BRC- Themen
1. Bedarfsermittlung (Wieviel?) und Bestellzeitpunkt (Wann?)
- Optimale bestellmege
- Bezugsquellen ermitteln angebote einholen
- Abc analyse
- Anfrage
-
- Angebotsvergleich und Lieferantenauswahl
- Info/ Übersicht Angebotsinhalte Datei
- AB und Info: Angebotsvergleich Einführung Datei
- Abgabe: Angebotsvergleich Einführung Aufgabe
-
- AB: Rechts-/ Geschäftsfähigkeit Datei
- Fallbeispiele zur Geschäftsfähigkeit Datei
AB: Arten und Formen von Rechtsgeschaeften Datei
- Übersicht: Abschluss des Kaufvertrages Datei
- AB: Kaufverträge Besitz Eigentum Vertiefung Datei
- AB: Grenzen von Rechtsgeschaeften
Bedarfsarten
Primärbedarf - Ausgangspunkt aller Mengenplanung
- ist die Menge an verkaufsfähigen Gütern &
Dienstleistungen (Marktbedarf)
- bei Ersatzteilaufträgen kann es auch für Baugruppen oder
Einzelteile bestehen
- Datenbasis zur Ermittlung des Primärbedarfs sind
Kundenaufträge/Vorgaben aus der Absatzplanung
Sekundärbedarf - Komponenten (Baugruppen, Einzelteilen, Rohstoffen), die, man
zur Fertigung des Primärbedarfs benötigt
- wird aus Stücklisten entnommen
Tertiärbedarf - ist der Bedarf an Hilfs- & Betriebsstoffen, die für die Herstellung
benötigt werden
- liegt häufig eine größere Menge auf Lager
- wird meist verbrauchsgesteuert disponiert
- der künftige Bedarf wird auf Basis des in der Lagerdatei erfassten
Lagerbestandes ermittelt
Bestellbestand:
Befindet sich noch nicht im Lager, ist aber bereits geordnet.
Reservierte Lagerbestand:
Befindet sich im Lager, ist aber für andere Aufträge reserviert.
Sicherheitsbestand:
Steht für reguläre Disposition nicht zur Verfügung, sondern wird nur
im Notfall, bspw. bei Nicht-Rechtzeitig-Lieferung, angebrochen.
Erforderliche Menge zur Fertigung des Primärbedarfs = Bruttosekundärbedarf
Bruttosekundärbedarf:
o Wird aus der Mengenübersichtsstückliste angeleitet
o Teil der benötigten Menge liegen im Lager, deshalb nicht
gesamte Menge bestellen (herstellen)
Nettosekundärbedarf:
-
Lagerbestände
Höchstbestand:
- Gibt an, welcher Bestand max. eingelagert wird
- Sollte nicht überschritten werden
- Bei Überschreitung können sehr hohe Kostensteigerungen (z.B. durch Miete
eines Fremdlagers) entstehen
- Ist i.d.R. nach Eintreten der bestellten Güter erreicht
Höchstbestand
=
Mindestbestand + optimale Bestellmenge
Mindestbestand (Eiserner Bestand):
- Sollte nur „im Notfall“ angegriffen werden
- Zweck:
Bei vorübergehenden Beschaffungsproblemen soll reibungslose
Betriebsfortführung möglich sein.
- Höhe des MiB ist abhängig vom Beschaffungsrisiko
- Dient zur Abdeckung von Bestands-, Bedarfs- & Bestellunsicherheiten
- Steht nur für unvorhergesehene Ereignisse zur Verfügung
- Darf daher nicht zur laufenden Disposition (freie Verwendung) verwendet
werden
Meldebestand
- Muss so hoch sein, dass das Auffüllen des Lagers spätestens beim Erreichen
des MiB möglich ist
- Neue Bestellung wird dadurch ausgelöst
- Für jeden Werkstoff wird ein Meldebestand festgelegt, zur Absicherung
gegen Lieferzeitüberschreitungen oder Mehrverbrauch
- Darf niemals unter normalen Bedingungen angegriffen werden
- Muss so hoch sein, dass die neue Lieferung eintrifft, bevor der
Mindestbestand angegriffen wird
Meldebestand
=
Mindestbestand + (Tagesverbrauch + Lieferzeit)
Höherer Mindestbestand:
Vorteil:
mehr Reserve falls Lieferantenausfall oder verspätete Lieferungen
Nachteil:
höhere Lagerkosten, weil wir Platz für mehr Ware brauchen
Bestellpunktverfahren
- Feststellen, zu welchem Zeitpunkt die zur Produktion benötigten werkstoffe
bestellt werden müssen
- Wird bestellt, wenn der Meldebestand erreicht wird
- Lagerbestand wird nach jeder Entnahme überprüft
Beim Bestellpunktverfahren wird mit jeder Entnahme geprüft, ob der
Meldebestand unterschritten wurde.
