Skript TechPhys
Skript TechPhys
Wintersemester 2015/16
2
Organisatorisches
Vorlesungsinhalt:
• Mechanik
• Schwingungen und Wellen
• Wärmelehre
• Optik
Nicht: Elektrizitätslehre, Mechanik starrer Körper
Übungsbetrieb:
Bearbeitete Übugnsblätter vor der Vorlesung abgeben.
Klausurzulassung:
Die VL orientiert sich an dem Lehrbuch “Paul Tipler - Physik für Ingenieure
und Wissenschaftler”. Inhalt und Reihenfolge entsprechen dem Lehrbuch. Es
wird eine Auflistung der verwendeten Kapitel des Lehrbuchs ausgegeben.
In der vorliegenden Mitschrift wird versucht, zu Beginn jedes Kapitels und in-
nerhalb der einzelnen Kapitel, Verweise auf die entsprechenden Stellen im ge-
nannten Lehrbuch einzubauen.
Sofern nicht anders vermerkt stammen alle Abbildungen aus dem genannten
Lehrbuch (zu erkennen an der Bildunterschrift). Selbst erstellte Graphiken wer-
den nicht gesondert gekennzeichnet, unterscheiden sich jedoch deutlich in der
Qualität und im Aufbau von den Graphiken aus dem Lehrbuch.
Weitere Informationen siehe auf der Homepage des Dozenten
Link: Fakultäteten → Physik → Experimentalphysik → Honorarprofessuren →
Prof. Dr. Roland Bennewitz.
Inhaltsverzeichnis
6 Impuls 83
6.1 Impulserhaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83
6.2 Kraftstoß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
6.3 Inelastischer Stoß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
6.4 Elastischer Stoß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
3
4 INHALTSVERZEICHNIS
8 Flüssigkeiten/Fluide 97
8.1 Dichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
8.2 Druck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
8.3 Auftrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
8.4 Oberflächenspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
8.5 Bewegte Fluide ohne Reibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
8.6 Bewegte Fluide mit Reibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
9 Schwingungen 111
9.1 Harmonische Schwingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111
9.2 Energie im harmonischen Oszillator . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
9.3 Beispiele für schwingende Systeme . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
9.4 Gedämpfter harmonischer Oszillator . . . . . . . . . . . . . . . . 119
9.5 Erzwungene Schwingung und Resonanz . . . . . . . . . . . . . . 122
10 Wellen 125
10.1 Harmonische Wellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
10.2 Energietransport und Intensität einer Welle . . . . . . . . . . . . 132
10.3 Doppler-Effekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
10.4 Wellenausbreitung an Hindernissen . . . . . . . . . . . . . . . . . 135
10.5 Überlagerung von Wellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
10.6 Stehende Wellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144
11 Wärmelehre 149
11.1 Temperatur und der Nullte Hauptsatz der Thermodynamik . . . 149
11.2 Thermischer Ausdehnungskoeffizient . . . . . . . . . . . . . . . . 154
15 Wärmeübertragung 193
15.1 Übertragungsarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193
15.2 Wärmeleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193
15.3 Konvektion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196
15.4 Wärmestrahlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197
1.1 Maßeinheiten
(Tipler Kap. 1.2)
km
“Der Saal ist 20m lang”, “Der Wagen fährt 50 ” Dabei:
h
• 20 bzw. 50 : Maßzahl
km
• m bzw. : Maßeinheit
h
Internationales Einheitensystem
Zeit Sekunde s
Länge Meter m
Masse Kilogramm kg
Temperatur Kelvin K
Stoffmenge Mol mol
elektrische Stromstärke Ampère A
Lichtstärke Candela Cd
Zeit:
1 1 1
Früher · · von einem mittleren Sonnentag.
60 60 24
Heute: 9192631770-fache der Schwingungsdauer von Cs137
7
8 KAPITEL 1. PHYSIKALISCHE GRÖSSEN UND MESSUNGEN
Länge:
∧ 1
Heute: 1m = Weg des Lichts im Vakuum in s zurücklegt;
299792458
m
c = 299792458
s
Masse:
∧
Früher: 1kg = Masse von 1l Wasser bei 4o C
Heute: Masse des “Urkilogramms”, aufbewahrt in Paris (aus Platin-Iridium
PtIr)
Umrechnung l ↔ m3 :
Maßeinheitsvorsätze
Kilo ·103 k
Mega ·106 M
Giga ·109 G
Milli ·10−3 m
Mikro ·10−6 µ
Nano ·10−9 n
1.2. DIMENSIONEN PHYSIKALISCHER GRÖSSEN 9
Volumen V [V ] = L3 m3
L m
Geschwindigkeit v [v] =
t s
m kg
Dichte ρ [ρ] =
3
L m3
Bsp. Die Dimension von Volumen = Länge3
Dimensionsanalyse
Die Dichte des Materials einer Kugel ist
3m
ρ= (Annahme)
4πr2
kg
[ρ] = 3 (Dimension der Dichte)
m
3m m kg
[ 2
] = [ 2 ] = 2 (Dimensionskotrolle)
4πr r m
Aus der letzten Zeile folgt, daß die Annahme nicht stimmen kann, denn die
Dimension der Dichte ist in der zweiten Zeile gegeben. Folglich muss die Formel
4
modifiziert werden mithilfe des korrekten Volumens V = πr3
3
A = π · r2 = 200m2
10 KAPITEL 1. PHYSIKALISCHE GRÖSSEN UND MESSUNGEN
Hier gibt es für r nur eine signifikante Stelle (8), daher muss das Ergebnis auf
eine signifikante Stelle hin gerundet werden (mit Taschenrechner ergibt sich als
“exaktes” Ergebnis A = 201, 056m2 ) Die Rundung auf eine signifikante Stelle
bedeutet: “Das Ergebnis liegt zwischen 150m2 und 250m2 .
Sei r = 8, 1m. Dann gilt
A = πr2 = 210m2
Da jetzt r zwei signifikante Stellen besitzt wird auch das Ergebnis auf zwei signi-
fikante Stellen gerundet, dies bedeutet dass das Ergebnis zwischen 205m2 und
215m2 liegt (”exakter Wert mit TR : A = 206, 113815)
Merke: Die Angabe von sehr vielen Stellen täuscht eine falsche Genauigkeit
vor, denn das Ergebnis kann nicht genauer sein als die ungenaueste Angabe der
gegebnen/gemessenen Werte!
Weiteres Bsp.: 1, 7m · 1, 5m = 2, 6m. Mit TR ergäbe sich ein Wert von 2, 55m.
Aber es wird auf 2 signifikante Stellen gerundet.
Allgemein: Die Anzahl der signifikanten Stellen eines Produkts ist gleich der des
Faktors mit den wenigsten signifikanten Stellen.
In den Zeilen 1 und 2 ist die kleinste Anzahl signifikanter Stellen 1 (bei der
4), deshalb wird das Ergebnis (exakt 25) auf 1 signifikante Stelle gerundet. In
der dritten Zeile ist die kleinste Anzhal s.S. 2 (4,0 hat 2 s.S.), daher kann das
Ergebnis 25 angegeben werden.
Addition:
1, 285s − 0, 4s = 0, 885s → 0, 9s
Exponentialdarstellung
In der letzten Zeile ist darauf zu achten dass bei der Summe die Anzahl der
Nachkommastellen (2) bleibt (beide Summanden haben nachdem die Exponen-
ten angeglichen wurden die gleiche Anzahl an Nachkommastellen)
Größenordnungen:
Größe des Menschen 100 m
Größe der Ameise 10−3 m
Höchster Berg 104 m
Erde 107 m
Atome 10−10 m
Beispiel: Wie schnell wächst das (menschliche) Haar?
Aus der Erfahrung kann man sagen, dass das Haar um 1cm pro Monat wächst.
Bestimme die Größenordnung um wieviel das Haar pro Sekunde wächst.
Mechanik von
Massepunkten
Bemerkung: Das vereinfachte Modell der “Punktmasse” ist legitim. Dazu sei
auf die Definition des “Schwerpunkts” hingewiesen:
Der Schwerpunkt eines Körpers verhält sich so, als ob die Gesamte Masse des
Körpers in ihm konzentriert wäre.
Eine Punktmasse kann somit “im Hinterkopf” als Schwerpunkt einer ausgedehn-
ten Masse betrachtet werden, sodaß ein Bezug zur Realität entsteht.
13
14 KAPITEL 2. MECHANIK VON MASSEPUNKTEN
2.1 Verschiebung
Ortsvektor
Bemerkung zur Schreibweise von Vektoren: In der Mitschrift werden Vektoren
durch einen kleinen Pfeil oberhalb des betroffenen Symbols gekennzeichnet. In
einigen Lehrbüchern, auch dem dieser Mitschrift zugrundeliegenden, werden
Vektoren durch Fettdruck gekennzeichnet, z.B. r = ~r
2.1. VERSCHIEBUNG 15
~r: Ortsvektor
x̂, ŷ: Einheitsvektoren
~r = x · x̂ + y · ŷ (2.1)
x̂ = (1, 0, 0)
ŷ = (0, 1, 0)
ẑ = (0, 0, 1)
x̂ · x̂ = 1
ŷ · ŷ = 1
ẑ · ẑ = 1
x̂ · ŷ = 0
x̂ · ẑ = 0
ŷ · ẑ = 0
x̂ × ŷ = ẑ
ŷ × x̂ = −ẑ
ẑ × x̂ = ŷ
x̂ × ẑ = −ŷ
ŷ × ẑ = x̂
ẑ × ŷ = −x̂
16 KAPITEL 2. MECHANIK VON MASSEPUNKTEN
Verschiebungsvektor
Beispiel: Sie gehen 5,0 km nach Norden, dann 5,0 km nach Südwesten.
Strecke: s = 10km
r
25
xE = − km = −3, 5km
2
yE = 5, 0km − 3, 5km = 1, 5km
∆~r = −3, 5km · x̂ + 1, 5km · ŷ
2.2. GESCHWINDIGKEIT 17
2.2 Geschwindigkeit
(siehe Tipler Kap. 2.2)
∆~r
~v = , ~v k ∆~r
∆t
In einer Dimension:
∆x
vx = (2.2)
∆t
Weg-Zeit-Diagramm
∆x = x2 − x1
∆t = t2 − t1
x(t2 ) = vx · (t2 − t1 ) + x1
∆x ∆~r
hvx i = h~v i = (2.3)
∆t ∆t
18 KAPITEL 2. MECHANIK VON MASSEPUNKTEN
Lösung:
∆ϕ 1
∆t = ·
360o f
1
= ∆ϕ · s
360o · 31
= 7, 6 · 10−3 s
0, 8m
⇒ hvx i =
7, 6 · 10−3 s
m
= 105
s
m
⇒ hvx i = 100
s
In der letzten Zeile wird auf die signigikantenten Stellen (1) gerundet.
2.2. GESCHWINDIGKEIT 19
Momentangeschwindigkeit
∆x
vx (t) = lim (2.4)
∆t→0 ∆t
∆x dx
vx (t) = lim = = ẋ(t) (2.5)
∆t→0 ∆t dt
Wichtige Ableitungsregeln:
∆~r d~r
~v (t) = lim = = ~r˙ (2.6)
∆t→0 ∆t dt
∆xx̂ + ∆y ŷ + ∆z ẑ
~v (t) = lim
∆t→0 ∆t
∆xx̂ ∆y ŷ ∆z ẑ
= lim + lim + lim
∆t→0 ∆t ∆t→0 ∆t ∆t→0 ∆t
dx dy dz
= x̂ + ŷ + ẑ
dt dt dt
= vx x̂ + vy ŷ + vz ẑ
= ~v (t)
Relativgeschwindigkeit
Betrachtet werden zwei sich relativ zueinander bewegende Bezugssysteme A
und B. Wenn sich ein Teilchen mit der Geschwindigkeit ~v (A) relativ zum Be-
(B)
zugssystem A bewegt, welches sich selbst mit der Geschwindigkeit ~vA relativ
zum Bezugssystem B bewegt, dann ist die Geschwindigkeit des Teilchens relativ
zum Bezugssystem B
(B)
~v (B) = ~v (A) + ~vA (2.7)
Dies sei an folgendem Beispiel aus dem Lehrbuch “Laufender Mensch auf einem
Wagen” dargestellt
2.2. GESCHWINDIGKEIT 21
~v (W ) ist die Geschwindigkeit, mit der sich der Mensch relativ zum (fahrenden)
Wagen bewegt
(B)
~vW ist die Geschwindigkeit mit der sich der Wagen selbst relativ zum Boden
bewegt
Somit beträgt die Geschwindigkeit des Menschen relativ zum Boden
(B)
~v (B) = ~v (W ) + ~vW
1) Richtung: Es gilt
(B)
|~vL | 90 9
sin θ = (L)
= =
|~v | 200 20
⇒ θ = 27o
2) Nach obiger Formel (2.7) gilt für die Geschwindigkeit relativ zum Boden
(B)
~v (B) = ~v (L) + ~vL
(B)
Da ~vL ⊥ ~v (B) gilt nach dem Satz von Pythagoras
(B)
|~v (L) |2 = |~v (B) |2 + |~vL |2
2.3 Beschleunigung
(siehe Tipler Kap. 2.3)
Mittlere Beschleunigung
∆vx
hax i = (2.8)
∆t
L m
Dimension: [a] = 2
= 2
t s
24 KAPITEL 2. MECHANIK VON MASSEPUNKTEN
Momentanbeschleunigung
Achtung: Die Annahme dass bei ax > 0 der beschleunigte Körper schneller
wird ist im Allgemeinen falsch!
m m
Beispiel: ax = 1 2 vx = −10 , hier nimmt die Geschwindigkeit des Körpers
s s
betragsmäßig ab.
