Präambel: Kryptoverwahrvertrag
Präambel: Kryptoverwahrvertrag
Präambel
Die BitGo Deutschland GmbH ("Kryptoverwahrer") ist eine Gesellschaft mit beschränkter
Haftung nach deutschem Recht und bietet Kryptoverwahrdienstleistungen in der
Bundesrepublik Deutschland an.
(1) Dieser Vertrag kann nur von Kunden eingegangen werden, die natürliche Personen sind
und ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Der Vertragsschluss
zwischen dem Kryptoverwahrer und den Kunden findet ausschließlich über die
Plattform statt.
(2) Das Angebot zum Abschluss des Vertrags wird vom Kunden über die Plattform
abgegeben. Der Plattformbetreiber agiert für den Vertragsschluss als Empfangsvertreter
des Kryptoverwahrers und empfängt das vom Kunden über die Plattform abgegebene
und an den Kryptoverwahrer gerichtete Angebot für den Kryptoverwahrer.
(3) Die Annahme des Angebots erfolgt durch (i) eine ausdrückliche Erklärung durch den
Plattformbetreiber als Erklärungsvertreter des Kryptoverwahrers, die dem Kunden per
E- Mail an seine private E-Mail-Adresse übermittelt wird oder (ii) durch tatsächliche
Aufnahme der Kryptoverwahrdienstleistung für den Kunden. Der Kunde verzichtet auf
den Empfang einer ausdrücklichen Annahmeerklärung.
(4) Der Kryptoverwahrer erbringt für den Kunden im Rahmen dieses Vertrages
ausschließlich Kryptoverwahrdienstleistungen. Der Kryptoverwahrer erbringt keine
sonstigen Leistungen für den Kunden. Insbesondere schließt der Kryptoverwahrer keine
Kauf- oder Verkaufsgeschäfte über Kryptowerte mit dem Kunden ab. Dieser Vertrag ist
die alleinige und abschließende Rechtsgrundlage für die Erbringung von
Kryptoverwahrdienstleistungen durch den Kryptoverwahrer an den Kunden.
(5) Dieser Vertrag regelt nicht die Nutzung der Plattform und den Kauf und Verkauf von
Kryptowerten über die Plattform. Diese Leistungen werden ausschließlich vom
Plattformbetreiber erbracht. Die Abwicklung von Zahlungen im Zusammenhang mit
Transaktionen des Kunden in Kryptowerten auf der Plattform, einschließlich der
Gutschrift etwaiger Veräußerungserlöse auf Konten des Kunden, erfolgt ausschließlich
durch den Plattformbetreiber.
§ 2 - Geldwäscherechtliche Verpflichtungen
(1) Der Kryptoverwahrer ist verpflichtet, vor der Erbringung von Dienstleistungen unter
diesem Vertrag geldwäscherechtliche Prüfungen in Bezug auf den Kunden
durchzuführen.
(4) Der Kunde ist verpflichtet, Änderungen seiner im Rahmen der Kundenidentifizierung
erhobenen Informationen unverzüglich dem Kryptoverwahrer durch entsprechende
Mitteilung an den Plattformbetreiber bekannt zu geben.
§ 3 - Kryptoverwahrdienstleistungen
(3) Der Kryptoverwahrer verwahrt die Kryptowerte aller Kunden in einem digitalen
Sammelkonto je Unterstütztem Kryptowert ("Wallet"). Dies bedeutet, dass
Kryptowerte, die für verschiedene Kunden verwahrt werden, nicht getrennt werden.
Kryptowerte, die für den Plattformbetreiber selbst verwahrt werden, kann der
Kryptoverwahrer ebenfalls im Wallet verwahren.
(4) Alle kryptographischen Schlüssel für die Wallet werden ausschließlich vom
Kryptoverwahrer verwahrt. Weder der Plattformbetreiber noch der Kunde halten
kryptographische Schlüssel. Der Kryptoverwahrer verwahrt Kryptowerte und
kryptographische Schlüssel unter diesem Vertrag nur für den Kunden, nicht für den
Plattformbetreiber. Die Verwahrung von Kryptowerten und kryptografischen
Schlüsseln für den Plattformbetreiber unter einem gesonderten Vertrag bleibt davon
unbenommen. Zur Klarstellung: Im Falle einer Insolvenz des Kryptoverwahrers sollen
die Kryptowerte nicht in die Insolvenzmasse des Kryptoverwahrers fallen, sondern
stehen dem Kunden zu.
