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Aufgabensammlung

Thema: Algebra
Aufgaben und Lösungen
der I. bis IV. Runde
der Klassenstufen 5 bis 12
der Mathematik-Olympiaden
von 1960 bis 1994

OJM

Zentrales Komitee für die


Olympiaden Junger Mathematiker

unter Nutzung von Manuela Kugels


https://www.olympiade-mathematik.de/

zusammengestellt von Steffen Polster


https://mathematikalpha.de
Chemnitz, 2019/22

bearbeitet von Christian Hercher


Flensburg, 2022
I Klasse 5
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen
Runde 1

Aufgabe V00502:
Nimm eine dreistellige Zahl; allerdings mit der Einschränkung, dass die erste und letzte Ziffer nicht
übereinstimmen; setze die Ziffer in umgekehrter Reihenfolge darunter und stelle die Differenz fest!
Schreibe die Umkehrung dieser Zahl nochmals darunter! Addiere dann Umkehrung und Differenz!
Führe die Aufgabe an zwei Beispielen durch! Was stellst du fest?

Lösung von Steffen Polster:


Die nachfolgenden Beispiele ergeben am Ende als Ergebnis 1089:
4 5 2 6 9 1
- 2 5 4 - 1 9 6
1 9 8 4 9 5
+ 8 9 1 + 5 9 4
1 0 8 9 1 0 8 9

Aufgabe V00503:
Zu einer gedachten Zahl wird 16 addiert, anschließend mit 7 multipliziert, dann 8 subtrahiert und
schließlich mit 9 dividiert. Man erhält dann 22 Rest 4.
Wie heißt die gedachte Zahl?

Lösung von Steffen Polster:


x sei die gedachte Zahl. Dann ergibt sich mit den Operationen der Term

((x + 16) · 7 − 8) : 9

Dieser Term soll 22 mit einem Rest 4 werden, d. h. es gilt

((x + 16) · 7 − 8) = 9 · 22 + 4

Schrittweises Zusammenfassen und Umstellen ergibt

((x + 16) · 7 − 8) = 9 · 22 + 4
(x + 16) · 7 − 8 = 198 + 4
(x + 16) · 7 = 202 + 8
x + 16 = 210 : 7
x = 30 − 16 = 14

Die gedachte Zahl ist 14.

Aufgabe V00504:
Die dreifache Summe der beiden Zahlen 14076 und 1009 soll um die doppelte Summe der beiden
Zahlen 8072 und 496 vermehrt werden.

3
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Lösung von Steffen Polster:


Zu berechnen ist
3 · (14076 + 1009) + 2 · (8072 + 496) = 62391

Aufgabe V00506:
1; 4; 5; 7; 12; 15; 16; 18; 23; usf.
Diese Zahlenfolge ist nach einem bestimmten Gesetz aufgebaut. Setze diese Zahlenfolge bis über 50
hinaus fort!

Lösung von Steffen Polster:


Beginnend bei der 1 werden folgende Summanden addiert: 3, 1, 2, 5. Danach beginnt man wieder mit der
3 und addiert weiter 1, 2, 5, usw.

Damit ist die gesuchte Zahlenfolge:

1; 4; 5; 7; 12; 15; 16; 18; 23; 26; 27; 29; 34; 37; 38; 40; 45; 48; 49; 51; 56; . . .

Aufgabe 020511:
Beim Aufbau des Berliner Stadtzentrums entsteht am Alexanderplatz das Haus des Lehrers“. Zuerst

wurde die Baugrube ausgehoben. Dabei mussten etwa 7100m3 Boden abtransportiert werden:

a) Wie viel Muldenkipperladungen waren das, wenn ein Kipper 4m3 Boden transportieren kann?
b) Wie lang wäre der für den gesamten Transport nötige Muldenkipperzug“ gewesen, wenn jeder

Muldenkipper eine Länge von 3m hat?

Lösung von Steffen Polster:


7100m3
a) Das Gesamtvolumen von 7100m3 ist durch die Ladefähigkeit eines Kippers von 4m3 zu teilen: 4m3 =
1775.
Es waren 1775 Muldenkipperladungen.

b) Da jeder Kipper 3 m lang ist, ergibt sich für die Gesamtlänge aller Kipper 3 m · 1775 = 5325 m.

Aufgabe 030511:
Der VEB Simson Suhl produziert gegenwärtig täglich 235 Kleinstroller KR 50. Im Jahre 1958 betrug
die Produktion dagegen nur 42 Kleinstroller täglich.
Wie viel Kleinstroller wurden im Jahre 1963 mehr produziert als im Jahre 1958? Die Anzahl der
Arbeitstage eines Jahres sei dabei mit 300 angenommen.

Lösung von Steffen Polster:


1958: Da täglich 42 Kleinstroller an 300 Arbeitstagen produziert wurden, ergibt dies insgesamt 42 · 300 =
12600 Stück im Jahr 1958.
Da 1963 täglich 235 Roller hergestellt wurden, sind dies für das ganze Jahr 235·300 = 70500 Kleinstroller.
Die Differenz beider Produktionszahlen ist 70500 − 12600 = 57900. Somit wurden 1963 insgesamt 57900
Kleinstroller mehr produziert als 1958.

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I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Aufgabe 030512:
Nach der Kreisolympiade Junger Mathematiker wurde ein Pionier gefragt, wie viel Punkte er bekom-
men habe. Scherzhaft sagte er: Wenn man zu der Zahl meiner Punkte 10 hinzufügt und die Summe

verdoppelt, so fehlen mir noch 10 Punkte an 100.“

a) Wie viel Punkte erzielte der Thälmann-Pionier?


b) Wie hast du das Ergebnis gefunden?

Lösung von Steffen Polster:


a) Der Pionier erzielte 35 Punkte.

b) Die erreichten Punkte seien x. Dann ergibt sich die Gleichung: (x + 10) · 2 = 100 − 10.
Über die äquivalenten Umformungen: (x + 10) · 2 = 90 und weiter x + 10 = 90 2 = 45 ergibt sich die
gesuchte Punktzahl x = 35.

Aufgabe 050511:
In drei Abteilen eines Eisenbahnwagens befinden sich 90 Fahrgäste. Würden aus dem ersten Abteil
12 Fahrgäste in das zweite und aus dem zweiten 9 Fahrgäste in das dritte umsteigen, dann wären in
allen drei Abteilen gleich viel Personen.
Wie viel Fahrgäste waren ursprünglich in den einzelnen Abteilen?

Lösung von Steffen Polster:


Sind 90 Fahrgäste auf 3 Abteile gleichverteilt, so befinden sich in jedem Abteil 30 Fahrgäste.

Wenn aus dem ersten 12 in den zweiten wechseln, so sind im ersten zu Beginn 12 zu viel, d. h. 42 Fahrgäste.
Wenn 9 vom zweiten in den dritten wechseln müssen um 30 Personen zu erhalten, so fehlen zu Beginn
im 3 Abteile diese 9, d. h. es sind vor dem Umsteigen 21 im dritten Abteil.
Damit sind zu Beginn im 2. Abteil 90 - 42 - 21 = 27 Fahrgäste.

Aufgabe 050514:
Gerd, Fred, Heinz und Werner befinden sich auf dem Weg zur Schule. Fred ist noch dreimal so
weit entfernt von der Schule wie Gerd. Heinz hat bis zur Schule noch den vierfachen Weg von Gerd
zurückzulegen.
Werner muss noch 2,4 km bis zur Schule laufen; das ist die doppelte Länge von Freds Weg.

a) Welche Strecken müssen die einzelnen Schüler noch zurücklegen, bis sie die Schule erreicht haben?
b) Wie viel Minuten vergehen, bis alle Schüler in der Schule angekommen sind, wenn jeder Schüler
für je 100 m genau 90 sec braucht?

Lösung von Steffen Polster:


a) Die noch zu laufenden Wege der Schüler seien für Fred f, für Gerd g, für Heinz h und für Werner w.
Dann gelten entsprechend der Aufgabenstellung die Gleichungen:

f = 3g (1); h = 4g (2); w = 2,4 km (3); w = 2f (4)

Aus (3) und (4) folgt für Freds Weg 1,2 km. Damit hat nach (1) Gerd noch einen Restweg von 400 m zu
laufen. Beziehung (2) ergibt für Heinz dann einen Weg von 1,6 km.

b) Da Werner noch am weitesten entfernt ist, treffen sich die Schüler erst wenn Werner ankommt. Für
ihn gilt:
Werner braucht für 2,4 km: 24 · 90s = 2160s = 36min.

5
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Damit vergehen noch 36 min, bis alle Schüler in der Klasse sind.

Aufgabe 060511:
Laut Jahresplan sind von einem Zementwerk im 2. Halbjahr 16400 t Zement zu produzieren. Im Juli
wurden 2430 t, im August 2310 t, im September 2680 t, im Oktober 2830 t, im November 2940 t
produziert.

a) Berechne die hinreichende kleinste Anzahl von Tonnen Zement, die im Dezember hergestellt werden
müssen, damit das Werk seinen Plan erfüllt!
b) Berechne den Preis dieser Menge vom Dezember, wenn eine Tonne Zement 39,- MDN kostet!

Lösung von Steffen Polster:


a) Von Juli bis November wurden hergestellt (in Tonnen): 2430 + 2310 + 2680 + 2830 + 2940 = 13190
Tonnen. Da das Ziel 16400 Tonnen sind, müssen im Dezember 16400 t - 13190 t = 3210 t produziert
werden.

b) Mit 39 · 3210 = 125190 ergibt sich ein Preis von 125190 MDN für 3210 t Zement.

Aufgabe 060512:
Eine Strecke von 168 m Länge wurde in drei Teile geteilt. Die zweite Teilstrecke war dreimal so groß
wie die erste, dagegen betrug die dritte Teilstrecke das Vierfache der ersten Teilstrecke.
Berechne die Längen der einzelnen Teilstrecken!

Lösung von Steffen Polster:


Ist die Länge der ersten Teilstrecke a, so ist die zweite Teilstrecke 3a lang und die dritte 4a lang. In der
Summe ist dies a + 3a + 4a = 168 m, d. h. die erste Teilstrecke hat eine Länge von a = 21 m.
Die zweite Teilstrecke hat somit die Länge 3 · 21m = 63m und die dritte Teilstrecke 4 · 21m = 84m.

Aufgabe 080513:
Annerose bringt aus dem Garten Äpfel und Pflaumen mit.
Als sie nach Hause kommt, wird sie von ihrem Bruder Gerd gefragt: Wie viel Äpfel und wie viel

Pflaumen hast du mitgebracht?“
Verschmitzt antwortet Annerose: Es sind zusammen weniger als 50 Stück, und zwar dreimal so viel

Pflaumen wie Äpfel. Wenn Mutter von den mitgebrachten Äpfeln und Pflaumen jedem von uns vier
Geschwistern je einen Apfel und je eine Pflaume gibt, bleiben noch viermal so viel Pflaumen wie
Äpfel übrig.“

Wie viel Äpfel und wie viel Pflaumen hatte sie mitgebracht?

Lösung von Steffen Polster:


Die Anzahl der Pflaumen sei p, die der Äpfel a.
Aus der Aufgabenstellung ergeben sich dann die Gleichungen

p − 4 = 4(a − 4) ; p = 3a

Setzt man die 2. Gleichung in die erste ein, wird

3a − 4 = 4a − 16 ⇒ a = 12; p = 36

Annerose hat 12 Äpfel und 36 Pflaumen mitgebracht. Die Bedingung der Aufgabe, dass die Summe von
p und a kleiner als 50 sein muss, ist erfüllt.

6
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Aufgabe 100512:
In einem alten Buch mit lustigen mathematischen Knobeleien fand Annerose folgenden Vers:
Eine Zahl hab’ ich gewählt,
107 zugezählt,
dann durch 100 dividiert
und mit 11 multipliziert,
endlich 15 subtrahiert,
und zuletzt ist mir geblieben
als Resultat die Primzahl 7.
Gibt es wenigstens eine Zahl, die den gegebenen Bedingungen genügt? Wenn ja, ermittle alle diese
Zahlen!

Lösung von Steffen Polster:


Die gesuchte Zahl sei z. Dann ergibt sich die Gleichung:
(z + 107) : 100 · 11 − 15 = 7 ⇒ z = 93
Die gesuchte Zahl lautet 93. Die Probe bestätigt diese Lösung.

Aufgabe 110511:
Bei einem Manöver unserer NVA legte ein Fahrzeug in 9 Teilstrecken eine Gesamtstrecke von 1780
km zurück. Die erste Teilstrecke betrug 220 km. Die restlichen 8 Teilstrecken waren untereinander
gleich lang.
Berechne die Länge einer jeden dieser restlichen 8 Teilstrecken!

Lösung von Steffen Polster:


Die Länge der restlichen 8 Teilstrecken ist 1780 - 220 = 1560 km.
Damit hat ein Teilstück die Länge 1560 : 8 = 195, d. h. 195 km.

Aufgabe 120511:
Auf einer Geburtstagsfeier stellt Rainer seinen Gästen folgende - schon im Altertum bekannte -
Knobelaufgabe:

Eine Schnecke beginnt am Anfang eines Tages vom Erdboden aus eine 10 m hohe Mauer emporzu-
kriechen. In der folgenden Zeit kriecht sie während der ersten 12 Stunden je eines Tages um 5 m
höher und gleitet während der restlichen 12 Stunden des gleichen Tages jeweils um 4 m nach unten.

Nach wie viel Stunden hat sie erstmals die gesamte Mauerhöhe erreicht?

Lösung von Steffen Polster:


Nach 12 Stunden erreicht die Schnecke eine Höhe von 5 m, rutscht aber in den darauffolgenden 12 Stunden
wieder 4 m zurück.
Damit startet sie am 2. Tag in 1 m Höhe, am 3. Tag in 2 m Höhe, usw. Am 6. Tag beginnt sie in 5 m
Höhe zu kriechen und erreicht nach 12 h die geforderten 10 Meter Höhe.

Da sie 5 Tage kroch und zurück rutschte, am 6. Tag aber nach 12 Stunden am Ziel ankam, benötigte sie
5 · 24 + 12 = 132 Stunden.

Aufgabe 130513:
Das Dreifache der Summe der Zahlen 38947 und 12711 soll durch das Sechsfache der Differenz der
Zahlen 9127 und 8004 dividiert werden.
Wie lautet der Quotient?

7
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Lösung von Steffen Polster:


Nach der Aufgabenstellung ist zu berechnen:

3 · (38947 + 12711) : (6 · (9127 − 8004)) = 3 · 51568 : (6 · 1123) = 154974 : 6738 = 23

Aufgabe 140511:
Ermittle die natürlichen Zahlen a, b, c, d, e, von denen folgendes bekannt ist:

(1) a ist die Hälfte von b.


(2) b ist die Summe von c und d.
(3) c ist die Differenz von d und e.
(4) d ist das Dreifache von e.
(5) e ist der vierte Teil von 56.

Lösung von Steffen Polster:


Die natürlichen Zahlen lasse sich von (5) nach (1) berechnen:
Aus (5) folgt sofort e = 56
4 = 14 und somit d = 42. Mit d − e = c = 28 wird b = 70 und abschließend
a = 35.

Aufgabe 150513:
Eine Gruppe von Pionieren unternahm eine Radwanderung. Sie starteten innerhalb eines Ortes und
erreichten nach 800 m Fahrt den Ortsausgang. Nachdem sie danach das Fünffache dieser Strecke
zurückgelegt hatten, rasteten sie.
Nach weiteren 14 km machten sie Mittagspause. Die Reststrecke bis zu ihrem Fahrtziel betrug 2,5
km weniger als die bisher zurückgelegte Strecke.
Ermittle die Gesamtlänge der Strecke vom Start bis zum Ziel!

Lösung von Steffen Polster:


Addition der Teilstrecken ergibt

s = (800m + 5 · 800m + 14000m) + (800m + 5 · 800m + 14000m) − 2500m = 35100m

Die Radwanderung war 35 km und 100 m lang.

Aufgabe 150514:
An einem Waldlauf beteiligten sich insgesamt 81 Personen. Von den teilnehmenden Erwachsenen (18
Jahre oder älter) war die Anzahl der Männer doppelt so groß wie die der Frauen.
Die Anzahl der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen (unter 18 Jahren) betrug die Hälfte der
Anzahl der teilnehmenden Erwachsenen. Dabei waren es halb soviel Kinder (unter 16 Jahren) wie
Jugendliche (16 Jahre oder älter, aber unter 18 Jahre).
Gib die Anzahlen der teilnehmenden erwachsenen Männer, Frauen sowie der teilnehmenden Kinder
und Jugendlichen an!

Lösung von Steffen Polster:


Die Anzahl der Frauen, Männer, Kinder und Jugendlichen sei f , m, k und j. Dann ergeben sich aus der
Aufgabenstellung die Beziehungen:

f + m + k + j = 81; m = 2f ; m + f = 2 · (k + j); j = 2k

Setzt man die vierte und zweite Gleichung jeweils in die erste und dritte ein, so wird

f + 2f + k + 2k = 3f + 3k = 81 ; 3f = 2f + f = 2 · (3k)

8
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Damit wird, mit erneutem Einsetzen: 6k + 3k = 81, d. h. also k = 9 und weiter f = 18, j = 18, m = 36.
Am Waldlauf nahmen 9 Kinder, 18 Jugendliche, 18 Frauen und 36 Männer teil.

Aufgabe 160511:
In einer Mathematik-Arbeitsgemeinschaft stellt Monika den Teilnehmern folgende Aufgabe:
Jeder der Buchstaben A, L, P , H bedeutet eine einstellige natürliche Zahl. Dabei gilt:

(1) Die Zahl H ist doppelt so groß wie die Zahl P .


(2) Die Zahl A ist gleich der Summe aus der Zahl P und dem Doppelten der Zahl H.
(3) Die Zahl L ist gleich der Summe der Zahlen A, P und H.

Schreibt man die Zahlen ALP HA in dieser Reihenfolge hintereinander, dann erhält man
die (fünfstellige) Leserzahl der mathematischen Schülerzeitschrift alpha“.

Wie groß ist diese Leserzahl?“

Lösung von Steffen Polster:


Als Gleichungen ergeben sich
H = 2P ; A = P + 2H; L=A+P +H
Außerdem sind A, L, P, H Ziffern von 0 bis 9.
Setzt man die erste Gleichung in die zweite und dritte ein, wird A = 5P und L = A + 3P und folglich
L = 8P . Da P und L kleiner als 10 sind, muss P = 1 und L = 8 sein und damit H = 2, A = 5.
Die alpha“ hat somit 58125 Leser.

Aufgabe 160513:
Um zu ermitteln, welchen Durchschnittswert die Masse eines Maiskolbens von einem Versuchsfeld
hat, hatten Schüler einer Mathematik-Arbeitsgemeinschaft sechs Kolben ausgewählt und gewogen.
Der größte Kolben hatte eine Masse von 850 g, drei Kolben hatten eine Masse von je 640 g, zwei
Kolben von je 460 g.
Wie viel Gramm betrug hiernach die durchschnittliche Masse eines dieser sechs Maiskolben?

Lösung von Steffen Polster:


Die Masse der sechs Maiskolben ist 850 + 3 · 640 + 2 · 460 = 3690 Gramm.
Als durchschnittliche Masse erhält man damit 3690g : 6 = 615g.

Aufgabe 210512:
Die Pioniergruppen der Klassen 5a, 5b und 5c einer Schule fertigten für einen Solidaritätsbasar
Buchhüllen an. Dabei fertigte die Klasse 5a genau 6 Hüllen mehr als die Klasse 5b an, und die Klasse
5c schaffte das Doppelte von dem, was die Klasse 5b anfertigte.
Insgesamt wurden von den Pionieren der drei Klassen 66 Buchhüllen hergestellt.
Wie viel Buchhüllen fertigte jede der drei Pioniergruppen an?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, die Klasse 5a hätte 6 Hüllen weniger angefertigt. Dann wären insgesamt 60 Buchhüllen
hergestellt worden. Außerdem könnte man dann die Menge dieser 60 Buchhüllen so in vier gleichgroße
Teilmengen zerlegen, dass die Klassen 5a und 5b je eine dieser Teilmengen angefertigt hätten und die
Klasse 5c die Übrigen zwei Teilmengen.
Wegen 60 : 4 = 15 und 2 · 15 = 30 hat die Klasse 5b daher genau 15 Hüllen und die Klasse 5c genau 30
Hüllen angefertigt, während die Klasse 5a wegen 15 + 6 = 21 genau 21 Buchhüllen hergestellt hat.

9
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Aufgabe 220512:
Mutter kauft ein. Sie hat genau 50 M bei sich. Eigentlich möchte sie drei Schals, eine Mütze und ein
Paar Handschuhe kaufen, aber das Geld reicht hierfür nicht. Eine Mütze kostet 18 M, ein Schal halb
so viel, ein Paar Handschuhe kosten 1,50 M mehr als ein Schal. Sie kauft drei Schals und ein Paar
Handschuhe.
Wie viel Geld hat sie danach noch insgesamt übrig?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ein Schal kostet halb so viel wie 18 M, also 9 M. Drei Schals kosten daher 3 · 9M = 27M.
Ein Paar Handschuhe kostet 9M + 1,50M = 10,50M.
Somit hat die Mutter 27M + 10,50M = 37,50M bezahlt. Danach hat sie noch 50M − 37,50M = 12,50M
übrig.

Aufgabe 230512:
Die Maßzahlen der (in Zentimeter gemessenen) Seitenlängen einen Dreiecks sind drei aufeinanderfol-
gende natürliche Zahlen. Der Umfang diesen Dreiecks beträgt 42 cm.
Wie lang sind seine drei Seiten?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Maßzahl des Dreiecksumfangs ergibt sich durch Addition seiner drei Seitenlängen. Nun ist die Summe
dreier aufeinanderfolgender natürlicher Zahlen gleich dem Dreifachen der mittleren dieser drei Zahlen
(denn die erste Zahl ist um 1 kleiner und die dritte um 1 größer als die mittlere Zahl).
Wegen 42 : 3 = 14 beträgt mithin die mittlere Zahl im vorliegenden Fall 14, und die beiden anderen
Zahlen betragen 13 und 15.

Die Seiten des Dreiecks, dessen Umfang 42 cm beträgt, sind also 13 cm, 14 cm und 15 cm lang. Diese
drei Seitenlängen erfüllen auch die Bedingung, dass die Summe zweier Seitenlängen stets größer als die
dritte Seitenlänge ist.

Aufgabe 250513:
Drei Kunden in einem Eisenwarengeschäft kauften Schrauben. Jede Schraube kostete 7 Pfennig. Der
zweite Kunde kaufte vier Schrauben mehr als der erste Kunde. Der dritte Kunde kaufte doppelt so
viele Schrauben wie der zweite Kunde. Die drei Kunden bezahlten dafür insgesamt 5 Mark und 32
Pfennig.
Wie viel bezahlte der dritte Kunde?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn der erste Kunde x Schrauben kaufte, dann kaufte der zweite Kunde x + 4 Schrauben und der dritte
Kunde 2 · (x + 4) Schrauben. Hierfür gilt 2 · (x + 4) = 2x + 8.

Addiert man die drei Anzahlen, so ergibt sich x + x + 4 + 2x + 8 = 4x + 12, also kauften die drei Kunden
insgesamt 4x + 12 Schrauben.
Da sie insgesamt 5,32 M bezahlten und jede Schraube 7 Pfennig kostete, kauften sie wegen 532 : 7 = 76
insgesamt 76 Schrauben. Also gilt 4x + 12 = 76 und somit x = 16.

Der erste Kunde kaufte also 16 Schrauben, der zweite kaufte 4 Schrauben mehr, also 20 Schrauben, der
dritte kaufte doppelt so viele, also 40 Schrauben. Wegen 40 · 7 = 280 bezahlte er hierfür 2,80 M.

Aufgabe 270512:
Eine Strecke von 240 mm Länge soll in zwei Teilstrecken zerlegt werden. Die größere Teilstrecke soll
genau 47 mal so lang sein wie die kleinere.
Wie lang muss dann die kleinere Teilstrecke sein und wie lang die größere? Begründe deine Antwort!

10
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da die größere Teilstrecke genau 47 mal so lang sein soll wie die kleinere, müssen genau 48 solcher kleinen
Teile zusammengesetzt eine Strecke ergeben, die genau so lang ist wie die ganze Strecke.
Wegen 240 : 48 = 5 muss also die kleinere Teilstrecke 5 mm lang sein, und wegen 240 - 5 = 235 muss die
größere Teilstrecke 235 mm lang sein.

Aufgabe 290511:
Kerstin erhält am 30. April zu ihrem Geburtstag von mehreren Verwandten Geld geschenkt. Sie
hat nun genau 35 Mark in ihrer Sparbüchse und nimmt sich vor, in den folgenden Monaten fleißig
Altstoffe zu sammeln, so dass sie am Ende jedes Monats genau 5 Mark in die Sparbüchse stecken
kann.
Am Ende welchen Monats werden, wenn ihr Vorhaben gelingt, erstmals 55 Mark in der Sparbüchse
sein?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 55 - 35 = 20 benötigt Kerstin zum Erreichen ihres Zieles noch genau 20 Mark. Da sie in jedem
Monat 5 Mark sparen will, braucht sie wegen 20 : 5 = 4 noch genau 4 Monate dazu.
Der vierte Monat nach dem April ist der August. Die gewünschten 55 Mark werden also erstmals am
Ende des Monats August in der Sparbüchse sein.

Aufgabe 300513:
Fritz, Hans und Petra haben am Ostseestrand einen Beutel voll Muscheln gesammelt. Sie wissen
nicht, wie viel Muscheln sie im Beutel haben.

Fritz meint: Wenn man siebenmal hintereinander je 12 Muscheln aus dem Beutel nimmt, dann

bleiben noch mehr als 6 Muscheln übrig.“
Hans meint: Wenn man aber neunmal hintereinander je 10 Muscheln aus dem Beutel nehmen wollte,

dann würden die Muscheln dafür nicht ausreichen.“
Petra zählt nun die Muscheln nach und stellt fest: Keiner von euch beiden hat recht.“

Wie viel Muscheln waren insgesamt im Beutel?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Hätte Fritz recht gehabt, dann hätten wegen 7 · 12 + 6 = 90 mindestens 91 Muscheln in dem Beutel sein
müssen.
Hätte dagegen Hans recht gehabt, dann hätten es wegen 9 · 10 = 90 höchstens 89 Muscheln sein können.
Da keiner von beiden recht hatte, waren mithin genau 90 Muscheln in dem Beutel.

Aufgabe 320514:
Ein 6 m 30 cm langer Kupferdraht ist in drei Teile zu unterteilen. Der erste Teil soll 30 cm länger als
der zweite Teil sein und der dritte Teil 60 cm länger als der zweite.
Wie lang wird jeder der Teile?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

30 x x x 60

Aus der Abbildung wird ersichtlich:


Durch Subtraktion von 90 cm von der Gesamtlänge des Drahtes erhält man eine Länge, die dreimal so
groß ist wie die Länge x des zweiten Teilstücks. Wegen 630 cm - 90 cm = 540 cm und 540 cm : 3 = 180
cm hat das zweite Teilstück eine Länge von 1 m 80 cm.

11
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Wegen 180 cm + 30 cm = 210 cm und 180 cm + 60 cm = 240 cm haben das erste Teilstück eine Länge
von 2 m 10 cm und das dritte Teilstück eine Länge von 2 m 40 cm.

Aufgabe 330512:
Bei einer Geburtstagsfeier wird ein Spiel mit blauen Spielmarken und ebenso vielen roten Spielmarken
gespielt.
Nach einiger Zeit hatte jedes Kind 12 blaue und 15 rote Spielmarken bekommen, und es waren noch
48 blaue und 15 rote Spielmarken übrig.
Wie viele Kinder spielten dieses Spiel?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn jedes Kind noch 3 blaue Spielmarken bekommen würde, so müssten ebenso viele blaue wie rote
Spielmarken übrigbleiben, d. h., 15 Stück. Es müssten dabei also 48 - 15 = 33 Spielmarken verteilt werden.
Weil dabei jedes Kind 3 Spielmarken bekäme, nahmen 11 Kinder an dem Spiel teil.

Runde 2

Aufgabe 010522:
Bei einem Probeflug von Moskau zur sowjetischen Südpolar-Beobachtungsstation Mirny über insge-
samt 25300 km legte ein Flugzeug vom Typ IL 18“ die letzten 6700 km in zwei Etappen zurück.

Dabei war die erste Etappe um rund 1700 km länger als die zweite.
Wie viel Kilometer betrugen die beiden Etappen?

Lösung von Steffen Polster:


Es sei a die Länge der ersten Etappe und b die Länge der zweiten Etappe. Damit ergeben sich die
Gleichungen
a + b = 6700 km ; a = b + 1700 km
Einsetzen der ersten Gleichung in die zweite Gleichung ergibt

(b + 1700 km) + b = 6700 km ⇒ b = 2500 km ; a = 2500 km + 1700 km = 4200 km

Die erste Etappe ist 4200 km und die zweite 2500 km lang.

Aufgabe 030521:
Die Kosmonautin Valentina Tereschkowa umkreiste mit dem Raumschiff Wostok 6“ rund 48 mal die

Erde. Durchschnittlich benötigte sie für jede Umkreisung rund 88 Minuten.
Wie lange dauerte der gesamte Weltraumflug?

Lösung von Steffen Polster:


Ohne Berücksichtigung der Start- und Ladezeit wird: Eine Umrundung dauert durchschnittlich 88 Minu-
ten. Damit benötigen 48 Umrundungen 48 · 88min = 4224min, also 70 Stunden und 24 Minuten.

Aufgabe 060521:
In jeder von fünf Kisten befindet sich genau die gleiche Anzahl von Äpfeln. Entnimmt man jeder
Kiste 60 Äpfel, bleiben in den Kisten insgesamt soviel Äpfel übrig, wie vorher in zwei Kisten waren.
Ermittle die Gesamtzahl aller Äpfel, die sich anfangs in den Kisten befanden !

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Aus den fünf Kisten wurden 300 Äpfel herausgenommen; denn 5 · 60 = 300.

12
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Diese Menge entspricht dem Inhalt von drei Kisten, da nur soviel Äpfel übrig blieben, wie vorher in zwei
Kisten Waren.
Folglich befanden sich in jeder Kiste anfangs genau 100 Äpfel. Insgesamt waren daher genau 500 Äpfel
vorhanden.

Aufgabe 060523:
Die Zahl 97236 ist in sechs Summanden zu zerlegen.

Der erste Summand ist gleich dem neunten Teil dieser Zahl, der zweite Summand ist doppelt so groß
wie der erste, der dritte ist um 12792 kleiner als der zweite Summand, der vierte dreimal so groß wie
der dritte und der fünfte ist ebenso groß wie der dritte Summand.
Wie lauten die sechs Summanden?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der erste Summand lautet 10804; denn 97236 : 9 = 10804;
der zweite Summand lautet 21608; denn 10804 · 2 = 21608;
der dritte Summand lautet 8816; denn 21608 - 12792 = 8816;
der vierte Summand lautet 26448; denn 8816 · 3 = 26448;
der fünfte Summand lautet 8816 und
der sechste Summand lautet 20744; denn 10804 + 21608 + 8816 + 26448 + 8816 + 20744 = 97236.

Aufgabe 060524:
Hans nimmt am Training der Sektion Leichtathletik seiner Schulsportgemeinschaft teil. Eine der
Übungen besteht in rhythmischem Gehen mit anschließendem Nachfedern im Stand.
Die Länge der Übungsstrecke beträgt 30 m. Am Anfang und am Ende stehen Fahnenstangen. Hans
legt die Strecke auf folgende Weise zurück:
Zwei Schritte vor, nachfedern, dann einen Schritt zurück, nachfedern, dann wieder zwei Schritte vor
... u.s.f., bis er die zweite Fahnenstange erreicht.

Welches ist die genaue Anzahl von Schritten, die er unter den angegebenen Bedingungen insgesamt
macht, wenn seine Schrittlänge genau 5 dm beträgt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Mit je 3 Schritten kommt Hans 50 cm vorwärts. Daher ist er nach genau 2·3·29 Schritten = 174 Schritten
29 m vom Startpunkt entfernt.
Da er nach zwei weiteren Schritten die zweite Fahnenstange erreicht und dann nach Voraussetzung mit
der Übung aufhört, legt er die Übungsstrecke mit genau 176 Schritten zurück.

Aufgabe 080522:
In einem Lagerraum befinden sich dreimal so viel Kilogramm Weizen wie in einem zweiten. Nachdem
aus dem ersten 85000 kg und aus dem zweiten 5000 kg entnommen wurden, waren die Bestände
gleich.
Wie viel Tonnen Weizen befanden sich vor der Entnahme in dem ersten und wie viel in dem zweiten
Lagerraum?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt: 85000 kg = 85 t und 5000 kg = 5 t.
Wenn nach der Entnahme von 85 t Weizen aus dem ersten und 5 t aus dem zweiten die Bestände in den
beiden Lagerräumen gleich sind, befanden sich im ersten Lagerraum 80 t mehr als im zweiten; denn 85 t
- 5 t = 80 t.

13
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Da im ersten Lagerraum der Bestand anfangs dreimal so groß wie im zweiten war und nach der Entnahme
in beiden die Bestände gleich sind, muss anfangs der Überschuss des ersten Raumes zweimal so groß wie
der Bestand des zweiten Raumes gewesen sein.
Also befanden sich im zweiten Raum die Hälfte von 80 t, das sind 40 t, und im ersten 120 t Weizen; denn
40 t - 3 = 120 t.

Aufgabe 100524:
Eine Gruppe Junger Mathematiker führte eine Exkursion durch. Jeder Teilnehmer bezahlte 1,50
Mark für die Fahrkosten. Bei der Bezahlung des Sammelfahrscheines blieb ein Betrag von 1,10 Mark
übrig.
Hätte jeder Teilnehmer 1,40 Mark eingezahlt, so hätten 1,10 Mark an den Kosten des Sammelfahr-
scheines gefehlt.
Ermittle die Anzahl der Teilnehmer an dieser Exkursion! Wie viel Geld erhielt jeder dieser Teilnehmer
zurück, als der zu viel eingezahlte Betrag gleichmäßig unter ihnen verteilt wurde?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da bei einem Teilnehmerbeitrag von 1,40 Mark genau 1,10 Mark zuwenig, bei einem Betrag von 1,50 Mark
genau 1,10 Mark zu viel zusammengekommen wäre, so hätte das gesammelte Geld genau das Doppelte
der Kosten des einen Sammelfahrscheines betragen, wenn jeder Teilnehmer 2,90 Mark eingezahlt hätte.

Folglich wären genau die Kosten des einen Sammelfahrscheines zusammengekommen, wenn jeder Teil-
nehmer 1 45 Mark bezahlt hätte. Jeder der Teilnehmer hatte also 0,05 Mark zu viel bezahlt.

Dieser Betrag wurde jedem zurückerstattet. Wegen 110 : 5 = 22 handelte es sich um 22 Junge Mathema-
tiker, die an dieser Exkursion teilnahmen.

Aufgabe 120522:
Eine Oberschule führte für alle Schulklassen ein Schulsportfest durch. Nach dem Sportfest behauptete
Gerald, es hätte insgesamt 325 Teilnehmer gegeben.
Günter, der wusste, dass die Anzahl der an dem Sportfest teilnehmenden Mädchen um genau 24
größer war als die der teilnehmenden Jungen, meinte, Geralds Behauptung sei falsch.
Weise nach, dass Günters Meinung richtig ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Günter konnte z. B. folgendermaßen schließen:
Die Differenz der Anzahl der Mädchen zu der der Jungen war eine gerade Zahl. Daher mussten die
Anzahlen der Mädchen und die der Jungen entweder beide gerade oder beide ungerade sein.
In jedem dieser Fälle ist aber die Summe eine gerade Zahl, kann also nicht 325 sein.

Oder:
Die Anzahl aller Teilnehmer ist gleich der Summe aus der doppelten Anzahl der teilnehmenden Jungen
und 24, und damit eine gerade Zahl. Günters Meinung ist also richtig.

Aufgabe 130521:
Eine Fischereigenossenschaft hatte an einem Tage nur Hechte, Barsche und Plötzen gefangen. Davon
waren insgesamt 125 Plötzen. Ferner waren es doppelt soviel Barsche wie Hechte; die Anzahl der
Hechte betrug ein Fünftel der Anzahl der Plötzen.
Stelle fest, wie viel Fische die Fischereigenossenschaft an diesem Tage insgesamt gefangen hatte!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da die Anzahl der Hechte ein Fünftel der Anzahl der Plötzen betrug, wurden genau 25 Hechte gefangen.

14
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Laut Aufgabe waren im Fang doppelt soviel Barsche wie Hechte, also genau 50 Barsche. Wegen 125 + 25
+ 50 = 200 werden mithin insgesamt 200 Fische der genannten Arten gefangen.

Aufgabe 140522:
Anita und Peter sollten für ihre Gruppe aus dem Konsum 7 Flaschen Selterswasser holen. Sie hatten
eine Geldsumme bei sich, die genau hierfür gereicht hätte. Sie konnten aber nur Brause bekommen,
von der jede Flasche 15 Pfennige mehr kostete als eine Flasche Selterswasser. Für ihr gesamtes Geld
erhielten sie nunmehr 4 Flaschen Brause.

Ermittle den Preis für eine Flasche Selterswasser und den Preis für eine Flasche Brause. Wie viel
kosteten die 4 Flaschen Brause?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Anita und Peter bezahlten für die 4 Flaschen Brause wegen 4 · 15 = 60 insgesamt 60 Pfennige mehr, als
sie für 4 Flaschen Selters bezahlt hätten.
Für diese 60 Pfennig hätten sie genau 7 − 4 = 3 Flaschen Selterswasser kaufen können. Wegen 60 : 3 = 20
kostete mithin jede Flasche Selterswasser 20 Pfennig, und folglich jede Flasche Brause 35 Pfennig.
Wegen 4 · 35 = 7 · 20 = 140 kosteten die 4 Flaschen Brause 1,40 Mark.

Aufgabe 160522:
Zwei Junge Pioniere legten in ihrem Ruderboot stromabwärts in 10 Minuten eine Strecke zurück,
deren Länge insgesamt 1 km und 200 m betrug.
Wie viel Zeit brauchten sie, um dieselbe Strecke gegen den Strom zurückzurudern, wenn sie dabei
durchschnittlich in jeder Minute 40 m weniger zurücklegten als auf der Hinfahrt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Auf der Hinfahrt legten die Pioniere eine Strecke von 1200 m in 10 Minuten zurück, in jeder Minute also
durchschnittlich 120 m. Auf der Rückfahrt legten sie wegen 120 - 40 = 80 folglich in jeder Minute 80 m
zurück.
Wegen 1200 : 80 = 15 brauchten sie daher für die Rückfahrt 15 Minuten.

Aufgabe 220523:
Über die 650 Schüler einer Schule liegen folgende Angaben vor:

500 Schüler sind Mitglied einer Sport-Arbeitsgemeinschaft.


400 Schüler sind Mitglied einer anderen Arbeitsgemeinschaft.
100 Schüler sind nicht Mitglied einer Arbeitsgemeinschaft.

Aus diesen Angaben soll ermittelt werden, wie viel der 650 Schüler sowohl Mitglied einer Sport-
Arbeitsgemeinschaft als auch Mitglied einer anderen Arbeitsgemeinschaft sind.
Erkläre, wie man diese Anzahl finden kann!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 650 - 100 = 550 sind 550 Schüler Mitglied mindestens je einer Arbeitsgemeinschaft.
Wegen 550 - 400 = 150 sind von diesen 550 Schülern 150 Mitglied nur in einer Sport-Arbeitsgemeinschaft.
Unter den 500 Mitgliedern von Sport-Arbeitsgemeinschaften sind wegen 500 - 150 = 350 folglich 350
Schüler auch Mitglied je einer anderen Arbeitsgemeinschaft.

Aufgabe 220524:
Ein Schüler kauft 5 gleiche Hefte und 7 gleiche Bleistifte, wofür er insgesamt 3,80 M bezahlt.
Wie teuer ist ein derartiges Heft und wie teuer ein derartiger Bleistift, wenn ein Bleistift doppelt so
viel kostet wie ein Heft?

15
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 2 · 7 + 5 = 19 kosten die 7 Bleistifte und 5 Hefte ebenso viel wie 19 Hefte. Wegen 380 : 19 = 20
kostet ein Heft folglich 20 Pf.
Wegen 2 · 20 = 40 kostet also ein Bleistift 40 Pf.

Aufgabe 260524:
Du kannst die mit zwei Würfeln von jemandem geworfenen beiden Augenzahlen nennen, ohne sie
gesehen zu haben, wenn du folgende Rechenschritte (1) bis (4) ausführen und dir nur das Endergebnis
nach Schritt (4) ansagen lässt:

(1) Die mit dem einen Würfel geworfene Augenzahl ist zu verdoppeln.
(2) Hierzu ist 5 zu addieren.
(3) Die erhaltene Summe ist mit 5 zu multiplizieren.
(4) Zum Produkt ist die mit dem anderen Würfel geworfene Augenzahl zu addieren.

Wenn du nämlich vom Ergebnis des Schrittes (4) die Zahl 25 subtrahierst, so erhältst du diejenige
Zahl, deren eine Ziffer die Augenzahl des einen Würfels und deren andere Ziffer die Augenzahl des
anderen Würfels bezeichnet.
a) Überprüfe dies an einem selbstgewählten Beispiel!
b) Weise nach, dass das für jeden mit zwei Würfeln möglichen Wurf gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wählt man zum Beispiel die Augenzahlen 3 und 5, dann führt die Ausführung der Schritte (1) bis (4)
zu folgenden Ergebnissen:
(1) 2 · 3 = 6 (2) 6 + 5 = 11 (3) 11 · 5 = 55 (4) 55 + 5 = 60
Wenn man von 60 die Zahl 25 subtrahiert, erhält man wie behauptet mit 35 eine Zahl, deren eine Ziffer
die Augenzahl des einen und deren andere Ziffer die Augenzahl des anderen Würfels angibt.

b) Für jeden möglichen Wurf sind die mit zwei Würfeln geworfenen Augenzahlen zwei natürliche Zahlen
a und b, für die 1 ≤ a ≤ 6 und 1 ≤ b ≤ 6 gilt. Damit führt die Ausführung der Schritte (1) bis (4) zu
folgenden Ergebnissen:
(1) 2 · a, (2) 2 · a + 5, (3) 5 · (2 · a + 5) = 10 · a + 25, (4) 10 · a + 25 + b

Wenn man von 10 · a + 25 + b die Zahl 25 subtrahiert, so erhält man wie behauptet mit 10 · a + b diejenige
Zahl, deren eine Ziffer a die Augenzahl des einen und deren andere Ziffer b die Augenzahl des anderen
Würfels angibt.

Aufgabe 270524:

II

III

16
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Die Abbildung zeigt ein Regal, in dem Töpfe von genau drei verschiedenen Größen stehen. In jeder
der Reihen I, II, III ergibt sich das gleiche Fassungsvermögen von genau 24 Litern.
Welches Fassungsvermögen hat jeweils ein Topf der verschiedenen Sorten?
Erkläre, wie sich für jede Topfsorte das Fassungsvermögen aus den Angaben über die Reihen I, II
und III ergibt!
Überprüfe, dass bei deinen Ergebnissen sich wirklich für jede Reihe ein Fassungsvermögen von genau
24 Litern ergibt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Aus den Angaben ergibt sich durch Vergleich der Reihen I und II:
Ein mittelgroßer Topf fasst genau soviel wie drei kleine Töpfe.

Durch Vergleich der Reihen II und III ergibt sich: Ein großer Topf fasst genau soviel wie sechs kleine
Töpfe.
Wegen 4 · 3 + 2 · 6 = 24 folgt damit: Die Reihe III fasst genau soviel wie 24 kleine Töpfe. Da Reihe III
genau 24 Liter fasst, ergibt sich:
Jeder kleine Topf fasst genau 1 Liter, jeder mittelgroße Topf fasst genau 3 Liter, jeder große Topf fasst
genau 6 Liter.
Die Überprüfung der Reihen ergibt mit diesen Fassungsvermögen folgende Literzahlen:

Reihe I: 3 + 5 · 3 + 6 = 24,
Reihe II: 6 · 1 + 4 · 3 + 6 = 24,
Reihe III: 4 · 3 + 2 · 6 = 24.

Aufgabe 280521:
In einer Gaststätte, die aus einem Speisesaal und einem Grillrestaurant besteht, sind im Speisesaal
genau 135 Plätze für die Gäste vorhanden. Die Anzahl der Plätze im Grillrestaurant beträgt ein
Drittel von der Anzahl der Plätze im Speisesaal.

a) Wie viel Plätze stehen in der Gaststätte insgesamt zur Verfügung?


b) Im Sommer kommen noch Plätze im Freien hinzu. Ihre Anzahl ist doppelt so groß wie die Anzahl
der Plätze im Grillrestaurant.
Wie groß ist im Sommer das Platzangebot der Gaststätte?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wegen 135 : 3 = 45 und 135 + 45 = 180 stehen in der Gaststätte insgesamt 180 Plätze zur Verfügung.
b) Wegen 45 · 2 = 90 und 180 + 90 = 270 umfasst das Platzangebot der Gaststätte im Sommer 270 Plätze.

Aufgabe 290522:
Susanne besitzt 18 Spielwürfel. Einige davon sind rot, andere blau und die restlichen gelb. Sie stellt
fest, dass die Anzahl der blauen Würfel um 1 kleiner ist als die doppelte Anzahl der roten Würfel.
Weiter bemerkt sie, dass das Dreifache der Anzahl der roten Würfel, wenn man es um 1 vermehrt,
gerade die Anzahl der gelben Würfel ergibt.
Zeige, dass Susannes Feststellungen nur bei einer einzigen Möglichkeit für die drei Anzahlen der roten,
blauen und gelben Würfel wahr sein können! Gib diese drei Anzahlen an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn x die Anzahl der roten Würfel ist, dann ist nach Susannes Feststellungen 2x − 1 die Anzahl der
blauen Würfel und 3x + 1 die Anzahl der gelben Würfel.

17
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Die Summe der drei Anzahlen ist 18, also folgt

x + 2x − 1 + 3x + 1 = 18 ; x=3

Daraus folgt weiter 2x − 1 = 2 · 3 − 1 = 5 und 3x + 1 = 3 · 3 + 1 = 10.


Also können Susannes Feststellungen nur wahr sein, wenn die Anzahl der roten Würfel 3, die Anzahl der
blauen Würfel 5 und die Anzahl der gelben Würfel 10 beträgt.

Aufgabe 320524:
In einem Haus mit Erdgeschoss und drei weiteren Etagen wohnen 72 Personen. In der zweiten Etage
sind es 7 Personen mehr als in der ersten, in der dritten 6 Personen mehr als in der ersten.
Da im Erdgeschoss außer Wohnungen auch ein Geschäft ist, wohnen dort 12 Personen weniger als in
der ersten Etage.
Wie viele Personen wohnen im Erdgeschoss und in jeder der weiteren Etagen?
Begründe, wie sich diese Personenzahlen aus den obigen Angaben herleiten lassen und überprüfe,
dass bei den von dir angegebenen Zahlen diese Angaben zutreffen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Aus den Angaben folgt:
In der ersten Etage wohnen 12 Personen mehr als im Erdgeschoss.
In der zweiten Etage wohnen 12 + 7 = 19 Personen mehr als im Erdgeschoss.
In der dritten Etage wohnen 12 + 5 = 17 Personen mehr als im Erdgeschoss.
Würden diese hier genannten 12 + 19 + 17 = 48 Personen ausziehen, so blieben in jeder Etage ebenso viele
Personen wie im Erdgeschoss; d. h., es blieb im ganzen Haus die vierfache Bewohnerzahl des Erdgeschosses.
Da dabei im Haus 72 - 48 = 24 Personen blieben, folgt: Im Erdgeschoss wohnen 24 : 4 = 6 Personen.

Hieraus und aus den eingangs genannten Vergleichsangaben folgt:


In der ersten Etage wohnen 6 + 12 = 18 Personen, in der zweiten Etage 6 + 19 = 25 Personen, in der
dritten Etage 6 + 17 = 23 Personen.

Aufgabe 330521:
In einer kleinen Stadt stehen auf einer Straße am linken und am rechten Straßenrand insgesamt 47
Laternen. Auf jeder Straßenseite beträgt der Abstand zwischen je zwei benachbarten Laternen 35 m.
Am linken Straßenrand steht je eine Laterne genau am Anfang und am Ende der Straße.
Wie lang ist diese Straße?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Am linken Straßenrand muss genau eine Laterne mehr als am rechten Straßenrand stehen. Zählt man
am linken Straßenrand die Laterne am Ende der Straße nicht mit, so stehen auf beiden Seiten der Straße
gleich viele Laternen, also 46 : 2 = 23 Stück.
Also ist die Straße 23 · 35m = 805m lang.

Aufgabe 340523:
Man kann jede natürliche Zahl 1, 2, 3, ... als eine Summe darstellen, in der jeder Summand eine
1 oder eine 2 ist. Zum Beispiel gibt es für die Zahl 3 unter Beachtung der Reihenfolge genau die
Darstellungen
3=1+1+1=1+2=2+1
(a) Gib auch für jede der Zahlen 4, 5 und 6 alle Darstellungen an!
(b) Wie groß ist für jede der Zahlen 1, 2, 3, 4, 5 und 6 jeweils die Anzahl aller Darstellungen?
Finde eine Gesetzmäßigkeit, die für diese sechs Anzahlen gilt!
Wie viele Darstellungen muss es - wenn die von dir genannte Gesetzmäßigkeit sogar allgemein gilt -
für die Zahl 10 geben?

18
I.I Gleichungen, Gleichungssysteme, Rechnungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(a) Die gesuchten Darstellungen sind:

4=1+1+1+1=1+1+2=1+2+1=2+1+1=2+2

5=1+1+1+1+1=1+1+1+2=1+1+2+1=1+2+1+1=2+1+1+1=1+2+2=
=2+1+2=2+2+1
6=1+1+1+1+1+1=1+1+1+1+2=1+1+1+2+1=1+1+2+1+1=
=1+2+1+1+1=2+1+1+1+1=1+1+2+2=1+2+1+2=1+2+2+1=
=2+1+1+2=2+1+2+1=2+2+1+1=2+2+2
(b) Als Anzahlen erhält man:
Darzustellende Zahl 1 2 3 4 5 6
Anzahl der Darstellungen 1 2 3 5 8 13
Für sie gilt folgende Gesetzmäßigkeit:
Die Summe zweier benachbarter Anzahlen ist gleich der darauffolgenden Anzahl. Wenn diese Gesetzmäßigkeit
allgemein gilt, so erhält man als Fortsetzung:
Darzustellende Zahl 7 8 9 10
Anzahl der Darstellungen 8+13=21 13+21=34 21+34=55 34+55=89
Für die Zahl 10 muss es dann also genau 89 Darstellungen geben.

Aufgabe 340524:

Auf einer Waage sind fünf links stehende leere Mineralwasserflaschen mit zwei rechts stehenden vollen
im Gleichgewicht (siehe Abbildung).

(a) Britta füllt zwei leere Flaschen mit Mineralwasser und erreicht dann, dass wieder Gleichgewicht
eintritt, indem sie auf die rechte Waagschale leere Flaschen dazustellt.
Wie viele leere Flaschen sind das?
(b) Jan entleert dann eine der rechts stehenden Flaschen und nimmt von der linken Waagschale eine
leere Flasche weg. Welche Waagschale neigt sich nun nach unten?
(c) Pia nimmt alle Flaschen von der Waage und stellt dann links zwei volle Flaschen und eine leere
Flaschen auf, rechts eine volle Flasche und drei leere Flaschen.
Welche Waagschale neigt sich nun nach unten?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(a) Werden rechts noch drei leere Flaschen dazugestellt, so stehen sowohl links als auch rechts je zwei
volle und drei leere Flaschen; also tritt Gleichgewicht ein. Die gesuchte Anzahl ist somit 3.

(b) Denkt man sich in der Abbildung des Aufgabentextes auf beiden Waagschalen das Gewicht von zwei
leeren Flaschen entfernt, so folgt:
Drei leere Flaschen haben dasselbe Gewicht wie das Mineralwasser, das zwei Flaschen füllt. Daraus ergibt
sich die Aussage:
Eine leere Flasche hat ein kleineres Gewicht als das Wasser für eine Flasche. Da Jan links die Flasche und
rechts das Wasser wegnimmt und vorher Gleichgewicht herrschte, neigt sich nun die linke Waagschale
nach unten.

19
I.II Ungleichungen, der Größe ordnen

(c) Die Aufstellung, die Pia vornimmt, kann stattdessen auch aus der nach (b) erreichten Aufstellung
erhalten werden, indem man dort links und rechts je eine leere Flasche wegnimmt.
Daher neigt sich auch bei Pias Aufstellung die linke Waagschale nach unten.

I.II Ungleichungen, der Größe ordnen


Runde 1

Aufgabe V00507:
Wie heißen Subtrahend und Minuend in der folgenden Subtraktionsaufgabe: ? ? ? ? − ? ?? = 1.

Lösung von Steffen Polster:


Die einzige vierstellige Zahl, die bei der Subtraktion mit einer dreistelligen Zahl 1 ergibt, ist die 1000.
Damit ist der Subtrahend 1000 und der Minuend 999.

Aufgabe 030515:
Von fünf Thälmann-Pionieren sind folgende zehn Altersvergleiche bekannt:
Doris ist jünger als Marga, Bärbel älter als Inge, Renate älter als Doris, Inge jünger als Marga, Bärbel
jünger als Renate, Renate jünger als Marga, Doris älter als Inge, Marga älter als Bärbel, Inge jünger
als Renate, Doris älter als Bärbel.

a) Wie lautet die Reihenfolge der fünf Mädchen nach ihrem Alter? Beginne mit der Jüngsten!
b) Welche angegebenen Vergleiche sind überflüssig? Warum?

Lösung von Steffen Polster:


a) Inge, Bärbel, Doris, Renate, Marga

b) Für die Bestimmung der Reihenfolge benötigt man nur die Aussagen:
Bärbel ist älter als Inge, Doris ist älter als Bärbel, Renate ist älter als Doris und Renate ist jünger als
Marga. Damit ergibt sich die Anordnung nach dem Alter.

Nicht notwendig sind die Aussagen:


Doris ist jünger als Marga, Inge ist jünger als Marga, Bärbel ist jünger als Renate, Doris ist älter als
Inge, Marga ist älter als Bärbel und Inge ist jünger als Renate.

Aufgabe 120514:
Erklärung: Mit der Schreibweise einer fortlaufenden Ungleichung“ a < b < c < d drückt man aus,

dass die drei Ungleichungen a < b, b < c und c < d gelten. Es gelten dann auch die Ungleichungen
a < c, a < d und b < d.

Aufgabe:
Es seien w, x, y, z vier natürliche Zahlen, für die folgende Ungleichungen gelten:

(1) z>x
(2) z<w
(3) w>x
(4) x<y
(5) y>w

20
I.II Ungleichungen, der Größe ordnen

(6) z < y

Stelle fest, ob sich alle diese Ungleichungen in Form einer fortlaufenden Ungleichung schreiben lassen!

Lösung von Steffen Polster:


Schreibt man alle Ungleichungen so, dass das Zeichen >“ verwendet wird, ergibt sich:

(1) z > x, (2) w > z, (3) w > x, (4) y > x, (5) y > w, (6) y > z
Nach (5), (2) und (1) ist y die größte Zahl. Beginnt man mit (5) und setzt die restlichen Ungleichungen
an, ergibt sich y > w > z > x.
Die Probe mit allen 6 Ungleichungen bestätigt das Ergebnis.

Aufgabe 140513:
Die Schüler Lutz, Dora, Erich, Nina, Bernd und Manja beteiligten sich an der Kreisolympiade Junger
Mathematiker.
Dabei erzielte Bernd mehr Punkte als Erich, Lutz bekam zwar mehr Punkte als Dora, aber weniger als
Erich. Nina erhielt eine kleinere Punktzahl als Dora. Manjas Punktzahl war größer als die Punktzahl
Bernds.
Ermittle die Reihenfolge der Punktzahlen der genannten Schüler; schreibe sie mit der größten begin-
nend auf!

Lösung von Steffen Polster:


Werden die Punktzahlen von Lutz, Dora, Erich, Nina, Bernd und Manja mit l, d, e, n, b und m bezeichnet,
gelten nach der Aufgabenstellung die Ungleichungen
b > e; e > l > d; d > n; m>b
Aus der ersten und vierten Ungleichung ergibt sich: m > b > e, aus den anderen beiden e > l > d > n.
Beide Ungleichungen kann man zu m > b > e > l > d > n zusammenfassen. Die Reihenfolge war: Manja,
Bernd, Erich, Lutz, Dora, Nina.

Aufgabe 150512:
Ermittle alle positiven geraden Zahlen u, p, g, die folgende Ungleichungen erfüllen:

a) 42 > 5u > 19
b) 11 < (3p + 3) < 22
c) 23 > (3g − 3) ≥ 3,
und für die (3g − 3) eine natürliche Zahl ist!

Gib die Lösungsmenge so an, dass die geraden Zahlen, die jeweils die betreffende Ungleichheit erfüllen,
der Größe nach geordnet sind! Beginne stets mit der kleinsten!

Lösung von Steffen Polster:


a) u = {4, 6, 8}
b) 8 < 3p < 19 ⇒ p = {4, 6}
c) 26 > 3g ≥ 6 ⇒ g = {2, 4, 6, 8}

Aufgabe 170511:
Die Oberschule Wilhelm Pieck“ hat genau 314 Jungen und genau 322 Mädchen als Schüler. Ein

Sechstel von ihnen gehört der FDJ an, alle anderen sind Mitglieder der Pionierorganisation Ernst

Thälmann“.
Ermittle die Anzahl der FDJler unter diesen Schülern und die Anzahl der Pioniere unter ihnen!

21
I.II Ungleichungen, der Größe ordnen

Lösung von Steffen Polster:


Insgesamt sind 314 + 322 = 636 Schüler in der Oberschule. Ein Sechstel sind Mitglieder in der FDJ, d. h.
636 : 6 = 106 Schüler. Pioniere sind es somit 636 - 106 = 530.
Es gibt in der Schule 106 FDJler und 530 Pioniere.

Aufgabe 170514:
Eine Strecke von 240 m ist so in vier Teilstrecken geteilt, dass folgendes gilt:
(1) Die erste Teilstrecke ist doppelt so lang wie die zweite Teilstrecke.
(2) Die zweite Teilstrecke ist so lang wie die Summe der Längen der dritten und vierten Teilstrecke.
(3) Die dritte Teilstrecke ist ein Fünftel der Gesamtstrecke.

Ermittle die Längen der einzelnen Teilstrecken!

Lösung von Steffen Polster:


Die vier Teilstrecken seien a, b, c, d. Es ergeben sich die Gleichungen:

a = 2b; b = c + d; 5c = 240 m; a + b + c + d = 240 m

Aus der dritten Beziehung folgt sofort c = 48 m. Setzt man in die vierte Gleichung für c + d (aus der 2.)
ein und zusätzlich noch (1), erhält man 240 m = a + b + c + d = 2b + b + b = 4b. Somit ist b = 60 m und
damit auch a = 120 m.
d erhält man nun aus d = 240 m − a − b − c = 12m.
Die Teilstrecken haben die Längen 120 m, 60 m, 48 m und 12 m.

Aufgabe 180514:
Auf einem Parkplatz stehen insgesamt 60 Personenkraftwagen der Typen Trabant“, Wartburg“,
” ”
Skoda“ und Wolga“. Die Anzahl der Wagen vom Typ Trabant“ ist doppelt so groß wie die Anzahl
” ” ”
der Wagen der drei anderen Typen zusammengenommen. Außerdem gilt:
Es stehen dreimal soviel Wagen vom Typ Wartburg“ wie von den Typen Skoda“ und Wolga“
” ” ”
zusammen auf dem Parkplatz und drei Wagen mehr vom Typ Skoda“ als vom Typ Wolga“.
” ”
Wie viel PKW jeden Typs stehen auf diesem Parkplatz?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Teilt man die Wagen Trabant“ in zwei Gruppen gleicher Anzahl, so bilden alle übrigen Wagen eine dritte

Gruppe derselben Anzahl. Jede Gruppe enthält daher 20 Wagen, also gibt es 40 Trabant“-Wagen auf

dem Parkplatz. Für die restlichen 20 Wagen gilt:

Teilt man die Wagen Wartburg“ in drei Gruppen gleicher Anzahl, so bilden die nun noch verbleibenden

eine vierte Gruppe derselben Anzahl. Also enthält jede dieser Gruppen 5 Wagen, folglich sind 15 Wart-

burg“-Wagen auf dem Parkplatz. Für die verbleibenden 5 Wagen gilt:

Es handelt sich nur um Wagen der Typen Wolga“ und Skoda“. Dabei ist laut Aufgabe die Anzahl der
” ”
Skoda“-Wagen um drei größer als die der Wolga“-Wagen. Das ist nur möglich, wenn 4 Skoda“-Wagen
” ” ”
und 1 Wolga“-Wagen auf dem Parkplatz stehen.

Aufgabe 200513:
Annegret, Heidi, Katrin, Lore, Petra und Ruth bewohnen im Pionierlager gemeinsam ein Zelt und
beschließen, die Reihenfolge für ihren Ordnungsdienst nach ihrem Alter festzulegen, beginnend mit
dem ältesten Mädchen.

22
I.II Ungleichungen, der Größe ordnen

Alle sechs Mädchen sind im gleichen Jahr geboren, jedes an einem anderen Tag. Katrin ist älter als
die fünf anderen Mädchen. Heidi hat einen Monat nach Annegret Geburtstag, sie ist aber älter als
Petra.
Lore ist jünger als Annegret. Ruth ist älter als Heidi und hat einen Tag später Geburtstag als Lore.
In welcher Reihenfolge müssen die sechs Pioniere ihren Ordnungsdienst versehen, wenn sie ihren
Beschluss verwirklichen wollen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da Katrin älter als alle fünf anderen Mädchen ist, gilt auch:

Katrin ist älter als Annegret.


Lore ist jünger als Annegret, also, gilt: Annegret ist älter als Lore.
Ruth hat später als Lore Geburtstag, also gilt: Lore ist älter als Ruth.
Ferner gilt: Ruth ist älter als Heidi.
Schließlich gilt: Heidi ist älter als Petra.
Folglich lautet die gesuchte Reihenfolge: Katrin, Annegret, Lore, Ruth, Heidi, Petra.

Aufgabe 320513:
Vergleiche der Körpergrößen ergaben:
Jan ist größer als Steffi, Anna kleiner als Ingo, Franziska kleiner als Jan, Steffi kleiner als Moritz,
Franziska kleiner als Moritz, Franziska größer als Steffi, Steffi kleiner als Anna, Anna kleiner als
Moritz, Jan kleiner als Anna, Moritz größer als Ingo.

(a) Ordne diese Kinder nach ihrer Größe, beginnend mit dem kleinsten Kind.
(b) Welche der angegebenen zehn Vergleiche hätten ausgereicht, um die Aufgabe eindeutig zu lösen?
Warum?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(a) Steffi, Franziska, Jan, Anna, Ingo, Moritz.

(b) Die sechste, dritte, neunte, zweite und zehnte Aussage genügen, um in dieser Reihenfolge die gewünschte
Ordnung zu erreichen.

Runde 2

Aufgabe 050522:
Für die fünf natürlichen Zahlen a, b, c, d, e gelten die folgenden Ungleichungen:
a > e; b < c; c > e; d < e; a > b; b < d; c > a; a > d;
Ordne diese Zahlen der Größe nach an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Man sucht zunächst die kleinste Zahl, indem man der Reihe nach ausscheidet:
Die kleinste Zahl ist nicht: a, c, e, d.
Also ist b die kleinste Zahl. Indem man so fortfährt, erhält man schließlich

b<d<e<a<c

23
I.II Ungleichungen, der Größe ordnen

Aufgabe 170522:
Auf drei Bäumen sitzen insgesamt 56 Vögel.
Nachdem vom ersten Baum 7 auf den zweiten und vom zweiten 5 Vögel auf den dritten Baum geflogen
waren, saßen nun auf dem zweiten Baum doppelt so viel Vögel wie auf dem ersten und auf dem dritten
doppelt so viel Vögel wie auf dem zweiten Baum.
Berechne, wie viel Vögel ursprünglich auf jedem der Bäume saßen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die Anzahl der Vögel, die am Ende auf dem ersten Baum sitzen, mit x, dann sitzen auf
dem zweiten Baum 2x Vögel, auf dem dritten 4x Vögel. Das sind zusammen 7x Vögel.
Wegen 56 : 7 = 8 müssen mithin zuletzt auf dem ersten Baum 8 Vögel, auf dem zweiten Baum 16 Vögel,
auf dem dritten Baum 32 Vögel sitzen.

Auf dem ersten Baum saßen daher am Anfang 7 Vögel mehr als 8 Vögel, das sind 15 Vögel.
Auf dem zweiten Baum saßen zu Anfang noch nicht die später vom ersten Baum zugeflogenen 7 Vögel,
dafür aber die dann zum dritten Baum geflogenen 5 Vögel; also waren es zu Anfang 2 Vögel weniger als
16 Vögel, das sind 14 Vögel.
Auf dem dritten Baum saßen am Anfang 5 Vögel weniger als 32 Vögel, das sind 27 Vögel.

Aufgabe 180523:
Vier Kooperative Abteilungen Pflanzenproduktion (KAP), die mit A, B, C und D bezeichnet sein
sollen, besitzen zusammen 92 Traktoren.
Wenn B zur besseren Nutzung drei ihrer Traktoren an A und vier ihrer Traktoren an D weitergibt,
dann verfügen alle vier KAP über die gleiche Anzahl von Traktoren.
Wie viele Traktoren besaß ursprünglich jede der vier KAP?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 92 : 4 = 23 verfügt nach dem Ausleihen jede der vier KAP über 23 Traktoren. Da C weder einen
Traktor erhielt, noch einen Traktor abgab, besaß sie auch ursprünglich genau 23 Traktoren.
A besaß 3 Traktoren weniger als 23, also 20 Traktoren. D besaß 4 Traktoren weniger als 23, also 19
Traktoren. B besaß 7 Traktoren mehr als 23, also 30 Traktoren.

Aufgabe 190522:
In einem Bericht eines Schülers über einen 60 m-Lauf war zu lesen:

Es war ein spannender Lauf unserer Mädchen. Astrid zog an Doris vorbei und konnte dann ihren

Vorsprung bis ins Ziel behaupten. Auf den letzten Metern gelang es sogar noch Beate, Doris zu
überholen. Das war zwar eine anerkennenswerte Leistung, jedoch kam Beate noch etwas später ins
Ziel als Christine. Doris wurde nur teilweise den in sie gesetzten Erwartungen gerecht; immerhin
konnte sie Christine hinter sich lassen.“

Können alle Aussagen dieses Berichtes gleichzeitig wahr sein? Begründe deine Entscheidung!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wären alle Aussagen des Berichtes wahr, so hätte Beate Doris auf den letzten Metern überholt“, und

Doris hätte Christine hinter sich gelassen“. Also wäre Beate vor Christine ins Ziel gekommen.

Das steht im Widerspruch zu der Aussage, Beate wäre etwas später ins Ziel gekommen als Christine“.

Folglich können nicht alle Aussagen des Berichtes gleichzeitig wahr sein.

24
I.II Ungleichungen, der Größe ordnen

Aufgabe 270521:
Von Anja, Beate, Kerstin, Steffen und Maik wissen wir folgendes:

(1) Steffen ist kleiner als Kerstin und größer als Beate.
(2) Maik ist kleiner als Steffen und größer als Beate.
(3) Anja ist kleiner als Beate.

Ordne die Kinder nach ihrer Größe! Beginne mit dem größten Kind! Eine Begründung wird nicht
verlangt.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Reihenfolge lautet: Kerstin, Steffen, Maik, Beate, Anja.

Aufgabe 300522:
Über das Alter der fünf Personen Antje, Dirk, Manuela, Susanne und Thomas werden folgende
Angaben gemacht:

(1) Antje ist älter als Manuela, aber jünger als Susanne.
(2) Thomas ist genau so alt wie Antje und Manuela zusammen.
(3) Dirk ist älter als Antje und Susanne zusammen.

a) Zeige, dass aus diesen Angaben eindeutig folgt, wer die jüngste und wer die älteste dieser fünf
Personen ist!
b) Stelle fest, ob aus den Angaben auch eindeutig folgt, welche Reihenfolge für die Altersangaben der
übrigen drei Personen vorliegt! Begründe deine Feststellung!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man für jede Person das Alter mit dem Anfangsbuchstaben ihres Vornamens, so folgt aus den
Angaben:
S > A > M (1); T = A + M (2); D > A + S (3)
Nach (1) sind weder Susanne noch Antje die Jüngste, nach (2) auch Thomas nicht und nach (3) auch
Dirk nicht. Also ist Manuela die Jüngste der fünf Personen.

Nach (1) sind weder Antje noch Manuela die älteste, nach (3) auch Susanne nicht. Also ist entweder Dirk
oder Thomas die älteste der fünf Personen. Wegen (3) und S > M (siehe (1)) gilt aber D > A + M , und
nach (2) besagt dies D > T .
Folglich ist Dirk die älteste der fünf Personen.

b) Es gibt sowohl Altersangaben, für die (1), (2), (3) zutreffen und bei denen S < T gilt, als auch
Altersangaben, für die (1), (2), (3) zutreffen und bei denen S > T gilt.
Zur Begründung genügt es, je ein Beispiel hierfür anzugeben und die genannten Aussagen zu bestätigen.
Solche Beispiele sind etwa
D = 16, T = 13, S = 8, A = 7, M = 6 bzw. D = 22, S = 14, T = 13, A = 7, M = 6

Daher folgt aus den Angaben nicht eindeutig, welche Reihenfolge für die Altersangaben von Antje, Su-
sanne und Thomas vorliegt.

Aufgabe 310523:
Nach einem 100 m-Lauf, an dem 5 Sportler teilnahmen, fragt jemand, in welcher Reihenfolge sie ins

25
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Ziel kamen. Gert erinnert sich:

(1) Achim kam eher ins Ziel als Christian.


(2) Zeitgleich mit Emil kam kein anderer ins Ziel, und zwar war Emil der Dritte oder der Vierte.
(3) Frank kam nicht eher ins Ziel als Bernd.
(4) Frank kam jedoch eher ins Ziel als Achim.

Nenne alle hiernach bestehenden Möglichkeiten der Reihenfolge! Zeige, dass nur bei den von dir
genannten Möglichkeiten Gerts Aussagen wahr sind!
Hinweis: Beachte, dass es für die gesuchten Möglichkeiten der Reihenfolge einen Unterschied bedeutet,
ob zwei Sportler gleichzeitig ins Ziel kamen oder nicht!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Mit A, B, C, E, F seien die Laufzeiten von Achim, Bernd, Christian, Emil bzw. Frank bezeichnet. Die
Aussagen (4) und (1) können nur bei der Reihenfolge F < A < C von Achim, Christian und Frank wahr
sein.
Nach (3) gibt es für die Reihenfolge von Bernd und Frank nur die beiden Möglichkeiten B < F bzw.
B = F , für Achim, Bernd, Christian und Frank also nur B < F < A < C, (5) B = F < A < C. (6)
Sowohl zu (5) als auch zu (6) gibt es nur zwei Möglichkeiten, auch (2) zu erfüllen: Entweder ist E an die
dritte Stelle zwischen F und A einzufügen oder an die vierte Stelle zwischen A und C. Also gibt es dafür,
dass Gerts Aussagen wahr sind, nur die vier Möglichkeiten
B < F < E < A < C, B < F < A < E < C, B = F < E < A < C, B=F <A<E<C

I.III Verhältnisse, Proportionalitäten


Runde 1

Aufgabe V00510:
Zeichne ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 6 cm!
Schraffiere davon 49 (vier Neuntel)!

Lösung von Steffen Polster:

Aufgabe 010511:
Im Rechenschaftsbericht an den XXII. Parteitag der KPdSU heißt es, dass an die Bevölkerung der
Sowjetunion im Jahre 1953 insgesamt 1757000 t, im Jahre 1960 aber 4158000 t Fleisch und Fleischer-
zeugnisse verkauft wurden.
Wie viel Tonnen Fleisch und Fleischerzeugnisse wurden 1960 mehr verkauft als 1953?

Lösung von Steffen Polster:


Zur Lösung ist die Differenz der Massen der Fleisch und Fleischerzeugnisse von 1960 und 1953 zu berech-
nen. Es ist 4158000 t - 1757000 t = 2401000 t, d. h. es wurden 2,401 Millionen Tonnen mehr produziert.

26
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Aufgabe 020512:
Genau eine Million zweihundertneuntausendsechshundert Sekunden dauert es, bis wir uns wieder

treffen“, sagt Walter, der gern mit großen Zahlen rechnet, zu Rolf, als sie sich am 10. Mai um 12.00
Uhr verabschieden.
Wann treffen die beiden wieder zusammen?

Lösung von Steffen Polster:


1209600 20160 336
1209600 s = min = 20160 min = h = 336 h = d = 14 d
60 60 24
14 Tage nach dem 10. Mai 12.00 Uhr sind der 24. Mai 12.00 Uhr. Walter und Rolf treffen sich am 24.
Mai 12.00 Uhr wieder.

Aufgabe 020513:
Zwei Pioniergruppen wollen an einem Sonntag eine Wanderung nach dem zwölf Kilometer entfernten
Neuendorf machen. Die erste Gruppe will um 8.00 Uhr aufbrechen. Sie legt in jeder Stunde 4 km
zurück.
Die andere Gruppe macht eine Radwanderung und kann in jeder Stunde 12 km schaffen.
Wann muss sie aufbrechen, wenn beide Gruppen gleichzeitig in Neuendorf eintreffen wollen?

Lösung von Steffen Polster:


Die erste Gruppe wandert 4 km pro Stunde und erreicht das Ziel in 12 km Entfernung in 3 Stunden, d. h.
sie erreichen Neuendorf um 11.00 Uhr.
Die zweite Gruppe legt 12 km pro Stunde zurück und benötigt nur 1 Stunde bis zum Ziel. Damit mussen
sie um 10.00 Uhr in Neuendorf starten.

Aufgabe 070512:
Ein Bezirk plante, die Instandsetzung dreier Straßen durchzuführen. Die erste Straße hat eine Länge
von 8 km, die zweite eine Länge von 7 km, die dritte eine Länge von 6 km. Für jeden Kilometer
wurden 3000 MDN Kosten vorgesehen.
Eine der drei Straßen war nur wenig beschädigt, so dass man für diese mit der Hälfte der Kosten pro
Kilometer auskam, während bei jeder der beiden anderen genau die eingeplante Summe verwendet
wurde. Die Gesamtkosten für die Instandsetzung betrugen 51000 MDN.
Für welche der drei Straßen wurde nicht die eingeplante Summe verwendet?

Lösung von Steffen Polster:


Hätte man alle Straßen vollständig erneut, wären Kosten entstanden von
MDN
(8 + 7 + 6) km · 3000 = 63000 MDN
km
Da nur 51000 MDN benötigt wurden, blieb die Differenz 63000 MDN - 51000 MDN = 12000 MDN über.
Da eine Straße nur 1500 MDN je Kilometer Kosten verursachte, muss diese 12000
1500 = 8 km sein. Der dritte
Streckenabschnitt benötigte nur die halben Kosten.

Aufgabe 080511:
Auf einer Großbaustelle sind drei Bagger eingesetzt. Bei gleichbleibender Leistung befördern sie in
20 min insgesamt 90 m3 Erde. Für die Bedienung dieser drei Bagger ist ein Kollektiv von insgesamt
sechs Arbeitern notwendig. Wir nehmen an, dass an Stelle dieser drei Bagger sechs Erdarbeiter diese
Arbeit verrichten müssten.
Nach wie viel Arbeitstagen würden sie frühestens die 90 m3 Erde ausgehoben haben, wenn jeder der
Erdarbeiter an jedem Arbeitstag durchschnittlich 5 m3 Erde bewegt?

27
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Lösung von Steffen Polster:


Wenn 6 Erdarbeiter jeden Tag 5 m3 Erde ausheben, so schaffen sie je Tag 30 m3 . Damit benötigen sie
für 90 m3 3 Tage.

Aufgabe 120513:
Von einem Bahnhof wurden mit zwei LKW Kartoffeln abtransportiert, und zwar insgesamt 170 t.
Der erste LKW, der bei jeder Fahrt mit 4 t Kartoffeln beladen wurde, führte insgesamt 20 Fahrten
aus.

Wie viel Fahrten führte der zweite LKW insgesamt aus, wenn er bei jeder Fahrt mit 5 t der Kartoffeln
beladen wurde, die der erste LKW nicht abtransportiert hatte?

Lösung von Steffen Polster:


Der erste LKW transportiert in 20 Fahrten 20 · 4 = 80 t Kartoffeln.
Vom Rest von 170 t - 80 t = 90 t transportiert der 2. LKW je Fahrt 5 Tonnen, d. h. 90 : 5 = 18. Der 2.
LKW muss 18 mal fahren.

Aufgabe 150511:
Im Jahre 1974 erzielten 187 Schiffe der DDR-Handelsflotte eine Transportleistung von insgesamt
1080000 t.

Berechne zur Veranschaulichung dieser Leistung, welche Länge ein Güterzug bei gleicher Transport-
leistung haben müsste!
Dabei sei angenommen, dass dieser Zug aus Güterwagen mit einer Tragfähigkeit von je 25 t besteht
und dass jeder dieser Wagen (einschließlich der Koppelvorrichtung) eine Länge von 12 m besitzt.
Wie viel Güterzüge zu je 60 dieser Güterwagen hätten 1974 täglich fahren müssen, um die gleiche
Transportleistung zu erzielen (das Jahr sei zu 360 Tagen gerechnet)?

Lösung von Steffen Polster:


Der Güterzug besteht aus 10800000t : 25t = 432000 Güterwagen, die damit 432000 · 12m = 5184000m =
5184km lang sind.

Jeden Tag hätten 10800000t : 360 = 30000t transportiert werden müssen. Ein Zug mit 60 Güterwagen zu
je 25 t Tragfähigkeit transportiert 60 · 25t = 1500t. Folglich müssten täglich 30000t : 1500t = 20 solcher
Züge fahren, um die Leistung der Handelsschiffe zu erbringen.

Aufgabe 280513:
Vier gleich große Kisten mit gleichem Inhalt haben zusammen eine Masse von 132 kg.
Welche Masse hat dann der Inhalt einer Kiste, wenn die Masse aller vier leeren Kisten zusammen 12
kg beträgt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 132 - 12 = 120 beträgt die Gesamtmasse des Inhalts der vier Kisten 120 kg. Folglich beträgt wegen
120 : 4 = 30 die Masse des Inhalts je einer Kiste 30 kg.

Runden 2 & 3

Aufgabe 010521:
Im Jahre 1961 wurden in der DDR 70000 t Schlachtvieh und Geflügel, 115000 t Milch und 300000000

28
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Eier mehr auf den Markt gebracht als im Jahre 1960. Die Einwohnerzahl unserer Republik beträgt
rund 17000000.
Wie viel Schlachtvieh und Geflügel, wie viel Milch und wie viel Eier konnte jeder Bürger unserer
Republik im Jahre 1961 zusätzlich verbrauchen? Runde auf volle Kilogramm bzw. volle Stückzahlen!

Lösung von Steffen Polster:


Für jedes Produkt ist der Quotient aus der produzierten Menge und der Einwohnerzahl zu berechnen:

70000 70000000
Schlachtvieh und Geflügel: 17000000 t= 17000000 kg ≈ 4 kg;

115000 115000000
Milch: 17000000 t= 17000000 kg ≈ 7 kg;

300000000
Eier: 17000000 Stück ≈ 18 Stück.

Für jeden Bürger waren im Jahre 1961 durchschnittlich rund 4 kg Schlachtvieh und Geflügel, rund 7 kg
Milch und rund 18 Eier zusätzlich verfügbar.

Aufgabe 020521:
Während der Herbstferien waren viele Oberschüler im Ernteeinsatz. Dabei sammelte jeder der 1200
Schüler eines Stadtbezirkes durchschnittlich 8 dt Kartoffeln täglich. Die Schüler arbeiteten 4 Tage.

a) Wie viel Kartoffeln wurden von den Schülern dieses Stadtbezirkes insgesamt gesammelt? (Angabe
in dt)
b) Wie viel Familien können von diesem Vorrat Kartoffeln erhalten, wenn der Jahresbedarf je Familie
250 kg beträgt?

Lösung von Steffen Polster:


a) 1200 · 8 dt
d · 4 d = 38400 dt. Von den Schülern wurden insgesamt 38400 dt Kartoffeln geerntet.
b) Die Gesamtmenge ist durch die Menge 250 kg = 2,5 dt je Familie zu teilen, d. h. 38400 dt
2,5 dt = 15360.
15360 Familien können versorgt werden.

Aufgabe 020522:
Die Erdölleitung Trasse der Freundschaft“ wird etwa 4000 km lang sein. In jeder Stunde wird die

DDR durch diese Leitung 540 t Erdöl erhalten.

a) Wie viel Tonnen sind das in einer Minute?


b) Wie viel Kilogramm sind das in einer Sekunde?

Lösung von Steffen Polster:


540
a) Wenn in einer Stunde 540 t Erdöl transportiert werden, so sind dies je Minute 60 = 9 Tonnen.
b) 9 t sind 9000 kg, so dass 9000
60 = 150 kg je Sekunde transportiert werden.

Aufgabe 020523:
Petra spielt mit Werner eine Partie Schach.
Als sie fertig sind, fragt Werner: Wie lange haben wir eigentlich gespielt?“

Petra antwortet: Ich weiß es nicht, aber ich habe aus dem Fenster gesehen und gezählt, dass die

Straßenbahn genau zehnmal in dieser Zeit an unserem Hause in Stadtrichtung vorbeifuhr. Die erste
Bahn kam, als wir mit dem Spiel anfingen, und die zehnte, als wir gerade fertig waren.“
(Die Bahn fährt alle 20 Minuten.)
Wie lange haben Petra und Werner gespielt?

29
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Lösung von Steffen Polster:


Zwischen der ersten vorbeifahrenden Straßenbahn und der zehnten Bahn liegen 9 · 20 = 180 Minuten, da
die Bahnen im Abstand von 20 Minuten fahren.
Petra und Werner haben somit 180 Minuten = 3 Stunden gespielt.

Aufgabe 030522:
In einem volkseigenen Betrieb wurden bis Ende Juni von einem bestimmten Maschinenteil täglich 12
Stück hergestellt. Durch den sozialistischen Wettbewerb gelang es, täglich 2 Stück mehr zu produ-
zieren.

a) Wie viel Maschinenteile dieser Art wurden nunmehr monatlich – 26 Arbeitstage – angefertigt?
b) Wie viel solche Teile können dadurch bis zum Jahresende über den Plan hinaus produziert werden?

Lösung von Steffen Polster:


a) Bei 26 Arbeitstagen in einem Monat, an denen jeweils 14 Stück je Tag hergestellt wurden, sind dies
für den ganzen Monat: 26 · 14 Stück = 364 Stück.

b) Ein Halbjahr besteht aus 6 Monaten. Jeden Tag (26 Tage je Monat) werden 2 Stück mehr produziert,
als der Plan vorsieht.
Somit ergibt sich: 6Monate·26Tage pro Monat·2Stück pro Tag = 312Stück. Es werden 312 Maschinenteile
über den Plan produziert.

Aufgabe 040521:
Zwei Dreher übernahmen am 11. Januar 1965 (früh) den Auftrag, 1100 Werkstücke herzustellen. Der
erste Dreher stellt 19 Werkstücke je Tag her, der zweite täglich 3 Stück mehr als der erste.
An welchem Tage werden sie bei gleichbleibender Leistung je Tag mit dieser Arbeit fertig, wenn an
den Sonntagen nicht, an den Sonnabenden ausnahmsweise voll gearbeitet wird?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


An jedem Tage werden 41 Werkstücke hergestellt.
Wegen 26 · 41 = 1066 und 27 · 41 = 1107 werden die Dreher im Laufe des 27. Tages fertig.
Dieser Tag ist der 10. Februar 1965.

Aufgabe 050523:
Für jeden von 600000 Einwohnern Leipzigs werden 125 kg Kartoffeln eingekellert.

a) Berechne die bereitzustellende Menge in Tonnen!


b) Welches ist die größte Anzahl von Güterwagen mit je 15 t Ladefähigkeit, die mit dieser Menge
voll beladen werden können?
c) Wie viel Tonnen werden durchschnittlich an jedem Tag ausgeliefert, wenn der erste Auslieferungstag
der 17.9. und der letzte Auslieferungstag der 14.10. ist und auch an Sonn- und Feiertagen ausgeliefert
wird?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die bereitzustellende Kartoffelmenge beträgt in Tonnen (600000 · 125) : 1000 = 75000.

b) Die größte Anzahl der erwähnten Güterwagen, die mit 75000 t Kartoffeln voll beladen werden können,
beträgt 75000 : 15 = 5000.

c) Da an 28 Tagen ausgeliefert wird, beträgt die an jedem Tag durchschnittlich ausgelieferte Menge in
Tonnen: 75000 : 28 ≈ 2679 Tonnen je Tag.

30
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Aufgabe 070521:
Die Schüler einer Klasse sammelten insgesamt 336 kg Altpapier. Aus 1 kg Altpapier stellt man in
einer Papierfabrik genau 700 g reines weißes Papier her und aus je 30 g von diesem ein Schreibheft.
(In der Produktion wird weißes Papier nicht unmittelbar aus Altpapier hergestellt. Durch Zusatz von
Altpapier wird aber eine entsprechende Menge Rohstoff eingespart.)

Gib die größtmögliche Anzahl von Heften an, die aus dem gesammelten Altpapier hergestellt werden
kann!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Berechnung der Menge des reinen weißen Papiers: Wegen

336 · 700 = 235200 und 235200 g = 235,2 kg

können aus 336 kg Altpapier höchstens 255,2 kg weißes Papier hergestellt werden.

Berechnung der Menge von Schreibheften:


Wegen 235200 : 30 = 7840 können aus 336 kg Altpapier höchstens 7840 Schreibhefte hergestellt werden.

Aufgabe 090522:
In einem HO-Bekleidungshaus kauften drei Kunden von dem gleichen Stoff. Der erste kaufte genau
3 m, der zweite genau 5 m und der dritte genau 9 m. Der zweite Kunde bezahlte 30 M mehr als der
erste.

Wie viel Mark hatten die drei Kunden insgesamt für den Stoff zu bezahlen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der zweite Kunde kaufte genau 2 m Stoff mehr als der erste; denn 5m − 3m = 2m. Für diese 2 m Stoff
hatte er 30 M zu bezahlen.
Jedes Meter Stoff kostete daher die Hälfte davon, das sind 15 M. Die drei Kunden kauften zusammen 17
m Stoff; folglich hatten sie insgesamt 17 · 15 = 255 M zu bezahlen.

Aufgabe 100523:
Die Mitglieder einer Arbeitsgemeinschaft Junge Botaniker“ unterstützten ihre Paten-LPG beim

Obstbau.
Zu diesem Zwecke hielten sie eine 2,6 ha große Obstplantage, auf der je Hektar durchschnittlich 150
Apfelbäume standen, von Schädlingen frei. Danach wurden von jedem Baum durchschnittlich 50 kg
Äpfel geerntet.
Berechne, wie viel Tonnen Äpfel unter diesen Umständen insgesamt auf der Plantage geerntet wur-
den!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt 2,6 ha = 260 a.
Da auf 1 ha = 100 a durchschnittlich 150 Apfelbäume standen, standen auf 10 a durchschnittlich 15
Apfelbäume, auf 260 a mithin 26 mal soviel, das sind insgesamt 590 Apfelbäume.

Diese 390 Apfelbäume trugen 390 mal soviel, wie jeder Apfelbaum durchschnittlich trug, das sind wegen
590 · 50 = 19500 insgesamt 19500 kg Äpfel.
Wegen 19500 kg = 19,5 t wurden somit auf der Plantage 19,5 t Äpfel geerntet.

31
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Aufgabe 110523:
Am Wettbewerb der mathematischen Schülerzeitschrift alpha“ beteiligten sich 1970 von einer Ober-

schule insgesamt 216 Schüler. Das waren dreimal so viele wie im Jahr 1969.
Im Jahr 1969 gab es an derselben Schule doppelt so viele Teilnehmer am alpha-Wettbewerb wie im
Jahr 1968.
Berechne jeweils die Anzahl aller Schüler dieser Oberschule, die am alpha-Wettbewerb der Jahre 1968
und 1969 teilgenommen haben!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da es 1970 dreimal so viele Teilnehmer waren wie 1969, muss man die Anzahl 216 der Teilnehmer von
1970 durch 3 dividieren, um die Anzahl der Teilnehmer von 1969 zu erhalten.
Diese betrug wegen 216 : 3 = 72 somit 72.

Da es 1969 doppelt so viele Teilnehmer waren wie 1968, muss man die Anzahl 72 der Teilnehmer von
1969 durch 2 dividieren, um die Anzahl der Teilnehmer von 1968 zu erhalten.
Diese betrug wegen 72 : 2 = 36 somit 36.

Aufgabe 140523:
Uwe fuhr mit einem Sonderzug ins Ferienlager. Als der Zug genau die Hälfte seiner Reisestrecke
zurückgelegt hatte, schlief Uwe ein und erwachte erst, als der Zug noch eine Strecke von genau 25
km bis zum Reiseziel zurückzulegen hatte.
Diese Strecke war halb so lang wie die Strecke, die der Zug zurückgelegt hatte, während Uwe schlief.
Wie viel Kilometer betrug Uwes Reisestrecke?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Laut Aufgabe legte der Zug, während Uwe schlief, eine Strecke zurück, die doppelt so lang wie 25 km
war, also 50 km betrug.
Vom Zeitpunkt des Einschlafens an bis zum Reiseziel musste wegen 50 + 25 = 75 Uwe folglich 75 km
fahren.
Das war laut Aufgabe die Hälfte der Länge seiner Reisestrecke. Daher war diese Reisestrecke 150 km
lang.

Aufgabe 150521:
Die Werktätigen des Flachglaskombinates Torgau beschlossen, im Jahre 1975 als Beitrag zum Woh-
nungsbauprogramm 135000 m2 Flachglas über den Plan hinaus zu produzieren. Diese Glasmenge
reicht für 4500 Neubauwohnungen eines bestimmten Typs aus.
Ermittle den Bedarf an Flachglas (in Quadratmetern), der nach diesen Angaben für 1000 Neubau-
wohnungen dieses Typs zugrunde gelegt wurde.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 4500 : 9 = 500 und 135000 : 9 = 15000 wurde als Bedarf für 500 Neubauwohnungen 15000 m2
Flachglas angenommen, für 1000 Neubauwohnungen folglich das Doppelte, also 30000 m2 .

Aufgabe 160524:
Jeder Schüler braucht im Jahr 15 Hefte. Aus 1 Tonne Papier können 25000 Hefte hergestellt werden.
Wie viele Schüler insgesamt kann man unter diesen Umständen aus 3 Tonnen Papier für ein Jahr
mit Heften versorgen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 3 · 25000 = 75000 können aus 3 Tonnen Papier 75000 Hefte hergestellt werden.

32
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Wegen 75000 : 15 = 5000 lassen sich mit diesen Heften in einem Jahr insgesamt 5000 Schüler versorgen.

Aufgabe 180521:
Die Gleise der BAM werden nach ihrer Fertigstellung eine Gesamtlänge von 3200 km haben. Je 1 m
Gleis entsprechen 2 m Schiene.
Wie viel Tonnen Stahl werden für die Schienen der BAM insgesamt benötigt, wenn man für je 1 m
Schiene 65 kg Stahl braucht?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 3200 · 2 = 6400 werden insgesamt 6400 km Schienen benötigt.
Wegen 6400 km = 6400000 m und 6400000 · 65 = 416000000 werden insgesamt 416000000 kg = 416000 t
Stahl für diese Schienen benötigt.

Aufgabe 200521:
Zwei Geschwister erhielten im September zusammen 6 Mark für abgelieferte Altstoffe. Im Oktober
erhielten sie zusammen 13 Mark. Im November bekamen sie 2 Mark weniger als in den beiden vorigen
Monaten zusammen.
Ein Drittel ihres in den drei Monaten erzielten Gesamterlöses spendeten sie für die Solidarität, ein
weiteres Drittel des Gesamterlöses legten sie in ihre gemeinsame Ferienkasse. Den Rest teilten sie
sich zu gleichen Teilen zum persönlichen Gebrauch.
Ermittle den Betrag, den damit jeder der beiden für sich persönlich erhielt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 6 + 13 = 19 und 19 - 2 = 17 erhielten die Geschwister im November zusammen 17 Mark, wegen
6 + 13 + 17 = 36 mithin insgesamt 36 Mark.
Wegen 36 : 3 = 12 betrug ihre Solidaritätsspende 12 Mark. Den gleichen Betrag legten sie in ihre Ferien-
kasse.
Wegen 36 - 12 - 12 = 12 verblieben 12 Mark, davon erhielt jeder für sich die Hälfte, also jeder 6 Mark.

Aufgabe 210521:
Ein Behälter, der mit Sonnenblumenöl gefüllt ist, wiegt 17 kg 500 g. Der leere Behälter würde 2 kg
700 g wiegen.

a) Wie viel Liter Öl befinden sich in dem Behälter, wenn 1 Liter Sonnenblumenöl 925 g wiegt ?
b) Für den Ladenverkauf wird das Öl in Flaschen zu 400 g abgefüllt. Wie viel Flaschen lassen sich
mit dem im Behälter befindlichen Öl füllen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wegen 17500 - 2700 = 14800 sind 14 kg 800 g Sonnenblumenöl im Behälter. Aus 14800 : 925 = 16
erhält man, dass sich 16 Liter Sonnenblumenöl im Behälter befinden.

b) Wegen 14800 : 400 = 37 lassen sich 37 Flaschen mit der im Behälter vorhandenen Ölmenge füllen.

Aufgabe 230523:
Die drei Pioniere Hans, Karl und Peter fuhren mit dem Rad von Leipzig nach Halle. Hans fuhr dabei
in je 10 Minuten 2 Kilometer, Karl benötigte für je 2,5 Kilometer 10 Minuten, während Peter in je
10 Minuten 3 Kilometer zurücklegte und Halle nach genau 100 Minuten erreichte.
Wie viel Minuten nach Peter trafen Hans und Karl in Halle ein, wenn alle drei Pioniere zur gleichen
Zeit in Leipzig abfuhren?

33
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn Peter in 10 Minuten 3 km zurücklegt, dann legt er in 100 Minuten zehnmal soviel zurück, also 30
km.
Wenn Hans für 2 km 10 Minuten braucht, dann benötigt er für 30 km fünfzehnmal soviel, also 150
Minuten.
Wenn Karl für 2,5 km 10 Minuten braucht, dann benötigt er für 5 km 20 Minuten, also für 30 km 120
Minuten.
Wegen 150 - 100 = 50 kam Hans mithin 50 Minuten später als Peter in Halle an. Wegen 120 - 100 = 20
kam Karl 20 Minuten später als Peter in Halle an.

Aufgabe 240522:
In einem metallverarbeitenden VEB werden verschiedene Einzelteile produziert. Dazu werden vier
Maschinen eingesetzt; mit jeder Maschine wird eine Sorte dieser Einzelteile hergestellt. Die Ergebnisse
einer Schicht waren folgende:

Es wurden insgesamt 4320 Teile hergestellt, und zwar auf der ersten Maschine ein Drittel der 4320
Teile, auf der zweiten Maschine ein Fünftel der 4320 Teile. Auf der dritten Maschine wurden ebenso
viele Teile hergestellt wie auf der vierten Maschine.
Berechne für jede der vier Maschinen die Stückzahl der auf dieser Maschine hergestellten Teile!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 4320 : 3 = 1440 wurden auf der ersten Maschine 1440 Teile hergestellt.
Auf der zweiten Maschine wurden 864 Teile produziert; denn es ist 4320 : 5 = 864.
Wegen 4320 - 1440 - 864 = 2016 und 2016 : 2 = 1008 wurden auf der dritten und auf der vierten Maschine
je 1 008 Teile angefertigt.

Aufgabe 250522:
Vom Bahnhof Mathestädt fährt zu jeder vollen Viertelstunde ein Bus ab und trifft nach 2 Stunden
in Knobelhausen ein.
Von dort fahren ebenfalls im Viertelstundenabstand Busse auf derselben Straße nach Mathestädt, wo
sie nach 2 Stunden Fahrzeit eintreffen.
Morgens fährt der erste Bus von Mathestädt um 5.00 Uhr und der erste Bus von Knobelhausen um
7.10 Uhr ab. Die Busfahrer begrüßen einander jedesmal mit Kopfnicken, wenn sie sich unterwegs
begegnen.

Wie viele ihm entgegenkommende Kollegen begrüßt der Busfahrer Franz Freundlich auf einer Fahrt
von Mathestädt nach Knobelhausen, wenn diese Fahrt um 10.00 Uhr beginnt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Als ersten begrüßt Franz Freundlich denjenigen Kollegen, der als erster nach 8.00 Uhr in Knobelhausen
abgefahren ist; als letzten denjenigen, der als letzter vor 12.00 Uhr in Knobelhausen abfährt. Also begrüßt
er alle diejenigen Kollegen, die zu einer der folgenden Zeiten in Knobelhausen abfahren:

8.10 Uhr, 8.25 Uhr, 8.40 Uhr, 8.55 Uhr, 9.10 Uhr, 9.25 Uhr, 9.40 Uhr, 9.55 Uhr, 10.10 Uhr, 10.25 Uhr,
10.40 Uhr, 10.55 Uhr, 11.10 Uhr, 11.25 Uhr, 11.40 Uhr, 11.55 Uhr.

Das sind insgesamt 16 Kollegen.

Aufgabe 270523:
In einer Olympiadeklasse wurde genau die Hälfte aller Teilnehmer mit einem Preis ausgezeichnet. Es
gab nur erste, zweite und dritte Preise. Genau ein Achtel aller Teilnehmer erhielt einen ersten Preis.

34
I.III Verhältnisse, Proportionalitäten

Genau ein Sechstel aller Teilnehmer erhielt einen zweiten Preis. In dieser Olympiadeklasse waren
insgesamt mindestens 20, aber weniger als 30 Teilnehmer.
Wie viel Teilnehmer genau waren in dieser Olympiadeklasse?
Wie viele erste, zweite bzw. dritte Preise gab es darin?
Gib an, wie du diese gesuchten Anzahlen eindeutig aus den obigen Angaben findest!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Anzahl der Teilnehmer war eine der Zahlen 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29. Genau ein Achtel
davon erhielt einen ersten Preis, also war die Anzahl durch 8 teilbar.
Daraus folgt eindeutig: Die Anzahl der Teilnehmer war 24.
Wegen 24 : 2 = 12 erhielten genau 12 Teilnehmer einen Preis.
Wegen 24 : 8 = 3 erhielten genau 3 Teilnehmer einen ersten Preis.
Wegen 24 : 6 = 4 erhielten genau 4 Teilnehmer einen zweiten Preis.
Wegen 12 - 3 - 4 = 5 erhielten genau 5 Teilnehmer einen dritten Preis.

Aufgabe 340531:
Fritz hat geträumt, er bekäme ein Paket voller Gummibärchen, wenn er drei Aufgaben (a), (b), (c)
löst.
Obwohl es nur ein Traum war und er nicht weiß, ob die Zahlen des Traumes genau stimmen, möchte
er die Aufgaben doch lösen. In seinem Traum hieß es:

Ein Paket enthält 1000 Gummibärchen. Sie sind in 50 Tüten verteilt.


Der Inhalt einer Tüte kostet 1,60 DM. Ein Kilogramm Gummibärchen kostet 20 DM. In jeder Tüte
ist dieselbe Anzahl Gummibärchen wie in jeder anderen Tüte. Jedes Gummibärchen wiegt ebenso
viel und kostet ebenso viel wie jedes andere Gummibärchen.
Die Aufgaben lauten:

(a) Wie viel kosten zusammengenommen die Gummibärchen in einem Paket?


(b) Wie viel wiegt der Inhalt einer Tüte?
(c) Wie viel wiegt ein Gummibärchen?

Gib die Lösungen zu (a), (b), (c) an und begründe, wie du sie erhalten hast!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(a) Da ein Paket 50 Tüten enthält und der Inhalt jeder Tüte 1,60 DM kostet, kosten die Gummibärchen
in einem Paket zusammengenommen 50 · 1,60DM = 80DM.

(b) Da 1000 Gramm Gummibärchen 2000 Pfennig kosten, kostet 1 Gramm 2 Pfennig. Also kosten 80
Gramm 1,60 DM.
Das ist der Preis für den Inhalt einer Tüte; dieser Inhalt wiegt also 80 Gramm.

(c) Da die 50 Tüten in einem Paket 1000 Gummibärchen enthalten, enthält wegen 1000 : 50 = 20 eine
Tüte 20 Gummibärchen. Da diese, wie in (b) gefunden, 80 Gramm wiegen, wiegt ein Gummibärchen
80g : 20 = 4g.

35
II Klasse 6
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme
I Runde 1

Aufgabe V00605:
Wie viel sind eineinhalb Drittel von Hundert?

Lösung von Steffen Polster:

1 12 3
3 1 1
· 100 = 2 · 100 = · · 100 = · 100 = 50
3 3 2 3 2

Aufgabe V00606:
7 8
Wie heißt der Bruch mit einem einstelligen Nenner, der größer als 9 und kleiner als 9 ist?

Lösung von Steffen Polster:


7
Ein möglicher Bruch ist das arithmetische Mittel von 9 und 89 :
7 8 15
9 + 9 9 15 5
= = =
2 2 30 6
6
Die Aufgabe ist nicht eindeutig lösbar, da z. B. auch 7 ein solcher Bruch ist.

Aufgabe V00607:
Zu einer gedachten Zahl wird 16 addiert, anschließend mit 7 multipliziert, dann 8 subtrahiert und
schließlich mit 9 dividiert. Man erhält 22 Rest 4.
Wie heißt die gedachte Zahl?

Lösung von Steffen Polster:


x sei die gedachte Zahl. Dann ergibt sich mit den Operationen der Term

((x + 16) · 7 − 8) : 9

Dieser Term soll 22 mit einem Rest 4 werden, d. h. es gilt

((x + 16) · 7 − 8) = 9 · 22 + 4

Schrittweises Zusammenfassen und Umstellen ergibt

((x + 16) · 7 − 8) = 9 · 22 + 4
(x + 16) · 7 − 8 = 198 + 4
(x + 16) · 7 = 202 + 8
x + 16 = 210 : 7
x = 30 − 16 = 14

Die gedachte Zahl ist 14.

36
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 010611:
4
a) 9 15 · 138
139

23
b) 3451 35 − 2868 24
49

Lösung von Steffen Polster:


4 138 139 138 138 1
a) 9 · = · = =9
15 139 15 139 15 5

23 24 23 24 23 · 7 − 24 · 5 41
b) 3451 − 2868 = 3451 − 2868 + − = 583 + = 583
35 49 5·7 7·7 5·7·7 245

Aufgabe 020616:
Gegeben sind zwei Strecken. Die eine ist gleich der Sum-
a + b = 6 cm me zweier Strecken, die andere ist gleich ihrer Differenz.
a − b = 3 cm Wie lang sind die Strecken a und b? Beschreibe, wie du die
Lösung gefunden hast!

Lösung von Steffen Polster:


Die Summe der beiden Strecken (a + b) und (a − b) ist gleich (a + b) + (a − b) = (a + a) = 9 cm.
Damit ist die Strecke a = 4,5 cm lang und b = 1,5 cm.

Aufgabe 040614:
Zerlege die Zahl 390 in drei Summanden, von denen der zweite dreimal so groß wie der erste und der
dritte 2 12 mal so groß wie der erste ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der erste Summand ist doppelt so groß wie seine Hälfte, der zweite 6 mal und der dritte 5 mal so groß
wie diese Hälfte. Insgesamt besteht die Summe 390 also aus 13 Summanden, von denen jeder halb so groß
wie der gesuchte erste Summand ist. Auf diese Weise findet man die drei Summanden 60, 180 und 150.

Aufgabe 060612:
Zu Beginn des Schuljahres kaufte Heinz zwei verschiedene Sorten von Heften, die eine kostet 8 Pf,
die andere 15 Pf pro Stück. Er zahlte für 12 Hefte zusammen 1,31 MDN.
Wie viel Hefte kaufte er von jeder Sorte?

Lösung von Steffen Polster:


a sei die Anzahl der Hefte zu 8 Pf und b die Anzahl der Hefte zu 15 Pf. Dann gilt

a · 8 + b · 15 = 131 ; a + b = 12 oder a = 12 − b

Setzt man die zweite Gleichung in die erste ein, wird 8 · (12 − b) + 15b = 131. Daraus gewinnt man b = 5
und weiter a = 7.
Heinz kauft 7 Hefte zu 8 Pf und 5 Hefte zu 15 Pf.

37
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 070611:
Zu einem Straßenbahnhof einer gewissen Großstadt gehören insgesamt 83 Straßenbahnwagen. Davon
sind genau 46 Anhänger. Zu einem gewissen Zeitpunkt befinden sich insgesamt 8 Triebwagen mit je
zwei Anhängern und 23 Triebwagen mit je einem Anhänger im Einsatz.
Welches ist die Anzahl aller Triebwagen und Anhänger, die sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Einsatz
befinden?

Lösung von Steffen Polster:


Die Anzahl der Anhänger sei a, die der Triebwagen t. Dann gilt nach Aufgabenstellung a+t = 46+t = 83.
Damit gibt es 37 Triebwagen.
Zu dem bestimmten Zeitpunkt sind 8 + 23 = 31 Triebwagen und 16 + 23 = 39 Anhänger im Einsatz.
Folglich sind zu diesem Zeitpunkt 7 Anhänger und 6 Triebwagen nicht im Einsatz.

Aufgabe 070613:
In einem Speicher wurden insgesamt 2170 kg Getreide gelagert. Es waren genau 11 Sack Weizen zu
je 80 kg, 6 Sack Gerste und 12 Sack Mais. Jeder Sack Gerste enthielt 5 kg mehr als jeder Sack Mais.
Wie viel Kilogramm Mais wurden im Speicher gelagert?

Lösung von Steffen Polster:


Die Masse des Weizens ist 11 · 80kg = 880kg, so dass die Masse von Gerste (g je Sack) und Mais (m je
Sack) zusammen 1290 kg beträgt. Da g = m + 5 gilt, wird für beide (in Kilogramm):

6g + 12m = 1290 ; 6 · (m + 5) + 12m = 1290 = 18m + 30

Daraus ergibt sich für den Mais je Sack m = 70 kg und somit für die Gerste je Sack g = 75 kg.
Da 12 Säcke Mais vorhanden sind, ist deren Gesamtmasse 12 · 70kg = 840kg.

Aufgabe 090613:
In einem Wettbewerb der Mathematischen Schülerzeitschrift alpha“ sollten den vier dort vorgege-

benen geometrischen Figuren die richtigen Namen zugeordnet werden.
3
In genau 25 der eingesandten Lösungen wurden allen vier vorgegebenen Figuren die richtigen Namen
zugeordnet. Bei genau doppelt soviel Lösungen wurden je zwei Figuren die richtigen und je zwei
Figuren die falschen Namen zugeordnet.
Die Anzahl der Lösungen mit genau drei falschen Zuordnungen war genau viermal so groß wie die Zahl
der richtigen Lösungen. Genau 240 der eingesandten Lösungen enthielten keine richtige Zuordnung.
Weitere Einsendungen lagen nicht vor.

Ermittle die Anzahl aller zu diesem Wettbewerb eingesandten Lösungen!

Lösung von Steffen Polster:


Die Anzahl der eingesandten Lösungen sein n. Dann gilt:

3 6 3
Genau vier sind richtig, d. h 25 n, genau zwei sind richtig, d. h. 25 n, genau eine ist richtig, d. h. : 4 · 25 n
und keine Lösung richtig sind 240. Die Summe ergibt
3 6 3 21 4
n= n + n + 4 · n + 240 = n + 240 → n = 240
25 25 25 25 25
25
Somit erfolgten insgesamt n = 240 · 4 = 1500 Einsendungen.

38
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 090614:
Eine Arbeitsgemeinschaft erhielt als Auszeichnung für sehr gute Leistungen einen Betrag von genau
240 M.
Bei gleichmäßiger Verteilung dieses Geldes auf alle Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft hätte jedes
Mitglied einen ganzzahligen Betrag (in Mark) erhalten. Die Mitglieder beschlossen jedoch, die 240 M
gemeinsam auf einer Wanderfahrt auszugeben.
Genau drei der Mitglieder konnten an der Wanderfahrt nicht teilnehmen, infolgedessen standen bei
gleichmäßiger Verteilung des Geldes auf alle Teilnehmer der Wanderfahrt für jeden Teilnehmer genau
4 M mehr zur Verfügung als bei gleichmäßiger Verteilung auf alle Mitglieder.

Ermittle die Mitgliederzahl der Arbeitsgemeinschaft!

Lösung von Steffen Polster:


Die Anzahl Schüler der Arbeitsgemeinschaft sei x. Bei gleichmäßiger Verteilung des Geldes erhält jeder
somit a = 240
x , womit x ein Teiler von 240 sein muss.

Nehmen 3 Mitgliedern nicht teil so erhöht sich der Anteil für aller übrigen Mitglieder auf a + 4, d. h. es
240
ist a + 4 = x−3 , womit auch x − 3 ein Teiler von 240 ist.

Die Teiler x von 240, für die auch x − 3 > 0 ist, sind
4, 5, 6, 8, 10, 12, 15, 16, 20, 24, 30, 40, 48, 60, 80, 120, 240
Nur die Paare (8; 5) und (15; 12) sind Paare der Form (x; x − 3). Einsetzen der ersten Gleichung in die
zweite ergibt: 240 240
x + 4 = x−3 .
Setzt man die zwei Paare ein, so zeigt sich, dass nur x = 15, x − 3 = 12 die letzte Gleichung erfüllen. Die
Arbeitsgemeinschaft hatte somit 15 Mitglieder.

Aufgabe 100611:
Eine LPG hatte auf zwei Feldern Kartoffeln angebaut. Vom ersten Feld wurden insgesamt 810 t, vom
zweiten insgesamt 640 t Kartoffeln geerntet. Auf dem ersten Feld wurde ein Durchschnittsertrag von
180 dt je ha, auf dem zweiten von 200 dt je ha erzielt.
Welches von den beiden Feldern hat den größeren Flächeninhalt? Um wie viel Ar unterscheiden sich
die beiden Flächen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Vom ersten Feld wurden an Kartoffeln 810 t = 8100 dt geerntet. Da der Durchschnittsertrag 180 dt je
ha betrug, erhalten wir für dieses Feld wegen 8100 : 180 = 45 einen Flächeninhalt von 45 ha.

Vom zweiten Feld wurden an Kartoffeln 640 t = 6400 dt geerntet. Da der Durchschnittsertrag hier 200
dt je ha betrug, erhalten wir für das zweite Feld wegen 6400 : 200 = 32 einen Flächeninhalt von 32 ha.

Also ist das erste Feld größer als das zweite. Die Differenz der Flächeninhalte beträgt 13 ha, das sind
1300 a.

Aufgabe 100613:
Es seien a, b, c, d, e, f , g, h sämtlich paarweise untereinander verschiedene einstellige natürliche
Zahlen ungleich Null, und es gelte:

a + b = 10, c + d + e = 16, f + g + h = 14

Welche einstellige natürliche Zahl (ungleich Null) wurde in diesen drei Aufgaben nicht verwendet?
Gib für a, b, c, d, e, f , g, h eine mögliche Lösung an!

39
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gibt genau 9 einstellige natürliche Zahlen ungleich Null, nämlich 1; 2; 3; 4; 5; 6; 7; 8; 9. Die Summe
aller dieser 9 Zahlen beträgt
1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8 + 9 = 45
Von ihnen wurden laut Aufgabe genau 8 verwendet.
Aus den gegebenen Gleichungen erhält man durch Addition:

a + b + c + d + e + f + g + h = 10 + 16 + 14 = 40

Also wurde die 5 nicht verwendet. Eine mögliche Lösung ist z. B.:

a = 1, b = 9, c = 2, d = 8, e = 6, f = 3, g = 7, h = 4.

Aufgabe 110611:
Von zwei Autos vom Typ Wartburg“ legte das eine eine Strecke von 1200 km zurück, das andere

eine Strecke von 800 km. Es sei angenommen, dass jedes der beiden Autos für jeden Kilometer die
gleiche Menge Kraftstoff verbrauchte. Dabei verbrauchte das zweite Auto 36 Liter Kraftstoff weniger
als das erste.
Berechne, wie viel Liter Kraftstoff beide Autos zusammen für die oben angegebenen Strecken ver-
brauchten!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 1200 − 800 = 400 legte das erste Auto 400 km mehr zurück als das zweite. Für diese 400 km
verbrauchte es laut Aufgabe 36 Liter Kraftstoff.
Beide Autos legten zusammen 1200km + 800km = 2000km zurück. Das sind 5 mal soviel wie 400 km.
Folglich verbrauchten sie insgesamt wegen 5 · 36 = 180 für diese Strecken 180 Liter Kraftstoff.

Aufgabe 120611:
Von 30 Schülern einer Klasse lesen regelmäßig 20 Schüler die Zeitschrift Fröhlichsein und Singen“

(Frösi), 12 Schüler die mathematische Schülerzeitschrift alpha“ und 6 Schüler weder Frösi“ noch
” ”
alpha“.

Ermittle die Anzahl aller Schüler dieser Klasse, die beide Zeitschriften lesen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Anzahl der Schüler, die beide Zeitschriften lesen, sei x.
Dann lesen genau (20 − x) Schüler Frösi“ aber nicht alpha“, ferner genau (12 − x) Schüler alpha“, aber
” ” ”
nicht Frösi“. Daher gilt

x + (20 − x) + (12 − x) + 6 = 30
woraus 38 − x = 30, also x = 8 folgt.

Aufgabe 120614:
Eine Strecke von 168 m Länge soll in drei Teilstrecken geteilt werden, deren Längen der Reihe nach
mit a, b, c bezeichnet seien. Dabei soll die zweite Teilstrecke dreimal so lang wie die erste und die
dritte Teilstrecke viermal so lang wie die erste sein.

Ermittle alle Möglichkeiten, die Längen a, b, c der Teilstrecken so anzugeben, dass eine Teilung mit
diesen Eigenschaften entsteht!

40
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, die Längen a, b, c haben die geforderten Eigenschaften. Dann gilt:

a + b + c = 168 m, ferner b = 3a sowie c = 4a.


Daraus folgt: a + 3a + 4a = 168 m, also 8a = 168 m, woraus man a = 21 m, also b = 63 m und c = 84 m
erhält.

Deshalb können nur diese Längen die gestellten Bedingungen erfüllen. Wegen 63m = 3·21m, 84m = 4·21m
und 21m + 63m + 84m = 168m haben sie die geforderten Eigenschaften tatsächlich.

Aufgabe 130611:
Eine Strecke von 7 m Länge soll so in vier Teile geteilt werden, dass die zweite Teilstrecke 40 cm
länger als die erste, die dritte 40 cm länger als die zweite und die vierte 40 cm länger als die dritte
ist.
Untersuche, ob eine solche Einteilung möglich ist, und gib, wenn dies der Fall ist, die Längen jeder
der vier Teilstrecken an!