Weiter gilt
d2 x(t)
d~v (t) d dx(t)
ax (t) = = = = ẍ(t) (2.10)
dt dt dt dt2
2.3. BESCHLEUNIGUNG 25
∆~v
h~ai = (2.11)
∆t
∆~v d~v
~a(t) = lim = (2.12)
∆t→0 ∆t dt
Beispiel: Flugbahn eines Baseballs (Beispiel 2.10 Tipler)
h m i h m m i
~r(t) = 1, 5m + 12 · t · x̂ + 16 · t − 4, 9 2 · t2 · ẑ
s s s
d~r dx dz m h m m i
~v (t) = = x̂ + ẑ = 12 x̂ + 16 − 9, 8 2 · t ẑ
dt dt dt s s s
d~v m
~a(t) = = −9, 8 2 ẑ
dt s
ax = const hax i = ax
vx = vox + ax t
x(t) =?
∆x ist gleich dem Flächeninhalt zwischen der t-Achse und der Kurve.
(2) ax 6= 0
2.4. GLEICHFÖRMIG BESCHLEUNIGTE BEWEGUNG 27
Näherung für die Fläche unterhalb der Kurve für sehr kleine ∆t
(3) ax = const
28 KAPITEL 2. MECHANIK VON MASSEPUNKTEN
1
∆x(t) = v0x · ∆t + ax (∆t)2 (2.13)
2
1
x(t) = x0 + v0x · t + ax · t2 (2.14)
2
Bestimmung der Geschwindigkeit als Funktion des Ortes
vx − v0x
vx = v0x + ax t ⇒ t =
ax
t einsetzen in ∆x ⇒
vx − v0x 1 (vx − v0x )2
∆x = v0x · +
ax 2 ax
Umstellen
2ax ∆x = 2v0x (vx − v0x ) + (vx − v0x )2
vx2 = v0x
2
+ 2ax ∆x
und damit q
vx (x) = 2 + 2a · x
v0x (2.15)
x
1
y(t) = v0y t − gt2
2
Bezeichne T mit T > 0s die Flugdauer
1
y(T ) = 0 ⇒ v0y T − gT 2 = 0
2
1
⇔ v0y − gT = 0
2
2v0y 2|~v0 | sin θ0
⇔T = =
g g
R = v0x · T
2|~v0 |
= (|~v0 | cos θ0 ) sin θ0
g
2
2v
= 0 · sin θ0 cos θ0
g
v2
= 0 sin(2θ0 )
g
m2 s 2 √
[R] = · =m
s2 m
Abhängig von
• v0 klar
• g klar
1
~r(t) = ~r0 + ~v0 t − gt2 ẑ (2.17)
2
∆~v
h~ai =
∆t
Die Beschleunigung zum Zentrum der Kreisbewegung hin heißt Zentripetalbe-
schleunigung
Für ∆t → 0 ⇒ ∆~v ⊥ ~v
Allgemeine Bewegung
v2
~an = − n̂ (Normalbeschleunigung) (2.19)
r
dv
~at = t̂ (Tangentialbeschleunigung) (2.20)
dt
34 KAPITEL 2. MECHANIK VON MASSEPUNKTEN
Kapitel 3
Ein Körper bleibt in Ruhe oder bewegt sich geradlinig mit konstanter Geschwin-
digkeit weiter, wenn keine resultierende äußere Kraft auf ihn wirkt
n
X
F~i = 0 ⇒ ~a = 0 (3.1)
i=1
• Reibungskraft F~R
35
36 KAPITEL 3. DIE NEWTON’SCHEN AXIOME
• Normalkraft F~n
Federkraft/Rückstell-
•
kraft F~F
Superpositionsprinzip
n
X
F~ = F~1 + F~2 + · · · + F~n = F~i (3.2)
i=1
3.2. DAS ZWEITE NEWTON’SCHE AXIOM 37
Die Beschleunigung eines Körpers ist direkt proportional zu der auf ihn wirken-
den Gesamtkraft, wobei die Proportionalitätskonstante der Kehrwert der Masse
ist. Somit gilt:
F~ X
~a = mit F~ = F~i (3.3)
m i
Bem.: Der Wortlaut des zweiten Newton’schen Axioms lautet manchmal auch
wie folgt:
Die Änderung der Bewegung ist der Einwirkung der bewegenden Kraft propor-
tional und geschieht nach der Richtung derjenigen geraden Linie, nach welcher
jene Kraft wirkt.
Die Änderung der Bewegung wird gegeben durch die Änderung des Impulses p
(Einführung des Impulsbegriffs später), also die zeitliche Ableitung des Impul-
ses, sodaß gilt
d~p
= p~˙ = F~
dt
38 KAPITEL 3. DIE NEWTON’SCHEN AXIOME
dm d~v
Vorweg: Aus p~ = m · ~v folgt F~ = · ~v + m · . Für konstante m und wegen
dt dt
~a = ~v˙ = ~x
¨ gilt als Spezialfall die bekannte Formel F~ = m · ~a
m kg · m
[F~ ] = 1N = 1kg · 2 = 1 2 Auch das zweite Newton’sche Axiom gilt nur in
s s
Inertailsystemen!
F~G = m1 · ~g
M = m1 + m2
FG FG
a= =
M m1 + m2
m1
= ·g (3.6)
m1 + m2
r
1 2x
x(t) = at2 t= (3.7)
2 a
Beim letzten Fall ist zu beachten dass mit der Gewichtskraft von m1 beide
Gewichte m1 und m2 beschleunigt werden.
40 KAPITEL 3. DIE NEWTON’SCHEN AXIOME
Versuch: Wagen fährt annähernd reibungsfrei auf einer Schiene bei konstanter
Beschleunigung.
Ein Wagen der variablen Masse M wird über ein als masselos angenom-
menes Seil, welches reibugnsfrei über eine Rolle läuft und an dessen anderem
Ende ein variables Gewicht bzw eine Variable Masse m befestigt ist, über eine
Schiene beschleunigt. Die beschleunigende Kraft ist hierbei die Gewichtskraft
der Masse m, somit erfährt der Wagen eine konstante Beschleunigung. Es
wird für jeweils verschiedene M und m die Zeit gemessen, die der Wagen von
Messpunkt 1 (aus der Ruhe) bis zum Messpunkt 2 benötigt.
Beobachtung:
Wird m vergrößert erfährt der Wagen eine stärkere Beschleunigung
Wird M vergrößert erfährt der Wagen eine schwächere Beschleunigung
Kräftediagramme
|F~ | cos θ
ax =
m
Die Waage zeigt die Normalkraft an, die auf den Körper einwirkt.
ma = FG + Fn
may = Fn − mg
FN = m(g + ay )
Bem.: Definition von “Gewicht”: Das Gewicht ist die Normalkraft welche auf
einen Körper wirken muss um diesen in Ruhe zu halten.
(B) (A)
F~A = −F~B (3.8)
3.4. KRÄFTE IN DER KREISBEWEGUNG 43
Frage: Angenommen man versucht einen Schlitten zu ziehen. Nach dem dritten
Newton’schen Axiom übt der Schlitten eine gleich große der Zugkraft entgegen-
gesetzte Kraft auf die ziehende Person aus. Warum bewegt sich der Schlitten
trotzdem?
Zur Veranschaulichung dieses Problems sei auf “Tipler Beispiel 3.9” verwiesen
2
v
F~zp = −m r̂ Zentripetalkraft (3.9)
R
44 KAPITEL 3. DIE NEWTON’SCHEN AXIOME
Bem.: Fzp ist keine angreifende Kraft, sondern eine resultierende Kraft. Im
Kräftediagramm wird Fzp nicht als angreifende Kraft eingezeichnet!
Kapitel 4
4.1 Reibung
Haftreibung:
45
46KAPITEL 4. WEITERE ANWENDUNGEN DER NEWTON’SCHEN AXIOME
Gleitreibung:
max = may = 0 da der Moment betrachtet wird in dem sich der Körper gerade
noch nicht bewegt, sodaß die herrschende Haftreibung maximal ist.
|F~R,h,max | sin θ
= = tan θ = µR,h
~
|Fn | cos θ
Rollreibung:
~ R,r |
|R
µR,r = (4.4)
|F~n |
z.B. µR,r für Gummi/Straße : 0, 01, ... , 0, 02
Einige Reibungskoeffizienten:
48KAPITEL 4. WEITERE ANWENDUNGEN DER NEWTON’SCHEN AXIOME
4.2 Luftreibung
(siehe Tipler Kap.4.2)
FW = b · |v|n (4.5)
b, n sind Konstanten (auf diese wird später erneut genauer eingegangen).
ay = 0:
mg n
|vE | = ( ) (4.6)
b
Vorweg: b wird durch die Geometrie des Körpers bestimmt, n gibt die Art der
Strömung an, z.B.
• n = 2: laminare Strömung
Strömung ist Teil der Fluid-Mechanik, hierauf wird später genauer eingegangen.
v 2πr 1 2π
ω= = · = = 2πf (4.7)
r T r T
ω: Wineklgeschwindigkeit (Betrag!)
rad
v: Bahngeschwindigkeit (Betrag!), [ω] = (radian pro Sekunde)
s
r: Bahnradius (Betrag!)
T : Umlaufzeit
1
f : (Kreis)frequenz, [f ] = = 1Hz
s
2
v
F~zf = −F~zp = m r̂ (vgl. (3.9))
r
= mω 2 rr̂ (4.8)
Coriolis-Kraft:
4.3. TRÄGHEITS- UND SCHEINKRÄFTE 51
Vektoriell:
F~cor = −2m~
ω × ~v B (4.11)
(P KW ) 2π km
Fcor = −2 · 2000kg · · 100 · sin 49o
24 · 60 · 60s h
1 m
= −4000kg · 7, 27 · 10−5 · 27, 78 · 0, 755
s s
= 6, 0N
Zum Vergleich: Die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade beträgt ungefähr 1N.
Hier sei auf das Beispiel des Focault’schen Pendels verwiesen (Tipler Bsp. 4.9).
4.4. GRAVITATIONSKRAFT 53
4.4 Gravitationskraft
3) Das Quadrat der Umlaufzeit eines Planeten ist proportional zur dritten Po-
tenz der Hauptachse von seiner Umlaufbahn
T 2 = Cr3 (4.12)
T : Umlaufzeit
r: Mittlerer Abstand zur Sonne
Wie lange (in Erden-Jahren) braucht der Jupiter für eine Umrundung der Sonne:
(Tipler Bsp.4.10)
rJ = 5, 20AE
TJ2 = CrJ3
TE2 = CrE3
TJ2 CrJ3
=
TE2 CrE3
32
rJ
⇔ TJ = TE
rE
3
5, 20AE 2
= 1a
1AE
= 11, 9a
Newton’sches Gravitationsgesetz
(1) m1 m2 (2)
F~2 = −Γ 2 r̂1,2 = −F~1 (4.13)
r1,2
~r1,2
mit r̂1,2 = . Γ ist die Gravitationskonstante, diese zählt zu den Naturkon-
|~r1,2 |
stanten.
Nm2
Γ = 6, 67 · 10−11 (4.14)
kg2
FG = Fzp
mISS mE mISS v 2
Γ 2
=
r r
mE 4π 2 r
Γ 2 =
r T2
4π 2
⇔ T2 = (rE + h)3
ΓmE
4π 2
= 2 · (6, 76 · 106 m)3
6, 671̇0−11 Nm
kg2 · 5, 78 · 1024 kg
= 30, 56 · 106 s2
⇒ T = 92min
Man erkennt dass die Umlaufzeit völlig unabhängig von der Masse der ISS ist.
~
~ = FG unabhängig von der Probemasse m
G (4.15)
m
Xn
~ =
G ~i
G (4.16)
i=1
~ 2| = Γ m
~ 1 | = |G
|G
r2
Gy = G1,y + G2,y = G1 sin θ − G2 sin θ = 0
m
Gx = G1,x + G2,x = |G1 | cos θ = 2Γ 2 cos θ
r
~ = −G1,x x̂
G
m
= −2Γ 2 · cos θx̂ (r2 = x2 + a2 )
x + a2
m x x
= −2Γ 2 · x̂ (cos θ = )
x + a2 r r
mx
= −2Γ 3 x̂
(x2 + a2 ) 2
~ = −2Γ m x̂
G (4.17)
x2
4.5. DAS GRAVITATIONSFELD 57
Für das Gravitationsfeld außerhalb der Kugelschale, d.h. in einem Punkt mit
Verbindungsvektor ~r mit |~r| = r > rk , wobei rk der Kugelradius ist, gilt
~ r) = −Γ m r̂
G(~ (4.18)
r2
Dies bedeutet dass sich das Gravitationsfeld außerhalb der Kugelschale so verhält,
als sei die gesamte Masse der Kugelschale in ihrem Mittelpunkt konzentriert.
Diese Aussage gilt es noch zu beweisen.
~ r) = 0
G(~ (4.19)
Wie der Bildunterschrift entnommen werden kann erfährt eine Probemasse in-
nerhalb der Kugelschale keine Kraft, da sich gegenüberliegende Massenanteile
der Kugelschale in ihrer Gravitationskraft gerade ausgleichen, wie auch die fol-
gende Verhältnisgleichung zeigt
m1 A1 r2 m1 m2 ~ =0
= = 12 ⇔ 2 = 2 ⇒ G (4.20)
m2 A2 r2 r1 r2
Zur Vereinfachung kann die Dichte der Vollkugel als homogen angenommen
werden.
~ r) = −Γ m r̂
G(~ (r > rk ) (4.21)
r2
Eine Vollkugel kann hierbei als Kontinuum von Kugelschalen aufgefasst werden,
sodaß sich das Gravitationsfeld außerhalb der Vollkugel so verhält, als befände
sich die gesamte Masse im Kugelmittelpunkt.