(5) Auf der Grundlage von durch den Plattformbetreiber zur Verfügung gestellten
Informationen über Geschäfte der Kunden in Kryptowerten auf der Plattform wird der
Kryptoverwahrer Aufzeichnungen über die Zuordnung der in der Wallet gehaltenen
Kryptowerte zu dem einzelnen Kunden führen, sodass aus den Aufzeichnungen des
Kryptoverwahrers jederzeit ersichtlich ist, welche Kryptowerte für welchen Kunden
gehalten werden.
(6) Informationen über die jeweiligen Bestände von Kryptowerten eines Kunden werden
dem Kunden ausschließlich über die Plattform angezeigt. Die Abwicklung der auf der
oder über die Plattform getätigten Transaktionen verbleibt bei dem Plattformbetreiber.
Der Plattformbetreiber stellt dem Kryptoverwahrer in der Regel an jedem Werktag
einmal Informationen zur Zuordnung der in der Wallet gehaltenen Kryptowerte zu
individuellen Kunden zur Verfügung. Der Kryptoverwahrer übernimmt keine Haftung
für die durch den Plattformbetreiber zur Verfügung gestellten Informationen. Bis der
Plattformbetreiber dem Kryptoverwahrer die oben erwähnten Informationen zur
Verfügung gestellt hat, kann die auf der Plattform angezeigte Information über
individuelle Bestände an Kryptowerten eines Kunden vom tatsächlich vom
Kryptoverwahrer für den Kunden verwahrten Bestand an Kryptowerten abweichen.
(7) Während der Laufzeit dieses Vertrages, kann der Kunde eine Lieferung der für
ihn verwahrten Kryptowerte an eine andere wallet nur in einem
Außergewöhnlichen Lieferszenario im Sinne des nachfolgenden Absatzes
verlangen. Im Übrigen kann der Kunde die Kryptowerte lediglich über die
Plattform veräußern.
Ein Außergewöhnliches Lieferszenario liegt vor, wenn die Plattform dauerhaft nicht für
den Verkauf von Kryptowerten zur Verfügung steht (z.B. aufgrund eines Moratoriums
oder einer anderen vergleichbaren behördlichen Anordnung der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht ("BaFin") gegenüber dem Plattformbetreiber), es sei
denn, dass zugleich der Kooperationsvertrag zwischen dem Plattformbetreiber und dem
Kryptoverwahrer und damit gemäß § 10(2)(ii) auch dieser Vertrag beendet wird; dann
gilt § 11 dieses Vertrages.
Der Kryptoverwahrer ist berechtigt, die Lieferung von Kryptowerten auszusetzen, wenn
der begründete Verdacht besteht, dass der Kunde eine strafbare Handlung im
Zusammenhang mit den Kryptowerten oder deren Übertragung vornimmt.
(8) Der Kryptoverwahrer darf sich Dritter, insbesondere verbundener Unternehmen des
Kryptoverwahrers, bedienen, um seine Verpflichtungen aus diesem Vertrag zu erfüllen.
§ 4 - Transaktionen
(1) Erwirbt ein Kunde Kryptowerte über die Plattform, bucht der Kryptoverwahrer die
erworbenen Kryptowerte in das Wallet ein und verwahrt diese für den Kunden, wenn
entweder (i) (a) die erworbenen Kryptowerte durch den Plattformbetreiber oder einen
Dritten, der auf Anweisung des Plattformbetreibers handelt, an den Kryptoverwahrer
geliefert worden sind und (b) der Kryptoverwahrer eine Anweisung des
Plattformbetreibers erhalten hat, die gelieferten Kryptowerte für den Kunden in das
Wallet einzubuchen und diese für den Kunden zu verwahren, oder (ii) der
Kryptoverwahrer eine Anweisung des Plattformbetreibers erhält, für einen anderen
Kunden im Wallet verwahrte Kryptowerte in den Bestand des Kunden umzubuchen.
(2) Falls ein Kunde Kryptowerte über die Plattform veräußert, wird der Kryptoverwahrer
einen entsprechenden Betrag der dem Kunden in der Wallet zugeordneten Kryptowerte
abbuchen. Der Kryptoverwahrer ist ermächtigt, zum Zwecke der Erfüllung des Verkaufs
der Kryptowerte durch den Kunden, die Kryptowerte an einen Dritten zu übertragen.
§ 5 - Vergütung
Der Kryptoverwahrer stellt dem Kunden für seine Leistungen im Rahmen dieses
Vertrages keine Gebühren in Rechnung. Die Kosten für die Leistungen des
Kryptoverwahrers nach diesem Vertrag werden vom Plattformbetreiber als Teil seines
Dienstleistungsangebotes an die Kunden getragen.
