Alternative Wohnformen:
Wie wollen wir wohnen? Diese Frage beschäftigt immer mehr
Menschen, auch angesichts steigender Mieten und der Single-
Gesellschaft. Alternative Modelle sind im Kommen:
Gemeinschaftsprojekte, Mehrgenerationen-Häuser, WGs für Jung
und Alt.
Wohnen wird immer mehr zur sozialen Frage: Steigende Mieten und
Energiekosten lassen viele zweifeln, ob sie auf Dauer in ihren vier Wänden
bleiben können. So mancher, der noch in einer großen Wohnung oder
einem eigenen Haus lebt, würde sich gern verkleinern, vielleicht andere mit
dazu nehmen. Ältere suchen Alternativen zum Seniorenheim. Und manch
Single ist das Alleinleben leid und sucht Gemeinschaft. Was gibt es an
alternativen Wohnformen?
Alternativ zu wohnen heißt, nicht in der eigenen Wohnung oder in einem Haus zu leben.
Weniger gängige Wohnformen sind zum Beispiel Zweck-WGs, Wohnwagen oder
Kommunen.
Egal ob Bauwagen, Mehrgenerationenhäuser oder sogar Ökodorf –
alternative Wohnformen liegen im Trend, vor allem was das
gemeinschafliche Wohnen angeht.
...
Leben im Tiny House
Der Trend zum Tiny House kommt aus den USA. Es handelt sich um Mini-
Wohnhäuser mit ca. 15m² Wohnfläche, die auf einem Anhänger transportiert
werden können. Größere Tiny Houses lassen sich ebenfalls unter den Begriff
fassen; allerdings ist bei diesen durch die deutsche Strassenverkehrsordnung die
Mobilität eingeschränkt.
Den Besitzern solcher Tiny Houses geht es oft um die Reduzierung auf das
Wesentliche. Sie wollen finanzielle Freiheit und persönliche Unabhängigkeit und
gleichzeitig einen Beitrag zu Ökologie und Nachhaltigkeit leisten.
In Deutschland ist das Phänomen "Tiny House" noch nicht weit verbreitet. Doch
immer mehr Begeisterte finden sich für diese Wohnform.
Wir haben einige Anbieter und Infoquellen für Sie zusammengestellt. Lassen Sie
sich inspirieren:
Übersicht Tiny Houses
Forum für Tiny Houses
20 Beispiele für Tiny Houses
Leben im Wohnmobil
Während andere im deutschen Winter frieren, trinken Wohnmobilisten im Süden
Europas ihren Morgenkaffee in der Sonne. Kommt der Frühling ins Land, reist
man gemütlich und entspannt Richtung Norden. Die grenzenlose Freiheit eines
Zugvogels innerhalb der eigenen vier Wände. So stellen sich viele das Leben in
einem Wohnmobil vor, meist zu Recht.
Ob im selbst umgebauten Unimog oder im rollenden Luxusheim für 250.000
EUR; das Leben im Wohnmobil ist Dank der Publikationsmöglichkeiten des
Internets bestens dokumentiert.
Wir haben einige interessante Beschreibungen für Sie herausgesucht:
8 Jahre im Wohnmobil
Leben im Wohnmobil
Reisen und Leben mit dem Wohnmobil
Leben im Bauwagen
Darf es etwas günstiger sein? Dann wäre vielleicht ein, mit allem Komfort
umgebauter, Bauwagen das Richtige für Sie.
Nach deutschem Recht entsprechen Bauwagen allenfalls als “besondere
Bauweise mit experimentellem Charakter” den Vorschriften des Wohnrechts.
Trotzdem gibt es viele Anhänger dieser Wohnform, die bspw. in Leipzig eine -
legale - Heimat gefunden haben. Leipzig ist die Wagenplatz-Stadt in Deutschland.
Mehr als 200 Menschen leben hier auf circa 16 Plätzen über die ganze Stadt
verteilt (Quelle: MDR).