Lösung von Steffen Polster:


Die Längen der vier Teilstücke seien x, x + 40, x + 80 und x + 120 (alles in cm), womit für die Summe
ergibt:
x + x + 40 + x + 80 + x + 120 = 4x + 240 = 700 cm ⇒ x = 115 cm
Das erste Teilstück ist somit 115 cm lang, das zweite 155 cm, das dritte 195 cm und das vierte 235 cm.

Aufgabe 140612:
Bernd und Monika unterhalten sich über die letzte Zusammenkunft ihrer Arbeitsgemeinschaft Junger
Mathematiker, bei der genau 6 Jungen mehr anwesend waren als Mädchen.
Bernd meint, dass bei dieser Veranstaltung von den 25 Zirkelteilnehmern genau 2 gefehlt hätten.
Monika entgegnet nach einigem Überlegen, dass das nicht stimmen könne.
Wer von beiden hat recht?

Lösung von Steffen Polster:


Bei der letzten Zusammenkunft waren 25 - 2 = 23 23 Teilnehmer anwesend. Ist die Anzahl der Mädchen
x, so waren, nach Bernd, x + 6 Jungen da, d. h.
x + (x + 6) = 23 → x = 8,5
Das Ergebnis ist nicht ganzzahlig, womit klar ist, dass Monika recht hat. Bernds Aussage ist nicht korrekt.

Aufgabe 150611:
Die Volksrepublik Polen lieferte vom 6. Dezember 1974 (erster Liefertag) bis zum 18. Dezember 1974
(letzter Liefertag) eine Gesamtmenge von 132000 t Steinkohle und 24000 t Koks auf dem Wasserwege
in die Hauptstadt der DDR. Die Lieferung erfolgte auf Schleppkähnen mit einem Fassungsvermögen
von je 600 t.
Wie viel dieser Kahnladungen trafen im angegebenen Zeitraum durchschnittlich an jedem Tag in
Berlin ein (wobei Sonntage als Liefertage mitgerechnet seien)?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 132000 + 24000 = 156000 betrug die gelieferte Gesamtmenge 156000 t. Wegen 132000 : 600 =
220, 24000 : 600 = 40 und 220 + 40 = 260 oder: wegen 156000 : 600 = 260 waren das insgesamt 260
Kahnladungen.
Da es sich vom 6. bis 18. Dezember 1974 um insgesamt 13 Liefertage handelte, trafen wegen 260 : 13 =
20 täglich durchschnittlich 20 dieser Kahnladungen aus der Volksrepublik Polen in Berlin ein.

41
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 150613:
Im Jahre 1770 gab der Schweizer Mathematiker Leonard Euler ein Lehrbuch der Algebra heraus, das
mehr als 100 Jahre lang zu den meistgelesenen Algebrabüchern gehörte. Eine Aufgabe aus diesem
Lehrbuch lautet:

Die Zahl 25 ist so in zwei Summanden zu zerlegen, dass der größere der beiden Summanden 49 mal
so groß ist wie der andere.

Untersuche, ob eine solche Zerlegung möglich ist, und ermittle, wenn dies der Fall ist, die beiden
dabei auftretenden Summanden!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn eine solche Zerlegung möglich ist, so gilt für sie:
Bezeichnet man den kleineren der beiden Summanden mit x, dann lautet der größere 49x, und es gilt
x + 49x = 25, woraus man x = 21 erhält.

Also kann nur eine Zerlegung die geforderten Eigenschaften haben, in der der kleinere Summand 12 und
der größere 49 · 21 = 49
2 lautet.
Dies ist auch in der Tat eine Zerlegung der gesuchten Art; denn für diese beiden Summanden ist 12 + 49
2 =
25.

Aufgabe 150614:
Eine Pioniergruppe sammelt Altpapier. Bei der Abrechnung stellte sich heraus, dass das Sammeler-
gebnis der letzten beiden Tage ein Viertel der insgesamt erreichten Menge betrug, und zwar waren
am letzten Tag 27 kg gesammelt worden und am vorletzten Tag 6 kg weniger als am letzten Tag.

Wie viel Kilogramm betrug die insgesamt gesammelte Menge Altpapier?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Am letzten Tag waren 27 kg gesammelt worden, am vorletzten Tag wegen 27 − 6 = 21, also 21 kg.
Wegen 27 + 21 = 48 betrug das Sammelergebnis der letzten beiden Tage daher 48 kg. Da dies ein Viertel
der insgesamt erreichten Menge war, ist diese das Vierfache von 48 kg, wegen 4 · 48 = 192 also 192 kg
Altpapier.

Aufgabe 170613:
Jeder der 27 Pioniere der Klasse 6a sammelte durchschnittlich 5 Flaschen und 8 kg Altpapier. Für
jede Flasche gab es 5 Pfennig und für je 1 kg Altpapier 15 Pfennig.
Die Klasse 6b sammelte Altstoffe für insgesamt 25 M.
Reicht das so erworbene Geld für die gemeinsame Eisenbahnfahrt beider Klassen zum Wandertag,
die 60 M kosten wird?

Lösung von Steffen Polster:


In der Klasse 6a wurden 27 · 5 = 135 Flaschen und 27 · 8kg = 216kg Altpapier gesammelt. Dies sind
135 · 5Pf + 216 · 15Pf = 675Pf + 3240Pf = 3915Pf = 39,15M.

Zusammen haben beiden Klassen 39,15M + 25M = 64,15M gesammelt. Der Geldbetrag genügt für die
gemeinsame Eisenbahnfahrt.

42
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 190612:
Ulrike möchte vier natürliche Zahlen in einer bestimmten Reihenfolge angeben, so dass folgendes gilt:

Die zweite Zahl ist um 1 kleiner als das Doppelte der ersten Zahl,
die dritte Zahl ist um 1 kleiner als das Doppelte der zweiten Zahl,
die vierte Zahl ist um 1 kleiner als das Doppelte der dritten Zahl,
die Summe der vier angegebenen Zahlen beträgt 79.

Zeige, wie man alle Zahlen finden kann, die diese Bedingungen erfüllen! Überprüfe, ob die gefundenen
Zahlen alle Bedingungen erfüllen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, vier Zahlen erfüllen die gestellten Bedingungen.
Die erste Zahl sei mit a bezeichnet. Die zweite, Zahl lautet dann 2a − 1, die dritte Zahl 2(2a − 1) − 1 =
4a − 2 − 1 = 4a − 3, die vierte Zahl 2(4a − 3) − 1 = 8a − 6 − 1 = 8a − 7. Daher ist die Summe der vier
Zahlen
a + 2a − 1 + 4a − 3 + 8a − 7 = 15a − 11
Aus 15a − 11 = 79 folgt 15a = 90. Daraus folgt, dass die erste Zahl a = 6 lautet, die zweite, dritte, vierte
also 11, 21 bzw. 41.

Daher können nur die Zahlen 6, 11, 21, 41 (in dieser Reihenfolge) die Bedingungen erfüllen. Die folgende
Überprüfung zeigt, dass sie alle geforderten Bedingungen erfüllen:
Es gilt: 2 · 6 − 1 = 11, 2 · 11 − 1 = 21, 2 · 21 − 1 = 41 und 6 + 11 + 21 + 41 = 79.

Aufgabe 210613:
Die drei Schülerinnen Bianka, Heike und Kerstin ernteten im Schulgarten Weißkohl, insgesamt 128
Kohlköpfe. Dabei hat Bianka genau 8 Kohlköpfe mehr als Heike geerntet, und Kerstin hat genau 5
Kohlköpfe weniger als Bianka geerntet.
Wie viel Kohlköpfe hat jedes der drei Mädchen insgesamt geerntet?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Hätte Heike 8 Kohlköpfe mehr und Kerstin 5 Kohlköpfe mehr geerntet, so wären es wegen 128+8+5 = 141
insgesamt 141 Kohlköpfe gewesen. Andererseits hätten dann alle drei Mädchen gleich viele Kohlköpfe
geerntet, nämlich jede so viele wie Bianka.
Wegen 141 : 3 = 47 hat also Bianka 47 Kohlköpfe geerntet, wegen 47 - 8 = 39 hat Heike 39 Kohlköpfe
geerntet, wegen 47 - 5 = 42 hat Kerstin 42 Kohlköpfe geerntet.

Aufgabe 230612:
Eine Brigade kaufte für ihre Patenklasse drei Bücher und zwei Bälle. Eine andere Brigade kaufte drei
Bücher und vier Bälle. Alle Bücher kosteten gleich viel. Alle Bälle kosteten ebenfalls gleich viel.
Die erste Brigade bezahlte 15 Mark, die zweite Brigade bezahlte 24 Mark.
Wie viel Mark kostete ein Buch? Wie viel Mark kostete ein Ball?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die zweite Brigade kaufte genau zwei Bälle mehr und bezahlte (wegen 24 - 15 = 9) genau 9 Mark mehr
als die erste Brigade. Folglich kostet ein Ball (wegen 9 : 2 = 4, 50) genau 4,50 Mark.
Also zahlte die erste Brigade genau 9 Mark für die Bälle. Wegen 15 - 9 = 6 zahlte sie für die drei Bücher
genau 6 Mark, also kostete ein Buch genau 2 Mark.

43
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 270614:
Kerstin zerschneidet ein rechteckiges Stück Papier so, dass der Schnitt vom Mittelpunkt einer Recht-
eckseite zum Mittelpunkt der gegenüberliegenden Seite verläuft. Es entstehen zwei kleinere Rechtecke;
Kerstin legt sie genau übereinander, so dass nur noch ein kleineres Rechteck zu sehen ist, das aus
zwei Schichten besteht.
Kerstin zerschneidet dieses aus zwei Schichten bestehende Rechteck in gleicher Weise und legt
wieder die entstandenen rechteckigen Papierstücke genau übereinander. Entsprechend wird fortge-
setzt: übereinanderliegende Rechtecke werden zerschnitten, die entstandenen Papierstücke werden
übereinandergelegt.
(Natürlich geht das nicht beliebig oft; denn der Papierstapel, der zerschnitten werden soll, wird immer
dicker.)

(1) Nenne die Anzahl der Papierstücke, die nach dem


a) zweiten, b) dritten, c) vierten Zerschneiden entstanden sind!

(2) Angenommen, das Zerschneiden wäre beliebig oft möglich. Warum könnten dann trotzdem niemals
nach einen Schnitt genau 160 Papierstücke entstehen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(1) Die Anzahl ist a) 4, b) 8, c) 16.
(2) Als weitere Anzahlen nach dem fünften, sechsten, ... Schnitt usw. treten auf: 32, 64, 128, 256, ... und
dann noch größere Anzahlen (nämlich jeweils das Doppelte der vorangehenden Anzahl). Daher kommt
unter den auftretenden Anzahlen die Zahl 160 nicht vor.

Aufgabe 280614:
Die Treppe in der Abbildung besteht aus vier Stufen. Um diese vierstufige
Treppe hinaufzugehen, darf man jeweils mit einem Schritt entweder genau
4
eine oder genau zwei Stufen nach oben steigen. (Eine hiernach mögliche 3
Schrittfolge lautet z. B. 1, 3, 4.) 2
1
a) Gib für diese Treppe alle möglichen Schrittfolgen an! Wie viel sind es
insgesamt?
b) Gib für eine dreistufige Treppe alle möglichen Schrittfolgen an, ebenso für eine zweistufige Treppe
und für eine einstufige Treppe!
c) Jemand behauptet: Man kann die Anzahl aller möglichen Schrittfolgen für eine vierstufige Treppe

durch eine einfache Rechnung finden, wenn man die Anzahl aller möglichen Schrittfolgen für eine
dreistufige Treppe und die Anzahl aller möglichen Schrittfolgen für eine zweistufige Treppe kennt.“
Gib eine solche einfache Rechnung an! Schreibe sie in Form einer Gleichung!
d) Schreibe entsprechend eine Gleichung, mit der sich die Anzahl aller möglichen Schrittfolgen für
eine dreistufige Treppe aus den entsprechenden Anzahlen für eine zweistufige und für eine einstufige
berechnen lässt!
e) Wie kommt es, dass die in c) und d) gefundenen Beziehungen gelten?
f) Gib die Anzahl aller möglichen Schrittfolgen für eine fünfstufige und für eine sechsstufige Treppe
an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Alle möglichen Schrittfolgen für die vierstufige Treppe sind:

1, 2, 3, 4; 1, 2, 4; 1, 3, 4; 2, 3, 4; 2, 4

b) Alle möglichen Schrittfolgen für eine dreistufige Treppe sind:

1, 2, 3; 1, 3; 2, 3

44
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Alle möglichen Schrittfolgen für eine zweistufige Treppe sind: 1, 2; 2, Für eine einstufige Treppe gibt es
genau die Schrittfolge 1.
c) Die Anzahl der Schrittfolgen bei einer vierstufigen Treppe ist gleich der Summe der Anzahlen der
Schrittfolgen bei der dreistufigen und der zweistufigen Treppe: 5 = 3 + 2.

d) Die Anzahl der Schrittfolgen bei einer dreistufigen Treppe ist gleich der Summe der Anzahlen der
Schrittfolgen bei der zweistufigen und der einstufigen Treppe: 3 = 2 + 1.

e) Um in der angegebenen Weise die vierstufige Treppe hinaufzugehen, kann man entweder mit dem
ersten Schritt nur eine Stufe steigen und hat dann noch drei Stufen vor sich, oder man kann mit dem
ersten Schritt zwei Stufen nehmen und hat dann nur noch zwei Stufen vor sich.

Im ersten Fall ist die Anzahl der möglichen Fortsetzungen gleich der Anzahl der Schrittfolgen bei einer
dreistufigen Treppe, und im zweiten Fall ist sie gleich der Anzahl der Schrittfolgen bei einer zweistufigen
Treppe. Folglich ist die Anzahl aller möglichen Schrittfolgen bei der vierstufigen Treppe gleich der Summe
der Anzahlen möglicher Schrittfolgen bei der dreistufigen und der zweistufigen Treppe.

f) Entsprechend folgt: Die Gleichung 8 = 5 + 3 führt zur Anzahl 8 der Schrittfolgen bei einer fünfstufigen
Treppe; die Gleichung 13 = 8 + 5 führt zur Anzahl 13 der Schrittfolgen bei einer sechsstufigen Treppe.

Aufgabe 300613:
Lina kauft 7 Bleistifte und 8 Hefte ein und stellt dabei fest, dass 7 Bleistifte teurer als 8 Hefte sind.
Was ist teurer: 10 Bleistifte und 2 Hefte oder 11 Hefte und 2 Bleistifte?
Begründe deine Antwort!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Antwort: 10 Bleistifte und 2 Hefte sind teurer als 11 Hefte und 2 Bleistifte.

Begründung: Ist b der Preis für einen Bleistift und h der Preis für ein Heft, so gilt nach Linas Feststellung
7b > 8h. (1) Daraus folgt erst recht 7b > 7h, (2) also b > h. (3)

Aus (1) und (3) ergibt sich 8b > 9h. (4)


Vergrößert man nun jeweils sowohl 8b als auch 9h um 2b + 2h, so folgt 10b + 2h > 2b + 11h, wie in der
Antwort angegeben.

Aufgabe 310613:
Elke, Regina, Gerd und Joachim vergleichen ihre Briefmarkensammlungen. Sie bemerken:

(1) Joachim hat mehr Briefmarken als Gerd.


(2) Elke und Regina haben zusammen genau so viele Briefmarken, wie Joachim und Gerd zusammen
haben.
(3) Elke und Joachim haben zusammen weniger Briefmarken als Regina und Gerd zusammen haben.

Stelle fest, ob diese Angaben nur durch eine Reihenfolge für die Anzahlen von Elkes, Reginas, Gerds
und Joachims Briefmarken erfüllt werden können!
Wenn das der Fall ist, ermittle diese Reihenfolge, nach fallenden Anzahlen geordnet!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnen E, R, G, J die Anzahlen der Briefmarken von Elke, Regina, Gerd bzw. Joachim, so folgt aus
den Angaben
J > G, (1) E + R = J + G, (2) E + J < R + G (3)

45
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Vermehrt man von den beiden Zahlen E + J und R + G in (3) sowohl die kleinere als auch die größere
um die in (2) auf beiden Seiten genannte Zahl, so folgt 2E + R + J < R + J + 2G.
Dies ist aber nur möglich, wenn E < G (4) gilt. Hiernach kann die Gleichung (2) nur gelten, wenn für die
anderen darin auftretenden Summanden R > J (5) gilt. Mit (5), (1), (4) ist gezeigt, dass die Angaben
nur durch die Reihenfolge R > J > G > E erfüllt werden können.

II Runden 2 & 3

Aufgabe 040621:
Ein Rohr von 10 m Länge soll senkrecht zur Achse so zerschnitten werden, dass der eine Teil fünfmal
so lang wie der andere ist.
Wie lang werden die Teile?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ansatz: x + 5x = 10 ergibt 8 31 m und 1 23 m.

Aufgabe 040623:
Ein rechteckiger Schulgarten soll eingezäunt werden. Auf jeder der kürzeren Seiten, die jeweils je 40
m lang sind, stehen 21 Zementsäulen, auf den längeren jeweils 15 mehr. Der Abstand zwischen je
zwei benachbarten Säulen ist gleich. Zwischen zwei dieser Säulen wird ein Tor eingebaut.

Wie hoch sind die Kosten, wenn 1 m Zaun 9,50 MDN, 1 Säule 11,00 MDN und das Tor 64,00 MDN
kosten?
Die Dicke der Säulen wird dabei nicht berücksichtigt.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


218 m Zaun kosten 2071 MDN, 1 Tor kostet 64 MDN und 110 Zementsäulen kosten 1210 MDN. In der
Summe sind dies 3345 MDN.

Aufgabe 050621:
In einer Möbelfabrik wurde die Produktion von Tischen monatlich um 10 Tische gesteigert. Die
Jahresproduktion betrug 1920 Tische.
Wie viel Tische wurden im Juni und wie viel im Dezember hergestellt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die Anzahl der im Januar produzierten Tische mit x, so kann man folgende Aufstellung
anfertigen:
Monat Anzahl der produzierten Tische
Januar x
Februar x + 10
März x + 20
April x + 30
...
Dezember x + 110
12x + 660
Wäre die Produktion nicht gesteigert worden, d. h., wäre in jedem Monat die gleiche Anzahl wie im
Januar produziert werden, so hätte die Anzahl der im ganzen Jahr produzierten Tische 1960−660 = 1260
betragen.
Die Anzahl der im Januar angefertigten Tische beträgt also 1260 : 12 = 105 und daher die der im Juni
hergestellten Tische 105 + 50 = 155 und die der im Dezember fabrizierten Tische 105 + 110 = 215.

46
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 060621:
Eine Strecke von 20 m wird in drei Teilstrecken geteilt. Die erste Teilstrecke ist doppelt so lang wie die
zweite, und die Länge der dritten Teilstrecke beträgt das Dreifache der Länge der ersten Teilstrecke.
Berechne die Längen der einzelnen Teilstrecken!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die Länge der zweiten Teilstrecke mit a, dann hat die erste Teilstrecke die Länge 2a und
die dritte Teilstrecke die Länge 6a. Die Länge der Gesamtstrecke beträgt also

a + 2a + 6a = 9a
20
Das sind laut Aufgabe 20 m. Für die Länge der zweiten Teilstrecke gilt daher 20 : 9 = 9 , für die Länge
der ersten Teilstrecke 40 40
9 und für die Länge der dritten Teilstrecke 3 .
Die Längen der einzelnen Teilstrecken sind also 2 9 m, 4 9 m und 13 31 m.
2 4

Aufgabe 080622:
Während der Sommerferien besuchte Monika die Hauptstadt der UdSSR. Für ihre Mathematikar-
beitsgemeinschaft brachte sie unter anderem folgende Aufgabe mit:

Im Gorki“-Ring der Moskauer Untergrundbahn befinden sich vier Rolltreppen von unterschiedlicher

Länge.
Die Gesamtlänge der beiden Rolltreppen mittlerer Länge beträgt 136 m, wobei die Länge der einen
um 8 m größer ist als die der anderen. Die Länge der längsten Rolltreppe beträgt 3 10 und die der
kürzesten 3 14 von der Gesamtlänge aller vier Rolltreppen.
Berechne die Länge jeder einzelnen Rolltreppe!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei a die Maßzahl der längsten, b die der zweitlängsten, c die der drittlängsten und d die der kürzesten
Rolltreppe sowie g die Maßzahl der Gesamtlänge aller Rolltreppen.
Dann gilt: b + c = 136 und b = c + 8. Daraus folgt: b = 72 und c = 64.
Für die Gesamtlänge der längsten und der kürzesten Rolltreppe gilt:
3 3 36
a+d= g+ g= g
10 14 70
dann ergibt sich:
34
136 = b + c = g − (a + d) = g
70
1 3 3
Daraus folgt: 70 g = 4 und demnach 10 g = 84 und 14 g = 60.
Die Längen der Rolltreppen betragen 84 m, 72 m, 64 m und 60 m.

3
In der Tat ergibt sich als Probe 72 + 64 = 136, 72 = 64 + 8, 84 = 10 (84 + 72 + 64 + 60) und 60 =
3
14 (84 + 72 + 64 + 60).

Aufgabe 090621:
Klaus nahm als Mitglied der Sektion Radsport einer Betriebssportgemeinschaft an einem Bahnrennen
teil. Nach dem Rennen wurde Klaus von seinem Bruder Reiner nach dem Ausgang des Rennens
gefragt. Klaus sagte:

Als ich den Zielstrich überfuhr, war kein Fahrer neben mir; genau ein Drittel der beteiligten Fahrer

hatte das Ziel schon erreicht, und genau die Hälfte aller Teilnehmer lag noch hinter mir.“

Gib an, welchen Platz Klaus in diesem Rennen belegte und wie viel Fahrer insgesamt an dem Rennen
teilnahmen!

47
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(I) Nach Aufgabenstellung waren (wegen 31 + 12 = 56 ) alle Fahrer außer Klaus so viel, wie 5
6 aller teilneh-
menden Fahrer. Klaus stellte daher 15 aller Teilnehmer dar.
Das ist nur möglich, wenn die Teilnehmerzahl 6 betrug.

1
(II) Daher erreichten wegen 3 · 6 = 2 genau 2 der Teilnehmer vor Klaus das Ziel, so dass Klaus den 3.
Platz belegte.

Aufgabe 110623:
Von dem berühmten Mathematiker Leonhard Euler (1707 bis 1783) stammt folgende Aufgabe:

Zerlege die Zahl 25 so in zwei Summanden, dass der größere Summand 49 mal so groß ist wie der
kleinere Summand.

Hinweis: Die Summanden brauchen nicht natürliche Zahlen zu sein.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Soll der größere Summand das 49-fache des kleineren Summanden betragen, so muss die Summe das 50-
fache des kleineren Summanden sein. Diesen erhält man daher, wenn man die Summe durch 50 dividiert;
er lautet somit 25 : 50 = 12 , und hiernach muss der größere Summand 49 · 12 = 49
2 sein.

In der Tat beträgt die Summe von diesen beiden Summanden (von denen der größere 49 mal so groß ist
wie der kleinere) 12 + 49
2 = 25.

Aufgabe 110624:
Wenn man ein Drittel von Rainers Spargeld zu einem Fünftel dieses Spargeldes addiert, dann ist die
Summe genau 7 Mark mehr als die Hälfte seines Spargeldes.
Wie viel Mark hat Rainer hiernach insgesamt gespart?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Laut Aufgabe besitzt Rainer Spargeld. Dessen Betrag sei x Mark. Dann gilt
x x x
+ = +7
3 5 2
Hieraus folgt nach Multiplikation mit 30 weiter 10x + 6x = 15x + 210 und daraus x = 210.
Also hat Rainer insgesamt 210 Mark gespart.

Aufgabe 170623:
In der Dreherei eines Betriebes dreht man Einzelteile aus Bleirohlingen. Jeder Bleirohling ergibt ein
Einzelteil.
Die Abfallspäne, die man bei der Anfertigung von je 6 Einzelteilen erhält, kann man schmelzen und
daraus noch einen Bleirohling anfertigen. (Jede kleinere Menge von Abfallspänen ist hierfür zu wenig.)

Welches ist die größte Anzahl von Einzelteilen, die man hiernach insgesamt aus 36 Rohlingen anfer-
tigen kann?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Aus 36 Rohlingen ergeben sich zunächst 36 Einzelteile; die Abfallspäne von je 6 Rohlingen ergeben dann

48
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

noch einen Rohling, d. h. aus den Abfallspänen von 36 Rohlingen kann man 6 neue Rohlinge anfertigen.

Aus ihnen lassen sich noch einmal 6 Einzelteile herstellen. Die dabei anfallenden Späne ergeben einen
weiteren Rohling. Fertigt man aus ihm wieder ein Einzelteil an, so fallen zwar wieder Späne an, diese
lassen sich aber nicht mehr (nach Einschmelzen) zur Herstellung eines weiteren Rohlings verwenden.

Also beträgt die gesuchte Anzahl von Einzelteilen 36 + 6 + 1 = 43.

Aufgabe 180623:
In einer Verkaufsstelle wird ein Artikel in drei verschiedenen Ausführungen angeboten, wobei die
Ausführungen unterschiedlich im Preis sind.
Beate kauft von jeder Ausführung dieses Artikels ein Stück und bezahlt insgesamt 10,50 M. Hätte
sie drei Stück von der billigsten Ausführung gekauft, dann hätte sie 0,75 M gespart.
Hätte sie dagegen drei Stück von der teuersten Ausführung gekauft, dann hätte sie 0,75 M mehr
bezahlen müssen.
Wie viel kostet jede der drei Ausführungen dieses Artikels?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 1050 - 75 = 975 und 975 : 3 = 325 kostet die billigste Ausführung des Artikels 3,25 M.
Wegen 1050 + 75 = 1125 und 1125 : 3 = 375 kostet die teuerste Ausführung des Artikels 3,75 M.
Wegen 1050 - 325 - 375 = 350 kostet die dritte Sorte 3,50 M.

Aufgabe 190622:
In einem Regal einer HO-Verkaufsstelle liegen sechs Geschenkartikel zum Preis von 15 M, 16 M, 18
M, 19 M, 20 M bzw. 31 M, von jeder Sorte genau ein Stück.

Ein Käufer kaufte genau zwei dieser Geschenke, ein anderer genau drei. Der zweite Käufer hatte
doppelt soviel zu bezahlen wie der erste.
Ermittle aus diesen Angaben, welche der sechs Geschenke vom ersten und welche vom zweiten Käufer
gekauft wurden!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der Gesamtpreis aller sechs Geschenke beträgt 119 M. Da genau fünf Geschenke gekauft wurden, blieb
genau eines zurück. War es das zu 15 M, 16 M, 18 M, 19 M, 20 M bzw. 31 M, so hatten beide Käufer
zusammen 101 M, 103 M, 101 M, 100 M, 99 M bzw. 88 M gezahlt.

Zahlte der erste Käufer x Mark, so bezahlte der zweite 2x Mark. Die von beiden gezahlte Summe, 3x
Mark, muss folglich durch 3 teilbar sein. Das trifft nur für den Betrag von 99 M zu.
Also wurde das Geschenk zu 20 M nicht gekauft; ferner ist 3x = 99, der erste Käufer bezahlte 33 M.
Hätte er als eines seiner beiden Geschenke das zu 16 M, 19 M oder 31 M gekauft, so müsste das andere
17 M, 14 M bzw. 2 M gekostet haben; diese Preise kamen aber nicht vor.
Also hat der erste Käufer die Geschenke zu 15 M und 18 M gekauft, der zweite Käufer folglich die
Geschenke zu 16 M, 19 M und 31 M.

Aufgabe 190623:
Zum Montieren eines Gerätes sind insgesamt 110 Stunden geplant. Die Montage wird in drei Ab-
schnitten erfolgen.
Für den zweiten Abschnitt ist genau dreimal soviel Zeit vorgesehen wie für den ersten; der dritte
Abschnitt soll genau halb so lange dauern wie der zweite.
Untersuche, welche Zeiten man hiernach für jeden einzelnen Abschnitt zu planen hat!
Überprüfe, ob diese Zeiten alle gestellten Forderungen erfüllen!

49
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn die Forderungen erfüllt sind und dabei der erste Abschnitt x Stunden dauert, so dauert der zweite
3x Stunden und der dritte 32 x Stunden. Daraus folgt

x + 3x + 32x = 110 → x = 20

Also können die Forderungen nur dadurch erfüllt werden, dass man für den ersten Abschnitt 20 Stunden
und somit für den zweiten 60 Stunden und für den dritten 30 Stunden plant.
Diese Zeiten erfüllen die Forderungen; denn 60 Stunden sind dreimal so viel Zeit wie 20 Stunden, 30
Stunden dauern halb so lange wie 60 Stunden, und wegen 20 + 60 + 30 = 110 ergibt sich die vorgesehene
Gesamtzeit.

Aufgabe 200622:
Ein leeres quaderförmiges Wasserbecken ist 22 m lang, 6 m breit und 2 m tief. Beim Füllen des
Beckens fließen in jeder Minute 900 l Wasser in das Becken.
Nach welcher Zeit ist das Becken bis zu einer Höhe von genau 1,50 m gefüllt?
Wir nehmen an, dass der Boden des Wasserbeckens genau waagerecht ist.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 22 · 6 · 1,5 = 22 · 9 = 198 enthält das bis zur Höhe von 1,50 m gefüllte Becken 198 m3 Wasser.
Da 1 m3 = 1000 l sind, enthält das Becken also 198000 l Wasser. Wegen 198000 : 900 = 220 ist es somit
nach genau 220 Minuten bis zur angegebenen Höhe gefüllt.

Aufgabe 210623:
Im Laufe eines Jahres ist in einem Möbelwerk die Zahl der hergestellten Tische monatlich um 10
angewachsen. Im Laufe des ganzen Jahres wurden 1920 Tische hergestellt.
a) Wie viel Tische wurden im Monat Juni hergestellt ?
b) Wie viel Tische wurden im Monat Dezember hergestellt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


In dem Betrieb wurden im Februar 10, im März 20, ..., im Juni 50, ..., im Dezember 110 Tische mehr
hergestellt als im Monat Januar. Wegen

10 + 20 + 30 + 40 + 50 + 60 + 70 + 80 + 90 + 100 + 110 = 660

sind das insgesamt 660 Tische mehr, als wenn die Produktionssteigerung nicht erfolgt wäre, d. h. in allen
12 Monaten gleich viele Tische hergestellt worden wären, ebensoviele wie im Januar.
Wegen 1920 - 660 = 1260 und 1260 : 12 = 105 wurden im Januar somit 105 Tische produziert.

a) Aus 105 + 50 = 155 folgt, dass im Juni 155 Tische angefertigt wurden.
b) Wegen 105 + 110 = 215 wurden im Dezember 215 Tische hergestellt.

Aufgabe 220623:
Die Zahl 32 soll in eine Summe aus vier natürlichen Zahlen zerlegt werden, von denen folgende
Eigenschaft gefordert wird.
Wenn man zum ersten Summanden 3 addiert, vom zweiten 3 subtrahiert, den dritten mit 3 multi-
pliziert und den vierten durch 3 dividiert, dann sind die vier Ergebnisse, die man erhält, alle gleich
groß.
Nenne vier derartige Summanden!
Überprüfe, dass sie alle Forderungen erfüllen! Beweise, dass die Forderungen durch keine anderen
Summanden erfüllt werden können!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Geeignete Summanden sind 3, 9, 2 und 18 in dieser Reihenfolge; denn es gilt 3 + 9 + 2 + 18 = 32 sowie

50
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

3 + 3 = 9 − 3 = 2 · 3 = 18 : 3 = 6.

Wäre der erste Summand eine kleinere (bzw. eine größere) Zahl als 3, so ergäbe sich durch Addition von
3 eine kleinere (bzw. eine größere) Zahl als 6. Dann müsste der zweite Summand kleiner (bzw. größer)
als 9, der dritte kleiner (bzw. größer) als 2 und der vierte kleiner (bzw. größer) als 18 sein. Hiernach wäre
die Summe kleiner (bzw. größer) als 32, was der Forderung der Aufgabe widerspricht.

Also muss der erste Summand gleich 3 sein, woraus folgt, dass auch für die übrigen Summanden keine
anderen Zahlen als die oben angegebenen den Forderungen der Aufgabe entsprechen können.

Aufgabe 240624:
Rita experimentiert mit einer Balkenwaage.
(Mit einer solchen Waage kann man feststellen, ob der Inhalt einer Waagschale soviel wiegt wie der
Inhalt der anderen Waagschale oder welcher dieser beiden Inhalte mehr wiegt als der andere.)
Rita hat 17 Kugeln, 6 Würfel und 1 Pyramide. Sie stellt fest:

(1) Jede Kugel wiegt soviel wie jede der anderen Kugeln.
(2) Jeder Würfel wiegt soviel wie jeder der anderen Würfel.
(3) Die Pyramide und 5 Würfel wiegen zusammen soviel wie 14 Kugeln.
(4) Ein Würfel und 8 Kugeln wiegen zusammen soviel wie die Pyramide.

Rolf fragt Rita, nachdem sie diese Feststellungen erhalten hat:


Wie viele Kugeln wiegen soviel wie die Pyramide?“

Beweise, dass man Rolfs Frage bereits eindeutig mit Hilfe der Feststellungen (1), (2), (3), (4) beant-
worten kann, ohne dass ein nochmaliges Wägen nötig ist! Wie lautet die Antwort?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ist k, w bzw. p das Gewicht einer Kugel, eines Würfels bzw. der Pyramide, so folgt aus (1) und (2), dass
jede Kugel das Gewicht k und jeder Würfel das Gewicht w hat. Aus (3) und (4) folgt ferner

p + 5w = 14k (5)
w + 8k = p. (6)

Wegen (6) besagt (5) w + 8k + 5w = 14k, also 6w = 6k und folglich w = k. Hiernach ergibt sich aus (6)
9k = p.
Damit ist bewiesen, dass man Rolfs Frage eindeutig mit Hilfe der Feststellungen (1), (2), (3), (4) beant-
worten kann. Die Antwort lautet: 9 Kugeln wiegen soviel wie die Pyramide.

Aufgabe 280622:
Frau Müller und ihre Tochter Michaela, Frau Beyer und ihre Söhne Jan und Gerd sowie Frau Schulz
mit ihren Kindern Steffi und Jens besuchen gemeinsam eine Veranstaltung. Frau Müller kauft die
Eintrittskarten für alle und bezahlt 22 Mark.
Wie viel Geld müssen Frau Beyer und Frau Schulz der Frau Müller geben, um die Eintrittskarten
für sich und ihre Kinder zu bezahlen, wenn für Michaela, Jan, Gerd, Steffi und Jens jeweils nur der
halbe Eintrittspreis wie für einen Erwachsenen entrichtet werden musste?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Frau Müller kauft Eintrittskarten für 3 Erwachsene und 5 Kinder. Weil Kinder nur halbe Preise zahlen,
zahlt Frau Müller (wegen 3 · 2 = 6 und 6 + 5 = 11) soviel an Eintritt, wie für 11 Kinder zu zahlen wäre.
Hieraus folgt wegen 22 : 11 = 2, dass für jedes Kind 2 Mark zu entrichten sind.

51
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Wegen 2·2 = 4 kostet der Eintritt für einen Erwachsenen 4 Mark. Frau Beyer hat somit (wegen 1·4+2·2 =
8) an Frau Müller 8 Mark zu bezahlen, ebenso Frau Schulz.

Aufgabe 320624:
Ein rechteckiges Kinderzimmer ist 4 m und 40 cm lang sowie 3 m und 30 cm breit. Es hat genau
eine Tür, diese ist 90 cm breit. Thomas will an die Wände dieses Zimmers eine neue Fußboden-
leiste anbringen. Er berechnet durch Berücksichtigung der genannten Maßangaben die erforderliche
Gesamtlänge an Leistenholz.
Das laufende Meter Leistenholz kostet 5 DM. Thomas kauft die von ihm berechnete Gesamtlänge
und bezahlt mit einem Hundertmarkschein.
Wie viel Geld erhält er zurück?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Thomas berechnet unter Berücksichtigung der Länge a = 4,40 m, der Breite b = 3,30 m des Zimmers
und der Türbreite t = 0,90 m die erforderliche Gesamtlänge 2a + 2b − t = 8,80 m + 6,60 m - 0,90 m =
14,50 m.
Hierfür sind 5 · 14,50 DM = 72,50 DM zu zahlen. Also erhält Thomas 100 DM - 72,50 DM = 27,50 DM
zurück.

Aufgabe 340623:
Nach folgenden Regeln lässt sich ein Zahlenzug“ bilden:

- Im ersten Waggon“ steht eine natürliche Zahl größer als 1.

- Steht in einem Waggon“ eine gerade Zahl, so steht im nächsten Waggon“ die halb so große Zahl.
” ”
- Steht in einem Waggon“ eine ungerade Zahl größer als 1, so steht im nächsten Waggon“ die um
” ”
1 kleinere Zahl.
- Steht in einem Waggon“ die Zahl 1, so ist der Zahlenzug“ mit diesem Waggon“ beendet.
” ” ”

a) Nenne alle diejenigen Zahlenzüge“, die aus genau 4 Waggons“ bestehen!


” ”
Begründe auch, dass deine Aufzählung vollständig ist!
b) Welches ist die größtmögliche Zahl, die im ersten Waggon“ eines Zahlenzuges“ vorkommen kann,
” ”
der aus genau 7 Waggons“ besteht?

Nenne einen solchen Zahlenzug“ mit dieser Anfangszahl und zeige, dass eine größere Anfangszahl

nicht möglich ist!
c) Welches ist die kleinstmögliche Zahl, die im ersten Waggon“ eines Zahlenzuges“ vorkommen
” ”
kann, der aus genau 7 Waggons“ besteht? Nenne einen solchen Zahlenzug“ mit dieser Anfangszahl
” ”
und zeige, dass eine kleinere Anfangszahl nicht möglich ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Für jeden Zahlenzug“ gilt:

Im letzten Waggon“ steht eine 1. Steht in einem Waggon“ eine ungerade Zahl, so steht im vorangehenden
” ”
Waggon“ das Doppelte. Steht aber in einem Waggon“ eine gerade Zahl, so steht im vorangehenden
” ”
Waggon“ entweder die um 1 größere Zahl oder das Doppelte.

(a) Hieraus folgt der Reihe nach:


Im vorletzten Waggon“ steht eine 2, davor entweder eine 3 oder eine 4; vor der 3 steht eine 6; vor der 4

steht entweder eine 5 oder eine 8.
Damit ist als vollständige Aufzählung der Zahlenzüge“ aus genau 4 Waggon“ begründet:
” ”
(6, 3, 2, 1), (5, 4, 2, 1), (8, 4, 2, 1).

(b) Wählt man bei jeder geraden Zahl die Möglichkeit, als vorangehende Zahl das Doppelte zu nehmen,
so erhält man als Zahlenzug“ aus genau 7 Waggon“: (64, 32, 16, 8, 4, 2, 1).
” ”

52
II.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Da das Verdoppeln einer Zahl, die größer als 1 ist, stets zu einem größeren Ergebnis führt als das Ad-
dieren von 1, ist eine größere Anfangszahl nicht möglich; damit ist als größtmögliche Anfangszahl 64
nachgewiesen.

(c) Im Anschluss an (a) folgt der Reihe nach:


Als fünftletzte Zahl sind genau möglich: Wenn sie ungerade ist, 7 und 9; wenn sie gerade ist, 10, 12, 16;
als sechstletzte Zahl: ungerade 11, 13, 17; gerade 14, 18, 20, 24, 32.
Für die hierzu vorangehende Anfangszahl ist damit als kleinste ungerade Zahl 15, als kleinste gerade
Zahl 22, also insgesamt 15 als kleinstmögliche Anfangszahl nachgewiesen. Der Zahlenzug“ hierzu lautet

(15, 14, 7, 6, 3, 2, 1).

Aufgabe 340633:
Schon vor 5000 Jahren gab es in Ägypten eine weit entwickelte Kenntnis der Bruchrechnung. Dabei
wurden Stammbrüche bevorzugt; das sind Brüche, deren Zähler 1 lautet und deren Nenner eine
natürliche Zahl ist.

(a) Gib je eine Möglichkeit an, wie man die Brüche 27 und 13 3
als Summe von mindestens zwei
unterschiedlichen Stammbrüchen darstellen kann!
Die Anzahl der Summanden ist nicht vorgeschrieben; eine Begründung wird nicht verlangt.
1
(b) Stelle den Bruch 36 derart als Summe von mindestens zwei Stammbrüchen dar, dass einer der
Summanden so groß wie möglich ist! Erkläre, warum kein größerer Summand möglich ist!
(c) Löse dieselbe Aufgabe für n1 statt 36
1
, wo n eine beliebige natürliche Zahl größer als 1 ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Beispiele zu (a) sind etwa:
2 1 1 3 1 1 1
= + ; = + +
7 4 28 13 6 26 39
(b),(c) Es gilt
1 1 37 − 36 1 1 1 1
− = = , also = +
36 37 36 · 37 3332 36 37 3332
1 1 n+1−n 1 1 1 1
− = = , also = +
n n+1 n · (n + 1) n(n + 1) n n + 1 n(n + 1)
1 1
Dabei hat der Summand 37 (bzw. der Summand n+1 die verlangte Eigenschaft, dass kein größerer Stamm-
bruch Summand in einer solchen Darstellung sein kann.

Beweis:
Unter den natürlichen Zahlen ist 37 (bzw. n + 1) die nächstgrößere zu 36 (bzw. zu n), d. h.: Es gibt unter
den natürlichen Zahlen, die größer als 36 (bzw. als n) sind, keine kleinere als 37 (bzw. n + 1).
Daraus folgt:
Es gibt unter den Stammbrüchen, die (in einer gesuchten Darstellung als Summand auftreten und daher)
1
kleiner als 36 (bzw. als n1 ) sein müssen, keinen größeren als 37
1 1
(bzw. n+1 ).

Aufgabe 340634:
Vera erzählt ihrer Freundin Ute, sie habe die Kantenlänge eines Quaders gemessen und dabei folgendes
bemerkt:

(1) Eine der Kanten ist doppelt so lang wie eine andere der Kanten.
(2) Die Summe der Längen aller zwölf Kanten des Quaders beträgt 320 cm.
(3) Genau zwei der sechs Seitenflächen des Quaders sind Quadrate.

Ute meint, durch diese Angaben sei eindeutig bestimmt, welche Kantenlängen bei diesem Quader
auftreten.

53
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Untersuche, ob Utes Meinung wahr ist!


Wenn sie wahr ist, gib die Kantenlängen an; wenn sie nicht wahr ist, gib alle Möglichkeiten an, die
es für die Kantenlängen eines Quaders gibt, auf den Veras Angaben zutreffen!

Hinweis: Bei der Angabe der Kantenlängen eines Quaders brauchst du natürlich nicht zwölf Kan-
tenlängen anzugeben, sondern es genügen die Längen etwa der drei Kanten, die an der Ecke des
Quaders zusammentreffen.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


I. Wenn a, b, c die Maßzahlen der in cm gemessenen Längen von drei an einer Ecke zusammentreffenden
Kanten eines Quaders sind, auf den Veras Aussagen (1), (2), (3) zutreffen, so folgt:

Nach (3) sind genau zwei der a, b, c einander gleich; die Bezeichnungen lassen sich so wählen, dass b = c
gilt.
Nach (2) und weil jede der Kantenlängen a, b, c genau 4 mal vorkommt, folgt daher a + 2b = 320 : 4 = 80.
(4)
Aus (1) folgt ferner: Es gilt entweder a = 2b (5) oder b = 2a. (6)

Gilt (4) und (5), so folgt a + a = 80, also a = 40, b = 20, c = 20. (7)
Gilt aber (4) und (6), so folgt a + 4a = 80, 5a = 80, also a = 16, b = 32, c = 32. (8)

II. Die in (7) genannten Zahlen erfüllen (4) und (5), die in (8) genannten Zahlen erfüllen (4) und (6);
außerdem gilt in beiden Fällen b = c.
Daher treffen in beiden Fällen Veras Aussagen (1), (2), (3) zu.
Mit I. und II. ist gezeigt: Die Kantenlängen eines Quaders sind durch Veras Angaben (1), (2), (3) nicht
eindeutig bestimmt (d. h. Utes Meinung ist nicht wahr), sondern es gibt für die Kantenlängen eines
Quaders, auf den Veras Aussagen zutreffen, genau die beiden Möglichkeiten, dass diese Kantenlängen
entweder 40 cm, 20 cm, 20 cm oder 16 cm, 32 cm, 32 cm betragen.

II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse


I Runde 1

Aufgabe V00601:
Vor dem Zusammenschluss landwirtschaftlicher Einzelbetriebe eines Dorfes zur LPG musste eine
Traktorenbrigade wegen der auseinanderliegenden Felder häufig den Arbeitsplatz wechseln. Sie hatte
dadurch am Tage (8 Std.) 2,3 Stunden Leerlauf je Traktor.
Nach dem Zusammenschluss konnte mit jedem Traktor ohne Unterbrechung auf dem Felde gearbeitet
werden.

a) Wie viel Hektar können mit jedem Traktor je Tag zusätzlich gepflügt werden, wenn in einer Stunde
0,26 ha gepflügt werden?
b) Die Brigade arbeitet mit 5 Traktoren, ziehe die Schlussfolgerung!

Lösung von Steffen Polster:


a) Es werden mit einem Traktor in 2,3 Stunden: 2,3 · 0,26 ≈ 0,6 ha mehr gepflügt.
b) Mit 5 Traktoren sind es somit ≈ 3 ha.

54
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Aufgabe 010612:
Bei den im Oktober 1961 durchgeführten sowjetischen Raketenversuchen lagen bei einer Zielentfer-
nung von etwa 12500 km alle Treffer innerhalb eines Kreises, dessen Radius kleiner als 1 km war.
Wie groß wäre der Radius des Trefferkreises bei einem Schüler, der mit gleicher Treffsicherheit auf
ein 25 m entferntes Ziel einen Schlagball werfen würde?

Lösung von Steffen Polster:


Das Verhältnis des Radius des Trefferkreises und der Entfernung des Zieles entspricht der Treffsicherheit.
D. h., nach der Aufgabenstellung soll das unbekannte Verhältnis x : 25 m den Verhältnis 1 km : 12500
km gleich sein.
1 km
x = 25 m · = 0,002 m = 2 mm
12500 km
Der Trefferkreis des Schülers hätte einen Radius von 2 mm.

Aufgabe 010613:
Ein Trabant“ fährt bei einem Kilometerzählerstand von 17880 km los. Nach der Rückkehr steht sein

Kilometerzähler auf 18030 km. Der Benzinverbrauch betrug 10,5 Liter.

a) Wie viel Kilometer hat der Trabant“ zurückgelegt?



b) Wie viel Liter Treibstoff muss der Fahrer tanken, wenn er eine Strecke von 350 km fahren will?

Lösung von Steffen Polster:


a) Die zurückgelegte Strecke ist gleich 18030 km - 17880 km = 150 km.

b) Für den Benzinverbrauch ergibt sich die Beziehung x : 10,5 l = 350 km : 150 km, d. h. x = 24,5 l.

Aufgabe 020611:
Inge fragt ihren Bruder Klaus, der mit seiner Klasse in den Herbstferien einer LPG bei der Kartof-
felernte geholfen hat, nach dem Ergebnis der Erntehilfe.
Klaus antwortet: Insgesamt wurden 15000 dt Kartoffeln geerntet. 15 dieser Menge sammelten wir

Schüler, 13 dieser Menge wurde von einigen Genossenschaftsbauern mit der Kartoffelkombine geerntet,
den Rest sammelten die anderen Genossenschaftsbauern.“
Wie viel Dezitonnen Kartoffeln ernteten
a) die Schüler?
b) die Bauern mit der Kartoffelkombine?
c) die übrigen Genossenschaftsbauern?

Lösung von Steffen Polster:


a) Die Schüler sammelten 15 · 15000 dt = 3000 dt Kartofellen.
b) Die Bauern mit der Kartoffelkombine sammelten 13 · 15000 dt = 5000 dt Kartoffeln.
c) Der Rest beträgt 15000 − 3000 − 5000 = 7000 dt.

Aufgabe 020612:
Von den bisher festgesetzten 296 Minuten wurden im Rahmen des Produktionsaufgebotes von den
Arbeitern des VEB Druck- und Prägemaschinen Berlin bei einem Arbeitsgang 96 Minuten eingespart.
Das macht je hergestellte Maschine 2,40 DM aus.

a) Wie groß ist die Einsparung, wenn 60 Prägemaschinen hergestellt werden?


b) Infolge des Produktionsaufgebotes konnten sogar 83 statt 60 Maschinen in der gleichen Zeit her-
gestellt werden. Wie groß ist dabei die Einsparung?

55
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Lösung von Steffen Polster:


a) Jede Maschine spart 2,40 DM, d. h. insgesamt werden 60 · 2,40 DM = 144 DM eingespart.
b) Werden 83 Maschinen verwendet, steigt die Einsparung auf 83 · 2,40 DM = 199,20 DM.

Aufgabe 030611:
Für kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke gab unsere Regierung im Jahre 1958 rund 15
Milliarden DM aus. Im Jahre 1962 war die entsprechende Summe um ein Drittel höher als 1958.

a) Wie viel DM wurden in der DDR im Jahre 1962 für die genannten Zwecke ausgegeben?
b) Wie viel DM waren das in beiden Fällen je Kopf unserer Bevölkerung, wenn man jeweils eine
Einwohnerzahl von rund 17 Millionen annimmt?

Lösung von Steffen Polster:


a) Ein Drittel mehr als 15 Milliarden DM sind 43 · 15 Milliarden = 20 Milliarden DM, die 1962 für
kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke ausgegeben wurden.

b) Im Jahr 1958 waren es 15000000000


17000000 DM ≈ 882 DM, d. h. rund 900 DM.
Im Jahr 1962 waren es dagegen 1176 DM, das sind rund 1200 DM.

Aufgabe 030612:
Eine Pioniergruppe fuhr um 16.00 Uhr mit einem Autobus aus der Stadt in ein Ferienlager.
Als sie neun Zehntel des Weges zurückgelegt hatten, mussten die Pioniere 2 km vor dem Lager
aussteigen, weil der Bus den Waldweg, der zum Lager führte, nicht mehr befahren konnte. Für den
Rest des Weges benötigten sie eine halbe Stunde und trafen um 17.00 Uhr im Lager ein.
Mit welcher Geschwindigkeit fuhr der Bus? (Wie viel Kilometer legte er in einer Stunde zurück?)

Lösung von Steffen Polster:


1 9
Da 10 des Weges 2 km beträgt, wurde, wenn der Bus 10 der Strecke in 30 Minuten fährt, eine Strecke
von 18 km zurückgelegt. Das sind 36 km in einer Stunde.

Aufgabe 040611:
In 2 Minuten greifen und befördern 3 Bagger 108 m3 Erde. Ein Erdarbeiter kann an einem
achtstündigen Arbeitstag 5 m3 Erde ausheben.
Verschaffe dir eine Vorstellung von der Leistungsfähigkeit eines solchen Baggers, indem du ausrech-
nest, wie viel Erdarbeiter erforderlich wären, um einen Bagger zu ersetzen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es wären 1728 Erdarbeiter erforderlich.

Aufgabe 050611:
Aus Leipzig und Dresden (Entfernung 119 km) fahren gleichzeitig zwei Radfahrer ab. Der Radfahrer
aus Leipzig fährt nach Dresden, der aus Dresden nach Leipzig. Der eine von ihnen legt 15 km, der
andere 20 km in der Stunde zurück.

a) Wie groß ist die Entfernung zwischen beiden Radfahrern nach 2 12 Stunden?
b) Wie weit sind sie von beiden Städten entfernt, wenn sie einander treffen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Der eine Radfahrer hat nach 2 21 Stunden insgesamt 2 12 · 20 = 50 km, der andere in der gleichen Zeit
2 21 · 15 = 37,5 km zurückgelegt.

56
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Nach 2 12 Stunden beträgt daher ihre Entfernung voneinander (in Kilometern) 119 · (50 + 37,5) = 31,5.

b) In 15 Stunde, also in 12 min fährt der eine Radfahrer 3 km, der andere 4 km. Beide legen also in 12
min zusammen 7 km zurück. Daher treffen sie einander nach 119 7 · 12 = 17 · 12 min.
In dieser Zeit hat der eine Radfahrer 17 · 3 km, der andere 17 · 4 km zurückgelegt. Der Treffpunkt liegt
also 51 km von der einen und 68 km von der anderen Stadt entfernt.

Aufgabe 090612:
In den Ferien war Klaus auf dem Lande. Aus seinen Beobachtungen ergab sich folgende Scherzaufgabe:

1 12 Hühner legen in 1 12 Tagen 1 21 Eier


Ermittle die Anzahl aller Eier, die bei gleicher Legeleistung 7 Hühner in 6 Tagen legen würden!

Lösung von Steffen Polster:


Wenn 1 21 Hühner in 1 12 Tagen 1 21 Eier legen, so legen sie in 6 Tagen das Vierfache (1 12 · 4 = 6), d. h. 6
Eier.
7 Hühner sind das 14 1 14 1
3 -fache von 1 2 Hühner, da 3 · 1 2 = 7 ist. Damit legen die 7 Hühner in 6 Tagen
14
3 · 6 = 28 Eier.

Aufgabe 140613:
Ein Radfahrer fuhr mit gleichbleibender Geschwindigkeit auf einer Straße von A nach B. Er startete
in A um 6.00 Uhr und legte in jeder Stunde 12 km zurück. Ein zweiter Radfahrer, der denselben Weg
von A nach B ebenfalls mit gleichbleibender Geschwindigkeit fuhr, startete am selben Tag um 7.00
Uhr in A und legte in jeder Stunde 15 km zurück. Er traf mit dem ersten Radfahrer zur gleichen Zeit
in B ein.

a) Um wie viel Uhr holte der zweite Radfahrer den ersten ein?
b) Wie lang ist der Weg von A nach B?

Lösung von Steffen Polster:


Der erste Radfahrer benötigte für die Strecke t Stunden, der zweite t − 1 Stunden, da er eine Stunden
später losfuhr. Die Strecken = Geschwindigkeit · Zeit sind für beide gleich, d. h. mit v in km
h

t · 12 = (t − 1) · 15 → 12t = 15t − 15 → 3t = 15 → t=5

Der erste Radfahrer für 5 Stunden, der zweite 4 Stunden, d. h., er holt ihn nach 4 Stunden ein.
Die Strecke ist damit 5 · 12 = 4 · 15 = 60 km.

Aufgabe 160612:
Knut ist ein sehr trainierter Radfahrer. Bei einem Ausflug legte er auf seinem Fahrrad in der Minute
durchschnittlich 320 m zurück.
Er fuhr um 7.00 Uhr mit seinem Rad ab und erreichte um 11.00 Uhr sein Ziel. Von 9.00 Uhr bis 9.20
Uhr hatte er gerastet, in der übrigen Zeit ist er ununterbrochen gefahren.
Wie lang (in km) ist die dabei von Knut insgesamt zurückgelegte Strecke?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Zeit von 7.00 Uhr bis 11.00 Uhr beträgt 4 Stunden, das sind 240 Minuten. Die Rastzeit beträgt 20
Minuten, die Fahrzeit also 220 Minuten.

Wegen 220 · 320 = 70400 ist die von Knut insgesamt zurückgelegte Strecke mithin 70400 m = 70,4 km
lang.

57
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Aufgabe 170611:
In der DDR wurden folgende Mengen von Stickstoffdüngemitteln (in t) produziert
1950 1960 1970 1974
231000 334000 395000 424000
Dabei wurden die Ergebnisse von Jahr zu Jahr gesteigert.
Berechne, um wie viel Tonnen die Stickstoffdüngemittelproduktion im Durchschnitt jährlich gesteigert
wurde:
a) von 1951 bis 1960
b) von 1961 bis 1970
c) von 1971 bis 1974!

Lösung von Steffen Polster:


a) Von 1950 bis 1960 wurde das Ergebnis um 334000 t - 231000 t = 103000 t gesteigert, d. h. um
103000
231000 · 100% = 44,59 %.
Für 10 Jahre entspricht das einer jährlichen Steigerung von 4,46%.

b) Von 1960 bis 1970 wurde das Ergebnis um 395000 t - 334000 t = 61000 t gesteigert, d. h. um 18,26 %
und jährlich um 1,83 %.

c) Von 1970 bis 1974 wurde das Ergebnis um 29000 t gesteigert, d. h. um 7,34 % und für 3 Jahre jährlichen
um von 2,45 %.

Aufgabe 170612:
Von zwei Häfen A und B, die durch eine Schiffahrtsroute der Länge 240 km miteinander verbunden
sind, legten gleichzeitig zwei Schiffe ab und fuhren auf dieser Route einander entgegen, jedes für sich
mit gleichbleibender Geschwindigkeit.
Das eine entwickelte eine Geschwindigkeit von 18 km je Stunde. Nach fünfstündiger Fahrt waren die
Schiffe einander noch nicht begegnet; jedoch betrug die Länge des zwischen ihnen liegenden Teils der
Route nur noch 45 km.
Wie viel Kilometer legte das zweite Schiff durchschnittlich in jeder Stunde zurück?

Lösung von Steffen Polster:


Nach 5 Stunden ist das erste Schiff 5 · 18 = 90 km gefahren.
Da die Gesamtstrecke 240 km beträgt und das zweite Schiff nach 5 Stunden nur noch 45 km entfernt ist,
muss es 105 km gefahren sein. Dies entspricht der Geschwindigkeit 1055 hkm = 21 km
h .

Aufgabe 190611:
Von einem Busbahnhof fahren um 12.00 Uhr gleichzeitig vier Busse ab. Die Zeit, die jeweils bis zur
nächsten Rückkehr und anschließenden erneuten Abfahrt vom gleichen Busbahnhof vergeht, beträgt
für den ersten Bus 43 h, für den zweiten Bus 21 h, für den dritten Bus 36 Minuten und für den vierten
Bus 1 Stunde.
Zu welcher Uhrzeit fahren hiernach erstmalig alle vier Busse wieder gleichzeitig von dem Busbahnhof
ab?
Wie viele Fahrten hat jeder der vier Busse bis dahin durchgeführt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Abfahrzeiten lauten
für den ersten Bus: 12.00, 12.45, 13.30, 14.15, 15.00, ...,
für den zweiten Bus: 12.00, 12.30, 13.00, 13.30, 14.00, 14.30, 15.00, ...,
für den dritten Bus: 12.00, 12.36, 13.12, 13.48, 14.24, 15.00, ...,
für den vierten Bus: 12.00, 13.00, 14.00, 15.00, ...,

58
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Daraus ist zu sehen: Die vier Busse fahren erstmalig um 15.00 Uhr wieder gleichzeitig ab. Bis dahin hat
der erste Bus 4 Fahrten, der zweite Bus 6 Fahrten, der dritte Bus 5 Fahrten, der vierte Bus 3 Fahrten,
durchgeführt.

Aufgabe 200612:
Aus dem Wirtschaftsbuch eines Erholungsheimes war ersichtlich, dass man für 25 Urlauber, die 14
Tage lang versorgt wurden, insgesamt 21 kg Butter verbraucht hatte.
Berechne, wie viel kg Butter für 30 Personen, die 6 Tage lang versorgt werden sollen, insgesamt bereit-
gestellt werden müssen, wenn je Person und Tag eine gleichgroße Buttermenge wie im angegebenen
Beispiel verbraucht werden soll!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Für 14 Tage verbrauchten 25 Urlauber 21000 g Butter.
Für 1 Tag verbrauchten 25 Urlauber wegen 21000 : 14 = 1500 also 1500 g Butter.
Für 1 Tag verbraucht 1 Urlauber wegen 1500 : 25 = 60 also 60 g Butter.
Für 1 Tag verbrauchen 30 Urlauber wegen 60 · 30 = 1800 also 1800 g Butter.
Für 6 Tage verbrauchen 30 Urlauber wegen 1800 · 6 = 10800 also 10800 g = 10,8 kg Butter.

Aufgabe 320614:
Ein Radfahrer fährt von Schnellhausen nach Sausedorf, wobei er täglich 36 Kilometer zurücklegt.
Gleichzeitig fährt ihm ein anderer Radfahrer, der täglich 34 Kilometer zurücklegt, von Sausedorf aus
entgegen. Die Entfernung zwischen Schnellhausen und Sausedorf beträgt 350 km.
In wie viel Tagen treffen sich die beiden Radfahrer? Führe auch eine Probe durch.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Entfernung zwischen den beiden Radfahrern betrug anfangs 350 Kilometer. Sie verringerte sich wegen
36km + 34km = 70km täglich um 70 Kilometer. Folglich treffen sich die beiden Radfahrer wegen 350km :
70km = 5 in fünf Tagen.

Zur Probe kann man den von den Radfahrern in fünf Tagen zurückgelegten Weg berechnen:
Wegen 5 · 36km = 180km liegt der Treffpunkt der beiden Radfahrer 180 Kilometer von Schnellhausen
entfernt, und wegen 5 · 34km = 170km beträgt seine Entfernung zu Sausedorf 170 km. Die beiden Weg-
strecken ergeben zusammen die Entfernung Schnellhausen-Sausedorf: 180km + 170km = 350km.

Aufgabe 340611:
Herr Eilig fuhr auf der Autobahn eine Strecke von 475 Kilometern. Er legte diese Strecke in 3 Stunden
und 10 Minuten zurück und verbrauchte dabei 57 Liter Benzin.

a) Wie groß war seine durchschnittliche Geschwindigkeit?


b) Wie viel Benzin hatte er im Durchschnitt für je 100 km verbraucht?
c) Wäre er stattdessen mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 120 km/h gefahren, so hätte
er für je 100 km nur 8 Liter verbraucht.

Welche Strecke hätte er bei der Durchschnittsgeschwindigkeit 120 km/h mit dem gesparten Benzin
noch fahren können?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Da Herr Eilig für 475 Kilometer 3 Stunden und 10 Minuten, d. h. 19 mal 10 Minuten brauchte, fuhr er
in je 10 Minuten durchschnittlich 475 : 19 = 25 Kilometer, in jeder Stunde also 6 · 25 = 150 Kilometer;
d. h., seine durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 150 km/h.

59
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

b) Da er für die 475 = 25 · 19 Kilometer 57 = 3 · 19 Liter Benzin brauchte, waren es für je 25 Kilometer
durchschnittlich 3 Liter, also für je 100 Kilometer viermal so viel, d. h. 12 Liter.

c) Hätte er für je 100 Kilometer nur 8 Liter gebraucht, so hätte er in je 100 Kilometern noch 4 Liter
übrig behalten. Da das die Hälfte von 8 Litern ist, hätte er zu der insgesamt gefahrenen Strecke von 475
Kilometern zusätzlich noch eine halb so lange Strecke fahren können.
Wegen 475 = 474 + 1 und 474 : 2 = 237 sind das 237 Kilometer und ein halber Kilometer (500 Meter).

II Runde 2

Aufgabe 010621:
Bei einem Probeflug auf der Strecke Moskau–Mirny (sowjetische Südpolarstation) überquerten zwei
sowjetische Flugzeuge vom Typ AN-10“ und IL-18“ Europa, Asien, Australien, die Antarktis, den
” ”
Indischen Ozean und den Stillen Ozean.
Die AN-10 legte die gewaltige Strecke von 25300 km in 48 h und 7 min, die IL-18 in 44 h und 36 min
zurück.
Welche Strecke überflogen die beiden Flugzeuge durchschnittlich in 1 Stunde?

Lösung von Steffen Polster:


Die Durchschnittsgeschwindigkeit erhält man als Quotienten der Strecke und der Flugzeit. Es wird damit
für die AN-10:
25300 km km
7 = 525,8
48 60 h h
und für die IL-18:
25300 km km
36 = 567,3
44 60 h h
Die Maschinen flogen durchschnittlich rund 526 km bzw. 567 km in einer Stunde.

Aufgabe 010622:
2 1
Eine Expedition legte am ersten Tage 5 des Weges, am zweiten Tage 3 des Weges und am dritten
Tag die restlichen 1000 km zurück.

a) Welche Strecken wurden an den beiden ersten Tagen zurückgelegt?


b) Wie groß war die Gesamtstrecke?

Lösung von Steffen Polster:


An Tag 1 und 2 wurden 25 + 13 = 11
15 des Weges zurückgelegt. Die 1000 km des dritten Tages sind somit
4 1
15 des ganzen Weges. 15 des Weges sind folglich 250 km.

a) Am ersten Tag wurden 6 · 250 km = 1500 km und am zweiten Tag 5 · 250 km = 1250 km zurückgelegt.
b) Die Gesamtstrecke ist 3750 km lang.

Aufgabe 020621:
Bei dem Gruppenflug der sowjetischen Kosmonauten Nikolajew und Popowitsch umkreisten die
Raumschiffe Wostok III und Wostok IV in rund 88 Minuten einmal die Erde (rund 41 000 km).

a) Welche Strecke legte jedes Raumschiff in einer Stunde zurück?


b) Welche Strecke legte es in jeder Sekunde zurück?
Die Ergebnisse sind sinnvoll zu runden!

60
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Lösung von Steffen Polster:


a) Die Strecke entspricht 66 66
80 der Erdumkreisung, d. h. 80 · 41000 km ≈ 28000 km.
41000
b) 60 Minuten bestehen aus 3600 Sekunden, d. h., in einer Sekunde legt das Raumschiff 3600 km ≈ 7,8
km zurück.

Aufgabe 020622:
Beim Werkunterricht benutzt Regine eine Tischbohrmaschine. Sie weiß, dass der Bohrer bei jeder
Umdrehung 14 mm tief in das Werkstück eindringt.
Sie soll ein Werkstück von 30 mm Dicke durchbohren. Die Bohrmaschine macht in einer Minute 240
Umdrehungen.
In welcher Zeit kann Regine eine Bohrung durchführen?

Lösung von Steffen Polster:


30 mm
Für 30 mm Tiefe benötigt der Bohrer 1 = 120 Umdrehungen und somit ein halbe Minute = 30 s.
4 mm

Aufgabe 030621:
Schallwellen legen in der Luft in einer Sekunde eine Strecke von rund 340 m zurück, die Rundfunk-
wellen dagegen rund 300000 km.
Wer hört einen vor dem Mikrophon sprechenden Redner früher,

a) ein Zuhörer in der ersten Reihe im Saal, der 2 m vom Redner entfernt sitzt, oder
b) ein Rundfunkhörer, der die Sendung in einer Entfernung von 1000 km mit Kopfhörern abhört?
Begründe deine Antwort.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1
Da die Schallwellen für eine Strecke von 2 m rund 170 Sekunde benötigen, die Rundfunkwellen aber für
1
1000 km nur 300 Sekunde brauchen, hört der Rundfunkhörer den Redner etwas früher.

Aufgabe 070624:
Von den Teilnehmern einer Schule eines Landkreises an der 1. Stufe der Mathematikolympiade wurden
3
genau 40 zur 2. Stufe delegiert. Von diesen Schülern erhielten bei der 2. Stufe (Kreisolympiade) genau
2
9 Preise oder Anerkennungsschreiben.

Einen ersten Preis in seiner Klassenstufe erhielt genau ein Schüler, genau ein weiterer Schüler er-
hielt in seiner Klassenstufe einen zweiten Preis, genau zwei weitere bekamen dritte Preise. Außerdem
wurden genau vier anderen Schülern dieser Schule für besonders gute Lösungen einer Aufgabe Aner-
kennungsschreiben überreicht.

Gib die Anzahl aller Teilnehmer dieser Schule an der 1. Stufe der Mathematikolympiade an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Schüler mit Preisen oder Anerkennungsschreiben:

8 Schüler = 29 der Teilnehmer an der 2. Stufe. Daraus folgt:


4 Schüler = 49 der Teilnehmer an der 2. Stufe und
36 Schüler = 99 , (das sind alle Teilnehmer dieser Schule an der 2. Stufe)

3
Laut Aufgabe gilt weiterhin: 36 Schüler = 40 der Teilnehmer an der 1. Stufe also
40
480 Schüler = 40 (das sind alle Teilnehmer dieser Schule an der 1. Stufe). Genau 480 Schüler dieser Schule
beteiligten sich an der 1. Stufe der Mathematikolympiade.

61
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Aufgabe 080624:
Drei Freunde bereiten sich auf die Kleine Friedensfahrt“ vor. Sie trainieren auf einer Rundstrecke.

Ihr Start erfolgt zur gleichen Zeit und in gleicher Richtung an der Startlinie S. Manfred legte die
erste Runde in genau 3 Minuten, Klaus in genau 3 34 Minuten und Helmut in genau 5 Minuten zurück.

a) Nach wie viel Minuten würden die drei Freunde erstmalig die Startlinie S wieder gleichzeitig
erreichen, wenn wir annehmen, dass Manfred für alle weiteren Runden je Runde genau 3 Minuten,
Klaus genau 3 43 Minuten und Helmut genau 5 Minuten brauchten?
b) Wie viel Runden hätte jeder von ihnen bis dahin zurückgelegt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(a) Nach 15 Minuten würden die drei Freunde unter den Bedingungen der Aufgabe erstmalig wieder
gleichzeitig die Startlinie S erreichen.

Beweis hierzu: Helmut brauchte für jede Runde genau 300 Sekunden, Klaus genau 225 Sekunden und
Manfred genau 180 Sekunden. Das kgV von 225, 300 und 180 beträgt 900, und 900 Sekunden sind gleich
15 Minuten.

(b) In 15 Minuten würden Helmut genau 3, Klaus genau 4 und Manfred genau 5 Runden zurücklegen.

Aufgabe 090624:
Jürgen und seine jüngere Schwester Elke haben den gleichen Schulweg. Elke braucht vom Elternhaus
bis zum Schultor genau 30 Minuten, Jürgen genau 20 Minuten. An einem Tage ging Elke genau 5
Minuten vor Jürgen aus dem Haus.

Nach wie viel Minuten holte Jürgen seine Schwester ein?


(Es sei angenommen, dass jeder von beiden mit gleichbleibender Geschwindigkeit ging.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1 1
Laut Aufgabe legt Elke in jeder Minute genau 30 des Schulweges, Jürgen in jeder Minute genau 20 des
gleichen Weges zurück. Da Elke 5 Minuten vor Jürgen losgegangen ist, hat sie vor Jürgen in dieser Zeit
5 10
einen Vorsprung von 30 = 60 des Weges.

1 1 1 1
Wegen 20 − 30 = 60 verringert sich dieser Vorsprung in jeder Minute um 60 des Gesamtweges.
1
Die gesuchte Anzahl der Minuten bis zum Einholen kann also nur diejenige Zahl sein, mit der man 60
10
multiplizieren muss, um 60 zu erhalten. Das ist die Zahl 10.
Jürgen holt unter den angegebenen Umständen seine Schwester in genau 10 Minuten ein.

Aufgabe 100622:
Die sowjetischen Raumschiffe Sojus 6, Sojus 7 und Sojus 8 umkreisten im Gruppenflug die Erde.
Dabei brauchte die Gruppe der drei Raumschiffe für jede Umkreisung durchschnittlich 88 Minuten
und legte in dieser Zeit rund 41000 km zurück.
Berechne die Länge des Weges, den die Raumschiffgruppe während ihres Fluges durchschnittlich

a) in jeder Stunde,
b) in jeder Sekunde zurücklegte!

62
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Bei der Aufgabe a) soll die Angabe in Kilometern erfolgen und auf volle Tausend Kilometer gerundet
werden, bei Aufgabe b) soll die Angabe in Metern erfolgen und auf volle Hundert Meter gerundet
werden.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Da die Raumschiffgruppe in 88 Minuten durchschnittlich 41000 km zurücklegte, legte sie in jeder
Minute wegen 41000 : 88 ≈ 466 rund 466 km, in 60 Minuten also rund 60 · 466 km, das sind rund 28000
km zurück.

b) Da die Raumschiffgruppe in jeder Minute 466 km = 466000 m zurücklegte, legte sie in jeder Sekunde
den 60. Teil davon, also wegen 466000 : 60 = 7767 rund 7800 m zurück.

Aufgabe 120624:
Manfred berichtete im Zirkel Junger Mathematiker von einem Besuch des Rostocker Überseehafens:

Ich habe dort insgesamt 21 Schiffe aus fünf verschiedenen Ländern gesehen. Die Anzahl der Schiffe

aus der DDR war halb so groß wie die aller im Hafen liegenden ausländischen Schiffe. Diese kamen
aus der Sowjetunion, der Bulgarischen Volksrepublik, aus Finnland sowie aus Indien.
Dabei war die Anzahl der sowjetischen Schiffe um zwei größer als die der bulgarischen, diese wieder
um eins größer als die der finnischen, diese schließlich um zwei größer als die der indischen Schiffe.“

Ermittle die Anzahl der Schiffe aus der DDR, aus der Sowjetunion, der Bulgarischen Volksrepublik,
aus Finnland und aus Indien, die Manfred in Rostock gesehen hat!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Anzahl der in der DDR beheimateten Schiffe beträgt laut Aufgabe 31 der Gesamtzahl, also stammten
7 Schiffe aus der DDR. Die restlichen 14 Schiffe stammten aus den anderen vier Ländern.

Nun hat Manfred laut Aufgabe mindestens 1 indisches Schiff sowie infolgedessen mindestens 3 finnische,
4 bulgarische und 6 sowjetische Schiffe gesehen. Da das zusammen bereits 14 Schiffe sind, sind damit die
gesuchten Anzahlen gefunden.

Aufgabe 140624:
Ein Radfahrer fuhr mit gleichbleibender Geschwindigkeit auf einer Straße von A nach B. Er startete
in A um 6.00 Uhr und legte in jeder Stunde 14 km zurück. Ein zweiter Radfahrer fuhr auf derselben
Straße mit gleichbleibender Geschwindigkeit von B nach A. Er startete am selben Tag um 8.00 Uhr
in B und legte in jeder Stunde 21 km zurück.
Beide Radfahrer begegneten sich genau am Mittelpunkt der Strecke von A nach B.

Um wie viel Uhr begegneten sie sich? Wie lang ist die Strecke von A nach B?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der erste Radfahrer war um 8.00 Uhr genau zwei Stunden gefahren und hatte dabei eine Strecke von 28
km zurückgelegt.
Von diesem Zeitpunkt an legte der zweite Radfahrer in jeder Stunde genau 7 km mehr zurück als der
erste.
Da sie sich genau am Mittelpunkt der Strecke von A nach B trafen, geschah das wegen 28 : 7 = 4 genau
4 Stunden nach Abfahrt des zweiten Radfahrers, also um 12.00 Uhr.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte wegen 6·14 = 84 bzw. 4·21 = 84 jeder von beiden genau 84 km zurückgelegt.

63
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Die Länge der Strecke von A nach B beträgt wegen 2 · 84 = 168 mithin 168 km.

Aufgabe 150621:
Ein sowjetischer Hubschrauber vom Typ Mi-10 kann eine Nutzlast von 15000 kp befördern.
Bei einem Transport von Sperrgut mit drei Hubschraubern dieses Typs wurde der erste Hubschrauber
zu 31 , der zweite zu 78 und der dritte zu 53 seiner Tragfähigkeit ausgelastet.
Ermittle das Gesamtgewicht des in diesem Transport von den drei Hubschraubern beförderten Sperr-
gutes!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der erste Hubschrauber beförderte 13 von 15000 kp, das sind 5000 kp. Der zweite beförderte damit 13125
kp; der dritte beförderte 9000 kp.
Das Sperrgut hatte somit wegen 5000 + 13125 + 9000 = 27125 ein Gesamtgewicht von 27125 kp.

Aufgabe 160622:
Von zwei Häfen A und B, die durch eine Schiffahrtsroute der Länge 240 km miteinander verbunden
sind, legten gleichzeitig zwei Schiffe ab und fuhren auf dieser Route einander entgegen, jedes für sich
mit gleichbleibender Geschwindigkeit.
Das eine entwickelte eine Geschwindigkeit von 18 km je Stunde. Nach fünfstündiger Fahrt waren die
Schiffe einander noch nicht begegnet; jedoch betrug die Länge des zwischen ihnen liegenden Teils der
Route nur noch 45 km.
Wie viel Kilometer legte das zweite Schiff durchschnittlich in jeder Stunde zurück?

Lösung von Steffen Polster:


Wegen 68 + 76 + 64 + 52 = 260 besitzen die vier Räume eine Gesamtbodenfläche von 260 m2 .
Wegen 260 : 65 = 4 standen für jeden Pionier laut Aufgabe 4 m2 Bodenfläche zur Verfügung. Daher ergab
sich wegen 68 : 4 = 17, 76 : 4 = 19, 64 : 4 = 16 sowie 52 : 4 = 13 folgende Belegung:

Im ersten Raum: 17 Thälmann-Pioniere,


im zweiten Raum: 19 Thälmann-Pioniere,
im dritten Raum: 16 Thälmann-Pioniere,
im vierten Raum: 13 Thälmann-Pioniere,
zusammen also: 65 Thälmann-Pioniere.

Aufgabe 160624:
Ein Kraftfuttergemisch für Zuchteber ist aus Haferschrot, Weizenkleie, Gerstenschrot, Mineralstoffen
1
und Wasser zusammengesetzt, und zwar ist die Hälfte des Gemischs Haferschrot, 10 des Gemischs
1 1
ist Weizenkleie, 4 des Gemischs ist Gerstenschrot, 100 des Gemischs sind Mineralstoffe, der Rest ist
Wasser.
Berechne (in kg) den Anteil an Wasser, den 35 kg dieses Kraftfuttergemischs enthalten!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1
Laut Aufgabe enthalten 35 kg des in der Aufgabe genannten Gemischs wegen 2 · 35 = 17,5 genau 17,5 kg
Haferschrot,
1
wegen 10 · 35 = 3,5 genau 3,5 kg Weizenkleie,
1
wegen 4 · 35 = 8,75 genau 8,75 kg Gerstenschrot,
1
wegen 100 · 35 = 0,35 genau 0,35 kg Mineralstoffe.

Das sind wegen 17,5 + 3,5 + 8,75 + 0,35 = 30,1 insgesamt 30,1 kg. Wegen 35 - 30,1 = 4,9 verbleiben
mithin genau 4,9 kg Wasser als Wasseranteil dieses Kraftfuttergemischs.

64
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Aufgabe 170621:
Eine Expedition von Wissenschaftlern legte am ersten Tag ein Drittel der geplanten Gesamtstrecke,
am zweiten Tag 150 km und am dritten Tag noch einmal ein Viertel der Gesamtstrecke zurück und
erreichte damit den Zielort.
Wie lang war die von der Expedition zurückgelegte Strecke?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Am ersten Tag legte man 13 und am dritten Tag 14 der Gesamtstrecke zurück. Damit wurde wegen
1 1 7 7
3 + 4 = 12 an diesen beiden Tagen 12 der gesamten Strecke bewältigt.

5
Die restlichen 150 km sind also genau 12 der Gesamtstrecke. Wegen 150 : 5 = 30 sind folglich 30 km
1
genau 12 der Gesamtstrecke; diese beträgt demnach 12 · 30km = 360km.

Aufgabe 180621:
a) Die Multispektralkamera MKF-6 von Sojus-22 fotografierte bei jeder Aufnahme ein rechteckiges
Gebiet von 115 km Breite und 165 km Länge.
Berechne den Flächeninhalt eines solchen Gebietes!

b) Während der 83. Erdumkreisung am 20. September 1976 überflog Sojus 22 die DDR in Richtung
von Eisenach nach Pasewalk. Auf einer Landkarte im Maßstab 1 : 700000 hat die dabei überflogene
Strecke eine Länge von 65 cm.
Wie lang ist diese Strecke in Wirklichkeit? (Angabe in km) (Rechnung ohne Berücksichtigung der
Erdkrümmung)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wegen 115 · 165 = 18975 beträgt der Flächeninhalt eines solchen Gebietes 18975 km2 .
b) Wegen 700000 · 65 = 45500000 ist die Strecke in Wirklichkeit 45500000 cm = 455 km lang.

Aufgabe 200621:
Ein Flugzeug, das mit konstanter (gleichbleibender) Geschwindigkeit von A nach B fliegt, war um
10.05 Uhr noch 2100 km, um 11.20 Uhr nur noch 600 km von B entfernt.
Um welche Zeit wird es in B eintreffen, wenn es mit der bisherigen Geschwindigkeit weiterfliegt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Zeit von 10.05 Uhr bis 11.20 Uhr beträgt 1 h 15 min = 75 min.
Wegen 2100 − 600 = 1500 hat das Flugzeug in dieser Zeit 1500 km zurückgelegt. Wegen 75 : 15 = 5
benötigt es für je 100 km also 5 min, wegen 6 · 5 = 30 für die noch zurückzulegenden 600 km mithin 30
min. Daher trifft es 30 min nach 11.20 Uhr, d. h. um 11.50 Uhr in B ein.

Aufgabe 210621:
Ein Güterzug fährt von einer Station A (Kilometer 0) zu einer Station B (Kilometer 60). Beim
Kilometer 15 hält der Zug 30 Minuten lang; in der übrigen Zeit fährt er mit der gleichbleibenden
Geschwindigkeit von 45 Kilometern je Stunde. Um 9.30 Uhr fährt der Zug in A ab.

Lege eine Tabelle an, aus der zu ersehen ist, bei welchem Kilometer sich der Zug zu den Uhrzeiten
alle 10 Minuten nach der Abfahrt (9.40 Uhr, 9.50 Uhr, 10.00 Uhr usw.) befindet!
Begründe diese Kilometerangaben!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bei der Geschwindigkeit von 45 Kilometern je Stunde legt der Zug jeweils in 10 Minuten ein Sechstel der
Strecke 45 km zurück, das sind (wegen 45 : 6 = 7 21 ) jeweils 7 21 km.
Berücksichtigt man noch die Wartezeit, so ergibt sich folgende Tabelle:

65
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

Uhrzeit 9.40 9.50 10.00 10.10 10.20 10.30 10.40 10.50 11.00 11.10
Kilometer 7 12 15 15 15 15 22 12 30 37 12 45 52 12

Aufgabe 230621:
Von einem Milchhof sollen an einem Tag 2200 Kästen mit je 25 Behältern zu 41 Liter Milch, ferner 600
Kästen mit je 24 Flaschen zu 12 Liter und 800 Kästen mit je 12 Beuteln zu 1 Liter Milch ausgeliefert
werden.
Die hierfür insgesamt benötigte Milchmenge wurde in Tankwagen angeliefert, von denen jeder 9000
Liter Milch fasst.

a) Berechne, wie viel Liter Milch insgesamt an diesem Tag ausgeliefert werden sollen!
b) Berechne die kleinstmögliche Anzahl von Tankwagen, die zur Anlieferung der benötigten Milch-
menge insgesamt ausreichend waren!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wegen 2200 · 25 : 4 = 13750, 600 · 24 : 2 = 7200, 800 · 12 · 1 = 9600 und 13750 + 7200 + 9600 = 30550
sollen insgesamt 30550 Liter Milch ausgeliefert werden.
b) Wegen 30550 : 9000 = 3 + 3550
9000 waren für den Abtransport der 30550 Liter Milch vier Tankwagen
ausreichend, aber nicht weniger. Also ist 4 die gesuchte kleinstmögliche Anzahl.

Aufgabe 240623:
Drei Motorradfahrer Rainer, Jürgen und Frank fahren zur gleichen Zeit in Karl-Marx-Stadt an der
gleichen Stelle ab; sie fahren auf der gleichen Straße in Richtung Leipzig.
Rainer legt mit seiner Maschine in je 10 Minuten eine Weglänge von 9 Kilometern zurück, Jürgen
fährt in je 10 Minuten 8 Kilometer, Frank nur 6 Kilometer.
Wie groß sind nach einer Stunde die Weglängen zwischen Rainer und Jürgen, zwischen Rainer und
Frank und zwischen Jürgen und Frank, wenn bis zu diesem Zeitpunkt jeder Fahrer seine Geschwin-
digkeit beibehalten hat?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da eine Stunde das Sechsfache von 10 Minuten ist, legt jeder Fahrer in einer Stunde das Sechsfache der
von ihm in 10 Minuten gefahrenen Weglänge zurück. Daraus folgt:

Rainer fährt wegen 6 · 9 = 54 in einer Stunde 54 km,


Jürgen fährt wegen 6 · 8 = 48 in einer Stunde 48 km,
Frank fährt wegen 6 · 6 = 36 in einer Stunde 36 km.

Somit betragen nach einer Stunde wegen 54 − 48 = 6 bzw. 54 − 36 = 18 bzw. 48 − 36 = 12 die Weglängen
zwischen Rainer und Jürgen 6 km, zwischen Rainer und Frank 18 km, zwischen Jürgen und Frank 12 km.

Aufgabe 340621:
Ein Jogger benötigt im Dauerlauf für 100 m jeweils 20 Sekunden.
a) Welche Stecke schafft er, wenn er dieses Tempo 20 Minuten lang unverändert durchhält?
b) Welche Strecke schafft er, wenn sich in den insgesamt gelaufenen 20 Minuten auch Zeiten befinden,
in denen er für 100 m jeweils 30 Sekunden benötigt, und zwar auf Teilstrecken, die zusammen 1600
m betragen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(a) Da der Jogger in 20 Sekunden 100 m schafft und da 20 Minuten 60 mal so viel Zeit sind wie 20
Sekunden, schafft er in 20 Minuten 60 · 100m = 6000m.

66
II.II Bewegungsgleichungen, Verhältnisse

(b) Während er die 1600 m mit der niedrigeren Geschwindigkeit läuft, braucht er 16 mal so viel Zeit wie
für 100 m, also 16 · 30 Sekunden = 480 Sekunden = 8 Minuten.
Wegen 20 − 8 = 12 bleiben 12 Minuten für die höhere Geschwindigkeit. Da eine Minute 3 mal so viel Zeit
wie 20 Sekunden ist, schafft er in diesen 12 Minuten 3 · 12 · 100m = 3600m.
Insgesamt legt er so 1600m + 3600m = 5200m zurück.

67
III Geometrie
III.I Dreiecke, Geraden, Winkel
I Runde 1

Aufgabe 010616:
Zeichne zwei Nebenwinkel und konstruiere ihre Winkelhalbierenden.
Was für einen Winkel bilden die Winkelhalbierenden? Begründe deine Antwort!

Lösung von Steffen Polster:

β α
2 2

β α

α und β seien die zwei Nebenwinkel mit α + β = 180◦ .


Die Winkel zwischen den Winkelhalbierenden und einem gemeinsamen Schenkel sind somit α
2 bzw. 2.
β

Der Winkel zwischen den zwei Winkelhalbierenden ist damit


α β α+β
+ = = 90◦
2 2 2
d. h. sie bilden einen rechten Winkel.

Aufgabe 020615:
In einer Ebene sollen vier Geraden so gezeichnet werden, dass genau
a) kein Schnittpunkt,
b) 1 Schnittpunkt,
c) 3 Schnittpunkte (zwei Möglichkeiten),
d) 4 Schnittpunkte (zwei Möglichkeiten),
e) 5 Schnittpunkte,
f) 6 Schnittpunkte entstehen!
Wie müssen die Geraden zueinander liegen? Zeichne!

Lösung von Steffen Polster:


Die Geraden müssen für a) zueinander parallel sein, bei b) sich alle in einem Punkt schneiden.
Die Bedingung c) wird erfüllt, wenn entweder drei zueinander parallele Geraden von der vierten Geraden
geschnitten werden oder wenn ein Dreieck von der vierten in einem Eckpunkt berührt wird.
Für die Aufgabe d) können je zwei paarweise parallele Geraden vorliegen oder ein Dreieck von der letzten
Gerade in einem Eckpunkt und der gegenüberliegenden Seite geschnitten werden.
Für Bedingung e) müssen zwei Geraden parallel zueinander sein und bei f) dürfen keine der Geraden
zueinander parallel sein.

a) b) c)

68
III.I Dreiecke, Geraden, Winkel

d) e) f)

Aufgabe 040613:
Eine 6. Klasse stellte verschiedenartige Pappdreiecke her. Die Schüler wollten diese Dreiecke im
Mathematischen Kabinett ihrer Schule in einem Schränkchen aufbewahren, das neun Fächer enthielt.
Jeweils drei Fächer hatten die Schüler für die gleichseitigen Dreiecke, für die nur gleichschenkligen
Dreiecke (d. h. für die nicht gleichseitigen) und für die ungleichschenkligen Dreiecke vorgesehen.
Innerhalb dieser Gruppen sollten die Figuren nämlich noch in spitzwinklige, rechtwinklige und stumpf-
winklige Dreiecke unterteilt werden.

Überprüfe, ob die Anzahl der Fächer richtig gewählt war!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da es keine rechtwinkligen oder stumpfwinkligen Dreiecke gibt, die gleichseitig sind, bleiben 2 Fächer
unbenutzt. Die Anzahl der Fächer hätte also 7 betragen müssen.

Aufgabe 080612:
Berechne die Größe des kleineren der beiden Winkel, die der Stunden- und der Minutenzeiger einer
Uhr um 16 Uhr 40 Minuten miteinander bilden!

Lösung von Steffen Polster:


Der große Zeiger steht auf der 8. Der kleine Zeiger steht zwischen der 4
12 und 5.
11 1
In 60 Minuten bewegt sich der kleine Zeiger jeweils 30◦ . Zum Zeitpunkt
10 2 16:40 Uhr ist er somit 40
60 · 30 = 20 von der 4 in Richtung 5 gewandert,
◦ ◦

bzw. er steht noch 10 vor der 5.



9 3

8 4 Der Winkel zwischen der 5 und der 8 ist ein rechter Winkel, da zwischen
zwei Stundenangaben jeweils 30◦ liegen.
7 5 Damit ist der Winkel zwischen dem großen und dem kleinen Zeiger 90◦ +
6
10◦ = 100◦ .

Aufgabe 260613:
Die Verbindungsstraßen dreier Orte A, B, C bilden ein Dreieck. In der Mitte der Verbindungsstraße
von B nach C liegt ein weiterer Ort D. Von A über B nach C beträgt die Entfernung 25 km, von B
über C nach A dagegen 27 km und von C über A nach B schließlich 28 km.
Eine Pioniergruppe wandert auf den genannten Straßen auf kürzestem Wege vom Ort A zum Ort D.

a) Über welchen der beiden Orte B oder C läuft die Pioniergruppe?


Begründe deine Entscheidung!
b) Wie viel Zeit spart sie gegenüber dem längeren der beiden möglichen Wege von A nach D ein,
wenn sie stündlich 4 km zurücklegt?
c) Wie lang ist der von ihr insgesamt zurückgelegte Weg?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wegen AB + BC = 25 km und AC + BC = 27 km ist AC um 2 km länger als AB. Damit ist wegen

69
III.I Dreiecke, Geraden, Winkel

CD = BD eine Wanderung von A über C nach D um 2 km länger als eine Wanderung von A über B
nach D.
Weil die Pioniergruppe den kürzeren der beiden Wege wählte, läuft sie über den Ort B.

b) Nach den Überlegungen zu a) spart die Pioniergruppe auf dem kürzeren Wege von A nach D gegenüber
dem längeren Wege 2 km ein. Wenn sie stündlich 4 km zurücklegt, benötigt sie für 2 km eine halbe Stunde.
Sie spart damit bei einer Wanderung von A nach D auf dem kürzeren Wege gegenüber einer auf dem
längeren Wege 21 Stunde ein.

c) Würde man hintereinander von A über B nach C, dann von C über A nach B und dann von B über
C nach A laufen, so würde man zweimal den Umfang des Dreiecks ABC durchlaufen und wegen 25 + 28
+ 27 = 80 insgesamt 80 km zurücklegen.

Folglich ist wegen 80 : 2 = 40 der Umfang des Dreiecks ABC gleich 40 km. Subtrahiert man von ihm
AC + BC = 27 km, so verbleibt AB = 40 km - 27 km = 13 km.
Subtrahiert man vom Umfang aber AC + AB = 28 km, so verbleibt BC = 40 km - 28 km = 12 km.
Daher ist BD = 12 km : 2 = 6 km. Der gesuchte Weg beträgt folglich AB + BD = 13 km + 6 km = 19
km.

II Runde 2

Aufgabe 030622:

Spiegel 1
·
0 45◦
α α 30◦
Spiegel 2
1) 2)
Fällt ein Lichtstrahl auf einen ebenen Spiegel, so wird er so reflektiert, dass der Einfallswinkel α und
der Reflexionswinkel α0 gleich groß sind (siehe Abbildung).

a) Konstruiere den Verlauf eines Lichtstrahls, der auf den in der Abbildung 2) dargestellten Winkel-
spiegel unter einem Einfallswinkel von 30◦ fällt!
b) Welchen Winkel bildet der auf den Spiegel 1 einfallende Strahl mit dem vom Spiegel 2 reflektierten?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


D
a) Die folgende Zeichnung stellt den Verlauf
des Lichtstrahles dar. Eine weitere Reflexion
tritt nicht auf, da der bei D reflektierte Licht-
strahl nicht mehr auf den Spiegel 2 trifft. Die
kann man wie folgt beweisen:
Spiegel 1

A Der Einfallswinkel bei A beträgt 30◦ , also auch


· der Reflexionswinkel, und damit ist der Win-
30◦
C kel ∠BAS = 60◦ . Nun ergibt sich nach Innen-
winkelsummensatz im Dreieck 4BAS für den
Winkel ∠ABS:
45◦
S
B Spiegel 2 ∠ABS = 180◦ − 45◦ − 60◦ = 75◦
Der Einfallswinkel ergibt sich als Ergänzung zu 90◦ , also ist der Winkel ∠ABC = 2 · 15◦ = 30◦ als
Summe von Einfalls- und Reflexionswinkel. Im Dreieck 4BSD gilt dann:

∠BDS = 180◦ − ∠ASB − ∠ABS − ∠ABC = 180◦ − 45◦ − 75◦ − 30◦ = 30◦

70
III.I Dreiecke, Geraden, Winkel

Damit beträgt auch β = 30◦ . Dieser Winkel ist kleiner als ∠BSD, weshalb der letzte Lichtstrahl den
Spiegel 1 nicht mehr treffen wird.

b) Gesucht ist Winkel ∠BCA. Nach dem Innenwinkelsummensatz im Dreieck 4ABC ergibt sich:

∠BCA = 180◦ − ∠BAC − ∠ABC = 180◦ − 2 · 30◦ − 30◦ = 90◦

Der gesuchte Winkel ist also ein rechter Winkel.

Aufgabe 040622:
Beim Schnitt zweier Geraden entstehen die Winkel α, β, γ, δ (Abbil- δ
dung). α
Wie groß sind diese Winkel, wenn die ersten drei von ihnen die Win- γ
kelsumme 234◦ haben? β

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Über den Vollwinkel wird δ = 126◦ . Mit den Beziehungen über Scheitel- und Nebenwinkel folgt dann
α = 54◦ , β = 126◦ , γ = 54◦ .

Aufgabe 050622:
g3 g2
Die drei Geraden g1 , g2 und g3 schneiden einander im Punkt M . F E
Dabei entstehen Winkel mit den Maßen α, β, γ, δ, ψ und ω (siehe
Abbildung).
ψ
ω δ D
A α γ g1
Wie groß sind diese 6 Winkelmaße, wenn β
(1) γ + δ + ψ + ω = 252◦ und
(2) α dreimal so groß wie β ist? C
B

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt: α + β + γ + δ + ψ + ω = 360◦
und wegen (1) α + β = 108◦ also wegen (2) 4β = 108◦ , d. h. β = 27◦ und daher wegen (2) α = 81◦ .

Weiter sind Scheitelwinkel, d. h. δ = α = 81◦ und ψ = β = 27◦ . Nach der Nebenwinkelbeziehung wird
(α + β) + γ = 180◦ und somit γ = ω = 72◦ .

Aufgabe 070621:
g1 g2
g3
Die Geraden g1 , g2 , g3 und g4 schneiden einander in der aus γ
der Abbildung ersichtlichen Weise. Von den Größen α, β, γ
und δ der dadurch entstehenden Winkel sei α = 50◦ , β = 130◦ β
und γ = 70◦ . α g4
Ermittle δ! δ

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

71
III.II Vier-, Vielecke

g1 g2 Es gilt mit den Bezeichnungen in der Abbildung


g3 α = α0 als Scheitelwinkelpaar
γ β + β 0 = 180◦ als Nebenwinkelpaar mithin β 0 = 180◦ − β = 50◦ ,
also β 0 = α. Daraus folgt g1 k g2 .
β β0
α0
α γ0
Nun ist ferner: γ = γ 0 als Stufenwinkelpaar an geschnittenen
g4
δ
Parallelen und γ 0 + δ = 180◦ als Nebenwinkel.
Damit wird δ = 180◦ − γ 0 = 110◦ .

Aufgabe 090623:

E
C D

Die Abbildung zeigt drei verschiedene Geraden durch einen Punkt C und eine vierte Gerade, die
nicht durch C geht.
Diese möge die drei erstgenannten Geraden in den Punkten A, B bzw. D schneiden, wobei B zwischen
A und D liegen möge, Punkt E liege auf der Geraden durch A und C so, dass C zwischen A und E
liegt.
Ferner gelte ∠ECD ∼ = ∠ABC.

Beweise, dass ∠BCD ∼


= ∠BAC ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Summe der Winkel ∠ACB und ∠ECD wird von ∠BCD zu 180◦ ergänzt.
Die nach Voraussetzung ihr gleiche Summe der Winkel ∠ACB und ∠ABC wird von ∠BAC zu 180◦
ergänzt (Winkelsumme im Dreieck 4ABC). Daraus folgt die Behauptung ∠BCD ∼
= ∠BAC.

Aufgabe 190621:
Gegeben seien zwei einander schneidende Geraden. Die Größen dreier der dabei entstehenden vier
Schnittwinkel haben die Summe 226◦ .
Ermittle die Größe jedes einzelnen dieser vier Schnittwinkel!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Größen aller vier Schnittwinkel haben die Summe 360◦ . Hiernach und wegen 360 - 226 = 134 hat
einer der Schnittwinkel die Größe 134◦ .
Von den übrigen ist einer der Scheitelwinkel dieses Winkels, hat also ebenfalls die Größe 134◦ . Die anderen
beiden sind jeweils Nebenwinkel des zuerst genannten Winkels. Wegen 180 - 134 = 46 hat daher jeder
von ihnen die Größe 46◦ .
Die gesuchten Größen sind mithin: 131◦ , 46◦ , 131◦ und 46◦ .

III.II Vier-, Vielecke


I Runde 1

72
III.II Vier-, Vielecke

Aufgabe V00603:
Um ein Schwimmbad mit der Beckengröße 50 m mal 30 m wird ein 1,20 m breiter Weg mit Zement-
platten ausgelegt.
Wie viel Platten sind erforderlich, wenn die Maße der Platten 30 cm mal 30 cm betragen?

Lösung von Steffen Polster:

Die auszulegende Fläche ist die Differenz der zwei Rechtecke


(siehe Abildung). Damit wird für den Flächeninhalt
30 m 32,4 m
F = 52,4 m · 32,4 m − 50 m · 30 m = 197,76 m2

Ein Platte hat den Flächeninhalt 0,3 m · 0,3 m = 0,09 m2 .


Damit benötigt man 197,76
0,9 = 2197,3 ≈ 2200 Platten.
50 m

52,4 m

Aufgabe V00609:

In Leipzig werden viele Häuser neu verputzt! Das Verputzen einer


Giebelwand kostet ohne Arbeitslohn 131,17 DM.
Berechne die zu verputzende Fläche aus der Abbildung und die Kosten 18,1
für 1 m2 Kalkanstrich!
14,7

Hinweis: Maßzahlen in der Abbildung in Meter.

9,3

Lösung von Steffen Polster:


Die Giebelwand setzt sich aus einem Rechteck und einem Dreieck (Höhe = 18,1 - 14,7 = 3,4 m) zusammen.
Für den Flächeninhalt ergibt sich somit
1
F = 9,3 · 14,7 + · 9,3 · 3,4 = 152,52 m2
2
131,17
Die zu verputzende Fläche hat einen Inhalt von 152,5 m2 . 1 m2 Putz kostet damit 152,52 = 0,86 DM.

Aufgabe V00610:
Zeichne ein beliebiges Viereck und eine Symmetrieachse, die das Viereck schneidet!
Konstruiere das zum ersten Viereck symmetrische!

Lösung von Steffen Polster:

73
III.II Vier-, Vielecke

D0
D

C0 C

A0

A B0 B

Aufgabe 040616:

D0 C0

H0 G0

E0 F0

A0 B0

Die abgebildete Figur ist der Grundriss eines ebenflächig begrenzten Körpers.
Die Bilder seiner Eckpunkte A, B, C, D, E, F , G, H sind mit A0 , B 0 , C 0 , D0 , E 0 , F 0 , G0 , H 0
bezeichnet. Das Quadrat ABCD liegt auf der Grundrissebene; das Quadrat EF GH liegt parallel zur
Grundrissebene im Abstand von 4 cm.
Die Seite AB ist 5 cm, die Seite EF 3 cm lang.

Um welchen Körper handelt es sich? Baue ein Modell dieses Körpers! Das Material kannst du selbst
wählen.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es handelt sich um einen Pyramidenstumpf.

Aufgabe 060611:
90
86
56
26
Berechne den Flächeninhalt der abgebildeten Figur! 4
Runde das Ergebnis auf volle Quadratzentimeter!
(Die Maßeinheit aller angegebenen Maßzahlen ist
Millimeter.)
41 45

15

Lösung von Steffen Polster:


Aus einem Rechteck mit den Maßen 90 mm und 45 mm werden in der Mitte ein Quadrat der Seitenlänge

74
III.II Vier-, Vielecke

30 mm und an den oberen Ecken zwei rechtwinklige Dreiecke (Katheten je 4 mm) herausgeschnitten.
Daraus ergibt sich:
4·4
A = 45 · 90 − 30 · 30 − 2 · = 3134 mm2
2
Der Flächeninhalt der Figur beträgt rund 31 cm2 .

Aufgabe 070612:
D C
Die Abbildung stellt zwei Quadrate ABCD, EF GH dar. Sie sind so H G
gelegen, dass die vier Diagonalen AC, BD, EG und F H einander in
genau einem Punkt schneiden, und dass AB k EF gilt. 3cm
Die Differenz der Flächeninhalte der beiden Quadrate ABCD und
EF GH beträgt 96 cm2 .
Berechne die Längen der Strecken BC und GH! E F
A B

Lösung von Steffen Polster:


Für die Seiten gilt a = AB = BC = CD = DA sowie b = EF = F G = GH = HE und nach
Aufgabenstellung a = b + 6 cm.

Die Differenz der Flächeninhalte der zwei Quadrate ist somit (Angaben in cm2 ):

Agroß − Aklein = a2 − b2 = (b + 6)2 − b2 = b2 + 12b + 36 − b2 = 12b + 36 = 96

Daraus folgt sofort, dass b = 5 cm ist und a = b + 6 = 11 cm ist.

Aufgabe 080611:
a) Die Summe der Inhalte einer Rechteckfläche und einer Quadratfläche beträgt 3000 m2 . Die Qua-
dratseite und eine Rechteckseite haben eine Länge von je 30 m.

a) Wie lang ist die andere Rechteckseite?


b) Zeichne beide Flächen im Maßstab 1 : 2000!

Lösung von Steffen Polster:


a sei die Länge der Quadratseiten, b die bekannte und c die gesuchte Rechteckseite. Dann gilt (Angabe
in Metern bzw. Quadratmetern):

AQ + AR = a2 + b · c ⇒ 3000 = 302 + 30 · c ⇒ c = 70

Die unbekannte Rechteckseite ist 70 m lang.

b) siehe Abbildung. Die Quadratseite mit 30 m Länge


muss in der Abbildung 3000 cm : 2000 = 1,5 cm groß
sein.

Aufgabe 120613:
In einem Raum mit einer rechteckigen Bodenfläche von 11 m Breite und 36 m Länge stehen 6
Maschinen mit Standflächen von folgendem Flächeninhalt:
Maschine A: 15 2 Maschine D: 60 m2
Maschine B: 5 m2 Maschine E: 18 m2
Maschine C: 18 m2 Maschine F: 50 m2

75
III.II Vier-, Vielecke

Für die Lagerung und Bereitstellung der zu bearbeitenden Werkstücke werden an den Maschinen
weitere Flächen mit folgendem Flächeninhalt benötigt:
An der Maschine A: 14 m2 An der Maschine D: 21 m2
An der Maschine B: 6 m2 An der Maschine E: 13 m2
An der Maschine C: 15 m2 An der Maschine F: 17 m2
Die restliche Bodenfläche soll für Transportwege genutzt werden.

a) Berechne (in m2 ) den Flächeninhalt der Bodenfläche, die für Transportwege zur Verfügung steht!

b) Wir nehmen an, dass die Anordnung der Maschinen und der Lagerplätze es gestattet, die Trans-
portwege aus Rechteckflächen von gleicher Breite zusammenzusetzen. Die Summe der Längen dieser
Rechteckflächen wollen wir dann als Gesamtlänge der Transportwege“ bezeichnen.

Wie breit sind diese Transportwege, wenn sie eine Gesamtlänge von 48 m besitzen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Der Flächeninhalt der Standfläche für die Maschinen beträgt 166 m2 , derjenige der Fläche für die
Lagerung der Werkstücke 86 m2 , der Flächeninhalt der gesamten Bodenfläche wegen 11 · 36 = 396
insgesamt 396 m2 .
Mithin verbleiben wegen 396 − 166 − 86 = 144 für die Transportwege 144 m2 .

b) Die Breite der Transportwege betrage x m. Dann gilt 48 · x = 144, woraus man x = 144 : 48, also
x = 3 erhält. Dann beträgt die gesuchte Breite 3 m.

Aufgabe 130612:
Für die Galerie der Freundschaft“ ist ein rechteckiges Bild mit den Seitenlängen 18 cm und 12 cm

durch einen rechteckigen Rahmen von 3 cm Breite aus Zeichenkarton eingerahmt worden.
Ermittle den Flächeninhalt dieses Rahmens!

Lösung von Steffen Polster:


Der Flächeninhalt des Bildes ist 12 · 18 = 216cm2 . Der Flächeninhalt von Rahmen und Bild wird
(12 + 2 · 3) · (18 + 2 · 3) = 18 · 24 = 432 cm2
Damit ist die Rahmenfläche gleich 432 cm2 - 216 cm2 = 216 cm2 .

Aufgabe 180611:
In einem Stadtbezirk Leipzigs wurden 260 große Wohnungen renoviert.
Bei einem Zehntel dieser Wohnungen hat jede Wohnung 55 m2 Wohnfläche; bei einem Viertel der
260 Wohnungen hat jede Wohnung 67 m2 Wohnfläche; jede andere der 260 Wohnungen hat 80 m2
Wohnfläche.
Berechne die gesamte Wohnfläche dieser 260 renovierten Wohnungen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ein Zehntel der 260 Wohnungen sind 26 Wohnungen; denn es gilt 260 : 10 = 26.
Ein Viertel der 260 Wohnungen sind 65 Wohnungen; denn es gilt 260 : 4 = 65.
Die restlichen Wohnungen sind 169 Wohnungen; denn es gilt 260 − 26 − 65 = 169.

Die Wohnfläche der zuerst genannten 26 Wohnungen beträgt 1430 m2 ; denn es gilt 26 · 55 = 1430.
Die Wohnfläche der danach genannten 65 Wohnungen beträgt 4355 m2 ; denn es gilt 65 · 67 = 4355.
Die Wohnfläche der restlichen 169 Wohnungen beträgt 13520 m2 ; denn es gilt 169 · 80 = 13520.
Die gesamte Wohnfläche der 260 Wohnungen beträgt 19305 m2 ; denn es gilt 1430 + 4355 + 13520 = 19305.

76
III.II Vier-, Vielecke

Aufgabe 210611:
Von einem Rechteck sind folgende Eigenschaften bekannt:
Wenn seine beiden Seitenlängen in Metern gemessen werden, so ergeben sich natürliche Zahlen als
Maßzahlen. Die Differenz der beiden Seitenlängen beträgt 20 m. Der Umfang des Rechtecks beträgt
60 m.

a) Welchen Flächeninhalt hat dieses Rechteck?


b) Welche Längen erhalten seine beiden Seiten im Maßstab 1 : 250?
Zeichne das Rechteck in diesem Maßstab!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Verringert man die größere Seitenlänge des Rechtecks um 20 m, so verringert sich sein Umfang um 40
m, erreicht also den Wert 20 m. Andererseits entsteht dabei ein Quadrat.
Wegen 20 : 4 = 5 beträgt seine Seitenlänge 5 m; dies ist zugleich die Länge der kleineren Seite des
ursprünglichen Rechtecks. Die Länge seiner größeren Seite beträgt somit 25 m. Wegen 5 · 25 = 125
beträgt sein Flächeninhalt 125 m2 .

b) Im Maßstab 1 : 250 wird wegen 5 m = 500 cm und


500 : 250 = 2 die kleinere Seitenlänge durch die Sei-
tenlänge 2 cm wiedergegeben. Wegen 25 m = 2500 cm und
2500 : 250 = 10 wird die größere Seitenlänge durch die Länge
10 cm wiedergegeben.

Aufgabe 230613:
Im Bild sind zwei gleichgroße Quadrate ABCD und EF GH gezeich-
H net, die genau vier Randpunkte (E, F , P und Q) gemeinsam haben.
Zeichne zwei gleichgroße Quadrate ABCD und EF GH, die so liegen,
D P C
dass sie
E G a) genau einen Punkt, b) genau zwei Punkte,
c) genau drei Punkte, d) genau fünf Punkte,
Q e) genau sechs Punkte, f) genau sieben Punkte,
g) genau acht Punkte
A F B
gemeinsam haben! Eine Begründung wird nicht verlangt.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

H H H

D C D C D C

E G E G E G

F F
a) A B F b) A B c) A B

H H H H
D
D C D C D C C

E G E G E G E G

A B
d) A F B e) A F B f) A F B
g) F

Die Abbildungen (a) bis (g) zeigen je eine Möglichkeit für die zu konstruierenden Quadrate.

77
III.II Vier-, Vielecke

Aufgabe 250614:
In dem Bild ist - auf einem (mit dünnen Linien gezeich-
neten) Hintergrund von Quadraten und ihren Diagonalen -
mit dicken Linien ein Ornament gezeichnet.
Überprüfe mit durchsichtigem Papier (oder Folie), ob das
Ornament axialsymmetrisch ist!
Überprüfe ferner, ob es Drehungen gibt, bei denen das Or-
nament sich selbst als Bild hat!
Ist beides der Fall, so nenne
a) die Anzahl aller Symmetrieachsen des Ornaments,
b) alle diejenigen Drehungen, bei denen das Ornament sich
selbst als Bild hat!
Zu Aufgabe a) zeichne auch das Ornament und alle seine
Symmetrieachsen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

Die Überprüfung ergibt, dass das Ornament sowohl axialsymmetrisch als auch drehsymmetrisch ist.
a) Das Ornament hat genau vier Symmetrieachsen (siehe Abbildung).

b) Das Ornament hat genau bei den Drehungen um seinen Mittelpunkt um 90◦ , 180◦ und 270◦ sich selber
als Bild, außerdem natürlich bei der Drehung um 0◦ (d. h. bei derjenigen Drehung, bei der jeder Punkt
der Ebene sich selbst als Bild hat).

Aufgabe 260611:
D C

In ein Quadrat ABCD mit der Seitenlänge 8 cm ist ein Quadrat EF GH H G


mit der Seitenlänge 2 cm so eingezeichnet, wie es das Bild zeigt.
HG und DC sind zueinander parallele Strecken mit dem Abstand 2 cm
E F
voneinander. EH und AD sind zueinander parallele Strecken mit dem Ab-
stand 2 cm voneinander.
A B
a) Berechne den Flächeninhalt der im Bild gefärbten Fläche!
b) Die gefärbte Fläche soll in fünf Teile zerlegt werden. Diese Teile sollen so gestaltet sein, dass man
je zwei von ihnen durch Drehen oder Verschieben miteinander zur Deckung bringen kann.
Zeichne eine solche Aufteilung der gefärbten Fläche!

78
III.II Vier-, Vielecke

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die Quadrate ABCD und EF GH haben wegen 8 · 8 = 64 und 2 · 2 = 4
die Flächeninhalte 64 cm2 bzw. 4 cm2 . Somit besitzt die schraffierte Fläche
wegen 64 − 4 = 60 den Flächeninhalt 60 cm2 .

b) Die Abbildung zeigt eine mögliche Lösung der Aufgabe.

Aufgabe 290613:
Ein rechteckiger Fußboden, der 3,6 m lang und 2,7 m breit ist, soll mit zwei
Sorten gleichgroßer, aber verschiedenfarbiger dreieckiger Teppichfliesen so
ausgelegt werden, dass ein Muster entsteht, wie es durch Fortsetzen des
Musters des Bildes zu erhalten ist.
Je zwei solcher dreieckigen Fliesen einer Farbe sollen durch einmaliges Zer-
schneiden einer quadratischen Fliese mit der Seitenlänge 30 cm hergestellt
werden.
Wie viele quadratische Teppichfliesen werden von jeder der beiden Sorten insgesamt benötigt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 3,6m = 360cm, 2,7m = 270cm, 360 : 30 = 12, 270 : 30 = 9 und 12 · 9 = 108 lässt sich der Fußboden
mit insgesamt 108 quadratischen Fliesen auslegen.
Das bleibt auch so, wenn man diese Fliesen zerschneidet und zu dem gewünschten Muster umordnet.
Da dieses Muster die Fliesen beider Farben in einander gleichen Mengen enthält, werden von jeder der
beiden Sorten quadratischer Teppichfliesen wegen 108 : 2 = 54 insgesamt je 54 Stück benötigt.

Aufgabe 330613:
Karin zeichnet zwei Kreise, die sich in zwei verschiedenen Punk-
ten schneiden. Dann zeichnet sie eine Gerade und zählt an der
entstandenen Figur,

1. wie viele Punkte es gibt, die als gemeinsamer Punkt (Schnitt-


oder Berührungspunkt) von mindestens zwei der drei gezeich-
neten Linien vorkommen,
2. wie viele Gebiete es gibt, die von Teilen der Linien vollständig
eingeschlossen werden und in ihrem Innern frei von anderen
Linienteilen sind.
Die Abbildung zeigt als Beispiel eine Figur mit 3 Punkten und 4 Gebieten.
Zeichne Figuren mit
a) 2 Punkten, 4 Gebieten; b) 4 Punkten, 4 Gebieten; c) 4 Punkten, 5 Gebieten!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Abbildung zeigt Beispiele für Zeichnungen der geforderten Art.

a) b1 ) b2 ) c)

79
III.II Vier-, Vielecke

Aufgabe 340612:
Das Fliesenmuster in der Abbildung wurde aus 14 weißen und 10
gemusterten dreieckigen Fliesen zusammengesetzt. Man kann darin
mehrere Quadrate und Dreiecke finden, die jeweils aus mehr als einer
Fliese zusammengesetzt sind.
Wie viele solcher Quadrate lassen sich insgesamt finden?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gibt genau 4 Quadrate aus je zwei Fliesen, 5 Quadrate aus je vier Fliesen, 4 Quadrate aus je sieben
Fliesen, l Quadrat aus acht Fliesen (siehe die Beispiele Abb. a, b, c, d), also insgesamt 14 Quadrate der
gesuchten Art.

a) b) c) d)

e) f) g) h) i)

Es gibt genau 20 Dreiecke aus je zwei Fliesen, 8 Dreiecke aus je drei Fliesen, 8 Dreiecke aus je vier Fliesen,
4 Dreiecke aus je acht Fliesen, 4 Dreiecke aus je neun Fliesen (siehe die Beispiele Abb. e, f, g, h, i), also
insgesamt 44 Dreiecke der gesuchten Art.