Der Anteil der Kugel außerhalb der gestrichelten Linie in der Abbildung leistet
keinen Beitrag zum Gravitationsfeld innerhalb der Kugel. Nur der Massenanteil
m0 mit Radius ≤ r trägt zum Gravitationsfeld bei
m0
G(r) = −Γ (4.22)
r2
Dabei gilt
4 3
3 πr r3
m0 = mk · 4 = mk ·
3 πrk
3 rk3
Hier wirkt das Verhältnis aus den dritten Potenzen der Radien als Verringe-
rungsfaktor von mk → m0 . Damit
mk
G(r) = −Γ r (4.23)
rk3
dm
dG = −Γ (4.24)
s2
cos α
dGx = dG cos α = −Γ 2 dm
Z s Z
cos α cos α
Gx = − Γ 2 dm = −Γ 2 dm
s s
| {z }
=m
Ring:
m
Gx = −Γ cos α (4.25)
s2
4.5. DAS GRAVITATIONSFELD 61
Kugelschale:
Für einen Ring ist die Strecke s konstant, die Breite des Rings beträgt rk · dθ,
der Umfang eines Rings beträgt 2πrk sin θ.
Die Gesamtmasse der Kugelschale :mk
Die Gesamtfläche der Kugelschale: 4πrk2
ds 1 1
= (r2 + rk2 − 2rrk cos θ)− 2 2rrk sin θ
dθ |2 {z }
1
2s
rk = s2 + r2 − 2rs cos α
s2 + r2 − rk2
⇒ cos α =
2sr
Damit bleibt eine Abhängigkeit nur von s und es gilt:
mk s ds s2 + r2 − rk2
dG = −Γ
2s2 r rk 2sr
mk 1 2
= −Γ 2 2 (s + r2 − rk2 )ds
4s r rk
r2 − rk2
mk
= −Γ 2 1+ ds (4.28)
4r rk s2
r+r
Z k
mk (r + rk )(r − rk )
G = −Γ 2 1+ ds
4r rk s2
r−rk
r+rk
mk (r − rk )(r + rk )
= −Γ s −
4r2 rk s r−rk
mk
= −Γ 2 (4.29)
r
Kapitel 5
5.1 Arbeit
Ohne Winkel:
W = F · ∆x (5.1)
W = |F | · cos θ · ∆x (5.2)
[W ] = 1J = 1Nm
63
64 KAPITEL 5. ENERGIE UND ARBEIT
Zx2
W = Fx (x)dx (5.3)
x1
x2E x2
= −k − A
2 2
1 2 1 2
W = kxA − kxE (5.4)
2 2
Hier wurde das Hook’sche Gesetz verwendet:
Fx = −kx (5.5)
k: Federkonstante
Z~r2
dW = F~ · d~s ⇒ W = F~ d~s (5.6)
~
r1
66 KAPITEL 5. ENERGIE UND ARBEIT
Kinetische Energie
Fx = max
2 2 1
vE,x = vA + 2ax ∆x |· m
x
2
1 1
⇒ mv 2 − mv 2 = m · ax · ∆x
2 E,x 2 A,x
= Fx ∆x
=W
1 1
Ekin = mv 2 = m|~v |2 (5.7)
2 2
5.2 Leistung
(siehe Tipler Kap. 5.2)
Die Rate mit welcher Arbeit (jeglicher Art) verrichtet wird, bezeichnet man
als Leistung, mit anderen Worten “Arbeit pro Zeit”.
d~s = ~v dt
dW = F~ d~s = F~ · ~v dt
dW
P = = F~ · ~s (5.8)
dt
J
[P ] = 1W = 1 (1W = 1 Watt)
s
Im alltag sind folgende Einheiten (und ihre Umrechnugen) gebräuchlich:
1PS = 735, 5W
1kWh = 103 W · 3600s = 3, 6 · 106 Ws = 3, 6MJ
1 1
W = Fx · ∆x = mv 2 − mv 2 (5.10)
2 E 2 A
1
Ekin = mv 2 (5.11)
2
W = ∆Ekin (5.12)
dEkin 1 d
= m (v 2 )
dt 2 dt
1 d
= m (~v · ~v )
2 dt
1 d~v d~v
= m( · ~v + ~v · )
2 dt dt
= m · ~a · ~v
= F~ · ~v (Newton 2)
=P (5.13)
W = |F~ | · ∆x · cos θ
2 2 2W
vE = vA +
m
68 KAPITEL 5. ENERGIE UND ARBEIT
W = F · ∆h = −(−m · g) · h = m · g · h (5.14)
Potentielle Energie: Lage der Teilchen
Kinetische Energie: Bewegung der Teilchen
5.4. POTENTIELLE ENERGIE 69
n
X
W = F~G ∆~ri = −m · g · h (5.15)
i=1
Z
Gravitationskraft ist konservativ: W = F~ d~s ist unabhängig vom Weg.
Z 3
X
W = F~R d~s = − FR ∆si = −FR · L (5.17)
i=1
Für die potentielle Energie einer konservativen Kraft gelten folgende Beziehun-
gen:
Z2
W = F~ d~s = −Epot (5.18)
1
Z2
∆Epot = Epot,2 − Epot,1 = − F~ d~s (5.19)
1
Z
Epot = − F~ d~s
Z
= − (−mg ŷ)(dxx̂ + dy ŷ + dz ẑ)
Z
= mg dy
Damit folgt
Z
mE m mE m
Epot = Γ dr = −Γ + Epot,0 (5.23)
r2 r
72 KAPITEL 5. ENERGIE UND ARBEIT
1 2
Epot = kx (5.24)
2
1 2
Wext = −WF eder = ∆Epot = kx − 0 (5.25)
2
5.4. POTENTIELLE ENERGIE 73
dEpot = −Fx dx
dEpot
Fx = −
dx
labiles Gleichgewicht
74 KAPITEL 5. ENERGIE UND ARBEIT
indifferentes Gleichgewicht
• Stabiles Gleichgewicht:
In einem stabilen Gleichgewicht bewirkt eine geringfügige Verschiebung
aus der Gleichgewichtslage in beliebiger Richtung eine Rückstellkraft, die
das Teilchen zurück in seine Gleichgewichtslage beschleunigt.
• labiles Gleichgewicht:
In einem labilen Gleichgewicht bewirkt eine geringfügige Verschiebung aus
der Gleichgewichtslage in beliebiger Richtung eine Kraft, die das Teilchen
von seiner Gleichgewichtslage weg beschleunigt.
• indifferentes Gleichgewicht:
In einem indifferenten Gleichgewicht bewirkt eine geringfügige Verschie-
bung aus der Gleichgewichtslage in beliebiger Richtung keine Kraft, sodass
das Teilchen im Gleichgewicht bleibt.
5.5 Energieerhaltung
(siehe Tipler Kap. 5.5)
5.5. ENERGIEERHALTUNG 75
W = ∆Ekin
System: Körper, Feder, Untergrund
Wext + Wnk = W − Wk
−Wk = ∆Epot
Wext + Wnk = ∆Ekin + ∆Epot
= ∆(Ekin + Epot )
= ∆Emech
• Fahrrad-Felge
• Wasserrad
5.5. ENERGIEERHALTUNG 77
Wasser, welches gleichmäßig aus einem Kanister fließt wird aus verschie-
denen Höhen auf ein Wasserrad laufen gelassen. Dabei stellt man fest, daß
das Wasserrad sich umso schneller dreht, je höher der Kanister steht.
• Rotierende Stange
Ein Faden wird um die Drehachse einer Stange gewickelt; am Ende des
Fadens ist ein Gewicht befestigt. Das Gewicht wird nun aus der Ruhe
losgelassen, es bewegt sich nach unten, gleichzeitig wird die Stange in Ro-
tation versetzt.
Ein Fußballspieler schießt einen Ball unter einem Winkel von 60o vom Dach
eines 12m hohen Gebäudes.
1) Wie hoch fliegt der Ball?
2) Wie groß ist vE am Ende (Endgeschwindigkeit)
Energieerhaltungssatz
(in Tipler Kap. 5.5)
Dabei gleitet der Block mit bestehender Reibungskraft auf der Platte;
Die Platte selbst gleitet reibugnsfrei auf der Unterlage
80 KAPITEL 5. ENERGIE UND ARBEIT
= mg cos(90o − θ) · s
= mg sin θ · s
1 2
mg sin θ · s = mvE + µR,g mg cos θ
2
MJ
∆Echem = −31, 8 · ∆v
l
∆v mgh
=
s 0, 15 · 31, 8 MJ
l ·s
2000kg · 9, 81 sm2 h
= 6 J
·
0, 15 · 31, 8 · 10 l s
∆v 3 · 103
≈
s 0, 15 · 3 · 107
l h
= 6, 6 · 10−4 ·
m s
l h
= 66 ·
100km s
h
ist die Steigung des Bergs. Für 5% Steigung ergibt sich ein Mehrverbrauch
s
von
∆v l
= 3, 3
s 100km
Kapitel 6
Impuls
6.1 Impulserhaltung
(siehe Tipler Kap. 6.1)
Impuls:
m
p~ = m · ~v [p] = kg · (6.1)
s
d~
p d(m~v ) d~v
= =m = m~a = F~ (6.2)
dt dt dt
Dies ist die ursprüngliche Formulierung des 2. Newton’schen Axioms
d~
p
F~ = (6.3)
dt
n n
!
X d~
p d X
F~ext,i = F~ext = = m~vi (6.4)
i=1
dt dt i=1
n
X
Wenn F~ext = 0 ⇒ p~ = m~vi = const, “Impulserhaltungssatz”
i=1
Impulserhaltungssatz in Worten:
Wenn die Summe aller äußeren Kräfte auf ein System null ist, dann bleibt der
Gesamtimpuls des Systems konstant.
83
84 KAPITEL 6. IMPULS
2. Wurf:
Versuch:
• Kugelpendel
Kugel 1 der Masse m wird ausgelenkt und stößt gegen (die ruhende)
Kugel 2 der gleichen Masse. Man beobachtet dass Kugel 1 nach dem
Stoß ruht, Kugel 2 schwingt bis zur Ausgangshöhe der Kugel 1.
2. Die selben Kugeln stoßen inelastisch, dazu wird die erste Kugel mit
etwas Klebstoff versehen. Man beobachtet dass die Kugeln nach dem
Stoß zusammenhängen, die erreichte Höhe ist weniger als die Aus-
gangshöhe von Kugel 1.
3. Elastischer Stoß ungleicher Massen, m1 = 3m, und m2 = m
Man beobachtet dass Kugel 1 nach dem Stoß nicht zur Ruhe kommt,
sondern mit verminderter Höhe weiter schwingt, Kugel 2 erreicht
die Ausgangshöhe von Kugel 2. Wenn umgekehrt die leichtere Kugel
86 KAPITEL 6. IMPULS
• Flummispieß
• Luftkissenbahn
Zwei wägen variabler Masse bewegen sich reibungsfrei auf einer Luftkis-
senbahn, dabei lässt man sie sowohl elastisch als auch inelastisch stoßen.
Die Beobachtungen sind analog zu den Stößen des Kugelpendels.
6.2 Kraftstoß
(siehe Tipler Kap. 6.3)
Zt2 Zt2
d~
p
∆~
p= F~ dt = dt = p~2 − p~1 (6.5)
dt
t1 t1
6.3. INELASTISCHER STOSS 87
Mittlere Kraft:
Zt2
1 ∆~
p
< F~ >= F~ (t) dt = (6.6)
∆t ∆t
t1
∆p
<F >= Betrag da in 1 Dim.
∆t
m
∆p = −80kg · 25= −2000Ns
s
∆x 1m
∆t = = = 0, 08s (Im Tipler falsch!)
<v> 12, 5 m
s
< F > = −25kN
(4, 0 ms · 3, 0kg)2
Ekin,A = = 24J
2 · 3, 0kg
144
Ekin,E = J (Impuls ist erhalten!)
2 · 63
= 1, 1J
6.3. INELASTISCHER STOSS 89
∆x2
∆h =
l
Ekin = Epot (Energieerhaltung)
1 2 ∆x2
(m1 + m2 )vE = (m1 + m2 ) · g · ∆h = (m1 + m2 ) · g ·
2 2l
2 g 2
⇒ vE = ∆x
l
m1 v1,A = (m1 + m2 )vE (Impulserhaltung)
r
m1 + m2 m1 + m2 g
v1,A = vE = ∆x
m1 m1 l
r
122, 5 9, 81 1
= · · ∆x
0, 5 0, 84 s
∆x
= 837, 26 ·
s
Gegeben: vL , mL , mP , θ
Frage: Kann die Geschwindigkeit des PKW ~vP,A bestimmt werden?
Nach dem Crash hängen beide Fahrzeuge an- bzw ineinander, d.h. hierbei han-
delt es sich um einen inelastischen, nicht zentralen Stoß. Es gilt
Komponentenweise Betrachtung:
x-Komponente: mP vP,A = (mP + mL )vE cos θ
y-Komponente: mL vL,A = (mP + mL )vE sin θ
Damit gilt
mL vL,A sin θ
= = tan θ
mP vP,A cos θ
Antwort: Ja
Die kinetische Energie bleibt erhalten, d.h. die gesamte kinetische Energie nach
dem Stoß ist gleich der gesamten kinetischen Energie vor dem Stoß (siehe z.B.
im Versuch Kugelpendel elastischer Stoß).