(1) Mit dem Abschluss dieses Vertrages sichert der Kunde dem Kryptoverwahrer zu, dass
er die folgenden Bedingungen erfüllt:
(ii) Der Kunde handelt in eigenem Namen und auf eigene Rechnung.
(2) Bei der Inanspruchnahme der Leistungen des Kryptoverwahrers nach diesem Vertrag ist
der Kunde verpflichtet, die Leistungen des Kryptoverwahrers nicht zu folgenden
Zwecken zu nutzen:
(a) Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung;
(b) Glücksspiel;
(3) Der Kunde ist für die Einhaltung seiner steuerlichen Pflichten im Zusammenhang mit
den vom Kryptoverwahrer verwahrten Kryptowerten selbst verantwortlich. Der
Kryptoverwahrer ist nicht dafür verantwortlich, festzustellen, ob der Kunde in Bezug
auf Transaktionen mit vom Kryptoverwahrer verwahrten Kryptowerten steuerpflichtig
ist und wird keine Steuern im Zusammenhang mit den für den Kunden verwahrten
Kryptowerten einbehalten, anzeigen oder abführen.
(4) Im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen unter diesem Vertrag bewertet der
Kryptoverwahrer nicht die Geeignetheit oder Angemessenheit von Kryptowerten für
den Kunden. Nur Kunden, die einen Totalverlust ihrer Anlage in Kryptowerten
verkraften können, sollten diesen Vertrag mit dem Kryptoverwahrer abschließen.
§ 7 - Haftung, Freistellung
(1) Der Kryptoverwahrer haftet unbeschränkt für Schäden, die durch Vorsatz und grobe
Fahrlässigkeit verursacht wurden. Für fahrlässige oder vorsätzliche Verletzungen des
Lebens, des Körpers oder der Gesundheit haftet der Kryptoverwahrer ebenfalls
unbeschränkt.
(2) Für Schäden, die durch eine einfach fahrlässige Verletzung wesentlicher
Vertragspflichten verursacht werden, ist die Haftung des Kryptoverwahrers auf den
typischen und vorhersehbaren Schaden begrenzt. Wesentliche Pflichten sind Pflichten,
deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages überhaupt erst
ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf. Im Übrigen
haftet der Kryptoverwahrer nicht für einfache Fahrlässigkeit.
(4) Eine etwaige verschärfte Haftung des Kryptoverwahrers nach dem Produkthaftungs-
und Datenschutzrecht bleibt unberührt.
(5) Der Kunde haftet gegenüber dem Kryptoverwahrer nach den gesetzlichen
Bestimmungen.
(6) Der Kunde ist verpflichtet, den Kryptoverwahrer von Ansprüchen Dritter freizustellen,
denen der Kryptoverwahrer aufgrund von Fahrlässigkeit oder Vorsatz des Kunden
ausgesetzt ist.
§ 9 - Vertragsänderungen
(1) Änderungen dieses Vertrages werden dem Kunden spätestens zwei Monate vor dem
vorgeschlagenen Zeitpunkt ihres Wirksamwerdens über die Plattform angeboten. Die
vom Kryptoverwahrer angebotenen Änderungen werden nur wirksam, wenn der Kunde
diese annimmt.
(2) Das Schweigen des Kunden gilt nur dann als Annahme des Änderungsangebots
(Zustimmungsfiktion), wenn
Der Kryptoverwahrer wird den Kunden im Änderungsangebot auf die Folgen seines
Schweigens hinweisen.
(3) Die Zustimmungsfiktion findet keine Anwendung bei Änderungen von § 5 und § 9
dieses Vertrags, bei Änderungen, die die Hauptleistungspflichten des Vertrages und die
Entgelte für die Hauptleistungen betreffen, oder bei Änderungen von Entgelten, die auf
eine über das vereinbarte Entgelt für die Hauptleistung hinausgehende Zahlung des
Verbrauchers gerichtet sind, oder bei Änderungen, die dem Abschluss eines neuen
Vertrages gleichkommen oder bei Änderungen, die das bisher vereinbarte Verhältnis
von Leistung und Gegenleistung erheblich zugunsten des Kryptoverwahrers
verschieben würden. In diesen Fällen wird der Kryptoverwahrer die Zustimmung des
Kunden zu den Änderungen auf andere Weise einholen.
