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Personen.
Graf von Eberbach . . one ee ees Barton,
Die Griifin, seine Gemahiin Mez20-Sopran.
Baron Kronthal, Bruder der Gratin Tenor.!7/
Baronin Freimann, cine junge Witwe, Sehwester des Giaien . Soprar
Nanette, ihr Kammermidehen : Mezzo-Sopran.
Baculus, Schulmeister auf dem Gute des Gralen Bas,
Gretchen, seine Brauy Sopran. — *
Pankratius, Haushofmeister aut-dem griflichen Schiosse Bat.
Dienerschaft und Jager des Grafen, Dorfbewohner, Schuljugend
Der erste Akt spielt in einem cine Stunde vom Scho gelegenen Lor;
ite und dritte Akt im Schlosse selbst,
Inhalt
Set
Zur Geschichte der Oper . 3
Ouvertiire ’
Erster Akt.
Su munter und [roblich wie heute. ]
ABCD, derJunggesellenstand tut wehj
+ 2 Duett. (Sopran und Bab) Lag Er doch héren
+ 3 Arie. (Sopran,) Auf des Lebens rasclien Wogen
ws 4 Quartet. (3 Soprane und Ba.) Was meint Ihr, lieber Freund
5. Jagdlied. (Tenor, Baritonund Mannerelior,) Seht dort den muntern Jiger
6. Finale. (Chor und Solo-Quintett), asset uns nach Hause gehen!
Zweiter Akt.
Nr. 7. Introduktion. (Chor) Nicht geplaudert! Achtgegeben!
» 8. DuettundKavatine. (Sopranund’Tenor,) Bleiben soll ich und stets Sie sehve
m9» Quintet, (2 Sopr.,Ten., Bar. und Bal.) Was seh ich? mir aus den Augen!
30, Duet. (Gopran und Tenor.) Ihr Weib? Mein teures Weib!
+ ME Quintett. (2 Sopr., Ten., Bar. und Rati.) Jeh habe Nummro Eins
+12. Arie, (Bab) Finftausend Teler!
Dritter Akt.
Nra3. Rezitativ und Arie. (Bariton.) Wie freundlich strahlt. . . 190
+14 Ensemble. (Fravenchor, Tenor und Ba.) Um die Laube zu schmieken 198
Terzett. (Sopran, Tenor und Bad.) Komm, liebes Gretchen, bekenne fei. . 209
Was seh ich! Alle Teufel! . . . . 220
Finale. (Chor und Solo-SSIES 2Si2SPSFPSEeS
Der Wildschiitz.
Zur Geschichte der Oper.
neck Kotzebue fret bearbeitt steht aut
Jdem Buche zum ,,Wildschiite in der ur-
spritnglichen Ausgabe vom Jahre 1843. Das
Kotzebuesche Stick ist das dreiaktige Lust.
spiel ,,Der Rehbock oder ,,Die schuldlosen
Sehuldbewulltens*, das 1815 im Druck erschien
und jahrzehntelang an allen Biibnen gespiclt
wurde, Die Personen sind: Der Graf — Die
Grifin. — Baron Wolkenstein, Bruder der
Grifin —~ Baronin Freysing, eine junge Witw:
Sohwester des Grafen — Nanette, ihr Kammer
midchen — Der Pachter Grauschimmel — Grete,
seine Frau. Die Handiung spiclt im ersten Akt
im Freien, im aweiten und dritten in cinem
Zimmer des Schlosses, das an das Billardzimmer
stout, Sie verliuft genau so, wie wir sie aus
der Oper kennen, und auch der Wortlaut des
Lustspiels ist zum gro¥en Teil in den Dialog
wic in den Gesangstext Gbergegangen. Und
doch, wie ganz anders ist der Eindruck beider
Werke, wenn man nur die Biicher vergleicht.
Fetix Mendelssohn schreibt unterm 10. Oktober
1830 von Venedig aus dber einen Verwandten
in Graz, der thm den zweifelhaften GenuB ver-
sehaffte, das Kotzebuesche Stick im dortigen
‘Theater au sehen, voller Entriistung: Aber
daB er mich abends ins Theater fuhete und
mich den ,Rehbock* schen lie, den ,Rehbock*,
der das Infamste, Verwerflichste, Blendeste ist,
was der selige Kotzebue geschafien hat, und
afer ihn doch ganz nett und etwas pikant |
fand, das muf ihm nicht vergeben werden,
dlenn der ,Rehbock' hat soviel haut gotit oder
daB or kaum fOr die Katze taugt*
Es ist eine seltsame Ironie des Schiclssals,
dal) gerade Mendelssohn, den das Stick so
entriistete, dazu beitragen mute, die komisehe
Wirkung der Oper au erhihen und so der Kotze-
bueschen Dichtung das Leben zu_verlingem,
Denn so verwachsen die Sophokles-Schwarmerei
der Frau Grifin Eberbach mit dem Stiick er
scheint, 80 findet sich doch bei Kotzebue nicht
eine Spur davon vor, und ohne Mendelssohis
wire wahrscheinlich auch Lortzing nicht auf
die Idee gekommen, die Grikomanie in seiner
Oper lacherlich zu machen.
‘m 28. Oktober 1841 hatte im Neuen Palais
2u Potsdam dic erste Auifahrang von Sophokles
Antigone‘ mit Mendelssobns Musik stattge-
funden und cine Begeisterung entfacht, die auch
auf Berlin Gbergriff und nach der dortigen Auf.
fihrung am 13. April 1842 auch Lortzings
Freund und Duzbruder Adolf Glasbrenner zur
Verspottung in seiner ,,Antigone in Berlin'* ani
regle.
ridher aber noch, als von Potsdam nach
Berlin, fand Antigone den Weg nach Leipziy.
Jum esten des Theaterpensionsfonds sollte sie
egeben werden, und Mendelssohn, der schon
1839 fr den gleichen Zaveek die Musikt 2a
. Ruy Blas geschrieben hatte, sollte dirigieren —
mam erstenmal im Leipziger Theater. Schon
us war eine Sensation. Und nun am 5. Mira
1842. die Auffuhrung selbst! Sie versetate
ganz Leipzig in einen Taumel. Begribte man
sich doch in gesellschaftlichen Kreisen nicht
mehr mit Guten Morgen, sondern deklamierte
pStrahl der Sonne, du schénstes Licht, trug
Keagen und Manschetten & ta gtecque und
Unterhielt sich in der Art, wie es die Szenen
zwischen Baculus, Pankratius, dem Baron und
| der Gritia schilder.
In dieser Zeit arbeitete Lortzing am ,,Wild-
sebiita*, und wie er gern die ‘Tagesstrimungen
sich nutzbar machte und in seine Opern einfieten
tieB, so parodierte er hier den Hyperenthuisiasinits
von Ploife-Athen fiir das griechische Dram
Mit welche Geschick er dies tat, erhellt dara
daG diese rein lokale und fir den Augenblick
berechnete Satire noch heut ihre volle Wirkung
iibt, ohne da der Zuschauer von der Entste-
hung eine Abnung hat, Und dank dem ihm
eigenen Feinsinn hat er hier mit der Geifel
seines Spottes eine immer zeitgemiile Modetor4
heit getroffen, denn der iibertriebene Enthusias-
mus fir augenblickliche Strémungen auf dem
Gebiete der Literatur tritt allezeit wieder einmal
auf.
Den Komischen Unmut aber das Antigone-
Geschwatz spricht auch noch eine nachtragtich
far den Baron Kronthal komponierte Ariette aus,
die. beginnt:
Jokaste! ‘Theben und Odip!
Noch ktingen mir die Obren,
Woast ist mein Kopf!
Lortzings Spott galt nattirlich weder der Dich.
tung noch dem Komponisten, den er auftichtig
verehrte und den er selbst auch besungen hat.
Es wurde nimlich Mendelssohn anlat
Gast-Dirigierens von den Siingern des Theaters
nach damaliger Sitte ein Stindchen gebracht,
und zwar sang man seinen Chor aus der ,An-
tigone* (Nr. 6 ,Vielnamiger, Wonn und Stolz
der Kadmosjungtrau) mit entsprechend ver~
indertem Text unter -Mitwirkung des Solo-
quartetis, zu dem auBer Lortzing auch August
Kindermann und Maria Heinrich Schmidt ge-
horten, die spiter die Rollen des Grafen und
Baron schufen,
Noch cinmal beschittigte die ,Antigone* Lort-
zing, withrend er in Wien als Kapellmeister am
‘Theater an der Wien wirkte, Unterm 10, No-
vember 1847 schroibt er an vorerwahnten
Schmidt, det inawisehen Opernregisseur am Hof
theater in Dresden geworden war:
Vielleicht schreibe ich sonst auch nicht viel
Gescheites, heute aber wiirde es mir gar nicht
moglich sein, denn die Nachricht von Mendels-
sohns Tod hat mich villig Konsterniert . . .
Ich habe mich selten mehr mit Mendelssohn
beschiitigt als eben jetzt, wo ich seine Chére
‘aur sAntigone’ diesem Volke einstudiere; das
ist eine Pferdearbeit, nicht etwa in musikalischer
Rezichung, denn darin sind sie alle tiichtig,
aber der Text will ihnen nicht ins Maul und
noch weniger ins Gedichtnis.