Eindimensionaler Fall:
1 2 1 2 1 2 1 2
m1 v1,A + m2 v2,A = m1 v1,E + m2 v2,E (6.13)
2 2 2 2
2 2 2 2
⇔ m2 (v2,E − v2,A ) = m1 (v1,A − v1,E )
m2 (v2,E − v2,A )(v2,E + v2,A ) = m1 (v1,A − v1,E )(v1,A + v1,E ) (6.14)
Elastizitätszahl:
v1,E − v2,E
e= (6.23)
v2,A−v1,A
Beim vollkommen elastischen Stoß gilt e = 1, für den vollkommen inelastischen
Stoß entsprechend e = 0
Kapitel 7
Mechanik deformierbarer
Körper
∆l
ε= Dehnung (7.1)
l
Fn
σ= Spannung (7.2)
A
93
94 KAPITEL 7. MECHANIK DEFORMIERBARER KÖRPER
Elastizitätsmodul:
Fn
σ
E= = A (7.3)
ε ∆l
l
Querkontraktion:
∆d
µ=− d Poisson-Zahl (7.4)
∆l
l
7.2. KOMPRESSION 95
∆V ∆V
= 2
V d l
∆l ∆d
= +2
l d
∆l ∆d l
= (1 + 2 · ) (7.5)
l d ∆l
= ε(1 − 2µ) (7.6)
∆V
≥0 ⇒ µ ≤ 0, 5 (7.7)
V
Gummi: µ = 0, 5
Metalle: µ = 0, 33
Kork: µ = 0
7.2 Kompression
(Tipler Kap. 9.2)
∆l
<0
l
∆d
>0
d
Fn
∆V p
=− A = (7.8)
V K K
96 KAPITEL 7. MECHANIK DEFORMIERBARER KÖRPER
F
p= : Druck
A
Komporessionsmodul
E
K= (7.9)
3(1 − 2µ)
7.3 Scherung
(siehe Tipler Kap. 9.3)
Schubmodul
Ft
τ Scherspannung
G= = A = (7.10)
γ ∆x Scherung
l
N
[G] =
m2
E
= 1 − 2µ (7.11)
3K
E
=1+µ (7.12)
2G
Kapitel 8
Flüssigkeiten/Fluide
8.1 Dichte
(siehe Tipler Kap. 10.1)
dm
ρ= (8.1)
dV
kg
[ρ] =
m3
Einige Werte:
kg g
ρ(W asser) = 1000 3 = 1 3
m cm
kg
ρ(Gold) = 19300 3
m
8.2 Druck
(siehe Tipler Kap. 10.2)
F
p= (8.2)
A
N
[p] =
m2
N
1Pa = 1 2
m
1bar = 103 mbar = 100kPa
97
98 KAPITEL 8. FLÜSSIGKEITEN/FLUIDE
FG = m · g = ρ · V · g = ρ · A · ∆h · g (8.3)
p · A − p0 · A = ρ · A · ∆h · g (8.4)
p = p0 + ρ · g · ∆h (8.5)
Der Druck im Wasser hängt nur von der Höhe der Wassersäule ab, nicht von
dessen Geometrie.
8.2. DRUCK 99
F1 F2
= (8.6)
A1 A2
V = h1 A1 = h2 A2 (8.7)
A1
W = F1 h1 = F2 h2 = F2 h1 (8.8)
A2
100 KAPITEL 8. FLÜSSIGKEITEN/FLUIDE
8.3 Auftrieb
Auftriebskraft:
F1 + F2 = m · ρ · ∆V = −p · A − (p + m · g · ∆h) · A (8.9)
Offenes Manometer
p = p0 + ρ · g · ∆h
pA − (p + dp)A − dm · g = 0 (8.10)
dm = ρ · A · dh (8.11)
⇒ −A dp − ρgA dh = 0 (8.12)
dp = −ρg dh (8.13)
ρ0
Sei ρ(p) = p
p0
ρ0
dp = −p g dh (8.14)
p0
1 ρ0
⇔ dp = − g dh (8.15)
p p0
p
Z E ZhE
1 ρ0
⇒ dp = − g dh (8.16)
p p0
p0 0
pE ρ0
⇒ ln = − ghE (8.17)
p0 p0
Umbenennen der variablen Größen: pE → p und hE → h, danach Anwenden
der Exponentialfunktion exp(), so erhält man die Barometrische Höhenformel:
ρ0
p = p0 · e− p0 gh (8.18)
In Worten:
Der Druck nimmt exponentiell mit der Höhe ab.
8.4. OBERFLÄCHENSPANNUNG 103
8.4 Oberflächenspannung
(siehe Tipler Kap. 10.4 “Molekulare Phänomene”)
W =σ·A (8.19)
σ: Oberflächenspannung
J
[σ] = 2
m
Benetzungswinkel
104 KAPITEL 8. FLÜSSIGKEITEN/FLUIDE
Indizes:
S: Solid
L: Liquid
SL: Kontaktfläche Solid-Liquid
Kapillarität
dEpot = dm · g · h = π · r2 · dh · ρ · g · h (8.22)
dW = (σS − σS L)2πr dh = σL cos θ 2πr dh (8.23)
2σL cos θ
h= (8.24)
rρg
Da die einströmende Menge gleich der ausströmenden Menge sein muss gilt
folgende Beziehung
A1 v1 = A2 v2 = IV (Volumenstrom) (8.25)
Im = ρ · IV (8.26)
m3 kg
[IV ] = und [Im ] =
s s
Versuch:
Wasser wird mit einer Pumpe, in einem geeigneten Gefäß in welches eingesehen
werden kann, durch einen sich verjüngenden Kanal geleitet. Die Strömung des
Wassers wird durch Einstreuen von Grieskörnern sichtbar gemacht. Es kann be-
obachtet werden, daß das Wasser an der Engstelle mit einer deutlich höheren
Geschwindigkeit strömt als an der breiten Stelle.
Bernoulli-Gleichung
8.5. BEWEGTE FLUIDE OHNE REIBUNG 107
dp dv
⇒ −A ∆l = ρ · A · ∆l
dx dt
dp dv dv dx
− =ρ =ρ
dx dt dx dt
dp dv
⇒− =ρ·v·
dx dx
Zx2 Zx2
dp dv
dx = −ρ v dx
dx dx
x1 x1
1 2 1 2
p(x2 ) − p(x1 ) = ρ v (x2 ) − v (x1 )
2 2
Umstellen ergibt
1 1
p2 + ρv22 = p1 + ρv12 (8.29)
2 2
1
p + ρv 2 + ρ · g · h = const (8.30)
2
Spezialfälle:
• v=0 ⇒ p = p0 + ρ · g · h
• ∆p = 0
108 KAPITEL 8. FLÜSSIGKEITEN/FLUIDE
• ∆h = 0
v2 > v1 , p2 < p1
∆p = p1 − p2 = IV · R (8.31)
R: Strömungswiderstand
Viskosität
v·A
Fw = η (8.32)
z
v: Geschwindigkeit der sich bewegenden Platte
Nm s
η: Viskosität, [η] = 2 · = Pa · s
m m
Beim Fluß durch eine Röhre der Länge l mit Radius r entsteht der Strömungswi-
derstand R. Dieser kann für laminare Strömung (wirbelfrei, Gegenteil turbulente
Strömung) mit dem Gesetz von Hagen-Poiseuille bestimmt werden
8ηl
R= (8.33)
πr4
110 KAPITEL 8. FLÜSSIGKEITEN/FLUIDE
Newton’sche Reibung:
1
Fw = cAρv 2 (8.35)
2
c: Einheitsloser Formfaktor, abhängig von der Geometrie des Körpers, z.B.
c = 0, 4 für eine Kugel
A: Querschnittsfläche des Körpers, z.B. Kreisfläche für Kugel A = πr2
Schwingungen
Gleichgewichtslage bei x = 0
Fx = −k · x (9.1)
Mit dem 2. Newton’schen Axiom Fx = m · ax
max = −kx
d2 x k
⇔ 2
=− ·x DGL 2. Ordnung (9.2)
dt m
111
112 KAPITEL 9. SCHWINGUNGEN
rad
[ω] = 1 , dabei bedeutet rad “Radian”, rad ist keine Einheit, sondern sym-
s
bolisiert lediglich die Verwendung des Bogenmaß. Damit die Einheiten unter-
rad 1
einander aufgehen gilt =
s s
1
Frequenz: ν, [ν] = = 1Hz
s
Beispiele für verschiedene Anfangsbedingungen (bei t = 0):
1) vx,0 = 0 ⇒ −ωA sin δ = 0 ⇒ δ = 0
A cos 0 = x0 = A ⇒ x(t) = x0 cos(ωt)
2π 2π
T = =q
ω k
m
π
2) x0 = 0 ⇒ A cos δ = 0 ⇒ cos δ = 0 ⇒ δ =
2
π vx,0
−ωA sin = vx,0 ⇒ A = −
2 ω
v0,x π v0,x
x(t) = − cos(ωt + ) = sin(ωt)
ω 2 ω
ω hängt nur von k und m ab und ist unabhängig von der Amplitude A
114 KAPITEL 9. SCHWINGUNGEN
π
Phasenverschiebung: z.B. δ = ⇒ x(t) = A cos(ωt + π4 )
4
Ein parallel zur y-Achse stehender zylinderförmiger Körper führt auf einer ro-
tierenden Kreisscheibe eine Kreisbewegung aus (siehe Bild oben). Dabei wird
er von einem Scheinwerfer bestrahlt, der Schatten des Körpers wird an die
Wand projiziert. Man beobachtet daß der Schatten des Körpers eine Schwingung
ausführt. Um diese Vermutung zu bestärken kann ein Fadenpendel so eingestellt
werden, dass der Pendelkörper mit dem Schatten des kreisenden Körpers abso-
lut synchrone Schwingungen durchläuft.
1 2
Epot = kx
2
Wegen x = x(t) = A cos(ωt + δ) ⇒
1 2
Epot = kA cos2 (ωt + δ) (9.8)
2
1
Ekin = mv 2
2
dx(t)
Wegen v = v(t) = = −ωA sin(ωt + δ) ⇒
dt
1
Ekin = mω 2 A2 sin2 (ωt + δ) (9.9)
2
Mit mω 2 = k und der Beziehung sin2 ϕ + cos2 ϕ = 1 gilt für die mechanische
Energie
1
Emech = Epot + Ekin = kA2 = const (9.10)
2
116 KAPITEL 9. SCHWINGUNGEN
9.3. BEISPIELE FÜR SCHWINGENDE SYSTEME 117
d2 y
m = −ky + mg (9.11)
dt2
d2 y mg
Ruhelage: = 0 ⇒y0 =
dt2 k
y = y0 + y 0
dy dy 0
=
dt dt
d2 y d2 y 0
=
dt2 dt2
d2 y 0 mg
m 2 = −k(y0 + y 0 ) + mg = −k + y 0 + mg
dt k
d2 y 0
m 2 = −ky 0
dt
y = y0 + A cos(ωt + δ) (9.12)
118 KAPITEL 9. SCHWINGUNGEN
Pendel
(in Tipler 11.3 “mathematisches Pendel”)
d2 s
mg sin θ = m
dt2
2 2
d s d θ
2
=l 2
dt dt
In der zweiten Gleichung wurde verwendet daß die Bogenlänge bestimmt wird
durch s = l · θ, mit θ = θ(t).
Verwendet man in der ersten Gleichung die Kleinwinkelnäherung sin θ ≈ θ für
kleine Winkel ⇒
d2 θ
mgθ = ml 2 (9.13)
dt
Umstellen, kürzen und Lösen der DGL ergibt
Versuch:
Ein Pendel, an dessem unteren Ende ein schwenkbares Segel angebracht ist,
wird in der y-z-Ebene in Schwingung versetzt. Zuerst wird das Segel ebenfalls
in der x-y-Ebene ausgerichtet, sodaß die Luftreibung praktisch ausgeschaltet ist.
Man beobachtet dass die Amplitude der Schwingung (weitgehend) unverändert
bleibt.
Nun wird das Segel in die x-z-Ebene ausgerichtet. Das System wird erneut in
Schwingung versetzt. Man beobachtet ein rasches abklingen der Amplitude, je-
doch keine Veränderung der Frequenz.
FR = −b · v (9.17)
120 KAPITEL 9. SCHWINGUNGEN
1 2 1 t
Emech = kA = kA20 e− τ (9.18)
2 2
Die Bewegungsgleichung lautet:
dx d2 x
−kF · x − b · =m· 2 (9.19)
dt dt
d2 x dx
⇔m· +b· + kF · x = 0 (9.20)
dt2 dt
b
ẍ + · ẋ + ω02 · x = 0 (9.21)
m
ω0 : “Resonanzfrequenz, Eigenfrequenz”
Die e-Funktion ist stets ungleich 0, damit muss der Klammerterm Null ergeben.
Die sogenannte Charakteristische Gleichung lautet
b
λ2 + λ + ω02 = 0 (9.28)
m
Durch Lösen der quadratischen Gleichung erhält man
s 2
b b
λ=− ± − ω02 (9.29)
2m 2m
Der Fall der schwachen Dämpfung wird oben in Abbildung 11.21b dargestellt.
Auf die Herleitung der Lösung für den Fall der schwachen Dämpfung sei hier
verzichtet. Eine Lösung der DGL lautet
b
x(t) = A0 · e− 2m t cos(ω 0 t + δ) (9.30)
s 2
b
Dabei ist ω 0 = ω0 · 1 − . Bei sehr schwacher Dämpfung gilt ω 0 = ω0
2mω0
wegen b → 0
Energie:
1 2 1 b m
kA = kA0 e− m t ⇒ τ= (9.31)
2 2 b
Kritische Dämpfung:
1
bk = 2mω0 ⇒ τk = . Es gilt τk < τ < ∞
2ω0
Energie und Gütefaktor
t m
Emech = Emech,0 · e− τ τ= (9.32)
b
Gütefaktor Q (Quality):
Q = ω0 · τ (9.33)
dEmech 1
= − · Emech (9.34)
dt τ
∆Emech 1
= − · Emech (9.35)
T τ
∆Emech T 2π 2π
⇔− = = = (9.36)
Emech τ ω0 τ Q
2π
⇔Q= (9.37)
∆Emech
−
Emech
122 KAPITEL 9. SCHWINGUNGEN
Damit ein gedämpftes System über längere Zeit in Bewegung bleibt, muss man
ihm mechanische Energie zuführen. In einem solchen Fall spricht man von einer
angeregten oder erzwungenen Schwingung.
Die Bewegungsgleichung ist nun eine inhomogene DGL 2. Ordnung und lau-
tet
b F0
ẍ + ẋ + ω02 x = cos(ωt) (9.39)
m m
x(t) ist eine Lösung der DGL. Nach zweimaligem Ableiten nach t und Einsetzen
in die DGL erhält man
F0
A= p 2
(9.41)
m (ω0 − ω 2 )2 + b2 ω 2
2
bω
und tan δ = (9.42)
m(ω02 − ω 2 )
124 KAPITEL 9. SCHWINGUNGEN
vx = −ωA sin(ωt + δ)
π
In der Resonanz ist δ =
2
⇒ vx = ωA cos(ωt)
π
Die Leistung P ist maximal im Resonanzfall, also wenn F und v mit δ =
2
schwingen.