Ist dies der Fall, wird eine Nachbestellung ausgelöst
Merkmale:
- Geeignet für Güter, bei denen ein hoher Servicegrad verlangt wird
- Wird bis auf die Lagerobergrenze aufgefüllt, führt also zu hohen Beständen
- Ist auch für Güter mit unregelmäßigem Bedarf geeignet, wegen ständige
Bestandskontrolle
-
Pro Kontra
- sehr sichere Strategie, da bei jeder - Kontrollaufwand relativ hoch
Entnahme geprüft wird, ob der
MelB erreicht ist
- Gefahr der Unterdeckung ist
gering
Bestellrhytmusverfahren
Bei Bestellrhytmusverfahren erfolgt die Nachbestellung in festgelegten
Zeitabständen.
- Werkstoffe werden zu festen Terminen (unabhängig vom aktuellen Bestand)
aufgrund einer Bedarfsprognose bestellt
- Wird in bestimmten Zeitabständen bestellt
Merkmale:
- Es wird nur in festen Zeitintervallen nachbestellt
- Verfahren nur sinnvoll, wenn Lagerabgangsraten relativ konstant sind
Pro Kontra
- Weniger Kontrollaufwand - führt zu überhöhten Lagerbeständen,
wenn der Verbrauch hinter der
Bedarfsprognose zurückbleibt
- Wenn Verbrauch größer ist, kann es zu
Produktionsausfällen wegen fehlender
Werkstoffe kommen
- Wenn über Höchstbestand, dann
Wertverlust, Lagerkosten
- Muss mit unregelmäßigem Bedarf
gerechnet werden, dann besteht hier die
große Gefahr der Unterdeckung
-
Bedarfsermittlung
Bedarfsermittlung (plangesteuert)
- Ausgangspunkt ist die geplante Produktionsmenge an verkaufsfähigen
Enderzeugnissen, die als Primärbedarf bezeichnet wird
- i.d.R. wesentliche Werkstoffe plangesteuert disponiert
Bedarfsermittlung (verbrauchsgesteuert)
- Künftiger Bedarf wird auf Basis des Lagerbestandes in der Lagerdatei erfasst
- Vorteil: geringe Dispositionsaufwand
- Häufig Werkstoffe (Schrauben, Mutter…) werden verbrauchsgesteuert
disponiert
- Aufgaben
Was tun bei späterer Lieferung
- Eigenproduktion
- Sorgfältige Lieferantenauswahl (geringe Lieferzeiten)
- Höherer Meldebestand
- Im Inland bestellen (lokaler/fürs Images/ ist näher am Standort dran)
- (Höherer Mindestbestand (Problem: Lagerkosten))
Just in Time
Just in Time Verfahren (fertigungssynchroner Beschaffung) ist die
lagerlose Sofortverwendung, bei dem die Materialbereitstellung genau zu
dem von der Fertigungsplanung vorher bestimmten Zeitpunkt erfolgt
Werkstoffe werden so angeliefert, dass sie direkt in den
Produktionsprozess gelangen. Lagerbestände sollen gar
nicht erst entstehen
Hauptziel:
- Lagerhaltung für bestimmte Vorratsmengen
- Lagerkosten senken
- Verschwendung zu minimieren
Voraussetzungen:
- Exakte Vorhersagegenauigkeit der Werkstoffe
- Gleichbleibende Liefermengen
- Sehr zuverlässige Lieferanten
- Ständiger Bedarf des beschaffenden Unternehmens für das betreffende
Material
- Langfristige Planung der Absatzmengen
- Wirksame Maßnahmen zur ständigen Qualitätskontrolle
- Genaue Abstimmungen der Produktions- & Lieferpläne zwischen Lieferer,
Spediteur und Abnehmer (Industrieunternehmen)
- Gutes Transportsystem, der den ununterbrochenen Materialzufluss
gewährleitet
Vorteile Nachteile
- Lagerkosten & -risiken -Terminrisiko, z.B. Verspätungen,
entfallen, weil es direkt Streiks, Staus
verarbeitet wird
- Weniger Kapital wird gebunden - -Umweltrisiko, ist nachteilig, da
viele Anlieferungen zu einem
erhöhten Verkehrsaufkommen
führen
Unternehmer kann rasch auf einen - - Qualitätsrisiko, da keine
Wechsel des Kundenbedarfs einstellen Wareneingangskontrolle & so
defekte Teile im Endprodukt
Lieferbereitschaft erhöhen - Transport- & Bestellosten steigen,
wegen häufiger Bestellung
