P und Q
hat folgende Steigung:
+
m =(x2-i)-o X2-1 (x + l)(x-l) = x + 1 für P(1 10) —X X
x-1 x-1 x-1
Wandert Q von rechts auf dem Graphen auf den Punkt P zu,so weicht x immer weniger von 1 ab
und m unterscheidet sich immer wenigervon 2.
Bei Annäherung von links und rechts nähern sich die Sekanten verschiedenen Geraden an. Es gibt
also keine Gerade, die sich zugleich links und rechts von P gut an den Graphen von f anschmiegt.
Daher gibt es keine Tangente im Punkt P(1 10). Folglich hat die Funktion f an der Stelle 1 keine
Ableitung. Entsprechend ergibt sich, dass fauch an der Stelle -1 keine Ableitung hat.
94 2 Differentialrechnung

Weiterführende
Aufgabe
II. Funktionsgraphen mit einem Sprung
Die HEAVisiDE-Funktion H hat keinen einheitlichen Funktionsterm,son-
9
’O für xsO
dem wird abschnittsweise definiert: H(x)=
,1 für X > 0 1
<I
/
Zeichnen Sie den Graphen der Funktion und untersuchen Sie, ob die Funk
tion eine Ableitung an der Stelle 0 besitzt. Oliver Heaviside
(1850-1925)
britischer Mathematiker
und Physiker
Information Nicht differenzierbare Funktionen

■ An einerstelle, an der ein Funktionsgraph einen Knick oder


einen Sprung aufweist, nähern sich die Sekanten von links
und von rechts verschiedenen Geraden an. Der Graph hat
an solchen Stellen keine Tangente, daher hat die Funktion
I I
dort keine Ableitung.
K nick Sprung
■ Eine Funktion f nennt man an einer Stelle Xq differenzier
bar,falls f'(xo) existiert, andernfalls nennt man f nicht differenzierbar.

Übungsaufgaben 2. ln den Bildern rechts wurde


jeweils eine Stelle des
Graphen zur Funktion f mit
f(x) = |x^-2,25|
mehrfach vergrößert,
a) Beschreiben und verglei
chen Sie die Beispiele,
b) Untersuchen Sie mithilfe
eines Rechners, obf an
der Stelle x = 1,5 diffe
renzierbarist. Beurteilen
Sie das Ergebnis.

m Jemand hat versucht, an den Graphen einer Funktion an der Stelle Xq Tangenten einzuzeichnen.
Nehmen Sie Stellung.
y- y,

4-
X X
Xo

4. Untersuchen Sie, ob die Funktion f an der angegebenen Stelle differenzierbar ist.


Hat der Graph an dieser Stelle eine Tangente?
a) f(x)= |x|; StelleO b) f{x)= 1x^-9 [; steiles [Stelle-3]

i). An welchen Stellen hat der Funktionsgraph keine Tangente?

a) y b) y, c) y.

3 2

1- 1
1
-1 1 x
-1
X X
-3 -2 -1 1 2 3 -2 -1 1 2
2 Differentialrechnung Das Wichtigste im Überblick 95

Das Wichtigste im Überblick


f(b)-f(a) heißt
Durchschnittliche Der Quotient b-a
Änderungsrate-
Differenzen durchschnittliche Änderungsrate von f über
quotient dem Intervall [a; b] oder Differenzenquoti
ent.
Geometrisch gedeutet, ist dieser Quotient die
Steigung m der Sekante durch die Punkte
P(alf(a]]undQ(b|f(b)].
4.
a 2 4 b X

f(x)= -1x^ +|-x^-3x4-3, Intervall [1;6]

Steigung eines Die Steigung der Tangente an den Graphen


Graphen in einem einer Funktion f in einem Punkt P(xo|f(xo))
Punkt-
des Graphen von f bezeichnet man auch als
Ableitung an
einer Stelle (1) Steigung des Graphen von f im Punkt P;
(2) Steigung des Graphen von f an der
Stelle X(,;
(3) Ableitung der Funktion f an der Stelle Xq;
(4) lokale oder momentane Änderungsrate
von f an der Stelle Xg
Man schreibt dafür kurz: f'{Xo).

Ableitung an Die Ableitung an einer Stelle Xq ist eine Zahl, die Anschaulich ist der Differenzenquotient die
einer Stelle man wie folgt erhält: Steigung einer Sekante durch P und Q.
bestimmen
(1) Man bildet den Differenzenquotienten y
f(xo + h)-f(xo)
h
(xo + h)--

f(xo+h)-f(xo)
h
Xo xo + h X

(2) Man bestimmt den Grenzwert des Differen¬ Anschaulich ist der Differentialquotient der
zenquotienten für den Fall h ^ 0: Grenzwert von Sekantensteigungen, wenn
lim f(Xo + h)-f(xo) = f'(Xo) sich Q auf P zu bewegt, also die Steigung der
h
Tangente in P.
Dieser Grenzwert wird auch
Differentialquotient genannt.

X
96 Das Wichtigste im Überblick 2 Differentialrechnung

Hoch-, Tief- und Hochpunkte H,Tiefpunkte T und Sattelpunkte y H


Sattelpunkte S erkennt man an einer waagerechten Tangente, f
S
ln einem Wendepunkt W durchsetzt die Tangen ’w
,W T
te den Graphen. Sattelpunkte sind Wendepunkte
mit waagerechter Tangente. T X

Ableitungs Die Funktion, die jeder Stelle x die Ablei


funktion tung f'(x) an dieser Stelle zuordnet, wird als
Ableitungsfunktion f' bezeichnet. T
An den Stellen, an denen der Graph von feine
waagerechte Tangente hat, liegen die Nullstellen X

von f'.
An den Wendestellen von f liegen die Hoch- und
Tiefpunkte des Graphen von f.

n-l
Potenzregel f(x)= x" mit neZ f(x)= n-x f(x)=x5 f'[x) = 5-x''

Faktorregel f(x)= k-u(x) mit kelR, f'(x)= k-u'(x) f(x)=-3-x5 f(x)=-15-x''

Summenregel f(x)= u(x)+ v{x) f'(x)= u'(x)+ v'(x) f(x)= -2x^-3x+1 f'(x)= -14-x6-3
Differenzregel f(x)= u(x)-v(x) f'(x)= u'(x)-v'(x)

Ableitung der f(x)= sin(x) f'(x)= cos(x) f(x)= 3sin(x) f'{x) = 3cos(x)
Sinusfunktion f(x)= cos(x) f'(x)=-sin(x) f(x)= lcos(x) f'(x) = -lsin(x]

Kettenregel V(x)=f(g(x» v'(x)= B'{x).f(g(x)) v(x)= sin(l -2x)


v'(x)= -2cos(l -2x)

Produktregel f(x)= u(x).v(x) f(x)=(3x-4)-cos(x)


f'(x)= u'{x} ● V(x)+ u(x)● v'(x) f'(x) = 3 cos(x)-(3 X - 4)sin(x)

1
Ableitung der f(x)=Vx f'(x)=
Wurzelfunktion zVx

Tangenten Eine Tangente an den Graphen einer Funktion f(x)= 2x2-3x+1, P(2|3)
bestimmen f'(2)= 4-2-3= 5
firn Punkt P(xo|f(xo)) ist die Gerade mit der
Gesucht wird die Gerade y = m x + b durch P
Steigungf'(xo) durch den Punkt P.
Die Tangente ist gegeben durch die Gleichung: mit der Steigung m = 5:
y = f'(Xo)-(x-Xo)+ f(xo) y=5x-7
2 Differentialrechnung Klausurtraining 97

Klausurtraining
TeilA Lösen Sie die folgenden Aufgaben ohne Formelsammlung und Taschenrechner.

1. Bestimmen Sie die Ableitung f'.


a) f(x)= 3x--2x2+i
b) f(x)= T/x-cos(x)
c) f(x)= V2x-l

2. Bestimmen Sie die Steigung des Funktionsgraphen im Punkt P.


y y-i

■ 2
P

P I

1 I 2 3 4x

3. Gegeben ist der Graph einer Funk


tion f. Skizzieren Sie den Graphen
der zugehörigen Ableitungsfunktion
f'für -4<x< 10.

4. Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente an den Graph der Funktion firn Punkt P.
a) P(4|8);f(x)=lx2
b) P(2|f(2)); f(x)= x3-2x

5. Gegeben ist die Funktion f mit f(x]= x^-3x.


a) Bestimmen Sie die Ableitung f(X(,) an einer Stelle Xg mithilfe des Differenzenquotienten,
b) Bestimmen Sie die Nullstelle der Ableitungsfunktion f'.
Erläutern Sie, welcher Zusammenhang zwischen dieser Nullstelle und dem Graphen von f besteht.

6. In der Abbildung sind verschiedene Parabeln dargestellt,


Die Graphen gehören jeweils zu einer Ableitungsfunktion f.
(1) (2) (3)
f

f'

Begründen Sie, welcher Graph zu derjeweiligen Aussage über f passt.


(A) Der Graph von f hat einen Hochpunkt und einen Tiefpunkt.
(B) Der Graph von f hat einen Sattelpunkt.
(C) Der Graph von f hat keinen Hochpunkt und keinen Tiefpunkt.
(D) Der Graph von f hat keinen Wendepunkt.
(E) Die Steigung des Graphen von f ist in jedem Punkt größer als null.
98 Klausurtraining 2 Differentialrechnung

TeilB Bei der Lösung dieser Aufgaben können Sie die Formelsammlung und den
Taschenrechner verwenden.

7. Gegeben ist die Funktion f mit


f(x)=x3-3x2+ 3x+18.
Zeigen Sie, dassderGraph von f und die Gerade g
mit y = 9x an der Stelle 3 einen gemeinsamen
Punkt haben.
Der Graph von f und die Gerade g wurden mithilfe
eines Funktionenplotters im Koordinatensystem
dargestellt. Im abgebildeten Ausschnitt sieht es
so aus, als ob die Gerade g eine Tangente an den
Graphen von f ist. ■LO
Untersuchen Sie, ob dies wirklich der Fall ist.

8. Die Funktion h mit h(t} = —:j^t^ + 3t^+150t + 500 beschreibtim üir .


Intervall [0; 10] die Höhe h (in m über NN) einer Bergbahn in
Abhängigkeit von der Fahrzeit t (in min). Zum Zeitpunktt = 0
befindet sich die Gondel an der Talstation, die Bergstation wird
nach 10 Minuten erreicht,
a) Berechnen Sie die Höhe der Bergstation,
b) Bestimmen Sie die mittlere Änderungsrate der Höhe zwischen der 2. und 4. Minute und vergleichen
Sie diese mit der mittleren Änderungsrate zwischen der 6, und 8. Minute,
c) Ermitteln Sie, ob die Steigung zum Zeitpunkt 1 min oder zum Zeitpunkt 4 min größer ist.
d) Zeichnen Sie den Graphen der Ableitungsfunktion. Zu welchem Zeitpunkt ist die momentane
Änderungsrate am größten?

9.
Bewegliche Fußgängerbrücke
Um einen reibungslosen Schiffsverkehr im Hafenbecken zu ermöglichen, wurde in Duisburg eine
bewegliche Fußgängerbrücke erdacht. Bei Bedarf kann sie sich unterschiedlich stark krümmen und
zu einem Buckel formen. Die Pylone [Pfeiler der Hängebrücke) werden dabei von vier Hydraul ik
zylindern immer weiter nach außen gezogen. Dadurch spannen sich die beiden Tragseile und der
damit verbundene Fußweg wird nach oben gezogen. Das Tragwerk und der Fußweg bilden dabei
jeweils unterschiedlich gekrümmte Parabeln.
Wenn die Brücke in eine mittlere Stellung gezogen wird, liegt ihr Scheitelpunkt etwa 4,50 Meter
über dem Normalniveau, in der höchsten Lage sind es 9 Meter und der Steigungswinkel a des
Fußweges erreicht dabei fast 45®

Hydraulikzylinder

überprüfen Sie die Aussage über den Steigungswinkel a durch eigene Berechnungen.
Funktionsuntersuchungen

Funktionen werden oft zur


ModeUierung von Entwick
lungsprozessen verwendet,
wie hier für die Bevölke
rungsentwicklung.

Anhand von Funktionsgra


phen lassen sich unterschied
liche Entwicklungen gut
vergleichen und abschätzen.

Geschätzte und prognostizierte Bevölkerungsentwicklung nach Regionen,


mittleres Szenario (1950-2100)
in Milliarden
,;r -

— Asien
— Afrika
El
--“^^ateinamerika
und Karibik
— Nordamerika
— Ozeanien
-TJl
r
1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 2030 2040 2050 2060 2070 2080 2090 2100
Quelle: Bevölkerungsobteilung der Vereinten Nationen und Deutsche Stiftung Weltbevölkerung(DSW)

In diesem Kapitel...

... lernen Sie ganzrationale Funktionen und Eigenschaften dieses Funktionstypen kennen;
... untersuchen Sie ganzrationale Funktionen auf ihre Nullstellen;
... verwenden Sie diese Funktionen für verschiedene mathematische Modelle;
... erarbeiten Sie Kriterien, mit denen Sie Extrempunkte und Wendepunkte einer ganz-
rationalen Funktion rechnerisch ermitten können;
... lösen Sie Extremwertprobleme;
... bestimmen Sie ganzrationale Funktionen mit vorgegebenen Eigenschaften.
100 3 Funktionsuntersuchungen

3.1 Ganzrationale Funktionen


3.1.1 Definition einer ganzrationalen Funktion

Einstiegsaufgabe Volumen einer Schachtel


OHNE LÖSUNG
Aus einem rechteckigen Karton m it den Seitenlangen 30 cm und I
I
40cm soll eine oben offene Schachtel hergestellt werden.
Dazu werden an allen vier Ecken gleich große Quadrate aus dem
Karton abgeschnitten und anschließend die vier verbliebenen
Randstücke nach oben gebogen.
Falze zum Zusammenkleben werden nicht berücksichtigt.
I
Berechnen Sie das Volumen der Schachtel in Abhängigkeit von der ’fi I
X-*
Seitenlange X der an den Ecken herausgeschnittenen Quadrate.

Einstiegsaufgabe Volumen eines Kegels


MIT LÖSUNG
Ein stahlverarbeitender Betrieb fertigt für die Industrie kegelförmige
Bleche. Die Mantellinie eines solchen Kegels hat die Länge 1,5 m.
a) Bestimmen Sie dasjeweilige Volumen V des Kegels (in m^) in
Abhängigkeit von der Höhe x (in m)des Kegels,
b) Erstellen Sie eine Wertetabelle und skizzieren Sie den Graphen
der Funktion
Höhe des Kegels(in m)-» Volumen des Kegels(in m^).
Beschreiben Sie den Verlauf des Funktionsgraphen.

Lösung a) Für das Volumen eines Kegels mit dem Radius r und der Höhe x
gilt: V = 2r2x
Da die Mantellinie die Länge 1,5 hat, muss nach dem Satz von
Pythagoras gelten: x^ +r^= 1,5^ = 2,25, also r2 = 2,25-x^.
Damit folgt: V = y(2,25-x^)x
^-^x^ + y-2,25x

=-jX^ + 0,75tix
DerTerm -yX^ + 0,75Tix gibtfürjeden Wert der Höhe x des
Kegels das zugehörige Kegelvolumen V an. Der Funktionsterm
V(x)=-yX^ + 0,75Tix beschreibt das Volumen des Kegels in
Abhängigkeit von seiner Höhe x.

b) Die Höhe des Kegels muss kleiner sein als 1,5 m. Die Definitionsmenge der Funktion V ist daher
]0; 1,5l. Wirerstellen die y i Volumen des Kegels (in m^)
Wertetabelle mit einem 1
0 1,2- _L
Taschenrechner und 0. H6£Se-1313
0. H 0.S7EHE71E3 1
skizzieren den Graphen der 0. 3 1. 1S7E22Ö23 ■ 0,8
Funktion.
n. ft 1. SHSZ^OHHe-
1.303333333 0.6 XIja
1. 2 1. 01737302 0,4
Das Volumen des Kegels 1. H 0.H2E132203
wird mit wachsendem x [ 0 0.2
Höhe des Ke^^s(in rn)
zunächst größer, bis es für x = 0,9, also bei einer Höhe von 0,4 0.8 1,2 1,6 X
ca. 90 cm,einen maximalen Wert von etwa l,4m^ annimmt.
Anschließend wird mit weiter wachsendem x das Volumen wieder kleiner.
3.1 Ganzrationaie Funktionen 101

Information Polynome und ganzrationale Funktionen


ln vielen Anwendungsbezügen lassen sich funktionale Zusammenhänge mithilfe von Funktionstermen
beschreiben, die eine Summe x'' + a^_, x""' + .., + a^x^ + x + a^ von Vielfachen von Potenzen
von X sind, beispielsweise -jx^ + 0,75tix oder 4x^ - 140x^+ 1 200x. Einen solchen Term nennt
man Polynom.

Definition
n-l
(1) Ein Term der Form a,.,x'^ + a n-l X +... + a2X^ + a, x + a0 mit nehl, Bq, 3p a 2> ■ ..ja^eR und
a^# 0 heißt Polynom mit der Variablen x.
Die Zahlen ag, a2> 3n f^srint man Koeffizienten des Polynoms.
Als Grad des Polynoms wird der höchste Exponent n von x bezeichnet, dessen zugehöriger
Koeffizient a,^ nicht null ist.
(2) Eine Funktion f, deren Funktionsterm f(x) als Polynom geschrieben werden kann, heißt
ganzrationale Funktion.
Die Koeffizienten
müssen keine Der Grad des Polynoms heißtauch Grad der ganzrationalen Funktion.
ganzen Zahlen sein. Als Definitionsbereich wählt man üblicherweise die Menge R der reellen Zahlen.
I
Beispiel

y
Die Funktion f mit f(x)=-yX^+ 3x^-x^ +i/2x-4 ist eine
ganzrationale Funktion 7. Grades.

Das zugehörige Polynom


-1- x"^ + 0 ● X® +3 ● x^ + 0 ● x'^ + 0 ■ x^ - x^ + Vz ● X -4 hat die Koeffizienten:

37 =-y, 3g = 0, 85 = 3, a,,= 0, a3 = 0, a2 =-1, a^ =V2, a0“-4.

Weiterführende 1. Der Graph einer ganzrationalen Funktion als


Aufgabe Vf2
Überlagerung von Graphen von Potenzfunktionen -1- %
Zeichnen Sie in ein Koordinatensystem die Graphen der Potenz
funktionen f^ mit f,[x) =x^ und fj mit f2(x) =-x. /
t
Skizzieren Sie dann den Graphen der Summenfunktion g mit -2 1 1 x
g(x)= f,[x) + f2(x) = x^ +[-x], indem Sie im Koordinatensystem g = fi +h
an verschiedenen Stellen x jeweils die Funktionswerte von f^ und f2 -1

addieren. Orientieren Sie sich dabei an der Abbildung rechts.


Überprüfen Sie anschließend mithilfe eines Funktionenplotters Ihr -2
Ergebnis für den Graphen von g.

-3-.
Übungsaufgaben Ganzrationale Funktionen am Term erkennen

2. Formen Sie den Funktionsterm in ein Polynom um. Beispiel


Geben Sie auch den Grad des Polynoms an.
a) f(x)=(x-2)-(x + 3)
b) f(x)=(5-3x)-(x + 2)
|x-4)'(y-2x+3)
c) f(x)=(2x2 + 1)-(3x3-x)
= x3-2x2+ 3x-4x2-r 8x - 12
d) f(x)= x{x2-3)-(x-3)
x3 6x2 + 11x-12
e) f(x)=(x-4)-(x + 2).(x-l)
Polynom vom Grad 3
f) f(x)=(-x^ + x2 + 2)-(x^+1)
102 3 Funktionsuntersuchungen

3. Geben Sie an, welche derfolgenden Funktionen ganzrationale Funktionen sind. Bestimmen Sie gege
benenfalls auch den Grad der Funktion.
x2 + 2 X + 2
f,(x)= 5x-3 f3(x)= x^-4x2+1 f5(x)=-3x2-i/x + 12 f7M = 2
2
f2(x)=-2,5 f,(x)= -2x +lx2-5 f,(x)= 2^-5 x2 + 2 X + 2

Gestreckte und verschobene Graphen von Potenzfunktionen

4. Der abgebildete Graph ist aus dem Graphen einer Potenzfunktion hervorgegangen, indem der Graph
der Potenzfunktion in Richtung dery-Achse gestreckt und anschließend verschoben wurde.
Ermitteln Sie jeweils den Funktionsterm und schreiben Sie ihn als Polynom.
a) b) c}
y.

-2 3-
-1-
-1-
-3 -1 X
-1-
-2 -1 2 X
●i/ -3 I -1-
-!-● '● X
■2- -2 -a 2 /3
3-
-.3 I
-‘3
I
-4-
i 3-

Überlagerung von Graphen von Potenzfunktionen

5. Skizzieren Sie den Graphen von f durch Überlagerungvon Potenzfunktionen,


a) f(x)= x^ + x^ b) f(x)=x^ + x c) f[x)= x5+[-x2) d) f[x) = x^-x2

6. In einer Werkstatt wird zum Auffangen und


Aufbewahren von Altöl eine Wanne verwendet,
a) Berechnen Sie das Volumen (in m^) des ent
Benutzen Sie dazu
eine Formelsammlung. haltenen Altöls, die sogenannte Füllmenge,
in Abhängigkeit von der Füllhöhe x (in m).
b) Skizzieren Sie den Graphen der Funktion
Füllhöhe (in mj-^ Füllmenge (in m^) und
beschreiben Sie ihn.

( 7, Ein Getreidesilo ist 16 m hoch. Vereinfacht


dargestellt besteht er aus einem Zylinder mit
einer aufgesetzten Halbkugel,
a) Bestimmen Sie das Volumen des insgesamt
16m hohen Silos in Abhängigkeit vom
Radius x des Zylinders,
b) Die Innenwand des zylinderförmigen Teils
soll mit einem Spezialanstrich versehen
werden. Bestimmen Sie den Inhalt der
Fläche, die gestrichen werden muss, in
Abhängigkeit vom Radius x.
c) Untersuchen Sie anhand einer Wertetabelle oder eines Graphen, ob es einen Wert für den Radius
gibt, für den das Volumen des Silos maximal wird.
3.1 Ganzrationale Funktionen 103

3.1.2 Globalverlauf ganzrationaler Funktionen

Einstiegsaufg>^ Graphen Funktionstermen zuordnen


OHNE LÖSUNG
LiiJ (1) (2) (3) (4)
y. V' y y

X
X
X

Oben sehen Sie die Graphen der Funktionen f, g, h und i mit

f(x)=jx''-2x^ g(x)=-x‘’+ 4x2, h(x)=4x3 + x2, i(x} =-lx3+ x2


Ordnen Sie gemeinsam die Graphen den Funktionen f, g, h und izu.
Begründen Sie Ihre Zuordnung.
Sie können Ihr Ergebnis auch mithilfe eines Funktionenplotters überprüfen.

Einstiegsaufgabe ^ Verhalten der Funktionswerte für große Werte von x


MIT LÖSUNG
a) Gegeben sind die Funktionen f, und f2 mit f,(x)= 2x^-4x^ + x-5 und fj{x)= 2x3.
Betrachten Sie mithilfe eines Funktionenplotters die Graphen von f, und f2 in den Intervallen
[-5; 5],[-10; 10],[-40; 40] und [-100; 100 ]. Wählen Sie zu jedem der Intervalle jeweils eine passen
de Skalierung der y-Achse.
Vergleichen Sie die Darstellungen von f, und fj in den verschiedenen Fenstern,
b) Rechts ist der Graph der Funktion g, mit y,
I
g,(x)= ^x‘’-|-x^-|-x2 + 3 abgebildet. 6- I

Geben Sie eine Potenzfunktion gj mit g2(x)= k-x" und neW


sowie ksK so an, dass sich die Darstellungen der Graphen von -4-
g, und g2 um so weniger voneinander unterscheiden,je größer
2-
der Zeichenbereich ist.
Überprüfen Sie Ihr Ergebnis mithilfe eines Funktionenplotters. *
-4 -2 t
-2-
1

1-4- *I

L-6-

Lösung a) Mithilfe eines Funktionenplotters erhält man beispielsweise die folgenden Darstellungen.
7 y 200 y

'f2

fl
1
3t h.
;-5 i 5 10 10

-SsxsS, -Tsys? , -200sy<200


104 3 Funktionsuntersuchungen

16000 iy 2 5E+5

f2
fl
2000 25000
●40 5 ●100 10 100

●16000

-40£Xs40, - leooosys 16000 -100 s X £ 100, -250 000 s y s 250 000


Während sich im ersten Bild die Graphen von f, und ^2 deutlich voneinander unterscheiden, sieht
der Graph von f, immer mehr wie der Graph von ^2 aus, je größer der Zeichenbereich gewählt wird.

b) ln Teilaufgabe a) wurde deutlich, dass sich die Darstellung des Graphen zu


f, (x) = 2x^ - 4x^ + x-5 um so weniger von der Darstellung des Graphen zu f2(x) = 2x^
unterscheidet, je größer der Zeichenbereich gewählt wird.
Da f2(x) der Summand mit dem größten Exponenten von f, (x) ist, wählen wir zu
g, (x) = |-x‘'--|-x^-|x2-f3 entsprechend g2(x) = ^x‘^- Wir zeichnen mithilfe eines Funktionenplot-
ters die Graphen von g, und g2in den Intervallen {-a; a] mit großem a.
25000 ■y ‘y

£2
ei

2500
1;:
●25 ●2500 10 25 10 100

-25sxs25, -2500sy<25000 -lOOsxs 100, -1 000000sys 10000000


Auch hier unterscheiden sich die Graphen von ii und gj um so weniger voneinander, je größer der
Zeichen bereich gewählt wird.