Wir wollten nimtich Mendelssohn bei der
Gelegenheit (er wurde hier in diesen Tagen er-
wartet, um seinen ,Elias* aufzuftihren) durch
die Darstellung der , Antigone“ ehren und hofften,
er wiirde selber dirigieren, was er auch gewid
getan hatte, Nun missen wir das Werk ohne
ihn geben! Er wird sich’s von oben anhéren,
aber wie es ihm gefallen hat, werden wir nicht
erfahren! Ich hatte die Tage in Leipzig sein
mdgen! Es mut eine erhebende Feier gewesen
sein, sein Begribnis. — Wer wird nun dran
kommen?
Nachdem er weiteres Uber cigene Angelegen-
hieiten geschrieben, ruft er am Schlusse noch
cinmal aus: ,Der Mendelssohn will mir nicht
aus dem Schidel.
Aber auch noch zu einer anderen namhaften
Persénlichkeit steht ,Der Wildschitz* in Be-
zichung. Der drollige Schulmeister Baculus,
den Lortzing aus dem hiilichen Pachter Grau-
schimmel Kotzebues geschaffen hat und hinter
dem man gewi6 Keine historisehe Figur sucht,
fuhrt némlich in der Partitur urspriinglich den
Namen des Begriinders der Philantropine, der
von 1723 bis 1790 lebte, J.B. Basedow. Erst
nachtriglich hat Lortzing den Namen in Baculo
und zuletzt erst in Baculus umgedndert, Wahr-
scheinlich empfand er es spiiter selbst als nicht
angemessen, den Reformator unseres Erziehungs
‘wesens, mochte auch mancher seiner Zige daztt
herausfordern, als Karikatur auf die Buhne zu
bringen. Offenbar aber hat im der wirlliche
Basedow vorgeschwebt, Schon das charak-
toristische A-B-C-Lied erinnert an das A-B-C-
Buch der realen und nominalen_menschiichen
Erkenntnis Basedows, und die Textstelle von
der im Schulfach vorzunchmenden Anderung
weist ebenfalls auf den Schulreformator hin,
dessen Grundsitze damals ebenso heftigbekimpft
als bewundert wurden, Auf ,Grundsitze*
beruft sich Schutmeister Baculus ebenfalls nach.
drilcklich, urspriinglich hatte er sogar im dritten
Akt ein Lied mit dem Refrain: ,’s kommt alles
im Leben auf Grundsitze an* zu singen, das
von Lortzing aber wieder ausgeschaltet wurde
Auch die dufere Erscheinung Basedows, wie sie
Goethe schildert, ,mit zusammengepackten und
wie nach innen gezogenen Gesichtsatigen, mit
ticf im Kopfe liegenden, kleinen schwarzen, unter
struppigen Brauen hervorblickenden Augen, mit
heftiger, rauher Stimme und schnellen, -scharfen
AuSerungen* mochte Lortzing vielleicht gereizt
haben, die Gestalt des seltsamen Mannes als
Komische Bihnenfigur zu verwerten — da8 er
€s schlieblich nicht tat, spricht fiir sein nie
versagendes Takigefiihl,
Anderseits sieht man, da er sich eingchend
mit Basedow beschiiftigt hatte, und da6 er beim
Entwurf seiner Textbiicher auch noch mit an-
derem Ristzeug als nur der Theatermache zu
Werke ging. Seine Kinfalle hat er wohl durchdacht
und erst nach sorglicher Prifung und Durch-
arbeitung verwertet, Soviel Fremdes er auch
benutzte, er hat sich nie damit begniigt, cin-
fach das ihm vorliegende Sttick in Opernform
zu bringen, immer hat er Eigenes eingefigt,
das erste Beschiiftigung mit der Umwelt und
den geschichtlichen Bezichungen des. Stoffes
vertiit, Beruht doch selbst die kleine von
Lortzing herrihrende Selbstentschuldigung des
Baculus in dessen Monolog (III, 7) Pah, werden
doch in England die Frauen verhandett® auf
einem dort tatsichlich geiibten Landesbrauch, der
bis in Lortzings Zeit die stillschweigende Dul-
dung der Behdrden fand, Es war das der so-
genannte Horn-Market, der Hémermarkt, der
zu gewissen Zeiten in bestimmten Orten abge-
halten wurde und auf dem sich betrogene und
oirenttitischte Eheminner auf eine hichst_cin-
fache Art ihrer Frauen entledigten. Der Mann
aus dem Volke, der seiner Frau. Untreue oder
eine ehrenribrige Handlung vorauwerfen hatte,
konnte sie auf dem Hornmarkte einfach ver
kaufen, Sie wurde dabet nicht etwa unter der
Hand fremder Frsorge dberliefert, Nein, der
Ehemann legte der Frau au Hause einen Strick
um den Hals und filhrte sie so wie ein Stiick
Vieh am Seil durch die Straen und Gber
Land zum Markte, Dort wartete er, das Ver
Kaufsobjekt* am Selle haltend, auf Kifer.
Und an denen febite es nie, Alte Junggesellen
und Witwer, die fir ihr verlassenes Heim und
ftir ihre Kinder eine Hausfrau suchten, kamen
jin grdBerer Zahl zum Markte, besiehtigten die
Frauen und wihlten sich eine von jhnen aus.
Der Preis war dabei mehr als billig; gewOhn-
ich zahlte man fiir eine Frau fnf bis sechs
Schilling. Freilich, war sie jung und hibsch,
Gann brachte sie dem Ehemann auch mehr ein,
und ihr Wert ,stieg bis zu zwei Guineen*,
also rund 42 Mark. Dieses harte Recht war
aber nicht einseitig; auch Frauen durften un-
getreue Eheminner auf diese Weise zum Markte
fahren und verkaufen, Das Erstaunliche war,
daS die Behdrden den bei solcher Gelegenhit
abgeschlossenen Handel als rechtskraftig aner-
kannten; die Verkéufer durften sich wieder ver
hheiraten, ohne eine Anklage wegen Bigs
beftirchten zu missen; der Offentliehe Verkaut
der Frau galt gleichsam amtlich als Scheidung.
In vielen Fallen heirateten die Kiufer spiter
die angekaulte Frau, ja in einem Palle setzte
ein Lord, der die Frau seines Kammerdieners
gekautt hatte, sogar die kirchliche Anerkennung.
seiner Ehe durch.
Im ,Wildschittz hat die beabsichtigte S:
tire auf Basedow, wenn sie auch fallen gelassen
wurde, schlieSlich doch zur Schépfung einer
der lustigsten Bufforotlen geftrt. Von anderen
Zutaten Lortzings sel noch die von ihm frci
erfundene késtliche Billardszene und die Figur
des nirrisehen* Haushofmeisters Pankratius
erwihnt. Er lait auch Gretchen nicht als Frau
wie im ,Rehbock* auftreten, sondern erst Braut
sein, in der Absicht, das Bedenkliche der Si-
uation au milder. Mit welchem Geschick das
ganze Buch, das von Hause aus gar keine mit-
sikalisehen Ankniipfungspunkte bietet, in die
Opernsphare iibertragen wurde, wieviel Roheit
und Unsauberkeit Lortzings Hand aus der ur-
spriinglichen Vorlage entfernt hat, zeigt eine
auch nur flichtige Vergleichung mit Kotzebues
Original. Lortzing selbst hatte Gbsigens eine
sehr gute Meinung vom ,Rehbock", dessen
heitere Buhnenwirkung er aus eigenster Er-
fahrung kannte. Br schreibt im Jahre 1844 an
seinen Freund Carl Gollmick in Frankfurt a. M.
iber den ,Wildsehite: ,Das Buch erachte
5
fch fiir vortreffiich. Ich witrde das Wort nicht
gebrauchen, wenn es von mit wire; ich habe
es allerdings opernmaGig bearbeitet, aber das
gute Gerippe war doch vorhanden. Die Mu-
sik ist_am Ende nicht von der Art, daB sie
den ‘Text geradezu umbriiehte, und dennoch
war der Erfolg der Oper an einigen Buhnen
zweifelhaft, Warum? — Ich mu wiederholt
das alte Lied singen — unseren deutschen
Singern mangelt durchschnittlich die Leichtig-
keit des Spiels, des Vortrags, mit einem Worte,
die au dieser Operngattung erforderliche Salon-
gewandtheit*. Unter dem Mangel an geeig-
heten Spielkriften hat der ,Wildschiitz tat-
sichlich mehr als alle anderen Opern Lortzings
von Anfang an bis heute zm leiden gehabt, und
nur ihm ist es zuzuschreiben, daS das Werk
an Zahl der Aulftihrungen immer weit hinter
dem Zar*, ,Undine* und ,Waffenschmied*
auriicksteht, trotzdem heute ziemlich einmitig
der ,Wildschiitz® als Lortzings beste, cinheit-
lichste Schpfung angeschen wird, der man
den Ehrenplatz, neben Figaros Hochzeit ein-
viumt,
Bei der Urauffidhrang, die am Silvesterabend
1842 im Alten Theater zu Leipzig stattfand, sah
sich Lortzing allerdings von gewandten Darstellern
bestens unterstitzt, waren doch damals noch die
neisten Singer gleichzeitig auch als Schauspieler
‘Auer Schmidt und Kindermann glinate
Berthold, der SchOpfer des van Bett, als Baculus
uund der Komiker Ballmann als komischer Pan-
icratius. Die Baronin Freimann gab die auch als
Vertreterin munterer Liebhaberinnen und Sou-
bretten ausgezeichnete Caroline Ginthersspiterver-
heiratete Bachmann, die Grifin die Gattin von
Lortzings Freund Diringer. Die Damen Kriger
und Tanz als Grotchen und Nanette fullten
ebenfalls ihren Platz aus.