II Runden 2 & 3

Aufgabe 060624:
Im Rahmen des Wiederaufbaus der Leipziger Innenstadt entstehen moderne Wohnkomplexe. Vor den
Häusern werden Rasenflächen, Blumenbeete und Terrassen angelegt.
Für eine der rechteckigen Terrassen werden genau 400 Sandsteinplatten verwendet. Die Platten be-
decken lückenlos den Boden. Jede dieser Platten ist 60 cm lang und 40 cm breit. Die Länge dieser
Terrasse beträgt 10 m.
Ermittle die Breite dieser Terrasse!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der Flächeninhalt jeder dieser Platten beträgt 60 · 40 cm2 = 2400 cm2 .
Daher bedecken 400 solche Platten eine Fläche von 400 · 2400 cm2 = 960000 cm2 = 96 m2 .
Die Terrassenfläche ist rechteckig, ihr Flächeninhalt mithin gleich dem Produkt aus ihrer Länge und ihrer
Breite. Die unbekannte Breite betrage b Meter, dann gilt 10b = 96, woraus man b = 9,6 erhält.
Die Breite der Terrasse beträgt also 9,6 m.

Aufgabe 080623:
Über der Seite CD eines Quadrates ABCD mit AB = 4 cm ist ein gleichseitiges Dreieck 4DCE so
zu konstruieren, dass das Quadrat und das Dreieck die Seite CD gemeinsam haben.
Der Punkt E des Dreiecks 4DCE sei dabei außerhalb des Quadrates ABCD gelegen. Verbinde E
mit A und mit B!
Berechne die Größe des Winkels ∠AEB!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Im Dreieck 4AED gilt: (siehe Abbildung) AD = DE (nach Konstruktion)

80
III.II Vier-, Vielecke

(1) Daraus folgt ∠DAE = ∠AED (als Basiswinkel). Ferner ist:


(2) ∠EDA = ∠EDC +∠CDA = 150◦ ; (∠ABC bezeichnet die Größe des Winkels ∠ABC) denn ∠EDC =
60◦ (Winkel im gleichseitigen Dreieck) und ∠CDE = 90◦ (Winkel im Quadrat).

D C

A B

Aus (1), (2) und ∠AED + ∠EDA + ∠DAE = 180◦ (nach Winkelsummensatz) folgt ∠AED = 15◦ .
Entsprechend ist ∠BEC = 15◦ , also ∠AEB = ∠DEC − ∠AED − ∠BEC = 30◦ .

Aufgabe 100624:
Die Fläche des Rechtecks ABCD mit den Seitenlängen a = 16 cm, b = 9 cm ist so in fünf Rechtecks-
flächen zu zerlegen, dass sich diese zu einer Quadratfläche zusammensetzen lassen, wobei sämtliche
Teilrechtecke verwendet werden sollen und die gesamte Fläche des Quadrats lückenlos und ohne
Überlappungen von den Flächen dieser Teilrechtecke ausgefüllt werden soll.
Gib eine Möglichkeit hierfür an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

9 1 1 1
C
D

D C 3

3
9

3
B
A A
1 3 12 B

Alle Maßangaben in cm.


Das Rechteck ABCD hat laut Aufgabe einen Flächeninhalt von 9cm · 16cm = 144cm2 .
Da das Quadrat den gleichen Flächeninhalt haben muss, und da 12 die einzige natürliche Zahl ist, deren
Quadratzahl 144 beträgt, so muss seine Seite 12 cm lang sein.

Aufgabe 130621:
Eine rechteckige Glasscheibe ist 24 cm lang und 22 cm breit. Daraus sollen rechteckige Scheiben von
8 cm Länge und 6 cm Breite geschnitten werden.
Welches ist die größte Anzahl derartiger Scheiben, die man dabei erhalten kann?
Stelle eine Möglichkeit, diese größte Anzahl zu gewinnen, in einer Zeichnung im Maßstab 1 : 2 dar!

81
III.II Vier-, Vielecke

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die gesamte Glasscheibe hat wegen 24 · 22 = 528 einen Flächeninhalt von 528
cm2 . Jede der kleinen Glasscheiben hat wegen 6 · 8 = 48 einen Flächeninhalt
von 48 cm2 .
Wegen 528 : 48 = 11 lassen sich also höchstens 11 derartige kleine Scheiben
aus der großen schneiden.

Dass dies auch tatsächlich möglich ist, zeigt die Abbildung.

Aufgabe 150624:

g h

e f e f e

Berechne den Inhalt A der gefärbten Fläche der in der Abbildung dargestellten Figur (die Maße sind
der Abbildung zu entnehmen)

a) für e = 10 mm, f = 15 mm, g = 50 mm, h = 70 mm,


b) allgemein, indem du eine Formel für A herleitest, in der nur die Variablen e, f , g, h auftreten!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die gefärbte Fläche kann man sich dadurch entstanden denken, dass aus einem Rechteck R zwei
Rechtecke S und T herausgeschnitten wurden, wobei wegen 10 + 15 + 10 + 15 + 10 = 60 das Rechteck R
die Seitenlängen 60 mm und 70 mm hat und jedes der Rechtecke S, T die Seitenlängen 15 mm und 50
mm.
Daher ergeben sich für R, S, T wegen 60 · 70 = 4200 bzw. 15 · 50 = 750 die Flächeninhalte 4200 mm2 bzw.
750 mm2 bzw. 750 mm2 .
Somit hat wegen 4200 − 750 − 750 = 2700 die gefärbte Fläche den Flächeninhalt A = 2700 mm2 .

b) Die Seitenlängen von R sind (3e + 2f ) und h, die Seitenlängen von jedem der Rechtecke S, T sind f
und g. Daher hat R den Flächeninhalt (3e + 2f )h, und jedes der Rechtecke S, T hat den Flächeninhalt
f · g.
Also ist A = (3e + 2f )h − 2f g.

Aufgabe 160623:

82
III.II Vier-, Vielecke

60

80

Die abgebildete farbige Fläche besteht aus einer Rechteckfläche, aus der eine quadratische Fläche
herausgeschnitten wurde.
Die farbige Fläche hat einen Flächeninhalt von 44 cm2 .
Aus den in der Abbildung angegebenen Maßen (in mm) ist die Seitenlänge a (in mm) des herausge-
schnittenen Quadrats zu berechnen.

Lösung von Steffen Polster:


Wegen 80 · 60 = 4800 beträgt der Flächeninhalt des großen Rechtecks 4 800 mm2 = 48 cm2 .
Für den Flächeninhalt des herausgeschnittenen Quadrats verbleiben wegen 48 − 44 = 4 somit 4 cm2 . Also
beträgt seine Seitenlänge a = 2 cm, da 2 die einzige natürliche Zahl ist, die mit sich selbst multipliziert
4 ergibt.
Die Seitenlänge a des herausgeschnittenen Quadrats beträgt somit a = 20 mm.

Aufgabe 180624:

63

a
a
63

Die abgebildete farbige Fläche ist 38 cm2 groß. Sie ist aus einer quadratischen Fläche entstanden,
von der zwei (gleichgroße) dreieckige Flächen abgeschnitten wurden.

Aus den in der Abbildung angegebenen Maßen (in mm) ist die Seitenlänge a der Dreiecke (in mm)
zu berechnen.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 632 = 3969 hat das abgebildete Quadrat den Flächeninhalt 3969 mm2 . Wegen 38 cm2 = 3800
mm2 und 3969 - 3800 = 169 haben die beiden Dreieckflächen zusammen den Flächeninhalt 169 mm2 .

Da die beiden Dreiecke gleich groß und rechtwinklig-gleichschenklig sind, ergänzen sie sich zu einem
Quadrat. Dieses Quadrat hat einen Flächeninhalt von 169 mm2 und daher die Seitenlänge a = 13 mm.
Die Seitenlänge a der genannten Dreiecke beträgt 13 mm.

83
III.II Vier-, Vielecke

Aufgabe 220621:
Die Abbildung zeigt den Grundriss eines Zimmers. Alle Maße sind
in Zentimeter angegeben. 300
Das Zimmer ist 280 cm hoch. In diesem Zimmer ist ein alter Tape-
tenbelag von den Wänden und von der Decke zu entfernen. Danach 170 100 100
sind Wände und Decke mit Makulatur zu streichen und zu tapezie-
ren.
350
Errechne für diese Arbeiten mit Hilfe der folgenden Tabelle die ins-
gesamt erforderlichen Lohnkosten!
Dabei ist jede Wand vollständig zu berücksichtigen, auch wenn Fenster und Türen vorhanden sind.
(Es wird also angenommen, dass sich die Einsparung an Fläche wieder durch den komplizierten
Arbeitsaufwand ausgleicht.) Das Ergebnis ist auf vollen Markbetrag zu runden.
Leistung Lohnkosten pro m2
Alte Tapezierung entfernen 28 Pf
Makulatur streichen 26 Pf
Wandtapezierung 83 Pf
Deckentapezierung 112 Pf

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Folgende Wandfläche AW ist zu bearbeiten:

AW = (350 + 170 + 100 + 350 + 550 + 350 + 100 + 170) · 280cm2 = 599200cm2

das sind 59,92 m2 , also rund 60 m2 .


Die Lohnkosten LW für die Bearbeitung der Wandfläche AW betragen somit rund LW = 60·(28+26+83)
Pf = 8220 Pf, das sind 82,20 M. Folgende Deckenfläche AD ist zu bearbeiten: AD = (350·550+170·350) =
252000 cm2 , das sind 25,2 m2 , also rund 25 m2 . Die Lohnkosten LD für die Bearbeitung der Deckenfläche
AD betragen somit, mit analoger Rechnung, rund 41,83 M.
Die gesamten Lohnkosten L betragen daher L = 124,03 M, das sind rund 124 M.

Aufgabe 230622:
Die abgebildete Figur ABCD (siehe Abbildung) stellt ein Rechteck dar, das sich aus den drei gleich-
großen Quadraten AEHD, EF GH und F BCG zusammensetzt. Die Strecke AG schneidet die Strecke
EH in deren Mittelpunkt M , die Strecke BH schneidet die Strecke F G in deren Mittelpunkt N .
Der Flächeninhalt des Rechtecks ABCD beträgt 48 Flächeneinheiten.

Ermittle
a) den Flächeninhalt des Dreiecks SGH,
D H G C
b) den Flächeninhalt des Dreiecks ABS,
M S N c) den Flächeninhalt den Vierecks ASHD!

Hinweis: Zur Herleitung darfst du den Satz verwenden, dass


jedes Rechteck durch seine Diagonalen in vier gleich große Drei-
A E F B

ecke zerlegt wird.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 48 : 3 = 16 beträgt der Flächeninhalt jedes der drei Quadrate genau 16 Flächeneinheiten.

84
III.II Vier-, Vielecke

Die Gerade durch M und N schneide die Strecke AD in P und die


D H G C Strecke BC in Q. Der Abbildung ist dann zu entnehmen:
S
M N
P Q Da M der Mittelpunkt von EH und N der Mittelpunkt von F G
R
ist, ist M N GH ein Rechteck, das halb so groß ist wie das Quadrat
A E F B EF GH. Sein Flächeninhalt beträgt daher 8 Flächeneinheiten.

Ganz entsprechend werden auch die anderen beiden Quadrate durch die Gerade durch P und Q jeweils
in zwei Rechtecke mit je 8 Flächeneinheiten Inhalt zerlegt.

a) Die Diagonalen M G und N H zerlegen das Rechteck M N GH in vier inhaltsgleiche Teildreiecke. Jedes
von ihnen, und folglich auch das Dreieck SGH, hat einen Inhalt von 2 Flächeneinheiten.
b) Der Flächeninhalt des Dreiecks ABS ist gleich der Summe der Flächeninhalte der (untereinander gleich
großen) Dreiecke AEM und F BN , des Rechtecks EF N M sowie des Dreiecks M N S.
Die Dreiecke AEM und F BN sind jeweils halb so groß wie das Rechteck EF M N , ihr Inhalt beträgt
daher jeweils 4 Flächeneinheiten. Wegen 2 · 4 + 8 + 2 = 18 beträgt daher der Flächeninhalt des Dreiecks
ABS 18 Flächeneinheiten.

c) Der Flächeninhalt des Vierecks ASHD ist gleich der Summe der Flächeninhalte des Dreiecks AM P ,
des Rechtecks P M HD und des Dreiecks M SH. Wegen 4 + 8 + 2 = 14 beträgt daher der Flächeninhalt
des Vierecks ASHD 14 Flächeneinheiten.

Aufgabe 230624:
Fünf voneinander verschiedene Punkte einer Ebene sollen durch Geraden miteinander verbunden
werden. Dabei sollen stets alle möglichen Verbindungsgeraden gezeichnet werden.

Uwe behauptet: Die fünf Punkte können so liegen, dass es genau zehn verschiedene Verbindungsge-
raden gibt.
Norbert behauptet: Die fünf Punkte können aber auch so liegen, dass es nur fünf Verbindungsgeraden
gibt.
Fritz behauptet: Die fünf Punkte können sogar so liegen, dass es nur eine einzige Verbindungsgerade
gibt.
a) Zeige durch Zeichnung von je einem Beispiel, dass alle drei Aussagen wahr sind!
b) Untersuche, ob bei entsprechender Lage der fünf Punkte auch noch andere Anzahlen verschiedener
Verbindungsgeraden vorkommen können, und zeichne auch dafür Beispiele!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Folgende Beispiele zeigen, dass alle drei Aussagen wahr sind:

(10)

(9)
(8)

(1)
(1)
(2) (4) (5) (7) (1)
(3) (6) (2) (3) (4) (5)
10 Verbindungsgeraden 5 Verbindungsgeraden 1 Verbindungsgerade

b) Folgende beiden Beispiele zeigen, dass die fünf Punkte auch so liegen können, dass es genau 6 bzw.
genau 8 verschiedene Verbindungsgeraden gibt:

85
III.II Vier-, Vielecke

(8)

(1) (1)
(2) (5) (7)
(3) (4) (6) (2) (3) (4) (5) (6)

Aufgabe 250623:
Es sei ABCD ein Quadrat mit der Seitenlänge 14 cm. Die Punkte E, F , G und H seien die Mittel-
punkte der Quadratseiten. Dabei liege E auf AB, F auf BC, G auf CD, H auf DA.
a) Konstruiere dieses Quadrat und verbinde die Mittelpunkte E und F , F und G, G und H sowie H
und E durch Strecken!
b) Ermittle den Flächeninhalt der Fläche EF GH!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


D G C

b) Die Strecken EG und F H zerlegen das Quadrat ABCD in vier inhaltsglei-


H F che Quadrate. Jedes dieser Quadrate wird durch die eingezeichnete Diagonale
in zwei (gleichschenklig-rechtwinklige) inhaltsgleiche Dreiecke zerlegt.

A E B
Das Quadrat ABCD ist aus acht solchen Dreiecken zusammengesetzt, die Fläche EF GH aus vier solchen
Dreiecken; ihr Flächeninhalt ist daher halb so groß wie der von ABCD. Wegen 14 · 14 = 196 hat ABCD
den Flächeninhalt 196cm2 .
Wegen 196 : 2 = 98 hat somit EF GH den Flächeninhalt 98cm2 .

Aufgabe 280623:
Rolf zeichnet ein Rechteck. Er verkleinert dann dessen größere Seitenlänge um 2 cm und stellt fest:

Dabei entsteht ein zweites Rechteck, dessen Flächeninhalt um 8 cm2 kleiner ist als der Flächeninhalt
des ersten Rechtecks.
Ferner vergrößert er beide Seitenlängen des ersten Rechtecks um je 1 cm und stellt fest:

Dabei entsteht ein drittes Rechteck, dessen Flächeninhalt um 13 cm2 größer ist als der Flächeninhalt
des ersten Rechtecks.
Weise nach, dass sich allein aus Rolfs Feststellungen die beiden Seitenlängen des ersten Rechtecks
ermitteln lassen!
Gib diese Seitenlängen an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


2cm
Das Verkleinern der größeren Seitenlänge des ersten Rechtecks kann
erfolgen, indem ein Teilrechteck abgeschnitten wird, dessen eine Sei-
tenlänge 2 cm und dessen Flächeninhalt 8 cm2 beträgt.
y cm Wegen 8 : 2 = 4 beträgt seine andere Seitenlänge 4 cm. Sie ist zu-
gleich die kleinere Seitenlänge des ersten Rechtecks; diese ist damit
eindeutig ermittelt.
x cm

Das Vergrößern beider Seitenlängen des ersten Rechtecks kann erfolgen, indem zwei Teilrechtecke hinzu-
gefügt werden, eines mit der Seitenlänge 1 cm und (wegen 4 + 1 = 5) 5 cm, also einem Flächeninhalt
von 5 cm2 , das andere mit einer Seitenlänge 1 cm und (wegen 13 - 5 = 8) dem Flächeninhalt 8 cm2 .

86
III.II Vier-, Vielecke

Wegen 8 : 1 = 8 beträgt seine andere Seitenlänge 8 cm. Sie ist zugleich die größere Seitenlänge des ersten
Rechtecks; auch diese ist damit eindeutig ermittelt.

1
In der Abbildung hat jede farbige Flächen den Flächeninhalt 13
cm2 .
y cm = 4 cm
Somit lässt sich eindeutig ermitteln: Die Seitenlängen des ersten
Rechtecks betragen 4 cm und 8 cm.
x cm 1

Aufgabe 340622:
Die Gärten von Familie Kniffel und Familie Knobel haben jeweils die Form eines Quadrates und
grenzen so aneinander, wie die Abbildung a zeigt.
Die Fläche von Kniffels Garten beträgt 1225 Quadratmeter, die von Knobels Garten 625 Quadrat-
meter.

a) Welche Breite AD bzw. EF haben die Gärten?


b) Familie Kniffel gibt Familie Knobel ein Stück ihres Gartens ab. Danach haben beide Gärten
gleichgroße Fläche. Wie groß ist diese?
c) Abbildung b zeigt die neue Aufteilung. Um welche Länge GH ist Knobels Garten länger geworden?

D C D C

F F
G H
G

a) A B E b) A K E

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(a) Wegen 35·35 = 1225 hat ein Quadrat mit der Seitenlänge 35 m den Flächeninhalt 1225 Quadratmeter.
Also ist die Breite von Kniffels Garten AD = 35 m. Aus 25 · 25 = 625 folgt ebenso EF = 25 m.

(b) Wegen 1225 + 625 = 1850 haben beide Gärten zusammen 1850 Quadratmeter. Nach der Aufteilung
in zwei gleichgroße Flächen hat jede von ihnen wegen 1850 : 2 = 925 somit 925 Quadratmeter.

(c) In dem Rechteck KEF H mit diesem Flächeninhalt und der Seitenlänge EF = 25 m ist wegen
925 : 25 = 37 die andere Seitenlänge F H = 37 m.
Damit ergibt sich GH = F H − F G = 37m − 25m = 12m.

Aufgabe 340631:
Jedes konvexe Vieleck lässt sich in Dreiecke zerlegen, deren Eckpunkte zugleich Eckpunkte des Viel-
ecks sind. Bei einem Viereck beispielsweise findet man dafür genau 2 Möglichkeiten (siehe Abbildung
a). Skizziere für ein selbstgewähltes

a) konvexes Fünfeck b) konvexes Sechseck


alle Zerlegungen dieser Art!

Hinweis: Ein Vieleck wird genau dann konvex ge-


nannt, wenn alle seine Diagonalen ganz der Fläche a) b)
des Vielecks angehören. Ein Beispiel für ein Viel-
eck, das nicht konvex ist, zeigt Abbildung b.

87
III.III Konstruktionen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Abbildungen a, b zeigen Zeichnungen der verlangten Art.

a)

b)

III.III Konstruktionen
I Runde 1

Aufgabe V00608:
Konstruiere ein Dreieck aus: a = 4,8 cm, b = 10,6 cm und γ = 31◦ .
Konstruiere die Höhe hc mit dem Zirkel! Miss die anderen Stücke!

Lösung von Steffen Polster:

31◦

b
hc a

F A
B

Messung: c ≈ 6,9 cm; α ≈ 21◦ ; β ≈ 128◦ ; hc ≈ 3,8 cm

Aufgabe 050613:
Gegeben sind die Winkel α, β und γ (siehe Abbildung)
a) Konstruiere den Winkel β + γ − 2α mit Zirkel und γ
Lineal! α β
b) Beschreibe die Konstruktion! A2 A A1

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) siehe Abbildung

C0 β + γ − 2α
0
F C F

α
D 2α γ β
α β γ
A0 B0
A2 A B A1 D0

88
III.III Konstruktionen

b) Konstruktionsbeschreibung:
Ich zeichne einen Strahl mit dem Anfangspunkt A0 . Dann schlage ich um den in der Abb. gegebenen
Punkt A und um A0 je einen Kreisbogen mit dem gleichen Radius.
Der Kreisbogen um A schneidet die Schenkel des Winkels β in den Punkten B und C. Der Kreisbogen
um A0 schneidet den Strahl im Punkt B 0 .
Dann schlage ich um B 0 mit BC als Radius einen Kreisbogen, der den Kreisbogen durch B 0 in C 0
schneidet. Ich verbinde A0 mit C 0 .
Dann ist ∠B 0 A0 C 0 der verlangte Winkel β.

Nun trage ich in der gleichen Weise im Punkt A0 an A0 C 0 entgegen dem Uhrzeigersinn den Winkel γ an.
Dabei erhalte ich (siehe Abbildung) den Punkt D0 .
Schließlich trage ich in A0 an A0 D0 im Uhrzeigersinn den Winkel 2α an (der Winkel 2α wurde vorher in
der für den Winkel (β + γ) beschriebenen Weise konstruiert). Das ergibt den Punkt F 0 .
Der Winkel ∠B 0 A0 F 0 ist der verlangte Winkel (β + γ − 2α).

Aufgabe 060613:

A B C D E F

Gegeben sind drei Strecken mit den Längen a, b und c (siehe Abbildung).
Konstruiere eine Strecke mit der Länge 2 · (a + 3b − 2c)!
Anmerkung: Bei der Konstruktion darf die Maßeinteilung des Lineals nicht benutzt werden. Eine
Konstruktionsbeschreibung wird nicht verlangt.

Lösung von Steffen Polster:

a b b b
c c
2 · (a + 3b − 2c)

Auf einer Geraden wird die Strecke AB abgetragen und an diese nacheinander dreimal die Strecke CD.
Vom erreichten Endpunkt wird die Strecke EF zweimal in entgegengesetzter Richtung abgetragen.

Die entstehende Strecke zwischen dem Startpunkt und dem jetzt erreichten Punkt ist dann a + 3b − 2c
lang. Diese Strecke wird verdoppelt werden und hat die gesuchte Länge (in der Abbildung blau).

Aufgabe 110612:
Von den beiden abgebildeten Strecken AB und CD hat die erste die Länge a + b, die zweite die Länge
a − b.
Konstruiere unter ausschließlicher Verwendung von Zirkel und Lineal eine Strecke der Länge a und
eine Strecke der Länge b! Beschreibe und begründe deine Konstruktion!

a+b a−b
A B C D

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Konstruktionsbeschreibung:
(1) Wir zeichnen die Strecke AB.
(2) Wir verlängern die Strecke AB über B hinaus um (eine Strecke der gleichen Länge wie) CD.
(3) Ist E der Endpunkt dieser Verlängerung, so halbieren wir die Strecke AE. Der Mittelpunkt von AE
sei M genannt. Dann ist AM eine Strecke der Länge a und M B eine Strecke der Länge b.

89
III.III Konstruktionen

a+b a−b

A M B E
a b

Begründung: Nach Konstruktion hat AE die Länge a + b + a − b = 2a. Daher hat AM die Länge a sowie
M B die Länge a + b − a = b.

Aufgabe 310612:
a) Begründe, dass jede Drehung, die einen gegebenen
B0
Punkt A in einen anderen gegeben Punkt A0 überführt, B
ihren Drehpunkt M auf der Mittelsenkrechten von AA0
haben muss! A0
b) Die Abbildung zeigt zwei einander gleichlange Strecken
AB und A0 B 0 .
Konstruiere den Drehpunkt M derjenigen Drehung, bei
der A in A0 und B in B 0 übergeht, also die Strecke AB
das Bild A0 B 0 hat!
Eine Konstruktionsbeschreibung wird nicht verlangt. A

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

B0
B

A0

M
A

a) Wenn M der Drehpunkt einer Drehung ist, die A in A0 überführt, so gilt M A = M A0 . (1)
Daraus folgt, dass M auf der Mittelsenkrechten von AA0 liegen muss, da dies für alle Punkte M gilt, die
(1) erfüllen.

b) Die Abbildung zeigt eine geforderte Konstruktion.


g und h sind die Mittelsenkrechten von AA0 bzw. BB 0 , ihr Schnittpunkt ist der gesuchte Punkt M . Zur
Kontrolle kann man überprüfen, dass im Kreis um M durch A die Radien M A, M A0 einen gleichgroßen
Winkel bilden wie M B, M B 0 im Kreis um M durch B.

Aufgabe 320613:
F
C
Gegeben seien zwei Winkel BAC und EDF mit den Ma-
ßen α + β bzw. α − β (siehe Abbildung). E
Konstruiere unter alleiniger Verwendung von Zirkel und B
Lineal zwei Winkel mit den Maßen α und β.
Beschreibe, wie du die Konstruktion gefunden hast.
A D

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

90
III.III Konstruktionen

F
C
α
E
α−β α−β
B
β
β

A D

Wenn man die Winkelmaße α + β und α − β addiert bzw. subtrahiert, so erhält man 2α bzw. 2β.
Entsprechend kann man durch Antragen des Winkels mit dem Maß α − β an den Strahl AB + bzw. AC +
Winkel mit den Maßen 2α bzw. 2β zeichnen. Diese Winkel kann man halbieren und so je einen Winkel
mit den Maßen α bzw. β erhalten.

II Runde 2

Aufgabe 010624:
Zeichne einen beliebigen Winkel und nenne seinen Scheitelpunkt A! Wähle auf einem der beiden
Schenkel einen beliebigen Punkt und nenne ihn P !
Konstruiere nun auf dem anderen Schenkel einen Punkt X so, dass P X = AX ist! Begründe die
Konstruktion!

Lösung von Steffen Polster:


Alle Punkte, die von A und P den gleichen Abstand haben, liegen auf
X
der Mittelsenkrechten der Strecke AB.
Konstruiert man diese Mittelsenkrechte, so schneidet sie den zweiten
· Schenkel des Winkels im gesuchten Punkt X.
A M P

Aufgabe 020625:
Zeichne eine Strecke AB = 5 cm! Trage in A an AB den Winkel α = 45◦ an!
Gesucht ist auf dem Schenkel, auf dem nicht der Punkt B liegt, ein Punkt P mit folgender Eigenschaft:

Verbindet man P und B, dann soll ∠ABP = ∠AP B sein.


Wie kann man diesen Punkt P konstruieren?

Lösung von Steffen Polster:


P
Die Punkte A, B und P bilden ein Dreieck, bei dem die zwei Win-
kel bei B und P gleich groß sind. Das Dreieck 4ABP ist also
gleichschenklig, die Basis ist BP und die Schenkel sind AB = AP .
Damit findet man den Punkt P , indem man die Strecke AB = 5
cm auf dem zweiten Schenkel abträgt.
45◦
A B

Aufgabe 030623:
Gegeben seien zwei Punkte A und B, deren Abstand 10 cm beträgt. Du hast als Hilfsmittel nur ein
Lineal von 8 cm Länge (ohne Zentimetereinteilung) und einen Zirkel zur Verfügung.
Zeichne die Gerade, die durch A und B geht, und begründe die Konstruktion!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Man schlägt um A und um B Kreise mit gleichem Radius, der etwas größer als 5 cm sein muss.

91
III.III Konstruktionen

Die beiden Schnittpunkte dieser Kreise werden durch das Lineal miteinander verbunden und die so
entstandene Strecke mit Zirkel und Lineal halbiert. Dann ist der Halbierungspunkt auch der Mittelpunkt
der Strecke AB, und diese lässt sich nunmehr mit dem Lineal zeichnen.

Aufgabe 060623:
Gegeben ist ein Winkel mit dem Gradmaß α = 36◦ (siehe Abbildung).
Konstruiere unter alleiniger Verwendung von Zirkel und Lineal einen Winkel,
dessen Gradmaß 99◦ beträgt! S
α

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der geforderte Winkel lässt sich als Summe aus einem rechten Winkel und einem Winkel vom Gradmaß
9◦ konstruieren.
Der rechte Winkel wird wie üblich konstruiert. Dann halbiert man den gegebenen Winkel und halbiert
einen der beiden so erhaltenen Winkel (Gradmaß α2 = 18◦ ) noch einmal. Dadurch entsteht ein Winkel
vom Gradmaß α4 = 9◦ .

Man addiert auf die im Lehrbuch Klasse 5 angegebene Weise den rechten Winkel und den Winkel von 9◦
und erhält, wie verlangt, einen Winkel von 99◦ .

Aufgabe 100621:
Die Abbildung zeigt ein Dreieck 4ABC und zwei Geraden g1 und g2 . Das Dreieck 4ABC soll
nacheinander an den Geraden g1 und g2 gespiegelt werden.
g1 g2

Konstruiere unter alleiniger Verwendung von Zirkel und Lineal das dabei entstehende Dreieck
4A2 B2 C2 !
(Konstruktionsbeschreibung wird nicht verlangt.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

92
III.III Konstruktionen

g1 g2

C B2

B A2
C1 C2
A B1

A1

Aufgabe 110621:
Das auf der untenstehenden Zeichnung abgebildete Fünfeck ABCDE soll an der Geraden g gespiegelt
werden. Auf das so entstandene Fünfeck A1 B1 C1 D1 E1 ist anschließend die Verschiebung anzuwenden,
−−→
die durch den Verschiebungspfeil P P1 gegeben ist.

Konstruiere unter alleiniger Verwendung von Zirkel, Lineal und Zeichendreieck auf dem Arbeitsblatt
das dadurch entstehende Fünfeck A2 B2 C2 D2 E2 ! Eine Konstruktionsbeschreibung wird nicht verlangt.
g
P
C
E
D

B P1

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

g
C1 P
C
E E1
D
D1

A A1

B B1 C2 P1

E2

D2

A2

B2

93
III.III Konstruktionen

Aufgabe 120621:
Das abgebildete Dreieck ABC ist um den Drehpunkt S um den Drehwinkel ∠(a, b) im angegebenen
Drehsinn zu drehen. Konstruiere unter alleiniger Verwendung von Zirkel und Lineal das dadurch
entstehende Dreieck A0 B 0 C 0 ! Eine Konstruktionsbeschreibung wird nicht verlangt.
C

A B

S0 a

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

A B
B0
C0

S0

A0

Aufgabe 140621:
Auf dem beiliegenden Arbeitsblatt sind ein g
Dreieck ABC und ein Dreieck A2 B2 C2 , ein
Punkt P sowie eine Gerade g abgebildet. C A2

C2
Das Dreieck A2 B2 C2 ist aus dem Dreieck A
ABC durch folgende Konstruktionen entstan-
den:
Zunächst wurde 4ABC an g gespiegelt, wo-
bei ein Dreieck A1 B1 C1 entstand. Danach B
B2
wurde auf 4A1 B1 C1 eine solche Verschiebung
angewendet, dass 4A2 B2 C2 als Bild des Drei-
ecks A1 B1 C1 entstand.
−−→
Konstruiere unter Verwendung von Zirkel, Lineal und Zeichendreieck den Verschiebungspfeil P Q
dieser auf 4A1 B1 C1 anzuwendenden Verschiebung. Eine Konstruktionsbeschreibung wird nicht ver-
langt.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

94
III.III Konstruktionen

A1
g
C1
C A2

C2

B1

P
B
B2
Q

Als Lösung gilt jede (einwandfreie) Zeichnung, in der für mindestens einen der Punkte A1 , B1 bzw. C1
−−−→ −−−→ −−−→
bei der Spiegelung an g und dann gleichsinnig parallel und gleichlang zu A1 A2 , B1 B2 bzw. C1 C2 der
−−→
gesuchte Verschiebungspfeil P Q konstruiert wurde.

Aufgabe 150623:
Zeichne einen Kreis k mit dem Mittelpunkt M und einem Durchmesser von 6,4 cm!
Trage in diesen Kreis zwei aufeinander senkrecht stehende Durchmesser ein und bezeichne ihre auf k
liegenden vier Endpunkte der Reihe nach entgegen dem Uhrzeigersinn mit A, B, C, D!
Die Gerade durch B und C sei g, die Gerade durch C und D sei h. Spiegele den Kreis k an g und
nenne den Mittelpunkt des gespiegelten Kreises M1 !
Spiegele den Kreis k an h und nenne den Mittelpunkt des gespiegelten Kreises M2 !
Als Lösung gilt die ausgeführte Konstruktion ohne Beschreibung.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

M2 C M1

D B

h g

k
A

Aufgabe 170624:

95
III.III Konstruktionen

P
C

A P1

C2

B2

A2

−−→
Auf der Abbildung sind ein Dreieck ABC, ein Verschiebungspfeil P P1 , sowie ein Dreieck A2 B2 C2
abgebildet.
Gesucht ist eine Gerade g mit folgender Eigenschaft:
−−→
Wendet man auf das Dreieck ABC zuerst die Verschiebung P P1 und dann die Spiegelung an der
Geraden g an, so entsteht das Dreieck A2 B2 C2 .
Konstruiere unter alleiniger Verwendung von Zirkel und Lineal eine Gerade g mit dieser Eigenschaft!
Eine Konstruktionsbeschreibung wird nicht verlangt.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

P
C

B g

A P1
C1

C2
B1
B2
A1

A2

Aufgabe 210624:
c d

A
Spiegele die Figur ABCD auf dem Arbeitsblatt
nacheinander an den gegebenen Geraden c und d!

Eine Beschreibung der Konstruktion ist nicht er-


forderlich. B
D
C

96
III.III Konstruktionen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

c d

A0
A00

B D0
D

C
D00
C0
B 0 B 00
C 00

Aufgabe 220622:
Der Punkt B 0 auf dem Arbeitsblatt sei das Bild von B bei der Spiegelung an einer Geraden g.
Konstruiere diese Gerade g und die Bilder A0 , C 0 , D0 der Punkte A, C, D bei der Spiegelung an g!
Eine Beschreibung und Begründung der Konstruktion wird nicht verlangt.
D C

A B
B0

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

D C

C0

D0

A B
B0

A0
g

97
III.III Konstruktionen

Aufgabe 260623:
C Es seien A, B, C die drei in der Abbildung gegebenen Punkte, die
nicht auf einer gemeinsamen Geraden liegen.
a) Konstruiere (mindestens) zwei Punkte S1 und S2 , für die S1 A =
S1 B und S2 A = S2 B gilt!
b) Es gibt genau einen Punkt S, der von A, B und C gleich weit
A B entfernt ist. Konstruiere diesen Punkt S!
c) Begründe, warum der Punkt S bei deiner Konstruktion die geforderten Bedingungen erfüllt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Eine mögliche Konstruktion ist die folgende (siehe Abbildung):
C
Wir zeichnen um A und um B je einen Kreis mit dem gleichen Radi-
S4 us r, der größer als 12 AB und sonst beliebig gewählt wird. Die beiden
Schnittpunkte S1 und S2 dieser beiden Kreise erfüllen die Bedingung
S2 S1 A = S1 B und S2 A = S2 B.

S S3
A B b) In entsprechender Weise konstruieren wir für die Punkte A und C
zwei Punkte S3 , und S4 , für die S3 A = S3 C und S4 A = S4 C gilt. Der
Schnittpunkt S der Geraden durch S1 , S2 und der Geraden durch S3 , S4
S1
erfüllt die geforderten Bedingungen.

c) Nach Konstruktion ist die Gerade durch S1 , S2 Symmetrieachse zu A, B, wobei alle ihre Punkte
ebenso weit von A wie von B entfernt sind.
Ferner ist die Gerade durch S3 , S4 Symmetrieachse zu A, C, wobei alle ihre Punkte ebenso weit von A
wie von C entfernt sind.
Nach Konstruktion ist S ein Punkt beider Symmetrieachsen. Deshalb gilt für ihn: SA = SB und SA = SC
und damit auch SB = SC , d. h., S ist von A, B und C gleich weit entfernt.

Aufgabe 290622:
a) Zeichne in ein Koordinatensystem (Einheit 1 cm) die Punkte A(2; 3), B(6; 1), C(6; 5) und D(4; 6)
ein! Verbinde die Punkte A, B, C und D so miteinander, dass ein Viereck entsteht! Verbinde dann in
diesem Viereck den Punkt A mit dem Punkt C und den Punkt B mit D! Bezeichne den Schnittpunkt
der Strecken AC und BD mit E!

b) Spiegele die erhaltene Figur an der Geraden durch C und D! Verbinde anschließend noch den
Punkt A mit seinem Bildpunkt A0 und den Punkt B mit seinem Bildpunkt B 0 !

c) Die insgesamt erhaltene Figur soll längs ihrer Strecke so durchlaufen werden, dass jede Strecke
genau einmal in einem solchen Weg vorkommt.
Wähle einen geeigneten Anfangspunkt und schreibe einen derartigen Weg auf!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

98
III.III Konstruktionen

y
10
A0
9
8
7 C0 B0
6 D0 = D
5 C = C0
E
4
3 A
2
1
B
x
a,b) 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

c) Ein möglicher Weg ist: D, A, B, E, D, C, E, A, A0 , D, E 0 , B 0 , C, E 0 , A0 , B 0 , B, C.

Aufgabe 300621:
a) Zeichne in ein Koordinatensystem das Quadrat ABCD mit den Eckpunkten

A(1; 1), B(5; 1), C(5; 5), D(1; 5)

und das Quadrat P QRS mit den Eckpunkten

P (9; 1), Q(13; 1), R(13; 5), S(9; 5)

ein!
b) Gibt es eine Spiegelung und auch eine Drehung, bei der das Quadrat P QRS das Bild des Quadrates
ABCD ist?
Wenn dies der Fall ist, gib die Koordinaten des Drehzentrums und die Größe des Drehwinkels an!
Eine Begründung wird nicht verlangt.

Hinweis: Wenn das Quadrat P QRS das Bild des Quadrates ABCD ist, so braucht die Reihenfolge
P , Q, R, S nicht die Reihenfolge der Bildpunkte A, B, C, D zu sein.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


y
D C g S
a) Die Abbildung zeigt die in ein Koordinaten- 5 R
system eingezeichneten Quadrate. 4
b) Die Abbildung zeigt auch die Spiegelgerade 3 Z
g und eine Konstruktion dieser Geraden. 2
c) Das Drehzentrum ist Z(7; 3), der Drehwinkel 1 Q
beträgt 180◦ . A B P
x
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Aufgabe 310624:
Auf dem Arbeitsblatt befinden sich zwei Dreiecke ABC, A00 B 00 C 00 und eine Gerade g. Zu konstruieren
ist

1. das Bild A0 B 0 C 0 von ABC bei der Spiegelung an g,


2. der Drehpunkt M derjenigen Drehung, die A0 B 0 C 0 in A00 B 00 C 00 überführt.

a) Fertige auf dem Arbeitsblatt eine Konstruktionszeichnung an, die alle benötigten Hilfslinien
enthält!

99
III.III Konstruktionen

b) Beschreibe deine Konstruktion! Eine Begründung wird nicht verlangt.

A
C 00

B 00
B

A00

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Abbildung zeigt eine Konstruktion. Sie kann folgendermaßen beschrieben werden:

(1) Man konstruiert die Lote AA1 , BB1 , CC1 von A, B, C auf g und verlängert sie über A1 , B1 bzw. C1
hinaus um ihre eigene Länge bis A0 , B 0 , C 0 .
(2) Man konstruiert die Mittelsenkrechten m1 , m2 von A0 A00 bzw. bzw. B 0 B 00 und ihren Schnittpunkt M .

C C0

A0
A
C 00

B 00
B B0

M A00

Aufgabe 320623:
Bei einem Geländespiel erhält eine Pfadfindergruppe folgenden Auftrag:

- Geht vom Ausgangspunkt A aus 600 m geradlinig nach Norden! Dort befindet sich ein Aussichtsturm
(Punkt B).
- Ändert nun euren Kurs um 60◦ in nordöstliche Richtung! Nach 500 m erreicht ihr eine alte Scheune
(Punkt C).
- Geht jetzt im rechten Winkel in etwa südöstliche Richtung um 700 m weiter! Dort ist eine hohle
Eiche (Punkt D). Von ihr aus sollt ihr wieder nach A zurückfinden.

a) Um wie viel Grad muss die Pfadfindergruppe in D den Kurs ändern, um geradlinig nach A zu
gelangen?
b) Wie lang ist die Strecke von A nach D?
c) Ein Mitglied der Gruppe will bereits von C aus nach A zurückkehren. Wie weit ist A von C
entfernt?

Fertige zur Beantwortung dieser Fragen eine Zeichnung an (auf weißem, nicht kariertem oder liniertem
Papier; in geeigneter Verkleinerung); entnehme die gesuchten Angaben mit Zeichengenauigkeit!

100
III.III Konstruktionen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Abbildung zeigt eine Darstellung, bei der 100 m verkleinert als 1 cm wiedergegeben werden. An einer
solchen Zeichnung kann man mit Zeichengenauigkeit (etwa auf 1◦ genau bzw. etwa auf 1 mm genau, d. h.
für die Wegstrecken etwa auf 10 m genau) ablesen:
a) In D muss der Kurs um δ ≈ 103◦ (in etwa südwestliche Richtung) geändert werden.
b) Die Strecke von D nach A ist etwa 820 m lang.
c) Der Punkt A ist von C etwa 950 m entfernt.
C
90◦
N
60 ◦

Aufgabe 330623:
Konstruiere ein rechtwinkligen Dreieck ABC mit AC = 5 cm, BC = 6 cm und dem rechten Winkel
bei C!
Konstruiere weiter den Kreis k um C mit dem Radius 2,5 cm!
Nun soll eine Gerade g so gelegt werden, dass folgende Bedingung erfüllt wird:

Wenn man das Dreieck ABC an g spiegelt und dabei das Dreieck A0 B 0 C 0 erhält, so hat der Kreis
k genau 3 gemeinsame Punkte (Schnitt- oder Berührungspunkte) mit diesem Dreieck, d. h. mit der
Linie, die sich aus den drei Strecken A0 B 0 , B 0 C 0 und C 0 A0 zusammensetzt.

Konstruiere eine solche Gerade g und überprüfe durch Konstruktion des durch Spiegelung entstehen-
den Dreiecks A0 B 0 C 0 , ob die Bedingung erfüllt ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


In Abbildung ist eine mögliche Lösungen gezeigt.

Die dort jeweils verwendete Gerade g kann nach folgender Beschreibung konstruiert werden:
a) Man konstruiert das Lot von C auf AB. Ist D sein Fußpunkt, so verlängert man DC über C hinaus
bis zum Schnitt D0 mit k.
Dann konstruiert man g als die Mittelsenkrechte von DD0 .
A0 B0
D0

C0

D
A B

101
III.IV Raumgeometrie

III.IV Raumgeometrie
I Runde 1

Aufgabe 050614:
In einem Betrieb sollen 1600 Pakete, die je 1,6 dm lang, 7 cm breit und 45 mm hoch sind (Außenmaße),
zum Versand gebracht werden.
Arbeiter wollen sie in Kisten von 64 cm Länge, 0,28 m Breite und 1,8 dm Höhe (Innenmaße) ein-
schichten.

Welches ist die kleinste Anzahl von Kisten, die ausreicht, um alle diese Pakete gleichzeitig zu versen-
den?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wir können in jede der Kisten 64 Pakete einpacken, wenn wir die Pakete so hineinlegen, dass ihre längsten
Kanten parallel der längsten Kistenkante und ihre zweitlängsten Kanten parallel der zweitlängsten Kis-
tenkante liegen. In diesem Fall erhalten wir 4 übereinanderliegende Schichten von je 16 Paketen.

Mit 25 so gepackten Kisten kommen wir aus; denn die Anzahl der in ihnen liegenden Pakete beträgt
25 · 64 = 1600.
Die Summe der Volumina der Innenräume aller 25 Kisten beträgt genau soviel wie die Summe der
Volumina der Pakete. Da weniger als 25 Kisten ein kleineres Volumen als das hier ermittelte haben, ist
25 die kleinste Anzahl von Kisten, die ausreicht, um 1600 Pakete der in der Aufgabe angegebenen Größe
gleichzeitig zu versenden.

Aufgabe 090611:
H G
L Gegeben sei ein Würfel mit den Eckpunkten A, B, C, D, E, F ,
E
K
F G, H (siehe Abbildung) und der Kantenlänge a = 4 cm. Von
ihm werde durch einen ebenen Schnitt durch die Punkte I, K, L
eine Ecke abgeschnitten, wobei I der Mittelpunkt von AE, K
I
C der Mittelpunkt von EF und L der Mittelpunkt von EH ist.
D Zeichne ein Netz des Restkörpers und bezeichne die Eckpunkte!
a
A B

Lösung von Steffen Polster:


Ein mögliches Netz: I
A
E0 K
I 0 A0 B F
K0
L L0

H 00 D0 C G H0

D H

Aufgabe 220611:
In einem Aquarium hat der Hohlraum, der mit Wasser gefüllt werden könnte, die Gestalt eines
Würfels von 60 cm Kantenlänge. Dieser Hohlwürfel soll aber nur bis zu einer Höhe von 10 cm unter
seinem oberen Rand gefüllt werden.
Wie viel Eimer Wasser sind dafür insgesamt erforderlich, wenn jeder Eimer 9 Liter fasst?

102
III.IV Raumgeometrie

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 60 − 10 = 50 hat der mit Wasser zu füllende Teil des Aquariums die Gestalt eines Quaders vom
Volumen 60cm · 60cm · 50cm = 180000cm3 = 180dm3 .
Da 1 Liter Wasser ein Volumen von 1 dm3 hat, sind folglich 180 Liter Wasser einzufüllen. Wegen 180 :
9 = 20 sind das genau 20 Eimer Wasser.

Aufgabe 220612:
Die sechs quadratischen Flächen der Oberfläche eines
Würfels sind so mit den Buchstaben O, J, M beschriftet,
wie es das Würfelnetz in Bild a) zeigt. (Der Buchstabe O
O
gelte dabei als kreisförmig.)
J M
a) Welche der in den Bildern b) bis g) abgebildeten Würfel O
könnten aus diesem Netz hergestellt worden sein? J M
Für welche Würfel ist dies nicht möglich? (Als Lösung genügt a) h)
jeweils die Angabe, ob Herstellbarkeit vorliegt, ohne Be-
gründung.)

M
J
M
O

J
J O
M J
J M J O O O

M
b) c) d) e) J f) g)

b) In das Würfelnetz des Bildes h) sollen die Buchstaben O, J, M so eingetragen werden, dass sich
aus dem Netz ein Würfel mit den folgenden Eigenschaften (1), (2) und (3) herstellen lässt:

(1) Je zwei gegenüberliegende Seitenflächen des Würfels tragen denselben Buchstaben.


(2) Der Würfel lässt sich so drehen, dass Bild d) entsteht.
(3) Der Würfel lässt sich so drehen, dass Bild g) entsteht.

Als Lösung ist eine mögliche Eintragung anzugeben, ohne Begründung, aber mit der Kennzeichnung
einer Fläche, die J enthält und in Bild d) sichtbar sein soll, sowie einer Fläche, die O enthält und in
Bild g) sichtbar sein soll.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die Würfel in den Abbildungen c), e), f) lassen sich aus dem Netz in O
d
Abbildung a) herstellen, die Würfel in den Abbildungen b), d), g) nicht.
M
J

g
O
b) Eine mögliche Eintragung zeigt die Abbildung.
M
J

Aufgabe 230611:
Die Bilder a) bis c) zeigen drei Würfelnetze.

a) b) c)
Wie können die Punkte auf dem Würfelnetz b) und auf dem Netz c) verteilt werden, damit der gleiche
Würfel entsteht wie aus dem Netz a)?
Gib je ein Beispiel für b) und c) an!

103
III.IV Raumgeometrie

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

b1 ) b2 ) c1 ) c2 )
Es gibt genau die in der Abbildung angegebenen Möglichkeiten. Von ihnen ist zu b) und c) je eine
anzugeben.
Man kann auch Lösungen zulassen, in denen die Punkte auf den Flächen des Würfels zwar dieselben

Zahlen darstellen, aber anders angeordnet sind, z. B. .

Aufgabe 240613:
Wenn man einen Würfel auf einen Tisch stellt, so dass er nirgends seitlich über die Tischplatte
hinausragt, so sind von seinen sechs Flächen genau fünf sichtbar.
Ebenso kann man einen kleineren Würfel so auf einen größeren stellen, dass von den sechs Flächen
des kleineren Würfels genau fünf sichtbar sind, während die sechste vollständig auf dem größeren
Würfel aufliegt, ohne seitlich über ihn hinauszuragen.

In dieser Art sollen drei Würfel mit den Kantenlängen a1 = 20 cm, a2 = 10 cm, a3 = 4 cm der Größe
nach so übereinander gestellt werden, dass der größte Würfel zuunterst auf der Tischplatte steht.
Wie groß ist dann die Summe der Flächeninhalte aller sichtbaren Flächenteile der drei Würfel?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Sichtbar sind von jedem der drei Würfel erstens die vier Seitenflächen (der Mantel). Sie haben die
Flächeninhalte

A1 = 4 · a21 = 1600 cm2 , A2 = 4 · a22 = 400 cm2 , A3 = 4 · a23 = 64 cm2

Sichtbare Flächenteile sind zweitens Teile der Deckflächen der drei Würfel.
Die Flächeninhalte dieser Flächenteile ergeben zusammen den Flächeninhalt der Deckfläche des größten
Würfels, also AD = a21 = 400 cm2 . Weitere sichtbare Flächenteile kommen nicht vor.
Für die Summe der Flächeninhalte aller sichtbaren Flächenteile gilt daher

A = A1 + A2 + A3 + AD = 2464 cm2

Aufgabe 280612:

Ein großer Quader wurde in kleine, untereinander gleich große Würfel


zerlegt. Wie in der Abbildung ersichtlich, wurden dann einige kleine
Würfel herausgenommen. Von denjenigen kleinen Würfeln, die in der
Abbildung nicht zu sehen sind, wurde aber keiner weggenommen.
Wie viele der kleinen Würfel enthält dann der in der Abbildung ge-
zeigte Restkörper insgesamt noch?
Beschreibe, wie du die gesuchte Anzahl gefunden hast!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die gesuchte Anzahl der kleinen Würfel beträgt 135; man kann sie durch folgende Überlegung finden:

104
III.IV Raumgeometrie

Der große Quader bestand ursprünglich wegen 6 · 5 · 5 = 150 aus genau 150 kleinen Würfeln. Aus ihm
wurden genau 15 kleine Würfel herausgenommen, nämlich
genau 8 aus der vordersten Schicht,
genau 6 aus der zweiten Schicht von vorn,
genau 1 aus der vierten Schicht von vorn.
Wegen 150 − 15 = 135 enthält der Restkörper somit genau 135 kleine Würfel.

Aufgabe 300611:
Das Bild a) zeigt zwei gleiche, mit den Buchstaben A, B, C, D, E,
F in gleicher Anordnung beschriftete Würfel. A
Man soll die Beschriftung des Würfelnetzes im Bild b) so ergänzen,
A
dass zwei Würfel, die mit je einem solchen Netz hergestellt werden,
sich zum Bild a) zusammenstellen lassen. C D
Gib zwei verschiedene Ergänzungsmöglichkeiten an!
Gib zu beiden Ergänzungsmöglichkeiten an, welche Fläche des unte- a) F B
b)
ren Würfels dann als Grundfläche gewählt werden muss!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


A A
Die Abbildung zeigt zwei Ergänzungsmöglichkeiten der geforderten
E C D C D Art.
F

E Bei beiden muss als Grundfläche des unteren Würfels die als E be-
F

schriftete Fläche gewählt werden.


B
B

II Runde 2

Aufgabe 130622:
Vier undurchsichtige Würfel mit den Kantenlängen a1 = 24 cm, a2 = 12 cm, a3 = 6 cm und a4 = 3 cm
sollen so übereinander auf eine undurchsichtige Tischplatte gestellt werden, dass der größte zuunterst,
darauf der nächstgrößte usw., schließlich der kleinste Würfel zuoberst steht, wobei jeder der Würfel
vollständig auf der Deckfläche des unter ihm stehenden (bzw. auf der Tischplatte) ruht (d. h. ohne
über diese Fläche hinauszuragen).
Ermittle von diesen Würfeln den Gesamtflächeninhalt derjenigen Oberflächenteile, die sichtbar (d. h.
nicht verdeckt) sind!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Jeder der Würfel hat genau 6 Flächen. Von ihnen ist bei jedem die Fläche, auf der er steht, nicht sichtbar.
Außerdem verdeckt der zweitgrößte Würfel mit seiner Standfläche einen gleichgroßen Teil der obersten
Fläche des größten Würfels. Entsprechendes gilt für den drittgrößten und für den kleinsten der vier
Würfel. Weitere nicht sichtbare Teilflächen kommen nicht vor.

Daher erhält man den gesuchten Gesamtflächeninhalt, indem man von der Summe der Flächeninhalte
von jeweils 5 Flächen der vier Würfel die Summe der Flächeninhalte je einer Fläche des zweitgrößten,
des drittgrößten und des kleinsten Würfels subtrahiert.
Wegen 5 · (242 + 122 + 62 + 32) − (122 + 62 + 32) = 3636 beträgt der gesuchte Gesamtflächeninhalt der
sichtbaren Oberflächenteile der vier Würfel 3636 cm2 .

105
IV Klasse 7
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme
I Runde 1

Aufgabe V00701:
Drei Klassen halfen im NAW und putzten im Wettbewerb 9600 Ziegel ab. Die Klasse 7a putzte 840
Ziegel mehr ab als die Klasse 7b, die Klasse 7c jedoch schaffte 360 Stück mehr als die Pioniere der
Klasse 7a.

Wer gewann den Wettbewerb, welche Leistungen erzielten die einzelnen Klassen (in Stück- und Pro-
zentzahlen)?

Lösung von Steffen Polster:


Sind a, b, c die Stückzahlen der Klassen 7a, 7b und 7c, so gilt a = 840 + b und c = 360 + a, also

a + b + c = 840 + b + b + 360 + 840 + b = 2040 + 3b = 9600 → b = 2520, a = 3360, c = 3720

in Prozenten Klasse 7a: 35%, Klasse 7b: 26,25%, Klasse 7c: 38,75%.

Aufgabe V00703:
1
Der zehnte Teil einer Zahl wird um 3 vermehrt. Der gleiche Wert ergibt sich, wenn man 100 dieser
Zahl um 6 vermindert!
Wie heißt sie?

Lösung von Steffen Polster:


Ist x die gesuchte Zahl, so ergibt sich die Gleichung
x x
+3= −6
10 100
Deren einzige Lösung ist x = −100. Die gesuchte Zahl ist -100.

Aufgabe V00705:
169 13 13
? =
30 15 2
Welche Rechenzeichen können an Stelle des Fragezeichens stehen?

Lösung von Steffen Polster:


Es ergeben sich mit den Rechenoperationen
169 13 13 169 13 143
+ = ; − =
30 15 2 30 15 30
169 13 2197 169 13 13
· = ; : =
30 15 450 30 15 2
Als Rechenzeichen können ”+” und ”:” eingesetzt werden.

106
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe V00706:
Für das Gehäuse einer Haushaltwaage wurde im VEB Thüringer Industriewerk Rauenstein ein recht-
eckiger Blechstreifen von 390 mm Länge und 85 mm Breite verwendet. Die Stärke des Materials
betrug 2,5 mm.
Durch einen Verbesserungsvorschlag gelang es, 2 mm starkes Blech zu benutzen.

Berechne die Materialeinsparung in t für eine Auflage von 100000 Stück!


(Dichte des Eisens 7,8 g·cm−3 )

Lösung von Steffen Polster:


Der quaderförmige Blechstreifen hat ursprünglich ein Volumen V1 = a · b · c = 39 · 8,5 · 0,25 = 82,875 cm3 .
Durch die Einsparung sind es noch 66,3 cm3 , d. h. eine Volumeneinsparung von 16,575 cm3 . Mit der
Dichte des Eisens sind dies 129,285 g.
Da insgesamt 100000 Bleche erzeugt werden sollen, werden 12,9285 t ≈ 13 t Material eingespart.

Aufgabe 020715:
Die Summe von 9 aufeinanderfolgenden natürlichen (positiven ganzen) Zahlen beträgt 396.
Wie lauten die Zahlen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

n + (n + 1) + (n + 2) + (n + 3) + (n + 4) + (n + 5) + (n + 6) + (n + 7) + (n + 8) = 9n + 36 = 396
damit folgt 9n = 360 und n = 40. Die Zahlen sind also 40 bis 48.

Aufgabe 040711:
Nur unter Verwendung der Ziffer 7 sollen Zahlen gebildet werden, die miteinander verknüpft die
Zahl 1964 ergeben. Folgende Arten der Verknüpfung dürfen dabei auftreten: Addition, Subtraktion,
Multiplikation und Division. Brüche mit gleichem Zähler und Nenner sind nicht zu verwenden.
Gib eine der möglichen Lösungen an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


z. B.: (777 + 777 + 777) : 7 + 77 + 777 + 777 = 1964

Aufgabe 070711:
Bei einer Mathematikarbeit erzielten die 36 Schüler einer Klasse folgende Ergebnisse:

5
a) 12 der Anzahl aller dieser Schüler erhielten eine Drei,
2
b) 5 von der unter a) genannten Anzahl erreichte die Note Eins.
c) Die Anzahl der Vieren war ebenso groß wie die der Einsen.
d) Die Anzahl der Vieren betrug 43 von der Anzahl der Zweien.
e) Die Anzahl der Fünfen ergibt sich aus a) bis d).
Gib die Zensurenverteilung bei dieser Mathematikarbeit an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


5
a) Genau 15 Schüler erhielten eine Drei; denn 12 · 36 = 15.
b) Genau 6 Schüler erreichten die Note Eins; denn 25 · 15 = 6.
c) Genau 6 Schüler erzielten eine Vier.
d) Genau 8 Schüler bekamen eine Zwei; denn 43 · 8 = 6.
e) Genau 1 Schüler erhielt eine Fünf; denn 36 − (15 + 6 + 6 + 8) = 1.

107
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 090714:
Gegeben sei eine beliebige dreistellige natürliche Zahl (z. B. 357). Schreibt man hinter diese Zahl noch
einmal die gleiche Zahl, so erhält man eine sechsstellige Zahl (im Beispiel 357 357).
Beweise, dass für jede sechsstellige Zahl, die auf diese Weise entstehen kann, die folgende Behauptung
gilt:
Dividiert man die sechsstellige Zahl zuerst durch 7, dann den gefundenen Quotienten durch 11 und
den jetzt gefundenen Quotienten durch 13, so erhält man die dreistellige Ausgangszahl!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Jede sechsstellige Zahl, die in der beschriebenen Weise entstehen kann, ergibt sich aus ihrer dreistelligen
Ausgangszahl durch folgende Rechnung:

1. Die Ausgangszahl wird mit 1000 multipliziert,


2. zum Ergebnis wird nochmals die Ausgangszahl addiert.

Daher ist die sechsstellige Zahl das 1001-fache der Ausgangszahl. Aus ihr entsteht folglich bei Division
durch 7 wegen 1001 : 7 = 143 das 143-fache der Ausgangszahl.
Wird dies durch 11 dividiert, so ergibt sich wegen 143 : 11 = 13 das 13-fache der Ausgangszahl. Dividiert
man dies durch 13, so erhält man die Ausgangszahl.
Das war die Behauptung, diese ist damit bewiesen.

Aufgabe 150712:
Zwei Gefäße, A bzw. B genannt, haben zusammen ein Fassungsvermögen von genau 8 Litern. Auf
beide Gefäße ist eine bestimmte Wassermenge W so verteilt, dass A zur Hälfte und B ganz gefüllt
ist. Gießt man nun soviel Wasser aus B in A, dass A ganz gefüllt ist, so ist B noch zu einem Sechstel
gefüllt. Gefragt wird

a) nach dem Fassungsvermögen von jedem der Gefäße A und B, b) nach der Wassermenge W .

Ermittle alle in a) und b) erfragten Angaben, die die genannten Eigenschaften haben!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(I) Wenn die genannten Eigenschaften vorliegen, so folgt:

a) Gefäß A habe ein Fassungsvermögen von x Litern, dann hat B ein solches von (8 − x) Litern. Hierfür
gilt
x 8−x
+8−x=x+ ⇒ x=5
2 6
Also kann nur die Angabe, dass Gefäß A ein Fassungsvermögen von 5 Litern und Gefäß B deshalb eines
von 3 Litern hat, den Bedingungen der Aufgabe entsprechen. Weiter folgt:

b) Wegen 3,0l + 2,5l = 5,5 l beträgt die Wassermenge W = 5,5 l. Also kann nur diese Angabe die
Forderungen erfüllen.

Aufgabe 170711:
Matthias war in den Sommerferien in einem internationalen Pionierzeltlager. Er berichtet seinen
Klassenkameraden:

108
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Ein Viertel aller Teilnehmer und vier Pioniere kamen aus der Sowjetunion, ein Fünftel

aller Teilnehmer und fünf Pioniere aus der DDR, ein Sechstel aller Teilnehmer und sechs
Pioniere aus der CSSR, ein Achtel aller Teilnehmer und acht Pioniere aus der VR Polen,
ein Neuntel aller Teilnehmer und neun Pioniere aus der VR Bulgarien. Die übrigen 21
Pioniere kamen aus der Ungarischen Volksrepublik. In jedem Zelt des Lagers waren genau
acht Pioniere untergebracht.“

Ermittle aus diesen Angaben die Anzahl der Zelte des Lagers!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei x die Anzahl aller Teilnehmer. Dann gilt laut Aufgabe:
         
1 1 1 1 1
x= x+4 + x+5 + x+6 + x+8 + x + 9 = 21
4 5 6 8 9

woraus man erhält x = 360.


Wegen 360 : 8 = 45 betrug die Anzahl der Zelte mithin 45.

Aufgabe 170714:
Der kleine Uwe hat würfelförmige, weiß gefärbte Bausteine mit einer Kantenlänge von 2 cm und
würfelförmige, rot gefärbte Bausteine mit einer Kantenlänge von 3 cm. Er baute einen größeren,
zusammengesetzten Würfelkörper auf und verwendete dazu nur Steine dieser beiden Sorten.
Dabei bestanden die vier senkrecht stehenden Außenwände aus roten Bausteinen, der restliche
Würfelkörper bestand von unten bis oben durchgehend aus weißen Bausteinen.
Ermittle die Anzahl der hierbei verwendeten weißen und die der verwendeten roten Bausteine, wobei
vorausgesetzt wird, dass Uwe nicht mehr als 60 Bausteine von jeder Sorte zur Verfügung hatte!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Höhe des von Uwe gebauten Würfelkörpers lässt sich sowohl aus einer Anzahl r roter Steine als auch
aus einer Anzahl w weißer Steine zusammensetzen. Sie ist ferner gleich der Breite des Würfelkörpers, die
sich aus der Breite von 2 roten Steinen und der einer Anzahl v (≥ 1) weißer Steine ergibt. Daher ist ihre
Maßzahl (in cm) die Zahl
3r = 2w = 2v + 2 · 3 (1)
Hiermit ist (2v + 2 · 3) und folglich auch v durch 3 teilbar. Also gibt es eine natürliche Zahl n ≥ 1 und
mit v = 3n, und aus (1) folgt w = 3n + 3 sowie r = 2n + 2.
Alle verwendeten weißen Steine bilden einen Quader. Dieser besteht aus w Schichten; jede von ihnen
enthält v Reihen zu je v Steinen. Daher wurden genau W = w · v2 weiße Steine verwendet.

Wäre nun n ≥ 2, so folgte v ≥ 6, w ≥ 9, also W ≥ 9 · 36 > 60 im Widerspruch zur Aufgabenstellung.


Somit gilt n = 1, v = 3, w = 6, r = 4, und damit werden genau W = 6 · 9 = 54 weiße Steine verwendet.
Alle verwendeten roten Steine sind in r Schichten angeordnet; jede von ihnen lässt sich aus vier Reihen
zu je (r − 1) Steinen zusammensetzen. Daher wurden genau R = r · 4(r − 1) = 4 · 4 · 3 = 48 rote Steine
verwendet.

Aufgabe 180712:

109
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Berechne
13 91
a = 1,25 : ·
12 60
5 5
b = 2,225 − −
9 6 
32 14 45
c= : +6+ − 0,375
15 15 56
b
d=c−
a
ohne Verwendung von Näherungswerten!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es ist
5 13 91 5 · 12 · 91 7
a= : · = =
4 12 60 4 · 13 · 60 4
89 5 5 801 − 200 − 300 301
b= − − = =
40 9 6 360 360
 
32 · 15 45 3 17 45 − 21 61
c= +6+ − = +6+ =
15 · 14 56 8 6 56 7
301
61 360 61 301 · 4 61 · 90 301 5490 − 301 5189
d= − 7 = − = − = =
7 4
7 360 · 7 7 · 90 90 · 7 630 630
Anmerkung: Auch die Angaben a = 1 34 , a = 1,75, c = 8 57 und d = 8 149
630 genügen der Aufgabenstellung.

Aufgabe 200712:
Aus einem alten ägyptischen Rechenbuch (1700 v. u. Z.) stammt folgende Aufgabe:
Ein Wanderer stellt fest, dass ein Hirte 70 Schafe auf die Weide führt. Er fragt den Hirten: Sind die

Schafe, die du hier führst, deine sämtlichen Schafe?“
Nein“, antwortet der Hirte, ich führe nur zwei Drittel von einem Drittel der gesamten Herde, die
” ”
mir anvertraut ist, auf die Weide.“

Ermittle die Stückzahl der gesamten Herde, die diesem Hirten anvertraut war!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ist x die gesuchte Stückzahl der gesamten Herde, so ist ein Drittel der Herde x
3 , und zwei Drittel von
diesem Drittel sind 32 · x3 . Daher gilt nach dem Aufgabentext:

2
· 13 = 70 also x = 315
3
Die Stückzahl der gesamten Herde beträgt daher 315.

Aufgabe 210712:
Andreas sagt zu seinem Freund:
Nimm in eine Hand eine gerade, in die andere Hand eine ungerade Anzahl Hölzchen!

Verdopple in Gedanken die Anzahl der Hölzchen in der linken und verdreifache die Anzahl der
Hölzchen in der rechten Hand! Addiere die beiden Produkte und nenne mir das Ergebnis! Ich werde
dir dann mit Sicherheit sagen, in welcher Hand du die gerade Anzahl von Hölzchen hast.“
Untersuche, ob man wirklich allein aus dem von dem Freund genannten Ergebnis mit Sicherheit die
von Andreas angekündigte Aussage erhalten kann!

110
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn der Freund in der linken Hand eine gerade und in der rechten Hand eine ungerade Anzahl von
Hölzchen hat, so gilt:
Das erste Produkt ist gerade, weil einer seiner Faktoren gerade ist. Das zweite Produkt ist ungerade,
weil beide Faktoren ungerade sind. Die Summe aus diesen beiden Produkten, einer geraden und einer
ungeraden Zahl, ist folglich ungerade.

Wenn aber der Freund in der linken Hand eine ungerade Anzahl und in der rechten Hand eine gerade
Anzahl von Hölzchen hat, so gilt:
Beide Produkte sind gerade; denn in jedem dieser Produkte kommt ein geradzahliger Faktor vor. Also
ist auch ihre Summe eine gerade Zahl.
Daher kann man mit Sicherheit die von Andreas angekündigte Aussage erhalten: Wenn der Freund eine
ungerade Zahl als Ergebnis nennt, so hat er die gerade Anzahl von Hölzchen in der linken Hand; wenn er
aber eine gerade Zahl als Ergebnis nennt, so hat er die gerade Anzahl von Hölzchen in der rechten Hand.

Aufgabe 220713:
Zwei landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) A und B wollen einen
Entwässerungsgraben von 2,4 km Länge säubern.
Der LPG A gehören davon 1,5 km, die LPG B besitzt die übrigen 0,9 km.
Damit diese wichtige Arbeit in kurzer Zeit geschafft wird, hilft auch die LPG C mit. Die drei LPG
führen die Säuberungsarbeiten so durch, dass jede einen gleichlangen Grabenabschnitt übernimmt.
Danach ist an die LPG C für die von ihren Mitgliedern geleistete Arbeit ein Betrag von insgesamt
240 M durch die LPG A und B zu zahlen. Jede dieser beiden LPG zahlt davon soviel, wie es der
Länge des Grabenstücks entspricht, dessen Reinigung die LPG C für sie übernommen hat.

Berechne die beiden von den LPG A und B gezahlten Beträge!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Jede LPG säuberte ein Drittel des 2,4 km langen Grabens, also 0,8 km. Diese Länge entspricht daher den
240 M, die die LPG C bekommt. Für je 0,1 km erhält die LPG C somit jeweils 30 M. Von den 0,9 km
der LPG B wurden 0,8 km mit eigenen Kräften und folglich 0,1 km durch die LPG C gesäubert.
Die LPG B zahlte daher 30 M, die LPG A die restlichen 210 M an die LPG C.

Aufgabe 240714:
(a) Über die Maßzahlen der in Zentimeter gemessenen Seitenlängen eines Dreiecks wird vorausgesetzt:
(1) Diese Maßzahlen sind drei aufeinanderfolgende natürliche Zahlen.
(2) Der Umfang des Dreiecks ist um 25 cm länger als die kürzeste Dreiecksseite. Ermittle aus diesen
Voraussetzungen die drei Seitenlängen!

(b) Löse die Aufgabe, wenn die Voraussetzung (2) durch die folgende Voraussetzung (2’) ersetzt wird!
(2’) Es sei n eine vorgegebene natürliche Zahl. Der Umfang des Dreiecks ist um n Zentimeter länger
als die kürzeste Dreiecksseite. Die gesuchten drei Seitenlängen sind mit Hilfe von n ausgedrückt
anzugeben.

(c) Untersuche, welche natürlichen Zahlen n in (2’) vorzugeben sind, damit in (b) eine lösbare Aufgabe
entsteht!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(a) Da der Umfang die Summe der Längen der kürzesten Dreiecksseite und der beiden anderen Seiten
ist, beträgt nach (2) die Summe der Längen der beiden anderen Seiten 25 cm. Also ist 25 nach (1) die
Summe zweier aufeinanderfolgender natürlicher Zahlen. Das ist nur möglich, wenn es sich um die Zahlen
12 und 13 handelt. Hiernach (und nochmals wegen (1)) lauten die gesuchten Seitenlängen 11 cm, 12 cm,

111
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

13 cm.

(b) Wie in (a) folgt, dass n die Summe zweier aufeinanderfolgender natürlicher Zahlen ist.
Bezeichnet m die Zahl in der Mitte zwischen diesen beiden aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen, so
lauten sie m − 21 und m + 12 ; ihre Summe ist also 2m.
Da sie n beträgt, muss m = n2 sein. Die beiden aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen sind somit n2 − 12
und n2 + 21 , die Maßzahlen der drei gesuchten Seitenlängen können folglich nur n2 − 23 , n2 − 21 , n2 + 21 lauten.
(c) Die Aufgabe (b) ist hiernach genau dann lösbar, wenn die zuletzt gefundenen Zahlen natürliche Zahlen
größer als 0 sind, die auch die in der Dreiecksungleichung geforderte Bedingung erfüllen, dass die größte
der drei Maßzahlen kleiner als die Summe der beiden anderen Maßzahlen ist.

(I) Natürliche Zahlen sind die drei Zahlen genau dann, wenn die (vorzugebende natürliche) Zahl n unge-
rade ist und n ≥ 3 gilt.
(II) Größer als 0 sind sie genau dann, wenn n > 3 ist.
(III) Für n = 5 lauten die drei Maßzahlen 1, 2, 3; sie erfüllen also nicht die Dreiecksungleichung.
Für n = 7 lauten sie 2, 3, 4 und erfüllen somit die Dreiecksungleichung.
Vergrößert man n noch weiter, so vergrößern sich die drei Maßzahlen stets um einen einheitlichen Betrag.
Also vergrößert sich die Summe der beiden kürzesten Längen um den doppelten Betrag wie die längste;
somit bleibt die Dreiecksungleichung erst recht gültig.
Mit (I), (II), (III) ist bewiesen: In (b) entsteht genau dann eine lösbare Aufgabe, wenn die natürliche
Zahl n als ungerade Zahl n ≥ 7 vorgegeben wird.

Aufgabe 300712:
Fünf Schüler der Klasse 7a sammelten Altpapier. Von der Menge, die sie insgesamt zusammen-
brachten, hatte Marco ein Viertel, Frank ein Sechstel, Matthias ein Fünftel und Steffen ein Zehntel
beigetragen. Dirk hatte 2 kg mehr als Marco gesammelt.

a) Wie viel Kilogramm Altpapier hatte jeder dieser fünf Schüler beigetragen?
b) Welcher Betrag wurde für die von den fünf Schülern insgesamt abgelieferte Papiermenge bezahlt,
wenn für jedes Kilogramm 30 Pfennig bezahlt wurden?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn die fünf Schüler insgesamt x Kilogramm Altpapier zusammenbrachten, so hatten jeweils Marco 4,
x

Falk x6 , Matthias x5 , Steffen 10


x
und Dirk x4 + 2 Kilogramm beigetragen. Also gilt
x x x x x 58x
x= + + + + +2= +2 ⇒ x = 60
4 6 5 10 4 60
a) Daher hatten Marco 15 kg, Falk 10 kg, Matthias 12 kg, Steffen 6 kg und Dirk 17 kg beigetragen.
b) Wegen 60 · 30 = 1800 wurden für das gesammelte Altpapier 18 M bezahlt.

Aufgabe 320713:
Ein Wasserbehälter soll durch zwei Röhren gefüllt werden. Zum Füllen nur durch die erste Röhre
wären 3 Stunden erforderlich, zum Füllen nur durch die zweite Röhre 2 Stunden.
In wie viel Minuten ist der Behälter voll, wenn durch beide Röhren gleichzeitig gefüllt wird?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1
In einer Minute wird wegen 3 h = 180 min von der ersten Röhre 180 des Behälters gefüllt, ebenso wegen
1
2 h = 120 min von der zweiten Röhre 120 des Behälters. Also füllen beide Röhren zusammen in einer
Minute
1 1 1
+ =
180 120 72
des Behälters. Daher ist der Behälter durch beide Röhren in 72 Minuten gefüllt.

112
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 330713:
Anke berichtet, dass sie ein gleichschenkliges Dreieck mit dem Umfang 14 cm gezeichnet hat, in dem
eine der drei Seiten genau dreimal so lang ist wie eine zweite der drei Seiten.
Beate meint, durch diese Angaben seien die Längen aller drei Seiten eindeutig bestimmt.
Christin meint dagegen, die Angaben könnten bei mehr als einer Möglichkeit für die drei Seitenlängen
zutreffen.
Untersuche, ob Beate oder Christin recht hat! Ermittle alle vorhandenen Möglichkeiten für die drei
Längen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ist c die Länge der Basis und a = b die Länge der Schenkel des genannten Dreiecks, so gilt nach Anjas
Angaben entweder a = 3 · c oder c = 3 · a.
Da nach der Dreiecksungleichung a + a > c gilt, scheidet jedoch der Fall c = 3 · a aus; also verbleibt nur
die Möglichkeit a = 3 · c. (1) Nach den Angaben gilt ferner 2 · a + c = 14 cm. (2)
Aus (1) und (2) folgt 6 · c + c = 14 cm, also c = 2 cm und damit a = b = 6 cm.
Diese Längen erfüllen nicht nur die Forderung a + a > c, sondern auch die Forderung a + c > a der
Dreiecksungleichung. Also hat Beate recht; für die Längen gibt es genau die genannte Möglichkeit.

II Runde 2

Aufgabe 050721:
Bei den Nahverkehrsbetrieben Rostock kann man Straßenbahnfahrscheine für Erwachsene zu folgen-
den Preisen kaufen:

(1) Einen Fahrschein an der Zahlbox für 0,20 MDN


(2) Eine Karte mit 6 Fahrabschnitten für 1,00 MDN
(3) Einen Block mit 50 Fahrscheinen für 7,50 MDN (Die Gültigkeitsdauer ist unbegrenzt)
(4) Eine Monatskarte für beliebig viele Fahrten für 10,00 MDN

Welches ist die kleinste Anzahl von Fahrten (monatlich), bei der für eine Person die Monatskarte am
billigsten ist?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Eine Straßenbahnfahrt kostet im Falle (1) 20 Pfennig, im Falle (2) 16 32 Pfennig, im Falle (3) 15 Pfennig.
Im Falle (3) kosten x Fahrten im Monat genau 15 · x Pfennig, während sie im Falle (4) gerade 1000
Pfennig kosten.
Daher ist die Monatskarte bei x Fahrten genau dann am billigsten, wenn 15 · x ≥ 1000 ist; d. h. bei 67
und mehr Fahrten monatlich ist die Monatskarte am billigsten, bei weniger Fahrten nicht.
Die gesuchte Zahl ist daher 67.

Aufgabe 080722:
Es seien a und b beliebige natürliche Zahlen mit a > b.
a) Man berechne alle Zahlen x, für die die Summe aus x und dem Produkt von a und b das Quadrat
der Zahl a ergibt!
b) Man berechne alle Zahlen y, für die die Differenz aus dem Produkt von a und b und der Zahl y
das Quadrat der Zahl b ergibt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

(a) Angenommen, es gibt eine Zahl x mit der geforderten Eigenschaft, dann gilt: ab + x = a2 , woraus
man x = a2 − ab erhält.

113
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Also kann höchstens die Zahl x = a2 − ab = a(a − b) Lösung sein. Tatsächlich ist

a · b + a(a − b) = ab + a2 − ab = a2

(b) Angenommen, es gibt eine Zahl y mit der geforderten Eigenschaft, dann gilt: ab − y = b2 , woraus
man y = ab − b2 erhält.
Also kann höchstens die Zahl y = ab − b2 = b(a − b) Lösung sein. Tatsächlich ist

a · b − b(a − b) = ab − ab + b2 = b2

Aufgabe 140724:
Fritz hat von seinem Freund Max für 6 Tage ein Buch geliehen. Zu seinem Freund Paul, der das Buch
nach ihm leihen möchte, sagt er am Morgen des 6. Tages:

Am ersten Tag las ich den 12. Teil des Buches, an den folgenden 4 Tagen jeweils ein Achtel, und

heute muss ich noch, wenn ich das ganze Buch lesen will, 20 Seiten weniger lesen, als ich in den
vergangenen Tagen zusammen gelesen habe.
Wie viel Seiten hat das Buch insgesamt?“

Untersuche, welche Möglichkeiten es für Paul gibt, auf diese Frage so zu antworten, dass alle Angaben
von Fritz zutreffen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, die Angaben treffen zu, wenn das Buch x Seiten hat. Von ihnen las Fritz am ersten Tag 12 x
7
Seiten, an den folgenden 4 Tagen zusammen 4 · 8 Seiten, das sind zusammen 12 x Seiten. Für den letzten
x
5 7
Tag verblieben daher noch 12 x Seiten. Das waren laut Aufgabe 20 Seiten weniger als 12 x Seiten. Daraus
2
folgt 12 x = 20 und somit x = 6 · 20 = 120.

Somit können nur für die Antwort, das Buch habe 120 Seiten, die Angaben von Pritz zutreffen. In der
Tat treffen sie hierfür zu; denn hat das Buch 120 Seiten, so las Fritz am ersten Tag 10 Seiten, an den
folgenden 4 Tagen je 15 Seiten, bis dahin also zusammen 70 Seiten; und liest er noch (20 Seiten weniger,
d. h.) 50 Seiten, so ergibt sich genau die Seitenzahl des Buches, 120 Seiten.

Aufgabe 160721:
Nach der Jugendweihefeier ließen sich alle Schüler einer Klasse einzeln fotografieren. Jeder ließ von
seinem Foto genügend viele Abzüge herstellen, und dann tauschte jeder Schüler dieser Klasse mit
jedem seiner Klassenkameraden sein Foto aus.
Wie viel Schüler tauschten insgesamt in dieser Klasse miteinander die Fotos aus, wenn dabei genau
812 Fotografien ihren Besitzer wechselten?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die gesuchte Anzahl der Schüler dieser Klasse mit x, dann erhielt jeder Schüler (x − 1)
Fotografien. Eine natürliche Zahl x > 1 entspricht mithin genau dann den Bedingungen der Aufgabe,
wenn für sie x(x − 1) = 812 gilt.

Nun sind x und x − 1 benachbarte natürliche Zahlen. Da 812 = 2 · 2 · 7 · 29 ist, lässt sich 812 nur auf die
folgenden Weisen in ein Produkt aus zwei natürlichen Zahlen zerlegen:

812 = 1 · 812 = 2 · 406 = 4 · 203 = 7 · 116 = 14 · 58 = 28 · 29

Dabei sind nur im Falle 28 · 29 die beiden Faktoren benachbarte natürliche Zahlen. Daher ist x = 29.
Es tauschten also 29 Schüler in der genannten Klasse ihre Fotos aus.

114
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 180722:
Von einem Bruch wird gefordert, dass er die beiden folgenden Eigenschaften (1), (2) hat. Ermittle
alle Brüche, die diese Forderung erfüllen!

(1) Der Bruch stellt die gleiche gebrochene Zahl dar wie 0,4.
(2) Die Summe aus dem Zähler und dem Nenner dieses Bruches ist eine zweistellige Quadratzahl.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, es gibt einen solchen Bruch pq mit natürlichen Zahlen p, q und q 6= 0. Wegen (1) gilt dann
2
q = 5.
p

Daraus folgt p = 2n und q = 5n (mit n ∈ N, n 6= 0), also p + q = 7n, was mit 7|p + q gleichbedeutend ist.

Da die Zahl 49 die einzige durch 7 teilbare zweistellige Quadratzahl ist, kann wegen (2) nur p + q = 49
und somit n = 7, p = 14, q = 35 gelten. Wenn es also einen Bruch mit den geforderten Eigenschaften
14
gibt, dann kann dies nur der Bruch 35 sein. Tatsächlich erfüllt der Bruch beide Bedingungen.

Aufgabe 260721:
Anne, Bernd und Peter helfen im Garten bei der Apfelernte. Alle drei benutzen Körbe gleicher Größe.
Anne benötigt 10 Minuten, um einen Korb zu füllen, Bernd braucht dafür 15 Minuten und der kleine
Peter sogar 30 Minuten.
Wie lange würde es dauern, bis die drei Kinder gemeinsam einen Korb gefüllt hätten?
Wir setzen voraus, dass sich für keinen der drei Helfer die Pflückgeschwindigkeit ändert.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1 1 1
Anne hat in einer Minute 10 ihres Korbes gefüllt, Bernd 15 und Peter 30 . Alle zusammen haben nach
einer Minute also
1 1 1 1
+ + =
10 15 30 5
eines Korbes gefüllt. Sie brauchen somit zusammen 5 Minuten, um einen Korb gemeinsam zu füllen.

Aufgabe 270721:
Jörg unternahm in den Ferien mit seinem Fahrrad eine Dreitagewanderung. Er legte dabei am ersten
Tag die Hälfte und am zweiten Tag ein Drittel der Länge der für alle drei Tage geplanten Wander-
strecke zurück.
Am zweiten Tag war Jörg 24 km weniger gefahren als am ersten Tag.
Ermittle die Länge der Wegstrecke, die Jörg noch für den dritten Tag verblieb!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Aus 21 − 31 = 16 folgt, dass Jörg am ersten Tag 16 des für alle drei Tage geplanten Weges mehr zurücklegte
als am zweiten Tag. Da 6 · 24 = 144 ist, betrug die gesamte Wanderstrecke 144 km.
Am ersten Tag legte Jörg somit 144km : 2 = 72 km, am zweiten Tag 144km : 3 = 48 km zurück. Damit
verblieben Jörg für den dritten Tag wegen 144 − 72 − 48 = 24 noch 24 km.

Aufgabe 320724:
In einem Hallenbad befindet sich auch ein Planschbecken für Kinder. Es kann durch eine Warmwas-
serleitung und eine Kaltwasserleitung bis zu einer markierten Höhe gefüllt werden. Würde man nur
die Warmwasserleitung betreiben, so würde es 12 12 Minuten dauern, bis der Wasserspiegel diese Höhe
erreicht. Nur mit der Kaltwasserleitung würde man 10 Minuten dazu brauchen.
Um eine vorgesehene Wassertemperatur zu erreichen, wurde zunächst 2 12 Minuten lang aus beiden
Leitungen Wasser eingelassen; dann wurde die Warmwasserleitung geschlossen.
Berechne die Zeit, die danach noch gebraucht wurde, um allein mit der Kaltwasserleitung den Rest
des Beckens bis zur markierten Höhe zu füllen!

115
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Warmwasserleitung füllt das Becken in 12 12 Minuten, d. h. in 25
2 Minuten, also füllt sie in einer Minute
2
25 des Beckens.
1
Ebenso füllt die Kaltwasserleitung in einer Minute 10 des Beckens. Somit wurden zunächst von beiden
Leitungen zusammen in je einer Minute 25 + 10 = 50 des Beckens gefüllt; in 2 12 Minuten 52 · 50
2 1 9 9 9
= 20 des
Beckens.
9
Danach blieben somit als Rest noch 1 − 20 = 11 11 1 11
20 des Beckens zu füllen. Wegen 20 : 10 = 2 war dieser
11 1
Rest 2 mal so groß wie 10 10 des Beckens, d. h. wie derjenige Teil des Beckens, der in einer Minute allein
durch die Kaltwasserleitung gefüllt werden kann.
Also wurden für das Füllen des Restes noch 11 1
2 = 5 2 Minuten gebraucht.

Aufgabe 330723:
Über ihre viertägige Radtour berichten Teilnehmer:

Michael: Am zweiten Tag haben wir genau 7 km mehr als am dritten Tag zurückgelegt.“

Martin: Am zweiten und am dritten Tag sind wir insgesamt 105 km gefahren.“

Matthias: Am ersten Tag wurden genau 5 16 und am vierten Tag genau 1 4 der gesamten Weglänge

aller vier Tage geschafft.“

Weise nach, dass durch diese Angaben eindeutig bestimmt ist, wie viele Kilometer an jedem der vier
Tage zurückgelegt wurden, und gib diese vier Weglängen an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Am zweiten und am dritten Tag zusammen wurden nach Michaels Aussage 7 km und die zweifache
Weglänge des dritten Tages gefahren. Da dies nach Martins Aussage 105 km waren, betrug die zweifache
Weglänge des dritten Tages (105 − 7) km = 98 km. Also wurden am dritten Tag 98 km : 2 = 49 km, am
zweiten Tag (49 + 7) km = 56 km gefahren.

5
Am ersten und am vierten Tag zusammen wurden nach Matthias’ Aussage 16 + 14 = 169
der gesamten
7
Weglänge gefahren. Die 105 km des zweiten und dritten Tages waren folglich die restlichen 16 der gesamten
7
Weglänge; diese betrug daher 16 · 105 km = 240 km.

5
Also wurden am ersten Tag 16 · 240 km = 75 km, am vierten Tag 14 · 240 km = 60 km gefahren. Damit
ist der geforderte Nachweis geführt, und die vier Weglängen der einzelnen Tage sind angegeben.

Aufgabe 340721:
Großvater hatte seinen drei Enkeln einen Korb mit Nüssen mitgebracht, die sich diese ehrlich teilen
sollten. Lars, der allein im Haus war, nahm sich als erster seinen Anteil: Er entnahm dem Korb ein
Drittel der Nüsse.
Katja, die beim Nachhausekommen nicht wusste, dass sich Lars bereits bedient hatte, nahm von den
im Korb verbliebenen Nüssen ein Drittel.
Schließlich nahm ebenfalls Markus ein Drittel der im Korb verbliebenen Nüsse. Es waren noch 16
Nüsse im Korb.
Wie viele Nüsse hatte jedes der drei Kinder genommen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Waren zu Beginn n Nüsse im Korb, so folgt:
Lars nahm n3 Nüsse, danach blieben n − n3 = 2n 3 Nüsse im Korb.
Davon nahm Katja 13 2n3 = 2n
9 Nüsse, danach blieben 2n 2n 4n
3 − 9 = 9 Nüsse im Korb.
Davon nahm Markus 3 9 = 27 Nüsse, danach blieben 29 − 27 = 8n
1 4n 4n 4n 4n
27 Nüsse im Korb. Da dies 16 Nüsse
waren, folgt 8n
27 = 16 und daraus n = 54.

116
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Also waren zu Beginn 54 Nüsse im Korb.


Von ihnen nahm Lars 18 Nüsse, von den verbleibenden 36 Nüssen nahm Katja 12 Nüsse, von den ver-
bleibenden 24 Nüssen nahm Markus 8 Nüsse.

III Runde 3

Aufgabe 010735:
Rolf behauptet, er kenne eine Rechenaufgabe, in der nur die Zahl 7 verwendet wird und deren Ergebnis
die Jahreszahl 1962 ist.
a) Versuche, eine derartige Rechenaufgabe aufzustellen!
b) Lässt sich auch eine Rechenaufgabe aufstellen, in der nur die Zahl 1962 verwendet wird und deren
Ergebnis 7 lautet? Wenn ja, gib diese Rechenaufgabe an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Zu dieser Aufgabenstellung gibt es mehrere Lösungen, z. B.
 
7 7 7 7
a1 ) 7+7+7+7+7+7− − 7) · 7 · 7 + + = 1962
7 7 7 7
a2 ) 7 · (7 + 7) · (7 + 7) + (7 + 7 + 7 + 7 + 7) · 7 + 7 · 7 · 7 + (7 + 7) : 7 = 1962
1962 + 1962 + 1962 + 1962 + 1962 + 1962 + 1962
b) =7
1962

Aufgabe 020733:
Hans hat eine Eins geschrieben und ist in bester Stimmung. Als er heimkommt, läuft er daher
frohgemut die 20 Stufen bis zu seiner Wohnung im 1. Stock so hinauf, dass er immer 3 Stufen hinauf-
und 2 wieder hinuntersteigt, ohne eine Stufe auszulassen.
Klaus, der im gleichen Haus im 4. Stock wohnt, meint: Wenn du so weitergehst, bin ich eher vor

meiner Tür als du vor deiner.“
Sie vereinbaren, dass sie beide im gleichen Rhythmus steigen, und dass der gewinnt, der zuerst auf
dem Treppenabsatz vor seiner Wohnung steht. (Bis zum 4. Stock sind es 4 mal 20 Stufen.)
a) Wer gewinnt?
b) Wer würde gewinnen, wenn es bis zum 1. Stock nur 10 Stufen wären und die 3 anderen Treppen
aber je 20 Stufen haben?
c) Wie viel Stufen müsste die unterste Treppe haben, damit beide Jungen gleichzeitig ankommen?
(Auch hier sollen die 3 übrigen Treppen 20 Stufen haben.)
Begründe deine Antworten!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

a) Die Anzahl der Schritte, die Klaus braucht, ist gleich der Anzahl der Stufen, also 80. Hans schafft in
3 + 2 = 5 Schritten nur 3 − 2 = 1 Stufe. Zu beachten ist aber, dass Hans von der 17. Stufe aus direkt
auf seinen Stock kommt (mit drei Schritten), ohne die zwei Schritte wieder zurückzugehen.
Also braucht Hans 17 · 5 + 3 = 88 Schritte, womit Klaus gewinnt.
b) Klaus braucht 10 + 60 = 70 Schritte; Hans nur 7 · 5 + 3 = 38 und gewinnt in diesem Fall.
c) Gleichheit der Anzahl der Schritte bei s Stufen: (s − 3) · 5 + 3 = s + 60, damit 5s − s = 60 − 3 + 15
und weiter s = 18.

Aufgabe 040731:
Wie viel Seiten eines Buches werden von Seite 1 an fortlaufend nummeriert, wenn dabei insgesamt
1260 Ziffern gedruckt werden?

117
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Zunächst hat man die Seiten 1-9 welche je 1 Ziffern haben ⇒ 9 Ziffern.
Dann die Zahlen von 10-99 mit je 2 Ziffern ⇒ 180 Ziffern.
Die nun folgenden Zahlen sind alle dreistellig. Bis zur Seite 99 wurden 189 Ziffern benötigt, zieht man
das von den 1260 Gesamtziffern ab so sind noch 1071 Ziffern übrig. Teilt man das durch drei so erhält
man die Anzahl der dreistelligen Zahlen. Diese ist 357.
Das heißt, dass nach Seite 99 noch 357 andere Seiten kommen. Rechnet man nun 99 + 357 so erhält man
die Gesamtseitenzahl. Also hat das Buch 456 Seiten.

Aufgabe 060734:
Die Zahl 16 16
15 soll in der Form 15 = m + n dargestellt werden. Dabei sollen a, b, m, n natürliche Zahlen
a b

sein, für die die Brüche m und n nicht kürzbar und keine ganzen Zahlen sind.
a b

Gib drei Beispiele einer solchen Darstellung an, wobei


im ersten Beispiel m = n und a 6= b gilt,
im zweiten Beispiel a = b und m 6= n gilt,
im dritten Beispiel a = b und m = n gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


I. 16
15 = m + m kann z. B. mit m = 15, a = 2, b = 14 erreicht werden, wobei auch alle anderen Bedingungen
a b

der Aufgabe erfüllt sind: 16 2 14


15 = 15 + 16 .

II. 16
15 = m + n kann z. B. mit m = 3, n = 5, a = 2 erreicht werden, wobei auch alle anderen Bedingungen
a a

der Aufgabe erfüllt sind: 16 2 2


15 = 3 + 5 .

III. 16
15 = m + m kann (zugleich mit den Bedingungen der Aufgabe nur) durch m = 15, a = 8 erreicht
a a
16 8 8
werden: 15 = 15 + 15 .

Aufgabe 070734:
Gegeben sei die Gleichung
x x 3
+ +7=x−
2 3 4
In dieser Gleichung soll der Summand 7 so durch eine andere Zahl ersetzt werden, dass x = 11 die
Gleichung erfüllt.
Wie lautet diese Zahl?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(I) Angenommen, a sei eine Zahl, wie sie in der Aufgabenstellung gesucht ist. Dann erfüllt x = 11 die
Gleichung x2 + x3 + a = x − 34 , das heißt: Dann gilt die Gleichung 11 11 3
2 + 3 + a = 11 − 4 . Hieraus folgt

3 11 11 13
a = 11 − − − =
4 2 3 12
13
Also hat höchstens die Zahl a = 12 die verlangte Eigenschaft.

13
(II) Ist x = 11 und a = 12 , so ist

x x 11 11 13 41 3 41
+ +a= + + = ⇒x− =
2 3 2 3 12 4 4 4
13
so dass im Fall a = 12 die Zahl x = 11 der Gleichung (1) genügt.

118
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Aufgabe 090732:
Die Maßzahlen a, b, c der Seitenlängen eines Dreiecks sollen die Bedingungen

(I) a + b = 38,
(II) b + c = 46,
(III) a + c = 42

erfüllen. Ermittle unter Berücksichtigung dieser Bedingungen


a) die Maßzahl jeder Seitenlänge!
b) Weise nach, dass ein Dreieck existiert, das den Bedingungen (I), (II), (III) genügt!
(Gleiche Maßeinheiten seien wie üblich vorausgesetzt.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

a) Wenn die Bedingungen (I), (II), (III) erfüllt sind, so folgt durch eine Eliminationsmethode, z. B. durch
Addition von (I), (II), (III), Division durch 2 und anschließende Subtraktion je einer der Gleichungen
(I), (II), (III):
a = 17, b = 21, c = 25
b) Ein Dreieck mit diesen Maßzahlen existiert; denn die Dreiecksungleichungen sind erfüllt. Es ist nämlich
17 + 21 > 25, also a + b > c ; 21 + 25 > 17, also b + c > a
17 + 25 > 21, also a + c > b
Jedes Dreieck mit diesen Maßzahlen seiner Seitenlängen erfüllt auch die Bedingungen (I), (II), (III).
Es ist nämlich
a + b = 17 + 21 = 38 , b + c = 21 + 25 = 46 , a + c = 17 + 25 = 42

Aufgabe 100733:
Von den Schülern einer 8. Klasse gehören genau 35 dem Schulchor und genau 107
der Schulsportge-
2
meinschaft an. Genau 5 der Anzahl aller Schüler dieser Klasse sind sowohl Mitglied des Chores als
auch Mitglied der Schulsportgemeinschaft (SSG).

Berechne, der wievielte Teil der Anzahl aller Schüler dieser Klasse weder im Chor noch in der SSG
ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Laut Aufgabe sind 35 − 25 = 15 der Anzahl aller Schüler der Klasse Mitglieder des Chores, aber nicht
7
Mitglieder der SSG; und 10 − 25 = 10
3
der Anzahl der Schüler sind Mitglieder der SSG, aber nicht
Mitglieder des Chores.

Berücksichtigt man noch die 25 der Anzahl der Schüler dieser Klasse, die beiden angehören, so verbleibt
wegen 51 + 10
3
+ 25 = 10
9 1
genau 10 der Anzahl aller Schüler dieser Klasse, und genau soviel sind weder im
Chor noch in der SSG.

Aufgabe 100734:
Nach der Sage machte die böhmische Königin Libussa die Gewährung ihrer Hand von der Lösung
eines Rätsels abhängig, das sie ihren drei Freiern aufgab:

Wenn ich aus diesem Korb mit Pflaumen dem ersten Freier die Hälfte des Inhalts und noch eine

Pflaume, dem zweiten die Hälfte des Restes und noch eine Pflaume, dem dritten die Hälfte des
nunmehrigen Restes und noch drei Pflaumen geben würde, dann wäre der Korb geleert. Nenne die
Anzahl der Pflaumen, die der Korb enthält!“

119
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ist x die Anzahl der Pflaumen, die der Korb enthält, dann bekommt der erste Freier ( x2 + 1) Pflaumen.
Als Rest verbleiben Pflaumen in der Anzahl x − ( x2 + 1) = x2 − 1.
Die Anzahl der Pflaumen, die der zweite Freier bekommt, ist hiernach
x
2 −1 x 1
+1= +
2 4 2
und als nunmehriger Rest verbleiben Pflaumen in der Anzahl
x  x 1 x 3
−1 − + = −
2 4 2 4 2
Die Anzahl der Pflaumen, die der dritte Freier bekommt, ist dann
3
x
4 − 2 x 9
+3= +
2 8 4
Danach ist der Korb geleert, woraus die Gleichung
   
x 3 x 9
− − + =0
4 2 8 4
folgt. Aus dieser ergibt sich x = 30. Daher kann die gesuchte Anzahl nur 30 betragen.

Aufgabe 110734:
Fritz erzählt:
In unserer Klasse gibt es genau doppelt soviel Mädchen wie Jungen. Wären es je 5 Jungen und

Mädchen weniger, dann hätten wir genau dreimal soviel Mädchen wie Jungen.“
Ermittle die Anzahl aller Mädchen und die aller Jungen dieser Klasse!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die Anzahl der Jungen dieser Klasse mit x, dann ist die der Mädchen 2x. Die Klasse hat
mithin wegen x + 2x = 3x insgesamt 3x Schüler (Mädchen und Jungen).
Wären es je 5 Jungen und Mädchen weniger, so würde die Anzahl aller Schüler 3x − 10 betragen. Daher
gilt dann laut Aufgabe
3x − 10 = (x − 5) + 3(x − 5)
woraus man x = 10 erhält. Die Klasse hat also genau 30 Schüler, und zwar 20 Mädchen und 10 Jungen.

Aufgabe 120731:
An einer Oberschule mit genau 500 Schülern bestehen mathematisch-naturwissenschaftliche,
künstlerische und Sport-Arbeitsgemeinschaften. Über die Teilnahme von Schülern an diesen Arbeits-
gemeinschaften ist folgendes bekannt:

(1) Genau 250 Schüler sind Mitglied mindestens einer Sport-Arbeitsgemeinschaft.


(2) Genau 125 Schüler gehören mindestens einer künstlerischen Arbeitsgemeinschaft an.
(3) Genau 225 Schüler nehmen mindestens an einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Arbeits-
gemeinschaft teil.
(4) Genau 25 Schüler besuchen mindestens sowohl eine künstlerische als auch eine Sport-
Arbeitsgemeinschaft.
(5) Genau 75 Schüler sind mindestens sowohl Mitglied einer mathematisch-naturwissenschaftlichen
als auch einer Sport-Arbeitsgemeinschaft.
(6) Genau 25 Schüler nehmen mindestens sowohl an einer mathematisch-naturwissenschaftlichen als
auch an einer künstlerischen Arbeitsgemeinschaft teil.
(7) Genau 5 Schüler gehören allen drei genannten Arbeitsgemeinschaftsarten an.

120
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Ermittle die Anzahl aller Schüler dieser Schule, die


a) an genau einer Art dieser Arbeitsgemeinschaften,
b) an keiner dieser Arbeitsgemeinschaften teilnehmen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Mit den Buchstaben M, S, K und den Buchstabengruppen M S, M K, SK, M SK seien die Anzahlen der-
jenigen Schüler bezeichnet, die an den entsprechenden Arbeitsgemeinschaften (M : mathematisch- natur-
wissenschaftlich, S: Sport-AG, K: künstlerische AG) teilnehmen, aber nicht an den übrigen. Mit N sei die
Anzahl derjenigen Schüler bezeichnet, die an keiner der Arbeitsgemeinschaften teilnehmen. Dann folgt:

(0) N + M + S + K + M S + M K + SK + M SK = 500,
(1) S + M S + SK + M SK = 250,
(2) M K + SK + M SK = 125,
(3) M + M S + M K + M SK = 225,
(4) SK + M SK = 25,
(5) M S + M SK = 75,
(6) M K + M SK = 25,
(7) M SK = 5.

Wegen (7) und (4) bzw (5) bzw. (6) ist

(8) SK = 20 , (9) M S = 70 , (10) M K = 20

Wegen (7) und (1), (8), (9) bzw. (2), (8), (10) bzw. (3), (9), (10) ist

(11) S = 155 , (12) K = 80 , (13) M = 130

Wegen (0), (7), (8), (9), (10), (11), (12), (13) ist N = 20.
Die in a) gesuchte Anzahl ist S + K + M ; wegen (11), (12), (13) beträgt sie 365. Die in b) gesuchte Anzahl
ist N = 20.

Aufgabe 120735:
Ermittle alle nichtnegativen rationalen Zahlen x, die die Gleichung x + |x − 1| = 1 erfüllen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei x eine beliebige rationale Zahl, für die 0 ≤ x ≤ 1 gilt. Dann gilt x + |x − 1| = x + 1 − x = 1, also ist
die gegebene Gleichung erfüllt. Daher erfüllen alle rationalen Zahlen x, für die x + |x − 1| = x + 1 − x = 1
gilt, diese Gleichung.

Angenommen, es gäbe eine rationale Zahl x > 1, die die Gleichung x + |x − 1| = 1 erfüllt. Dann wäre
1 = x + |x − 1| = x + x − 1 und somit 2x = 2, also x = 1, im Widerspruch zu x > 1.

Also gibt es keine rationale Zahl x > 1, die die gegebene Gleichung erfüllt. Daher erfüllen genau alle
diejenigen nicht negativen rationalen Zahlen x, für die (0 ≤ x ≤ 1) gilt, die gegebene Gleichung.

Aufgabe 140735:
Der Umfang eines Dreiecks mit den Seitenlängen a, b, c beträgt 34 cm. Weiterhin gilt a : b = 3 : 8
und b : c = 4 : 3.
Ermittle die Seitenlängen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt a : b = 3 : 8, b : c = 8 : 6 (Erweiterung von 4 : 3 mit 2), daraus folgt a : b : c = 3 : 8 : 6, d. h., a, b

121
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

und c sind der Reihe nach das 3-, 8-, bzw. 6fache ein und derselben Länge.

Wegen 3 + 8 + 6 = 17 und wegen des gegebenen Umfange von 34 cm beträgt diese Länge 2 cm. Die
gesuchten Seitenlängen betragen daher a = 6 cm, b = 16 cm, c = 12 cm.

Aufgabe 180736:
Ermittle alle rationalen Zahlen a mit folgender Eigenschaft:
Das Produkt aus der Zahl a und ihrem absoluten Betrag ist gleich der Summe der Zahl a und ihrem
absoluten Betrag.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, eine rationale Zahl a habe die genannte Eigenschaft. Dann gilt
a · |a| = a + |a| (1)
Für die Zahl a trifft nun genau einer der folgenden zwei Fälle zu:

1. Fall: a ≥ 0.
Dann gilt |a| = a, also folgt aus (1) (2) a2 = 2a. Hiernach verbleiben im 1. Fall nur die Möglichkeiten,
dass entweder a = 0 gilt oder, falls a 6= 0 ist, aus (2) weiter a = 2 folgt.

2. Fall: a < 0.
Dann gilt |a| = −a, und es folgt einerseits a · |a| 6= 0, andererseits a + |a| = 0. Die Annahme, dass a die
Eigenschaft (1) hat, führt somit im 2. Fall auf einen Widerspruch.
Folglich können nur die beiden Zahlen 0 und 2 die genannte Eigenschaft haben. Tatsächlich gilt 0 · |0| =
0 = 0 + |0| sowie 2 · |2| = 4 = 2 + |2|. Also sind genau die Zahlen 0 und 2 die gesuchten Zahlen.

Aufgabe 190731:
Ermittle alle geordneten Paare (x; y) natürlicher Zahlen, die folgende Bedingungen erfüllen:

(1) Die zweite Zahl y ist um 1 kleiner als das Dreifache der ersten Zahl x.
(2) Das Produkt aus dem Sechsfachen der ersten und dem Vierfachen der zweiten Zahl beträgt 1680.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, für ein Paar (x; y) natürlicher Zahlen seien die Bedingungen (1), (2) erfüllt. Dann gilt
y = 3x − 1 (1) und 6x · 4y = 1680, also xy = 70 (2).
Wie man (bei Beachtung von 70 = 1 · 2 · 5 · 7) durch systematisches Erfassen aller möglichen Fälle erkennt,
wird (2) nur von folgenden Zahlenpaaren erfüllt: (1;70), (2;35), (5;14), (7;10), (10;7), (14;5), (35;2), (70;1).

Von diesen Zahlenpaaren erfüllt aber nur (5;14) auch die Bedingung (1). Daher kann nur das geordnete
Paar (5;14) alle gestellten Bedingungen erfüllen.
Es erfüllt diese Bedingungen tatsächlich; denn es gilt 14 = 3 · 5 − 1 und 6 · 5 · 4 · 14 = 30 · 56 = 1680.
Alternativ-Lösung von cyrix:
Aus den beiden Angaben erhält man das Gleichungsystem y = 3x − 1 und 6x · 4y = 1680, wobei die
zweite Gleichung äquivalent ist zu xy = 70. Setzt man die erste Gleichung hier ein, so erhält man die
quadratische Gleichung 3x2 − x − 70 = 0, welche im Bereich der reellen Zahlen die Lösungen
r
1 1 70
x1,2 = ± +
6 36 3
1 √
= · (1 ± 1 + 840)
6
1 ± 29
= ,
6

122
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

also x = 5 bzw. x = − 143 besitzt.


Davon ist aber offenbar nur x = 5 eine natürliche Zahl. Man erhält dazu y = 14 und die Probe bestätigt,
dass dieses Paar (x; y) = (5; 14) die einzige Lösung in den natürlichen Zahlen ist.

Aufgabe 190735:
Cathrin geht einkaufen. Sie hat genau 18 Geldstücke, und zwar nur Zweimark- und
Fünfzigpfennigstücke, bei sich. Von dem Gesamtbetrag dieses Geldes gibt sie genau die Hälfte aus.
Nach dem Einkauf stellt sie fest, dass sie jetzt wieder ausschließlich Zweimark- und
Fünfzigpfennigstücke bei sich hat, und zwar soviel Zweimarkstücke wie sie vor dem Einkauf
Fünfzigpfennigstücke besaß, und soviel Fünfzigpfennigstücke, wie sie vorher Zweimarkstücke hatte.
Welchen Geldbetrag besaß Cathrin noch nach dem Einkauf?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die Anzahl der Zweimarkstücke, die Cathrin vor dem Einkauf besaß, mit x, so hatte sie
zur gleichen Zeit (18 − x) Fünfzigpfennigstücke. Der Geldbetrag, den sie vor dem Einkauf besaß, betrug
somit
(2x + (18 − x) · 0,5) Mark = (1, 5x + 9) Mark
Da sie davon genau die Hälfte ausgab, hatte sie nach dem Einkauf noch (0,75x + 4,5) Mark. Laut Aufgabe
setzte sich dieser Betrag aus (18 − x) Zweimarkstücken und x Fünfzigpfennigstücken zusammen. Daher
gilt
0,75x + 4, 5 = 2(18 − x) + 0,5x = 36 − 1,5x
woraus man 2, 25x = 31, 5, also x = 14 erhält.

Folglich hatte Cathrin vor dem Einkauf genau 14 Zweimarkstücke und genau 4 Fünfzigpfennigstücke, das
sind zusammen 30 Mark, bei sich. Nach dem Einkauf besaß sie genau 4 Zweimarkstücke und genau 14
Fünfzigpfennigstücke, das sind zusammen 15 Mark.

2. Lösungsweg:
Hatte Cathrin nach dem Einkauf noch genau p Mark, so hatte sie vorher genau 2p Mark. Würde man
ebenso viele Geldstücke (jeweils der gleichen Werte), wie sie vorher hatte, und dazu noch ebenso viele,
wie sie nachher hatte, nebeneinanderlegen, so wären das einerseits genau 18 Zweimarkstücke und 18
Fünfzigpfennigstücke, also (36 + 9) Mark = 45 Mark; andererseits wären es (2p + p) Mark = 3pMark.
Daher gilt 3p = 45, also p = 15.
Folglich hatte Cathrin nach dem Einkauf noch genau 15 Mark.

Aufgabe 200731:
Von einer natürlichen Zahl z wird gefordert, dass sie sich in vier Summanden zerlegen lässt, die die
folgenden Bedingungen erfüllen:

Der erste Summand beträgt zwei Drittel der Zahl z,


der zweite Summand beträgt ein Viertel des ersten Summanden,
der dritte Summand beträgt ein vier Fünftel es zweiten Summanden,
der vierte Summand beträgt ein Viertel des dritten Summanden,
der dritte Summand beträgt 48.

Untersuche, ob diese Bedingungen erfüllbar sind!


Ist dies der Fall, so ermittle alle natürlichen Zahlen z und ihre Zerlegungen in vier Summanden, die
diese Bedingungen erfüllen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn eine natürliche Zahl z so in vier Summanden s1 , s2 , s3 , s4 zerlegt ist, dass die angegebenen

123
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Bedingungen erfüllt sind, so gilt


2 1
z = s1 + s2 + s3 + s4 (1) s1 = z (2) s2 = s1 (3)
3 4
4 1
s3 = s2 (4) s4 = s3 (5) s3 = 48 (6)
5 4
Aus (5) und (6) folgt (7) s4 = 41 · 48 = 12.
Aus (6) und (4) folgt (8) 48 = 45 · s2 , also s2 = 54 5 · 48 = 60.
Aus (8) und (3) folgt (9) 60 = 14 · s1 , also s1 = 4 · 60 = 240.
Aus (1) und (6) bis (9) folgt z = 240 + 60 + 48 + 12 = 360.
Daher kann nur die Zahl z = 360 und ihre Zerlegung in s1 = 240, s2 = 60, s3 = 48, s4 = 12 die
Bedingungen der Aufgabenstellung erfüllen.

Aufgabe 200734:
Horst, der aktiv Sport treibt, erzählt seinem Freund:
In vier Jahren habe ich insgesamt an 21 Wettkämpfen teilgenommen, in jedem Jahr an mindestens

einem Wettkampf. Dabei war die Anzahl der Wettkämpfe von Jahr zu Jahr größer; im vierten Jahr
war sie genau dreimal so groß wie im ersten Jahr.“
Untersuche, ob es für die Wettkämpfe in den einzelnen Jahren Anzahlen gibt, die Horsts Angaben
entsprechen, und ob aus den Angaben diese Anzahlen eindeutig hervorgehen! Ist das der Fall, so
ermittle diese vier Anzahlen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Sind a, b, c, d Horsts Angaben entsprechende Anzahlen der Wettkämpfe im 1., 2., 3. bzw. 4. Jahr, so gilt

0<a<b<c<d (1)
d = 3a (2)
a + b + c + d = 21 (3)

Wäre a ≥ 4, so folgte aus (1), dass b ≥ 5, c ≥ 6, d ≥ 7, also a + b + c + d ≥ 22 wäre, im Widerspruch zu


(3).
Wäre a ≤ 2, so folgte aus (2), dass d ≤ 6 wäre; aus (1) folgte dann c ≤ 5, b ≤ 4, also a + b + c + d ≤ 17,
in Widerspruch zu (3). Also muss a = 3 (4) sein.
Nach (2) folgt d = 9 (5), nach (1) folgt b ≥ 4 (6).
Wäre b > 4, so folgte aus (2), dass c > 5, also a + b + c + d > 21 wäre, im Widerspruch zu (3). Daher
muss b = 4 (6) sein, und aus (3), (4), (S), (6) folgt c = 5.

Also können nur die Anzahlen 3 Wettkämpfe im ersten Jahr, 4 Wettkämpfe im zweiten Jahr, 5 Wettkämpfe
im dritten Jahr, 9 Wettkämpfe im vierten Jahr Horsts Angaben entsprechen (7).

Sie entsprechen ihnen; denn es gilt 0 < 3 < 4 < 5 < 9; 9 = 3 · 3; 3 + 4 + 5 + 9 = 21. Daher gibt es
Anzahlen, die Horsts Angaben entsprechen, sie gehen eindeutig aus den Angaben hervor und lauten wie
in (7) angegeben.

Aufgabe 200736:
In eine Leihbibliothek kamen während eines Tages Schüler aus jeder der Klassenstufen 6, 7 und 8; dies
waren insgesamt 85 Schüler. Genau ein Drittel der Schüler der Klassenstufe 6, genau ein Drittel der
Schüler der Klassenstufe 7 und genau ein Viertel der Schüler der Klassenstufe 8, das waren insgesamt
26 Schüler, entliehen Bücher aus der Bibliotheksreihe Mathematische Schülerbücherei“.

Außerdem ergab sich aus Gesprächen, dass genau ein Zehntel der Schüler der Klassenstufe 7 an der
Mathematikolympiade des Kreises teilgenommen hatte.
Untersuche, ob aus diesen Angaben die Anzahlen der Schüler der Klassenstufe 6, der Klassenstufe 7
und der Klassenstufe 8 eindeutig hervorgehen! Ist das der Fall, so ermittle diese drei Anzahlen!

124
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Sind a, b, c die Anzahlen der Schüler der Klassenstufe 6, 7, 8 in dieser Reihenfolge, so folgt aus den
Angaben:
Es sind a und b durch 3 teilbar, c ist durch 4 teilbar, außerdem ist b durch 10 teilbar. Da 3 und 10
teilerfremd sind, ist folglich b durch 30 teilbar. Also gibt es natürliche Zahlen p, q, r mit a = 3p, b = 30q,
c = 4r (1); dabei sind p, q, r ebenso wie a, b, c von 0 verschieden.

Aus (1) und der Angabe über die Gesamtzahl der Schüler folgt 3p + 30q + 4r = 85 (2); aus (1) und
der Angabe über die Anzahl derjenigen Schüler, die Bücher aus der Mathematischen Schülerbücherei“

entliehen hatten, folgt p + 10q + r = 26 (3).

