0 Bewertungen0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen) 536 Ansichten11 SeitenGenette, Paratexte
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Gérard Genette
ARATEXTE
Mit einem Vorwort von Harald Weinrich
‘Aus dem Franzésischen von Dieter Homig
rankfurt/New York
ison des Sciences
de 'Homme - Paris‘ginalauigabe Seis eschien 1987 bei Bai
‘© 987 by Editions du Seu
dpsed cn 18 etre
ison des Sciences de I jomme ct if
C 26 i0 C228 CAD
P50/ 29) 625
‘cP-Talaufname der Deutschen
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Gente, Grad 1
Paratene + das Buch vom Beiverk det Buches / Gérard
Ak, Gi
Druck ued Bindung: Druckhave
Printed in Germany
InwaLr
Vorwort
Einleitung
Der verlegerische Peritext
Der Name des Autors
aymite 43 - Anonymitse 45 -Peudonyrn
©
en 38 Ort 65» Zeitpunke 68» Adressanten 75 - Adrestaten 76
Funktionen 77 - Bezeichnung 81 Thematische Titel 82 - Rhematisehe Titel 8
Konnotationen 89 - Verhrung? 92 »Gattungsangaben 94
Der Waschzettel
Vier Stadien 193 + Abtiftendes und Angehingtes nz
Widmungen : peer ert
Die Zueignung des Werkes 16 -Ore mq Zeitpunkt ns »Zucigner 126
Zucignungsadressaten 8 » Funktionen 2 Die Widmung eines Exemplars 33
(On, Zetpunkt ns » Widmungsadressanten, Widmungsedressaten 16
Funktionen 37
Motti
jerte Autoren 147
4
38
105
nyDie Instanz des Vorwors ..
tor Vergechiehe 9 Form wy On
ry hares 68
Deepen 69
Die Funktionen des Originalvorworts
nei gs Bedesungi9h- Nese Tr
rants 07 -Fktionsertige 209
este er lee Ange he den Kote 28» Asc
Llupen ng Gatungedefinionn 2 -Anseichmandver
‘Andere Vorworte, andere Funktionen :
Nackwote a - Nach Spite Vorone 8: Alogaphe
ic Haare 1). kine Vorvre 265: Verneinende
Auk yt Five Alloraphe 275: Fiktive
‘Zwischentitel ..
Tiler Awe Gee desc
Narative Fltionen 285
Geschichte Werke ince Tene 297» Sarumiungen 298
Tohalsargben,Kolarenstel jor
Anmerkungen . :
Dafsen, Oe spun, dest akon 33
Onalanmrkngen yo Necuighe Anmeshungen 33
“henge Fltonn 3 Algagbe Aameargen ju Alrite
Der private Epitext
Beafeechl» Monliche Mincange 9 Taber yg Vrete 36
Schlug
Autorenregister
130
58
Vorwort
ind, gute Geschwister sind (was frcilich
nicht ausschlie St, da sie bisweilen miteinander zanken). Auch in der anglo-
phonen Welt ist Gérard Genete gut bekannt, und man studiert seine Biicher,
beispiclsweise seine mehrbindige Aufsatzsammlung »Figuress, mitderjenigen
‘Aufmerksamkeit, die diese Arbeiten durch ihren Scharfsinn, ihre Reflexions-
tiefe und Lesekultur verdienen.