‘Auch in Berlin, wo die Oper am 24. Oktober
1843 zuerst erschien, fand sie dank guter Dar-
stcllung durch Leopoldine ‘Tuczek (Baronin),
Mad. Valentini (Grifin), Caroline Griinbaum
Gretchen), Bitticher (Graf), Mantius Garon),
Heinrich Blume (Baculus), Mickler (Pankratius)
die beste Aufnahme.
In Dresden wurde der ,Wildschite* am
16, Dezember 1843 zuerst gegeben, Eine der
hervorragendsten Vertreterinnen der Baronin war
dort seit 1844 die Nichte Richard Wagners,
Johanna, spatere Jachmann-Wagner
Ein Knalleffekt evdffnet die Oper: ein Fline
tenschu8 auf der Bilhne inmitten der Ouvertire,
cin Unikum in der Musikiiteratur, Er findet
sich auch bei Kotzebue schon vor, soll aber
nur andeuten, da® der Graf und der Baron,
die die erste Szene haben, sich auf der Jagd
befinden, Bei Lortzing bedeutet er den Schud
des Wildschiitzen Baculus, und er gibt mit dieser
Knall die Vorgeschichte, an die sich der ganze
ron6
Verlaut der Oper kniipft. Zum ersten Mate dann
weicht Lortzing von der Schablone ub, den
ersten Akt mit, einem Chor beginacn x lassen,
or schiekt den charakteristiselien GroBvatertanz
voraus, und erst nach diesem heginnt die Ge
sangezene, dic ganz ausyezeichnete Ew.
position der Handlung bildet, Zum erstenmal
verzichtet Lortzing auch darauf, einen zweiten
Akt mit ausgeliihrtem Finale zu sebliefen, auch
lindet sich diesmal kein Lied als selbstindige
Nummer, nur im Rahmen der Ensembtestiicke
fritt es auf. New auf der Opernbihne war
auch das Billard, wie die ganze damit zusammen-
hiingende Nachtszene Kein Seitenstiick hat, Dal
Lortzing hier in der Kantilene des Barons und
des Grafen das Adagio aus Mozarts Klatinetten-
Quintet anklingen Gt, cin bewnbtes Zitat,
muf als eine zarte Huldigung an den Genius
des Tondichters, dem er sich in diesem Werk
besonders nahe fohlte, aufgefat werden, In der
ausgezeichneten Disposition inst musikatischen
Durehfiihrung stellt sich diese Billardszene dom
Septeit in den , Beiden Schiitzen* und dem Sextett
im ,2ar* wiirdig zur Seite, dbertrifft aber diese
und ihnlicke Ensembles noch weitans an Situ-
ationskomils und iberraschenden Rahneneekten:
Wie dieses Quintett, so sind auch die operie
stisehen Zutaten im letten Akt ganz und gar
Lortzings Rigentum: so dig allerlicbste Tanzszene
tund dis abwechstungsreiche Finale mit den Au-
tigone-Zitaten der Grifin, dem klangschénen
Vokalyuartett der schn.tlos-schuldbewuliten Paare
nicht 2a langsam zu nehmen! Allogretta schers
zando) und dem Bittgesang der Schuljuyend,
der wie der Chor im ,Figaro* den Hern Gi
Ten (in schiceht betonten Sehutmeisterversen) iro-
nisch als Tugendhelden feiert.
Wie es in der Natur der Verkleidun;
skomi-
Wie liegt, haben die Hauptpersonen Dappel-
rollen zu spielen und cine nicht leiehte
schauspielerische Autgabe zu Wiser, Die Bae
sonin gar erscheint in dreifacher Gestalt: za
erst als Hotter Stujent, essen ‘Ton sie im
Gesprich mit Baculus und Gretchen und auch
in dem Quartett Nr. 4 festzuhaken hat, wih
rend in “der Auftrittsarie und in den Gespri-
chen mitNanette, dem Baron, nachdem sie sich zu
erkennen gegeben, sowie in den Beiseite-Reden
die vornchme Welldame in die Erscheinung
wilt, trotz der widersprechenden Tracht, Der
Hauptteil der Rolle ist im Kostim und Cha-
rakter des Bauernmidchens, Jes Pscudo-Grot-
chea, wiederaugeben, und da hat die Darstet-
lenin die scheinbare Naivitit der Hindlichon
Unsehuld mit aller Schelmerei zur Sehau git trae
gen. Diese darf auch nicht fehlen, wo in der
Musile das lyrisehe Element stirker hervortritt,
wie in dem Liedsat ein schlichtes Kind vom
Bi
Lande; die auf dievornchmen Herren beaiiglichen
Textworte der aweiten Strophe weisen darauf hin,
Gelegentich einmal fill sic auch aus ihrer Rote,
so im Duett mit dem Baron, wo sie bei des:
sen Worten: ,Reich bin ich auch und vornehm#
durch die Frage auch? eine feine Unterschei-
dung zvischen beidem macit; solche Entgtei-
sung mug dann durch um so stirkere Botonuns
der Biiuerin im niichsten Satz deutlieh gemacht
werden, Dieses Doppelspiel macht die yanze
Partie auferordentlich reizvoll. Zu beachten
ist, dad die Kicidung, insbesondere der Hals
ausschnitt des Bauernkostiims, die weiblichen
Formen méglichst wenig erkennen Tit, damit
es cinigermaten glaubhaft wird, dag die Ba-
oin von Vertretern beiderled Gesehlechts
dauernd fir einen Mann gehalten werden kann,
Leiehter ist es dem Baron yomacht, seine Dop-
pelrolle durehaufihren, denn auch als Stat
meister hat er sich durehaus als Mann von
Welt au geben, und niegends braucht er seine
Natur, seine vornehmen Manieren zu verleugaen.
Der hiufige und rasche Wechsel seiner Stim
inung vom dilstern Weltsehmerz zur hellen
Lebenstieudigkeit mut stets humoristisch wisken,
und ungeachtet der zur Schaw getragenen Melan-
[ cholic mud sein lebhaftes ‘Temperament immer
zum Durchbruch kommen, [Scharf 21 unter
scheiden ist die scheinbace Leidenschaft flr die
Grifin, seine Sehwester, und ic wirkliche fiir
die Ravonin, wie sic in dom leider meist w
gelassenen Duett mit der Griffin, Nr. 8, und
dem mit dem vermeintlichon Gretchen, Nr. 10,
sich ansspricht, wonn auch in beiden der sehr
afte Charakter niemals snisgeschaltet ist
die mit einer Solonummer nieht hedachte Part
hat Lortzing, wie erwant, nachtriglich eine
Arietto goschrieben, die unverdffenticht bib,
ine reife Darstelinngskunst verlangt fernechi
slic Grilin, die gowiGermation auch eine melt
fache Rolle spielt, indem sie sich zum Teil mit
den Personen der ,Antigone® identifiziert, an:
Gerseits die vornehme Dame sein mul, die ihre
woshselnden Empfindungen wie das’ Interesse
fir den Stallmeister, die Eifersucht ihm und
ihrem Gatien gogeniiber, Stolz und Uberwin
Gung, Tronie und Herablasstinsg immer in he:
herrsehter Form zum Ausdruck zu dringen hat
Dem Pathos der grieshischen Tragidie steht
dior Ieichte Konversationston des modemen List
spicls sotir wirksam gegendber, und whne ji
Ubertreibung kann der feine Hnmor, der duel
die ganze Pastie geht, voll ausgeschiprt werden:
Das Brseheinen in griechiseiem Kosttim im
savciten Akt ist nicht vorgeschrichen und ach
nicht zu reehtfertigen, wenngieieh vielfach
be Empiretracht mit shrer Anieh:
nung an die Antike bringt schon cine gewisse
Uoereinstimmung mit dem Pathos der Rede
heevor.
Durehaus
Gestaite
uchlich,
unkompliziert sind die Gbrigen
Der Graf mit seiner ungezithmtenLebenslust ist in seiner Potoniisen-Arie ,Heiter-
eit und Frohlichkeit* musikalisch treffend ge-
zeichnet; seine Leutseligkeit findet in den beiden,
Finales und der Tanzszene beredten Ausdruck,
ebenso seine Verliebiheit, die im zweiten Akt,
der Baronin gegentiber, sich wachsend vertit,
worauf die Erniiehterung am Schluss doppelt
erheitert. Die Strenge gegen Baculus ist im
Vergleich zum ,Rehbock* auBerordentlich ge-
mildert, Durch den Weehsel der Kleidung (lagd-,
Haus- und Festgewand) ist die Art des Auftretens
in den drei Akten von vornnerein gekennzeichnet.
Gretchen ist das muntere Naturkind mit Mutter:
witz und allen weiblichon Instinkten, auch den
weniger guten, aber durchaus belustigend und
nirgends abstoBend wie im Original. In den
ersten Nummern der Oper ist ihr musikalisches
Charakterbild voll gegeben; leider geht ihr eine
Nummer im letzten Akt, das Terzett Nr 15,
das meist weggelassen wird, verloren, und nur
im Finale meldet auch sie sich als Schuldlos.
Schuldbewuste* noch einmal.
