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Eahv 1993

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FORSCHUNGSGESELLSCHAFT FUR STRASSEN- UND VERKEHRSWESEN ARBEITSGRUPPE STRASSENENTWURF Empfehlungen fiir die Anlage von HauptverkehrsstraBen EAHV 93 Ausgabe 1993 Arbeitsgruppe StraBenentwurf ArbeitsausschuB Innerértliche HauptverkehrsstraBen Leiter Ltd. RegDir Dipl.-Ing. Har tko pf, Bergisch Gladbach Mitglieder: RegDir Dipl.-Ing. Baehr, Bonn Dr-Ing. Baier, Aachen Dipl.-Ing. Delp ho, Bonn Dr-Ing. Heinz, Aachen Univ-Prof. Dr-Ing Lang, Munchen Erster BauDir Dipl-Ing. Linckh, Hamburg MinRat Dr. Dipl-Geogr. Monheim, Dusseldorf Ltd.LBauDir Dipl-Ing. Sch lies ing, Munster Univ-Prof, Dr-Ing. Se hn U1, Hannover MinRat Prof. Dr-Ing. Schiitte, Hannover Dr. Tigge mann, Diisscldor? Univ-Prof, Dr-Ing. To pp. Kaiserslautern BauDir Dipl.-Ing. ZU11, Bonn (zeitweise) BauORat Dipl-Ing. Rohloff, Bonn (zeitweise) Die Empfehlungen wurden in cinem Arbeitskreis erarbeitet, dem folgende Mitglie- derangehérten: Dr-Ing. Baier, Aachen Ltd. RegDir Dipl-Ing. Hartko pf, Bergisch Gladbach (Leiter) Univ-Prof. Dr-Ing. Lang, Miinchen Erster BauDir Dipl-Ing. Linekh, Hamburg MinRat Dr. Dipl-Geog. Monheim, Dusseldorf Univ-Prof. Dr-Ing. Se hn, Hannover Dr-Ing. Baier und Univ-Prof, Dr-Ing. Schnull ubernahmen die Abfassung eines ersten Entwurfes, Er beruht in seinen Inhalten auf den Ergebnissen der Forschungs- projekte (© Baier, R.: Empfehlungen fiir die Anlage von innerdrtlichen Hauptverkehrs- straen (EAHV); im Auftrag des Bundesministers fir Raumordnung, Bauwesen und Stidtebau (© Schnill, R.: StraBenbau- und verkehrstechnische MaBnahmen zur Einbindung ‘von Hauptverkehrsstrafen in das innerdrtliche Umifeld; im Auftrag des Bundes- ministers fir Verkehe Inhaltsiibersicht Seite 0. Gettungsbereich . 5 4. Generelle Ziele und Grundsatze . . 6 2. HauptverkehrsstraBenim gesamtgemeindlichen Zusammenhang 7 2.1 Kommunale Verkehrsentwicklungsplanung voces 7 22 Differenrierung von Hauptverkehrsstrafien .. . MT 3. Grundlagen fiir den Entwurf von StraBenraumen 0 3.1 Zicleund Bewertungskriterien 2. 10 3.1.1 Grundsatzliche Uberlegungen : +10 3112 Zicleld Verkehr : 210 3113 Zielfeld Umteld : 1b 3.1.4 Zielfeld Straenraumgestl : : 15 3.1.5 Zielfeld Winschaflichke 216 32 Stidtebauliche Merkmale 16 3.3 Nutzungsansprichean Strafenrdume 19 3.3.1 Grundsatzliche Uberlegunge : 19 3.32 _Offentlicher Personennahverkehr eel 333 Fliellender Kraftfahrzcugverkehe : iis 334 Rohender Krattahrcugverkehr 2 3335. Liefermund Laden : 28 336 Radverkehr . 2 33.7 Fubgingerverkehrund soriaie Anspriche : 230 338 Begninune : 34 3.39 Ver-und Entsorsung : 35 3.3.10 Besondere Nutzungsanspriche : 37 4, Entwurf von Strafienraumen 1 2. 38 4.1 Entwurfsmethodik : 38 4.11 Entwurfsaufgaben 38 4.1.2 inordnng und Ablauf des Straenraumentwures 38 4.13. Enmittling der Entwurfsgrundlagen 2239 4.1.4 Bniwicklung von Entwurfsmatinahmen und Handlungskonzepten =. = 41 4.15. Abschitungder Auswirkungen a 41 4.16 Abas nd Bewertans der Handingstonzene 41 4.1.7 Planstofen und Darstellung wt a 4.2 Entwurfselemente . 2B 42.1 Fahrbahnen 148 42.1.1 Grundsitliche Uberiegungen ee) 42.12. Durchgehende Fahrbahinen md 45 42.13 Abbicgestreifenund Aufstelistreifen nt 49 42.114 Wendefahrbalnen : Liss 42.15. Anliegertahebahnen : 3a 42.16 Mitelsteifen (Miteipromenaden) 23s 42.17 Vorgezogene Scitenraume mt 56 42.18 Bincngungen Bs 7 42.1.9. Fahrhahnverengungen an Engstellen 59 42.1:10 Versehwenkungen a or 42.011 Materiatwechsel || | SS $2.12 Borde und Rinnen Be ot 422 Inseln : o 422.1 Grundsitaichetiberiegungen : ooo 6b 4222. Mitelinseln a Lil 64 4223. Dreiecksinsein DUI T 68 4.2.3. Patk- und Ladeflichen im Straenraum Bt 9 4.23.1 -Grundsitliche Uberlegungen : co 42.32. Abmessungen und Befestigung von Park- und Ladefichen on 4233. ParkcundLadeflichen aut der Fahrbahn Billa 42.34. Park-und Ladefichenin Buchten nt 2 42.35 Park-und Ladeflichen in Seitenriumen nt 75, 4.2.3.6 Parkflichen in Mittelsieifen 2. 76 42.4 Radverkehesanlagen : a n 4.24.1 Grundsitzliche Uberlegungen 2) | | Lt 7 42.42 Radverkehr auf der Fahrbahn PLL a8 42.63 Radfahrstrifen. .. . : : 80 4.244 StraBenbegictende Radwege Lil 8s 4.24.5 Gemeinsame Rad-undGehwege 12222. : 93 4.21446 Steigungs- undGefillestrecken . |< 94 42.47 Abstellanlagen mt 295 425 Fulgingerverkehrs- und Aufenthaltsflichen in Seitenraiumen : Ll 96 4.25.1 Grundsitzliche Uberlegungen .....