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Lehrstuhl II für Mathematik

Prof. Dr. E. Triesch

Höhere Mathematik III


WiSe 2012 / 2013



Variante A
Musterlösung
Zugelassene Hilfsmittel:
Als Hilfsmittel zugelassen sind handschriftliche Aufzeichnungen von maximal 10 DinA4-Blättern (keine
Fotokopien oder Ausdrucke). Taschenrechner sind nicht zugelassen.
Das Konzeptpapier zur Bearbeitung der Aufgaben (Schmierblätter) ist von den Studierenden zur Klausur
mitzubringen.

Bewertung:
Bitte nutzen Sie zur Beantwortung aller Aufgaben die in der Klausur ausgeteilten Blätter! Es werden nur
die Antworten gewertet, die auf dem Lösungsbogen stehen! Zur Bewertung der einzelnen Teile:
I: (Aufgabe I.1-I.3) Sie müssen unter expliziter Darstellung des Lösungsweges nachvollziehbar zu einer
Lösung kommen. Ohne Lösungsweg gibt es keine Punkte.
II: (Aufgabe II.1-II.4) Sie müssen das richtige Ergebnis in die entsprechenden Kästchen des Ant-
wortbogens eintragen. Darüberhinaus können Sie im Feld Lösungsskizze einen kurzen Rechenweg
angeben, der in die Bewertung mit einbezogen wird, sollte Ihr Ergebnis falsch sein.
III: (Aufgabe III.1-III.3) Hier müssen Sie Aussagen Wahrheitswerte zuordnen. Sie erhalten nur
dann Punkte, wenn Sie in einer Teilaufgabe alle Wahrheitswerte richtig und komplett
zuordnen.

Beispiel:
Bestimmen Sie die Wahrheitswerte der folgenden zwei Aussagen: (2 Pkt.)
(1) 2 · 3 = 6
(2) 1 + 1 = 3.

Antwort (1) (2) Punkte Antwort (1) (2) Punkte


1. W W 0 5. F - 0

2. W F 2 6. W - 0

3. F W 0 7. - F 0

4. F F 0 8. - W 0

Es gibt keine Minuspunkte.


Bitte schreiben Sie keine Rechnungen oder Begründungen zu Teil III auf den Antwortbogen.
Nutzen Sie dafür Ihr eigenes Konzeptpapier.

Viel Erfolg!
Teil I
Aufgabe I.1: (3+10+1+2 Pkt.)
Sei P die disjunkte Vereinigung des Zylinders
  
 x

3 2 2
Z=  y ∈ R x + y ≤ 4, −2 < z ≤ 0

z
 

mit der Halbkugel


  
 x

3 2 2 2
HK =  y ∈ R x + y + (z + 2) ≤ 9, z ≤ −2 ,

z
 

das heißt P = Z ∪ HK.

Die Fläche F sei die untere Haubenfläche der Halbkugel HK, das heißt
  
 x

3 2 2 2
F =  y  ∈ R x + y + (z + 2) = 9, z ≤ −2 .
z
 

 
3y
Weiter sei ν : R3 → R3 ein Vektorfeld mit ν(x, y, z) = −x.
z

a) Berechnen Sie das Volumen von P .


Z
b) Berechnen Sie den Fluss ν · do von ν durch die Fläche F .
F
Hinweis: Benutzen Sie Kugelkoordinaten mit festem Radius. Beachten Sie die Verschiebung in z-
Richtung und die Tatsache, dass es sich nur um eine Halbkugel handelt.

c) Geben Sie die Divergenz des Vektorfeldes ν an.


Z
d) Berechnen Sie ν · do mit dem Satz von Gauß.
∂P

Lösung:

a) Z ist ein Zylinder mit der Höhe 2 und Kreisradius 2. Also:

V (Z) = (π · 22 ) · 2 = 8π.

HK ist eine Halbkugel mit Radius 3. Also:


 
4 1
V (HK) = π · 33 · = 18π.
3 2

Insgesamt gilt damit:

V (P ) = V (Z) + V (HK) = 8π + 18π = 26π.