Nanette, ein gewitztes Nammermidchen, ge-
sanglich nur im Quartett Nr. 4 deschiiftigt, ist
far die Dialogszenen des ersten Aktes von grofier
Wichtigkeit, In der Tracht und auch im Wesen
vin Seitenstiick 2ur Baronin im Miniaturstil, er-
fordert die Rolle eine gewandle Soubrettendar
stellerin
Pankratius, gesariglieh ebenfalls ganz an-
spruchslos, ist eine sehr dankbare Komikerrolic,
yewohnheltsgemi® im sichsischen Dialekt ge-
sprochen; bei aller Gemiitlichkeit nicht ohne
hohcitvalle Wiirde, grifticher als der Graf selbst
Schulieister Baculus, er ‘Titelheld, neber
van Bett die bedeutendste Bulfopartic Lortzings,
fabrt sich gleich in der ersten Nummer mit all
seinen Eigenschaften charakteristisch cin: als ver~
spiteter Briuutigam, dem es nicht schaden kénnte,
wenn er etwas jinger war's als Padagog und
Lebensphilosoph, dessen Weisheit sich auf das
ABC stilt, und als ertappter Wilddieb, der vom
Amie gejagt werden soll und nun in bestindiger
Angst um seine Stelle lebt, -Mitrauen und
Bifersucht treten in dem folgenden Duett mit
Gretchen zutage, wo er auch durch Ruhrung
auf sie zu wirken sucht, indem er ihr die von
ihm empfangenen Wohiltaten vorhilt. Mit
Bauempfiffigkeit weil er dann die Griifin durch
das Eingehen auf ihre Sophokles-Schwirmetei
zu gewinnen, und bis 2u griBenwahnsinniger
Aufgeblasenheit treibt ihn das 5000 Taler-
Geschiift, das ihn zum hochberiihmten Manne
machen ‘soll, Um so mehr ist or niederge
schmettert, als aus diesem Handel nichts wird
und er froh sein mud, in seinem Amt xt
bieiben. Wenn dieser Baculus trotz vieler un-
sympathischen Zge dennoch wilhrend des ganzen
Abends Teilnahme und Woblgefallen gewinnt,
1
s0 ist das eben Lortzings Humor 2u danken,
der in Wort und Ton einen so drolligen Kauz
hinaustellen wulte, daS man nur herzlich tiber
in lachen Kann,’ Es mud auch hier gesagt
werden, dad jede Obertreidung die Wirkung nur
abschwicht, und alle Scherze, die aus dem
Rahmen der komischen Oper fallen, feb! an:
Ort sind, Lortzing selbst ist schon bis an
die Auierste Gronze gegangen, die nicht iiber-
sehritten werden dar
Im allgemeinen ist der ,Wildschiite* mehr
als jede andere Lortzing-Oper vor Entstellungen
bewahrt geblieben; wederRintagen noch Lortzing-
Strophen waren anzubringen, und das Extem-
porieren hat sich in bescheidenem Umfang ge-
halten, Es ist dem Werke auch wirklich nur
mit echtem Humor betzukommen. Daneben ver-
angt es in erhéhtem Malle volle Behersschung
des gesprochenen Wortes und_,Salongewandt-
heit*, Eigenschaften, die auf der deutschen
Bilne sorgsamer gepflegt werden sollten, damit
wir mchr komische Opera und weniger Operetien
auf dem Spielplan sehen kénaten.
Den Chor hat Lortzing nicht nur mit grofiem
Geschick in die Handlung zu verflechten gewult,
er hat ihn auch wieder individuell behandelt, nicht
nur als singende Masse, Gleich zu Anfang als
biiuerliche Gaste hei der Verlobung sind di
Jungen,tanzend, die Alten zuschauend eingettrt
‘Rn der Neckerei der Brautleute, an dem ABC:
|, am Erschrecken des Baculus und dossen
Evklirung, an dor Krinnerung an den Geburts
tag des Grafen nehmen alle vollen Anteil, und
wahre, Lustigkeit mu die ganze Szene be
heriselien. Nun folgt der muntere Chor der
Jager. Wird, wie lich, ur die 1. und
3. Strophe gesungen, so miichte der Anfang
der fetzieren verindert werden in: ,Sitat ihm
der Schatz aur Seite. Im Finsle ist wieder
das Weehsolspiel der Heimlichtuerei von seiten
des Baculus, die Verspottung seiner Eifersucht,
die Coerraschung und Neugier beim Auftreten
der Baronin, die freudige Dankbarkelt far die
Einladung des Grafen 2u beobachten. Ein Kleines
Kabinettstick ist der Chor der gréflichen Diener
schaft bei der Vorlesung zu Beinn des zweiten
Aktes, der feinste Abténung und sauberste Aus-
Fohrung, namenilich auch deutliche Aussprache
verlangt, dann aber auch ausgezeichneter Wirkung
sicher ist.
Eine Chorszene, die sich der Gesangprobe
im ,Zar* zur Seite stellt, ist die Tanzprobe im
Gritten Akt mit dem grazidsen Walzer, den der
Graf mit den einzeinen Miidehen tanzt, wihrend
die ander die Képfe zusammenstecken und
leritiseren, bis am Schlusse keine sich mehr
halten kann und alle von det Tanzlust ergriffen
werden. Vielfach wird hier die Karikatur eines
alten und hablichen Midehens, das sich dem
Grafen aufdringl und immer zurdckgewiesen3
wird, eingeschmugyelt; das soMte unterbleiben,
denn es wirkt verstimmend und stért den
freundlichen Gesamiteindruck. Im Finale bildet
der Aufivittschor mit den Dudelsackquinten
und der widerborstigen, in lauter Sekunden sich
bewegenden Orchestermelodie wieder ein ori-
ginelles, auch mit seinen harmonischen Ab-
weehslungen interessantes Stick, Wenn der
Komische Text gut herauszubringen ist, sollte
er unverkiirzt gemacht werden; die von der
Schuljugend gesungenen Schlublakte wie auch
die folgenden Stellen des Kinderchors sind von
besonderer Wirkung.
‘Alles in allem stellt Lortzing auch in dieser
Oper nicht nur jedem einzelnen Solisten sondern
auch dem Chor Gberaus dankbare Aufgaben,
Die Dekorationen, Zimmereinrichtung und
Kosttime, im Empirestil (1815) gehalten, miissen
durchweg freundliches Behagen erwecken. Mit
Riicksicht auf das Malerische der Tracht und
der Landschalt wird gewéhnlich Siiddeutschland
als Ort der Handlung angenommen; es gibt
auch ein Stidtchen Eberbach am Neckar, dessen
Name vom frilneren Aufenthalt in Baden her
Lortzing viclleieht im Gedachtnis hatten geblieben
ist.
Lortzings handsehriftliche Partitur ist nicht zu
ermitteln; als einzige von seinen Opern wurde
aber die des ,Wildschiitz bei seinen Lebzeiten
mechanisch vervielfaltigt, wenn auch nicht durch
Stich, so doch durch autographischen Druck.
Der vorliegende Klavierauszug, von Lortzing
selbst herrihrend, wurde mit der Partitur und
dem gedruckten Buche in Overcinstimmung ge-
bracht. Die iiblichen Kiiraungen sind angegeben.
Georg Richard Kruse.
Tf? POuvertiire.
(Str. 2 Fl, 2 Ob, 2 Klar. 2 Fag. 4 Horn, 2 Tromp. 3 Pos. Pauken }
Moderato molto e maestoso.
- L gt: cf fo 2 gf e
G.0ren.
Edition Peters. 10178——————
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Edition Peters. 1017812
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Edition Peters tons£2.
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10173
Exition Peters(ee
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Exition Peters. 1017818
Erster Akt.
Mindliche Gegend. Seitwarts das Haus des Schulmeisters; diesem gegeniiber Gretchens Wohnung, im Hinter-
grund das Wirtchans, Im Vordergrund auf jeder Seite eine Bank.
Erste Szene.
Landleute belderlei Geschlechts tanzen eine Art Contre; die dlteren sitzen zur
lus und Gretchen tanzen in der Mitte. Auf einem Tische seitwarts sitzen die
mit einer Gruppe, dann allgemeiner Chor.
N° 1. Introduktion.
Tanz. (Ste. FL. Ob. Klar, Fag. & Horn, Tromp. Pauken.)
Allegretto.
em
ite und sehen zu. B
canten; der Tanz
Eaition Peters, 10173—
“Al
Chor der Landleute.
eS S| —= rae
peti ptt eae te
a te = Bee ee ee
Fat stele!
Saas
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, go hei-ter und frdh_- lich sein, so +
nin, be Baer
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Gretchen.
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= =p=eEf
Dan-ke,
hel-ter und frék_- lich sein,
und fréh - fen sein.
Sein, so hei-ter,
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Unsre E - he wird ge -ra-ten, dennmein Al- ter liebt mich,
Unsre B - he wird ge - ra-ten,
10173e
Freilich
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konn-te es nicht
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sehr.___ Freilich
kénn-te es nicht
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Edition Peters.
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Edition Peters.
10173
so midchten Wir, ihr He-ben
Leu - te, recht2h
dim. b
= + SS
hei-ter uad frth- He
of dim.
sein, op Mest wt th
e ty ae =
ae
fin, fo feubrsha fam
(Giowollon wieder anfangen mutanzen.) ‘Manwird mild vom vielen Springen; — laftuns
hei-ter und frdh - lich sein
Fein, so heiter?so hei-ter und frdh - lich sein.