-.. » 96, 4.2'522 Straenbegleitende Gehwege fill. 96 42:53 Aufweitungen, Vorfichen und Patze : me Lill) or 42.6 Uberquerungsstellen : - cis. 99 42.61 Grandin Uperegungen : : 99 4262 Uberquerungshil ue 9 4263 FuBgingeriberwe; 222 100 42.64 Furten : 100 42.655 Einsatzbereiche fur Uberguerungsstelien an Fahrbahnen 103 42.6.6 Uberquerungsstellenan OPNV-Fahrstrifen . toa 42.6.7 Unter-und Uberflhrungen : 10s 4.2.7. Sirecken des éfentlichen Personennabiverkehes 10s 4.2.7.1 Grundsitzliche Uberlegungen . . . mt 106 42:72 Mafinahmen an Streckenabschnitten . at 107 42.73 MafinahmenanKnotenpunkien 0.0. 14 42.8 Haltestellen des offentlichen Personennahverkehrs : an 4.2.8.1 Grundsitzliche Uberlegungen .. . 2 uy 4282 Haltestellen der Stadibann/StraBenbaha 121 4.283 Bushaltestellen : 2 1B 4.29 Einmiindungen von Erschlie@ungsstraen und Grundsticks2ufahrten. . 126 4.29.1 Grundsitzliche Uberlegungen .....-.. « 126 4292 Teilaufpftasterungen 127 42933 Rad-(Gehwegiiberfahrten 2 128 4.2.10 Lage- und Hohenplanelemente Pell Poll. 130 42.11 Eckausrundungen : 133 42112 Sichtfelder 138 43 Plitzeund Knotenpunkte . . 140 43.1 Gestaltung von Verkehrsflichen in Platariumen . 140 43.2 Knotenpunkigrundformen . : 142 433 Kreisverkehsplitze. . 44 4.3.3.1 Grundsitzliche Oberlegungen 144 4.332 Strafenriumliche Integration Mt : 145 4333 Entwurfselemente 145 4.33.4 Kleine Kreisverkehraplitze (Da=25 mbis40m) 146 433.5 Grobe Kreisverkehrsplitze (Da>40m) ... . : colt 14s 444 Ausstattung von Strafien-und Platzrdumen ..... .. +. 150 44.1 Grundsitaliche Uberlegungen ..... a co 130) 442 BeschlderingVerkerschitder : 15 443° Markierungen . .. . : 152 444° Beleuchtung. : 152 44.5 Absperrelemente u 154 44.6 Tiefbautechnische Binbauten 012. : 54 44.7 Einbauten firbesondere Nutzungen 155 44.8 Einbauten fiir unspezifische Nutzungen . 155 449° Griinpflancangen 156 5. Entwurfs- und Gestaltungsbeispiele . . wee . . 160 ‘Anhange . oo nee 187, ‘Anhang I: Materialien zur Ermittlung von Anspruchsniveaus und Zumutbarkeitsgrenzen fair Bewertu der ifr Verkehr, Ute, Straenraumgestalt ‘und Wirtschaftlichkeit . . 187 ‘Anhang 2: Schleppkurven der Bemessungsfahrzeuge (ict abgedruct) 189 Aang 3: Maximal- und Minimalanforderungen an stadigstalterische Beltrge malanforderungen) 190 191 Stichwortverzeichnis . Ty Prawerngen S189 0. Geltungsbereich Diese Empfehlungen behandeln den Entwurf und die Gestaltung angebauter Hauptverkehrsstralien und anbaufreier Hauptverkebrsstralien mit plangleichen Knotenpunkten (Bild 1), Sie ersetzen fir diese Strallenkategorien die Richtlinien fiir die Anlage von StraBen (RAS-L-1, RAS-Q, RAS-K-1). Kategoren. | Soa Tnovtnb babu ate Sarpe Verindungs isto She oe = Sowennang | IV ‘weonetncing EAE Sever ptt Bild 1: Geltungsbereiche der EAHV und der EAE fUr die StraBlenkategorien der RAS:N Als vorrangig konzeptionelle Entwurfs- und Entscheidungshilfen (Vor- und Ent- \wurfsplanung nach der HOA umfassen die Empfehlungen sowohl anbaufreie und angebaute groBstidtische Hauptverkehrsstraen als auch Ortsdurchfahrten Kleiner ‘Orte und Dorfer und decken damit ein sehr breites Spektrum an Kraftfahrzeugver- kehrsstirken ab, Fur schwachbelastete Ortsdurchfahrten z.B. in dorflichen Gebie~ ten (DTV <8.000 Kf7/24 h) sind Uberlappungen mit den EAE 85 (dortige Tab. 19) vorhanden. FlieBende Uberginge zwischen diesen Empfehlungen und noch zu rarbeitenden Empfeblungen fir planfrei gefiihrte StraBen innerhalb bebauter Gebiete (B II: Stadtautobahnen) werden sich (2.B. durch die gemischte Anwen- dung planfreier,telplanfreier und plangleicher Knotenpunkte flr die StraBenkate- gorie B IID ergeben, Bei der Erarbeitung der Empfeblungen wurden alle neueren Forschungsergebnisse zur ausgewogenen Abwiigung verkehrlicher und stidtebaulicher Belange an Haupt- verkehrsstraen bericksichtigt. Gleiches gilt fiir die Abwiigung von entwurfstech- ischen und betrieblichen Malinahimen, Bei der Anwendung der Empfehlungen ist wegen den vielfiltigen Anforderungen ‘an Hauptverkehrsstrafien und der schwer regelbaren Besonderheiten des Einzelfal- les kein starrer MaBstab anzulegen, Von emplohlenen Werten soll jedoch nur