P =F ·v
Kapitel 10
Wellen
Transversalwelle
125
126 KAPITEL 10. WELLEN
Longitudinalwellen
Oberflächenwelle
Wellenfunktion
y = f (x − vt) (10.1)
Wellenbewegung in positiver x-Richtung mit Ausbreitungsgeschwindigkeit v
Wellengeschwindigkeit
• Seilauslenkung / Seilwelle :
s
Fs
v= (10.2)
µ
Fs : Zugkraft im Seil
µ: Dichte · Querschnitt: Lineare Massendichte
• Schallwelle: s
K
v= (10.3)
ρ
1
K: Kompressionsmodul; =: κ die Kompressibilität
K
ρ: Dichte des Mediums, in welchem sich die Welle ausbreitet
h: Wassertiefe
g: Erdbeschleunigung
Vorraussetzung für Flachwasserwellen: h < λ
m
Beispiel: Tsunami mit h = 5km, v = 800
s
Bem.: Die Tsunami ist formal eine Flachwasserwelle, da die Wellenberge
durchaus sehr ausgedehnt sind und die Wellenlänge der Tsunami sehr
viel länger als die Wassertiefe ist, was auch der Grund für die enorme
Wassermenge ist, welche die starken Überschwemmungen verursachen.
Schallgeschwindigkeit / Wellengleichung
dp
p + ∆p = p + ∆x
dx
dv
v + ∆v = v + ∆x (hier ist v die Geschwindigkeit der Luftmoleküle, nicht die
dx
Ausbreitungsgeschwindigkeit!)
129
dv dp
ρ · ∆x · A · = −A ∆x (10.5)
| {z } |{z} dt dx
m
a
dv 1 dp
=− (∗) (10.6)
dt ρ dx
dv
dV = A · ∆xdt (V = A · ∆x) (10.7)
dx
dV dv
= dt (10.8)
V dx
Mit der Definition des Kompressionsmoduls von Luft
∆p
K=− (10.9)
∆V
V
und dem Grenzübergang ∆V → 0 und ∆p → 0 folgt
∆V dv
dp = −K= −K dt (10.10)
V dx
dp dv
= −K (10.11)
dt dx
Leite die Glelichung (∗) nach t ab
∂2v 1 d2 p
=− (10.12)
∂t ∂x ρ dx2
Mit Gleichung (10.11) (diese erneut nach t ableiten) gilt aber auch
d2 p ∂2v
= −K (10.13)
dt2 ∂x ∂t
Nach dem “Satz von Schwarz” (Analysis II) sind die partiellen Ableitungen von
v vertauschbar, somit gilt
∂2v ∂2v
=
∂t ∂x ∂x ∂t
⇒ d2 p ρ d2 p Wellengleichung (I)
= (10.14)
dx2 K dt2
Ab jetzt beschreibt v wieder die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle!
d2 p d2 p
2
= 2 (10.15)
dx dξ
2
d p d2 p
2
= v2 2 (10.16)
dt dξ
130 KAPITEL 10. WELLEN
⇒ d2 p 1 d2 p Wellengleichung (II)
= (10.17)
dx2 v 2 dt2
Durch Vergleichen von (I) und (II) erhält man
s
K
v= (10.18)
ρ
Dimensionskotrolle: v
s u kg·m
N
m2
u 2 2 m
[v] = kg
= t mkg·s =
m3 m3
s
λ
v= (10.19)
T
Zu einem festen Zeitpunkt t gilt
2π
y(x) = A sin x = A sin(kx) (10.20)
λ
2π
k= : Wellenzahl
λ
d2 y d
= (kA cos(kx − ωt)) = −k 2 A sin(kx − ωt) (10.22)
dx2 dx
d2 y d
2
= (−ωA cos(kx − ωt)) = −ω 2 A sin(kx − ωt) (10.23)
dt dt
d2 y k 2 d2 y 1 k2 ω
= ⇒ = ⇒ v= (10.24)
dx2 ω 2 dt2 v2 ω2 k
Schallwellen
Druck p
p(x, t) = −pmax cos(kx − ωt) (10.26)
Wellenlänge Schall:
v 343 ms
λ= = = 1, 2m
f 285Hz
Hinweis: Manche Literatur, so auch das Lehrbuch von Tipler, verwendet “ν”
statt “f ” als Symbol für die Frequenz
1
< ∆E > = 2· < mv 2 >
2
ρ0 · ∆V · < ω 2 s2max sin2 (kx − ωt) >
1
= ρ0 ω 2 s2max ∆V (10.27)
2
Zur ersten Zeile: Es ist ungefär die Hälfte der Gesamtenergie kinetische Energie,
daher ist die gesamte mittlere Energie 2 mal kinetische Energie.
1
Weiter gilt < sin2 (. . . ) >= , da sin2 (. . . ) gleichmäßig zwischen 0 und 1 pen-
2
delt.
Leistung
∆E
<P >=
∆t
∆E
= v
∆x
∆V
z }| {
1 2 2
2 ρ0 ω smax · ∆x · A
= v
∆x
1
= ρ0 Aω 2 s2max · v (10.28)
2
Intensität
2
<P > 1 1 Pmax
I= = ρ0 ω 2 s2max · v = (10.29)
A 2 2 ρ0 v
10.3. DOPPLER-EFFEKT 133
<P >
I= (10.30)
4πr2
10.3 Doppler-Effekt
v ± vQ
λnach,vor = (v ± vQ )TQ = (10.32)
fQ
v
⇒ fE = fQ (10.33)
v ± vQ
vQ ist dabei die Geschwindigkeit mit der sich die Quelle relativ zum
Empfänger bewegt. λnach bezeichne die der Quelle nachlaufende Welle
(-), λvor bezeichne die der Quelle voranlaufende Welle (+)
2). vQ = 0, die Quelle ruht, der Empfänger bewegt sich relativ zur Quelle
v
vTE ± vE TE = λ = (10.34)
fQ
1 v ± vE
fE = = fQ (10.35)
TE v
3). Allgemein:
v ± vE
fE = fQ (10.36)
v ± vQ
Aufgrund der Symmetrie kann obige Gleichung umgeformt werden, da sie
(evtl) in folgender form einprägsamer ist
fE fQ
= (10.37)
v ± vE v ± vQ
Huygens’sches Prinzip:
Jeder Punkt einer bestehenden Wellenfront ist Ausgangspunkt einer neuen ku-
gelförmigen Elementarwelle, die sich mit derselben Geschwindigkeit und Fre-
quenz ausbreitet wie die ursprüngliche Wellenfront im betreffenden Medium.
Die Einhüllende aller Elementarwellen ergibt die Wellenfront zu einem späteren
Zeitpunkt.
Fermat’sches Prinzip:
Der Weg, den die Welle von einem Punkt zu einem anderen einschlägt, ist stets
derjenige, bei dem die dafür benötigte Zeitspanne minimal ist.
Bei Ausbreitung innerhalb ein und des selben Mediums ergibt das Fermat’sche
Prinzip eine Gerade (diese entspricht auch der kürzesten Verbindung), vorr-
ausgesetzt das Medium ist homogen und isotrop. Bei Übergang in ein anderes
Medium (z.B. 1. Teil Luft, 2. Teil Glas) nimmt die Welle einen für sie günstige-
ren Weg, nämlich gerade den Weg welcher die Zeitspanne minimiert. Durch die
Wahl des günstigsten Weges nach dem Fermat’schen Prinzips ist der Weg einer
Welle nicht notwendigerweise eine Gerade, also geometrisch kürzeste. Stichwort:
Reflexion und Brechung, diese sind Spezialfälle des Fermat’schen Prinzips.
10.4. WELLENAUSBREITUNG AN HINDERNISSEN 137
Dabei bezeichnet hein die Höhe des Wellenbergs der einlaufenden Welle, ht die
Höhe des Wellenbergs der transmittierten, und tr die Höhe der des Wellenbergs
der reflektierten Welle.
Aus den hi ergeben sich der Reflexionskoeffizient R und der Transmissionskoef-
fizient T
hr v2 − v1
R= = R < 0 für v2 < v1 (10.38)
hein v2 + v1
ht 2v2
T = = T >0 (10.39)
hein v2 + v1
P0 bezeichne die Leistung der einfallenden Welle. Dann nach Gleichung (10.28)
1
P0 = ρ1 Aω 2 s2ein v1 (10.40)
2
1
Pr = ρ1 Aω 2 R2 s2ein v1 (10.41)
2
1
Pt = ρ2 Aω 2 T 2 s2ein v2 (10.42)
2
Pr
= R2 (10.43)
P0
Pt ρ2 v2 2
= T (10.44)
P0 ρ1 v1
A: Amplitude
sein : Maximale Teilchenauslenkung der einlaufenden Welle (lineare Teilchen-
dichte, heißt in mancher Literatur, so auch im Lehrbuch von Tipler µ)
138 KAPITEL 10. WELLEN
Beugung
(in Kap. 12.5)
Treffen Wellen auf Hindernisse wie Spalte und Kanten, so werden sie an diesen
aus ihrer ursprünglichen Richtung abgelenkt. Dieses Phänomen wird Beugung
genannt (keine Grenzfläche von zwei Medien!)
Brechung
Bei Auftreffen auf die Grenzfläche zweier Medien unter einem Winkel θ, aus
dem langsameren Medium kommend, gibt es einen kritischen Winkel, der soge-
10.5. ÜBERLAGERUNG VON WELLEN 139
Treffen zwei oder mehrere Wellen gleichzeitig in einem Punkt ein, so spricht
man von Überlagerung bzw. Superposition. Für sich überlagernde Wellen gilt
das Superpositionsprinzip:
Wenn zwei oder mehr Wellen sich überlagern, ergibt sich die resultierende Welle
als algebraische Summe der einzelnen Auslenkungen.
Mathematisch ergibt sich, bei der Überlagerung von mehreren Wellen, die Wel-
lenfunktion der resultierenden Wellen als die algebraische Summe der einzelnen
Wellenfunktionen. (siehe dazu Tipler Bsp. 12.17)
Wellengleichung:
d2 y 1 d2 y
= (10.45)
dx2 v 2 dt2
Seien nun y1 und y2 zwei Lösungen der Wellengleichung. Damit ist auch die
Linearkombination y3 = C1 y1 +C2 y2 ebenfalls eine Lösung der Wellengleichung.
Der Einfachheit wegen und weil es einfach keinen Unterschied macht wird C1 =
C2 = 1 angenommen und es gilt
d2 y3 d2
= (y1 + y2 )
dx2 dx2
d2 y1 d2 y2
= 2
+
dx dx2
2
1 d y1 1 d2 y2
= 2 2 + 2 2
v dt v dt
1 d2 y1 d2 y2
= 2 +
v dt2 dt2
1 d2 y3
=
v 2 dt2
Interferenz
Es seien y1 und y2 zwei Wellen mit gleicher Frequenz ω und gleicher Wellenzahl
k, aber mit unterschiedlicher Phasenverschiebung δ, mit
y1 = A sin(kx − ωt)
y2 = A sin(kx − ωt + δ)
140 KAPITEL 10. WELLEN
1 1
sin θ1 + sin θ2 = 2 cos (θ1 − θ2 ) · sin (θ1 + θ2 ) (10.46)
2 2
Damit
1 1
y1 + y2 = 2A cos δ sin kx − ωt + δ (10.47)
2 2
Falls
δ = 0 : Konstruktive Interferenz
10.5. ÜBERLAGERUNG VON WELLEN 141
Schwebung
Die Schwebung sei hier anhand der Schallwelle über den Druck p dargestellt.
Es seien zwei (Schall-)Wellen gegeben für die die folgenden Gleichungen gel-
ten
1 2π
TSchwebung = (10.53)
2 ∆ω
2
fSchwebung = ∆f (10.54)
∆x
δ = k · ∆x = 2π (10.55)
λ
Formel () beschreibt den Zusammenhang zwischen der Phasendifferenz und dem
Gangunterschied
Kohärenz
(in Kap. 12.6)
In den Punkten, an denen der Gangunterschied der beiden Wellen ein ganz-
zahliges Vielfaches der Wellenlänge beträgt, ist die Interferenz destruktiv, weil
die Wellen um 180o gegeneinander phasenverschoben sind. In den Punkten,
in denen der Gangunterschied ein ungeradzahliges Vielfaches der halben Wel-
lenlänge beträgt, tritt konstruktive Interferenz auf, weil die Wellen in diesen
Punkten in Phase sind (die Phasendifferenz der Quellen von 180o wird durch
die Phasendifferenz von 180o aufgrund des Gangunterschieds ausgeglichen).
Ähnliche Interferenzmuster entstehen immer dann, wenn die Quellen in Phase
sind bzw. allgemeiner, wenn die Phasendifferenz der Quellen konstant bleibt.
Zwei solche Quellen heißen kohärent. Kohärente Schallquellen erhält man, in-
dem man zwei Lautsprecher an dieselbe Signalquelle und denselben Verstärker
anschließt.
Quellen, deren Phasendifferenz nicht konstant ist, sondern zufällig verteilt vari-
iert, heißen inkohärente Quellen. Es gibt mannigfache Beispiele für inkohären-
te Quellen, etwa zwei Lautsprecher, die durch unterschiedliche Verstärker ge-
speist, oder zwei Violinen, die von verschiedenen Spielern gespielt werden. Bei
inkohärenten Quellen schwankt die Interferenz an einem bestimmten Punkt sehr
schnell zwischen konstruktivem und destruktivem Fall, sodass kein stationäres
Muster entsteht, das sich beobachten ließe. Bei der Überlagerung von zwei oder
mehr Wellen aus inkohärenten Quellen ergibt sich die resultierende Intensität
als die Summe der von den einzelnen Quellen am jeweiligen Ort erzeugten In-
tensitäten.