Alternative Lösung:    
x r cos ϕ
Mit den Zylinderkoordinaten y  =  r sin ϕ  folgt für den Zylinder
z z

Z0 Z2 Z2π Z0 Z2 Z0
1 2
V (Z) = r dϕ dr dz = r · 2π dr dz = 2π · 2 dz = 4π · 2 = 8π.
2
−2 0 0 −2 0 −2

Um das Volumen der Halbkugel zu berechnen verwenden wir die verschobenen Kugelkoordinaten
        
r r cos ϕ cos θ r  r
π 
g ϕ =  r sin ϕ cos θ  für ϕ ∈ ϕ ∈ R3 0 < r ≤ 3, 0 ≤ ϕ < 2π, − ≤ θ ≤ 0 .
2
θ r sin θ − 2 θ θ
 

Damit gilt
Z3 Z0 Z2π Z3 Z0 Z3
2 2
 2 0
V (HK) = r cos θ dϕ dθ dr = 2π r cos θ dθ dr = 2π r sin θ − π dr
2
0 − π2 0 0 − π2 0

Z3 π  Z3  3
2 1 1 3
= 2π r sin dr = 2π r dr = 2π r3
2
= 2π · · 3 = 18π.
2 3 0 3
0 0

Und damit insgesamt V (P ) = V (Z) + V (HK) = 8π + 18π = 26π.

b) Die Fläche F hat die Parametrisierung


 
3 cos ϕ cos θ
π
Φ(ϕ, θ) =  3 sin ϕ cos θ  , 0 ≤ ϕ < 2π, − ≤ θ ≤ 0.
2
3 sin θ − 2

Damit folgt:
    
−3 sin ϕ cos θ −3 cos ϕ sin θ 9 cos ϕ cos2 θ
Φϕ (ϕ, θ) × Φθ (ϕ, θ) =  3 cos ϕ cos θ  ×  −3 sin ϕ sin θ  =  9 sin ϕ cos2 θ  .
0 3 cos θ 9 sin θ cos θ

Also
   
Z Z0 Z2π 9 sin ϕ cos θ 9 cos ϕ cos2 θ
ν · do = −3 cos ϕ cos θ ·  9 sin ϕ cos2 θ  dϕ dθ
F − π2 0 3 sin θ − 2 9 sin θ cos θ
Z0 Z2π
= 54 sin ϕ cos ϕ cos3 θ + 27 sin2 θ cos θ − 18 sin θ cos θ dϕ dθ
− π2 0

Z0 Z2π Z0 Z2π Z0 Z2π


= 54 sin ϕ cos ϕ cos3 θ dϕ dθ +27 sin2 θ cos θ dϕ dθ −18 sin θ cos θ dϕ dθ .
− π2 0 − π2 0 − π2 0
| {z }| {z }| {z }
(1) (2) (3)

Wir
Z berechnen die Integrale (1), (2), (3) einzeln. Dazu berechnen wir zunächst das Integral
sin ϕ cos ϕ dϕ. Partielle Integration mit u = cos ϕ ⇒ u0 = − sin ϕ und v 0 = sin ϕ ⇒ v = − cos ϕ
liefert
Z Z
2
sin ϕ cos ϕ dϕ = − cos ϕ − sin ϕ cos ϕ dϕ
Z
⇔ 2 sin ϕ cos ϕ dϕ = − cos2 ϕ
Z
1
⇔ sin ϕ cos ϕ dϕ = − cos2 ϕ. (?)
2
Damit gilt für das Integral (1):
Z0   2π
(?) 1
(1) = 54 cos θ · − cos2 ϕ
3
dθ = 0.
2 0
− π2

Für das Integral (2) gilt:

Z0 Z0
 2 2π
(2) = 27 sin θ cos θ · ϕ 0 dθ = 27 sin2 θ cos θ · 2π dθ
− π2 − π2

Z0  0
2 1 3 1
= 54π sin θ cos θ dθ = 54π sin θ = 0 − 54π · · (−1)3 = 18π.
3 − π2 3
− π2

Für das Integral (3) gilt mit (?):

Z0 Z0
(3) = −18 [sin θ cos θ · ϕ]2π
0 dθ = −36π sin θ cos θ dθ
− π2 − π2
 0  
(?) 1 1
= −36π − cos2 θ = −36π · − − 0 = 18π.
2 − π2 2

Also gilt insgesamt:


Z
ν · do = (1) + (2) + (3) = 0 + 18π + 18π = 36π.
F

c) Für die Divergenz gilt


∂v1 ∂v2 ∂v3
div(ν) = + + = 0 + 0 + 1 = 1.
∂x ∂y ∂z

d) Mit dem Satz von Gauss gilt


Z Z Z
c) b)
ν · do = div(ν) d(x, y, z) = 1 d(x, y, z) = 1 · V ol(P ) = 26π.
∂P P P

Aufgabe I.2: (12 Pkt.)