Information Globalverlauf ganzrationaler Funktionen


Betrachtet man unbeschränkt größer werdende Zahlen für x wie zum Beispiel 10,100,1 000
so sagt man „X strebt gegen unendlich" und schreibt x-»oo. Entsprechend ist x-»-co erklärt.
Das Verhalten der Funktionswertef(x)einer Funktionffür x^co und x-»-co bezeichnet man als
den Globalverlauf der Funktion.
Dieses Verhalten der Funktionswerte einer ganzrationalen Funktion f mit
f(x) = a^x^-y a„_, x"-' +... -t- 82X2+ a, x-y ag für x ^ co bzw. x ^-c» lässt sich verdeutlichen, indem
man die höchste Potenz des Funktionsterms, also x^, ausklammert.

Beispiel

0,5
f(x) = 3x''-0,5x3+2x2 + x-7 = x^- 3- — + 2. + ±_ 7
X X2 X3 >d
Für x CO bzw. x-»-co streben dieTerme—, in der Klammer gegen null und
somit die gesamte Summe in der Klammer gegen 3.
Daherzeigen die Graphen zu f(x] = 3x‘’-0,5x3+2x2 + x-7 und zu g(x) = 3x‘‘ den gleichen
Globalverlauf; also gilt:
f(x)-yco für x-»co und
f(x)^oo für x-»-oo
3.1 Ganzrationate Funktionen 105

Satz: Globalverlauf einer ganzrationalen Funktion


Bei einer ganzrationalen Funktion f mit f{x)= a„x"+ a„_, x"-' + ... + 35X2 +a,x + und
a„^0 entscheidet der Summand a^x" mit dem größten Exponenten über das Verhalten von f(x)
für x-»oo und x^-od,
Dabei gilt für die Potenz x":
Wenn x-» + oo, dann x"-»+co.
Wenn x +CO, falls n gerade
00, dann x" -*
-CO, falls n ungerade
Beim Verhalten des Summanden a^x"^ ist das Vorzeichen von zu beachten.

Man kann den Globalverlauf einer ganzrationalen Funktion f mit


f(x)= a„x^ + a^_, x'^"'' +... + 82x2 + a,x + a0
vom Grad n auf einen der folgenden Funktionstypen mit y = a„x" zurückführen:
y y y y

-(●
X X X X

n gerade, >0 n gerade, a^ < 0 n ungerade, a^ > 0 n ungerade, a^ < 0


f(x)-»oo für x^ 00 f(x)-»-oo für x-»co f(x)-^co für x-»co f(x)->-oo für x^ 00
f(x) 00 für X -00 f(x)^-oo für x-»-co f(x) -»-00 für x-^- CO f(x)-»oo für X -CO

Übungsaufgaben Globalverlauf bestimmen

1. Nach dem obigen Satz kann man vier Typen des Globalverlaufseiner ganzrationalen Funktion für
x-»oo bz\w. x^-00 unterscheiden,
a) Ordnen Sie die folgenden ganzrationalen Funktionen jeweils den einzelnen Typen zu.
f(x) = -3x5 + 12x3-8 h(x)=4x3 + 2x2-7x+12
g(x)=yX^-28x3 + 6x2-34 i (x) = - 2 x'^ + x^ + 21 x^ + 45 X + 205
b) Geben Sie zu Jedem Typ zwei Beispiele einer ganzrationalen Funktion mit dem entsprechenden
Globalverlauf an.

2. Untersuchen Sie das Verhalten der Funktion f für x^oo und für x -00.

a) f(x)=x^-|x f) f(x)=-V2x8-4x k) f(x) = (x-l)-(x2-4)


b) f(x) = x^ + 2x2 + 5 g) f(x)=x2-xs l) f(x) = (2x2 + 3)-(x3-2x)
c) f(x) = 3x‘'-2x2 + 1 h) f(x)=-3x‘*+1000 m) f[x] = (x2-2)-(x-4)
d) f(x]=-4x^-x^ + 7x i) f(x) = 0,01x3-200x2+1 n) f(x) = [x-x3)-(x‘'-2)
e) f(x]=-y + x^ + 2 j) f(x) = 70x2-x2 o) f(x) = (l-xj-jx-x“^)

m 3. Tim meint: Maike meint dazu:

Je größer x wird, desto weniger unterschej_- Je größer x wird, desto mehr niihert sich
■ ■ I I ± f{x) I
d en sich die Fuhktionswertevoh ' der Quotient
[Link]'furidj' ’
f(x) = x'^ + x und g(x)=x'^. dem Wert 1 an.

Nehmen Sie Stellung.


106 3 Funktionsuntersuchungen

Argumentieren am Graphen

4. Ordnen Sie den Graphen die zugehörigen Funktionsterme zu. Begründen Sie Ihre Entscheidung.

(1) f(x)=-lx^ + 2x2+l (3) f(x)=lx^ 1x^.1

(2] f(x).lx3-2x (4) f(x)= -|x3 + 3x


y y
a 'TV
-4 4 4- ;5 d) -7-
4 X -fr
3
-fr fr- -\l ■fr

■fr
-2 -1. 1 2 3
●t
-1 1 2
2 :n--
..— - -/-3 fr-
) -2 -1
4- -4 -3' 't

5. Rechts sehen Sie den Graphen einer ganzrationalen Funktion ! y


4. Grades, 4/
a) Begründen Sie, dass der Globalverlauf der Funktion in diesem
Ausschnitt nicht deutlich wird, 2—.'

b) Übertragen Sieden Graphen in Ihr Heft und ergänzen Sie ihn


so, dass der Globalverlauf der Funktion deutlich erkennbar -2l 4 6 X
wird. ■fr J

Welche Möglichkeiten gibt es? Was können Sie dabei über die f
-4
Lage von Hochpunkten und Tiefpunkten sagen?
c) Welche der in Teilaufgabe b) genannten Möglichkeiten trifft zu, wenn die Funktion den Funktions

term f(x)=-^x‘‘-t--ix3-|x2 + ^x-r4 hat? Begründen Sie.

6. Greta, David und Aischa haben den Graphen der Funktion f mit f(x) = x'*-yx3-3x3 skizziert.
Allerdings sehen die Graphen ganz unterschiedlich aus. Jeder ist sich aber sicher, dass der Graph
richtig gezeichnet wurde. Was meinen Sie dazu? Welche Graphen halten Sie für geeignet?

Greta David Aischa

y y y

X
x

Vernetzte Aufgaben

7. Gegeben ist eine beliebige ganzrationale Funktion f mit


f(x) = a^x" -ran., x""’ -i-... -t-a^x^ + a, X a^, a^, * 0. Begründen Sie folgende Aussage,
a] Ist n gerade und n a 2, so hat die Funktion entweder einen größten Funktionswert oder einen
kleinsten Funktionswert,
b) ist n ungerade, so hat f mindestens eine Nullstelle.

8. FürdieFunktionfgilt: f(x)-»co sowohlfür x cxD atsauchfür x-»-co,


Untersuchen Sie den Globalverlauf der Funktion g mit
a) g(x)=100-f(x) b) g(x) = -5-f(x} C) g(x) = (f(x))2
3.1 Ganzrationale Funktionen Selbst lernen 107

3.1.3 Symmetrie von Funktionsgraphen ganzrationaler


Funktionen
Ziel Symmetrieeigenschaften von Funktionsgraphen haben wir bereits bei Potenzfunktionen untersucht.
Im Folgenden wird behandelt, wie man am Funktionsterm einer ganzrationalen Funktion erkennen
kann,ob der Graph zury-Achse oder zum Koordinatenursprung symmetrisch ist.

Zum Erarbeiten Symmetrieeigenschaften untersuchen


!
1
■ Rechts sehen Sie den Graphen der Funktion f, mit
:X
f(x)=^>d- 2x^- /. Welche Symmetrieeigenschaft des Funktions f

graphen vermuten Sie? Betrachten Sie dazu auch die Wertetabel


le von f. Begründen Sie die Symmetrieeigenschaft des Graphen
anhand des Funktionsterms von f.

T-trj
Der Graph von f scheint achsensymmetrisch zury-Achse zu sein. ■X f C-X5
21. S
Die Wertetabelle bestätigt dies, da Funktionswerte an Stellen, ■1
1 ■ft
die symmetrisch zury-Achse liegen, gleich sind,z.B. f(-2) =f(2). 1
f(-l) = f(l). 2 ■1
21. S
Allgemein erhält man für zwei beliebige Stellen -x und x:
=lx''-2x'-l =f(x)
Die Funktionswerte stimmen überein, da der Funktionsterm f (x) nur Potenzen von x mit geraden Expo
nenten enthält. Der Graph von f ist somit achsensymmetrisch zur y-Achse.

■ Untersuchen Sie, ob der Graph der Funktion g mit y


g (x)=x^ + 2x^ - 4x eine Symmetrie aufweist.
,2
Begründen Sie gegebenenfalls die Symmetrieeigenschaft.

+
Der Graph der Funktion g scheint punktsymmetrisch zum X
-2 2
Koordinatenursprung 0 (010] zu sein. Die Wertetabelle bestätigt 4-
dies: Funktionswerte an Stellen, die symmetrisch zur y-Achse ; -2
liegen, haben den gleichen Betrag, aber ein entgegengesetztes
■X f co:j
Vorzeichen. Z. B. gilt an den Stellen -2 und 2: g(-2) = -40 und ■2S5
g(2) = 40. Also gilt: g(-2) = -g(2). -HO
1 1
Allgemein erhält man für zwei beliebige Stellen -x und x: 1 -1
2 HO
g(-x} = (-x)5 + 2 (-x)3 -4(-x) = -x5 - 2x^ + 4x 2SE
= -(x5 + 2x3-4x) = -g(x)
Die Funktionswerte g(-x) und g(x) unterscheiden sich also nur durch ihr Vorzeichen, da der Funktions
term g(x) nur Potenzen von x mit ungeraden Exponenten enthält.
Der Graph von g ist somit punktsymmetrisch zum Koordinatenurspru ng 0 (0 [O],

■ Untersuchen Sie den Graphen der Funktion h mit y


h(x) jx^ + x^+2x^ auf Symmetrie. h

Der Graph der Funktion h ist weder symmetrisch zur y-Achse -2 2 X


noch zum Koordinatenursprung. Z. B. ist h(-1)?th(1) und auch
h(-1)^-h(1). -2
Der Funktionsterm enthält sowohl Potenzen von x mit geraden als
■X f t-x^
auch mit ungeraden Exponenten. ■117
●21. 3333333
■1 -0. 3333333..
1. ÖOO&OEO&7
■E. 33333333
3 ■63
108 Selbst lernen 3 Funktionsuntersuchungen

Information Symmetrien

Satz: Symmetrieeigenschaften eines Graphen


Der Graph einer Funktion f heißt achsen Der Graph einer Funktion f heißt punktsymme
symmetrisch zury-Achse,falls für alle x gilt: trisch zum Koordinatenursprung 0(010),falls
f(-x)=f(x). fürallexgilt: f(-x)=-f(x).

X
X

Ist feine ganzrationale Funktion,so lässt sich die vorhandene Symmetrie einfach erkennen;
Enthält der Funktionsterm von f nur Potenzen Enthält der Funktionsterm von f nur Potenzen
von X mit geraden Exponenten, von X mit ungeraden Exponenten,
so ist der Graph der Funktion f so ist der Graph der Funktion f
achsensymmetrisch zur y-Achse. punktsymmetrisch zum Koordinaten
ursprung 0(010).
Enthält der Funktionsterm einer ganzrationalen Funktion f sowohl Potenzen von x mit geraden
Exponenten als auch mit ungeraden Exponenten,so ist der Graph der Funktion f weder symme
trisch zury-Achse noch symmetrisch zum Koordinatenursprung.

y f
Der Graph einer Funktion f ist punktsymmetrisch zu einem P
Punkt P, wenn bei einer Verschiebung, bei der der Koordinatenur-
sprung der Bildpunkt von P ist, ein zum Ursprung punktsymmetri X
scher Graph entsteht.
Beispiel

Der Funktionsterm der Funktion f mit f(x)= 0,3x^-i-0,5x-3 enthält


neben den Potenzen von x mit ungeraden Exponenten auch einen mit
geradem Exponenten; 3 = 3-1 = 3 ● x°.
Daher ist der Graph von f weder punktsymmetrisch zu 0(010] noch
achsensymmetrisch zury-Achse.
Verschiebt man den Graphen von f um 3 parallel zury-Achse,so entsteht
derGraphzu y = 0,3x^ + 0,5x, der punktsymmetrisch zum Ursprung ist.
Der Graph von f ist somit punktsymmetrisch zu P(0|-3).

y
Der Graph einer Funktion f ist achsensymmetrisch zu einer
Geraden mit x = Xq, wenn bei einerVerschiebung um-Xq
parallel zurx-Achse ein zury-Achse symmetrischer Graph entsteht.
X

Beispiel

Der Graph der Funktion f mit f(x)=(x-3)'^-i-2(x-3)2+ 5 geht aus dem Graphen zu y = x"‘-r 2x^ + 5
durch Verschieben um 3 Einheiten parallel zur x-Achse hervor. Somit ist der Graph von f achsen
symmetrisch zur Geraden x = 3.
3.1 Ganzrationale Funktionen Selbst lernen 109

Zum Üben Funktionsgraphen auf Symmetrie untersuchen

1. Vervollständigen Sie die Wettetabelle, die zu einer Funktion f gehört,


a) deren Graph punktsymmetrisch zum Koordinatenursprung ist.
b) deren Graph achsensymmetrisch zur y-Achse ist.
X -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4
f(x) 10 0 2

2. Ist der Graph der Funktion f symmetrisch zury-Achse oder zum Koordinatenursprung? Begründen Sie.

a) f(x)=jx2 + 5 d) f(x)=-2x''-x^ +4 g) f(x)= x^-3x^ + 3x

b) f(x)= -x^ +|x^-2x e) f(x)=x2 + 2x h) f(x)^x


c) f(x)= x^-3x + l f) f(x)=x5-x i) f(x)=(x^-2)(x2-4)

3. Ordnen Sie die Funktionsgraphen den Funktionen zu, ohne dabei einen Rechner zu verwenden.
Begründen Sie Symmetrieeigenschaften am Funktionsterm.
f(x} =lx3-3x, -x2. I
h(x)=^x5-ix2+l,
(2) y. ,{3) Y'

7 X

Weitere Symmetrien

I
4. a) Der Graph von geht y
f,(x)= f(x) + 2
durch Verschieben aus
dem Graphen von f mit
X 2 /3 X
f[x)=x2-3x2 hervor. -1
Bestimmen Sie den -2-
Funktionsterm fürf2. -3 f2(x) = fi(x+l)
f(x)= x^-^ _4- -

b] Zeigen Sie, dassfj punktsymmetrisch zum Koordinatenursprung ist. Welche Schlussfolgerungen


ergeben sich daraus für das Symmetrieverhalten der Graphen zu f, und f?
c) Zeigen Sie, dass sich die Funktion g mit g(x) = x2-6x2 + 12x -11 in der Form
g(x)=(x-2)2-3 schreiben lässt.
Treffen Sie eine Aussage zum Symmetrieverhalten von g und skizzieren Sie den Graphen.

5. Machen Sie Aussagen zum Symmetrieverhalten von f mit f(x) = jx‘’-2x2. Verschieben Sie den Gra
phen um 2,5 Einheiten nach unten und anschließend um 1 Einheit nach rechts. Welche Symmetrie
eigenschaft weist der verschobene Graph f* auf? Geben Sie einen Funktionsterm für f* an.

6. a) Zeigen Sie, dass der Graph der Funktion f mit f(x)= x2-6x2 + 8x + l punktsymmetrisch zum Punkt
P(2|1)ist.
b) Der Graph von f wird so verschoben, dass er anschließend punktsymmetrisch zum Ursprung ist.
Geben Sie den Funktionsterm der neuen Funktion g an.
c) Geben Sie den Funktionsterm einer ganzrationalen Funktion an, die symmetrisch ist
(1) zur Geraden mit x = 1
(2) zum Punkt P(1 |-3)
110 Selbst lernen 3 Funktionsuntersuchungen

7. a) Gegeben sind die Funktionen f, g, h und i mit f(x)= x“^ - 2x^ + 1, g(x)= -'jx2 + 4, h (x)=^x^-2x und
i(x) = -jx^ + 3x. Bestimmen Sie die Symmetrieeigenschaften der vier Graphen,
b) Untersuchen Sie die Symmetrieeigenschaften der Graphen der Funktionen f + g, f+h und h + i
am Funktionsterm. Geben Sie auch den Globalverlauf dieser drei neuen Funktionen an.
c) Verallgemeinern Sie: lA/elche Symmetrieeigenschaften hat der Graph der Funktion f+ g, wenn
■ die Graphen von f und g beide achsensymmetrisch zur y-Achse sind,
a die Graphen von f und g beide punktsymmetrisch zum Koordinatenursprung sind,
a einer der beiden Graphen achsensymmetrisch zur y-Achse, der andere punktsymmetrisch zum
Ursprung ist.
Begründen Sie Ihre Aussagen.

8. Geben Sie alle möglichen Werte für den Parameter a an,sodass der Graph der Funktion f entweder
achsensymmetrisch zur y-Achse oder punktsymmetrisch zum Ursprung ist. Nennen Sie jeweils auch
die Art der Symmetrie.
a) f(x)= ^x3 + a c) f(x)= a + x^ e) f(x)=x2'(x2-ax)
b) f(x)=(x-a)2 d) f(x)=(x-9)-(x + a) f) f(x)= x^ + x

9. a) Gegeben sind die beiden Funktionen f und g mit f(x)=(x-2)‘* und g(x)=(x- 1)^ + 2.
Treffen Sie Aussagen zum Symmetrieverhalten der beiden Funktionen. Erläutern Sie Ihre
Überlegungen. Skizzieren Sie die beiden Graphen,
b) Entwickeln Sie Je ein Kriterium, wie man die folgenden Symmetrien am Funktionsterm unter
suchen kann:
(1) Der Graph einer Funktion f ist achsensymmetrisch zur Geraden mit der Gleichung x= a.
(2) Der Graph einer Funktion f ist punktsymmetrisch zum Punkt Z(a|b).

10. a) Untersuchen Sie jeweils den Graphen von f und den Graphen der Ableitungsfunktion f auf
Symmetrie. Welche Zusammenhänge stellen Sie fest?
(1) f(x)=-x^ +|x (3) f(x)= x^-4x^ + 2x
(2) f(x)=lx^ + 3x2-5 (4) f(x)= 2x®-4x''+ 3x2
b) Verallgemeinern Sie die Ergebnisse aus Teilaufgabe a). Begründen Sie.

11. a) Leon behauptet: „Der Graph der Funktion f mit f(x) = ^ ^ — ist punktsymmetrisch
zum Ursprung. Zähler und Nenner sind nämlich ganzrationale Funktionen, deren Funk
tionsterme nur Potenzen von x mit ungeraden Exponenten aufweisen."*
Untersuchen Sie Leons Aussage,
X^ + 4
b) Welche Aussagen können Sie zum Symmetrieverhalten der Funktionen g und h mit g(x]=
x'* + 5
bzw. h (x)= X^ + l machen? Begründen Sie.

12. Die Änderungsrate der Verkaufszahlen eines neuen Tablets


kann näherungsweise durch die Funktion f mit
15
f(x)= j beschrieben werden,(x in Wochen ab
2+(x-8)
Verkaufsbeginn,f(x) in 1 000 Exemplaren pro Woche)
a] Zeigen Sie, dass der Graph von f achsensymmetrisch zur
Geraden mit der Gleichung x =8 ist.
b) Die Funktion g ordnetjedem Zeitpunkt x die Verkaufszah
len g(x)zum Zeitpunkt x zu.
Welche Symmetrie vermuten Sie für den Graphen der Funktion g?
Nach 4 Wochen wurden ca. 3 750 Tablets, nach 8 Wochen ca. 16800 Tablets verkauft.
Welche Verkaufszahl erwarten Sie nach 12 Wochen?
Begründen Sie.
Noch fit...? 111

Noch fit...
im Lösen von Gleichungen?
Aktivieren 1. Quadratische Gleichung lösen
Bestimmen Sie die Lösungsmenge der quadratischen Gleichung,
a) x^ =4 c) x^ + 2x = 0 e) x2-x-6 =0
b) 2x2 = 10 d) (x + 3)2 = 1 f) 2x2-3x-2= 0

2. Biquadratische Gleichungen lösen


a] Die Gleichung x^ - I2x + 32 = 0 hat die Lösungen x, =4; Xj= 8.
Erläutern Sie, wie Sie die Lösungen der Gleichung (x^)^ - 12(x^)+ 32 = 0 erhalten,
b] Bestimmen Sie die Lösungen der Gleichungen
(1) x'*-13x2 + 36 = 0 (2) x^-2x2-8 = 0 (3) x‘* + 7x2+10 = 0

3. Gleichungen in Produktform lösen


Berechnen Sie die Lösungen der Gleichungen,
a] x-(x + 5)=0 b) (2x-3)-(x2-4)= 0 c) (x2+l).(x + 4)= 0

Erinnern Quadratische Gleichungen der Form x2-4x + 3,2 =0 -3,2


x2+px + q = 0 x2-4x =-3,2 +22
kann man mithilfe des Verfahrens der quadra x2-2-2x + 22 =-3,2 + 22 bin. Formel
tischen Ergänzung lösen. Dabei muss man den {x-2)2 = 0,8
Term x^ + px so ergänzen, dass man den neuen x-2= ^JÖß oder x-2= --^jÖß
Term nach der 1. oder2. binomischen Formel als
x = 2+ t/Ö^ oder x = 2-70^8
Quadrat schreiben kann.

4
Dieses Vorgehen ist zusammengefasst in der Xi = 2 +
Lösungsformel:
. P P2 V -1- - -4 2
-3,2
-q und X2 = -2-'J 2 ^2- 2 TI 2

X, =2+ t/Ö^ und X2= 2-i/Ö^


P 2
Den Term -r -q bezeichnet man als Diskrimt-
Lösungsmenge:
nante D.
L ={2 + t/Ö^;2-VÖ^}
Sie entscheidet über die Anzahl der Lösungen der
Die Gleichung hat zwei Lösungen.
quadratischen Gleichung;
Ist D>0, dann gibt esgenouzwe/Lösungen.
Ist D = 0, dann gibt esgenoue/ne Lösung,
nämlich -j.
Ist D<0, dann gibt es/re/ne Lösung.

Gleichungen in Produktform lösen - Zu lösen ist die Gleichung (x + 5)-(4x2-8)= 0.


der Satz vom Nullprodukt Die linke Seite ist ein Produkt der beiden
Faktoren x + 5 und 4x2-8.

Ein Produkt kann nur dann null ergeben, wenn Somit gilt: x +5 =0 oder 4x2-8 = 0, also
x =-5 oder x2 = 2
mindestens ein Faktor null ergibt.
x =-5 oder X =-V2
oder x = VI
Somit hat die Gleichung (x + 5)-(4x2-8)= 0
die Lösungen x^ =-5, X2 = -V2, x^ = ^f2.
112 Noch fit...?

Biquadratische Gleichungen lösen 4x‘'+ 3xb-27 = 0


Eine Gleichung der Art a-x'^ + b-x^ + c = 0 mit ay^O ■ Substitution
heißt biquadratische Gleichung. x2=u; x^={xb)b = ub
Man löst eine solche Gleichung,indem man x^ also
durch eine andere Variable, z. B. u, ersetzt. 4ub +3u-27 = 0
Dann kann man x‘* =(x2p durch übersetzen und ■ Lösen der quadratischen Gleichung
erhält eine quadratische Gleichung mit der Varia 4ub +3u-27 = 0
blen u, mit der Variablen u

Lösungen; u,=| und U2 =-3


■ Rücksubstitution
u = xb =|^, also Xi=-f|undx2=
u = xb =-3, keine Lösung
Lösungsmenge
L= -3.31
2’ 2,

Festigen 4. Bestimmen Sie die Lösungsmenge der quadratischen Gleichung,


a) xb + 2x-3= 0 d) 16-xb- 72-x + 81 =0
b) 2-xb-5-x-12= 0 e) (2x + 3)-[x +5)=(x-l)b
c) x2-5x + 30 = 0 f) (5x-8)-(x + 2)=(2x + 1)-(5x-8)

5. Untersuchen Sie, wie viele Lösungen die quadratische Gleichung in Abhängigkeit von a haben kann,
a) 4xb-6x+a = 0 b) axb + 8x+12= 0 c) 2xb + ax + 8 = 0

6. Bestimmen Sie die Lösungsmenge der biquadratischen Gleichung,


a) x‘^-13x2+ 36 = 0 d) 5x2 + 23 =-^
b) 9x^-52xb + 64 = 0 e) (x2 + 5)(16x''-25x2 + 9)= 0
C) 2x^-45 = 13x2 f) 4x6-33x‘'+8x2 =0

7. Berechnen Sie die Lösungen derGleichung.


a) x-(2x + 3)= 0 d) (2x-5)-[x2 + 3)= 0
b) [x-2)-(x + 5)-[3x + 7)= 0 e) x2 + 7x = 0
c) (x2-2x-15)-(x + 2)= 0 f) 2x5-7x4-15x2 = 0

8. ln einem Rechteck mit einem Flächeninhalt 3cm2 ist die Diagonale 2,5 cm lang.
Wie lang sind die Seiten des Rechtecks?

9. Vergrößert man bei einem Quadrat zwei gegenüberliegende Seiten um 2cm und die beiden anderen
um 3cm,so erhält man ein 56cm2 großes Rechteck.
Wie groß war das Quadrat?

10. Ein Prisma mit quadratischer Grundfläche hat eine Höhe von 7cm.
Berechnen Sie die Seitenlange der quadratischen Grundfläche des
Prismas, wenn folgendes gilt;
a) Die Grundfläche ist 18cm2 größer als die Seitenfläche, n
3
b) Die gesamte Oberfläche beträgt 240cm2.