Im deutschen Sprachraum ist Gérard Genette zwar in vielen Kopfen, die
liber die Grenzen zu schauen pflegen, gut prasent, doch haben seine Biicher
bislang auf dem deutschen Bechmarkt unbegreflicherweise gefeblt. Die nun
jingsten Buches Sewis, worlich »Schwellens,
und Nachworte, Widmungen und Motti und natiirlich
‘merkungen — schliclich aber auch jene »Epitexte« rh Umfeld eine
schen Werkes, mit denen ein Autor, be
gen und Interviews, ein Werk aus seiner
‘Wahrheit des jeweiligen Tentes zu erfahren
einen eigenen Augerungen berPagarertt
ene ver auch nur ein Zeuge, zu dem mindestens
as anaes aaa hinzutreten mu, damit wahrheits-
aoe anderen Aus dem gicea Grande wires indss
teatherig de Auferngen di ein Autor in Pratexten ‘aber sein eigenes
‘Werk macht, nicht zur Xenntnis 20 nehmen. Um sie aber genau und kritisch
csen zukénnen, ist nti, auch iiberihre Gattungsgesetze Bescheid zu wis-
when ra dese Zveck kann man nunmehr dieses Buch zur Hand neh
ser valle Qualtten eines Handbuches hat und in Standardvwerk zu wer
den vere
‘Auch ein Vorwort, das nicht vom Autor, sondern von einer anderen Person
seafa is sel einen Paatext im Sinne von Gérard Genette dar. So giltes
falglich auch Rr deses Voorn, das den Zweck volt, Zevgnis abzulegen
far ein Buch, dessen Lektiire sich lohnt.
Harald Weinrich
EMNterTuNG
Ein fiterarisches Werk besteht ausschlieflich oder hauptsichlich aus einem
‘Text, das heit (in einer sehr rudimentaren Definition) aus einer mehr oder
‘weniger langen Abfolge mehr oder weniger bedeutungstragender verbaler Au-
Gerungen. Dieser Text prasentiert sich jedoch selten nackt, ohne Begleit-
schutz einiger gleichfalls verbaler oder auch nicht-verbaler Produktionen wie
cinem Autorennamen, einem Titel, einem Vorwort und Illustraioncn. Von
‘ihnen weil man nichtimmer, ob man sie dem Text zurechnen soll;sie umge-
ben und verlinger ihn jedenfalls, um ihn im iblichen, aber auch ie vollsten
Sinn des Wortes zu praentiren: ihn prisent 2u machen, und damit seine »Re-
~zeption« und seinen Konsum in, zumindest heutzutage, der Gestalt ines Bu-
cches zu erméglichen, Dieses unterschiedlich umfangreiche und gestaltete
Beiwerk habe ich an anderer Stelle und in Anlehnungan den mitunter mebr-
deutigen Sinn dieser Vorslbe im Franzésischen’ als Paratext des Werkes be-
* Palimpusts, Paris 98S. 9.
‘mutch auch in enigen anderen Sprachen, wen
"Glauben schenke diesich auf das Englische bezeht:FPar
1m Gasigeber 0
Pareariges ist nicht nut gleichzeitig auf biden Seiten der Grenze zwischen innen und au
{enc sistaih die Gtenze ale solche det Schr, der als dusciinige Meanbiau rwisshicn =
ten fungi: Es bewirkt re Verichmelzung, le das AuBereeindrngen und das
and Critcom,
‘The Seabury Bess, New York igs, S29). Das st cine recht scone Beschreibung der Wire
sang des PactentesPusrexrt
ees Beier, dsc ds ein Text zum Buch
als solehes vor die Leser und, allgemeiner, vor die Offer
i a enero Sak ode de onde
ge Grenze: 1c Scheele oder—wie es Borges al
ogedaict hat ~ um cn Vesti, das jeder die Méglichhe
aeeejer Umnkehren bite; um eine »unbestimmte Zone» zwischen ianen
ceeragen de selbst wider keine fste Grenze nach innen (zum Text) und
nach auSen (dem Diskars der Welt uber den Text) aufweist; oder wie Phi
jeune gesagt hat, um»Anhingsel des
ie Toes eyes Diese Ankngseh die jammer einen auktoralen oder