Bestimmen Sie die globalen Extremalstellen der Funktion
f (x, y, z) = 3x2 + y 2 + 3z 2 + 2xz
unter der Nebenbedingung g(x, y, z) = x2 + y 2 + z 2 − 4 ≤ 0 für x, y, z ∈ R.

Lösung:
Sei G = {(x, y, z) ∈ R3 | g(x, y, z) ≤ 0}. Berechne zunächst die kritischen Punkte im Inneren von G. Es
gilt  
6x + 2z
!
gradf (x, y, z) =  2y  = 0.
6z + 2x
Daraus folgt das (homogene) lineare Gleichungssystem

6x + 2z = 0 ∧ 2y = 0 ∧ 2x + 6z = 0

mit der eindeutigen Lösung (x, y, z) = (0, 0, 0). Somit ist (0, 0, 0) der einzige kritische Punkt von f im
Inneren von G mit Funktionswert f (0, 0, 0) = 0.
Betrachte nun f auf ∂G.  
2x
grad g(x, y, z) = 2y 

2z
hat auf ∂G vollen Rang, denn (0, 0, 0) ∈
/ ∂G. Die Lagrange-Funktion ist gegeben durch

L(x, y, z, λ) = f (x, y, z) + λ g(x, y, z).

Bestimme die kritischen Punkte von L.


!
Lx = 6x + 2z + 2λx =0 (1)
!
Ly = 2y + 2λy =0 (2)
!
Lz = 2x + 6z + 2λz =0 (3)
!
Lλ = x2 + y 2 + z 2 − 4 =0 (4)

(2) ist äquivalent zu 2y(1 + λ) = 0 und somit ist y = 0 oder λ = −1.


Falls λ = −1, so erhält man aus (1) und (3) das homogene lineare Gleichungssystem

4x + 2z = 0 ∧ 2x + 4z = 0

mit der eindeutigen Lösung x = 0 und z = 0. Zusammen mit (4) erhält man so die kritischen Punkte
(0, −2, 0) und (0, 2, 0) mit Funktionswert 4.
Falls y = 0, so folgt aus (4), dass x2 + z 2 = 4. Multiplikation von (1) mit z und von (3) mit x liefert

6xz + 2z 2 + 2λxz = 0 ∧ 6xz + 2x2 + 2λxz = 0,

so dass gilt
2z 2 = 2x2 ⇔ z 2 = x2 .
√ √
Setzt man dies in x2 + z 2 = 4 ein, so folgt√x2 = √2 = z 2 , also√x = ±√2 und z = ± 2. Somit erhält
man√ schließlich
√ noch√die kritischen
√ Punkte ( 2, 0, 2) und (− 2, 0, − 2) mit Funktionswert 16, sowie
(− 2, 0, 2) und ( 2, 0, − 2) mit Funktionswert 8. √ √ √ √
Insgesamt wird das globale Maximum von f auf G in den Punkten ( 2, 0, 2) und (− 2, 0, − 2) mit
Funktionswert 16 angenommen. Das globale Minimum von f auf G liegt bei (0, 0, 0) mit Funktionswert
0.

Aufgabe I.3: √ (6+3 Pkt.)


Gegeben sei die Funktion f : R → R mit f (x) = 12 ex .

a) Zeigen Sie mit dem Fixpunktsatz von Banach, dass f genau einen Fixpunkt im Intervall [0, 1] besitzt.
Prüfen Sie dazu zunächst, dass |f 0 (x)| < 12 für alle x ∈ [0, 1] ist.

b) Begründen Sie, warum 10 Iterationen ausreichen, um den Fixpunkt x? mit einer Genauigkeit von
 = 10−3 anzunähern, wenn man den Startwert x0 = 0 wählt. Hinweis: 210 = 1024.