(4) Macht der Kryptoverwahrer von der Zustimmungsfiktion Gebrauch, kann der Kunde
den Vertrag vor dem vorgeschlagenen Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderungen
auch fristlos und kostenfrei kündigen. Auf dieses Kündigungsrecht wird der
Kryptoverwahrer den Kunden in seinem Änderungsangebot besonders hinweisen.
(2) Dieser Vertrag endet automatisch (i) mit Beendigung des Vertragsverhältnisses
zwischen dem Plattformbetreiber und dem Kunden über Online-Brokerage-Leistungen
oder (ii), sofern der Kunde über die Beendigung des Kooperationsvertrags zwischen
dem Kryptoverwahrer und dem Plattformbetreiber informiert wurde, mit Beendigung
des Kooperationsvertrags zwischen dem Kryptoverwahrer und dem Plattformbetreiber.
(3) Jede Vertragspartei kann diesen Vertrag mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Die
Kündigung beider Parteien muss in Textform (z.B. Brief, Fax, E-Mail) und, im Falle
einer Kündigung des Kunden, gegenüber dem Plattformbetreiber erfolgen.
(4) Das Recht zur fristlosen Kündigung dieses Vertrages aus wichtigem Grund bleibt
unberührt. Als hinreichender Grund für eine solche Kündigung gelten unter anderem die
folgenden Umstände:
(a) die andere Partei verletzt diesen Vertrag erheblich und behebt diese Verletzung
nicht innerhalb von zehn (10) Tagen nach schriftlicher Mitteilung hierüber durch
die nicht-vertragsbrüchige Partei;
(b) die andere Partei hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder
eines vergleichbaren Verfahrens gestellt oder wird ohne einen solchen Antrag
einem solchen Verfahren unterworfen;
(c) eine zuständige Aufsichtsbehörde verlangt oder ordnet die Beendigung dieses
Vertrages an;
(1) Wird dieser Vertrag nach § 10 beendet, hat der Kunde die für ihn verwahrten
Kryptowerte vor Vertragsende über die Plattform zu veräußern, sofern sich aus § 11(2),
§ 11 (3) und § 11(4) dieses Vertrages nichts Abweichendes ergibt.
(3) Im Falle einer außerordentlichen Kündigung dieses Vertrags durch den Kunden kann
der Kunde innerhalb eines Monats nach Vertragsende die für ihn verwahrten
Kryptowerte über die Plattform verkaufen. Alternativ kann der Kunde innerhalb
derselben Frist im Wege einer Berechtigten Anfrage nach Maßgabe von § 3(7) die
Lieferung der für ihn verwahrten Kryptowerte an eine Anerkannte Wallet verlangen.
Der Kryptoverwahrer wird sich nach bestem Wissen und Gewissen bemühen, die
Kryptowerte des Kunden innerhalb von 5 Werktagen nach Erhalt einer Berechtigten
Anfrage an eine Anerkannte Wallet zu liefern.
(4) Wird dieser Vertrag aufgrund der Beendigung des Kooperationsvertrages zwischen dem
Plattformbetreiber und dem Kryptoverwahrer beendet, kann der Kryptoverwahrer die
Kryptowerte des Kunden an eine von einem anderen Kryptoverwahrer betriebene
Anerkannte Wallet ("Ersatz-Kryptoverwahrer") liefern, wenn der Plattformbetreiber
namens und in Vollmacht des Kunden (i) einen Kryptoverwahrvertrag mit dem Ersatz-
Kryptoverwahrer geschlossen hat und (ii) den Kryptoverwahrer zu einer solchen
Lieferung anweist.
(5) Der Kryptoverwahrer ist berechtigt, die Lieferung von Kryptowerten nach § 11(3) oder
§ 11(4) dieses Vertrages auszusetzen, wenn der begründete Verdacht besteht, dass der
Kunde eine strafbare Handlung im Zusammenhang mit den Kryptowerten oder deren
Übertragung vornimmt.
(6) Veräußert der Kunde die für ihn verwahrten Kryptowerte innerhalb der Frist des § 11
(1), § 11 (2) bzw. § 11(3) nicht und verlangt der Kunde, im Falle einer außerordentlichen
Kündigung dieses Vertrags durch sich selbst, innerhalb der Frist des § 11(3) auch keine
Lieferung der für ihn verwahrten Kryptowerte an eine Anerkannte Wallet im Wege einer
Berechtigten Anfrage, ist der Kryptoverwahrer berechtigt, die Kryptowerte des Kunden
auf Kosten des Kunden zu dem im Zeitpunkt der Veräußerung geltenden Marktpreis zu
veräußern und auf Kosten des Kunden die Erlöse aus der Veräußerung zu hinterlegen.
