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2: Rückblick in die Merkmale der Klassik: Autoren und Werke: Goethes Werk und Bedeutung

der Klassik. Hauptwerk: Faust I & II, etc. Balladen

Zu dem Begriff:
Klạs|sik , die; - [zu klassisch (2)]:
1. Kultur u. Kunst der griechisch-römischen Antike. 2. Epoche, die sich Kultur u. Kunst der Antike zum
Vorbild genommen hat. 3. Epoche kultureller Höchstleistung.

Klassisch: [Adjektiv]1. die antike Klassik betreffend: das -e Altertum; -e Sprachen lernen; -e Philologie
(Griechisch u. Latein); ein -es Profil (ein Profil, das dem bei griechischen Kunstwerken der Antike
entspricht). 2. die Merkmale der Klassik (2) tragend; die Klassik betreffend: -e Musik, Autoren; -es
Ballett (europäischer Kunsttanz, besonders seit dem 18. Jahrhundert, im Gegensatz zum moderneren
[Ausdrucks]tanz). 3. (in Bezug auf Aussehen od. Formen) in [althergebrachter] mustergültiger Weise
[ausgeführt], vollendet, zeitlos: ein -es Kostüm; eine Frau von -er Schönheit; dieser Fall ist geradezu k.
(ist ganz typisch). 4. herkömmlich, in bestimmter Weise traditionell festgelegt u. so als Maßstab geltend:
die -e Rollenverteilung; klassische Frauenberufe.

Klạs|si|ker, der; -s [nach lat. classicus scriptor = Schriftsteller von höchstem Rang]: 1. Vertreter der
Klassik (1, 2). 2. Künstler od. Wissenschaftler, dessen Werke, Arbeiten als mustergültig u. bleibend
angesehen werden. 3. klassisches (3, 4) Werk; etw., was klassisch (3, 4) geworden ist: ein K. von Edgar
Wallace;

(© Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 6. Aufl. Mannheim 2006) [CD-ROM].

Die Klassik (1786 – 1832) bezeichnet eine an den Idealen der Aufklärung angelehnte literarische
Epoche, als deren zentrale Vertreter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller in Erscheinung
getreten sind. Die zeitliche Abgrenzung trägt allerdings allein Goethes herausgehobener Stellung
Rechnung: So wird dessen erste Italienreise im Jahr 1786 als Beginn der deutschen Klassik angesehen,
die dann mit seinem Tod im Jahr 1832 ihr Ende nimmt.
Philosophischer Hintergrund
Wichtig für die Herausbildung des Idealismus war die Philosophie Immanuel Kants. In seiner Kritik der
reinen Vernunft (1781-87) untersuchte er die Erkenntnisfähigkeit des Menschen. In der Kritik der
praktischen Vernunft (1788) versucht er Gründe für das sittliche Handeln zu finden, das nicht nur auf
Konventionen und Geboten beruhen kann, sondern aus einem sittlichen Willen resultiert. In der Kritik
der Urteilskraft (1790) beschäftig sich Kant auch mit der Ästhetik. Schöne Kunst ist für ihn Kunst eines
Genies, denn sie ist exemplarisch.

Wichtige Autoren der Klassik


 Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)
 Johann Gottfried Herder (1744–1803)
 Friedrich Schiller (1759–1805)
 Christoph Martin Wieland (1733-1813)

Der Epochenbegriff
Der Begriff Klassik führt auf mehrere Bedeutungen zurück, die allesamt für das Verständnis der
Literaturepoche bedeutsam sind. So spiegelt sich in der Ableitung des lateinischen Wortes »classicus«,
welches die römischen Bürger der höchsten Steuerklasse bezeichnete, der elitäre Anspruch der
einschlägigen Werke wider. Zugleich wird mit dieser Begrifflichkeit auf die antiken Vorbilder der
deutschen Klassiker verwiesen, die insbesondere in der griechischen Gesellschaft die Ideale von
Harmonie und Vollkommenheit verwirklicht sahen.
Als »Klassiker« werden im alltäglichen Sprachgebrauch zu guter Letzt auch große künstlerische
Leistungen von zeitloser Wirkung verstanden: Folglich macht die Begrifflichkeit Klassik deutlich, dass
diese Epoche die Blütezeit der deutschen Nationalliteratur markiert. Weil mit Goethe, Schiller, Herder
und Wieland alle maßgeblichen Literaten jener Strömung im Fürstentum Sachsen Weimar und Eisenach
tätig waren, wird hier aus Gründen der eindeutigen Zuordnung oftmals auch von der Weimarer Klassik
gesprochen.