111. Fürweiche Werte von d hat die Gleichung (x-4)2 = d keine, genau eine
2-
[Link] Lösungen?
3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen 113

3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen


3.2.1 Linearfaktoren und Nullstellen

Einstiegsaufgabe NuUsteüen a) y. c] y.
OHNE Lösung
■ Ordnen Sie die rechts abgebildeten Graphen
den folgenden Funktionen zu.
2
P
fi(x)={-(x + 2)-(x-3) -2 X -2 X
= -0,1 [x + 3)●(x +1)■ (x - 2)● (x - 4) ●2
f3(x) = 1,5x-(x-l)-(x+l,5)-(x2+1)

f,(x) = 3(x-2)-(x^-l
Begründen Sie ihre Zuordnung.
Sie können ihr Ergebnis auch mithilfe
b) V'
eines Funktionenplotters überprüfen.
■ Bestimmen Sie die Nullstellen der Funktio
nen g^gj,gjundg^mit -2 X

g,(x)=x2-(x-3)-(x + 2)-(3x + 5)-(x‘^ + 3), -2


g3(x)=(x-4]-(x + l)-(x2-9),
g3(x)=x-(x^ + 2x-3) und
g4(x)= 2x2-12x2+16x.
■ Eine ganzrationale Funktion f hat die drei Nullstelien-2,1 und 3. Weitere Nullstellen hatf
nicht. Geben Sie einen möglichen Funktionsterm f(x) als Produkt und auch als Polynom an.
Finden Sie verschiedene Funktionsterme fürf,
Welchen Grad muss f mindestens haben?
Sie können ihre Ergebnisse auch mithilfe eines Funktionenplotters überprüfen.

Einstiegsaufgabe Linearfaktoren und NuUsteüen


MIT LÖSUNG
a) Rechts ist der Graph der Funktion f mit f(x) =x^-(3x-2)-(x + 1)
dargestellt. Bestimmen Sie die Nullstellen von f.
b) Bestimmen Sie die Nullsteilen der beiden Funktionen g mit
g (x) = x^ 4- 4 X und h mit h (x) = (x - 5) ● (3 x^ + 6 x - 24).

c) Rechts ist der Graph einer ganzrationalen Funktion f 3. Grades


abgebildet. Entnehmen Sie dem Graphen die Nullstellen der
Funktion f und zeigen Sie, dass
f(x]=jx3-jx2-2x + 2 ist.

LÖSUNG a) In den Nullstellen schneidet oder berührt der Graph von f die x-Achse.
ln der Grafikerkennt man drei Nullstellen der Funktion f. Dort gilt also f(x) = 0.
Um die Nullstellen von f exakt zu bestimmen, lösen wir die Gleichung
f(x) = x2-(3x-2)'(x+l) = 0.
Da ein Produkt genau dann gleich 0 ist, wenn mindestens ein Faktor 0 ist, bedeutet das
x2 = 0 oder 3x-2=0 oder x+ 1 =0 und somit
x=0 oder oder x = -1.
2
Die Nullstellen der Funktion f sind somit 0,| und -1.
114 3 Funktionsuntersuchungen

b) Nullstellen von g Nullstellen von h


Wirsetzen g(x)= 0: h(x)=(x-5)-(3x^ + 6x-24)= 0
g(x)=x^ + 4x = 0 X -5 = 0 oder 3x^ + 6x-24= 0, also Qt-‘odrat.
X -5 = 0 oder x2 + 2x -8 = 0 Gleichung
x-(x^ + 4]= 0
Den Funktionsterm
x = 0 oder x^ + 4 = 0 X =5 oder (x+l)2= 8+1=9
+ 4x in ein Produkt
x = 0 oder x^ = -4. x =5 oder x + 1 = 3 oder x+ 1 =-3
zerlegen, indem man den
gemeinsamen Faktorx Da stets x^aO ist, ist 0 die einzige Nullstelle X =5 oder x =2 oder x =-4
ausklammert. von g. Die Nullstellen von h sind somit 5,2 und -4.

c) Dem Graphen entnehmen wir die Nullstellen -2,1 und 2. Gesucht ist somit eine Funktion f, für die
gilt: Die Gleichung f(x)= 0 hat die Lösungen x = -2 oder x = 1 oder x = 2.
Wir gehen in umgekehrter Reihenfolge wie in Teilaufgabe b) vor:
x =-2 oder x=1 oder X = 2
x + 2= 0 oder x-1=0 oder x-2= 0, also (x + 2)-(x-1)-(x-2)= 0
Der Funktionsterm ist damit aber noch nicht vollständig bestimmt, denn beim Strecken oder
Stauchen eines Funktionsgraphen parallel zury-Achse bleiben die Nullstellen erhalten.
Daher folgt f(x)= a-(x + 2)-(x - l)-(x-2) mit einer noch zu bestimmenden Zahl aeR.
Dem Graphen entnehmen wir: f(0)= 2, d. h. es muss gelten:
a-(0 + 2)-(0-1)-(0-2)= 2, also 4a = 2, also a=j-
Durch Ausmultiplizieren erhalten wir: f(x)=j(x + 2)'[x-1)-(x-2)=-jX^-jX^-2x + 2

Information Linearfaktoren und NuÜstellen ganzrationaler Funktionen


Die Nullstellen einer ganzrationalen Funktion f können leichter bestimmt werden, wenn der Funktions
term f(x) ein Produkt von Polynomen ist. Denn diese Polynome haben einen geringeren Grad als f(x).
Die Nullstellen dieser Polynome sind die Nullstellen von f.

Definition
Ist feine ganzrationale Funktion und lässt sich der Funktionsterm f(x) als Produkt
f(x)=(x-x,}-g(x) mit einer ganzrationalen Funktion g schreiben,
so nennt man den Faktor x-x, Linearfaktorvon f(x).

Für Linearfaktoren gilt allgemein:

Satz: Nullstellen und Linearfaktoren


(1) Ist x-x, ein Linearfaktorvon f(x), dann ist x, eine Nullstelle von f.
Umgekehrt gilt auch:
(2) Istx, eine Nullstelle einer ganzrationalen Funktion f mit dem Grad n, so lässt sich f(x) als
Produkt des Linearfaktors x-x, mit einem Polynom g(x)schreiben:
f[x)=(x-x,)-g(x).
Dabei hat das Polynom g(x) den Grad n - 1.

Beispiele

(1) Die Funktion f mit f(x)=(x-7)-(x‘^-x2+ 5x^-x + 4) hatx,=7 als eine Nullstelle.
(2) Der Graph der Funktion f mit f(x)=x^-2x2+ x-2 wurde I Mty

mit einem Funktionenplotter gezeichnet. Die Abbildung


‘.59
zeigt, dass f ungefähr bei 2 eine Nullstelle hat. Wegen
f(2)= 0 ist x,=2 sogarderexokteWertderNullstelle. r< ->
Somit lässt sich der Funktionsterm f(x) als ein Produkt mit
dem Linearfaktor x-2 und einem Polynom g[x) zweiten iSi
Grades schreiben: f(x)=(x -2)● g(x).
3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen 115

ÜBUNGSAUFGABEN Nullstellen anhand des Funktionsterms bestimmen

1. Bestimmen Sie alle Nullstellen der Funktion f. Geben Sie jeweils den Grad von f an.
a) f(x)=(x-4)-(x + 2)-(x+l) c) f(x)=(x2-9)-(x2 + 9) e) f(x)=x^ -x2

b) f(x)= x-(x-3)-(x + 5) d) f(x)=(x-3)[Link] + l)-x f) f(x)= x3+ 3x2 + 2x

Funktionsterme anhand von Nullstellen bestimmen

2. Bestimmen Sie einen Funktionsterm der ganzrationalen Funktion f.


a) f ist eine Funktion 3. Grades mit den drei Nullstellen x,=-3, X2=l und X3 = 2.
Der Graph von f verläuft durch den Punkt P(0j4).
b) f ist eine Funktion 4. Grades mit den vier Nullstellen x, = -1, x^sO, X3= 1 und x^ = 2.
Der Graph von f verläuft durch den Punkt P(-2148).

3. Bestimmen Sie einen möglichen Funktionsterm.


Kontrollieren Sie Ihr Ergebnis mit einem Funktionenplotter.
a) b) c)
y, I
4-
f- -f- I -7-
n-6- -6 -
●5- 5-
-- -4- '4-
3- -3--
-2 -2- -2-
—t 1-

-5 -4 ß -2 -1
-t-i A2 3 ÄJ X -5 -2 .1 i i-5=< t -3 - t I
3 4^,
2-
i --3- -3
■4-
I -4-
-=5-

m 4. Anna liest am Graphen der Funktion f die Nullstellen ab und


erstellt damit den Funktionsterm;
f(x) = (x-'t)-(x-1)-(x + 2)
Welche Fehler hat sie gemacht? Korrigieren Sie den Funktionsterm. X

5. Entnehmen Sie dem Graphen von f mögliche Nullstellen.


Überprüfen Sie anschließend, ob an den vermuteten Stellen tat
sächlich Nullstellen von f vorliegen,

a) f(x) = [Link]-f b) f(x) = x‘‘-4,5002x2+ 5,06 25 c) f(x} = 4x^ + 4x2-4,0001 X


-3,9999
y. y ; y.
6 --
f f

-2: 2
i 4
4-
-2 . fr:
J r-F
I
-2 / 3 t2-

●3) I 2-
i
■4-

[5 - 1^2 ■5-
-2 -1 1 X I
116 3 Funktionsuntersuchungen

6. NullsteUen mithilfe eines Rechners bestimmen

Die Nullstellen einer Funktion können mit einem Rechner auf verschiedenen Wegen bestimmt werden.
Informieren Sie sich, welche Möglichkeiten Ihr Rechner bietet, und bestimmen Sie mithilfe des Rech
ners die Nullstellen der Funktion f.
(1) f(x)= x3 + 2x2-x + l (3) f(x)= jX^-3x2 + 2x+ 1
[CÄS] (2) f[x)= x‘*-x^-7x2+ 5x+10 jCASl (4) f(x)= 3x'‘ + 4x3-24x2-48x + 45

CAS 7. Linearfaktorzerlegung ganzrationaler Funktionen


Rechts ist zu sehen, wie mit einem CAS mit
hilfe des Befehls/betör der Funktionsterm factor(x^-2x“+x-2)

f(x)= x3-2x^ + x-2 in ein Produkt umgeformt


wurde. Faktorisieren Sie entsprechend und
geben Sie die Nullstellen an.
a) f,(x)= x‘’-4x^ + 5x^-4x + 4 d) f4(x)=-40x3 + 40x2-32x + 16
b) f2(x) = x5-6x^+13x^-14x2 + 12x-8 e) f5(x)=x^-l
c) f3(x) = x®-8xs + 25x'' f) fg(x)=x‘^-2x2 + 1

Biquadratische Gleichungen lösen

8. Lösen Sie die Gleichung mit dem Verfahren der biquadratischen Gleichung,
a] x‘'-13x2 + 36 = 0 e) (x2+ 5) (16x^-25 x2 + 9)= 0
b) 9x‘'-52x2 + 64 = 0 f) 4x®-33x‘’+8x2 = 0
C) 2x^-13x2-45 = 0 g) x®-7x2-8 = 0
d) 5x^ + 23x2+12 = 0 h) 9x2 + -I|= 40

9. Bestimmen Sie die Lösungen der folgenden Gleichungen, ohne Hilfsmittel zu verwenden,
a) 12x‘’-x2-20 = 0 e) (x2-12)2=10(x + 3)-(x-3)+ 9

b) (y2-5)2=16 f) [x2-|j.(x2 + 4)= 0


= z2 g) (3x2-5)-(3x2 + 5)= 15(2x2-1)+ 14

d) x2 = 0 h) (x2-2)(x2 + 3)= 2[x-1](x + 1)-2

10. Berechnen Sie die Schnittstellen der Graphen der Funktionen f und g.

a) f(x)=-l-x‘’-2x2; g(x)=—l'X^ + G
b) f(x)=i-x^-2x2 + l; g(x)=l-x2+l

11I. Geben Sie eine ganzrationale Funktion g an, die dieselben Nullstellen wie die Funktion f besitzt und die
an der Stelle X = 1 den Funktionswert 3 annimmt,

a) f(x)= x“-5x2-36 b) f(x)=l-x6 + l-x‘'-2x2

Abspalten eines Linearfaktors - Koeffizientenvergleich

12. Sarah berechnet die Nullstellen der Funktion f mit f{x)= 3x2- 8x2 + 3x + 2. pg ^ = 2 eine Nullstelle von
f ist, schreibt sie f in der Form f(x)=(x - 2) -(a'x2 + b-x + c). Durch Ausmultiplizieren erhält sie
f(x)= a-x2 +[b-2a)-x2 +(c-2b)-x-2c.
Danach vergleicht sie die Koeffizienten dieses Terms mit den Koeffizienten von f(x)= 3x2-8x2 + 3x + 2
und erhält a = 3; b =-2 und c =-l.
a) Ergänzen Sie in Sarahs Vorgehensweise die fehlenden Zwischenrechnungen. Bestimmen Sie an
schließend die weiteren Nullstellen von f.
b) Zeigen Sie, dass x = 3 eine Nullstellen von f mit f(x)= x2-5x2 + 4x + 6 ist. Berechnen Sie mit der
oben beschriebenen Methode die weiteren Nullstellen von f.
3.2 Nulistellen ganzrationaler Funktionen 117

3.2.2 Anzahl der Nullstellen einer ganzrationalen Funktion

Einstiegsaufgabe Anzahl der Nulistellen


OHNE Lösung Nehmen Sie zu den neben .annik:
stehenden Aussagen
Stellung.
ynr" P Funktion
ch kenne eine Funktion Grades mit V NutL^toll
Begründen Sie. Grades ohne NuUsteUen'- auch^

HanifeL
. Grades ohne NuUstelLen'-
Ich kenne eine 5

Einstiegsaufgabe Minimale und maximale Anzahl der Nullstellen einer ganzrationalen Funktion
MIT LÖSUNG
a) Entscheiden Sie anhand des Globalverlaufs, welche der folgenden Funktionen mindestens eine
Nullstelle haben.
(1) f[x)= 2x3-x + 7 (2) g(x)= x'*-2x + 5 (3) h(x)=-xS-x2-3
Verallgemeinern Sie ihre Ergebnisse für eine ganzrationale Funktion vom Grad n.
b) Begründen Sie, dass eine ganzrationale Funktion 4. Grades höchstens vier Nullstellen haben kann.
Verallgemeinern Sie ihr Ergebnis für eine ganzrationale Funktion vom Grad n.

Lösung a) Wir untersuchen den Globalverlauf der Funktionen.


(1) f(x)= 2x3-x + 7 (2) g(x)= x‘'-2x + 5 (3) h(x)=-x^-x^-3
Der Summand 2x^ ent Der Summand x“* entschei Der Summand -x^ ent
scheidet den Verlauf: det den Verlauf: scheidet den Verlauf:
f(x)-^oo für x-»co g(x)-»co für x^oo h(x) ->-co für X-» CO
-CO h (x)-»CO für X -CO
f(x)-»-co für x-»-co g(x)^00 für X

y y y

X X X

Der Graph von f muss die Der Graph von g kann die Der Graph von h muss die
X-Achse schneiden, X-Achse schneiden oder be X-Achse schneiden,
f hat mindestens eine rühren, muss es aber nicht. h hat mindestens eine Null
Nullstelle. Möglicherweise hat g keine stelle.
Nullstelle.

An den Beispielen erkennt man:


■ Ist der Grad einer ganzrationalen Funktion fungerade,so muss der Funktionsgraph von f wegen
des Globalverlaufs die x-Achse schneiden,f hat also mindestens eine Nullstelle.
■ ist der Grad einer ganzrationalen Funktion f gerade,so kann der Graph von f die x-Achse schneiden
oder berühren, muss es aber nicht,
ln diesen Fällen können wir ohne weitere Untersuchungen keine Aussage über die Anzahl der
Nullstellen von f machen.
118 3 Funktionsuntersuchungen

b) Angenommen,eine ganzrationale Funktion f vierten Grades hätte mehr als vier, z. B. fünf Nullstel
len X,, Xj, X3, X4 und X5. Nach dem Satz von Seite 114 ist für jede Nullstelle von f der zugehörige
Linearfaktor als Faktor im Funktionsterm enthalten.
Das Produkt (x-xj-(x-x2)'(x-x3)-[x-x4)-[x-x5) ergibt aber ein Polynom 5. Grades, da beim
Ausmultiplizieren x® als höchste Potenz entsteht.
Daher kann eine ganzrationale Funktion vierten Grades höchstens vier Nullstellen haben.
Entsprechend kann eine ganzrationale Funktion vom Grad n höchstens n Nullstellen haben.
Hätte sie nämlich mehr als n Nullstellen, so gäbe es mehr als n Linearfaktoren. Beim Aus
multiplizieren würde dann eine Potenz entstehen, deren Exponent höher als n ist.

Information Minimale und maximale Anzahl der Nullstellen einer ganzrationalen Funktion
Es gibt ganzrationale Funktionen, die keine Nullstellen haben,zum Beispiel f(x)= x^-h l oder
g(x)= x“*+ 16.
Andererseits kann die Anzahl der Nullstellen einer ganzrationalen Funktion auch
nicht höher sein als der Grad der Funktion.

Satz
Für eine ganzrationale Funktion f vom Grad n gilt:
(1) Die Funktion f hat höchstens n Nullstellen.
(2) Ist der Grad n der Funktion feine ungerade Zahl,so hat f mindestens eine Nullstelle.

Beispiel Beispiel

f(x)= 3x^-2x^ + x-4 f(x)=x‘‘-5x3 + 2x-6


Die Funktion f hat den Grad 5. Sie hat Die Funktion f hat den Grad 4.
mindestens eine Nullstelle und höchstens 5 Sie kann höchstens 4 Nultstellen haben.
Nullstellen. Sie kann aber auch keine Nullstelle haben.

Weiterführende 1. Mehrfache NuUsteUen


Aufgabe
Der Graph der Funktion f mit f(x)= 1,25-[x-p 1)^-(x- 1)^-(x-2) y.
ist rechts abgebildet,
f
a) Bestimmen Sie die Nullstellen der Funktion f und beschreiben
Sie das Verhalten des Graphen in der Nähe der Nullstellen, -2
b) Übertragen Sie die nachstehende Vorzeichentabelle in Ihr
Heft, erklären Sie ihren Aufbau und ergänzen Sie die fehlenden
Angaben. 1

-'1 1 X

x<-1 -1<x< 1 1 <x<2 2<x


1,25 +

(X+1)2 +

(X-1)3
x-2
f(x)= l,25-(x + l)2.(x-1)3.(x-2) +

Begründen Sie anschließend das Verhalten des Graphen von f in der Nähe der Nullstellen jeweils
am Funktionsterm.
3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen 119

Information Mehrfache NuUsteUen einer ganzrationalen Funktion


ln der Linearfaktorzerlegung einer ganzrationalen Funktion f können Linearfaktoren mehrfach Vor
[Link] Beispiel kommt bei f{x)= 1,25-(x+ 1)^-(x- 1)^-(x-2) der Linearfaktor zur Nullstelle 1
dreifach vor. Daher bezeichnet man 1 als dreifache Nullstelle von f. Entsprechend liegt an der Stelle
-1 eine doppelte Nullstelle und an der Stelle 2 eine einfache NuUstelle vor.

Vorzeichenverhalten des Funktionsgraphen an einer mehrfachen Nullstelle


■ Ist die Nullstelle der Funktion feinfach, y
Außer an einfachen dreifach,fünffach,..., so hatf(x] an der Doppelte
Nullstelle
Nullstellen liegt an Nullstelle einen Vorzeichenwechsel.
solchen Nuilstellen
Der Funktionsgraph schneidet die x-Achse.
immerein Dreifache Einfache ^
Sattelpunkt ■ Ist die Nullstelle der Funktion f doppelt,
Nullstelle Nullstelle
vierfach, sechsfach,..., so hatf(x) an der
An solchen Null Nullstelle keinen Vorzeichenwechsel.
stellen liegt stets Der Funktionsgraph berührt die x-Achse.
ein Hochpunkt oder
ein Tiefpunkt des
Graphen von f.
Der Graph einer ganzrationalen Funktion f verläuft in der Nähe einer n-fachen Nullstelle prinzi
piell so wie der Graph einer entsprechenden Potenzfunktion g mit g(x)= k-x" in der Nähe der
Stelle 0.
Einfache Nullstelle: Doppelte Nullstelle: Dreifache Nullstelle:

oder oder oder


X X X

Beispiel

Die Funktion f mit f(x)=-0,5(x + 2)^-x2-(x -1P hat an den


Stellen 0 und 1 jeweils eine doppelte Nullstelle; daher hat f(x)
an diesen Stellen keinen Vorzeichen wechsel. Dort liegt jeweils
X
ein HochpunktdesGraphen.
An der Stelle-2 hat feine dreifache Nullstelle; daher hatf(x) an
der Stelle -Zeinen Vorzeichenwechsel. Hier liegt ein Sattelpunkt
des Graphen.

Übungsaufgaben Anzahl der Nuilstellen

2. Begründen Sie oder widerlegen Sie mit einem Gegenbeispiel,


a) Jede ganzrationale Funktion 5. Grades hat eine Nullstelle,
b) Es gibt ganzrationale Funktionen 2. Grades, die nur eine Nullstelle haben,
c) Jede ganzrationale Funktion 3. Grades hat drei Nullstellen,
d) Es gibt ganzrationale Funktionen 3. Grades, die drei Nullstellen haben.

Einfache, doppelte oder dreifache Nullstellen?

3. Geben Sie alle Nullstellen der ganzrationalen Funktion f an und notieren Siejeweils, ob es sich um eine
einfache, doppelte oder dreifache Nullstelle handelt. Geben Sie auch jeweils an,ob an der Nullstelle
ein Vorzeichenwechsel der Funktionswerte auftritt.

a) f(x)=(x-4)-(x + 3)2 c) f(x)= x-|j^-(x + V2) e) f(x)= x'‘-x3

b) f(x)= x3.[x-0,6)-(x+1)= d) f(x)=(x2-6x4-9)-(x + 3) f) f(x)= x3-3x + 2


120 3 Funktionsuntersuchungen

NuUstellen mithilfe eines Rechners bestimmen

4. Bestimmen Sie mithilfe eines Rechners alle Nullstellen von f.


a) f(x)=x3-|x2-3x
| + b) f(x)= -3x^ + 3x +j [CÄ^ c) f(x)= x^-2x3 + 2x-l

5. Hendrik hat mit seinem Rechner die angegebenen Nullstellen der Funktion f gefunden. Überprüfen
Sie, ob Hendrik alle Nullstellen von f gefunden hat. Bestimmen Sie gegebenenfalls die weiteren
Nullstellen,
a) f(x)= x3-2x2-l6x + 32; Nullstellen;-4;2;4 c) f(x)=-|x3--|x +||; Nullstelle: =-4
b) f(x)= 2x^-4x2+ 5x-3; Nullstelle:! d) f{x)= x‘‘-9x^ + 4x+12;
Nullstellen:-3;-1; 2

Vom Graphen zum Funktionsterm und umgekehrt

6. Geben Sie einen möglichen Term für die Funktionen mit den folgenden Graphen an.
Beachten Sie dabei, dass die x-Achse und die y-Achse unterschiedlich skaliert sein können.

b) f)
y y

-4 -2 -1 1\ 2 4x -6 -5 -4 -3 -2 -1 ! X -5 1 X

7. Skizzieren Sie den Graphen von f. Orientieren Sie sich dabei am Globalverlauf und an den Nullstellen
von f.
Beispiel

f(x)= 0,5(x + 2)2-x-(x - 1)= 0,5 X'' +...


L Schritt: 2. Schritt: 3. Schritt: 4. Schritt:
Globalverlauf doppelte Nullstelle-2 einfache Nullstelle 0 einfache Nullstelle!
4. Grad kein Vorzeichenwechsel Vorzeichenwechsel Vorzeichenwechsel
y y y

-2 -1 1 X -2 -1 1 X -2 -1 x

1 2
a) f(x)=(x-i)-(x-2)-(x + 2) d) f(x)= l,5(x-1)3-(x + 5)- x-j
b) f(x)= -2(x-2)2.(x + 3) e) f(x)=(x^-9)-(x-l)-x^
c) f(x)= x3-(x-1,5)-(x + 2) f) f(x)=(x2-4)-(x2+l)
3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen 121

8. Geben Sie einen möglichen Funktionsterm für die Funktion f an.


a) f ist eine ganzrationale Funktion 4. Grades, hat als Nullstellen 2 und -3 und sonst keine weiteren
Nullstellen,

b) f ist eine ganzrationale Funktion 3. Grades und hat drei Nullstellen,


c) f ist eine ganzrationale Funktion 3. Grades und hat genau zwei Nullstellen,
d) f ist eine ganzrationale Funktion 5. Grades und hat genau drei Nullstellen,
e) f ist eine ganzrationale Funktion 4. Grades ohne Nullstellen,
f) f ist eine ganzrationale Funktion 4. Grades mit zwei doppelten Nullstellen.

9. Rechts ist der Graph der Funktion f mit


f
f[x)=[x -l)-(x + 2)-[x + l)2-(x-2)^-(x + 3]^ abgebildet.
Übertragen Sie die Skizze in Ihr Heft. Skalieren Sie die x-Achse
und zeichnen Sie die y-Achse ein. I
+

I
JL J.
i
1
10. Rechts ist der Graph der Funktion f mit f(x) =(x + 2)2-x-{x-2)2
f
abgebildet. Übertragen Sie die Skizze in Ihr Heft. Zeichnen Sie die
X-Achse und die y-Achse ein und skalieren Sie diex-Achse.