§ 12 - Alternative Streitbeilegung
(1) Kunden, die Verbraucher im Sinne des § 13 des Bürgerlichen Gesetzbuches sind,
können sich an eine vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
anerkannte außergerichtliche Streitbeilegungsstelle oder an die von der Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingerichtete
Verbraucherstreitschlichtungsstelle wenden.
(3) Der Kryptoverwahrer ist verpflichtet, an einem Verfahren vor einer zuständigen
außergerichtlichen Verbraucherstreitschlichtungsstelle teilzunehmen.
(1) Auf die Geschäftsbeziehung zwischen dem Kunden und dem Kryptoverwahrer findet
deutsches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG) Anwendung.
(2) Ist der Kunde Kaufmann und ist die streitige Geschäftsbeziehung dem Betrieb seines
Handelsgewerbes zuzurechnen, so kann der Kryptoverwahrer den Kunden an dem für
den Kryptoverwahrer zuständigen Gericht oder an einem anderen zuständigen Gericht
verklagen. Der Kryptoverwahrer selbst kann von solchen Kunden nur vor dem für den
Kryptoverwahrer zuständigen Gericht verklagt werden.
§ 14 - Datenschutz
Der Kryptoverwahrer erkennt an, dass er (i) personenbezogene Daten von Kunden im
Sinne von Art. 4 Nr. 1 der EU-Datenschutz-Grundverordnung 2016/679 ("DSGVO")
erhält, um seine Dienstleistungen im Rahmen dieses Vertrags zu erbringen, (ii)
Verantwortlicher im Sinne von Art. 4 Nr. 7 DSGVO ist, wenn er solche
personenbezogenen Daten verarbeitet, und (iii) in vollem Umfang für die Erfüllung
seiner Verpflichtungen nach der DSGVO oder anderen anwendbaren
Datenschutzgesetzen verantwortlich ist.
§ 15 - Sonstiges
Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages ungültig oder nicht durchsetzbar sein oder
sollte dieser Vertrag Regelungslücken enthalten, so berührt dies nicht die Gültigkeit und
Durchsetzbarkeit der übrigen Bestimmungen dieses Vertrages. Die ungültige oder nicht
durchsetzbare Bestimmung soll durch eine gültige und durchsetzbare Bestimmung
ersetzt werden, die den Interessen beider Parteien möglichst gerecht wird.
Vorvertragliche Informationen der BitGo Deutschland
GmbH
Eintragung im
Handelsregister:
Amtsgericht Frankfurt am
Main HRB 125175
2. Hauptgeschäfts- Hauptgeschäftstätigkeit:
tätigkeit und Die Verwahrung und Sicherung von Kryptowerten und privaten
für die kryptografischen Schlüsseln, die dazu dienen, Kryptowerte zu halten,
Zulassung zu speichern oder zu übertragen für andere.
zuständige
Aufsichts- Zuständige Aufsichtsbehörde:
behörde Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ("BaFin"),
Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn und Marie-Curie-Str. 24–28,
60439 Frankfurt am Main, (Website: [Link])
Eintragung im Handelsregister:
Amtsgericht Charlottenburg
HRB 2444347 B
7. Sonstige Kosten Dem Kunden können Kosten im Zusammenhang mit der Nutzung der
Trade Republic Plattform der Trade Republic Bank GmbH entstehen.
Ferner hat der Kunde eigene Kosten im Zusammenhang mit der
Kryptoverwahrung, beispielsweise für die Internetnutzung, selbst zu
tragen.
8. Risikohinweis Bei Kryptowerten handelt es sich um eine Anlageklasse, die sich nur
für erfahrene und gut informierte Anleger eignet. Der Kunde sollte
sich vor einer Investition in Kryptowerte umfassend informieren und
insbesondere mit der Funktionsweise von Kryptowerten sowie den
Risiken, die mit dem Handel und der Verwahrung von Kryptowerten
verbunden sind, vertraut machen. Mangels eines intrinsischen
(Material-
)Werts von Kryptowerten besteht das Risiko eines Verfalls des
Marktpreises, ohne dass dieser Verlust durch einen inneren Wert
begrenzt würde. Ein Totalverlust ist möglich. Die BitGo Deutschland
GmbH hat keinen Einfluss auf die Schwankungen, denen der Preis
von Kryptowerten unterliegen kann.