‘Yom Autor mehr oder weniger legtimierten Kommentar enthalten, bilden
Jeischen Text und NichtText nichtblo® eine Zone des Ubergangs, sondern
der Transasion: den gecigneten Schauplatz fir eine Pragmatik und eine Stra~
teze, cn Einwitken auf die Ofenlicheit im gut oder schlecht verstandenen
oder gelesteten Dienst ciner besseren Rezeption des Textes und einer rele-
vanteren Lektre—relevante
ner Verbindeten. Dieser Einwirkung werden wir noch nachspi
arichnet, Der Prat
anschaulchen, was dabei auf dem S ie harmlose Frage
seniigen: Wie widen wir deni UB licher Gebrauchsan-
weisung entbehre,aufseinen bloSen Text reduziert und nicht Uses betitelt
Der Paratextbestebt also empirisch aus einer vielgestaltigen Menge von
Praktken und Diskursen de ich deshalb unter diesem Terminus zusammen
Untersuchung entbindet mich vermutlich ciner einlei-
tenden Aufeiblung, wire da nicht die vorkiufige Dunkelheit eines oder
zwcier Termini, die ick unveraigich definieren werde. Die Gliederung hilt
redustenden und epuirenden Coder (C Duc
Lite |, Feb oy
Tea (A Compan; Ls Seca Ha
ry
Bwwzsrunc
sich so weit wie méglich an die Rethenfolge deriblichen Begegoung mit den
Mitteilungen, die sich untersucht: dufere Aufmachung eines Buches, Name
des Autors, Titel und das weitere, wie es sich cinem folgsamen Leser darbietet,
dessen, was ich »Epi-
‘mancher 2ukiinftige Leser wird mit einem Buch zum Beispiel dank eines In-
terviews des Autors bekannt, wenn nicht dank einer Besprechungiin der Pres-
se oder ciner miindlichen Empfehlung, die nach unseren Regel
icht des Autors
menstellung werden, so hoffe ich, deren Nachteile iberwiegen. Zudem ist
diese Anordnung von keiner schr bindenden Strenge, und wer mit Bichern
auch auf das vorliegende anwenden,
Im dbrigen treten paratextuelle Mitteilungen, fir die ich ein erstes, grobes
und mit Sicherheit keineswegs erschpfendes Inventar vorlege, im Unafeld ei-
nes Textes nicht gleichmafig und systematisch auf: Es gibt Bucher ohne Vor-
wworte, Autoren, die Interviews ablehnen, und es gab Zeiten, in denen die Ein-
tragung eines Autorennamens, ja sogar eines Titels, nicht verbindlich war.
jie Wege und Mittel des Paratextes verindem sich stindig je nach den Epo-
chen, den Kulturen, den Autoren, den Werken und den Ausgaben ein und
und zwar mit bisweilen betrichtlichen Schwankungen: Es
gil als offenkundig, da unsere Zeit der »Mediens im Umikreis der Texte ci-
nen Diskurstyp gehiuft einsetzt, der in der Welt der Klassik unbekannt war,
und erst recht in der Antike und im Mittelalter, wo dic Texte hiufig beinahe
im Rohaustand, in Form von Handschriften ohne jegliche Prisentationsfor-
oe Abschreiben — aber auch
the Materialisierung, die sich, wie wir noch sehen werden, pa~
ratextuell auswirken kano, In diesem Sinn Ja8t sich gewi8 behaupten, da es
einen Text’ ohne Paratext gibt oder je gegeben hat. Paradoxerweise gibtes da-
> Ich sage ett Tete und nicht mehr Warzim eden Sinn des Wores Alle Aten von Bichern,
auch solche ohne jeden isthetischen Anspruch, ext angewiesen, selbst
trenn sich unsere Untersuchung hier auf den chen Werke beschrinktPause
sy Chrétien de Troyesin der Einletung22u seinem Clg 7u-
s Batail des Thermopyle, die 2u Flauberts aufgegebenen Pls-
ide wir nur wissen, da das Wort Beinsciene arin nicht
man ins Teéumen, und zwar
iindig vorliegenden Wer-
nen gehort und von
: te, Schen bei diesen Titeln ge
ante Leserrichten.