Wegen (2) kann nur q = 1 oder q = 2 sein. Wäre q = 2, dann folgte aus (3): p + r = 6 und aus (2)
weiterhin 3p + 4r = 3p + 3r + r = 3(p + r) + r = 25. Wegen p + r = 6 gilt 1 ≤ p ≤ 5 und 1 ≤ r ≤ 5. Aus
3(p + r) + r = 3 · 6 + r = 25 folgte aber r = 7, im Widerspruch zu r ≤ 5.
Also ist q = 1 und mithin p + r = 16 sowie 3p + 4r = 3(p + r) + r = 55. Daraus folgt 3 · 16 + r = 55 und
schließlich r = 7 sowie p = 9. Damit ist gezeigt, dass aus den Angaben der Aufgabe eindeutig hervorgeht:

Die Anzahlen der Schüler der Klassenstufen 6, 7 bzw. 8 betragen 27, 30 bzw. 28.

Aufgabe 210732:
Ermittle alle Paare (x; y) rationaler Zahlen mit der Eigenschaft, dass die Summe x + y dieselbe Zahl
wie das Produkt x · y und auch dieselbe Zahl wie der Quotient x : y ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn ein Paar (x; y) rationaler Zahlen den Bedingungen der Aufgabe genügt, dann gilt

(1) x + y = x · y und
(2) x + y = x : y.

Aus (1) und (2) folgt (3) x · y = x : y.


Wäre x = 0, so wäre nach (1) auch y = 0 im Widerspruch zur Existenz von x : y. Also kann man (3)
durch x dividieren und erhält y = y1 .
Die einzigen rationalen Zahlen, die gleich ihrem Kehrwert sind, sind die Zahlen +1 und -1. Wäre y = +1,
so ergäbe (1) den Widerspruch x + 1 = x. Also ist y = −1 und damit nach (1) x − 1 = x, also x = 12
Daher kann nur das Paar ( 21 ; −1) den Bedingungen der Aufgabe genügen.

Aufgabe 210736:
Eine Flüssigkeit wird in kleinen, mittleren und großen Flaschen verkauft. In jede kleine Flasche
passen genau 200 g, in jede mittlere genau 500 g und in jede große genau 1000 g der Flüssigkeit. Jede
gefüllte 200 g-Flasche kostet 1,20 M, jede gefüllte 500 g-Flasche kostet 2,80 M. Der Preis der leeren
500 g-Flasche ist um 50% höher als der der leeren 200 g-Flasche. Die leere 1000 g- Flasche wiederum
ist um 50% teurer als die leere 500 g-Flasche.
Welcher Betrag wird eingespart, wenn anstelle von fünf gefüllten 200 g-Flaschen eine gefüllte 1000
g-Flasche gekauft wird?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


3
Die leere 200 g-Flasche koste x Mark. Daraus folgt: Die leere 500 g-Flasche kostet 50% mehr, also 2 ·x
Mark.
Ferner folgt:
Je 200 g der Flüssigkeit kosten (1,20 − x) Mark,
je 500 g der Flüssigkeit kosten (2,80 − 32 · x) Mark.

125
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

5
Da der Preis für 500 g aber andererseits 2 des Preises für 200 g betragen muss, ergibt sich
3 5 5
2,80 − · x = (1,20 − x) = 3 − x
2 2 2
woraus man x = 0,20 erhält.
Also kostet die leere 200 g-Flasche 0,20 M, die leere 500 g-Flasche mithin 0,30 M und schließlich die leere
1000 g-Flasche 23 · 0,30 M = 0,45 M.
Folglich kosten fünf leere 200 g-Flaschen 5 · 0,20 M = 1 M. Kauft man daher die 1000 g Flüssigkeit nicht
in diesen fünf Flaschen, sondern statt dessen in einer Flasche zu 1000 g, so spart man (1 − 0,45) M =
0,55 M ein.

Aufgabe 220731:
Die Konsumgenossenschaft erstattet in jedem Jahr 1,6% desjenigen Betrages zurück, für den Kon-
summarken abgerechnet wurden. Von vier Familien A, B, C und D ist aus einem Jahr bekannt:

A hatte für einen doppelt so großen Betrag abgerechnet wie B oder, was dasselbe war, für einen
dreimal so großen wie C bzw. für einen viermal so großen wie D;
die vier Familien A, B, C, D erhielten zusammen 336 DM zurückerstattet.

Für jede der vier Familien A, B, C, D soll aus diesen Angaben ermittelt werden:

a) Für welchen Betrag hatte diese Familie in diesem Jahr Konsummarken abgerechnet?
b) Welchen Betrag erhielt daher diese Familie zurückerstattet?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Der Betrag, für den die Familie A, B, C bzw. D Konsummarken abgerechnet hatte, sei a, b, c bzw. d.
Dann gilt
1 1 1
b = a; c = a; d= a
2 3 4
Die vier Familien hatten also zusammen für den Betrag a + 12 a + 13 a + 14 a. Da 1,6% hiervon 336 M sind,
gilt
1 1 1 336 · 100
a+ a+ a+ a= M ⇒ a = 10080M
2 3 4 1,6
und damit
1 1 1
b= · 10080M = 5040M ; c= · 10080M = 3360M ; d= · 10080M = 2520M
2 3 4
b) Familie A erhielt 10080·1,6
100 M = 161,28M , Familie B erhielt 5040·1,6
100 M = 80,64M , Familie C erhielt
3360·1,6
100 M = 53,76M , Familie D erhielt 2520·1,6
100 M = 40,32M .

Aufgabe 230734:
Von einer Zahl wird folgendes gefordert:
Wenn man die Zahl halbiert,
vom Ergebnis dann 1 subtrahiert,
vom dabei erhaltenen Ergebnis ein Drittel bildet,
von diesem Drittel wieder 1 subtrahiert,
vom nun entstandenen Ergebnis ein Viertel bildet
und von diesem Viertel nochmals 1 subtrahiert,
so erhält man 1.
Gib jede Zahl an, die diese Forderung erfüllt! Beweise dazu, dass jede Zahl, die die Forderung erfüllt,
von dir angegeben wurde und dass jede von dir angegebene Zahl die Forderung erfüllt!

126
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Eine Zahl x hat genau dann die geforderte Eigenschaft, wenn sie die Gleichung
 
1 1 x 
−1 −1 −1=1
4 3 2
erfüllt. Diese Gleichung ist der Reihe nach äquivalent mit
 
1 1 x 
−1 −1 −1=1
4 3 2
1 x 
−1 −1=8
3 2
x
− 1 = 27
2
x = 56

Damit ist bewiesen, dass die Zahl 56 die geforderte Eigenschaft hat und dass sie die einzige Zahl mit der
geforderten Eigenschaft ist.

Aufgabe 260732:
Über die Feriengäste in einem Ferienheim ist folgendes bekannt:

Die Anzahl der Mädchen ist gleich der Hälfte der Anzahl derjenigen Feriengäste, die keine Mädchen
sind.
Die Anzahl der Jungen ist gleich einem Drittel der Anzahl derjenigen Feriengäste, die keine Jungen
sind.
Die Anzahl der Frauen ist gleich einem Viertel der Anzahl derjenigen Feriengäste, die keine Frauen
sind.
Außer diesen Mädchen, Jungen und Frauen sind in diesem Ferienheim als Feriengäste noch genau 26
Männer.

Untersuche, ob sich aus diesen Angaben eindeutig die Anzahlen der Mädchen, Jungen und Frauen
ergeben!
Wenn dies der Fall ist, gib diese Anzahlen an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei m die Anzahl der Mädchen, j die Anzahl der Jungen und f die Anzahl der Frauen. Die Anzahl
aller Feriengäste in dem Ferienheim sei x. Dann gilt nach Aufgabenstellung
1 x
m= (x − m) also m= (1)
2 3
Entsprechend folgt aus j = 13 (x − j), also 3j = x − j, die Beziehung j = x4 (2) und aus f = 14 (x − f ) die
Beziehung f = x5 (3).
Nach Aufgabenstellung gilt weiterhin x = m + j + f + 26. Hieraus folgt wegen (1), (2), (3)
x x x
x= + + + 26 ⇒ x = 120
3 4 5
Nochmals nach (1), (2), (3) folgt hieraus m = 40, j = 30, f = 24.
Damit ist gezeigt, dass sich aus den Angaben eindeutig diese Anzahlen der Mädchen, Jungen und Frauen
ergeben.

Aufgabe 280732:
In einer Fabrik zur Herstellung von alkoholhaltigen Essenzen soll aus einem Restbestand von 300 kg
32prozentigem Alkohol durch Zugabe von 90prozentigem Alkohol ein neuer Bestand von 40prozenti-
gem Alkohol hergestellt werden.
Ermittle diejenige Menge 90prozentigen Alkohols, mit der das erreicht wird!

127
IV.I Gleichungen, Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


32
Der Restbestand enthält 100 · 300 kg = 96 kg Alkohol. Fügt man (x kg 90prozentigen Alkohol und damit)
9 9
10 x kg Alkohol hinzu, so enthält der neue Bestand (96 + 10 x) kg Alkohol.
Damit dies 40 Prozent der Menge (300 + x) kg des neuen Bestandes sind, muss
9 4
96 + x= (300 + x)
10 10
gelten. Daraus folgt
9 4
96 + x = 120 + x ⇒ x = 48
10 10
Die gesuchte Menge 90prozentigen Alkohols beträgt 48 kg.

Aufgabe 310731:
Bei einer Geburtstagsfeier wurden an die Kinder Bonbons verteilt:
Das erste Kind bekam 1 Bonbon und ein Zehntel vom verbleibenden Rest,
Das zweite Kind bekam 2 Bonbons und ein Zehntel vom nun verbleibenden Rest,
Das dritte Kind bekam 3 Bonbons und ein Zehntel vom nun verbleibenden Rest, usw.

Schließlich waren, als dies konsequent fortgesetzt worden war, alle Bonbons verteilt, und es stellte
sich heraus, dass jedes Kind dieselbe Anzahl Bonbons erhalten hatte wie jedes andere Kind.

Ermittle aus diesen Angaben die Anzahl a aller verteilten Bonbons, die Anzahl k aller beteiligten
Kinder und die Anzahl b derjenigen Bonbons, die jedes dieser Kinder erhielt!
Überprüfe, dass für die von dir ermittelten Anzahlen a, k, b alle obengenannten Angaben zutreffen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission: 


1 9 9
Aus den Angaben folgt: Das 1. Kind bekam 1+ 10 (a−1) = 10
a
+ 10 Bonbons, danach waren a− a
10 − 10 =
9a 9
10 − 10 Bonbons vorhanden. 
1 9a 9 9a 171
Das 2. Kind bekam 2 + 10 10 − 10 − 2 = 100 + 100 Bonbons.
Da auch das 1. Kind diese Anzahl erhalten hatte, folgt
9a 9 9a 171
− = + ⇒ a = 81
10 10 100 100
und damit weiter
a 9
b= + =9
10 10
Da jedes der k Kinder b Bonbons bekam, ist die Anzahl aller verteilten Bonbons a = k · b; damit folgt
k = 81 : 9 = 9.
Probe:
Nummer des Kindes Anzahl der an dieses Kind ausgegebenen Bonbons danach verbleibender Rest
1 1 + 80 : 10 = 9 81 - 9 = 72
2 2 + 70 : 10 = 9 72 - 9 = 63
... ... ...
8 8 + 10 : 10 = 9 18 - 9 = 9
9 9 + 0 : 10 = 9 9-9=0

Aufgabe 320736:
Über ein Schwimmbecken wurden folgende Angaben gemacht:
Das Becken kann durch zwei getrennte Wasserleitungen gefüllt werden. Aus der zweiten Leitung
strömen in jeder Minute 50 Kubikmeter mehr heraus als aus der ersten. Um das Becken vollständig
zu füllen, werden 48 Minuten gebraucht, wenn beide Leitungen gleichzeitig geöffnet sind; dagegen 2
Stunden, wenn nur die erste Leitung geöffnet ist.
Untersuche, ob das Volumen des Beckens durch diese Angaben eindeutig bestimmt ist! Wenn das der
Fall ist, so ermittle dieses Volumen!

128
IV.II Bewegungsaufgaben

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn das Volumen des Beckens x Kubikmeter beträgt, so folgt aus den Angaben: In jeder Minute strömen
aus der geöffneten ersten Leitung 120
x
Kubikmeter, aus der zweiten ( 120
x
+ 50) Kubikmeter. Das Volumen
des Beckens, das durch beide Leitungen in 48 Minuten gefüllt wird, beträgt daher
 x  x 
48 · + + 50
120 120
Kubikmeter. Also muss die Gleichung
 x  x 
48 · + + 50 = x
120 120
gelten. Durch Umformen wird x = 12000.
Somit ist durch die Angaben eindeutig bestimmt: Das Volumen des Beckens beträgt 12 000 Kubikmeter.

IV.II Bewegungsaufgaben
I Runde 1

Aufgabe V00707:
Herr A fährt mit seinem PKW auf der Autobahn mit 100 km·h−1 an einer Tankstelle (T1 ) vorbei. 35
km hinter T1 muss Herr A den Benzinhahn auf Reserve stellen.
Da die nächste Tankstelle (T2 ) auf der Autobahn noch weitere 35 km entfernt ist, geht Herr A auf
60 km·h−1 herunter um weniger Benzin zu verbrauchen.

Mit welcher Durchschnittsgeschwindigkeit wird Herr A die Strecke zwischen T1 und T2 unter diesen
Bedingungen zurücklegen?

Lösung von Steffen Polster:


35km
Für die Strecke 35 km von T1 bis zum Umschalten auf Reserve werden t1 = s
v = 100 km
= 21 min benötigt.
h
35km
Für die zweite Strecke von 35 km entsprechend t2 = =s
v = 35 min.
60 km
h
Aus der damit benötigten Gesamtfahrzeit von 56 Minuten zwischen T1 und T2 ergibt sich eine Durch-
70km
schnittsgeschwindigkeit von v = 56min = 75 km
h .

Aufgabe 030712:
Bei der Friedensfahrt 1963 wurde zwischen Bautzen und Dresden (57 km) ein Einzelzeitfahren aus-
getragen.
Die Fahrer starteten dabei in Abständen von 1 Minute. Unmittelbar vor dem späteren Gesamtsieger
Klaus Ampler (DDR) startete sein härtester Gegner Vyncke (Belgien). Während Ampler je Stunde
durchschnittlich 42 km zurücklegte, erreichte Vyncke einen Schnitt“ von 40 km je Stunde.

In welcher Zeit und nach wie viel Kilometern hätte Ampler den belgischen Fahrer eingeholt, wenn
beide mit konstanter Geschwindigkeit gefahren wären? Begründe deine Antwort!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ampler legt in jeder Stunde durchschnittlich 2 km mehr zurück als Vyncke. Dieser hatte 23 km Vorsprung,
also wäre er nach 20 min von Ampler eingeholt worden. In dieser Zeit hätte Ampler 14 km zurückgelegt.

Aufgabe 040712:
Ein Güterzug legte in der ersten Stunde 35 43 km und in den nachfolgenden 2 12 Stunden weitere 92,7
km zurück. Für die Rückfahrt auf derselben Strecke benötigte er drei Stunden und 12 Minuten.
Berechne die Durchschnittsgeschwindigkeit für die ganze Fahrt! Runde auf eine Dezimale!

129
IV.II Bewegungsaufgaben

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der Gesamtweg beträgt: (35 34 + 92,7) km · 2 = 256,9 km.
Die gesamte Fahrtzeit beträgt: (1 + 2,5 + 3,2) h = 6,7 h.
Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt somit v = st = 256,9 km
6,7 h ≈ 38,3 km
h .

Aufgabe 160714:
Bei einem Radrennen auf einem Rundkurs von 1 km Länge hatte zu einem bestimmten Zeitpunkt
der Radsportler A genau 500 m Vorsprung vor dem Radsportler B. B fuhr mit einer Geschwindigkeit
von 50 km km
h , A mit einer Geschwindigkeit von 45 h .

a) Nach wie viel Minuten von dem angegebenen Zeitpunkt an gerechnet holte B den Fahrer A das
erste Mal ein, wenn angenommen wird, dass beide mit gleichbleibender Geschwindigkeit fuhren?
b) Nach wie viel weiteren Minuten würde B den Fahrer A zum zweiten Mal einholen ( überrunden“),

wenn beide Fahrer auch weiterhin mit jeweils gleichbleibender Geschwindigkeit weiterfahren würden?
Wie viele Runden hätte A und wie viele B zwischen dem ersten und dem zweiten Mal des Überholens
zurückgelegt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) B muss innerhalb der gesuchten Zeit einen Vorsprung von 500 m aufholen. Innerhalb einer Stunde hätte
B eine um 5 km = 5000 m längere Strecke zurückgelegt als A, d. h. einen zehnmal so großen Vorsprung
1
aufgeholt wie erforderlich. Also holte er den Vorsprung von A in 10 Stunde, d. h. in 6 Minuten auf.

b) Bis zum zweiten Mal des Überholens hätte B einen Vorsprung von 1 km aufzuholen. Die dazu benötigte
Zeit wäre demnach doppelt so lang wie bei a), also 12 Minuten. In dieser Zeit legte A eine Strecke von
1
5 · 45km = 9 km, also 9 Runden, zurück und B daher eine Runde mehr, d. h. 10 Runden.

Aufgabe 230712:
Ein Kraftwagen fährt auf einer Autobahn mit einer konstanten Geschwindigkeit von 80 km h . Ein
zweiter Kraftwagen befindet sich 2 km hinter dem ersten und fährt in derselben Richtung mit einer
konstanten Geschwindigkeit von 85 kmh .

a) Wie viel Minuten benötigt der zweite Kraftwagen, bis er den ersten einholt?
b) Wie viel Kilometer legt der zweite Kraftwagen zurück, bis er den ersten einholt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Da die Geschwindigkeit des zweiten Kraftwagens um 5 kmh größer ist als die des ersten Kraftwagens,
legt der zweite Kraftwagen 5 km mehr in der Stunde zurück als der erste. In 15 h, d. h. in 12 Minuten,
kommt er dem ersten Kraftwagen um 1 km näher, also hat er den ersten Kraftwagen in 2 · 12 Minuten =
24 Minuten eingeholt.

2
b) In dieser Zeit hat er eine Entfernung von 85 · 5 km = 34 km zurückgelegt.

II Runde 2

Aufgabe V10722:
Die Strecke von Berlin nach Karl-Marx-Stadt wird von der Deutschen Lufthansa mit Flugzeugen vom
Typ AN 2 beflogen. Um 09.45 Uhr startet die Maschine in Berlin und landet nach 220 Flugkilometern
um 11.00 Uhr in Karl-Marx-Stadt.
Ein Flugzeug vom Typ IL 14 P startet um 12.30 Uhr in Leipzig und landet um 14.05 Uhr in Barth
nach 443 Flugkilometern.

130
IV.II Bewegungsaufgaben

Im Schnellverkehr der Deutschen Reichsbahn fährt der D-Zug nach Magdeburg um 6.42 Uhr in Berlin
ab und trifft nach einer Fahrtstrecke von 169 km um 8.59 Uhr in Magdeburg ein.

In welchem Verhältnis stehen die Durchschnittsgeschwindigkeiten der drei Verkehrsmittel zueinan-


der?

Lösung von Steffen Polster:


Die Durchschnittsgeschwindigkeit wird mittel v = st berechnet.
Flugzeug AN 2: s1 = 220 km; t1 = 85 min, d. h. v1 = 220 km km
85 = 2,59 min ≈ 155 h
443 km km
Flugzeug IL 14: s2 = 443 km; t1 = 95 min, d. h. v2 = 95 = 4,66 min ≈ 280 h
169 km
D-Zug: s3 = 169 km; t1 = 137 min, d. h. v1 = 137 = 1,23 min ≈ 74 km
h

Aufstellen der gesuchten Proportionen: 155 : 74 = 2,1 und 280 : 74 = 3,8 und somit lautet die gesuchte
Proportion v1 : v2 : v3 = 2,1 : 3,8 : 1.

Aufgabe 010722:
Die Eisenbahnstrecke Leipzig - Halle - Köthen - Magdeburg ist 123,6 km lang. Ein Personenzug fährt
um 12.32 Uhr in Leipzig ab. Er hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,7 km h . Ein D-Zug fährt
um 13.11 Uhr in Leipzig ab. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 75,2 kmh .
a) Um wie viel Uhr holt der D-Zug den Personenzug ein?
b) Wie viel Kilometer haben beide Züge bis dahin zurückgelegt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Gesucht ist diejenige Wegstrecke ist, die beide Züge bis zum Einholen zurücklegen. Diese Wegstrecke ist
das Produkt aus mittlerer Geschwindigkeit und jeweils benötigter Zeit. Die Fahrzeiten, die die beiden
Züge bis dahin benötigen, unterscheiden sich um 39 min = 13 20 h (nämlich der Unterschied zwischen den
Abfahrtszeiten).
Die Gleichung ist also, wenn t die Fahrzeit des D-Zuges bezeichnet:
 
km 13 km km
t · 75,2 = t + h · 32,7 = t · 32,7 + 21,255 km
h 20 h h

a) Daraus errechnet sich t = 0,5 h = 30 min. Der D-Zug holt den Personenzug eine halbe Stunde nach
13.11 Uhr, also um 13.41 Uhr ein.
b) Zu diesem Zeitpunkt haben beide Züge 37,6 km zurückgelegt.

Aufgabe 090723:
Ein Tourist war an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils genau die gleiche Zeit unterwegs.
Am ersten Tag ging er zu Fuß mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6 km/h. Am zweiten
Tag benutzte er ein Moped mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h. Am dritten Tag
benutzte er ein Auto mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h. Der an den drei Tagen
zurückgelegte Gesamtweg betrug 520 km.
Ermittle die Zeit, die er an jedem einzelnen der Tage unterwegs war, und die Anzahl der am ersten,
zweiten bzw. dritten Tage zurückgelegten Kilometer!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die an den einzelnen Tagen zurückgelegten Wege sind proportional den jeweiligen Durchschnittsgeschwin-
digkeiten. Der am zweiten bzw. dritten Tag zurückgelegte Weg ist also das 5- bzw. 10fache des am ersten
Tag zurückgelegten Weges.

Wegen 1 + 5 + 10 = 16 ist somit der Gesamtweg, nach Aufgabenstellung 520 km, das 16fache des am
ersten Tage zurückgelegten Weges.

131
IV.II Bewegungsaufgaben

Dies ist nur möglich, wenn der am ersten Tage zurückgelegte Weg 520km : 16 = 32,5 km und folglich
der am zweiten bzw. dritten Tage zurückgelegte Weg 5 · 32,5km = 162,5 km bzw. 10 · 32,5km = 325 km
betrugen.

Daraus ergibt sich wegen 32,5 65 25


6 = 12 = 5 60 die am ersten Tage (und nach Aufgabenstellung an jedem der
65
drei Tage) aufgewendete Zeit als 12 h (= 5 h 25 min).

Aufgabe 190724:
Ein Kraftfahrer fuhr mit seinem PKW von A nach B. Nach einer Fahrzeit von 20 Minuten hatte er
eine Panne, die in 30 Minuten behoben werden konnte. Nach weiteren 12 Minuten Fahrzeit musste
er an einer geschlossenen Bahnschranke 4 Minuten warten. Bis dahin hatte er 40 km zurückgelegt.
Die Fahrt von der Bahnschranke nach B begann um 11.06 Uhr und verlief ohne Aufenthalt. In
B angekommen, stellt der Kraftfahrer fest, dass er von der Abfahrt an der Bahnschranke bis zur
Ankunft in B genau die Hälfte derjenigen Zeit benötigt hat, die insgesamt von der Abfahrt von A bis
zur Ankunft in B vergangen war.
Es sei angenommen, dass der Kraftfahrer auf jedem Teilstück dieses Weges mit der gleichen Durch-
schnittsgeschwindigkeit fuhr.

a) Zu welcher Uhrzeit traf der Kraftfahrer in B ein?


b) Wie groß war die Durchschnittsgeschwindigkeit, in km h ausgedrückt?
c) Wie viel Kilometer hatte er insgesamt von A nach B zurückgelegt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Der Kraftfahrer benötigte wegen 20 + 30 + 12 + 4 = 66 bis zur Abfahrt von der Bahnschranke genau
66 Minuten. Da diese Zeit ebenso lang war wie die Fahrzeit von der Bahnschranke bis nach B, war er ab
11.06 Uhr noch einmal 66 Minuten bis B unterwegs, traf daher dort um 12.12 Uhr ein.

8
b) Für die ersten 40 km betrug die reine Fahrzeit wegen 66 − 30 − 4 = 32 genau 32 Minuten, das sind 15
8
Stunden. Wegen 40 : 15 betrug seine Durchschnittsgeschwindigkeit mithin 75 kmh .

c) Da er den Rest des Weges mit der gleichen Durchschnittsgeschwindigkeit zurücklegte und dafür 66
Minuten, also 11 11
10 Stunden benötigte, legte er dabei wegen 75 · 10 = 82,5 noch weitere 82,5 km zurück.
Mithin hatte er von A nach B insgesamt 40 km + 82,5 km = 122,5 km zurückgelegt.

III Runde 3

Aufgabe V10734:
Eine Gruppe Junger Pioniere wandert von dem im Tal gelegenen Orte A auf den 9 km entfernten
Berg B. Sie bricht in A um 8.00 Uhr auf und ist in B um 12.00 Uhr angelangt.
Am nächsten Tage wandert die Gruppe denselben Weg zurück. Sie geht um 8.30 Uhr los und kommt
um 11.00 Uhr in A an.
Gibt es auf dem Wege von A nach B einen Punkt, an dem sich die Gruppe an beiden Tagen zu der
gleichen Zeit befindet? Begründe die Antwort!

Lösung von Steffen Polster:


Einen solchen Zeitpunkt gibt es.
Auf dem Weg von A nach B hat die Gruppe eine Geschwindigkeit von v1 = 94km h , auf dem Weg von B
9 km 18 km
nach A von v2 = 2,5 h = 5h .
Von A nach B ist die Gruppe von A nach einer Laufzeit t1 genau s = t1 · v1 = 94 t1 km entfernt. Von B
nach A ist der Abstand nach t2 von B genau s2 = t2 · v2 = 18
5 t2 km. Da die Gesamtstrecke 9 km lang ist,

132
IV.II Bewegungsaufgaben

gilt s1 = 9km − s2 . Da die Gruppe am zweiten Tag eine halbe Stunden losläuft, ist außerdem t2 = t1 − 0,5
h. Damit ergibt sich für den Punkt mit gleichem Abstand zu A und der gleichen Uhrzeit die Gleichung
9 18
t1 = 9 − (t1 − 0,5)
4 5
24
Als Lösung der Gleichung ergibt sich t1 = 13 h, d. h. der Zeitpunkt 9 Uhr 51 min. In diesem Moment
sind die Pioniere an jedem Tag 4,15 km von A entfernt. Die Probe bestätigt das Ergebnis.

Aufgabe 010732:
Im Sommer 1961 stellte der Dresdener Meister des Sports Gerhard Wissmann einen neuen Segelflug-
Rekord im Dreieck-Streckenflug auf. Er legte die Strecke Zossen - Storkow - Golßen - Zossen in 1 h
1 min 30 s zurück.
Auf einer Karte im Maßstab 1 : 750000 stellen wir die folgenden Strecken fest: Zossen–Storkow 4,5
cm, Storkow–Golßen 5,2 cm, Golßen–Zossen 3,9 cm. Zu der errechneten Entfernung müssen wir noch
4 km für Umwege bei der Kursänderung hinzuzählen.

a) Welche Durchschnittsgeschwindigkeit erreichte Gerhard Wissmann?


b) Um wie viel Prozent war seine Geschwindigkeit höher als die des westdeutschen Rekordinhabers
Ernst-Günter Haase, der eine Strecke von 100 km in 1 h 12 min zurücklegte?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die geflogene Entfernung betrug 750000 · (4,5 + 5,2 + 3,9) cm + 4 km = 106 km.
106 km 17 km
1. Als Durchschnittsgeschwindigkeit erreichte Gerhard Wissmann 1
1 40 h
= 103 41 h .

100 km
2. Sein Konkurrent Ernst-Günter Haase erreichte nur 1 15 h
= 83 13 km
h , so dass der neue Rekordinhaber
den alten um 24 % übertraf.

Aufgabe 130736:
Ein mit konstanter Geschwindigkeit fahrender Zug fuhr über eine 225 m lange Brücke in genau 27
s (gerechnet von der Auffahrt der Lok auf die Brücke bis zur Abfahrt des letzten Wagens von der
Brücke).
An einem Fußgänger, der entgegen der Fahrtrichtung des genannten Zuges ging, fuhr dieser in genau
9 s vorüber. In dieser Zeit hatte der Fußgänger genau 9 m zurückgelegt.
Ermittle die Länge des Zuges (in Meter) und seine Geschwindigkeit (in Kilometer je Stunde)!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Man könnte sich vorstellen, dass der Fußgänger im selben Augenblick die Brücke (entgegengesetzt zur
Fahrtrichtung des Zuges) verlässt, in dem die Lok auf die Brücke fährt. Wenn der Fußgänger nach 9 s
9 m zurückgelegt hat, fährt der letzte Wagen des Zuges an ihm vorbei. Bis zum Verlassen der Brücke
benötigt dieser Wagen wegen 27 − 9 = 18 noch 18 s. In dieser Zeit legt er wegen 225 + 9 = 234 genau 234
m zurück.

Folglich betrug wegen 234 : 18 = 13 die Durchschnittsgeschwindigkeit des Zuges 13 m/s das sind wegen
3600
13 · 1000 = 46,8 genau 46,8 km
h .
Da der Zug zur Brückenfahrt 27 s benötigte, legte die Lok wegen 13·27 = 351 in dieser Zeit 351 m zurück.
Diese Strecke setzt sich aus den 225 m Länge der Brücke und der Länge des Zuges zusammen. Wegen
352 − 225 = 126 hat der Zug mithin eine Länge von 126 m.

133
IV.II Bewegungsaufgaben

Aufgabe 250734:
Ein Jagdflugzeug flog in einer halben Stunde 200 km weiter als ein Sportflugzeug in einer Stunde.
Wie groß war die Geschwindigkeit jedes dieser beiden Flugzeuge, wenn die des Jagdflugzeuges dreimal
so groß war wie die des Sportflugzeugs?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Geschwindigkeit des Sportflugzeugs sei x km km
h , die des Jagdflugzeugs ist dann 3x h . Da das Sport-
flugzeug in einer Stunde x km flog, flog das Jagdflugzeug in einer halben Stunde (x + 200) km und daher
in einer Stunde 2 · (x + 200) km. Also gilt

3x = 2 · (x + 200) ⇒ x = 400
km
Das Sportflugzeug hatte somit die Geschwindigkeit 400 h , das Jagdflugzeug hatte die Geschwindigkeit
1200 km
h .

Aufgabe 260731:
Herr Anders fuhr mit seinem Pkw auf der Autobahn mit einer Geschwindigkeit von 100 km h an
einer Tankstelle (A) vorbei. Nach einer weiteren Fahrstrecke von 175 km musste Herr Anders den
Benzinhahn auf Reserve stellen.
Da die nächste Tankstelle (B) von dieser Stelle aus auf der Autobahn noch 45 km entfernt liegt,
verringerte Herr Anders seine Geschwindigkeit auf 60 kmh , um weniger Benzin zu verbrauchen.
Mit welcher Durchschnittsgeschwindigkeit legte Herr Anders die Strecke zwischen A und B zurück?
(Der kurze Bremsweg, auf dem die Geschwindigkeit von 100 km h auf 60 h h herabgesetzt wurde,
km

soll in der Rechnung nicht berücksichtigt werden, da er die gesuchte Durchschnittsgeschwindigkeit


nur unwesentlich beeinflusst.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Fahrstrecke von A bis zu der Stelle, an der die Geschwindigkeit herabgesetzt wurde, beträgt s1 = 175
km, die Fahrstrecke von dieser Stelle bis B beträgt s2 = 45 km, die Gesamtstrecke von A bis B also
s = s1 + s2 = 220 km. (1)
Die Geschwindigkeit, mit der die erste Teilstrecke zurückgelegt wurde, beträgt v1 = 100 kmh . Da diese
Geschwindigkeit konstant war, ergibt sich als Fahrzeit für diese Strecke
s1 175 7
t1 = = h= h
v1 170 4

Die Geschwindigkeit, mit der die zweite Teilstrecke zurückgelegt wurde, beträgt v2 = 60 km
h . Da auch
diese Geschwindigkeit konstant war, ergibt sich als Fahrzeit für diese Strecke
s2 45 3
t2 = = h= h
v2 60 4

Also ist die gesamte Fahrzeit von A nach B t = t1 + t2 = 25 h (2). Aus (1) und (2) ergibt sich als gesuchte
Durchschnittsgeschwindigkeit
s 200 km km
v= = 5 = 88
t 2h
h

Aufgabe 330734:
Ulrike sitzt am Fenster eines Zuges, der mit der Geschwindigkeit 60 km
h fährt. Sie beobachtet, dass an
ihrem Fenster ein Gegenzug innerhalb von 4 Sekunden vorüberfährt. Außerdem weiß sie, dass dieser
Gegenzug 120 m lang ist.
Untersuche, ob die Geschwindigkeit des Gegenzuges durch diese Angaben eindeutig bestimmt ist!
Wenn das der Fall ist, gib diese Geschwindigkeit in kmh an!

134
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Strecke, die der Gegenzug in 4 Sekunden durchfährt, ergibt sich, wenn man seine Länge 120 m um
die Länge derjenigen Strecke vermindert, die Ulrikes Zug selbst in diesen 4 Sekunden zurücklegt. Die
letztgenannte Strecke beträgt wegen der Geschwindigkeit 60 km
h von Ulrikes Zug

60 · 1000 m 200
4s · = m
3600 s 3
Also durchfährt der Gegenzug in 4 Sekunden die Strecke 120 m − 200 3 m =
160
3 m; somit ist seine Ge-
schwindigkeit eindeutig durch die Angaben bestimmt, sie beträgt 48 km
h .

IV.III Prozentrechnung, Proportionalität


I Runde 1

Aufgabe V10712:
Einer der größten von Menschenhand geschaffenen Seen ist der Zimljansker Stausee in der Sowjetu-
nion. Er hat eine Oberfläche von rund 2600 km2 . Die Fläche des Müggelsees beträgt dagegen rund
750 ha.
Wie viel mal so groß ist die Fläche des Zimljansker Stausees?

Lösung von Steffen Polster:


2600 km2 sind gleich 260000 ha. Damit wird 260000
750 = 346,6 ≈ 347.
Der Stausee ist 347 mal größer als der Müggelsee.

Aufgabe V10713:
Für eine elektrische Leitung von 7 km Länge benötigt man 259 kg Kupferdraht.
Wie viel Kilogramm Kupferdraht der gleichen Stärke benötigt man für eine Leitung von 22 km
Länge?

Lösung von Steffen Polster:


259
Mit direkter Proportionalität wird 7 = x
22 und x = 814 kg. Es werden 814 kg Kupferdraht benötigt.

Aufgabe 010712:
Beim freiwilligen Kartoffeleinsatz trugen drei Gruppen von Schülern einer 7. Klasse einen kleinen
Wettbewerb aus. Sie sammelten gemeinsam insgesamt 52 dt Kartoffeln. Dabei sammelte die zweite
Gruppe 1 12 mal soviel wie die erste, die dritte 3 dt Kartoffeln mehr als die erste.
Wie viel Dezitonnen Kartoffeln sammelte jede Gruppe?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Zusammen sammelten die drei Gruppen also 1 mal + 1 21 mal + 1 mal soviel wie die erste allein plus 3 dt
zusätzlich. 3 12 mal der Ertrag der ersten ist also gleich (52 - 3) dt = 49 dt. Das bedeutet, dass die erste
Gruppe 14 dt Kartoffeln aufgesammelt hat, für die zweite folgt daraus 21 dt und für die dritte 17 dt.

Aufgabe 010713:
Im Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion sägt ein Schüler ein Stück Vierkantstahl ab, das
475 p schwer ist. Am nächsten Tag wird ein Stück Vierkantstahl, dessen Abmessungen viermal so
groß sind wie bei dem abgesägten Stück und das aus gleichem Material besteht, bearbeitet.
Wie schwer ist das Stück? Begründe die Antwort!

135
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Das Volumen steigt proportional mit jeder Abmessung; da es drei mögliche Abmessungen gibt, hat das
neue Stück ein 4 · 4 · 4 = 64mal so großes Volumen. Das Gewicht verhält sich (bei gleichem Material) wie
das Volumen, daher ist das neue Gewicht 30400 p.

Aufgabe 050711:
2
Zwei Jungen vergleichen ihre Ersparnisse. Sie stellen fest: 3 von Peters Sparbetrag ist genau soviel
wie 34 von Rainers Sparbetrag.
Wer hat mehr Geld gespart?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Peters Geldbetrag sei p, Rainers r. Dann gilt 23 p = 34 r und folglich p = 89 r > r, also hat Peter mehr Geld
gespart als Rainer.

Aufgabe 060711:
Ein Vater geht mit seinem Sohn spazieren. Dabei stellen sie fest: Jede Strecke, die der Sohn mit drei
Schritten zurücklegt, schafft der Vater mit zwei Schritten.
Nach wie viel Schritten des Vaters setzen beide gleichzeitig den rechten Fuß auf, wenn beide den
ersten Schritt gleichzeitig beginnen und mit dem rechten Bein ausführen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Nur nach jedem zweiten Schritt des Vaters setzen Vater und Sohn gleichzeitig einen Fuß auf. Das ist beim
Vater stets der linke Fuß, da er laut Aufgabe den ersten Schritt mit den rechten Bein ausgeführt hat.
Also können beide niemals unter den Bedingungen der Aufgabe gleichzeitig den rechten Fuß aufsetzen.

Aufgabe 120711:
Klaus hatte an einem Sonnabend um 12.00 Uhr seine Armbanduhr nach dem Zeitzeichen von Radio
DDR eingestellt. Er bemerkte am folgenden Sonntag um 12.00 Uhr beim Zeitzeichen, dass seine Uhr
um genau 6 Minuten nachging, vergaß aber, sie richtig zu stellen.
Er wollte am folgenden Montag früh genau um 8.00 Uhr fortgehen.

Welche Zeit zeigte seine Uhr zu dieser Uhrzeit an, wenn angenommen wird, dass seine Uhr während
der ganzen Zeit gleichmäßig lief?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Armbanduhr ging in 24 Stunden genau 6 Minuten nach, d. h., in jeder Stunde ging sie den 24. Teil
von 6 Minuten, das ist 41 4 Minute, nach.
Da von Sonnabend 12.00 Uhr bis Montag 8.00 Uhr genau 44 Stunden vergangen waren, ging die Uhr
wegen 44 · 14 = 11 mithin 11 Minuten nach, zeigte also 7.49 Uhr, als es genau 8.00 Uhr war.

Aufgabe 190711:
Eine Gruppe von 8 Schülern hebt bei der Produktionsarbeit im Patenbetrieb einen Graben von 30
cm Breite, 60 cm Tiefe und 20 m Länge aus. Eine zweite Gruppe von 6 Schülern hebt einen Graben
von 25 cm Breite, 50 cm Tiefe und 22 m Länge aus.

Es werde vorausgesetzt, dass von jedem der 14 Schüler für das Ausheben gleich großer Volumina
gleiche Zeiten benötigt werden (wobei die für das Ausheben eines bestimmten Volumens benötigte
Zeit bei allen Schülern dieselbe sei).

Welche der beiden Gruppen benötigt für das Ausheben ihres Grabens unter diesen Voraussetzungen
weniger Zeit als die andere?

136
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Das Volumen des Grabens der ersten Gruppe beträgt (3 · 6 · 200) dm3 = 3600 dm3 ; für jeden der 8 Schüler
dieser Gruppe ist daher ein Volumen von (3600 : 8) dm3 = 450 dm3 auszuheben.
Das Volumen des Grabens der zweiten Gruppe beträgt (2,5 · 5 · 220) dm3 = 2750 dm3 ; für jeden der 6
Schüler dieser Gruppe ist daher ein Volumen von (2750 : 6) dm3 = 458 31 dm3 auszuheben.
Hat jeder der Schüler so lange gearbeitet, bis er 458 dm3 ausgehoben hat, so ist die erste Gruppe fertig,
die zweite noch nicht. Daher benötigt die erste Gruppe weniger Zeit als die zweite.

Aufgabe 260713:
Für die Klassen 2, 3 und 4 einer Schule steht ein Schulgarten mit einem Flächeninhalt von genau
800 Quadratmetern zur Verfügung. Ein Viertel dieser Fläche wird für einen Spielplatz und für das
Anlegen von Wegen vorgesehen, die übrige Fläche soll zur Bearbeitung auf die drei Klassen aufgeteilt
worden.
Da den einzelnen Klassen unterschiedlich viele Schüler angehören, nämlich der 2. Klasse 25 Schüler,
der 3. Klasse 20 Schüler und der 4. Klasse 30 Schüler, wird vereinbart, dass jedem Schüler der
genannten Klassen eine gleich große Fläche zur Bearbeitung zugewiesen wird.
Wie viel Quadratmeter Gartenland hat demnach jede der drei Klassen zu bearbeiten?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Fläche für Wege und Spielplatz beträgt 41 von 800 m2 , das sind 200 m2 . Zur Bearbeitung verbleiben
somit 800 m2 - 200 m2 = 600 m2 .
Die Gesamtschülerzahl der drei Klassen beträgt 25 + 20 + 30 = 75. Somit hat
Klasse 2 25 2
75 von 600 m , das sind 200 m ,
2
20
Klasse 3 75 von 600 m , das sind 160 m2 und
2

Klasse 4 30 2
75 von 600 m , das sind 240 m
2

zu bearbeiten.

Aufgabe 310711:
Ein Warenhaus erhielt eine Lieferung von roten, blauen und grünen Bällen, zusammen 675 Stück.
Während einer gewissen Zeit wurden davon verkauft:
die Hälfte der roten Bälle, zwei Drittel der blauen Bälle und ein Viertel der grünen Bälle.

Es stellte sich heraus, dass danach von jeder der drei Farben noch gleich viele Bälle übriggeblieben
waren.
Ermittle aus diesen Angaben,
a) wie viele Bälle von jeder der drei Farben in der genannten Zeit verkauft worden waren.
b) wie viele Bälle danach insgesamt noch vorhanden waren!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Anzahl der Bälle, die von jeder Farbe am Ende noch vorhanden waren, sei x. Nach den Angaben im
Aufgabentext kam dies so zustande, dass

x rote Bälle verkauft wurden, also 2x geliefert worden waren,


2x blaue Bälle verkauft wurden, also 3x geliefert worden waren, und
3x grüne Bälle verkauft wurden, also 4x geliefert worden waren.

Mithin hatte die gesamte Lieferung aus 2x + 3x + 4x = 9x Bällen bestanden; daher gilt 9x = 675, x = 75.
Es wurden somit genau 75 rote, 150 blaue und 225 grüne Bälle verkauft, und danach waren noch insgesamt
3 · 75 = 225 Bälle vorhanden.

137
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

Aufgabe 330711:
In einer Hühnerfarm wurden 2500 Hühner gehalten. Am ersten Tag eines Monats war Futter vorhan-
den, das für genau 30 Tage ausreichend war. Nach genau 14 Tagen wurden 500 Hühner geschlachtet.
Um wie viele Tage länger wurde dadurch die Zeit, für die das Futter ausreichend war?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Das nach 14 Tagen vorhandene Futter hätte für 2500 Hühner noch 16 Tage gereicht. Für 500 Hühner
würde es 5 mal so lange reichen, d. h. 5 · 16 Tage.
Für 2000 Hühner reicht es 41 dieser 5 · 16 Tage, d.s. 5 · 4 = 20 Tage. Verglichen mit 16 Tagen reicht es
also um 4 Tage länger.

II Runde 2

Aufgabe V10721:
Alle Länder des sozialistischen Lagers zusammen erzeugten:
Erzeugnis Vorkriegsjahr 1959
Elektroenergie 84,7 Mrd. kWh 418,2 Mrd. kWh
Stahl 25,4 Mill. t 92,7 Mill. t
Zement 14,5 Mill. t 73,3 Mill. t
Um wie viel Prozent stieg die Erzeugung?

Lösung von Steffen Polster:


Mit der Beziehung W : G = p : 100 (Prozentwert W , Grundwert G, Prozentsatz p) wird für jedes
Erzeugnis:
Elektroenergie p = 493,7, d. h. Anstieg um 393,7 %; Stahl p = 365,0, d. h. Anstieg um 265 % und Zement
p = 505,5, d. h. Anstieg um 405,5 %.

Aufgabe 010721:
Der Kapitalismus hat zur Folge, dass einer Handvoll industriell hochentwickelter Länder eine große
Anzahl sehr schwach entwickelter Länder gegenüberstehen, die durch die imperialistischen Mächte
ausgebeutet und ausgeplündert werden.
So erzeugten die hoch entwickelten Länder bei einer Bevölkerungszahl von 603000000 Menschen im
Jahre 1959 insgesamt 204000000 t Stahl und 1604 Milliarden Kilowattstunden Elektroenergie. Die
schwach entwickelten Länder erzeugten im gleichen Jahr bei einer Bevölkerungszahl von 1283000000
Menschen nur 6000000 t Stahl und 120 Milliarden Kilowattstunden Elektroenergie.
Wie viel Stahl und wie viel Kilowattstunden hätten die schwach entwickelten Länder erzeugen müssen,
wenn sie im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl genau so viel produziert hätten wie die imperialis-
tischen Mächte?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Zuerst rechnet man die Pro-Kopf-Produktion in den hoch entwickelten Ländern aus.

t
Stahl: 204 000 000 t : 603 000 000 = 0,338 Person ,
Energie: 1 604 000 000 000 kWh : 603 000 000 = 2 660 kWh/Person.

Diese Werte multipliziert man mit der Anzahl der Menschen in den schwach entwickelten Ländern und
stellt fest, dass sie etwa 434000000 t Stahl und 3413 Mrd. kWh Energie hätten produzieren müssen.

138
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

Aufgabe 020721:
An der Berliner Mathematik-Olympiade des Jahres 1962 nahmen im Stadtbezirk Köpenick 3808 von
5828 Schülern und im Stadtbezirk Lichtenberg 5097 von 7387 Schülern teil.
Welcher Stadtbezirk wies die bessere relative Beteiligung auf? Die Antwort ist zu begründen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die relative Beteiligung ist der Quotient aus der Anzahl der Schüler, die teilgenommen haben, und denen,
3808
die hätten teilnehmen können. Es müssen also die Zahlen 5828 und 5097
7387 verglichen werden.
Zur Vereinfachung kann man beide Zahlen auf einen Nenner bringen und die Zähler vergleichen; dann
stellt man fest, dass
3808 · 7387 ≈ 28100000 < 5097 · 5828 ≈ 29700000
gilt. Das bedeutet, dass die relative Beteiligung in Lichtenberg höher ist.

Aufgabe 060724:
In einem zylindrischen Gefäß (gerader Kreiszylinder mit waagerechter Bodenfläche) befindet sich
Wasser. Der Wasserspiegel steht bei 43 der Höhe des Gefäßes. Nachdem genau 2 21 Liter Wasser aus
diesem Gefäß ausgegossen wurden, steht der Wasserspiegel bei 25 der Gefäßhöhe.
Welches Fassungsvermögen hat das Gefäß?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Das Volumen (in Litern gemessen) ist der Höhe des Gefäßes direkt proportional. 34 des Volumens verrin-
gern sich auf 24 des Volumens dadurch, dass 2 12 Liter ausgegossen werden.
Wegen 43 − 25 = 20 7 7
folgt daraus: 20 des Volumens sind gleich 2 12 Liter. Das Gefäß hat demnach ein
50
Fassungsvermögen von 7 Liter.

Aufgabe 090721:
Vater und Sohn gehen nebeneinander. In der gleichen Zeit, in der der Vater 4 Schritte macht, macht
der Sohn jedesmal 5 Schritte, und in dieser Zeit legen beide jedesmal genau den gleichen Weg zurück.
Die durchschnittliche Schrittlänge des Vaters beträgt 80 cm.

a) Wie groß ist die durchschnittliche Schrittlänge des Sohnes?


b) Wir nehmen an, dass beide gleichzeitig mit dem rechten Fuß beginnen. Nach dem wievielten Schritt
des Vaters treten beide erstmalig gleichzeitig mit dem linken Fuß auf?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

a) Mit 4 Schritten legt der Vater 320 cm zurück; denn 4 · 80cm = 320 cm. Da der Sohn für die gleiche
Strecke 5 Schritte braucht, beträgt wegen 320 : 5 = 64 seine durchschnittliche Schrittlänge 64 cm.

b) Genau dann, wenn der Vater ein (positives ganzzahliges) Vielfaches von 4 als Schrittzahl beendet hat,
hat der Sohn gleichzeitig mit dem Vater eine ganzzahlige Schrittzahl beendet, treten also Vater und
Sohn gleichzeitig auf.
Dies geschieht genau dann mit dem linken Fuß, wenn sie eine gerade Anzahl von Schritten beendet ha-
ben. Bei dem Vater ist dies für jedes Vielfache von 4 der Fall, bei dem Sohn genau für alle geradzahligen
Vielfachen von 5. Das kleinste (positive) geradzahlige Vielfache von 5 ist aber das Zweifache.
Daher treten Vater und Sohn erstmalig nach dem 8. Schritt des Vaters gleichzeitig mit dem linken
Fuß auf.

139
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

Aufgabe 160722:
Eine Gärtnerische Produktionsgenossenschaft verkaufte in den Monaten August bis November Äpfel.
Der Preis für 1 kg Äpfel war im September um 20% niedriger als im August, im November hingegen
um 20% höher als im September.
Waren die Äpfel im November billiger, im Preis gleich oder teurer als im August?
Falls der Preis im November von dem im August abwich, ist anzugeben, um wie viel Prozent des
Augustpreises der Novemberpreis von diesem abwich.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der Preis für 1 kg Äpfel betrage im August x Mark, dann beträgt er im September (x − 15 ) Mark = 45 x
Mark. Im November betrug der Preis
4 1 4 24
x Mark + · x Mark = Mark
5 5 5 25
Da 24 24 1 4
25 x < x ist, waren die Äpfel im November billiger als im August. Aus x − 25 x = 25 x = 100 x folgt,
dass der Preis für die Äpfel im November um 4% ihres Preises im August von diesem abwich.

Aufgabe 200722:
Von einem Dreieck wird gefordert:
Die Maßzahlen der in cm gemessenen Seitenlängen a, b, c sollen natürliche Zahlen sein, die Seitenlänge
a soll genau 36% des Umfangs u betragen, die Seitenlänge b genau 48% des Umfangs.

a) Untersuche, ob es unter diesen Bedingungen ein Dreieck gibt, dessen Umfang u = 25 cm ist! Wenn
dies der Fall ist, so gib seine Seitenlängen an!
b) Untersuche, ob es unter den genannten Bedingungen auch ein Dreieck gibt, dessen Umfang u > 25
cm ist! Wenn dies der Fall ist, so gib seine Seitenlängen an!
c) Ermittle alle diejenigen Längen u, die kleiner als 100 cm sind und als Umfang eines Dreiecks
auftreten können, dessen Seitenlängen die gestellten Forderungen erfüllen! Ermittle zu jedem dieser
Werte u jeweils die Seitenlängen eines solchen Dreiecks!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


25
a) 36% von 25 cm sind 36 · 100 cm = 9 cm, 48% von 25 cm sind 12 cm.
Ferner gilt 25 cm - 9 cm - 12 cm = 4 cm. Da nun die Dreiecksungleichungen

12 cm + 4 cm > 9 cm, 4 cm + 9 cm > 12 cm, 9 cm + 12 cm > 4 cm

erfüllt sind, gibt es ein Dreieck mit den Seitenlängen a = 9 cm, b = 12 cm, c = 4 cm. Dieses erfüllt die
gestellten Forderungen.

b), c) Wenn eine Länge u = z cm als Umfang eines Dreiecks auftritt, das die Forderungen der Aufgabe
36 9
erfüllt, so folgt: Die Zahl z ist eine natürliche Zahl, ferner ist auch 100 z = 25 z eine natürliche Zahl,
nämlich die Maßzahl von a.
Also ist 9z durch 25 teilbar. Da 9 zu 25 teilerfremd ist, ist mithin z durch 25 teilbar. Somit kann nur für
z = 25n mit natürlichem n die Länge u = z cm als Umfang eines Dreiecks auftreten, das die gestellten
Forderungen erfüllt.
Wegen der Forderung z < 100 kommen dabei nur Werte n < 4 in Betracht, d. h. die Längenangaben
u = 25 cm, u = 50 cm, u = 75 cm.

Für jede solche Umfangsangabe gilt: 36% von 25n sind 9n; 48% von 25n sind 12n; ferner gilt 25n−9n−12n
= 4n. Wieder sind damit die Dreiecksungleiohungen erfüllt, also gibt es zu diesen Umfangsangaben auch
Dreiecke, die die Forderungen der Aufgabe erfüllen.

Indem man für n die Werte 1, 2, 3 einsetzt, erhält man die gesuchten Seitenlangen, nämlich für n = 1
die Werte aus dem Aufgabenteil a) und für n = 2 zum Umfang u = 50 cm die Seitenlängen a = 18 cm,

140
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

b = 24 cm, c = 8 cm bzw. für n = 3 zum Umfang u = 75 cm die Seitenlängen a = 27 cm, b = 36 cm,


c = 12 cm.

Aufgabe 230721:
Uwes Schulweg führt am Rathaus und am Bahnhof vorbei. Am Rathaus hat Uwe ein Viertel des
Weges geschafft; die Rathausuhr zeigt 7.30 Uhr an. Am Bahnhof hat Uwe ein Drittel des Weges
hinter sich; die Bahnhofsuhr zeigt 7.32 Uhr an.
Um wie viel Uhr trifft Uwe in der Schule ein, wenn er während den gesamten Weges mit gleichblei-
bender Geschwindigkeit geht?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn der Weg bis zum Rathaus genau 41 des Gesamtweges und der Weg bis zum Bahnhof genau 31 des
Gesamtweges ist, dann ist der Weg vom Rathaus bis zum Bahnhof (wegen 13 − 41 = 12
1 1
) genau 12 des
Gesamtweges.

Wenn der Weg bis zum Bahnhof genau 13 des Gesamtweges ist, dann ist der Weg vom Bahnhof bis zur
Schule genau 23 = 12
8
des Gesamtweges.
1 8
Da Uwe für 12 des Gesamtweges genau 2 Minuten benötigte, benötigte er für 12 des Gesamtweges genau
16 Minuten. Da Uwe um 7.32 Uhr am Bahnhof war, trifft er folglich um 7.48 Uhr in der Schule ein.

Aufgabe 290721:
Susi geht einkaufen. Von dem Geld, das ihr die Mutter gegeben hat, gibt sie 30% im Fleischerladen
aus; im Milchladen bezahlt sie mit einem Viertel desjenigen Betrages, den ihr die Mutter gegeben
hatte. Im Gemüseladen braucht sie genau vier Fünftel desjenigen Betrages, den sie im Fleischerladen
bezahlt hatte.
Beim Bäcker schließlich gibt sie doppelt so viel Geld aus, wie sie danach als Restbetrag wieder mit
nach Hause bringt. Von diesem Restbetrag gibt ihr die Mutter die Hälfte, nämlich genau 1,05 M,
damit sie sich ein Softeis kaufen kann.

Ermittle den Geldbetrag, den Susi zu Anfang von der Mutter bekommen hatte!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da von dem Restbetrag, den Susi wieder mit nach Hause brachte, die Hälfte genau 1,05 M war, ergibt
sich, dass dieser Restbetrag selbst 2,10 M betragen hat. Doppelt so viel, also 4,20 M, gab Susi beim
Bäcker aus.
Nach dem Einkauf im Fleischer-, Milch- und Gemüseladen hatte sie also noch 4,20 M + 2,10 M = 6,30
M. Im Fleischerladen gab sie 30% des Betrages aus, den ihr die Mutter ursprünglich mitgegeben hatte;
im Gemüseladen vier Fünftel von diesen 30%, das sind also 24% des ursprünglichen Betrages.
Im Milchladen gab sie ein Viertel, d. h. 25% des ursprünglichen Betrages aus. Daher gab Susi in diesen
drei Läden zusammen 30% + 25% + 24% = 79% des ursprünglichen Betrages aus; folglich waren die 6,30
M, die ihr nach diesen drei Einkäufen verblieben waren, 21% des ursprünglichen Betrages. War G dieser
Betrag, so gilt also G = 6,30 · 100
21 M = 30 M.

Aufgabe 340722:
a) Ein Wettspielgewinn von 1485 DM soll auf drei Teilnehmer im Verhältnis 2 : 3 : 4 aufgeteilt
werden.
Wie viel bekommt jeder?

b) Bei einem anderen Spiel erhält ein Teilnehmer ein Fünftel der Gewinnsumme, das sind 150 DM.
Der Rest soll auf die beiden anderen Teilnehmer im Verhältnis 5 : 7 aufgeteilt werden.
Wie viel bekommt jeder von ihnen?

141
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

c) Bei einem dritten Spiel wurde vereinbart, den Gewinn im Verhältnis der Einsätze aufzuteilen, mit
denen sich die Teilnehmer an dem Wettspiel beteiligt hatten. Die Summe dieser Einsätze der drei
Teilnehmer Anke, Bertram und Claus hatte 44 DM betragen, ferner gilt: Hätte Anke 6 DM mehr
eingesetzt und hätte Claus das Doppelte seines Einsatzes eingesetzt, so hätten alle drei den gleichen
Gewinnanspruch erreicht.
Wie groß waren die drei Einsätze?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die Teilnehmer sollen der Reihe nach 2 Teile, 3 Teile und 4 Teile des Gewinns erhalten, wobei alle
diese Teile gleichgroß sein sollen und zusammen den gesamten Gewinn ausmachen sollen. Da es also
2 + 3 + 4 = 9 Teile sein sollen, muss jedes Teil 1485 DM : 9 = 165 DM betragen. Also erhalten die
Teilnehmer der Reihe nach

2 · 165 DM = 330 DM, 3 · 165 DM = 495 DM, 4 · 165 DM = 660 DM

b) Da ein Fünftel des Gewinns 150 DM sind, beträgt der gesamte Gewinn 5 · 150 DM = 750 DM.
Die im Aufgabentext genannten beiden anderen Teilnehmer bekommen zusammen 750 DM - 150 DM
= 600 DM. Zur Aufteilung dieses Betrages im Verhältnis 5 : 7 ergibt sich entsprechend wie in a) wegen
5+7 = 12 und 600 : 12 = 50: Die beiden anderen Teilnehmer erhalten der Reihe nach 5·50 DM = 250 DM;
7 · 50 DM = 350 DM.

c) Waren a, b, c die in DM gerechneten Einsätze von Anke, Bertram bzw. Claus, so gilt a + b + c = 44
und a + 6 = 2c = b.
Setzt man hieraus a = 2c − 6 und b = 2c in die erste Gleichung ein, so folgt 2c − 6 + 2c + c = 44, d. h.
c = 10 und damit weiter b = 20, a = 14.
Also wurden folgende Beträge gesetzt: Anke: 14 DM, Bertram: 20 DM, Claus: 10 DM.

III Runde 3

Aufgabe V10731:
In der DDR stieg die Zahl der hergestellten Fotoapparate von 1959 um 10% gegenüber 1958 und
betrug rund 558000 Stück. Wie viel Stück wurden 1958 hergestellt?
Fritz rechnet: 558000 minus 10% davon, das sind 55800. Also wurden 1958: 558000−55800 = 502200

Stück hergestellt.“
a) Welchen Fehler hat Fritz gemacht?
b) Wie muss man richtig rechnen, und wie lautet das Ergebnis?
c) Die Zahl der hergestellten Fernsehempfänger stieg von 1958 bis 1959 um 61% und betrug 1959
290000 Stück. Wie viel Stück wurden 1958 hergestellt?
d) Wie groß ist in diesem Falle die Abweichung gegenüber dem Ergebnis, das Fritz mit seiner falschen
Rechnung erhält?

Lösung von Steffen Polster:


a) Der Fehler besteht darin, dass die 10 % auf den Prozentwert von 1959 bezogen wurde und nicht auf
den Grundwert von 1958.
b) Eine Steigerung von 10 % bedeutet, dass der Prozentwert P von 1959 110 % des Grundwertes G von
1958 entspricht, d. h.
P 110 558000 558000
= → = 1,1 → G= = 507272
G 100 G 1,1
1958 wurden 507272 Fotoapparate hergestellt.
c) Analog zur Aufgabe b) wird

P 161 290000 290000


= → = 1,61 → G= = 180124
G 100 G 1,61

142
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

1958 wurden 180124 Fernsehgeräte produziert.


d) Mit der fehlerhaften Berechnung würde sich ergeben: 290000 − 0.61 · 290000 = 113100. Die Abweichung
wäre folglich 67024 Fernsehgeräte.

Aufgabe V10732:
Im Grundlehrgang Metallbearbeitung wurden von 5 Schülern Spannstücke für Parallelschraubzwingen
angefertigt. Beim Nachmessen stellen die Schüler folgende Längen fest:
Spannstück 1 Länge 119,5 mm,
Spannstück 2 Länge 119,7 mm,
Spannstück 3 Länge 120,2 mm,
Spannstück 4 Länge 120,1 mm,
Spannstück 5 Länge 120,6 mm.
a) Welche durchschnittliche Länge hatten die Spannstücke?
b) Wie groß ist die Abweichung der Maßzahlen vom Sollmaß (120,0 mm) bei den einzelnen
Spannstücken? (absoluter Fehler).
c) Wie viel Prozent des Sollmaßes betragen die Abweichungen? (prozentualer Fehler).
d) Welche Spannstücke sind brauchbar, wenn der prozentuale Fehler höchstens 1/2 Prozent betragen
darf?

Lösung von Steffen Polster:


a) (119,5 + 119,7 + 120,2 + 120,1 + 120,6) : 5 = 120,02 Der Mittelwert ist 120,2 mm.
b-d)
Spannstück absoluter Fehler prozentualer Fehler
1 0,5 mm 0,417 %
2 0,3 mm 0,25 %
3 0,2 mm 0,167 %
4 0,1 mm 0,083 %
5 0,6 mm 0,5 %
Alle Spannstücke entsprechen dem maximalen Fehler und sind damit brauchbar.

Aufgabe 010731:
Ein guter Melker kann in einer Stunde höchstens 8 Kühe melken. Durch den Einsatz einer sowjetischen
Melkmaschine kann er in 8 Stunden 96 Kühe melken. Die 150 Milchkühe, die das VEG Biesdorf im
Jahre 1958 besaß, konnten mit Hilfe eines Melkstandes bereits in 3 Stunden gemolken werden.
Um wie viel Prozent wächst die Arbeitsproduktivität
a) beim Einsatz der sowjetischen Melkmaschine,
b) beim Einsatz eines Melkstandes?
Anmerkung: Unter der Arbeitsproduktivität verstehen wir in diesem Falle den Quotienten aus der
Anzahl der Kühe und der zu ihrem Melken benötigten Zeit.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Ausgangsgröße ist der Melker, der 8 Kühe pro Stunde melkt.
a) Mit der sowjetischen Melkmaschine schafft er 96 Kühe/8 h = 12 Kühe/h, also 50% mehr.
b) Am Melkstand können 150 Kühe/3 h = 50 Kühe/h gemolken werden, das ist eine Steigerung auf 625
% oder um 525 % gegenüber der Ausgangsgröße.

Aufgabe 020731:
Bei einem Preisausschreiben galt es, die Bilder von 4 verschiedenen Bauwerken 4 genannten Städten
richtig zuzuordnen. 12 Prozent der Einsender hatten alles richtig gemacht, doppelt so viele hatten
zwei Bauwerke und viermal so viele hatten ein Bauwerk richtig zugeordnet. 240 eingesandte Lösungen
waren gänzlich falsch.

a) Wie viel Lösungen waren eingesandt worden?


b) Wie viel Einsender hatten 0, 1, 2, 3 und 4 Paare richtig zusammengestellt?

143
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Zuerst stellt man fest, dass es nicht möglich ist, drei Bauwerke richtig und eines falsch zuzuordnen.
12%+24%+48% = 84% hatten wenigstens ein Bauwerk richtig. Daher entsprechen die verbleibenden 16%
den 240 vollkommen falschen Einsendungen. Damit waren insgesamt 1500 Lösungen eingesandt worden,
davon hatten 240, 720, 360, 0 bzw. 180 genau 0, 1, 2, 3 bzw. 4 Paare richtig.

Aufgabe 020732:
In einen Flachstab von 2,5 m Länge sollen 15 Löcher in gleichem Abstand mit dem Durchmesser d
= 20 mm gebohrt werden.
In welchem Abstand muss angekörnt werden, wenn an beiden Enden der Abstand bis zum Lochrand
das 2,5fache des Lochdurchmessers betragen soll?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Zwischen den 15 Löchern gibt es 14 Abstände. Also muss der Abstand zwischen den Mittelpunkten der
äußersten Löcher in 14 gleiche Teile geteilt werden. An beiden Enden geht das 2,5fache eines Lochdurch-
messers ab, also 100 mm. Dazu kommen noch zweimal der Radius, da die Angabe vorher sich auf den
Lochrand bezog.
Es müssen also 2380 mm in 14 Abschnitte zerlegt werden. Jeder muss also 170 mm lang sein.

Aufgabe 030731:
Peter stellt um 7.00 Uhr seine Armbanduhr nach der Zeitansage im Radio. Um 15.00 Uhr stellt er
fest, dass seine Uhr in diesen 8 Stunden insgesamt 12 Minuten nachgegangen ist. Er möchte um
Punkt 18.00 Uhr seinen Freund treffen.
Wie muss er seine Uhr um 15.00 Uhr stellen, damit sie um 18.00 Uhr die genaue Zeit anzeigt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Auf 8 Stunden geht Peters Uhr 12 Minuten nach. Damit geht seine Uhr in einer Stunde 1,5 Minuten nach,
und in 3 Stunden 4,5 Minuten. Also muss Peter um 15.00 Uhr seine Uhr auf 15.04 Uhr und 30 Sekunden
stellen.

Aufgabe 050736:
Ein Betrieb sollte in 20 Arbeitstagen p Werkstücke der gleichen Art herstellen. Durch Anwendung
besserer Arbeitsmethoden gelang es den Arbeitern, diesen Auftrag bereits in 5 Arbeitstagen früher
zu erfüllen und dabei noch k Werkstücke mehr als gefordert herzustellen.
Wie viel Werkstücke wurden durchschnittlich an jedem Arbeitstag über den Plan hinaus produziert?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Anzahl der durchschnittlich an jedem Arbeitstag laut Plan anzufertigenden Werkstücke beträgt 20
p
.
In Wahrheit wurden aber (p + k) Werkstücke in (20 − 5) Tagen produziert, an jedem Arbeitstag also
15 Werkstücke.
durchschnittlich p+k
Daher betrug die Anzahl der durchschnittlich an jedem Arbeitstag über den Plan hinaus angefertigten
Werkstücke
p+k p p + 4k
− =
15 20 60

Aufgabe 060732:
In einer alten Aufgabensammlung steht folgende Aufgabe:
Ein Jagdhund verfolgt einen Fuchs, der ihm 54 Fuchsschritte voraus ist. Die Länge von 2 Hunde-
schritten ist genau gleich der Länge von 3 Fuchsschritten. Der Hund braucht zu 4 Schritten genauso
lange Zeit wie der Fuchs zu 5 Schritten.
Mit wie viel Schritten holt der Hund den Fuchs ein, wenn beide gleichzeitig in ein und derselben
Richtung starten?

144
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der Hund braucht zu 4 Schritten genau soviel Zeit wie der Fuchs zu 5 Schritten. Da 4 Hundeschritte so
lang wie 6 Fuchsschritte sind, kommt der Hund mit je 4 Schritten dem Fuchs um 1 Fuchsschritt näher.
Die 54 Fuchsschritte holt der Hund folglich mit 54 · 4 Hundeschritten = 216 Hundeschritten auf.

Aufgabe 070733:
Drei Angler fuhren zum Fischfang. Der erste fing 3 Fische, der zweite 4 und der dritte keinen. Die
Fischer brieten alle 7 Fische, verteilten sie gleichmäßig unter sich und frühstückten. Zum Spaß gab der
dritte Fischer seinen beiden Kameraden 7 Pfennige, um die von ihm verzehrten Fische zu bezahlen“.

Wie müssten die 7 Pfennige unter diesen Umständen verteilt werden?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Jeder Angler aß 73 Fische.
Daher gab der erste 32 Fische, der zweite 53 Fische an den dritten. Falls die vom dritten Angler verzehrten
Fische also bezahlt“ werden sollen, müsste der erste 2 und der zweite 5 Pfennige bekommen.

Aufgabe 090734:
Bei einer Subtraktionsaufgabe betrage der Subtrahend 52 des (von Null verschiedenen) Minuenden.
a) Wie viel Prozent des Minuenden beträgt die Differenz?
b) Wie viel Prozent des Minuenden beträgt die Summe aus Minuend und Subtrahend?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


2
a) Bezeichnet man den Minuenden mit m (m 6= 0), dann ist der Subtrahend 5 m. Die Differenz ist
m − 25 m = 53 m. Wegen 35 m = 100
60
m beträgt die Differenz 60% des Minuenden.

b) Die Summe aus Minuend und Subtrahend ist m + 25 m = 75 m. Wegen 75 m = 140


100 m beträgt diese Summe
140% des Minuenden.

Aufgabe 140734:
In einem VEB wurde eine bestimmte Art von Werkstücken zuerst in der Abteilung A1 und danach in
der Abteilung A2 bearbeitet. Dabei konnte zunächst in der einen Abteilung täglich dieselbe Anzahl
von Werkstücken bearbeitet werden wie in der anderen.

Mit Hilfe von Rationalisierungsmaßnahmen in beiden Abteilungen konnten die 53 Arbeiter der Ab-
teilung A1 ihre Produktion auf 159 % und die 62 Arbeiter der Abteilung A2 ihre Produktion auf 124
% erhöhen. Da aber aus den angegebenen Gründen der Produktionsausstoß in beiden Abteilungen
gleich groß sein musste, entschlossen sich hinreichend viele Arbeiter der einen Abteilung dazu, in der
anderen Abteilung zu arbeiten.

Welche Anzahl von Arbeitern aus welcher der beiden Abteilungen nahm ihre Arbeit in der anderen
Abteilung auf, wenn erreicht wurde, dass der Produktionsausstoß in beiden Abteilungen danach
wieder gleich groß war?
Auf wie viel Prozent der Produktionsmenge vor den Rationalisierungsmaßnahmen war damit insge-
samt der Produktionsausstoß gestiegen?
Bemerkungen: Es sei angenommen, dass der Produktionsausstoß beider Abteilungen jeweils der Zahl
der Arbeiter proportional ist.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


In A1, produzierte nach Durchführung der Rationalisierung jeder der 53 Arbeiter 1,59
53 und in A2 jeder
der 62 Arbeiter 1,64
62 des Produktionsausstoßes seiner Abteilung vor den Rationalisierungsmaßnahmen.

145
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

Da in A1 die Produktion auf eine größere Menge gewachsen war als in A2 mussten Arbeiter von A1
nach A2 überwechseln. Ihre Anzahl sei x. Danach betrug in A1 die Produktion 1,59
53 (53 − x) der früheren
Produktion, in A2 aber 1,24
62 (62 + x). Da diese beiden Produktionsausstöße gleich waren, gilt

159 124
(53 − x) = (62 + x) ⇒ x = 7
53 62
Es wechselten somit 7 Arbeiter von A1 nach A2 über. Der neue Produktionsausstoß in jeder Abteilung
betrug dann 1,59
53 · 46 = 1,38, d. h., er stieg auf 138 % des früheren Produktionsausstoßes.

Aufgabe 150734:
Ein Zug fährt genau 15 Minuten später von einem Bahnhof B ab, als es der Fahrplan vorsieht.
Deshalb fährt er mit 120 % der auf dieser Strecke üblichen Durchschnittsgeschwindigkeit so lange,
bis der Rückstand aufgeholt ist.
Nach wie viel Minuten (gerechnet von der tatsächlichen Abfahrtszeit des Zuges an) ist das der Fall?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ist v die auf der Strecke übliche Durchschnittsgeschwindigkeit, so fährt der Zug mit der Geschwindigkeit
120 6
100 v = 5 v.
Ist s die Länge der Strecke von B bis zu der Stelle, an der der Rückstand aufgeholt ist, und ist t die
Fahrzeit des Zuges von B bis zu dieser Stelle, so ist einerseits s = 65 v · t, andererseits die für die genannte
Strecke übliche Fahrzeit (in Minuten) t + 15, also s = v · (t + 15).

6 1
Daraus folgt 5 vt = vt + 15v, also 5 vt = 15v, also t = 5 · 15 = 75. Der Rückstand ist mithin in 75 min
aufgeholt.

Aufgabe 160734:
Im Rahmen der Hans-Beimler-Wettkämpfe an der Schule beteiligte sich Fritz am Entfer-
nungsschätzen.

a) Bei seinem Schätzwert von 350 Metern erfährt er, dass dieser zu klein war, und zwar um genau
12,5% der wahren Entfernung. Ermittle die wahre Entfernung!
b) Wie groß wäre die wahre Entfernung, wenn der Schätzwert von Fritz zu groß gewesen wäre, und
zwar um genau 12,5% der wahren Entfernung?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die wahre Entfernung sei x Meter. Der Schätzwert war um 12,5% von x Metern, d. h. um 81 x Meter
zu klein. Das bedeutet, dass der Schätzwert genau 78 x Meter betrug. Mithin gilt: 78 = 350, also x = 400.
Die wahre Entfernung beträgt also 400 m.

b) In diesem Falle sei die wahre Entfernung y Meter. Der Schätzwert wäre um 81 y Meter zu groß gewesen,
d. h., er hätte 89 y Meter betragen. Folglich gilt: 98 y = 350, also y = 311 91 . In diesem Falle würde die wahre
Entfernung 311 19 m betragen.

Aufgabe 180734:
In einem Behälter befinden sich genau 25 kg einer 4%igen wässrigen Lösung, d. h., 4% dieser Lösung
bestehen aus der gelösten Substanz, der Rest besteht aus Wasser.
Wie viel Prozent des Wassers sind dieser Lösung zu entziehen, damit eine neue Lösung entsteht,
deren Wasseranteil nur noch 90% beträgt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


In der Ausgangslösung befinden sich genau 4% der gelösten Substanz, das ist bei 25 kg Lösung genau

146
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

1 kg. Diese Menge stellt nach dem Entzug einer Wassermenge genau dann 10% der neuen Lösung dar,
wenn die neue Lösung insgesamt 10 kg umfasst.

Somit beträgt genau dann, wenn man der Ausgangslösung 15 kg Wasser entzogen hat, sein Anteil 90%,
wie es gefordert war. Zu ermitteln ist demnach, wie viel Prozent von 24 kg Wasser 15 kg Wasser sind.
Für diesen gesuchten Prozentsatz x gilt die Beziehung
1500
x : 100% = 15 : 24 ⇒ x= % = 62,5%
24
Demzufolge sind 62,5% des in der Ausgangslösung enthaltenen Wassers dieser Lösung zu entziehen, um
eine neue Lösung mit 90% Wasseranteil zu erhalten.

Aufgabe 190734:
Birgit und Frank erhalten folgende Informationen über die Schüler einer Schulklasse:

Die Anzahl aller Schüler dieser Klasse ist kleiner als 40.
Genau 60% dieser Schüler nehmen an der AG Bildende Kunst“ teil,

genau 66% aller Schüler der Klasse gehen regelmäßig zum Schwimmen,
genau 50% aller Schüler der Klasse sind Leser der Kinderbibliothek.

Birgit nennt eine natürliche Zahl x und meint:


Aus den Informationen folgt, dass mindestens x Schüler dieser Klasse sowohl an der AG Bildende

Kunst“ teilnehmen als auch regelmäßig zum Schwimmen gehen; dagegen folgt nicht, dass mehr als x
Schüler der Klasse diese beiden Freizeitbeschäftigungen ausüben.

Frank nennt eine natürliche Zahl y und meint:


Aus den Informationen folgt, dass mindestens y Schüler dieser Klasse an allen drei Formen der
Freizeitbeschäftigung (AG Bildende Kunst“, Schwimmen, Kinderbibliothek) teilnehmen.

a) Zeige, dass aus den gegebenen Informationen die Anzahl der Schüler der Klasse eindeutig ermittelt
werden kann, und gib diese Anzahl an!
b) Ermittle eine natürliche Zahl x so, dass Birgits Aussagen wahr sind!
c) Beweise, dass Franks Aussagen für jede natürliche Zahl y > 0 falsch sind!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Da 60% = 35 , 66 23 % = 23 und 50% = 12 gilt, muss die gesuchte Anzahl z durch 2, 3 und 5, wegen der
paarweisen Teilerfremdheit dieser Zahlen also durch 2 · 3 · 5 = 30 teilbar sein. Wegen 0 < z < 40 folgt
somit z = 30.

b) Daher und wegen 35 · 30 = 18, 23 · 30 = 20, 12 · 30 = 15nehmen genau 18 Schüler an der AG Bildende

Kunst“ teil, genau 20 der Schüler gehen regelmäßig zum Schwimmen und genau 15 der Schüler sind Leser
der Kinderbibliothek.

Hiernach folgt, dass mindestens 8 Schüler dieser Klasse sowohl an der AG Bildende Kunst“ teilnehmen

als auch regelmäßig zum Schwimmen gehen. Wären es nämlich weniger als 8, so gäbe es unter den 20
regelmäßig zum Schwimmen gehenden Schülern mehr als 12, die nicht an der AG Bildende Kunst“

teilnehmen. Diese Schüler und die 18 Teilnehmer der AG wären zusammen bereits mehr als 30 Schüler.

Dagegen folgt nicht, dass mindestens 9 Schüler der Klasse diese beiden Freizeitbeschäftigungen ausüben.
Denn nach den Informationen ist z. B. folgende Verteilung möglich:

Von den 18 Teilnehmern der AG Bildende Kunst“ gehen genau 8 zum Schwimmen, genau die anderen

10 sind Leser der Kinderbibliothek; die übrigen 12 Schüler der Klasse gehen sämtlich zum Schwimmen,

147
IV.III Prozentrechnung, Proportionalität

genau 5 von ihnen sind außerdem Leser der Kinderbibliothek.

Damit ist bewiesen, dass Birgits Aussagen für die Zahl x = 8 wahr sind.

c) Wie das ebengenannte Beispiel zeigt, besteht nach den Informationen auch die Möglichkeit, dass kein
Schüler der Klasse alle drei Freizeitbeschäftigungen ausübt. Für keine natürliche Zahl y > 0 kann daher
Franks Aussage wahr sein.

Aufgabe 230735:
Roland rechnet eine Divisionsaufgabe. Er stellt fest:

Der Dividend beträgt 60% des Quotienten, der Divisor beträgt 75% des Quotienten.
Beweise, dass man aus Rolands Feststellungen eindeutig ermitteln kann, wie der Quotient der Divi-
sionsaufgabe lautet! Gib diesen Quotienten an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ist Q der Quotient, so ist nach Rolands Feststellungen der Dividend 35 Q und der Divisor 34 Q. Die Divisi-
onsaufgabe lautet somit  
3 3
Q: Q
5 4
Ihr Ergebnis ist 35 · 34 = 45 .
Damit ist bewiesen, dass man den Quotienten aus Rolands Feststellungen eindeutig ermitteln kann. Er
lautet 45 .

Aufgabe 240731:
Bei der Friedensfahrt ergab sich auf einer Etappe folgende Rennsituation:
Genau 14 Fahrer, darunter jedoch kein DDR-Fahrer, waren hinter das Hauptfeld zurückgefallen.
Genau 90% der nicht zurückgefallenen Fahrer bildeten das Hauptfeld; darin fuhren einige, aber nicht
alle DDR-Fahrer.
Die Fahrer vor dem Hauptfeld bildeten eine Spitzengruppe; sie umfasste genau ein Zwölftel aller
Fahrer der Etappe. In der Spitzengruppe war die tschechoslowakische Mannschaft als einzige am
schwächsten vertreten, die sowjetische Mannschaft als einzige am stärksten.

Untersuche, ob sich aus diesen Angaben eindeutig ermitteln lässt, welche Mannschaften insgesamt in
der Spitzengruppe fuhren und mit wie viel Fahrern sie dort vertreten waren!
Wenn dies zutrifft, gib diese Anzahlen an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn genau x Fahrer an der Etappe teilnahmen, so waren genau x − 14 Fahrer nicht zurückgefallen, und
1
genau 10% hiervon, also 10 (x − 14) Fahrer, bildeten die Spitzengruppe. Da dies auch 12
x
Fahrer waren,
folgt
1 x
(x − 14) = ⇒ x = 84
10 12
Somit bestand wegen 84 : 12 = 7 die Spitzengruppe aus genau 7 Fahrern.
Darunter waren auch DDR- Fahrer, und zwar mindestens 2, da sich auch CSSR-Fahrer in der Spitzen-
gruppe befanden, aber mindestens einer weniger als DDR-Fahrer.
Wären es mindestens 3 DDR-Fahrer gewesen, so mindestens 4 sowjetische Fahrer, im Widerspruch dazu,
dass unter den 7 Fahrern der Spitzengruppe nicht nur die DDR- und die UdSSR-Mannschaft vertreten
waren.
Also lässt sich eindeutig ermitteln: In der Spitzengruppe waren genau 2 DDR-Fahrer, (1) ferner genau 1
CSSR-Fahrer. (2)

148
IV.IV Ungleichungen

Ferner folgt, dass die sowjetische Mannschaft mit 3 oder 4 Fahrern vertreten war. Wären es genau 3
gewesen, so folgte der Widerspruch, dass eine weitere Mannschaft genau einen Fahrer in der Spitzengruppe
gehabt hätte, also die CSSR-Mannschaft nicht als einzige am schwächsten dort vertreten gewesen wäre.
Damit ergibt sich eindeutig: In der Spitzengruppe waren genau die Mannschaften der UdSSR, DDR und
CSSR vertreten, darunter (außer den in (1),(2) genannten Fahrern) genau 4 sowjetische Fahrer.

Aufgabe 300731:
In einem Lehrbuch aus dem Jahre 1525 wird sinngemäß folgende Aufgabe gestellt:

Ein Hund jagt einen Fuchs. Jeweils in der Zeit, in der der Fuchs 9 Sprünge macht, macht der Hund
6 Sprünge, aber mit 3 Sprüngen legt der Hund einen ebenso langen Weg zurück, wie der Fuchs mit
7 Sprüngen.
Mit wie viel seiner Sprünge holt der Hund den Fuchs ein, wenn der Fuchs zu Beginn 60 Fuchssprünge
Vorsprung hat?

Bemerkung: Es wird vorausgesetzt, dass der Hund der Spur des Fuchses folgt und dass beide ihren
ersten Sprung gleichzeitig beginnen.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Damit der Fuchs jeweils in der Zeit, in der der Hund 6 = 2 · 3 Sprünge macht, einen ebenso langen Weg
wie der Hund zurücklegen könnte, müsste er 2 · 7 = 14 Sprünge machen. Da er aber in dieser Zeit nur 9
seiner Sprünge macht, verringert sich dabei sein Vorsprung jedesmal um 5 Fuchssprünge.
Wegen 60 : 5 = 12 ist folglich genau dann, wenn das 12mal geschehen ist, der Vorsprung aufgebraucht,
also nach 12 · 6 = 72 Sprüngen des Hundes.

Aufgabe 330732:
In einem Kaufhaus waren 54 aller Beschäftigten Frauen. Zu Anfang eines Monats waren 12,5% dieser
Frauen nicht verheiratet. Von den in diesem Kaufhaus beschäftigten Männern waren 18,75% nicht
verheiratet.
Während des Monats heirateten vier Paare, von denen jeweils sowohl der Mann als auch die Frau
zu den eben genannten unverheirateten Beschäftigten des Kaufhauses gehörten. Weitere Änderungen
gab es nicht.
Danach waren noch genau 36 Beschäftigte des Kaufhauses unverheiratet.
Wie viele Beschäftigte hatte das Kaufhaus insgesamt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn das Kaufhaus insgesamt x Beschäftigte hatte, so waren darunter 54 x Frauen und 15 x Männer.
Zu Beginn des Monats waren 12,5 4 1 18,75 1 3
100 · 5 x = 10 x Frauen und 100 · 5 x = 80 x Männer unverheiratet, das
1 3
waren zusammen 10 x + 80 x = 11
80 x unverheiratete Beschäftigte.

11
Nach der Heirat der 4 Paare waren noch 80 x − 8 Beschäftigte unverheiratet. Daher gilt

11
x − 8 = 36 ⇒ x = 320
80
Das Kaufhaus hatte insgesamt 320 Beschäftigte.

IV.IV Ungleichungen
I Runde 1

149
IV.IV Ungleichungen

Aufgabe V00704:
Welche der beiden Zahlen ist die größere?
35 23
oder
47 31
Welcher vierstellige Dezimalbruch kommt beiden Zahlen möglichst nahe?

Lösung von Steffen Polster:


35 23
Durch ”Überkreuzmultiplizieren” von 47 T 31 wird 35 · 31 = 1085 T 1081 = 23 · 47, d. h. der linke Bruch
35
ist der größere, also 47 > 23
31 .

1083
Das arithmetische Mittel beider Brüche ist 1457 ≈ 0,74331, womit der gesuchte Dezimalbruch 0,7433 ist.

Aufgabe V10711:
Ordne folgende Zahlen der Größe nach:
29 3 2
; −0,66; − ; ; 3,52; −0,67; 3,52
8 2 3

Lösung von Steffen Polster:


Beginnend mit der kleinsten Zahl ergibt sich die Ordnung
3 2 29
− ; −0,67; −0,66; ; 3,52; 3,52;
2 3 8

Aufgabe 010711:
 2  2  5  4
5 3 2 4
a) − b) c) − d) −
6 4 3 5
Ordne die Ergebnisse der Größe nach!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Ergebnisse sind in absteigender Reihenfolge
25 9 256 32
a) b) d) c) −
36 16 625 243

Aufgabe 030713:
Wie kann man ohne Ausführung der angegebenen Rechenoperationen feststellen, ob die Zahl
378 · 436 − 56
378 + 436 · 377
größer oder kleiner als 1 ist?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt
378 · 436 − 56 377 · 436 + 436 − 56 377 · 436 + 380
= =
378 + 436 · 377 436 · 377 + 378 377 · 436 + 378
Da der Zähler größer als der Nenner ist, ist die Zahl größer als 1.

150
IV.IV Ungleichungen

Aufgabe 160712:
Man denke sich die Zahlen 1, 2, 3, 4, ... usw. bis 100 derart hintereinander aufgeschrieben, dass eine
Zahl z der Form
z = 12345678910111213...9899100
entsteht.
a) Wie viel Stellen hat z?
b) Es sollen 100 Ziffern der Zahl z so gestrichen werden, dass die mit den restlichen Ziffern dargestellte
Zahl z 0 möglichst groß ist. Dabei soll an der Reihenfolge der (in z 0 ) verbleibenden Ziffern von z nichts
geändert werden.
Ermittle, welche Ziffern zu streichen sind, und gib die ersten zehn Ziffern der neuen Zahl z 0 an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die vorgegebene Zahl z entstand aus 9 einstelligen Zahlen, 9 · 10 zweistelligen Zahlen und der dreistel-
ligen Zahl 100. Sie enthält mithin 9 · 1 + 90 · 2 + 1 · 3 = 192 Stellen.

b) Von den insgesamt 192 Ziffern von z sollen in der zu bildenden Zahl z 0 genau 92 Ziffern erhalten
bleiben. Von zwei 92stelligen Zahlen, die mit verschiedener Anzahl von Neunen beginnen, ist diejenige
die größere, die mit der größeren Anzahl von Neunen beginnt.
Vor der ersten in der Zahl auftretenden Neun stehen 8 von Neun verschiedene Ziffern, vor der zweiten
weitere 19, vor der dritten, vierten und fünften wiederum je weitere 19 von Neun verschiedene Ziffern.

Streichen wir diese, so sind insgesamt 84 Ziffern (8 + 4 · 19 = 84) entfernt. Es sind noch 16 Ziffern zu
streichen.

Die Zahl beginnt dann so: 999995051525354555657505960...........

Es ist nun nicht mehr möglich, die 19 Ziffern vor der nächsten (ursprünglich sechsten) Neun zu streichen,
da dann mehr als 100 Ziffern entfielen.
Von zwei 92stelligen Zahlen, die mit 5 Neunen beginnen und in der sechsten Stelle verschiedene Ziffern
haben, ist diejenige größer, die an der sechsten Stelle die größere Zahl enthält. In unserem Fall kommt
die Acht dafür nicht in Frage, da dann noch 17 Ziffern zu streichen wären. An der sechsten Stelle kann
also höchstens eine Sieben stehen. Das ist auch erreichbar, wenn man die nächsten 15 Ziffern streicht.

Entsprechend zeigt man, dass als letzte Ziffer die auf die Sieben folgende Fünf entfernt werden muss. Die
ersten zehn Ziffern der gesuchten Zahl z’ lauten mithin 9999978596.

II Runde 3

Aufgabe 270732:
In einem Betrieb werden Erzeugnisse hergestellt, bei denen die Herstellungskosten für jedes Stück 19,2
0M betragen. Der Betrieb hat die Möglichkeit, für 13500 M eine neue Werkzeugmaschine anzuschaffen;
mit dieser Maschine würden die Herstellungskosten für jedes Stück nur noch 13,15 M betragen.
Ein Planziel lautet: Die Summe aus den Anschaffungskosten der neuen Maschine und aus den Herstel-
lungskosten der damit in 3 Jahren hergestellten Erzeugnisse soll weniger als 80% derjenigen Herstel-
lungskosten betragen, die (für ebenso viele Erzeugnisse) ohne Nutzung der neuen Maschine entstehen
würden.
Ermittle die kleinste Stückzahl pro Jahr, mit der dieses Planziel zu erreichen ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Werden pro Jahr x Stück hergestellt, so würden die Herstellungskosten für die in 3 Jahren ohne Nutzung
der neuen Maschine hergestellten Erzeugnisse 3x · 19,20 M betragen. 80% hiervon sind 0,8 · 3x · 19,20 M
= 3x · 15,36 M.

151
IV.IV Ungleichungen

Die Herstellungskosten für die in 3 Jahren mit der neuen Maschine hergestellten Erzeugnisse betragen
3x · 13,15 M. Also wird das Planziel genau dann erreicht, wenn 13500 + 3x · 13,15 < 3x · 15,36, also
x · 2,21 > 4500 gilt.
Wegen 2036 · 2,21 = 4499,56 und 2037 · 2,21 = 4501,77 ist somit die kleinste Stückzahl pro Jahr, mit der
das Planziel erreicht wird, x = 2037.

Aufgabe 340732:
Man denke sich die Zahlen 1, 2, 3, 4, ... usw. bis 100 derart hintereinander aufgeschrieben, dass eine
Zahl z der Form z = 12345678910111213....9899100 entsteht.
a) Wie viel Stellen hat z?
b) Es sollen 100 Ziffern der Zahl z so gestrichen werden, dass die mit den restlichen Ziffern dargestellt
Zahl z 0 möglichst groß ist. Dabei soll die Reihenfolge der in z 0 verbleibenden Ziffern von z nicht
geändert werden.
Ermittle, welche Ziffern zu streichen sind, und gib die ersten 10 Ziffern der neuen Zahl z 0 an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die Zahl z hat ihre Ziffern aus den 9 einstelligen Zahlen 1, ..., 9, den 90 zweistelligen Zahlen 10, ..., 99
und der dreistelligen Zahl 100. Also hat sie 9 + 90 · 2 + 3 = 192 Stellen.

b) Von den 192 Ziffern der Zahl z sollen in z 0 genau 92 Ziffern erhalten bleiben. Von zwei 92-stelligen
Zahlen, die mit verschiedener Anzahl von Neunen beginnen, ist diejenige die größere, die mit der größeren
Anzahl von Neunen beginnt.
Vor der ersten in z auftretenden Neun stehen 8 von Neun verschiedene Ziffern, vor der zweiten weitere
19, vor der dritten, vierten und fünften wiederum je weitere 19 von Neun verschiedene Ziffern. Streicht
man diese, so sind insgesamt bereits 8 + 4 · 19 = 84 Ziffern entfernt; aus der danach verbleibenden Zahl

999995051525354555657585960...9899100

sind noch genau 16 Ziffern zu streichen.


Das können nicht die 19 Ziffern bis zur ersten auf den Anfang 99999 folgenden Neun und auch nicht die
17 Ziffern bis zur ersten auf 99999 folgenden Acht sein. Von je zwei 92-stelligen Zahlen, die mit 99999
beginnen und an der sechsten Stelle verschiedene Ziffern haben, ist stets diejenige die größere, die an der
sechsten Stelle die größere Ziffer hat.
Die größte Möglichkeit hierfür ist somit, durch Streichen der ersten auf 99999 folgenden 15 Ziffern den
Anfang 999997 zu erreichen. Danach ist noch genau eine Ziffer zu streichen.

Von den beiden Möglichkeiten, die auf den Anfang 999997 folgende Fünf zu streichen oder stehenzulassen
(und eine später stehende Ziffer zu streichen), liefert das Streichen der Fünf die größere Zahl.
Damit ist gefunden, welche 100 Ziffern aus z zu streichen sind, um eine möglichst große Zahl z 0 zu
erhalten. Die ersten zehn Ziffern dieser Zahl lauten 9999978596.

152
V Klasse 8
V.I Gleichungen
I Runde 1

Aufgabe V00803:
Ich lasse einen Ball fallen. Er springt bis zu 23 seiner Fallhöhe. Er fällt von neuem und springt das
zweite Mal 85 der ersten Sprunghöhe.
Berechne, von welcher Höhe ich den Ball fallen ließ, wenn er das zweite Mal 45 cm weniger hoch
sprang als das erste Mal!

Lösung von Steffen Polster:


Wenn x die Fallhöhe ist, ergibt sich die lineare Gleichung
5 2 2
· x + 45 = x
8 3 3
mit der Lösung x = 180. Der Ball fiel aus einer Höhe von 180 cm.

Aufgabe V00806:
Fritz hat seinen Fuß auf ein 0,1 mm starkes Blatt Papier gestellt und überlegt, wie hoch er wohl
stehen würde, faltete er es fünfzigmal.
Könnt ihr es ihm sagen?

Lösung von Steffen Polster:


Faltet er 50 mal, so würde das gefaltete Stapel theoretisch 250 · 0,1 mm ≈ 112000000 km hoch sein.
Dies ist aber nicht möglich. Im Allgemeinen kann man ein Blatt maximal 8 Mal falten. Der Weltrekord
mit Spezialfolie liegt bei 11 Mal.

Aufgabe V10813:

(7,3a − 9,8c) − (2,1b + 7,2c) − (3,9a − 4,7b)


a) Fasse zusammen!
b) Welcher Wert ergibt sich für a = 2; b = 1,5; c = 7?

Lösung von Steffen Polster:

(7,3a − 9,8c) − (2,1b + 7,2c) − (3,9a − 4,7b) = 7,3a − 9,8c − 2,1b − 7,2c − 3,9a + 4,7b
= 7,3a − 3,9a − 2,1b + 4,7b − 7,2c − 9,8c
= 3,4a + 2,6b − 17c
b) Einsetzen ergibt -108,3.

Aufgabe 010811:
Berechne:      
2 25 1 7 1 3 3
1 cd + dg − 2 d : 5d − mn − 1 ng + n : − n .
3 4 2 2 4 4 8

153
V.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


     
2 25 1 7 1 3 3
1 cd + dg − 2 d : 5d − mn − 1 ng + n : − n
3 4 2 2 4 4 8
    
1 2 25 1 8 7 1 3
= 1 c+ g−2 − − m−1 g+
5 3 4 2 3 2 4 4
   
5 25 5 8·7 8·5 8·3
= c+ g− + m− g+
5·3 5·4 5·2 3·2 3·4 3·4
   
1 1 1 1 1 1 1 1 1
= c+1 g− + 9 m−3 g+2 = c+9 m−2 g+1 .
3 4 2 3 3 3 3 12 2

Aufgabe 030812:
Klaus wird von seinen Eltern nach dem Ergebnis der letzten Mathematikarbeit gefragt. Er weiß, dass
5 Schüler die Note 1, 8 Schüler die Note 2, 4 Schüler die Note 4 und die übrigen Schüler die Note 3
erhielten. Außerdem erinnert er sich noch, dass die Durchschnittsnote genau 2,5 betrug.

Wie viel Schüler haben die Arbeit mitgeschrieben?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Anzahl der Schüler, die eine 3 geschrieben haben: x

Anzahl der Schüler: n = 5 + 8 + 4 + x = 17 + x

Durchschnittsnote: d = 2,5 = (5 · 1 + 8 · 2 + x · 3 + 4 · 4)/n


2,5 = (5 · 1 + 8 · 2 + x · 3 + 4 · 4)/(17 + x)
2,5 = (5 + 16 + x · 3 + 16)/(17 + x)
42,5 + 2,5 · x = 37 + x · 3
5,5 = 0,5 · x
11 = x
n = 17 + x = 17 + 11 = 28. 28 Schüler haben die Arbeit mitgeschrieben.

Aufgabe 050812:
Für welche reellen Zahlen a und b ist die Gleichung

1 1 (a + b) · (a − b)
+ = erfüllt?
a b ab

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Weder a noch b dürfen Null sein. Dann ergibt sich
a+b (a + b) · (a − b)
= ⇒ 0 = (a + b) · (a − b) − (a + b) ⇒ (a + b)(a − b − 1) = 0
ab ab
Ein Produkt ist Null, wenn mindestens ein Faktor Null ist. Damit muss a + b = 0 oder a − b = 1 gelten.
Umgekehrt ist offensichtlich, dass die Gleichung erfüllt ist, wenn entweder a = −b oder a = b + 1 gilt.

Aufgabe 100812:
Ermittle alle rationalen Zahlen x mit x 6= 2, die die folgende Gleichung erfüllen:

3x 4 3(x + 1) 1
+1+ = 2+ +
x−2 x−2 x−2 x−2

154
V.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, die Gleichung hätte eine rationale Lösung x mit x 6= 2. Dann folgt aus der gegebenen
Gleichung
3x + x − 2 + 4 = 2x − 4 + 3x + 3 + 1
Daraus folgt x = 2 im Widerspruch zur Voraussetzung x 6= 2. Daher war die Annahme falsch, d. h., es
gibt keine rationale Zahl x mit x 6= 2, die die gegebene Gleichung erfüllt.

 " 
Aufgabe 110811: n o3   3 #2 
a) Berechne die Zahl 2 1
x = − − [−(−2)] · − − −
 2 

b) Stelle fest, ob sich x als Potenz einer natürlichen Zahl darstellen lässt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


 " 
n o3   3 #2  n o3
(   )
2  
2 1 2 1 3 1
x = − − [−(−2)] · − − − = − − [2] · − = − {−4} · − = −1
 2  8 64

b) Da als Potenz einer natürlichen Zahl niemals eine negative Zahl auftritt, kann x nicht Potenz einer
natürlichen Zahl sein.

Aufgabe 110812:
Ermittle alle rationalen Zahlen x, die folgende Eigenschaft haben:

Addiert man 33 zu x und halbiert die entstandene Summe, so erhält man das Doppelte der zu x
entgegengesetzten Zahl.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Addiert man 33 zu einer Zahl x und halbiert die entstandene Summe, so erhält man x+332 . Das Doppelte
der zu x entgegengesetzten Zahl ist 2 · (−x). Daher hat eine Zahl x genau dann die genannte Eigenschaft,
wenn sie die Gleichung
x + 33
= −2x
2
erfüllt.
Diese Gleichung ist genau dann erfüllt, wenn x + 33 = −4x gilt. Das ist äquivalent mit 5x = −33 und
dies mit x = − 33
5 . Daher hat genau diese Zahl die verlangte Eigenschaft.

Aufgabe 120813:
Man denke sich alle natürlichen Zahlen von 1 bis 1000000 fortlaufend nebeneinander geschrieben. Es
entsteht die Zahl mit der Ziffernfolge 123456789101112...

welche Ziffer steht in dieser Zahl an der 300001. Stelle?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gibt 9 einstellige, 99 − 9 = 90 zweistellige, 999 − 99 = 900 dreistellige, 9999 − 999 = 9000 vierstellige
und 99999 − 9999 = 90000 fünfstellige Zahlen.

Die ersten neun Stellen der Ziffernfolge nehmen die einstelligen Zahlen, die nächsten 180 Stellen (2 · 90 =
180) die zweistelligen, die nächsten 2700 Stellen (3 · 900 = 2700) die dreistelligen ein. 36000 Stellen
benötigen die vier- und 450000 Stellen die fünfstelligen Zahlen.

155
V.I Gleichungen

Da die ein- bis vierstelligen Zahlen zusammen also 38889 Stellen einnehmen, ist die uns interessierende
Ziffer eine solche einer mindestens fünfstelligen Zahl.
Wegen 300001 − 38889 = 261112 < 450000 und 261112 : 5 = 52222 Rest 2 ist die zu ermittelnde Ziffer
die zweite Ziffer der 52223. fünfstelligen Zahl. Da die fünfstelligen Zahlen mit 10000 beginnen, ist es die
zweite Ziffer der Zahl 62222.
An der 300001. Stelle steht mithin die Ziffer 2.

Aufgabe 220812:
Von einer 22stelligen Zahl z werden folgende Eigenschaften gefordert:

z hat die Einerziffer 7; streicht man diese Endziffer und setzt sie vor die übrigen 21 Ziffern, so entsteht
dasselbe Ergebnis wie bei der Multiplikation 7 · z.

Beweise, dass es genau eine solche Zahl z gibt! Ermittle diese Zahl!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


I. Wenn eine Zahl uz die verlangten Eigenschaften hat, so folgt:
Es gibt eine 21stellige Zahl x mit z = 10x + 7, und für sie gilt

7 · 1021 + x = 7 · (10x + 7)

Daraus folgt

69x = 7 · 1021 − 49
7 · 1021 − 49 6999999999999999999951
x= = = 1014492753623188405797
69 69
Die Probe bestätigt die Lösung.

Aufgabe 270811:
Steffen stellt den Mitgliedern der AG Mathematik folgende Aufgabe:

Jeder denke sich eine Zahl, multipliziere diese mit 2, addiere zum Produkt 30, dividiere die Summe

durch 2, subtrahiere von dem erhaltenen Ergebnis die anfangs gedachte Zahl!
Schreibe des Ergebnis auf!“

Es stellte sich heraus, dass alle Schüler der Arbeitsgemeinschaft das gleiche Ergebnis hatten. Müssen
sich Steffens Mitschüler unbedingt auch die gleiche Zahl gedacht haben?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Schüler müssen sich nicht unbedingt die gleiche Zahl gedacht haben. Man stellt fest, dass aus zwei
verschiedenen Anfangszahlen dasselbe Ergebnis entsteht. So genügen zum Beweis z. B. folgende Feststel-
lungen:

Die Anfangszahl 1 führt der Reihe nach auf die Zahlen 1 · 2 = 2, 2 + 30 = 32, 32 : 2 = 16, 16 − 1 = 15.
Die Anfangszahl 2 führt der Reihe nach auf die Zahlen 2 · 2 = 4, 4 + 30 = 34, 34 : 2 = 17, 17 − 2 = 15.

Andere Beweismöglichkeit: Man beweist, dass aus jeder Anfangszahl a dasselbe Ergebnis entsteht, nämlich
vermittels der Zahlen

a · 2; a · 2 + 30; (a · 2 + 30) : 2 = a + 15; a + 15 − a = 15

156
V.I Gleichungen

Aufgabe 310812:
Rudolf macht folgende Aussage:

Für je drei unmittelbar aufeinanderfolgende natürliche Zahlen gilt stets: Multipliziert man die kleins-

te dieser drei Zahlen mit der mittleren und addiert zum Ergebnis das Produkt aus der mittleren und
der größten der drei Zahlen, so ist die entstandene Summe gleich dem doppelten Quadrat der mitt-
leren Zahl.“
a) Überprüfe, ob diese Gleichheit in einigen selbstgewählten Beispielen zutrifft!

b) Beweise oder widerlege Rudolfs Aussage!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Beispiele einer Überprüfung der geforderten Art sind etwa:
3 aufeinanderfolgende Zahlen a·b+b·c 2 · b2
3, 4, 5 12 + 20 = 32 2 · 16 = 32
5, 6, 7 30 + 42 = 72 2 · 36 = 72
... ... ...
b) Je drei aufeinanderfolgende natürliche Zahlen lauten, wenn man die mittlere mit b bezeichnet, b − 1,
b, b + 1. Die Summe der zu bildenden Produkte beträgt (b − 1) · b + b · (b + 1), das doppelte Quadrat der
mittleren Zahl beträgt 2 · b2 . Da durch Umformen die Gleichung
(b − 1) · b + b · (b + 1) = b2 − b + b2 + b = 2 · b2
folgt, ist Rudolfs Aussage bewiesen.

Aufgabe 320814:
Alexander beobachtete zwei Kerzen, eine weiße und eine halb so lange rote. Beide wurden gleichzeitig
angezündet; nach 2 Stunden war die weiße Kerze heruntergebrannt, die rote (da sie breiter war) erst
nach 5 Stunden.

Wie lange nach dem Anzünden hatte es bis zu dem Zeitpunkt gedauert, an dem beide Kerzen einander
genau gleichlang gewesen waren?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


In jeder Stunde verringerte sich die Länge L der weißen Kerze, solange sie brannte, um 21 L, die Länge L2
der roten Kerze dagegen um 15 · L2 = 101
L.
Jeweils nach x Stunden hat sich demnach die Länge der weißen Kerze um x2 L auf L − x2 L = (1 − x2 )L
verringert, die der roten Kerze um 10x
L auf L2 − 10
x
L = ( 12 − 10
x
)L.

Sind die Kerzen nach x Stunden einander gleichlang, so gilt folglich


x 1 x 5
1− = − ; x=
2 2 10 4
5
Also hatte es 4 Stunden (= 75 Minuten) gedauert, bis die Kerzen einander gleichlang gewesen waren.

II Runde 2

Aufgabe V10824:
Fritz rechnet 32 · 38 = 30 · 40 + 2 · 8 bzw. 73 · 77 = 70 · 80 + 3 · 7.
Leite daraus eine Rechenregel ab und beweise sie allgemein!

157
V.I Gleichungen

Lösung von Steffen Polster:


a) 32 · 38 = 30 · 40 + 2 · 8

(30 + 2)(40 − 2) = 30 · 40 + 2 · 40 − 2 · 30 − 2 · 2
= 30 · 40 + 2(40 − 30 − 2) = 30 · 40 + 2 · 8

b) 73 · 77 = 70 · 80 + 3 · 7

(70 + 3)(80 − 3) = 70 · 80 + 3 · 80 − 3 · 70 − 3 · 3
= 70 · 80 + 3(80 − 70 − 3) = 70 · 80 + 3 · 7

c) Verallgemeinerung:

(10a + b)(10a + 10 − b) = 10a · 10a + 10a · 10 − 10ab + 10ab + 10b − b · b


= 100a2 + 100a + 10b − b2
= 10a(10a + 10) + b(10 − b)

Weitere Verallgemeinerung:
Man erhält das Produkt zweier zweistelliger (ganzer) Zahlen mit gleichen Zehnern und einander zu
10 ergänzenden Einem, indem man zuerst die Zehner mit dem nächsthöheren Zehner, dann die Einer
miteinander multipliziert und die beiden Zwischenprodukte addiert.

(a + b)(a + 10 − b) = a(a + 10) + b(10 − b)

Aufgabe 020823:
Berechne:
m 2 − n2 m2 + 2mn + n2
+ .
m−n m+n

Lösung von Carsten Balleier:

m2 − n2 m2 + 2mn + n2 (m + n)(m − n) (m + n)2


+ = + = m + n + m + n = 2(m + n)
m−n m+n m−n m+n

Aufgabe 020824:
Welche x erfüllen die folgende Gleichung:
       
x 1 x 1 3x 1 x 2
− : − = − : − ?
2 3 3 2 4 6 2 3

Lösung von Carsten Balleier:


       
x 1 x 2 3x 1 x 1
− · − = − · −
2 3 2 3 4 6 3 2
x2 x 2 x2 31x 1
− + = − +
4 2 9 4 72 12
5 5
x=
72 36
Also ist x = 2, wovon man sich in der Probe noch einmal überzeugt.

158
V.I Gleichungen

Aufgabe 040824:
Peter ist im Ferienlager. Er will für seine Gruppe Brause zu 21 Pf je Flasche einkaufen und nimmt
dazu leere Flaschen mit.
Für das eingelöste Pfandgeld (30 Pf für jede der leeren Flaschen) möchte er möglichst viele Flaschen
Brause kaufen. Für jede Flasche müssen erneut 30 Pf Pfand hinterlegt werden.
Es stellt sich heraus, dass er 6 Flaschen weniger erhält, als er abgegeben hat. Außerdem bekommt er
noch Geld zurück.

Wie viel leere Flaschen hatte Peter mitgenommen? (Es gibt nicht nur eine Lösung.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Peter muss den Inhalt der gekauften Flaschen von dem Erlös der 6 nicht zurückerhaltenen Flaschen
12
bezahlen. Wegen 180 : 21 = 8 21 kann er höchstens 8 Flaschen gekauft haben.

1. Lösung: Peter hatte 14 Flaschen mit und erhält 12 Pf zurück.

2. Lösung: Peter hatte 13 Flaschen mit und erhält 33 Pf zurück.

Hätte Peter 12 Flaschen mitgehabt, so hätte er 7 Flaschen kaufen können, also (n − 5) statt nur (n − 6),
was der Aufgabe widerspricht.

Aufgabe 100823:
Bei einem 216 kp schweren Stück einer Kupfer-Zink-Legierung wurde in Wasser ein Auftrieb (Ge-
wichtsverlust) von 26 kp gemessen.
Bekannt ist, dass Kupfer beim Eintauchen in (destilliertes) Wasser 91 seines ursprünglichen Gewichtes
und Zink 17 seines ursprünglichen Gewichtes verliert.

Ermittle den prozentualen Gewichtsanteil des Kupfers und den des Zinks in der angegebenen Legie-
rung! (Die zu ermittelnden Größen sind auf volle Prozent zu runden).

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Das Gewicht des Kupferanteils in der Legierung sei x kp. Dann beträgt das Gewicht des Zinkanteils
(216 − x) kp.
Beim Eintauchen in Wasser beträgt der Gewichtsverlust des Kupferanteils 19 x kp und der des Zinkanteils
1
7 (216 − x) kp. Daher gilt:
1 1
x + (216 − x) = 26
9 7
woraus man 7x + 9 · (216 − x) = 63 · 26, also x = 153 erhält.
Der Kupferanteil kann daher nur 153 kp, der Zinkanteil nur 216 kp - 153 kp = 63 kp betragen haben.
Wegen 153 : 216 ≈ 0,708 betrug der prozentuale Anteil des Kupfers rund 71 %, der des Zinks rund 29 %.

Aufgabe 130823:
Man ermittle alle rationalen Zahlen r mit folgender Eigenschaft:

3
Subtrahiert man r vom Zähler des Bruches 4 und addiert r zu dessen Nenner, so erhält man einen
Bruch, der halb so groß wie 34 ist.

159
V.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, es gibt eine rationale Zahl r, die die Bedingungen der Aufgabe erfüllt. Dann gilt:
3−r 3
=
4+r 8
12
Daraus folgt 24 − 8r = 12 + 3r. Also kann höchstens r = 11 die Bedingungen der Aufgabe erfüllen.
Tatsächlich ist
3 − 12
11
21
11 3
= 56 = 8
4 + 12
11 11
12
d. h., r = 11 erfüllt die Bedingungen.

Aufgabe 170824:
Dieter erzählt seinen Klassenkameraden:
Mein Bruder Fritz ist nur halb so alt wie ich. Wenn man die Anzahl seiner Lebensjahre

mit sich selbst multipliziert, erhält man das Alter meines Vaters. Meine Mutter ist drei
Jahre jünger als mein Vater. Alle zusammen sind wir 87 Jahre alt.“

Ermittle das Alter aller 4 Personen! (Es sind jeweils nur die vollendeten Lebensjahre zu
berücksichtigen.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Das Alter des Vaters ist eine Quadratzahl kleiner 45, da das Alter von Vater und Mutter zusammen
nicht 87 Jahre oder mehr betragen kann. Da der Vater die älteste der vier Personen ist, beträgt sein
Alter mindestens ein Viertel von 87 Jahren, also ist es größer als 21. Zwischen 21 und 45 liegen genau die
Quadratzahlen 25 und 36.

Fall 1: Angenommen, das Alter des Vaters wäre 25 Jahre. Dann wären Fritz 5 Jahre, Dieter 10 Jahre
und die Mutter 22 Jahre. Das Alter aller Familienangehörigen zusammen betrüge in diesem Fall nicht 87
Jahre. Also ist der Vater nicht 25 Jahre alt.

Fall 2: Angenommen, das Alter des Vaters beträgt 36 Jahre. Dann ist Fritz 6 Jahre, Dieter 12 Jahre und
die Mutter 33 Jahre alt. Alle zusammen sind wegen 36 + 6 + 12 + 33 = 87 mithin 87 Jahre, wie es verlangt
war.
Folglich treffen diese Altersangaben als einzige zu.

Aufgabe 210824:
Über den Mitgliederstand einer Betriebssportgemeinschaft (BSG), in der genau fünf Sektionen be-
stehen, wurden folgende Angaben gemacht:
- Genau 22 Mitglieder der BSG gehören zur Sektion Schach.

- Genau ein Drittel aller Mitglieder der BSG gehören zur Sektion Fußball.
- Genau ein Fünftel aller Mitglieder der BSG gehören zur Sektion Leichtathletik.
- Genau drei Siebentel aller Mitglieder der BSG gehören zur Sektion Tischtennis.
- Genau zwei Neuntel aller Mitglieder der BSG gehören zur Sektion Turnen.

- Genau 8 Mitglieder der BSG gehören zu je genau drei verschiedenen Sektionen.


- Genau 72 Mitglieder der BSG gehören zu mindestens zwei verschiedenen Sektionen.
- Kein Mitglied der BSG gehört mehr als drei Sektionen an, aber jedes Mitglied mindestens einer
Sektion.

160
V.I Gleichungen

Untersuche, ob es eine Zusammenstellung von Mitgliederzahlen sowohl der gesamten BSG als auch
der fünf einzelnen Sektionen gibt, so dass alle diese Aussagen zutreffen! Untersuche, ob diese Mitglie-
derzahlen durch die Aussagen eindeutig bestimmt sind! Ist das der Fall, so gib die Mitgliederzahlen
an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


I. Wenn für eine Zusammenstellung von Mitgliederzahlen alle genannten Aussagen zutreffen, so folgt:
Ist x die Mitgliederzahl der BSG, so sind die Mitgliederzahlen der genannten Sektionen
x x 3 2
22, , , x, x (1)
3 5 7 9
Addiert man diese Zahlen, so hat man damit jedes Mitglied der BSG so oft erfasst, wie die Anzahl
der Sektionen angibt, denen das betreffende Mitglied angehört. Dieselbe Art der Erfassung kann man
folgendermaßen erreichen:

Man erfasse jedes der x Mitglieder zunächst einmal, dann die im Aufgabentext genannten 72 Mitglieder
noch ein zweites Mal und schließlich die zuvor genannten 8 Mitglieder noch ein drittes Mal. Daher gilt
x x 3 2
22 + + + x + x = x + 80
3 5 7 9
Durch Subtraktion von 22 + x und Multiplikation mit 315 folgt

105x + 63x + 135x + 70x − 315x = 18270 ⇒ x = 315

Nach (1) können daher die genannten Aussagen nur dann zutreffen, wenn 315 die Mitgliederzahl der BSG
ist und 22, 105, 63, 135, 70 die Mitgliederzahlen der Sektionen sind.