abge- chen werden, wenn die daraus entwickelte Losung den Konkurrierenden Belan- ‘gen besser gerecht wird, 1. Generelle Ziele und Grundsatze Planung und Entwurf von HauptverkehrsstraBen missen sich an den neuen Zielset- ‘zungen orientieren, die sich aus dem allgemeinenWertewandel in der Stadtverkehrs- planung ergeben. Aus Griinden der Verkehrssicherheit, der Umweltqualitat, der Chancengleichheit aller Verkehrsteilnehmer und der Bewohnbarkeit der Stidte und Gemeinden mu® cine in der Vergangenheit hiufig zu beobachtende Priorisierung des motorisierten Individualverkehrs durch cine ausgewogene Bericksichtigung aller Nutgungsanspriiche an den StraBenraum ersetzt werden. Dabei wird es viel- fach - vor allem in Innenstidien - notwendig sein, die Menge oder zumindest die Anspriiche des motorisierten Individualverkehrs an Geschwindigkeit und Komfort zu reduzieren und den Fubgiinger und Radverkehr sowie den offentlichen Perso- nennahverkehr konsequent zu fordern, Dadurch lassen sich viele problematische Situationen an vorhandenen Hauptverkehrsstrafen verbessern und an geplanten Hauptverkehrsstrafien von vornherein vermeiden. Das Hauptziel bei Planung und Entwurf von HauptverkehrsstraBen ist die Ver- ttiglichkeit der Nutzungsanspriche untereinander und mit den Umifeldnutzungen, die auch die Verbesserung der Verkehrssichetheit einschlie St. Diese Vertriglichkeit ‘mub in der Regel auf vorgegebenen Fkichen unter Wahrung. der stidtebaulichen Zusammenhiinge und unter Bericksichtigung gestalterischer und Okologischer Belange angestrebt werden. Die Vertriglichkeit des Kraftfahrzeugverkehrs ist in bebauten Gebieten - vor allem unter Bericksichtigung der kiinfligen Verkehrsentwicklung ~ mit Planungs- und EntwurfsmaBnahmen allein meist nicht zu gewihrleisten. Es kann daher auch not- wendig werden, stadivertrigliche Grenzen {ur Nutzungsanspriche (2.B. die Starke des Kraftfahrzeugverkehts) festzulegen und sic durch ordnungspolitische Maginah- ‘men zu stutzen. Diese kénnen in der Regel nur im Rahmen gesamtgemeindlicher Planungen festgelegt werden. Dies gilt besonders, wenn die zur Verfligung stehenden Fkichen nicht ausreichen, um im StraBenraum alle Nutzungsanspriiche angemessen zu befriedigen, die aus dem Krafifahrzeugverkehr resultierenden Immissionen fir die Umfetd- nutzungen zu hoch sind und cinzelne Nutzungsanspriche so stark sind, da® sie andere Nutzungsanspriiche auch bei Ausnutzung aller Kompensationsméglichkeiten unvertretbar beein- tichtigen. Bei Planung und Entwurf von Hauptverkehrsstrafen sind darliber hinaus vorhan- ‘dene und geplante iberdtliche, d.h. regionale und gesamtgemeindliche Ent- wurfsvorgaben zu beriicksichtigen. Dazu gehiren Flichennutzung und Siedlungsstruktur, ~ Lage, Funktion und Belastung einer Hauptverkehrsstrafie im Netz des Fubgiin- ger, Rad- und Krafifahrzeugverkehrs sowie des 6ffentlichen Personennahver- Kehr, stidtebaulich-historische Qualititen und Lage in dkologisch bedeutsamen Griin- und Freiraumsystemen, 2. HauptverkehrsstraBen im gesamtgemeindlichen Zusammenhang 2.1 Kommunale Verkehrsentwicklungsplanung Gesamigemeindliche Anforderungen an Hauptverkehrsstrafen sind im Rahmen det ommunalen Verkehisentvicklungsplanung 2u bestimmen, Dabei sind neben den Anspriichen des Verkehs die tibrigenstidtebaulichen Belange sowie die des Natur hhaushalts und der Landschatt in ihrer jeweiligen Gesarmbedcutung gebithrend 0 bericksichtigen. MBgliche Planungsstrategien der Verkehrsentwicklungsplanung sind Becinflussung der Verkehrsmittelwahl durch —— Forderung des ffenilichen Personennahverkehrs mit Kapazittserweiterung und Auraktivititssteigerung, — Férderung von Rad. und Fupingerverkeby, — Bewirschaftung des Parkraumangebotes und Kapazititsbeschrinkung im MlieGenden Kraftfahrceugverkeht — Verbesserte Ausnutzung der vorhandenen Verkehrsnetze (Verkehs- rnagement). ~ Riiumliche Verlagerung und Bundelung von Kraftfahreeuguerkehe aut stem-Ma. — vorhandene weniger sensible StraBenriiume oder — nach Lage und Entwurfsstandatd stadtvertrigliche Netzergiinaungen, Zur Umsetzung dieser Planungsstrategien soll die Verkehrsentwicklungsplanung qualifizierte Aussagen treffen, Uber die politisch entschieden werden muB. Wenn Ziele der Stadtentwicklung den Zielen der