- Gefahr, Produkte nicht absetzen zu - kein eigenes Lager mehr
können, sinkt Wird die Ware nicht pünktlich
angeliefert, kommt es zwangsläufig
zu Produktionsausfällen
- - Keine Sicherung der
rProduktionsabläufen
Was kann man gegen Nachteile machen:
Lösungsalternativen
Kombinierter Verkehr o Güter werden ein Teil mit Lkw &
anderen Teil mit Bahn
transportiert
o Vom Kunden in Container mit
Lkw
(Straßenabholung)
o Von Lkw auf Bahn
(Schienentransport)
o Von Bahn auf Lkw wieder
(Straßenzustellung)
JIT-Lager o Vom Lieferanten betriebliches
Lager in räumlicher Nähe zum
Hersteller
o Kurzer Transportweg vom Lager
zum Herstellerwerk gewährleistet
hohe Liefertermintreue
o Transport kann auch
umweltfreundlich mit Bahn
kombiniert werden
Industriepark o Gemeinschaftliche Ansiedlung
(Lieferantenpark) von mehreren Lieferanten eines
Herstellers in der Nähe des
Produktionsstandortes
o Lieferanten arbeiten selbstständig
Konsignationslager o Hersteller stellt
Lagermöglichkeiten für
Lieferanten im eigenen Werk zur
Verfügung
o Lieferant ist für
Lieferbereitschaft zuständig
o Voraussetzung:
Lieferant weiß über den
mittelfristigen Bedarf bescheid
o Werkstoffe werden dann just in
Time entnommen & verwendet
werden
Milk-run-system o Auf einer definierten Tour
werden Lieferanten angefahren
und benötigte Güter gesammelt
o Die festgelegte Strecke mit
vorgegebenen Abholzeiten &
Mengen werden eingehalten
o Gesammelten Güter werden just
in time beim Hersteller
angeliefert
-
-
Optimale Bestellmenge
Die optimale Bestellmenge ist die Beschaffungsmenge, bei der die
Gesamtkosten (Summe aus fixen Bestellkosten & Lagerhaltungskosten) am
niedrigsten sind.
Bei dieser Menge gleichen sich die sinkenden fixen Bestellkosten & die
steigenden Lagerhaltungskosten aus
- Ist von der anfallenden Bestell- & Lagerhaltungskosten abhängig
- Ermittlung der opt. Bestellmenge wird sich nur bei Gütern mit einem hohen
wertmäßigen Jahresverbrauch (A-Güter) lohnen, da es sonst zu aufwändig
wäre
Voraussetzung zur Berechnung/Verwirklichung der opt. Bestellmenge:
o Lieferer muss die „optimale“ Menge tatsächlich liefern
o Lagergröße muss für opt. Bestellmenge ausreichen
Wenn Bestellmenge hoch, dann...
o Bestellkosten gering, da Bestellvorgang sich nicht oft wiederholt
o Lagerhaltungskosten hoch, da größere Mengen gelagert werden
müssen
Wenn Bestellmenge niedrig, dann…
o Bestellkosten hoch, da Bestellvorgang sich öfters wiederholt
o Lagerhaltungskosten gering, da weniger gelagert werden muss
Warum wird nicht die optimale Bestellmenge bestellt?
Nachfrageschwankungen
Bedarf eventuell unklar
Saisonale Bedarfsschwankungen
Lieferer kann die „optimale“ Menge nicht liefern
Mangelnde Lagergrößen
Nicht für alle Produkte geeignet, abhängig von der Produktart (z.B.
verderbliche Lebensmittel mit MHD)
Teilweise zu aufwendig; lohnt sich nur für hohen wertmäßigen
Verbrauch (A-Gütern)
Im Jahr: Preisänderungen, veränderter Bestellbedarf
Unterschiedliche Zahlungs-/ Lieferungsbedingungen werden
vernachlässigt (z.B. extra Mengenrabatt)
Begrifflichkeiten Erläuterungen Formel
Bestellkosten o Unabhängig von der Bestellkosten
Bestellmenge =
Anzahl der Bestellungen
o Sind abhängig von Anzahl der *
Bestellungen Bestellkosten pro
Bestellung
o Fallen bei jeder Bestellung an
o Sind gleich hoch
Fallen an, weil…
Arbeitszeit verwendet wird
(Kosten entstehen)
Bedarfsmeldungen zu
bearbeiten
Bestellte Ware wird auf
Vollständigkeit & Qualität
geprüft
Rechnung muss auf Richtigkeit
geprüft werden
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