Lösung:
√ 1 1
a) Es gilt f (x) = 12 ex = 12 e 2 x ⇒ f 0 (x) = 14 e 2 x > 0 für alle x ∈ R. Also ist f streng monoton
steigend, sodass für x ∈ [0, 1] gilt
√ √
1 e 4
= f (0) ≤ f (x) ≤ f (1) = < = 1.
2 2 2
Somit ist f eine Abbildung von [0, 1] nach [0, 1]. Weiter gilt, dass [0, 1] abgeschlossen ist. Schließlich
folgt aus dem MWS für f , dass es ein ξ ∈ [0, 1] gibt, sodass für alle x, y ∈ [0, 1] gilt
√ √
0
1 1 ξ ξ≤1 e 4 1
|f (x) − f (y)| = |f (ξ)| · |x − y| = e 2 · |x − y| ≤ |x − y| ≤ |x − y| = |x − y| .
4 4 4 2

Somit ist f Lipschitz-stetig mit Lipschitz-Faktor λ = 21 < 1. Damit folgt aus dem Fixpunktsatz von
Banach, dass f genau einen Fixpunkt im Intervall [0, 1] besitzt.

b) Für die a-priori-Abschätzung des Fehlers gilt


1 n  n−1  n

λn 1 1 1 ! 1
?
|xn − x | ≤ |x1 − x0 | = 2
1 |f (0) − 0| = · = ≤ 10−3 = .
1−λ 1− 2 2 2 2 1000

Daraus folgt, dass


Hinweis
2n ≥ 1000 ⇒ n ≥ 10.
Also benötigt man nicht mehr als 10 Iterationsschritte.
Teil II
Aufgabe II.1: (6 Pkt.)
T
√ C mit Parametrisierung γ(t) = (t − sin(t), 1 − cos(t)) mit 0 ≤ t ≤ 2π und
Gegeben seien die Kurve
die Funktion f (s) = 2y mit s = (x, y)T . Berechnen Sie
Z
f (s)|ds|.
C

Lösung:
Es gilt
 
1 − cos(t)
γ̇(t) = ,
sin(t)

sowie
q q p
||γ̇(t)|| = (1 − cos(t)) + sin (t) = 1 − 2 cos(t) + cos2 (x) + sin2 (t) = 2(1 − cos(t)).
2 2

Daraus folgt

Z Z2π
f (s)|ds| = f (γ(t)) ||γ̇(t)|| dt
C 0
Z2π p p
= 2(1 − cos(t)) · 2(1 − cos(t)) dt
0
Z2π
= 2| 1 − cos(t) | dt
| {z }
0 ≥0

= 2 [t − sin(t)]2π
0 = 4π.

Aufgabe II.2: (8+5 Pkt.)

a) Bestimmen Sie die explizite Lösung der folgenden Bernoullischen-Differentialgleichung durch den
angegebenen Punkt P  1
x2 y 0 + 6xy − 2x2 + 4 y 2 = 0, P = (2, 4)
und geben Sie das maximale Intervall an, auf dem die Lösung existiert.

b) Bestimmen Sie die explizite Lösung der folgenden Differentialgleichung mit getrennten Variablen durch
den angegebenen Punkt P

0 2
 2 y 
y = x + 1 cos , P = (0, a) mit a ∈ (−π, π).
2

Lösung:

a)
1
x2 y 0 + 6xy − (2x2 + 4) y 2 = 0, y(2) = 4
x6=0 1
y 0 + x6 y = 4

⇔ 2+ x2
y , y(2) = 4 .
2
Es handelt sich um eine Bernoulli-DGL mit α = 12 , a(x) = x6 , f (x) = 1+ x22 . Mit Hilfe der Substituion
1
z = y 2 erhält man die lineare DGL
3 2 1
z 0 + z = 1 + 2 , z(2) = (y(2)) 2 = 2.
x x
Löse diese durch “Variation der Konstanten”.
Zx  3
3 x x
A(x) = dt = [3 ln(t)]2 = 3(ln(x) − ln(2)) = ln ,
t 8
2
 
 3 Zx  3   
− ln x8  ln t 2
z(x) = e 2+ e 8 1 + 2 dt
t
2
 
Zx 3  
8 t 2
= 3 2 + 1 + 2 dt
x 8 t
2
 
Zx 3
8 t t
= 3 2 + + dt
x 8 4
2
x4 x2 1 1
 
8
= 3 2+ + − −
x 32 8 2 2
4 2
 
8 x x
= 3 1+ +
x 32 8
8 x 1
= 3+ + .
x 4 x
Resubstitution: y = z 2
Die Lösung des Anfangswertproblems lautet
 2
2 8 x 1
y(x) = (z(x)) = 3
+ + .
x 4 x
Das maximale Existenzintervall ist (0, ∞).
b) Benutze die Methode “Separation der Variablen”. Dazu sei f (x) = x2 + 1 und g(y) = cos2 ( y2 ), so
dass f (x) stetig für alle x ∈ R und g(y) stetig für y ∈ (−π, π) ist. Dann gilt
Zy Zx
1
s
 ds = t2 + 1 dt
cos2 2
a 0
y
Z 2
z= 2s 1 1
⇔ 2 dz = x3 + x − 0
cos2 (z) 3
a
2
 y   a  1
⇔ 2 tan − tan = x3 + x.
2 2 3
Also gilt
    a 
y(x) 1 1 a 1 3 1
tan = x3 + x + tan ⇔ y(x) = 2 arctan x + x + tan .
2 6 2 2 6 2 2

Aufgabe II.3: (4 Pkt.)