Eine denkbare Alternative für Sie? Hier finden Sie mehr Informationen:
Bauwagen Manufaktur
Bauwagen in Leipzig
Leben im Eisenbahnwagon
Erinnern Sie sich an den Krimi "Mord im Orient-Express"? Dort trifft sich eine
Anzahl von Menschen, die während einer Fahrt vom winterlichen Istanbul nach
London im Zug Reisen und Leben.
Das können Sie auch. Zugegeben, nicht im Orient-Express und auch nicht auf der
Strecke Istanbul-London. Sondern in einem ausrangierten Eisenbahnwagon, wie
er bspw. von der Deutschen Bahn regelmäßig zum Verkauf angeboten wird
(siehe Infolinks).
Ob diese Wohnform Ihren Träumen entspricht, können Sie sogar ausprobieren.
Am Bodensee gibt es einen Ferienbahnhof, bei dem Sie gemütliche
Ferienwohnungen in komfortablen Original-Eisenbahnwagons mieten können.
Auch einen Erfahrungsbericht haben wir für Sie gefunden. Ein junges Paar
erzählt von Kauf, Umbau und Wohnen in ihrem Eisenbahnwagon.
Hier lesen Sie mehr:
Wohnen im Eisenbahnwagon am Bodensee
Die Deutsche Bahn zum Wohnen im ausrangierten Eisenbahnwagon
Umbau und Leben im Eisenbahnwagon
Leben im Container
12,192 m × 2,438 m × 2,591 m (L×B×H). Das sind die Maße eines Standard-
Seecontainers. Über 15 Millionen dieser Container sind im Verkehr. Zwei Drittel
des weltweiten Warenverkehrs werden mit Containerschiffen abgewickelt. Und
einige Container werden zu Wohnungen umgebaut.
Der Angebotsschwerpunkt in diesem Bereich liegt bei Selbstbaucontainern. Die
Anschaffung ist zunächst sehr günstig; ein ausrangierter Seecontainer ist mit
etwas Glück bereits ab 2.000 € zu finden. (Luxus)Wohnungen jeder Größe lassen
sich mit Containern realisieren. Ist einer zu klein, lassen sich auch mehrere
miteinander verbinden. Unser Marketingmann Peter Arndt war bspw. mehrere
Jahre als Dozent für die Duale Hochschule in Heidenheim tätig. Während des
Umbaus des Universitätsgebäudes fand der gesamte Lehrbetrieb der DHBW in
einem Containerdorf statt.
Wir haben für Sie einige Links zusammengestellt. Von der Anleitung zum
Selbstbau bis zu weltweiten Beispielen zum Träumen:
Wohnkonzept Überseecontainer
Anleitung zum Umbau eines Seecontainers
Urlaub im Wohncontainer
Leben auf dem Hausboot
Wasser, Freiheit, Ungebundenheit und die Nähe zur Natur sind Kennzeichen des
Wohnens auf einem Hausboot. Auch beim Komfort steht ein Hausboot einem
modernen Einfamilienhaus in kaum etwas nach. Einstöckig, zweistöckig, mit
Terrasse oder auch mit Pool. Nur das persönliche Budget und der örtliche
Bebauungsplan begrenzen die Phantasie des Bauherrn.
Noch ist es nicht einfach, einen der begehrten und naturgemäß begrenzten
Liegeplätze für ein Hausboot zu bekommen. Doch einige deutsche Städte wie
bspw. Hamburg lassen inzwischen vermehrt Hausboote als Bereicherung des
Stadtbilds zu.
In den Niederlanden hat das Wohnen auf dem Wasser dagegen eine lange
Tradition. Die Grachten von Amsterdam sind bspw. mit bewohnten Schiffen und
umgebauten Lastkähnen gesäumt, 2500 sollen es sein (Quelle: FAZ). Dort lassen
sich auch Hausboote mieten, um zu erproben, ob das Hausboot-Feeling für Sie
geeignet ist.