11. Unten links ist der Graph der Funktion f mit


f(x)=(x + 2)2-x^-(x-2) abgebildet. c
Geben Sie jeweils einen möglichen Funktionsterm für die Graphen
f
der Funktionen f^fj und fj an.
Erläutern Sie, wie die Graphen von f,,fj und f3 aus dem Graphen
von f hervorgehen.
y y y y
f
^2
fl h

1 X x -2 -1 1
j.
2 X
-2 -1 \1

Vernetzte Aufgaben

12. Geben Sie einen Funktionsterm der Funktion f an. Es sind alle Nullstellen von f zu sehen.

a) b) ■ c)
y y
f
2 f f
(-2|2) 2 i —

-4 -2
2
nJ ' ■' X
1
I
; H4 { -2
●2
2 4 X

(2!-2) '
-3 -2 -1 1 _
(-2|-4) -4 L_4

13. Untersuchen Sie, wie viele Nullstellen die Funktion f in Abhängigkeit von a mit a e R haben kann,
a) f(x] = (x+ 1 )-(x^-4x + a) d) f(x) = (x2 + a)-(x-2)2
b) f(x) = x2-ax2 e) f[x) = (x^ + a)(x^-1)
c) f(x) = x*'-ax2 f) f(x) = x“-4x2 + a
122 ^ Blickpunkt

Blickpunkt:
Polynomdivision
Faktorisieren von Polynomtermen zur Nullstellenbestimmung -
Polynomdivision
Gesucht sind die Nullstellen der Funktion f mit f(x)= 12x2-23x^-3x + 2.
Der Funktionsterm f(x] ist ein Polynom dritten Grades. Für Polynome dritten und höheren Grades gibt
es im Allgemeinen keine einfache Lösungsformel zur Berechnung der Nullstellen, wie z. B. die Lösungs
formel für quadratische Gleichungen.
Wenn man allerdings bereits eine Nullstelle Xgdes Polynoms f(x) kennt, kann man mithilfe des Ver
fahrens der Polynomdivision das Polynom in ein Produkt aus dem Linearfaktor (x-xj und einem
Polynom g(x)zerlegen: f(x)=(x - Xq) ● g(x)
Der Vorteil dabei ist, dass der Grad des Polynoms g(x) um 1 niedriger ist als der Grad des Polynoms
f(x), und man so leichter mögliche weitere Nullstellen finden kann.
■ Im ersten Schritt muss man also eine Nullstelle des Polynoms finden. Dazu kann man verschiedene
x-Werte einsetzen und durch systematisches Probieren versuchen, eine Nullstelle zu finden. Man
kann auch mithilfe der Wertetabelle eines Rechners versuchen, eine Nullstelle zu finden.
Als erste Nullstelle findet man hier Xq = 2. Somit gilt: f(x)= 12x^-23x2-3x + 2=(x-2]-g(x)
■ Im zweiten Schritt bestimmen wir das Polynom g(x), indem wlrf(x) durch (x- 2) dividieren, also
g(x)=(12x3-23x2-3x + 2):(x-2).
Das Rechenverfahren, mit dem man diese Division durchführt, heißt Polynomdivision und erfolgt
analog zur schriftlichen Division von Zahlen. Dazu sucht man im Polynom den Summanden mit
dem höchsten Exponenten, hier 12x3, dividiert ihn durch x: 12x3:x= 12x3
Das Ergebnis wird mit dem Linearfaktor (x-2) multipliziert: (x-2)-12x3 = 12x3-24x3
Dieses Produkt 12x3-24x3 wird schließlich vom Polynom subtrahiert, was zu dem Rest x3-3x + 2
führt. Mit diesem Rest wird das Verfahren wiederholt, bis im letzten Schritt der Rest null steht.
(12x3-23x3-3x + 2):(x-2)= 12x3 + x-1 12x3:x=12x3
-(12x3-24x3) |(x-2)-12x3 = 12x3-24x3
x3-3x +2 jx3:X = X
-(x^-2x) |(x-2)-x = x3-2x
-x + 2 |-x:x =-1
(-x-^2) |(x-2)-[-1)=-x + 2
0
Damit kann man den Funktionsterm f(x) als Produkt aus dem Linearfaktor (x - 2} und dem Ergebnis
der Polynomdivision 12x3 + x-l schreiben: f(x)= 12x3-23x3-3x + 2=(x-2)-(12x3 + x-1).
Die weiteren Nullstellen der Funktion können berechnet werden, indem man die Gleichung
12x3 + x- 1 = 0 mithilfe der Lösungsformel für quadratische Gleichungen löst. Die weiteren Nullstellen
sind X, und X2 = -|-.
1
Die vollständige Linearfaktorzerlegung lautet damit: f(x)= 12 -(x - 2) x --|- X+rr
3

NullsteUen einer ganzrationalen Funktion durch systematisches Probieren


finden
Damit man das Verfahren der Polynomdivision anwenden kann, muss man bereits eine Nullstelle
kennen. Der folgende Satz kann helfen, schnellereine Nullstelle zu finden.

Satz
Für eine ganzrationale Funktion f mit f(x)= a^^x"^ + a n-1 xn-1 + ... + a2x3+a,x + 3Q, deren
Koeffizienten alle ganzzahlig sind, gilt:
Jede ganzzahlige Nullstelle von f ist ein Teiler des absoluten Gliedes a 0*
Blickpunkt ISI 123

Beweis des Satzes

Ist Xq eine Nullstelle von f, so gilt


f[xj = 0

n-l n-2
^0'(^n^0 + an-iX[; + ... +ajXQ+a,)+ 3(5 = 0, also
n-i n-2
+ an-iXÖ +... a2XQ + a,)= a0-

Ist Xg einegonzzo/?//ge Nullstelle von f, gilt zudem:


Da Xg und alle Koeffizienten a^, a n-l * '*., Sj, ganzzahlig sind, ist auch der Term
n-l
anXo + a^_,xg"2+ ...+ a2XQ + a2Xg + a, ganzzahlig und daher ist Xg ein Teiler von 3g.

Beispiel
f(x)= 2x3-10x2 + 3x-15
Das Polynom hat nur ganzzahlige Koeffizienten. Falls feine ganzzahlige Nultstelle hat, so kommen die
Teilervon ag = -15 infrage: ±1;±3;±5; und ±15.
Durch Einsetzen finden wir Xg =5 als Nullstelle und führen die Polynomdivision entsprechend durch.

(2x3-10x2 + 3x-l5):(x-5)= 2x2+ 3 |2x2:x = 2x2


-(2x2-10x2) |(x-5)-2x2=12x3-10x2
3x-15 |3x : x = 3
-(3x-15) |(x-5)-3 = 3x-15
0

Das Polynom 2x2 +3 hat keine weiteren Nullstellen.


Es gilt also:
f(x)= 2x2-10x2 + 3x-15 ={2x2 + 3)(x-5)

1. Mehdi und Serena ermitteln die Nultstelten der Funktion f mit f(x)= 5x2-8x2- 27x +18. Sie untersu
chen dazu die Teiler von 18 und ermitteln -2 als eine Nullsteile der Funktion.
Vergleichen Sie das weitere Vorgehen der beiden und erläutern Sie das Rechnerfenster von Serena.
Mehdi: Serena:

.2 18):+.9 Bn^
; 8x2-2?*:
L(5x^-4^-10x^)' : I
5 5
—-18x^-27x + 1ö I I.
-8+5*<-2> -IS
l -27-18*< -2) 9
-(-TBx^ - 36^-) 18+9+C -2) 0
, , 9x+18 +
i . _i I
I
I : 0

2. Führen Sie die Polynomdivision aus.


a) (x2-8x2 + 22x-21);(x-3) e) (3x^- 1,5x^+ 1,5x2+ 0,5x2-0,5 x]:(x + 0,5)
b) (x3 -8x-8):(x + 2) f) (x2-l}:(x-l)
c) (x** - 1,5x^ - x2 + 5,5x - 6):(x -1,5) g) (X’°-1):(X-1)
d) (2x‘’-5x3 + 6x2-9x + 2):(x-2) h) (x"-1):(x-l)

3. Berechnen Sie alle Nultstellen der ganzrationalen Funktion,


a) f(x)=x2 + 3x2 + 2x d) f(x)= x2 + 4x2+13x+10
b) f(x)= x2-x + 6 e) f(x)= x2-5x2+ 2x + 8
c) f(x)= x2-x2 f) f(x)= 4x3 + 8x2-x-2

4. Führen Sie die Polynomdivision bei den Teilaufgaben a) bis h) aus Aufgabe 2 mit dem Taschenrechner
durch (wie in Aufgabe 1) und überprüfen Sie damit Ihre Ergebnisse aus Aufgabe 2.
124 Selbst lernen 3 Funktionsuntersuchungen

3.2.3 Das Intervallhalbierungsverfahren


Ziel Die Nullstellen ganzrationaler Funktionen sind häufig nicht ganzzahlig und lassen sich nur schwer
durch Probieren finden. Für andere Funktionsklassen stehen Ihnen häufig keine Methoden zur Verfü
gung, mit denen Sie die Nullstellen bestimmen können. Hier lernen Sie ein Verfahren kennen, mit dem
Sie Nullstellen numerisch bestimmen können.

Zum Erarbeiten -> Nullstelle durch systematisches Probieren bestimmen

■ Bestimmen Sie die Nullstellen der ganzrationalen Funktion fmit f(x)=x^ + 6x^ -30.

Wir prüfen zunächst, ob möglicherweise Teiler von -30 als Nullstellen von f infrage kommen. Für
keinen derTeiler±l,±2,±3,±5,±6,±10,±15,±30 gilt f(x)= 0. Wir versuchen deshalb eine Nullstelle
durch systematisches Probieren zu finden,indem wir einige Funktionswerte berechnen und prüfen, ob
sie kleiner oder größer als null sind;
(1) Für X, =0 und X2= 3 gilt: y-
fQ-[3|5l)
f(0)= -30 < 0 und f(3)= 51 > 0, Der Punkt P(0|f(0)) liegt also -40-
unterhalb derx-Achse, der Punkt Q(3|f(3)) liegt dagegen
* -?l
r
4.-U
I
-2G- 1
oberhalb der x-Achse, Auch wenn wir nicht genau wissen, wie I t
■ iM
der Graph von f verläuft, zwischen den Punkten P und Q muss
der Graph von f die x-Achse mindestens einmal schneiden. -4 -2 I
/ 2 4 6=<
Also muss in dem Intervall[0; 3] mindestens eine Nullstelle -20 I möglicher
! \^erläuf|voh f
von f liegen.
P =(d|-3Ö)'“
-40'
I ( T''
(2) Im nächsten Schritt prüfen wir deshalb den Wert ln diesem Intervall
X3“ liegt die Nullstelle
1,5, der genau in der Mitte zwischen Xi=0 und
Xj= 3 liegt:
0 3
Weil f(1,5)= -13,125 ist, liegt der Punkt R(1,51-13,125) auf
dem Graphen von f unterhalb derx-Achse. Der Graph von f Inten/all
muss die x-Achse also zwischen R und Q schneiden. Die Null halbieren

stelle liegt also im rechten Intervall [1,5; 3].


0 1,5 3
(3) Weitere Anwendung des Verfahrens:
Liegt die Nullstelle
Wir prüfen nun den Wert x^ = ^ ^ = 2,25, der genau in der hier oder hier?
Mitte des Intervalls [1,5; 3] liegt:
Weil f{2,25)s 11,77 positiv ist, liegt der Punkt S(2,25|11,77)
0 1,5 3
oberhalb derx-Achse. Die Nullstelle muss also im Intervall
Entsprechend dieses
[1,5; 2,25]liegen. Intervall halbieren, usw.

untere Näherungs obere Näherungs Differenz der


Mittelwert f(Mittelwert)
zahl zahl Näherungszahlen
0 3 105
1,5 = -13,12 3

3 753 3
1,5 2,25 64 2
1185 3
1,5 2,25 1,875 512 4

1,875 3
2,25 2,0625 = 4,297

1,875 3
2,0625 1,96875 = 0,887
16
3
1,875 1,96875 1,921875 = -0,74 32
3
1,921875 1,96875 1,9453125 = 0,005 64

Die gesuchte Nullstelle der Funktion f im Intervall [0; 3] liegt ungefähr bei 1,94 ...
3.2 Nullstellen ganzrationaler Funktionen Selbst lernen 125

Information Intervallhalbierungsverfahren
Bei dem beschriebenen Verfahren erzeugt man bei jedem Schritt aus einem Intervall, in dem die
gesuchte Nullstelle liegt, ein neues, nur noch halb so großes Intervall, in dem die gesuchte Nullstelle
liegt. Man nennt es daher intervallhalbierungsverfahren (Bisektionsmethode).
Seine Vorgehensv/eise lässt sich in wenigen Schritten eindeutig formulieren:
1. Schritt; Legen Sie zwei x-Werte x, und Xj mit einem positiven und einem negativen Funktionswert
fest.
X +X
2. Schritt: Bilden Sie aus den beiden x-Werten x, und X2 den Mittelwert X3= —^ ^
3. Schritt: Berechnen Sie den Funktionswert des Mittelwertes und entscheiden Sie, ob die Nullstelle im
Intervall [Xp X3] oder [Xj; Xj] liegt.
Iteration [lat.]:
4. Schritt: Wiederholen Sie die Schritte 2 und 3, bis die gewünschte Genauigkeit erreicht ist.
Wiederholung
iterativ (lat.);
wiederholend Man bezeichnet das Intervallhalbierungsverfahren alsein Iterationsverfahren, da sich die Berechnun
gen von Schritt zu Schritt wiederholen und dabei einen immer besseren Näherungswert liefern.

Zum Erarbeiten Intervallhalbierungsverfahren mit Excel

Oben wurde das Intervallhalbierungsverfahren genau beschrieben. Eine solche Folge eindeutiger
Schritte bezeichnet man als Algorithmus.

■ Erstellen Sie dazu ein Ablaufdiagramm z. B. mit einem Tabellenkalkulationsprogramm wie Excel.

Es lässt sich eine Zelle durch eine „Wenn-Abfrage“ nach einer Bedingung mit einem Wert oder mit
einem Alternativwert belegen. Die Eingabe dazu lautet:= WENN(Bedingung;Wert;Alternativwert)
Zum Beispiel: Zelle B9:= WENN(G8<0;F8;B8)
D9:= WENN(G8>0;F8;D8)
Um eine Variable für Berechnungen ständig fest zu lassen, muss man zum Beispiel für die Zelle C3 in
Formeln $C$3 eingeben. Die Berechnung des Funktionswertes in Zelle C8 sieht dann so aus:
C8:=($C$3)*(B8)''3+($E$3)*(B8)''2+($G$3)*(B8)+($I$3)
A B C D E F G H I TI
1 Intervallhalbierungsverfahren

3 1 x''3 + 6 x*2 + 0 X + -30

5 Startwerte: linke Grenze 0 rechte 6ren2e 3

6
T linke Grenze I Funktionswert rechte Grenze Funklionswert I Inlervallmitte Funktionswert Bewertung
0 -30 3 51 1,50 -13,125 - neue linke Gr.
9 1.6 -13,125 3 51 2,25 11,765625 + neue rechte Gr
10 1.5 -13,125 2,25 11,765625 1,875 -2,314453125 - neue linke Gr

11 1,875 -2,314453125 2,25 11,765625 2,0625 4.M7119141 ♦ neue rechte Gr.

12 1,875 -2,314453125 2,0625 4,297119141 1,96875 0,886688232 ♦ neue rechte Gr.

13 1,875 -2,314453125 1,96875 0,886688232 1,921875 -0,73973465 - neue linke Gr.

14 1,921875 -0,73973465 1,96875 0,886688232 1,9453125 0,066975117 + neue rechte Gr.

IJ 1,921875 -0,73973465 1,9453125 0,066975117 1.93359375 -0,338000357 - neue linke Gr.

1« 1,93359375 -0,338000357 1,9453125 0,066975117 1,939453125 -0,135918371 - rteue linke Gr.


n 1,939453125 -0,135918371 1,9453125 0,066975117 1,942382813 -0,034573141 - neue Dnke Gr.
IS 1,942382813 -0,034573141 1,9463125 0,066975117 1,943847656 0,0161756 + neue rechte Gr
w 1,942382813 -0,034573141 1,94^7656 0,0161756 1,943115234 -0,009205116 ● neue linke Gr.
20 1,943115234 -0,009205116 1,943847656 0,0161756 1,943481445 0,003483656 + neue rechte Gr.

21 1,943115234 -0,009205116 1,943481445 0,003483656 1,94329834 -0,002861127 - neue linke Gr.

22 1,94329834 -0,002861127 1,943481445 0,003483656 1,943389893 0,000311165 + neue rechte Gr


25 1,94329834 -0,002861127 1,943389893 0,000311165 1,943344116 43,001275005 - neue linke Gr.

2J 1,943344116 -0,001275005 1,943389893 0,000311165 1,943367004 -0,000481926 - neue linke Gr.


25 1,943367004 -0,000481926 1,943389893 0,000311165 1,943378448 -8,5382E-05 - neue linke Gr.
26 1,943378448 -8,5382E-05 1,943389893 0,000311165 1,943384171 0,000112861 + neue rechte Gr.
27 1,943378448 -8,5382E-06 1,943^4171 0,000112891 1,94338131 1,37545E-05 + neue rechte Gr.
126 Selbst lernen 3 Funktionsuntersuchungen

Zum Üben Nullstellen näherungsweise mithilfe des Intervallhalbierungverfahres bestimmen

1. Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= x^ + 6x2-30.


a) Begründen Sie, dass die Funktion f zwischen k^=-4 und X2 =-2 mindestens eine Nullstelle hat.
b) Berechnen Sie das arithmetische Mittel X3 von x, und Xj und bestimmen Sie den Funktionswert an
Stelle X3, Liegt die Nullstelle nun zwischen x^ und X3 oder zwischen X3 und X2?
c) Berechnen Sie analog zu Teilaufgabe b) eine noch bessere Näherung für die Nullstelle.

2. V'
Gegeben ist die Funktion f mit f{x)=x^-^x^+ lOx--^.
Der Graph von f ist rechts abgebildet.
Bestimmen Sie alle Nullstellen der Funktion f. Eine Nullstelle kann
1
nicht mit dem Intervallhalbierungsverfahren bestimmt werden.
Erläutern Sie, woran das liegt.
X

-1

3. Gegeben ist die Funktion f durch f(x)= x''- 6x^ + 20x.


a] Begründen Sie: 0 ist eine Nullstelle von f.
b) Bestimmen Sie die weiteren Nullsteilen näherungsweise mithilfe des Intervallhalbierungs
verfahrens.

4. Die Funktion f mit f(x)= x‘’-7x-5 hat zwei Nullstellen; eine liegt ly
im Intervall[1; 2,2], die andere im Intervall [-1; 0], Beide sollen
mithilfe des Intervallhalbierungsverfahrens angenähert werden, ■ \f
15 U
10
a) Wie lang ist das Intervall, in dem sich die positive Nullstelle
nach 5 Schritten des Intervallhalbierungsverfahrens befindet? 5
b) Wie viele Schritte muss man durchführen, damit das Intervall
-3 -2 -1 1
für die negative Nullstelle eine Länge von höchstens 0,001 hat? -5
rlO
5. Bestimmen Sie mithilfe des Intervallhalbierungsverfahrens
-■15
näherungsweise die Lösung der angegebenen Gleichung,
a) Vx3+10=-x2+i0 b) x^-2 = cos(x)

6.
Gegeben ist die Funktion f mit f(x) = 0,2’‘-r^
a) Begründen Sie, dass firn Intervall [-2; 0] eine Nullstelle hat.
b) Bestimmen Sie die Nullstelle im Intervall [-2; 0] mithilfe des Intervailhalbierungsverfahrens auf
Tausendstel genau.

7. Bestimmen Sie die Nullstellen der Funktionen aus den Aufgaben 3,4 und 5 mithilfe eines Tabellenkal
kulationsprogramms.

8.
Gegeben ist die Funktion f(x) = ^x^- ln(x) - 10.
a) Die Nullstelle der Funktion f(x) kann auch als Schnittpunkt zweier Funktionen g{x) und h(x) be
trachtet werden. Zeichnen Sie die entsprechenden Graphen einer Logarithmusfunktion und einer
Parabel und bestimmen Sie einen Näherungswert für deren Schnittpunkt,
b) Begründen Sie, dass im Intervall [4; 5] eine Nullstelle der Funktion f (x) liegt, indem Sie die Funk
tionswerte betrachten,
c) Bestimmen Sie die Nullstelle im Intervall [4; 5] mithilfe des Intervallhalbierungsverfahrens auf
Tausendstel genau.
Blickpunkt M 127

Blickpunkt:
Das Newton-Verfahren zur Bestimmung von
Näherungswerten für eine Nullstelle
Eine Idee von Newton
Noch bis Mitte der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts waren Rechen
schieber und Tafelwerk selbstverständliche Hilfsmittel im Mathe-
matikunterricht bis zum Abitur.
Heute benutzt man statt eines Rechenschiebers Taschenrechner,
grafikfähige Taschenrechner oder Computer-Algebra-Systeme, um
z. B. die dritte Wurzel aus einer Zahl zu ziehen oder um die
Nullstellen einer Funktion zu bestimmen. Solche modernen
Rechner benutzen dabei intern unterschiedliche mathematische
Näherungsverfahren, von denen einige schon seit mehr als
zweihundert Jahren bekannt sind.

Die folgende Idee eines Näherungsverfahrens kann auf iSAAC Newton (1643-1727)zurückgeführt
'HT werden.

Gegeben ist ein Näherungswert x, für die Nullstelle einer y f


Funktion f. Xj ^
X
Die Tangente an den Graphen von f an der Stelle schneidet
die X-Achse an der Stelle X2. f(x,)
f'(Xl)=
Die Stelle Xj ist oft ein besserer Näherungswert für die Xi -X2
Nullstelle von f als die Stelle x,.
1

Wiederholte Anwendung des Verfahrens


Von der Funktion! mit f[x)= 0,1 x^- l,8x2 + 7x-6 wurde durch Probieren x, = 1 als erste Näherung für
eine Nullsteile von f gefunden.
f(x,)
Nutzt man die obige Idee, so ergibt sich aus dem Anstieg der Tangente f'(x,) = durch Umstellen:
x,-X2
f(x,)
= f'(x,)
Man kann somit aus dem Funktionswert f(x,), dem Funktionswert der Ableitung f'(x,) und dem Wert
X, = 1 einen besseren Näherungswert Xjfür die Nullstelle bestimmen.
Mit f(x)= 0,3x2-3,6x + 7 ergibt sich:
-0,7
X2=1 - 3,7 a 1,1892

■ Man kann nun das Verfahren mit X2 wiederholen und erhält:


f(X2) -0,053
●, also XjS 1,1892 - 3,1431 = 1,2061

■ Wiederholt man das Verfahren erneut,so ergibt sich:


f[X3) -0,0003
X4 = Xa- ●, also X4= 1,2061 - 3,0944 = 1,2062
f(X3)
■ Allgemein erhält man aus einem Näherungswert wie folgt einen besseren Näherungswert x,,^,:
Rekursive Vor
-X
schrift für das " f'(xj
NEWTON-Verfahren: Dazu muss man allerdings die Funktionswerte f(x^) und f (xJ berechnen. Dies wird einfacher, wenn
X man das Verfahren auf einen Rechner überträgt.
Xn.l -X
X„
128 Blickpunkt

NEWTON-Verfahren mit einem Taschenrechner

1. Gesucht wird eine Nullstelle der Funktion g mit g(x)= x^-2x-5. Es gilt: g'(x)= 3x^-2.
Max hat mithilfe seines Taschenrechners x = 2,094551482 als Näherung für eine Nullstelle mit dem
NEWTON-Verfahren bestimmt. Erläutern Sie, wie Max dabei mit dem Taschenrechnervorgegangen ist.
Überprüfen Sie sein Ergebnis.
(1) RAD (2) (3) BAD

f<2.5>
fc:-x)=x + ■; 2.164179104
3X2-2
.iiüEdit function

(4) (5) (6) :


f(2.5> f<ans> f<ans>
2 .164179104 2.094555232 2 .094551482
fCans> f'(ans) f(ans)
2.097135356 2.0945514132 2.094551482

NuUstellen mithilfe des NEWTON-Verfahrens näherungsweise bestimmen

2. Bestimmen Sie näherungsweise die Nullstelle der Funktion im angegebenen Intervall, indem Sie das
NEWTON-Verfahren dreimal anwenden,
a) f(x] = x3 + 2x-2; [0;2] c) f(x)=-x3 + 4x2-1; [3;5] e) f(x) = sin(2x)-x; [0,6; 1,4]
b) f(x} = x5-x + 6; [-l;-2] d) f(x) = x2-3x2 + 3x-1; [0;4] f) f(x) = -cos(x)-r2x; (0;2]

Nicht immer liefert das NEWTON-Verfahren bessere Näherungswerte

[ä] 3. a) Führt man das NEWTON-Verfahren für die Funktion f mit


f(x) = x^-2x + 2 mit dem Startwert 1 oder mit dem Startwert
0 durch, so erhält man keine besseren Näherungswerte.
Die Abbildung rechts macht deutlich, woran das liegt.
Auch Startwerte, die nahe bei 1 oder 0 liegen, führen zu
keiner besseren Näherung.
Erläutern Sie, welcher Effekt bei diesem Beispiel auftritt und
wieso das NEWTON-Verfahren scheitert,
b) Skizzieren Sie den Graphen der Funktion g(x) = l+1. Wählen
Sie einen beliebigen Startwert Xq > 1 und erläutern Sie, was
passiert,
c) Führen Sie mit dem Taschenrechnerdas NEWTON-Verfahren
für die Funktion f mit f (x) = (x - 3)^ und beliebigem Startwert
durch. Erläutern Sie, warum derTaschenrechnerzu keinem Ergebnis gelangen kann.