Wenn sich Wellen nur in einem bestimmten räumlich begrenzten Gebiet aus-
breiten können – etwa die Wellen auf einer beidseitig eingespannten Klavier-
saite, die Schallwellen in einer Orgelpfeife oder die Lichtwellen in einem Laser
–, treten an beiden Enden des Gebiets Reflexionen auf. Dadurch breiten sich
die Wellen in zwei Richtungen aus und überlagern sich gemäß dem Superposi-
tionsprinzip. In Abhängigkeit von der Länge der Saite oder der Orgelpfeife gibt
es dann bestimmte Frequenzen, für die die Überlagerung zu einem stationären
Schwingungsmuster führt. Diese Muster heißen stehende Wellen.
Die Frequenzen, bei denen diese Muster auftreten, heißen Resonanzfrequen-
zen der Saite. Jede Resonanzfrequenz und ihre zugehörige Wellenfunktion wird
Schwingungsmode, oder kurz Mode, genannt.
Grundschwingung:
2l
λ1 = (10.56)
1
Diese heißt “erste Harmonische” oder “Fundamentale”. Die zugehörige soge-
nannte Eigenfrequenz f1 lautet
v
f1 = (10.57)
2l
2l
λ2 = (10.58)
2
2v
f2 = (10.59)
2l
2l
λ3 = (10.60)
3
3v
f3 = (10.61)
2l
146 KAPITEL 10. WELLEN
2l
λn = (10.62)
n
nv
fn = = n · f1 (10.63)
2l
Knoten am Einspannpunkt, die Rücklaufende Welle ist die Refelktierte der hin-
laufenden Wellen, diese überlagert sich mit der Hinlaufenden bei entsprechenden
Frequenzen zu einer stehenden Welle.
Damit (und mit der oben öfter mal benutzten trigonometrischen Beziehung)
Dies ist eine Ortsfeste Welle, d.h. sie läuft nicht in x-Richtung
10.6. STEHENDE WELLEN 147
sin(kx) = 0 (10.67)
kl = nπ (10.68)
2l 2π
= =λ (10.69)
n k
Orgelpfeife
(in 12.7 “Stehende Wellen”)
Wärmelehre
Der Begriff der “Temperatur”: Temperatur ist ein Maß für die innere (kine-
tische) Energie eines Körpers
Versuch:
– A: 0o C
– B: 70o C
• “U-Rohr-Termomether”
149
150 KAPITEL 11. WÄRMELEHRE
Durch Erwärmen, z.B. durch Auflegen einer Hand, des Gas-Behälters (im
Bild links) wird der im U-Rohr herrschende Druck erhöht, dadurch wird
der Flüssigkeitsspiegel auf der linken Seite nach unten gedrückt, auf der
(offenen und somit bei Atmosphärendruck) rechten Seite steigt dieser an.
Durch Abkühlen des Gas-Behälters, z.B. durch auftragen von Alkohol und
damit durch die entstehende “Verdunstungskälte”, wird entsprechend der
Druck im U-Rohr gesenkt, der Flüssigkeitsspiegel steigt in die andere Rich-
tung.
• Quecksilber-Thermometer
Durch die Wärmeausdehnung steigt oder sinkt der Quecksilberspiegel in
einem dünnen Glasrohr.
• Bimetall: Ein Bimetallstreifen wird schneckenförmig aufgewickelt. An sei-
nem oberen Ende wird ein Zeiger angebracht.
11.1. TEMPERATUR UND DER NULLTE HAUPTSATZ DER THERMODYNAMIK151
Z.B. Quecksilber-Thermometer:
Wie im Versuch beschrieben wird beim Quecksilber-Thermometer die Längenände-
rung der Hg-Säule bei Wärmeänderung ausgenutzt. Dazu wird das Thermome-
ter mit zwei charakteristischen Temperaturen geeicht (z.B. für die Celsius-Skala
der Gefrierpunkt (0o C) und der Siedepunkt (100o C) von Wasser), mit einer
Interpolations-Geraden können die restlichen Werte dazwischen und darüber
hinaus bestimmt werden:
LT − L0
TC = · 100o C (11.1)
L100 − L0
5 TF o
TC = oF
− 32 C
9
Siehe auch das Prinzip des “U-Rohr-Thermometers”. Nach der Eichugn kann
durch Druckbestimmung die Temperatur folgendermaßen bestimmt werden:
pT − p0
TC = · 100o C
p100 − p0
Bestimmung des Siedepunkts von Schwefel mit dem Gas-Thermometer und ver-
schiedenen Gasen:
Man erkennt, dass bei herabgesetzter Füllmenge an Gas, also bei geringer Gas-
dichte und geringem Druck im Kolben, die gemessenen Werte der Temperatur
für die verschiednene Gase sehr ähnlich sind, sogar beihnahe gleich und un-
abhängig vom verwendeten Gas. Man sagt auch dass sich Gase bei geringer
Dichte annähernd wie ein ideales Gas verhalten.
11.1. TEMPERATUR UND DER NULLTE HAUPTSATZ DER THERMODYNAMIK153
Kelvin-Skala:
Als erster Referenzpunkt der Kelvin-Skala wird der Tripelpunkt des Wassers
gewählt (da dieser sehr genau bestimmt werden kann), dieser liegt bei einer
Temperatur von 0, 01o C und einem Druck von 6, 105mbar; hier liegt das Wasser
sowohl in Form von Eis, als flüssiges Wasser, als auch als Wasserdampf gleich-
zeitig vor.
Temperaturen können mithilfe des Gasdrucks p in einem Gasthermometer kon-
stanten Volumens gemessen und in der Kelvin-Skala angegeben werden:
p
T = · 273, 16K
p3
Umrechnung Celsius-Kelvin:
TC
T = oC
+ 273, 15 K (11.2)
Bem.: Die Kelvin-Skala wird auch absolute Temperatur genannt. Ist T ohne
Indexangabe gegeben, so bedeutet dies die Angabe in Kelvin.
Es gibt einen absoluten Temperatur-Nullpunkt, welcher bei −273, 15o C = 0K
liegt.
Länge (Längenausdehnungskoeffizient):
1 dl
α= (11.3)
l dT
Volumen (Volumenausdehnungskoeffizient):
1 dV
β= (11.4)
V dT
Es ist β = 3α
Nun wird die Metallkugel stark erhitzt und es wird erneut versucht, die Ku-
gel durch die ursprünglich passgenaue Öffnung zu führen. Man beobachtet dass
die Kugel nicht mehr durch die Öffnung hindurch passt.
Versuch: Wärmesprenger
Ein Stab aus Gußeisen wird in eine Vorrichtung eingespannt (siehe Abbildung).
Die beiden äußeren Fixierungen sind fest. Am Ende der Mittelstange ist ein
Loch, durch welches der Stab vor der Fixierung geführt wird. Am unteren Ende
der Mittelstange kann mittels Flügelmutter die Spannung auf den Gußeisenstab
variiert werden. Nun wird die Mittelstange ständig mit einem Bunsenbrenner
11.2. THERMISCHER AUSDEHNUNGSKOEFFIZIENT 157
erhitzt. Durch die Wärmeausdehnung muss die Spannung der Stange ständig
nachgezogen werden. Nach einiger Zeit des beschriebenen Vorgehens lässt man
die Stange wieder abkühlen. Kurz darauf zerbricht der Eisenstab.
Erklärung: Durch das erneute Zusammenziehen der Mittelstange, welche beim
Erhitzen ständig nachgezogen wurde, wird eine enorme Kraft auf den Eisen-
stab ausgeübt. Dieser Effekt muss z.B. im Bereich des Maschinenbaus unbedingt
berücksichtigt werden da es ansonsten zu fatalen Schäden an der Maschine kom-
men kann!
Wasser hat seine höchste Dichte (geringstes Volumen) bei einer Temperatur
von 4o C. Unterhalb von 4o C dehnt sich das Wasser aus (auch in Form von Eis)
⇒Eis schwimmt auf dem Wasser. Ebenso oberhalb der 4o C.
158 KAPITEL 11. WÄRMELEHRE
Kapitel 12
Kinetische Gastheorie
Die Teilchen können nur in Form von Stößen miteinander wechselwirken, dabei
ist der einzelne Abstand unter den Teilchen sehr viel größer als die Größe der
Teilchen selbst.
159
160 KAPITEL 12. KINETISCHE GASTHEORIE
Boyle-Mariotte:
p · V = const (12.1)
Gay-Lussac:
p·V
= const (12.2)
T
mit n Teilchen:
p·V
= kB (Boltzmann-Konstante) (12.3)
n·T
J
mit kB = 1, 381 · 10−23
K
p · V = n · kB · T (12.4)
1
Setze n = ñ · nA , wobei nA = 6, 022 · 102 3 die Avogadro-Konstante. nA be-
mol
sagt, dass in einem mol eines beliebigen Stoffes die genannte Anzahl an Teilchen
enthalten ist. Dann ist ñ die Anzahl der mole.
Bsp.: nA Atome C12 wiegen 12g
p · V = ñ · R · T (12.5)
Einige Gase (z.B. Luft) bestehen aus mehreren Komponenten. Luftdruck ent-
steht dann aus den einzelnen “Parialdrücken” der Komponenten. Partialdrücke
können in idealen Gasen addiert werden
p − V -Diagramme:
162 KAPITEL 12. KINETISCHE GASTHEORIE
Diese Kurven nennt man “Isothermen”, sie sind Kurven konstanter Tempe-
ratur. Hier gilt T3 > T2 > T1
Impulsübertragung pro ∆t: Impuls eines Teilchens vor dem Stoß: −m|vx |
Impuls eines Teilchens nach dem Stoß: m|vx |
Impulsänderung eines Teilchens: 2m|vx |
Gesamtimpulsänderung: Impulsänderung eines Teilchens · Zahl der Teilchen
(oben), also
1n n
|∆~p| = 2m|vx | · ∆tA = mvx2 A∆t (12.7)
2V V
Druck: Kraft pro Fläche, und Kraft ist Impulsänderung pro Zeit, also
F 1 |∆~
p| n
p= = · = mvx2 (12.8)
A A ∆t V
12.3. DRUCK UND TEILCHENGESCHWINDIGKEIT 163
s
J
3 · 8, 314 mol·K · 300K
vrms = kg
0, 032 mol
s
J
= 484
kg
s
Nm
= 484
kg
s
kg · m · m
= 484
kg · s2
m
= 484
s
164 KAPITEL 12. KINETISCHE GASTHEORIE
12.4 Gleichverteilungssatz
(siehe Tipler Kap. 14.3)
“Im Gleichgewicht entfallen auf jeden Freiheitsgrad eine thermische Energie von
1
kB T pro Teilchen”
2
Im idealen Gas: 3 FHG (Freiheitsgrade) (Translationsbewegung in jede der
drei Raumrichtungen, aber keine Rotation da es einatomig ist, ebenso keine
Schwingung aus dem gleichen Grund). Beim realen Gas kommen Rotations-
und Schwingungs-FHGs dazu.
Wegstrecke v · t
n
Stöße mit π · d2 · v · t · Teilchen
V
Mittlerer Weg zwischen den einzelnen Stößen unter der Annahme dass die rest-
lichen Teilchen ruhen
vt
πd2 vt Vn
Da aber die restlichen Teilchen eines Gases sich ebenfalls bewegen wird der
1
Korrekturfaktor √ eingefügt, sodaß sich die mittlere freie Weglänge λ ergibt
2
zu
1
λ= √ (12.15)
πd Vn 2
2
Zur Beschreibung realer Gase muß die Zustandsgleichung für ideale Gase korri-
giert werden. Diese Korrektur wird im nächsten Kapitel in der “Van-der-Waals-
Gleichung” dargestellt.
añ2
p+ 2 (V − bñ) = ñRT (12.16)
V
Sättigungsdampfdruck: Der Druck, bei dem Gas und Flüssigkeit bei einer be-
stimmten Temperatur miteinander im Gleichgewicht stehen, wird Sättigungs-
dampfdruck genannt.
Siedepunkt: Temperatur, bei der der Sättigungsdampfdruck gleich dem Außen-
druck ist.
Kapitel 13
Q = m · c · ∆T (13.1)
c: spezifische Wärmekapazität
Molare Wärmekapazität C:
J
C = mmol · c [C] =
mol · K
Q = ñ · C · ∆T (13.2)
J
CH2 O = 75
mol · K
J
CM etall = 25
mol · K
167
168KAPITEL 13. WÄRME UND DER ERSTE HAUPTSATZ DER THERMODYNAMIK
Kaloriemetrie
Die Wärmeenergie die zum Schmelzen einer Substanzprobe der Masse m zu-
geführt werden muß, ohne daß eine Temperaturerhöhung eintritt, ist proportio-
nal zur Masse der Substanzprobe:
QS = m · λS (13.6)
Dabei heißt QS die “latente (Schmelz-)Wärme” → während eines Phasenüber-
gangs ist keine Temperaturerhöhung der Probe beobachtbar bis die Probe vollständig
geschmolzen ist (latent = versteckt, verborgen).
Analog gilt für das Verdampfen:
QD = m · λD (13.7)
Merke: Solange eine Probe gleichzeitig in flüssiger und in fester Form vorliegt
(oder allgemein während der Koexistenz zweier Phasen), so bleibt die Tempera-
tur trotz Zu- oder Abführen einer Wärmemenge Q konstant.
Versuch:
170KAPITEL 13. WÄRME UND DER ERSTE HAUPTSATZ DER THERMODYNAMIK
• Wasser (in einem Becher) wird mit Hilfe einer rotierenden Gabel schnell
gerührt. Mit einem empfindlichen Thermoelement kann ständig die Tem-
peratur des Wassers bestimmt werden. Man beobachetet einen (wenn auch
langsamen) Anstieg der Temperatur
• An/in einem Gummistopfen wird ein Thermoelement angebracht. Nun
schlägt man mit einem Hammer einige Male auf den Gummistopfen. Im
Anschluß kann ein deutlicher Anstieg der Temperatur festgestellt werden,
welcher aber auch relativ schnell wieder absinkt.