Verkehrsentwicklungsplanung, entgegenstehen, mu8 Uber die Prioritit entschieden werden. Entweder es gelingt, das Verkehrssystem auf das. Verkehrsaufkommen abzustimmen, oder es missen Elemente der Stadtentwicklung, z. B. Standortentscheidungen mit bedeutenden verkchrlichen Auswirkungen, modifiziert werden. Dabei ist zu beachten, dal sich bestehende rdumliche und bauliche Strukturen nur langfristig und schrittweise an neue Ziele und Ansprliche anpassen lassen, Fur die Verkehrsentwicklung gunstige Stadtentwicklungsstrategien sind beispiels- ~ Dezentralisierung von Versorgungseinrichtungen, — Mischung der baulichen Nutzung, stidtebauliche Verdichtung und ~ Anderung der baulichen Nutzung an HauptverkehrsstraBen. 2.2 Differenzierung von HauptverkehrsstraBen HauptverkehrsstraBen sind stets wichtige stidtebauliche und verkehrliche Achsen und Raume, zugleich hiufig aber auch Abschnitte Uberbrtlicher StraBennetze. Sie verbinden Ontsteile und Quartiere unterschiedlicher Grifte und Struktur miteinan- der und sind, sofern sie angebaut sind, gleichzeitig HaupterschlieBungsstraBen sol- cher Siedlungseinheiten. Hauptverkehrsstratien befinden sich damit in einem besonderen Spannungsfeld zwischk ~ den iiberdrtlichen Funktionen aus dem Verbindungsbedarf von Orten und Orts teilen mit den sich daraus meist ergebenden Anforderungen an Reisezeit und Fahrkomfort, — den Ortlichen Funktionen aus dem stidtebaulichen Zusammenhang, den angren: zenden baulichen und sonstigen Umfeldnutzungen und den sich daraus ergeben- dden Anforderungen an Umfeldqualitit, Aufenthalt und Erschliegung, Zur Differenzierung von Hauptverkehrsstralien kinnen = verkehrliche Merkmale und stidtebauliche Merkmale verschiedener Art und Untergliederung herangezogen werden (Bild 2) ie dadurch entstehende Vielzahl der Kenngrfen und ihrer Kombinationen macht eine systematische Typisierung von HauptverkehrsstraBen in der Regel unméglich. lnbindung von Haupterkahrastaon 9 os rogionaleStraBonnets Verbindunas- ‘snion hace rseebungs- | [— Mente ‘inion [--— ‘Stadtabaulche | Verkehrliche Merkmale Ein wichtiges verkehrliches Merkmal von HauptverkehrsstraBen ist die Verbin- dungsfunktion” (vgl. Bild 1). Sie wird bestimmt von ~ der zentraldrtlichen Bedeutung der Orte, die verbunden werden, = der Entfernung zwischen diesen Orten und ~ der Stirke der Verkehrsbeziehungen, Bei der Beurteilung der Verbindungsfunktion einer StraBe milssen die verschiede- nen Verkehrsarten getrennt betrachtet werden; eine StraBe mit grofer Verbindungs- funktion fur den offentichen Personennahverkehr kann 2. B. von geringerer Bedeu- tung fir den Radverkehr sein. Der Grad der Verbindungsfunktion hat im StraBen- cntwurf Auswirkungen auf die Anspriiche der jeweiligen Verkehrsarten an die Qualitit des Verkehrsablautes, Die ErsehlieBungsfunktion von Hauptverkchrsstralen wird bestimmt durch Art ‘und MaB der baulichen und sonstigen Nutzung der erschlossenen Grundsticke (Umfeldnutzungen) und der sich daraus ergebenden = Zab der Wege von Personen mit allen Verkehrsmitteln, die dort beginnen oder enden, sowie — der Hiiufigkeit und Dauer von Liefer- und Ladevorgingen. Die Verkehrsbelastungen im flieBenden Verkehr setzen sich bei allen Verkehrsar- ten aus Durchgangs-, Ziel- und Quellverkehr zusammen, Die sich daraus ergeben- den Verkebrsstirken und ihre zeitiche Verteilung kinnen gerade an Hauptverkehrs- stralen duBerst unterschiedlich sein. Sie sind daher ein wesentliches Differenzie~ rungsmerkmal. Gleiches gilt fir die Nachfrage im ruhenden Verkehr, de sich nach den. jeweiligen Umfeldnutzungen, dem Parkraumangebot und der Qualitit der ErscilieBung mit anderen Verkehrsmitteln richtet, ‘Stadtebauliche Merkmale Die stidtebauliche Bedeutung von Hauptverkehrsstrafien wird von der stadtriumli- chen Konzeption, von der Nutzungsstruktur in den verschiedenen stadigeschichtli- chen Epochen und von der baulich-gestalterischen Qualitat des Umfeldes bestimmt, Diese Merkmale haben sich an vielen Hauptverkehrsstraften im Laufe der Geschichte stark verindert oder wurden sogar ganz verwischt. Besonders entwurfsrelevante stdtebauliche Merkmale sind demnach ~ der Gebietstyp.” ~ dic Art und das MaB der Umfeldnutzungen sowie ~ dic straflenraumliche Situation (Begrenzung, Breite, Verlauf) ") ie Ditererarang