- £
Edition Peters. 40173fester agits
10173pera
ge-ben, _ilir_singtden Cho - rus da
Eaition Peters. 10178Andantino.
27
4 Baculus,
=p
ler Jungge ~ sel -
und welche Freu-
jp
paar ef
==
tit mit sii-Bem Ban - gen QR
schneichelndsich um - fan = gen QB
hmeichelnd sich |
ftp EE Pe EF,
nach dem Eh- standmich ver - gs
We vonrecht un - ge-zog-nen Ran ~ g
‘aa ne ene
halt der
Le-bens
lie -be
hc.
Win-ter,
Gott sie,
kommtman end-lich doch da - hin-ter, daB der Mensch mux halb ge -
man er- zieht nach Pe- sta = loz- zi; wel-che
= ne, wenn die
as wenn er ganz al - Tei- S
1.3.
Frucht dann ge - deikt durch mil de gke- Daun nehmich mir em Weibchen,fiihr ein
iPantomine dos Prizes)
Edition Peters.
10178Gretchen. dolce
lie- ben En- gel
wird ein Le- ben sein, da sich die lie - ben En-gel
IKLMNOPate Strophe.
Gretchen
A BC. D dasschdneGleichnisichge-steb, EB
=
ss =
Warum sollt "es_denn im
ben? Besser was, wienichtsauf Er-den, Hausfrau
fein, dram wl
=) So Sse SSS Se
p= ==
‘Al- so nehm ich ei-nen Al-ten, Se-he tight die. vie-len Fal: ten, dnisk ein
*
Sein.
Edition Peters. 40173daB sich dar -
sh
wird ein Le - ben
PERE
HSE
1KLMNOP
bg
fieaL
a tempo
aes
“freun!
| Vom Zeichen % bis \(Seitez0)
Zweite Szene.
Vorige. Ein Jager tritt auf und ierreicht Baculus ein Schreiben >.
Allegro moderato
“ Bs
\ =
pBaculus.
eet ee
Baculus
ne
Solit er
Egition Peters 10173en
Si-cher la-det_or uns
Gretchen (treutig)
Dg SS a St Pent = ra
ein. “Ach, das istschon,ach das ist sohdn! Thr al- le wif, da) wor-gon sein Ge-bi
es
Z ——— ff Elst tte
— — cet
pe SS eal =i
eS SS SS SS
Dai sen wir, das _ wird ihn riih-— ren,
ar pee eh Hie rh eae
thm gra =
a =f
Edition Peters, 10173Baculus (sien mit
SE Sracnes
ser Horr ne kleine A
» PES pret == Sp. SS Se
eh-men, unddarunfrogternich um Rat.
oe a jo
poe
S
a 01,
rat! === lie =
=== _——
2 Se
Tempo I.
E
Edition Peters,we ei ppp
Gii-ste,euch nicht std - ren und geht, die Frdh-lichkeit, zu meh - ren, hin ~ auf in
mei - nes Nach - bars Saal, dortharrt auf euch
)———.
imahl!
== SS EE =e
So mun-ter und fri
*
=f
SSS
t£fteprpe,
ststeteletet
hea. te, beim
PS See
Edition Peters,er hat dies Fest uns
pet etal
dim.
Edition Peters.
10173Dritte
Gretchen.
Baculus (souteena). Grete!
Gretchen
Baculus (wis obon). Grete! Grete!
Horr Sebastian!
Gretchen. Nun, was will Er denn?
Baculus. Da haben wir die Pastete!
Gretchen. Ach, was Pastete; nichts Feines habon wir,
einmal einen Wildbraten — weil Er dumm war.
Baculus. Du hast deine liebe Sippschaft eiugeladen,du
willst hoch traktieren und meintest, ohne Wildbra-
ten wiire der Schmaus nicht vornehm genng—
Gretchen. Nun ja, wofiir heirate ich thn denn? Ich
bin genug verspottet worden. Das junge hiibsche
Gretchen, sagten die Leute, und der alte hiiBli -
che Schulmeister —
Baculus. Nu, nu —
Gretchen. Ich dachte: spottet Ihr nur! kann ich
nur erst recht trakticren, so stimmt Ihr cin an -
deres Liedchen an, und ist vollends cin Rehb
dabei, so platat ihr alle vor Neid
Baculus. Nua bin ich denn auf dein Begehren in dor
Diimmerung hinausgeschlichen und habe im Tier-
grarten des Horrn einen feisten Rehbock ge -
schossen.
Gretchen. Und ist dunm gewesen und hat sich er-
tappen lassen.
Baculus. Rede nicht so einfiltig; ich bin ja doc
kein Wilddieb von Profession; du
sollen stehen sehen mit dem Mordgewohr in der
Hand. Siehst du, so stand ich da und iiberleg-
te, ob ich losdriicken sollte, oder nicht; und da
gute Tier, soviel ich in der Dammerung erkensen
konnte, stand so ruhig da, als ob es fragen wolltc
hattest mic
Edition Peters.
Szene.
Baculus.
»»ist das Nichstenliebe? Pautz! da ging der SolnB
los und gleich darauf ich auch, weil ich jemand
kommen hérte; am Ende des Tiergartens wurde
ich erwischt fund ich glaubte bis jetzt noch gut
weggckommen x sein, daG ich nur die Flinte
cingobiit hatte. \
Gretchen. Und wo bleibt dena nun der Rehbock?
Baculus. Hol der Kuckuck den Rehbock! wenn ich
nuy erst wiilite, wo der Schiitze blicbe. Der gnii-
dige Herr hat mir so eben in dem Sehreiben ganz
freundschaftlichst erklirt, daB er mich auf der
Stelle meines Amtes entsctzt und ich mich zum
Teufel packen soll
tchen. Aber Ex/will ein Studierter sein und lit
sich so leicht vofbliiffen. Konnte Er denn nicht
sagen, das Wild habe Ihm seinen Acker ver-
wiistet ? e
Baculus. Mein Acker liegt doch nicht im Tier -
garten? :
Gretchen { Was will Er denn mun anfangen 4
Baculus
leitet,
Darauf antworte du. Wer hat mich ver-
en meine Grundsiitze au handeln?
Gretchen. Er? Grundsiitze? Hahaha!
Baculus lor cinor ziigello -
Na, wenn der Infory
sen Dorfjugend, ein Padgdog, keine Grundsiitee
ew soll, wer soll sie“denn haben?
Gretchen. Red Er,sicht so viel gelehrtes Zeug, ich
versteh es doh’ nicht. Sag Er lieber, was Er zu
tun witlens 46.
Baculus.(Hére, Gretchen —
tel wenn du wolltest — aber nein —. wenn
auch wolltest, ich will nicht.
wiiBte woh! ein Mit-
ag,
10173NO 2. Duett.
Allegro non troppo. (St. Fi.0b. Bug. 4 ttdrn.)
re
shen (nev;
vig)
37
aa!
yr
¥-
bit-ten. Nur
Sie het die hibschen Wei-ber gern, daswirk - te,das wirk
~~ o»
to, dian fr sionet al-le
__ tie
Piitfigkeit Witt
=
eae bee pp
hidbschenaHle hitbschen Weiber
ea
(pee
Edition Peters,
10172‘ ‘hha 2a oe 38S SES Saas
ibmnicht an- ge ~ pattith ihmnicht an- ge - schp, ——-WEil fs denn nicht an-ders
ee = = = eos
gover» mel-te amEnd sichmein Male
wa
pape 95
mir blieb von dem Bo - cke nichts
» eae eet
» aig]
als das Zu-be -
+
Eh- ret Bpeus.
oh poppet!
“Bis jetatnoch, dasistwabr,jadasist
re¢
auch so treunoch,
, ovate= $99 = te
stimm ich sel-ber ‘Ei, Kind, dasweif ich
Treu zu
I
= =
ciKinddaswoibich ja! ei, Kind, __ das, weil iehdas weil ich
AD
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rip
parlandoKind, ich willdich garnirhtkriinken,
fr
p=
o Ss
= ae
“Nuvi Er mich gar bo
eae sae
Des a
dei-ner Tugend droht
ef ai
10178«eS tpey
Blicklich kann mich nie- mals machen solch ver-lebter al-ter
war ichwohl ein ganzer Narr,
\
Se
ae
Pp
=
$—
Narr! Magst du wei-nen,magst du wei-nen o-der
Edition Peters. 10173g ‘wah, glidck-lchiekonmlichnfe-indls machen soloh ver lieb-ter, solch
8, J@, Ja, J, jay er alterNarr, er alter
. _ * tt.
= ‘ ~
» apps Sf
Narr, wir ich dochein gan-zer, ganzer NetreinganzerNarr, "ngunzor Nave?
beetete £
Mid - chen, | wie wird es mir er - gehn! —
pte
"Herz -al-ler-lieb-stes
+ Re
wed Hele
10178
Edition PetersTempo l. Gretchen.
aif
will _nicht._
43
will nicht!
es doch,
dann reich ich
(Gteht aut und gebt auf thn los)
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Say
+.
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das_febl-te
noch! Ich kann Ibn nich
ielr Ieiden, Er mag fortan mich
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t
boi - den, ich will Thn nicht mehr
ists, ich will Ihnnichtmehrschn,aus,
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istls, Erkannseiner @
Edition Peters
101733.
caimato
7
tau ith wei-nen
_, Perit.