II. Werden umgekehrt diese Mitgliederzahlen für die Sektionen erreicht und wird zusätzlich erreicht, dass
genau 72 Mitglieder zu je mindestens zwei Sektionen gehören und von diesen genau 8 zu je genau drei
Sektionen, so beträgt die Mitgliederzahl der BSG wegen 22 + 105 + 63 + 135 + 70 − 72 − 8 = 315 dann
315.
Also treffen damit auch die Aussagen zu, dass die Mitgliederzahlen 105, 63, 135, 70 dasselbe sind wie
1 1 3 2
3 , 5 , 7 bzw. 9 der Mitgliederzahl der BSG.

Aus I. und II. folgt: Es gibt eine Zusammenstellung von Mitgliederzahlen der BSG und der Sektionen so,
dass alle genannten Aussagen zutreffen. Sie ist durch die Aussagen eindeutig bestimmt und lautet:

BSG: 315; Sektionen: 22, 105, 63, 135, 70.

Aufgabe 230822:
Eine Schulklasse wird so in Lernbrigaden aufgeteilt, dass die Anzahl der Mitglieder jeder Brigade
um 2 größer ist als die Anzahl der Brigaden. Hätte man eine Brigade weniger gebildet, so hätte jede
Brigade 2 Mitglieder mehr haben können.

Weise nach, dass man aus diesen Angaben die Anzahl der Schüler dieser Klasse eindeutig ermitteln
kann, und gib diese Anzahl an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die Anzahl der Brigaden mit x, so sind in jeder Brigade (x + 2) Schüler, und der Klasse
gehören x(x + 2) Schüler an.

161
V.I Gleichungen

Hätte man eine Brigade weniger gebildet, wären es (x − 1) Brigaden mit je (x + 4) Schülern gewesen.
Daraus ergibt sich die Schülerzahl zu (x − 1)(x + 4). Folglich gilt

x(x + 2) = (x − 1)(x + 4) ⇒ x=4

Es wurden mithin 4 Brigaden zu je 6 Schülern gebildet. Daher befinden sich insgesamt 24 Schüler in
dieser Klasse.

Aufgabe 250821:
Ermittle diejenigen zwölf aufeinanderfolgenden ganzen Zahlen, die die Eigenschaft haben, dass die
Summe der beiden größten dieser Zahlen gleich der Summe der zehn übrigen ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei x die kleinste der zwölf Zahlen. Dann gilt laut Aufgabenstellung

x + x + 1 + x + 2 + x + 3 + x + 4 + x + 5 + x + 6 + x + 7 + x + 8 + x + 9 = x + 10 + x + 11

10x + 45 = 2x + 21 ⇒ x = −3
Tatsächlich ist die Summe der zehn aufeinanderfolgenden ganzen Zahlen von -3 bis 6 gleich der Summe
der beiden darauffolgenden Zahlen 7 und 8.
Die Bedingungen der Aufgabe werden also genau von den Zahlen -3, -2, -1, 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 8
erfüllt.

Aufgabe 270821:
Ein AG-Leiter behauptet, er könne jede von seinen Zirkelteilnehmern gedachte Zahl erraten, wenn
ihm nur das Ergebnis der folgenden Rechnung genannt wird:
Denke dir eine Zahl. Addiere dazu die Zahl 5, multipliziere die Summe mit 16, subtrahiere

davon das Sechsfache der gedachten Zahl und dividiere diese Differenz durch 10!“

Lässt sich tatsächlich aus dem nun zu nennenden Ergebnis dieser Rechnung die gedachte Zahl ermit-
teln? Wenn das der Fall ist, so beschreibe und begründe, auf welche Weise das geschehen kann!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die gedachte Zahl mit x, dann werden durch die genannte Rechnung der Reihe nach die
Zahlen

x+5 ; (x + 5) · 16 = 16x + 80
16x + 80 − 6x = 10x + 80 ; (10x + 80) : 10 = x + 8

gebildet. Subtrahiert man hiervon die Zahl 8, so erhält man die Zahl x.
Damit wird bewiesen: Die gedachte Zahl lässt sich aus dem zu nennenden Ergebnis ermitteln, indem man
von diesem Ergebnis 8 subtrahiert.

Aufgabe 290822:
a) Untersuche, ob die Gleichung
x  x
+ 2 (4x − 7) = 2x2 + + 1
2 3
eine natürliche Zahl x als eine Lösung besitzt!
b) In der genannten Gleichung soll die Zahl 7 so durch eine rationale Zahl r ersetzt werden, dass die
entstehende Gleichung die Zahl x = 1 als eine Lösung besitzt.
Ermittle alle diejenigen rationalen Zahlen r, die diese Forderung erfüllen!

162
V.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wenn x eine Lösung der genannten Gleichung ist, dann folgt
7 x
2x2 − x + 8x − 14 = 2x2 + + 1
2 3
48x − 21x − 2x = 90
5x = 18

Da dies von keiner natürlichen Zahl x erfüllt wird, hat die genannte Gleichung keine natürliche Zahl x
als Lösung.

b) Die entstehende Gleichung x  x


+ 2 (4x − r) = 2x2 + + 1
2 3

hat genau dann x = 1 als eine Lösung, wenn 2 + 2 (4 − r) = 2 + 13 + 1 (1) gilt. Das ist genau dann der
1

Fall, wenn
5 10 8
· (4 − r) = ⇒ r=
2 3 3
gilt. Die genannte Forderung wird also genau von der rationalen Zahl r = 83 erfüllt.

Aufgabe 300821:
In einem Garten stehen zwei Fässer mit Wasser. Jörg gießt aus dem ersten Fass so viele Liter Wasser
in das zweite Fass, wie dort bereits enthalten sind. Anschließend gießt er aus dem zweiten Fass so viele
Liter Wasser in das erste, wie sich dort nach dem vorigen Umgießen befinden. Nach diesen beiden
Umfüllvorgängen befinden sich in jedem der beiden Fässer genau je 24 Liter Wasser.

Untersuche, ob aus diesen Angaben eindeutig folgt, wie viele Liter Wasser sich anfangs in jedem der
beiden Fässer befanden! Ist dies der Fall, so gib diese beiden Literzahlen an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn sich am Schluss in jedem der beiden Fässer 24 Liter befinden und mit dem zweiten Umfüllen die
Wassermenge des ersten Fasses verdoppelt wurde, dann müssen sich wegen 24 : 2 = 12 vor dem zweiten
Umfüllen in diesem Fass 12 Liter Wasser befunden haben.
Da die gesamte in den Fässern vorhandene Wassermenge 48 Liter beträgt, waren wegen 48 − 12 = 36 in
dem zweiten Fass zu diesem Zeitpunkt 36 Liter. Ferner war mit dem ersten Umfüllen die Wassermenge
im zweiten Fass verdoppelt worden.
Daraus ergibt sich, dass für die Wassermengen, die anfangs in den Fässern waren, eindeutig folgt: Wegen
36 : 2 = 18 waren im zweiten Fass 18 Liter und wegen 48 − 18 = 30 im ersten Fass 30 Liter.

Aufgabe 300824:
Man denke sich die Zahlen 1, 2, 3, 4, ..., 9999 derart hintereinander aufgeschrieben, dass die Ziffern-
darstellung einer Zahl z entsteht.

Der Beginn dieser Darstellung lautet z = 123456789101112131415...; beispielsweise an der elften


Stelle steht die Ziffer 0, die Ziffer 2 tritt z. B. an der zweiten Stelle, an der 15ten Stelle und noch an
weiteren Stellen von z auf.

Welche Ziffer steht an der 206788sten Stelle von z?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Unter den aufgeschriebenen Zahlen gibt es genau 9 einstellige, genau 99 − 9 = 90 zweistellige, genau
999 − 99 = 900 dreistellige, genau 9999 − 999 = 9000 vierstellige und genau 99999 − 9999 = 90000
fünfstellige Zahlen.

163
V.I Gleichungen

In der damit aufgeschriebenen Ziffernfolge für z nehmen die einstelligen Zahlen die ersten 9 Stellen ein, die
zweistelligen Zahlen die nächsten 2 · 90 = 180 Stellen, die dreistelligen Zahlen die nächsten 3 · 900 = 2700
Stellen, die vierstelligen Zahlen die nächsten 4 · 9000 = 36000 Stellen und die fünfstelligen Zahlen die
nächsten 5 · 90000 = 450000 Stellen.

Da somit die ein- bis vierstelligen Zahlen wegen 9 + 180 + 2700 + 36000 = 38889 die ersten 38889 Stellen
einnehmen, die ein- bis fünfstelligen Zahlen jedoch wegen 38889 + 450000 = 488889 die Stellen bis zur
488889sten einnehmen, kommt die Ziffer an der 206788sten Stelle von z wegen 38889 < 206788 < 488889
in einer der aufgeschriebenen fünfstelligen Zahlen vor.

Um festzustellen, in welcher, bilden wir die Differenz 206788 − 38889 = 167899 und führen die Division
von 167899 durch 5 mit Rest aus. Damit erhalten wir, dass 167899 = 5 · 33579 + 4 gilt, und es folgt:

Der gesuchten Ziffer gehen 33579 fünfstellige Zahlen voran, und sie ist in der dann folgenden, also
33580sten fünfstelligen Zahl die vierte Ziffer. Da die fünfstelligen Zahlen mit der Zahl 1000 beginnen,
lautet die 33580ste von ihnen 43579. Ihre vierte Ziffer ist 7.
Somit steht an der 206788sten Stelle von z die Ziffer 7.

Aufgabe 320824:
In der linken Waagschale einer gleicharmigen Waage stehen drei Kerzen, in der rechten steht eine
Kerze. Die vier Kerzen sind so beschaffen, dass jede von ihnen während je einer Stunde Brenndauer die
gleiche Masse verliert wie jede andere von Ihnen. Jede der drei linken Kerzen würde zum vollständigen
Herunterbrennen 9 Stunden brauchen, die rechte Kerze 12 Stunden.

Die vier Kerzen werden gleichzeitig angezündet. Wie lange danach ist die Waage erstmals Im Gleich-
gewicht?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei m die Masse, die jede der vier Kerzen während einer Stunde Brenndauer verliert.
Dann hat jede der drei linken Kerzen die Masse 9m, und die rechte Kerze hat die Masse 12m. Nach
x Stunden Brenndauer befindet sich folglich, solange x ≤ 9 bleibt, auf der linken bzw. auf der rechten
Waagschale die Masse 3 · (9 − x)m bzw. die Masse (12 − x)m.
Hiermit ergibt sich genau dann Gleichgewicht, wenn

3 · (9 − x) = 12 − x

gilt. Die Lösung der Gleichung ist x = 7 12 .


Also ist die Waage erstmals 7 12 Stunden nach dem Anzünden der vier Kerzen im Gleichgewicht.

Aufgabe 330821:
Zu Beginn einer Feier waren insgesamt anwesend: Genau viermal so viele Frauen wie Männer. Nach-
dem vier Ehepaare die Feier verlassen hatten, waren genau fünfmal so viele Frauen wie Männer auf
der Feier.

Wie viele Personen waren insgesamt zu Beginn auf der Feier gewesen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Waren zu Beginn genau x Männer auf der Feier, so waren genau 4x Frauen auf der Feier. Nachdem vier
Ehepaare die Feier verlassen hatten, blieben genau x − 4 Männer und 4x − 4 Frauen. Für diese Anzahlen
gilt folglich
5 · (x − 4) = 4x − 4 also x = 16

164
V.I Gleichungen

Somit waren zu Beginn insgesamt 16 Männer und 64 Frauen, also 80 Personen auf der Feier gewesen.

Aufgabe 330822:
Susann lässt sich je eine natürliche Zahl von Xaver, Yvonne und Zacharias sagen. Sie teilt ihnen dann
die Summe dieser drei Zahlen mit. Jeder multipliziert die mitgeteilte Summe mit der ursprünglich
von ihm genannten Zahl. So erhält Xaver das Ergebnis 240, Yvonne 270 und Zacharias 390.

Untersuche, ob hierdurch die drei ursprünglich genannten Zahlen eindeutig bestimmt sind! Ist dies
der Fall, so gib diese Zahlen an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Sind x, y, z die drei ursprünglich genannten Zahlen und ist s = x + y + z (1) ihre Summe, so gilt

x · s = 240 , y · s = 270 , z · s = 390 (2)

Indem man (1) mit s multipliziert und dann (2) anwendet, folgt

s2 = x · s + y · s + z · s ; 240 + 270 + 390 = 900

Da s als Summe dreier natürlicher Zahlen selbst eine natürliche Zahl ist, ist hierdurch eindeutig bestimmt:
Es gilt s = 30 und damit nach (2) x = 8, y = 9, z = 13.

III Runde 3

Aufgabe 020832:
Rechenvorteile erleichtern das Kopfrechnen. Zwei Zahlen von 11 bis 19 kann man z. B. folgendermaßen
multiplizieren:
18 · 17 =? 18 + 7 25
Null anhängen 250
7 · 8 addieren 306

Weise die Richtigkeit dieses Rechenvorteils nach!

Lösung von Carsten Balleier:


Man kann das Produkt darstellen als (10 + a)(10 + b) mit 1 ≤ a,b ≤ 9. Es ist daher gleich

100 + 10a + 10b + ab = 10(10 + a + b) + ab.

Die Summe aus 10 und den beiden Einerstellen entspricht im Beispiel 18 + 7, die Multiplikation mit 10
der angehängten Null und das Produkt der Einer der 7 · 8.

Aufgabe 100832:
Eine Pumpe P1 füllt ein Becken in genau 4 h 30 min. Eine zweite Pumpe P2 füllt dasselbe Becken
in genau 6 h 45 min. Beim Füllen dieses Beckens wurde eines Tages zunächst die Pumpe P1 genau
30 min lang allein eingesetzt. Anschließend wurden beide Pumpen zusammen so lange eingesetzt, bis
das Becken gefüllt war.

Berechne, wie lange es insgesamt dauerte, bis das Becken unter diesen Umständen gefüllt wurde! (Es
sei angenommen, dass beide Pumpen während ihres Einsatzes mit konstanter Leistung arbeiteten.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1
Da P1 das gesamte Becken in genau 4 h 30 min füllt, wurde durch diese Pumpe in 30 min genau 9 des
1
Beckens gefüllt. In jeder Minute füllte P1 mithin genau 270 des Beckens.

165
V.I Gleichungen

Da P2 das gesamte Becken in genau 6 h 45 min, also in 405 min füllt, füllte diese Pumpe in jeder Minute
1
405 des Beckens.
In der Zeit, in der beide Pumpen zusammen arbeiteten, füllten sie mithin in jeder Minute wegen
1 1 15 1
+ = =
270 405 2430 162
1
genau 162 des Beckens. Insgesamt wurden von beiden Pumpen gemeinsam 89 des Beckens gefüllt.
8 144
Wegen 9 = 162 geschah das in genau 144 min. Infolgedessen wurde das Becken in der in der Aufgabe
angegebenen Weise in genau 174 min, das sind 2 h 54 min, gefüllt.

Aufgabe 110831:
In ein leeres Gefäß (ohne Abfluss) mit einem Fassungsvermögen von 1000 Liter flossen mit
gleichmäßiger Strömungsgeschwindigkeit zunächst in jeder Sekunde genau 30 Liter Wasser und von
einem späteren Zeitpunkt t ab in jeder Sekunde genau 15 Liter Wasser. Nach genau 40 s, gemessen
vom Anfang an, war das Gefäß gefüllt.

Ermittle, welcher Bruchteil des Gefäßinhalts zum Zeitpunkt t gefüllt war!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die vom Anfang bis zum Zeitpunkt t vergangene Zeit, während der also genau 30 Liter je Sekunde in
das Gefäß flossen, betrage x, dann sind in der Zeit, während der genau 15 Liter je Sekunde in das Gefäß
flossen, genau (40 − x) Sekunden vergangen, und es gilt:

30x + (40 − x) · 15 = 1000

also 15x = 400, woraus man x = 80 3 erhält.


Während dieser 80
3 s flossen genau 80
3 · 30 l, das sind 800 1 Wasser, in das Gefäß. Wegen
800
1000 = 4
5 waren
4
daher zum Zeitpunkt t genau 5 des Gefäßes gefüllt.

Aufgabe 110835:
Gisela stellt auf einem Pioniernachmittag folgende Aufgabe:

Wenn ich aus diesem Gefäß mit Nüssen an fünf von euch dem ersten die Hälfte und eine

halbe Nuss und dann dem zweiten, dem dritten usw. nacheinander jeweils die Hälfte der
noch vorhandenen Nüsse und eine halbe dazu gebe, dann habe ich alle verbraucht.

Wie groß ist die Anzahl der Nüsse, die das Gefäß enthielt?

Wie groß ist für jeden der fünf Pioniere die Anzahl der Nüsse, die er erhalten würde?“

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1
Die Anzahl der Nüsse in dem Gefäß sei x. Dann würde der erste Pionier x
2 + 2 erhalten, als Rest blieben

x 1 1
− = (x − 1)
2 2 2
Davon würde der zweite Pionier 41 (x − 1) + 1
2 erhalten, als Rest blieben 41 (x − 1) − 1
2 = 14 (x − 3).

Davon würde der dritte Pionier 18 (x − 3) + 1


2 erhalten, als Rest blieben 18 (x − 3) − 1
2 = 18 (x − 7).

1 1
Davon würde der vierte Pionier 16 (x − 7) + 2 erhalten, als Rest blieben

1 1 1
(x − 7) − = (x − 15)
16 2 16

166
V.I Gleichungen

1 1
Davon würde der fünfte Pionier 32 (x − 15) + 2 erhalten, als Rest blieben
1 1 1
(x − 15) − = (x − 31)
32 2 32
Dieser Rest betrug laut Aufgabe Null. Daraus folgt x = 31. Also enthielt das Gefäß genau 31 Nüsse. Von
diesen würden bekommen:
Der 1. Pionier 16 Nüsse, der 2. Pionier 8 Nüsse, der 3. Pionier 4 Nüsse, der 4. Pionier 2 Nüsse und der
5.Pionier 1 Nuss.

Aufgabe 160834:
Fritz behauptet: Zwei zweistellige Zahlen, die durch Vertauschen der Ziffern auseinander hervorgehen
(z. B. 72 und 27), kann man nach der folgenden Vorschrift miteinander multiplizieren, die am Beispiel
der beiden genannten Zahlen dargelegt werden soll:
(1) Man berechnet das Produkt der beiden Ziffern 7 · 2 = 14
(2) Man schreibt die erhaltene Zahl zweimal hintereinander auf
(Hinweis: War die in (1) erhaltene Zahl einstellig, so schreibt man
zwischen die beiden Zahlen noch eine Ziffer Null.) 1414
(3) Man addiert die Quadratzahlen der beiden Ziffern 49 + 4 = 53
(4) Man hängt an das Ergebnis eine Null an 530
(5) Man addiert die Ergebnisse der Rechenschritte (2) und (4)
und erhält damit das gesuchte Produkt 1414 + 530 = 1944
Beweise die Richtigkeit dieser Behauptung!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Sind a und b die beiden Ziffern, so sind die zu multiplizierenden Zahlen 10a + b und 10b + a. Ihr Produkt
ist
(10a + b)(10b + a) = 100ab + 10a2 + 10b2 + ab
In Rechenschritt (1) ergibt sich nun ab, in Rechenschritt (2) demnach 100ab + ab. In Rechenschritt (3)
ergibt sich a2 + b2 , in (4) also 10(a2 + b2 ).
Somit führt Rechenschritt (5) auf 100ab + ab + 10(a2 + b2 ), also, wie behauptet, auf das zu berechnende
Produkt.

Aufgabe 170833:
9
Die gebrochene Zahl 91 soll als Differenz zweier positiver echter Brüche mit den Nennern 7 und 13
dargestellt werden.

Untersuche, ob es eine solche Darstellung gibt, ob es mehr als eine gibt, und ermittle alle derartigen
Darstellungen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, es gibt eine solche Darstellung; dann lautet sie
9 x y
= −
91 7 13
wobei x und y natürliche Zahlen mit 0 < x < 7 und 0 < y < 13 sind. Wegen 91 = 7 · 13 gilt daher
13x − 7y = 9 uns somit y = 13x−9
7 .

Wir erhalten für x = 1, ..., 6:


x 13x 13x − 9 x 13x 13x − 9
1 13 4 2 26 17
3 39 30 4 42 43
5 65 56 6 78 69

167
V.I Gleichungen

Von den in der dritten Spalte angegebenen Zahlen ist nur die Zahl 56 durch 7 teilbar. Wir erhalten also
nur für x = 5 einen ganzzahligen Wert für y, und zwar y = 8.
Somit kann nur die Darstellung
9 5 8
= − (1)
91 7 13
5 8
den Bedingungen der Aufgabenstellung genügen. Sie erfüllt diese Bedingungen; denn 7 und 13 sind
positive echte Brüche, und es gilt (1).

Aufgabe 180833:
Jürgen ist im Ferienlager und will für seine Gruppe Brause zu 0,21 M je Flasche einkaufen. Er nimmt
kein Bargeld, sondern nur leere Flaschen mit. Für das eingelöste Pfandgeld (0,30 M für jede der leere
Flaschen) kauft er möglichst viele Flaschen Brause, wobei er für jede volle Flasche außer dem Preis
von 0,21 M auch 0,30 M Pfand zu zahlen hat. Es stellt sich heraus, dass er sieben Flaschen weniger
erhält, als er abgegeben hat. Außerdem bekommt er noch Geld zurück.

Ermittle alle Möglichkeiten, wie viele leere Flaschen Jürgen mitgenommen haben könnte und wie viel
Geld er dann zurückerhielt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Jürgen habe x leere Flaschen mitgenommen, er habe y Pfennig zurückerhalten. Somit bezahlte Jürgen
einen Betrag von 30x − y, und er erhielt dafür x − 7 volle Flaschen zu 0,51 M. Es gilt folglich:

(1) 30x − y = 51(x − 7) mit 0 < y < 51


da Jürgen im Falle y = 51 noch weitere Flaschen erhalten könnte und im Falle y = 0 kein Geld heraus-
bekäme.
Aus (1) erhält man:
y = 357 − 21y = 7(51 − 3x)
51 51 6·51 102
also 0 < 51 − 3x < 7 . Aus 0 < 51 − 3x folgt x < 17. Aus 51 − 3x < 7 folgt 3x > 7 , also x > 7 > 14.

Daher verbleiben nur die Möglichkeiten x = 15 und x = 16. Für x = 15 gilt y = 42, und für x = 16 folgt
y = 21.

1. Möglichkeit: Jürgen hatte 15 leere Flaschen mitgenommen, das entspricht 4,50 M Pfandgeld. Er kaufte
15 − 7 = 8 Flaschen Brause und musste dafür 4,08 M bezahlen. Er erhielt 0,42 M zurück, wofür er keine
weitere Flasche Brause kaufen konnte.

2. Möglichkeit: Jürgen hatte 16 leere Flaschen mitgenommen, das entspricht 4,80 M Pfandgeld. Er kaufte
16 − 7 = 9 Flaschen Brause und musste dafür 4,59 M bezahlen. Er erhielt 0,21 M zurück, wofür er
ebenfalls keine weitere Flasche Brause kaufen konnte.

Aufgabe 190831:
Klaus erzählt:

Als ich kürzlich einkaufte, hatte ich genau drei Münzen bei mir. Beim Bezahlen stellte ich folgendes

fest. Wenn ich zwei meiner Münzen hingebe, so fehlen noch 3,50 M bis zum vollen Preis der gekauften
Ware, lege ich aber nur die übrige Münze hin, so erhalte ich 3,50 M zurück“

Ermittle aus diesen Angaben alle Möglichkeiten dafür, wie viel Münzen welcher Sorte Klaus bei sich
gehabt hat! Dabei sind nur 1, 5, 10, 20, und 50 Pf. sowie 1, 2, 5, 10 und 20 Mark zu berücksichtigen.

168
V.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Differenz zwischen der Summe der Werte der ersten beiden Münzen und dem Wert der dritten Münze
beträgt genau 7,00 M. Deshalb ist der Wert der dritten Münze größer als 7 M, also 10 M oder 20 M.
Wäre die dritte Münze eine Münze zu 20 M gewesen, dann müsste die Summe der Werte der beiden
anderen Münzen genau 13 Mark betragen haben, das ist mit den angegebenen Münzwerten jedoch nicht
möglich.
Also war die dritte Münze eine Münze zu 10 M, und die Summe der Werte der beiden anderen Münzen
betrug genau 3 M. Das ist bei den angegebenen Münzsorten nur möglich, wenn Klaus eine 2-Mark-Münze
und eine 1-Mark-Münze bei sich hatte.
Klaus hatte also bei diesem Einkauf eine 10-Mark-Münze, eine 2-Mark-Münze und eine 1-Mark-Münze
bei sich.

Aufgabe 190834:
Beweise, dass das Produkt dreier aufeinanderfolgender natürlicher Zahlen, vermehrt um die mittlere
Zahl, stets die dritte Potenz der mittleren Zahl ergibt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ist x die mittlere der drei aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen, so lauten sie x − 1, x und x + 1.
Bildet man daher ihr Produkt und vermehrt es um die mittlere Zahl, so erhält man

(x − 1) · x · (x + 1) + x = x3 − x + x = x3

Aufgabe 220832:

a) Beweise, dass für n = 2, 3, 4 und 5 der folgende Satz gilt:

Wenn q das arithmetische Mittel von n unmittelbar aufeinanderfolgenden ungeraden natürlichen


Zahlen ist, dann ist q stets eine natürliche Zahl.
b) Ermittle unter den Zahlen n = 2, 3, 4, 5 alle diejenigen, für die das in a) genannte Mittel q stets
eine gerade Zahl ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Man kann n unmittelbar aufeinanderfolgende ungerade natürliche Zahlen stets mit jeweils einer geeigneten
natürlichen Zahl m

für n=2 in der Form 2m − 1, 2m + 1,


für n=3 in der Form 2m − 1, 2m + 1, 2m + 3,
für n=4 in der Form 2m − 3, 2m − 1, 2m + 1, 2m + 3,
für n=5 in der Form 2m − 3, 2m − 1, .2m + 1, 2m + 3, 2m + 5

darstellen. Das arithmetische Mittel q dieser Zahlen ist

1
für n=2 die Zahl q = 2 · 4m = 2m,
1
für n=3 die Zahl q = 3 · (6m + 3) = 2m + 1,
1
für n=4 die Zahl q = 4 · 8m = 2m,
1
für n=5 die Zahl q = 5 · (10m + 5) = 2m + 1,

Wie m sind auch 2m und 2m + 1 natürliche Zahlen; damit ist der in a) geforderte Beweis erbracht.
Ferner ist q genau in den Fällen mit q = 2m gerade; also sind genau n = 2 und n = 4 die in b) zu
ermittelnden Zahlen.

169
V.I Gleichungen

Aufgabe 230831:
Ein vollständig gefülltes Wasserbecken besitzt einen großen und einen kleinen Abflusshahn. Öffnet
man nur den großen Hahn, so läuft das Becken in genau einer Stunde aus; öffnet man nur den kleinen
Hahn, so ist das Becken in genau drei Stunden leer.

Nach welcher Zeit ist das Becken leer, wenn beide Hähne gleichzeitig geöffnet sind? Vorausgesetzt
wird für jeden der beiden Hähne, dass aus ihm jeweils in gleich langen Zeiten gleich große Wasser-
mengen entströmen.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1
Ist nur der große Hahn geöffnet, so läuft in jeder Minute 60 des Beckeninhalts aus; ist nur der kleine
1
Hahn geöffnet, so läuft in jeder Minute 180 des Beckeninhalts aus.
1 1 4 1
Sind nun beide Hähne gleichzeitig geöffnet, so läuft in jeder Minute 60 + 180 = 180 = 45 des Beckeninhalts
aus. Somit ist das Becken nach genau 45 Minuten leer, wenn beide Hähne gleichzeitig geöffnet sind.

Aufgabe 250835:
Von Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828 - 1910), einem bedeutenden russischen Schriftsteller, stammt
folgende Aufgabe:

Schnitter sollen zwei Wiesen mähen. Am Morgen begannen alle, die größere Wiese zu
mähen. Vom Mittag dieses Tages an teilten sie jedoch die Arbeit anders ein: Die Hälfte
der Schnitter verblieb beim Mähen der ersten Wiese, die sie bis zum Abend fertig mähen.
Die anderen Schnitter gingen zum Mähen der zweiten Wiese über, deren Flächeninhalt
gleich dem der Hälfte der ersten war, und arbeiteten bis zum Abend. Nun blieb auf der
zweiten Wiese ein Rest, für den ein Schnitter allein einen ganzen Tag benötigte.

Wie viel Schnitter waren am ersten Tag bei der Arbeit?


Anmerkung: Es sei vorausgesetzt, dass jeder Schnitter an jedem Vormittag eine gleichgroße Fläche
wie an jedem Nachmittag mäht und dass diese Arbeitsleistung aller Schnitter die gleiche ist.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn am ersten Tag x Schnitter bei der Arbeit waren, so gilt:
Das Mähen der zweiten Wiese ist die halbe Tagesleistung von x2 Schnittern, vermehrt um die Tagesleistung
von einem Schnitter. Das Mähen der ersten Wiese ist eine doppelt so große Leistung; es ist also die
Tagesleistung von x2 Schnittern, vermehrt um die Tagesleistung von zwei Schnittern.

Andererseits war das Mähen der ersten Wiese die halbe Tagesleistung von x Schnittern, vermehrt um die
halbe Tagesleistung von x2 Schnittern.
x 1 1 x
+2= ·x+ · ⇒ x=8
2 2 2 2
Folglich waren am ersten Tag acht Schnitter bei der Arbeit.

Aufgabe 260831:
Gegen Ende eines Kinderfestes kommen fünf Mädchen zur Solidaritätstombola und wollen Lose kau-
fen. Der Pionierleiter zählt die vorrätigen Lose und sagt dann: Der Vorrat reicht dafür, dass jede

von euch, eine nach der anderen, jeweils genau die Hälfte der gerade noch vorhandenen Lose und ein
halbes Los dazu kauft. Dann bleibt kein Los übrig.“
(I) Weise nach, dass es als Vorrat an Losen höchstens eine Anzahl geben kann, bei der die Aussagen
des Pionierleiters zutreffen!
(II) Weise nach, dass für diese Anzahl die Aussagen des Pionierleiters zutreffen! Wie viele Lose kann
jedes der fünf Mädchen nach diesen Angaben kaufen?

170
V.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

(I) Wenn die Aussagen des Pionierleiters bei einem Vorrat von x Losen zutreffen, so kann jedes der
Mädchen so viele Lose kaufen, wie die folgende Tabelle angibt. Ferner ist dort angegeben, wie viele
Lose dann jeweils noch vorhanden sind.

Anzahl der Lose, Anzahl der Lose,


die das Mädchen kaufen kann die danach noch vorhanden sind
1
1. Mädchen x
2 + 2 x − ( x2 + 12 ) = x
2 − 1
2
1 x 1 1 1
2. Mädchen 2(2 − 2) + 2 = 4 + 4
x
( x2 − 12 ) − ( x4 + 41 ) = x 3
4 − 4
1 x 3 1 1
3. Mädchen 2(4 − 4) + 2 = 8 + 8
x
( x4 − 34 ) − ( x8 + 81 ) = x 7
8 − 8
1 x 7 1 1
4. Mädchen 2 ( 8 − 8 ) + 2 = 16 + 16
x
( x8 − 78 ) − ( 16
x
+ 1
16 ) = x 15
16 − 16
1 x 15 1 1
5. Mädchen 2 ( 16 − 16 ) + 2 = 32 + 32
x

Da das 5. Mädchen alle noch vorhandenen Lose gekauft hat, gilt


x 1 x 15
+ = − also x = 31
32 32 16 16
Als Vorrat an Losen kann daher höchstens die Zahl x = 31 die Eigenschaft haben, dass die Aussagen
des Pionierleiters zutreffen.
(II) Für diese Anzahl als Vorrat gilt in der Tat:
Das 1. Mädchen kann 31 1
2 + 2 = 16 Lose kaufen. Von den dann vorhandenen 15 Losen kann das 2.
15 1
Mädchen 2 + 2 = 8 Lose kaufen.
Von den dann vorhandenen 7 Losen kann das 3. Mädchen 72 + 21 = 4 Lose kaufen. Von den dann
vorhandenen 3 Losen kann das 4. Mädchen 23 + 12 = 2 Lose kaufen.
1 1
Von dem dann vorhandenen 1 Los kann das 5. Mädchen 2 + 2 = 1 Los kaufen, und danach bleibt
kein Los übrig.

Für den Vorrat von 31 Losen treffen somit die Aussagen des Pionierleiters zu; die einzelnen Mädchen
können nach diesen Aussagen der Reihe nach 16, 8, 4, 2, 1 Lose kaufen.

Alternativ-Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn die Aussagen des Pionierleiters zutreffen, so folgt:
Nachdem die ersten vier Mädchen gekauft haben, wie angegeben, kann das 5. Mädchen die Hälfte der
noch vorhandenen Lose und ein halbes Los dazu kaufen, und danach bleibt kein Los übrig.
Also war das eben genannte halbe Los die andere Hälfte der noch vorhandenen Lose; d. h. die Anzahl der
noch vorhandenen Lose hatte 1 betragen.

Also bleibt, wenn das 4. Mädchen die Hälfte der noch vorhandenen Lose und ein halbes Los dazu kauft,
danach noch genau dieses eine Los übrig. Somit war dieses Los und das halbe Los zusammen die andere
Hälfte der zuvor noch vorhandenen Lose; d. h. die Anzahl der noch vorhandenen Lose hatte 3 betragen.

Entsprechend schließt man:


Für das 3. Mädchen hatte die Hälfte der Anzahl der zuvor noch vorhandenen Lose 3 21 , diese Anzahl selbst
also 7 betragen; für das 2. Mädchen hatte die Hälfte der Anzahl der zuvor noch vorhandenen Lose 7 12 ,
diese Anzahl selbst also 15 betragen; die Hälfte der Anzahl der ganz zu Beginn vorhandenen Lose hatte
15 21 , diese Anzahl selbst also 31 betragen.

(II) wie im 1. Lösungsweg.

171
V.I Gleichungen

Aufgabe 270831:
Während einer Kindergeburtstagsfeier spielt man Geburtstagsdatum erraten“. Katrin, das Geburts-

tagskind, erklärt ihrem jeweiligen Spielpartner:
Teile dein Geburtsdatum auf in eine Tageszahl und eine Monatszahl! (Mein heutiger

Geburtstag, der 24. Mai, wäre z. B. aufzuteilen in die Tageszahl 24 und die Monatszahl 5.)
Verdopple nun die Tageszahl deines Geburtsdatums, addiere zum Ergebnis 7, multipliziere
die Summe mit 50 und vermehre das Produkt um die Monatszahl deines Geburtsdatums!“
Nachdem das Ergebnis genannt wurde, war Katrin in der Lage, das betreffende Geburtsdatum zu
nennen. Erkläre, durch welche Überlegung man das Geburtsdatum in jedem Fall aus dem Ergebnis
der von Katrin geforderten Rechnung finden kann!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Für jedes Geburtsdatum mit Tageszahl x und Monatszahl y gilt:
Die geforderte Rechnung führt der Reihe nach auf die Zahlen

2x, 2x + 7, (2x + 7) · 50 = 100x + 350

also auf das Ergebnis 100x + 350 + y.


Aus diesem Ergebnis kann man die gesuchten Zahlen x und y folgendermaßen finden:

Man subtrahiert 350 und erhält die Zahl 100x + y. Da y als Monatszahl kleiner als 100 ist, muss y die
aus der Zehner- und Einerziffer von 100x + y gebildete Zahl sein (wobei, falls die Zehnerziffer 0 lautet,
diese wegzulassen ist); und lässt man umgekehrt aus 100x + y die Zehner- und Einerziffer weg, so bleibt
die (Zifferndarstellung der) Zahl x übrig.

Aufgabe 290831:
Eine Aufgabe des bedeutenden englischen Naturwissenschaftlers Isaac Newton (1643 bis 1727) lautet:

Ein Kaufmann besaß eine gewisse Geldsumme.


Im ersten Jahr verbrauchte er davon 100 Pfund; zum Rest gewann er durch seine Arbeit ein Drittel
desselben dazu.
Im zweiten Jahr verbrauchte er wiederum 100 Pfund und gewann zum Rest ein Drittel dazu.
Im dritten Jahr verbrauchte er erneut 100 Pfund und gewann zum Rest ein Drittel dazu.
Dabei stellte er fest, dass sich sein Geld gegenüber dem Anfang des ersten Jahres verdoppelt hatte.

Ermittle aus diesen Angaben, welche Geldsumme anfangs des ersten Jahres vorhanden gewesen sein
muss! Weise nach, dass bei dieser Anfangssumme die Angaben des Aufgabentextes zutreffen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


I. Wenn die Angaben mit der Anfangssumme x Pfund zutreffen, so folgt:
Da durch Hinzugewinn eines Drittels einer Summe stets vier Drittel dieser Summe entstehen, ergibt sich
am Ende des dritten Jahres die Summe von
4 4 4
(((x − 100) · − 100) · − 100) · Pfund
3 3 3
Also gilt nach der letzten Angabe des Aufgabentextes
4 4 4
(((x − 100) · − 100) · − 100) · = 2x
3 3 3
Daraus folgt durch Ausmultiplizieren aller Klammern und anschließendes Multiplizieren mit dem Haupt-

172
V.II Bewegungsgleichungen

nenner
4 400 4 4
(( x − − 100) · − 100) · = 2x
3 3 3 3
16 1600 400 4
( x− − − 100) · = 2x
9 9 3 3
64 6400 1600 400
x− − − = 2x
27 27 9 3
64x − 6400 − 4800 − 3600 = 54x
x = 1480

Die Anfangssumme muss folglich 1480 Pfund betragen haben.

Aus dieser Anfangssumme entsteht, im ersten Jahr durch Verbrauchen von 100 Pfund die Summe 1380
Pfund, durch Hinzugewinnen eines Drittels (460 Pfund) die Summe 1840 Pfund; im zweiten Jahr ent-
sprechend 1740 Pfund + 580 Pfund = 2320 Pfund; im dritten Jahr 2220 Pfund + 740 Pfund = 2960
Pfund.
Da 2960 das Doppelte von 1480 ist, treffen bei der genannten Anfangssumme somit die Angaben des
Aufgabentextes zu.

V.II Bewegungsgleichungen
I Runde 1

Aufgabe 040813:
Auf einer zweigleisigen Strecke zum Vorort einer Großstadt fährt alle 10 Minuten von der Anfangssta-
tion und von der Endstation gleichzeitig je eine Straßenbahn ab und benötigt je 50 Minuten Fahrtzeit.
Die Aufenthaltszeit an diesen beiden Stationen beträgt je 10 Minuten.

Wie viel Straßenbahnen sind insgesamt auf dieser Strecke eingesetzt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Zur Abfahrtszeit befinden sich an der Anfangs- und an der Endstation je 2 Bahnen. Außerdem sind je 2
Bahnen 10 min, 20 min, 30 min und 40 min unterwegs. Also sind insgesamt 12 Straßenbahnen eingesetzt.

Aufgabe 060813:
Auf einer 1 km langen kreisförmigen Bahn wird ein Radrennen ausgetragen. Zu einer gewissen Zeit hat
der Radsportler B genau 500 m Vorsprung vor dem Radsportler A. A fährt mit einer Geschwindigkeit
von 50 km/h, B mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h.

Nach wie viel Minuten würde A den Fahrer B ein ersten Mal einholen, wenn beide mit gleichbleibender
Geschwindigkeit weiterfahren würden?

Lösung von Manuela Kugel:


B hat zunächst einen Vorsprung von 500 m. In der gleichen Zeit, in der A 500 m zurücklegt, legt B nur
450 m zurück. A holt bei also 50 m auf. Insgesamt muss er 500 m aufholen. Das schafft er unter den
Bedingungen der Aufgabe in genau 5 Runden.

Die Gesamtlänge des Weges beträgt bei 5 Runden 5 km. Daher wird B von A in 6 Minuten eingeholt.

173
V.II Bewegungsgleichungen

Aufgabe 070813:
Drei Sportler starteten gleichzeitig und liefen 100 m. Als der erste am Ziel war, hatte der zweite noch
genau 10 m zu laufen. Als der zweite am Ziel war, blieben für den dritten noch genau 10 m.

Wie weit war der dritte noch vom Ziel entfernt, als der erste dieses erreicht hatte? (Es sei angenommen,
dass jeder der drei Sportler die gesamte Strecke mit konstanter Geschwindigkeit durchlief.)

Lösung von Manuela Kugel:


Es kann die Formel der konstanten Geschwindigkeit angewandt werden: v = s : t bzw. umgestellt:
t = s : v.

Betrachtet man den Zeitpunkt 1, an dem der 1. Läufer (a) ins Ziel kommt, dann gilt für den Zweiten (b)
und Dritten (c): t1 = sb1 : vb1 = sc1 : vc1 ,
wobei sb1 = 100m − 10m = 90m und sc1 die gesuchte Wegstrecke ist, die c zum Zeitpunkt 1 des Zielein-
laufes hinter sich gebracht hatte.

Zum Zeitpunkt 2, an dem der Zweite Läufer (b) das Ziel erreicht gilt analog: t2 = sb2 : vb2 = sc2 : vc2 ,
wobei sb2 = 100 m und sc2 = 100m − 10m = 90m sowie vb := vb1 = vb2 und vc := vc1 = vc2 gilt.

Nun werden die Gleichungen des 1. und 2. Zeitpunktes zusammengeführt:


vc vc sc 90m
sc1 = sb1 · = 90m · = 90m · 2 = 90m · = 81m.
vb vb sb2 100m
Demzufolge war der Dritte noch 100m − 81m = 19m vom Ziel entfernt als der Erste das Ziel erreicht
hatte.

Aufgabe 090814:
Auf zwei nebeneinanderliegenden Fahrbahnen sind zwei 4 m lange Kraftwagen in gleicher Fahrtrich-
tung gefahren. Der erste hatte eine Geschwindigkeit von 60 km
h , der zweite eine Geschwindigkeit von
km
70 h . Der zweite Kraftwagen fuhr an dem ersten vorbei.

Zu Beginn des betrachteten Vorganges befand sich die Hinterkante des ersten Wagens a = 20 m vor
der Vorderkante des zweiten (siehe Abbildung a); am Ende des Vorganges die Vorderkante des ersten
a = 20 m hinter der Hinterkante des zweiten (siehe Abbildung b).

Wie lange dauerte dieser Vorgang, und welche Fahrtstrecke wurde von der Vorderkante des zweiten
Wagens dabei zurückgelegt?

K1 K2
Fahrtrichtung

Fahrtrichtung

a a

K2 K1
a) b)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da der Vorgang laut Aufgabe stattgefunden hat, existiert eine Lösung. Es seien folgende Bezeichnungen
eingeführt:
Geschwindigkeit von K1 bzw. K2 : v1 = 60 km km
h , v2 = 70 h

174
V.II Bewegungsgleichungen

Weg der Vorderkante von K1 bzw. K2 während des Vorgangs: s1 , s2


Zeitdauer des Vorgangs: t
Abstand der Vorderkanten voneinander zu Anfang bzw. am Ende des Vorgangs: dA = dE = 24 m
Summe dieser Abstände: D = dA + dE = 48 m
Angenommen nun, diese Größen seien die bei dem Vorgang der Aufgabenstellung auftretenden. Dann
folgt s1 = v1 t, s2 = v2 t, s1 + D = s2 . Daraus folgt weiter v1 t + D = v2 t, also
D 0,048
t= = h = 17,28s ≈ 17,3s
v2 − v1 10
sowie  
v2 D
s2 = v2 t = = 336m
v2 − v1

Aufgabe 220813:
Eine NVA-Marschkolonne ist 3,2 km lang. Ein Regulierungsposten fährt mit dem Krad vom Ende
der Marschkolonne ab, holt die Spitze der Marschkolonne nach 5,6 km Fahrt ein, fährt sofort mit
gleichbleibender Geschwindigkeit genau 6 min lang weiter und hat dann seinen Genossen erreicht,
der an der nächsten Straßenkreuzung steht, um den Gegenverkehr zu sperren. Hier wartet er auf die
Marschkolonne, die während der gesamten Zeit ihre Durchschnittsgeschwindigkeit beibehalten hat.
a) Wie verhalten sich die Durchschnittsgeschwindigkeiten des Regulierungspostens und der
Marschkolonne zueinander?
b) Wie viel Minuten muss der Regulierungsposten an der Kreuzung insgesamt auf die Spitze der
Marschkolonne warten?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die Durchschnittsgeschwindigkeiten des Regulierungepostens und der Marschkolonne seien mit vR
bzw. vM bezeichnet.
Sie verhalten sich wie die in gleicher Zeit zurückgelegten Wege. Der vom Regulierungsposten zunächst
zurückgelegte Weg s0 = 5,6 km setzt sich zusammen aus der Länge s1 = 3,2 km der Marschkolorine und
demjenigen Weg s2 , den die Marschkolonne während der Vorbeifahrt des Regulierungspostens zurücklegte.
Dieser Weg hat folglich eine Länge von s2 = s0 − s1 = 2,4 km. Somit gilt

vR : vM = s0 : s2 = 5,6 : 2,4 = 7 : 3

b) Der Zeitpunkt, an dem der Regulierungsposten die Spitze der Marschkolonne verlässt, sei T0 genannt.
Von diesem Zeitpunkt an legt der Regulierungsposten noch den Weg s = vR · 6 min zurück.
Denselben Weg hat die Spitze der Marschkolonne in der Zeit t vom Zeitpunkt T0 an bis zum Eintreffen
an der Kreuzung zurückzulegen. Also gilt s = vM · t. Daraus folgt
vR
t= · 6 min
vM
nach a) also t = 37 · 6 min = 14 min. Diese Zeit t = 14 min,setzt sich zusammen aus der vom Zeitpunkt
T0 an benötigten Fahrzeit 6 min und der gesuchten Wartezeit des Regulierungspostens an der Kreuzung.
Diese Wartezeit beträgt daher 8 min.

Aufgabe 230813:
Auf einer 22,5 km langen Straßenbahnstrecke sollen Wagenzüge während der Zeit von 8.00 Uhr bis
16.00 Uhr in beiden Richtungen in zehnminütigem Abstand verkehren, beginnend mit der Abfahrtzeit
genau 8.00 Uhr an beiden Endhaltestellen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Wagenzüge betrage
18 km
h . Jeder Wagenzug, der an einer Endhaltestelle angekommen ist, soll bis zu seiner Abfahrt eine
Pause einlegen, die mehr als 10 Minuten, aber weniger als 20 Minuten beträgt.
a) Wann hat der Wagenzug, der um 8.00 Uhr an einer Endhaltestelle abfuhr, dieselbe Endhalte-
stelle zum zweiten Mal zu verlassen?

175
V.II Bewegungsgleichungen

b) Wie viel Wagenzüge sind ausreichend, um den geschilderten Verkehrsablauf einzuhalten?


c) Wie viel Zeit vergeht für einen Wagenzug, der sich auf der Fahrt von einer Endhaltestelle
zur anderen befindet, durchschnittlich von einer Begegnung mit einem entgegenkommenden
Wagenzug bis zur Begegnung mit dem nächsten entgegenkommenden Wagenzug?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Da die Strecke zwischen den beiden Endhaltestellen s = 22,5 km beträgt und mit der Geschwindigkeit
h durchfahren wird, benötigt ein Wagenzug hierfür die Zeit
v = 18 km

s 22,5
t= = h = 1,25h = 1h14min
v 18
Der Wagenzug, der um 8.00 Uhr von einer Endhaltestelle abfuhr, erreicht die andere Endhaltestelle
folglich um 9.15 Uhr.

Von dort hat er planmäßig zu einer Uhrzeit abzufahren, die ein ganzzahliges Vielfaches von 10 Minuten
ist, wegen der Pausenregelung also um 9.30 Uhr. Entsprechend hat er von der ersten Endhaltestelle
nochmals 1 Stunden später, also um 11.00 Uhr abzufahren.

b) Von der zweiten Endhaltestelle müssen zu den Abfahrtszeiten 8.00, 8.10, 8.20, 8.30, 8.40, 8.50, 9.00,
9.10, 9.20 Uhr Wagenzüge zur Verfügung stehen, das sind 9 Wagenzüge.
Ebenso viele werden zur Abfahrt an der ersten Endhaltestelle zu denselben Zeiten benötigt. Von 9.30 Uhr
ab ist die Fortsetzung des geplanten Ablaufs mit den bereits aufgezählten Wagenzügen möglich. Daher
reichen insgesamt 18 Wagenzüge aus.

c) Der erstgenannte Wagenzug sei Z0 ; der erste bzw. der zweite ihm begegnende Wagenzug sei Z1 bzw.
Z2 .
Während der Fahrt haben Z1 und Z2 einen gleichbleibenden Abstand so voneinander; dies ist auch zum
Zeitpunkt von Z0 und Z1 der Abstand zwischen Z0 und Z2 . Da der Wagenzug Z2 an einer Stelle jeweils
10 Minuten später als Z1 eintrifft, benötigt er zum Durchfahren von so genau 10 Minuten.

Durch die Bewegung der Wagenzüge Z0 und Z2 gegeneinander verringert sich ihr Abstand mit einer
doppelt so großen Geschwindigkeit wie die Fahrgeschwindigkeit jedes einzelnen Wagenzuges. Also wird
dieser Abstand in der halben Zeit, die ein einzelner Wagenzug zum Durchfahren von so benötigen würde,
auf 0 verringert. Das besagt:
Bis zum Zeitpunkt der Begegnung von Z0 mit Z2 vergeht die Hälfte von 10 Minuten, das sind 5 Minuten.

II Runde 2

Aufgabe 020826:
Klaus fährt mit seinem Moped mit gleichbleibender Geschwindigkeit eine Straße entlang und passiert
dabei zu Anfang einen Kilometerstein mit einer zweistelligen Zahl vor dem Komma. Nach genau
1 12 Stunden kommt er wiederum an einem Kilometerstein vorbei, auf dem vor dem Komma die
gleichen Ziffern, jedoch in umgekehrter Reihenfolge stehen.
Nach weiteren 1 12 Stunden ist er am Ziel und erblickt einen Kilometerstein, dessen dreistellige Zahl
vor dem Komma aus den beiden Ziffern des ersten Steines, zwischen denen sich eine Null befindet,
besteht. Hinter dem Komma stand in allen drei Fällen die gleiche Ziffer.
a) Welche Strecke legte Klaus zurück?
b) Mit welcher Durchschnittsgeschwindigkeit fuhr er?

176
V.II Bewegungsgleichungen

Lösung von Carsten Balleier:


Die Abschnitte zwischen dem ersten und zweiten bzw. zweiten und dritten Kilometerstein müssen gleich
sein. Sei die Zahl auf dem ersten 10a + b, auf dem zweiten 10b + a und auf dem dritten 100a + b mit
1 ≤ a,b ≤ 9. Dann gilt (10b + a) − (10a + b) = (100a + b) − (10b + a) oder umgeformt 108a = 18b oder
6a = b.

Im vorgegebenen Bereich wird das bloß von a = 1, b = 6 erfüllt. Also stand auf den Kilometersteinen
16, 61 und 106 – Klaus legte also 90 km zurück. Da er 3 h gebraucht hat, war seine durchschnittliche
Geschwindigkeit 30 km
h .

Aufgabe 080824:
Ein mit konstanter Geschwindigkeit v1 fahrender Lastkraftwagen wird 1 h 25 min nach Fahrtbeginn
von einem ebenfalls mit konstanter Geschwindigkeit v2 fahrenden Personenkraftwagen eingeholt, der
30 min später vom gleichen Ort abfuhr, aber eine um 25 kmh größere Geschwindigkeit als der LKW
hatte.

a) Berechne v1 und v2 !
b) Welche Länge s hat die von beiden Fahrzeugen bis zum Überholungspunkt durchfahrene Weg-
strecke?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


In der Zeit ti = 85 min legt der LKW die gleiche Strecke zurück, für die der PKW die Zeit t2 = 55 min
brauchte.
Bezeichnet man die Geschwindigkeit des LKW mit v1 = x km h , dann beträgt die des PKW v2 = (x+25) h .
km
85 55
Wegen s = t1 · v1 = t2 · v2 gilt dann: x · 60 = (x + 25) · 60 .
Daraus erhält man x = 5·55 5
60 = 45 6 .

a) Die Geschwindigkeit des LKW betrug 45 56 km 5 km


h , die des PKW 70 6 h .

b) Wegen
5 · 55 85 67
· = 64 ≈ 64,9
60 60 72
beträgt die durchgefahrene Wegstrecke s ≈ 64,9 km.

Umgekehrt werden durch diese Werte in der Tat alle Bedingungen der Aufgabe erfüllt, wie eine Probe
zeigt.

Aufgabe 140822:
Vier Lastkraftwagen A, B, C und D befahren dieselbe Strecke. Fährt A mit einer Durchschnittsge-
schwindigkeit von 56 km
h und B mit 40 h , so benötigt A genau 2 Stunden weniger als B für diese
km

Strecke.

Mit welcher Durchschnittsgeschwindigkeit müsste C fahren, wenn D genau 4 Stunden eher als C
abfahren, durchschnittlich mit 35 km
h fahren und gleichzeitig mit C am gemeinsamen Ziel ankommen
soll?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, A habe die in der Aufgabe genannte Strecke in t Stunden zurückgelegt. Dann benötigte
B für dieselbe Strecke (t + 2) Stunden. Daher gilt 56t = 40(t + 2), woraus man t = 5 erhält.
A legte mithin die Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 56 km · h−1 in 5 Stunden zurück.
Die Strecke war daher 280 km lang.

177
V.II Bewegungsgleichungen

Wegen 280 : 35 = 8 würde D für diese Strecke bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 km · h−1
genau 8 Stunden brauchen. Da C erst 4 Stunden später als D abfahren soll, müsste er die gesamte Strecke
in genau 4 Stunden zurücklegen, wenn er gleichzeitig mit D am Ziel eintreffen will. Wegen 280 : 4 = 70
müsste er dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 km · h−1 einhalten.

Aufgabe 280821:
Ein Frachtschiff benötigt für eine Schiffsroute vom Hafen A zum Hafen B genau 12 Tage. Ein Tanker
fährt diese Route in entgegengesetzter Richtung und braucht dafür 15 Tage.
Der Frachter fährt 6 Tage später vom Hafen A ab als der Tanker vom Hafen B.

a) Wie viel Tage nach Abfahrt des Frachters treffen sich die beiden Schiffe, wenn sie mit gleichblei-
bender Geschwindigkeit fahren?
b) Welchen Teil der Route hat dann jedes Schiff zurückgelegt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1
a) Der Tanker legt an jedem Tage 15 der Route zurück. Am Tage des Auslaufens des Frachters hat
6 2
der Tanker bereits 15 = 5 des Weges zurückgelegt, der Abstand der beiden Schiffe beträgt zu diesem
Zeitpunkt daher 53 der Route.

1 1 3 3 3 3
Wegen 12 + 15 = 20 nähern sich beide Schiffe täglich um 20 der Route. Da 5 : 20 = 4 ist, treffen sich
beide Schiffe 4 Tage nach Abfahrt des Frachters.

4
b) Der Frachter legt in 4 Tagen 12 = 13 der Route zurück und der Tanker wegen 1 − 1
3 = 2
3 (oder wegen
10
seiner Fahrzeit von 10 Tagen und 15 = 23 ) die restlichen 23 der Route.

III Runde 3

Aufgabe V10831:
Ein Radfahrer fährt an einem windstillen Tage auf einer geradlinig verlaufenden Landstraße nach
einem 32 km entfernt liegenden Orte und sofort wieder zurück. Er benötigt für Hin- und Rückfahrt
genau 4 Stunden, hat also eine Geschwindigkeit v = 16 km
h .
Am nächsten Tage ist es windig. Es sei angenommen, dass die Geschwindigkeit des Radfahrers sich
um 4 km je Stunde verringert, wenn er gegen den Wind fährt, und sich um 4 km je Stunde erhöht,
wenn er mit dem Wind fährt.
Der Radfahrer nimmt an, dass er ebenfalls 4 Stunden für Hin- und Rückfahrt benötige, da ja die
Verzögerung auf der Hinfahrt durch die Beschleunigung auf der Rückfahrt ausgeglichen wird.
Trifft das zu? Begründe deine Antwort!

Lösung von Steffen Polster:


Hinfahrt: In diesem Fall verringert sich die Geschwindigkeit auf 12 km
h . Für die 32 km benötigt er dann
32
t = st = 12 h.

Rückfahrt: In diesem Fall erhöht sich die Geschwindigkeit auf 20 km


h . Für die 32 km benötigt er dann
32
t = st = 20 h.

In der Summe benötigt der Radfahrer 32 32 64


12 + 20 = 15 h, das sind 4 Stunden und 16 Minuten. Es tritt kein
Ausgleich der Verzögerung und Beschleunigung auf.

178
V.II Bewegungsgleichungen

Aufgabe 010832:
Peter hat für seine Modelleisenbahn ein Schienenoval“ auf einem

Brett aufgebaut (siehe dazu die Skizze; die Kreisbögen sind Halb-
kreise).
R400
800
Hans, den er eingeladen hat, fragt plötzlich: Was meinst du,

fährt der Zug so schnell wie in Wirklichkeit?“ Peter antwortet:
Bestimmt nicht, stell dir doch einmal einen richtigen Zug dane-

ben vor! Unser Zug schafft doch höchstens einen Kilometer in der 700
Stunde!“
Ja“, sagt Peter, das schon, aber 1 km bedeutet ja für die Anlage etwas ganz anderes. Man müsste
” ”
es umrechnen.“ Sie überlegen und ermitteln dann folgende Werte:
Zeit für eine Umkreisung: 11 s
Spurweite der Modellbahn: 18,5 mm
Spurweite in Wirklichkeit: 1435 mm

a) Wie groß ist die Geschwindigkeit des Zuges tatsächlich?


b) Wie groß wäre die Geschwindigkeit vom Standpunkt der Modelleisenbahn?

Lösung von Carsten Balleier:

a) Für die tatsächliche Geschwindigkeit des Zuges benötigt man die Länge, die er auf dem Schienenoval
zurücklegt. Das sind zwei Strecken und zwei Halbkreisbögen: 2 · 700mm + 2π · 400mm = 3,91m.
Das ergibt eine Geschwindigkeit des Modelleisenbahnzuges von 35,6 cm
s = 1,28
km
h

b) 18,5 mm Spurweite auf der Modellbahn entsprechen 1435 mm Spurweite in der Wirklichkeit. Der
Geschwindigkeit des Zuges entsprechen also in Realität
35,6 cm
s · 1435mm m km
= 27,6 ≈ 100 .
18,5mm s h

Aufgabe 150834:
Eine Pioniergruppe wandert von der Touristenstation A zum Bahnhof B. Sie legte in der ersten Stunde
3 km zurück. Danach rechnete sie sich aus, dass sie bei gleichbleibender Geschwindigkeit 40 Minuten
zu spät zum Zug kommen würde. Deshalb erhöhte sie ihre durchschnittliche Marschgeschwindigkeit
auf 4 km in der Stunde und kam damit 45 Minuten vor Abfahrt des Zuges in B an.

Berechne die Länge des Weges von A nach B!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Entfernung von A nach B betrage s km. Die Pioniergruppe hat beim Anstellen ihrer Überlegung
bereits 3 km zurückgelegt, muss also noch (s − 3) km bewältigen. Bei gleichförmiger Bewegung ist die
Zeit der Quotient aus Weg und Geschwindigkeit.

Bei beiden Geschwindigkeiten v1 = 3 km km


h > bzw. v2 = 4 h > ist die Zeit t vom Beginn der Geschwindig-
keitserhöhung bis zur Abfahrt des Zuges gleich. Diese Zeit in Stunden beträgt somit
s−3 2 s−3 3
t= − bzw. t= −
v1 3 v2 4
Nach Einsetzen der Werte für v1 bzw. v2 4 erhält man daraus 4s − 12 − 8 = 3s − 9 + 9, also s = 20. Die
Länge des Weges von A nach B beträgt somit 20 km.

179
V.II Bewegungsgleichungen

Aufgabe 190836:
Ein Taxifahrer hatte den Auftrag, um 15.00 Uhr einen Gast vom Bahnhof abzuholen. Bei einer
Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km h hätte er sein Ziel pünktlich erreicht. Auf Grund ungünstiger
Verkehrsverhältnisse konnte er jedoch nur mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km h fahren
und kam deshalb erst um 15.10 Uhr am Bahnhof an.

a) Berechne die Länge des Weges, den der Fahrer bis zum Bahnhof zurückgelegt hat!
b) Berechne die Zeit, die der Fahrer bis zum Bahnhof benötigte!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Bei einer Geschwindigkeit von 30 km 1
h legte der Taxifahrer in 10 Minuten einen Weg von 30 · 6 km = 5
km 5 1
km zurück. Für diese Strecke hätte er mit einer Geschwindigkeit von 50 h eine Zeit von 50 h = 10 h=6
min benötigt.

Für je 5 km benötigte der Taxifahrer daher 4 min mehr, als er bei einer Geschwindigkeit von 50 km h
gebraucht hätte. Da er genau 10 min zu spät kam, hatte er wegen 45 · 10 = 12,5 insgesamt eine Strecke
von 12,5 km zurückgelegt.

km 12,5 5
b) Für die Weglänge 12,5 km wird bei einer Geschwindigkeit von 30 h eine Zeit von 30 h= 12 h = 25
min benötigt.

Aufgabe 220834:
Ein Hubschrauber startete um 4.30 Uhr in einer Stadt A und flog mit der Geschwindigkeit 250 km
h zu
einer Stadt B. Dort blieb er 30 Minuten und flog dann auf demselben Weg mit der Geschwindigkeit
200 km
h nach A zurück, wo er an demselben Tag um 11.45 Uhr ankam.

Ermittle die Länge des Weges von A nach B!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die gesuchte Länge betrage x Kilometer, die Zeiten für den Hin- bzw. Rückflug seien t1 Stunden bzw. t2
Stunden. Dann gilt x = 250t1 und x = 200t2 , also
x x
t1 = ; t2 = (1)
250 200
Vom Start in A bis zur Ankunft in A vergingen 7 14 Stunden; nach Abzug der Wartezeit verbleibt somit
eine Flugzeit von
3
(t1 + t2 ) Stunden = 6 Stunden (2)
4
Aus (1) und (2) folgt
x x 27
+ = ⇒ x = 750
250 200 4
Also beträgt die gesuchte Länge 750 km.

Aufgabe 240832:
Um die Haltbarkeit eines Motorradreifentyps zu ermitteln, wurden zwei Reifen getestet. Dabei wurde
festgestellt, dass der Reifen auf dem Hinterrad nach 15000 gefahrenen Kilometern und der Reifen auf
dem Vorderrad nach 25000 gefahrenen Kilometern nicht mehr die erforderliche Profiltiefe hatte und
damit abgenutzt war.

180
V.II Bewegungsgleichungen

a) Es soll nun erreicht werden, dass zwei solche Reifen gleichzeitig abgenutzt sind, indem man sie
nach einer bestimmten Anzahl gefahrener Kilometer gegeneinander austauscht. Ermittle diese Kilo-
meterzahl!
b) Nach wie viel Kilometern sind unter den Voraussetzungen der Teilaufgabe a) beide Reifen abge-
nutzt?

Es werde angenommen, dass sowohl auf dem Vorderrad als auch auf dem Hinterrad die Abnutzung
jeweils proportional zur Fahrstrecke ist.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Würde man sowohl auf dem Vorderrad als auch auf dem Hinterrad jeden Reifen erst nach seiner vollständigen
Abnutzung durch einen neuen Reifen ersetzen, so müsste ein solcher Reifenwechsel auf dem Vorderrad
nach 25000 km, 50000 km, 75000 km, ... usw. und auf dem Hinterrad nach 15000 km, 30000 km, 45000
km, 60000 km, 75000 km, ... usw. erfolgen.

Daher würden bei diesem Vorgehen erstmals nach 75000 km Vorderradreifen und Hinterradreifen gleich-
zeitig gewechselt, und bis dahin wären drei Vorderradreifen und fünf Hinterradreifen, also insgesamt acht
Reifen verbraucht.

Wenn man mit acht Reifen insgesamt 75000 km fahren kann, dann kann man mit zwei Reifen insgesamt
75000
4 km = 18750 km zurücklegen.
Dabei muss jeder der beiden Reifen die gleiche Strecke als Vorder- wie als Hinterradreifen zurücklegen,
damit beide Reifen denselben Abnutzungsbedingungen unterworfen sind. D. h., die Reifen müssen nach
18750
2 km = 9375 km ausgetauscht werden.

Die in a) bzw. b) gesuchten Kilometerangaben lauten also 9375 km bzw. 18750 km.

Aufgabe 240836:
Zwei Motorradfahrer unternehmen eine Fahrt, auf der beide die gleiche Entfernung zurücklegen. Sie
starten gleichzeitig und kommen gleichzeitig am Ziel an. Dabei benötigt A doppelt so viel Zeit zum
Fahren wie B zum Rasten. B dagegen fuhr dreimal so lange, wie A rastete.

Welcher der beiden Fahrer hatte die längere Rastzeit?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die Rastzeit von A mit a und die von B mit b, so ist bei A die (reine) Fahrzeit 2b und bei
B entsprechend 3a. Da die Summen von Fahrzeit und Rastzeit für jeden der beiden Fahrer gleich sind,
gilt
a + 2b = b + 3a also b = 2a > a
Der Fahrer B hatte mithin die längere Rastzeit.

Aufgabe 280831:
Zwei wanderlustige Freunde A und B beschließen, auf einer Wanderstrecke von 30 km einander
entgegenzugehen. Zu Beginn befindet sich A an einem Endpunkt, B an dem anderen Endpunkt dieser
Strecke. Sie verständigen sich telefonisch über ihr Vorhaben und nehmen dabei an, dass jeder von
ihnen seine persönliche Marschgeschwindigkeit während des ganzen Weges gleichbleibend beibehält.
Damit erhalten sie die folgenden Aussagen:
(1) Wenn A 2 Stunden eher startet als B, so treffen sie sich 2 21 Stunden nach dem Start von B.

181
V.II Bewegungsgleichungen

(2) Wenn aber B 2 Stunden eher startet als A, so treffen sie sich 3 Stunden nach dem Start von A.
Zeige, dass unter diesen Voraussetzungen, wenn die Aussagen (1) und (2) zutreffen, die Marschge-
schwindigkeiten von A und B eindeutig bestimmt sind; ermittle diese Geschwindigkeiten!

Überprüfe, dass auch umgekehrt gilt: Wenn A und B die ermittelten Geschwindigkeiten haben, dann
treffen die Aussagen (1) und (2) zu.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wenn die Aussagen (1) und (2) zutreffen, so gilt für die Maßzahlen vA , vB der in km h gemessenen
Geschwindigkeiten von A bzw. B:
Gehen A und B gemäß (1) jeweils von ihrem Start bis zum Treffen 4 21 Stunden bzw. 2 12 Stunden, so legen
sie dabei Strecken zurück, deren in km gemessene Länge 4 21 · vA bzw. 2 12 · vB beträgt. Daraus folgt

1 1
4 · vA + 2 · VB = 30 (3)
2 2
Gehen A und B aber gemäß (2) jeweils von ihrem Start bis zum Treffen 3 Stunden bzw. 5 Stunden, so
folgt entsprechend
3 · vA + 5 · vB = 30 (4)
Aus (3) folgt 9 · vA + 5 · vB = 60; hieraus und aus (4) folgt 6 · vA = 30, vA = 5. Damit ergibt sich aus (4)
5 · vB = 15, vB = 3.

Also sind die Marschgeschwindigkeiten, wenn (1) und (2) zutreffen, eindeutig bestimmt; sie betragen 5
h bzw. 3 h .
km km

II. Wenn A und B diese Geschwindigkeiten haben, so folgt:


In 4 12 Stunden legt A die Teilstrecke 22 12 km zurück und B in 2 21 Stunden die Teilstrecke 7 12 km. Wegen
22 21 + 7 12 = 30 treffen sie sich dann, also gilt (1).
In 3 Stunden legt A die Teilstrecke 15 km zurück und B in 5 Stunden die Teilstrecke 15 km. Wegen
15 + 15 = 30 treffen sie sich dann, also gilt auch (2).

Aufgabe 320834:
Ein Radfahrer fuhr mit konstanter Geschwindigkeit über eine 100 m lange Brücke. Als er auf dieser
Brücke 40 m zurückgelegt hatte, traf er einen zweiten Radfahrer, der ihm mit gleicher Geschwindigkeit
entgegenkam. Ein Auto, das auf derselben Strecke mit der Geschwindigkeit 70 km h fuhr, begegnete
dem zweiten Radfahrer in dem Augenblick, als dieser die Brücke verließ, und es überholte den ersten
Radfahrer genau am Ende der Brücke.

Ermittle aus diesen Angaben die Geschwindigkeit der Radfahrer!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die gesuchte Geschwindigkeit der Radfahrer sei v. Die Zeit t1 , in der der erste Radfahrer auf der Brücke
fuhr, bis er dem zweiten Radfahrer begegnete, ist genau so lang wie die anschließende Zeit t2 , bis der
zweite Radfahrer die Brücke verließ (und dabei dem Auto begegnete); denn in beiden Zeiten t1 , t2 war
dieselbe Strecke mit der gleichen Geschwindigkeit v zu durchfahren.

Daher hat der erste Radfahrer in der Zeit t2 weitere 40 m zurückgelegt und musste folglich in einer
anschließenden Zeit t3 noch (100 − 2 · 40) m = 20 m bis zum Ende der Brücke zurücklegen.
In dieser Zeit t3 durchfuhr das Auto die Strecke 100 m, also eine 5 mal so lange Strecke wie der Radfahrer
Daher war die Geschwindigkeit des Autos 5 mal so groß wie die des Radfahrers; d. h., es gilt
70 km km
v= = 14
5 h h

182
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

km
Also beträgt die gesuchte Geschwindigkeit 14 h .

Aufgabe 330834:
Auf einer Strecke AB fährt ein Radfahrer X von A nach B, ein zweiter Radfahrer Y von B nach
A. Beide sind zur gleichen Zeit gestartet. In B bzw. A angekommen, kehren sie sofort um, fahren
dieselbe Strecke bis A bzw. B zurück und beenden dann ihre Fahrt. Es werde angenommen, dass jeder
der beiden Fahrer seine Geschwindigkeit konstant beibehält und dass die zum Wenden gebrauchte
Zeit vernachlässigt werden kann.

Auf der Hinfahrt begegneten sie sich 30 Minuten nach dem Start an einer Stelle, die 7,5 km von A
entfernt ist. Nochmals 30 Minuten später waren die Radfahrer wieder beide zusammen an einer Stelle
zwischen A und B.

Ermittle alle Möglichkeiten dafür, wie groß nach dieser Beschreibung

a) die Länge der Strecke AB,


b) die Geschwindigkeiten der Radfahrer X und Y sein können!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Da X in der Zeit 21 h bis zum ersten Treffen den Weg 11 km zurücklegte, fuhr X mit der Geschwindigkeit
15 km
h . Wären X und Y beim zweiten Treffen einander entgegengefahren, so hätte X zwischen dem ersten
und zweiten Treffen B erreichen und dort die Richtung wechseln müssen, also wäre die Strecke vom ersten
Treffpunkt bis B kürzer als 12 km.
Daher hätte Y eine kleinere Geschwindigkeit als X und hätte somit in der zweiten halben Stunde noch
nicht einmal A erreichen, also erst recht nicht wenden und X begegnen können.
Daher gibt es nur zwei Möglichkeiten:

I. In der Zeit 21 h vom ersten bis zum zweiten Treffen war X nochmals 15 2 km in gleicher Richtung
weitergefahren und wurde am Ende dieser Zeit von Y eingeholt (der zuvor A erreicht und dort die
Richtung gewechselt hatte).
Das besagt: Y musste in dieser Zeit eine 3 mal so lange Strecke durchfahren und hat somit die Geschwin-
digkeit 45 km
h .

Ferner folgt: Y hatte vom Start an bis zum ersten Treffen einen 3 mal so langen Weg wie X zurückgelegt.
Also hat die Strecke AB insgesamt die Länge 4 · 15
2 km = 30 km.

II. Zwischen dem ersten und zweiten Treffen ist X in B angekommen, hat dort die Richtung gewechselt
und dann beim zweiten Treffen Y eingeholt.
Der Ablauf der Begegnungen ist wie im Fall I., nur mit vertauschten Rollen von X und Y . Also hat nun
X eine 3 mal so große Geschwindigkeit wie Y , d. h.: Y hat die Geschwindigkeit 5 km h . Dementsprechend
ergibt sich auch, dass die Länge von AB im Fall I. einen 3 mal so großen Wert hatte wie im Fall II.; d. h.,
im Fall II. hat AB die Länge 10 km.

V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben


I Runde 1

Aufgabe V10811:
Der neue Doppelstock-Gliederzug unserer Reichsbahn wiegt insgesamt 129 Mp (Leergewicht) und hat
für 640 Reisende Sitzplätze. Ein D-Zug-Wagen alter Bauart wiegt 40 Mp und bietet 64 Reisenden
Sitzplätze.

183
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Um wie viel Prozent ist das Sitzplatzgewicht“ (Leergewicht je Sitzplatz) bei dem neuen Doppelstock-

Gliederzug geringer als bei einem D-Zug alter Bauart?

Lösung von Steffen Polster:


129
Doppelstock-Gliederzug: Leergewicht je Sitzplatz L1 = 640 ≈ 0,2016
40
D-Zug-Wagen: Leergewicht je Sitzplatz L2 = 64 ≈ 0,625
L1 ist gleich 33,22 % von L2 . Beim Doppelstockgliederzug ist das Sitzplatzgewicht somit um 67,75 Prozent
niedriger als bei einem D-Zug alter Bauart.

Aufgabe 010812:
In diesem Jahr werden in der UdSSR 8,3 Milliarden Meter Stoffe gewebt. Jemand behauptet, dass
man damit die ganze Bahnlänge des Mondes um die Erde auslegen könnte.
Hat er recht? (Die Mondbahn sei als Kreisbahn angenommen. Der mittlere Abstand des Mondes von
der Erde beträgt 384000 km.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Länge der Mondbahn ist der Kreisumfang mit dem Radius 384000 km, d. h. 2π · 384000 km ≈
2413000000 m.
Er hat recht, die Länge der Mondbahn ist weniger als ein Drittel der Stoffbahn.

Aufgabe 020812:
Für den Zusammenbau von 1000 kompletten Schalterteilen für elektrische Geräte benötigte
im VEB Elektro-Apparate-Werk Berlin-Treptow ein Arbeiter bisher 27 12 Stunden. In einem
Schülerwettbewerb unterbreitete ein Schüler einen Verbesserungsvorschlag, durch den diese Zeit auf
16 12 Stunden verringert werden konnte.
a) Um wieviel Prozent verringerte sich die Arbeitszeit?
b) Um wieviel Prozent erhöhte sich dabei die Arbeitsproduktivität?

Anmerkung: Unter der Arbeitsproduktivität versteht man in diesem Falle den Quotienten aus der
Anzahl der Schalterteile und der für ihre Herstellung benötigten Arbeitszeit.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Arbeitszeit verringerte sich um 11 : 27 21 · 100% = 40%.
4 −1 20 −1
Die Produktivität betrug vorher 36 11 h , jetzt liegt sie bei 60 33 h . Sie ist also um 66 23 % gestiegen.

Aufgabe 030811:
Im Jahre 1962 landeten die Fangfahrzeuge der Hochseefischerei 117291 t Fisch an. Die Fangmenge
im ersten Halbjahr 1963 betrug 74445 t Fisch; das waren um 44 Prozent mehr als im ersten Halbjahr
1962.
a) Wie groß war die Fangmenge im ersten Halbjahr 1962?
b) Wie groß wäre die gesamte Fangmenge im Jahre 1963, wenn man für das zweite Halbjahr 1963
die gleiche prozentuale Steigerung gegenüber dem ersten Halbjahr annimmt wie im Jahre 1962?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die Fangmenge im ersten Halbjahr 1962 betrug rund 74445 t/1,44 ≈ 51700 t.

b) Die voraussichtliche Fangmenge beträgt 1,44 · 117291 t ≈ 168900 t.

184
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Aufgabe 040811:
Für ein Experiment werden 50 cm3 10-prozentige Salzsäure benötigt. Es steht aber nur 36-prozentige
Salzsäure zur Verfügung.

Wie viel Kubikzentimeter 36-prozentige Salzsäure müssen mit destilliertem Wasser verdünnt werden?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


x sei die gesuchte Menge an 36%-iger Salzsäure

50 cm3 an 10%-iger Salzsäure enthalten 5 cm3 reiner Salzsäure (S). Somit lässt sich folgende Gleichung
aufstellen:
36 100 5 cm3 · 100 8
S= ·x ⇒ x=S· = = 13 cm3 ≈ 13,9 cm3
100 36 36 9
Man benötigt also ≈ 13,9 cm3 36%-iger Salzsäure und dementsprechend 50 − 13,9 cm3 ≈ 36,1 cm3 de-
stilliertes Wasser.

Aufgabe 050811:
Über die Beteiligung an der 1. Stufe der IV. Olympiade Junger Mathematiker der DDR hatte ein
Schüler folgende Übersicht an die Wandzeitung geheftet:
Klasse 8a: Von 33 Schülern beteiligten sich 20, das sind etwa 60,6 Prozent.

Klasse 8b: Von 32 Schülern beteiligten sich 21, das sind etwa 65,6 Prozent.
Klasse 8c: Von 27 Schülern beteiligten sich 19, das sind etwa 70,4 Prozent.
Die Schüler dieser Klassen erhalten die Aufgabe, die prozentuale Gesamtbeteiligung der Schüler der
8. Klassen zu ermitteln. Ein Teil der Schüler bildet das arithmetische Mittel der Prozentzahlen, die
anderen bilden den mit 100 multiplizierten Quotienten aus der Anzahl aller Teilnehmer und der
Anzahl aller Schüler dieser Klassen.
a) Wie groß ist die Differenz, die sich bei den beiden Rechnungen ergibt?
b) Welche Schüler haben die Prozentzahl in der richtigen Weise berechnet?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Schüler der zweiten Gruppe haben die Prozentzahl korrekt berechnet und erhalten 60
92 ·100% ≈ 65,22%,
während die anderen Schüler mit einem fehlerhaften Verfahren 65,53% erhalten. Die Differenz zwischen
beiden Ergebnissen beträgt 0,31%.

Aufgabe 060812:
Aus Kuhmilch kann man 21% der Masse an Rahm gewinnen. Aus Rahm gewinnt man Butter, und
zwar beträgt die Buttermasse 23% der Rahmmasse.

Ermittle die kleinste Menge Kuhmilch, die ausreicht, um genau 1 kg Butter unter den angegebenen
Bedingungen zu gewinnen!

Die Milchmenge ist in kg anzugeben und als Dezimalbruch zu schreiben, der auf eine Stelle nach dem
Komma so zu runden ist, dass die Menge ausreicht, um 1 kg Butter zu gewinnen.

Lösung von Manuela Kugel:


21 23 21
Aus x kg Milch erhält man 100 x kg Rahm und daraus 100 · 100 x kg Butter.

185
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

23·21 10000 10000


Aus der Gleichung 100·100 x = 1 folgt x = 21·23 = 483 .

Wegen 20,7 < 10000


483 < 20,8 ist bei Berücksichtigung von genau einer Stelle nach dem Komma 20,8 kg
Milch die kleinste Menge, die ausreicht, um mit dem angegebenen Verfahren 1 kg Butter zu gewinnen.

Aufgabe 070812:
Bei welchem Massenverhältnis von 10 prozentiger und 30 prozentiger Salzlösung erhält man nach
Mischung 25 prozentige Salzlösung? (Die Prozentangaben sind auf die Masse bezogen.)

Lösung von Manuela Kugel:


Eine 10-, 30- und 25-%ige Salzlösung a, b und c der Menge 1 (Einheitsmenge) kann man wie folgt
darstellen, wenn s der Anteil Salz und w der Anteil Wasser ist:

a = 0,1s + 0,9w ; b = 0,3s + 0,7w ; c = 0,25s + 0,75w

Wenn in der 25%igen Lösung c das Mischungsverhältnis aus k Teilen 10%iger und l Teilen 30%iger
Salzlösung besteht, kann dies als Gleichung wie folgt ausgedrückt werden:

c = k·a+l·b
0,25s + 0,75w = k · (0,1s + 0,9w) + l · (0,3s + 0,7w)
0,25s + 0,75w = (0,1k + 0,3l) · s + (0,9k + 0,7l) · w

Der Koeffizientenvergleich bedeutet dann:

0,25 = 0,1k + 0,3l ; 0,75 = 0,9k + 0,7l

Dies ergibt nach Multiplizieren der ersten Gleichung mit 9 und anschließendem Abziehen der 2. Gleichung
davon: 1,5 = 2l bzw. l = 0,75. Dies ergibt in der ersten Gleichung eingesetzt: 0,25 = 0,1k + 0,225 bzw.
k = 0,25.
Damit ergibt sich das gesuchte Verhältnis k : l wie folgt: 0,25 : 0,75 bzw. 1 : 3.

Aufgabe 170811:
Der Preis einer Ware (100 M) wurde in drei hintereinander liegenden Jahren um jeweils 5% gesenkt.
a) Wie viel Prozent des Anfangspreises müsste eine einmalige Preissenkung betragen, wenn der-
selbe Endpreis erreicht werden sollte?
b) Wie viel Prozent des Endpreises beträgt der Anfangspreis der Ware?
Die Prozentangaben sind auf 2 Dezimalen genau zu runden.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Eine Ware, die anfangs 100 M kostete, kostete nach der

5·100
1. Preissenkung um 100 M = 5 M weniger, also 95,- M,
5·95
2. Preissenkung um 100 M = 4,75 M weniger, also 90,25 M,
5·90,25
3. Preissenkung um 100 M = 4,5125 M ≈ 4,51 M weniger, also 85,74 M

d. h., bei einer einmaligen Preissenkung auf diesen Endpreis wäre die Ware 100 M - 85,74 M = 14,26 M
billiger geworden. Daher müsste die einmalige Preissenkung 14,26 % des Anfangspreises betragen, um
denselben Endpreis zu erreichen.

b) Vom Endpreis (85,74 M) als Grundwert ist bei dem gesuchten Prozentsatz x der Anfangspreis (100
M) der Prozentwert. Folglich gilt:
x 100 10000
= ; x= % ≈ 116,63%
100% 85,74 85,74

186
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Der Anfangspreis beträgt somit 116,63 % des Endpreises.

Aufgabe 200813:
Ein Vater, der von seinen Söhnen Fritz und Heinz begleitet wurde, kaufte sich im Warenhaus einen
Anzug, der mit einem Schild folgenden Inhalts versehen war: Im Preis um 20% herabgesetzt.“

Auf dem Heimweg sagte Heinz: Vati, da hast du 25% des von dir gezahlten Preises eingespart.“

Fritz, der diese Bemerkung bezweifelte, fragte den Vater: Stimmt das?“.

Dieser erklärte ihm darauf: Das stimmt. Wäre der Preis des Anzugs nur um 10% herabgesetzt

worden, dann hätte ich allerdings nur 11 19 % des von mir gezahlten Preises eingespart.“

Beweise, dass diese Aussagen unabhängig von dem speziellen Wert des Preises vor der Preisherabset-
zung wahr sind!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1
War P der Preis vor der Preisherabsetzung, so sind 20% hiervon 5P. Daher beträgt der vom Vater
gezahlte Preis G = 45 P .

Die eingesparte Summe ist somit 51 P = 1


4 · 45 P = 14 G, also 25% von G, wie behauptet.

1
Wäre der Preis nur um 10% , also um 10 P herabgesetzt worden, hätte der vom Vater gezahlte Preis
9 1
G = 10 P betragen, und die eingesparte Summe wäre 10
0
P = 19 · 10
9
P = 19 G0 , also 11 91 % von G0 gewesen,
w. z. b. w.

Aufgabe 210814:
Einer Brigade der ausgezeichneten Qualität war der Auftrag erteilt worden, in möglichst kurzer Zeit
eine gewisse Anzahl Messgeräte fertigzustellen. Die Brigade bestand aus einem erfahrenen Arbeiter
als Brigadier und neun jungen Arbeitern, die eben erst ihre Ausbildung beendet hatten.

Im Laufe eines Tages stellte jeder von den neun jungen Arbeiter 15 Geräte fertig, der Brigadier aber
9 Geräte mehr als jedes der zehn Brigademitglieder im Durchschnitt.

Wie viel Messgeräte wurden insgesamt von der Brigade an diesem Arbeitstag fertiggestellt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn man alle diejenigen Geräte, die die neun jungen Arbeiter fertigstellten, und dazu 9 von den Geräten,
die der Brigadier fertigstellte, gleichmäßig auf die neun jungen Arbeiter verteilt, so entfällt auf jedes der
zehn Brigademitglieder der genannte Durchschnitt, das sind also für jedes Mitglied gleich viele Geräte.
Da hierbei auf jeden der neun jungen Arbeiter genau 16 Geräte entfallen, so folgt wegen 10 · 16 = 160.
Es wurden an diesem Tag insgesamt 160 Geräte fertiggestellt.

Aufgabe 230811:
Ein quaderförmiger Holzblock hat eine Masse von 25 g.

Welche Masse hat ein quaderförmiger Holzblock gleicher Holzart mit den vierfachen Kantenlängen?

187
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der Quader habe die Kantenlängen a, b, c; sein Volumen beträgt mithin V = abc.
Ein Quader mit den vierfachen Kantenlängen 4a, 4b, 4c hat dann das Volumen

V 0 = 4a · 4b · 4c· = 64abc = 64V

Da bei gleichem Material die Masse dem Volumen proportional ist, beträgt die Masse des zweiten Holz-
blockes 64 · 25 g = 1600 g.

Aufgabe 240811:
An einer Schule wird in den Klassen 5 bis 10 eine Altstoffsammlung durchgeführt. Bei der anschlie-
ßenden Auswertung für einen Wettbewerb zwischen den Klassenstufen wird folgendes festgestellt:

Die Schüler der Klassenstufe 9 sammelten Altstoffe im Wert von 42 M; ebensoviel sammelten die
Schüler der Klassenstufe 10. Die Klassenstufe 8 erbrachte doppelt so viel wie die Klassen 9 und
10 zusammengenommen. Die Schüler der Klassenstufe 5 erreichten 21% des Gesamtergebnisses der
Schule; die Klassenstufe 6 lieferte 30% des Gesamtergebnisses der Schule, und die Klassenstufe 7
erreichte 2% des Gesamtergebnisses der Schule weniger als die Klassenstufe 6.

Welchen Betrag hat nach diesen Feststellungen das Gesamtergebnis der Schule?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Nach den genannten Feststellungen heben die Klassenstufen 8, 9 und 10 zusammen

100% − 21% − 30% − 28% = 21

des Gesamtergebnisses geliefert. Das waren andererseits Altstoffe im Wert von

42M + 42M + 2 · (42M + 42M ) = 252M

Wegen 252 : 21 = 12 sind 12 M somit 1% des Gesamtergebnisses; dieses beträgt daher 1200 M.

Aufgabe 250811:

a) Es sei b diejenige Zahl, die man erhält, wenn man die Zahl 30 um 50% vergrößert.

Um wie viel Prozent muss diese Zahl b verkleinert werden, um wieder die Zahl 30 zu erhalten?
b) Überprüfe, ob die für die Zahl 30 gefundene Aussage bei gleicher Aufgabenstellung auch für
jede beliebige positive Zahl a zutrifft!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Vergrößert man die Zahl 30 um 50%, so erhält b = 30 + 15 = 45.
1
Die Zahl b muss um 15 verkleinert werden, um erneut 30 zu erhalten. Dieser Wert 15 ist 3 von 45, also
lautet die gesuchte Prozentangabe 33 13 %.

b) Für jede positive Zahl a gilt: Vergrößert man a um 50%, so erhält man
a 3
b=a+ = a
2 2
Diese Zahl muss um a2 verkleinert werden, um erneut a zu erhalten; a2 ist aber ein Drittel von 23 a.
Also lautet auch für jede beliebige positive Zahl a die - bei gleicher Aufgabenstellung wie in Aufgabe a)
gesuchte Prozentangabe 33 13 %.

188
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Aufgabe 290811:
Auf einer Flasche mit handelsüblicher 40 prozentiger Essigessenz stehe die folgende Gebrauchsanwei-
sung: Der Inhalt dieser Flasche (200 ml), mit 800 ml Wasser vermischt, ergibt einen zehnprozentigen

Speiseessig.“

Stimmt das?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


40
Der Inhalt dieser Flasche Essigessenz besteht aus 100 · 200 ml = 80 ml Essigsäure und 200 ml - 80 ml =
120 ml Wasser.
Nach dem Vermischen mit den angegebenen 800 ml Wasser sind folglich insgesamt 920 ml Wasser und 80
ml Essigsäure vorhanden. Das sind 920 ml + 80 ml = 1000 ml Flüssigkeit und davon 80 ml Essigsäure.
In 100 m1 dieser Flüssigkeit sind folglich 8 ml Essigsäure; d. h., es liegt ein 8 prozentiger Speiseessig vor.

Aufgabe 330811:
Nach dem Kauf eines neuen Autos muss man bekanntlich im Lauf der Zeit mit einem Wertverlust
rechnen. Für diesen Wertverlust seien im Lauf des ersten Jahres 20%, im zweiten Jahr weitere 15% und
im dritten Jahr nochmals weitere 15% gerechnet, wobei alle diese Prozentangaben vom ursprünglichen
Kaufpreis verstanden werden. Der jeweils entstehende verminderte Wert wird als Zeitwert bezeichnet.

a) Frau Grübler bezahlte für ihren Neuwagen 23800 DM. Berechne den Zeitwert nach zwei Jahren!
b) Herr Bauer will sein Auto nach drei Jahren verkaufen. Zu diesem Zeitpunkt würde der Zeitwert
des Wagens 16200 DM betragen. Um 10% dieses Wertes verringert sich jedoch aufgrund eines
Unfalls der Zeitwert nochmals.
Wie viel Prozent des ursprünglichen Kaufpreises beträgt nun der so entstandene verringerte
Zeitwert?
c) Herr Neumann kauft ein neues Auto für 43000 DM. Er möchte den Wagen nach vier Jahren
zum Zeitwert verkaufen, den er als 18275 DM annimmt.
Welchen Prozentsatz (vom ursprünglichen Kaufpreis) hat er dabei für den Wertverlust im vier-
ten Jahr zugrunde gelegt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) 20 % von 23800 DM sind 4760 DM, 15 % von 23800 DM sind 3570 DM.
Damit entsteht der Wertverlust 4760 DM + 3570 DM = 8330 DM.
Also beträgt der Zeitwert 23800 DM - 8330 DM = 15470 DM.
(Mit gleicher Begründung wie in b) kann man auch 100 % - (20 % + 15 %) = 65 % von 23800 DM
berechnen.)

b) Da die Prozentangaben für die Wertverluste einheitlich vom Kaufpreis verstanden werden, beträgt die
Summe der Wertverluste 20 % + 15 % + 15 % = 50 % des Kaufpreises. Daher sind 16200 DM die übrigen
50 % des Kaufpreises; dieser hatte somit 32400 DM betragen.

Die weitere Verringerung des Zeitwertes beträgt 10 % von 16200 DM , das sind 1620 DM. Als verringerter
Zeitwert verbleiben 16200 DM - 1620 DM = 14580 DM. Wegen 14580 : 32400 · 100 = 45 sind das 45 %
vom Kaufpreis.

c) 18275 DM sind 42,5 % von 43000 DM. Wieder wegen der einheitlichen Bezugnahme auf den Kauf-
preis wurde somit für den Wertverlust im vierten Jahr ein Prozentsatz von 50 % - 42,5 % = 7,5 %
zugrundegelegt.

189
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

II Runde 2

Aufgabe V10821:
In einer LPG werden Kartoffeln mit einer vierreihigen Legemaschine ausgelegt. In 10 Stunden können
mit dieser modernen Maschine 3 Genossenschaftsbauern 5 ha Kartoffeln auslegen.
Früher, als die Bauern die Kartoffeln ohne Maschine auslegen mussten, konnte ein Bauer in 8 Stunden
0,5 ha schaffen. Außerdem benötigte er noch 2 Stunden für das Lockern des Ackers und das Zudecken
der Kartoffeln.
Wie viel Stunden Arbeit (Arbeitskraftstunden) sind für 1 ha erforderlich
a) mit der Kartoffellegemaschine,
b) bei der Handarbeit?
c) Vergleiche die Zahlen durch Berechnung von Prozentwerten.

Lösung von Steffen Polster:


a) Die Verhältnisgleichung 3 · 10 : 5 = x : 1 hat die Lösung x = 6. Mit der Kartoffellegemaschine sind für
1 ha 6 Arbeitskräfte eine Stunde erforderlich.

b) Analog wird aus 10 : 0,5 = x : 1 die Lösung x = 20. Bei Handarbeit sind für 1 ha 20 Arbeitskraftstunden
notwendig.

c) Aus den Werten von a) und b) wird 6 : x = 20 : 100, x = 30. Der Aufwand an Arbeitskräften beträgt
mit der Legemaschine nur noch 30 Prozent.

Aufgabe V10822:
Im VEB Glaswerk Stralau wurde die Wanne II mit folgenden Rohstoffen beschickt:
250 kg Scherben, 134 kg Pechstein, 7 kg Flussspat, 228 kg Sand, 82,5 kg Kalk, 17 kg Sulfat und 103
kg Soda.
Wie viel Kilogramm der anderen Rohstoffe benötigt man bei gleicher Zusammensetzung für 1 t Sand?

Lösung von Steffen Polster:


Das Verhältnis 1000 kg : 228 kg = x : 250 ergibt für die Menge an Scherben x = 1096,5 kg. Für die
anderen Rohstoffe wird die Gleichung entsprechend verändert und gelöst.
Es ergibt sich: Beim Verbrauch von 1 t Sand benötigt man 1096 kg Scherben, 590 kg Pechstein, 31 kg
Flussspat, 362 kg Kalk, 75 kg Sulfat und 452 kg Soda.

Aufgabe 010821:
Die Stahlerzeugung ist in der UdSSR bis 1960 gegenüber 1913 (zaristisches Russland) auf etwa 1640
Prozent gesteigert worden.

In wieviel Tagen wurde 1960 in der UdSSR genau soviel Stahl erzeugt wie im gesamten Jahr 1913?

Lösung von Carsten Balleier:


Die Stahlerzeugung der UdSSR im Jahr 1960 entspricht 1640 Prozent der Jahresproduktion von 1913,
d. h. der Produktion innerhalb von 365 Tagen. Die gesamte Jahresproduktion von 1913, also 100 Prozent,
werden dann an 100 : 1640 · 365 Tagen ≈ 22 Tagen im Jahr 1960 erzeugt.

Aufgabe 020822:
Nach den Plänen, die auf dem XXII. Parteitag der KPdSU ausgearbeitet wurden, soll die Koh-
leförderung 1980 um 687 Millionen t höher liegen als im Jahre 1960. Die Kohleförderung im Jahre
1980 beträgt 234 Prozent im Vergleich zum Jahre 1960.

Berechne die geplante Kohleförderung des Jahres 1960! Runde auf volle Millionen t!

190
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Lösung von Carsten Balleier:


Es gilt, den Grundwert x zum Prozentwert 687 Millionen t, der 134 Prozent (mehr als 1960, wo es 100
Prozent waren) entspricht, zu berechnen. Also lautet die Beziehung x : 687 Millionen t = 100 : 134.

Daraus erhält man 513 Millionen t geförderte Kohle im Jahr 1960.

Aufgabe 030821:
Ein rechteckiges Maisfeld von 360 m Länge und 220 m Breite soll von zwei Mähhäckslern abge-
erntet werden. Proben haben einen durchschnittlichen Bestand von 58 kg je 10 m2 ergeben. Jeder
Mähhäcksler kann stündlich 105 dt ernten.

a) In welcher Zeit wird das Maisfeld (bei ununterbrochenem Einsatz beider Maschinen) abgeerntet?

b) Für den Transport des Erntegutes stehen Hänger mit einem Fassungsvermögen von 3,5 t zur
Verfügung. Jeder Hänger benötigt für das Be- und Entladen sowie für Hin- und Rückfahrt insgesamt
40 min (Umlaufzeit).
Wie viel Hänger braucht man mindestens, wenn die Arbeit ununterbrochen vonstatten gehen soll?

Die Antworten sind zu begründen!

Lösung von Steffen Polster:


a) Das Feld hat einen Flächeninhalt von 360 m · 220 m = 79200 m2 . Der Bestand hat also eine Masse
58kg 2
von 10m 2 · 79200 m = 459360 kg = 4594 dt.
Da beide Mähhäcksler 210 dt jede Stunden ernten, benötigen sie damit 4594
210 = 21,88 ≈ 22 Stunden.

Ein jeder Mähhäcksler erntet 3,5 t in 20 Minuten. Nimmt man an das Beladen und Hinfahrt genauso
lange dauert wie Entladen und Rückfahrt, so benötigt jeder Häcksler zwei Hänger, insgesamt also 4.

Aufgabe 050821:
Eine Gruppe von Schülern einer Klasse hat Kastanien gesammelt. Als ein Mitschüler fragt, wie viel
Schüler die Klasse hat und wie viel beim Sammeln teilgenommen haben, erhält er folgende Antworten:
(1) Wären 12 Schüler mehr dabei gewesen, dann hätten wir 75% mehr sammeln können.
(2) Wenn 75% der Schüler unserer Klasse teilgenommen hätten, dann hätten wir das Eineinhalb-
fache sammeln können.
(3) Es soll vorausgesetzt werden, dass jeder Schüler die gleiche Anzahl von Kastanien sammelt.
a) Wie viel Schüler haben teilgenommen?
b) Wie viel Schüler hat die Klasse?

Lösung von Manuela Kugel:

a) Die Anzahl der Schüler, die gesammelt haben, sei x. Wegen (1) und (3) gilt dann (x + 12) : x =
175 : 100, woraus sich 75x = 1200 und x = 16 ergibt.
b) Wegen (2) und (3) gilt für die Anzahl a der Schüler in der Klasse
75
a:x=3:2 ⇒ a:x=2:1 ⇒ a=2
100
Folglich ist a = 32, und die Klasse hat genau 32 Schüler.

191
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Aufgabe 060823:
18% einer Zahl sind gleich 15% einer anderen Zahl.

Ermittle das Verhältnis der ersten zur zweiten dieser beiden Zahlen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ist x die erste Zahl und y die zweite, so gilt nach den Angaben die folgende Gleichung:
18 · x 15 · y
=
100 100
also 6x = 5y. Daraus gewinnt man die Proportion x : y = 5 : 6.
Durch Rückschluss erkennt man, dass unter dieser Bedingung auch tatsächlich die Forderung erfüllt ist.

Aufgabe 150821:
Die Wägung eines mit Wasser gefüllten Gefäßes ergab eine Gesamtmasse (Gefäß- und Wassermasse)
von 2000 g. Gießt man 20% des Wassers ab, so verringert sich diese gewogene Gesamtmasse auf 88%.

Berechne die Masse des leeren Gefäßes!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


12
Die von der Gesamtmasse 2000 g genommenen 12 %, das sind 100 · 2000 g = 240 g, sind laut Aufgabe
genau 20 %, d. h. ein Fünftel der Masse des Wassers. Wegen 240 g ·5 = 1200 g enthielt das Gefäß also
1200 g Wasser. Mithin beträgt die Masse des leeren Gefäßes 800 g.

Aufgabe 160822:
Ein Rechteck habe die Seitenlängen a1 und b1 .

Um wie viel Prozent verändert sich der Flächeninhalt dieses Rechtecks, wenn die Seite a1 um 25%
verkleinert und die Seite b1 um 20% vergrößert wird?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der Flächeninhalt A1 des gegebenen Rechtecks beträgt A1 = a1 · b1 . Er entspricht 100 %.
Die um 25 % verkleinerte Seite habe die Länge a2 , dann gilt
1 3
a2 = a1 − a1 = a1
4 4
Die um 20 % verlängerte Seite habe die Länge b2 , dann gilt entsprechend b2 = 65 b1 .
Demnach beträgt der Flächeninhalt des so veränderten zweiten Rechtecks
3 6 9
A2 = a 2 · b2 = a1 · b1 = A1
4 5 10
Daher wurde der Flächeninhalt des ersten Rechtecks um 10 % verkleinert.

Aufgabe 200821:
Herr Schäfer hatte sich zwei Hunde gekauft. Er musste sie aber bald wieder verkaufen. Dabei erhielt
er für jeden Hund 180 Mark.

192
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Wie Herr Schäfer feststellte, hatte er damit an dem einen Hund 20% von dessen früherem Kaufpreis
dazugewonnen, während er den anderen Hund mit 20% Verlust von dessen früherem Kaufpreis wei-
terverkauft hatte.

Untersuche, ob sich hiernach für Herrn Schäfer insgesamt beim Verkauf beider Hunde ein Gewinn
oder ein Verlust gegenüber dem gesamten früheren Kaufpreis ergeben hat! Wenn dies der Fall ist, so
ermittle, wie viel der Gewinn bzw. Verlust beträgt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


War der frühere Kaufpreis des ersten Hundes x Mark, so erhielt Herr Schäfer beim Verkauf dieses Hundes
120 6
100 x Mark = 5 Mark. Daher gilt

6
x = 180 also x = 150
5
War der frühere Kaufpreis des zweiten Hundes y Mark, so erhielt Herr Schäfer beim Verkauf dieses Hundes
80 4
100 y Mark = 5 y 57 Mark. Daher gilt y = 225.
Somit hatte der frühere Kaufpreis 150 M + 225 M = 375 M betragen. Da Herr Schäfer die Hunde für
insgesamt 360 Mark weiterverkaufte, erlitt er insgesamt einen Verlust von 15 Mark.

III Runde 3

Aufgabe 010831:
In einem Kreis wurde in einem Quartal der Plan für die Produktion von Mauersteinen (Plan: 1350000
Stück) insgesamt mit 100,1 Prozent erfüllt. Eine Überprüfung der Betriebe zeigte, dass dabei zwei
Betriebe, die laut Plan 150000 bzw. 290000 Stück Mauersteine zu produzieren hatten, den Plan nur
mit 80,0 Prozent bzw. 86,2 Prozent erfüllt hatten.

a) Wie viel Mauersteine hätten in diesem Kreis produziert werden können, wenn diese beiden Betriebe
ihren Plan mit 100 Prozent erfüllt hätten?
b) Wie viel Prozent hätte in diesem Falle die Planerfüllung für den Kreis betragen?

Lösung von Carsten Balleier:

a) Der erste Betrieb hätte 20 % von 150000 Steinen mehr produzieren können, also 30000 Stück.

Der zweite Betrieb dagegen 13,8 % von 290000, also 40020 Stück.

Zusammen mit den 1350000 · 1,001 = 1351350 tatsächlich produzierten Mauersteinen wären es also
1421370 Mauersteine gewesen.
1421370
b) Die Planerfüllung hätte dann bei 1350000 = 1,053 = 105,3 Prozent gelegen.

Aufgabe 020831:
Zinkblende ist ein Erz und enthält 65 Prozent Zink. Von dieser Zinkmenge gehen bei der Gewinnung
noch 15 Prozent verloren.

Wie viel kg Zinkblende sind erforderlich, um 1000 kg Zink zu gewinnen?

193
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Lösung von Carsten Balleier:


Die 1000 kg Zink, die gewonnen werden sollen, sind 85% des Zinks, das in der Zinkblende enthalten ist,
also sind 100% 1176,5 kg. Dies wiederum ist 65% der Gesamtmenge an Zinkblende, die demzufolge 1810
kg betragen muss.

Aufgabe 050835:
Jemand gießt 9 kg Wasser mit einer Temperatur von 30◦ C und 6 kg Wasser mit einer Temperatur
von 85◦ C zusammen und rührt das Gemisch gut um.

Welche Temperatur würde das Gemisch annehmen, wenn man den Wärmeaustausch mit der Umge-
bung unberücksichtigt lässt?

Lösung von Eckart Keller:


Bezeichnet man die Masse der ersten Komponente mit m1 , die der zweiten mit m2 , die Temperatur der
ersten Komponente mit t1 , die der zweiten mit t2 , so gilt für die Mischungstemperatur tx unter den
angegebenen Bedingungen:
m1 m2
tx = t1 + t2 .
m1 + m2 m1 + m2
Unter Verwendung der gegebenen Maßzahlen erhält man also, wenn x die Maßzahl von tx bezeichnet,
9 6
x = · 30 + · 85, also
15 15
x = 52.

Das Gemisch hat eine Temperatur von tx = 52◦ C.

Aufgabe 060833:
Gegeben seien 3000 g einer 7,2-prozentigen Lösung von Kochsalz in Wasser (d. h. in je 100 g der
Lösung sind genau 7,2 g Kochsalz enthalten). Durch Sieden dieser Lösung verdampft soviel Wasser,
dass genau 2400 g der eingedampften Lösung verbleibt.

Wie viel prozentig ist die so erhaltene Lösung?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


In je 100 g der Lösung sind genau 7,2 g Kochsalz enthalten. Folglich beträgt die Kochsalzmenge in 3000
g Lösung
30 · 7,2 g = 216 g
Da beim Verdampfen die Kochsalzmenge konstant bleibt, sind also auch in der neuen Lösung von 2400
g genau 216 g Kochsalz enthalten. Mithin enthält die neue Lösung in je 100 g eine Kochsalzmenge von
genau 216 g : 24 = 9 g, d. h., die Lösung ist 9-prozentig.

Aufgabe 090835:
Aus 77prozentigem und 87prozentigem Spiritus und nur daraus soll durch Mischen genau 1000 g
80prozentiger Spiritus hergestellt werden.

Ermittle die dafür genau benötigten Massen!

Die Prozentangaben beziehen sich auf die Massen.

194
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn es eine Lösung der Aufgabe gibt, dann sei für diese x die Maßzahl der Masse des 77prozentigen
Spiritus. Dann ist (1000 − x) die Maßzahl der Masse des 87prozentigen Spiritus, und es gilt:
77 87 80
x+ (1000 − x) = · 1000
100 100 100
also 77x + 87000 − 87x = 80000, woraus man x = 700 erhält.

Folglich kommen als Lösung der Aufgabe nur die Massen 700 g 77-prozentiger und 300 g 87prozentiger
Spiritus in Frage.
Diese Massen haben tatsächlich die geforderte Eigenschaft; denn 700 g von 77prozentigem Spiritus enthal-
ten genau 539 g reinen Spiritus; 300 g von 87prozentigem Spiritus enthalten genau 261 g reinen Spiritus.
Das sind zusammen 800 g reiner Spiritus.

Laut Definition bezeichnet man 1000 g einer Mischung, die 800 g Spiritus und 200 g Wasser enthält, als
80prozentigen Spiritus, der laut Aufgabe herzustellen war.

Aufgabe 140836:
Gegeben seien drei Zahlen p, p1 , p2 mit 0 < p1 < p < p2 < 100.

Aus einer geeigneten Menge x kg einer p1 -prozentigen Lösung eines Stoffes (d. h. einer Lösung, die p1
% dieses Stoffes und den Rest Wasser enthält) und einer geeigneten Menge y kg einer p2 -prozentigen
Lösung des gleichen Stoffes soll durch Zusammengießen eine p-prozentige Lösung hergestellt werden.
a) Ermittle das hierzu erforderliche Mischungsverhältnis, d. h. die Zahl x : y, zunächst speziell für
die Werte p1 = 25, p2 = 60 und p = 35!
b) Stelle dann eine für beliebige Werte von p1 , p2 und p gültige Formel für das Mischungsverhältnis
auf!

Anmerkung: Die angegebenen Prozentsätze beziehen sich auf die Masse, sind also nicht als Volumen-
prozent anzusehen.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) In x kg der 25prozentigen Lösung befinden sich 25x
100 kg des gelösten Stoffes, in y kg der 60prozentigen
Lösung entsprechend 60y
100 kg. Somit hat x : y genau dann den gesuchten Wert, wenn sich in den durch
35(x+y)
Zusammengießen erhaltenen (x + y) kg genau 100 kg des gelösten Stoffes befinden, d. h. genau dann,
wenn
25x 60y 35(x + y)
+ =
100 100 100
5
gilt. Dies ist der Reihe nach äquivalent mit 25x + 60y = 35x + 35y, 25y = 10x, 2 = xy .
Das gesuchte Mischungsverhältnis beträgt somit 5 : 2.

b) Mit analoger Begründung wie in a) hat x : y genau dann den gesuchten Wort, wenn
p1 p2 p x p2 − p
x+ y= (x + y) ⇒ =
100 100 100 y p − p1

Das gesuchte Mischungsverhältnis lautet: p2 −p


p−p1

195
V.III Prozentrechnung; Proportionalitäten; Misch-Aufgaben

Aufgabe 170836:
Zwei Platten von gleicher Dicke bestehen aus Eichenholz bzw. Stahl. Der Flächeninhalt der Grund-
fläche der Eichenplatte ist um 20% größer als der Flächeninhalt der Grundfläche der Stahlplatte. Die
Dichte des Eichenholzes verhält sich zur Dichte des Stahls wie 1 : 10.

Ermittle, um wie viel Prozent die Masse der Stahlplatte größer als die Masse der Eichenplatte ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es seien folgende Bezeichnungen verwendet:
Eichenplatte Stahlplatte
Masse mE mS
Dichte ρE ρS
Volumen VE VS
Inhalt der Dreiecksfläche AE AS
Dicke h h
Dann ist
(1) mE = AE · h · ρE , (2) m S = AS · h · ρ S
1 120
sowie nach Voraussetzung (3) ρE = 10 ρS und (4) AE = 100 AS . Die Masse der Stahlplatte sei x % der
Masse der Eichenplatte. Dann gilt Ms = 100
x
= mE .

Folglich ist wegen (1), ..., (4):

ms AS · h · ρS · 100 AS · h · ρS · 100 1
x= 100 = = 120 1 = 833
mE AE · h · ρ E A
100 S · h · ρ
10 S
3

Die Masse der Stahlplatte ist um (833 13 − 100)% = 733 13 % größer als die der Eichenplatte.

Aufgabe 180835:
Zum Experimentieren wird eine 30%ige Salzlösung benötigt. Vorhanden sind aber lediglich 2 Liter
10%iger Salzlösung sowie eine Flasche mit 42%iger Salzlösung.

Ermittle, wie viel Liter 42%iger Salzlösung den 2 Litern 10%iger Salzlösung zuzusetzen sind, damit
eine 30%ige Salzlösung entsteht!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, beim Zusetzen von x Litern 42%iger Salzlösung zu den 2 Litern 10%iger Salzlösung bilden
die entstehenden (x + 2) 1 eine 30%ige Salzlösung. Es gilt dann:

2 Liter 10%ige Salzlösung enthalten 0,20 l Salz,


x Liter 42%ige Salzlösung enthalten 0,42x l Salz,
(x + 2) Liter 30%ige Salzlösung enthalten 0,30(x + 2) l Salz.

Da die Salzmenge im Lösungsgemisch stets gleich der Summe der Salzmengen in den gemischten Lösungen
ist, muss gelten:
10
0,20 + 0,42x = 0,30(x + 2) ⇒ 20 + 42x = 30x + 60 ⇒ x =
3
10
Man muss also 3 Liter 42%ige Salzlösung zusetzen, um die geforderte 30%ige Salzlösung zu erhalten.

10 16
Probe: Man erhält als Mischung 2 Liter + 3 Liter = 3 Liter einer Lösung mit folgendem Salzgehalt:

196
V.IV Ungleichungen

2 Liter 10%ige Salzlösung enthalten 0,20 Liter Salz, 10


3 Liter 42%ige Salzlösung enthalten 1,40 Liter Salz.
Das sind zusammen 1,60 Liter Salz.
Von 16 16
3 Litern Gesamtflüssigkeit sind diese 1,60 Liter Salz aber 1,60 : 3 · 100% = 30%, wie es verlangt
war.

V.IV Ungleichungen
I Runde 1

Aufgabe 150811:
Peter kam vom Einkaufen zurück. Er kaufte in genau 4 Geschäften ein und hatte dafür genau 35 M
zur Verfügung. Davon bringt er der Mutter genau 2 M wieder und berichtet:
Im Gemüseladen habe ich 4 M und noch etwas, jedenfalls mehr als 10 Pf bezahlt. Im

Schreibwarengeschäft habe ich mehr als im Gemüseladen bezahlen müssen, es war eine
gerade Zahl von Pfennigen und kein 5-Pfennig-Stück dabei. Beim Bäcker war es dann
mehr als im Gemüseladen und Schreibwarengeschäft zusammen, aber diese Geldsumme
war ungerade, und im Konsum schließlich bezahlte ich mehr als in den drei anderen
Geschäften zusammen.“

Welche Geldbeträge bezahlte Peter in den vier genannten Geschäften?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Peter muss im Gemüseladen mindestens 4,11 M bezahlt haben. Hätte er 4,12 M oder mehr entrichtet, so
hätte er im Schreibwarengeschäft 4,13 M oder mehr, beim Bäcker 8,26 M oder mehr, beim Konsum 16,52
M oder mehr, insgesamt also 33,03 M oder mehr bezahlt, hätte daher höchstens 1,97 M wiederbringen
können. Daher hat er im Gemüseladen genau 4,11 M bezahlt.

Im Schreibwarengeschäft musste er folglich mindestens 4,12 M bezahlen. Er kann aber auch nicht 4,14 M
oder mehr bezahlt haben; denn sonst hätte er beim Bäcker 8,26 M oder mehr und beim Konsum 16,52
M oder mehr, insgesamt also 33,03 M oder mehr bezahlt, was nicht möglich ist.

Folglich hat er im Schreibwarengeschäft genau 4,12 M bezahlt. Beim Bäcker musste er dann laut Aufgabe
mindestens 8,25 M bezahlt haben. Er kann aber auch nicht 8,27 M oder mehr bezahlt haben; denn in
diesem Falle hätte er beim Konsum 16,51 M oder mehr, insgesamt also 33,01 M oder mehr zu zahlen
gehabt, was ebenfalls nicht möglich ist.

Folglich hat er beim Bäcker genau 8,25 M bezahlt. Wegen 4,11 M + 4,12 M + 8,25 M = 16,48 M und da
Peter genau 2,00 M zurückbrachte, hat er beim Konsum genau 16,52 M bezahlt.

Aufgabe 150812:

a) Ermittle alle geordneten Paare (a, b) natürlicher Zahlen, für die die folgenden Bedingungen
erfüllt sind:
a < 4 (1) ; a − b > 0 (2) ; a + b > 2 (3)

b) Beweise, dass es keine geordneten Paare (a, b) ganzer Zahlen mit den Eigenschaften (1), (2),
(3) gibt, bei denen a < 0 oder b < 0 ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) I. Wenn ein Paar (a,b) natürlicher Zahlen die Bedingungen (1), (2), (3) erfüllt,so ist a wegen(1) eine
der Zahlen 0, 1, 2, 3.