Gegeben sei eine sternförmige, offene Teilmenge A des R3 . Weiter sei f ein Vektorfeld auf A mit
 
1 + 2xy(1 + z)
f (x, y, z) =  x2 (1 + z)  .
f3 (x, y, z)
∂f3
Für welche Funktionen f3 (x, y, z) mit ∂z
= 0 erfüllt das Vektorfeld f die Integrabilitätsbedingung?
Lösung:
Es gilt
∂f1 ∂f2
= = 2x(1 + z),
∂y ∂x
∂f1 ! ∂f3
= 2xy = ⇒ f3 (x, y, z) = x2 y + C(y, z),
∂z ∂x
∂f2 ! ∂f 3
= x2 = ⇒ f3 (x, y, z) = x2 y + C(x, z).
∂z ∂y
! !
Aus x2 y + C(y, z) = x2 y + C(x, z) ⇔ C(y, z) = C(x, z) folgt, dass f die Integrabilitätsbedingung für
f3 (x, y, z) = x2 y + C(z) erfüllt. Da zusätzlich ∂f
∂z
3
= 0 gelten soll, gilt f3 (x, y, z) = x2 y + C mit C ∈ R.

Aufgabe II.4: (4+4 Pkt.)


Gegeben ist die Differentialgleichung
(3xy 2 + 3y 3 )dx + (1 + 3xy 2 )dy = 0.
a) Bestimmen Sie einen nur von y abhängigen integrierenden Faktor für die angegebene Differentialglei-
chung oder geben Sie 1 an, wenn die Differentialgleichung bereits exakt ist.
b) Bestimmen Sie die Lösungsschar in impliziter Form F (x, y) = c, c ∈ R.

Lösung:

a) Setze P := 3xy 2 + 3y 3 und Q := 1 + 3xy 2 . Es gilt


Py = 6xy + 9y 2 6= 3y 2 = Qx .
Also ist die Differentialgleichung nicht exakt.
Der Quotient
Qx − Py 3y 2 − 6xy − 9y 2 −6xy − 6y 2 −6y(x + y) 2
= 2 3
= 2 3
= 2
=−
P 3xy + 3y 3xy + 3y 3y (x + y) y
hängt nur von y ab. Der integrierende Faktor ist
 Z 
1 1
M (y) = exp −2 dy = exp (−2 ln y) = 2 .
y y

b) Es gilt
M (y) · P (x, y) + M (y) · Q(x, y)y 0 = 0 ist exakt.
⇔y −2 · (3xy 2 + 3y 3 ) + y −2 · (1 + 3xy 2 )y 0 = 0 ist exakt.
⇔(3x + 3y) + (y −2 + 3x)y 0 = 0 ist exakt.
Weiter gilt für ein Potential F :
3
Fx (x, y) = 3x + 3y ⇒ F (x, y) = x2 + 3xy + c1 (y),
2
−2 ! 0
Fy (x, y) = y + 3x = 3x + c1 (y)
⇒y −2 = c01 (y) ⇒ c1 (y) = −y −1 + c.
Also ist die Lösungschar in impliziter Form gegeben durch
3 1
F (x, y) = x2 + 3xy − = c.
2 y
Teil III
Aufgabe III.1: (5+5 Pkt.)

a) Gegeben sei das lineareDifferentialgleichungssystem


 ẋ(t) = A · x(t), wobei die Matrix A ∈ R3×3
1 1 −1
gegeben ist durch A = 3 2 0 .
5 4 −2
Beurteilen Sie den Wahrheitsgehalt der folgenden Aussagen.
' $
      
 1 1 −1 
1. e−x 3 , ex 2 , e2x  0  ist ein Fundamentalsystem von ẋ(t) = A · x(t).
5 4 −2
 
     
 −2 1 0 
2.  3  , e−x −1 , e2x 1 ist ein Fundamentalsystem von ẋ(t) = A · x(t).
1 1 1
 