Mehr zum Lesen uns Träumen in den Links, die wir für Sie zusammengestellt
haben:
So funktioniert das Wohnen auf einem Hausboot
Hausboote in Amsterdam
Hausboot – traumhafte Alternative zum Wohnen
Personen oder Gruppen, die ihre Haushaltsfunktionen (Wohnen, Essen, Waschen, Reinigen
usw.) gemeinsam ausüben und/oder finanzieren, also zusammenleben, ohne ein Ehepaar
oder eine Familie zu bilden (z.B. Geschwister, Kolleginnen, Freunde usw.), werden als
familienähnliche Wohn- und Lebensgemeinschaft bezeichnet.
Warum leben Menschen in einem Ökodorf?
Das Ziel eines Ökodorfes ist eine Gemeinschaft zu gründen, die sich so weit
wie möglich selbst versorgt und vor allem nachhaltig ist. Zu den vier
Hauptpfeilern dieser Lebensphilosophie gehören das Soziale, das Kulturelle, das
Wirtschaftliche und das Ökologische. Und damit trifft es auch den Kern.
Nicht alle wollen ja in der Stadt wohnen. Und so erlebe ich in den letzten Jahren
ein zunehmendes Interesse von Menschen am gemeinschaftlichen Leben auf dem
Lande – in Hofgemeinschaften oder gar Ökodörfern. Eines der Paradebeispiele in
Deutschland ist sicherlich Siebenlinden. Aber es gibt natürlich viele andere – und
viele, die sich gerade gründen wollen und daher noch Mitstreiter suchen.
Was das Besondere am Leben in einem Ökodorf ist und wie man sein eigenes
gründet, all diese Informationen liefert das internationale Netzwerk der
Ecovillages. Auf der Website findet man viele hilfreiche Informationen, es gibt
Workshops und auch ein internationales Netzwerktreffen, das jedes Jahr stattfindet.
In vielen Ökodörfern kann man übrigens auch als Besucher oder
Seminarteilnehmer einige Tage verbringen und so schon mal reinschnuppern, ob
diese Lebensform etwas für einen ist.
Wie lebt man im Ökodorf?
Die Bewohner ernähren sich vorwiegend von Selbstangebautem oder Lebensmitteln
aus der Region. Viele verzichten auf Fleisch und Milchprodukte. Zudem werden
Gebrauchsgegenstände wie zum Beispiel Autos und Waschmaschinen
gemeinschaftlich genutzt. Am meisten trägt jedoch der Hausbau zur Nachhaltigkeit
bei.
Sieben Linden ist das wohl bekannteste Ökodorf in Deutschland. 1997 zogen die ersten
15 Bewohner in Bauwagen auf das Gelände. Die Gemeinde Poppau pflanzte als
Willkommensgeschenk sieben junge Linden entlang des Zufahrtswegs, daher der Namen.
„Wir sind ein Modelldorf für klima- und ressourcenschonenden Lebensstil.
Wohnen für Hilfe
Für Studierende sind die hohen Mieten in Städten wie München, Hamburg und
zunehmend auch Berlin ein echtes Problem. Deshalb haben sich ein paar Leute was
ausgedacht: Studierende wohnen bei Senioren mietfrei und helfen ihnen im
Gegenzug. Sie helfen im Haushalt oder Garten, kaufen ein, gehen mit ihnen
spazieren oder machen mit ihnen irgendwelche Unternehmungen.
Wie viel Hilfe für wie viel Wohnen Senior und Student tauschen, wird
normalerweise individuell vereinbart. Aber ein Richtwert ist: Pro Quadratmeter
Wohnraum eine Stunde Hilfe im Monat. Diese Idee hat sich schon in mehreren
Städten Deutschlands etabliert. Wer sich dafür interessiert, sollte sich bei der
Organisation in der entsprechenden Stadt informieren.