efor den Kraftiterugrh ich don RAS mi de Vinge 2) Dre etn den EAE verwente Beri ict eich i dem des Baplannpwcs BauNVO), Gruppen von Hauptyerkehrsstrafen Nach dem Grad der Uberlagerung der verkehrlichen mit den stidtebaulichen Merk malen kénnen drei Gruppen von Hauptverkehrsstrafen unterschieden werden (Bild 3), die in allen Gebietstypen und SiedlungsgrBen vorkommen: — Hauptverkehrsstrasen” dic gleichzeitig eine grote stidtebauliche und histo sche sowie verkehrliche Bedeutung haben (Hauptstraen). Hier tiberlagern sich viele kaumt oder nicht vertrigliche Nutzungsanspriche. Es bestehen intensive Nutzungszusammenhinge zwischen beiden Strafenseiten. ErschlieBungs- und ‘Aufenthaltsfunktion konkurrieren nicht nur mit der Verbindungsfunktion, son- ‘dern auch untereinander. Solche Strafen sind 2. B. die typischen Hauptstraen in Kleinstidten oder die "Magistralen” oder "Boulevards" in Grofistidten. = HauptverkehrsstraBien®, die stidtebaulich nicht als besondere Achsen oder Stiid- terume geplant bzw. gewachsen sind, die aber im Laufe der Zeit Bedeutung fur die Verkehrsverbindung erhalten haben und bei denen nunmehr die Verbindungs- funktion dominiert (HauptverbindungsstraBen). Fubren solche StraBen durch ‘empfindliche Gebiete (2. B. Wohnnutzung), so Konkurriert die Verbindungs- funktion mit den Nutzungsanspriichen und den Nutzungszusammenhiingen, die in der Regel aber geringer sind als an HauptstraBen. Auch in unempfindlichen Gebieten kénnen im Zuge solcher Strafen Konfliktbereiche auftreten, wenn, ‘quartierbezogene oder gesamtgemeindliche Wegebezichungen oder Freiraumzu- sammenhinge (2.B. eine Schulwegverbindung oder ein Grinzug) gekreuzt werden, — Anbaufreie HauptverkehrsstraBen' , die zumindest bereichsweise deutliche Zusammenhiinge mit dem stidtebaulichen Umifeld aufweisen (2.B. durch stra- Benabgewandte Bebauung oder an Knotenpunkten mit angebauten Straften) und ) opt Kateoing pp B nah en RAS-N 10 3. Grundlagen fiir den Entwurf von StraBenraumen 3.1 Ziele und Bewertungskriterien 3.1.1 Grundsitzliche Ubertegungen Die Beurteilung von Strafenriumen und Stralenraumentwiirfen orientert sich an verkeilichen und stidtebauchen Merkmalen, an UerSrlichen Vorgaben (vgl.1) sowie an straftenraumspeziischen Zien. Die straflenraumspezifischen Ziel lassen sich aus dem Hauptiel, dem Hertel len einer allgemeinen Vertriglichket,ableten. Voraussetzung fur cine Uberpr fung der Vertriglichket ist, af StraGenraume in ihrer ganzen Vielfalt erat und unter Abwgung aller Nutaungsanspriche und ihrer jeweiligen Bedcutung bewertt lund entworen werden. Die aus diesem gancheitichen Ansatzabletbaren Einzel- ele lassen sich folgenden Zielfeldern zuordnen: ~ Verkehr, Umield, ~ Strafenraumgestalt, ~ Wirtschaftlichkeit Da der Entwurf von Straenriumen intgraler Bestandteil einer stidtebaulichen Gesamaufgabe ist und ein geringer Ziclereichungsgrad bei cinigen Zielen durch den haheren Zielerreichungsgrad bei anderen Zielen ausgeglichen werden kann, sollen wedereinzeine Zicle getrennt betrachtet noch als Oberzile definier wer. den Die Gewichtung der Zielflder und derZicle untereinander ist cine politische Ent scheidung, die im der Regel nur problemorienticr fir cine konkrete Entwurfsaut sabe erfolgen kann, Gewichtungen von Ziclen und Zielfeldern kénnen aufgrund Politscher Grundsatzentscheidungen auch Entwurfsworgaben sein, Die den Zielfeldern zurechenbarcn Ziele sind mit ihren Bewertungskriterien und deren miglichen Mel- und Beschreibungsgren in den Tabellen 1 bis 4 aufge- fihr. Ebenfalls angegeben sind der Betrag des StraGenraumentwurfes und ande- rer, ibe den Entwur hinausgehender Matnahmenbereiche zur Erfllung der Ziel. Daraus soll auch der mogliche Stellenwert des StraBenraumentwurfes fir die ver schiedenen Zietelder und Ziel deutlich werden, Die Zusammensteung deckt das breite Spektrum eines problemorienterten Zielkataloges ab. Im Einzelfll kinnen sich aufgrund drtlicher Besonderheiten auch weitere Ziele und Bewertungskritrien crgcben, Anspruchsniveaus und Zumutbarkeitsgrenzen lassen sch fir die Bewertungs- kriteien nicht generell angeben’, Die Erkenntnislage sowie die Gesetz- und Ver orinangsgebung ist in den einzelnen Bereichen untershiedlich, Zudem Kénnen fir ‘manche Kriteien Grenz- und Richtwerte