9. Einzelheiten Erwirbt ein Kunde Kryptowerte über die Plattform, bucht die BitGo
hinsichtlich Deutschland GmbH die erworbenen Kryptowerte in das Wallet ein
der Zahlung und verwahrt diese für den Kunden, wenn entweder (i) (a) die
und der erworbenen Kryptowerte durch die Trade Republic Bank GmbH oder
Erfüllung einen Dritten, der auf Anweisung der Trade Republic Bank GmbH
handelt, an die BitGo Deutschland GmbH geliefert worden sind und
(b) die BitGo Deutschland GmbH eine Anweisung des
Plattformbetreibers erhalten hat, die gelieferten Kryptowerte für den
Kunden in das Wallet einzubuchen und diese für den Kunden zu
verwahren, oder (ii) die BitGo Deutschland GmbH eine Anweisung
der Trade Republic Bank GmbH erhält, für einen anderen Kunden im
Wallet verwahrte Kryptowerte in den Bestand des Kunden
umzubuchen.
oder
deren Empfangsbotin
erklärt werden.
[Link]ßer- Kunden, die Verbraucher i.S.d. § 13 BGB sind, dürfen eine vom
gerichtliche Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz anerkannte
Beschwerde- außergerichtliche Streitbeilegungsstelle einschalten.
und
Rechtsbehelfs- Bei möglichen Streitigkeiten aus der Anwendung der Vorschriften des
verfahren BGB betreffend Fernabsatzverträgen über Finanzdienstleistungen
kann sich der Kunde an die Schlichtungsstelle der Deutschen
Bundesbank, Postfach 11 12 36, 60047 wenden. Nähere
Informationen sind auf der Internetseite der
Bundesbank unter:
[Link] erhältlich.
Abschnitt 1
Widerrufsrecht
Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen mittels
einer eindeutigen Erklärung widerrufen. Die Frist beginnt nach Abschluss des Vertrags und
nachdem Sie die Vertragsbestimmungen einschließlich der Allgemeinen Geschäftsbedingungen
sowie alle nachstehend unter Abschnitt 2 aufgeführten Informationen auf einem dauerhaften
Datenträger (z. B. Brief, Telefax, E-Mail) erhalten haben. Zur Wahrung der Widerrufsfrist
genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs, wenn die Erklärung auf einem dauerhaften
Datenträger erfolgt. Der Widerruf ist zu richten an:
Die Vertragspartnerin,
oder
deren Empfangsbotin,
Abschnitt 2
Für den Beginn der Widerrufsfrist erforderliche Informationen
1. die Identität des Unternehmers; anzugeben ist auch das öffentliche Unternehmensregister,
bei dem der Rechtsträger eingetragen ist, und die zugehörige Registernummer oder
gleichwertige Kennung;
2. die Hauptgeschäftstätigkeit des Unternehmers und die für seine Zulassung zuständige
Aufsichtsbehörde;
3. die Identität des Vertreters des Unternehmers in dem Mitgliedstaat der Europäischen
Union, in dem der Verbraucher seinen Wohnsitz hat, wenn es einen solchen Vertreter gibt,
oder einer anderen gewerblich tätigen Person als dem Unternehmer, wenn der Verbraucher
mit dieser Person geschäftlich zu tun hat, und die Eigenschaft, in der diese Person
gegenüber dem Verbraucher tätig wird;
4. zur Anschrift
a. die ladungsfähige Anschrift des Unternehmers und jede andere Anschrift, die für
die Geschäftsbeziehung zwischen dem Unternehmer und dem Verbraucher
maßgeblich ist, bei juristischen Personen, Personenvereinigungen oder
Personengruppen auch den Namen des Vertretungsberechtigten;
b. jede andere Anschrift, die für die Geschäftsbeziehung zwischen dem Verbraucher
und einem Vertreter des Unternehmers oder einer anderen gewerblich tätigen
Person als dem Unternehmer, wenn der Verbraucher mit dieser Person geschäftlich
zu tun hat, maßgeblich ist, bei juristischen Personen, Personenvereinigungen oder
Personengruppen auch den Namen des Vertretungsberechtigten;
5. die wesentlichen Merkmale der Finanzdienstleistung sowie Informationen darüber, wie der
Vertrag zustande kommt;
7. gegebenenfalls zusätzlich anfallende Kosten sowie einen Hinweis auf mögliche weitere
Steuern oder Kosten, die nicht über den Unternehmer abgeführt oder von ihm in Rechnung
gestellt werden;
8. den Hinweis, dass sich die Finanzdienstleistung auf Finanzinstrumente bezieht, die wegen