Autofreies Wohnen
Die Straßen in Deutschlands Städten sind ja mittlerweile gesäumt mit einer ganzen
Blechlawine an Autos. Dazwischen die Straßen mit Lärm und Gestank. Wer von
einem Leben ohne Autos träumt, kann das! Autofreie – oder zumindest autoarme –
Wohnprojekte gibt es in Freiburg, Münster, Köln, Hamburg, München, Kassel,
Bremen, Berlin, Frankfurt a.M., Karlsruhe, Aachen und Düsseldorf. In der Nähe
von Deutschland gibt es auch welche in Kopenhagen, Amsterdam, Wien, Bern und
in Großbritannien.
Das Ziel dieser Projekte ist es, Menschen ohne Auto ein Umfeld zu schaffen, in
denen das ein Vorteil ist. Sie wollen einen Beitrag zum Umweltschutz leisten,
besonders kinderfreunliches Wohnen ermöglichen und insgesamt die
Lebensqualität erhöhen. Ich war hier in Hamburg schon mal in so einem Projekt
und habe fest gestellt, dass dieser Anspruch dafür sorgt, dass die Häuser besonders
schön und die Nachbarschaftsgemeinschaft gut ist.
Gemeinsam neue Wohnformen
leben«
Du möchtest mehr als eine klassische Familie, sondern eine offene
Lebensform für alternatives Wohnen. Dir sind selbstbestimmtes und
verantwortungsbewusstes Handeln nicht nur als Individuum sondern als
Gemeinschaft wichtig. Das gemeinsame Zusammenleben steht über den
eigenen Präferenzen und nicht die stärkste Meinung zählt sondern die
vernünftigste. Konfliktbewältigung siehst Du als Weiterentwicklungsprozess
der Gemeinschaft, die daran nur wachsen kann. Alternatives Wohnen und
ein gemeinschaftliches Zusammenleben sind nicht nur auf Augenhöhe,
sondern langfristigen dem Wohl der Gemeinschaft gewidmet. Bei dieser
gemeinschaftlichen Lebensform findet man meist mehr gemeinsame
Räume und Begegnungsmöglichkeiten und das Teilen steht im
Vordergrund.
Alternatives Wohnen in der Lebensgemeinschaft bedeutet oftmals, dass Du
einer bestimmten Idee, Lebensweise oder einem gemeinschaftlich
formulierten Manifest folgst. Es gibt unzählige Varianten,
wie Kommunen, Ökodörfer, teilweise mit eigenständiger Wirtschaftsform,
aber auch Familien-WGs, die diese Lebensweise favorisieren.
Vorteile für die Lebensgemeinschaft
Wohnbedürfnis
Privatsphäre und Gemeinschaft
Der Austausch mit anderen ist Dir wichtiger als Privatsphäre. Du möchtest neue Formen des
Zusammenlebens ausprobieren und gemeinsam erforschen, wieviel von jedem nötig ist und
gemeinsam genutzt werden kann.
Lebensweise
Ökonomie und Nachhaltigkeit
Du lebst in einer Familie, die zusammen über Anschaffungen und Ausgaben entscheidet. Gemeinsam
etabliert Ihr vielseitige Rituale, die Deinen Alltag bestimmen, dabei steht der Teilen für Dich im
Vordergrund.
Gemeinsame Werte
Achtsamkeit und Organisation
Du fühlst Dich für das Gemeinschaftslebens verantwortlich und nimmst aktiv daran teil. Ihr
unterstützt Euch gegenseitig im Alltag und trefft verbindliche Absprachen
für wechselseitige Hilfestellungen.
Welche Wohnalternativen sich bieten…
…für Menschen, die in der Stadt bleiben wollen, aber auch für jene, die planen,
aufs Land zu ziehen, jedoch nicht gleich ein Haus kaufen möchten.