[Hi] 4. skizzieren Sie den Graphen der Funktion f mit f(x) = -^(x'*- ISx^ + Sl x^-67x + 38) auf Karopapier.
Ermitteln Sie dann mit dem NEWTON-Verfahren Startwerte.
(1) die zur linken Nullstelle führen,
(2) die zur rechten Nullstelle führen,
(3) die zu keiner Nullstelle führen.
Überprüfen Sie ihre Überlegungen mit einem
Rechner.
Markieren Sie abschließend auf der x-Achse das
X
vermutliche „Einzugsgebiet“ der linken
Nullstelle in rot und das der rechten in blau.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 129

3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe


von Ableitungen bestimmen
3.3.1 Monotonie und Extrempunkte

Einstiegsaufgabe Anstieg des Pegelstandes


OHNE LÖSUNG
Zur Zeit der Schneeschmelze in den Bergen steigen die Pegelstände von Bächen und Flüssen oft
in kurzer Zeit rasant an,fallen aber auch schnell wieder. An einem Bach werden die Pegelstände
stündlich aufgezeichnet.
Die Grafik zeigt die momentane Änderungsrate des Pegelstandes innerhalb eines Tages.

4- momentane Änderungsrate in^

■ 3
mim

■ Beschreiben Sie den Verlauf des Pegelstandes in diesen 24 Stunden.


■ Skizzieren Sie ungefähr den Graphen der Funktion f, welche den Pegelstand f(t)zum Zeitpunkt
t angibt. Zu Beginn des Tages lag der Pegelstand bei 2,45 m.

Einstiegsaufgabe -> Sauerstoffgehalt im Wasser


MIT Lösung
Der Sauerstoffgehalt des Wassers ist wichtig für den Erhalt der
Lebensgemeinschaft eines Gewässers und wird in der Regel
durch kontinuierliche Messungen erfasst. Die Sauerstoffkonzen
tration hängt stark von der Temperatur des Wassers ab. Je kälter

es ist, desto mehr Sauerstoff in^ kann darin gelöst werden.

Wissenschaftler haben in einem Bach


1,2
stündlich den Sauerstoffgehalt momentane Änderungsrate jin
1-- l_
gemessen, um herauszufinden, wie r‘*

sich dieser im Laufe eines Tages


0,8--
verändert. Die momentane Ände 0,6-- :-j: in
■' zc
0,4- -
rungsrate haben sie dann mit dem I-' -_L
Zeitt
0,2
Funktionsgraphen rechts modelliert. (inh)
Der Sauerstoffgehalt um 0 Uhr betrug 1 2 3 4\5 6 ?- 8 9 10 in 14 15/6-17 18 19
-0,2
9,8^. I.
-0.4
Beschreiben Sie die Entwicklung des -0,6
Sauerstoffhaushaltes zwischen 0 Uhr
1-0,8- - ●
und 20 Uhr. I 1
' - M-M
Skizzieren Sie ungefähr den Graphen
der Funktion f, welche den Sauerstoffgehalt f(t) zum Zeitpunkt t angibt.
130 3 Funktionsuntersuchungen

LÖSUNG Zwischen 0 Uhr und 4 Uhr ist die j fl _j


II—I
13 Sauerstoffgehalt in
momentane Änderungsrate positiv,
12
was bedeutet, dass der Sauerstoff -1-1
gehalt im Wasser ansteigt.
Um 4 Uhr hat die momentane Ände
-10
9
i
i I

rungsrate eine Nullstelle mit einem c7-


1 % ** >
Vorzeichenwechsel von Plus nach ■ >6-
- 5- - L^. 1
Minus. Der Sauerstoffgehalt ist also ● 4- - TTl»-
jetzt am höchsten. 3- I
2- - “_LjL LU
Danach nimmt der Sauerstoffgehalt l 1
1- - Zeit t(in h)
bis 16 Uhr ab, da in diesem Zeit
1 2 3 5.6 7 8 .9 1.0 1,1 12 13 14-13 1,6 17 18 19
intervall die momentane Änderungs
rate negativ ist. Um 10 Uhr ist die ^,2 momentane Änderungsrate fin
Abnahme des Sauerstoffgehaltes am -- 1
\ J. J, l-JL
icri;
f/-
stärksten, da die momentane Ände I 0i8
r
rungsrate minimal ist. Ö,6- 1
Um 16 Uhr hat die momentane Ände I ]Z]i
-0,4 I j L I X L
I I f Zeitt
rungsrate eine Nullstelle mit einem 0,2
(in.h)
Vorzeichenwechsel von Minus nach
-2 3 5-6 7 8—9 10 11 12 13 14 15/6 1|7 18 19—
Plus. Der Sauerstoffgehalt ist also -0,2
I
Jetzt am geringsten. -0,4 I i\
Nach 16 Uhr wird die Änderungsrate -0,6 i; r ,j.
wieder positiv, der Sauerstoffgehalt -Q.8
nimmt somit bis 20 Uhr wieder zu.

Information Monotonieintervalle einer Funktion - streng monotone Funktionen


Betrachtet man den Graphen einer Funktion f, so fallen außer Extrempunkten,soweit vorhanden,
auch die Intervalle auf, in denen bei wachsenden x-Werten die Funktionswerte f(x)ständig zunehmen
oder ständig abnehmen. Für diesen Sachverhalt führen wir einen neuen Begriff ein.

Definition: Strenge Monotonie


Eine Funktion f heißt in einem Intervall Eine Funktion f heißt in einem Intervall
streng monoton wachsend, wenn für belie streng monoton fallend, wenn für beliebige
bige Stellen x,, Xj aus dem Intervall gilt; Stellen x,, Xj aus dem Intervall gilt:
Wenn Xj > x,, dann ist f(Xj) > f(x,). Wenn Xj > x,, dann ist fjxj) <f(x,).

f(Xi)--

f(xe).-. ●r

X Xi X2 X
X] X2

Bei einer streng monoton wachsenden Funktion gehört also zum größeren von zwei x-Werten aus
diesem Intervall immer der größere Funktionswert. Entsprechend gehört bei einer streng monoton
fallenden Funktion zum größeren x-Wert der kleinere Funktionswert.
Beispiel

Die Funktion f mit f(x) ist im Intervall ]-co; 0[ streng monoton fallend und im Intervall
]0; oo[ streng monoton wachsend.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 131

Information ExtremsteUen und MonotonieintervaUe


Wechselt der Graph einer Funktion bei wachsen
den x-Werten von einem Intervall, in dem f streng
monoton wachsend ist, in ein Intervall, in dem f
streng monoton fallend ist, so liegt zwischen den
beiden Intervallen eine Stelle, an der der
Funktionsgraph einen Hochpunkt hat.
Wechselt der Funktionsgraph dagegen aus einem
Intervall, in dem f streng monoton fallend ist, in
ein Intervall, in dem f streng monoton wachsend punkt
ist, so liegt dazwischen eine Stelle mit einem
X
Tiefpunkt.

Definition
Hoch- und Tiefpunkte bezeichnet man auch als Extrempunkte.
y
1
f(x,j
Tief-
jN^unl^
f(Xe)

3 Xe X Xe X

Für alle x in einem Intervall um Xg gilt: Für alle x in einem Intervall um Xg gilt:
f(x)5 f(Xg), d. h. f(Xg) ist der kleinste vorkom f(x) <f(Xg), d.h. f(Xg) ist der größte vorkom
mende Funktionswert im Intervall, mende Funktionswert im Intervall.
Den Funktionswert f(Xg) an einem Tiefpunkt Den Funktionswert f(Xg) an einem Hochpunkt
bezeichnet man als lokales Minimum. bezeichnet man als lokales Maximum.

lstP(Xg|f(Xg)) ein Extrempunkt(Hoch- oder Tiefpunkt), dann heißt Xg Extremstelle der Funktion f.
Den Funktionswert f(Xg) nennt man auch Extremum.

Der größte Funktionswert unter allen Funktions y Definitionsbereich von f:[a; b]


werten im Definitionsbereich heißt globales ffx^)lokales und
globales Maximum
Maximum. In der Abbildung rechts ist f(x3) das f(x\)lokales
Maximum H
globale Maximum von f.
Der kleinste Funktionswert unter allen Funkti H
f f(b)
onswerten im Definitionsbereich heißt globales globales
Minimum. Minimum
Ein globales Extremum an einer Randstelle des I f(x2)lokales
I Minimum
Definitionsbereichs heißt Randextremum. I I

b X
In der Abbildung rechts ist das Randextremum a X] X2 X3

f(b) ein globales Minimum.


Beispiel

Am nebenstehenden Graphen einer ganzrationalen Funktion f


4. Grades kann man drei Extrempunkte erkennen:
An der Stelle x =-l liegt ein Tiefpunkt, an den Stellen
x =-3 und x =4 jeweils ein Hochpunkt.
Dabei ist f{4) das globale Maximum von f. *10

Fürx^+co und x-»-co gilt; f(x)-»-co. Es gibt deshalb kein globales Minimum.
132 3 Funktionsuntersuchungen

Zusammenhang zwischen dem Vorzeichen von f' und der Monotonie von f
Kennt man die Ableitung f einer Funktion f, so kann man die Intervalle, in denen f streng monoton
ist, mithilfe von f bestimmen.

Der Monotoniesatz ist anschaulich einleuchtend,sein Beweis aber schwieriger als man vermutet.
Wirverzichten deshalb auf einen Beweis.

Übungsaufgaben Globale und lokale Extrempunkte erkennen

1. Bestimmen Sie anhand des Graphen von f die Koordinaten der vorhandenen Extrempunkte.
Geben Sie jeweils an, ob es sich um einen lokalen odereinen globalen Extrempunkt handelt.
a) b) c)
y
● 4
3
2
1-- -
4
-3 -2 -1 1 2 3 4X

-2
-3-
_5 _4 _3 _2 -1 1 2 3 4

2. Der Graph einer Funktion f geht durch die Punkte A(-1 [ 1) und B(4|5).
Skizzieren Sie einen möglichen Graphen von f so,
a) dass dieserzwischen den Punkten A und B einen globalen Hochpunkt besitzt;
b) dass dieserzwischen den Punkten A und B sowohl einen lokalen Hochpunkt als auch einen lokalen
Tiefpunkt besitzt.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 133

Anwender)des Monotoniebegriffes

3. Untersuchen Sie das Monotonieverhalten von f. Erläutern Sie, wie der Graph von f aus dem Graphen
der entsprechenden Potenzfunktion hervorgeht,
a) f(x)=(x+1)2-2 b) f(x)=-l.(x-ip c) f(x)= l-(x + 2)3 + l

4. (1) f(x)=i-(x-.2)2-l (2) f(x)= x2-6x + 5 (3) f(x)=|x2-4|


a) Untersuchen Sie, an welchen Stellen die Funktion f Extremstellen hat.
Begründen Sie jeweils die Art und die Lage des Extremums anhand des Funktionsterms,
b) Untersuchen Sie das Monotonieverhalten der Funktion f.

Übungen zum Monotoniesatz

5. Gegeben ist der Graph einer Ableitungsfunktion f.


Bestimmen Sie die Intervalle, in denen die Ausgangsfunktion f streng monoton ist. An welchen Stellen
hatderGraph von f Hoch-oder Tiefpunkte? Begründen Sie Ihre Aussagen.
a) b)
y
-4-
f'
2
X 1 l\._2 3 A, 5 X
-4-
—-6-
-8
-10

6. Svenja erklärt:„Wenn ich MonotonieintervaLLe von f bestimmen soU, berechne ich zuerst die
NutLsteUen der AbLeitungsfunktion f'. Angenommen, f' hat nur zwei einfache NuLLsteLLen x
und X2. Dann gibt es für die Vorzeichen von f' zwei Möglichkeiten;
y I y Jetzt muss ich nur noch
eine beliebige Stelle X3 zwi
+ + + schen x^ und X2 auswählen
1

I und die Ableitung an dieser


Xl X2 X Xl X2 X Stelle berechnen, dann bin
ich fertig.“

Nehmen Sie zu Svenjas Vorgehen Stellung. Bestimmen Sie die Monotonieintervalle der Funktion f
mithilfe des beschriebenen Verfahrens,
a) f(x)=jx3-lx2-6x + 2 b) f(x)= -lx''+ 2x2 c) f[x)= ix‘'-2x3 +|x2

7. Bestimmen Sie die Intervalle, in denen Beispiel

f streng monoton ist.


f(x)=}x^-x2 + 5, f'(x) = x2-3x2= x2-(x-3)
a) f(x)-]-x‘’-2x2
Nutlsteilen von f:
b) f(x)= jx2 +|-x2-2x-9 x = 0 doppelte Nullstelle, x = 3 einfache Nullstelle
c) f(x)= x2 + 5x-l Intervall x<0 0<x<3 x>3
Vorzeichen von f'(x) +
d) f(x)=-Jx‘’-x2-lx2+ 3x-3
Monotonieintervalle von f:
]-oo;3[ f ist streng monoton fallend.
]3;co[ f ist streng monoton wachsend.
134 3 Funktionsuntersuchungen

m 8. Mario behauptet: „Die Funktion f mit f(x) = ist nicht für aLLe xe IR streng monoton
wachsend. Wenn ich nämlich die Ableitung bilde, so gilt f'(x) ^ 0, für alle xelR, aber
nicht f'(x) > 0, wie es der Monotoniesatz verlangt.“ Nehmen Sie dazu Stellung.

Monotonie und Extrempunkte

9. Der Graph einer ganzrationalen Funktion f hat den Hochpunkt H(1 15) und die beiden Tiefpunkte
T,(-21-1) und T2(4|-3). Weitere Extrempunkte liegen nicht vor.
a) Geben Sie Intervalle an, in denen die Funktion streng monoton wachsend oder streng monoton
fallend ist.
b) Skizzieren Sie einen möglichen Graphen der Ableitungsfunktion f.

10. Laura untersucht das Monotonieverhalten der Funktion f mit f(x}=-^ und kommtzu folgendem
Ergebnis: „f ist auf dem gesamten Definitionsbereich streng monoton fallend, da f' für alle x
negativ ist.“
Nehmen Sie zu dieser Aussage Stellung.

1K=1 Kelvin 11. ln einer Wetterstation in den Vorbergen des


6 Momentane
Änderungsrate lin
kT^
^
A
■ Temperatur: Schwarzwalds werden regelmäßig Wetterdaten 5
0'C = 273K aufgezeichnet. Die Grafik zeigt die momentane 4
■ Temperatur K 3
Änderungsrate der Temperatur in h wiesiean
differenz: 2 Uhrzeif
1 K = 1 °C einem Frühlingstag zwischen 0 Uhr und 17 Uhr 1...
(inh)-
gemessen wurde,
a) Beschreiben Sie die Entwicklung der Tem -1 i 2 R 7 s in 71 12
peratur. In welchen Zeitintervallen nahm die
Temperaturzu, in welchen nahm sie ab?
b] Geben Siedle Zeitpunkte an, in denen die Temperatur zwischenzeitliche Höchst- bzw. Tiefstwerte
annahm,
c) Um 0 Uhr betrug die Temperatur 4°C. Skizzieren Sie den Graphen des Temperaturverlaufs.

Aussagen zu Monotonie und Extrempunkten

ffl 12. Gegeben ist der Graph der Ableitungsfunktion f


einer ganzrationalen Funktion f. Untersuchen
Sie, ob die folgenden Aussagen richtig oder
falsch sind. Begründen Sie jeweils Ihre Entschei
dung,
a) Der Graph von f hat an der Stelle x =-4
einen Tiefpunkt,
b) Der Graph von f hat an der Stelle x = 8 einen
Extrempunkt,
c) Die Funktion f ist für -4sxs 12 streng
monoton wachsend,
d) Die Steigung des Graphen von f ist an der
Stelle x = 0 maximal.

m 13. Entscheiden Sie, ob die folgende Aussage richtig oder falsch ist. Begründen Sie Ihre Entscheidung,
a] Jede ganzrationale Funktion 3. Grades hat zwei Extremstellen und drei Monotonieintervalle,
b) Jede lineare Funktion ist für xe IR entweder streng monoton fallend oder streng monoton
wachsend,
c) Jede ganzrationale Funktion 4. Grades hat mindestens zwei und höchstens vier Monotonie
intervalle.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 135

3.3.2 Kriterien für Extremstellen

Einstiegsaufgabe -> Extremstellen berechnen


OHNE LÖSUNG
[ä] 32
Gegeben ist die Funktion f mit f{x)= ^x^--^x^ +^x + 9 ●
■ Zeichnen Sieden Graphen von f mithilfe eines Funktionenplotters und bestimmen Sie die
Stellen, an denen der Graph Hochpunkte, Tiefpunkte oder Sattelpunkte besitzt.
■ Skizzieren Sie mithilfe dieser Ergebnisse den Graphen der Ableitungsfunktion und erläutern
Sie die Zusammenhänge zwischen f und f'.
■ Nutzen Sie diese Zusammenhänge, um die Stellen exakt zu berechnen, an denen der Graph
von f Hochpunkte oder Tiefpunkte hat. Formulieren Sie ein Kriterium zur rechnerischen Be-
stimmungvon Hoch- und Tiefpunkten.

Einstiegsaufgabe Untersuchung auf Extrem- und Sattelpunkte


MIT LÖSUNG
Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= -j^x‘*-^x2 + 1.
a) Zeichnen Sie den Funktionsgraphen von f mit einem Funktionenplotter. An welchen Stellen vermu
ten Sie Extrem- oder Sattelpunkte? Berechnen Sie diese Stellen exakt,
b) Zeichnen Sie auch den Graphen der Ableitungsfunktion f' und erläutern Sie die Zusammenhänge
zwischen f und f.

Lösung a) Wir zeichnen den Funktionsgraphen mit einem 67 y


Funktionenplotter.
Vermutlich liegt an der Stelle x = 0 ein Sattelpunkt
und an der Stelle x=4 ein Tiefpunkt. An
diesen Stellen hat der Graph von f jeweils eine '1-
-S
waagerechte Tangente. Somit sind diese Stellen 1 10

Nullstellen der Ableitungsfunktion. Wir können 1 4 1 "5


— x-'+l
also diese Stellen mithilfe der Ableitung 16

f'(x) = lx^-x^ berechnen.


●6 67
Aus der Bedingung f'(x) = 0 erhalten wir die
Gleichung;
lx3-x2= o, also
=0

x2 = o oder jx=1
Damit ergeben sich die Lösungen x, = 0 und X2 = 4.

b) Stellen, an denen der Graph von f waagerechte


Tangenten hat, sind Nullstellen von f. Diejenigen
Nullstellen, bei denen f das Vorzeichen wechselt,
sind Extremstellen von f.
Erfolgt derVorzeichenwechsel von + nach -, so
liegt an dieser Stelle ein Hochpunkt, da die Funk
tionswerte von f zuerst wachsen und dann fallen.
Bei einem Vorzeichenwechsel von - nach + hat der
Graph von f an dieser Stelle einen Tiefpunkt, da die
Funktionswerte von f zuerst fallen und dann wach
sen. Dies ist an der Stelle x = 4 derFall.
An einer Nullstelle von f ohne Vorzeichenwechsel, wie an der Stelle x = 0, hat der Graph von f
einen Sattelpunkt.
136 3 Funktionsuntersuchungen

Information Notwendiges Kriterium für Extremstellen


Die Extremstellen einer Funktion kann man mithilfe ihrer Ableitungsfunktion bestimmen.

Satz: Kriterium für Extremstellen


Für eine Funktion f und ihre Ableitungsfunktion f' gilt:
Wenn der Graph der Funktion f an der Stelle Kleinen Extrempunkt besitzt, dann ist f'(Xg) = 0.

Nicht jeder Punkt mit einer waagerechten Tangente muss ein Extrempunktsein. Wir wissen bereits,
dass ein Graph auch in einem Sattelpunkt eine waagerechte Tangente besitzt.
y. Hochpunkt\ y- y.
Sattelpunkt

Tiefpunkt 1 Sattelpunkt
X X
» X X
Xg Xe Xe Xe

Andererseits muss aber an jeder Stelle, an der der Graph einen Extrempunkt hat, die Ableitung den
Wert null haben. Man sagt deshalb auch: Die Bedingung f'(Xg) = 0 ist notwendig für das Vorliegen eines
Extrempunkts an der Stelle Xg, aber nicht hinreichend.

Vorzeichenwechsel-Kriterium als hinreichendes Kriterium für Extremstellen

Nicht alle Nullstellen einer Ableitungsfunktion müssen Extremstellen sein. Um dies zu überprüfen,
untersucht man die Ableitung f' auf einen Vorzeichenwechsel an ihren Nullstellen.

Satz: Vorzeichenwechsel-Kriterium für Extremstellen


Für eine Funktion f mit der Ableitungf in y (-^/-)Vor■ y
einem Intervall gilt: 'V zeichenwechsel

Wenn die Ableitung f an der Stelle x^ eine


y
X? X
Nullstelle mit Vorzeichenwechsel hat, dann
hat der Graph der Funktion f an der Steile x^ Vorzeichen
Wechsel
einen Extrempunkt.
f

Xe
X

Flat f' an der Stelle Xg einen Vorzeichenwechsel von + nach so hat der Graph von f an der
Stelle Xg einen Hochpunkt.
Hat f' an der Stelle Xg einen Vorzeichenwechsel von - nach +, so hat der Graph von f an der
Stelle Xg einen Tiefpunkt.

Beispiel

Mögliche Extremstellen der Funktion f mit f(x) = jx‘‘-4x^-i-6x2+ 1 sind unter den Nullstellen
von f zu finden. Aus f(x) = 3x^-12x2+ i2x = 3x-(x2-4x + 4) = 3x-(x-2)2 = 0
erhält man die Lösungen x,=0 und Xj = 2.
Intervall x<0 0<x<2 x>2
Vorzeichen von f' + +

X, =0 ist eine einfache Nullstelle von f' miteinemVorzeichenwech sel von - nach +. Der Graph
von f hat also an der Stelle x, = 0 einen Tiefpunkt.
Xj = 2 ist eine doppelte Nullstelle von f' und somit ohne Vorzeichenwechsel. Der Graph von f hat
also an der Stelle X2 = 2 keinen Extrempunkt, sondern einen Sattelpunkt.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 137

Übungsaufgaben Vorzeichenwechsel erkennen - Vorzeichenwechselkriterium an wenden

1. Gegeben ist der Graph einer Ableitungsfunktion f.


Treffen Sie Aussagen über die Lage von Hoch-,
Tief- und Sattelpunkten des Graphen von firn
Intervall [-3; 2,5],

-1

2. Die Ableitungsfunktion f'hat an der Stelle x,=-2 eine einfache, an der Stelle X2= 0 eine doppelte und
an der Stelle X3 = 3 eine dreifache Nullstelle,
a) Skizzieren Sie zwei mögliche Graphen der Ableitungsfunktion.
Untersuchen Sie die Art des Vorzeichenwechsels von f' an den drei Stellen x^, Xj und X3.
b) Treffen Sie eine Aussage über die möglichen Lagen von Hoch-, Tief- oder Sattelpunkten des
Graphen der Funktion f.

3. Bestimmen Sie die Hoch- und Tiefpunkte des Graphen von f.


Verwenden Sie das Vorzeichenwechselkriterium,
a) f(x)= x2-3x + 2 b) f(x)=2x3-3x2- 12X-6 c) f(x)= x'^-4x+1

4. Ermitteln Sie am nebenstehenden Graphen der y


Funktion f die Stellen, an denen Hoch-,Tief- oder f
Sattelpunkte vorliegen.
Erläutern Sie, wie sich an diesen Stellen das
Vorzeichen der Ableitung ändert.
Skizzieren Sie auch den Graphen von f im -4
Intervall[-5;4].

5. Sophia hat die Extremstellen der Funktion f bestimmt,


a) Erläutern Sie Sophias Überlegungen und
vervollständigen Sie ihren letzten Satz,
f(x).
b) Untersuchen Sie genauso die Funktionen g f'(x)=0
und h auf Extremstellen. '1
2
g(x)= -^x^-lx3+i
Lösungen: 7-'2 uffd >^2 = 3 ' i ■
h(x)=lx5-ix3-2. Beide NuLLstelLen sind einfache NuLLstel-
Len milVorzeichenwechseL. .
Aufgrund des GlobatverLaufs des Graphen
V
c|>n f' weiß ich, dass an'der StetLa x =-2
ein VdrzeichenwechseL von + nach “Tön
der Stelle x = 3 von - nach + erfolgt.
Somitiiat der Graph von f an der Stelle... .
138 3 Funktionsuntersuchungen

Extremstellen rechnerisch bestimmen

6. Berechnen Sie mithilfe der Ableitung die Stellen, an denen der Graph von f Punkte mit waagerechter
Tangente besitzt. Bestimmen Sie jeweils, ob es sich um Hoch-, Tief- oder Sattelpunkte handelt.
Beispiel
a) f(x)=^x^ + 2x +3
f(x) =l-x'’-x^-r 1, f'(x)= x^-3x2= x2-(x-3}= 0 für X,=0 und X2 = 3. b) f(x)= jx‘*+I6x-1
■ X, = 0 ist eine doppelte Nullstelle von f' und somit ohne Vorzeichenwechsel.
c) f[x)=lx3-3x + 2
An der Stelle x, = 0 hatderGraph von feinen Punkt mit waagrechter Tangente, der
aber kein Extrempunkt,sondern ein Sattelpunkt ist. d) f{x)=^x^-}x3-12x + 7
■ X2= 3 ist eine einfache Nullstelle von f,an derf' das Vorzeichen wechselt. e) f(x)= x‘’-x^-12
x^-(x-3) < 0 für x < 3 und x^-(x-3) > 0 für x> 3.
Also Vorzeichenwechsel von - nach +, an der Stelle Xj= 3 liegt ein Tiefpunkt. f) f(x)=(lx^-2f
x(2x^ + 3x-12)
■ Berechnen der Funktionswerte; f(0)= 1; f(3)= -^-81 -27-i-1 = ^ g) = 6
Ergebnis;SattelpunktP(0|1);TiefpunktT 3 h) f(x)=-^x5-lx3 + x

7. Bestimmen Sie die Lage und die Art der Extrempunkte des Funktionsgraphen von f.
a) f(x)=lx3-|x2+ 3x + 5 b) f(x)=l)C* +^x3-x2-3 c) f(x)= -|-x3 +^x2-6x-4

8. Berechnen Sie die Stellen, an denen der Graph von f waagerechte Tangenten besitzt,
Entscheiden Sie, um welche Art von Punkten es sich an diesen Stellen handelt,
a) f(x)=x2-3x-4 b) f(x}= x^-4x2 c) f'(x)=(x2- 4)-(x-l)2

/ 9. Katja berechnet die Extremstellen der Funktion f mit . f'(x)=x'^-x^-!2>


f(x)= lx'*-jx2 -x2 + 3. Kontrollieren Sie ihre Rechnung. Setze f'(x)= 0_.
x-(x^-x-2)=0 t :x
^ 0. Nena sucht die Extremstellen der Funktion f mit
-x^-x-2=0-
f(x) =lx'^-x2 + 4x-f-5 mit ihrem Rechner, indem sie die Gleichung
1'● a +t%+c=0
: ALsp: x.]i=-1^
äa%5-rb%2+c%+d=0
x^-3x2-1-4 = 0 jn den Gleichungslöser ihres Rechners eingibt. Der
Rechner ermittelt x, = -1; X2 = 2; X3= 2 als Lösungen.
Nena sagt:„Oie Stellen -1 und 2 sind Extremstelten von f.“
Erläutern Sie, wie Nena die Extremstellen bestimmt hat. Was hat sie dabei übersehen? Korrigieren Sie
Nenas Aussage.