∆U = Q + W (13.8)
13.4 Volumenarbeit
(siehe Tipler Kap. 15.6)
F dx = p · A dx = p dV (13.9)
⇒ dW = −p dV (13.10)
Es wird hier die Arbeit betrachtet, die am System verrichtet wird. Diese ist
13.4. VOLUMENARBEIT 171
ZV2
W =− p dV (13.11)
V1
ZVE
Wisotherm = − p dV
VA
ZVE
ñRT
=− dV
V
VA
ZVE
1
= −ñRT dV (ñ, R, T = const)
V
VA
VE
= −ñRT ln
VA
VA
= ñRT ln (13.12)
VE
• isobar (p = const):
ZVE
W = −p dV = −p(VE − VA ) (13.13)
VA
dV = 0 ⇒ W = 0
1 1 1 1 1 2 1 2
E= mvx2 + mvy2 + mvz2 + kx2 + ky + kz (13.14)
2
| 2 {z 2 } |2 2 {z 2 }
3×Translation 3×Schwingung
insgesamt 6 Freiheitsgrade!
1
Mit dem Gleichverteilungssatz (auf jeden Freiheitsgrad entfallen kB T an Ener-
2
gie)
1
Umol = 6 · RT = 3RT (13.15)
2
J
Damit gilt C = 3R ≈ 25 (siehe molare Wärmekapazität von Metall)
mol · K
Unterscheide:
Bei Festkörpern und Flüssigkeiten kommt es bei Erwärmung nur zu einer ge-
ringfügigen Ausdehnung → cp ≈ cV .
Bei Gasen kommt es zu massiver Ausdehnung bei Erwärmung, sodaß cp > cV
174KAPITEL 13. WÄRME UND DER ERSTE HAUPTSATZ DER THERMODYNAMIK
∆U = Q + W
Q = ñCp ∆T
W = −p dV
⇒ ∆U = ñCp ∆T − p dV
⇒ ñCp dT = dU + p dV
ñCp dT = ñCV dT + p dV
p · V = ñRT
dp dV
V +p = ñR
dT dT
V dp + p dV = ñR dT
dp = 0 (Druck ist Konstant)
⇒ p dV = ñR dT
⇒ ñCp dT = ñCV dT + ñR dT
⇒ Cp = CV + R (13.17)
Einatomiges Gas:
1 1 1
U= mvx2 + mvy2 + mvz2 (13.18)
2 2 2
3
3 Freiheitsgrade → Umol = RT (13.19)
2
dU 3
⇒ CV = = R (13.20)
dT 2
5
⇒ Cp = R (13.21)
2
Zweiatomiges Gas:
Experimenteller Befund:
5
CV = R (13.22)
2
5 Freiheitsgrade (im weiteren mit FHG abgekürzt):
13.7. REVERSIBLE, ADIABATISCHE EXPANSION EINES GASES 175
Adiabatisch → Q = 0
dU = dQ + dW (13.23)
ñCV dT = 0 − p dV (13.24)
176KAPITEL 13. WÄRME UND DER ERSTE HAUPTSATZ DER THERMODYNAMIK
ñRT
Mit der Zustandsgleichung gilt p = , und damit
V
dV
ñCV dT = −ñRT
V
dT R dV
+ · =0
T CV V
R
⇒ ln T + ln V = C1 (const)
CV
R R
ln T + ln(V CV
) = ln(T · V CV
)
R
⇒T ·V CV
= C2 (const)
Cp
γ :=
CV
R Cp − CV Cp
⇒ = = −1=γ−1
CV CV CV
⇒ T · V γ−1 = C2
pV
mit T =
ñR
pV γ−1
⇒ V = C2
ñR
dW = dU − dQ = dU = ñCV dT (13.27)
pE VE − pA VA
Z
Wadiabatisch = ñCV dT = ñCV (TE − TA ) = (13.28)
γ−1
Im letzten Schritt wurde erneut die Zustandsgleichung für ideale Gase angewen-
det (auflösen nach T ).
R R
Einatomige Gase: γ = 1 + = 1 + 3 = 1, 666...
CV 2R
R R
Zweiatomige Gase: γ = 1 + = 1 + 5 = 1, 4
CV 2R
Schallwellengeschwindigkeit (in Tipler Kap. 15.9)
d dV
(pV γ ) = 0 = V γ + p · γV γ−1
dp dp
1 dV
1+ · γp = 0
V dp
dp
γp = −V
dV
dp
Erinnerung: Kompressionsmodul K = −V
dV
r
K
Es gilt vSchall =
ρ
ñmmol ñmmol mmol p
ρ= = ñRT =
V p
RT
und damit s r
γpRT γRT
vSchall = = (13.29)
mmol · p mmol
178KAPITEL 13. WÄRME UND DER ERSTE HAUPTSATZ DER THERMODYNAMIK
Kapitel 14
Thomson’sche Formulierung:
Kein System kann Energie in Form von Wärme einem einzelnen Reservoir ent-
nehmen und sie vollständig in Arbeit umsetzen, ohne dass gleichzeitig zusätzliche
Veränderungen im System oder in dessen Umgebung eintreten.
Clausius’sche Formulierung:
Ein Prozess, bei dem nur Wärmeenergie einem kälteren Reservoir entnommen
und dieselbe Menge an Wärmeenergie einem wärmeren Reservoir zugeführt wird,
ist unmöglich.
179
180 KAPITEL 14. DER 2. HAUPTSATZ DER THERMODYNAMIK
Otto-Kreis-Prozess:
14.1. WÄRMEKRAFTMASCHINEN UND DER 2. HAUPTSATZ 181
p − V −Diagramm Otto-Kreis-Prozess:
182 KAPITEL 14. DER 2. HAUPTSATZ DER THERMODYNAMIK
∆U = Qw + Qk + W = 0
−W = Qw + Qk
−W > 0 (an der Umwelt verrichtete Arbeit)
Qw > 0 (dem System zufließende Wärme)
Qk < 0 (vom System abfließende Wärme)
Wirkungsgrad ε:
−W
ε=
Qw
Qw + Qk
=
Qw
Qk
=1+
Qw
|Qk |
=1− (Qk < 0)
Qw
0<ε<1 (14.1)
|Qk |
ε=1−
Qw
|Qk | = ñCV |Ta − Td |
|Qw | = ñCV |Tc − Tb |
Va
Sei r := das Verdichtungsverhältnis
Vb
Mit Tc Vcγ−1 = Td Vdγ−1
Vdγ−1
⇒ Tc = Td = Td rγ−1
Vcγ−1
Tb = Ta rγ−1
Td − Ta 1
ε=1− γ−1 γ−1
= 1 − γ−1 (14.2)
Td r − Ta r r
Umwandlung von Wärme in mechanische Arbeit - Stirling Kreisprozeß
14.2. KÄLTEMASCHINE 183
14.2 Kältemaschine
(siehe Tipler Kap. 16.2)
Qk
ε= (14.3)
W
V2
Qw = ñRTw ln (aufgenommene Wärme)
V1
V3
|Qk | = ñRTk ln (abgegebene Wärme)
V4
Tw V2γ−1 = Tk V3γ−1
Tw V1γ−1 = Tk V4γ−1
γ−1 γ−1
V2 V3
=
V1 V4
V3 V2
⇒ ln = ln
V4 V1
|Qk | Tk
εcarnot = 1 − =1− (14.4)
Qw Tw
Außerdem
|Qk | Qw
= (14.5)
Tk Tw
14.4 Entropie
(siehe Tipler Kap. 16.5)
Entropieänderung
dQ
dS = (14.7)
T
ñCp dT dT
dS = = ñCp (14.8)
T T
J
[S] =
K
Die Änderung der Gesamtentropie ist gleich der Summe der Änderungen der
Entropie der einzelnen Teilsysteme 1, ..., N
N
X
∆Sges = ∆Si (14.9)
i=1
ZT2
1 TE
∆S1 = ñ1 Cp dT = ñ1 Cp · ln (14.10)
T T1
T1
T1 + T2
Zur Vereinfachung sei ñ1 = ñ2 = ñ und damit TE = .
2
Die Gesamtentropieänderung ergibt sich mittels ∆S1 + ∆S2 zu
T1 + T2 T1 + T2
∆S1 + ∆S2 = ñCp ln + ln
2T1 2T2
(T1 + T2 )2
= ñCp · ln
4T1 T2
2
T1 + 2T1 T2 + T22
= ñCp · ln
4T1 T2
1 T 1 1 T2
1
= ñCp · ln + +
4 T2 2 4 T1
| {z }
≥1
⇒ ∆S ≥ 0 (14.12)
Beispiel: 1 mol Wasser mit T1 = 20o C und 1 mol Wasser mit T2 = 100o C
erreichen nach dem Zusammenfügen eine Endtemperatur von TE = 60o C. Wie
groß ist die Gesamtentropieänderung bei diesem Prozess? (Temperatur in Kelvin
14.4. ENTROPIE 187
Q
∆Sw = −
Tw
Q
∆Sk =
Tk
|Q| |Q|
∆Sges = −
Tk Tw
>0
pV = ñRT
|Qw | |Qk |
=
Tw Tk
Irreversible Wärmeübertragung
14.5. ENTROPIE UND DIE VERFÜGBARKEIT DER ENERGIE 189
|Q| |Q|
Tk · ∆Sges = Tk −
Tk Tw
Tk
= |Q| · 1 −
Tw
= Q · εcarnot
= Wcarnot (14.13)
Tk
Dabei gibt der Term 1 − die Effizienz des Carnotprozesses an, d.h. “soviel
Tw
kann der Prozess leisten”
dU = dQ + dW = dQ − p dV (14.14)
(13.16) ñRT
dQ = ñCV dT + p dV = ñCV dT + dV (14.15)
V
dQ dT dV
dS = = ñCV + ñR (14.16)
ZT T V
dQ TE VE
∆S = = ñCV ln + ñR ln (14.17)
T TA VA
V2
∆SGas = ñR ln (14.18)
V1
ZV2 ZV2
1 V2
−Q = W = − p dV = −ñRT dV = −ñRT ln (14.19)
V V1
V1 V1
−∆Q
∆Sges = ∆SGas + ∆SU mgebung = ∆SGas + =0 (14.20)
T
dQ = 0 bzw. (∆)Q = 0
p dV = 0 → W = 0 (Arbeit gegen Vakuum = 0)
→ U1 = U2 ↔ T1 = T2
V2
∆Sges = ∆SGas = ñR ln >0 (14.21)
V1
Die Entropie ist eine Zustandsgröße, damit ist die Entropieänderung eine Zu-
standsänderung
Durch Fortführen dieser Kette erhält man für die Wahrscheinlichkeit, daß sich
alle n = ñ · nA von n Teilchen in V1 aufhalten
ñnA
V1
P =
V2
(eine verdammt kleine Zahl, da die Anzahl der Teilchen in der Realität ver-
dammt groß ist, siehe die Avogadro-Konstante).
Es ist
ñnA
V1 V1 V1
kB ln P = kB ln = kB · nA · ñ · ln = ñR ln = −∆Sges
V2 V2 V2
Damit ergibt sich für die makroskopische Entropieänderung aufgrund der mi-
kroskopischen Zustandsänderung der Gasteilchen zu
∆S = kB ln P
Wärmeübertragung
15.1 Übertragungsarten
(siehe Tipler Kap. 17.1)
• Konvektion → Stofftransport
15.2 Wärmeleitung
(siehe Tipler Kap. 17.2)
Wärmestrom :
∆Q
I= (15.1)
∆t
J
[I] = W =
s
∆T
Temperaturgradient :
∆x
∆T
Die Änderung der Temperatur pro Längeneinheit, , heißt Temperaturgra-
∆x
dient. Der Temperaturgradient ist ein Vektor, dessen Richtung diejenige der
stärksten Temperaturdifferenz ist. Sein Betrag ist der Quotient aus der Tempe-
raturdifferenz und dem Abstand in dieser Richtung.
193
194 KAPITEL 15. WÄRMEÜBERTRAGUNG
∆T ∆T
I ∝A· ⇒ I =k·A· (15.2)
∆x ∆x
Wärmewiderstand
∆x
R= (15.3)
k·A
|∆T |
I= (15.4)
R
Es gilt
|∆T |
I= (15.6)
Rges
n
X
R= Ri (15.7)
i=1
n
X
I= Ii = I1 + I2 + . . . (15.8)
i=1
Mit Gleichung (15.4) gilt
|∆T | |∆T | 1 1
I= + + · · · = |∆T | + + ... (15.9)
R1 R2 R1 R2
Somit folgt für den Gesamtwärmewiderstand R = Rges der “Parallelschaltung”
von n Schichten
n
1 1 1 X 1
= + + ··· = (15.10)
R R1 R2 i=1
Ri
15.3 Konvektion
(siehe Tipler Kap. 17.3)
15.4. WÄRMESTRAHLUNG 197
15.4 Wärmestrahlung
(siehe Tipler Kap. 17.4)
Darin ist Pe die abgestrahlte (emittierte) Leistung, A die Oberfläche und T die
absolute Temperatur. Die Größe e, der Emissionsgrad der betreffenden Ober-
fläche, liegt zwischen 0 und 1 und hängt von deren Beschaffenheit ab. Der Faktor
σ ist die Stefan-Boltzmann-Konstante. Sie hat den Wert
W
σ = 5, 6703 · 10−8
m2 K4
Wenn ein Körper Wärme mit einer höheren Leistung abstrahlt, als er durch
Absorption aufnimmt, kühlt er sich dadurch ab, und die Umgebung erwärmt
sich dabei, da sie netto mehr Strahlungsleistung vom Körper aufnimmt, als sie
an ihn abgibt.
Umgekehrt erwärmt sich der Körper, wenn er mehr Strahlungsleistung auf-
nimmt, als er abgibt, wobei sich die Umgebung abkühlt. Die Nettostrahlungs-
leistung eines Körpers, der die Temperatur T hat und sich in einer Umgebung
mit der Temperatur T0 befindet, ist:
Wenn sich ein Körper in thermischem Gleichgewicht mit seiner Umgebung be-
findet, so haben beide die Temperatur T = T0 , und der Körper absorbiert eine
ebenso hohe Strahlungsleistung, wie er emittiert, das bedeutet a = e.