quanttativ angegeben werden, fr andere ‘mul qualtatv argumentier werden, Diese Unterschiede dirfenkeinen Einflu aut die Zielgewichtung haben, 3.1.2 Zielfeld Verkehr Die verkehrliche Qualitt eines StraBenraumes wird wesentlich von der Verkehrssi cherheit flr alle. Verkehrsteilnehmer, der Gute des Verkehrsablaufes und der ErschlieBung fir alle Verkehrsarten bestimmt (Tab, 1) Durch die Uberpritfung der Verkehrssicherheit sollen solche Verkehrsunflle und Gefilhrdungen soweit wie méglich ausgeschlossen werden, die durch Miingel des Entwurfes und der Gestaltung von Straenverkehrsanlagen und daraus bedingtem Fehlverhalten entstchen kénnen. Dabei sind dic unterschiedlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen der Verkehrsteilnchmer ausgewogen zu beriicksichtigen. Wegen ihrer besonderen Gefithntung erfordern schwichere Verkehrsteilnchmer (insbesondere diltere Menschen, Behinderte und Kinder) ein besonderes Augen- ‘merk. Von diesen Personengruppen konnen volle Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Reaktionsfahigkeit und Regelbeachtung nicht erwartet werden. 5 Al Artiohile snd im Anhng rf Optonstiarung der enlnen Ze Qulenincie und Marion ‘Tabolle 1: Ziele und Bewortungskriterien im Zielfeld Verkehr (Fortsetzung aut S. 12) ‘otrage zur a Mégtohe Mas: und Betrige zur Zaarlchung Zilariehang a BeechrebungegrSben ‘m Enewert nderen Kommuneln Hendungetadern Verkehrscher. | ~ Untatgeschohon ‘Untatndutoka (Ui ‘Unientahrana Verkanreenewickiunge- het or ale + Untattypen naan (Une Siohverat tind Fdchanetounge Verterat 1 Untelechwore Untaate [0-107 Ntamgevrtsagiche Geschwin- | plenung rtmer 1 Gntcte Vert Untatmosterat Gighaten im Keattanzouaver.” | ~ Vorkeeortahung wane (TOKE wane Verkanesdberwectung Fedtahrer und Futgtogebetet- | - Fahvoohabsiton und konto tuna (Us) Flicheneuteng + Vorkabsauttrona Futgtngerataate Seiterraunféchan Strabenuntenatuna [WAnaah Oberqserangn! berquerungshiton tind beta eschwindiokat Yon Vn Yn Bom Uchtignaletouerong in Keoten- tarrzewgverkebe thm je Stroke! Hakerteeuebisung Stustoneberogenes | - Zofickenvertetung im Kraft Stcherhetevernatan | — fereeugvertohr ‘Aunorichbvewegungen Verkahvreglibervetingen Sotiche Abend Gute Ouest = om Ersichbaroit dor Mave Gahzst ‘Sitenraunflichen Strecker: nd Linn Hanesteten ore Foswegentfernung rnetzplanung Enawgebosicn dor Haestle Fanning doe Fuge mer Separate Fatrong ervertehre tu don Betérderunasquatat | WtiareBatOrerongeeeechwin- | ~ Boverecrigung an Knoten Hatestton sigtet mh Dunktan und Hatecteton ra oid nd Arter Reeegeechwindgket | - Hatestelenausbiding Bike + Fie lew ‘Abettaniogen = Konepte or OPH oe Fahanabwsichong in Berchieoniaing der Mauptoareteeel is) ~ Fahwgetinfornation ledienungehautghet (Tektze * Fahplangestartung Umeteigeguaitst Mavore Warazt (effet) ‘une dar Pak Ride-on ‘ke + Ride Aniagen atta Reicoquaitat ator Reinegerchwindgket | - Flexble Llehsinae = Suaennatplanung augverohe ny Fatestiton * parkiteyetame Geschaindignetverout Parc und Latico stoverona {kh J Streckenabechst Veitahrragelangen tun Parken | ~ Wogweisungskon- [unlasting von Knotenpunkten | und Usteriaden apte aI Verkenrestningge Uchtignat- usitat des Quer Wire Water in der Haupt. | wtevorung ontahoe ereheert el Dsenichtiche Knotenpunkta advertehr | - Reieequsti Redvertatsaniagen etzplanung Rede ‘Abbigeregengen tere Uchtigneteumrng far den | = Wegweisungekon- Redverkate maote Umweaiing Il ‘Abnchrmngeolamente Fabs Nutaungevertle Geschwn- ‘unit dex quer | Mitre Warezeit in der Haupt: | - GevigneteLichtsgnaeteveung vee vertebrate Dbanicntice Kretenpunktg Funginaer | ~ Oberquerarteie Anchl der Oberquaranshiten jo | ~ Ubarquerangshiton etplaning Ful veer Steckenabachot Fatahnbreten ‘bngervertahr Fatroahbrete UUsheignalstouerang an Knoten Mire Warten possten vertabrset a a dor Sltneau 2 der Oberquenmgshien ‘Matinahmen i Kraftovzeug vere ‘Tabelle 1: Fortsetzung Zits Bewertungskiterian Betrige sur Zilerichung Enchintungs | - Zugdoglchken der ‘eutche Sicherung dor Heue units Grundeticke nasoge (durch aberohrbare Mitaetr fen, Aniogertehatnen, ) Mater Fabagenttemung zum Paretand bw. Staples (ml ‘inde und Sttpitze fr Bike ide Konzepte {ge und Zugtnatchit Gertating nd Aussatung Besondere Bedeutung fr die Verkehrssicherheit haben neben den