197
V.IV Ungleichungen

Wäre a = 0, so folgte aus (2) der Widerspruch b < 0 gegen die Eigenschaft von b, natürliche Zahl zu sein.
Wäre a = 1, so folgte aus (2) zunächst b = 0 und damit a + b = 1 im Widerspruch gegen (3).
Für a = 2 folgt aus (2), (3) einerseits b < 2, andererseits b > 0, also b = 1.
Für a = 3 folgt aus (2) die Ungleichung b < 3.

Daher können nur die Paare (2,1), (3,0), (3,1), (3,2) (4) natürlicher Zahlen die Bedingungen (1), (2), (3)
erfüllen.

II. Für alle diese Paare ist in der Tat a < 4; ferner hat a − b für sie die Werte 1, 3, 2, 1, die alle größer
als 0 sind; schließlich hat a + b die Werte 3, 3, 4, 5, die alle größer als 2 sind.
Also sind die Paare (4) alle in Aufgabe a) zu ermittelnden.

b) Gäbe es ein Paar (a,b) ganzer Zahlen mit (1), (2), (3) und a < 0, so folgte aus (2) auch b < 0 und
damit a + b < 0 im Widerspruch gegen (3).
Gäbe es ein Paar mit (1), (2), (3) und b < 0, so folgte b ≤ −1, aus (1) aber a ≤ 3 und damit a + b ≤ 2
im Widerspruch gegen (3).

II Runde 2

Aufgabe 190822:
In einer AG Mathematik stellte ein Mitglied der Patenbrigade den Teilnehmern folgende Aufgabe:

Unsere Brigade hat mehr als 20, aber weniger als 35 Mitglieder. Von ihnen nahmen im letzten

Jahr im Juli dreimal soviel, im Februar doppelt soviel ihren Jahresurlaub wie im Mai. Im Januar
nahmen drei Personen weniger als im Juli Urlaub, im August dagegen eine Person mehr als im Mai.
In den nicht genannten Monaten dieses Jahres nahm kein Mitglied unserer Brigade Urlaub. Unter
den genannten Urlaubern ist jedes Mitglied unserer Brigade genau einmal vertreten.

Stellt fest, ob ihr allein aus diesen Angaben die Anzahl unserer Brigademitglieder ermitteln könnt!“

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Anzahl der Mitglieder. dieser Brigade, die im Mai Urlaub nahmen, sei x. Dann nahmen im Juli 3x,
im Februar 2x, im Januar 3x − 3 und im August x + 1 Brigademitglieder Urlaub. Das sind zusammen
(10x − 2) Personen.

Nun gilt 20 < 10x − 2 < 35, also 22 < 10x < 37.
Da x eine natürliche Zahl ist, folgt daraus x = 3. Mithin hatte die Brigade 28 Mitglieder.

Aufgabe 210821:
1 1
Ermittle alle diejenigen natürlichen Zahlen a, für die 4 < a
a+12 < 3 gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


I. Wenn eine natürliche Zahl a die geforderte Ungleichung erfüllt, so gilt:
1 a a 1
< und < (1,2)
4 a + 12 a + 12 3
Aus (1) folgt a + 12 < 4a, also 12 < 3a, folglich 4 < a. Aus (2) folgt 3a < a + 12, also 2a < 12, folglich
a < 6.
Die einzige natürliche Zahl, die (3) und (4) erfüllt, ist a = 5. Daher kann nur diese Zahl die geforderte
Ungleichung erfüllen.

198
V.IV Ungleichungen

Sie erfüllt diese Ungleichung, wie die Probe zeigt.

Alternativ-Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bildet man a+12
a
für zwei aufeinanderfolgende natürliche Zahlen a = n und a = n + 1, so erhält man die
Zahlen n+12 und n+13
n n+1
.
Bringt man sie auf den gemeinsamen Nenner (n + 12)(n + 13), so lauten sie

n(n + 13) n2 + 13n


= bzw.
(n + 12)(n + 13) (n + 12)(n + 13)
(n + 1)(n + 13) n2 + 13 + 12
= .
(n + 12)(n + 13) (n + 12)(n + 13)

Daher gilt stets n


n+12 < n+13 ,
n+1
d. h., die für a = 0, 1, 2, . . . gebildeten Zahlen erfüllen die Ungleichungen

1 2 3 4 5 6 7
0< < < < < < < < ...
13 14 15 16 17 18 19
4 1 6 1
Wegen 16 = 4 und 18 = 3 erfüllt somit genau die natürliche Zahl a = 5 die geforderte Ungleichung.

Aufgabe 240823:
Ermittle alle diejenigen natürlichen Zahlen x, die die Ungleichung
11 7 15
< < erfüllen!
15 x 11

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die geforderte Ungleichung ist genau dann erfüllt, wenn die zwei Ungleichungen
11 7 7 15
< (1) ; < (2)
15 x x 11
erfüllt sind.
Für natürliche Zahlen x gilt (1) genau dann, wenn ( x7 , d. h. auch) x positiv ist und die Ungleichung
11x < 105 erfüllt. Dies gilt genau dann, wenn 0 < x < 105 105 6
11 , was wegen 11 = 9 11 genau von den
natürlichen Zahlen x mit 0 < x ≤ 9 erfüllt wird.

Für natürliche Zahlen x gilt (2) genau dann, wenn ( x7 existiert, d. h.) x > 0 ist und die Ungleichung
77
15x > 77 erfüllt. Dies gilt genau dann, wenn x > 15 ist, was wegen 77 2
15 = 5 15 genau von den natürlichen
Zahlen x mit x ≥ 6 erfüllt wird.

Also ist die Gültigkeit von (1) und (2) für natürliche Zahlen x gleichbedeutend mit 6 ≤ x ≤ 9 (d. h., die
gesuchten Zahlen sind genau die Zahlen 6, 7, 8 und 9).

Aufgabe 310822:

a) Klaus wählt natürliche Zahlen m und n mit 0 < m < n und bildet die Zahlen p = m n und
q=m n
Dann ordnet er die drei Zahlen 1, p, q der Größe nach, beginnend mit der kleinsten.

Beweise, dass sich bei jeder Wahl solcher m, n stets dieselbe Reihenfolge für 1, p, q ergeben
muss! Wie lautet sie?
b) Nun zeichnet Klaus auf einer Zahlengeraden die drei Punkte E, P , Q, die den Zahlen 1, p, q
zugeordnet sind. Er ordnet dann die beiden Längen EP und EQ der Größe nach.

199
V.IV Ungleichungen

Zeichne für das Beispiel m = 2, n = 5 die Strecken EP , EQ auf einer Zahlengeraden, deren
Einheitsstrecke (vom Nullpunkt O bis E ) die Länge OE = 4cm hat! Beweise, dass sich (bei
jeder Wahl obengenannter m, n) auch für EP und EQ stets dieselbe Reihenfolge ergeben muss!
Wie lautet sie?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Für natürliche Zahlen m, n mit 0 < m < n (1) folgt stets, indem man (1) durch m bzw. n dividiert,
1< m n
bzw. mn < 1. D. h., es ergibt sich stets die Reihenfolge p < 1 < q. (2)

b) Zeichnung: O P E Q
0 2 1 5
5 2

Aus (2) folgt: Die Strecke EP hat die Länge


m n−m
EP = 1 − p = 1 − =
n n
die Strecke EQ hat die Länge
n n−m
EQ = q − 1 = −1=
m m
Nach (1) ist n − m > 0, hieraus und aus (1) folgt
n−m n−m
>
m n
d. h., es ergibt sich stets die Reihenfolge EP < EQ.

III Runde 3

Aufgabe 030832:
Beweise folgende Behauptung:

Wenn a und b entweder beide positive reelle oder beide negative reelle Zahlen sind, dann ist stets

5a2 − 6ab + 5b2 > 0.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Beweis: Es gilt 5a2 − 6ab + 5b2 = 5(a − b)2 + 4ab. Der Summand 5(a − b)2 ist stets eine nichtnegative
reelle Zahl, während 4ab unter den angegebenen Bedingungen eine positive reelle Zahl ist.

Also gilt 5a2 − 6ab + 5b2 > 0. 

Aufgabe 040835:
Gegeben sind vier aufeinander folgende natürliche Zahlen, die in ihrer Reihenfolge a, b, c und d
genannt sind.

a) Welches Produkt ist größer, ac oder bd ? Bestimme die Differenz der beiden Produkte!
b) Welches Produkt ist größer, bc oder ad ? Bestimme die Differenz der beiden Produkte!

Lösung von Manuela Kugel:


Es seien die vier Zahlen a, b, c, d, dabei gilt b = a + 1, c = a + 2 und d = a + 3

200
V.IV Ungleichungen

a)
ac = a · (a + 2) = a2 + 2a ; bd = (a + 1) · (a + 3) = a2 + 4a + 3
Daraus folgt a · c < b · d, die Differenz beträgt 2a + 3.
b)
bc = (a + 1)(a + 2) = a2 + 3a + 2 ; ad = a · (a + 3) = a2 + 3a
Daraus folgt b · c > a · d, die Differenz beträgt 2.

Aufgabe 110833:
Ermittle alle reellen Zahlen x, für die ein gleichschenkliges Dreieck 4ABC mit den Seitenlängen
a = −5x + 12; b = 3x + 20; c = 4x + 16 existiert!

(Überlege, welche Bedingungen a, b und c dabei erfüllen müssen!)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ein Dreieck 4ABC mit drei reellen Zahlen a, b, c als Seitenlängen existiert genau dann, wenn gleichzeitig
die Ungleichungen
(1) a>0 (4) a<b+c (2) b>0
(5) b<a+c (3) c>0 (6) c<a+b
gelten. Es ist genau dann gleichschenklig, wenn a = b oder a = c oder b = c gilt. Die Bedingung a = b ist
gleichbedeutend mit −5x + 12 = 3x + 20, also mit x = −1.
Daraus ergibt sich a = b = 17 und c = 12, und (1) bis (6) sind sämtlich erfüllt.

Die Bedingung a = c ist gleichbedeutend mit −5x + 12 = 4x + 16, also mit x = − 94 . Daraus ergibt sich
a = c = 128 56
8 und b = 3 , und (1) bis (6) sind sämtlich erfüllt.

Die Bedingung b = c ist gleichbedeutend mit 3x + 20 = 4x + 16, also mit x = 4. Daraus ergibt sich
b = c = 32 und a − 8, d. h. (1) ist nicht erfüllt.
Mithin gibt es genau für x = −1 und x = −4 je ein gleichschenkliges Dreieck.

Aufgabe 110834:
Beweise, dass für je zwei rationale Zahlen a > 2 und b > 2 das Produkt ab größer als die Summe
a + b ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen a > 2, b > 2 ist a1 + 1b < 12 + 12 < 1, also a+b
ab < 1 und folglich wegen ab > 0 auch a + b < ab.

Aufgabe 130834:
Ermittle alle rationalen Zahlen a, die die Ungleichung erfüllen:
3a − 2
<0
a+1

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ein Bruch ist genau dann negativ, wenn entweder sein Zähler positiv und sein Nenner negativ oder wenn
sein Zähler negativ und sein Nenner positiv ist.

Angenommen, es gäbe eine rationale Zahl a mit 3a − 2 > 0 und a + 1 < 0. Dann folgte aus 3a − 2 > 0
einerseits a > 23 und aus a + 1 < 0 andererseits a < −1. Da es keine rationale Zahl gibt, die gleichzeitig

201
V.V Gleichungssysteme

größer als 3 und kleiner als -1 ist, war unsere Annahme falsch.

Daher ist die gegebene Ungleichung genau für diejenigen rationalen Zahlen a erfüllt, für die 3a − 2 < 0
und a + 1 > 0 gilt. Nun ist 3a − 2 < 0 gleichbedeutend mit a < 23 und a + 1 > 0 mit a > −1.
Diese beiden Bedingungen werden genau von allen rationalen Zahlen a erfüllt, für die −1 < a < 1 gilt.

2
Folglich sind alle rationalen Zahlen a mit −1 < a < 3 und nur diese Lösungen der gegebenen Unglei-
chungen.

Aufgabe 310834:
Untersuche für alle rationalen Zahlen a, b mit a ≥ 2, b ≥ 2, ob bzw. unter welchen Bedingungen das
Produkt der Zahlen a, b kleiner als die Summe, gleich der Summe oder größer als die Summe von a
und b ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Für alle a ≥ 2, b ≥ 2 gilt
a−1≥1 , b−1≥1 (1)
Da in beiden Beziehungen (1) die auf beiden Seiten stehenden Zahlen positiv sind, folgt durch Multipli-
kation

(a − 1)(b − 1) ≥ 1 (2)
ab − a − b + 1 ≥ 1
ab ≥ a + b (3)

Gleichheit gilt in (3) genau dann, wenn sie in (2) gilt, und das ist genau dann der Fall, wenn in beiden
Beziehungen (1) Gleichheit gilt. Damit ist gezeigt:

Es gibt keine Zahlen a, b mit a ≥ 2, b ≥ 2, für die das Produkt ab kleiner als die Summe a + b wäre;

im Fall, dass beide Zahlen a, b gleich 2 sind, ist das Produkt ab gleich der Summe a + b;

für alle anderen a, b mit a ≥ 2, b ≥ 2 ist das Produkt ab größer als die Summe a + b.

V.V Gleichungssysteme
I Runde 1

Aufgabe V00801:
Zwei Brigaden einer Spulenfabrik fertigen zusammen 8200 Transformatorspulen. Bei der
Gütekontrolle müssen von den durch das erste Kollektiv gefertigten Spulen 2%, von denen des zweiten
Kollektivs 3% wegen mangelhafter Isolation ausgeschieden werden.
Insgesamt sind 216 Spulen unbrauchbar. Wie viel einwandfreie Spulen werden von jedem Kollektiv
hergestellt?

Lösung von Steffen Polster:


x sei die Produktion der ersten Brigade, y der zweiten Brigade. Dann ergibt sich das Gleichungssystem

x + y = 8200 ; 0,02 · x + 0,03 · y = 216

Das System hat die Lösung x = 3000, y = 5200. Nach Abzug der mangelhaften Spulen (0,02 · x = 60,
0,03 · y = 156) ergibt sich, dass die erste Brigade 2940 und die zweite Brigade 5044 einwandfreie Spulen
hergestellt haben.

202
V.V Gleichungssysteme

Aufgabe V00804:
Wir haben zwei Gefäße. In beide Gefäße gießen wir Wasser, und zwar in das erste 25 seines Fassungs-
vermögens, in das zweite 83 seines Fassungsvermögens.
Wenn wir die beiden Wassermengen zusammengießen, erhalten wir 8,5 Liter. Wir wissen noch, dass
4 3
5 des Fassungsvermögens des ersten Gefäßes um 6,2 Liter größer ist als 4 des Fassungsvermögens des
zweiten Gefäßes.
Berechnet die Fassungsvermögen der beiden Gefäße!

Lösung von Steffen Polster:


Das Fassungsvermögen der Gefäße sei x und y. Als Gleichungssystem ergibt sich
2 3 4 3
x + y = 8,5 ; x − 6,2 = y
5 8 5 4
Das System hat die Lösungen x = 14,5 und y = 7,2. Das erste Gefäß hat ein Fassungsvermögen von 14,5
l, das zweite von 7,2 l.

Aufgabe V00808:
Knobel Knifflig erzählt: Ich bin dem Riesen aus Prag begegnet. Sein Kopf und Hals sind zusammen
30 cm lang. Seine Beine sind doppelt so lang wie Kopf, Hals und halber Rumpf, und der ganze Kerl
ist genau ein Meter länger als Kopf, Hals und Beine zusammen.
Wie groß ist er?

Lösung von Steffen Polster:


Die Länge von Kopf, Hals, Rumpf und Beine seien k, h, r, b. Dann ergibt sich das Gleichungssystem
(Längen in cm)  
1
k + h = 30 (1) ; b=2 k+h+ r (2)
2
k + h + r + b = 100 + k + h + b (3)

Aus (3) folgt sofort r = 100. Setzt man (1) und den Wert für r in (2) ein, wird b = 160. Damit wird
k + h + r + b = 30 + 100 + 160 = 290. Der Riese ist 2,90 m groß.

Aufgabe 240812:
Cathrin stellt ihren Mitschülern in der Arbeitsgemeinschaft Mathematik“ folgende Knobelaufgabe:

Eine Flasche und ein Glas wiegen zusammen so viel wie ein Krug. Die Flasche wiegt allein so viel wie
das Glas zusammen mit einem Teller, während drei solcher Teller zusammen so viel wie zwei solcher
Krüge wiegen. Wie viel solcher Gläser wiegen zusammen so viel wie die Flasche?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Sind F, G, K, T die Gewichte von Flasche, Glas, Krug bzw. Teller, so gilt

F +G=K (1)
F =G+T (2)
3T = 2K (3)

Aus (2) folgt 3F = 3G + 3T . Setzt man hierin (3) ein, so ergibt sich

3F = 3G + 2K (4)

Aus (1) folgt 2K = 2F + 2G, Setzt man dies in (4) ein, so erhält man 3F = 3G + 2F + 2G und daraus
F = 5G.
Also wiegen fünf Gläser so viel wie die Flasche.

203
V.V Gleichungssysteme

Aufgabe 340811:
Anja, Bernd und Christina haben am gleichen Tag Geburtstag.

3 2
An diesem Tag sagt Anja zu Christina: deines Alters sind ebenso viele Jahre wie meines Alters.“
”4 3

3
Bernd sagt zu Christina: deines Alters sind ebenso viele Jahre wie die Hälfte meines Alters.“
”4

Christina sagt: Die Summe unserer drei Altersangaben in Jahren ausgedrückt, beträgt 58.“

Zeige, dass durch diese Angaben eindeutig bestimmt ist, wie alt Anja, Bernd und Christina sind!
Nenne diese drei Altersangaben!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Aus den Angaben folgt für das Alter a bzw. b bzw. c von Anja bzw. Bernd bzw. Christina:
3 2 3 1
c= a (1) c = b (2) a + b + c = 58 (3)
4 3 4 2
Aus (1) folgt 9c = 8a, also a = 98 c (4), aus (2) folgt 3c = 2b, also b = 32 c. (5)
Damit folgt aus (3)
9 3 58 · 8
c + c + c = 58 ⇒ c= = 16
8 2 29
und dann nach (4), (5) weiter a = 18 und b = 24.
Also ist durch die Angaben eindeutig bestimmt: Anja ist 18 Jahre alt, Bernd ist 24 Jahre alt, Christina
ist 16 Jahre alt.

II Runde 2

Aufgabe 140821:
Bei einer Kreisspartakiade wurden für die Teilnehmer insgesamt 61 Goldmedaillen, 63 Silbermedaillen
und 60 Bronzemedaillen vergeben. Die Mannschaften der Schulen der Stadt B erkämpften dabei
zusammen 42 dieser Medaillen. Sie erhielten genau ein Drittel aller Silbermedaillen, mehr als ein
Sechstel, jedoch weniger als ein Fünftel aller Bronzemedaillen und einige Goldmedaillen.

Ermittle die Anzahl aller Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, die von den Schülern der Stadt B bei
diesem Wettkampf errungen wurden!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Anzahl aller von den Schülern der Stadt B bei dieser Kreisspartakiade errungenen Goldmedaillen sei
g, die der Silbermedaillen s und die der Bronzemedaillen b. Dann gilt laut Aufgabe:
63
g + s + b = 42 (1); s= = 21 (2); 10 < b < 12 (3)
3
Daraus folgt, da b ganzzahlig ist, b = 11 und somit wegen (1) und (2) g = 42 − 21 − 11 = 10.
Die Schüler der Stadt B errangen 10 Gold-, 21 Silber- und 11 Bronzemedaillen.

III Runden 3 & 4

Aufgabe 080836:
Die Zahlen a, b, c und d mögen folgenden Bedingungen genügen:

204
V.V Gleichungssysteme

(1) d > c
(2) a + b = c + d
(3) a + d < b + c

Ordne die Zahlen der Größe nach (beginnend mit der größten)!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen (1) gilt b + d > b + c, und weil a + d < b + c ist, findet man a + d < b + d und daraus a < b. (4)
Durch Subtraktion erhält man aus (2) und (3):
d−b<b−d → 2d < 2b → d<b (5)
Aus (2) erhält man b − d = c − a, woraus sich wegen b > d die Aussage (6) c > a ergibt.
Wegen (4), (5) und (6) ist die gesuchte Reihenfolge b > d > c > a.

Aufgabe 160833:
In einem allseitig geschlossenen quaderförmigen Glaskasten befinden sich genau 600 cm3 Wasser. Legt
man den Kasten nacheinander mit seinen verschiedenen Außenflächen auf eine horizontale Ebene, so
ergibt sich für die Wasserhöhe im Kasten einmal 2 cm, einmal 3 cm und einmal 4 cm.

Ermittle diejenigen Werte für das Fassungsvermögen des Kastens, die diesen Angaben entsprechen!

Bemerkung: Der Wasserspiegel sei als Teil einer horizontalen Ebene angenommen, die Adhäsion werde
vernachlässigt.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn die Kantenlängen a, b, c (in cm) des quaderförmigen Innern des Kastens den Angaben der Aufga-
benstellung entsprechen, so gilt o. B. d. A.
a · b · 2 = 600 (1) ; a · c · 3 = 600 (2) ; b · c · 4 = 600 (3)
Dividiert man (1) durch (3), so erhält man = 1 bzw.(4) a = 2c. Setzt man (4) in (2) ein, so folgt
a
2c
6c2 = 600, und daraus wegen c > 0 (5) c = 10.

Wegen (5) folgt aus (4) a = 20 und aus (1) oder (3) b = 15.
Also können nur 10 cm, 15 cm, 20 cm als Innenmaße des Kastens und mithin nur der Wert 3000 cm3 für
sein Fassungsvermögen den Angaben der Aufgabenstellung entsprechen.

Aufgabe 170834:
Eine Pioniergruppe sammelte Altpapier; der gesamte Erlös wurde auf das Solidaritätskonto
überwiesen. Die Pioniere bildeten zwei Brigaden, jeder Pionier der Gruppe gehörte genau einer dieser
Brigaden an. Über das Sammelergebnis ist folgendes bekannt:

(1) Jeder Pionier der Brigade A sammelte genau 13 kg, außer einem, der nur 6 kg mitbrachte.
(2) Jeder Pionier der Brigade B sammelte genau 10 kg, außer einem mit nur genau 5 kg.
(3) Brigade A sammelte insgesamt die gleiche Menge wie Brigade B.
(4) Die gesamte Pioniergruppe sammelte mehr als 100 kg, jedoch weniger als 600 kg Altpapier.

a) Wie viel Pioniere gehörten einer jeden Brigade insgesamt an?


b) Wie viel Mark konnte die Pioniergruppe auf das Solidaritätskonto überweisen, wenn der Altstoff-
handel 0,15 Mark pro kg Altpapier bezahlte?

205
V.V Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die Anzahl der Pioniere, die je genau 13 kg sammelten, sei x. Nach (1) gehören dann genau (x + 1)
Pioniere der Brigade A an, das Sammelergebnis dieser Brigade betrug (13x + 6) kg.
Die Anzahl der Pioniere, die je genau 10 kg sammelten, sei y. Nach (2) gehören dann genau (y + 1)
Pioniere der Brigade B an, und das Sammelergebnis dieser Brigade betrug (10y + 5) kg.

Nach (3) gilt somit 13x + 6 = 10y + 5, also y = 13x+1 10 (*).


13x + 1 ist durch 10 teilbar, folglich endet die (Zifferndarstellung der) Zahl 13x auf die Ziffer 9 und somit
x auf die Ziffer 3.

Aus (4) folgt 100 < 2(13x + 6) < 600 und daraus 44 < 13x < 294.

Dies wird weder von x = 3 noch von den Zahlen x = 23 erfüllt, da hierfür 13x = 39 bzw. 13x = 299 gilt.
Also ist x = 13.
Nach (*) ergibt sich daraus y = 17. Somit gehörten genau 14 Schüler der Brigade A und genau 18 der
Brigade B an.

b) Brigade A sammelte (13 · 13 + 6) kg = 175 kg und Brigade B (17 · 10 + 5) kg = 175 kg, die gesamte
Gruppe somit 350 kg Altpapier.
Wegen 350 · 0,15 M = 52,50 M konnte die Pioniergruppe genau 52,50 M auf das Solidaritätskonto
überweisen.

Aufgabe 200831:
Uwe erzählt:
In den Winterferien machten wir mit einer Reisegesellschaft eine Fahrt in den Harz.

Daran nahmen nicht mehr als 80 Personen teil, und zwar waren es genau 3 Männer
weniger als Frauen und genau 20 Erwachsene mehr als Kinder. Unterwegs wurden wir in
genau 7 Gruppen von gleicher Personenzahl aufgeteilt.“
Ermittle alle Möglichkeiten, die Anzahlen der Männer, Frauen und Kinder so anzugeben, dass Uwes
Aussagen zutreffen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Treffen Uwes Aussagen für eine Angabe von Anzahlen der Männer, Frauen und Kinder zu und ist dabei
m die Anzahl der teilnehmenden Männer, so ergibt sich:
Die Anzahl der teilnehmenden Frauen ist m+3, die Anzahl der Erwachsenen also 2m+3; es gilt 2m+3 ≥ 20
(1)
und die Anzahl der Kinder ist 2m + 3 − 20.

Somit ist m + m + 3 + 2m + 3 − 20 = 4m − 14 die Gesamtzahl aller Teilnehmer. Daher gilt einerseits


4m − 14 ≤ 80 (2)
andererseits ist 4m − 14 durch 7 teilbar. Das gilt folglich auch für 4m; somit ist wegen der Teilerfremdheit
von 4 und 7 m durch 7 teilbar. (3)
Wäre m ≤ 7, so wäre 2m + 3 ≤ 17, im Widerspruch zu (1); wäre m ≥ 28, so wäre 4m − 14 ≥ 98, im
Widerspruch zu (2).
Daher können (1), (2), (3) nur erfüllt sein, wenn m = 14 oder m = 21 ist. Somit können nur die in der
folgenden Tabelle angegebenen Personenzahlen mit Uwes Angaben übereinstimmen. Aus der Tabelle ist
zugleich ersichtlich, dass sie tatsächlich mit diesen Angaben übereinstimmen:
Männer Frauen Erwachsene Kinder Teilnehmer
m m+3 2m + 3 2m − 17 4m − 14
14 17 31 11 42
21 24 45 25 70

206
V.V Gleichungssysteme

Aufgabe 210835:
Jemand hebt von seinem Sparkonto einen bestimmten Geldbetrag ab. Er erhält diesen in insgesamt
29 Banknoten ausgezahlt, und zwar ausschließlich in Zehnmarkscheinen, Zwanzigmarkscheinen und
Fünfzigmarkscheinen. Dabei ist die Anzahl der 10-M-Scheine um 1 kleiner als die Anzahl der 20-M-
Scheine. Die Anzahl der 50-M-Scheine ist größer als das Zweifache, aber kleiner als das Dreifache der
Anzahl der 20-M-Scheine.

Ermittle die Höhe des abgehobenen Geldbetrages!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, es wurden x Zwanzigmarkscheine und y Fünfzigmarkscheine ausgezahlt. Dann wurden
(x − 1) Zehnmarkscheine ausgezahlt, und es gilt:

(x − 1) + x + y = 29, also 2x + y = 30 sowie 2x < y < 3x

Aus 2x + y = 30 und 2x < y folgt 4x < 30, also x ≤ 7. (1)


Aus 2x + y = 30 und 3x > y folgt 5x > 30, also x > 6. (2)
Aus (1) und (2) folgt x = 7, also y = 16.
Somit wurden 6 Zehnmarkscheine, 7 Zwanzigmarkscheine, und 16 Fünfzigmarkscheine, also ein Betrag
von 1000 M, ausgezahlt.

Aufgabe 320832:
Um einen Behälter mit Wasser füllen zu können, soll eine Anzahl Röhren angelegt werden. Durch
jede Röhre soll das Wasser gleichmäßig strömen (d. h. in gleichen Zeiten gleichviel Wasser). In einer
Stunde soll durch jede Röhre die gleiche Wassermenge zuströmen wie durch jede andere Röhre.

Für die Anzahl der Röhren gibt es drei Vorschläge. Nach dem zweiten Vorschlag, zwei Röhren weniger
als beim ersten Vorschlag zu nehmen, würde das Füllen des Behälters zwei Stunden länger dauern als
beim ersten. Nach dem dritten Vorschlag, vier Röhren mehr als beim ersten Vorschlag zu nehmen,
würde das Füllen des Behälters zwei Stunden kürzer dauern als beim ersten.

Ermittle aus diesen Angaben die Anzahl der Röhren und die Zeit zum Füllen des Behälters beim
ersten Vorschlag!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Beim ersten Vorschlag seien n Röhren sowie eine Füllzeit von t Stunden vorgesehen. Jede Röhre füllt
1
dann in jeder Stunde n·t des Behältervolumens.
Die n − 2 Röhren des zweiten Vorschlags füllen also in jeder Stunde n−2 n·t des Behältervolumens; der
Behälter wird nach diesem Vorschlag somit in n−2 n·t
Stunden gefüllt. Da dies 2 Stunden mehr als beim
ersten Vorschlag sind, gilt
n·t
=t+2 und daher t=n−2 (1)
n−2
Entsprechend folgt: Nach dem dritten Vorschlag wird der Behälter in n·t
n+4 Stunden gefüllt, und es gilt

n·t n
=t−2 ; t= +2 (2)
n+4 2
Aus (1) und (2) folgt n − 2 = n2 + 2 und damit nach (1) n = 8 und t = 6.
Also war beim ersten Vorschlag vorgesehen, mit 8 als Anzahl der Röhren eine Füllzeit von 6 Stunden zu
erreichen.

207
V.V Gleichungssysteme

Aufgabe 320836:
In der linken Waagschale einer gleicharmigen Waage steht eine Kerze, in der rechten stehen drei
Kerzen. Die vier Kerzen sind so beschaffen, dass jede von ihnen während je einer Minute Brenndauer
die gleiche Masse verliert wie jede andere von ihnen.
Die linke Kerze würde zum vollständigen Herunterbrennen 84 Minuten brauchen,

von den drei rechten Kerzen die erste 70 Minuten,

die zweite 63 Minuten,

die dritte 35 Minuten.


Die vier Kerzen werden gleichzeitig angezündet. Wie lange danach ist die Waage erstmals im Gleich-
gewicht?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei m die Masse, die jede der vier Kerzen während einer Minute Brenndauer verliert.
Dann hat die linke Kerze die Masse 84m, und die rechten Kerzen haben die Massen 70m, 63m bzw. 35m.

Nach x Minuten Brenndauer befindet sich, solange x ≤ 35 bleibt, auf der linken bzw. auf der rechten
Waagschale die Masse (84 − x)m bzw. die Masse (70 − x + 63 − x + 35 − x)m = (168 − 3x)m.
Aus x ≤ 35 folgt aber 2x ≤ 70, also erst recht 2x < 84 und daraus weiter 84 − x < 168 − 3x. Daher ist
während der Brenndauer bis 35 Minuten die linke Waagschale stets leichter als die rechte.

Von da an, also nach x Minuten Brenndauer mit x > 35, befindet sich, solange x ≤ 63 bleibt, auf der linken
bzw. auf der rechten Waagschale die Masse (84 − x)m bzw. die Masse (70 − x + 63 − x)m = (133 − 2x)m.
Hiermit ergibt sich genau dann Gleichgewicht, wenn 84 − x = 133 − 2x oder, äquivalent hierzu, x = 49
gilt.

Also ist die Waage erstmals 49 Minuten nach dem Anzünden der vier Kerzen im Gleichgewicht.

Aufgabe 330841:
Max arbeitet zur Vorbereitung auf die Mathematik-Olympiade eine Anzahl von Aufgaben durch. Sein
Freund Moritz, der ihn fragt, wie viele von diesen Aufgaben er schon gelöst habe und wie viele noch
nicht, antwortet er:
Die Anzahl der gelösten Aufgaben ist um 22 größer als die Anzahl der nicht gelösten

Aufgaben. Addiert man zur Anzahl der gelösten Aufgaben die dreifache Anzahl der nicht
gelösten Aufgaben, so erhält man eine Zahl, die kleiner als 60 ist. Addiert man aber zur
Anzahl der gelösten Aufgaben ein Drittel der Anzahl der nicht gelösten Aufgaben, so
ergibt sich eine ganze Zahl, die größer als 30 ist.“
Untersuche, ob durch diese Angaben eindeutig bestimmt ist, wie viele Aufgaben Max bearbeitet und
wie viele er davon gelöst hat! Ist das der Fall, so gib diese Anzahlen an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Aus den Angaben folgt: Wenn Max x Aufgaben gelöst hat, so hat er x − 22 Aufgaben nicht gelöst; es gilt
1
x + 3 · (x − 22) < 60 (1) x+ · (x − 22) > 30 (2)
3
x + 7 · (x − 22) ist eine ganze Zahl (3)

208
V.V Gleichungssysteme

Aus (1) folgt x + 3x − 66 < 60 und x < 31 12 . Aus (2) folgt x + 7x − 7 > 30 und x > 28.
Daher ist x eine der Zahlen 29, 30, 31 und folglich x − 22 eine der Zahlen 7, 8, 9.

Die Bedingung (3) erfordert, dass x − 22 durch 3 teilbar ist; dies wird unter den genannten Zahlen nur
von x − 22 = 9 erfüllt.
Also ist durch die Angaben eindeutig bestimmt: Max hat x = 31 Aufgaben gelöst von insgesamt 40
bearbeiteten Aufgaben.

209
VI Klasse 9
VI.I Gleichungen
I Runde 1

Aufgabe V00902:
Wie kommt es zu der Formel? r
p p2
x1;2 =− ± −q
2 4

Lösung von Steffen Polster:


Lösungsformel der Normalform der quadratischen Gleichung mit den Parametern p und q:

0 = x2 + px + q
p2 p2  p 2 p 2
0 = x2 + px + − +q = x+ − +q
4 4 2 4
 
p 2 p2
x+ = −q
2 4r
p p2
x+ =± −q
2 4
r
p p2
x=− ± −q
2 4

Aufgabe 010911:
Berechnen Sie:
   
9 4 211 2 1 1 1 2 2
m −3 m +5 m−4 : 1 m +1 m−6 .
10 360 4 2 2 3

Lösung von Christiane Czech:


Mit Polynomdivision erhalten wir:
   
9 211 2 1 1 1 2 2
10 m 4
−3 360 m + 5 4 m − 4 2 : 1 2 m + 1 3 m − 6 = 35 m2 − 23 m + 34 .
 
9
− 10 m4 + m3 − 3 35 m2
1
−m3 + 72 m2 + 5 41 m − 4 12
 
− −m3 − 1 19 m2 + 4m
1 1 m2 + 1 14 m − 4 12
 8 
− 1 18 m2 + 1 14 m − 4 12
0

210
VI.I Gleichungen

Aufgabe 040911:
Martina stellt ihrer Freundin in einem Jahr, das kein Schaltjahr ist, folgende Aufgabe:

Wenn man zur Hälfte der Zahl der bis heute verflossenen Tage dieses Jahres ein Drittel der Zahl

der restlichen Tage des Jahres addiert, erhält man die Zahl der verflossenen Tage. Den heutigen Tag
habe ich zu den verflossenen gezählt.“

Geben Sie das Datum (Tag und Monat) an, an dem das geschieht!

Lösung von Steffen Polster:


a seien die verflossene Tage, b die noch übrigen Tage, wobei a+b = 365 gilt, da kein Schaltahr angenommen
wird. Dann gilt nach Aufgabenstellung
1 1
a+ b=a ⇒ b = 1,5a
2 3
Einsetzen in die erste Gleichung ergibt 2,5a = 365, also a = 146. Der 146. Tag des Jahres ist der 26. Mai.

Aufgabe 080911:
Eine FDJ-Versammlung wurde so stark besucht, dass genau 75 Prozent der FDJler Platz fanden.
Daher wurde beschlossen, eine zweite Versammlung in einem anderen Raum zu veranstalten. Es
gingen 150 der Jugendfreunde dorthin. Die übrigen blieben im ersten Raum. Dadurch wurden in
diesem genau 5 Plätze frei.

Ermitteln Sie die Anzahl aller Jugendfreunde, die zu der ursprünglich angesetzten Veranstaltung
erschienen waren!

Lösung von anonymes Mitglied des Forums Matheplanet“:



Nach der Aufgabenstellung ist 0,25 · x + 5 = 150. Also erschienen 580 Jugendliche, von denen zunächst
435 Platz fanden, bevor 150 gingen.

Aufgabe 090911:
Auf der Siegerehrung einer Kreisolympiade wurde folgendes mitgeteilt:

Genau ein Neuntel aller Teilnehmer an dieser Kreisolympiade errangen einen Preis. Genau ein Zehntel
aller Teilnehmer der Kreisolympiade sind Mitglieder des Kreisklubs Junge Mathematiker. Von den
Preisträgern stammen genau 75 Prozent aus dem Kreisklub. Genau 6 derjenigen Schüler, die an der
Kreisolympiade teilnahmen und Mitglieder des Kreisklubs sind, erhielten keinen Preis.

Ermitteln Sie die Anzahl aller Teilnehmer an dieser Kreisolympiade!

Lösung von Steffen Polster:


T sei die Anzahl aller Teilnehmer der Kreisolympiade. Nach Aufgabenstellung sind 19 der Teilnehmer
Preisträger sowie 75%, also 34 , der Preisträger Klubmitglieder.
Einen Preis erhalten damit 91 · 34 · T = 121
· T der Klubmitglieder, d. h. ein Zwölftel der Teilnehmer sind
folglich sowohl Preisträger als auch Klubmitglieder.

1
Die Anzahl der Klubmitglieder die einen Preis erhalten ( 12 · T ) und derer die keinen Preis erhalten (6)
1
ist gleich 10 der Teilnehmer. Damit wird
1 1
·T +6= ·T und somit T = 360
12 10

211
VI.I Gleichungen

Die Anzahl der Teilnehmer an der Kreisolympiade war 360.

Aufgabe 180913:
In einem Zirkel Junger Mathematiker versuchen die Teilnehmer, folgende Aufgabe zu lösen:
Die Zahl 30 soll dargestellt werden, indem dazu genau eine einziffrige Zahl genau neunmal
benutzt wird, wobei noch die Zeichen der Grundrechenoperationen und Klammern erlaubt
sind und die Potenzschreibweise zulässig ist.
Zeigen Sie, dass das für jede der einziffrigen Zahlen 1; 2; 3; 4, 5; 6; 7; 8 und 9 möglich ist! (Es genügt
jeweils die Angabe eines Beispiels.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt:

30 = (1 + 1)1+1+1+1+1 − 1 − 1 30 = (2 + 2 + 2)2 − 2 − 2 − 2 + 2 − 2
 
4+4 4 4
30 = 33 + 3 + 3 − 3 + 3 − 3 + 3 − 3 30 = 4 · 4 − −
4 4 4
30 = 5 · 5 + 5 + 5 − 5 + 5 − 5 + 5 − 5 30 = 6 · 6 − 6 + 6 − 6 + 6 − 6 + 6 − 6

7+7 8+8
30 = 7 + 7 + 7 + 7 + +7−7 30 = 8 + 8 + 8 + 8 − +8−8
7 8
9 9 9
30 = 9 + 9 + 9 + + +
9 9 9

Aufgabe 210913:
Elsa behauptet:
Man kann die Zahl 1981 folgendermaßen darstellen: Man schreibt die natürlichen Zahlen

von 1 bis zu einer geeigneten Zahl n der Reihe nach auf und setzt zwischen je zwei
dieser Zahlen jeweils genau eines der vier Operationszeichen +, −, ·, :. Dabei braucht
nicht überall dasselbe Operationszeichen gewählt zu werden; es brauchen auch nicht alle
vier Operationszeichen vorzukommen. An der Reihenfolge der natürlichen Zahlen darf
nichts geändert werden; Klammern und weitere Rechenzeichen sollen nicht auftreten. Das
Ergebnis der so aufgeschriebenen Rechenaufgabe ist 1981.“

Ist Elsas Behauptung wahr?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Elsas Behauptung ist wahr. Um das zu beweisen, genügt ein Beispiel. Derartige Beispiele lassen sich etwa
durch folgende Überlegung zu finden:

Es gibt eine Zahl m so, dass die Summe der natürlichen Zahlen von 1 bis m die Zahle 1981 gerade
übersteigt. Das ist bei m = 63 der Fall; denn er gilt
63 · 64
1 + 2 + 3 + · · · + 63 = = 2016
2
Wegen 2016 − 1981 = 35 muss diese Summe um 35 verringert werden, um 1981 zu erreichen. Das kann
z. B. dadurch geschehen, dass man die auf 63 folgenden 70 natürlichen Zahlen wechselweise addiert und
subtrahiert, also

1 + 2 + 3 + · · · + 63 + 64 − 65 + 66 − 67 + − · · · + 132 − 133 = 1981

212
VI.I Gleichungen

bildet.

Ein anderer Weg besteht darin, dass man statt +17 die Zahl -17 einfügt, womit sich die Summe um 34
vermindert. Man erhält auf diese Weise
1 + 2 + 3 + · · · + 17 − 17 + 18 + · · · + 64 = 1982
und gelangt durch Hinzufügen von +64 und -65 auf die gewünschte Zahl.

Ein weiteres Beispiel ist:


1 + 2 · 3 · 4 · 5 : 6 + 7 · 8 · 9 · 10 · 11 : 12 − 13 · 14 · 15 − 16 · 17 + 18 · 19 = 1 + 20 + 4620 − 2870 − 272 + 342 = 1981

Aufgabe 230911:
Für die Multiplikation zweier natürlicher Zahlen a und b mit 5 ≤ a ≤ 10 und 5 ≤ b ≤ 10 gibt es
folgende Fingerregel“:

Man streckt an der einen Hand so viele Finger aus, wie die erste Zahl a größer als 5 ist.
Das gleiche macht man mit der anderen Hand für die zweite Zahl b. Die Gesamtzahl der
ausgestreckten Finger wird mit 10 multipliziert. Die Zahl der nicht ausgestreckten Finger
der einen Hand wird mit der Zahl der nicht ausgestreckten Finger der anderen Hand
multipliziert und zu dem vorhergegangenen Produkt addiert. Die dabei erhaltene Summe
ist das gesuchte Ergebnis a · b.
Beweisen Sie, dass diese Fingerregel“ für alle genannten a und b gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Nach der angegebenen Regel wird aus a und b die Zahl
z = ((a − 5) + (b + 5)) · 10 + (10 − a)(10 − b)
berechnet. Man erhält
z = 10a + 10b − 100 + 100 − 10a − 10b + ab = ab
Damit ist die Gültigkeit der Fingerregel“ für die genannten a und b bewiesen.

Aufgabe 280912:
Gibt es eine rationale Zahl, aus der man nach dem Bilden des Reziproken und anschließendem Ver-
doppeln wieder die ursprüngliche rationale Zahl erhält?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gibt keine solche rationale Zahl. Dies kann folgendermaßen bewiesen werden:

Gäbe es eine solche Zahl x, so wäre für sie x1 · 2 = x. Daraus würde x2 = 2 folgen. Diese Gleichung hat
√ √
aber nur die beiden Lösungen 2 und − 2, die bekanntlich beide irrational sind.

Aufgabe 320911:
Anne rechnet mit einem einfachen Taschenrechner. Als Ergebnis der Aufgabe 1 : 13 erhält sie die mit
6 Stellen nach dem Dezimalpunkt gezeigte Zahl 0.076923.

Britta meint: Man kann den wahren Dezimalbruch finden, ohne das bekannte schriftliche Divisions-

verfahren noch einmal von vorn zu beginnen; man braucht nur noch eine einfache Rechnung, z. B.
mit diesem Taschenrechner, durchzuführen und muss dann ein wenig überlegen.“

Wie kann eine solche Rechnung und Überlegung verlaufen?

213
VI.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Man kann, ohne dass (wie bei dem Taschenrechnerergebnis für 1:13) die Möglichkeit eines Rundungsfehlers
zu berücksichtigen wäre, 13 · 76923 = 999999 erhalten. Daraus folgt 1000000 − 13 · 76923 = 1 und weiter
1 : 13 − 0,076923 = 0,000001 : 13
Also muss das Divisionsverfahren für die Aufgabe 1:13, nachdem es die Anfangsziffern 0,076923 erbracht
hat, wieder mit denselben aufeinanderfolgenden Ziffern fortgesetzt werden, mit denen es begonnen hat.

Das heißt: der wahre Dezimalbruch für 1:13 ist der periodisch-unendliche Dezimalbruch 0,076923.

Aufgabe 340915:
Geben Sie eine Gleichung in einer Unbekannten x so an, dass beide Seiten der Gleichung für alle
reellen Zahlen x definiert sind, dass die Gleichung unendlich viele reelle Zahlen als Lösung hat, von
denen aber keine ganzzahlig ist!

Zeigen Sie, dass die von Ihnen angegebene Gleichung diesen Bedingungen genügt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Zwei mögliche Beispiele sind:

I. Die Gleichung
1 3 1
+ x −
x − =
4 4 2
Offenbar sind beide Seiten für alle reellen Zahlen x definiert. Beweis der übrigen Eigenschaften:

1
Für alle x < 4 ist

1 3 1 3 1 1
x − + x− = − x + − x = 1 − 2x > 1 − 2 · =
4 4 4 4 4 2
1 3
für alle x mit 4 ≤x≤ 4 ist
1 3 1 3 1
x − + x− =x− + −x=
4 4 4 4 2
3
für alle x > 4 ist
1 3 1 3 3 1
x − + x− = x − + x − = 2x − 1 > 2 · − 1 =
4 4 4 4 4 2
1 3
Also sind genau alle x mit 4 ≤x≤ 4 Lösung der Gleichung; keine dieser Zahlen ist eine ganze Zahl.

Eine
andere
Nachweismöglichkeit entsteht unter Verwendung des Graphen der durch f (x) = x − 41 +
x − 3 definierten Funktion f (siehe Abbildung).
4
y
5

3

y = x − 14 + x − 43
2

-2 -1 0 1 2 3 x

214
VI.I Gleichungen

II. Die Gleichung sin x = 1. Wieder sind beide Seiten für alle reellen Zahlen x definiert; weiter gilt:

Alle Lösungen der Gleichung sind die Zahlen


π 4k + 1
+ 2kπ = π (k = 0, ±1, ±2, ...)
2 2
4k+1
Da π irrational ist und alle 2 rational und von 0 verschieden sind, sind alle Lösungen irrational, also
nicht ganzzahlig.

II Runde 2

Aufgabe 010921:
Von den gesamten Kohlenvorräten der Welt liegen etwa 35 in der Sowjetunion, 29 der Vorräte der
UdSSR betragen die Kohlenvorräte der USA, während die restlichen Länder 5 Billionen Tonnen
weniger als die UdSSR besitzen.
a) Wie groß sind die Kohlenvorräte der Sowjetunion und die der USA?
b) Wie groß sind die Vorräte der ganzen Welt?

Lösung von Christiane Behns:


Ist x die Menge der Kohlevorräte der ganzen Welt in Billionen Tonnen, so lagern in der Sowjetunion 35 x
und in den USA 29 · 35 x = 15
2
x. Die Kohlevorräte der übrigen Länder betragen dann
 
3 2 3
1− − x= x−5
2 15 5

Umstellen der Gleichung ergibt, dass auf der ganzen Welt x = 15 Billionen Tonnen lagern, davon in der
Sowjetunion 9 Billionen Tonnen und in den USA 2 Billionen Tonnen Kohle.

Aufgabe 020923:
Peter macht mit Jürgen eine Wette. Er will nach einem 10000 Schritte entfernten Ort hin- und
zurückgehen, bevor Jürgen 150 Murmeln in ein Körbchen gesammelt hat.
Die Murmeln sollen dabei in einer Reihe mit je einem Schritt Abstand voneinander liegen und einzeln
in das Körbchen gebracht werden, das in einem Schritt Abstand vor der ersten Murmel steht. Beide
Jungen sollen genau gleich schnell gehen.
Wer gewinnt die Wette? Begründen Sie die Behauptung!

Lösung von André Lanka:


Peter gewinnt. Er muss 2 · 10000 = 20000 Schritte gehen.
Jürgen dagegen muss 2 · (1 + 2 + 3 + ... + 150) = 2 · 75 · 150 = 22650 Schritte gehen.

Aufgabe 040922:
Der ungarische Rechenkünstler Pataki berechnet das Produkt 95 · 97 auf folgende Weise:

1) Er addiert die Faktoren. 95 + 97 = 192


2) Er streicht die erste Stelle der Summe. 92
3) Er bildet die Differenz jedes der beiden Faktoren und der Zahl 100 und multipliziert diese beiden
Zahlen miteinander. 5 · 3 = 15

4) Er schreibt das Ergebnis von (3) hinter das Ergebnis von (2) und erhält 9215.
Untersuchen Sie, ob dieses Verfahren für alle Faktoren zwischen 90 und 100 gültig ist!

215
VI.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die beiden Faktoren seien 100 − a und 100 − b, wobei gilt 0 < a < 10 und 0 < b < 10. Dann erhält man
als Produkt
(100 − a)(100 − b) = 10000 − 100a − 100b + ab
Nach der Methode von Pataki erhält man schrittweise

100 − a + 100 − b = 200 − a − b (1)

Wegen der Einschränkung für a und b hat diese Zahl an der Hunderterstelle eine Eins.

200 − a − b − 100 = 100 − a − b (2)


ab (3)
100(100 − a − b) + ab = 10000 − 100a − 100b + ab.

Also ist das Verfahren für derartige Faktoren gültig.

Aufgabe 050921:
Man ermittle sämtliche rationalen Zahlen a und b, für die (a + b)3 = a3 + b3 gilt.

Lösung von Manuela Kugel:


Die Gleichung
(a + b)3 = a3 + b3
ist wegen
(a + b)3 = a3 + 3a2 b + 3ab2 + b3
mit jeder der folgenden Gleichungen äquivalent:

a3 + 3a2 b + 3ab2 + b3 = a3 + b3
3a2 b + 3ab2 = 3ab · (a + b) = 0
ab · (a + b) = 0

Da ein Produkt genau dann gleich Null ist, wenn mindestens einer seiner Faktoren Null ist, gilt die
angegebene Gleichung genau dann, wenn mindestens eine der drei Bedingungen erfüllt ist:
a) a = 0, b beliebig rational,

b) b = 0, a beliebig rational,
c) a = −b, b beliebig rational.

Aufgabe 050923:
Ein Bruder sagt zu seiner Schwester:
Als Tante Katja so alt war, wie wir beide zusammen jetzt sind, warst du so alt, wie ich jetzt bin.

Aber als Tante Katja so alt war, wie du jetzt bist, da warst du . . .“

a) Wie alt war da die Schwester?


b) Wie viel mal so alt wie die Schwester ist Tante Katja jetzt?

Lösung von Matthias Lösche:


Größen: b = jetziges Alter des Bruders, s = jetziges Alter der Schwester, t = jetziges Alter der Tante.
Als Tante Katja so alt war, wie wir beide zusammen jetzt sind, warst du so alt, wie ich jetzt bin“

bedeutet
s − (t − (b + s)) = b ⇒ t = 2s

216
VI.I Gleichungen

Aber als Tante Katja so alt war, wie du jetzt bist, da warst du . . .“ ergibt

s − (t − s) = s − (2s − s) = s − s = 0

a) Die Schwester wurde gerade geboren.

b) Die Tante ist jetzt doppelt so alt wie die Schwester.

Aufgabe 160922:
Die Zahl 20
21 soll so in zwei Summanden zerlegt werden, dass
a) die beiden Summanden Brüche mit gleichem, von 21 verschiedenem Nenner und mit unterschied-
lichen Zählern sind,
b) die beiden Summanden Brüche mit gleichem Zähler und mit unterschiedlichen Nennern sind.
Dabei sollen in jedem Bruch, der als Summand auftritt, jeweils der Zähler und der Nenner natürliche
Zahlen sein, die zueinander teilerfremd sind.
Geben Sie für a) und b) je ein Beispiel einer derartigen Zerlegung an, und weisen Sie nach, dass es
alle verlangten Eigenschaften hat!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


20
a) Die Zerlegung 21 = 11 29
42 + 42 beispielsweise hat alle verlangten Eigenschaften.

Beweis: Die beiden Summanden haben denselben, von 21 verschiedenen Nenner 42 sowie die unterschied-
lichen Zähler 11 und 29.
11 29
In 42 sind Zähler und Nenner die teilerfremden natürlichen Zahlen 11 und 42, in 42 die teilerfremden
natürlichen Zahlen 29 und 42.

20 2 2
b) Die Zerlegung 21 = 3 + 7 beispielsweise hat alle verlangten Eigenschaften.

Beweis: Die beiden Summanden haben denselben Zähler 2 sowie die unterschiedlichen Nenner 3 und 7. In
2 2
3 sind Zähler und Nenner die teilerfremden natürlichen Zahlen 2 und 3, in 7 die teilerfremden natürlichen
Zahlen 2 und 7.

Aufgabe 170922:
Jens sagt zu Christa: Ich kann die Zahl 30 durch einen Term darstellen, der genau dreimal die Zahl

5 und außerdem nur Zeichen von Grundrechenoperationen enthält.“
Nach kurzem Besinnen sagt Christa: “Man kann sogar für jede natürliche Zahl n > 2 die Zahl 30
durch einen Term darstellen, der genau n-mal die Zahl 5 und außerdem nur Zeichen von Grundre-
chenoperationen und Klammern enthält.“
Beweisen Sie, dass Christas Aussage wahr ist!

Lösung von cyrix:


Für n = 3 wählen wir 5 · 5 + 5 = 30, für n = 4 die Darstellung 55 − 5 · 5 = 30 und für jedes größere n
ergänzen wir die Darstellung für n − 2 um +5 − 5“, .

Aufgabe 180922:
In einer Wiederholungsstunde über Zahlbereiche werden u. a. folgende Aussagen gemacht:
(1) Das Produkt zweier verschiedener irrationaler Zahlen ist stets wieder eine irrationale Zahl.
(2) Die Summe zweier verschiedener irrationaler Zahlen ist stets wieder eine irrationale Zahl.
(3) Die Summe einer rationalen und einer irrationalen Zahl ist stets eine irrationale Zahl.
Man entscheide von jeder dieser Aussagen, ob sie wahr oder falsch ist!

217
VI.I Gleichungen

Lösung von offizieller


√ Aufgabenkommission: √ √ √
Zu (1): Die Zahlen 2 und die von ihr verschiedene Zahl 8 sind irrational, ihr Produkt 2 · 8 = 4 ist
dagegen√rational. Aussage
√ (l) ist also falsch.
Zu (2): 2 und − 2 sind verschieden irrationale Zahlen. Ihre Summe ist 0. Das ist eine rationale Zahl.
Aussage (2) ist also falsch.
Zu (3): Angenommen, es gäbe eine rationale Zahl r und eine irrationale Zahl x, deren Summe eine
rationale Zahl wäre. Dann gäbe es ganze Zahlen a, b, c, d mit b 6= 0, d 6= 0 und
a c
r= , r+x=
b d
Daraus ergäbe sich
c a bc − ad
x= − =
d b bd
also der Widerspruch, dass x rational wäre; Damit ist bewiesen, dass Aussage (3) wahr ist.
Zum Beweis von (3) kann auch statt der rechnerischen Umformung von x = dc − ab als Satz zitiert werden,
dass die Differenz zweier rationaler Zahlen stets wieder eine rationale Zahl ist. Alternativ-Lösung
von cyrix: √ √ √ √
Die ersten beiden Aussagen sind falsch, wie die Gegenbeispiele 2 · (− 2) = −2 und 2 + (− 2) = 0
zeigen.
Dagegen ist die dritte Aussage wahr: Wäre die Summe s = r + x aus einer irrationalen Zahl x und einer
rationalen Zahl r selbst rational, dann auch s − r = x, was einen Widerspruch liefert.

Aufgabe 250924: √ √
Untersuchen Sie, ob es rationale Zahlen a und b gibt, für die 3 = a + b 2 gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, es gäbe derartige Zahlen a und b. Aus dieser Annahme folgte dann
√ √
3 = a2 + 2ab 2 + 2b2 ; 2ab 2 = 3 − a2 − 2b2

(1) Im Fall a 6= 0, b 6= 0 folgt weiter


√ 3 − a2 − 2b2
2=
2ab

also der Widerspruch, dass √2 eine rationale
√ Zahl wäre. Daher scheidet
√ dieser Fall aus.
(2) Im Fall b = 0 folgte aus 3 = a + b 2 der Widerspruch, dass 3 = a eine rationale Zahl wäre. Also
ist auch dieser Fall nicht möglich.
(3)Im fall a = 0 folgt 3 = 2b2 mit einer rationalen Zahl b, also mit b = m n , wobei m und n natürliche
Zahlen wären. Das führte auf
m2
3=2· 2 ; 3n2 = 2m2
n
Da in der Primfaktorzerlegung der Quadratzahlen n2 und m2 jeder Primfaktor in gerader Anzahl vor-
kommt, ergäbe sich der Widerspruch, dass der Primfaktor 3 auf der linken Seite in ungerader Anzahl
vorkommen müsste, auf der rechten Seite aber in gerader Anzahl.
Die Annahme hat somit in√jedem Falle √ auf einen Widerspruch geführt; damit ist bewiesen, dass es keine
rationalen Zahlen a, b mit 3 = a + b 2 gibt.

Aufgabe 280922:
In ein Quadrat mit 4 × 4 Feldern seien die Zahlen von 1 bis 16 so eingetragen, dass jede der Zahlen
genau einmal auftritt und dass sich bei der Addition der Zahlen in jeder der vier Zeilen, der vier
Spalten und der beiden Diagonalen jeweils dieselbe Summe s ergibt ( Magisches Quadrat“).

a) Beweisen Sie, dass in allen magischen Quadraten (mit den Zahlen von 1 bis 16 in 4 × 4 Feldern)
derselbe Wert für s auftreten muss!
b) Beweisen Sie, dass in jedem magischen Quadrat von 4 × 4 Feldern die Summe der Zahlen in den
vier Eckfeldern ebenfalls s sein muss!

218
VI.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Für jedes magische Quadrat, dessen Zahlen mit
a1 a2 a3 a4
b1 b2 b3 b4
c1 c2 c3 c4
d1 d2 d3 d4
bezeichnet sind, gilt:
a) Da die Summe aller Zahlen von 1 bis 16 der Wert 136 hat, muss in jeder der vier Zeilen die Summe
s = 136 : 4 = 34 auftreten.
b) Nach den Bedingungen für ein magisches Quadrat ist

a1 + a2 + a3 + a4 = s 1. Zeile d1 + d2 + d3 + d4 = s 4. Zeile
−a2 − b2 − c2 − d2 = −s 2. Spalte − a3 − b3 − c3 − d3 = −s 3. Spalte
a1 + b2 + c3 + d4 = s Hauptdiagonale d1 + c2 + b3 + a4 = s Nebendiagonale

Die Addition dieser sechs Gleichungen ergibt 2(a1 + a4 + d1 + d4 ) = 2s und damit die Behauptung.

Aufgabe 330922:
Zum Mahlen einer Getreidemenge können zwei Mahlwerke A und B eingesetzt werden. Jedes Mahl-
werk bewältigt in gleichen Zeiten gleiche Mengen.
Wenn man zunächst 8 Stunden lang nur mit dem Mahlwerk A mahlen würde und anschließend nur
mit B, so würde B noch genau 18 Stunden benötigen, bis die gesamte Getreidemenge bewältigt ist.
Würde aber zunächst 10 Stunden lang nur mit A gemahlen und anschließend nur mit B, so würde
B noch genau 15 Stunden benötigen, bis die gesamte Menge bewältigt ist.
Wie lange wird es dauern, die gesamte Menge zu bewältigen, wenn A und B von Anfang an zusammen
eingesetzt werden?

Lösung von Steffen Polster:


Es seien x und y die prozentualen Leistungen des Mahlwerks je Stunde Arbeitszeit. Dann ergibt sich das
System
8 18 10 15
+ =1 und + =1
x y x y
mit der Lösung x = 20, y = 30. Arbeiten beide t Stunden zusammen, wird damit 20t
+ 30
t
= 1 mit der
Lösung t = 12. Beide Mahlwerke benötigen 12 Stunden, wenn sie von Anfang an gemeinsam arbeiten.

III Runden 3 & 4

Aufgabe V10931:
Der 1945 verstorbene polnische Mathematiker Stefan Banach war im Jahre x2 gerade x Jahre alt.
Wann ist er geboren?

Lösung von StrgAltEntf:


Die zwei größten Quadratzahlen bis 1945 sind 1936 = 442 und 1849 = 43.
Für x = 44 wäre Banach 1936 − 44 = 1892 geboren worden, für x = 43 ergäbe sich 1849 − 43 = 1806.
Banach wäre im zweiten Fall 139 Jahre alt geworden, d. h. diese Lösung entfällt.
Stefan Banach war 1936 44 Jahre alt.

219
VI.I Gleichungen

Aufgabe 020932:
Eine Aufgabe aus dem Jahre 1494:
Oben auf einem Baum, der 60 Ellen hoch ist, sitzt eine Maus, unten auf der Erde eine Katze. Die
Maus klettert jeden Tag 12 Elle herunter und in der Nacht wieder 16 Elle in die Höhe. Die Katze
klettert jeden Tag 1 Elle hinauf und in der Nacht 14 4 hinunter.
Nach wie viel Tagen erreicht die Katze die Maus?

Lösung von André Lanka:


Sei x die Anzahl der Tage. Im Verlauf eines Tages (mit der Nacht) geht die Maus auf die Katze 21 − 16 = 13
Ellen zu.
Gleichzeitig nähert sich die Katze 1 − 41 = 34 Ellen. Insgesamt kommen sich Katze und Maus 13 12 Ellen
näher. Das ist aber nur bei den ersten x−1 Tagen so. Am letzten Tag darf die Nacht nicht mit eingerechnet
werden.
An diesem letzten Tag geht die Maus auf die Katze 12 Elle zu und die Katze auf die Maus 1 Elle. Daher
muss gelten
13 3
(x − a) + ≥ 60
12 2
was für x ≥ 55 wahr ist. Am 55. Tag erreicht die Katze die Maus.

Aufgabe 030933:
Welche Punkte P (x; 0) sind von dem Punkt P1 (a; 0) doppelt so weit entfernt wie von P2 (b; 0)?
Bestimmen Sie die Abszissen dieser Punkte! (b > a)

Lösung von Korinna Grabski:


Es gilt: |P1 P | = 2 · |P2 P | sowie |x − a| = 2 · |x − b|

1. Fall: x ≤ a < b tritt nicht auf, da P weiter von P1 entfernt sein soll als von P2 .
2. Fall: a ≤ x ≤ b: x − a = 2 · (b − x) ⇒ x = a + (b − a) · 32
3. Fall: a < b ≤ x: x − a = 2 · (x − b) ⇒ x = 2 · b − a

Die Punkte (a + 23 (b − a); 0) und (2 · b − a; 0) sind von dem Punkt P1 (a; 0) doppelt so weit entfernt wie
von P2 (b; 0).

Aufgabe 040931:
Zwei Betriebe A und B übernahmen die Herstellung von Ersatzteilen für Traktoren. Die Arbeit sollte
in 12 Tagen ausgeführt werden. Zwei Tage nach dem Beginn der Arbeiten, die in beiden Betrieben
gleichzeitig begannen, wurden im Werk A umfangreiche Reparaturen durchgeführt, so dass es für die
Fortführung der Arbeiten ausfiel.
In wie viel Tagen kann das Werk B allein den Auftrag abschließen, wenn seine Kapazität 66 23 % von
der des Werkes A beträgt.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die auf den Auftrag bezogenen Tagesleistungen der beiden Betriebe seinen a und b, die herzustellende
Gesamtmenge sei p. Dann gilt 12(a + b) = p.
Die restlichen fünf Sechstel soll das Werk B in x Tagen schaffen. Da a = 1,5b ist, gilt 12 · 1,5b + 12b = p.
Daraus folgt 30b = p.
Das heißt: Werk B hätte allein den Auftrag in 30 Tagen ausführen können. Die restlichen fünf Sechstel
schafft es also in 25 Tagen. Die benötigten Teile stehen 27 Tage nach dem Beginn der Arbeiten in beiden
Werken zur Verfügung.

220
VI.I Gleichungen

Aufgabe 040932:
Die Glieder der folgenden Summe sind nach einer bestimmten Gesetzmäßigkeit gebildet.
Suchen Sie diese Gesetzmäßigkeit, und berechnen Sie x möglichst einfach!
6 6 6 6 6
x= + + + + ... +
5 · 7 7 · 9 9 · 11 11 · 13 31 · 33

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


2
Man klammert zunächst 3 aus. Jeder der Summanden von der Form a(a+2) lässt sich als Differenz zweier
Brüche schreiben:
2 1 1
= −
a(a + 2) a a+2
Daher lautet die zu berechnende Summe
 
1 1 1 1 1 1 1 28 28
x=3 − + − ± ... − + − =3· =
5 7 7 9 31 31 33 165 55

Aufgabe 050934:
Man ermittle für die reellen Zahlen a und b, a 6= 0, die dem Betrag nach kleinere Lösung der Gleichung

x2 + 2ax − b2 = 0

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die angegebene Gleichung hat die beiden Wurzeln
p p
x1 = −a + a2 + b2 ; x2 = −a − a2 + b2

Daraus folgt |x2 | > |x1 | für a > 0 und |x1 | > |x2 | für a < 0.

Aufgabe 050936:
Eine Mutter stellt ihren drei Kindern Jürgen, Renate und Christine eine Schüssel mit Kirschen auf
den Tisch mit dem Bemerken, dass sich jeder nach der Rückkehr ein Drittel der Kirschen nehmen
möge.
Jürgen, der als erster nach Hause kommt, nimmt sich, da die Zahl der Kirschen nicht durch 3 teilbar
ist, zunächst eine Kirsche und dann von den Restlichen den dritten Teil.
Als Renate heimkommt, meint sie, die erste zu sein. Sie nimmt sich, da die Zahl der Kirschen nicht
durch drei teilbar ist, zunächst zwei Kirschen und von den Übrigen den dritten Teil.
Auch Christine glaubt, als sie heimkehrt, erste zu sein, und nimmt sich den dritten Teil der in der
Schüssel befindlichen Kirschen.
Die Mutter stellt danach fest, das insgesamt 42 Kirschen gegessen wurden.
Wie viel Kirschen waren anfangs in der Schüssel?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bezeichnet man die ursprünglich vorhandene Anzahl Kirschen mit x, so kann man folgende Aufstellung
machen: Jürgen nimmt
x−1 x+2
1+ =
3 3
es verbleiben
x+2 2x − 2
x− =
3 3
Renate nimmt  
2x − 2 1 2x + 10
2+ −2 · =
3 3 9

221
VI.I Gleichungen

es verbleiben
2x − 2 2x + 10 4x − 16
− =
3 9 9
Christine nimmt
4x − 16 1 4x − 16
· =
9 3 27
es verbleiben
4x − 16 4x − 16 8x − 32
− =
9 27 27
Laut Aufgabe gilt
8x − 32
x− = 42
27
und somit x = 58. Es befanden sich anfangs 58 Kirschen in der Schüssel.

Aufgabe 090933:
Für eine bestimmte Arbeit benötigt A genau m-mal so lange Zeit wie B und C zusammen; B benötigt
genau n-mal so lange wie C und A zusammen und C genau p-mal so lange wie A und B zusammen.
Berechnen Sie p in Abhängigkeit von m und n!

Lösung von cyrix:


Wir betrachten die Leistungen a, b und c von A, B und C. Dann gilt nach Aufgabenstellung
1 1 1
a= (b + c); b= (a + c); c= (a + b)
m n p
Die erste Gleichung ist äquivalent zu c = am − b, die zweite zu c = bn − a. Insbesondere ist also
am − b = bn − a bzw. (m + 1)a = (n + 1)b, also
m+1 mn − 1
b= ·a und c = am − b = ·a
n+1 n+1
Ist mn − 1 = 0, also c = 0, dann leistet C keine Arbeit und also ist p nicht definiert. Andernfalls können
wir im Folgenden durch c 6= 0 dividieren.
Mit der dritten Gleichung erhalten wir schließlich durch Einsetzen

a+b m+n+2
n+1+m+1
· a
p= = n+1
=
c mn−1
n+1 · a
mn − 1

Aufgabe 240934:
Bei einer Diskussion in der mathematischen Arbeitsgemeinschaft berichtet Norbert, er habe eine
Quadratzahl n2 > 1 als Summe von n natürlichen Zahlen dargestellt, von denen keine zwei einander
gleich waren.
Anke meint: Es gibt sogar unendlich viele Quadratzahlen n2 > 1, die jeweils als Summe von n

natürlichen Zahlen darstellbar sind, unter denen sich keine zwei gleichen befinden.“
Bernd fragt: Gibt es auch Quadratzahlen n2 > 1, die sich als Summe von 2n natürlichen Zahlen

darstellen lassen, unter denen es keine zwei gleichen gibt?“
a) Beweise Ankes Aussage!
b) Beantworte Bernds Frage!

Lösung von cyrix:


a) Die Aussage gilt für jede natürliche Zahl n > 1, da n2 = 1 + 3 + · · · + (2n − 1) die Summe der ersten
n ungeraden natürlichen Zahlen ist. (Dies stimmt offensichtlich für n = 1; und wenn es für n wahr ist,
dann wegen

(n + 1)2 = n2 + 2n + 1 = n2 + (2n + 1) = 1 + 3 + · · · + (2n − 1) + (2n + 1)

222
VI.I Gleichungen

auch für n + 1, also für alle natürlichen Zahlen n ≥ 1.)

b) Solche Quadratzahlen n2 > 1 kann es nicht geben, da die Summe von 2n paarweise verschiedenen
positiven ganzen Zahlen mindestens so groß ist wie die Summe der kleinsten 2n positiven ganzen Zahlen,
also
(2n − 1) · 2n
0 + 1 + · · · + (2n − 1) = = n · (2n − 1) > n2
2
für 2n − 1 > n, also n > 1.

Aufgabe 250936:
a) Ist durch den Term q q
√ √
z= 192 + 96 · 3 + 192 − 96 · 3
eine Zahl definiert?
b) Wenn dies der Fall ist, ist z rational?

Lösung von cyrix:√ √ √ √


a) Es ist 192 − 96 3 = 96 · (2 − 3) > 0, da 2 = 4 > 3, sodass z eine reelle Zahl beschreibt.
b) Es ist q q
q √ q √ √ √
z = 16 · (12 + 6 3) + 16 · (12 − 6 3) = 4 · ( 12 + 6 3 + 12 − 6 3)
p √ p √
genau dann rational, wenn es 0 ≤ x := z4 = 12 + 6 3 + 12 − 6 3 auch ist. Es ist
√ q √ √ √ √
2
x = (12 + 6 3) + 2 (12 + 6 3) · (12 − 6 3) + (12 − 6 3) = 24 + 2 144 − 36 · 3 =

= 24 + 2 36 = 24 + 2 · 6 = 36 also x = 6 und z = 24 ∈ Q

Aufgabe 260934:
Beweisen Sie folgenden Satz:
Wenn a und b zwei von 0 verschiedene natürliche Zahlen sind, die p nicht beide Quadratzahlen sind
und für die ab ein so weit wie möglich gekürzter Bruch ist, dann ist ab eine irrationale Zahl.

Lösung von cyrix: pa


Wir nehmen indirekt an, dass b eine rationale Zahl ist. Dann existieren teilerfremde positive ganze
pa
Zahlen p und q mit b = q , da a > 0 und b > 0 sind.
p

Nach Quadrieren und Beseitigen der Nenner folgt aq 2 = bp2 . Da p und q teilerfremd sind, ist auch
ggT(p2 ,q 2 ) = 1, also wegen p2 |bp2 und damit p2 |aq 2 auch p2 |a. Damit gibt es eine positive ganze Zahl c
mit a = c · p2 .
Analog folgert man auch die Existenz einer positiven ganzen Zahl d mit b = d · q 2 . Setzt man dies ein, so
ergibt sich c · p2 q 2 = d · p2 q 2 , also c = d. Dann jedoch sind a und b beide durch c teilbar, sodass der Bruch
b mit diesem Zähler und Nenner nur genau dann schon so weit wie möglich gekürzt war, wenn c = 1 ist.
a

Dann jedoch sind sowohl a = p2 als auch b = q 2 Quadratzahlen, was ein Widerspruch zur Voraussetzung
aus der Aufgabenstellung
p ist.
Demzufolge kann ab nicht rational, muss also irrational sein, .

Aufgabe 300932:
Man ermittle alle Darstellungen der Zahl 1991 als Summe von mindestens drei aufeinanderfolgenden
positiven natürlichen Zahlen.

223
VI.I Gleichungen

Lösung von cyrix:


Es ist 1991 = 1001 + 990 = 11 · (91 + 90) = 11 · 181, wobei 11 und 181 Primzahlen sind. Damit hat 1991
genau die vier Teiler 1, 11, 181 und 1991.
Es sei n ≥ 3 die Anzahl der aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen, deren Summe 1991 ergibt.

Fall 1: Es ist n = 2m + 1 eine ungerade Zahl. Sei a − m der kleinste Summand. Dann lauten die weiteren
also a − (m − 1), a − (m − 2), . . . ,a − 1,a,a + 1, . . . ,a + (m − 1),a + m und wir erhalten

1991 = (a − m) + (a − (m − 1)) + · · · + (a − 1) + a + (a + 1) + · · · + (a + (m − 1)) + (a + m) = (2m + 1) · a

Also müssen n = 2m + 1 und a Teiler von 1991 mit 0 < a − m = 1991


n − 2 sein. Dies schließt n = 1991
n−1

und n = 181 aus; n = 1 fällt wegen n ≥ 3 weg, sodass nur n = 11 und damit a = 181 verbleibt. Wir
erhalten
1991 = 176 + 177 + 178 + 179 + 180 + 181 + 182 + 183 + 184 + 185 + 186
Fall 2: Es ist n = 2m eine gerade Zahl mit m ≥ 2. Sei a − m der kleinste Summand. Dann lauten die
weiteren a − (m − 1), . . . ,a + (m − 1), sodass wir

1991 = (a − m) + (a − (m − 1)) + · · · + (a + (m − 1)) = 2m · a − m = m · (2a − 1)

erhalten. Diesmal müssen m und 2a − 1 Teiler und Gegenteiler von 1991 sein, sodass 2a = 1991 m +1 =
1991+m
m und damit a = 1991+m
2m gilt.
2
Wieder muss 0 < a − m = 1991+m−2m
2m , also 2m2 − m < 1991 gelten. Dies schließt m = 1991 und m = 181
aus, während m = 1 wegen m ≥ 2 ausgeschlossen ist. Es verbleibt als einzige Lösung m = 11, woraus
2a − 1 = 181 und a = 91 folgt. Wir erhalten die Darstellung

1991 = 80 + 81 + · · · + 100 + 101.

Aufgabe 310932:
In einer Sammlung von Kuriositäten soll sich ein Gefäß mit folgender Aufschrift befunden haben:

Fünf Strich Zwei Null als Maß passt in mich, nach der ersten Ziffer lies durch“ für den Strich! Oder

dreh’ um, Null Zwei Fünf findest du, nach der ersten Ziffer ein Komma füg’ zu!

5
In der Tat ist 20 = 0,25.
Gibt es noch andere Zusammenstellungen von drei Ziffern, bei denen die Vorschrift, in gleicher bzw.
in umgekehrter Reihenfolge jeweils nach der ersten Ziffer den Divisionsstrich bzw. das Dezimalkomma
zu schreiben, auf zwei einander gleiche Zahlenwerte führt?

Lösung von cyrix:


10b+a
Es seien a, b und c die drei Ziffern. Es ist also die Gleichung a
10b+c =c+ 100 zu lösen.

Fall 1: b = 0.
Dann reduziert sich die Gleichung auf ac = c + 100
a
bzw. nach Multiplikation mit c 6= 0 auf a = c2 + 100
ac
.
Da auf der linken Seite eine ganze Zahl steht, muss auch die rechte Seite eine solche sein, also ac durch
100 teilbar. Wegen 0 ≤ a,c < 10 ist 0 ≤ ac < 100, sodass ac = 0 und wegen c 6= 0 (sonst wäre der Bruch
c nicht definiert) schließlich a = 0, aber daraus nach Einsetzen dann auch wieder c = 0 folgen würde,
a

was ein Widerspruch ist, sodass es in diesem Fall keine Lösung gibt.

Fall 2: b > 0.
Dann ist 10b + c ≥ 10 > a, also 0 ≤ 10b+c
a
< 1. Da wegen 0 < 10b + a ≤ 99 < 100 auch 0 < 10b+a
100 < 1
10b+a
gilt und c eine nicht-negative ganze Zahl ist, ist c der Vorkomma-Anteil von c + 100 , also wegen
10b+a 10b+a
10b+c = c + 100 und 0 < 100 < 1 schließlich c = 0.
a

224
VI.I Gleichungen

Dadurch vereinfacht sich die zu betrachtende Gleichung auf 10b a


= a+10b
100 bzw. nach Multiplikation mit
100b auf 10a = ab + 10b . Dabei kann a nicht null sein, da sonst 0 = 10 · b2 folgen würde, was ein
2

Widerspruch zur Fallannahme b > 0 wäre. Also sind sowohl a als auch b positiv, woraus ab > 0 und
10a > 10b2 bzw. a > b2 folgt. Dies ist aber für b ≥ 3 wegen a ≤ 9 nicht möglich, sodass b ∈ {1,2} folgt.

Fall 2.1: Es ist b = 1. Dann muss 10a = a + 10 bzw. 9a = 10 gelten, was keine Lösung in ganzen Zahlen
hat.

Fall 2.2: Es ist b = 2. Dann muss 10a = 2a + 40 bzw. 8a = 40, also a = 5 gelten. Tatsächlich ist also das
schon in der Aufgabenstellung genannte Tripel (a,b,c) = (5,2,0) das einzig möglich.

Aufgabe 310935:
Man ermittle und zeichne in einem x, y-Koordinatensystem alle diejenigen Punkte, deren Koordinaten
(x; y) die Gleichung |x + y| + |x − y| = 4 erfüllen.

Lösung von cyrix:


Durch eine Punktspiegelung am Koordinatenursprung bzw. äquivalent einer Drehung um diesen um 180◦
geht jeder Punkt (xP ; yP ) in den Punkt (−xP ; −yP ) über. Erfüllt der erste Punkt die Bedingung, dann
aufgrund der Beträge auch der zweite, und umgekehrt. Es genügt also die Figur im Bereich x ≥ 0 zu
konstruieren und sie dann durch diese Punktspiegelung bzw. Drehung fortzusetzen, sodass wir o. B. d. A.
x ≥ 0 annehmen können.

Weiterhin geht durch Spiegelung an der x-Achse jeder Punkt (xP ; yP ) in den Punkt (xP ; −yP ) über.
Erfüllt der erste Punkt die Bedingung |xP + yP | + |xP − yP | = 4, dann wegen
|xP − yP | + |xP + yP | = |xP + yP | + |xP − yP | = 4
auch der zweite, und umgekehrt. Wir können also o. B. d. A. auch y ≥ 0 annehmen und dann die Figur
durch Spiegelung an der x-Achse fortsetzen.

Schließlich geht durch Spiegelung an der Winkelhalbierenden des ersten Quadranten jeder Punkt (xP ; yP )
in den Punkt (yP ; xP ) über. Erfüllt der erste Punkt die Bedingung, dann aufgrund
|yP + xP | + |yP − xP | = |xP + yP | + |xP − yP |
auch der zweite, und umgekehrt. Wir können also o. B. d. A. x ≤ y annehmen und dann die Figur durch
Spiegelung an der Winkelhalbierenden des ersten Quadranten fortsetzen.

Zusammen haben wir also nun folgende Annahmen, die wir ohne Beschränkung der Allgemeinheit treffen
konnten: 0 ≤ x ≤ y. Dann jedoch sind x + y und −(x − y) stets nichtnegativ, sodass die Gleichung
übergeht in (x + y) + (y − x) = 4 bzw. y = 2. Zu zeichnen ist also der Abschnitt der Parallelen zur
x-Achse durch (0; 2), für welchen die x-Koordinaten der auf ihm liegenden Punkte nichtnegativ und ≤ 2
sind, also die Strecke vom Punkt (0; 2) zum Punkt (2; 2).

Durch Spiegelung an der Winkelhalbierenden des ersten Quadranten erhält man die zusätzliche Strecke
vom Punkt (2; 2) zum Punkt (2; 0). Durch Spiegelung an der x-Achse setzt sich diese Strecke bis zum
Punkt (2; −2) fort und man erhält als Spiegelung der ersten Teilstrecke noch die Strecke zwischen den
Punkten (2; −2) und (0; −2). Die Punktspiegelung/ Drehung um den Koordinatenursprung schließlich
ergänzt die Figur, sodass man abschließend genau das Quadrat (bzw. genauer: dessen Rand) mit den
Eckpunkten (±2; ±2) als gesuchte Lösungsmenge erhält.

Aufgabe 330931:
Beweisen Sie, dass es unendlich viele Stammbrüche gibt, die sich als Summe zweier voneinander
verschiedener Stammbrüche darstellen lassen!
Hinweis: Ein Bruch heißt genau dann ein Stammbruch, wenn sein Zähler 1 lautet und sein Nenner
eine natürliche Zahl ist.

225
VI.I Gleichungen

Lösung von Steffen Polster:


Es sei n 6= 0 eine natürliche Zahl. Wir betrachten:
1 1 n+1−n 1
− = =
n n+1 n(n − 1) n(n + 1)
Stellt man diese Gleichung um
1 1 1
= +
n n + 1 n(n + 1)
1
so erhält man für jedes n > 0 eine Darstellung für den Stammbruch n als Summe zweier verschiedener
Stammbrüche, also das Gesuchte.

Aufgabe 330945:
Bei Verwendung eines kartesischen Koordinatensystems werde ein Punkt der Ebene rational“ ge-

nannt, wenn seine beiden Koordinaten rationale Zahlen sind; er werde irrational“ genannt, wenn

seine beiden Koordinaten irrationale Zahlen sind; er werde gemischt“ genannt, wenn eine seiner

Koordinaten rational und die andere irrational ist.
a) Gibt es in der Ebene Geraden, die nur Punkte einer Sorte enthalten?
Ermitteln Sie die Antwort auf diese Frage für jede der drei Sorten rational“, irrational“, gemischt“!
” ” ”
b) Gibt es in der Ebene Geraden, in denen aus genau zwei Sorten (mindestens) je ein Punkt enthalten
ist?
Ermitteln Sie die Antwort auf diese Frage für jede Zusammenstellung von zwei der drei Sorten!
c) Gibt es in der Ebene Geraden, in denen aus jeder der drei Sorten (mindestens) je ein Punkt
enthalten ist?

Lösung von cyrix:


a) Es kann keine Gerade geben, die nur aus rationalen oder irrationalen Punkten besteht: Jede Gerade,
die nicht parallel zur y-Achse verläuft, enthält für jede reelle Zahl x einen Punkt mit dieser x-Koordinate,
also insbesondere Punkte mit rationaler und Punkte mit irrationaler x-Koordinate. Und für jede Parallele
zu y-Achse gilt dieses Argument entsprechend mit den y-Koordinaten.

Auch kann keine Gerade nur gemischte Punkte enthalten: Gäbe es eine solche, so kann sie nicht parallel
zur x-Achse verlaufen, denn sonst wäre entweder für alle Punkte auf dieser Geraden die y-Koordinate
rational, oder für alle irrational, während sowohl Punkte mit rationaler als auch mit irrationaler x-
Koordinate auf ihr liegen, also auf jeden Fall auch ein rationaler bzw. ein irrationaler Punkt.

Analog schließt man aus, dass es sich um eine Gerade handelt, die parallel zur y-Achse liegt. Für jede
sonstige Gerade aber durchlaufen sowohl die x- als auch die y-Koordinaten der auf ihr liegenden Punkte
alle reellen Zahlen, wobei jede nur genau einmal (als x- und einmal als y-Koordinate) angenommen.
Lägen auf ihr nur gemischte Punkte, so müsste jeder Punkt mit irrationaler x-Koordinate eine rationale
y-Koordinate besitzen, sodass es mindestens so viele rationale wie irrationale reelle Zahlen geben müsste.
Tatsächlich sind aber die irrationalen Zahlen überabzählbar, während die rationalen nur abzählbar sind,
was ein Widerspruch zur gerade gewonnenen Feststellung ist. Also gibt es keine Gerade, die nur aus
gemischten Punkten besteht.

b) Für jede Kombination gibt es solche Geraden:


Auf der Geraden y = 0 liegen ausschließlich rationale Punkte (die √ mit rationaler x-Koordinate) und
gemischte (die mit irrationaler x-Koordinate). Auf der Geraden y = 2 liegen ausschließlich irrationale
Punkte (die mit irrationaler x-Koordinate) und gemischte (die mit rationaler x-Koordinate). Und auf der
Geraden y = x liegen ausschließlich rationale Punkte (die mit rationaler x-Koordinate) und irrationale
(die mit irrationaler x-Koordinate).


c) Auch solche Geraden
√ gibt es, z. B. y = 2 · x. Auf√dieser
√ Geraden liegt der rationale Punkt (0,0), der
gemischte Punkt (1, 2) und der irrationale Punkt ( 3, 6).

226
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

Aufgabe 340933:
Berechnen Sie die Zahl

123456785 · 123456787 · 123456788 · 123456796 − 123456782 · 123456790 · 123456791 · 123456793

ohne die Zahlenwerte der beiden Produkte einzeln zu berechnen!

Lösung von cyrix:


Mit n := 123456789 ist also die Differenz

D := (n − 4) · (n − 2) · (n − 1) · (n + 7) − (n − 7) · (n + 1) · (n + 2) · (n + 4)

zu berechnen. Dabei ergeben sich beim Ausmultiplizieren der Produkte jeweils gleiche Vorzeichen bei den
Termen mit geraden Exponenten von n und verschiedene bei ungeraden Exponenten von n. Es ergibt
sich also
= 2n3 · (−4 − 2 − 1 + 7) + 2n · (−8 + 56 + 28 + 14) = 180n = 22.222.222.020

VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen


I Runde 1

Aufgabe V00906:
Wie tief taucht ein Würfel (a = 30 mm) aus Eisen (γFe = 7,5 p·cm−3 ) in Quecksilber (γHg = 13,6
p·cm−3 ) ein?

Lösung von Steffen Polster:


Es gilt für die Eintauchtiefe h des Körpers

γ1 : γ2 = hEintauchtiefe : hKörper

Einsetzen der Werte ergibt hEintauchtiefe ≈ 16,54, d. h. der Würfel taucht etwa 165 mm ein.

Aufgabe V10911:
Das neue Turboprop-Flugzeug der Deutschen Lufthansa vom Typ IL 18 fliegt um 8.05 Uhr in Berlin-
Schönefeld ab und landet um 13.00 Uhr in Moskau. Der Rückflug beginnt um 14.55 Uhr und endet
am 16.10 Uhr (beachte: 12.00 Uhr Mitteleuropäische Zeit entspricht 14.00 Uhr Moskauer Zeit).
a) Welche Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht die IL 18 auf dem Hin- bzw. Rückflug?
b) Wie hoch ist die durchschnittliche Windgeschwindigkeit, wenn man annimmt, dass das Flugzeug
auf dem Hinflug mit dem Winde, auf dem Rückflug aber gegen den Wind flog?
Die Flugstrecke beträgt 1630 km.

Lösung von Steffen Polster:


11
Berechnung der Flugzeiten: 2 12 bzw. 2 14 h.
Berechnung der Fluggeschwindigkeiten: 559 bzw. 502 km·h−1 .
Die Windgeschwindigkeit beträgt damit rund 28,5 km·h−1 .

Aufgabe 010912:
In der Ballistik verwendet man häufig den Begriff mittlere Präzision“ pm . Nimmt man pm als Radius

eines Kreises, dann liegen in diesem Kreis etwa 20 Prozent aller Treffer. Sämtliche Treffer erfasst man
mit einem Kreis, der einen etwa 4 12 mal so großen Radius hat. Westliche Militärexperten rechnen z. Zt.
mit einer mittleren Präzision (bei Raketen) von pm = 0,5 Prozent der Schussweite. Später wollen sie
Werte von pm = 0,1 Prozent und in ferner Zukunft sogar pm = 0,05 Prozent erreichen.

227
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

a) Wie groß wäre bei diesen Werten der Radius des 20 Prozent-Kreises bzw. der des alle Treffer
enthaltenden Kreises, wenn die Schussweite 12500 km beträgt?
b) Welche mittlere Präzision pm wurde von der Sowjetunion erreicht, wenn man berücksichtigt,
dass der Radius des alle Treffer enthaltenden Kreises bei den im Oktober 1961 durchgeführten
Versuchen kleiner als 1 km war?

Lösung von Christiane Czech:

a) Der Wert pm gibt den Prozentwert des Verhältnisses des Radius r20 des 20%-Kreises zur Schussweite
an. Da für den Radius r100 des Kreises, in dem alle Treffer landen, r100 = 4 21 r20 gilt, haben die
Kreise für die angegebenen pm die folgenden Radien:

pm 0,5% 0,1% 0,05%


r20 62,5 km 12,5 km 6,25 km
r100 281,25 km 56,25 km 28,125 km

b) Ist r100 < 1km, so ist r20 = 92 r100 < 29 km = 0,222km. Somit ist das Verhältnis von r20 zur
0,222km
Schussweite kleiner als 12500km ≈ 0,000018, also pm < 0,0018%.

Aufgabe 010913:
Um beim Zerspanen von Metallen die Schneidfähigkeit der Werkzeuge zu erhalten, wird vielfach mit
einer Emulsion aus gefettetem Mineralöl (Dichte 0,98 g/cm3 ) und möglichst weichem Wasser (Dichte
1,0 g/cm3 ) gekühlt. Die Mischung muss für Schneidwerkzeuge höherer Festigkeit die Dichte 0,996
g/cm3 , bei Schleifarbeiten die Dichte 0,992 g/cm3 haben. Wie viel Liter gefettetes Mineralöl und wie
viel Liter weiches Wasser braucht man für jeweils 10 Liter Emulsion?

Lösung von Christiane Czech:


Die Dichte % eines Stoffes ist der Quotient aus Masse m und Volumen V einer bestimmten Menge dieses
Stoffes. Da man es hier mit einer Mischung zweier Stoffe zu tun hat, muss die Mischungsregel beachtet
werden. Danach gilt für die Dichte %E der Emulsion
%Öl · VÖl + %W · VW
%E = ,
VÖl + VW

wobei %Öl , VÖl Dichte und Volumen des verwendeten Öls sowie %W , VW Dichte und Volumen des verwen-
deten Wassers sind. Da nach Aufgabenstellung das Gesamtvolumen V = VÖl + VW = 10l = 10000cm3
gegeben ist, können wir in (1) VÖl = V − VW ersetzen und erhalten nach Umstellen
%E − %Öl
VW = V.
%W − %Öl

Soll die Emulsion eine Dichte von 0,996 g/cm3 haben, braucht man also 8 l Wasser und 2 l Öl. Für eine
Emulsion mit einer Dichte von 0,992 g/cm3 braucht man 6 l Wasser und 4l Öl.

Aufgabe 020911:
Für die Lagerung des Erdöls wurden im Rostocker Ölhafen Rolltanks aus der Sowjetunion aufgestellt.
Ein solcher Tank hat die Form eines Zylinders mit dem Durchmesser d = 23m und der Höhe h = 21m.
a) Berechnen Sie unter Vernachlässigung der Wanddicke das Volumen eines Tanks!

b) Wie viel Tonnen Erdöl fasst ein Rolltank (Dichte des Erdöls etwa 0,85 g/cm3 )?

228
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

c) Der in Leningrad für die DDR gebaute Tanker Leuna I hat ein Gesamtfassungsvermögen von
10200 t Erdöl. Seine vier Pumpen besitzen eine Leistung von je 250 t/h. In welcher Zeit wird
der Tanker von ihnen leergepumpt?
d) Wie viel Zeit wird benötigt, um mit Hilfe dieser Pumpen einen Rolltank zu füllen?

Lösung von André Lanka:

π 2
a) V = 4d · h ≈ 8725 m3
b) m = % · V = 0,85 g/cm3 · 8725 · 106 cm3 ≈ 7416 t
10200 t
c) t = 4·250 t/h = 10,2 h = 10 h 12 min
7416 t
d) t = 4·250 t/h ≈ 7,4 h = 7 h 24 min

Aufgabe 020912:
Im VEB Uhren- und Maschinenfabrik Klement Gottwald“ senkte eine Jugendabteilung die Aus-

schussquote um 6 Prozent der Produktionsmenge, und sparte dabei fast 800 Arbeitsstunden ein.
Danach betrug die Ausschussquote nur noch 25 ihres bisherigen Wertes. Gleichzeitig entstand ein
ökonomischer Nutzen von 3351,- M.
a) Wie viel Prozent der Produktionsmenge betrug der Ausschuss vorher?
b) Wie viel Prozent beträgt er jetzt?
c) Welchem Wert (in M) entspricht der Ausschuss jetzt noch?

Lösung von André Lanka:

a) Aus der Gleichung x − 6% = 25 x erhalten wir 35 x = 6%. Also betrug die Ausschussquote vorher 10
%.
b) Demzufolge hat der Ausschuss jetzt einen Anteil von 4 % an der Produktionsmenge.

c) Die eingesparten 3351,- M entsprechen 6 %. Also hat der jetzt noch produzierte Ausschuss einen
Wert von 2234,- M.

Aufgabe 030911:
Die erste Kosmonautin der Welt, Valentina Tereschkowa, startete mit ihrem Raumschiff Wostock 6
am 16. Juni 1963 um 10.30 Uhr und landete nach 48 Erdumkreisungen am 19. Juni 1963 um 9.20
Uhr. Die durchschnittliche Flughöhe betrug 200 km. (Mittlerer Erdradius R = 6370 km.)
a) Wie viel Kilometer legte die Kosmonautin auf ihrem Raumflug zurück? (Zur Vereinfachung
sei angenommen, dass der Start- und Landeplatz übereinstimmten und der Flug auf einer
Kreisbahn erfolgte.)

b) Wie groß war die durchschnittliche Geschwindigkeit während des Raumfluges?

Lösung von Sebastian Boesler:


a) Gegeben sind der mittlere Erdradius R = 6370 km, die durchschnittliche Flughöhe h = 200 km und
die Anzahl n der Erdumkreisungen, n = 48. Die Umlaufbahn soll als kreisförmig angenommen werden,
Start- und Landepunkt seien identisch.

229
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

Die zu ermittelnde Gesamtflugstrecke s setzt sich aus drei Teilstrecken zusammen: Der Startflugstrecke
sS zum Erreichen der Flughöhe nach dem Start, der Flugstrecke sU , die während der Erdumkreisungen
zurückgelegt wird, sowie der Landeflugstrecke sL zum Verlassen der Flughöhe vor der Landung.

Wir wollen im folgenden vereinfachend annehmen, dass die Flughöhe bei Start und Landung senkrecht
über dem Start- bzw. Landepunkt erreicht bzw. verlassen werde. Wie man schnell erkennt, gilt dann
sS = sL = h.

Zur Berechnung der Strecke sU ist es notwendig, den Umfang u des Umlaufkreises zu kennen – gilt doch
offensichtlich sU = nu. Der Umfang eines Kreises lässt sich aus seinem Radius r bestimmen; der Radius
der Umlaufbahn ist natürlich die Summe aus Erdradius und Flughöhe, r = R + h.

Somit berechnet sich die Gesamtflugstrecke s wie folgt:


s = sS + sU + sL = h + nu + h
= 2h + 2nπr = 2h + 2nπ(R + h)
= 2 · 200 km + 2 · 48π(6370 km + 200 km) = 1982000 km
b) Der Flug begann am 16. Juni um 10:30 Uhr und endete am 19. Juni um 9:20 Uhr; er dauerte also 2
Tage, 22 Stunden und 50 Minuten. Die Flugzeit t beträgt somit 4250 Minuten.
Mit s = 1982000 km gemäß (a) ergibt sich die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit v:
s 1982000 km km km km
v = = = 466 = 27980 = 7,77
t 4250 min min h s

Aufgabe 030912:
Wolfgang befindet sich in einem Zug, dessen Eigengeschwindigkeit er mit 60 km/h gemessen hat.
Er will die Geschwindigkeit eines entgegenkommenden Doppelstock-Gliederzuges ermitteln. Er weiß,
dass dieser Doppelstock-Gliederzug einschließlich Lokomotive rund 120 m lang ist, und stoppt die
Zeit, die der Zug zur Vorbeifahrt benötigt, mit genau 3,0 s.

Mit welcher Geschwindigkeit fährt der Gegenzug?

Lösung von Sebastian Boesler:


Die beiden Züge bewegen sich aufeinander zu. Insbesondere bewegen sich dabei der Punkt, an dem
Wolfgang seine Messungen durchführt, und das Ende des Gegenzuges aufeinander zu und reduzieren
ihren Abstand in der Zeit t = 3,0s um s = sW + sG = 120 m, wobei sW den Anteil der Strecke beschreibt,
den Wolfgangs Zug zurücklegt, und sW für die vom Gegenzug bewältigte Strecke steht.
Weiterhin ist die Geschwindigkeit vW bekannt, mit der Wolfgangs Zug fährt: vW = 60 km h . Die gesuchte
Geschwindigkeit vG des Gegenzuges berechnet sich damit wie folgt:
sG s − sW s − vW t s 120 m km km
vG = = = = − vW = − 60 = 84
t t t t 3,0 s h h

Aufgabe 050911:
Ein Dreher braucht zur Anfertigung eines bestimmten Werkstücks eine halbe Stunde. Da mehrere
gleiche Teile anzufertigen sind, überlegt er, ob er eine Vorrichtung bauen soll, die es erlaubt, jedes
solche Werkstück in 20 Minuten anzufertigen. Die Herstellung dieser Vorrichtung würde 4 Stunden
dauern.

Wie groß müsste die Zahl der herzustellenden Werkstücke mindestens sein, damit der Bau der Vor-
richtung eine Zeitersparnis bringen würde?

230
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

Lösung von Manuela Kugel:


Für den Bau ohne Vorrichtung werden für x Werkstücke 30 min benötigt. Für den Bau mit Vorrichtung
20 min plus der 240 min für den Bau der Vorrichtung.
Ab welcher Werkstückanzahl lohnt sich der Bau der Vorrichtung?

30x > 20x + 240 → x > 24

Werden mehr als 24 Werkstücke hergestellt, bringt der vorherige Bau der Vorrichtung eine Zeitersparnis.

Aufgabe 120912:
Während einer GST-Übung schätzten Andreas und Frank die Länge einer Strecke. Wenn Andreas
um 10 % weniger geschätzt hätte, hätte er die genaue Länge getroffen. Wenn Franks Schätzwert um
10 % höher gelegen hätte, hätte er die genaue Länge der Strecke getroffen.

Bei welcher der beiden Schätzungen ist der absolute Betrag des absoluten Fehlers geringer?

Lösung von Manuela Kugel:


Die genaue Länge der Strecke S liegt nach Andreas Schätzung A um 10% unter seinem Wert; also bei
9
10 A = S. Franks Schätzung F muss um 10% erhöht werden, um den genauen Wert S zu erhalten; also
11 10 10 1
10 F = S. Andreas Wert ist somit A = 9 S und der Betrag des absoluten Fehlers A = | 9 S − S| = 9 S .
Franks Wert ist F = 10 11 S und der Betrag des absoluten Fehlers
F = | 10 1
11 S − S| = 11 S . Bei Franks Schätzwert ist der Betrag des absoluten Fehlers kleiner als bei Andreas
1
Schätzwert ( 11 S < 19 S).

Aufgabe 130912:
Jemand will aus einer Mischung, die zu 99 % aus Wasser besteht, eine neue Mischung mit einem
Wasseranteil von 98 % dadurch herstellen, dass er aus der ursprünglichen Mischung Wasser entzieht.

Man ermittle, wie viel Prozent der in der ursprünglichen Mischung enthaltenen Wassermenge er ihr
zu diesem Zweck insgesamt entziehen muss.

Lösung von Manuela Kugel:


Die ursprüngliche Mischung besteht am Anfang aus Wasser (w1 ) und einem anderen Stoff (y). Die Gesamt-
menge sei m1 , so dass sich folgende Gleichung aufstellen lässt: m1 = y + w1 (1), wobei der 99-prozentige
Wasseranteil wie folgt einfließt: w1 = 0,99 · m1 (2).

Für den Zustand nach dem Wasserentzug gilt für die veränderte Gesamtmenge m2 bei konstantem Stoff
y: m2 = y + w2 (3), wobei auch hier eine Aussage zum Wasseranteil getroffen wird: w2 = 0,98 · m2 (4).

Gesucht wird der Anteil der entzogenen Wassermenge (x1 − x2 ) an der ursprünglichen Wassermenge
(x1 ) in Prozent. Dazu werden nun die Gleichungen (1) bis (4) genutzt. Zunächst werden (1) und (3)
nach y umgestellt und gleichgesetzt und anschließend (2) und (4) genutzt: y = m1 − w1 = m2 − w2 ⇒
m1 − 0,99 · m1 = m2 − 0,98 · m2 ⇒ 0,01 · m1 = 0,02 · m2 bzw. m1 = 2 · m2 . Nun kann der gesuchte Anteil
errechnet werden:
x1 − x2 0,99 · m1 − 0,98 · m2 1,98 · m2 − 0,98 · m2 m2 1
= = = = ≈ 0,51
x1 0,99 · m1 1,98 · m2 1,98 · m2 1,98
Der entzogene Anteil Wasser an der ursprünglichen Wassermenge beträgt also etwa 51%.

Aufgabe 180912:
Es seien a und b rationale Zahlen, für die folgendes gilt:

231
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

Vermindert man a um 10%, so erhält man 297.


Vergrößert man b um 10%, so erhält man 297.
Wieviel Prozent von a beträgt dann b? (Angabe des Prozentsatzes auf zwei Dezimalstellen gerundet.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


9
Da 10 % von a gleich 10
a
ist, gilt: a − 10
a
= 297, also 10 a = 297. Entsprechend gilt:

b 11 9
b+ = 297 also b = 297 = a
10 20 10
9
Daraus folgt b = 11 a = 0,8182a (Dezimalbruch auf 4 Dezimalstellen gerundet); b beträgt also 81,82% von
a (Prozentsatz auf 2 Dezimalstellen gerundet).

Aufgabe 300912:
Ein Betrieb hat in den letzten vier Jahren seine Produktion (jeweils gegenüber dem Vorjahr) um 8%,
11%, 9% bzw. 12% gesteigert. Peter meint, dass der Betrieb dann eine Produktionssteigerung von
insgesamt 40% erreicht hat.

Weisen Sie nach, dass das nicht stimmt.

Bernd meint, der Betrieb hätte eine größere Steigerung erreicht, wenn er die Produktion viermal um
10% gesteigert hätte.

Stellen Sie fest, ob das richtig ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Dies Gesamtsteigerung errechnet sich durch Multiplikation des Anfangswertes mit der Zahlen 1,08 · 1,11 ·
1,09 · 1,12. Wegen

1,08 · 1,11 = 1,1988 > 1,19; 1,19 · 1,09 = 1,2971 > 1,28; 1,29 · 1,12 = 1,4448 > 1,4

ist folglich die Gesamtsteigerung größer als 40%. Daher hat Peter nicht recht.

Die Gesamtsteigerung bei viermaliger Steigerung um 10% errechnet sich durch Multiplikation des An-
fangswertes mit der Zahl 1,14 . Wegen

1,08 · 1,12 = 1,2096 < 1,21 = 1,12 ; 1,09 · 1,11 = 1,2099 < 1,21 = 1,12 also

1,08 · 1,11 · 1,09 · 1,12 < 1,14


führt eine viermalige Steigerung im 10% daher in der Tat zu einer größeren Gesamtsteigerung. Bernds
Behauptung trifft also zu.

Hinweis: Mit Taschenrechnergenauigkeit ergibt sich

1,08 · 1,11 · 1,09 · 1,12 ≈ 1,463495 ; 1,14 = 1,4641

Rundet man diese Ergebnisse so, dass ganzzahlige Prozentangaben entstehen, also auf 1,46, so erhält
man:
1. Die Gesamtsteigerung (bei Steigerungen um 8 %, 11 %, 9%, 12%) ist größer als 40 %. Allerdings ist
der Beweis mit den so vorgenommenen Rundungsschritten nicht einwandfrei, da nicht untersucht
wird, ob auch Aufrundungsschritte vorkommen.

232
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

2. Die viermalige Steigerung um 10% ergibt nur eine so wenige vergrößerte Gesamtsteigerung, dass
man auch formulieren kann, sie sei nicht wesentlich größer“, und in diesem Sinne“ sei Bernds
” ”
Behauptung nicht zutreffend.

Aufgabe 310914:
a) Eine Schule hat insgesamt 825 Schüler. Es wurde errechnet, dass während eines Schuljahres die
Anzahl der Teilnehmer einer Interessengruppe um 4% ihres Anfangswertes zugenommen habe und,
hiermit gleichbedeutend, die Anzahl der Nichtteilnehmer um 7% ihres Anfangswertes abgenommen
habe.
Wenn das genau zutraf, wie groß war dann die Anzahl der Nichtteilnehmer zu Beginn des Schuljahres,
und um welche Schülerzahl hat sie bis zum Ende des Schuljahres abgenommen?

b) Nachträglich wurde aber mitgeteilt, die Prozentangaben seien nur als Näherungswerte 4,0% bzw.
7,0% ermittelt worden, nämlich gemäß den Rundungsregeln auf eine Dezimale nach dem Komma
genau gerundet.

Sind hiernach die die in a) gesuchten Anzahlen immer noch eindeutig bestimmt? Wenn das nicht
der Fall ist, ermitteln Sie alle diejenigen Werte für in a) gesuchte Anzahlen, die ebenfalls auf die
gerundeten Prozentangaben 4,0% und 7,0% führen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Zu Beginn der Schuljahres sei x die Anzahl der Teilnehmer, y die Anzahl der Nichtteilnehmer gewesen,
Dann gilt x + y = 825 (1) und da die Zunahme der Teilnehmerzahl ebenso groß wie die Abnahme der
Nichtteilnehmerzahl war, gilt
4 7
·x= ·y (2)
100 100
Aus (1) folgt x = 825 − y; aus (2) folgt damit

4 · (825 − y) = 7y (3) ; 11y = 3300 (4)

Also war die Anzahl der Nichtteilnehmer zu Beginn des Schuljahres y = 300 (5); sie nahm um 7 %
dieses Wertes ab, d. h. um die Zahl z = 21.

b) Sind p und q die wahren, durch 4,0 und 7,0 angenäherten Werte, so liegt p zwischen 3,95 und 4,05
sowie q zwischen 6,95 und 7,05; ferner ist statt (3), (4), (5) nur bekannt, dass mit solchen Werten p,q
p · 825
p · (825 − y) = q · y ; y=
p+q
gilt. Das führt zunächst zu der Aussage, das y zwischen
3,95 · 825 3258,75 4,05 · 825 3341,25
= und = und
4,05 + 7,05 11,1 3,95 + 6,95 10,9
also erst recht zwischen 293,58 und 306,54 liegen und folglich eine der Zahlen

294, 295, ..., 306 (6)

sein muss. Die Anzahl z = 100


q
y der Schüler, um die sich y während des Schuljahres verringert hat, liegt
daher zwischen 6,95
100 · 294 = 20,433 und 7,05
100 · 306 = 21,573, d. h. sie ist eindeutig bestimmt und beträgt
z = 21.

II Runde 2

233
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

Aufgabe V10921:
Der sowjetische Flieger K. Kokkinaki hat mit der einmotorigen Turbodüsenmaschine E 66 einen
neuen Weltrekord aufgestellt. Er flog 100 km in 170 s.
a) Wie groß war seine mittlere Geschwindigkeit in km
h ?
b) Mit welchem möglichen Fehler ist dieser Wert behaftet, wenn die Entfernungsmessung genau war,
die Zeitmessung aber mit einem Fehler von ±0,5 s behaftet war?

Lösung von J. Lehmann und W. Unze:


170
a1) Umrechnung von t: 170s = 3600 h
a2) Berechnung der mittleren Geschwindigkeit
s 100 · 3600
v= = = 2117,6 ≈ 2118
t 170
Die mittlere Geschwindigkeit betrug 2118 km·h−1 .
b1) zeitliche Abweichung nach oben: v = 100·3600
170,5 = 2111,4 ≈ 2111.
b2) zeitliche Abweichung nach unten: v = 100·3600
169,5 = 2123,9 ≈ 2124. Bei einem Zweitfehler von ±0,5 s ist
der Wert der mittleren Geschwindigkeit mit einem Fehler von etwa ±6 km·h−1 behaftet.

Aufgabe V10922:
Gemäß unseres Siebenjahrplans wird sich die Industrieproduktion der Deutschen Demokratischen
Republik stark erhöhen. Die gesamte Industrieproduktion wächst von 1958 bis 1965 um 88%. Die Pro-
duktion von Produktionsmitteln (d.s. Rohstoffe, Maschinen, Ausrüstungen für die Industrie, Land-
wirtschaft und Verkehr usw.) wächst um 95%, dagegen die Produktion von Konsumgütern (d.s. Güter,
die für den Bedarf der Bevölkerung bestimmt sind) um 77%.
Wie viel Prozent der gesamten Industrieproduktion betrug der Anteil der Produktion von Produkti-
onsmitteln im Jahre 1958? Wie viel Prozent wird er 1965 betragen?

Lösung von J. Lehmann und W. Unze:

1958 1965
Gesamte Industrieproduktion 100 188
195
Produktion von Produktionsmitteln x 100 x
177
Produktion von Konsumgütern y 100 y

Gesamte Industrieproduktion = Produktion von Produktionsmitteln + Produktion von Konsumgütern

100 = x + y (1) 100 · 108 = 195 · x + 177 · y (2)

Aus (I)+(II) folgt: 195x + 177(100 − x) = 18800, d. h. x = 61,1.


Im Jahre 1958 betrug der Anteil der Produktion von Produktionsmitteln rund 61,1% der gesamten
Produktion. Aus der aufgestellten Tabelle ergibt sich:
Sei p der gefragte Prozentsatz für die Produktionsmitteln im Jahre 1965, dann muss gelten:
195
188 : 100 = · 61,1 : p ⇒ p = 63,4
100
Im Jahre 1965 beträgt der Anteil der Produktion von Produktionsmitteln 63,4 % der gesamten industri-
ellen Produktion.

Aufgabe 010922:
a) Ein Hanfseil von 15 mm Durchmesser verträgt eine Belastung von 175 kp, ohne zu reißen.
Welcher Länge des Seiles entspricht diese Belastung, d. h., wann reißt das Seil unter seinem eigenen
Gewicht, wenn ein Seil von 1 m Länge je mm2 Querschnitt 1 p wiegt?

234
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

b) Ein Dederonseil vom gleichen Querschnitt hält eine weitaus größere Belastung aus, nämlich 400
kp.
Welcher Länge des Seils entspricht diese Belastung, wenn ein Seil von 1 m Länge je mm2 Querschnitt
0,8 p wiegt?

Lösung von Christiane Behns:


a) Das Hanfseil hat eine Querschnittsfläche von A = π4 d2 = 176,7 mm2 , es wiegt also pro Meter 176,7 p.
Somit kann es maximal
175000p
lmax = p = 990,3m
176,7 m
lang sein, ohne unter seinem Eigengewicht zu reißen.

b) Für die maximale Länge des Dederonseils gilt hingegen: lmax = 2829,4 m.

Aufgabe 020921:
Bei dem Gruppenflug der sowjetischen Kosmonauten Andrijan Nikolajew und Pawel Popowitsch hat-
ten die Raumschiffe Wostok III und Wostok IV zeitweilig einen Abstand von nur 6,5 km voneinander.
Der Einfachheit halber sei angenommen, dass sie genau hintereinander flogen. Dabei legten sie eine
Erdumrundung (41000 km) in rund 88 Minuten zurück.
Welchen Abstand müssten zwei mit einer Geschwindigkeit von 100 km h auf der Autobahn fahrende
Autos haben, wenn ihr Zeitabstand der gleiche wie bei den Raumschiffen wäre?

Lösung von André Lanka:


Die beiden Raumschiffe haben eine Geschwindigkeit von
41000 km min km
v= · 60 ≈ 27955
88 min h h
was einen Zeitabstand von
6,5 km
t∆ = ≈ 0,0002325 h
27955 km
h
km
ergibt. Bei einer Geschwindigkeit von 100 h entspricht das einer Entfernung von 0,0002325 h · 100 km
h =
0,02325 km = 23,25 m.

Aufgabe 020922:
Ein Auto fährt mit einer Geschwindigkeit von 100 kmh . Es wird gebremst.
a) In welcher Zeit kommt es zum Stehen, wenn durch die Bremsung seine Geschwindigkeit in jeder
Sekunde um 5 ms abnimmt?
b) Welchen Bremsweg legt es in dieser Zeit zurück?

Lösung von André Lanka:


a) Aus der Formel v = at erhält man
100 m
v 3,5 s
t= = m ≈ 5,56s
a 5 s2
b) Das Auto legt in dieser Zeit einen Weg von s = a2 t2 ≈ 77,3 m zurück.

Aufgabe 040921:
In einer Abteilung eines Werkes soll ein neues, zeitsparendes Arbeitsverfahren eingeführt werden.
Wenn 4 Arbeiter der Abteilung nach diesem Verfahren arbeiten, erhöht sich die Produktion um 20
Prozent.
Wenn 60 Prozent der Arbeiter der Abteilung dieses Verfahren anwenden, kann die Produktion auf
das Zweieinhalbfache gesteigert werden.

235
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

a) Wie viel Arbeiter hat die Abteilung?


b) Auf wie viel Prozent würde sich die Produktion erhöhen, wenn alle Arbeiter der Abteilung nach
diesem Verfahren arbeiten würden? (Alle Arbeiter der Abteilung führen die gleiche Tätigkeit aus.)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wenn p die Produktion der Abteilung ist, so erreichen 4 Arbeiter eine Steigerung um 0,2 p. 60 Prozent
der Arbeiter erreichen eine Steigerung um 1,5 p.
Daraus folgen: 60 % = 30 Arbeiter und 100 % = 50 Arbeiter. In der Abteilung sind 50 Arbeiter tätig.

b) Falls alle Arbeiter dieser Abteilung das neue Verfahren anwenden, lässt sich die Produktion auf 350
Prozent steigern.

Aufgabe 320923:
Beim Tanken eines Oldtimers mit Zweitaktmotor, der ein Öl-Kraftstoff-Gemisch von 1 : 50 benötigt,
wurden zunächst versehentlich 7 Liter Kraftstoff ohne Öl getankt.
Wieviel Liter Gemisch mit dem noch lieferbaren Verhältnis 1 : 33 müssen nun hinzugetankt werden,
damit sich das richtige Mischungsverhältnis von 1 : 50 ergibt?
Die gesuchte Literzahl ist auf eine Stelle nach dem Komma genau zu ermitteln.

Lösung von cyrix:


Es sei V das Volumen der noch nachzutankenden Mengein Litern.
1 1 1 1 7
Dann soll also 34 · V = 51 · (V + 7) gelten, also 34 − 51 · V = 51 .
Es ist 51 = 3 · 17 und 34 = 2 · 17, also geht die Gleichung durch Multiplikation mit 17 · 6 über in
(3 − 2) · V = V = 14, sodass genau (auf beliebig viele Stellen nach dem Komma) 14 Liter vom 1 : 33-
Gemisch nachzutanken sind.