-suchung dieser Elemente oder cher dieser Typen von Elemen-
harakteristia in Betracht gezogen, durch die sich
immer gearteten paratextuellen.
wesentlichen dei
x fliche, pragmatische und funkcionale Eigenscha
gesagt: Definiert wird cn Paratextelement durch die Bestimmung seiner St
Jang Frage wo? seiner verbalen oder nichtverbalen Existenzweise (ied), der
Figenschafen seiner Kommunikationsinstanz, Adressant und Adressat (von
‘em? a wen’), und der Funktionen, die hinter seiner Botschaftstecken: 20-
za? Dieser etwas simple Fagebogen, essen kortekte Verwend
hezu vollstindig die Methode des folgenden definier, bedarf
zen Begrindung.
Ein Element des Pantestes hat, zumindest wenn es aus einer material
ig besteht, 2wangsiufig eine Stellung, die sich im Hinblick auf
en lit im Umfeld des Textes, innerhalb cin und desselben
ie die Kapitelaberschrifen oder manche Anmerkung
a typischste Kategorie, von der unsere ersten elf Ka
werden, bezeichne ich
in respekwollerer (oder vo
et) Entfermung finden sich ale Mitteitun-
auflrhalb des Textes angesiedelt sind: im
* Diese Repfbenchne
ne dem von A. Compzynon vorgeschlagenen Bepsff Pes
Eemustune
text = Pevitext + Epitext?
Die zetlcbe Situierung des Paratextes lat sich ebentillsim Hinblickauf die
des Textes definieren. Nimmt man das Erscheinungsdatum des Textes, das
hei8t das sciner Erst- oder OriginalausgabeF, als Bezugspunkt, so sind (6ffent-
lich) manche Elemente des Paratextes friher entstanden: etwa Prospekte,
‘Vorankiindigungen oder auch Elemente, die mit dem Vorabdruck in Zeitun-
gen oder Zeitschrifen verbunden sind und in der Buchausgabe dann ver-
schwsinden, wie die berikhmten homerischen Kapiteliiberschriften des Ubysies,
dic, wenn ich so sagen darf, ausschlieSlich vor der Geburtexistierten: fie Pax
ratexte also. Andere, und zwar die hiufigsten, erscheinen gleichzeitig mitdem
Dabei handel es sich um den oriinaln Paratext, sagen wir um das Vor-
1d, den es vor:
ner 2weiten Ausgabe, wie etwa das Vorwort zu Thirése Raguin (vier Monate
‘Abstand), oder einer Neuausgabe, wie das Vorwort des Essai sur les révolutions
tionalen Griinden, auf die ich noch,
logismus ibernehmen, den mein gitiger Lehtmeister Alphonse Allais vorge-
schlagen hat: anthumer Paratext? Letztere Unterscheidung gilt allerdings
nicht nur fir t original und posthum
posthumen Text beg
Henri Brilard, vom ibm elit verfat, nach dem Vikar von Wakefield i
rman dee Fal it.
7 Man mu allerdings hinzufigen, da der ester wisens
povthurner) Ausgaben mitunter Elemente aus, de nicht zum
aren: etwa Auszige ausallogaphen Buchbesprechanger
suf technische (ibliographische und bibliophi
rt azchen der pingigen Ausgabe, der Onginalauseabe,
vorgenommen werden und bezeichne einfach die cues eschies
ie 2useinenLebzePasser
i nn, so kann es
in Element des Paratextes also jederzeit aufieten kann, 50
sre er ended red ot ch dh
uch Eerfanades Autors oder durch fremden Eingnif, oder aber, weil ess
Ereporea that Dergedalt wurden zablreiche Titelaus der Zeit der
bss bis die ea modemen Ausgabe hi a
‘ ‘ te Balzacs wurden 1842 bei
1 Nachveltreduzier, und alle Originalvorworte Bala
ne saemveueiung zur Conéde humaine abscch gestichen, Diese
‘nr hiufgen Streichungen bestimmen die Lebs
vanpel manchen ise sth kare: Den Retord
seore von La Peau de chagrin (einen Monat), Doch ich schrieb vorhin vend
tp oder nihte Ein etwaanlalich cine Nevausgabe gestrichenes Element
tenn nammlich ankiGlich einer spiteren Ausgabe emeut auftauchen: Manche
“Anmetkungen der Nowoels Helos, die in der 2weiten Ausgabe verschwunden
‘chen bald wieder auf; und die 1842 von Balzac gestrichenen Vor-
in sich heute in allen guten Ausgaben. Der Paratext taucht im Lauf
und dieses Zuriicktreten hngt, woraufich noch 2u-
inem wesenhaftfunktionalen Charakter
vearen, 2
wore
seines Lebens oft unt
rickkommen werde,
zusammen.