Konfliktberei ‘chen an Knotenpunkten und Uberquerungsstellen vor allem die Geschwindigkeiten ides Kraftfahrzeugverkehrs, von denen ua, das Verzégerungsverhalten, die Aus- \weichméglichkeiten und die Aufprallwucht im Kollisionsfall abhingen, Zur Gewiiheleistung austeichender Verkehrssicherheit ist es beim Entwurt und der Gestaltung der Strafenriume wichtig, ~ insbesondere fir die nichtmotorisierten Verkehrsteilnchmer gecignete Verkehrs- flichen zur Verfiigung zu stellen und auf vertrigliche Geschwindigkeiten hin- czuwirken, = den Kraftfahrern die aufgrund der tbrigen StraBenraumnutzungen angemessene Fahrweise, insbesondere die erwiinschte (nutzungsvertrigliche) Geschwindig- kit, gestaterisch zu verdeutlichen, _maglichst hiufig Sichtkontakte zwischen motorisierten und nichtmotorisiesten Verkehrsteilnchmern herzustellen eine sichere Uberquerbarkeit von Fahrbahnen an vielen Stellen 7u gewitrlei- stem, die sichere Zugiinglichkeit von Haltestellen fiir den Fahrgastwechsel zu ermdg- = die Strafenriume unter Beachtung gestalter ‘zu beleuchten, = besondere Konflikt- und Gefahrenstellen zu verdeutlichen sowie = die Begreifbarkeit und die Befahrbarkeit der Verkebrsantagen sicherzustellen, Geeignete Beurteilungskriterien fir die Verkehrssicherheit sind das Unfallgesche- hen, das Geschwindigkeitsverhalten der Kraftfahrer und das situationsbezogene Sicherheitsverhalten, Die erwiinschten Qualitaten des Verkehrsablaufes ergeben sich durch Abwa- ‘eung der aus der Verbindungsfunktion fur alle Verkehrsarten abgeleiteten Zielgr- Ben der Reise~ bzw. Beforderungsgeschwindigkeit mit den sonstigen Entwurfsvor- gaben und den Anforderungen aus dem Gebietstyp, den Umfeldnutzungen und der straBenriiumlichen Situation. Infolge raumordnerischer Zielsetzungen und aus Griinden der Wirtschaftlichkeit sollen die Reisezeiten mglichst gering sein. Dem stehen insbesondere innerorts ddie Belange der Verkehrssicherheit und der Umweltqualitit sowie Anspriiche der Umifeldnutzungen entgegen. Anzustreben sind daher nutzungsvertrigliche Fahr- geschwindigkeiten, die abschnittweise auch unter 50 km/h liegen Ke Der ffeniliche Personennahverkehr soll auf Streckenabschnitten, an Haltestellen und an Knotenpunkten durch den dbrigen Verkehr nach MOglichkeit nicht behin- ert werden und durch die Art der Lichisignalsteuerung.gegenliber dem motorisier- ten Individualverkehr Vorrang haben. Geeignete Beurteilungskriterienflir die Qua- ther Gesichtspunkte angemessen, litit des Verkehrsablaufes sind die Erreichbarkeit der Haltestellen sowie die Beférderungs- und Umsteigequalitit, Die fir eine gute ErschlieBung gewiinschten geringen Haltestellenabstinde verringern die Bef&rderungsgeschwindigheiten. Die ‘Anlage und Ausbildung der Haltestellen soll den Anforderungen eines komfortab- len und ziigigen Fahrgastwechsels geniigen Beim Krafifahrzeugverkehr fuhren die crwiinschten _nutzungsvertriglichen Geschwindigkeiten in der Regel nicht zu Bemessungsproblemen, da Leistungsfi- higkeit und Quali des Verkehrsablaufes innerértlicher StraBen in der Regel durch Knotenpunkie und nutzungsbedingte, drtlich und zeitich wechselnde Storungen bestimmt werden, Ein geeignetes Beurteilungskriterium ist die Reisezeit, Beim Rad- und Fufigdngerverkeh (einschl. Rollstuhlfahrer) sind umwegarme Fih- rungen, eine méglichst hiufige Uberquerbarkeit der Fahrbahnen, geringe Stérun- gen durch den Kraftfahrzeugverkehr und geringe Beeintrichtigungen zwischen Radfahrern und Fullgingern in Seitenriumen und an Haltestellen wesentliche Vor- aussetzungen fur einen guten Verkehrsablauf. Geeignete Beurteilungskriterien sind Reisequalitit und Fahrkomfort bz. Uberquesbarkeit und Gehqualitt. Fur eine ausreichende ErschlieBungsqualitat sind Erreichbarkeit und Zugiing- lichkeit der anliegenden Grundsticke zu gewahrleisten. In Abhiingigkeit von der ‘Umeldnutzung sind Abstellmoglichkeiten flr Fahrzeuge des Personen- und Gilter- verkehrs auf éffentlichen Flichen zu schaffen; dabei sind die Steliplitze auf priva- ten Flichen zu beriicksichtigen. Im dffentlichen Personennahverkehr sind Abstand und Gestaltung der Haltestellen cin Ma8 fir die Qualitit der ErschlieBung. Zielfeld Umfeld Die Umfeldqualitat der StraBenriume von HauptverkehrsstraBen wird mafigebend durch die