III Runde 3

Aufgabe 010931:
In den ersten 2 12 Jahren des Siebenjahrplans erzeugten die Stahlwerker der Sowjetunion insgesamt
113 Prozent der gesamten italienischen Stahlproduktion des Jahres 1959 über den Plan hinaus.
Jährlich wurden dabei im Durchschnitt nur 310000 t Stahl weniger zusätzlich produziert als in einem
halben Jahr (1959) in Italien.
Wie viel Tonnen Stahl produzierten die Stahlwerker der Sowjetunion zusätzlich?
Wie viel Tonnen Stahl wurde 1959 in Italien produziert?

Lösung von Christiane Behns:


Ist x die italienische Stahlproduktion von 1959 in Tonnen, so wurden in der Sowjetunion in den 2 12
Jahren 1,13x Tonnen Stahl über den Plan produziert. Im einem Jahr beträgt die Überproduktion in der
Sowjetunion dann 21 x − 310000 Tonnen. Also ist
 
5 1 113
x − 310000 = x
2 2 100

also x ≈ 6500000. Damit wurden 1959 in Italien ca. 6,5 Millionen Tonnen Stahl produziert und in den
2 12 Jahren in der Sowjetunion 1,13x = 7,3 Millionen Tonnen Stahl über den Plan.

236
VI.II Bewegungs- & Verhältnis-Gleichungen

Aufgabe 010932:

Kurt fährt mit der Straßenbahn eine lange gerade Straße entlang. Plötzlich sieht er seinen Freund
auf gleicher Höhe in entgegengesetzter Richtung auf dieser Straße gehen. Nach einer Minute hält die
Straßenbahn. Kurt steigt aus und läuft doppelt so schnell wie sein Freund, jedoch nur mit einem
Viertel der Durchschnittsgeschwindigkeit der Straßenbahn hinter seinem Freund her.
Nach wie viel Minuten holt er ihn ein? Wie haben Sie das Ergebnis ermittelt?

Lösung von Eckard Specht:


Seien vF , vS und vK die Geschwindigkeiten des Freundes, der Straßenbahn bzw. von Kurt. Zunächst
bewegen sich Freund und Straßenbahn mit der Relativgeschwindigkeit vS + vF auseinander.
Zum Zeitpunkt des Aussteigens nach t = 1 min sind beide die Strecke s = vS +v t
F
voneinander entfernt.
Anschließend holt Kurt seinen Freund mit der Relativgeschwindigkeit vK − vF wieder ein.
Laut Aufgabenstellung ist ferner vK = 2vF = 14 vS . Somit gilt für die zum Einholen benötigte Zeit:

s vS + vF 8vF + vF
t0 = = t= t = 9t = 9 min
vK − vF vK − vF 2vF − vF

Aufgabe 020934:
Ein Schnellzug legt die 120 km lange Teilstrecke Leipzig–Riesa–Dresden mit einer Durchschnittsge-
schwindigkeit von 60 km h zurück. Infolge Bauarbeiten muss der Zug während einiger Tage die erste
Hälfte der Strecke (Leipzig–Bornitz) mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km
h zurücklegen.
Um den Zeitverlust möglichst wettzumachen, wird auf der zweiten Hälfte der Strecke (Bor-
nitz–Dresden) die Durchschnittsgeschwindigkeit auf 70 kmh erhöht.
Kommt der Zug pünktlich in Dresden an?

Lösung von André Lanka:


Wir benutzen die Gleichung s = v · t und erhalten für die erste Weghälfte
60 km 6
t1 = = h
50 km
h
5

Für die zweite Weghälfte braucht der Zug


60km 6
t2 = = h
70 h
km 7
6
Insgesamt ergibt das eine Fahrzeit von 5 h + 76 h = 72
35 h. Da 72
35 > 2 größer als 2 ist, kommt der Zug nicht
pünktlich an.

Aufgabe 060935:
Auf dem Kreis k bewegen sich der Punkt A mit der gleichförmigen Geschwindigkeit v1 und der Punkt
B mit der gleichförmigen Geschwindigkeit v2 , wobei v1 6= v2 ist.
Bewegen sich beide Punkte im gleichen Umlaufsinn (etwa im Uhrzeigersinn), so überholt der Punkt
A den Punkt B jeweils nach 56 min. Bewegen sich beide Punkte in verschiedenem Umlaufsinn, so
begegnen sie einander jeweils nach 8 min. Dabei verringert bzw. vergrößert sich ihr auf der Kreislinie
gemessener Abstand voneinander in je 24 s um 14 m.

a) Wie lang ist der Kreisumfang?


b) Wie groß sind die Geschwindigkeiten v1 und v2 (in m/min)?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:

237
VI.III Ungleichungen

a) Nach den Bedingungen der Aufgabe gilt v1 > v2 . Bei der Bewegung in verschiedenem Umlaufsinn
erhält man die relative Geschwindigkeit von B bezüglich A durch Addition ihrer Geschwindigkeiten.
Laut Aufgabe werden bei dieser relativen Geschwindigkeit jeweils 14 m in 24 s zurückgelegt, in 8 min
also
14 · 60 · 8
m = 280 m
24
Das ist die Länge des Kreisumfangs.
b) Nach dem Gesagten ist
14 m m
v1 + v2 = = 35
24 s min
Bewegen sich die Punkte aber in gleichem Umlaufsinn, so erhält man die relative Geschwindigkeit von
B bezüglich A durch Subtraktion der kleineren Geschwindigkeit v2 von v1 . Laut Aufgabe und nach
dem Ergebnis a) ist somit
280 m m
v1 − v2 = =5
56 min min
m m
Die gesuchten Geschwindigkeiten betragen also v1 = 20 min und v2 = 15 min .

Aufgabe 120934:
Zwei Fußgänger A und B legten dieselbe Strecke zurück. Sie starteten zur gleichen Zeit. Ein Beob-
achter stellte fest:
A ging die Hälfte der Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4 km h , den Rest mit 5
h . B ging während der Hälfte der von ihm für die ganze Strecke aufgewandten Zeit mit einer
km

Durchschnittsgeschwindigkeit von 4 km
h , während der übrigen Zeit mit 5 h .
km

Wer von den beiden erreichte zuerst das Ziel?

Lösung von StrgAltEntf:


Wir nutzen die Beziehung Geschwindigkeit = Strecke/Zeit bzw. Zeit = Strecke/Geschwindigkeit.
d sei die Länge der gesamten Strecke.
9
A benötigt für die Strecke d die Zeit tA = d/2
4 + 5 = 40 d.
d/2

d1 , d2 seien die Strecken, bei denen sich B mit 4 h bzw. 5 km


km
h bewegt. Dann ist d1 + d2 = d. Für die
Strecken benötigt B die Zeiten t1 = d41 bzw. t2 = d52 .
Nach Voraussetzung ist t1 = t2 , also d41 = d52 . Zusammen mit d1 + d2 = d folgt hieraus d1 = 49 d, d2 = 95 d
und somit t1 = t2 = 19 d. Also benötigt B die Gesamtzeit tB = t1 + t2 = 92 d.
9
Da 40 > 29 , ist B zuerst am Ziel.

VI.III Ungleichungen
I Runde 1

Aufgabe 040914:
Von den natürlichen Zahlen p und q ist bekannt, dass 0 < p < q gilt.
a) Ordnen Sie die Zahlen 1, p
q und q
p der Größe nach! Beginnen Sie mit der kleinsten Zahl!

b) Stellen Sie fest, welche der beiden Zahlen p


q und q
p näher an 1 liegt!

Lösung von MontyPythagoras:

a) Es ist p < q. Teilt man durch q (erlaubt, weil Q < 0 ist) ergibt sich p
q <. Teilt man durch p wird
1 < pq also
p q
⇒ <1<
q p

238
VI.III Ungleichungen

b) Aus p < q wird p(q − p) < q(q − p). Teilt man durch pq ergibt sich
p q
1− < −1
q p

Dies bedeutet, dass der Abstand von p


q zu Eins kleiner als der Abstand von q
p zu Eins ist.

Aufgabe 050913:
Vergleichen Sie die beiden Zahlen!
5678901234 5678901235
A= und B =
6789012345 6789012347

Lösung von Manuela Kugel:


Setzt man den Zähler von A gleich x und den Nenner von A gleich y, so erhält man
x x+1
A = und B =
y y+2
und weiter
x x+1 xy + 2x − xy − y 2x − y
A−B = − = = .
y y+2 y(y + 2) y(y + 2)

Da 2x > y ist, folgt 2x − y > 0 und wegen y > 0 weiter A − B > 0. Es gilt also A > B.

Aufgabe 220913:

4x−4
a) Ermitteln Sie alle diejenigen reellen Zahlen x, für die der Term 2x−3 definiert ist.
4x−4
b) Ermitteln Sie unter den in a) gefundenen Zahlen x alle diejenigen, für die 0 < 2x−3 < 1 gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Der Term ist genau dann nicht definiert, wenn 2x − 3 = 0 ist. Dies ist äquivalent mit x = 32 . Somit ist
der Term genau für alle reellen x mit x 6= 23 definiert.

Im Fall x > 32 gilt also 2x − 3 > 0. Daher führt das Multiplizieren einer Ungleichung mit 2x − 3 zu einer
jeweils äquivalenten Ungleichung. Somit sind die Ungleichungen
4x − 4 4x − 4
0< und <1
2x − 3 2x − 3
äquivalent mit
0 < 4x − 4 und 4x − 4 < 2x − 3
diese mit 4 < 4x und 2x < 1 und diese mit x > 1 und x < 12 .
3
Diese beiden Ungleichungen widersprechen einander. Also gibt es kein x > 2, das die in b) geforderte
Ungleichung erfüllt.

Im Fall x < 32 gilt 2x − 3 < 0. Daher entsteht jeweils aus einer Ungleichung durch Multiplikation mit
2x − 3 und Umkehrung des Ungleichheitszeichens eine äquivalente Ungleichung.

Somit sind die gegebenen Ungleichungen äquivalent mit


1
0 > 4x − 4 und 4x − 4 > 2x − 3 d. h. x<1 und x>
2

239
VI.III Ungleichungen

1
Diese beiden Ungleichungen werden genau von allen x mit 2 < x < 1 erfüllt. Für alle diese x gleich auch
x < 23 .

1
Damit ist bewiesen: Die in b) geforderte Ungleichung gilt genau für alle reellen x mit 2 < x < 1.

Aufgabe 240914:
2
Drei Schüler diskutieren, welche Beziehung zwischen den Zahlen 1 und x−10 für reelle Zahlen x 6= 10
gilt. Sie stellen fest:
2 2
Für x = 11 ist x−10 = 2, also 1 < x−10 ;
2
für x = 12 ist 1 = x−10 ;
2
für x = 13 ist 1 > x−10 .

2
Anschließend behauptet Marion: Die Gleichung 1 = x−10 gilt genau für x = 12.
2
Norbert behauptet: Die Ungleichung 1 < x−10 gilt genau für alle x < 12.
2
Petra behauptet: Die Ungleichung 1 > x−10 gilt genau für alle x > 12.

Untersuchen Sie für jede dieser drei Behauptungen, ob sie wahr oder falsch ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Marions Behauptung ist wahr. Beweis:
2
(I) Wenn für eine reelle Zahl x die Gleichung 1 = x−10 gilt, dann folgt x − 10 = 2, also x = 12.
2 2
(II) Für x = 12 gilt x−10 = 2 = 1.
Norberts Behauptung ist falsch, da es unter den von Norbert genannten Zahlen x mit x < 12 auch solche
2
gibt, für die 1 < x−10 nicht gilt.

Zum Beweis gebügt es, ein Beispiel anzugeben. Ein solches Beispiel ist x = 0; denn diese Zahl erfüllt
2 2 2
x < 12, und für sie gilt x−10 = − 10 , also 1 > x−10 .

Petras Behauptung ist falsch, da es außer den von Petra genannten Zahlen x mit x > 12 noch weitere
2
gibt, für die 1 > x−10 gilt. Auch hierfür genügt ein Beispiel zum Beweis. Geeignet ist ebenfalls x = 0;
2
denn diese Zahl erfüllt nicht x > 12, und für sie gilt 1 > x−10 .

II Runde 2

Aufgabe 120922:
8−3x
Ermitteln Sie alle reellen Zahlen x, für die der Quotient 7x−2 negativ ist!

Lösung von Conny42:


Es ist 8−3x
7x−2 < 0 genau dann, wenn einer der folgenden beiden Fälle eintritt:

i) Es ist 8 − 3x < 0 und 7x − 2 > 0.


ii) Es ist 7x − 2 < 0 und 8 − 3x > 0.

Zu i): Aus 8 − 3x < 0 folgt x > 83 und aus 7x − 2 > 0 folgt x > 27 . Wegen 83 > 72 ist x> 2
7 automatisch
erfüllt, wenn x > 38 erfüllt ist. Der erste Fall tritt also genau dann ein, wenn x ∈ 38 ,∞ .

240
VI.III Ungleichungen

Zu ii): Aus 7x − 2 < 0 folgt x < 72 und aus 8 − 3x > 0 folgt x < 83 . Wegen 27 < 83 ist x < 38 automatisch
erfüllt, wenn x < 27 erfüllt ist. Der zweite Fall tritt also genau dann ein, wenn x ∈ −∞, 27 .

8−3x
 
Insgesamt folgt, dass der Quotient 7x−2 genau dann negativ ist, wenn x ∈ −∞, 72 ∪ 8
3 ,∞ .

Aufgabe 200922:
a) Nennen Sie zwei verschiedene ganze Zahlen x, die die Ungleichung x−1
x+3
< 0 erfüllen und bestätigen
Sie das Erfülltsein dieser Ungleichung für die von Ihnen genannten Zahlen!
b) Ermitteln Sie die Menge aller derjenigen reellen Zahlen x, die diese Ungleichung erfüllen!

Lösung von cyrix:


3
a) Setzen wir x = 0 in die Ungleichung ein, erhalten wir die wahre Aussage −1 = −3 < 0. Setzen wir
2
x = −1 in die Ungleichung ein, erhalten wir die wahre Aussage −2 = −1 < 0.

4 4
b) Es ist x−1
x+3
= 1 + x−1 , die Ungleichung also äquivalent zu x−1 < −1. Also muss x − 1 negativ sein,
sodas die Multiplikation mit diesem Term das Relationszeichen dreht und die Ungleichung unter der
Einschränkung x − 1 < 0, d. h., x < 1, äquivalent ist zu 4 > −(x − 1) bzw. −4 < x − 1, d. h. x > −3. Die
Ungleichung wird also genau von allen reelen Zahlen x mit −3 < x < 1 erfüllt.

Aufgabe 210923:
Beweisen Sie, dass reelle Zahlen x, y, z genau dann das System der drei Ungleichungen

x + y + z > 0,
x · y · z > 0,
xy + xz + yz > 0

erfüllen, wenn x, y und z positiv sind!

Lösung von cyrix:


Sind x, y und z < allesamt positiv, so erfüllen sie offensichtlich alle drei Ungleichungen.
Gelten nun ab jetzt für die drei Variablen die drei Ungleichungen. Dann sind aufgrund der zweiten
Ungleichung alle drei verschieden von 0 und entweder genau 0 oder genau 2 negativ. (Bei genau einer oder
genau drei negativen Zahlen wäre ihr Produkt auch negativ, im Widerspruch zur zweiten Ungleichung.)

Nehmen wir nun an, dass genau zwei der drei Variablen negativ wären, d. h., wir nehmen o. B. d. A. x > 0
und y < 0 sowie z < 0 an. Dann ist aufgrund der ersten Ungleichung x > x + z > −y > 0 und analog
x > x + z > 0. Damit gilt 0 < (x + y)(x + z) < x2 .
Es ist aber wegen 0 < x2 und der der dritten Ungleichung

x2 < x2 + xy + xz + yz = x2 + x(y + z) + yz = (x + y)(x + z)

was den gewünschten Widerspruch liefert.


Damit müssen alle drei Variablen x, y und z positiv sein, wenn sie die drei Ungleichungen gleichzeitig
erfüllen, sodass die beiden Aussagen äquivalent sind, .

Aufgabe 240922:
Man ermittle alle diejenigen reellen Zahlen x mit x 6= 5, für die gilt:
x
<4
5−x

241
VI.III Ungleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Für jedes reelle x < 5 ist das Bestehen der Ungleichung 5−x
x
< 4 äquivalent (wie das Multiplizieren
mit der positiven Zahl 5 − x bzw. für die umgekehrte Schlussweise das Dividieren durch diese Zahl zeigt)
mit x < 20 − 4x, dies mit 5x < 20 und dies mit x < 4.

b) Für jedes reelle x > 5 ist das Bestehen der Ungleichung 5−x x
< 4 äquivalent mit x > 20 − 4x, dies mit
x > 4, was aber bereits für alle Zahlen x > 5 gilt, d. h. für diese mit der ursprünglichen Bedingung x > 5
äquivalent ist.
Da für jedes reelle x 6= 5 entweder x < 5 oder x > 5 gilt, ist mit a) und b) bewiesen:
Die gesuchten Zahlen sind genau diejenigen reellen Zahlen x, für die x < 4 oder x > 5 gilt.

Aufgabe 250923:
Es seien a, b, x und y positive reelle Zahlen, und es gelte ab < xy .
Beweisen Sie, dass aus diesen Voraussetzungen stets folgt
a a+x x
< <
b b+y y

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Aus ab < xy folgt durch die Multiplikation mit der positiven Zahl by: ay < bx (1).
Addiert man a · b folgt a(b + y) < b(a + x). Dividiert man dies durch die positive Zahl b(b + y), so folgt
a a+x
< (2)
b b+y
Addiert man zu (1) xy ergibt sich durch Umformung

ay + xy < bx + xy
(a + x)y < x(b + y)
a+x x
< (3)
b+x y
Mit (2) und (3) ist die geforderte Beziehung hergeleitet.

Aufgabe 260922:
Peter und Heinz erzählen, dass sie Dreiecke gezeichnet haben, deren Seitenlängen, gemessen in Zen-
timeter, die Maßzahlen
a = 3x + 9, b = 5x + 8, c = 4x + 1
hatten, wobei x eine zuvor gewählte von Null verschiedene natürliche Zahl war.
Anke behauptet: Für jede von Null verschiedene natürliche Zahl x gibt es ein Dreieck mit den so
gebildeten Maßzahlen a, b, c seiner Seitenlängen.
Birgit behauptet: Es gibt eine von Null verschiedene Zahl x, für die ein Dreieck, das diese Seitenlängen
hat, rechtwinklig ist.
Untersuchen Sie für jede dieser beiden Behauptungen, ob sie wahr ist!

Lösung von cyrix:


a) Offensichtlich gilt für jede reelle Zahl x > 0 (und damit auch für jede von Null verschiedene natürliche),
dass a + b = 8x + 17 > 4x + 1 = c und a + c = 7x + 10 > 5x + 8 = b ist. Es gilt aber auch die dritte
Dreiecksungleichung b + c = 9x + 9 > 3x + 9 = a, sodass sich für alle x > 0 jeweils ein entsprechendes
Dreieck mit Kantenlängen a, b und c bilden lässt. Anke hat also recht.

b) Mit x = 1 ist a = 12, b = 13 und c = 5, was a2 +c2 = 144+25 = 169 = 132 = b2 erfüllt, sodass nach der
Umkehrung des Satzes des Pythagoras bedeutet, dass es ein rechtwinkliges Dreieck mit Kathetenlängen
a und c sowie Hypotenusenlänge b gibt. Also hat auch Birgit recht.

242
VI.III Ungleichungen

Aufgabe 270924:
Für je zwei natürliche Zahlen a, b, die die Ungleichungen

3a − 2b ≤ 10 (1) ; 3a + 8b ≤ 25 (2)

erfüllen, sei S = a + 2b.


Untersuchen Sie, ob es unter allen Zahlen S, die sich auf diese Weise bilden lassen, eine größte gibt!
Wenn das der Fall ist, so ermitteln Sie diesen größtmöglichen Wert von S!

Lösung von cyrix:


Aus der zweiten Ungleichung folgt b ≤ 3. Wir unterscheiden nun nach dem Wert, den b annimmt:

1. Fall: b = 3. Dann ist nach (2) a ≤ 0, also a = 0 und S = 6.


2. Fall: b = 2. Dann folgt aus (2) a ≤ 3, welche jeweils auch (1) erfüllen, und S ≤ 3 + 2 · 2 = 7.
3. Fall: b ≤ 1. Dann folgt aus (1) a ≤ 4, also S ≤ 4 + 2 · 1 = 6. Damit gilt in jedem Fall S ≤ 7, welcher
für das Paar (a,b) = (3,2), dass beide Ungleichungen erfüllt, auch angenommen wird.

Aufgabe 300921:
Ermitteln Sie alle diejenigen reellen Zahlen x 6= 3, für die die folgende Ungleichung (1) gilt!
2 1 5 1
+ < −
x−3 2 x − 3 10

Lösung von cyrix:


Die Ungleichung ist äquivalent zu 53 < x−3 3
bzw. 51 < x−31 1
. Ist x − 3 negativ, so auch x−3 , sodass die
Ungleichung nicht erfüllt wäre. Also ist x−3 positiv und damit die Ungleichung äquivalent zu 5 > x−3 > 0
bzw. 3 < x < 8.

III Runden 3 & 4

Aufgabe 060933:
Beweisen Sie die folgende Behauptung:
In keinem rechtwinkligen Dreieck ist die Länge der Hypotenuse kleiner als das √1 fache der Summe
2
der Kathetenlängen.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Für ein beliebiges rechtwinkliges Dreieck seien die Kathetenlängen mit a,b bezeichnet, die Hypotenu-
senlänge mit c. Dann ist (a − b)2 als Quadrat einer reellen Zahl nicht negativ, also gilt
1 1 1
c2 = a2 + b2 = (a + b)2 + (a − b)2 ≥ (a + b)2
2 2 2
Wegen c > 0 und a + b > 0 folgt hieraus die Behauptung c ≥ 21 (a + b)2 .

Aufgabe 070933:
Man denke sich die natürlichen Zahlen von 1 bis 100, aufsteigend der Größe nach geordnet, ange-
schrieben.

243
VI.III Ungleichungen

Die dabei insgesamt aufgeschriebenen Ziffern denke man sich in unveränderter Reihenfolge zur Zif-
fernfolge der hiermit erklärten Zahl

1234567891011121314...979899100

zusammengestellt. Aus ihr sollen genau 100 Ziffern so gestrichen werden, dass die restlichen Ziffern
in gleicher Reihenfolge eine möglichst große Zahl bilden.
Wie lautet diese?

Lösung von Nuramon:


Zunächst beobachten wir, dass das Ergebnis immer die gleiche Anzahl an Ziffern hat, egal welche Ziffern
man streicht.
Damit die Ergebniszahl mit mindestens fünf Neunen beginnt, muss man auf jeden Fall die Zahlen

1,2,...,8,10,11,...,18,20,21,...,28,30,...,38,40,41,...,48

und die Ziffer 4 von 49 streichen. Das sind 8 + 4 · 19 = 84 Ziffern.


Es ist nicht möglich, dass das Ergebnis mit sechs Neunen startet, denn dazu müsste man auch noch die
Zahlen 50,51,...,58 und die Ziffer 5 von 59 streichen, das wären dann aber schon 84 + 19 > 100 Ziffern.
Es ist auch nicht möglich, dass das Ergebnis mit den Ziffern 999998 beginnt, denn dazu müsste man
zusätzlich noch 50,51,...,57 und die 5 von 58 streichen, also insgesamt 84 + 17 > 100 Ziffern.
Durch zusätzliche Streichung der Zahlen 50,51,...,56 und der Ziffer 5 von 57 erhält man eine Zahl, die mit
999997 beginnt und hat bisher 84 + 15 = 99 Ziffern gestrichen.
Streicht man danach auch noch die Ziffer 5 von 58, hat man 100 Ziffern gestrichen und erhält

ε := 999997859606162...99100

als Ergebnis.
Streicht man die Ziffer 5 von 58 nicht, so bekommt man eine Zahl, die mit 9999975 beginnt, also kleiner
als ε ist.
Also ist ε die größtmögliche Zahl.

Aufgabe 070936:
Man ermittle alle reellen Zahlen x, die die Ungleichung erfüllen:
3 2 1
− 1 >−
2x − 1 x − 2
3

Lösung von cyrix:


2 4 1
Die Ungleichung ist wegen x− 12
= 2x−1 äquivalent zu − 2x−1 > − 13 , also nach Multiplikation mit (-1)
und Reziprokenbildung auch zu 2x − 1 > 3 oder 2x − 1 < 0, d. h. x > 2 oder x < 12 .

Aufgabe 110935:
Es seien a, b, c positive reelle Zahlen. Man beweise, dass dann
 
a b c 1 1 1
+ + ≥2· + −
bc ac ab a b c

gilt! Man gebe alle Fälle an, in denen Gleichheit eintritt!

Lösung von cyrix:


Durch Multiplikation mit abc > 0 geht die zu zeigende Ungleichung in die äquivalente

a2 + b2 + c2 ≥ 2 (bc + ac − ab) bzw. a2 + 2ab + b2 − 2(a + b)c + c2 ≥ 0

244
VI.III Ungleichungen

also (a + b − c)2 ≥ 0, was offensichtlich wahr ist.

Aufgabe 140934:
Man beweise, dass für beliebige reelle Zahlen x, y, z die folgende Beziehung gilt: x2 + y 2 + z 2 ≥
xy + xz + yz.
Ferner gebe man für x, y, z Bedingungen an, die gleichwertig damit sind, dass in der genannten
Beziehung das Gleichheitszeichen gilt.

Lösung von cyrix:


Die genannte Ungleichung ist äquivalent zu
0 ≤ 2x2 + 2y 2 + 2z 2 − 2xy − 2xz − 2yz = (x2 − 2xy + y 2 ) + (x2 − 2xz + z 2 ) + (y 2 − 2yz + z 2 ) =
= (x − y)2 + (x − z)2 + (y − z)2
was offensichtlich erfüllt ist. Gleichheit tritt dabei nur genau dann ein, wenn alle drei Quadrate Null sind,
also x = y = z gilt.

Aufgabe 150936:
Beweisen Sie, dass für alle Tripel (a, b, c) positiver reeller Zahlen mit abc = 1 die Ungleichung

(1 + a)(1 + b)(1 + c) ≥ 8

gilt! Wann gilt das Gleichheitszeichen?

Lösung von cyrix: √ 3


Aufgrund der Ungleichung zwischen geometrischem und harmonischem Mittel ist 1 = 3 abc ≥ 1 1 1 ,
a+b+c
1 1 1
also 3 ≤ + + Daraus erhält man durch Multiplikation mit abc = 1 die Ungleichung 3 ≤ bc + ac + ab.
a b c.
Weiterhin ist aufgrund der Ungleichung zwischen arithmetischem und geometrischem Mittel auch a+b+c
3 ≥
√3
abc = 1, also a + b + c ≥ 3.
Zusammen ergibt sich
(1 + a)(1 + b)(1 + c) = 1 + a + b + c + ab + ac + bc + abc ≥ 1 + 3 + 3 + 1 = 8
wobei Gleichheit nur genau dann eintritt, wenn a = b = c (= 1) gilt, da nur genau dann in den Mittel-
Ungleichungen der Gleichheitsfall eintritt.

Aufgabe 160932:
Man beweise folgenden Satz:
Sind a und b positive reelle Zahlen, für die ab = 1 gilt, dann gilt

(a + 1) · (b + 1) ≥ 4 (1)

Untersuchen Sie ferner, in welchen Fällen in (1) das Gleichheitszeichen gilt!

Lösung von cyrix: √


Aufgrund der Ungleichung zwischen arithmetischem und geometrischem Mittel ist a+b
2 ≥ ab = 1, also
(a + 1) · (b + 1) = ab + (a + b) + 1 ≥ 1 + 2 + 1 = 4.
Dabei gilt Gleichheit genau für a = b(= 1), da nur dann die Mittelungleichung den Gleichheitsfall liefert.

245
VI.III Ungleichungen

Aufgabe 170936:
Für jedes i = 1, 2, 3 seien xi und yi zwei beliebige voneinander verschiedene reelle Zahlen, und es sei
mit di die größere der beiden Zahlen xi und yi bezeichnet.
a) Beweisen Sie:
Wenn x1 ≤ x2 + x3 und y1 ≤ y2 + y3 gilt, dann gilt d1 ≤ d2 + d3 .
b) Stellen Sie fest, ob auch die folgende Aussage gilt.
Wenn d1 ≤ d2 + d3 gilt, dann gilt auch x1 ≤ x2 + x3 .

Lösung von cyrix:


a) Es sind für alle i die Ungleichungen xi ≤ di und yi ≤ di nach Definition erfüllt. Also gilt sowohl
x1 ≤ x2 + x3 ≤ d2 + d3 als auch y1 ≤ y2 + y3 ≤ d2 + d3 . Da d1 eine der beiden Zahlen x1 oder y1 ist,
beide aber ≤ d2 + d3 sind, gilt dies auch für d1 , .

b) Dies ist offensichtlich nicht der Fall, wie etwa x1 = 1 = y2 = y3 und y1 = 0 = x2 = x3 zeigt. Dann ist
nämlich d1 = d2 = d3 = 1, also d1 ≤ d2 + d3 , aber x1 > x2 + x3 .

Aufgabe 180931:
Beweisen Sie folgenden Satz!
Wenn a, b, c und d reelle Zahlen sind, für die ab − cd 6= 0 gilt, dann gilt a2 + b2 > 0 oder c2 + d2 > 0.

Lösung von cyrix:


Wäre a2 + b2 = 0 = c2 + d2 , so wegen x2 = 0 ≡ x = 0 für alle reellen Zahlen x auch a = b = c = d = 0 und
damit auch ab − cd = 0 im Widerspruch zur Aufgabenstellung. Also muss a2 + b2 > 0 oder c2 + d2 > 0
gelten, .

Aufgabe 200932:
Es seien a, b, c, d positive reelle Zahlen, für die a > b > c > d sowie a + d = b + c vorausgesetzt wird.
Beweisen Sie, dass dann stets a2 + d2 > b2 + c2 gilt!

Lösung von cyrix:


Wegen a > b existiert ein x > 0 mit a = b + x. Aufgrund a + d = b + c ist dann d = c − x. Insbesondere
ist
ad = (b + x)(c − x) = bc − (b − c)x − x2 < bc also 2ad < 2bc
Wegen a + d = b + c ist auch (a + d)2 = (b + c)2 , also a2 + d2 + 2ad = b2 + c2 + 2bc.
Zieht man von dieser Gleichung nun links den kleineren Term 2ad und rechts den größeren 2bc ab, erhält
man die Ungleichung a2 + d2 > b2 + c2 , .

Aufgabe 210933:
Beweisen Sie, dass die Ungleichung gilt:

11 · 22 · 33 · ... · 998998 · 999999 · 10001000 < 1000500000

Lösung von cyrix:


5
Es ist 3002 = 90.000 < 105 und damit 300 < 1000 6 , also gilt
300·301
11 · 22 · . . . · 300300 < 3001 · 3002 · . . . · 300300 = 3001+2+···+300 = 300 2 < 300300·151 <
5
< 1000 6 ·300·151 = 100037.750 < 100040.000

246
VI.III Ungleichungen

Weiterhin ist
1000·1001
− 300·301
301301 · . . . · 10001000 < 1000301 · . . . · 10001000 = 1000301+···+1000 = 1000 2 2 =

= 1000500.500−150·301 < 1000500.500−45.000


also
11 · . . . · 300300 · 301301 · . . . · 10001000 < 100040.000 · 1000500.500−45.000 =
= 100050.500+40.000−45.000 < 1000500.000 , 

Aufgabe 230934:
Ermitteln Sie alle diejenigen reellen Zahlen x, für die gilt:
4x − 3
−5 ≤ <6
2x + 1

Lösung von cyrix:


Es ist 4x−3 5 5
2x+1 = 2 − 2x+1 , die Ungleichungskette also äquivalent zu −7 < − 2x+1 < 4 bzw. −4 <
5
2x+1 <7
4 1 7
sowie − 5 < 2x+1 < 5 .

1
Wir unterscheiden danach, ob 2x+1 positiv oder negativ ist. (Verschwinden kann es aufgrund des positiven
1
Zählers nicht.) Dabei ist x 6= − 2 , da sonst der Bruch nicht definiert wäre. Der Bruch ist dabei genau
dann positiv, wenn x > − 21 ist.

1. Fall: x > − 12 : Dann ist die erste Ungleichung automatisch erfüllt und die zweite nach Reziprokenbildung
äquivalent zu 2x + 1 > 75 , also x > − 17 . Wegen x > − 17 > − 12 erfüllen all jene x (und keine weiteren, die
die Fallannahme erfüllen) beide Ungleichungen.

2. Fall: x < − 12 : Dann ist die zweite Ungleichung automatisch erfüllt und die erste nach Reziprokenbildung
äquivalent zu − 45 > 2x + 1, also x < − 98 . Wegen x < − 89 < − 12 erfüllen all jene x (und keine weiteren,
die die Fallannahme erfüllen) beide Ungleichungen.
Zusammenfassend wird also die Ungleichungskette der Aufgabenstellung genau von jenen reellen Zahlen
x erfüllt, die kleiner als − 89 oder größer als − 17 sind.

Aufgabe 240935:
Beweisen Sie, dass für die Kathetenlängen a, b und die Hypotenusenlänge c jedes rechtwinkligen
Dreiecks die Ungleichung a5 + b5 < c5 gilt!

Lösung von cyrix:


Einerseits ist a < c und b < c und andererseits gilt nach dem Satz von Pythagoras a2 + b2 = c2 . Also gilt

a5 + b5 = a3 · a2 + b3 · b2 < c3 · a2 + c3 · b2 = c3 · (a2 + b2 ) = c3 · c2 = c5 , 

Aufgabe 270932:
(I) Untersuchen Sie, ob der folgende Satz allgemein gilt:
Wenn a, b, c, d reelle Zahlen sind, für die b 6= 0, b + c 6= 0 und b + d 6= 0 gilt, so folgt aus
a a+c a a+d
< stets auch <
b b+c b b+d
(II) Untersuchen Sie, ob der folgende Satz allgemein gilt:

247
VI.III Ungleichungen

Wenn a, b, c, d positive reelle Zahlen sind, so folgt aus


a a+c a a+d
< stets auch <
b b+c b b+d

Lösung von cyrix:


(I) Die Aussage ist falsch, wie a = 1, b = 2, c = 1 und d = 0 zeigt, da dann die Voraussetzung
1 2
b = 2 < 3 = b+c erfüllt ist, die Schlussfolgerung wegen b+d = b aber offensichtlich nicht.
a a+c a+d a

(II) Die Aussage ist korrekt, da die Voraussetzung nach Multiplikation mit b(b + c) > 0 äquivalent ist zu
a(b + c) < b(a + c) bzw. ab + ac < ab + bc, also wegen c > 0 auch äquivalent zu a < b.
Dann ist aber wegen d > 0 auch ab + ad < ab + bd, also a(b + d) < b(a + d), was nach Division durch
b(b + d) > 0 genau auf die Folgerung in der Aufgabenstellung führt, .

Aufgabe 280934:
Beweisen Sie, dass für beliebige positive reellen Zahlen x und y stets die Ungleichung gilt:
√ √
x y 1 1
6 √ + 6
√ ≥ 6+ 6
y · y x · x x y

Lösung von cyrix:


Die zu zeigende Ungleichung ist symmetrisch in x und y, sodass wir o. B. d. A. y ≥ x annehmen können.
Durch Multiplikation mit y 6 > 0 geht sie äquivalent über in
√ √
x y6 · y y6
√ + 6 √ ≥ 6 +1
y x · x x
√ py
bzw. nach der Substitution t := = ≥ 1 in t−1 + t13 ≥ t12 + 1. Da beide Seiten der Ungleichung
y

x x
offensichtlich positiv sind, ist Quadrieren eine Äquivalenzumformung, sodass die Ungleichung äquivalent
ist zu t−2 + 2 · t−1 · t13 + t26 ≥ t24 + 2t12 + 1 bzw. t26 − t24 ≥ 1 − t−2 , also nach Multiplikation mit t2 zu
t28 − t26 = t26 · (t2 − 1) ≥ t2 − 1, was wegen t ≥ 1 und damit sowohl t2 − 1 ≥ 0 auch t26 ≥ 1 wahr ist,
sodass auch die Ausgangsgleichung wahr ist, .

Aufgabe 290934:
Beweisen Sie, dass es zu je zwei beliebigen rationalen Zahlen a, b mit a < b eine rationale Zahl x und
eine irrationale Zahl y gibt, für die a < x < y < b gilt!

Lösung von cyrix: √ √


Wähle x = a + 21 · (b − a) und y = a + 2
2
· (b − a). Dann ist wegen b − a > 0 und 0 < 1
2 < 2
2
< 1 auch

1 2
a < a + · (b − a) = x < a + · (b − a) = y < a + 1 · (b − a) = b
2 2
√ √
und mit a,b ∈ Q auch x = a + 21 · (b − a) ∈ Q sowie wegen b−a 2 ∈ Q und 2 6∈ Q auch 2
2
· (b − a) 6∈ Q

2
und damit y = a + 2 · (b − a) 6∈ Q, .

Aufgabe 330942:
Ermitteln Sie alle diejenigen Tripel (a, b, c) positiver ganzer Zahlen a, b, c von denen keine größer als
100 ist und mit denen die Ungleichungen a + b ≥ 101, a + c ≤ 101, a + b + c ≥ 201 gelten!

248
VI.IV Gleichungssysteme

Lösung von cyrix:


Wäre a + c < 101 oder b < 100, so wegen a + c ≤ 101 und b ≤ 100 auch a + c + b < 101 + 100 = 201, im
Widerspruch zur letzten gegebenen Ungleichung. Also muss a + c = 101 und b = 100 gelten, sodass die
letzten beiden Ungleichungen also in jedem Fall erfüllt sind.

Aus a + c = 101 folgt für jedes positive ganze 1 ≤ a ≤ 100, dass auch c = 101 − a positiv ganz und nicht
größer als 100 ist. Schließlich ist für alle diese a wegen b = 100 auch a + b ≥ 101, sodass alle Bedingungen
erfüllt sind. Weitere Lösungen kann es nicht geben. Damit erfüllen genau die Elemente der Menge

{(a,100,101 − a)|a ∈ Z ∧ 1 ≤ a ≤ 100}

die Bedingungen der Aufgabenstellung.

VI.IV Gleichungssysteme
I Runde 1

Aufgabe V00901:
Die Summe zweier Zahlen beträgt 20, die Summe ihrer Quadrate 202. Löse die Aufgabe rechnerisch.

Lösung von Steffen Polster:


x und y seien die zwei gesuchten Zahlen. Dann ergibt sich das Gleichungssystem

x + y = 20 (1) ; x2 + y 2 = 202 (2)

Umstellen von (1) nach y und Einsetzen in (2) ergibt

x2 + (20 − x)2 = 202 ⇒ 2x2 − 40x + 198 = 0 ⇒ x2 − 20x + 99 = 0

Diese quadratische Gleichung hat die Lösung x1 = 9 und x2 = 11 mit y1 = 11 und y2 = 9.


Die gesuchten Zahlen sind 9 und 11. Sie erfüllen die Bedingungen der Aufgabenstellung, wie die Probe
bestätigt.

Aufgabe V00905:
An einem Stromkreis liegt eine Spannung von 120 V. Wird der Widerstand um 10 Ohm vergrößert,
sinkt die Stromstärke um 1 Ampere.
Wie groß sind Stromstärke und Widerstand?

Lösung von Steffen Polster:


Es sei x der Werte Stromstärke I und y der Wert des Widerstandes. Dann wird mit der Gleichung zum
Ohmschen Gesetz U = R · I

xy = 120 (I)
(y + 10)(x − 1) = 120 (2)

Das Gleichungssystem hat die Lösung x = 4 und y = 30, d. h. die Stromstärke beträgt 4 Ampere und der
Widerstand 30 Ohm.

Aufgabe 270914:
Für jedes Rechteck seien die Seitenlängen mit a, b bezeichnet, die Diagonalenlänge mit d und der
Flächeninhalt mit A. Beweisen Sie mit diesen Bezeichnungen die folgende Aussage:

Es gilt d = 2a − b genau dann, wenn A = 34 a2 gilt!

249
VI.IV Gleichungssysteme

Lösung von offizieller Aufgabenkommission: √ √


I. Wenn d = 2a − b gilt, so folgt (da nach dem Satz des Pythagoras d = a2 + b2 ist) a2 + b2 = 2a − b,

a2 + b2 = 4a2 − 4ab + b2 (1)


2
4ab = 3a (2)

und hieraus (da nach der Formel für den Flächeninhalt des Rechtecks A = ab ist)

4A = 3a2 (3)
3
A = a2 (4)
4
II. Wenn A = 43 a2 gilt, so folgt einerseits ab = 34 a2 , wegen a > 0 als b = 34 a < 2a.

Andererseits folgt (da die Schlüsse von (1) auf (2), (3), (4) umgekehrt
√ werden können) a2 + b2 = (2a − b)2 .
Wegen b < 2a, also 2a − b > 0 kann man hieraus weiter auf a2 + b2 = 2a − b, d. h. d = 2a − b schließen.

Mit I. und II. ist der verlangte Beweis geführt.

II Runde 2

Aufgabe 030924:
Geben Sie alle Paare reeller Zahlen an, deren Summe, Produkt und Quotient untereinander gleich
sind!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Ist (a, b) ein Paar reeller Zahlen, für das
a
a+b=a·b (1) a·b= (2)
b
gilt, so folgt aus (2), dass b 6= 0 ist, und danach aus (1), dass a 6= 0, und aus (2), dass b2 = 1 ist. Also
gilt b1 = +1 oder b2 = −1.
Der 1. Fall führt zu a + 1 = a und damit zu einem Widerspruch.
Der 2. Fall ergibt a − 1 = −a und damit a = 12 als einzig
 mögliche Lösung.
Durch Einsetzen in (1) und (2) zeigt man, dass 21 , −1 Lösung und damit das einzige Paar reeller Zahlen
ist, das alle Bedingungen der Aufgabe erfüllt.

Aufgabe 050922:
28 Schüler einer Klasse beteiligten sich an einem Sportfest. Jeder nimmt an mindestens einer der drei
Disziplinen Kugelstoßen, Weitsprung und 100-m-Lauf teil.
Die Anzahl derjenigen, die sowohl am Kugelstoßen als auch am Weitsprung, aber nicht am 100-m-
Lauf teilnehmen, ist gleich der Zahl derer, die nur am Kugelstoßen beteiligt sind, und größer als
1.
Kein Teilnehmer tritt nur im Weitsprung oder nur im 100-m-Lauf an.
Sechs Schüler starten in den beiden Disziplinen Kugelstoßen und 100-m-Lauf und nehmen nicht am
Weitsprung teil.
Die Anzahl derjenigen, die sowohl beim Weitsprung als auch beim 100-m-Lauf starten, ist fünfmal
so groß wie die Anzahl derer, die in allen drei Disziplinen starten.
Die Anzahl derjenigen, die in allen drei Disziplinen teilnehmen, ist gerade, aber nicht Null.
Wie viele Schüler treten insgesamt in den einzelnen der drei Disziplinen an?

250
VI.IV Gleichungssysteme

Lösung von Manuela Kugel:


Bezeichnet man die Anzahl der Teilnehmer an allen drei Disziplinen mit y, und die Anzahl derjenigen von
ihnen, die nur am Kugelstoßen teilnehmen, mit x, so müssen x und y der folgenden Gleichung genügen:

2x + 5y + 6 = 28, also 2x + 5y = 22 (1)

Daher muss y gerade sein. Da weiter nach Voraussetzung y 6= 0 und x > 1 gilt, ist (1) nur für y = 2 und
x = 6 erfüllt. Die Anzahl der Teilnehmer betrug also:
Beim Kugelstoßen 2 · 6 + 2 + 6 = 20 Schüler, beim Weitsprung 5 · 2 + 6 = 16 Schüler und beim 100-m-Lauf
5 · 2 + 6 = 16 Schüler.

Aufgabe 070922:
Für zwei rationale Zahlen a und b gelten die vier Ungleichungen

a + b 6= 3; a − b 6= 10; a · b 6= 5; a : b 6= 18,75

Die Zahlen 3; 10; 5 und 18,75 stimmen jedoch (in anderer Reihenfolge) mit je einer der Zahlen a + b,
a − b, a · b und a : b überein.
Ermitteln Sie die Zahlen a und b!

Lösung von cyrix:


Da mit a = (a+b)+(a−b)
2 > 0 auch b = a·b
a positiv ist, gilt a − b < a + b.
Insbesondere kann also a − b nicht den größten der vier Werte annehmen. Es verbleiben zwei Fälle:
a − b = 5 oder a − b = 3. 2 2
In beiden Fällen ist a − b ∈ N. Wäre a + b = 18,75, so würde a · b = (a+b) −(a−b)
4 6∈ N folgen, da im Zähler
dieses Bruchs von einer nicht ganzen eine ganze Zahl subtrahiert wird, also noch nicht einmal der Zähler
eine ganze Zahl ist. Aber a · b 6∈ N wäre ein Widerspruch, da die übrigen drei Ergebnisse alle natürlich
sind. Also folgt in beiden Fällen a + b 6= 18,75.
1. Fall: a − b = 5.
15 5 75
Dann verbleibt für a + b als einziger Wert die 10, was zu a = 2 , b= 2, a·b = 4 = 18,75 und
a : b = 3, also einer Lösung, führt.
2. Fall: a − b = 3.
Wäre a + b = 10, so a = 13 7 91
2 , b = 2 und a · b = 4 , was nicht in der Liste vorkommt. Also verbleibt
hier noch die Möglichkeit a + b = 5 zu prüfen, die aber auf a = 4, b = 1 und a · b = 4, also auch
keine Lösung, führt.

Es gibt also genau ein Lösungspaar, nämlich (a,b) = 15 5
2 , 2 .

Alternativ-Lösung von weird:


Ausgehend von der Gleichung
(a + b)2 − (a − b)2 = 4ab (*)
bleibt aufgrund der Tatsachen, dass 18.75 gemäß der Angabe unter den 3 Werten a+b,a−b,ab vorkommen
muss, aber a ± b = 18.75 auf den Widerspruch führt, dass die linke Seite von (*) im Gegensatz zur rechten
nicht ganzzahlig ist, nur mehr die Möglichkeit ab = 18.75 = 754 übrig.
q
Insbesondere ist also dann a + b > 4 · 75 4 > 8, womit von allen dann ganzzahligen Möglichkeiten für
a + b nur mehr a + b = 10 übrigbleibt, was dann wegen (*) auch sofort a − b = 5 zur Folge hat.
Die Auflösung von a + b = 10, a − b = 5 führt dann wieder auf die einzige Möglichkeit a = 15 5
2 , b = 2,
welche auch tatsächlich alle Vorgaben hier erfüllt.

III Runde 3

251
VI.IV Gleichungssysteme

Aufgabe 080933:
Geben Sie alle Zahlentripel (a, b, c) an, die die Gleichungen
a + b + c = s1 a − b + c = s3
a + b − c = s2 a − b − c = s4

unter der zusätzlichen Bedingung erfüllen, dass die Menge der vier Zahlen s1 , s2 , s3 , s4 (ohne Rücksicht
auf ihre Reihenfolge) mit der Menge der vier Zahlen 1, 2, 3, 4 übereinstimmt!

Lösung von ZePhoCa:


Addition der ersten und vierten Gleichung ergibt 2a = s1 + s4 .
Addition der zweiten und dritten Gleichung ergibt 2a = s2 + s3 .

Das geht nur, wenn s1 = 1 und s4 = 4 oder umgekehrt und s2 = 2, s3 = 3 oder umgekehrt. Daraus folgt
2a = 5, also a = 25 .

Für s1 = 1,s4 = 4 folgt dann b + c = − 32 . Auflösen nach b und einsetzen in die zweite Gleichung ergibt
5 3 1
2 + c + 2 + c = s3 . Falls s3 = 2 folgt c = −1, falls s3 = 3 folgt c = − 2 . Einsetzen in die erste Gleichung
1
ergibt b = − 2 bzw. b = −1.
Für s1 = 4,s4 = 1 folgt b + c = 23 . Auflösen nach b und einsetzen in die zweite Gleichung ergibt
5 3 1
2 + c − 2 + c = s3 . Falls s3 = 2 folgt c = 2 , falls s3 = 3 folgt c = 1. Einsetzen in die erste Gleichung
1
ergibt b = 1 bzw. b = 2 .

Es gibt also insgesamt die Möglichkeiten


(a,b,c) = ( 25 , − 12 , − 1) (wenn (s1 ,s2 ,s3 ,s4 = 1,3,2,4))
(a,b,c) = ( 52 , − 1, − 12 ) (wenn (s1 ,s2 ,s3 ,s4 = 1,2,3,4))
(a,b,c) = ( 52 ,1, 12 ) (wenn (s1 ,s2 ,s3 ,s4 = 4,3,2,1))
(a,b,c) = ( 52 , 12 ,1) (wenn (s1 ,s2 ,s3 ,s4 = 4,2,3,1))
(a,b,c) = ( 52 , 12 , − 1) (wenn (s1 ,s2 ,s3 ,s4 = 2,4,1,3))
(a,b,c) = ( 52 , − 1, 12 ) (wenn (s1 ,s2 ,s3 ,s4 = 2,1,4,3))
(a,b,c) = ( 52 ,1, − 12 ) (wenn (s1 ,s2 ,s3 ,s4 = 3,4,1,2))
(a,b,c) = ( 52 , − 12 ,1) (wenn (s1 ,s2 ,s3 ,s4 = 3,1,4,2))
und eine Probe ergibt, dass dies tatsächlich Lösungen sind.

Aufgabe 130935:
Beweisen Sie den folgenden Satz!
Wenn für rationale Zahlen a, b, c mit a, b, c 6= 0 und a + b + c 6= 0 die Gleichung
1 1 1 1
+ + =
a b c a+b+c
gilt, so sind zwei der Zahlen a, b, c zueinander entgegengesetzt.
(Rationale Zahlen x, y heißen genau dann zueinander entgegengesetzt, wenn x = −y gilt.)

Lösung von cyrix:


Durch Multiplikation mit abc(a + b + c) geht die Gleichung äquivalent über in
abc = (a + b + c) · (bc + ac + ab) = abc + b2 c + bc2 + a2 c + abc + ac2 + a2 b + ab2 + abc
bzw. nach Subtraktion von abc in
0 = a2 b + a2 c + abc + ac2 + ab2 + abc + b2 c + bc2 = (a + b) · (ab + ac + bc + c2 ) = (a + b)(a + c)(b + c)
Dieses Produkt ist genau dann Null, wenn mindestens einer der Faktoren Null ist, also a = −b, a = −c
oder b = −c gilt, sodass auf jeden Fall mindestens zwei der drei Zahlen a,b,c einander entgegengesetzt
sind.

252
VI.V Funktionen & Folgen

VI.V Funktionen & Folgen


I Runde 1

Aufgabe 300911:
Drei Schüler wollen ein Spiel nach folgenden Regeln spielen:
1. Es wird (d. h. durch Auslosung der Reihenfolge) festgelegt, dass jeder der drei Schüler stets
eine bestimmte Rechenoperation auszuführen hat, und zwar ein Schüler A die Subtraktion
der Zahl 2, ein Schüler B die Division durch die Zahl 2, der dritte Schüler C das Ziehen der
Quadratwurzel (z. B. mit dem Taschenrechner ermittelt).

2. Dann wird eine dreistellige natürliche Zahl zufallsbedingt gewählt (z. B. durch Auslosen unter
allen dreistelligen natürlichen Zahlen) und als Startzahl“ bezeichnet.

3. Nun führen die Schüler stets gleichzeitig jeweils ihre Rechenoperation aus. Beim ersten Mal
wenden sie die Operation auf die Startzahl“ an, jedes weitere Mal auf das zuvor erhaltene

Resultat.

4. Sobald ein Schüler ein Resultat kleiner als 1 erhält, ist das Spiel beendet; dieser Schüler hat
verloren.
Bei der Diskussion zur Vereinbarung der Regeln protestiert ein Schüler. Er meint, nach diesen Regeln
ergäbe schon die Festlegung der Rechenoperationen zwangsläufig, wer verlieren müsse.

Stimmt das?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Diese Meinung stimmt. Man kann dies folgendermaßen begründen:

Der Schüler A erhält aus der Startzahl z der Reihe nach die Zahlen
z − 2, z − 2 · 2, z − 3 · 2, . . .
allgemeine nach k-maliger Ausführung die Zahl z − k · 2. Der Schüler B erhält entsprechend der Reihe
nach
z z z
, , ,...
2 2 · 2 23
allgemein nach k-maliger Ausführung die Zahl 2zk .

Wegen z < 1000 und 210 > 1000 ist daher spätestens nach 10-maliger Ausführung sein Resultat kleiner
als 1. Für den Schüler A ist (wegen z > 99) für alle k ≤ 10 das Resultat nach k-maliger Ausführung
z − k · 2 > 99 − 20 größer als 1.


Da schließlich für jede Zahl x > 1 auch x > 1 ist, erreicht Schüler C niemals ein Resultat kleiner als 1.
Also muss stets der Schüler V verlieren.

Aufgabe 340916:
Es seien Funktionen f0 , f1 , f2 , f3 , ... für alle reellen Zahlen x definiert durch

f0 (x) = |x|,
f1 (x) = ||x| − 2| ,
f2 (x) = |||x| − 2| − 2| ,
...

allgemein: fk (x) = |fk−1 (x) − 2| für alle ganzen Zahlen k ≥ 1.

253
VI.V Funktionen & Folgen

Zeichnen Sie die Graphen der Funktionen f0 , f1 und f2 ! Beschreiben Sie allgemein das Aussehen des
Graphen der Funktion fk !

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Abbildung zeigt die Graphen von f0 , f1 und f2 .
y

3
y = |x|
2

-6 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 6 x

3
y = ||x| − 2|
2

-6 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 6 x

3
y = |||x| − 2| − 2|
2

-6 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 6 x

Beschreibung des Graphen von fk : Die Funktion hat (k + 1) Nullstellen, symmetrisch zum Nullpunkt
gelegen und mit Abständen zu je 4 Einheiten voneinander. Jeweils in der Mitte zwischen zwei Nullstellen
liegt ein lokales Maximum.

In den Intervallen, die durch diese Nullstellen und Maxima voneinander abgegrenzt werden, verläuft der
Graph geradlinig, immer abwechselnd mit den Anstiegen -1 und 1.

Bemerkung: Ausgehend von f0 kann man diese Graphen der Reihe nach folgendermaßen erhalten: Der
Graph von fk wird um 2 Einheiten nach unten verschoben, und dann werden alle Kurventeile, die dabei
unterhalb von der x-Achse zu liegen kommen, an der x-Achse gespiegelt; so entsteht der Graph von fk+1 .

II Runde 2

Aufgabe 100923:
Gegeben seien zwei reelle Zahlen m 6= 0 und n. Ferner sei f die durch f (x) = mx + n für alle reellen
Zahlen definierte Funktion.

254
VI.V Funktionen & Folgen

a) Ermitteln Sie für m = 1 und n = 0 alle Zahlen x0 , für die 2 · f (x0 ) = f (x0 + 2) gilt (d. h. für die
der Funktionswert an der Stelle x0 + 2 doppelt so groß ist wie der an der Stelle x0 )!
b) Ermitteln Sie bei beliebig gegebenen reellen Zahlen m 6= 0 und n alle Zahlen x0 , für die 2 · f (x0 ) =
f (x0 + 2) gilt!

Lösung von cyrix:


a) Durch die Wahl von m und n ist f (x) = x für alle reellen Zahlen x, d. h., es sind die Lösungen der
Gleichung 2 ·x0 = x0 + 2 gesucht, was genau für x0 = 2 erfüllt wird.
b) Hier ist die Gleichung 2m · x0 + 2n = m · x0 + 2m + n zu lösen, was äquivalent ist zu m · x0 = 2m − n,
also x0 = 2 − m n.

Aufgabe 170921:
Für jede reelle Zahl m und jede reelle Zahl n wird durch y = f (x) = mx + n (x reell) eine Funktion
f definiert, deren Graph eine Gerade g ist.
a) Es sei m = 21 und n beliebig reell.
Ermitteln Sie die Koordinaten aller derjenigen Punkte auf g, deren Ordinate doppelt so groß ist wie
ihre Abszisse!
b) Es seien m und n beliebig reell.
Ermitteln Sie die Koordinaten aller derjenigen Punkte auf g, deren Ordinate doppelt so groß ist wie
ihre Abszisse! (Stellen Sie insbesondere fest, für welche m und n überhaupt ein solcher Punkt auf g
existiert!)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Ein Punkt hat genau dann die verlangten Eigenschaften, wenn für seine Koordinaten x, y sowohl die
Gleichung y = 21 x + n als auch die Gleichung y = 2x gilt.
Ist dies der Fall, so folgt
1 2 4
2x = x+n , x= n , y= n
2 3 3
Daher können nur diese Werte x, y die genannten Gleichungen erfüllen.
Wegen 21 · 23 n + n = 43 n und 2 · 23 n = 43 n erfüllen sie in der Tat diese Gleichungen.
Also hat (jeweils für ein n) genau der Punkt mit dem Koordinatenpaar 23 n, 43 n die verlangten Eigen-
schaften.

b) Ein Punkt hat genau dann die verlangten Eigenschaften, wenn für seine Koordinaten x, y sowohl die
Gleichung y = mx + n als auch die Gleichung y = 2x gilt.
Ist m = 2 und n = 0, so trifft dies genau für alle Punkte der Geraden zu, die y = 2x als Gleichung hat.
Ist m = 2 und n 6= 0, so gelten für kein Zahlenpaar (x, y) beide Gleichungen, also gibt es in diesem Fall
keinen Punkt mit den verlangten Eigenschaften.
Ist m 6= 2, so gilt: Wenn x, y die geforderten Gleichungen erfüllen, so folgt 2x = mx + n, x = 2−m n
,
2n
y = 2−m . Daher können im Fall m 6= 2 nur diese Werte x, y die Gleichungen erfüllen.
Die
 Probe zeigt,
 dass jeweils für ein Paar (m, n) mit m 6= 2 genau der Punkt mit dem Koordinatenpaar
2n
n
2−m , n−m die verlangten Eigenschaften hat.

Aufgabe 270923:
Für jeden Quader seien die Kantenlängen mit a, b, c bezeichnet, die Länge der Raumdiagonale mit d
und der Oberflächeninhalt mit A.
Beweisen Sie mit diesen Bezeichnungen die folgende Aussage:
Es gilt genau dann d = 31 · (a + b + c), wenn A = 8 · d2 gilt.

255
VI.V Funktionen & Folgen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt genau dann d = 13 (a + b + c), wenn 3d = a + b + c gilt. Wegen d > 0 und a + b + c > 0 ist dies
äquivalent mit

9d2 = (a + b + c)2 → 9d2 = a2 + b2 + c2 + 2(ab + ac + bc)

und dies wegen d2 = a2 + b2 + c2 und A = 2(ab + ac + bc) mit 9d2 = d2 + A, also auch mit 8d2 = A,
w. z. b. w.

Aufgabe 270923:
Für jeden Quader seien die Kantenlängen mit a, b, c bezeichnet, die Länge der Raumdiagonale mit d
und der Oberflächeninhalt mit A.
Beweisen Sie mit diesen Bezeichnungen die folgende Aussage:
Es gilt genau dann d = 31 · (a + b + c), wenn A = 8 · d2 gilt.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt genau dann d = 31 (a + b + c), wenn 3d = a + b + c gilt. Wegen d > 0 und a + b + c > 0 ist dies
äquivalent mit

9d2 = (a + b + c)2 → 9d2 = a2 + b2 + c2 + 2(ab + ac + bc)

und dies wegen d2 = a2 + b2 + c2 und A = 2(ab + ac + bc) mit 9d2 = d2 + A, also auch mit 8d2 = A,
w. z. b. w.

III Runde 3

Aufgabe 090936:
Es sei f (x) die für alle reellen x definierte Funktion

(x − 1)x
f (x) = .
2
Ferner sei x0 eine beliebig gegebene, von 0 verschiedene reelle Zahl. Wie üblich seien die Funktions-
werte der Funktion f (x) an den Stellen x0 + 1 und x0 + 2 mit f (x0 + 1) bzw. f (x0 + 2) bezeichnet.
Man beweise, dass dann gilt:
(x0 + 2)f (x0 + 1)
f (x0 + 2) = .
x0

Lösung von cyrix:


Es ist
(x0 + 2)f (x0 + 1) (x0 + 2) · x0 (x20 +1) (x0 + 2)(x0 + 1)
= = = f (x0 + 2).
x0 x0 2

Aufgabe 240932: √
In einem rechtwinkligen Koordinatensystem seien der Kreis k um den Ursprung mit dem Radius 2
und die Gerade g mit der Gleichung y = −x + 10 gezeichnet.
Ermitteln Sie Gleichungen für die beiden zu g parallelen Tangenten an k!

Lösung von cyrix:


Die zu g parallelen Geraden haben den gleichen Anstieg wie g, also -1. Darüber hinaus stehen die

256
VI.V Funktionen & Folgen

Berührungsradien senkrecht auf den Tangenten, haben also den Anstieg 1 und verlaufen durch den Mit-
telpunkt des Kreises, besitzen also die Gleichung yr = x, sodass sich die Berührungspunkte√an den
Koordinaten (1,1) bzw. (-1,-1) befinden. (Man rechnet leicht nach, dass diese den Abstand 2 vom
Kreismittelpunkt, also dem Koordinatenursprung, besitzen und damit auf k liegen.)
Damit haben die beiden Tangenten die Gleichungen

yt1 = −(x − 1) + 1 = −x + 2 und yt2 = −(x + 1) − 1 = −x − 2

Aufgabe 290935:
a) Beweisen Sie, dass es zu jeder Funktion f , die für alle reellen Zahlen x die Gleichung

f (x − 1) = (x2 − 1) · f (x + 1) (1)

erfüllt, unendlich viele verschiedene reelle Zahlen x mit f (x) = 0 gibt.


b) Beweisen Sie, dass es eine Funktion f gibt, die für alle reellen Zahlen x die Gleichung (1) erfüllt,
bei der aber nicht jede reelle Zahl x den Funktionswert f (x) = 0 hat!

Lösung von cyrix:


a) Es ist für x = 1 laut (1) f (0) = f (1 − 1) = (12 − 1) · f (1 + 1) = 0 · f (2) = 0. Für alle natürlichen
Zahlen n gilt für x = −2n + 1 wegen(1), dass f (−2n − 2) = ((−2n + 1)2 − 1) · f (−2n) gilt. Aus f (0) = 0
folgt damit direkt f (−2) = 0, daraus f (−4) = 0 und sukzessive für alle negativen geraden ganzen Zahlen
f (−2n) = 0, sodass die Funktion unendlich viele Nullstellen besitzt, .

b) Die Gleichung (1) setzt nur Funktionswerte von Argumenten in Beziehung, die sich um genau 2
unterscheiden. Es sei 2Z + 1 die Menge der ungeraden ganzen Zahlen. Da für keine reelle Zahl x ∈
R \ (2Z + 1) gilt, dass x + 2 oder x − 2 eine ungerade ganze Zahl ist, ist die Wahl des Funktionswert für
f (x) unabhängig von der Wahl der Funktionswerte an den ungeraden ganzzahligen Stellen. Also kann
man für alle x mit x ∈ R \ (2Z + 1) den Funktionswert f (x) := 0 festsetzen und unabhängig davon die
für x ∈ 2Z + 1.

Setzt man nun f (1) := 1, so ergibt sich daraus ein eindeutiger Wert für f (3), daraus ein eindeutiger
Wert für f (5) usw. für alle ungeraden natürlichen Zahlen. Umgekehrt folgt aber aus f (1) = 1 auch ein
eindeutiger Wert, den f (−1) annehmen muss, daraus einer für f (−3) usw. für alle negativen ungeraden
ganzen Zahlen.

Diese Funktion f ist wegen f (1) 6= 0 nicht konstant 0 ist, erfüllt damit für alle reellen Zahlen x die
Funktionalgleichung (1), sodass es eine solche Funktion gibt, .

257
VII Klasse 10
VII.I Gleichungen
I Runde 1

Aufgabe V01003:
Zerlege 900 so in zwei Summanden, dass die Summe ihrer reziproken Werte gleich dem reziproken
Wert von 221 ist!

Lösung von svrc:


Die beiden gesuchten Summanden bezeichnen wir mit a und b. Die beiden Bedingungen lauten
1 1 1
a + b = 900, (1) + = (2)
a b 221
(2) lässt sich zu
a+b 900 1
= =
ab ab 221
umschreiben, so dass ab = 900 · 221 = 198900 gilt. Mit a = 900 − b aus (1) folgt

a · b = (900 − b) · b = 198900
b2 − 900 · b = −198900
b2 − 900 · b + 4502 = 4502 − 198900
2
(b − 450) = 3600

und somit die Möglichkeiten b1 = 390 und b2 = 510. Somit lauten die beiden Summanden - unter
Beachtung der Kommutativität der Addition - dementsprechend 390 und 510.

Aufgabe V11011:
Im VEG Neuendorf werden 82,5 ha mit Getreide, 48,72 ha mit Hackfrüchten und 20,47 ha mit
Luzerne bestellt. Die Hackfruchtflächen sollen je Hektar 34 kg, die Luzerneflächen 20 kg und die
Getreideflächen 17,5 kg Phosphorpentoxyd (P2 05) erhalten.
Wieviel Dezitonnen Superphosphat werden benötigt, wenn dieses 17,3 Prozent Phosphorpentoxyd
enthält?

Lösung von svrc:


Für die Hackfruchtflächen werden 48,72·34kg = 1656,48kg P2 O5 benötigt. Für die Luzerneflächen werden
20,47 · 20kg = 409,40kg P2 O5 benötigt. Für die Getreideflächen werden 82,5 · 17,5kg = 1443,75kg P2 O5
benötigt. Insgesamt werden somit 3509,83kg P2 O5 benötigt.

3509,63
Superphosphat enthält 17,3 Prozent P2 O5 , sodass insgesamt kg ≈ 20286kg Superphosphat benötigt
0,173
werden. Da eine Dezitonne 100kg entspricht, werden 202,86 Dezitonnen Superphosphat benötigt.

258
VII.I Gleichungen

Aufgabe V11012:
Welche Werte kann x in folgenden Gleichungen annehmen?

a) sin x = sin 69◦


x 
b) tan + 32◦ = 1
2
x
c) sin x + cos2 = 3,2
2
2

Lösung von J. Lehmann und W. Unze:


a) x1 = 69◦ ; x2 = 111◦ . Wenn die Lösungen unter Berücksichtigung der Periodizität gegeben wurden,
also mit k = 0, ±1, ±2, ...

x1 = 69◦ + k · 360◦ ; x2 = 111◦ + k · 360◦

b) x1 = 26◦ ; x2 = 206◦ . Bei Berücksichtigung der Periodizität

x = 26◦ + k · 180◦ mit k = 0, ±1, ±2, ...

c) Da sowohl sin2 x als auch cos2 x höchstens den Wert 1 annehmen können, kann die Summe beider
niemals 3,2 betragen. Es gibt mithin kein x, das die angegebenen Bedingungen erfüllt.

Aufgabe 011012:
In der UdSSR wird heute in 37 Minuten genau soviel Gas erzeugt wie im zaristischen Russland
während des gesamten Jahres 1913.
Berechnen Sie die Steigerung in Prozent!

Lösung von Christiane Czech:


Für die Menge des heute in 37 min produzierten Gases brauchte man 1913 genau 365  · 24 · 60 = 525600
min. Die Gasproduktion steigerte sich also um das 525600
37 fache, also um 525600
37 − 1 · 100% = 1420441%.

Aufgabe 021011:
Im Zentrum Berlins entsteht am Alexanderplatz das Haus des Lehrers“. Die für dieses Bauwerk

ausgehobene 20 m breite Baugrube hatte annähernd die Form eines Pyramidenstumpfes. Sie besaß
eine Tiefe von 7,3 m.

Die rechteckige Bausohle hatte eine Länge von 47 m und eine Breite von 15 m. Berechnen Sie das
Volumen des ausgebaggerten Bodens!

Lösung von André Lanka:


Aus dem Strahlensatz ergibt sich als Höhe h der Pyramide
h h − 7,3 m
=
20 m 15 m
was zu h = 29,2 m führt. Damit können wir die Länge l der Baugrube berechnen:
l 47 m
=
29,2 m 21,9 m
was l ≈ 62,7 m ergibt. Die Pyramide hat ein Volumen von
1
Vp = (20 m · 62, 7 m · 29,2 m) = 12205,6 m3
3

259
VII.I Gleichungen

Der Teil der Pyramide, der noch nicht ausgehoben ist, hat ein Volumen von
1
Vn = (15 m · 47 m · 21,9 m) = 5146,5 m3
2
Der ausgebaggerte Boden hat daher ein Volumen von Vp − Vn ≈ 7000 m3 .

Aufgabe 031011:
Eine Spule, deren Leermasse 235 g beträgt, ist mit Kupferdraht von 0,70 mm Durchmesser bewickelt
und hat eine Masse von 4235 g.
Wieviel Meter Draht befinden sich auf der Spule? (Dichte des Kupfers ρ = 8,93 g/cm3 .)

Lösung von Korinna Grabski:


Es gelten folgende Bezeichnungen und Formeln:
mD Masse Kupferdraht, VD Volumen Kupferdraht, der ein Kreiszylinder der Länge lD mit dem Durch-
messer dD ist, ρD = 8,93 g/cm3 Dichte des Kupfers, mS = 4235 g Masse Spule inkl. Draht, mL = 235 g
Leermasse der Spule
mD = mS − mL
π
VD = d2D · lD
4
mD 4(mS − mL )
ρD = =
VD πd2D lD
4(mS − ML
lD = = 116391,85cm ≈ 1,164km
πd2D ρD
Es befinden sich ca. 1,164 km Kupferdraht auf der Spule.

Aufgabe 041011:
In einem Betrieb, in dem Elektromotoren montiert werden, können durch die Anschaffung einer neuen
Fließbandanlage, deren Kosten 105000 MDN betragen, die Lohnkosten je Motor um 0,50 MDN und
die Gemeinkosten um jährlich 8800 MDN gesenkt werden.
a) Wie viele Motoren müssen jährlich mindestens montiert werden, damit die Kosten der neuen
Anlage bereits in drei Jahren durch die Einsparungen an Löhnen und Gemeinkosten gedeckt werden?
b) Wie viele Motoren müssen jährlich mindestens montiert werden, damit darüber hinaus noch ein
zusätzlicher Gewinn von jährlich 10000 MDN entsteht?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Wenn pro Jahr x Motoren montiert werden, so werden pro Jahr 0,50 · x + 8800 MDN eingespart. Damit
die Kosten der Anlage nach drei Jahren gedeckt sind, muss gelten 3 · (0,5 · +8800) = 105000 ⇒ x = 52400.

b) Von den 105000 MDN müssen jährlich 35000 MDN eingespart werden, und außerdem soll es noch
10000 MDN zusätzlichen Gewinn geben, deshalb gilt: 35000 + 10000 = 0,5 · x + 8800 ⇒ x = 72400.
Es müssen jährlich mindestens 72400 Motoren montiert werden.

Aufgabe 081011:
Eine FDJ-Versammlung wurde so stark besucht, dass genau 75 Prozent der FDJler Platz fanden.
Daher wurde beschlossen, eine zweite Versammlung in einem anderen Raum zu veranstalten. Es
gingen 150 der Jugendfreunde dorthin. Die übrigen blieben im ersten Raum. Dadurch wurden in
diesem genau 5 Plätze frei.

Ermitteln Sie die Anzahl aller Jugendfreunde, die zu der ursprünglich angesetzten Veranstaltung
erschienen waren!

260
VII.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Das Problem ist beschrieben durch 0,25·x+5 = 150. Also erschienen 580 Jugendliche, von denen zunächst
435 Platz fanden, bevor 150 gingen.

Aufgabe 101012:
Ist n eine positive ganze Zahl, so bezeichnet sn die Summe aller positiven ganzen Zahlen von 1 bis n.
a) Für welche positive ganze Zahl n erhält man sn = 2415?
b) Für welche positive ganze Zahl m ist sm genau 69 mal so groß wie m?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Es gilt sn = n(n+1)
2 .
Angenommen, es gäbe eine positive ganze Zahl, für die n(n+1)
2 = 2415 gilt. Dann folgt n2 + n − 4830 = 0
und hieraus entweder n = 69 oder n = −70. Da aber −70 < 0 ist, kann nur n = 69 die gewünschte
Eigenschaft haben. Tatsächlich gilt für die positive ganze Zahl 69:
69 · 70
s69 = = 2415
2
b) Angenommen, es gäbe eine positive ganze Zahl m, für die m(m+1) 2 = 69m gilt. Wegen m 6= 0 folgt
daraus m+1 2 = 69, also m = 137. Daher kann nur diese Zahl die gewünschte Eigenschaft haben. Tatsächlich
gilt für die positive ganze Zahl 137
137 · 138
s137 = = 137 · 69
2

Aufgabe 111013:
Es sei x eine Variable, die alle von 1 und −1 verschiedenen reellen Zahlen annehmen kann.

Geben Sie eine Möglichkeit an, den Term x2x−1 so als Summe zweier Brüche darzustellen, dass die
Variable x nur in den Nennern dieser beiden Brüche und dort in keiner höheren als der 1. Potenz
auftritt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es liegt nahe, für die gesuchten Quotienten der Nenner x+1 und x−1 zu wählen, weil deren Hauptnenner
gleich dem Nenner des vorgegebenen Terms ist. Wir wählen also den Ansatz
x a b
= +
x2 −1 x+1 x−1
daraus folgt
x ax − a + bx + b
=
x2 −1 x2 − 1
also nach Multiplikation mit x2 − 1
x = ax − a + bx + b = x(a + b) − a + b (1)
Für x = 0 folgt daraus, dass notwendig −a + b = 0 (2) gilt. Aus (1) und (2) folgt weiterhin x = x(a + b)
und somit, da dies auch für mindestens ein x 6= 0 gelten soll: a + b = 1 (3).

Das Gleichungssystem (2), (3) hat nur die Lösung a = b = 21 . Die Probe bestätigt die gefundene Zerlegung
1 1 x−1+x+1 1
+ = = 2
2(x + 1) 2(x − 1) 2(x + 1)(x − 1) x −1

261
VII.I Gleichungen

Aufgabe 121014:
In einem alten Lehrbuch wird in einer Aufgabe über folgenden Handel berichtet:

Ein Bauer wollte bei einem Viehhändler mehrere Tiere kaufen. Der Viehhändler verlangte für jedes
den gleichen Preis. Dem Bauern gelang es, diesen Preis um genau so viel Prozent des geforderten
Preises herunterzuhandeln, wie er (in Groschen) betragen sollte.

Er bezahlte jetzt 21 Groschen pro Tier. Bei dem ursprünglichen Preis hätte sein Geld genau für 3
Tiere gereicht. Jetzt konnte er mehr Tiere kaufen, wobei er sein Geld vollständig ausgab.

Wie viele Tiere konnte der Bauer insgesamt kaufen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der ursprüngliche Preis p1 wird um p1 % = 100
p1
gesenkt. Also ist der neue Preis p2 gleich p2 = p1 −p1 · 100
p1
=
p21
p1 − 100 . Da p2 21 Groschen beträgt, gilt:

p21
− + p1 = 21
100
p21 − 100 · p1 + 2100 = 0
p21 − 100 · p1 + 2500 = 400
2
(p1 − 50) = 400
p1 = 50 ± 20

Also war der ursprüngliche Preis p1 30 oder 70 Groschen. Zu diesem ursprünglichen Preis konnte der
Bauer genau drei Tiere kaufen. Zu 21 Groschen kann er n Tiere kaufen, wobei er jeweils sein ganzes Geld
ausgibt. Also gilt: 3 · p1 = 21 · n ⇔ n = p71 . Da n eine natürliche Zahl ist, muss p1 durch 7 teilbar sein.
Dies gilt für 70, aber nicht für 30 Groschen. Also betrug der ursprüngliche Preis 70 Groschen. Der Bauer
kann nun 10 Tiere kaufen.

Aufgabe 141012:
Ein VEB hat für das Jahr 1975 die Produktion von 10000 Stück seines Haupterzeugnisses vorgesehen.
Weiterhin ist geplant, die für die Jahre 1976, 1977, 1978, 1979 vorgesehenen Produktionszahlen so zu
steigern, dass die für 1979 vorgesehene Zahl den vierfachen Wert der Zahl für 1975 erreicht. Dabei
soll die prozentuale Steigerung von Jahr zu Jahr alle vier Mal gleich sein.

a) Wieviel Prozent beträgt bei gerundeter Rechnung, d. h. ohne Berücksichtigung der Stellen nach
dem Komma, dieser jährliche Zuwachs?
b) Geben Sie die (entsprechend gerundeten) Produktionsziffern für die Jahre 1976, 1977, 1978 und
1979 an!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


4
Mit Hilfe der Zinseszinsformel
√ √ erhält man P1979 = P1975 · (1 + p) . Diese liefert mit P1979 = 4 · P1975 nach
Umstellen: p = 4 4 − 1 = 2 − 1 den Wert p = 0,41 = 41%.

Damit folgt:
P1976 = P1975 · 1,41 = 14142 Stück P1977 = P1976 · 1,41 = 20000 Stück
P1978 = P1977 · 1,41 = 28283 Stück P1979 = P1978 · 1,41 = 40000 Stück

262
VII.I Gleichungen

Aufgabe 151013:
Ermitteln Sie alle Möglichkeiten, den Wert für das Verhältnis a : b zweier positiver reeller Zahlen a
und b mit a < b so zu wählen, dass folgendes gilt!


Das geometrische Mittel ab dieser Zahlen beträgt 60% ihres arithmetischen Mittels.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission: √


Angenommen, für zwei Zahlen a und b mit 0 < a < b sei ab gleich 60 % von 2 .
a+b
Dann gilt
r
a+b 3 √ 10 √
= ab also a+b= ab (1)
2 5 3
Sei nun a
b = m das gesuchte Verhältnis, dann gilt bm = a < b, wegen b > 0, also m < 1.

Durch Einsetzen in (1) erhält man ferner


10 √ 2
bm + b = b m wegen b > 0 also
3
10 √ 10 √
b(m + 1) = b m ; m+1= m
3 3
100
Durch Quadrieren und Subtraktion von 9 m erhält man daraus

82
m2 − m+1=0
9
1
Diese quadratische Gleichung hat die Lösungen m1 = 9 und m2 = 9 von denen nur die zweite die
Eigenschaft m < 1 hat.

Also können zwei Zahlen nur dann die gestellten Bedingungen erfüllen, wenn ihr Verhältnis
√ √=a:b=
m
9a+a
1 : 9 ist. Umgekehrt folgt hieraus b = 9a, also a+b
2 = 2 = 5a sowie, da a > 0 ist, ab = 9a2 = 3a,
und 3a sind genau 60 % von 5a.

Also erfüllen a, b genau dann die gestellten Bedingungen, wenn a : b = 1 : 9 gilt.

Aufgabe 201012:
x4 + 4y 4
Beweisen Sie, dass für alle ganzen Zahlen x, y mit x 6= 0 und y 6= 0
x2 − 2xy + 2y 2
a) (als reelle Zahl) definiert ist und sogar
b) eine ganze Zahl ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Es gilt
x2 − 2xy + 2y 2 = (x − y)2 + y 2 ≥ y 2
Wegen y 6= 0, also y 2 > 0, ist somit

x4 + 4y 4
x2 − 2xy + 2y 2 6= 0 also
x2 − 2xy + 2y 2
als reelle Zahl definiert.

b) Es gilt
(x2 − 2xy + 2y 2 )(x2 + 2xy + 2y 2 ) = x4 + 4y 4

263
VII.I Gleichungen

also ist wegen der Ganzzahligkeit von x und y auch

x4 + 4y 4
= x2 + 2xy + 2y 2
x2 − 2xy + 2y 2
eine ganze Zahl.

Aufgabe 241011:
Zwei natürliche Zahlen, die zwischen 10 und 20 liegen, lassen sich im Kopf nach folgendem Verfahren
relativ schnell und sicher multiplizieren:

Man addiere zur ersten Zahl die Einerziffer der zweiten Zahl, hänge an die erhaltene Summe eine
Ziffer 0 an und addiere zu der nun erhaltenen Zahl das Produkt der Einerziffern der beiden gegebenen
Zahlen.

Um beispielsweise nach dieser Regel 16 · 12 zu berechnen, addiert man 2 zu 16, erhält 18, hängt eine
0 an und addiert zu der nun erhaltenen Zahl 180 das Produkt 6 · 2, also 12. Es ergibt sich 192, in der
Tat die gesuchte Zahl 16 · 12.

Beweisen Sie, dass dieses Verfahren für alle natürlichen Zahlen zwischen 10 und 20 zum richtigen
Ergebnis führt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die beiden zu multiplizierenden Zahlen lassen sich in der Gestalt 10 + a bzw. 10 + b schreiben, wobei
a bzw. b ihre Einerziffern sind. Nach dem beschriebenen Verfahren hat man zuerst 10 + a + b, dann
10 · (10 + a + b) und schließlich 10 · (10 + a + b) + a · b zu bilden. Diese Zahl ist gleich

100 + 10a + 10b + ab

Andererseits ist das gesuchte Produkt

(10 + a) · (10 + b) = 100 + 10a + 10b + ab

Es stimmt also mit der nach den Verfahren berechneten Zahl überein. w. z. b. w.

Aufgabe 271014: √ √ √
Ist es möglich, einen Quader mit den Kantenlängen 2, 3 und 8 vollständig mit Würfeln gleicher
Kantenlängen auszufüllen?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, es gäbe solche Würfel mit einer Kantenlänge a, so müsste (u.a. auch)
√ √
x·a= 2 und y·a= 3 (1)

gelten. Dabei müssten x und y ganze Zahlen sein, da sie die Anzahl der Würfel längs der Kanten des
Quaders angeben würden.


Aus (1) folgte xy = √23 . Das ist ein Widerspruch, da links eine rationale und rechts eine irrationale Zahl
stehen würde. Die Frage muss also verneint werden.

264
VII.I Gleichungen

Aufgabe 301013:
Wenn die Produktion eines Betriebes um 50% zurückging (z. B. infolge des Ausfalls eines Teils der
Anlage), so muss sie anschließend offensichtlich verdoppelt, d. h. um 100% erhöht werden, um wieder
auf den Anfangswert gebracht zu werden.

Ermitteln Sie eine Formel, durch die man jeweils aus einem gegebenen Prozentsatz a denjeni-
gen Prozentsatz b berechnen kann, für den die nachstehende Aussage (1) gilt!
(1) Wenn die Produktion um a Prozent zurückging, so muss sie anschließend um b Prozent erhöht
werden, um wieder auf den Anfangswert gebracht zu werden.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission: 


Beim Zurückgehen um a Prozent wird der Anfangswert mit 1 − 100 a
multipliziert, bei anschließender

Erhöhung um b Prozent wird der dann erreichte Wert mit 1 + 100
b
multipliziert. Damit der nun insgesamt
erhaltene Wert gleich dem Anfangswert ist, muss
  
a  b
1− 1+ )1
100 100
sein. Daraus folgt
b 1 100
1+ = a =
100 1 − 100 100 − a
b 100 a
= −1=
100 100 − a 100 − a
100a
b=
100 − a
als eine gesuchte Formel.

Aufgabe 311012:
Von einem Quader sind gegeben: das Volumen 24552 cm3 , der Oberflächeninhalt 17454 cm2 und die
Länge 3 cm einer Kante. Inge und Rolf wollen die Längen der anderen Kanten ermitteln.

Inge sagt, dass sie Lösung mit Hilfe einer quadratischen Gleichung gefunden hat und dass die gesuch-
ten Längen, in cm gemessen, ganzzahlig sind.

Rolf entgegnet, er könne quadratische Gleichungen noch nicht lösen; aber wenn die Ganzzahligkeit
der gesuchten Längen bekannt sei, so seien seine BASIC-Kenntnisse ausreichend, um die Aufgabe
mit Hilfe eines Computers zu lösen.

Wie könnte die Aufgabe von Inge gelöst worden sein, und wie von Rolf?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Sind a, b die Maßzahlen der in cm gemessenen anderen Kanten, so folgt
3 · a · b = 24552 (1)
2 · (ab + 3a + 3b) = 17454 (2)
aus (1) folgt ab = 8184 (3)
aus (2) folgt ab + 3a + 3b = 8727
Subtrahiert man hiervon (3), so folgt 3a + 3b = 543, also a + b = 181 (4).

Aus (4) folgt b = 181 − a ; setzt man dies in (3) ein, so folgt
a · (181 − a) = 8184 ; a − 181a + 8184 = 0

265
VII.I Gleichungen

Diese quadratische Gleichung hat die Lösungen


r r
181 32761 181 25
a1;2 = ± − 8184 = ±
2 4 2 4
a1 = 93 ; a2 = 88
Nach (4) gehören hierzu die Werte b1 = 88 bzw b2 = 93.

Man bestätigt, dass sie außer (4) auch (3) erfüllen, woraus für sie auch (1) und (2) als erfüllt folgen.
Damit sind die Längen der anderen Kanten ermittelt; sie betragen 88 cm und 93 cm.

b) Rolf könnte folgendermaßen zur Aufstellung eines Programms gelangen:

Wir lassen a die Werte 1, 2, 3, . . . durchlaufen. Für jedes a soll der Computer den Wert b aus (1)
berechnen und dann prüfen, ob (2) erfüllt wird (sowie, wenn das zutrifft, a und b ausgeben).

Das Ende des Ablaufs soll erreicht sein, wenn kein ganzzahliges b mehr auftreten kann. (Da b mit wach-
sendem a fällt (wie aus (1) ersichtlich ist), kann jedenfalls beendet werden, wenn b < 1 ist. Das wird
sicher erreicht (wichtig!), weil a nicht nur wächst, sondern sogar über jede Schranke hinaus wächst. Einen
solchen Ablauf realisiert z. B. das Programm
10 A=0
20 A=A+1
30 B=24552/3/A
40 IF B<1 THEN END
50 IF 2 * (A*B + 3*A + 3*B )=17454 THEN PRINT A,B
60 GOTO 20
Hinweis: Zur Verkürzung der Rechenzeit kann man Zahlenwerte, die im Ablauf oft gebraucht werden,
einmal zu Anfang ermitteln und an eine Variable übergeben.

Weiter kann man überhaupt das System (1),(2) durch das einfachere (3) (4) ersetzen (und dabei noch als

Folgerung aus (4) nutzen: Wächst a um 1, so fällt b um 1). Vor allem aber lässt sich die Abbruchbedingung
günstiger wählen: Es genügt, nur Paare mit a ≤ b zu suchen, was nach (4) mit a ≤ 90 gleichwertig ist (und
damit zudem ermöglicht, statt der obigen Zeilen 20, 40 60 das günstigere FOR-NEXT zu verwenden).

Praktischer ist also z. B. das Programm
10 P =8184
20 B=181
30 FOR A=1 TO 90
40 B=B-1
50 IF A*B=P THEN PRINT A,B
60 NEXT A

Aufgabe 321011:
Bernd rechnet mit einem einfachen Taschenrechner. Als Ergebnis der Aufgabe 1:7 erhält er die mit 7
Stellen nach den Dezimalpunkt gezeigte Zahl 0.1428571.

Nun meint er: Man kann den wahren Dezimalbruch finden, ohne noch einen weiteren Schritt zah-
lenmäßigen Rechnens durchführen zu müssen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit nur einem
einfachen weiteren Rechenschritt auszukommen.

Beschreiben und begründen Sie, wie der gesuchte Dezimalbruch auf eine dieser Arten gefunden werden
kann!

266
VII.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Bei dem bekannten schriftlichen Verfahren zur Division durch 7 können, wenn das Verfahren nicht mit
Rest 0 endet, höchstens sechs verschiedene Reste auftreten. Sobald derselbe Rest zweimal auftritt, tritt
eine Wiederholung der jeweils anschließend erhaltenen Ergebnisziffern ein. Daher muss der entstehende
Dezimalbruch, wenn er nicht nach spätestens 6 Stellen abbricht, periodisch-unendlich mit einer Peri-
odenlänge sein, die nicht größer als 6 ist.

Das Taschenrechnerergebnis 0.1428571 zeigt (gleichgültig, ob die letzte Ziffer 1 durch Runden oder Ab-
brechen ohne Runden zustandekam):

Es ergeben sich, beginnend mit der Zehntel-Ziffer 1, sechs verschiedene Ziffern, darunter die sechste nicht
aufzurundende Ziffer 7, und danach erfolgt kein Abbruch. Also kann der gesuchte wahre Dezimalbruch
nur der periodisch-unendliche Dezimalbruch 0,142857 sein.

Aufgabe 341015:
Geben Sie eine Gleichung in einer Unbekannten x so an, dass beide Seiten der Gleichung für alle
reellen Zahlen x definiert sind, dass die Gleichung unendlich viele reelle Zahlen als Lösung hat, von
denen aber keine ganzzahlig ist!

Zeigen Sie, dass die von Ihnen angegebene Gleichung diesen Bedingungen genügt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Zwei mögliche Beispiele sind:

I. Die Gleichung
1 3 1
x − + x− =
4 4 2
Offenbar sind beide Seiten für alle reellen Zahlen x definiert. Beweis der übrigen Eigenschaften:

1
Für alle x < 4 ist

1 3 1 3 1 1
x − + x− = − x + − x = 1 − 2x > 1 − 2 · =
4 4 4 4 4 2
1 3
für alle x mit 4 ≤x≤ 4 ist
1 3 1 3 1
x − + x− =x− + −x=
4 4 4 4 2
3
für alle x > 4 ist
1 3 1 3 3 1
x − + x− = x − + x − = 2x − 1 > 2 · − 1 =
4 4 4 4 4 2
1 3
Also sind genau alle x mit 4 ≤x≤ 4 Lösung der Gleichung; keine dieser Zahlen ist eine ganze Zahl.


Eine
andere
Nachweismöglichkeit entsteht unter Verwendung des Graphen der durch f (x) = x − 41 +
x − 3 definierten Funktion f (siehe Abbildung).
4

267
VII.I Gleichungen

y
5

3

y = x − 14 + x − 43
2

-2 -1 0 1 2 3 x

II. Die Gleichung sin x = 1. Wieder sind beide Seiten für alle reellen Zahlen x definiert; weiter gilt:

Alle Lösungen der Gleichung sind die Zahlen


π 4k + 1
+ 2kπ = π (k = 0, ±1, ±2, ...)
2 2
4k+1
Da π irrational ist und alle 2 rational und von 0 verschieden sind, sind alle Lösungen irrational, also
nicht ganzzahlig.

II Runde 2

Aufgabe V11025:
Peter sagt zu seinem Freund: Nimm in eine Hand eine gerade, in die andere eine ungerade Anzahl

Streichhölzer! Verdopple in Gedanken die Anzahl in der linken Hand, verdreifache die Anzahl in der
rechten Hand, addiere beides und nenne mir das Ergebnis! Ich werde dir dann sagen, in welcher Hand
du die gerade Anzahl hast.“
Wie macht Peter das? Begründen Sie Ihre Antwort!

Lösung von svrc:


Mit g = 2k für eine natürliche Zahl k bezeichnen wir die gerade Anzahl Streichhölzer. Mit u = 2l + 1 für
eine nichtnegative ganze Zahl l bezeichnen wir die ungerade Anzahl Streichhölzer. Es gibt zwei Varianten.

Erste Variante: Die gerade Anzahl Streichhölzer befindet sich in der linken Hand. Dann gilt für das
Ergebnis n1 des Rätsels
n1 = 2 · g + 3 · u = 4k + 6l + 3.
In diesem Falle gilt, dass das Ergebnis des Rätsels ungerade ist. Dann weiß Peter, dass sich die gerade
Anzahl Streichhölzer in der linken Hand befindet.

Zweite Variante: Die gerade Anzahl Streichhölzer befindet sich in der rechten Hand. Dann gilt für das
Ergebnis n2 des Rätsels
n2 = 2 · u + 3 · g = 6k + 4l + 2.
In diesem Falle gilt, dass das Ergebnis des Rätsels gerade ist. Dann weiß Peter, dass sich die gerade
Anzahl Streichhölzer in der rechten Hand befindet.

268
VII.I Gleichungen

Aufgabe 011021:
Im Jahre 1970 sollen in der Sowjetunion mindestens 900 Milliarden kWh und 1980 wenigstens 2700
Milliarden kWh Elektroenergie erzeugt werden. Für die USA nimmt die Bundesenergiekommission
1475 Milliarden kWh bzw. 2230 Milliarden kWh an.
Wann würde die UdSSR die USA in der Erzeugung von Elektroenergie überholt haben, wenn man
eine gleichmäßige Steigerung der Energieerzeugung annimmt?

Lösung von Christiane Czech:


Die produzierte Energiemenge E (in Mrd. kWh) lässt sich, wenn eine gleichmäßige Steigerung vorausge-
setzt wird, mit linearen Funktionen beschreiben, diejenige der Sowjetunion ist ESU = 900 + 180x, die der
USA EU SA = 1475 + 75,5x, wobei x die Anzahl der Jahre nach 1970 ist.
Die Energieproduktion beider Länder ist gleich, wenn

ESU = EU SA , also 900 + 180x = 1475 + 75,5x

oder nach Umstellen x ≈ 5,5 gilt. Dies wird somit im Jahre 1976 der Fall sein.

Aufgabe 021021:
Die in einem Stadtbezirk geleiteten Industriebetriebe erfüllten im I. Quartal 1962 den Plan der
Bruttoproduktion gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres mit 112,4%. Insgesamt wurden
für 4,7 Millionen DM mehr Waren produziert. Der Volkswirtschaftsplan wurde gleichzeitig um 5,6%
übererfüllt.
Wie hoch war die im Volkswirtschaftsplan vorgesehene Bruttoproduktion des I. Quartals 1962?

Lösung von André Lanka:


Im I. Quartal 1961 wurden Waren im Wert von
4,7 Millionen DM 4,7 Millionen DM
= ≈ 38 Millionen DM
12,4% 0,124
produziert. Im I. Quartal 1962 waren es demnach Waren im Wert von 38 Millionen DM ·1,124 ≈ 42,7
Millionen DM.
Das entspricht 105,6% des Volkswirtschaftsplans.
Vorgesehen waren also 42,7 Millionen
1,056
DM
≈ 40 Millionen DM.

Aufgabe 021022:
In einem Steinkohlenwerk soll für einen 800 m tiefen Schacht eine Förderanlage gebaut werden. Es
sollen Lasten bis zu 12 Mp gefördert werden.
Das Förderseil besteht aus Stahldrähten und verträgt unter Berücksichtigung der notwendigen Siche-
rung eine Belastung von 20 kp je mm2 Querschnitt.
Wie groß muss der metallische Querschnitt des Seils sein, damit es sowohl die eigene Last als auch
die zu fördernde Last tragen kann? (Wichte des Stahls γ = 7,8 cm p
3)

Lösung von André Lanka:


Das Seil muss das Gewicht von 12 Mp, sowie das Eigengewicht fördern. Das Eigengewicht ergibt sich als
kp 3
V · γ = x · 624 cm 2 . Dabei ist x der Querschnitt des Seils in cm .
kp
Das Seil fördert 2000 cm2 Querschnitt. Damit benötigt das Seil einen Querschnitt von

12000 kp
x= kp kp
≈ 8,721 cm2
2000 cm 2 − 624 cm2

269
VII.I Gleichungen

Aufgabe 061021:
Man ermittle alle reellen Zahlen a, für die eine der Wurzeln der quadratischen Gleichung
15
x2 − x+a=0
4
das Quadrat der anderen Wurzel ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die beiden Wurzeln der quadratischen Gleichung seien w und w2 . Dann gilt nach dem Vietaschen Wur-
zelsatz:
15
w2 + w = (1) ; w2 · w = a (2)
4
Aus (1) folgt
3 5
w1 = bzw. w2 = −
2 2
Wegen (2) ist
27 125
a1 = w13 = und a2 = w23 = −
8 8
Durch Einsetzen findet man, dass die ermittelten Werte tatsächlich den Bedingungen genügen:
15 27
x2 − x+ =0
4 8
9
hat die Wurzeln x1 = 4 und x2 = 32 .
15 125
x2 − x− =0
4 8
25
hat die Wurzeln x1 = 4 und x2 = − 52 . Die gestellte Bedingung wird von a1 = 27
8 und a2 = − 125
8 und
nur von diesen erfüllt.

Aufgabe 191021:
Ein rechteckiges Bild, dessen Seitenlängen sich wie 2 : 3 verhalten, soll einen überall gleich breiten
Rahmen erhalten, dessen Flächeninhalt so groß ist wie der des Bildes.
Ermitteln Sie alle diejenigen Werte des Längenverhältnisses der Außenkanten des Rahmens, die diese
Forderung erfüllen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei 2a die Länge der kürzeren Seite des Bildes, dann ist 3a die Länge seiner längeren Seite. Es sei d
die Breite des Rahmens, dann sind 2a + 2d bzw. 3a + 2d die Längen der Außenkanten des Rahmens.
Die in der Aufgabe gestellte Forderung ist genau dann erfüllt, wenn die von diesen Kanten eingeschlossene
Fläche einen doppelt so großen Flächeninhalt hat wie die des Bildes, d. h. genau dann, wenn

(2a + 2d)(3a + 2d) = 2 · 2a · 3a

gilt. Dies ist der Reihe nach äquivalent mit

6a2 + 4ad + 6ad + 4d2 = 12a2


4d2 + 10ad − 6a2 = 0
5 3
d2 + ad − a2 = 0
2 2
Diese quadratische Gleichung hat genau die Lösungen
r
5 25 24
d1,2 = − a ± a + a2
4 16 16
von denen genau d = a2 nicht negativ ist. Daher ist die Forderung genau dann erfüllt, wenn die Außen-
kanten die Längen 2a + 2 a2 = 3a und 3a + 2 a2 = 4a haben.

270
VII.I Gleichungen

Ist dies der Fall, so haben sie das Längenverhältnis 3:4, und auch umgekehrt gilt:
Haben die Außenkanten das Längenverhältnis (2a + 2d) : (3a + 2d) = 3 : 4, so folgt 8a + 8d = 9a + 6d also

2d = a und damit d = a2 . Somit erfüllt genau das Längenverhältnis 3:4 die Bedingungen der Aufgabe.

Aufgabe 231022:
Ermitteln Sie alle diejenigen geordneten Zahlenpaare (g; r) aus einer ganzen Zahl g und einer reellen
Zahl r, die die Gleichung erfüllen:
3
=g
3r2 + 1

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


I. Wenn ein Zahlenpaar (g; r) die verlangten Eigenschaften hat, so folgt:
Da das Quadrat jeder reellen Zahl ≥ 0 ist, gilt
3r2 + 1 ≥ 1 (1)
2
Hieraus folgt einerseits 3r + 1 > 0; daher und wegen 3 > 0 ist
3
>0
3r2 + 1
Andererseits folgt aus (1), dass
3 3
≤ =3
3r + 1
2 1
gilt. Somit erfüllt die ganze Zahl g die Ungleichung 0 < g ≤ 3 (2).
Aus 3r23+1 = g folgt weiter
3−g
3gr2 + g = 3 ; r2 =
3g
Diese Gleichung lautet für die ganzzahligen Lösungen von (2), wie in der Tabelle angegeben:
g r2 = 3−g
3g
1 r2 = 32
2 r2 = 16
3 r2 =0
Daher können nur die Paare
r ! r ! r ! r !
2 2 1 1
1; , 1; − , 2; , 2; − , (3; 0)
3 3 6 6
die verlangten Eigenschaften haben. q q
2 1
Sie haben diese Eigenschaften, denn 1, 2 und 3 sind ganze Zahlen und ± 3, ± 6, 0 sind reelle Zahlen.
Ein Probe durch Einsetzen der Zahlen bestätigt die Lösung.

Aufgabe 231024:
Beweisen Sie, dass es genau eine positive rationale Zahl x gibt, die die Gleichung xx = 27 erfüllt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt 33 = 27.
Aus 0 < x < 1 folgt auch xx < 1; denn da x rational ist, gibt es natürliche Zahlen p, q > 0 mit x = pq ,
√ √
und damit ist xx = xpq = q xp . Aus x < 1 folgt somit xp > 1 und daraus q xp < 1.
Aus x = 1 folgt xx = 1.
Aus 1 < x < 3 folgt xx < x3 , da für Potenzen mit einer Basis oberhalb 1 gilt: Je größer ihr Exponent ist,
um so größer ist ihre Potenz. Weiter folgt analog x3 < 33 .
Mit den gleichen Begründungen folgt aus x > 3, dass xx > x3 > 33 gilt.

Aus (I) bis (IV) folgt, dass unter allen positiven rationalen Zahlen x genau die Zahl x = 3 die Gleichung
xx = 27 erfüllt.

271
VII.I Gleichungen

III Runde 3

Aufgabe 011031:
Auf dem XXII. Parteitag der KPdSU wurde über die Leistungen der Bestarbeiter in der Landwirt-
schaft berichtet, die große Erfolge bei der Steigerung der Erträge für Getreide und Hülsenfrüchte
erreicht haben.
In einem Kolchos des Gebietes Winniza wurden 1961 auf einer Fläche von 708 ha 31 dt je ha Erbsen
geerntet. Ferner erzielte der Kolchos den hohen Ernteertrag von 60 dt je ha an Körnermais.
Von der gesamten Getreideanbaufläche (einschließlich Erbsen) waren 21 Prozent mit Erbsen und 30
Prozent mit Körnermais bestellt. Der durchschnittliche Ernteertrag für die Gesamtfläche betrug 38
dt je ha.
Wie groß war der Ernteertrag je ha für die übrigen Getreidekulturen?

Lösung von Christiane Czech:


Der Ertrag an Erbsen beträgt 708 · 31 dt. Da die 21% der gesamten Anbaufläche, auf denen Erbsen
708
angebaut werden, 708 ha entsprechen, beträgt die Gesamtfläche 0,21 ha. Auf dieser wurde also ein Ertrag
38·708
von 0,21 dt erzielt.
Die Maisanbaufläche beträgt 0,3·708 18·708
0,21 ha, es wurden also 0,21 dt Mais geerntet.
Die Fläche, auf der weder Mais noch Erbsen angebaut wurden, beträgt 0,49·708 0,21 ha. Damit beträgt der
Ernteertrag der restlichen Getreidekulturen
 
38·708 18·708
0,21 − 708 · 31 − 21 dt dt
0,49·708 = 27,5
0,21 ha ha

Aufgabe 051033:
Ermitteln Sie alle reellen Zahlen a, b und c für die gilt: a + bc = (a + b)(a + c).

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die gegebene Gleichung ist äquivalent mit jeder der folgenden Gleichungen
a + bc = a2 + ac + ab + bc ; a(a + b + c − 1) = 0 (1)
Da das Produkt zweier Zahlen dann und nur dann Null ist, wenn wenigstens einer seiner Faktoren Null
ist, folgt, dass
a=0 oder a+b+c−1=0
sein muss, und umgekehrt ist in jedem dieser Fälle die Gleichung (1) und damit die gegebene Gleichung
erfüllt. Die vorgegebene Gleichung ist also erfüllt für alle Zahlentripel (a,b,c) mit
1. a = 0 und reellen Zahlen b und c und
2. reellen Zahlen a, b und c, für die a + b + c = 1 gilt.
In allen anderen Fällen ist sie nicht erfüllt.

Aufgabe 051035:
Man gebe für die reellen Zahlen a, b, c, d Bedingungen an, die folgendes leisten:
1. Wenn die Bedingungen erfüllt sind, dann hat die Gleichung
a(x + 1) + b ax + b
= (1)
c(x + 1) + d cx + d
(mindestens) eine Lösung.
2. Wenn die Gleichung (1) eine Lösung hat, so sind die Bedingungen erfüllt.
Man ermittle, falls die Bedingungen erfüllt sind, alle Lösungen von (1). (Diskussion)

272
VII.I Gleichungen

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wenn die Gleichung (1) eine Lösung x0 besitzt, so gilt:
a(x0 + 1) + b ax0 + b
=
c(x0 + 1) + d cx0 + d
c(x0 + 1) + d 6= 0 ; cx0 + d 6= 0
Daraus folgt
(a(x0 + 1) + b)(cx0 + d) = (c(x0 + 1) + d)(ax0 + b) (2)
2 2
c + d > 0, weil c und d nicht gleichzeitig Null sein können. Und weiter

ad = bc ; c2 + d2 > 0 (3)

Wenn (1) eine Lösung besitzt, so muss (3) gelten, und umgekehrt, wenn (3) gilt, dann hat (1) eine Lösung;
denn aus (3) folgt, dass für alle reellen Zahlen x0 sicher (2) gilt, und daraus folgt weiter:
I. Ist c = 0, dann ist wegen (3) auch a = 0 und d 6= 0. Also ist für jede reelle Zahl x0 sicher (1) erfüllt.
II. Ist c 6= 0, dann ist die Gleichung (1) für jede reelle Zahl x0 4 mit x0 6= − dc und x0 6= − d+c
c erfüllt.
x0 = − dc und x0 = − d+c
c sind nicht Lösung von (1).

Aufgabe 061034:
Ermitteln Sie alle reellen Zahlen k, für die die Gleichung

x2 + x + 3 = k(x2 + 5)

eine in x quadratische Gleichung ist, die


a) eine Doppellösung hat!
b) zwei voneinander verschiedene reelle Lösungen hat!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die gegebene Gleichung ist genau dann in x quadratisch, wenn k 6= 1 ist. Sie ist dann äquivalent mit der
Gleichung
1 3 − 5k
x2 + x+ =0 (1)
1−k 1−k
Diese hat genau dann reelle Lösungen, wenn die folgenden Radikanten nicht negativ sind, und zwar die
Lösungen s √
1 1 3 − 5k 1 ± −20k 2 + 32k − 11
x1,2 = ± − =
2(k − 1) 4(1 − k)2 1−k 2(k − 1)

a) Die Gleichung (1) hat genau dann eine Doppellösung, wenn


8 11
−20k 2 + 32k − 11 = 0 d. h. k2 − k + =0
5 20
11 1
ist. Das ist für k = 10 und für k = 2 und nur für diese der Fall.
b) Die Gleichung (1) hat genau dann zwei voneinander verschiedene reelle Lösungen, wenn −20k 2 +32k −
11 > 0 ist. Daraus folgt
8 11
k2 − k + <0
5 20
und schließlich   
1 11
k− k− <0
2 20
1 11
Diese Ungleichung ist genau dann erfüllt, wenn entweder k − 2 > 0 und gleichzeitig k − 20 < 0 ist,
also für 21 < k < 1, 1 < k < 10
11
, oder
k − 21 < 0 und gleichzeitig k − 20 11
> 0 ist. Es gibt keinen Wert von k, der den letzten beiden
Ungleichungen gleichzeitig genügt.

273
VII.I Gleichungen

1 11
Also hat die Gleichung (1) für 2 < k < 1, 1 < k < 10 und nur für diese k voneinander verschiedene reelle
Lösungen.

Aufgabe 161032:
Von einer Gleichung
x4 + a3 x3 + a2 x2 + a1 x + a0 = 0
werde vorausgesetzt, dass alle Koeffizienten a3 , a2 , a1 und a0 ganze Zahlen sind.
Beweisen Sie, dass dann folgender Satz gilt!
Wenn eine rationale Zahl x eine Lösung dieser Gleichung ist, so ist x eine ganze Zahl.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, eine rationale Zahl x sei eine Lösung der gegebenen Gleichung. dann gibt es ganze Zahlen
q 6= 0 und p, die zueinander teilerfremd sind und für die x = pq ist. Hiernach ist

p4 p3 p2 p
4
+ a3 3 + a2 2 + a1 + a0 = 0 also
q q q q
p4 = −a(a3 p3 + a2 p2 q + a1 pq 2 + a0 q 3 )
Daher ist q ein Teiler von p4 , Da aber q zu p und folglich auch zu p4 teilerfremd ist, ergibt sich, dass q
nur +1 oder −1 sein kann.
Also ist x = pq eine ganze Zahl, w. z. b. w.

Aufgabe 181033:
Man ermittle alle diejenigen reellen Zahlen a, für die erstens die Terme, die auf beiden Seiten der
Gleichung
1 1 1 1 1 1 a(a + 5)
+ 2 + 2 + 2 + 2 + 2 = 2
a2 − 3a + 2 a − 5a + 6 a − 7a + 12 a − 9a + 20 a − 11a + 30 a − 13a + 42 a − 8a + 7
stehen, definiert sind und zweitens diese Gleichung gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Für jede reelle Zahl a gilt
a2 − 3a + 2 = (a − 1)(a − 2) ; a2 − 5a + 6 = (a − 2)(a − 3)
a2 − 7a + 12 = (a − 3)(a − 4) ; a2 − 9a + 20 = (a − 4)(a − 5)
a2 − 11a + 30 = (a − 5)(a − 6) ; a2 − 13a + 42 = (a − 6)(a − 7)
a2 − 8a + 7 = (a − 1)(a − 7)
Daher sind die Terme auf beiden Seiten der gegebenen Gleichung genau dann definiert, wenn a keine der
Zahlen 1, 2, . . . , 7 ist. Trifft dies zu, so gilt ferner für k = 1, . . . ,6
1 1 1
=− +
(a − k)(a − (k + 1)) a − k a − (k + 1)
Also ist für reelles a 6= 1, 2, . . . , 7 die gegebene Gleichung genau dann erfüllt, wenn
1 1 a(a + 5)
+ = 2
a−1 a−7 a − 8a + 7
oder, für reelles a 6= 1, 2, . . . , 7 gleichbedeutend hiermit
−(a − 7) + (a − 1) 6 a2 + 5a
= 2 = 2
(a − 1)(a − 7) a − 8a + 7 a − 8a + 7
a2 + 5a − 6 = 0
gilt. Da die letztgenannte Gleichung genau die reellen Lösungen a = 1 und a = −6 hat, ist sie für reelles
a 6= 1, 2, . . . , 7 äquivalent mit a = −6. Also erfüllt genau diese Zahl die Bedingungen der Aufgabe.

274
VII.I Gleichungen

Aufgabe 231031:
Ermitteln Sie alle diejenigen geordneten Paare (g; r) aus einer ganzen Zahl g und einer reellen Zahl
r, für die
r
=g
r2 − 6r + 10
gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


1. Wenn (g; r) ein Paar mit den verlangten Eigenschaften ist, so folgt:
Ist g = 0, so ist r = 0. Ist g 6= 0, so folgt: r erfüllt die Gleichung
1
r2 − (6 + )r + 10 = 0
g
Deren Diskriminante ist folglich nichtnegativ, d. h., es gilt
 2
1 3 + 1 ≥ 10

3+ − 10 ≥ 0 ⇒
2g 2g
1 1 1
Da g ganzzahlig und von 0 verschieden ist, gilt |g| ≥ 1, also |g| ≤ 1 und daher g ≥ −1, 3 + 2g ≥ 3 − 12 > 0
1 1
Also ist |3 + 2g | = 3 + 2g und es folgt weiter

1 √ 1 √
3+ ≥ 10 ⇒ ≥ 10 − 3
2g 2g
√ 1 1

Wegen 10 − 3 > 0 also einerseits 2g > 0, g > 0, andererseits 2g ≤ √10−3 = 10 + 3 < 8, g < 4.
Daher verbleiben (im Fall g 6= 0) nur die Möglichkeiten der folgenden Tabelle
g r2 − (6 + g1 r) + 10 = 0 Lösungen
q
2 7 9
1 r − 7r + 10 = 0 r1,2 = 2 ± r1 = 5, r2 = 2
q4
13 9 5
2 r2 − 6,5r + 10 = 0 r1,2 = 4 ± r1 = 4, r2 =
q 16 2
19 19 1 10
3 r2 − 3 r + 10 = 0 r1,2 = 6 ± 36 r1 = 3 , r2 = 3

Also können höchstens folgende geordnete Paare die Bedingungen der Aufgabe erfüllen:
5 10
(0; 0), (1; 5), (1; 2), (2; 4), (2; ), (3; ), (3; 3)
2 3
2. Diese Paare (g; r) erfüllen die Bedingungen der Aufgabe; denn in ihnen ist jeweils g ganzzahlig und es
gilt:
g r r2 − 6r + 10 r
r 2 −6r+10
0 0 10 0
1 5 25 − 30 + 10 = 5 1
1 2 4 − 12 + 10 = 2 1
2 4 16 − 24 + 10 = 2 2
5 25 60 40 5
2 2 4 − 4 + 4 = 4 2
10 100 180 90 10
3 3 9 − 9 + 9 = 9 3
3 3 9 − 18 + 10 = 1 3

Aufgabe 281034:
Ermitteln Sie alle diejenigen Paare (a; b) reeller Zahlen, die die folgenden Gleichung (1) erfüllen!

a3 − b3 − a2 + b2 + a − b = 0 (1)

275
VII.I Gleichungen

Lösung von Steffen Polster:


Durch Polynomdivision folgt a3 − b3 = (a − b)(a2 + ab + b2 ) und mittels binomischer Formel a2 − b2 =
(a − b)(a + b). Dann wird aus (1)

a3 − b3 − a2 + b2 + a − b = (a − b)(a2 + ab + b2 ) + (a − b)(a + b) + (a − b) = 0
= (a − b)(a2 + ab + b2 + a + b + 1) = 0

Offensichtlich erfüllen damit alle Paare (a,b) mit a = b die Gleichung (1). Der zweite Faktor kann nicht
Null werden, da gilt

a2 + ab + b2 + a + b + 1 = a2 + a(b + 1) + b2 + b + 1 = 0
r
b+1 b2 + 2b + 1 − (4b2 + 4b + 4)
a1;2 = − ±
2 4
v !
r u  2
b+1 3 2 2 b+1 u 3 1 8
=− ± − (b + b + 1) = − ± t− b+ +
2 4 3 2 4 3 9

Der Radikand ist damit stets negativ. Damit gibt es kein reelles Paar (a,b) mit (a2 +ab+b2 +a+b+1) = 0.
(1) hat ausschließlich alle Paare (a,b) mit a = b als Lösungen.

Aufgabe 311032:
Man ermittle und zeichne in einem x,y-Koordinatensystem alle diejenigen Punkte, deren Koordinaten
(x; y)
a) die Gleichung [x]2 + [y]2 = 1 (1)
b) die Gleichung [x2 ] + [y 2 ] = 1 (2)
erfüllen.
Gegebenenfalls ist jeweils durch einen der Zeichnung beigefügten Text zu sichern, dass für jeden
Punkt der Ebene eindeutig aus der Darstellung hervorgeht, ob er zur Menge der anzugebenden
Punkte gehört oder nicht.
Hinweis: Ist z eine reelle Zahl, so wird diejenige ganze Zahl g, für die g ≤ z < g + 1 gilt, mit g = [z]
bezeichnet.