     
 2 0 1 
3. −3 , e−x 1 , e2x −1 ist ein Fundamentalsystem von ẋ(t) = A · x(t).
−1 1 1
 
      
 −2 −1 2 
x −2x  −x 
4. e 3 ,e
 1 ,e
 −3 ist ein Fundamentalsystem von ẋ(t) = A · x(t).
1 −1 −1
 
      
 1 1 −1 
−x   −x   −2x 
5. e 3 ,e 2 ,e 0  ist ein Fundamentalsystem von ẋ(t) = A · x(t).
5 4 −2
 
      
 2 1 0 
6. −3 , −1 , 1 ist ein Fundamentalsystem von ẋ(t) = A · x(t).
1 1 1
 
& %

b) Gegeben sei die lineare Differentialgleichung 2. Ordnung

y 00 + 4y 0 + 13y = 0

mit den Anfangsbedingungen y(0) = 1, y 0 (0) = 4.


Die reelle Lösungsfunktion, die die gegebenen Anfangsbedingungen erfüllt, ist gegeben durch:
 

1. y(x) = 5ex + 3e−x


2. y(x) = 5e−x + 3ex
3. y(x) = e−2x [cos(3x) − 2 sin(3x)]
4. y(x) = ex [cos(2x) + sin(2x)]
5. y(x) = ex [3 cos(2x) + sin(2x)]
6. y(x) = e−2x [cos(3x) + 2 sin(3x)]
 

Lösung:
a) Nur die 2. Antwort ist richtig, denn:
Bestimme zunächst die Eigenwerte von A:

1 − λ 1 −1

det(A − λI) = 3 2−λ 0
5 4 −2 − λ

2 − λ 0 3 0 3 2 − λ
= (1 − λ) − + (−1)
4 −2 − λ 5 −2 − λ 5 4
= (1 − λ)(2 − λ)(−2 − λ) + 6 + 3λ − (12 − 10 + 5λ)
= −(1 − λ)(2 − λ)(2 + λ) + 4 − 2λ
= (2 − λ) (−(1 − λ)(2 + λ) + 2)
= (2 − λ)(λ + λ2 )
= −λ(λ − 2)(λ + 1).

Man liest die Eigenwerte −1, 0 und 2 ab.


Berechne nun die entsprechenden Eigenvektoren:
Eigenvektor zu −1:
         
2 1 −1 2 1 −1 2 1 −1 1 1 0 1 1 0
A + I = 3 3 0  3 3 0  1 1 0  0 −1 −1 0 1 1
5 4 −1 3 3 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
 
1
⇒ v−1 = −1 .

1

Eigenvektor zu 0:
       
1 1 −1 1 1 −1 1 1 −1 −2
A + 0 = A = 3 2 0  0 −1 3  0 1 −3 ⇒ v0 =  3  .
5 4 −2 0 −1 3 0 0 0 1

Eigenvektor zu 2:
       
−1 1 −1 1 −1 1 1 −1 1 0
A − 2I =  3 0 0  0 3 −3 0 1 −1 ⇒v2 = 1 .
5 4 −4 0 9 −9 0 0 0 1

Daher bildet (beachte: e0·x = 1)


     
 −2 1 0 
 3  , e−x −1 , e2x 1
1 1 1
 

eine Lösungsbasis von ẋ(t) = A · x(t).

b) Antwort 6. ist richtig, denn:


Aus y 00 +4y 0 +13y = 0 folgt λ2 +4λ+13 = 0. Berechne nun zunächst die Eigenwerte bzw. Nullstellen:

λ2 + 4λ + 13 = 0 ⇔ (λ2 + 4λ + 4) − 4 + 13 = 0 ⇔ (λ + 2)2 + 9 = 0.

Also λ1,2 = −2 ± 3i. Damit erhält man die komplexen Lösungen

e(−2+3i)x und e(−2−3i)x .

Wir brauchen nur von der ersten Real- und Imaginärteil zu bilden, um ein reelles Fundamentalsystem
zu erhalten:  −2x
cos(3x), e−2x sin(3x) .

e
Damit ist die allgemeine reelle Lösung
y(x) = e−2x (c1 cos(3x) + c2 sin(3x))
mit der ersten Ableitung
y 0 (x) = −2e−2x (c1 cos(3x) + c2 sin(3x)) + e−2x (−3c1 sin(3x) + 3c2 cos(3x))
= e−2x ((−2c1 + 3c2 ) cos(3x) + (−2c2 − 3c1 ) sin(3x)) .