Die Frage nach dem soliben Status wird, wie oft in der Praxis, durch die
‘Tatsache gellit oder umgangen, da nahezuallein Betracht gezogenen Pa
texte dem Bereich des Texus oder zumindest des Verbalen angehdten: Titel,
linguistischen Status des Textesteilen. Meistens ist also der Paratext selbst ein
: Er ist zwar noch nicht der Text, aber bereits Text. Doch mu man zu
(Ulustrationen), materelle (alles, was 24 den ty-
pographischen Entscheidungen gehért, die bei der Herstellung eines Buches
mitunter sehr bedeutsam sind) oder tein faktische. Als fktiich bezeichne ich
cinen Patent dercicht au cnet audiclichen rabalen oder ichiverb
len)
‘man den »Roman ciner Fraue ganz genauso wie einen Roman schlechthin,
das heigt wie den Roman eines Mannes?) oder das Datum des Weskes: »Die
vwabre Bewunderung.
fest, dab das
at Renan gesagt, sist historische; es steht zumindest
rische Bemutscin der Epoche, in der ein Werkentstand, ir
4
Euwuerrune
in Lelatire selten ohne Belang ist. Ich breite hier die charalteristischen
indlichkeiten des faktischen Paratextes aus, von denen ¢s noch
che andere und nichtigere gibt, etwa die Zugehdrigkeit zu cinet Akade-
rie (oder einer anderen ruhmreichen Zunfi) oder die Zuerkennung eines Li-
ist aber, worauf wir noch zuriickkommen wer-
en Kontextes im Umfeld des Werkes, der des-
sen Bedeutung prizisiert oder mehr oder weniger modifiziert: cines auktoria-
len Kontextes twa, wie er fir Pir Goriot durch das Ganze der Comédiehumai-
zur Kenntnis gebracht werden oder
nicht: Gatrungsangabe, Erwahnung eines Preises auf der Bauchbinde, Erwah-
nung des Alters im Waschzettel, indirekte Enthiillung des Geschlechts durch
den Namen usw., doch braucht sie nicht immer erwahnt zu werden, insofern
sie als »6ffentlich bekannte gilt; so etwa fungieren fiir die meisten Leser der Re | '
Ich sage nic
‘mu: Ich sage mur, da dicjenigen, die davon
‘zum Narren halten, die diesen Unterschied leugnen. Gleiches gilt ir dic Fak-
ten des Kontextes: Das Lesen von L’Asommoir als unabhingiges Werk und
andererseits als Teil der Rougon-Macquart ergibt zwei seht voneinander ver-
schiedene Lekriren,
Der pragmatische Status cines paratextuellen Elements wird durch die Ei-
genschaften sciner Kommunikationsinstanz oder situation definiert: Wesen
von Adressant und Adressat, das Ma8 an Autoritit und Verantwortung des er
kutive Wirkung seiner Mitteilung und verm
te Vorbemerkung zur Comédie humaine in Witklichkeit von einem seiner
5Pasarextt
" adresant wird durch eine pliative Zu:
ie ee ‘Verantwortung definiert. Es han-
are rar Prat), doch kann sich ge-
ie de pss der Waschactel nicht vom Autor s-
den Velen er den ergoivhen Patent Der Autor
fi erin ere auch sisi fir den Texter
sind de er Veratvortungancinen Dien de
site Dritten gschriebenes und vom Autor ake
sn syn Anal France Rr Lt Plains tk
septs Vor timing) met noch zum — deal li
scheint i an een. Es pibt auch Situationen, in denen die Verant
_raghn Paso Bruen gett it etwa wenn der Autor von
atest Beiss :
veo finde te wird, der dessen Aussagen geteu festhalt und
cern Hragesteller it :
"= oder auch nicht,
a lieich ro las Publkure definiren aber dese Def