Der Bereich innerhalb des dünnen Rechtecks markiert ungefähr den Bereich
des Sichtbaren Lichts.
Kapitel 16
Vakuumlichtgeschwindigkeit:
m
c = 3 · 108 (16.1)
s
Lichtgeschwindigkeit im Medium:
c
cn = (16.2)
n
wobei n im späteren Verlauf der Vorlesung Brechungsindex des Mediums ge-
nannt wird; der Brechungsindex ist eine materialbehaftete größe.
199
200 KAPITEL 16. OPTIK - EIGENSCHAFTEN DES LICHTS
Reflexionsgesetz:
θ1 = θ10 (16.4)
In Worten: Einfallswinkel = Ausfallswinkel
Der Lichtstrahl der, aus dem optisch dünneren Medium (z.B. Luft) kommend,
in das optisch dichtere Medium (z.B. Glas) eindringt wird gebrochen und als
gebrochener Strahl bezeichnet, der Brechungswinkel ist in der Abbildung θ2 mit
θ2 < θ1 , der Strahl wird also zum Einfallslot hingebrochen.
Trifft andersherum der Lichtstrahl aus dem optisch dichteren Medium kommend
auf die Grenzfläche zum optisch dünneren Medium wird er vom Einfallslot weg-
gebrochen, mehr dazu später.
Snellius’sches Brechungsgesetz:
Beim Übergang in das Medium n2 bleibt die Frequenz konstant, es ändert sich
die Lichtgeschwindigkeit, und mit (16.3) folgt, daß sich die Wellenlänge ändern
muß.
Reflektierte Intensität
2
n1 − n2
IR = I0 (16.7)
n1 + n2
Totalreflexion
θk : Kritischer Winkel → θk ist der Einfallswinkel, bei dem gerade kein gebroche-
ner Strahl mehr aus dem Medium austritt, man kann sagen der Austrittswinkel
beträgt 90o .
Mit dem Snellius’schen Brechungsgesetz gilt für den kritischen Winkel folgender
Zusammenhang
wobei natürlich n1 > n2 gilt. Der kritische Winkel θk wird auch als Grenzwin-
kel der Totalreflexion bezeichnet.
Die Brechzahl jeder Substanz ist geringfügig von der Wellenlänge des einfal-
lenden Lichts abhängig. In den meisten Fällen nimmt sie mit steigender Wel-
lenlänge leicht ab (Abbildung 28.16). Die Abhängigkeit der Brechzahl von der
Wellenlänge und daher auch von der Frequenz nennt man Dispersion.
Trifft weißes Licht aus der Luft schräg auf eine Glasfläche, ist der Brechungs-
winkel umso kleiner, je geringer die Wellenlänge ist. Kurzwelliges violettes Licht
wird daher stärker zum Einfallslot hin gebrochen als langwelliges rotes Licht.
Daher wird weißes Licht in einem Glasprisma in seine verschiedenen Kompo-
nenten bzw. Spektralfarben zerlegt (Abbildung 28.17).
Der Regenbogen
Der Regenbogen ist das uns vielleicht vertrauteste Beispiel der Dispersion, in die-
sem Fall von Sonnenlicht. In Abbildung 28.18 ist das Prinzip der Konstruktion
dargestellt, mit der René Descartes in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts das
16.2. REFLEXION UND BRECHUNG 203
Der Abbildung können wir entnehmen, dass der Winkel der austretenden Strah-
len gegen den Durchmesser zunächst umso größer wird, je weiter der eintreten-
de Strahl vom Mittelpunkt entfernt ist. Bei einem bestimmten Abstand vom
Mittelpunkt (Strahl 7 in der Abbildung) erreicht dieser Winkel ein Maximum
und wird dann wieder kleiner. Die Häufung der Strahlen nahe dem maximalen
Austrittswinkel (bei Strahl 7) führt letztlich zum Regenbogen. Anhand seiner
Konstruktion, der ebenfalls das Brechungsgesetz zugrunde liegt, konnte Descar-
tes zeigen, dass der maximale Austrittswinkel ungefähr 42o beträgt. Um einen
Regenbogen zu beobachten, müssen wir somit auf diejenigen Wassertropfen bli-
cken, die wir unter einem Winkel von 42o gegen die Richtung des von hinten
kommenden Sonnenlichts sehen (Abbildung 28.19).
Die Auftrennung der Farben im Regenbogen rührt daher, dass beim Wasser
– wie bei allen durchsichtigen Materialien – die Brechzahl geringfügig von der
Lichtwellenlänge abhängt. Daher ändert sich der Beobachtungswinkel des Re-
genbogens geringfügig mit der Wellenlänge. Der gesamte Regenbogen setzt sich
aus Lichtstrahlen zusammen, die in sehr vielen Wassertropfen gebrochen und
reflektiert werden (Abbildung 28.20). Die Farbe, die wir unter einem bestimm-
204 KAPITEL 16. OPTIK - EIGENSCHAFTEN DES LICHTS
ten Beobachtungswinkel sehen, entspricht jeweils der Wellenlänge, für die der
Ablenkungswinkel nach Abbildung 28.18 maximal ist. Da die Brechzahl für ro-
tes Licht kleiner ist als für blaues Licht, liegt der rote Streifen des Regenbogens
bei einem etwas größeren Beobachtungswinkel als der blaue Teil. Deswegen ist
der Regenbogen außen rot und innen violett.
16.3 Polarisation
(siehe Tipler Kap. 28.5)
Eine elektromagnetische Welle wird als linear polarisiert bezeichnet, wenn das
~
E-Feld , welches senkrecht zur transversalen Ausbreitungsrichtung schwingt,
nur in einer Ebene schwingt. Weitere Polarisationsmöglichkeiten siehe in ver-
schiedenen Lehrbüchern der Physik (Optik).
Die Intensität I eines Lichtstrahls ist proportional zum Quadrat des Elektri-
schen Feldes E, also
I ∝ |E|2
16.3. POLARISATION 205
In der gezeigten Abbildung 28.32 ist I0 die (unpolarisierte) Intensität der einfal-
lenden Welle. I1 ist die Intensität der linear polarisierten Welle nach der ersten
Polarisationsfolie. I2 ist demnach die Intensität der Welle hinter der zweiten
Polarisationsfolie. Für die Intensität I2 gilt
Maul’sches Gesetz:
I2 = I1 cos2 θ (16.9)
θ: Der Winkel um den die zweite Polarisationsfolie zur Polarisation der dort
einfallenden (linear polarisierten) Welle geneigt ist.
Der Einfallswinkel θp , bei welchem der reflektierte und der gebrochene Strahl
einen Winkel von genau 90o einschließen, wird “Brewster Winkel” genannt.
Trifft eine unpolarisierte Lichtwelle, welche E-Feldkomponenten parallel und
senkrecht zur Einfallsebene hat, unter dem Brewster Winkel auf das brechende
(und reflektierende) Medium, so bleibt der gebrochene Strahl, wie der Einfal-
lende weiterhin unpolarisiert, jedoch besitzt die reflektierte Welle nur noch E-
Feldkomponenten, welche senkrecht zur Einfallsebene stehen.
Der Brewster Winkel lässt sich folgendermaßen durch die Brechungsindizes der
206 KAPITEL 16. OPTIK - EIGENSCHAFTEN DES LICHTS
n2
tan θp = (16.10)
n1
Trifft eine bereits polarisierte Welle (linear polarisiert parallel zur Einfallsebene)
unter dem Brewster Winkel auf die Grenzfläche, so wird kein Licht refelktiert.
Für mehr Information sei auf das entsprechende Kapitel im Lehrbuch verwiesen.
Eine kurze und ungenaue Darstellung des Phänomens:
Ein Molekül, welches als Streuzentrum dient, wird durch das Auftreffen von
Licht (EM-Welle) angeregt. Durch diese Anregung wird ein Hüllenelektron in
einen energetisch höheren Zustand versetzt. Durch “Zurückspringen” in den
energetisch tieferen Urzustand des Elektrons, sendet das Molekül selbst wieder
Wellen gleicher Wellenlänge und gleicher Frequenz aus, allerdings in polarisier-
ter Form, wie in der Abbildung dargestellt.
Geometrische Optik
17.1 Linsen
(siehe Tipler Kap. 29.2)
G: Gegenstandsgröße
g: Gegenstandsweite
B: Bildgröße
b: Bildweite
n1 n2 n2 − n1
+ = (17.1)
g b r
g > 0 Gegenstand in n1
b > 0 Bild in n2
r > 0 Krümmungsradius zum Mittelpunkt des Mediums n2
209
210 KAPITEL 17. GEOMETRISCHE OPTIK
Vergrößerung:
B n1 b
V = =− (17.2)
G n2 g
Gegebene Werte:
r = 15cm (Radius der Glaskugel)
g = 10cm
n1 , 00 = 1, n2 = 1, 33
n1 n2 n2 − n1
+ =
g b r
r n1
⇔b= + n2
n2 − n1 g
⇒ b = −17, 1cm
⇒ V = 1, 29
Das Bild der Katze scheint weiter weg als die Katze wirklich ist, außerdem er-
scheint das Bild der Katze größer. Da sich der Gegenstad (Katze) und das Bild
auf der selben Seite des Brechenden Mediums (Glaskugel) befinden, spricht man
von einem virtuellen Bild.
Dünne Linsen
17.1. LINSEN 211
nLuf t n n − nLuf t
+ =
g b1 r1
n nLuf t nLuf t − n
+ = mit (17.1)
−b1 b r2
Damit
1 1 n 1 1
+ = −1 − (17.3)
g b nLuf t r1 r2
Dünne Linsen - Paralleler Einfall von Licht unter einem kleinen Win-
kel
Brechkraft:
1
D= (17.6)
f
(reelles Bild!)
Vergrößerung:
B b
V = =− (17.7)
G g
3
Beispiel: g = f
2
214 KAPITEL 17. GEOMETRISCHE OPTIK
1 1 1
= +
f g b
2 1
= +
3f b
⇒ b = 3f
3f · 2
V =− = −2
3f
Mehrere Linsen
Linsenkombinationen
1 1 1
= + (17.8)
f f1 f2
D = D1 + D2 (17.9)
17.2 Abbildungsfehler
(siehe Tipler Kap. 29.3)
Sphärische Abberation:
17.3. OPTISCHE INSTRUMENTE 215
Chromatische Abberation:
Das Auge
f ≤ 2, 5cm einstellbar
Weitsichtigkeit
216 KAPITEL 17. GEOMETRISCHE OPTIK
1 1 1 1 1
= + = + = 2, 7dpt
f g b 25cm −75cm
b
V =− =3
g
B
φ=
2, 5cm
G
ε=
g
G B 2, 5cm G
≈ ⇒ B= ·
g 2, 5cm n g
ε s0
VL = = (17.10)
ε0 s
Optisches Mikroskop
218 KAPITEL 17. GEOMETRISCHE OPTIK
Es gilt
G
tan β = (17.11)
fOb
B l
VOb = =− (17.12)
G fOb
s0
VOk = (17.13)
fOk
l s0
V = VOb · VOk = − · (17.14)
fOb fOk
l s0
V =− · = 180
fOb fOk
1 1 1
+ =
g b fOb
b = fOb + l = 18cm
⇒ g = 1, 3cm
Teleskop
17.3. OPTISCHE INSTRUMENTE 219
G B
tan εOb = =− ≈ εOb (17.15)
g fOb
B
tan εOk = ≈ εOk (17.16)
fOk
εOk fOb
V = =− (17.17)
εOb fOk
220 KAPITEL 17. GEOMETRISCHE OPTIK
Kapitel 18
2π∆x
mit δ = die sogenannte Phasendifferenz
λ
221
222 KAPITEL 18. INTERFERENZ UND BEUGUNG
Betrachte die obige Abbildung Abb. 30.1. Der Gangunterschied der beiden
Lichtwellen 1 und 2 beträgt ∆x = 2s. Damit besteht eine Phasendifferenz von
2π∆x 2s
δ= + π = 2π +π
λ2 λ2
λ1
Dabei gilt λ2 = , also λ2 ist die Wellenlänge des Lichts in Wasser, λ1 die
n2
Wellenlänge des Lichts in Luft, die Addition von π hat seinen Ursprung in dem
Phasensprung bei der Reflexion. Damit gilt für δ
2sn2
δ = 2π +π
λ1
Destruktive Interferenz
m∈N
18.2. INTERFERNZ AN DÜNNEN SCHICHTEN 223
m λ
s= m∈N (18.2)
2 n2
Newton’sche Ringe
λ0 1 λ
s= = (∗)
4 4 n2
2s (∗)
δ = 2π n2 + π − π = π (18.5)
λ
−π: wegen dem zweiten Phasensprung um π an der Grenzfläche n2 ↔ n3
d · sin θ
δ = 2π (18.6)
λ
18.3. INTERFERENZ AM DOPPELSPALT 225
Konstruktive Interferenz:
δ = m · 2π
m · λ = d · sin θ (18.7)
m: Beugungsordnung
α := kx − ωt
E1 = A sin(α + δ)
E2 = A sin(α)
E = E1 + E2 = A(sin(α) + sin(α + δ))
Unter Anwendung dieser Beziehung folgt für das elektrische Feld der Welle
1 1
E = 2A cos δ sin α + δ (18.9)
2 2
I ∝ E2
1
⇒ I(δ) ∝ 4A2 cos2 δ
2
1
I(δ) = 4I0 cos2 δ (18.10)
2
226 KAPITEL 18. INTERFERENZ UND BEUGUNG
sin θ
δ = 2πg (18.11)
λ
g sin θ = mλ (18.12)
m = 0, 1, 2, ...
g: Gitterkonstante
18.4. INTERFERENZ AM BEUGUNGSGITTER 227
Bei der Beugung an einer Kante dringt Licht in den geometrischen Schatten-
raum ein. Diese Tatsache folgt dem Huygen’schen Prinzip.
Fresnel-Scheibe