Das Einsetzen der Startwerte liefert:


1 = y(0) = e−2·0 (c1 · 1 + 0) = c1
und 4 = y 0 (0) = e−2·0 ((−2 + 3c2 ) · 1 + 0) ⇒ c2 = 2.
Also ist die Lösung: y(x) = e−2x [cos(3x) + 2 sin(3x)].

Aufgabe III.2: (6+5 Pkt.)

a) Gegeben sei die Funktion f : R+ × R → R mit f (x, y) = xy ln(x) − xy.


Beurteilen Sie den Wahrheitsgehalt der folgenden Aussagen:
' $

1. Df (x, y) = y · ln(x) x ln(x) − x ist die Jacobimatrix von f .
x

2. Df (x, y) = xy y ist die Jacobimatrix von f .

3. Df (x, y) = x2 y x ln(x) ist die Jacobimatrix von f .
y 
y
4. Hf (x, y) = x ist die Hessematrix von f .
y 0
 
2xy ln(x)
5. Hf (x, y) = ist die Hessematrix von f .
ln(x) x2
 y 
x
ln(x)
6. Hf (x, y) = ist die Hessematrix von f .
ln(x) 0
7. T2,(1,1) (x, y) = −y + 21 (x − 1)2 ist das Taylorpolynom zweiten Grades von f
bezüglich des Entwicklungspunktes (1, 1).
8. T2,(1,1) (x, y) = 12 y − 12 (y − 1)2 ist das Taylorpolynom zweiten Grades von f
bezüglich des Entwicklungspunktes (1, 1).
9. T2,(1,1) (x, y) = y + 12 (x + 1) (y + 1) ist das Taylorpolynom zweiten Grades von f
bezüglich des Entwicklungspunktes (1, 1).
& %

b) Gegeben sei die Funktion F : R2 → R, F (x, y) = ex+2y sin(x).


Beurteilen Sie den Wahrheitswert der folgenden Aussagen:
 

π π

1. Dann kann die Gleichung F (x, y) = eπ eindeutig in einer Umgebung des Punktes ,
2 4
nach x aufgelöst werden.
2. Dann kann die Gleichung F (x, y) = eπ eindeutig in einer Umgebung des Punktes π2 , π4


nach y aufgelöst werden.


3. Dann erfüllt F an der Stelle −π, π2 die Voraussetzungen des Satzes über implizite


Funktionen für eine lokale Auflösung nach x nicht.


4. Dann erfüllt F an der Stelle −π, π2 die Voraussetzungen des Satzes über implizite


Funktionen für eine lokale Auflösung nach y nicht.


 
Lösung:

a) Lösung:
Die Antworten 1., 6. und 7. sind wahr, denn es gilt
1
fx (x, y) = y ln(x) + xy · − y = y · ln(x),
x
fy (x, y) = x ln(x) − x.

Also gilt für die Jacobimatrix Df (x, y) = y · ln(x) x ln(x) − x .
Weiter gilt:
y
fxx (x, y) = ,
x
fyy (x, y) = 0,
1
fxy (x, y) = 1 · ln(x) + x · − 1 = ln(x).
x
 y 
x
ln(x)
Also ist die Hessematrix Hf (x, y) = .
ln(x) 0
Berechne nun T2,(1,1) (x, y). Es gilt:
f (1, 1) = −1,

Df (1, 1) = 0 −1 ,
 
1 0
Hf (1, 1) = .
0 0
Damit gilt
   
x−1 1 x−1
T2,(1,1) (x, y) = f (1, 1) + Df (1, 1) · + (x − 1 y − 1) · Hf (1, 1) ·
y−1 2 y−1
     
x−1 1 1 0 x−1
= −1 + (0 − 1) · + (x − 1 y − 1) · ·
y−1 2 0 0 y−1
 
1 x−1
= −1 − y + 1 + (x − 1 0) ·
2 y−1
1
= −y + (x − 1)2 .
2
b) Sei a = π2 , π4 und b = −π, π2 , dann ist F (a) = eπ . Es gilt
 

∂F ∂F
(x, y) = ex+2y sin(x) + ex+2y cos(x), sowie (x, y) = 2ex+2y sin(x).
∂x ∂y
Also folgt
∂F ∂F
(a) = eπ 6= 0 (a) = 2eπ 6= 0,
∂x ∂y
∂F ∂F
(b) = −1 6= 0 (b) = 0.
∂x ∂y
Somit sind die Aussagen 1., 2. und 4. wahr und Aussage 3. falsch.