tr yungenn, da sich das Pubkam eines Buches vitull auf die
rion ie et ausdehnt und so AnlaS zu einigen Spezil
sears Menihbe Henente wenden sch tatsichlch an die Offenlchkst
a git bet, ae diese auch erechen), also an jede: Das
“poner Tel eh ome noch aa url oder icin Interview. An
aeaden sich deselbe Vorbehl) pecischer und cingeschrinkter nur
ae er des Texte: Ds it ypisch Fr das Vorwort. Andere wieder, twa
Jorehgefhe wurde, Thnenallen meinetiePasarexre
Ich habe schon erwahnt, da sich die klassische und die realistische Epocke
diesbeztiglich relativ zurickhaltend verhielten, Im Kontrast dazu ist die
Romantik durch einen starken Konsum (ich sage nicht »Produktions) an
Moti gekennzeichnet, an den vermutlich nur die gerade auslaufende kurze
Phase einer Avantgarde mit hochtrabend intellektuellen Anspriichen (oder
umgekehrt) heranteicht. Im Zusammenhang mit der Mottoschwemme am
Beginn des 1g. Jahrhunderts hat man zu Recht das Bestreben vermerkt, den
Roman, und insbesondere den historischen oder »philos
lturelle Tradition 2u integrieren. Die jungen Scl
‘briger Jabre verlichen sich auf demselben Weg die W
Salbung einer (anderen) glanzvollen Abstammung. Das bloe Motto ist ein
ignal (das sich als Jndiz versteht) fir Kultur, ein Losungswort fir In
litt. Solange hypothetische Besprechungen in den Gazetten, Literaturpreise
und andere offzielle Anerkennungen auf sich warten lassen, ist es berets ein
wenig die Weihe des Schrifistellers, der durch das Motto seinesgleichen aus-
wable und damit seinen Platz im Pantheon.
Diz Instanz pes Vorworts
Derixrrion
Ich verallgemeinere den gingigen Begriff Voreort und bezeichne damit alle
‘Arten von auktorialen oder allographen Texten (scien sie einkeitend od
leitend), die aus einem Diskurs bestehen, der anliBlich des nach
oder vorangestellten Textes produziert wurde, Das »Nachwort«
Variante des Vorworts angesehen, deren unleugbare Besonder!
niger wichtig erscheinen als jene Zige, die sie mit dem allgemeinen Typus
ch sprach von einem »gangigen Begriff: Die Liste der Parasynonyme ist
im Gefolge diverser Moden und Neuschépfungen recht lang, wie aus dieser
uungeordneten und keineswegs erschopfenden Aufzihlung hervorgeht: Einle-
‘ug, Vorrede, Prolog, Vorspie, Einfbrang, Praambel, Prliminarien, Exordiaon,
Prodmixon — und fir das Nachwort: Nachschrif, Nachtrag, Postskriptuma usw.
Natirlich unterscheiden zablreiche Nuancen diese Termini, vor allem wenn
sie nebeneinander auftreten wie bei Werken didaktischen Typs, in denen das
Vorwort in stirkerem Ma& eine protokollarische, umstandsbedingte Funk-
tion dibernimmt und vor einer enger mit dem Thema des Textes verkniipften
Einfithrung steht — worauf Jacques Derrida beim Hegelschen Paratext recht
deutlich verwiesen hat: »Man mu zwischen Vorwort und Einleitung unter-
scheiden. Sic besitzen in den Augen Hegels weder dieselbe Funktion noch
dieselbe Warde, obwo! hung 2um Corpus der Exposition ein ahn-
liches Problem aufwirft sng unterhilt eine systematischere, weni-
get historische und weniger umstandsbedingte Verbindung zur Logik des
7
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