Definitionen und Sätze kennen

11. Ergänzen Sie jeder für sich die folgenden Sätze. Vergleichen Sie anschließend ihre Formulierungen,
a) Der Graph einer Funktion f hat an der Stelle x,, einen Tiefpunkt, wenn ...
b) Wenn f'(x)>0 füralle xel, dann .. .
c) ist Xq eine doppelte Nullstelle einer Ableitungsfunktion f, dann ...
d) ist f'(x) < 0 für alle xel, dann ...

Aussagen über Extremstellen

m 12. Entscheiden Sie, welche der folgenden Aussagen wahr oder falsch sind. Begründen Sie.
a) Der Graph einer ganzrationalen Funktion 4. Grades hat entweder zwei Hochpunkte und einen
Tiefpunkt oderzwei Tiefpunkte und einen Hochpunkt,
b) Es gibt Graphen ganzrationaler Funktionen 4. Grades, die keinen Punkt mit waagerechter
Tangente besitzen,
c) Wenn der Graph einer ganzrationalen Funktion 3. Grades einen Hochpunkt hat, so hat er auch
immer einen Tiefpunkt.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 139

3.3.3 Wendepunkte - Linkskurve, Rechtskurve

Einstiegsaufga^ -> Kurvenreiche Rennstrecke


OHNE LÖSUNG
Der Schotten ring ist eine der ältesten Rennstrecken in Hessen, auf der zwischen 1925 und 1955
vor allem Motorradrennen veranstaltet wurden. Heutzutage wird der Schotten ring nur noch für
Rennen mit historischen Fahrzeugen genutzt. Die Grafik zeigt einen Teil der Strecke.

Fassen Sie diesen Ausschnitt als Graphen einer Funktion f auf.


■ Übertragen Sie diesen Graphen in ein geeignetes Koordinatensystem in Ihr Heft.
Skizzieren Sie zu diesem Graphen den Graphen der Ableitungsfunktion f'.
■ Stellen Sie sich vor, ein Motorradfahrer fährt auf dieser Strecke von links nach rechts.
In welchen Bereichen durchfährt er eine Rechts-, in welchen eine Linkskurve?
Beschreiben Sie die Fahrposition des Fahrers und des Motorrades in solchen Kurven.
■ Wie verhält sich in diesen Intervallen der Graph von f? Fassen Sie Ihre Beobachtungen zu
einem Kriterium zusammen, mit dem man herausfinden kann, in welchem Intervall eine Links
oder eine Rechtskurve vorliegt.

Einstiegsaufgabe Linkskurven-Rechtskurven
MIT LÖSUNG
Der Kurs einer Rennstrecke kann vereinfacht durch den Graphen einer Funktion f dargestellt werden.
Ein Motorradfahrer befährt den Rennkurs von links nach rechts.

vr./
a) Beschreiben Sie die Körperhaltung des Fahrers in den Links- bzw. Rechtskurven der Strecke.
An welchen Stellen der Rennstrecke muss der Fahrer seine Fahrposition wechseln?
b) Übertragen Sie den Graphen in Ihr Heft und skizzieren Sie dazu den Graphen der Ableitungsfunk
tion f. Geben Sie die Intervalle an, in denen der Graph von f links- bzw. rechtsgekrümmt ist. Wie
verhält sich der Graph von f in diesen Intervallen und an den Stellen, an denen sich das Krüm
mungsverhalten ändert?

Lösung a) In einer Linkskurve sind sowohl Fahrer als auch Motorrad sehr stark nach links, also in die Kurve
hinein, geneigt. In einer Rechtskurve neigen sich Fahrer und Motorrad stark nach rechts in
die Kurve. Wenn die Linkskurve in eine Rechtskurve wechselt oder umgekehrt, muss der Fahrer
schnell seine Position wechseln. Dabei stehen Fahrer und Motorrad für einen Moment aufrecht.
Diese Stellen liegen bei dem gezeichneten Graphen etwa bei xs5 und x»13.
140 3 Funktionsuntersuchungen

b) Ungefähr im Intervall[0;5] beschreibt der y


8
Graph eine Linkskurve. Im Intervall [5; 13]
f
schließt sich eine Rechtskurve an, auf die 6
wieder eine Linkskurve im Intervall[13; 17]
4-.
folgt. f,
An den Stellen, an denen sich das Krüm
2
mungsverhalten des Graphen von f ändert,
hat der Graph von f' Extremstellen.
2 10 1 12 1 14 . 1|6X
In den Intervallen, in denen der Graph von f
y
linksgekrümmt ist, istf streng monoton
2
wachsend. Entsprechend ist f' in den f'
Intervallen, in denen der Graph von f
rechtsgekrümmt ist, streng monoton fallend. 2 J_.4 6 10 TT1“14_: 16X
-2

Information Linkskurve, Rechtskurve


Die Begriffe Linkskurve und Rechtskurve kann man aus dem alltäglichen Sprachgebrauch auf die
Beschreibung des Verlaufs eines Funktionsgraphen übertragen. Beide Begriffe sollen nun mathema
tisch mithilfe der Ableitung präzisiert werden.

Definition
■ Der Graph von f bildet im Intervall I eine Linkskurve,falls die Ableitungsfunktion f im
Intervall I streng monoton wächst. Man bezeichnet den Graphen von f als linksgekrümmt.
■ Der Graph von f bildet im Intervall I eine Rechtskurve,falls die Ableitungsfunktion f' im
Intervall I streng monoton fällt. Man bezeichnet den Graphen von f a\s rechtsgekrümmt.
y y
f

Linksku^"^ f

X \ X

y y
stre

0° X /S: X
<0°
5tren?. '4>Q-

Zweite Ableitung einer Funktion - Kriterium für eine Links- bzw. Rechtskurve
Monotonieeigenschaften einer Funktion kann man mithilfe der Ableitung untersuchen. V\/enn also die
Ableitung der Ableitungsfunktion f in einem Intervall positiv ist, so kann man daran erkennen, dass
die Ableitungsfunktion f in diesem Intervall streng monoton wachsend ist. Es ist daher hilfreich, die
Ableitung der Ableitung zu betrachten.

Definition
Hat auch die Ableitung f einer Funktion f noch eine Ableitung, so bezeichnet man diese als die
zweite Ableitung der Funktion f und nennt sie f".
Entsprechend ist f'" die Ableitung von f", usw.

Beispiel

f(x)= 2x5-4x3 + 7x+1; f'(x) = lOx^-12x2 + 7; f"(x)=40x3-24x; f"(x]= 120x2-24


3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 141

Information Aus dem Monotoniesatz und der Definition einer Links- bzw. Rechtskurve folgt:

Satz: Kriterium für eine Links- bzw. Rechtskurve mithilfe der zweiten Ableitung
Für eine Funktion f und ihre zweite Ableitung f" gilt:
■ Ist f"(x) > 0 für alle xsl, so bildet der Graph von f im Intervall I eine Linkskurve.
■ Ist f"(x)<0 füralle xsl, so bildet der Graph von firn Intervall I eine Rechtskurve.

Wendepunkte
Wendepunkte sind Punkte mit extremaler ● y
Änderungsrate. Bei Wachstumsvorgängen, wie f

2. B. Bevölkerungsentwicklungen oder wirtschaft


lichen Prozessen, ist häufig die Frage nach dem
Wen depunkt des Graphen f
Zeitpunktsehr interessant, an dem die momen
tane Änderungsrate des Prozesses maximal oder
Änderungsrate von f maximal
minimal ist.
Die Wendestellen von f sind die Extremstellen f'
Wendestelle vo nf X
der Ableitungsfunktion f.
Für das Krümmungsverhalten des Graphen einer Funktion gilt folgender Satz.

Satz y.

In einem Wendepunkt geht der Graph einer


Funktion von einer Linkskurve in eine Rechts
kurve über oder umgekehrt.

Beispiel

■ Der Graph von f wechselt im Wendepunkt W, y f


von einer Linkskurve in eine Rechtskurve.
In der Linkskurve nimmt die Steigung von f Wi y>
Rec/,f
ständig zu, d. h.f ist dort streng monoton
wachsend. W:

In dem Intervall, in dem derGraph von f xi X2 X


Wendestelie Wendestelle
eine Linkskurve beschreibt, ist f"(x) > 0.
An der Wendesteilex, von f hat derGraph
von f einen Hochpunkt und es gilt
f''(x,) = 0.
■ Der Graph von f wechselt im Wendepunkt W2
von einer Rechtskurve in eine Linkskurve. X

In der Rechtskurve nimmt die Steigung


von f ständig ab, d. h. f' ist dort streng
monoton fallend.
In dem Intervall, in dem der Graph von f
eine Rechtskurve beschreibt, ist f"(x) < 0.
f"[x) > 0 f"(x) > 0
An der Wendestelle Xj von f hat der Graph
von f' einen Tiefpunkt und es gilt f"(x2) = 0.
Nullstelle vonf Nullstelle vonf" x

f'(x) < 0
142 3 Funktionsuntersuchungen

Sattelpunkte als spezielle Wendepunkte

Definition yi
SattelpunW/^ ^ Sattelpunkt
Ein Sattelpunkt ist ein Wendepunkt mit einer T r
waagerechten Tangente. Wendetangente W'endefongenfe
Xw X Xw X

ÜBUNGSAUFGABEN Ableitungen berechnen

1. Berechnen Sie die erste Ableitung f' und diezweite Ableitung f" von f.
a) f(x) = 4x^ - 12x2 + 7x + 3 d) f(x)=(3x+l)2

b) f(x) = -^x8-|xe + 7x2 + 3 e) f(s) = 125“^-s2 + s-5


c) f{t) 5t2 + 4t-7 f) f(t) = at^ - bt2 + c

Links- und Rechtskurven bestimmen

2. Bestimmen Sie die Intervalle, Beispiel


in denen der Graph von f eine
f(x)= 2x3-x2 + 2x-4
Linkskurve bzw. eine Rechts
f'(x)=6x2-2x + 2
kurve hat.
f"(x)=12x-2; Nullstellen von f": x = -^
a) f(x)= lx3-X
x< 61 1
x =+ 1
x>-i-
6 6
b) f[x).lx^-|x2
Vorzeichen von f' +
C) f(x)= ^x'‘-12x2 + x-2
Krümmungs Rechtskurve Wende Linkskurve
d} f(x).(x-2)3 verhalten vonf r\. punkt

3. Bestimmen Sie die Intervalle, in denen der Graph von f eine Links- beziehungsweise eine Rechtskurve
bildet. Prüfen Sie jeweils, ob der Graph an der Wendestelle einen Sattelpunkt hat.
a) f(x) =-jx^ + x2 + X - 2 c) f[x)=x‘’-2x

b) f(x) -^x3
b + x2 + 3 d) f(x)=lx^-x3-l2x2 + 3x + 4

4. Von einer Funktion f ist ihre zweite Ableitung f" mit f"(x)=^x2 + 3 bekannt.
Begründen Sie, weshalb der Graph von f für alle xelR linksgekrümmt ist.

Grafisch argumentieren

5. Ordnen Sie den vier Funktionsgraphen (A) bis(D) die zugehörigen Funktionsterme der zweiten
Ableitung der Funktion zu. Begründen Sie.
9
r{x)=§x2-fx+- 2
(B)
__ V'
\l

-4/-3 -2 -1 X
-1
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 143

6. Gegeben ist der Graph einer Ableitungsfunktion f. y


Untersuchen Sie die folgenden Aussagen über f und f" auf ihre f'
Richtigkeit. Begründen Sie Ihre Entscheidung,
a) Der Graph von f hat im Intervall [-2;4]genau drei Wende
punkte,
-4-3 -:.-i
—2
7 1\2 3 W 5 6x

b) Esgilt; f"(l) > 0.


c) Der Graph von f bildet im Intervall [0; 2] eine Rechtskurve, 4--
d) f ist im Intervall[-2; 1] streng monoton fallend.

7. Der Graph einer ganzrationalen Funktion f dritten Grades hat den Hochpunkt H (-2|4), den Tiefpunkt
T(4|0) und den Wendepunkt W(1 12).
Ermitteln Sie die Lage des Hoch-, Tief- und des Wendepunktes der folgenden Funktionen g, bis
(1) gj mit g,(x)= c-f(x), c^iO; (3) gjmit g3(x)= f(x + c), oO;
(2) g2mit g2(x)= f(x)+ c, c*0; (4) g4mit g4(x)= f(c-x), oO.

8. Von einer Funktion f ist der Graph der Ableitungsfunktion f' V'
1
gegeben. Untersuchen Sie die folgenden Aussagen auf ihre

Richtigkeit. Begründen Sie jeweils Ihre Entscheidung. -A -3 -2-1 1 2 3 f 5 K
(1) Der Graph von f hat an der Stelle x = 2 einen Wendepunkt -2-
f'
mit negativer Steigung. -3-
(2) f ist für 2 < x < 4 streng monoton wachsend.
(3) DerGraphvonfistfür xe[-l;2] rechtsgekrümmt.
(4) Der Graph von f hat an den Stellen x^^-l und X2 = 2
jeweils einen Wendepunkt.
(5) Der Graph von f hat an der Stelle x =4 einen Tiefpunkt. -a
9. Gegeben ist der Graph der
zweiten Ableitungsfunktion f".
Geben Sie die Intervalle an, in
denen der Graph von feine 1\ 2
Links- bzw. eine Rechtskurve
aufweist.
Skizzieren Sie jeder für sich
einen möglichen Verlauf der Ableitungsfunktion f. Vergleichen Sie Ihre Graphen miteinander.

Sätze und Definitionen kennen und anwenden

10. In einem Intervall I istf"(x} positiv. Was gilt dann in diesem Intervall
(1) für den Graphen von f? (2) für den Graphen von f?

11., Ergänzen Sie:


a) Wenn der Graph von f' in einem Intervall streng monoton wachsend ist, dann ...
b) Wenn Xq eine Wendestelle des Graphen von f ist, dann ist Xg auch ...

12. Skizzieren Sie einen möglichen Graphen einer Funktion f mit den folgenden Eigenschaften.
Vergleichen Sie Ihre Graphen miteinander und begründen Sie Ihre Überlegungen,
a) Der Graph von f hat den Hochpunkt H(-1 14) und den Wendepunkt W(1 12).
b) f"[x) < 0 für X < 3; f'(3)= 0; f"(x) >0 fürx > 3

13. Begründen Sie;


Zwischen zwei Extrempunkten liegt mindestens eine Wendestelle.
144 Selbst lernen 3 Funktionsuntersuchungen

3.3.4 Kriterien für Extrem- und Wendepunkte


Ziel Bisher haben Sie die Wendestellen einer Funktion f anhand der Graphen von f' und f" bestimmt. Hier
lernen Sie Kriterien kennen, mit denen Sie Wendestellen und Extremstellen von f berechnen können.

Zum Erarbeiten ^ Kriterien zur Berechnung von Wendestellen


7
■ Rechts sehen Sie den Graphen der Funktion f mit f(x)=~x^- 12->d. y f
Beschreiben Sie, in welchen intervallen derFunktionsgroph
-2 2 /3 X
rechts- bzw. linksgekrümmt ist und an welchen Stellen Sie
-2
Wendepunkte vermuten. Erläutern Sie, wie Sie die H/enc/esfe//en
rechnerisch bestimmen können, und berechnen Sie diese. -4

Am Graphen von fiesen wir ab, dass dieser zunächst eine Rechts y
kurve bildet und dann in der Nähe der Stelle x = 1,8 in eine X
Linkskurve wechselt. Dort liegt ein Wendepunkt,da dieser eine
Rechts- von einer Linkskurve trennt;
■ An der Wendestelle ändert die Ableitungsfunktion f' ihr Mono
tonieverhalten von streng monoton fallend zu streng monoton
wachsend. Deshalb liegt an dieser Stelle ein Tiefpunkt des Graphen von f'.
■ Zudem hat die f" hier eine Nullstelle mit Vorzeichenwechsel von Minus nach Plus.
Wenn wir die Wendestellen von f bestimmen wollen, müssen wir die Nullstellen von f" berechnen.
Wir bilden dazu die zweite Ableitung: f"(x)=4x3-7x^. Aus der Bedingung f"(x) = 0 erhalten wir die
Gleichung 4x^ - 7x^ = 0, also x^-{4x - 7)= 0 mit den Lösungen x, = 0 und = 1,75.

Die Stelle Xi=0 ist eine doppelte Nullstelle von f", also y r
wechselt f" an dieser Stelle nicht das Vorzeichen. Also kann die
-2 -1 .1 '2 3 X
Stelle X, = 0 keine Extremstelle von f' und somit auch keine
Wendestelle von f sein. -2

Die Stelle Xj=1,75 ist eine einfache Nullstelle von f", an derf" das -4
Vorzeichen wechselt. Der einzige Wendepunkt des Graphen von f
liegt also an der Stelle x=1,75.
-2 -1 1 2 3 X
Diese Ergebnisse werden auch durch die Graphen von f' und f"
●2
bestätigt.
f"
-4

Information Kriterien für Wendestellen


Wendestellen von f sind Extremstellen von f und somit Nullstellen von f".

Satz: Notwendiges Kriterium für Wendestellen


Für eine Funktion f und ihre zweite Ableitung f" gilt:
Hat die Funktion f an der Stelle x^ eine Wendestelle, so ist f"(x,^) = 0.

Nicht jede Nullstelle von f" muss eine Extremstelle von f' sein. Es kann Nullstellen von f" geben, die
keine Wendestellen von f sind. Aus dem Vorzeichenwechsel-Kriteri um für Extremstellen ergibt sich das
entsprechende Kriterium für Wendestellen.

Satz: Hinreichendes Kriterium für Wendestellen


Für eine Funktion f und ihre zweite Ableitung f" gilt:
Hat diezweite Ableitung f" an der Stelle eine Nultstelle mitVorzeichenwechsel, so hat der
Graph von f an der Stelle x^ eine Wendestelle.
3.3 Eigenschaften von Funktionen bestimmen Selbst lernen 145

Zum Erarbeiten f"-Kriterium für Extrempunkte

■ Gegeben sind die Graphen der Funktion fund der beiden y


Ableitungsfunktionen f und f".
Begründen Sie: Wenn rfxj= 0 und zugleich f'(xj>0, dann
hat der Graph von fan der Stelle einen Tiefpunkt.
X
f'(Xg) = 0 und f"(Xg)>0 bedeutet, dassf an der Stelle Xg eine
Nultstelle mit positiver Steigung hat. D. h., an der Stelle Xg hat y
f‘ einen Vorzeichenwechsel von Minus nach Plus. Also hat der
Graph von fan der Stelle Xg einen Tiefpunkt. f
f"(Xe)
Um zu untersuchen, ob an der Stelle Xg ein Hoch- oder ein
I
Tiefpunkt liegt, haben wir bisher das Vorzeichenwechsel Xe X
kriterium verwendet. Wir können diese Untersuchung nun auch
mithilfe der 2. Ableitung durchführen.

■ Skizzieren Sie die Graphen von f und f" für den Fall, dass an y'
Hochpunkt
der Stelle Xg ein Hochpunktaufdem Graphen von f vorliegt.

Bei einem Hochpunkt ist f(Xg)= 0 mit einem Vorzeichenwech


sel bei f' von Plus nach Minus.
Hat die Tangente an den Graphen von f' bei Xg eine negative
Steigung,so gilt f"(Xg) < 0. y

Information Hinreichendes Kriterium für Extremstellen - f"»Kriterium

Satz: Hinreichendes Kriterium für Extremstellen mithilfe der zweiten Ableitung


Für eine Funktion fund ihre Ableitungen f' und f" gilt:
■ Wenn f[Xg)= 0 und zugleich f"(Xg) < 0,
dann hat derGraph von f an der Stelle Xg einen Hochpunkt.
■ Wenn f'(Xg) = 0 und zugleich f"(Xg)>0,
dann hat der Graph von fan der Stelle Xg einen Tiefpunkt.

Zum Üben Extrem- und Wendepunkte berechnen

1. Berechnen Sie die Wendestellen der Funktion f.

a) f(x)=lx3-x^-H| d) f(x)=ix5 + i)d

l3) + e) f{x)=|-x''-x3-i8x2-f-5

c) f(x)=jX^-8x2 + 1 f) f(x)= -^x5-4x3 + 24x

2. Berechnen Sie die Stellen, an denen der Graph der Funktion f Punkte mit waagerechter Tangente auf
weist. Untersuchen Sie, um welche Art von Punkten es sich jeweils handelt,
a) f(x)= x3 + 3x^-4 d) f(x]=lx3-x2 + 3

b) f(x)= x^-2x^-8 e) f{x)= jx''-2


c) f(x)=-^x''-x3+1 f) f{x)=|x5-x‘'+|x3
146 Selbst lernen 3 Funktionsuntersuchungen

3. Begründen Sie: ('"-Kriterium für Wendestellen

Satz: Hinreichendes Kriterium für Wendestellen mithilfe der dritten Ableitung


Für eine Funktion f und ihre Ableitungen f" und f'" gilt:
Ist f"(x^) = 0 und zugleich f'"(x^)#0, so ist eine Wendestelle von f.

4. Bestimmen Sie rechnerisch die Beispiel

Extrem- und Wendepunkte des


f(x)=lx3-lx2-2x+l
Graphen der Funktion f.
■ Rechnerische Bestimmung der Extrempunkte
a) f(x) =x^-6x^ + 9x-4 Aus der notwendigen Bedingung f’(x) = x2-x-2 = 0
b) f(x)--ix^-2x2 + 8 erhalten wir x, =-1 und Xj = 2 als mögliche Extrem
stellen.
c) f(x)=x^-6x2 + 5
Mithilfe der zweiten Ableitung entscheiden wir, ob ein
d) f(x) + Hoch- oder Tiefpunkt vorliegt: f"(x) = 2x- 1
f"(-l)=-3<0. Anderstelle x = -l hat der Graph
von f einen Hochpunkt H -1 .
f"(2) = 3>0. An der stelle x = 2 hat der Graph von f

einen Tiefpunkt t|2 .


■ Rechnerische Bestimmung der Wendepunkte
Aus der notwendigen Bedingung f"(x)=2x- 1 =0
erhalten wir x =j als mögliche Wendestelle. x=-l ist
eine einfache Nullstelle von f" mitVorzeichenwechsel.
Somit hat der Graph von f an derStelle x=-j einen
Wendepunkt W ^ .

5. Bestimmen Sie die Koordinaten der Wendepunkte des Graphen der Funktion f.
Geben Sie an,ob ein Maximum oderein Minimum der Steigung von f vorliegt,
a) f(x) = x^ - 3x^- 2x c) f(x) = lx'' x^

b) f(x) = jLx‘»-ix3-3x^ + 2x-3 d) f(x) = 2x‘'-5x3 + 2x-7

6. Gegeben sind die Potenzfunktionen mit f(x]= x3, g(x)= x'* und h(x)= x5. Untersuchen Sie mithilfe
geeigneter Kriterien, ob an der Stelle x = 0 ein Extrempunkt oder ein Wendepunkt vorliegt.

7. An welcher Stelle steigt der Graph der Funktion f mit f(x)= --ix^ + x2-2 amstärksten?
Wie groß ist diese Steigung?

8. Gegeben ist die Funktion f durch f(x)= t-x3-3x2 + 8x.


Welcher Wert muss für t gewählt werden, damit der Wendepunkt an derStelle x = 3 liegt?
Bestimmen Sie für diesen Wert von t auch die Koordinaten der Extrempunkte des Funktionsgraphen.