Bitte wenden!
Aufgabe III.3: (6+5 Pkt.)

a) Gegeben sei die Funktion f : R2 → R, f (x, y) = xy 2 − 4xy + x4 . Die Jacobi- und Hesse-Matrizen
sind gegeben durch:
 2

 12x 2y − 4
Df (x, y) = y 2 − 4y + 4x3 2xy − 4x , Hf (x, y) = .
2y − 4 2x

Die kritischen Punkte von f lauten: (0, 0), (0, 4) und (1, 2). (Dies braucht nicht nachgewiesen zu
werden.)
Beurteilen Sie den Wahrheitsgehalt der folgenden Aussagen.
(Hinweis: Gemeint sind jeweils lokale Extrema.)
 

1. Die Funktion f besitzt in (0, 0) ein Maximum und in (0, 4) ein Minimum.
(1, 2) ist ein Sattelpunkt.
2. Die Funktion f besitzt in allen kritischen Punkten ein Extremum.
3. Die Funktion f besitzt kein Maximum.
4. Die Funktion f besitzt in genau einem kritischen Punkt ein Minimum.
5. Die Funktion f besitzt ausschließlich Sattelpunkte in den kritischen Stellen.
 

b) Gegeben sei die Funktion  


ar cos ϕ
Φ : U → R3 , (r, ϕ, z) 7→  br sin ϕ  ,
z
wobei U = {(r, ϕ, z)|r > 0, 0 ≤ ϕ < 2π, z ∈ R} und a, b > 0.
Beurteilen Sie den Wahrheitsgehalt der folgenden Aussagen.

 

1. Für die Funktionaldeterminante von Φ gilt det(DΦ(r, ϕ, z)) = (a + b)r.


2. Für die Funktionaldeterminante von Φ gilt det(DΦ(r, ϕ, z)) = abr.
3. Für die Funktionaldeterminante von Φ gilt det(DΦ(r, ϕ, z)) = (a cos2 ϕ − b sin2 ϕ)r.
4. Für jeden Punkt in U gibt es eine Umgebung, auf der Φ umkehrbar ist.
5. Die Umkehrfunktion von Φ ist an der Stelle (1, π, e2 ) stetig partiell differenzierbar.
 

Lösung:

a) Einsetzen der kritischen Punkte in die Hesse-Matrix liefert:


     
0 −4 0 4 12 0
Hf (0, 0) = , Hf (0, 4) = und Hf (1, 2) = .
−4 0 4 0 0 2

Die ersten zwei Matrizen besitzen sowohl positive als auch negative Eigenwerte. Damit sind die Hesse-
Matrizen indefinit, somit liegt in (0, 0) und (0, 4) ein Sattelpunkt vor. Die dritte Matrix ist positiv
definit. Daher ist in (1, 2) ein Minimum.
Es gilt also: 1: falsch, 2: falsch, 3:wahr, 4:wahr, 5: falsch
b) Die Jacobi-Matrix von Φ lautet
 
a cos ϕ −ar sin ϕ 0
DΦ(r, ϕ, z) =  b sin ϕ br cos ϕ 0 .
0 0 1

Somit gilt für die Funktionaldeterminante von Φ

det(DΦ(r, ϕ, z)) = abr cos2 ϕ + abr sin2 ϕ = abr(cos2 ϕ + sin2 ϕ) = abr.

Also sind die Aussagen 1. und 3. falsch und 2. wahr.


Nach dem Satz über inverse Funktionen hat Φ an allen Stellen (r, ϕ, z), an denen DΦ(r, ϕ, z) regulär
ist, lokal eine Umkehrfunktion. DΦ(r, ϕ, z) ist genau dann regulär, wenn die Funktionaldeterminante
det(DΦ(r, ϕ, z)) 6= 0. Für (r, ϕ, z) ∈ U ist det(DΦ(r, ϕ, z)) = abr > 0. Also ist Aussage 4. wahr.
(1, π, e2 ) ∈ U und somit gibt es um diesen Punkt herum eine Umgebung auf der Φ umkehrbar ist.
Aus dem Satz über inverse Funktionen folgt die stetige Differenzierbarkeit von Φ−1 und Aussage 5.
ist wahr.
Es gilt also: 1: falsch, 2: wahr, 3:falsch, 4:wahr, 5: wahr

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