Lösung von Steffen Polster:


a) Nach Definition ergibt [z] für jedes reelle z eine ganze Zahl. Die Quadrate [x]2 , [y]2 sind sicher ≥ 0 und
damit wird [x]2 , [y]2 ∈ {0, 1, 4, 9, ...}. Ist (x,y) Lösung von (1), so können [x]2 , [y]2 nur die Werte 0 oder
1 annehmen:

1. Fall: [x]2 = 0, [y]2 = 1

Damit [x]2 = 0 gilt, muss [x] = 0 und 0 ≤ x < 1 gelten. [y]2 = 1 ergibt [y] = 1 oder [y] = −1 und die
möglichen Intervalle 1 ≤ y < 2 bzw. −1 ≤ y < 0.
y

-2 -1 0 1 2 x

-1

-2

276
VII.I Gleichungen

In der grafischen Darstellung sind damit alle Punkte der doppelgerasterten Bereiche Lösung. Dabei
gehören die Punkte auf den Strecken (0,2) - (0,1) – (1,1) und (0,0) – (0, − 1) – (−1,1) mit Ausnah-
me der Endpunkte (0,2), (1,1), (0,0) und (−1,1) zur Lösungsmenge. Die anderen Seitenränder der zwei
quadratischen Bereiche gehören nicht zur Lösung.

2. Fall: [x]2 = 1, [y]2 = 0

In Analogie zum 1.Fall wird: 0 ≤ y < 1 und 1 ≤ x < 2 bzw. −1 ≤ x < 0.

Die Lösungsmenge der Aufgabe a) ist damit


y

-2 -1 0 1 2 x

1 = [x]2 + [y]2
-1

In der grafischen Darstellung sind damit alle Punkte der doppelgerasterten Bereiche Lösung. Dabei
gehören die Punkte auf den Strecken (0,2) - (0,1) – (1,1), (0,0) – (0, − 1) – (−1,1), (−1,1) – (−1,0)
– (0,0) und (1,1) – (1,0) – (2,0) mit Ausnahme der Endpunkte (0,2), (1,1), (0,0), (−1,1), (2,0) zur
Lösungsmenge. Die anderen Seitenränder der zwei quadratischen Bereiche gehören nicht zur Lösung.

b) Die Quadrate [x2 ], [y 2 ] sind sicher ≥ 0, da x2 und y 2 nicht negativ sind. Da [x2 ], [y 2 ] ganzzahlig sind
und wird [x2 ], [y 2 ] ∈ {0, 1, 2, 3, ...}. Ist (x,y) Lösung von (2), so können [x2 ], [y 2 ] nur die Werte 0 oder 1
annehmen:

1. Fall: [x2 ] = 0, [y 2 ] = 1

Damit [x2 ] = 0 gilt, muss x2 im Intervall 0 ≤ x2 < 1 liegen und somit −1 < x √ < 1 gelten.√
[y 2 ] = 1 ergibt das Intervall 1 ≤ y 2 < 2 und damit die zwei Intervalle 1 ≤ y < 2 und − 2 < y ≤ −1.
y

-2 -1 0 1 2 x

-1

-2

In der grafischen Darstellung sind damit alle Punkte der doppelgerasterten Bereiche Lösung. Dabei
gehören die Punkte auf den Strecken von (−1,1) nach (1,1) sowie von (−1,−1) nach (−1,1) mit Ausnahme
der Endpunkte (−1,1), (1,1), (−1, − 1) und (1, − 1) zur Lösungsmenge. Die anderen Seitenränder der
zwei rechteckigen Bereiche gehören nicht zur Lösung

2. Fall: [x2 ] = 1, [y 2 ] = 0

277
VII.I Gleichungen

√ √
In Analogie zum 2.Fall wird: −1 < y < 1 und 1 ≤ x < 2 bzw. − 2 < x ≤ −1.

Die Lösungsmenge der Aufgabe b) ist damit


y

-2 -1 1 2 x

-1
2 2
1 = [x ] + [y ]
-2

Aufgabe 331031:
1
Beweisen Sie, dass sich der Bruch 1994 als Summe von genau 1994 Stammbrüchen darstellen lässt,
von denen keine zwei einander gleich sind!
Hinweis: Ein Bruch heißt genau dann ein Stammbruch, wenn sein Zähler 1 lautet und sein Nenner
eine natürliche Zahl ist.

Lösung von cyrix:


Es ist
1 1 1 1 1 1 1 1
= + = + 2 + 2 = ··· = + 2 + ...
1994 2 · 1994 2 · 1994 2 · 1994 2 · 1994 2 · 1994 2 · 1994 2 · 1994
1 1 1 1 1 1 1
· · ·+ + = + +· · ·+ 1992 + +
21992 · 1994 21992 · 1994 2 · 1994 22 · 1994 2 · 1994 3 · 21991 · 1994 6 · 21991 · 1994
.

Alternativ-Lösung von cyrix:


Wir zeigen allgemeiner, dass sich jeder Stammbruch k1 als Summe von n ≥ 3 verschiedenen Stammbrüchen
schreiben lässt. Die Behauptung folgt dann für n = k = 1994.

Sei zuerst n = 3. Dann gilt offenbar k1 = 2k


1 1
+ 3k 1
+ 6k , sodass sich jeder Stammbruch als Summe von drei
verschiedenen Stammbrüchen schreiben lässt.

Lässt sich aber jeder Stammbruch als Summe von n − 1 verschiedenen Stammbrüchen darstellen, so auch
jeder als Summe von n verschiedenen:

1
Ist nämlich 2k = a11 + a12 + · · · + an−1
1 1
eine Darstellung von 2k als Summe von n − 1 ≥ 3 paarweise
verschiedener Stammbrüche, so sind deren Nenner alle größer als 2k und es gilt k1 = 2k
1
+ a11 + a12 +· · ·+ an−1
1
,
sodass auch jeder Stammbruch als Summe von genau n verschiedenen Stammbrüchen geschrieben werden
kann.
Wiederholte Anwendung dieses Prozesses, der die Summandenanzahl jeweils um eins erhöht, zeigt diese
Aussage für alle natürlichen Zahlen n ≥ 3, .

278
VII.I Gleichungen

Aufgabe 341032:
Berechnen Sie die Zahl

123456785 · 123456787 · 123456788 · 123456796 − 123456782 · 123456790 · 123456791 · 123456793

ohne die Zahlenwerte der beiden Produkte einzeln zu berechnen!

Lösung von cyrix:


Mit n := 123456789 ist also die Differenz

D := (n − 4) · (n − 2) · (n − 1) · (n + 7) − (n − 7) · (n + 1) · (n + 2) · (n + 4)

zu berechnen. Dabei ergeben sich beim Ausmultiplizieren der Produkte jeweils gleiche Vorzeichen bei den
Termen mit geraden Exponenten von n und verschiedene bei ungeraden Exponenten von n. Es ergibt
sich also
= 2n3 · (−4 − 2 − 1 + 7) + 2n · (−8 + 56 + 28 + 14) = 180n = 22.222.222.020

IV Runde 4

Aufgabe 011041:
Wie auf dem XXII. Parteitag der KPdSU mitgeteilt wurde, wird in der Sowjetunion von 1960 bis
1980 die Produktion von Produktionsmitteln (d.s. Rohstoffe, Maschinen, Ausrüstungen für Industrie,
Landwirtschaft und Verkehr usw.) auf das 6,8 fache steigen.
Aber auch die Produktion von Gebrauchsgütern (Güter, die für den Bedarf der Bevölkerung bestimmt
sind) soll stark anwachsen, sie soll auf das Fünffache steigen. Die gesamte Industrieproduktion steigt
auf das 6,2 fache.
a) Wieviel Prozent der gesamten Industrieproduktion betrug der Anteil der Produktion von Produk-
tionsmitteln im Jahr 1960?
b) Wieviel Prozent würde er im Jahre 1980 betragen?

Lösung von Eckard Specht:


Seien a0 , b0 und c0 die Produktion von Produktionsmitteln, Gebrauchsgütern bzw. die gesamte Indus-
trieproduktion im Jahr 1960 sowie a1 , b1 und c1 die avisierten Größen im Jahr 1980.
Dann gilt a1 = 6,8a0 , b1 = 5,0b0 und c1 = 6,2c0 und ferner a0 + b0 = c0 und a1 + b1 = c1 bzw.
6,8a0 + 5,0b0 = 6,2c0 . Die erste Gleichung wird nun durch c0 , die zweite durch 6,2c0 dividiert. Dies liefert
das lineare Gleichungssystem
a0 b0 34 a0 25 b0
+ =1 ; + =1
b0 c0 31 c0 31 c0

welches die Lösung ac00 = 32 und cb00 = 31 besitzt.


2
a) Im Jahr 1960 betrug der Anteil der Produktion von Produktionsmitteln demnach a0
c0 = 3 = 66,7%.
34 a0 68
b) Im Jahr 1980 hätte dieser Anteil 31 c0 = 93 = 73,1% betragen.

Aufgabe 051044:
Man berechne die Differenz D aus der Summe der Quadrate aller geraden natürlichen Zahlen ≤ 100
und der Summe der Quadrate aller ungeraden natürlichen Zahlen < 100.

Lösung von ZePhoCa:


50
P
Es gilt: Summe der ungeraden Quadrate < 100 = (2i − 1)2 und Summe der geraden Quadrate ≤ 100 =
i=1
50
P
(2i)2 . Also gilt
i=1

279
VII.I Gleichungen

50
X 50
X 50
X 50
X 50
X
D= (2i)2 − (2i − 1)2 = 4i2 − (4i2 − 4i + 1) = −50 + 4i =
i=1 i=1 i=1 i=1 i=1

50
= −50 + 4 · · 51 = 5050
2

Aufgabe 051045:
Man ermittle sämtliche reellen Zahlen x und y, die die Gleichung erfüllen:

[sin (x − y) + 1] · [2 cos (2x − y) + 1] = 6

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen −1 ≤ sin α ≤ 1 und −1 ≤ cos α ≤ 1 gilt

[sin (x − y) + 1] · [2 cos (2x − y) + 1] ≤ 6

für alle reellen x und y, und das Gleichheitszeichen steht genau dann, wenn gleichzeitig

sin (x − y) = 1 ; cos (2x − y) = 1 (1)

gilt. Das Gleichungssystem (1) ist daher mit der gegebenen Gleichung äquivalent und genau dann erfüllt,
wenn es zwei ganze Zahlen m und n gibt, so dass
π
x−y = + 2mπ ; 2x − y = 2nπ
2
gilt. Daher erhält man alle Lösungen der gegebenen Gleichung, wenn k = n−m und m in der Gleichungen
π π
x=− + 2(n − m)π = − + 2kπ
2 2
y = [2(n − 2m) − 1] π = [2(k − m) − 1] π
unabhängig voneinander alle ganzen Zahlen durchlaufen.

Aufgabe 071044:
Ermitteln Sie den Flächeninhalt eines rechtwinkligen Dreiecks aus der Länge seiner Hypotenuse und
der Summe der Sinus seiner spitzen Winkel!
Welche Werte kann die Sinussumme annehmen?

Lösung von cyrix:


Wir bezeichnen die Winkel und Seiten des Dreiecks auf kanonische Weise, sodass die Hypotenuse c, die
Katheten a und b sowie die ihnen gegenüberliegenden Innenwinkel mit α bzw. β lautet.

Nach der Definition der Sinusfunktion im rechtwinkligen Dreieck gilt sin α = a


c und analog

b a+b
sin β = also sin α + sin β =
c c
bzw.
1 1 1 1 
A= ab = · (2ab) = · ((a + b)2 − (a2 + b2 )) = · (sin α + sin β)2 c2 − c2 =
2 4 4 4
c2
= · ((sin α + sin β)2 − 1)
4

280
VII.I Gleichungen

Für feste Hypotenusenlänge c kann sich, damit das Dreieck bei C einen rechten Winkel besitzt, nach dem
Satz des Thales der Punkt C nur auf einem Kreis, der die Hypotenuse als Durchmesser hat, bewegen.
Damit ist die Höhe auf c nach unten durch 0 und nach oben durch  den Umkreisradius, also 2c beschränkt,
1
sodass der Flächeninhalt des Dreiecks im Intervall 0; 2 · c · 2 aus Stetigkeitsgründen jeden Wert anneh-
c

men kann, sodass√0 < (sin α + sin β)2 − 1 ≤ 1 gilt und damit die Sinussumme also genau die Werte aus
dem Intervall (1; 2] annimmt.

Aufgabe 091044:
Beweisen Sie folgenden Satz!
Wenn s und t von Null verschiedene reelle Zahlen und a, b und c drei paarweise voneinander verschie-
dene Lösungen der Gleichung sx2 · (x − 1) + t · (x + 1) = 0 sind, so gilt:
 
1 1 1
(a + b + c) + + = −1
a b c

Lösung von cyrix:


a,b,c sind die drei Nullstellen des normierten Polynoms x2 · (x − 1) + t
s · (x + 1). Daher gilt

t
(x − a)(x − b)(x − c) = x2 (x − 1) + · (x + 1) .
s
Durch Ausmultiplizieren und Koeffizientenvergleich erhalten wir

−a − b − c = −1
t
ab + bc + ac =
s
t
−abc =
s
und somit  
1 1 1 ab + bc + ac t
(a + b + c) + + = (a + b + c) · = 1 · s t = −1 .
a b c abc −s

Aufgabe 131045:
Veranschaulichen Sie in einem rechtwinkligen kartesischen Koordinatensystem die Menge aller Zah-
lenpaare (x; y), die die folgende Gleichung erfüllen!

||x| + ||y| − 3| − 3| = 1

Lösung von cyrix:


Zunächst stellen wir fest, dass f (x,y) = f (−x,y) und f (x,y) = f (x, − y), es liegt also eine Symmetrie zur
x-Achse und zur y-Achse vor. Wir können uns also auf den ersten Quadranten beschränken. Es gilt dann
x,y > 0 und die Gleichung geht über in |x + |y − 3| − 3| = 1.
Sei nun 0 < y < 3. Wir erhalten |x − y + 3 − 3| = 1 ⇐⇒ |x − y| = 1. Für x > y erhalten wir dann
y = x − 1 und für y > x folgt y = x + 1. Sei nun y ≥ 3.
Dann geht unsere Gleichung über in |x + y − 6| = 1. Für x + y < 6 erhalten wir y = −x + 5 und für
x + y ≥ 6 folgt y = 7 − x.
Zeichnen wir die 4 Geraden und spiegeln diese, so erhalten wir also folgendes schönes Bild:

281
VII.I Gleichungen

−5 −4 −3 −2 −1 1 2 3 4 5
−1

−2

−3

−4

−5

−6

−7

Aufgabe 141041:
Es sei        
4 4 4 4
z= 1− · 1 − 2 · 1 − 2 · ... · 1 −
12 3 5 1992
Man stelle die rationale Zahl z in der Form z = p
q dar, wobei p, q ganze, teilerfremde Zahlen sind und
q > 0 ist!

Lösung von anonymes Mitglied des Forums Matheplanet“:



Es ist
2
4 4k − 4k − 3 2k − 3 2k + 1
1− = = ·
(2k − 1)2 (2k − 1)2 2k − 1 2k − 1
Daraus folgt
n  
4 2k − 3 2k + 1 −1 3 1 5 3 7 2n − 3 2n + 1 2n + 1
Y n
Y
1− = · = · · · · · · ... · · =−
(2k − 1)2 2k − 1 2k − 1 1 1 3 3 5 5 2n − 1 2n − 1 2n − 1
k=1 k=1

Nun ist ggT(2n + 1,2n − 1) = 1, dieses folgt z. B. leicht mithilfe des euklidischen Algorithmus:
2n + 1 = 1 · (2n − 1) + 2
2n − 1 = (n − 1) · 2 + 1
2=2·1+0
2·100+1 201
Der Produktwert z folgt mit n = 100: z = − 2·100−1 = − 199

Aufgabe 151043A:
Ist z eine reelle Zahl, so werde mit [z] diejenige ganze Zahl [z] = g bezeichnet, für die g ≤ z < g + 1
gilt.
Man ermittle alle reellen Zahlen x, für die −10 ≤ x ≤ 2 und [x2 ] = [x]2 gilt!

Lösung von MontyPythagoras:


Offenkundig wird durch [x] die reelle Zahl x auf die nächstkleinere ganze Zahl abgerundet. Gemäß Defi-
nition gilt:
[x2 ] ≤ x2 < [x2 ] + 1
Und laut Aufgabenstellung [x2 ] = [x]2 , so dass gelten muss:

[x]2 ≤ x2 < [x]2 + 1

282
VII.I Gleichungen

Es sei nun x = g + f , wobei g = [x] der nächstkleineren ganzen Zahl entspreche, und es gilt darüber
hinaus 0 ≤ f < 1. Daher:
g 2 ≤ (g + f )2 < g 2 + 1
g 2 ≤ g 2 + 2gf + f 2 < g 2 + 1
0 ≤ 2gf + f 2 < 1
Die Gleichung ist schon einmal grundsätzlich erfüllt für f = 0, so dass alle ganzzahligen
x ∈ {−10, − 9,...,1,2} die Gleichung erfüllen. Sei nun x nicht ganzzahlig, also f > 0. Aufgeteilt auf
zwei Ungleichungen muss gelten:

(1) 2gf + f 2 > 0 und (2) 2gf + f 2 < 1

Da f > 0 ist, folgt aus (1) als weitere Voraussetzung

2g + f > 0

woraus man schon einmal schließen kann, dass g ≥ 0 sein muss, da f < 1 ist. Somit kommt grundsätzlich
nur x > 0 in Frage, und damit nur g = 0 oder g = 1. Aus (2) folgt:
p p
−g − g 2 + 1 < f < −g + g 2 + 1

Da außerdem f > 0 gelten muss, die linke Seite hier aber kleiner als null ist, folgt als schärfere Bedingung:
p p
0 < f < −g + g 2 + 1 oder g < x < g2 + 1

Für g = 0 bedeutet das 0 < x < 1, für g = 1 folgt 1 < x < 2.
Gesamtlösung: Vereinigt
√ man diese Lösungsintervalle mit den ganzzahligen Lösungen x = 0 und x = 1,
gilt allgemein 0 ≤ x < 2, sowie alle ganzen Zahlen im Intervall [−10,2].

Aufgabe 161043B:
Ermitteln Sie alle diejenigen reellen Zahlen p, für die die Gleichung

x2 − p + 3p2
+ 2x = 3
x−p
eine Lösungsmenge L hat, die
a) leer ist,
b) genau ein Element enthält,
c) aus mehr als einem Element besteht!

Lösung von Steffen Polster:


Sicher muss x 6= p gelten. Schrittweises Umformen liefert

3x2 − 2px + p(3p − 1) = 3(x − p)


3x2 − x · (2p + 3) + p · (3p + 2) = 0
2p + 3 p(3p + 2)
x2 − x+ =0
3 3
Diese quadratische Gleichung hat die von p abhängigen Lösungen
r
2p + 3 1
x1;2 = ± (−32p2 − 12p + 9)
6 6

Die Diskriminante ist D = 61 (−32p2 − 12p + 9). Für D < 0 existiert keine reelle Lösung x, für D = 0
genau eine Lösung x0 und für D > 0 zwei Lösungen x1 , x2 .
3 3
−32p2 − 12p + 9 = 0 ⇒ p1 = − ; p2 =
4 8

283
VII.I Gleichungen

Die Funktion f (p) = −32p2 − 12p + 9 wäre in einer grafischen Darstellung eine nach unten geöffnete
Parabel (Koeffizient vor p2 ist negativ), hätte ein lokales Maximum und zwischen p1 und p2 positive
Funktionswerte.
Damit ergibt sich als Lösung:
1. für p < − 34 oder p > 38 hat die Ausgangsgleichung keine reelle Lösung x.
2. für p1 = − 43 und p2 = 38 hat die Ausgangsgleichung jeweils genau eine reelle Lösung x.
3. für − 43 < p < 38 hat die Ausgangsgleichung jeweils genau zwei reelle Lösungen x1 und x2 .

Aufgabe 191042:
Beweisen Sie, dass die folgende Gleichheit gilt!
1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
1− + − + −... + − = + + + ... + +
2 3 4 465 466 234 235 236 465 466

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wir formen die Gleichung in der Aufgabenstellung äquivalent um wie folgt
1 1 2 1 2
1− + −... + = + + ... +
2 233 234 236 466
1 1 1 1 1
1 − + −... + = + + ... +
2 233 117 118 233

1 1 2 2 2
1− + −... − = + + ... +
2 166 118 120 232
1 1 1 1 1
1 − + −... − = + + ... +
2 166 59 60 116
Entsprechend ergeben sich folgende weitere Zwischenergebnisse
1 1 1 1 1
1− + −... − = + + ... +
2 58 30 31 58
1 1 1 1 1
1 − + −... + = + + ... +
2 29 15 16 29
1 1 1 1 1
1 − + −... − = + + ... +
2 14 8 9 14
1 1 1 1 1
1 − + −... + = + + ... +
2 7 4 5 7
1 1 1 1
1− + = +
2 3 2 3
Die letzte Gleichung ist offensichtlich wahr. Da die Umformungen äquivalent sind, ist damit die behauptete
Gleichung bewiesen.

Aufgabe 221043A:
a) Jemand fragt nach reellen Zahlen a, b mit der Eigenschaft, dass die Gleichung

ax = b · cos x (1)

genau 1983 positive reelle Lösungen x hat (unabhängig von der Anzahl der eventuell vorhandenen
nicht positiven Lösungen).
Geben Sie ein solches Paar (a; b) reeller Zahlen an und beweisen Sie, dass es die genannte Eigenschaft
besitzt!
b) Ermitteln Sie zu dem von Ihnen angegebenen Paar (a; b) für eine positive Lösung x0 der Gleichung
(1) die Zahl [x0 ], d.i. diejenige ganze Zahl g = [x0 ], für die g ≤ x0 < g + 1 gilt!

284
VII.I Gleichungen

c) Gibt es auch eine reelle Zahl a mit a > 0 und a 6= 1 derart, dass für jede reelle Zahl b 6= 0 die
Gleichung (1) unendlich viele positive reelle Lösungen x hat?
Hinweise:
1. Als Näherungswert für π kann auf 4 Dezimalstellen genau π = 3,1416 verwendet werden.
2. Bei der Herleitung von Aussagen über Lösungen der Gleichung (1) sind auch graphisch-anschaulich
begründete Beweismittel zugelassen.

Lösung von MontyPythagoras:


Die Zahl der positiven reellen Lösungen ist nur dann beschränkt, wenn a > 1 ist, weil nur dann mit
wachsendem x irgendwann ax > |b| ist, und damit die Anzahl der Lösungen endlich ist. Bei a < 1 würde
ax gegen null gehen und unendlich viele Schnittpunkte mit b cos x haben. Da ax > 1 für x > 0 ist, muss
außerdem |b| > 1 sein, um überhaupt Schnittpunkte zu produzieren. Damit ist Aufgabenteil c) schon
beantwortet.

Aufgrund der relativ großen Beliebigkeit kann man für Aufgabenteile a) und b) angenehme“ Zahlen

wählen. Zeichnet man beispielhaft die Graphen der Kurven ax und b cos x, stellt sich das Problem wie
folgt dar:
y
2

0 x0 1 2 3 4 5 6 x

-1

-2

In grün dargestellt ist die Funktion f (x) = ax , in rot die Funktion g(x) = b cos x, wobei allerdings auf
der x-Achse hier Vielfache von 2π gezählt werden.

Man erkennt leicht, dass innerhalb eines Intervalls von der Breite 2π immer genau zwei Schnittpunkte
liegen. Die Kurve f schneidet immer einen positiven Peak der Kosinusfunktion doppelt, so dass in diesem
Beispiel eine ungerade Anzahl von positiven Schnittpunkten vorliegt. Man muss die Zahlen a und b also
so wählen, dass die grüne“ Kurve zwischen zwei positiven Peaks der roten“ Kurve austritt. In diesem
” ”
Beispiel tritt sie nach Peak Nummer 5 aus und wir haben 11 Schnittpunkte.

Da wir genau 1983 positive Nullstellen wollen, muss der Austritt erfolgen nach Peak Nummer 991. Daher
muss gelten:
a991·2π = a1982π < b
und
a992·2π = a1984π > b
Wir setzen daher einfach
b = a1983π
mit a,b > 1. Damit ist Aufgabenteil a) immer erfüllt. Wir geben nun b = 2 vor, so dass
1
a = 2 1983π

Dann ist a nur geringfügig größer als 1. Die grüne“ Kurve beginnt also sehr flach, es ist f (x) ≈ 1 für

kleine x. Der erste Schnittpunkt liegt also etwa bei

1 ≈ 2 cos x0
π
x0 ≈ ≈ 1.047
3

285
VII.I Gleichungen

Daher gilt [x0 ] = 1, was Aufgabenteil b) erfüllt.

Aufgabe 221045:
Beweisen Sie, dass die Gleichung

x4 + 5x3 + 6x2 − 4x − 16 = 0

genau zwei reelle Lösungen hat!

Lösung von cyrix:


Es ist
0 = x4 + 5x3 + 6x2 − 4x − 16 = x4 − 16 + 5x3 + 6x2 − 4x = (x2 − 4)(x2 + 4) + 5x · x2 + 6x2 − 4x
= (x2 − 4)(x2 + 4) + (2x + 3x) · x2 + (2x) · (3x) + (2x − 3x) · 4
= (x2 − 4)(x2 + 4) + (2x) · (x2 + 4) + (3x) · (x2 − 4) + (2x) · (3x)
= (x2 − 4 + 2x) · (x2 + 4 + 3x) = (x2 + 2x − 4) · (x2 + 3x + 4) .
Da x2 + 3x + 4 = (x + 23 )2 + 74 stets positiv ist, folgt also aus der Gleichung der Aufgabenstellung

x2 + 2x − 4 = 0 bzw. (x + 1)2 = 5, also x = −1 ± 5, sodass die Gleichung genau zwei verschiedene reelle
Lösungen besitzt, .

Aufgabe 231045:
Ermitteln Sie alle diejenigen Winkelgrößen x, für die 0◦ ≤ x ≤ 180◦ (1) und
 √ 
2 sin x − sin x · sin x = 1 (2)

gilt!

Lösung von cyrix: √


Die Gleichung ist äquivalent zu sin x · 2 sin x = 1 + sin2 x.

√ √
sin x
Für den angegebenen Bereich für x ist 0 ≤ sin x ≤ 1. Also ist sin x ≤ 1 und damit 2 ≤ 2, wobei
Gleichheit nur genau für sin x = 1, also x = 90◦ eintritt.

Für alle reellen Zahlen z gilt 2z ≤ 1 + z 2 , wobei Gleichheit nur für z = 1 eintritt, da diese Ungleichung
äquivalent ist zu 0 ≤ 1 − 2z + z 2 = (1 − z)2 .
Also ist für x 6= 90◦ und damit z := sin x 6= 1

1 + sin2 x = sin x · 2 sin x
< sin x · 2 < 1 + sin2 x
was ein Widerspruch darstellt. Also kann x nicht verschieden von90√◦ sein.
Für x = 90◦ und damit sin x = 1 folgt aber schnell die Identität 2 1 − 1 · 1 = (21 − 1) = 1, sodass es
genau eine Lösung für x im vorgegebenen Intervall gibt, nämlich x = 90◦ .

Aufgabe 251044:
Ermitteln Sie alle diejenigen von 0 verschiedenen reellen Zahlen r, für die die Gleichung
2x 1 4x − r + 6
+ =
r(x + r) x − 2r r(x − 2r)(x + r)

a) genau zwei verschiedene reelle Lösungen, b) genau eine reelle Lösung, c) keine reelle Lösung besitzt!

286
VII.I Gleichungen

Lösung von cyrix:


Ist x 6= −r und x 6= 2r, so geht die Gleichung durch Multiplikation mit dem Hauptnenner äquivalent
über in

4x − r + 6 = (2x)(x − 2r) + r(x + r) = 2x2 − 4rx + rx + r2 bzw. 2x2 − (3r + 4)x + r2 + r − 6 = 0


3r+4 r 2 +r−6
also x2 − 2 ·x+ 2 = 0. Diese quadratische Gleichung in x hat genau die Lösungen
r
3r + 4 D
x1/2 = ± mit
4 16

D = (3r + 4)2 − 8(r2 + r − 6) = 9r2 + 24r + 16 − 8r2 − 8r + 48 = r2 + 16r + 64 = (r + 8)2


3r+4±(r+8) 3r+4−r−8 3r+4+r+8
also x1/2 = 4 , d. h. x1 = 4 = r
2 − 1 und x2 = 4 = r + 3.

Diese beiden Lösungen fallen genau für r = −8 zusammen.


Nun müssen noch die Scheinlösungen dieser quadratischen Gleichung ausgeschlossen werden, für die
x = −r oder x = 2r ist:

Fall 1.1: Es ist −r = x1 = 2r − 1. Das ist äquivalent zu r = 2.


Fall 1.2: Es ist −r = x2 = r + 3. Das ist äquivalent zu r = − 32 .
Fall 2.1: Es ist 2r = x1 = 2r − 1. Das ist äquivalent zu r = − 23 .
Fall 2.2: Es ist 2r = x2 = r + 3. Das ist äquivalent zu r = 3.

Zusammenfassend ergibt sich also, dass die Gleichung der Aufgabenstellung genau für
r ∈ {−8, − 32 , − 23 , 2, 3 genau eine Lösung besitzt, für alle anderen von Null verschiedenen r genau zwei
und nie gar keine Lösung besitzt.

Aufgabe 271041:
Beweisen Sie, dass die Gleichung

x4 − 8x3 + 25x2 − 34x + 10 = 0

genau zwei reelle Lösungen hat!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei f die durch

f (x) = x4 − 8x3 + 25x2 − 34x + 10 = (x − 2)4 + x2 − 2x − 6 = (x − 2)4 + (x − 1)2 − 7

definierte Funktion. Für sie gilt:

(1) Es ist f (0) = 10 > 0.


(2) Für alle x im Intervall 1 ≤ x ≤ 2 ist

−1 ≤ x − 2 ≤ 0 also (x − 2)4 ≤ 1 und


2
0≤x−1≤1 also (x − 1) ≤ 1 also
f (x) ≤ 1 + 1 − 7 < 0

(3) Es ist f (4) = 16 + 9 − 7 > 0.


(4) Im Intervall aller x < 1 ist f streng monoton fallend, denn aus x1 < x2 < 1 folgt

x1 − 2 < x2 − 2 < 0 also (x1 − 2)4 > (x2 − 2)4 und


2 2
x1 − 1 < x2 − 1 < 0 also (x1 − 1) > (x2 − 1) also f (x1 ) > f (x2 )

287
VII.I Gleichungen

(5) Im Intervall aller x > 2 ist f streng monoton steigend, denn aus 2 < x1 < x2 folgt

0 < x1 − 2 < x2 − 2 also (x1 − 2)4 < (x2 − 2)4 und


2 2
0 < x1 − 1 < x2 − 1 also (x1 − 1) < (x2 − 1) also f (x1 ) < f (x2 )

Wegen (1), (2) gibt es im Intervall (0; 1) und wegen (2), (3) im Intervall (2; 4) aufgrund der Stetigkeit
von f je mindestens eine Lösung der Gleichung f (x) = 0.
Wegen (4) gibt es unter allen x < 1 und wegen (5) unter allen x > 2 auch jeweils keine weitere Lösung;
wegen (2) liegt auch im Intervall [1; 2] keine Lösung. Damit ist der verlangte Beweis erbracht.

Aufgabe 281044:
Beweisen Sie, dass für keine reelle Zahl x die Gleichung

x4 − 6x3 + 14x2 − 24x + 40 = 0

gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


I. Wie man durch Ausmultiplizieren bestätigen kann, gilt

x4 − 6x3 + 14x2 − 24x + 40 = (x2 + 4)(x2 − 6x + 10) = (x2 + 4)((x − 3)2 + 1)

Für alle reellen x gilt x2 + 4 > 0 und (x − 3)2 + 1 > 0. Folglich gibt es kein reelles x, für das das Produkt
0 wäre.
II. Für alle reellen x wird
 
4 3 2 2 2 2 24 144 144
x − 6x + 14x − 24x + 40 = x (x − 6x + 9) + 5 x − x + − + 40 =
5 25 5
 2
2 2 12 56 56
= x (x − 3) + 5 x − + ≥ >0
5 5 5

Aufgabe 291042:
Von zwei reellen Zahlen werde gefordert:
Die Summe aus dem Reziproken der beiden Zahlen und dem Reziproken des Produktes der beiden
Zahlen beträgt 1.
Man ermittle alle diejenigen Werte, die sich als Summe s zweier derartiger Zahlen ergeben können.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


(I) Für die Summe s := x + y zweier reeller Zahlen x, y mit
1 1 1
+ + =1 (1)
x y xy
folgt zunächst
1 1 1
+ + =1
x s − x x(s − x)
und daraus
x2 − sx + s + 1 = 0 (2)
Da in (1) notwendig x 6= 0 und y = s − x 6= 0 gilt, folgt aus (2) weiter

0 6= x(s − x) = sx − x2 = s + 1 d. h. s 6= −1 (3)

288
VII.II Bewegungsaufgaben

Andererseits wird (2) durch quadratische Ergänzungen zu


 s 2 s2
x− = −s−1
2 4
Folglich ist s2 − 4s − 4 ≥ 0, (s − 2)2 ≥ 8 und schließlich

|s − 2| ≥ 2 2 (4)

Insgesamt liegt s also notwendigerweise in einem der Intervalle


√ √
s < −1; −1 < s ≤ 2 − 2 2; s≥2+2 2 (5)

(II) Ist umgekehrt s aus einem dieser Intervalle, so sind die Zahlen
r r
s s2 s s2
x= + −s−1 und y= − −s−1
2 4 2 4
reelle (wegen (4)), 6= 0 (wegen (3)) und es gilt x + y = s sowie x1 + y1 + 1
xy = 1. Also sind die gesuchten
Werte für s genau diejenigen, die in einem der Intervalle aus (5) liegen.

VII.II Bewegungsaufgaben
I Runde 1

Aufgabe V01002:
Schiffbrüchigen soll mit Hilfe eines Flugzeuges, welches in 500 m Höhe mit einer Geschwindigkeit von
100 km/h fliegt, Hilfe gebracht werden.
In welcher Entfernung von den Schiffbrüchigen muss der Verpflegungskanister ausgelöst werden, damit
er sein Ziel erreicht? (g = 10 m/s2 )

Lösung von Steffen Polster:


Der Kanister muss in der Entfernung s vom Zielpunkt abgeworfen wer-
F ~v den, da er längs der Bahn eines waagerechten Wurfs den Zielpunkt er-
reicht. Für einen waagerechten Wurf gilt:
h0 g
s = v0 · t ; h = h0 − t2
2
s Z wobei v0 die Flugzeuggeschwindigkeit, h0 die Abwurfhöhe und t die Wurf-
zeit ist. Der Boden wird für h = 0 erreicht, so dass sich ergibt
s s
2h0 2h0
t= ; s = v0 ·
g g

Einsetzen der gegebenen Werte ergibt s ≈ 278 m.

Aufgabe 011013:
Ein Zug fährt mit geringer Geschwindigkeit über eine 171 m lange Brücke in 27 s (gerechnet vom
Auffahren der Lokomotive auf die Brücke bis zum Verschwinden des letzten Wagens von der Brücke).
An einem Fußgänger, der dem Zug mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s entgegengeht, fährt der Zug
in 9 s vorüber.
a) Welche Geschwindigkeit hat der Zug (in km/h)?
b) Wie lang ist der Zug?

289
VII.II Bewegungsaufgaben

Lösung von Christiane Czech:


Der Zug fährt mit der Geschwindigkeit v in 9 s an dem Fußgänger vorbei, der ihm in dieser Zeit 9 m
entgegenkommt. Der Zug fährt also eine Strecke von s − 9 m, wobei s die Länge des Zuges ist. Damit ist
s − 9m
v=
9s
Da der Zug in 27 s eine Strecke von 171 m+s zurücklegt, ist aber auch
171m + s
v=
27s
Nach Gleichsetzen der beiden Gleichungen und Umstellen erhalten wir s = 99 m und durch Einsetzen
v = 10 m
s = 36 h .
km

Aufgabe 211011:
Ein Reisender legte den ersten Teil einer Dienstfahrt mit dem PKW und den Rest mit dem Zug
zurück.

Als er die mit dem PKW zurückgelegte Teilstrecke sowie genau ein Fünftel der Bahnstrecke durchfah-
ren hatte, stellte er fest, dass er zu diesem Zeitpunkt genau ein Drittel der Gesamtstrecke zurückgelegt
hatte. Später, als er genau die Hälfte der Gesamtstrecke zurückgelegt hatte, war er mit dem Zug be-
reits 20 km mehr gefahren als zuvor mit dem PKW.

Wie lang war die Gesamtstrecke dieser Reise?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die mit dem PKW zurückgelegte Strecke sei x km, die mit dem Zug zurückgelegte Strecke y km. Die
Gesamtstrecke war dann (x + y) km lang, und es gilt
y x+y x+y
x+ = (1) sowie = x + (x + 20) (2)
5 3 2
Aus (1) folgt
15x + 3y = 5x + 5y ; y = 5x (3)
aus (2) folgt
x + y = 2x + 2x + 40 ; y = 3x + 40 (4)
Durch Gleichsetzen der rechten Seiten von (3) und (4) folgt 5x = 3x + 40 und daraus x = 20. Nach (3)
ergibt sich damit y = 100.

Der Reisende legte folglich mit dem PKW 20 km und mit dem Zug 100 km zurück, Die Gesamtstrecke
betrug also 120 km.

II Runde 2

Aufgabe 041024:
Der Weg von einem Ort A nach einem Ort B ist 11,5 km lang und führt zuerst bergauf, dann verläuft
er auf gleicher Höhe und schließlich bergab. Ein Fußgänger, der von A nach B ging, legte diesen Weg
in 2 h 54 min zurück.
Für den Rückweg auf gleichem Kurs brauchte er 3 h 6 min. Dabei ging er jeweils bergauf mit einer
Geschwindigkeit von 3 km h , auf dem Mittelteil mit einer Geschwindigkeit von 4 h und bergab mit
km

5 km
h .
Wie lang sind die einzelnen Teilabschnitte, wenn man voraussetzt, dass auf jedem Teilabschnitt die
jeweilige Geschwindigkeit konstant war?

290
VII.II Bewegungsaufgaben

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Maßzahlen der drei Teilabschnitte seien a, b und a + x.
Dann gelten:

2a + b + x = 11,5 (1)
a b a+x
+ + = 2,9 (2)
3 4 5
a+x b a
+ + = 3,1 (3)
3 4 5
Aus (2) und (3) erhält man x = 1,5 und damit aus (1) 2a + b = 10 und aus (2) 32a + 15b = 156.
Aus diesen Gleichungen berechnet man b = 4 und c = 3.

Der Weg führt 3 km bergauf, dann 4 km auf gleicher Höhe und schließlich 4,5 km bergab, wenn man von
A nach B geht. Die Probe bestätigt das Ergebnis.

Aufgabe 081024:
Ein Kraftwagen fährt mit konstanter Geschwindigkeit auf einer geraden Straße von A nach B. Ein
zweiter Kraftwagen fährt auf der gleichen Straße ebenfalls mit konstanter Geschwindigkeit von B
nach A.
Beide Kraftwagen beginnen diese Fahrt zur gleichen Zeit in A bzw. in B. An einer bestimmten Stelle
der Straße begegnen sie einander.
Nach der Begegnung habe der erste noch genau 2 h bis nach B zu fahren, der zweite noch genau 89
h bis nach A. Die Entfernung zwischen A und B beträgt (auf der Straße gemessen) 210 km.
Ermitteln Sie die Geschwindigkeiten der Kraftwagen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Maßzahlen der Geschwindigkeiten (in km h ) der beiden Kraftwagen K1 ’ K2 seien v1 ’ v2 ; die Maßzahlen
der Zeiten (in h), in denen sie die Strecke AB durchfahren, seien t1 , t2 .

Dann gilt (1) 210 = v1 t1 = v2 t2 .


Ferner ist sowohl (t1 − 2) h als auch (t2 − 89 ) h die Zeit vom Fahrtbeginn bis zur Begegnung, so dass (2)
t1 = t2 + 78 gelten muss.

Schließlich ergibt sich die Entfernung vom Treffpunkt T nach B als (v1 · 2) km und von T nach A als
(v2 · 98 ) km, woraus (3) v1 · 2 + v2 · 89 = 210 folgt.

Die Lösung des Gleichungssystems (1), (2), (3) ergibt sich mit
   
7 9 7
210 · t2 · 2 + 210 · t2 + · = 210 · t2 + · t2
8 8 8
9 63
t22 − t2 − =0
4 64
9 1√ 9 12
t21;2 = ± 81 + 63 = ±
8 8 8 8
Davon ist allein t2 = 218 brauchbar, da t2 > 0 gilt. Nach (2) und (1) folgt hieraus weiter t1 =
7
2 und
v1 = 60 km
h sowie v 2 = 80 km
h

291
VII.II Bewegungsaufgaben

Aufgabe 111022:
Zwei Autos starteten gleichzeitig und fuhren auf derselben Straße von A nach B. Das erste Auto
benötigte für diese Strecke 4 Stunden, das zweite 3 Stunden. Beide fuhren während der ganzen Zeit
mit gleichbleibender Geschwindigkeit.
a) Zu welchem Zeitpunkt nach dem Start war das erste Auto genau doppelt so weit von B entfernt
wie das zweite?
b) Welche Strecke, ausgedrückt in Bruchteilen der gesamten Entfernung von A nach B, legte jedes
Auto bis zu dem in a) gesuchten Zeitpunkt zurück?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Die Entfernung von A nach B betrage s km. Dann fuhr das erste Auto mit einer Geschwindigkeit von
4 h und das zweite mit 3 h .
s km s km

Das erste Auto ist nach t Stunden genau dann doppelt soweit von B entfernt wie das zweite, wenn
 
s 2
s− t=2 s− t
4 3

gilt. Wegen s 6= 0 ist dies äquivalent mit 1 − 4t = 2 1 − 3t , also mit t = 12
5 = 2,4.
Nach genau 2,4 h war daher das erste Auto doppelt so weit von B entfernt wie das zweite Auto.

b) Das erste Auto legte bis zu diesem Zeitpunkt wegen s


4 · 12 3 3
5 = 5 s genau 5 s des Weges, das zweite wegen
s 12 4 4
3 · 5 = 5 s genau 5 des Weges zurück.

III Runde 3

Aufgabe 041031:
Ein Fußgänger geht (mit konstanter Geschwindigkeit) um 9.00 Uhr von A nach dem 12,75 km ent-
fernten B.
Auf der gleichen Straße fährt um 9.26 Uhr ein Straßenbahnzug von A nach B ab. Er überholt den
Fußgänger um 9.36 Uhr und fährt nach 4 Minuten Aufenthalt in B wieder zurück. Dabei begegnet er
dem Fußgänger um 10.30 Uhr.
a) Wieviel Kilometer legen der Fußgänger und der Straßenbahnzug durchschnittlich in der Stunde
zurück?
b) In welcher Entfernung von A überholt der Straßenbahnzug den Fußgänger, und wo begegnet er
ihm bei der Rückfahrt?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Sei v1 die Geschwindigkeit des Fußgängers und v2 die Geschwindigkeit der Straßenbahn. Sei s1 die Strecke
von A zum ersten Treffpunkt und s2 die Strecke von B bis zum zweiten Treffpunkt. Dann gilt:
s1 12,75 − s2 s1 12,75 + s2
(1) : v1 = = ; (2) : v2 = =
36 90 10 60
Die Lösungen für dieses linearen Gleichungssystems sind s1 = 3 und s2 = 5,25 Damit:
3km km 12,75km + 5,25km km
v1 = 3 =5 ; v2 = = 18
5h
h 1h h

Der Fußgänger legt in der Stunde durchschnittlich 5 km, der Straßenbahnzug in der gleichen Zeit durch-
schnittlich 18 km zurück.
b) Der Fußgänger wird, 3 km von A entfernt, vom Straßenbahnzug überholt und begegnet ihm, 5,25 km
von B entfernt.

292
VII.II Bewegungsaufgaben

Aufgabe 121034:
Ein Lokomotivführer bemerkte am Anfang eines 20 km langen Streckenabschnitts s, dass er eine
Verspätung von genau 4 min hatte.
Er fuhr daraufhin diese Strecke s mit einer um 10 km/h höheren Durchschnittsgeschwindigkeit, als
sie der Fahrplan vorsah. Am Ende der Strecke s war erstmalig wieder Übereinstimmung mit dem
Fahrplan erreicht.
Wie groß war die für s vorgesehene fahrplanmäßige Durchschnittsgeschwindigkeit?

Lösung von Steffen Polster:


Für den Weg gilt s = 20 km. Sind v1 die vorgesehene Geschwindigkeit im Abschnitt s und t1 die vorge-
sehene Zeit, so ist
20km
v1 = (1)
t1
1
h und benötigt die Zeit t2 , die 4 min =
Der Lokomotivführer fährt mit v2 = v1 + 10 km 15 h kürzer ist als
t1 . Das ergibt
km 20km
v2 = v1 + 10 = 1 = t2
h t1 − 15 h
2
Einsetzen von (1) führt zum Ergebnis t1 = 5 h = 24 min und der vorgesehenen Geschwindigkeit v1 =
h . Eine Probe bestätigt das Ergebnis.
50 km

IV Runde 4

Aufgabe 011042:
Auf einem Fluss mit konstanter Strömungsgeschwindigkeit v fährt ein Motorboot mit konstanter
Eigengeschwindigkeit c stromab nach einem Ziel, das vom Start die Entfernung s hat, und wieder
zurück.
Ein anderes Motorboot fährt mit der gleichen Eigengeschwindigkeit zu einem ebenfalls in der Ent-
fernung s, aber genau senkrecht zur Strömungsrichtung liegenden Ziel und wieder zurück.
a) Wieviel reine Fahrzeit benötigen die beiden Boote?
b) Welches Ergebnis erhält man für s = 250 m, v = 150 min
m
und c = 250 min
m
?

Lösung von Eckard Specht:


a) Wenn das Boot mit der Strömung fährt, addieren sich die Geschwindigkeiten. Fährt es ihr entgegen,
ist die Differenz die Effektivgeschwindigkeit. Die Fahrzeit ist die Summe aus dem Abschnitt, auf dem das
Boot mit c + v fährt und dem mit c − v:
s s 2vs
t1 = + = 2
c+v c−v c − v2
Bewegt es sich aber senkrecht zur Strömung, spielt die Geschwindigkeit des Flusses keine Rolle (sie muss
natürlich vom Boot kompensiert werden). Dann ist t2 = 2s c .
14
b) Nach Einsetzen der Zahlenwerte folgt: t1 = 1 30 min, im anderen Fall: t2 = 2 min.

Aufgabe 031041:
Ein Radfahrer fährt mit konstanter Geschwindigkeit über eine Brücke. Als er 38 des Weges
zurückgelegt hat, trifft er einen ihm mit gleicher Geschwindigkeit entgegenkommenden Radfahrer.
Mit welcher Geschwindigkeit fuhren beide, wenn ein mit 80 km h auf der gleichen Straße fahrendes
Auto den einen am Anfang und den anderen am Ende der Brücke traf?

Lösung von Manuela Kugel:


Bezeichnungen: 1. Radfahrer: x, 2. Radfahrer: y, Länge der Brücke b, Geschwindigkeit der Radfahrer:
vx = vy und des Autos: vA , Weg: s, Zeit: t

293
VII.III Logarithmen-Gleichungen

Zum Zeitpunkt t0 fährt y los und zum Zeitpunkt t1 x. Zum Zeitpunkt t2 begegnen sich x und y, d. h.
sx,t2 + sy,t2 = b. Da sx,t2 = 38 b ist damit sy,t2 = 58 b.
Schließlich erreicht zum Zeitpunkt t3 y das Ziel, also sy,t3 = b und damit sx,t3 = 86 b. x gelangt zum
Zeitpunkt t4 zur anderen Seite der Brücke: sx,t4 = b, d. h. sx,t4 −t3 = 41 b.

Fall 1: Das Auto fahre in gleicher Richtung wie x, fährt damit bei t3 los und kommt bei t4 an, legt eine
Strecke von sA,t4 −t3 = b zurück, d. h. es gilt
b
sA,t4 −t3 b sx,t4 −t3 4
vA = = und vx = =
t4 − t3 t4 − t3 t4 − t3 t4 − t3
Damit ergibt sich vx = vA
4 = 20 km
h .

Fall 2: Das Auto fahre in entgegengesetzter Richtung wie x, fährt damit bei t0 los und kommt bei t1 an
und legt wieder eine Strecke von sA,t1 −t0 = b zurück, d. h. es gilt
b
sA,t1 −t0 b sy,t1 −t0 4
vA = = und vy = =
t1 − t0 t1 − t0 t1 − t0 t1 − t0
Damit ergibt sich ebenfalls vy = vx = vA
4 = 20 km
h .

VII.III Logarithmen-Gleichungen
I Runde 1

Aufgabe 041016:
a) Berechnen Sie ohne Rechenhilfsmittel einen ganzzahligen Näherungswert für

lg 5
x=
lg 3 − lg 2

b) Ist dieser Näherungswert kleiner oder größer als der exakte Wert?

Lösung von Annika Heckel:


Verwendete Formeln (bekannt aus dem Schulunterricht):
u
logb = logb u − logb v (1)
v
logb a
logc a = (2)
logb c
logb a = x ⇔ bx = a (3)
Nach (1) gilt
3 lg 5
lg 3 − lg 2 = lg , d. h. x=
2 lg 23
Nach (2) und (3) gilt:  x
3
x = log 23 5 ⇔
=5
2
Durch Ausprobieren ganzzahliger Werte für x erhält man:
 1  2  3  4  5
3 3 3 3 3
= 1,5; = 2,25; = 3,375; = 5,0625; = 7,59375
2 2 2 2 2
Es ist folglich 4 die beste ganzzahlige Näherung für x, weil sie am nächsten an die Lösung der Gleichung
4
(= 5) kommt. Da 23 > 5 ist folglich der Näherungswert x = 4 größer als die tatsächliche Lösung.

294
VII.III Logarithmen-Gleichungen

II Runde 2

Aufgabe 041022:
Berechnen Sie ohne Verwendung von Näherungswerten (ohne Benutzung von Logarithmentafel oder
Rechenstab):
y = 10 − 2 · lg 32 − 5 · lg 25

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Folgende Gesetze werden angewandt:
(1) lg (ab) = b · lg a
(2) lg (a · b) = lg a + lg b
(3) lg x = log10 x
(4) loga b = c ⇔ ac = b und insbesondere loga a = 1, weil a1 = a und folglich lg 10 = 1.
Damit kann nun äquivalent umgeformt werden:

y = 10 − 2 · lg 25 − 5 · lg 52 = 10 − 2 · 5 · lg 2 − 5 · 2 lg 5 = 10 − 10 · lg 2 − 10 · lg 5 =

= 10 · (1 − lg 2 − lg 5) = 10 · (1 − (lg 2 + lg 5)) = 10 · (1 − (lg (2 · 5))) = 10 · (1 − lg 10) = 0

Aufgabe 081022:
Ermitteln Sie alle reellen Zahlen x, die der Bedingung log2 [log2 (log2 x)] = 0 genügen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Genügt x der geforderten Bedingung, so setzen wir log2 (log2 x) = a und erhalten log2 a = 0.
Das bedeutet 20 = a, also a = 1.
Damit ist log2 (log2 x) = 1. Wir setzen log2 x = b und erhalten log2 b = 1. Das bedeutet b = 2.

Damit ist log2 x = 2, also muss x = 4 sein, wenn es der geforderten Bedingung genügen soll.

Aufgabe 091021:
[lg 3790]
Ermitteln Sie ohne Verwendung der Logarithmentafel den Quotienten [lg 0,0379] .
Dabei bedeutet [x] die größte ganze Zahl, die x nicht übertrifft.

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen 103 < 3790 < 104 ist 3 lg 3790 < 4 also [lg 3790] = 3.

Wegen 10−2 < 0,0379 < 10−1 ist −2 lg 0,0379 < −1 also [lg 0,0379] = −2.
3
Daher beträgt der gesuchte Quotient −2 = −1,5.

III Runde 3

Aufgabe 021032:
Berechnen Sie:
1 1 1 1 1
log2 + log2 + log2 + log2 + ... + log2 + log2 1 + log2 2 + ... + log2 64 + log2 128
256 128 64 32 2

295
VII.III Logarithmen-Gleichungen

Lösung von André Lanka:


1 1 1 1 1
log2 + log2 + log2 + log2 + ... + log2 + log2 1 + log2 2 + ... + log2 64 + log2 128 =
256 128 64 32 2
1 1 1 1 1
= log2 + log2 + log2 128 + log2 + log2 64 + log2 + log2 32 + ... log2 + log2 2 + log2 1
256 128 64 32 2
1
= log2 − log2 128 + log2 128 − log2 64 + log2 64 − log2 32 + log2 32... − log2 2 + log2 2 + log2 1
256
1
= log2 + log2 1 = log2 256 + 0 = − log28 = −8
256

Aufgabe 031031:
Man löse die Gleichung lg(2x + 1) − lg x = 2.

Lösung von Manuel Naumann:


Mit Hilfe der Logarithmengesetze und der Tatsache, dass lg x = 2 nur für x = 100 gilt, folgt:
2x + 1
lg(2x + 1) − lg x = lg =2
x
2x + 1 1
= 100 ⇒ x =
x 98

Aufgabe 071032:
Es ist zu beweisen, dass loga b · logb c = loga c ist, wenn a, b, c positive reelle Zahlen sind und a 6=
1, b 6= 1 ist!

Lösung von cyrix:


Es ist loga b diejenige reelle Zahl x, für die ax = b gilt. Analog ist logb c diejenige reelle Zahl y, für die
by = c gilt. Dann ist c = by = (ax )y = ax·y , also loga c = x · y = loga b · logb c, .

Aufgabe 081033:
Beweisen Sie, dass für alle positiven reellen Zahlen a, b mit a > b und a2 + b2 = 6ab stets gilt:
1
lg(a + b) − lg(a − b) = lg 2
2

Lösung von cyrix:


Es gilt nach Voraussetzung:
a2 + b2 = 6ab
2a2 + 2b2 − 4ab = a2 + b2 + 2ab
2(a − b)2 = (a + b)2

2|a − b| = |a + b|
wobei ebenfalls nach Voraussetzung a > b und damit √ a − b > 0 und daher |a − b| = a − b. Ferner gilt a, b
positiv und damit a + b = |a + b| > 0. Es gilt also: 2(a − b) = a + b und somit:
a+b √
= 2
a−b
a+b 1
lg = lg 2 2
a−b
1√
lg(a + b) − lg(a − b) = 2
2

296
VII.III Logarithmen-Gleichungen

Aufgabe 101034:
Unter n! (gelesen n Fakultät) versteht man das Produkt aller natürlichen Zahlen von 1 bis n.
Beweisen Sie, dass für alle natürlichen Zahlen n > 2 und alle positiven reellen Zahlen x =
6 1 gilt:
1 1 1 1 1
+ + + ... + =
log2 x log3 x log4 x logn x logn! x

Lösung von cyrix:


ln a
Es ist bekanntermaßen für alle positiven reellen Zahlen a 6= 1 und b 6= 1 die Identität logb a = ln b erfüllt.
Setzen wir dies ein, so wird die linke Seite der zu zeigenden Gleichung zu
1 1 1 1 ln 2 ln 3 ln 4 ln n ln 2 + ln 3 + · · · + ln n
+ + + ... = + + + ... = =
log2 x log3 x log4 x logn x ln x ln x ln x ln x ln x

ln(2 · 3 · . . . · n) ln(n!) 1
= = =
ln x ln(x) lnn! x
.

Aufgabe 121035:
Beweisen Sie, dass gilt:
     
1 1 1 606
lg 1 − 2 + lg 1 − 2 + ... + lg 1 − = lg
25 26 1002 625

Lösung von cyrix:


Es ist
   2 
1 k −1
lg 1 − 2 = lg = lg(k 2 − 1) − 2 lg(k) = lg(k − 1) + lg(k + 1) − 2 lg(k) also
k k2
      100  
1 1 1 X 1
lg 1 − 2 + lg 1 − 2 + · · · + lg 1 − = lg 1 −
25 26 1002 k2
k=25
100
X 100
X 100
X 100
X
= (lg(k − 1) + lg(k + 1) − 2 lg(k)) = lg(k − 1) + lg(k + 1) − 2 lg(k)
k=25 k=25 k=25 k=25
99
X 101
X 100
X
= lg(k) + lg(k) − 2 lg(k)
k=24 k=26 k=25
99
X 99
X 100
X
= lg(24) + lg(25) + lg(k) + lg(k) + lg(100) + lg(101) − 2 lg(25) − 2 lg(100) − 2 lg(k)
k=26 k=26 k=25
   
24 · 101 606
= lg(24) + lg(101) − lg(25) − lg(100) = lg = lg
25 · 100 625

Aufgabe 141033:
Gegeben sei eine positive reelle Zahl a, für die a 6= 1 gilt.
Man ermittle alle reellen Zahlen x, die die Gleichung xloga x = a2 x erfüllen!

297
VII.III Logarithmen-Gleichungen

Lösung von Nuramon:


Damit loga x definiert ist, muss x positiv sein. Durch Anwendung von loga auf beide Seiten erhalten wir
die äquivalente Gleichung (loga x)2 = 2 + loga x.
Dies ist eine quadratische Gleichung in loga x mit Lösungen loga x = −1 und loga x = 2.
Damit erfüllt x die Gleichung genau dann, wenn x = a1 oder x = a2 gilt.

Aufgabe 161034:
Beweisen Sie, dass gilt
       
1 1 1 1
lg 1 + + lg 1 + + lg 1 + + ... + lg 1 + =2
1 2 3 99

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt nach den Logarithmengesetzen
 
1
lg 1 + = lg(n + 1) − lg n (n > 0)
n

Summiert man nun von n = 1 bis n = 99, so erhält man


     
1 1 1
lg 1 + + lg 1 + ... + lg 1 + = lg 100 − lg 99 + lg 99 − +... − lg 2 + lg 2 − lg 1 =
99 98 1

= lg 100 − lg 1 = 2 − 1 = 0
Die Behauptung ist damit bewiesen.

Aufgabe 171033:
Jens, Uwe, Dirk und Peter diskutieren darüber, welchem Zahlenbereich die Zahl z angehört, die durch
den Term √
lg(7 − 4 3)
z= √
lg(2 − 3)
definiert werden soll.
Jens sagt, dass z eine natürliche Zahl ist; Dirk meint, die Zahl z sei eine rationale Zahl; Uwe hält z
für irrational, und Peter vermutet, dass der Term überhaupt keine Zahl z definiert.
Entscheiden Sie wer recht hat!

Lösung von √ offizieller Aufgabenkommission:



Es gilt 2 − 3 > 0, also ist lg(2 − 3) definiert. Ferner gilt
√ √ √
(2 − 3)2 = 4 − 4 3 + 3 = 7 − 4 3
√ √ √ √
also ist auch 7 − 4 3 > 0 und folglich lg(7 − 4 3) definiert. Ferner ist 2 − 3 6= 1, also lg(2 − 3) 6= 0;
somit wird durch den gegebenen Term eine Zahl z definiert, und für sie folgt außerdem
√ √
lg((2 − 3)2 ) 2 lg(2 − 3)
z= √ also z= √ =2
lg(2 − 3) lg(2 − 3)

Daher haben Jens und Dirk recht, Uwe und Peter haben nicht recht.

IV Runde 4

298
VII.III Logarithmen-Gleichungen

Aufgabe 081045:
Man ermittle alle reellen Zahlen x, die die Gleichung 4 · log4 x + 3 = 2 · logx 2 erfüllen!

Lösung von cyrix:


Mit logb a = log
log b und y := log2 x geht die Gleichung über in [4 ·
2a y
2 + 3 = 2 · y1 , also
2

r
2 3 9 3±5
2y + 3y − 2 = 0 bzw. y=− ± +1=
4 16 4

Damit erhält man die erste Lösung y1 = −3+5
4 = 12 und also x1 = 2y1 = 2 und als zweite y2 = −3−5
4 = −2
1
und damit x2 = 2 = 4 .
y2

Einsetzen in die Ausgangsgleichung bestätigt beide Werte.

Aufgabe 091042:
Zu den reellen Zahlen a, b mit a > 0, b > 0 und a 6= 1, b 6= 1 ermittle man alle Zahlen x, die die
Gleichung (loga x)(logb x) = loga b erfüllen.

Lösung von cyrix:


Es gilt lnb a = ln
ln b und somit
a

 2
ln x ln x ln b ln x
(loga x)(logb x) = loga b ⇐⇒ · = ⇐⇒ = (logb x)2 = 1
ln a ln b ln a ln b
1
⇐⇒ x = b ∨ x = .
b

Aufgabe 171045:
Beweisen Sie, dass der Term √
lg(5 2 − 7)
√ (1)
lg(3 − 2 2)
eine reelle Zahl definiert und dass diese rational ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Um zu zeigen, dass der Term (1) eine reelle Zahl definiert, benutzt man, dass die Funktion lg x für alle
x > 0 reelle Werte annimmt, und dass lg x = 0 genau dann gilt, wenn x = 1 ist. Daher reicht es, die
Ungleichungen √ √ √
5 2 − 7 > 0, 3 − 2 2 > 0, 3 − 2 2 6= 1 (2)
zu beweisen, etwa so: √ √ √
50 > 49 →50 > 49 → 5 2 − 7 > 0
√ √ √
9>8→ 9> 8→3−2 2>0
√ √
Wäre 3 − 2 2 = 1, so wäre 2 = 1 oder 2 = 1.
Um nun zu zeigen, dass (1) sogar rational ist, stellt man fest, dass
√ √ √ √
5 2 − 7 = ( 2 − 1)2 3 − 2 2 = ( 2 − 1)2 (3)
√ √
bzw. (5 2 − 7)2 = (3 − 2 2)3 (4) gilt. Benutzt man z. B. (4), so erhält man
√ √ 3 √
lg(5 2 − 7) lg((3 − 2 2) 2 3 lg((3 − 2 2) 3
√ = √ = · √ =
lg(3 − 2 2 lg(3 − 2 2) 2 lg(3 − 2 2) 2
3
Das Kürzen der Logarithmen ist nach (2) erlaubt. Da 2 eine rationale Zahl ist, ist alles gezeigt.

299
VII.IV Wurzel-Gleichungen

VII.IV Wurzel-Gleichungen
I Runde 1

Aufgabe 221012: √ √
In einer Diskussion über irrationale Zahlen wurde erwähnt, dass 2 und 5 irrational sind.

√ √
Peter meinte: Dann muss auch 2 + 5 irrational sein.“ Wie beweist du das?“ fragte Katrin. Es
” ” ”
gibt doch keinen Satz, wonach stets dann x +√y irrational
√ sein muss, wenn x und y irrational sind.“
Ja, aber
√ speziell für die irrationalen Zahlen 2 und 5 kann ich beweisen, dass auch ihre Summe
”√
2 + 5 irrational ist“, erwiderte Peter.

a) Bestätigen Sie durch ein Beispiel Katrins Meinung, dass es irrationale Zahlen x, y mit rationaler
Summe x + y gibt!
b) Wie könnte Peter den von ihm angekündigten Beweis führen?

Lösung von offizieller


√ Aufgabenkommission:
√ √ √
a) Die Zahlen x = 2 und y = − 2 beispielsweise sind irrational, aber ihre Summe 2 − 2 = 0 ist
rational.

√ √ √ √
b) Angenommen, 2 + 5 wäre rational. Dann gäbe es ganze Zahlen a,b mit b 6= 0 und 2 + 5 = ab .
√ √
Wegen 2 + 5 > 0 wäre auch a 6= 0. Weiter folgte
√ a √ a2 2a √
5=− 2 ; 5= 2 − 2+2
b b b
2
2a √ a √ a 3b a2 − 3b2
2= 2 −3 ; 2= − =
b b 2b a 2ab

also
√ der√ Widerspruch, dass 2 rational wäre. Daher war die eingangs gemachte Annahme falsch, d. h.,
2 + 5 ist irrational.

Alternativ-L
√ √ ösung von√cyrix: √ √
Mit 2+ 5 wäre auch 12 ( 2+ 5)2 −7 = 10 rational, was ein Widerspruch ist, da 10 keine Quadratzahl
und die Wurzel einer natürlichen Zahl, die nicht Quadratzahl ist, bekanntermaßen irrational ist.

II Runde 2

Aufgabe 051023:
Beweise: Wenn gilt 0 < b < a (1) und a2 + b2 = 6ab (2) dann ist

a+b √
= 2
a−b

Lösung von Kitaktus:


Da a und b von 0 verschieden sind, gilt
6ab + 2ab
=2
6ab − 2ab
Unter Verwendung von (2) folgt
a2 + 2ab + b2 (a + b)2
= =2
a2 − 2ab + b2 (a − b)2
Wegen a > b > 0 sind a + b und a − b positiv und man kann die Wurzel ziehen und erhält
a+b √
= 2.
a−b

300
VII.IV Wurzel-Gleichungen

III Runde 3

Aufgabe 191032:
Ermitteln Sie alle Paare (x; y) reeller Zahlen, für die erstens in der Gleichung
√ √
1+x−3y 2x−4y+1
2 +3 =2

der Term auf der linken Seite (als reelle Zahl) definiert ist und zweitens diese Gleichung erfüllt ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der genannte Term ist genau dann definiert, wenn die Ungleichungen

1 + x − 3y ≥ 0 (2) und 2x − 4y + 1 ≥ 0 (3)

gelten. Ist dies der Fall, so gelten die Ungleichungen


√ √
1+x−3y 2x−4y+1
2 ≥1 (4) ; 3 ≥1 (5)

Also kann (1) nur dann erfüllt werden, wenn sowohl in (4) als auch in (5) das Gleichheitszeichen steht.
Dies trifft nur dann zu, wenn

1 + x − 3y = 0 (6) und 2x − 4y + 1 = 0 (7)

gelten. Das Gleichungssystem (6), (7) hat genau das Paar


 
1 1
(x; y) = ;
2 2
als Lösung. Umgekehrt folgt für dieses Paar aus (6), (7) auch (2), (3) und (1). Daher hat genau dieses
Paar alle verlangten Eigenschaften.

Aufgabe 341035:
Hat man in der Ebene ein kartesisches Koordinatensystem eingeführt, so werde ein Punkt der Ebene
genau dann ein rationaler Punkt genannt, wenn seine beiden Koordinaten rationale Zahlen sind; er
werde genau dann ein irrationaler Punkt genannt, wenn seine beiden Koordinaten irrationale Zahlen
sind; er werde genau dann ein gemischter Punkt genannt, wenn eine seiner Koordinaten rational, die
andere irrational ist.
a) Gibt es eine Gerade, auf der sich von jeder der drei Sorten jeweils mehr als ein Punkt befindet?
b) Für jede der drei Sorten beantworte man folgende Frage:
Gibt es eine Gerade, auf der sich von dieser Sorte genau ein Punkt, dagegen von jeder der beiden
anderen Sorten jeweils mehr als ein Punkt befindet?

Lösung von cyrix:


Wir zeigen zuerst folgendes Lemma: Befinden sich auf einer Gerade mindestens zwei rationale Punkte,
dann enthält diese Gerade keine irrationalen oder keine gemischten Punkte.

Beweis:
Seien (x1 ,y1 ) und (x2 ,y2 ) zwei verschiedene rationale Punkte, die auf der Geraden liegen. Wir führen nun
eine Fallunterscheidung durch:

1. Fall: x1 = x2 . Dann verläuft die Gerade parallel zur y-Achse und jeder Punkt auf der Gerade besitzt
die gleiche x-Koordinate. Also hat jeder Punkt mindestens eine rationale Koordinate, sodass es auf dieser
Geraden keine irrationalen Punkte gibt.

2. Fall: y1 = y2 . Dann verläuft die Gerade parallel zur x-Achse, sodass alle Punkte auf ihr die gleiche –
eine rationale – y-Koordinate besitzen und es wieder auf dieser Geraden keine irrationalen Punkte gibt.

301
VII.IV Wurzel-Gleichungen

3. Fall: x1 6= x2 und y1 6= y2 . Dann verläuft die Gerade weder parallel zur x-, noch zur y-Achse und es
gibt reelle Zahlen m 6= 0 und n, sodass die Punkte (x,y) auf der Geraden alle die Gleichung y = mx + n
erfüllen. Dabei sind jedoch m = xy22 −x
−y1
1
und n = y1 − mx1 beide sogar rational, sodass für jedes rationale
x auch y = mx + n rational ist. Umgekehrt ist aber auch für jedes rationale y auch y−n m = x rational,
sodass es auf der Geraden keine gemischten Punkte gibt, .

Mit diesem Lemma lässt sich die Frage aus Aufgabenteil a) sowie die Fragen aus Aufgabenteil b), die sich
auf die Sorten gemischter bzw. irrationaler Punkte beziehen, leicht negativ beantworten, da in all diesen
Situationen jeweils mindestens zwei rationale Punkte auf der Geraden liegen müssten, was dazu führt,
dass eine der beiden anderen Sorten nicht auf der Gerade vertreten sein kann.

Es bleibt noch der Fall zu betrachten, ob es eine Gerade gibt, die genau einen rationalen und jeweils
mindestens zwei gemischte
√ und irrationale Punkte enthält. Dies ist der Fall, wie etwa die Gerade, die
durch die Gleichung y = 2 · x√beschrieben wird, zeigt. Diese enthält
√ nämlich
√ den rationalen Punkt (0,0),
die gemischten Punkte (±1, ± 2) und die irrationalen Punkte (± 3, ± 6), wobei jeweils in der x- und
y-Koordinate das gleiche Vorzeichen zu wählen ist.

IV Runde 4

Aufgabe 011043:
Es sei q q
3 √ 3 √
s= 20 + 14 2 + 20 − 14 2
Berechnen Sie s2 und s3 und versuchen Sie, einen rationalen Wert für s zu finden! (Die Wurzelwerte
dürfen nicht durch Näherungswerte ersetzt werden.)

Lösung von Eckard Specht:p p


√ √
Wir setzen s = u + v mit u = 20 + 14 2 und v = 20 − 14 2. Dann gilt
3 3

√ √
u3 + v 3 = (20 + 14 2) + (20 − 14 2) = 40

und weiter nach der 3. binomischen Formel


√ √
u3 v 3 = (20 + 14 2 · (20 − 14 2) = 8

also uv = 2. Ferner gilt stets

(u + v)3 = u3 + 3u2 v + 3uv 2 + v 3 = 3uv(u + v) + (u3 + v 3 ) ⇒ s3 − 6s − 40 = 0

Glücklicherweise lässt sich eine Wurzel dieser kubischen Gleichung (die bereits in reduzierter Form vor-
liegt) durch Probieren leicht finden, nämlich s = 4.
3 2
Eine Polynomdivision durch (s − 4) liefert nun √ s − 6s − 40 = (s − 4)(s + 4s + 10) = 0, d. h. die anderen
beiden Wurzeln sind komplex: s2,3 = −2 + 6i. Der gesuchte rationale Wert für s beträgt also 4; die
weiteren Potenzen sind demnach s2 = 16 und s3 = 64.

Aufgabe 061045:
Es sei a eine beliebig gegebene reelle Zahl. Ermitteln Sie alle reellen x, die der Gleichung genügen:
r
√ a2 √
a+x− = 2a + x
a+x

Lösung von cyrix: √


Multiplikationpder Gleichung mit a + x überführt diese in (die wegen a + x 6= 0 äquivalente Gleichung)
a + x − |a| = (2a + x) · (a + x).

302
VII.IV Wurzel-Gleichungen

1. Fall: a > 0. Dann ist |a| = a und man erhält durch Quadrieren x2 = x2 + 3ax + 2a2 bzw. x = − 32 · a.
Damit erhält man a + x = 31 · a bzw.
r r s √ 
√ a2 1 a2 1 √ √ √ 3 √ √
a+x− = a− 1 =
√ · a − 3a = a · − 3 < 0 ≤ 2a − x
a+x 3 3a 3 3

also einen Widerspruch zur Ausgangsgleichung, sodass es in diesem Fall keine Lösungen gibt.
p
2. Fall: a ≤ 0. Dann ist |a| = −a, sodass die Gleichung übergeht in 2a + x = (2a + x) · (a + x).
Fall 2.1: 2a + x = 0. (Wegen a + x 6= 0 ist in diesem Fall a 6= 0, denn sonst würde aus 2aq+x = 0
√ a2
nach Subtraktion von a = 0 sofort auch a + x = 0 folgen.) Dann ist x = −2a und a + x − a+x =
√ √ √
−a − −a = 0 = 2a + x, sodass dies Lösungen der Ausgangsgleichung sind.

Fall 2.2: Es ist 2a + x 6= 0, √
also auch √2a + x 6= 0, sodass wir dadurch dividieren können. Damit
erhalten wir die Gleichung 2a + x = a + x bzw. nach Quadrieren 2a + x = q a + x, also a = 0.
√ √
Tatsächlich vereinfacht sich aber in diesem Fall die Ausgangsgleichung zu x − x0 = x, was für
alle positiven reellen Zahlen x erfüllt ist.
Zusammenfassung: Für positive a hat die Gleichung keine Lösung, für negative a ist jeweils x = −2a die
einzige Lösung und für a = 0 erfüllt jede positive reelle Zahl x die Gleichung.

Aufgabe 071046:
Man gebe alle reellen x an, die folgende Gleichung erfüllen:
q q r
√ √ 3 x
x+ x− x− x= √
2 x+ x

Lösung von cyrix: √ p √


Offensichtlich ist x ≥ x, damit x − x definiert ist. Dies √ ist äquivalent zu x ≥ 1 oder x = 0, wobei
aber letzteres ausgeschlossen ist, da man sonst wegen x + x = 0 einen Nullnenner im Bruch unter der
Wurzel auf der rechten Seite erhalten würde. Sei also ab sofort x ≥ 1.

p √
Durch Multiplikation mit x+ x 6= 0 geht die Gleichung äquivalent über in
√ p 3√ √ √ 1√
x+ x− x2 − x = x bzw. x− x· x−1= x
2 2
√ √ √
Nach Division durch x 6= 0 und umsortieren erhält man x − 12 = x − 1. Quadriert man diese
√ √
Gleichung, was
√ wegen x ≥ 1 und also x− 21 > 0 eine Äquivalenzumformung ist, führt dies auf x− x+ 14 =
x − 1 bzw. x = 45 , also x = 25
16 .

Tatsächlich bestätigt die (mathematisch nicht notwendige) Probe (da es sich ausschließlich um Äquivalenz-
25
umformungen gehandelt hat), dass x = 16 Lösung der Ausgangsgleichung ist. Diese ist auch, wie gezeigt,
die einzige Lösung.

Aufgabe 131044:
Man untersuche, ob die Zahl q q
√ √ √
x= 4+ 7− 4− 7− 2
positiv, negativ oder gleich Null ist!

303
VII.IV Wurzel-Gleichungen

Lösung von cyrix:


Es ist
p √ √  p
p √ p √ 

q

q
√ 4+ 7−
4− 7 · 4+ 7+ 4− 7
x+ 2= 4+ 7− 4− 7= p √ p √ =
4+ 7+ 4− 7
√ √
4 + 7 − (4 − 7)
=p √ p √
4+ 7+ 4− 7
Dann ist √
2 7 √√ √
x=0⇔x+ 2= 2⇔ p √ p √ = 2
4+ 7+ 4− 7
q q  q q 
√ √ √ √ √ √ √ √
⇔2 7= 2· 4+ 7+ 4− 7 ⇔ 2· 7= 4+ 7+ 4− 7
q q
√ √ √ √
⇔ 14 = (4 + 7) + (4 − 7) + 2 4 + 7 · 4 − 7
q √ √ √ √
⇔ 6 = 2 (4 + 7) · (4 − 7) ⇔ 3 = 16 − 7 = 9 = 3
was eine wahre Aussage ist. Also ist x = 0.

Alternativ-Lösung von cyrix:


p p
√ √ √ √
Aus 4 + 7 > 4 − 7 > 0 folgt 4 + 7 − 4 − 7 > 0. Daher folgt aus
q q  q q
√ √ 2 √ √ √ √ √
4+ 7− 4− 7 =4+ 7−2 4+ 7· 4− 7+4− 7=8−2 9=2

p √ p √ √
bereits 4+ 7− 4 − 7 = 2 und somit x = 0.

Zweite Alternativ-Lösung von Kornkreis: √


Zunächst sind die auftretenden Wurzeln alle definiert, da wegen
p 2 < 7 < 3 die Radikanden nicht-
√ √
negativ sind. Wir multiplizieren x mit der positiven Zahl r = 4 + 7 + 2 und erhalten mit der dritten
binomischen Formel
q q
√ √ √ √ √ √ √
r · x = 4 + 7 − 2 − 16 − 7 − 2 4 − 7 = 7 − 1 − 2 4 − 7
√ √
Betrachte nun die Gleichung y − 1 = 2 4 − y für 2 < y < 3. Beide Seiten sind positiv, daher ist
Quadrieren eine Äquivalenzumformung und liefert
√ p √
y − 1 = 2 4 − y ⇐⇒ (y − 1)2 = 8 − 2y ⇐⇒ y 2 − 7 = 0 ⇐= y = 7

Daraus folgt r · x = 0 und da r positiv war also x = 0.

Aufgabe 141044:
Man ermittle alle rationalen Zahlen r, die die folgende Gleichung erfüllen:
q  q 
√ r √ r
2+ 3 + 2− 3 =4

Lösungpvon weird: p
√ 1
√ 1
Wegen 2 − 3 = √ √ ist ( 2+ 3)r eine Lösung der Gleichung x + x = 4, womit also dann
2+ 3
q r
√ √
2+ 3 =2± 3

304
VII.IV Wurzel-Gleichungen

gilt. Diese Gleichung hat aber einerseits für jede Vorzeichenwahl eine eindeutig bestimmte Lösung r ∈ R,
andererseits sind r = ±2 jeweils offensichtlich Lösungen, welche dann auch tatsächlich die gesuchten
rationalen Lösungen der Aufgabe sind.

Aufgabe 181043B:
Man ermittle alle diejenigen reellen Zahlen x, für die erstens jede in dem Ausdruck
q q
√ √
x+3−4 x−1+ x+8−6 x−1

auftretende Wurzel und damit dieser Ausdruck insgesamt (als reelle Zahl) existiert und zweitens diese
Zahl gleich 1 ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Genau dann existiert jede in dem angegebenen Ausdruck auftretende Wurzel, wenn die Beziehungen
gelten: √ √
x≥1 (1) ; x+3≥4 4−1 (2) ; x+3≥6 x−1 (3)
(I) Angenommen, für eine reelle Zahl x sei dies der Fall, und für sie gelte auch
q q
√ √
x+3−4 x−1+ x+8−6 x−1=1 (4)

Dann folgt
q q
√ √
x+3−4 x−1=1− x+8−6 x−1
q
√ √ √
x+3−4 x−1=1−2 x+8−6 x−1+x+6−6 x−1
q
√ √
x+8−6 x−1=3− x−1 (5)

also x − 1 ≤ 3 (6).
Aus (4) und (5) folgt weiter
q
√ √ √
x + 3 − 4 x − 1 = x − 1 − 2 also x−1≥2 (7)

Aus (6) und (8) ergibt sich

4≤x−1≤9 (9) also 5 ≤ x ≤ 10 (10)

Daher können nur diejenigen reellen Zahlen x, für die (10) gilt, die geforderten Eigenschaften haben.

(II) Umgekehrt gilt: Wenn eine reelle Zahl x die Bedingung (10) erfüllt, so gilt für sie (1) sowie (9), also
(6) und (8); ferner gilt
x2 − 10x + 25 = (x − 5)2 ≥ 0
also
x2 + 6x + 9 ≥ 16x − 16 d. h. (x + 3)2 ≥ 16(x − 1)
und daraus ergibt sich (da aus (10) auch x + 3 > 0 folgt) die Ungleichung (2).
Weiterhin gilt
x2 − 20x + 100 = (x − 10)2 ≥ 0
also
x2 + 16x + 64 ≥ 36x − 36 d. h. (x + 8)2 ≥ 36(x − 1)
und daraus ergibt sich (da aus (10) auch x + 8 > 0 folgt) die Ungleichung (3). Ferner gilt
√ √ √
( x − 1 − 2)2 = x − 1 − 4 x − 1 + 4 = x + 3 − 4 x − 1

305
VII.IV Wurzel-Gleichungen

hieraus und aus (8) folgt (7). Weiterhin gilt


√ √ √
(3 − x − 1)2 = 0 − 6 x − 1 + x − 1 = x + 8 − 6 x − 1

hieraus und aus (6) folgt (5).


Aus (5) und (7) aber ergibt sich, dass x auch (4) erfüllt. Somit haben genau diejenigen reellen Zahlen x,
für die (10) gilt, die geforderten Eigenschaften.

Aufgabe 191043A:
Beweisen Sie, dass für alle reellen Zahlen x, y die Ungleichung gilt:
q q
4 cos2 x cos2 y + sin2 (x − y) + 4 sin2 x sin2 y + sin2 (x − y) ≥ 2

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Für reelle Zahlen a,b,c,d kann man als Hilfsfigur ein rechtwinkliges Dreieck AP B mit Katheten der Längen
AP = |a| + |c < und BP = |b < +|d| betrachten.
Q und R seien die Punkte auf den Katheten mit AQ = |a| und BR = |d|. Der Punkt C ergänze das
Dreieck QP R zu einem Rechteck (siehe Skizze).

B
|d|
C •
R
|b|
• •

A |a| Q |c| P

Im Dreieck ABC gilt dann AC + BC ≥ AB. Nach dem Satz des Pythagoras ergibt sich daraus
p p p p
a2 + b2 + c2 + d2 ≥ (|a| + |c|)2 + (|b| + |d|)2 ≥ (a + c)2 + (b + d)2 (1)

Wählt man entsprechen der Aufgabe a = 2 cos x cos y. c = 2 sin x sin y, b = d = sin(x − y), so gilt nach
einem Additionstheorem

a + c = 2(cos x cos y + sin x sin y) = 2 cos(x − y)

und nach dem trigonometrischen Pythagoras

(a + c)2 + (b + d)2 = 4(cos2 (x − y) + sin2 (x − y)) = 4

Durch Einsetzen in (1) erhält man die Behauptung.

Aufgabe 191045: √
Ermitteln Sie alle diejenigen reellen Zahlen x, für die x2 + 5x + 28 (als reelle Zahl) definiert ist und
die die Gleichung p
x2 + 5x + 4 = 5 x2 + 5x + 28
erfüllen!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


2
Angenommen, eine
√ reelle Zahl x habe2 die genannten Eigenschaften. Dann gilt x + 5x + 28 ≥ 0, und,
wenn man y = x + 5x + 28 setzt, y − 24 = 5y.
2

Diese quadratische Gleichung hat die Lösungen y = 8 und y = −3, so dass eine der Gleichungen

x2 + 5x + 4 = 40 bzw. x2 + 5x + 4 = −15

306
VII.IV Wurzel-Gleichungen

folgt. Von diesen beiden Gleichungen besitzt nur die erste reelle Lösungen, und zwar x = −9 und x = 4.
Also können höchstens diese beide Zahlen die geforderten Eigenschaften haben.
Sie habe diese Eigenschaften auch, denn es gilt
(−9)2 + 5(−9) + 28 = 64 ≥ 0 bzw. 42 + 5 · 4 + 28 = 64 ≥ 0

also existiert für diese Zahlen x die Wurzel x2 + 5x + 28 und es gilt
p
(−9)2 + 5(−9) + 4 = 40 = 5 · 8 = 5 (−9)2 + 5(−9) + 28 bzw.
p
42 + 5 · 4 + 4 = 40 = 5 · 8 = 5 42 + 5 · 4 + 28 (2)
Daher erfüllen genau die Zahlen x = −9 und x = 4 die Bedingungen der Aufgabe.

Aufgabe 331045:
Bei Verwendung eines kartesischen Koordinatensystems werde ein Punkt der Ebene rational“ ge-

nannt, wenn seine beiden Koordinaten rationale Zahlen sind; er werde irrational“ genannt, wenn

seine beiden Koordinaten irrationale Zahlen sind; er werde gemischt“ genannt, wenn eine seiner Ko-

ordinaten rational und die andere irrational ist.
a) Gibt es in der Ebene Geraden, die nur Punkte einer Sorte enthalten?
Ermitteln Sie die Antwort auf diese Frage für jede der drei Sorten rational“, irrational“, gemischt“!
” ” ”
b) Gibt es in der Ebene Geraden, in denen aus genau zwei Sorten (mindestens) je ein Punkt enthalten
ist?
Ermitteln Sie die Antwort auf diese Frage für jede Zusammenstellung von zwei der drei Sorten!
c) Gibt es in der Ebene Geraden, in denen aus jeder der drei Sorten (mindestens) je ein Punkt
enthalten ist?

Lösung von cyrix:


a) Es kann keine Gerade geben, die nur aus rationalen oder irrationalen Punkten besteht: Jede Gerade,
die nicht parallel zur y-Achse verläuft, enthält für jede reelle Zahl x einen Punkt mit dieser x-Koordinate,
also insbesondere Punkte mit rationaler und Punkte mit irrationaler x-Koordinate. Und für jede Parallele
zu y-Achse gilt dieses Argument entsprechend mit den y-Koordinaten.

Auch kann keine Gerade nur gemischte Punkte enthalten: Gäbe es eine solche, so kann sie nicht parallel
zur x-Achse verlaufen, denn sonst wäre entweder für alle Punkte auf dieser Geraden die y-Koordinate
rational, oder für alle irrational, während sowohl Punkte mit rationaler als auch mit irrationaler x-
Koordinate auf ihr liegen, also auf jeden Fall auch ein rationaler bzw. ein irrationaler Punkt.

Analog schließt man aus, dass es sich um eine Gerade handelt, die parallel zur y-Achse liegt. Für jede
sonstige Gerade aber durchlaufen sowohl die x- als auch die y-Koordinaten der auf ihr liegenden Punkte
alle reellen Zahlen, wobei jede nur genau einmal (als x- und einmal als y-Koordinate) angenommen.
Lägen auf ihr nur gemischte Punkte, so müsste jeder Punkt mit irrationaler x-Koordinate eine rationale
y-Koordinate besitzen, sodass es mindestens so viele rationale wie irrationale reelle Zahlen geben müsste.
Tatsächlich sind aber die irrationalen Zahlen überabzählbar, während die rationalen nur abzählbar sind,
was ein Widerspruch zur gerade gewonnenen Feststellung ist. Also gibt es keine Gerade, die nur aus
gemischten Punkten besteht.

b) Für jede Kombination gibt es solche Geraden:


Auf der Geraden y = 0 liegen ausschließlich rationale Punkte (die mit rationaler x-Koordinate) und
gemischte (die mit irrationaler
√ x-Koordinate).
Auf der Geraden y = 2 liegen ausschließlich irrationale Punkte (die mit irrationaler x-Koordinate) und
gemischte (die mit rationaler x-Koordinate). Und auf der Geraden y = x liegen ausschließlich rationale
Punkte (die mit rationaler x-Koordinate) und irrationale (die mit irrationaler x-Koordinate).


√ gibt es, z. B. y = 2 · x. Auf√dieser
c) Auch solche Geraden √ Geraden liegt der rationale Punkt (0,0), der
gemischte Punkt (1, 2) und der irrationale Punkt ( 3, 6).

307
VII.V Ungleichungen

VII.V Ungleichungen
I Runde 1

Aufgabe 031015:
Welcher von den folgenden Brüchen ist größer:

100100 + 1 10099 + 1
oder
10090 + 1 10089 + 1
Begründen Sie Ihre Behauptung!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Man bildet die Differenz
100100 + 1 10099 + 1 (100100 + 1)(10089 + 1) − (10099 + 1)(10090 + 1)
− =
10090 + 1 10089 + 1 (10090 + 1)(10089 + 1)
Nach dem Ausmultiplizieren erhält man im Zähler

100100 + 10089 − 10090 − 10099 = 10099 · (100 − 1) − 10089 · (100 − 1) > 0

Da der Nenner ebenfalls positiv ist, ist die Differenz größer als Null. Also ist der erste Bruch größer.

Aufgabe 051014:
Es seien u, v, c reelle Zahlen mit |u| < |c|, |v| < |c|. Es ist zu beweisen, dass dann gilt:

u+v

1 + uv2 < |c|
c

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Aus |u| < |c| folgt zunächst c 6= 0 und weiter uc < 1. Aus |v| < |c| folgt vc < 1. Somit ergibt sich
 u  v u + v uv
0< 1− 1− =1− + 2 und
c c c c
 u  v u + v uv
0< 1+ 1+ =1+ + 2
c c c c
und daraus  uv  u + v uv
− 1+ 2 < <1+ 2 (1)
c c c
insbesondere also auch 1 + uv c2 > 0, so dass sich nach Division der Ungleichung (1) durch 1 + c2 und
uv

anschließender Multiplikation mit |c| die Behauptung ergibt.

Aufgabe 161012:
Geben Sie alle reellen Zahlen x (x 6= −3) an, die folgende Ungleichung erfüllen!
2 1 5 1
− ≥ − (1)
x+3 2 x + 3 10

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Eins reelle Zahl x (6= −3) erfüllt genau dann (1), wenn
2 3
− ≥ (2)
5 x+3

308
VII.V Ungleichungen

3
gilt. Für alle x > −3 ist x+3 positiv, also (2) nicht erfüllt.

Für x < −3 ist (2) gleichbedeutend mit jede der Ungleichungen

−2(x + 3) ≤ 15 ; x + 3 ≥ −7,5 ; x ≥ −10,5

Also wird (2) und folglich ebenso auch (1) genau von denjenigen Zahlen x erfüllt, für die −10,5 ≤ x < −3
gilt.

Aufgabe 171012:
1
Man ermittle die Menge aller derjenigen reellen Zahlen x, für die der Term √ definiert
33 − 8x − x2
ist!

Lösung von
√ offizieller Aufgabenkommission:
Der Term 33 − 8x − x2 ist genau dann definiert, wenn 33 − 8x − x2 ≥ 0 ist.

1
√ √
Der Term √33−8x−x 2
ist genau dann definiert, wenn 33 − 8x − x2 definiert ist und 33 − 8x − x2 6= 0
gilt. Diese Forderungen sind der Reihe nach gleichwertig mit

33 − 8x − x2 > 0 → x2 + 8x + 16 < 49 → (x − 4)2 < 49 → |x − 4| < 7

0≤x+4<7 oder −7<x+4<0 → −4 ≤ x < 3 oder − 11 < x < −4


Daher ist die gesuchte Menge die Menge aller x, für die −11 < x < 3 gilt.

Aufgabe 181012:
In einem Mathematikzirkel werden Aussagen zur Diskussion gestellt, die mit den Worten beginnen:
Wenn a und b zwei von 0 verschiedene reelle Zahlen sind, für die a > b und |a| < |b| gilt, dann . . .“

Antje stellt als Fortsetzung zur Diskussion: . . . ist a negativ.“

Bernd stellt als Fortsetzung zur Diskussion: . . . sind a und b negativ.“


Cornelia stellt als Fortsetzung zur Diskussion: . . . ist b negativ.“


Doris stellt als Fortsetzung zur Diskussion: . . . braucht weder a noch b negativ zu sein.“

Man untersuche für jede dieser vier zur Diskussion gestellten Aussagen, ob sie wahr ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Zahlen a = 1 und b = −2 sind von 0 verschieden; sie haben die Eigenschaft a > b und wegen
|1| = 1, | − 2| = 2 auch die Eigenschaft |a| < |b|.

Da a = 1 jedoch nicht negativ ist, ist sowohl die von Antje als auch die von Bernd zur Diskussion gestellte
Aussage falsch.
Ferner gilt: Wenn a und b zwei von 0 verschiedene reelle Zahlen sind, für die a > b und |a| < |b| gilt; so
ist b negativ; denn wäre b nicht negativ, so folgte a > b > 0, also |a| = a > b = |b| im Widerspruch zu
|a| < |b|.

Damit ist bewiesen, dass die von Cornelia zur Diskussion gestellte Aussage wahr und die von Doris zur
Diskussion gestellte Aussage falsch ist.

309
VII.V Ungleichungen

Aufgabe 191013:
Man ermittle alle reellen Zahlen x mit −1 ≤ x ≤ 1, für die der Term x2 + 3x + 4 das Quadrat einer
natürlichen Zahl ergibt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Für alle reellen x gilt
 2
3 7
x2 + 3x + 4 = c + + >1
2 4
für −1 ≤ x ≤ 1 gilt ferner x2 ≤ 1, 3x ≤ 3, also

x2 + 3x + 4 ≤ 1 + 3 + 4 < 9

Daraus folgt: Wenn der Term für reelles x mit −1 ≤ x ≤ 1 eine ganzzahlige Quadratzahl ergibt, so kann
dies nur die Zahl 4 sein.
Die Gleichung x2 + 3x + 4 = 4 ist nun gleichwertig mit x(x + 3) = 0.

Daher hat sie genau die Lösungen x = 0 und x = −3. Von diesen erfüllt genau die erstgenannte die
Bedingung −1 ≤ x ≤ 1. Also hat genau die Zahl x = 0 die verlangte Eigenschaft.

Aufgabe 201011:
a) Geben Sie ein Paar (x, y) reeller Zahlen an, das die folgenden Ungleichungen (1), (2) und (3)
erfüllt!

10y − x ≤ 100 (1)


5y − 5x > 0 (2)
y + x ≥ 21 (3)

b) Beweisen Sie, dass es mehr als zehn verschiedene derartige Paare (x, y) gibt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


b) Ein Paar (x,y) erfüllt dann die Ungleichungen (1) (2),(3), wenn es die Ungleichungen

10y − 100 ≤ x (4) ; x<y (5) ; 21 − y ≤ x (6)

erfüllt. Ferner hat eine Zahl y die Eigenschaft, dass es zu ihr Zahlen mit (4) (5), (6) gibt, wenn y die

Ungleichungen
10y − 100 < y ; 21 − y < y
erfüllt. Dies ist der Fall, wenn die Ungleichungen

9y < 100 ; 21 < 2y

bestehen; dies wiederum trifft dann zu, wenn


21 100
<y<
9 9
gilt. Beispielsweise erfüllt y = 11 diese Ungleichungen. Für diesen Wert von y geht sowohl das System
(4) (5) als auch das System (5) (6) über in 10 ≤ x < 11 (7).
’ ’
Nun gibt es mehr als zehn verschiedene reelle Zahlen x, die (7) erfüllen. Die mit diesen Zahlen x gebildeten
Paare (x, 11) sind somit bereits mehr als zehn verschiedene Paare, die (1), (2) und (3) erfüllen.

Zu a) genügt es, ein Paar (x,y) anzugeben und nachzuweisen, dass es (1) (2),(3) erfüllt.

310
VII.V Ungleichungen

Aufgabe 231012:
Ermitteln Sie alle diejenigen reellen Zahlen x, für die x3 − 9x > 0 gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt
x3 − 9x = x(x2 − 9) = x(x − 3)(x + 3)
Damit lässt sich die linke Seite der Ungleichung als Produkt dreier Faktoren darstellen. Ein Produkt
dreier Faktoren ist genau dann positiv, wenn

(a) alle drei Faktoren positiv sind oder


(b) zwei Faktoren negativ sind und der dritte positiv ist.

Fall (b) tritt genau dann ein, wenn der zweitgrößte Faktor x negativ und der größte Faktor x + 3 positiv
ist, d. h. genau dann, wenn die Ungleichungen x < 0 und x > −3 gelten, Fall (a) genau dann, wenn x − 3
positiv ist, also x > 3 gilt.

Daher sind genau diejenigen reellen Zahlen x die zu ermittelnden, für die gilt:

−3 < x < 0 oder x>3

Aufgabe 251011:

√ √ √ √
a) Beweisen Sie unter Verwendung des Tafelwerkes, dass 5+ 8< 6+ 7 gilt!

b) Beweisen Sie die Gültigkeit dieser Ungleichung ohne Verwendung von Näherungswerten für die
Wurzeln!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Aus den Angaben im Tafelwerk ergibt sich, dass für die Wurzeln jedenfalls folgende Ungleichungen
gelten

2,23 < 5 < 2,24 (1)

2,82 < 8 < 2,83 (2)

2,44 < 6 < 2,45 (3)

2,64 < 7 < 2,65 (4)

Aus (1) und (2) bzw. (3) und (4) folgt


√ √
5+ 7 < 5,07 bzw. (5)
√ √
5,08 < 6 + 7 (6)

Aus (5) und (6) folgt unmittelbar √ √ √ √


5+ 8< 6+ 7 (w. z. b. w.)
b) Es gilt √ √
40 < 42 (8)
Daraus folgt
√ √ √ √
2· 5· 8<2· 6· 7 (9)
√ √ √ √
5+2· 5· 8+8<6+2· 6· 7+7 (10)
√ √ √ √
( 5 + 8)2 < ( 6 + 7)2 (11)

311
VII.V Ungleichungen

√ √
Da 6+ 7 > 0 ist, folgt aus (11) weiter
√ √ √ √
5+ 8< 6+ 7 (w.z.b.w)

Aufgabe 271012:

1
a) Gibt es eine ganze Zahl x, für die x−1 > 1987 gilt?
1
b) Ermitteln Sie alle diejenigen reellen Zahlen x, für die x−1 > 1987 gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


a) Für jede ganze Zahl x gilt entweder x = 1 oder x ≥ 2 oder x ≤ 0.

1
Wenn x = 1 ist, so existiert x−1 nicht.

1
Wenn x ≥ 2 ist, so ist x − 1 ≥ 1; für den Kehrwert gilt daher x−1 ≤ 1.

1
Wenn x ≤ 0 ist, so ist x − 1 negativ und daher auch x−1 negativ.
1
Damit ist bewiesen, dass es keine ganze Zahl x gibt, für die x−1 > 1987 gilt.
1
(1) b) Für jede reelle Zahl x ≤ 1 gilt entweder x = 1, und dann existiert x−1 nicht, oder es gilt x < 1,
1
also x − 1 < 0 und folglich x−1 < 0.

1
Für alle reellen x ≤ 1 ist damit bewiesen, dass sie die Ungleichung x−1 > 1987 nicht erfüllen.
1
(2) Für reelle x > 1, ist x − 1 positiv und daher die Ungleichung x−1 > 1987 der Reihe nach äquivalent
mit
1 1988
1 > 1987 · (x − 1) ⇒ >x−1>0⇒1<x< (1)
1987 1987

Alle diejenigen x aus (1) erfüllen die gegebene Ungleichung.

II Runde 2

Aufgabe 091024:
Mit welchen der folgenden Bedingungen (1), . . . , (5) ist die Bedingung 3x2 + 6x > 9 äquivalent?
(1) −3 < x < 1 (2) x > −3 (3) x < 1
(4) x < 1 oder x > −3 (5) x > 1 oder x < −3)

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Folgende Ungleichungen sind der gegebenen äquivalent

x2 + 2x − 3 > 0
(x + 1)2 > 4
(x + 1)2 − 22 > 0
(x − 1)(x + 3) > 0

nach Fallunterscheidung erhält man als äquivalent mit der letzten Bedingung: x > 1 oder x < −3.

312
VII.V Ungleichungen

Damit ist gezeigt, dass von den Bedingungen (1) bis (5) nur die Bedingung (5) der gegebenen äquivalent
ist.

Aufgabe 111023:
Es seien u und v reelle Zahlen mit 0 < v < u.
Ermitteln Sie alle reellen Zahlen k mit k > − uv , für die u+kv
v+ku <1 (∗) gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Angenommen, für eine reelle Zahl k gelte (∗), Dann ist v + ku > 0 und es folgt aus (∗):
(1) u + kv < v + ku also (2) (u − v)(1 − k) < 0
Wegen u > v folgt daraus k > 1. Also können höchstens alle k > 1 Lösungen von (∗) sein.
Tatsächlich ist für k > 1 die Ungleichung (2) und damit auch (1) sowie (∗) erfüllt.

Aufgabe 151024:
Für positive reelle Zahlen a und b gelte
1 1
+ =2 (1)
a b
Es ist zu beweisen, dass dann für diese Zahlen a + b ≥ 2 (2) gilt.
Ferner sind alle positiven reellen Zahlenpaare (a, b) zu ermitteln, für die (1) gilt und für die in (2)
das Gleichheitszeichen gilt.

Lösung von Steffen Polster:


Umformen von (1) ergibt, da a > 0, b > 0
b
a + b = 2ab (2) ⇒ a= (3)
2b − 1
Da a > 0 nach Aufgabenstellung ist, wird aus (3): 2b−1 b
> 0 ⇒ b > 12 (analog aus Symmetriegründen
1
a > 2 ), womit (3) für alle möglichen b definiert ist. Einsetzen von (3) in (2) ergibt
b2
a+b=2 (4)
2b − 1
1
Für alle möglichen b > 2 wird
b2
≥ 1 ⇔ b2 ≥ 2b − 1 ⇔ b2 − 2b + 1 ≥ 0 ⇔ (b − 1)2 ≥ 0 (5)
2b − 1
1
Da (b − 1)2 für b > 2 stets positiv ist, kann (4) abgeschätzt werden
b2
a+b=2 ≥2
2b − 1
w. z. b. w.
1
Die Zahlenpaare (a; b) mit a,b ∈ R, b > 2 ∧a= b
2b−1 erfüllen Gleichung (1).
2
Die Gleichheit in (2) gilt für b
2b−1 = 1, d. h. nach (5) für (b − 1)2 = 0, also b = 1 und somit a = 1, d. h.
das Zahlenpaar (1, 1).

Alternativ-Lösung von cyrix:


Es ist
2
H(a,b) := 1 1 das harmonische Mittel und
a + b
a+b
A(a,b) := das arithmetische Mittel von a und b.
2

313
VII.V Ungleichungen

2
Nach Voraussetzung ist H(a,b) = 2 = 2. Nach der Ungleichung zwischen arithmetischem und harmoni-
schem Mittel gilt
A(a,b) ≥ H(a,b),
also a + b ≥ 2, wobei Gleichheit genau für a = b, also a = b = 1, eintritt.

Aufgabe 171023:
Man ermittle die Menge aller derjenigen reellen Zahlen x, für die der Term lg(x2 + 7x − 30) definiert
ist!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Der Term lg(x2 + 7x − 30) ist genau dann definiert, wenn x2 + 7x − 30 > 0 ist. Dazu sind der Reihe nach
äquivalent
 2
2 7 49
x + 7x + > 30 +
2 4
 2
7 169
x+ >
2 4

7
x + >
13
2 2
7 13 7 13
x+ > oder x + < −
2 2 2 2
und damit x > 3 oder x < −10. Die gesuchte Menge ist die Menge aller reellen Zahlen x, für die x > 3
oder x < −10 gilt.

Aufgabe 201024:
Ermitteln Sie alle diejenigen reellen Zahlen z mit 0 < z < 1, die zu ihrem Reziproken addiert
mindestens 4 ergeben!

Lösung von Steffen Polster:


Da z > 0 ist, kann umgeformt werden
1
z+ ≥4 ⇒ z 2 + 1 ≥ 4z ⇒ z 2 − 4z + 1 ≥ 0
z
Die quadratische Gleichung z 2 − 4z + 1 = hat die Lösungen
√ √
0 < z1 = 2 3 < 1 und 1 < z2 = 2 + 3

Eine quadratische Funktion y = z 2 − 4z + 1 = (z − 2)2 − 3 hat ihre Nullstellen bei z1 und z2 und ist eine
nach oben geöffnete Parabel. Damit hat die Funktion im Intervall (z1 ; 1) negative Funktionswerte.

Die gesuchten Lösungen der Aufgabenstellung sind damit alle reellen Zahlen 0 < z ≤ 2 − 3.

Aufgabe 251022:
Man zeige, dass für beliebige positive reelle Zahlen a und b die Ungleichung gilt:
√ √ √ √
a + a + 3b < a + b + a + 2b

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt a2 + 3ab < a2 + 3ab + 2b2 , weil b positiv ist. Da die Wurzelfunktion streng monoton steigt und
beide Terme positiv sind, gilt p p
a2 + 3ab < a2 + 3ab + b2

314
VII.V Ungleichungen

Nach Multiplikation mit 2, Anwendung der Wurzelgesetze und Addition von 2a + 3b erhält man
√ √ √ √
a + (a + 3b) + 2 a a + 3b < (a + b) + (a + 2b) + 2 a + b a + 2b

Unter Benutzung der binomischen Formel ergibt sich daraus


√ √ 2 √ √ 2
a+ a + 3b < a+b+ a + 2b

Weil aus u2 < v 2 stets |u| < |v| folgt, gilt weiter
√ √ √ √

a + a + 3b < a + b + a + 2b

Da die Terme in den Beträgen positiv sind, gilt schließlich die ursprüngliche Behauptung. w. z. b. w.

III Runde 3

Aufgabe 031036:
Bestimmen Sie alle ganzzahligen Paare (x, y), für die gilt:
1 1 1
+ >
x y 2
und x > 2, y > 2.

Lösung von Manuel Naumann:


Es gilt:
1 1 1 1 x−2 2x
+ > ⇒ > ⇒y<
x y 2 y 2x x−2
In diese letzte Beziehung kann man nun konkrete Werte für x einsetzen. Unter Beachtung der Voraus-
setzungen, d. h. x, y > 2, erhält man für

x=3: 2 < y < 6 → y = 3, y = 4 oder y = 5


x=4: 2<y<4→y=3
10
x=5: 2<y< →y=3
3
x=6: 2<y<3

Für x = 6 existiert also keine natürliche Zahl y, so dass die Ungleichung erfüllt wird.
Aus y1 > 21 − x1 ist ersichtlich, dass für größer werdendes x, y1 ebenfalls größer und somit y immer kleiner
werden muss. Für x > 5 können deshalb keine weitere Lösung existieren.

Aufgabe 061032:
Zeigen Sie, dass für beliebige positive reelle Zahlen a, b, c stets gilt:
1 1 1 9
+ + ≤
a b c a+b+c

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Wegen a > 0, b > 0, c > 0 gilt

a(b − c)2 + b(a − c)2 + c(a − b)2 ≤ 0 d. h.

ab2 + ac2 + a2 b + bc2 + a2 c + b2 c − 6abc ≤ 0

315
VII.V Ungleichungen

Durch Addition von pabc erhält man

(bc + ac + ab)(a + b + c+) ≤ 9abc


1
Durch Multiplikation mit der positiven Zahl abc(a+b+c) folgt die Behauptung.

Aufgabe 061035:
Ermitteln Sie alle reellen Zahlen x, die die folgende Ungleichung erfüllen
1 √
· lg (2x − 1) + lg x − 9 > 1
2

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Nach der Definition der Wurzel und des Logarithmus existiert die linke Seite der gegebenen Ungleichung
genau dann, wenn x − 9 > 0 und 2x − 1 > 0 gilt. Dies ist genau für x > 9 der Fall.
Die gegebene Ungleichung ist dann äquivalent mit folgenden Ungleichungen
1 1
lg(2x − 1) + lg(x − 9) > 1
2 2
lg(2x − 1)(x − 9) > 2
lg(2x2 − 19x + 9) > lg 100

Diese Ungleichung gilt genau dann, wenn


19 91
2x2 − 19x + 9) > 100 oder x2 − x− >0
2 2
gilt. Wegen (x − 13)(x + 27 ) = x2 − 19
2 x − 91
ist die letzte Ungleichung äquivalent mit
2
 
7
(x − l3) x + >0 (1)
2

Da ein Produkt zweier reeller Zahlen genau dann positiv ist, wenn entweder beide Faktoren positiv oder
beide Faktoren negativ sind, ist (1) genau dann erfüllt, wenn entweder (2) x − 13 > 0 und x + 27 > 0 oder
(3) x − 13 < 0 und x + 72 < 0.
Aus (2) folgt x > 13 und umgekehrt; aus (3) folgt x < − 72 und umgekehrt.
Davon ist wegen x − 9 > 0 nur x > 13 Lösung der gegebenen Ungleichung; diese ist somit für alle reellen
Zahlen x > 13 und nur für diese erfüllt.

Aufgabe 071035:
Für welches reelle a nimmt die Summe der Quadrate der Lösungen der Gleichung
x2 + ax + a − 2 = 0 ihren kleinsten Wert an?

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Die Diskriminante des Polynoms x2 + ax + a − 2 ist a2 − 4(a − 2) = (a − 2)2 + 4 ist für jedes reelle a positiv,
also gibt es auch für jedes reelle a genau zwei Lösungen x1 ,x2 ∈ R der Gleichung x2 + ax + a − 2 = 0 und
diese sind keine doppelten Nullstellen.
Nach Vieta gilt x1 + x2 = −a und x1 x2 = a − 2. Somit ist

x21 + x22 = (x1 + x2 )2 − 2x1 x2 = a2 − 2(a − 2) = a2 − 2a + 4 = (a − 1)2 + 3

Die Summe der Quadrate der Lösungen wird daher genau dann minimal, wenn a = 1.

316
VII.V Ungleichungen

Aufgabe 091033:
Geben Sie
a) eine notwendige und hinreichende,
b) eine notwendige und nicht hinreichende sowie
c) eine hinreichende undp
nicht notwendige
Bedingung dafür an, da 1 − | log2 |5 − x|| > 0 gilt!
Die anzugebenden Bedingungen sind dabei so zu formulieren, dass sie in der Forderung bestehen, x
solle in einem anzugebenden Intervall oder in einem von mehreren anzugebenden Intervallen liegen.

Lösung von cyrix:


Damit die Wurzel definiert ist, muss der Radikand nicht-negativ sein.
1
Dafür muss also | log2 |5 − x|| ≤ 1 bzw. −1 ≤ log2 |5 − x| ≤ 1 gelten, was äquivalent ist zu 2 ≤ |5 − x| ≤ 2.
Wir unterscheiden nun zwei Fälle:

 
1. Fall: 5 − x ≥ 0, also x ≤ 5: Dann muss 21 ≤ 5 − x ≤ 2 gelten, was äquivalent zu x ∈ 3; 92 ist.
2. Fall: 5 − x < 0, also x > 5: Dann ist |5 − x| = −(5 − x) = x − 5 und es muss 21 ≤ x − 5 ≤ 2 gelten, was
äquivalent ist zu x ∈ 11 2 ;7 .

Zusammengefasst, ergibt sich also eine notwendige (und, wie wir gleich sehen werden, nicht hinreichende)
Bedingung dafür, dass die gegebene Gleichung erfüllt ist, durch
   
9 11
x ∈ 3; oder x∈ ;7
2 2

denn sonst wäre die Wurzel gar nicht definiert. (Dies beantwortet dann Teil b).)
Im Falle, dass die Wurzel definiert ist, die Gleichung aber nicht gilt, muss die Wurzel, und damit auch
ihr
 1 Radikand,
Null werden, sodass dann | log2 |5 − x||= 1, also log 2 |5 − x| ∈ {−1, 1} und damit |5 − x| ∈
,
2 2 gelten muss.
Es ergibt sich weiter 5 − x ∈ −2, − 12 , 12 , 2 , also diesen Gedanken abschließend
9 11
x ∈ 3; 2 ; 2 ; 7 . Nur genau dann, wenn x einen dieser vier Werte annimmt, wird die Wurzel 0, ist also
definiert, aber nicht echt positiv.
Somit ergibt sich eine hinreichende und notwendige Bedingung für die Ungleichung der Aufgabenstellung
zu    
9 11
x ∈ 3; oder x∈ ;7
2 2
was dann Teil a) beantwortet.

Eine hinreichende, aber nicht notwendige Bedingung, wie sie Teil c) fordert, erhält man etwa dadurch,
dass man nur eines der beiden Intervalle betrachtet, also z. B. ausschließlich x ∈ 3; 29 fordert.

Aufgabe 131036:
Man beweise, dass die Ungleichung | loga b| + | logb a| ≥ 2 für alle Paare positiver reeller Zahlen (a, b)
mit a 6= 1, b 6= 1 gilt!

Lösung von cyrix:


ln b ln a
Es ist loga b = ln a und umgekehrt logb a = ln b . Also ist mit x = | loga b| ∈ R>0 der zweite Summand
| logb a| = x , sodass für alle positiven reellen Zahlen x die Ungleichung x + x1 ≥ 2 zu zeigen verbleibt.
1
√ 2
Diese ist aber äquivalent zu x − 2 + x1 ≥ 0 bzw. x − √1x ≥ 0, was offenbar wahr ist.

317
VII.V Ungleichungen

Aufgabe 171031:
Es seien a und b positive reelle Zahlen, n eine natürliche Zahl.
Beweisen Sie, dass dann (a + b)n ≤ 2n (an + bn ) gilt!

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es sei o. B. d. A. a ≤ b. Dann gilt, da a durch eine höchstens größere Zahl ersetzt wird

(a + b)n = (2b)n ⇒ (a + b)2 = 2n bn

Ferner gilt (a + b)2 ≤ 2n bn + 2n an (∗), da auf der größeren Seite eine positive Zahl addiert wurde also
auch (a + b)n ≤ 2n (an + bn ). w. z. b. w.

Aufgabe 191036:
Beweisen Sie, dass für alle reellen Zahlen a, b und c gilt:
p p p
(a + c)2 + b2 + (a − c)2 + b2 ≥ 2 a2 + b2

Lösung von offizieller Aufgabenkommission:


Es gilt

(a2 +b2 +c2 )−4a2 c2 = a4 +b4 +c4 +2a2 b2 −2a2 c2 +2b2 c2 ≥ a4 +b4 +c4 +2a2 b2 −2a2 c2 −2b2 c2 = (a2 +b2 −c2 )2

Daraus folgt (die Existenz der nachstehenden Wurzel sowie)


p
(a2 + b2 + c2 ) − 4a2 c2 ≥ a2 + b2 − c2
p
a2 + 2ac + c2 + b2 + 2 · (a2 + c2 + b2 + 2ac)(a2 + c2 + b2 − 2ac) + a2 − 2ac + c2 ≥ 4a2 + 4b2
p p
( (a + c)2 + b2 + (a − c)2 + b2 )2 = 4(a2 + b2 )
p
Diese beiden Wurzeln existieren wegen (a ± c)2 + b2 ≥ 0. Wegen (a2 + b2 ) ≥ 0 und (a + c)2 + b2 +
p
(a − c)2 + b2 ≥ 0 folgt hieraus
p p p
(a + c)2 + b2 + (a − c)2 + b2 ≥ 2 a2 + b2

Aufgabe 201032:
Ermitteln Sie alle reellen Zahlen a mit der Eigenschaft, dass das folgende Ungleichungssystem (1),
(2), (3) mindestens eine (aus reellen Zahlen x, y bestehende) Lösung hat!

2y + x < 20 (1)
y−x<4 (2)
y − ax ≥ 6 (3)

Lösung von MontyPythagoras:


Wir formen die Ungleichungen jeweils nach y um:
1
y < − x + 10 (1) ; y < x + 4 (2) ; y ≥ ax + 6 (3)
2
Kombiniert man (1) mit (3), so muss gelten:
 
1 1
− x + 10 > ax + 6 → a+ x<4 (4)
2 2

318
VII.V Ungleichungen

Kombiniert man (2) mit (3), so folgt:

x + 4 > ax + 6 → (a − 1)x < −2 (5)



Wenn a + 21 und (a−1) das gleiche Vorzeichen haben, gibt es auf jeden Fall unendlich viele Lösungen, da
ich Ungleichungen (4) und (5) jeweils durch die Klammerausdrücke teilen kann und die jeweils schärfere
Bedingung die Lösungsmenge bestimmt.
Wenn a = 1 ist, ist Ungleichung (5) nicht erfüllbar.
Wenn a = − 21 , dann ist Ungleichung (4) auf jeden Fall erfüllt und es gibt unendlich viele Lösungen.
Es ist neben a = 1 nur dann möglich, dass es keine Lösung gibt, wenn die beiden Klammerausdrücke
unterschiedliche Vorzeichen haben und die Ungleichungen (4) und (5) sich widersprechen. Ungleiche
Vorzeichen liegen vor für − 12 < a < 1, denn dann ist a + 12 > 0 und a − 1 < 0. Somit gilt laut Ungleichung
(4):
4
x<