Aussagen über den Verlauf von Graphen beurteilen

9. Die nebenstehende Skizze zeigt den Graphen der Ableitungsfunk


tion f' einer Funktion f. Untersuchen Sie anhand der Skizze, an
welchen Stellen im Intervall [-3; 4,25] der Graph der Funktion f
Hoch-, Tief- oder Wendepunkte hat. I-
X
Begründen Sie Ihre Aussagen.
3.3 Eigenschaften von Funktionen bestimmen Selbst lernen 147

10. Bestimmen Sie die Gleichungen der Tangente und der Normale im Wendepunkt des Graphen von f.
1
a) f(x)= x3-6x2 + 9x-4 b) f(x)=lx3-x2 c) f(x)= 20 x5+lx3 + x

11. Die Abbildung zeigt den Graphen einer Ableitungsfunktion f'.


Welche der folgenden Aussagen über die Funktion f sind wahr,
welche sind falsch? Begründen Sie ihre Antwort,
a) Der Graph von f hat an der Stelle x = 0 einen Wendepunkt 2 4 X
-4 , 7.2
mit positiver Steigung,
b) DerGraph von f hat an derStelle x =-1 einen Hochpunkt,
c) Der Graph von f hat bei x=0 eine Tangente parallel zur Geraden mit der Gleichung y = 2x.
d) DerGraph von f bildet im Intervall[-4;-1]eine Linkskurve,
e) Der Graph von f ist symmetrisch zur y-Achse.
f) Die Funktion f ist im Intervall [-3; 3] streng monoton wachsend.

12. Zeigen Sie:


a) Jede ganzrationale Funktion mit ungeradem Grad größer als 1 hat mindestens einen Wendepunkt,
b) Fehlt bei einer ganzrationalen Funktion dritten Grades der quadratische Summand,so liegt der
Wendepunktauf der y-Achse.

13. Ergänzen Sie:


a) Wenn der Graph von f im Intervall I rechtsgekrümmt ist, dann ist f ...
b) Hat der Graph von f an der Stelle Xg einen Tiefpunkt, dann istXg auch ...
c) Ist der Graph von f links und rechts von der Stelle Xg rechtsgekrümmt und gilt f(Xg)= 0, dann hat
der Graph von f an der Stelle Xg...

Vernetzte Aufgaben

14. Gegeben sind die Funktionen f und g mit f(x) = -l-(x2-4)2

und g(x)= ^-(x^-4)-(x + 2).


a) Ordnen Sie die beiden Graphen (1) und (2) in der Abbildung
rechts den Funktionen f und g zu. Begründen Sie.
b) Übertragen Sie die Skizze in Ihr Heft und ergänzen Sie die
passenden Einheiten an den beiden Koordinatenachsen,
c) Berechnen Sie die Koordinaten der Wendepunkte der beiden
Graphen.

15. Gegeben ist die Funktion f mit f(x)= -4x^ + 6x^ - 1. Die Tangente im Hochpunkt des Graphen
schneidet den Graphen in einem Punkt S.
Bestimmen Sie die Koordinaten von S.

16. Gegeben ist die Funktion f mit f(x) = x^ + 3x^ - 4.


Bestimmen Sie die Koordinaten des Wendepunktes und eine Gleichung der Wendetangente.
Die Wendetangente schneidet die Koordinatenachsen in den Punkten P und Q.
Berechnen Sie die Länge der Strecke PQ. Tangente im
Wendepunkt
17. Untersuchen Sie.
a) Gegeben ist eine Funktion f mit f(x)= x^+ b'x2 + c-x + d.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Koeffizienten b und c, wenn der Wendepunkt des
Graphen ein Sattelpunkt ist?
b) Gegeben ist eine Funktion f mit f(x)= a'X^ + b-x^ + C'X.
Unter welchen Bedingungen für die Koeffizienten a, b und c hat der Graph von f genau drei Wende
punkte?
148 Selbst lernen 3 Funktionsuntersuchungen

18. Die nebenstehende Abbildung zeigt die Intervalle, in denen die y-


Graphen der Ableitungsfunktionen f und f" einer Funktion firn f
positiven oder negativen Bereich verlaufen. Die Graphen verlaufen + +
jevi/eils durch die gefärbten Gebiete,
a) Welche Informationen über den Graphen von f können Sie der
Abbildung entnehmen? 1
b) Skizzieren Sie einen möglichen Graphen von f.

19. Eine Funktion f hat die zweite Ableitung f" mit f"(x)= 3x - 6. y_
Außerdem ist bekannt: f'(2) = 0. f
Untersuchen Sie die folgenden Aussagen. +
(1) Der Graph von f hat an der Stelle x = 2 einen Tiefpunkt.
(2) Der Wendepunkt des Graphen von f ist ein Sattelpunkt. "ii
(3) Der Graph von f hat zwei Extrempunkte.
(4) Die Funktion f ist streng monoton wachsend.
(5) Der Wendepunkt des Graphen von f liegt oberhalb der x-Achse.

20. Gegeben sind die beiden Funktionen f und gdurch f(x)= -|-x^ + -lx^ + 2x und g(x)= x^- 6x.
Berechnen Sie, wie weit der Hochpunkt des Graphen von f und der Tiefpunkt des Graphen von g
voneinander entfernt sind.

1
21. Gegeben ist die Funktion f mit f(x)=^x2-|x.
Die Wendetangente des Graphen, die Parallele zur y-Achse durch den Hochpunkt und diex-Achse
begrenzen ein Dreieck,
a) Berechnen Sie den Flächeninhalt dieses Dreiecks,
b) Das Dreieck rotiert um die x-Achse. Beschreiben Sie den dabei entstehenden Drehkörper.
Berechnen Sie sein Volumen.

22. Der Graph der Funktion f mit f(x)= Y^x‘‘-2x2 +-y hat zwei Wendepunkte W, und W2.
a) Berechnen Sie die Koordinaten des Schnittpunkts S der beiden Wendetangenten.
Begründen Sie, dass das Dreieck W,WjS gleichschenklig ist.
b) Bestimmen Sie die Seitenlangen des Dreiecks.

23. Gegeben ist die Funktion f durch f(x)=-^-(x + 2)2-(2x-5).


a) Der Graph von f schneidet die positive x-Achse im Punkt N. Bestimmen Sie eine Gleichung der
Tangente t, an den Graphen im Punkt N.
b) Eine zu t, parallele Tangente tj berührt den Funktionsgraphen in einem von N verschiedenen Punkt
P. Bestimmen Sie die Koordinaten von P.
Begründen Sie, dass der Wendepunkt W des Graphen die Strecke PN halbiert.

24. Gegeben ist die Funktion f mit f(x)=^x^-4x3 + 10x-h 1.


a) Berechnen Sie die Koordinaten der Wendepunkte des Funktionsgraphen,
b) Zeigen Sie, dass die Wendepunkte auf einer Geraden g liegen.
Geben Sie auch eine Gleichungfür g an.
c) Die Gerade g und die beiden Koordinatenachsen begrenzen ein Dreieck.
Berechnen Sie den Flächeninhalt dieses Dreiecks.

25. Untersuchen Sie die Funktion f mit f(x)= --■ |x^| -hx^ - 1 auf Extrem- und Wendepunkte.
Skizzieren Sie den Graphen von f.
Hinweis: Führen Sie eine Fallunterscheidung durch.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 149

3.3.5 Klassifikation ganzrationaler Funktionen 3. Grades

Einstiegsaufgabe -> Vom Graphen von f' auf Eigenschafen von f schließen
OHNE Lösung
Gegeben sind die Funktionen fp f2 und [3 mit
f,(x)= x3; f2(x)= x3-x; fj(x)= x^ + X
Skizzieren Sie die Graphen der drei Ableitungsfunktionen, Untersuchen Sie jeweils anhand des
Graphen der Ableitungsfunktion die Form des Graphen der Ausgangsfunktion, insbesondere im
Hinblick auf die Anzahl und Art der Extrempunkte und der Stellen mit extremaler Steigung(Wen
desteilen).

Einstiegsaufgabe Lage von Parabeln - Typen ganzrationaler Funktionen 3. Grades


MIT LÖSUNG
Die Ableitung einer ganzrationalen Funktion 3. Grades ist stets eine ganzrationale Funktion 2. Grades.
Der Graph von f' ist also eine Parabel.
Welche unterschiedlichen Lagen können die Parabeln von f' im Koordinatensystem haben und was
bedeutet dies für die Form des Graphen der zugehörigen ganzrationalen Funktion f dritten Grades?

LÖSUNG Für eine nach oben geöffnete Parabel können wir insgesamt folgende drei Fälle unterscheiden:
(1) f'hat zwei Nullstellen (2) f'hat eine Nullstelle (3) f hat keine Nullstelle
y y V'
f'
r f'

X X

Anhand des Vorzeichens, der Nullstellen und der Extremstelle des Graphen von f‘ kann man folgende
Aussage über die Form des Graphen von f treffen:
Der Graph von f steigt bis zu Der Graph von f steigt an, aber Der Graph von f steigt an, abe r
einem Hochpunkt an, aber immer schwächer, bis zu einem immer schwächer, bis zu einem
immer schwächer. Nach dem Punkt mit der Steigung Null, Punkt mit minimaler, aber po
Hochpunkt fällt der Graph von dem Sattelpunkt Nach dem sitiver Steigung, dem Wende
f immer stärker, bis zu einem Sattelpunkt steigt der Graph punkt. Nach dem Wendepunkt
Punkt mit minimaler(negati von f immer stärkeren. steigt der Graph von f immer
ver) Steigung (Wendepunkt). Der Graph von f hat keine stärker.

Nach dem Wendepunkt fällt Extrempunkte, aber einen Der Graph von f hat keine
der Graph weiter bis zu seinem Sattelpunkt. Extrempunkte, aber einen
Tiefpunkt, aber immer schwä Punkt mit minimaler Steigung
cher. Nach dem Tiefpunkt (Wendepunkt).
steigt der Graph immer stärker.
y y
f f
Es ist keine X-Achse
eingezeichnet, da auch ein
nach oben oder unten
verschobener Graph
dieselbe Ableitung hat.
y
y f'
f
Die Extremstellen von
f‘ sind die Wendestel X
len von f
x X
150 3 Funktionsuntersuchungen

Für eine nach unten geöffnete Parabel ergeben sich entsprechend die folgenden Formen für den Gra
phen von f:
(4) f'hatzvi/ei Nullstellen (5) f'hat eine Nullstelle (6) f'hat keine Nullstelle.
y y y

y y
y
X
X

X
f’
f' f'

Information Typen ganzrationaler Funktionen 3. Grades

Für den Graphen einer ganzrationalen Funktion f dritten Grades mit f(x)= ax3 + bx2+ cx + d,
a ?i0 gibt es drei Fälle;
(1) Der Graph der Funktion hat einen Hochpunkt und einen Tiefpunkt und keine weiteren Stellen
mit waagerechter Tangente.
(2) Der Graph der Funktion hat einen Sattelpunkt und keine weiteren Stellen mit waagerechter
Tangente.
(3) Der Graph der Funktion hat ke/ne Stellen mit waagerechter Tangente.

Punktsymmetrie ganzrationaler Funktionen 3. Grades


Der Graph der Ableitungsfunktion einer ganzrationalen Funktion 3. Grades
ist stets eine Parabel. Diese hat im Scheitelpunkt ein Minimum oder Maxi
mum und ist achsensymmetrisch zu einer zur y-Achse parallelen Gerade
durch ihren Scheitelpunkt. Daraus ergibt sich folgender Satz,

Satz
Der Graph einer ganzrationalen Funktion 3. Grades hat immer einen
Wendepunkt,zu dem er punktsymmetrisch ist.

Übungsaufgaben Lage und Form von Graphen ganzrationaler Funktionen dritten Grades

1. Eine ganzrationale Funktion 3. Grades hat als Funktionsterm f(x)=x^ - kx, mit einer reellen Zahl k.
Untersuchen Sie, für welche Werte von k der Graph von f Extrempunkte hat und für welche Werte von k
der Graph von f keine Punkte mit waagerechter Tangente hat.

2. a) Gegeben ist die Äbleitungsfunktion f'mit f'(x) =(x-2)2 +3.


Begründen Sie, dass der Graph der zugehörigen Ausgangsfunktion f genau eine Nullstelle hat.
b) Begründen Sie folgenden Satz.

Satz
Eine ganzrationale Funktion f dritten Grades mit f{x)= ax^ + bx2 + cx + d hat eine,zwei oder drei
Nullstellen.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 151

3. Die Abbildungen zeigen einen Ausschnitt des Graphen einer ganzrationaien Funktion 3. Grades.
Wie viele Nullstellen hat die Funktion? Begründen Sie.
a y i b) y c) L y d):\y
f
2 -2 2'
1
f i
1 -1 1
f

-2
-1 1 X -1 1 X 1

4. Gegeben ist die Ableitung f einer ganzrationalen Funktion 3. Grades.


Untersuchen Sie, welche Form der Graph von f aufweist,

a) f(x)=-^x2-2x+1 b) f'(x} =-x2 + x c) f'(x)=lx^

Symmetrien berücksichtigen

5. Die Funktion f ist eine ganzrationale Funktion 3. Grades,


a) Der Graph von f hat den Hochpunkt H (217) und den TiefpunktT(6j5).
Bestimmen Sie den Wendepunkt. Skizzieren Sie den Graphen,
b) DerGraph von f hat den Hochpunkt H(-2|4) und den Wendepunkt W(1 11).
Bestimmen Sie die Koordinaten des Tiefpunktes. Skizzieren Sie den Graphen.

6. DerGraph der Ableitungsfunktion f' einer ganzrationalen Funktion f 3. Grades hat den Scheitelpunkt
S[3|-4).
a) An der Stelle 1 liegt ein Hochpunkt auf dem Graphen von f. Skizzieren Sie den Verlauf von f und
bestimmen Sie, an welcher Stelle der Graph von feinen Tiefpunkt hat.
b) Bestimmen Sie die Wendestelle des Graphen von f.
c) Bestimmen Sie den Funktionsterm von f.
Geben Sie auch einen möglichen Funktionsterm für f an.

Vernetzte Aufgaben

7. Das Wachstum einer Schimmelpilzkultur wird im Zeitintervall [0; 2,3] beschrieben durch die Funktion f
mit f(x)= 9x2-x^. Dabei bezeichnet x die Zeit nach Beobachtungsbeginn in Tagen und f(x) die Größe
der von der Kultur bedeckten Fläche in cm^.
Untersuchen Sie, wann die Änderungsrate des bedeckten Flächeninhalts maximal ist. Welche Bedeu
tung hat der entsprechende Zeitpunkt für den Wachstumsprozess?

8. Ein großer Wassertank eines Gartenbaubetriebs


wird durch Regenwasser gespeist. Bei einem
heftigen, lange andauernden Regen kann die
momentane Zuflussrate des Wassers durch die
Funktion z mit
z(x)= 0,12-x3-2,6-x2+15-x für 0sxs12 (xin
Stunden nach Beginn des Regens,z(x) in Liter
pro Stunde) beschrieben werden,
a) Begründen Sie, weshalb die Wassermenge im Tank während der ersten 12 Stunden nach Beginn
des Regens ständig zunimmt. Bestimmen Sie die maximale momentane Zuflussrate,
b) Zu welchem Zeitpunkt nimmt die momentane Zuflussrate am stärksten ab? Wie groß ist sie zu
diesem Zeitpunkt?
152 3 Funktionsuntersuchungen

3.3.6 Funktionsuntersuchungen

Einstiegsaufgabe Trotz Funktionenplotter kann Rechnen sinnvoll


OHNE LÖSUNG
sein
Der Graph der Funktion f mit f(x)= 0,02x^- 0,09x^ + 0,12x + 4,95 ●10 10

wurde mithilfe eines Funktionenplotters dargestelit. Bei dem


rechts gewählten Ansichtsfenster vermutet man, dass der Graph 0 00 12 y+4 OS

einen Sattelpunkt hat. Eine Überprüfung durch Zoomen gibt


*5 53 /
aber keine brauchbaren Hinweise auf die Lage eines möglichen
Sattelpunktes.
■ Untersuchen Sie wesentliche Eigenschaften des Graphen rech
nW-0 02 x’-O 09 x“+0 12 .x+4 9S
nerisch am Funktionsterm.
■ Skizzieren Sie auch den wesentlichen Verlauf des Graphen über
einem geeigneten Intervall.
.0 13 7T

Einstiegsaufgabe -z> Rechnerische Untersuchung einer Funktion


MIT LÖSUNG
Gegeben ist die Funktion f mit f(x) =^x2 + -. 6 67
Verschaffen Sie sich anhand des mit einem
Funktionenplottergezeichneten Graphen einen
Überblick über dessen Verlauf und die
wesentlichen Eigenschaften von f. 1

Überprüfen Sie Ihre Vermutungen rechnerisch ●10 1 10


-s.
am Funktionsterm.

LÖSUNG Das gewählte Ansichtsfenster lässt schon ■6

wesentliche Eigenschaften des Graphen von f


erkennen:
■ Die Funktion f hat an der stelle x = 0 eine Definitionslücke.
■ Es ist keine Symmetrie des Graphen erkennbar.
■ Wirerkennen eine Nullstelle bei etwa -2,5.
■ Der PunktT(2|3} könnte ein Tiefpunkt des Graphen sein.
Einen Hochpunkt gibt es vermutlich nicht.
■ Die Nullstelle könnte auch eine Wendestelle der Funktion sein.
Wir überprüfen nun die vermuteten Eigenschaften rechnerisch am Funktionsterm.

Definitionsbereich
Die Funktion ist für x = 0 nicht definiert.
Division durch null
Die Definitionsmenge ist IR \{0}. ist nicht definiert.

Symmetrie

f(-x)=-l-(-x)2 + ^ = lx2-^

Es gilt: f(-x)#f(x) und auch f (-x) ?£-f (x) =--Ix^


DerGraph von f ist also weder achsensymmetrisch zur y-Achse noch punktsymmetrisch zum Ursprung.

Globa (verlauf

Es gilt —x^ -» CO und ^ 0 sowohl für x -+ c» als auch für x ^ “ oo,


Damit ergibt sich f (x) ^ oo sowohl für x -> co als auch für x ^ -CO.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 153

NuUstellen
Die Nullstellen sind die Lösungen der Gleichung f(x)= 0.
Erweitern auf den Nenner4x
4 X
x2 + 16
4x = 0
Ein Quotient nimmt dann den Wert null an, wenn der Zähler null ergibt und der Nenner ungleich null
ist. Wir lösen also die Gleichung x^+ 16 = 0.
Sie hat x = -VT6=-2,52 als einzige Lösung.

Extrempunkte
Mögliche Extremstellen sind unter den Nullstellen von f' zu suchen.

f[x)4x^-H|4-x^^4.x-'
4 x^-8
f'{x)=ix~4-x-2=ix—^
x2 2-x2
Die Gleichung x^-8 = 0 hat x =2 als einzige Lösung.
Wir prüfen mit dem f"-Kriterium, ob an der Stelle x = 2 tatsächlich ein Extrempunkt vorliegt.

f"(x)4+ 8.X-3=i + x3

Es gilt f"(2)=|>0, also liegt bei x = 2 ein Tiefpunkt vor.


T(2|3) ist also der Tiefpunkt und der einzige Extrempunkt des Graphen.

Wendepunkte
Mögliche Wendestellen sind unter den Nullstellen von f" zu suchen.
xUi6
f"(xl=l +-
x3 = 2-xä
Die Gleichung x^ + 16 = 0 hat x = -VTö =-2,52 als einzige Lösung. Man könnte auch das
Da x = -VTe eine einfache Nullstelle von f" ist, liegt an dieser Stelle {‘"■Kriterium anwenden.
ein Vorzeichenwechsel von f" vor.
Somit ist w(-VT?!o) der einzige Wendepunkt des Graphen.

Information Aspekte der Untersuchung einer Funktion

Aspekte der Untersuchungvon Funktionen


Definitionsbereich: Untersuchen, für welche Werte der Funktionsterm nicht definiert ist.
Bei ganzrationalen Funktianen: D = K, falls nichts anderes festgelegt
ist.
Symmetrie: Prüfen, ob gilt: f {-x) = f (x) bei Achsensymmetrie zur y-Achse oder
f (-x) = -f (x) bei Punktsymmetrie zum Koordinatenursprung.
Bei ganzrotionalen Funktionen: Prüfen, ob nur gerade oder nur ungerade
Exponenten bei der Funktionsvariablen auftreten, Treten nur gerade Ex
ponenten auf, so ist der Graph achsensymmetrisch zury-Achse. Treten
nur ungerade Exponenten auf, so ist der Graph punktsymmetrisch zum
Koordinatenursprung.
Globalverlauf: Das Verhalten von f(x} für X ^ 00 undfürx^-co untersuchen.
Bei ganzrationalen Funktionen: Den Summanden mit dem höchsten
Exponenten der Funktionsvariablen betrachten.
NuUstellen: Die Gleichung f(x) = 0 lösen.
Extremstellen: Die Gleichung f'(x} = 0 lösen und prüfen, welche Lösungen Extremstellen
sind.
Wendestellen: Die Gleichung f"(x) = 0 lösen und prüfen, welche Lösungen Wendestellen
sind.
154 3 Funktionsuntersuchungen

ÜBUNGSAUFGABEN Aspekte von Funktionsuntersuchungen

1. Untersuchen Sie den Graphen der Funktion f.

a) f(x) = +3 -9 X c) f{x)= x''“2x^ e) f(x)-2x+ 1 +1


3x^ + 2x- 1
b) f(x)= 2x^ - 6x d) f(x)= l(x-l)Mx + 3) f) f(x) = X2

2. a) Bestimmen Sie die Monotoniebereiche der Funktion f mit f(x} = x‘’-8x^+ 16x^-8.
b) Untersuchen Sie, wie die Monotoniebereiche der Funktion f mit f(x)= 3x''-4ax^ + 2 und asR
vom Wert von a abhängen.

3. a) Der Graph der Funktion f mit f(x)= yx^-x^ +j besitzt einen Wendepunkt.
Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente in diesem Wendepunkt,
b) Die Wendetangente schließt zusammen mit den beiden Koordinatenachsen ein Dreieck ein. Be
rechnen Sie seinen Flächeninhalt.

4. Gegeben ist eine Funktion f mit f(x)= -■|x^ - x^ + 4x.


Wie weit sind derHochpunkt und der Tiefpunkt des Graphen voneinander entfernt?

5. Mithilfe mathematischer Verfahren kann man häufig charakteristische Eigenschaften der Graphen von
Funktionen bestimmen. Einen guten Überblick kann eine Mind-Map bieten. Ergänzen Sie in ihrem
Heft.

f quadratisch;
zum Beispiel
quadratische
Ergänzung

f faktorisiert:
Nullstellen; f linear;
Faktoren gleich
null setzen f(Xo) = 0 Termumformung

Graph
mögliche
f Symmetrie 1 ganzrationaler Extremstellen
Funktion ^

Vorzeichen
wechsel von
f" bei x„ mögliche
-> Wendestelle Wendestellen

f ist 3. Grades;
Graph hat genau
eine Wendestelle

6. a] Gegeben ist die Funktion f mit f(x) = x^-6x2 + 6x-1.


Untersuchen Sie, für welche x der Graph von f rechtsgekrümmt ist.
b) Untersuchen Sie für eine Funktion f mit f (x) = ax^ + bx^ + cx+ d und a # 0, welche
Bedingungen die Koeffizienten a und b erfüllen müssen, damit der Funktionsgraph für x < 2
linksgekrümmt und für x > 2 rechtsgekrümmt ist.

7. Gegeben ist die Funktion f mit f(x) =-jx3+-|x2. Zeigen Sie, dass die Gerade durch den Hoch- und den
Tiefpunkt des Graphen diesen im Wendepunkt schneidet.
3.3 Eigenschaften von Funktionen mithilfe von Ableitungen bestimmen 155

8. Gegeben ist für t > 0 eine Funktion f mit f(x) =|x^-t2-x.


a) Die Abbildung zeigt die Graphen von f für zwei verschiedene
Werte von t. Bestimmen Sie diese beiden Werte von t,
b) Untersuchen Sie,ob es einen Wert von t gibt, für den die bei
den Extrempunkte des Graphen auf der 2. Winkelhalbierenden
liegen,
c) Für welchen Wert von t ist die 1. Winkelhalbierende die Norma
le an den Graphen im Ursprung?

9. Gegeben ist die Funktion f mit f(x) = 0,25 x^ + x^ -4,5x^.


nix)-
Ein Ausschnitt des Funktionsgraphen wurde mit einem Programm 05
gezeichnet,
a) Begründen Sie, dass die Funktion f genau drei Nullstellen und
genau drei Extrempunkte hat.
b) Geben Sie ohne zu rechnen an, wie viele Wendepunkte die
Funktion f hat. Begründen Sie.

Argumentieren mit Eigenschaften von Funktionen

10. Beschreiben Sie, wie der Graph der Funktion f aus dem Graphen der entsprechenden Potenzfunktion
mit der Gleichung y = x'‘ mit rs2\{0} hervorgeht.
Geben Sie den Definitionsbereich von f an.
Bestimmen Sie f'(0) und erläutern Sie Ihre Vorgehensweise,
1
a) f(x)= x + 3 b) = 0 f(xl =-;^

11. Übertragen Sie die Skizze des Funktionsgraphen in Ihr Heft und skalieren Sie ohne Verwendung eines
Rechners das Koordinatensystem,

a) f(x)= -lx3-x2+i5x b) f(x)=-;Jx''-^x3 + x2 c) f(x)= -|x‘* + 4x^-6x2-f5

12. Ordnen Sie die rechts abgebildeten Graphen


begründet den Funktionen f, g und h zu:
1
f(x) 16 (x'‘-6x3-f 4x2-f24x-32)
1
32 (-x‘'+ 6x3-4x2-24x + 32]
1
h(x) = 512(-x^+12x3-16x2-192x + 512)
156 3 Funktionsuntersuchungen

13. Luca behauptet:


„Die Funktion f mit f(x) = + 3 - — ist streng monoton wachsend, da f'(x) > 0 für alle
X e D.“

Nehmen Sie zu dieser Behauptung Steilung.