Merkmale der Klassik


Die Klassik ist maßgeblich von den Erfahrungen der Französischen Revolution (1789) beeinflusst
worden. Brachten dem Volksaufstand zunächst auch die Weimarer Künstler grundsätzliche Sympathie
entgegen, wendete dann die folgende Terrorherrschaft der Jakobiner das Blatt. In der Folge wurde von
den Literaten die Auffassung vertreten, dass sich politische Veränderungen nicht mit einem
gewaltsamen Umsturz, sondern nur durch eine permanente evolutionäre Vervollkommnung der
Gesellschaft bewerkstelligen lassen. Mit diesem Programm setzten sich Goethe und Schiller klar von
ihren der Sturm-und-Drang-Zeit zuzurechnenden Frühwerken ab.
Gingen die literarischen Helden des Sturm und Drang – ebenso wie die Protagonisten der Französischen
Revolution – zumeist an dem Widerspruch zwischen egoistischem Gefühl und allgemeingültiger
Vernunft zugrunde, steht bei der Klassik nunmehr das Streben nach Harmonie, Sittlichkeit und
menschlicher sowie ästhetischer Vollendung in Mittelpunkt. Der Literatur kommt dabei die Aufgabe zu,
die Menschheit zu Humanität zu erziehen: Der unvollkommenen Gegenwart sollte die Kunst das Ideal
einer besseren Welt vor Augen führen.
Da nach dem Dafürhalten der Weimarer Literaten die griechische Antike diesem Ideal besonders nahe
kam, griff die Klassik zahlreiche Stil- und Gestaltungsmittel der Antike wieder auf: So erlebten unter
anderem die Hymne und die an strenge formale Kriterien gebundene Ode eine neue Blütezeit. Ebenso
ist die verstärkte Hinwendung zur dramatischen Form wohl nur mit Verweis auf die griechischen
Vorbilder zu verstehen.
Während Schiller in seinen Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen vor allem die Kunst
als »Vorschein« des angestrebten Idealzustandes proklamierte, hat unter anderem Goethe das
harmonische Zusammenspiel sämtlicher Kräfte zudem bereits in der Natur als verwirklicht angesehen.
Auf die Begeisterung an der hier erkannten Harmonie ist es zurückzuführen, dass sich der »Dichterfürst
der deutschen Literatur« auch als Naturforscher einen Namen machte.

Das Drama in der Klassik


Die Weimarer Klassik ist vor allem für die Produktion ihrer Dramen bekannt, die durch die Wahl der
verhandelten Themen den Anspruch hatten, jenseits der flüchtigen Einflüsse des Zeitgeistes dauerhafte
Gültigkeit zu erlangen. Dieses Vorhaben wurde von den Literaten mit beeindruckendem Erfolg in die
Tat umgesetzt; so möchte auch in der Gegenwart kaum eine Bühne auf die Werke von Goethe und
Schiller verzichten. (…)

Lyrik in der Klassik


Aus der lyrischen Produktion stechen bei Schiller und Goethe insbesondere die Balladen heraus, die fast
allesamt den Jahren 1797 bis 1799 entstammen. Im Rahmen eines der klassischen Programmatik
verpflichteten ästhetischen Experiments wendeten sich Schiller (u. a. »Der Handschuh«, »Der Taucher«
sowie »Die Bürgschaft«) und Goethe (u. a. »Der Zauberlehrling«, »Die Braut von Korinth«) innerhalb
eines kurzen Zeitraums intensiv der Abfassung von Balladen zu.
Eine Annäherung an die griechischen Vorbilder lässt sich des Weiteren in den zahlreich verfassten
Oden, Hymnen und Sonetten der Weimarer Klassik erkennen. Von seinen Italienreisen wurde Goethe
zudem zu einem 24 Gedichte umfassenden Zyklus, die Römische Elegien, inspiriert.

Prosa in der Klassik


Der vergleichsweise freien und nur wenigen Regeln unterworfenen epischen Form kam in der Literatur
der Klassik nur eine untergeordnete Bedeutung zu. So griff Schiller vor allem auf diese zurück, um –
etwa in »Über die ästhetische Erziehung des Menschen« – kunsttheoretische Überlegungen anzustellen.
Goethe wusste dagegen in »Wilhelm Meisters Lehrjahre« (1796) und »Wilhelm Meisters Wanderjahre«
(1829) den Bildungsroman zu nutzen, um seine idealistischen Vorstellungen anschaulich zu machen.

Fazit: Die Epoche der deutschen Klassik geht von 1786 bis zum Jahre 1832. „In Deutschland spricht
man speziell von der Weimarer Klassik, da in Weimar der Höhepunkt im Schaffensprozess Goethes und
Schillers lag. Das Jahr 1786 sieht man mit Goethes Italienreise als den Beginn der Epoche an, das Jahr
1832 mit dem Tod Goethes als das Ende.“

Werke:
 Iphigenie auf Tauris (1786)
 Egmont (1788)
 Torquato Tasso (1790)
 Faust, ein Fragment (1790)
 Der Groß-Cophta (1791)
 Der Bürgergeneral (1793)
 Reineke Fuchs (1794)
 Römische Elegien (1795)
 Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten (1795)
 Elegien (1795)
 Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795/96)
 Hermann und Dorothea (1797)
 Xenien (1797) - Goethe/ Schiller
 Balladen (1798)

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