1. Modulhäuser & Minihäuser
Momentan spricht alle Welt von Minihäusern als der alternativen Wohnform
schlechthin. Doch auch diese kleinen Wohnmodule kosten einen Haufen Geld: Oft
sogar nicht weniger als ein klassisches Einfamilienhaus! Hinzu kommt der
Umstand, dass sie ein Grundstück benötigen, auf dem sie aufgebaut werden
können.
Nicht irgendein Grundstück übrigens, sondern Bauland. Dieses ist nur noch fernab
der Metropolen günstig zu bekommen. Im Internet kursieren die romantischsten
Berichte von Aussteigern, die mitten im Nirgendwo leben. Tatsächlich umsetzbar
ist das in Deutschland dank zahlreicher (Bau-)Vorschriften nicht.
Nun, immerhin gibt es in Großstädten die Möglichkeit, Minihäuser zu mieten. In
Planung sind Wohnmodule, die auf Hausdächern Platz finden sollen
(siehe Gewobag und Start-Up Cabin Spacey starten Pilot-Projekt). Damit erübrigt
sich die Grundstückssuche. Doch einen Haken gibt es: Die Module sind klein, eher
gedacht für genügsame Menschen, Studenten zum Beispiel.
Entwurf eines mobilen Minihauses auf einem Hausdach in Berlin, Copyright:
Cabin Spacey
Bereits realisiert wurde ein ähnliches Unterfangen von zwei Künstlern, die
ein Gewächshaus zum „Penthouse“ umfunktionierten: Die beiden Erbauer sind
kinderlos, sonst würden sie wohl kaum mit dem raren Platzangebot auskommen
(im Winter müssen sie sich auf zwei isolierte Räume beschränken).
Penthäuser sind übrigens nichts Neues, die FAZ widmete sich den Luxus-Häusern
auf Flachdächern in einem detaillierten Artikel.
In Planung ist darüber hinaus eine kleine Siedlung von Minihäusern im Berliner
Bauhaus-Garten für je nur 100€ Miete im
Monat: https://www.rbb-online.de/kultur/beitrag/2017/03/bauhaus-100-euro-
wohnung-van-bo-le-mentzel.html
Solange Minihäuser nicht auf Hausdächern gebaut oder aufeinandergestapelt
werden können, stellen sie in Großstädten allerdings keine wirkliche
Wohnalternative dar. Zum einen fehlt in Metropolen der Platz, zum anderen sind
die winzigen Häuser nichts für Familien. Nichtdestotrotz denken viele Leute
darüber nach, sich ein mobiles Heim wie einen Bauwagen auf ein gepachtetes
Stück Land zu stellen.
2. Wohnen in der Genossenschaft
Genossenschaftswohnungen hingegen sind in jeder erdenklichen Größe erhältlich.
Sie werden als Mittelweg zwischen Miete und Eigentum bezeichnet.
Aus meiner Sicht ist das nicht ganz korrekt. Ich habe neun Jahre in verschiedenen
Genossenschaftswohnungen gewohnt und eher den Eindruck gehabt, dass es sich
um ganz normale Mietwohnungen handelt.
Statt einer Kaution wird allerdings der Kauf eines Genossenschaftsanteils verlangt,
der i.d.R. ähnlich hoch ist. Nach dem Auszug erhält man den gezahlten Anteil
zurück – sofern die Wohnungsgenossenschaft nichts zu beanstanden hat.
Mitglied einer Wohnungsgenossenschaft zu sein, bietet allerdings den Vorteil, dass
der Mietpreis einem „angemessenen“ Niveau entspricht, denn die Genossenschaft
arbeitet nicht gewinnorientiert. Im Mittelpunkt stehen die Mitglieder (Mieter) und
die werden auch bevorzugt behandelt – wenn es zum Beispiel um die Suche nach
einer größeren Wohnung geht.