14,. Die Ableitung einer ganzrationalen Funktion f ist f'(x) =^(x + 2)(x - 1 )(x - 2).
Erläutern Sie die folgenden Aussagen:
Sarah: „Es kann sein, dass f keine NuLLsteLle hat.'
Asia: ,Da der Graph von f drei Extrempunkte hat, muss er zwei Wendepunkte haben."
Timo: „Für f gilt: f(x) ^oo für x -»oo und für x -»-c». Deshalb muss der Graph von f an
den Stellen -2 und 2 Tiefpunkte und an der Stelle 1 einen Hochpunkt haben.“

Vernetzte Aufgaben

15.. Die momentane Änderungsrate der Wassermenge


in einem Staubecken kann innerhalb eines
Jahres näherungsweise durch die Funktion g mit
g(t)=-^t^-^t^-4t+ 44 beschrieben werden,
mit t in Monaten ab Beobachtungsbeginn und
g(t) in 10000 m^ pro Monat.
a] Wann erreicht die momentane Änderungsrate
ihren Tiefpunkt?
Beschreiben Sie, welche Bedeutung dieser
Zeitpunkt für die Funktion f hat, die die
Wassermenge zum Zeitpunkt t angibt.
In welchen Zeiträumen nimmt die Wassermenge im Stausee zu?
Zu welchem Zeitpunkt nimmt die Wassermenge am stärksten zu?
b) Bei Beobachtungsbeginn waren ca. 1,8 Millionen m^ Wasser im Staubecken.
Skizzieren Sie einen möglichen Graphen der Funktion f.

16. Eine Stadt wird von einer Grippeepidemie


heimgesucht, die sich in der Bevölkerung rasch
ausbreitet. Das örtliche Gesundheitsamt
veröffentlicht dazu eine Statistik, die sich auf

eine Umfrage unterÄrzten stützt. In dieser Gesundheitsamt ^
Statistik werden über die ersten Tage der
Epidemie hinaus Schätzwerte für die Anzahl der
Erkrankten bis zum 16. Tag angegeben.
Diese Daten können näherungsweise durch die
Funktion f mit Nach den vorliegenden Zahlen kann man
davon ausgehen, dass bereits eine Trend
f(x)= --^x^ + 63-x^ + 956-x + 9 187 beschrieben
werden mitx in Tagen ab Beginn der Epidemie, wende beim Anstieg der Krankenzahlen er
reicht ist. Der Höchststand wird bei gleich
a) Überprüfen Sie die Aussagen aus der Ver
bleibender Entwicklung etwa am 15. Tag
öffentlichung des Gesundheitsamtes rechts.
erwartet.
An welchem Tag kann die Veröffentlichung
frühestens stattgefunden haben?
b) Ermitteln Sie den voraussichtlichen Höchststand der Anzahl der Erkrankten,
c) Berechnen Sie die momentane Änderungsrate am Ende des 20. Tages. Erläutern Siedle Bedeutung
dieses Wertes.
Ab diesem Zeitpunkt ändert sich die Entwicklung der Krankenzahlen. Sie kann nun besser durch
eine lineare Funktion beschrieben werden, deren Graph die Tangente an den Graphen von f ist. Wie
lange wird die Grippeepidemie nach diesem Modell insgesamt dauern?
3.4 Funktionenscharen 157

3.4 Funktionenscharen
Einstiegsaufgabe Funktionen auf gemeinsame Eigenschaften untersuchen
OHNE LÖSUNG
Arbeiten Sie in Vierergruppen. Jedes Gruppenmitglied untersucht eine der Funktionen mit den
Termen:
f,(x)=-x^ + x f2(x)=-x3 + 2x f3(x)=-x^ + 3x f4(x)=-x^ + 4x
Stellen Sie anschließend in Ihrer Gruppe Ihre Ergebnisse vor. Arbeiten Sie Gemeinsamkeiten der
Funktionen heraus. Formulieren Sie schließlich Verallgemeinerungen Ihrer Ergebnisse und bev\/ei-
sen Sie diese.

Einstiegsaufgabe Eine Funktion mit einem Parameter untersuchen


MIT Lösung
a) Rechts sehen Sie die Graphen der Funktionen zu
f,(x) =x(x-1)^, f2(x)= x[x-2)^ und f3(x)= x(x-3)^.
Beschreiben Sie diese. Äußern Sie Vermutungen,
b) Diese Funktionen haben alle einen Funktionsterm der Form
fg(x)= x(x - a)2 mit einem Parameter a>0. Bestimmen Sie
den Globalverlauf, die Nullstellen und die Extrempunkte dieser
Funktionen,
c) Betrachten Sie die Flochpunkte aller Graphen der Funktionen aus Teilaufgabe b). Alle diese Hoch
punkte liegen auf einer Kurve, die man als Graph einer Funktion auffassen kann. Bestimmen Sie
deren Funktionsgleichung.

Lösung a) Alle drei Graphen haben denselben Globalverlauf und gehen durch den Ursprung. Die zweite
Nullstelle der drei Graphen ist eine doppelte Nullstelle bei 1 bzw.2 bzw. 3. Außerdem haben alle
Graphen zwischen den beiden Nullstellen einen Hochpunkt.

b) Globalverlauf
Allgemein gilt:
fg(x] = x(x-a)2-^oo für x-^co und fg(x)-»-co für x^-oo

Nullstellen
fg(x)= 0, also x(x-a)^ = 0
x = 0 oder (x-a)2 = 0, also x = 0 oder x=a.
Die Funktion fg hat somit an der Stelle 0 eine einfache und an der Stelle a eine doppelte Null
stelle, also eine Nullstelle ohne Vorzeichenwechsel. Wegen des Globalverlaufs einer ganzratio
nalen Funktion 3. Grades liegt bei der doppelten Nullstelle zugleich ein Tiefpunkt vor.

Extrempunkte
Zum Berechnen der Extrempunkte benötigt man die 1. Ableitung. Zum Bilden der Ableitung wird
der Funktionsterm zunächst ausmultipliziert:
fg(x)= X (x - a)2= X [x^ - 2a x -f- a^)= x^ - 2 a x2 + a^x.
Daraus ergibt sich: fg(x) =3 x^ -4 a x + a^.
An den Extremstellen hat die 1. Ableitung den Wert 0:

f'(x)= 0, also 3 x^ - 4 a X + a^ = 0, also x = -| oder x = a.


Wegen der Nullstellen und des Globalverlaufs muss an der Stelle a ein Tiefpunkt und an der
Stelle jein Hochpunkt vorliegen. Der Tiefpunkt hat die Koordinaten Tg(a |0).
Für den Hochpunkt muss noch die y-Koordinate berechnet werden: fg ~ =-||-a ^4a3
27

Der Hochpunkt des Graphen zur Funktion fg hat die Koordinaten Hg|-| ^a^ .
158 3 Funktionsuntersuchungen

c} Der Hochpunkt hat in Abhängigkeit vom Parameter a die

Koordinaten x = -| und y =^a2.


Um eine Funktionsgleichung für den Graphen zu bestimmen,
auf dem die Hochpunkte liegen, suchen wir eine Vorschrift,
wie man die y-Koordinate aus derx-Koordinate berechnen
kann. Da diese Vorschrift unabhängig vom Parameter a sein
muss,formen wir die Gleichung für die x-Koordinate zunächst
nach a um: x =j liefert a = 3x.
Diesen Term für a setzen wir dann in die Gleichung für die

y-Koordinateein: a = 3x, also y = ^(3x)^ = 4x^. Somit


liegen alle Hochpunkte auf dem Graphen der Funktion zu y = 4x^, der sogenannten Ortsiinie der
Hochpunkte.

Information Funktionenschar
Ein Funktionsterm, der neben einer Funktions Beispiel

variablen (z. B. derVariablen x) noch einen Para


meter (z. B. die Variable a)enthält, definiert
mehrere Funktionen zugleich: Zu jederzulässigen
Wahl des Parameters a gehört eine Funktion
x '-^fg(x). Die Menge aller dieser Funktionen
bezeichnet man als Funktionenschar.
Beispiel

asIR

OrtsUnie
Einen Graphen, auf dem alle Hochpunkte einer Funktionenschar liegen, bezeichnet man als Ortslinie
Statt Ortslinie ver
wendet man oft auch der Hochpunkte. Entsprechend kann man auch für andere markante Punkte, wiez.B.für Wendepunkte,
den Begriff Ortskurve. eine Ortslinie definieren.

Vorgehen zum Bestimmen einer OrtsUnie


Die Koordinaten für die betrachteten Punkte werden in Abhängigkeit vom Parameter bestimmt.
■ Die Gleichung für die x-Koordinate wird nach dem Parameter aufgelöst.
■ Damit wird der Parameter in der Gleichung für die y-Koordinate ersetzt.
■ Die entstandene Gleichung beschreibt die Ortslinie.

Beispiel

fg(x]=^x-(a-x)2=^x^-ax2 + ^a^x, asR


Die Graphen von fg haben die einfache Nullstelle x = 0 und ei
nen Extrempunktaufderx-Achse an der Stelle x = a. Der Punkt
1
W(fa 27-a^ ist der Wendepunkt des Graphen von fg.
Bestimmung der Ortslinie der Wendepunkte aller Graphen
■ Man löstdie Gleichung x =|a nach a auf und erhält
a=l
^x.

■ Dies setzt man in die Gleichung y =^a^ ein und erhält


1
y= 27 2^ 8^ ●
■ Die Ortslinie der Wendepunkte ist der Graph ZU g(x)=^x2.
3.4 Funktionenscharen 159

Weiterführende 1. Klassifikation der Funktionen einer Schar


Aufgabe
Betrachten Sie die Funktionenschar mit dem Term fg(x)= x (x^ - a) für a e(R. Abhängig von dem Wert
für den Parameter a sehen die Graphen verschieden aus. Führen Sie eine Fallunterscheidung durch
und fertigen Sie eine Übersicht an, welche Formen von Graphen möglich sind.

ÜBUNGSAUFGABEN Eigenschaften einer Funktionenschar in Abhängigkeit von einem Parameter untersuchen

2. Gegeben sind die Funktionen fg mit fg(x)= x2 + ax + a, aeR.


a) Untersuchen Sie die Graphen der Funktionen f^ auf Extrempunkte. Skizzieren Sie den Graphen für
a=-2, für a = 0 und für a = 2.
b) Zeigen Sie, dass alle Extrempunkte der Graphen der Funktionenschar f^ auf der Parabel mit
y =-x^-2x liegen,
c) Für welche Werte von a liegt der Extrempunkt des Graphen von f^ oberhalb derx-Achse?

3. Gegeben sind die Funktionen f,^ mit fjj(x)=x‘*-kx^, ksR-


a) Untersuchen Sie die Graphen der Funktionen f^ auf Extrem- und Wendepunkte. Skizzieren Sie den
Graphen für k = -2 und für k = 2,
b) Bestimmen Sie für k > 0 die Ortslinie der Tiefpunkte aller Funktionsgraphen,
c) Es sind Xg#0 eine Extremstelle und x^^, eine Wendestelle von f^ für k>0.

Zeigen Sie: Das Verhältnis 3^ hängt nicht von k ab. Was bedeutet diese Aussage?

4. Gegeben ist die Funktionenscharf^ mit f|,(x)=(x^-1)-(x-k), ksR.


a) Bestimmen Sie k so, dass der Graph von f,^ die x-Achse berührt,
b) Zeigen Sie, dass sich alle Funktionsgraphen in zwei Punkten schneiden,
c) Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Parametern k, und kj zweier Funktionen f^^ und f,^^,
wenn die beiden zugehörigen Graphen an der Stelle x = 1 orthogonal zueinander sind?
Untersuchen Sie, ob es eine Funktion f^gibt,zu deren Graphen kein anderer Graph an der Stelle
x=l orthogonal ist.

5. Für t^O ist mit fjx)=|^t^-x2 +t-x^ + x eine Funktionenscharfj gegeben,


a) Zeigen Sie: Alle Graphen der Schar berühren sich im Ursprung.
Bestimmen Sie eine Gleichung der gemeinsamen Tangente,
b) Pj ist ein Punktauf dem Graphen von f^, in dem der Graph die Steigung 1 hat.
Auf welcher Kurve liegen diese Punkte Pj, wenn t alle zugelassenen Werte annimmt?
c) Jeder Graph von fj hat eine Wendetangente.
Zeichnen Sie für drei Werte von t die zugehörigen Graphen samt ihren Wendetangenten in ein
gemeinsames Koordinatensystem.
Was fällt Ihnen auf? Begründen Sie ihre Vermutung.

6. Geben Sie jeweils eine Funktionenschar an,zu der die folgenden Funktionsgraphen gehören.
c)

4
160 3 Funktionsuntersuchungen

CAS 7. Wenn man neben der x-Achse und der y-Achse


noch eine 3. Achse für den Parameter k
verwendet, kann man y = f,^(x) als Funktions
gleichung mit zwei Veränderlichen auffassen.
Den Graphen von f^ kann man dann als ge
krümmte Fläche im 3-dimensionalen Raum
darstellen,
a) Interpretieren Sie die mit einem CAS
gezeichnete Grafik als Darstellung der Funk
tionenschar f,^ mit f,^(x)= x^-I-k X.
b) Stellen Sie die Funktionenschar f^ mit
f,^(x) = x^-kx2 mithilfe eines CAS dar.

Funktionenscharen in Sachsituationen

8. Zwei Masten A und B einer Seilbahn stehen


500 m auseinander. Die Mastspitze B liegt um
100m höher als Mastspitze A.
Ein unbelastetes Seil zwischen den beiden Mas
ten kann durch die Graphen der Funktionenschar A
f^mit f,(x) = tx2 +(0,2-500t)x
beschrieben werden (Einheiten in m).
a) Zeichnet man eine Gerade g durch die
Punkte A und B,so versteht man unter dem
Durchhang des Seils an einer Stelle x die Differenz zwischen den Funktionswerten der linearen
Funktion g und der quadratischen Funktion fj an dieser Stelle.
Der maximale Durchhang des Seils zwischen A und B beträgt 50 m.
Bestimmen Sie den Wert für t und geben Sie die Stelle an, an der der Durchhang am größten ist.
b) Stellen Sie den Verlauf des Seils grafisch dar.
c) Unter welchem Winkel kommt das Seil im Punkt B an?

9. Beim Kugelstoßen kann in einem vereinfachten Modell ein Punkt y P(x|f(x)) Auftreff-
h punkt
P(x| h(x)) der Flugbahn gut durch eine quadratische Funktion h
mit h(x)=- j-x^ + tan (a)-x + hß mitx und h(x) in m h(x)
2-v2-(cos(a))
X
beschrieben werden.

Dabei gilt: g = 9,81 -^(Fallbeschleunigung), VqAbstoßgeschwindigkeit in -j', a Abstoßwinkel


(in Grad), h^ Abstoßhöhe (in m).
a) Ein Kugelstoßer stößt bei einem Versuch mit einer Abstoßhöhe
von 2,10 m und einer Abstoßgeschwindigkeit von 13
Zeichnen Sie die Flugkurven für die Abstoßwinkel 36°; 39°;
42°; 45°.
Beschreiben Sie, wie sich eine Vergrößerung des Winkels auf
die Flugkurve auswirkt,
b) Untersuchen Sie, für welchen Winkel zwischen 36° und 45°
die Stoßweite am größten ist.
c) Bei einem Wettkampf erzielt eine Kugelstoßerin eine Weite von 1
Bei Auswertungen dieses Versuchs werden anhand von Aufzeichnungen die Werte Vq* 13,24-y,
hß» 2,07 m und a = 37,5° ermittelt.
Welche Stoßweite berechnen Sie aus diesen Angaben für diesen Versuch?
Welche Ursachen könnten für die Abweichung der nach dem Modell errechneten Stoßweite von
der tatsächlich gemessenen Weite verantwortlich sein?
3.5 Extremwertprobleme 161

3.5 Extremwertprobleme
Einstiegsaufgabe Materialverbrauch optimieren
OHNE LÖSUNG
Zylindrische Konservendosen mit demselben Fassungsvermögen haben oft K
unabhängig von ihrem Inhalt dieselbe Höhe und denselben Durchmesser. 4.
■ Überlegen Sie, welche Gründe das haben könnte.
■ Berechnen Sie für eine zylindrische Dose mit 425 ml Volumen den Radius und die Höhe der
Dose so, dass der Materialverbrauch möglichst klein ist. Vernachlässigen Sie dabei die Falze.
■ Vergleichen Sie Ihr Ergebnis mit handelsüblichen Konservendosen.

Einstiegsaufgabe Größtmögliches Volumen einer Schachtel


MIT LÖSUNG
Aus einem quadratischen Stück Pappe mit einer Seiten länge von 20 cm soll eine oben offene Schachtel
hergestellt werden.
Dazu werden an allen vier Ecken gleich große Quadrate aus der Pappe ausgespart und anschließend
die vier Ränder nach oben gebogen.

a} stellen Sie eine solche Schachtel her und ermitteln Sie ihr Volumen,
b) Stellen Sie eine Funktionsgleichung für die Funktion
Höhe der SchachtelX(in cm)-> Volumen der Schachtel V(in cm^)auf.
Berechnen Sie, für welche Höhe das Volumen der Schachtel maximal ist.
Wie groß ist das maximale Volumen? Welche Abmessungen hat die Schachtel?

Lösung a) Für unterschiedliche Höhen erhält man verschiedene Volumina der Schachteln:
Höhe (in cm) 1 2 3 4 5
Volumen (in cm^) 324 512 588 576 500

Das maximale Volumen der Schachtel scheint bei einer Höhe zwischen 2cm und 4cm zu liegen.

b) Wir bezeichnen die Breite der nach oben gebogenen iX X I

Randstücke mit x. Der Wert von x ist dann gleichzeitig die Höhe x a X
der entstehenden Schachtel.
Die Seitenlange der Schachtel bezeichnen wir mit a. £
Fürdas Volumen gilt dann: V = a^-x. a o
U

(N

Das Volumen hängt also von den beiden Variablen x und a ab.
Da die Variablen a und x voneinander abhängig sind, ersetzen
wir a durch einen Term mitx.
Unter Berücksichtigung der Seitenlänge der Pappe ergibt sich: 20cm
a = 20-2x.
Damit erhalten wir eine Funktion V, die nur noch von der Variablen x abhängt:
V(x)=(20-2x)-(20-2x)-x = 4x3-80x2 + 400x.
Bei den Faktoren handelt es sich um Seitenlangen, weshalb Werte kleiner 0 nicht sinnvoll sind.
Deshalb setzen wir x > 0 und auch 20- 2x & 0. Daraus ergibt sich 0 < x s 10.
162 3 Funktionsuntersuchungen

Gesucht ist das globale Maximum der Funktion V im Intervall [0; 10].
Wir bestimmen die Ableitung der Funktion V zur Ermittlung der lokalen Extrema.
Es gilt: V'(x)= 12x2-160x + 400.
Für jede Extremstelle muss gelten V'(x)= 12x2- 160 x +400 = 0.

Diese Gleichung hat die Lösungen x^=-y = 3-l und X2=10.


Der Wert von x^ ist der rechte Rand des Definitionsbereiches, es gilt: V(10)= 0.
Hier liegt also kein Maximum vor.

Die Stelle X] =-y ist eine Nullstelle von V' mit Vorzeichenwechsel von Plus nach Minus, da der
Graph der Ableitungsfunktion V' eine nach oben geöffnete Parabel mit den Nullstellen x, und Xj

ist. V hat also bei^ein Maximum.


16 OOP
Es gilt: v|^j= 4-(^j^-80.(^j%400.[^^ = 27 = 592,6.
Da wegen V(0)= 0 auch am linken Rand des Definitionsbereiches kein größerer Funktionswert

vorliegt, besitztdieFunktionVfür x,=-y ein globales Maximum.


Die Schachtel hat bei einer Höhe von 3-jcm das größte Volumen,es beträgt ca. 592,6 cm^.

Die quadratische Grundfläche der Schachtel hat dann die Seitenlange a =^cm = 13jcm.

Weiterführende 1. Randextrema beachten


Aufgabe Gegeben ist der Graph einer Funktion f mit (x-3)2 + 2,5 im Intervall[0; 3]. y
Ein achsenparalleles Rechteck wird so gelegt, dass ein Eckpunkt der Koor
dinatenursprung und der gegenüberliegende Eckpunkt der Punkt P(x|f(x)) f
ist. 6
Welches der möglichen Rechtecke hat den größten Flächeninhalt?
4 P

Information Vorgehen beim Lösen von Extremwertproblemen 4 X


Beispiel

Gegeben ist die Funktion f mit f(x) = 4 - x2. Die Punkte 0(0 ] 0), P(u|0) mit 0 s u s 2 und
Q(u I f(u))sind Eckpunkte eines rechtwinkligen Dreiecks.
Für welche Abmessungen ist der Flächeninhalt des Dreiecks maximal?

(1) Erstellen einer Funktionsgleichung für die zu optimierende Größe

(a) Alle wichtigen Größen mit Variablen y


f(x =-x2 + 4
bezeichnen, häufig in einer Skizze

Q(u|f(u))
2

1 -
A
f.(u)'
u
0 1P u|0)2
3.5 Extremwertprobleme 163

Beispiel

1
(b) Gleichungfürdie Berechnung der zu A = ^-a-b
optimierenden Größe angeben, die in der
Regel noch mehrere Variablen enthält
(Extremalbedingung)

(c) Gleichungen für den Zusammenhang a = u; b = f(u)= 4-u^


zwischen diesen Variablen aufstellen
(Nebenbedingung)

(d)Variable in der Extremalbedingung durch A(u)=1'U-(4-u2)= 2u-1u3


Einsetzen der Nebenbedingung eliminieren,
sodass eine Funktionsgleichung mit nur einer
Variablen entsteht(Zielfunktion]

(e) Definitionsbereich der Zielfunktion ue[0; 2]


ermitteln

(2) Ermitteln der Extremstellen der Zielfunktion

(a) Nullstellen der Ableitungsfunktion exakt A'(u) = 2-|u2 = 0


berechnen
also: u, = -

u, außerhalb des Definitionsbereiches


Man kann auch prüfen, ob das
Uj Nullstelle von A' mit Vorzeichenwechsel
Kriterium A"(u2) < 0 gilt
von Plus nach Minus, also lokales Maximum

(b) Rand des Definitionsbereiches auf größere


oder kleinere Funktionswerte(Randextrema) A(2)= 0
prüfen Hier gibt es keine Randextrema,

(3) Ergebnis mit allen relevanten Größen


Das Dreieck mit u =
angeben und am Sachverhalt prüfen ■^=t,15LE und

f(u) = -|s2,67 LE besitzt einen maximalen


Flächeninhalt.

Übungsaufgaben Geometrische Körper und Figuren

2. Aus einem Draht soll das Kantenmodell eines Quaders mit quadratischer Grundfläche
hergestellt werden,
a) Der Draht ist 36 cm lang. W\e lang sind die Kanten zu wählen, damit die Säule
maximales Volumen hat?
b) Der Draht ist a cm lang. Verallgemeinern Sie Ihre Überlegungen aus Teilauf
gabe a).

3. Aus einem rechteckigen Stück Blech gegebener Länge und der Breite 49cm soll eine
gleich lange Röhre mit möglichst großem, rechteckigem Querschnitt hergestellt werden.
164 3 Funktionsuntersuchungen

4. Ein rechteckiges Plakat hat eine Fläche von 35 dm^. Es wird so bedruckt, dass die Ränder an den
Seiten jeweils 4cm, oben und unten jeweils 5cm betragen.
Bei welchen Maßen des Plakats ist die bedruckte Fläche am größten?

5. Eine 400-m-Laufbahn in einem Sportstadion besteht aus zwei


Halbkreisen, die durch zwei parallele Strecken verbunden sind,
a) Wie müssen der Radius r der Halbkreise und die Länge x der
parallelen Strecken gewählt werden, damit die mittlere Recht
eckfläche einen maximalen Flächeninhalt hat?
b) Recherchieren Sie, ob Stadien in der Nähe Ihres Wohnortes diese Abmessungen besitzen.

6. Messzylinder mit einem Volumen von 65 cm^ sollen so produziert werden, dass der Glasverbrauch
möglichst gering wird.
Welchen Radius und welche Höhe sollte man wählen? Beurteilen Sie Ihr Ergebnis.

7. Eine Streichholzschachtel soll eine Länge von 5cm und ein Vo


lumen von 20 cm^ besitzen. Bei welcher Breite und Höhe ist der
Materialverbrauch am kleinsten?

8. Der Querschnitt eines Kanals ist ein Rechteck mit unten


angesetztem Halbkreis.
Wählen Sie die Maße dieses Rechtecks so, dass bei gegebenem
Umfang U des Querschnitts des Kanals sein Flächeninhalt
möglichst groß wird.

9. Modellieren Sie ein Reagenzglas mithilfe einfacher Körper.


Es soll ein Fassungsvermögen von 40cm^ aufweisen.
«5* Bestimmen Sie, bei welchen Abmessungen sich ein minimaler
Materialverbrauch ergibt.

I Bewerten Sie das erhaltene Ergebnis.

10. Ein Landwirt möchte einen neuen Getreidesilo bauen, der die
Form eines Zylinders mit einer aufgesetzten Halbkugel haben und
80 m^ Getreide fassen soll. Die gesamte Innenfläche des Silos soll
mit einem teuren Isolationsmaterial verkleidet werden.
Untersuchen Sie, ob es Maße für die geplante Form gibt, bei denen
die Kosten für die Isolation möglichst gering sind.

r"' 11. Eine330-ml-Getränkedose hat einen Durchmesser von 5,6 cm und eine Höhe von 14,5 cm.
Nina und Tom wollen untersuchen, welche Maße eine Dose haben muss, damit man bei gleichem
Volumen möglichst wenig Aluminium benötigt.
Nina meint: Tom sagt;
„Meine ZieLfunktion Laut