ihrer spezifischen Merkmale oder der durchzuführenden Vorgänge mit speziellen Risiken
behaftet sind oder deren Preis Schwankungen auf dem Finanzmarkt unterliegt, auf die der
Unternehmer keinen Einfluss hat, und dass in der Vergangenheit erwirtschaftete Erträge
kein Indikator für künftige Erträge sind;
10. alle spezifischen zusätzlichen Kosten, die der Verbraucher für die Benutzung des
Fernkommunikationsmittels zu tragen hat, wenn solche zusätzlichen Kosten durch den
Unternehmer in Rechnung gestellt werden;
11. das Bestehen oder Nichtbestehen eines Widerrufsrechts sowie die Bedingungen,
Einzelheiten der Ausübung, insbesondere Name und Anschrift desjenigen, gegenüber dem
der Widerruf zu erklären ist, und die Rechtsfolgen des Widerrufs einschließlich
Informationen über den Betrag, den der Verbraucher im Fall des Widerrufs für die
erbrachte Leistung zu zahlen hat, sofern er zur Zahlung von Wertersatz verpflichtet ist
(zugrunde liegende Vorschrift: § 357a des Bürgerlichen Gesetzbuchs);
12. die Mindestlaufzeit des Vertrags, wenn dieser eine dauernde oder regelmäßig
wiederkehrende Leistung zum Inhalt hat;
14. die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, deren Recht der Unternehmer der Aufnahme
von Beziehungen zum Verbraucher vor Abschluss des Vertrags zugrunde legt;
15. eine Vertragsklausel über das auf den Vertrag anwendbare Recht oder über das zuständige
Gericht;
16. die Sprachen, in denen die Vertragsbedingungen und die in dieser Widerrufsbelehrung
genannten Vorabinformationen mitgeteilt werden, sowie die Sprachen, in denen sich der
Unternehmer verpflichtet, mit Zustimmung des Verbrauchers die Kommunikation
während der Laufzeit dieses Vertrags zu führen;
Abschnitt 3
Widerrufsfolgen
Im Fall eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen
zurückzugewähren. Sie sind zur Zahlung von Wertersatz für die bis zum Widerruf erbrachte
Dienstleistung verpflichtet, wenn Sie vor Abgabe Ihrer Vertragserklärung auf diese Rechtsfolge
hingewiesen wurden und ausdrücklich zugestimmt haben, dass vor dem Ende der Widerrufsfrist
mit der Ausführung der Gegenleistung begonnen werden kann. Besteht eine Verpflichtung zur
Zahlung von Wertersatz, kann dies dazu führen, dass Sie die vertraglichen
Zahlungsverpflichtungen für den Zeitraum bis zum Widerruf dennoch erfüllen müssen. Ihr
Widerrufsrecht erlischt vorzeitig, wenn der Vertrag von beiden Seiten auf Ihren
ausdrücklichen Wunsch vollständig erfüllt ist, bevor Sie Ihr Widerrufsrecht ausgeübt haben.
Verpflichtungen zur Erstattung von Zahlungen müssen innerhalb von 30 Tagen erfüllt
werden. Diese Frist beginnt für Sie mit der Absendung Ihrer Widerrufserklärung, für uns mit deren
Empfang.
Besondere Hinweise
Bei Widerruf dieses Vertrags sind Sie auch an einen mit diesem Vertrag zusammenhängenden
Vertrag nicht mehr gebunden, wenn der zusammenhängende Vertrag eine Leistung betrifft, die
von uns oder einem Dritten auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen uns und dem Dritten
erbracht wird.
Die BitGo Deutschland GmbH („BitGo“) verpflichtet sich, die Privatsphäre ihrer Kunden
im Rahmen der Erbringung ihrer Kryptoverwahrdienstleistungen zu schützen. BitGo
verarbeitet personenbezogene Daten ihrer Kunden aus der Europäischen Union nach
Maßgabe der EU- Datenschutz-Grundverordnung („DS-GVO“) sowie der Bestimmungen
des nationalen Rechts zur Umsetzung der DS-GVO, soweit diese anwendbar sind.
Diese Erklärung zum Datenschutz dient der Information gegenwärtiger und künftiger
Kunden von BitGo in Europa über die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten durch
BitGo. Der Begriff „Kunde bzw. Kundin“ bezeichnet jede Person, mit der BitGo im
Zusammenhang mit der Erbringung ihrer Kryptoverwahrdienstleistungen eine
Geschäftsbeziehung unterhält oder die diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchte.