Denkst du nicht mehrdar -schworen dei-nem Se-
Seay : ~ == SS
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Friih starben Vater dir
Evition PetersAB
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abn mich de Vercwaicsten an, [gab ‘Obits eine fir wh) Futon 0
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5
S326
te,denkst dunoch dar
Geotchen (besinttigt).
$97
viel Dank
Edition Peters.pte
t=
6 7S a, a
Teh hab Ihnaueh lieb, das weid Er, das weiS Er —_ja, iebhabThnauch lieb,
(entziickt ) —_——f
Edition Peters. 4017347
: ___ Allegro. Gigertich)
Gis SS a |
Seles? —Aufs SchloB? So efiprinalich mic
t. — «FF
» = = eat
Sees - = == Se o.
‘Wo-hin? Nein, dubleibst da! Kind, ichwill dichgar nichtkrinken,
Allegro. . —
. et,
und So argwohnischzu sein Woclasweiiaiba ge-den-ken, kann ich nie-malsIhmverzeihn,
SE
= = See
niemandwirdmirdas verden-ken,
63S 5
nie- mals, nie-mals Ihm ver - zeihn. Bw will Er mich gar be -
ni
bye tp ppp SSS
frei-lich siehst du das nicht ein.Migstdu wei-nen, o-der la - - chen,
je sagt ‘wird déchwahr, es wirddoch Wahr:
aE SSS Sapa ees _——
déi-ner Tw-gend drohtGe-fahr, aroht Ge-fahr, dront Ge-fabr;
Edition Peters 1017348
machen solchverliebter al-ter Narr,
solchver-
GED ttn os
wollt ich die -se
nichtbe -
‘wir ichwohleinganzerNarr,
al - ter Narr,
Narr, doch ein Narr, doch ein Narr, doch ein
==
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al-ter Narr, al- ter
—
nore
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_cin_wer =
1, Sich yer-lieb- ter, sdleh ver-lieb-ter al - ter
*
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f-—f-
2=#
aes
2.
#
doch ein gan zer Nar, ein gan- zer, gan-2er, gan-2er
ro
hy
if gs _
=
die Leu-te
al-le sag-ten, ist doch
Edition PetersMes
ter, selcherdieb-for Al ter
(SS
e 2p =
doch ein gan-zer Narr, ein gan-zerNarr, eingan-zer
ee
ja ja ja ja ja, ér abter Na
er alter Narr!
ddcheingan-zer, gamer Nhrreinganzer Narr,
_beatnee
ich
einganzer Narrl
(Gretenen geht schnell ur Seite ab; Ba culus folgt ihr.)
Vierte Szene.
Baronin.
NO 3. Arie.
Allegro moderato, (Str FI.0b. Kiar. Fag: 2 Horn. Tromp Pauk)
(Die Baronin in Minnerlleiders trit von
der entgegengesetzten Seite aut.)
Edition Peters, 101Baronin.
‘Auf des Le-bons ra-schen Wo-gen fliegtmeinSchifflein leicht
SM rwi
= i
da- hin,
“EE
kei-ne
Sas
mei-ne trau-ten Schwestern, lob ich mir denW
¥.
it-wen -
=
z SS
lob
Edition Peters 10178Gott hab ihn se-ligywar zu - erst so t-bel nicht,
eS
all-manifenzeigter
sich
bietrisch,ei-fer-suichtig,liebf er Pfer-de nur und Jagd;
atempo
un poco riten.
dar-um hat die kur-ze E-he we-mig
p colla parte
ritard.
Freu-denmir ge-bracht,darum hat diekur-ze E-he we-nig Freu-denmir ge-bracht. Auf des
Aan
atempo
Tebens raschenWogenfliegtmeinSchiffieinleicht da- hin,
10173
Edition Peters,
ae Fe
+
kei-ne Wolk am Himméls - bo.gentrii-betmeinetrau-ten Schwestern, ob ich mir denWitwen - stand,
Fé
—
re
un poco pitt lento
Zwar mag es im Eh-stand ge-ben oft auch
pola parte
atempo
hellen Sonnen-schein,oftauchhellenSonnen -schein,
Evition Peters. 10178SE bd
?
ben wieim Pa-ra-die-se sein;
- -ben wie im
sein
ra die- se
un poco stringendo
pp toot =
_ =
ool Sd Sepp epee
ei-len, die Sor-gen_ tei-len,so wie die Lust an sei-ner
é v8 un poco stringendo
SS
re *
xt fe abe
ae Se =B
welhn,o es ius schén,o esmuS schén, muB herr - = lich sein! Herz, gib dich zu-
Brust, das gan - ze Da-seinihm nur
——
i
—
+
f
ake. crese.
=
netone
ef
bd bd
Oh
q
Frieden, solchGliickwirzugroB! Ward mir doch Be-schieden ein ru-hi-ges Los, ward mir doch be-
b:
Edition Peters.J auf des Le-bens ra-sd
Kiar,
ee
fes - sel-los
Schwestern,lob ich mir den Wit
I=
Edition Peters.
Gare
~genfllegtmeinSchiffleinleicht da-hin; kei-ne Woll? am Him-méls-
= wen-stand,
Ze" be
2 —
PSS -
dennmein Heu - te
colle parte
ich mir.
latempo creso.
30173
tun poco riten.
gleicht dem
sihdHergund Hand, dar-tm, mei-ne trau-ten
den Wit - wen-SS == SSS SSS
ich mir den Wit - wenstand,den trau-ten Wit-wen -
ey
ri
ro
== StS SSS Sy a ie
lob ichmir den Wit - wenstandden tfau-ten Wit-wen-stand, dar-um, mei-ne trarten
t
ad li,
A
Schwestern, Tob ich mir ea
atempo
pas
Funfte Szene.
Baronin. Nanette (in Mannerkleidung)
Nanette. Der Kutscher hat ausgespannt und fit-
tert die Pferde wid
Baronin, Er mag sich Zeit nehmen,denn ich bAESAY-
su FuS nach dem Schlosse @wandern.
Nanette. Und werden wir dort unsere Neblecrs
ablegen?
{Baronin. Das kommt daraufan gghaldsekbnoctenictt
Nanette. Ach, gnidige Frau, es wird nicht lange
wihren, so entdeckt man,daB wir keine Herren |
Edition Peters.
10178
der
Baroni
ehdpfung,
Geset:
Fewohnte, ich sei
if man doch immer nicht,
fein Bruder hat mich seit meiner Kind
reeschen.
Nanette. Erwartet aber Ihre Ankuntp}
Reronim. Gelingt es mir nur, einen-Tag ihn zu titu-
schen, nur bis ich den bestimten Herrn Brauti-
gam gesehen— u56
Nenette. Aha! Sie wollen ihn unerkannt priifen?
Baronin, Priifen? wozu? Die Miner gleichen sich
alle auf ein Haar, und heiratenyerdeich ihn auf
keinen Fall
Nanette. Ei, wenn Sie wirktch so fest entschlos-
sen waren, ihn zu vepechmithen, waram blieben
Sie nicht zu Hause tnd cee schriftlich
Ihre Wiltensmsifting 2.0), z
Baroni wets
rin Gebut
sem bang, Bron Ma ty?
Nanetfé:’ of Wenn Sie Galerie Sie Sobake ieh
auch noch hoffen, Warum wollten Sie auch bei
ine be Bids n seig
eh A ergs meine Schild
dann ein wenig
viel Rihmens von, die
Rut, |
Boe Mose bundl
Jugend, Schénheit und Reichtum sich in den Wit
wenschleier wickela, bloB weil Ihr, verstorbener
Gemahl nicht liebenswiirdigg war?
Baronin, Nien dowwegen, sondstarwel die Miianer
eines Standes heutautage alle nichts tagen,
Nanette. Da nahe ich mir einen Birgerlichen
|[ Baronin,f Nimmermohr! Du kennst meine Grundsitze ff
fimette. Wenp es sich aber einmal trafe, da6 ein
Birrgerlicher ginen adligen Eindruck auf Sie
nachie (fg
Baroni Geiug don, la uns unsreWallfahrtantretens
Nanette, Abeeeewind bald inkel, wenn wir nur
den Weg nicht verfehlen—
{Baronin, Da kommen Leute, die wir fragen kennen.
Sechste Szene.
Vorige. Gretchen (tint voraus). Baculus (hinter thr her).
Gretchen. LaB Er mich in Ruhe; geh Er lieber
hinauf zu den Giisten, die werden nicht wissen,
wo wir bleiben.
Baculus. Ja, Grete, aber du gehst mit
Gretchen, Nein, ich bleibe 4:
[Baronin. Lieber Mann, wem gehdrt dies Dorf?
Baculus (keen). Dem Grafen Eberbach—
Teh sage dir, Grete—
Nanette (xu Gretchen). Ist's noch weit bis dahin?
Gretchen (kurs). Eine dicke Stunde_(zu Bassas) Ich
‘will aber nicht mit hinauf,
fBaronin (su Bacalus). Ist der Graf za Hause?
Baculus (wie oben). Wei nicht.— (zu Gretehen) Was
sollen die Leute denken?
Nanette (zu Gretchen), Ist der Baron Kronthal schon
angekommen?
Gretchen (wie oben). Weifs nicht
rotgeweinten Augen?
Baronin. Aber, Ihr guten Leute, was habt Ihr
Jenn? Wahrscheintich seid thr unzufrieden mit
Eurer Tochter?