Bevor eine freigewordene Wohnung inseriert wird, werden erst einmal die
Mitglieder auf der Warteliste gefragt, ob sie die Wohnung haben möchten.
Trotzdem dauert die Suche nach einer Wohnung dank des angespannten
Wohnungsmarktes natürlich lange. Uns wurde zum Beispiel erst nach anderthalb
Jahren auf der Warteliste eine Wohnung vorgeschlagen. Da wohnten wir längst in
unserem Haus.
3. Selbstorganisiert wohnen
Die Idee der sogenannten Wohnkommunen ist fast so alt wie die der
Wohnungsgenossenschaften. Hier geht man allerdings einen Schritt weiter, will
nicht nur zusammen wohnen, sondern auch gemeinsam wirtschaften. Organisiert
werden solche „Wohnprojekte“ zum Beispiel von Mietshäuser-Syndikaten.
Bist du interessiert am gemeinschaftlichen Wohnen, gehst du i.d.R. erst einmal auf
die Suche nach Mitstreitern. Die brauchst du schon deshalb, weil ihr gemeinsam ein
Haus kauft und ggf. modernisiert. Der Gemeinschaftsgedanke geht auch nach der
Kauf- bzw. Bauphase weiter: Ob Kindererziehung, gemeinsame Mahlzeiten oder
anfallende Hausarbeiten, alles wird zusammen in Angriff genommen.
Mietshäuser-Syndikate werden übrigens nicht nur in der Stadt realisiert, sondern
finden vor allem Anklang auf dem Lande. Zumeist kaufen sich Städter dort
gemeinschaftlich einen günstigen Bauernhof, wo genügend Platz für mehrere
Familien herrscht. Dort leben sie dann nicht isoliert von den übrigen
Dorfbewohnern, sondern initiieren oft Projekte, die alle Einwohner zum
Mitmachen einladen.
4. WG gründen
Wohngemeinschaften sind nicht nur StudentInnen vorbehalten! Mittlerweile tun
sich auch Alleinerziehende, Senioren, aber auch Familien zusammen, um von der
Vorteilen des gemeinschaftlichen Wohnens zu profitieren. Trotzdem gehört die
WG immer noch zu den alternativen Wohnformen.
Ihre Vorzüge liegen nicht nur in der Kostenersparnis durch die geteilte Miete/Rate,
sondern vor allem darin, dass man nicht mehr einsam und alleine wohnt. Das
wiederum verspricht Abwechslung im (Familien-)Alltag. Obendrein kann die
Kinderbetreuung besser organisiert werden, was das Leben entspannter macht.
So verheißungsvoll das alles klingt, muss doch erwähnt werden, dass es gar nicht
so einfach ist, Mitstreiter zu gewinnen. Viele Alleinerziehende haben sich schon
ans Alleinsein gewöhnt, die meisten Familien möchten unter sich bleiben. Gerade
außerhalb der Großstädte muss man daher mehr Zeit dafür einplanen, eine WG auf
die Beine zu stellen.
Eine WG muss übrigens nicht unbedingt in einer Wohnung sein. Man kann sich
natürlich auch gemeinsam ein Haus kaufen. Oftmals handelt es sich dabei um
günstige Immobilien, die nach den eigenen Vorstellungen renoviert und aufgeteilt
werden. Handwerkliches Geschick vorausgesetzt.
Alternative Wohnformen sind ganz oft mit einem erheblichen Engagement seitens
der Initiatoren verbunden. Als Laie Bau- und Wohnideen in konkrete Projekte
umzusetzen, Mitstreiter zu finden, Bauanträge zu stellen – und bewilligt zu
bekommen, ist aufwendig und kostet Zeit. Auch sollte man sich vor Augen halten,
dass man mit seinem Herzensprojekt scheitern könnte! Viel einfacher ist es da,
weiter nach einer Mietwohnung zu suchen oder ein „ganz normales Haus“ zu
bauen.