BitGo ist Verantwortlicher für die Verarbeitung personenbezogener Daten der Kunden und
kann unter der nachstehenden Anschrift kontaktiert werden:
BitGo Deutschland
GmbH
c/o WeWork,
Neue Rothofstraße 13-
19 60313 Frankfurt am
Main
Deutschland
BitGo verarbeitet diese personenbezogenen Daten zum Zweck der Erfüllung des Vertrages
mit dem Kunden bzw. der Kundin im Zusammenhang mit einem Kryptoverwahrvertrag
zwischen BitGo und dem Kunden bzw. der Kundin (Art. 6 Abs. 1 lit. b DS-GVO). Kunden
sind nicht gesetzlich verpflichtet, BitGo ihre personenbezogenen Daten zur Verfügung zu
stellen. Entscheidet sich ein Kunde bzw. eine Kundin jedoch, BitGo seine oder ihre
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Darüber hinaus hat BitGo ein berechtigtes Geschäftsinteresse gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. f
DS-GVO an der Datenverarbeitung im Zusammenhang mit ihren
Kryptoverwahrdienstleistungen, insbesondere für
− die Übertragung personenbezogener Daten zwischen den Konzerngesellschaften zu
internen Verwaltungszwecken und zur Unterstützung von BitGo bei der Erbringung
ihrer Dienstleistungen im Rahmen des Kryptoverwahrvertrags;
− die Sicherstellung der IT-Sicherheit und des IT-Betriebs;
− die Durchführung von Compliance-Untersuchungen;
− den Einsatz von Dienstleistern, insbesondere internen und externen IT-
Dienstleistern, die den Geschäftsbetrieb unterstützen;
− die Erfüllung behördlicher und gerichtlicher Anordnungen.
BitGo kann für bestimmte zusätzliche Verarbeitungstätigkeiten, die nicht von dieser
Datenschutzerklärung umfasst sind, eine separate Einwilligung des Kunden bzw. der
Kundin (Art. 6 Abs. 1 lit. a DS-GVO) anfordern, soweit dies gesetzlich erforderlich ist.
Zugang zu den personenbezogenen Daten der Kunden haben ausschließlich die entsprechend
autorisierten und für den jeweiligen Aufgabenbereich zuständigen Mitarbeiter von BitGo
und sonstigen verbundenen BitGo-Konzerngesellschaften.
Ferner ist BitGo zur Übermittlung von Kundendaten an inländische und ausländische
Behörden, Gerichte, Aufsichtsbehörden und sonstige Empfänger in dem jeweils gesetzlich
vorgeschriebenen bzw. zulässigen oder zur Erbringung der Kryptoverwahrdienstleistungen
notwendigen Rahmen berechtigt.
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IV. Datenübermittlung
Alle Kundendaten werden streng vertraulich behandelt und unter Einhaltung der geltenden
gesetzlichen Vorschriften gespeichert. BitGo wird die personenbezogenen Daten löschen,
sobald diese für die Erfüllung der vertraglichen bzw. gesetzlichen Verpflichtungen von
BitGo im Zusammenhang mit den Kryptoverwahrdienstleistungen nicht mehr benötigt
werden und sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten bestehen. Sofern gesetzliche
Aufbewahrungspflichten bestehen, wird BitGo die Verarbeitung der entsprechenden
personenbezogenen Daten einschränken.
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen, deren Vorliegen im Einzelfall zu prüfen ist, haben
Kunden das Recht auf Auskunft über ihre personenbezogenen Daten sowie das Recht, die
Berichtigung oder Löschung ihrer personenbezogenen Daten oder die Einschränkung der
Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen, Widerspruch gegen eine der
vorgenannten Arten der Datenverarbeitung einzulegen und ihre personenbezogenen Daten
in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format (Datenübertragbarkeit) zu
erhalten. Kunden können ihre Einwilligung in die Verarbeitung ihrer personenbezogenen
Daten widerrufen, sofern BitGo eine solche Einwilligung eingeholt hat.
Kunden, die ihre vorgenannten Rechte ausüben möchten oder Fragen zu dieser
Datenschutzerklärung haben, wenden sich bitte an legalde@[Link]. Kunden, die mit
einer Reaktion von BitGo auf ein datenschutzrechtliches Anliegen nicht einverstanden sind
oder anderweitige Bedenken in Bezug auf die Datenverarbeitung von BitGo haben, haben
das Recht, Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde einzulegen.
1. November 2022
BitGo Deutschland GmbH
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