Gretchen. Tochter! da sieht Er's!
Baculus, Warum nicht gar Enkel!
Nanette. Der Mann doch wohl nicht gar?
Baculus. Bald, zur Zeit aber noch Briiutigam
‘Gretchen. Ach, gerechter Gott, ja!
Baronin. Also ein verliebter Streit?
Gretchen. Streit? ja, aber nicht verliebt
Nanette. Ei, wortiber denn?
Baculus. Das geht Ihn nichts an, Mosje Naseweis!
Gretchen, Will Er wohl gleich héflich sein gegen
“frende Leute? Er ist ein sauberer Lehrer.
{Baronin, Der Kleidung nach habe ich wohl die E)
Baculus. Zu dienen. Ichbin der Schulmeister des Orts
Gretchen. Aber nicht lange mehr...
Baculus. Was brauchst du denn das fremden Leu-
ten auf die Nase zu binden?
(om Grotohon)
Bacnlus) Mit
re
Edition Peters 10
[Baronin. Wie soll ich denn das verstehen?
Baoulus. Nunsieht Er aber werist Erdenn eigentlich,
[Baronin. Ien bin_ Student.
“Baculus. Ah so_ein hiibsches Kerlchen! Und der andre?
in. Mein Stubenbursch!
Gretchen. Auch ein hiibsches Kerlehen!
Brculus (ar Bareuin). Wie lange studiert Br denn gehon’ |
Baronin. Bin Jahr; jetzt reise ich nach Hause.
Baoulus. Wie? Er ist schon fertig?
Baronin. Allerdings
Baculus. Da macht Er eine Ausnahine. Sonst fan-
gen sie nach dem dritten Jahre erst an zu studieren.
Er hat mir aber so einengewissen Brnst in Seinem
Wesen und kann mir vielleicht einen guten Rat ertei-
len;fTso,wie schon erwahat, ich bin Schulmeister.
Gretchen. SchieSt aber auch Bécke
Baculus (mit einem gewichtigen Bick). Du sei ganz stille.
Und da hatte ich denn das Ungliick, im Tiergartea
des Herrn Grafen einen Rehbock zu schieBen
Gretchen. Und da ist der Graf bse geworden, und
will ihn vom Amte jagen.
| Baculus. So laf mich doch—
Gretchen. Und da mu nun auf ein Mittel gedacht
|" werden, den Herrn Grafen au verséhnen
Baculus. Und da dachten wir eben—
Gretchen. Ja, prosit, nichts dachten wir. Der Herr
Graf sieht mimnlich die jungen hibschen Miidehengern—
Baculus. Das heiftt— ~
| Gretchen. Ach, so laf Br mich doch rede
die Leute sagen, ich wire jung und hi
Nanette. Da haben die Leute Recht.
Baculus. Stubenbursch! Sehweigung!”
Gretchen. So waren wir dbereingekommen, ich sollte
aufs SchloB gehen und den gniidigen Herrn un Ver-
zeihung bitten; mir schliige er gewiB nichts ab.
Baculus. Weift du das schon so gewil?
J weit nun
sch
Gretchen. Nunwiller aber nicht,weil er eifersiichtig ist) ;
173Baronin. Hat aean gen OPo¢ furor eutsctonn che | Bubwlus. Yoh werde mich an die Frau Gritfin wen-
Baculus4 Also aypaut andere Weise Rat geschafft
(Bapdnin, opto en. Aber wie?
gestellt?
Baculus. Ei, er kennt sie noch gar nicht ¥ wenn er | Gretchen “Rig Frau Griffin mischt sich nichtin dem
sie aber sieht, wird die Sache gl
sein; er hat ein entaiindbares Herz, Baculus. 6:
Baronin (nirsicn). Mei
Saubery/Renomé
werden.
Herr Bruder steht in einem
‘hin Ordnung Herrn seinAngelegenheiten.
ie
(Aebattioren leise)
fanette! (ise 2u ihr) Ich habe einen kist-
57
|—Tremer Einfall! Dythast Rooktyéie-Ménmerktenter—
Nanette. Nem-wifo?~
NO 4. Quartett.
(Str. FI. 0b. Klar, Fag. 2 Horn.)
Allegro moderato.
Baronin.
méchten doch Verdacht erregen,
=
Woon
ti
‘tus fe ber Freund,folt's tr wohl fe lin-gen, dasAuss¢hn ei-n
Edition PetersShab und a ‘aufsSchloB noch heut. Da Ihr demgnidgen
Ses ae
ore ae ee ete Fax SS —
oF Cz — Aan
af i F # _£
ypcte= WF =
Saat
traut, so ge-bet mich dort aus
— —_ 4
See a
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Edition PetersSiebente
Gretchen, Nanette.
Nanette. Sagt mix, schénes Kind, ist denn das
Euer Schatz?
Gretchen. Schatz? nein, er ist mein Britutigau
Nanette. Wie konntet Ihr Euch entschlieSen, solch
‘nen althn Periickenstock zu heiraten
Gretchen. her Student, das versicht EyAicht Wenn
unser eins ¥5 Jahr alt und noch night unter der
Haube ist,
fangen die Leute ga von alten |
Jungfern zu munkeln, und das “ding! so hid |
lich, da8 man detkt, ein alter Mann ist dochbes- |
sergl wkeiner; au! hai{der Herr Sebas- {|
tiak Anon recht eintrdBticyen Posten; das Dort |
ist gnoB, und Kinder haben wir=ichmeineunser
Ep-glaubt- nicht, Hers Studi, wie xeich
St wir mit Kinder. sind
Vann wird denn Eure Hochzeit sein?
Gretchen. In acht Tagen_ soll sie sein. Nun denke
Er sich das Ungliick, wenn der Herr Sebastian um
seine Stelle kame.
Nanette. Ich, meinesteils, wiirde dariiber gar nicht
base sein,
vetchen, (Freundlich)
0, Er garstiger Mensch!
‘Warum denn?
Nanette. Weil ich mich alsdann um die Stelte be- |
werben wiirde, und_ wenn mir's gelinge, auch
um die Braut,
Nanette. Daraus} machte ich mir nichts, freitich miid-
te mich die Liebe dafiir entschidigen_ wenn es
rir daher gekinge—
Gretchen. Pfui, bchim Er sich, einem ehrbaren Mad- |
hen solche pow vorduredeiis TaB Er mich Jos,
ich.mu8 “hinduf zu den Glisten, die werden gar
nicht wissen] wo ich grblieben bin.
(amarmt Gretchen).
Achte
Vorige.
Baculus. He! fiihrt er sich nicht ordentlich auf? |
|
Gretchen. Ei freilich. Ich gebe ihm nur ein bi8- |
chen gute Lehren. |
Baculus. Du? Das kommt mir ganz wunderbarvor,
Goh Er hinauf, Sein Freund verlangt nach Thm,
Nanette. Also auf Wiedersehn, schéne Braut!(a)
Baculus. Ja, wart Er, ich will Thm die Wieder
sehens - Gedanken schon vertreiben.
Graislsa dh Herr Sebasti
Kerlchen.
jebastian, das ist ein nettes
Edition Peters. 10178
Baculus. {,
k
69
Szene.
Nanette, Aber wenn sie fort. sjhd_
Gretchen..Dana habe ich zu ny is
zeichnen_. zu Hause bei mfr faut it
reigend, wichtis) Ja, ja, meip lieberjunger Mensch,
es gibt allerlei zu tun, wenn_man sich verhei-
raten will.
Naaette. Kann ich Euch/dabei nicht helfen?
Gretchen.
Nanette. Zwar hat mir,uer alter Schatz eine Bi
schiiftigung gegeben_. ich soll Sehreibebidty
korrigieren.
Gretchen, Da sie!
nicht 21
Nanette, Wenn ien aber mit meincr Arbeit fertig bin?
muf_Wiische
Na, Er wird was Schénes 2eichnen.
nt Ex, also ist an Plauderngar.
Gretchen, Dann istes etwas anderes, Br kann sich
hierher ans Fenster stellen und mir ebw
zihlen
Nanetie. Vom gehornten
Gret
Nanette. Ohne Zweifel Einer, der Siegfried hie,
und Horner hatte,
Gretche
iegfried?
chen, Wer war denn das?
denn das eine spaBige Geschichte?
Nanette. Wenigstens sehr unterhaltend.
Gretchen. Schén, ich hére dergleichen fiir mein
Leben gern. Weils Er was? sehe Ev die Schrei-
hoblicher lisher nichi.nachs das ist eine schresk-
lich langweilige. Arbeit — seta Ex sich hier out.
dic Bapkund_exaihl Er min.
Nanette. Da werd ich nur nicht lange sitzen blei-
ben kénnen, denn wenn es anfingt zu regnen
dor ganze Himmel ist umzogen
Gretchen. Nu, wenns regnet, kann Er nicht drau-
‘ben sitzen bleiben, das versteht sich von selbst,
(serschimnt) Dann kann Er ein bichen herein
‘Konimén— aber Grnst) da Er sich ordentlich
auffidhrt, sonst —
Szenee
Baculus. Warum—nieht gary so-ein unreifes
Biirschchen! er sieht ja aus wie ein abgebro-
chener Bleistift
Gretchen. Er ergiihit mir die Geschichte vom ge-
héruten Sebastian
Baculus. Wolk vom gehérnten_?
Gretchen riod, wollt ich sagen...
BaculusAGrete, ich sage dir: Ia mir den jungen
Schniiffel aus dem Spiele, oder ich bleibe da und
lasse alles gehen, wie es wolle. Jetzt gehst du
hinanf zu den Gisten, spiter sperrst du dich
in deine Stube cape abt dir keine Geschich.
ten erzihlen, wedgr gehérnte noch ungehérnte.
/70
Gretchen. Will Er denn zu Buse geln?
Baculus. MuB ich denn nicht?
Gretchen, Ach, es ist ja wabr, Sein, Esel_
Baculus. Nulla malheuritas solo, sagen wir Latei-
ner, Ungliick kommt nie allein; habe auf dem
guten Tier go manchen Ritt in die Nachbar-
schaft vollbracht, doch seit einigen Tagen muB
ich per pedes wandern,
Gretchen. Ach, der gute Esel wird schon wieder
komma
Baculus. Wollen’s hoffen, denn ich leugn’ es nicht,
wir waren ein Herz und eine Seele; er war,
Gretchen. Der Herr
Baculus.
was man sagt, mein 2weites Tch— vias Ritovaell
tea Muciketicks bogiu:t) Was ist denn
n Gebla 1 ih denn von den Hor
nern gar nicht loskommen?7iiclt in @
wahr ich lebe, das ist der gnadige
ner Jagd-Kompagnie!
raf?
(sie zoriickdrangand) Marsch hinauf,und la
dich nicht blicken, so lange er hier ist.
Gretchen. Ich wollte gorn die Musik héren.
| Baculus. Die will
dir morgen auf der Orgel
vorspiclen Fort! fort! (er sieht sie ins Wirtshaus)
Neunte Szene.
Der Graf und der Baron (troten auf mit Jagdgofelge.)
Ne 5, Jagdlied.
(Ganzos Orchester wie in der Ouvertire,)
, Allegro vivace.
‘iol Risse
pie eresc.
ae
Edition Peters.spit die Son-ne
3. Sitat sie ihm_nun zur
ihm derSchatz
See ae rf
Ja. gerjden wil- den Biichsen-tra-ger, er zichtaus stillem Haus
scheidet, in Gold die Ber-ge klei-det, er heim die Schritte lenkt—
Sei- teydannhamchterLustund Freude siif aus in ei-nem Ku, ver-
er Jiiger.
py
eh
Edition Peters.Horn an sei - ner Sei-te; #
hal - len waldwiirts wi-der und
sei- nen to - ten Ha-sen und
Brale
1frith gum Wald hin ~ aus; ‘Au-ge glinztdie Freude, ein
shells ans Lieb-chen denkt.— Des Ji-ger-hor-nes Lie-den, sie
Bigibt des Hor-nes GruBj— das legt er auf den Ra-sen zu
eet
sie ihmregt die Brust,hauch rn die zu lo - cken sei-nen Schatz zum
Jo - cken sei-nen Schatz zum : Weil sie ihm regtdie Brust,-haucht
Bschwelgt in freudger Lu und schwelgt in freudger Lust” an
4
a, trara, tra-
poco riten.
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wil - de Biich-sen-
zah - me Biich-sen-
Tinclen Bre ehen platz. yy oreum ta orn der
Risen FE get PAE fiuaium ot dors «
Da brauchtkeinHorn der
Brust.
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3. sei- nes Liebchensder wil - de
der zah-me Biich-sen - tra -
Bich -sen ~ tri
ree} ara, tra
1.2. der wil-de, wil~ de
3.
zah-me, zah-me
Tt
wil- ae,
B der zah = me,
oS
12.wil - de, wil -
3. zah- me, zah- me
= sen - tri =
+ sen = tra -
Buch - cen
~ ra, tra-ra, tra-ra -
Ua ger der w
Ja - ger, der
SS
= ra, tha-ra, dra ~
Esition Peters.Graf ‘zu den Jagers). Eine kurze Rast, Kinder, dann
ziehen wir weiter. Brquickt Euch.
(ie igor gehen ins Wirtshass.)
Graf (zum Baron, der sich auf die Bank vor Baculus H
gesetxt). Milde vom Jagen, Herr Bruder,oderhat
unser Jagdlied, miit seinen Anspielungen auf
das Gliick der Liebe, deinen Weltschmers wieder
rege gemacht?
Baron. Und wenn es so wre, kénnte man es mir
verargen? Du weit
Graf. Aber ich bitte dich, hére doch endlich auf,
das alte Lied deiner mifiratenen Ehe zu sin:
gen!_ Du hattest eine gliickliche Tdee, dich
nach dem Trauerjahr hierher zu flichten; wir
haben hier in der Gegend einen herrlichen Mid-
chenflor; da suche dir aus, Herr Bruder, und ge-
setzt, du faindest Keine, deren Blick dich fesselte,
nun so haben wir ja noch meine Schwester, de-
ren Ankunft ich taglich erwarte_ welche Freu-
de, wenn ihr euch weehselseitig behagtet. Schon
habe ich in meinen Briefen ihr einen Wink ge-
eben !
Baron, Das ist mir nicht Lieb, Eben am eine Gete-
gemheitsmacherei zu vermeiden, kam ich hierher
unter dem Titel eines Stallmeisters, Meine ei-
gene Schwester, deine Gattin, die das elterliche
Haus verlieB, als ich noch in’ den Windeln lng,
ahnt nicht, daB ich ihr Bruder sei, ja, ich habe
mir sogar erlaubt, ihr ein wenig den Hofzu machen.
Graf. Ei, du Spitzbube, meine ehrbare Gemablin
zum besten zu haben! Und wie lange gedenkst
du dein Inkognito zu behaupten?
Baron. Vielleicht nur bis morgen. Entweder wahle
ich mir morgen eine Frau, oder ich zieheweiter.
Graf. Doch nicht, ohne meine Schwester gesehen
mu haben?
Baron. Das kann ich dir nicht versprechen. Der
Gedanke, sie sei mir bestimmt, macht sie mir
schon. zuwider. Nur meinem Herzen will ich fol-
gen, wes Standes die Erkorene auch sei.
Graf. Und wenn nun cin Kammerkétzchen dein
Herz erobert
Baron. Gleichviel.
Graf, Oder eine Bauerndirne?
ion Peters,
Baron. Einerlei.
Graf. Das gesteh ich! Ich glaube, du wiirst im Stan-
de, bloB deiner Grille zu geniigen, einem Manne
die Brautoder gar die Frau abspenstig zu machen.
Baron. Wo denkst du hin, Herr Bruder, ich habe
strenge Grundsitze,
Graf (scuelna). Wirklich?
Baron. Du lichelst? Das Kénnte ich dir tbel_neh-
‘men, Du muft mich nicht nach dir beurteilen,
Graf, Nach mir?
Baron. Allerdings. Die bise Welt will behaupten,
daB kein hiibsches Madchen vor dir sicher sei
Graf. Schindliche Verleumdung! Nein, Herr Bruder,
auch ich habe Grundsitze. Ich verehre meineGat-
tin iiber alle Mafien_ nun, du weilt, wie diese
Heirat 2u Stande kam: ich war arm,siewar reich,
ich bin jung, sie nicht mehr ganz,jung, jedes hat
seine eigne Liebhaberei, und trotz dieser Un-
gleichheiten kann keine gliicklichere Ehe existio-
ren, als die unsrige. Wenn ich mir nun wirklich
einmal erlaubte__ (man hért im Wirtshause einen Toast
susbringen) Was Teufel ist denn da los?
Baron. Gewib ein Fest,
Graf. Eine Hochzeit! Bruder, so eine Bauernhoch-
zeit ist mein Leben; la8 uns hinein!
Baron. Ich bin verstimmt, was soll ich bei den
Fréblichen?
Graf, Schiittle deinen Weltschmerz ab, tu es mir
zu Liebe,
Baron. Wobl! blo’ um dein Vergniigen nick ou
stéren.
Graf ‘rihet ihnvor). Hore, es Vauft doch nicht gegen
unsre Grundsitze?
Baron (nach kurzem Bedenken). Ich diichte nicht.
Graf Ghn unter den Arm faseond). Nun also!_ (sie gehen
gegen das Wirtshass) Aber, wie es scheint, ist
die Gesellschaft im Aufbruch begriffen ‘und
kommt hierher.
Baron. So miissen wir sie hier erwarten.
Graf (durch die offene Tir sehend). Hiibsche Madchen,
hol mich der Teufel! laB uns ein wenig bei Seite
treten,
10178Zehnte Szene.
Vorige. Baculus. Die
(Die Gaste troten zuerst auf, Baculus, ihnen da
fer schnell auruck und bleibt unter der
te gt; wie er den Grafen sieht, goht
see stchen)
N°6. Finale.
Ganzes Orchester)
Allegro non troppo.
neh-mot uh-sén Dini ere Wirt : Dankynehit un-semn
neh ss met un? sem Ds Dani ehint n-sern
SEE == # = = =) SSS
Dank, Herr Wirt, at-te miseden Gage + ste-ten gus o-nett at oF trai -
Edition Peters,16
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Edition Peters. 10173(eich sum Baron wendend)
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Baron,
‘Allerliebst!
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fallen dir die hitbschen
| Weiber nicht?
“Von diesen
allen kei -
ne dir zum
‘Herzen spricht?
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ruhin! Doch,
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Edition Peters,