Verkehrsimmissionen (Lirm, Luftverunreinigungen und Erschitterun- gen), das Kleinklima, die Fkicheninanspruchnahme und die soziale Brauchbarkeit (insbesondere der Seitenriume) bestimmt (Tab. 2) Da dic Verkehrsimmissionen (Schallimmissionen, Luftverunreinigung, Erschiit- ferungen) auBer von der Geschwindigkeit, der Fahrbahnbeschaffenheit und der Fahrweise auch von der Verkehrsstirke und -zusammensetzung, abhiingen, lassen sie sich durch den Entwurf und die Gestaltung von StraBenriumen nur teilweise beeinflussen, Die GleichmaiBigkeit und Stetigkeit von Verkehrsabliufen im Kraft- fahrzeugverkehr sind von besonderer Bedeutung; verhaltene Fahrweise, besonders mit niedrigen Drehzahlen, verringert die Immisionsbelastung deutlich. Die Belistigung von Anwohnern und StraBenraumnutzern durch Verkehrskirm lift sich psychologisch verringern, wenn der StraBlenraum gut gestaltet ist (Kompensa- tionsefekd), Luftverunreinigungen durch Verbrennungsmotoren entstehen vor allem durch Koh~ Ienmonoxid (CO), Stickoxide (NOx), Kohlenwasserstoffe (HC), Partikel (2. B. aus Bleiverbindungen, Kohlenwasserstoit), Blei und Bleiverfluchtiger (Scavenger); diese Stoffe konnen giftig bzw, krebserregend sein. Hinzu kommen die Co,-Emis- sionen, die zum sog. Tieibhausefiekt beitragen. Die Schadstoffbelastung durch Abgase kann fir HauptverkehrsstraBen ohne oder mit lockerer Randbebauung (Liickenanteil > 50 %) nach dem MLuS-92" ermittelt werden, Wahrend die Emissionen von Kohlenmonoxid bei niedrigen Geschwindigkeiten (nshesondere bei "Stop-and-go"-Fahrten) besonders hoch sind und sich bei hihe ren (insbesondere bei gleichtormigen Geschwindigkeiten) reduzieren, steigen die Emissionen von Stickoxiden mit der Fahrgeschwindigkeit fast kontinuierlich an. In vielen angebauten HauptverkehrsstraBen fihren die in den Hauptverkehrszeiten aauftretenden Verkehrsstirken dazu, da® die Immissionsgrenzwerte der Verkehrs- lirmschutzverondnung (16, BlmSchV) sowie die derzeit in Diskussion befindlichen Immissionsgrenzwerte (im Rahmen der Umsetzung der entsprechenden EG-Richt- linien in nationales Recht) und die Orienticrungswerte des MLuS-92 berschritten werden, Die Qualitat des KI as wird giinstig, DeeinfluBt, wenn zusitzliches Stra Bengriin zur Staubbindung, zur Luftverbesserung_ und zur Schattenbildung, bei trig Die Begrenzung der Oberfkichenversiegelung kann auch in Hauptverkehrsstrafien sinnvoll sein, Sie férdert die Versickerung des Oberflichenwassers und verringert die klimatisch ungiinstige Auheizung von Flichen, Eine geringe Flicheninanspruchnahme soll besonders beim Neubau aber auch beim Ausbau von HauptverkehrsstraBlen angestrebt werden. Dabei ist immer zu bbeachten, welche Qualitit die urspriingliche Nutzung der jeweiligen Fliche im Ver- gleich zur vorgesehenen verkehrlichen Nutzung hat 77 eschngseelichat Siren und chr veen: Meat i Latsrninigungn a Stan, Ta Sen ce tnt hes Randbbusing (MLAS 92), Aust 192 ‘Tabelle 2: Ziele und Bewertungskriterion im Zielfeld Umfeld ‘Betvige zur Moglche Mes: und Botudge 20" Zalerienang Zilerichang Bewernoskterian Beach a in Enewurt deren Kormunslon Handungetedem etn Schatinmieson “Grichwindakeldimptonde | - Stadtentwokiunor- ‘oes (eoten) Emenee pinng nae Voroetenripeg! [001 (Oberichaomatl Varnatveontwick Sehatpegetprot 481A [Abschimelemente, Eihausungen | ingeplanung (Modal Schalequens (M2) Lensignalsteumrna (oor Lamnbetstigung ring varahvesbhingiger Stove, Luttverunsiniguna |< Halbstindenmitel derKorsen- | turgor) (Farwstee) 160, 60,NO,.Hes | tation mg/m ‘Verrtetiguna dos Verkarea ‘Russtattng der kom ‘i, Parka Staub | ~ Topeemitel der Konzentation | Iaulor tmunsion Fryar maim (Cnwtletoundiche Langzalital der Konentration| Fares \mgim? je Zetainhe) + Zonal Vertebrate Belistigung deh Abgase Ingen und Stave Erachoteranaen Schwingungtwert der Baugun- ‘ingematinahmen utes ~ Obertachenver Versegeungrarad (8) ‘bertschenmatrit ‘Setungen| sro wlegehng Versctorunpeatel am Neder | — Grinfchen und Beplonzung| (Vorgsren, shag 1 Grinausstatong Farderungematinah omense {ranvotaman I?m mon (Faesndenbwar> Verdunstona ‘hon, Ensiegolunae= sehiog (4) programme) Candecheftptanung Grin: und Fetch elativeLutteventihat al) planung Ewrmung gegenier Uni rer ‘einae Verkehatlchen chen i al Fatvoahnbrten Stadtontwiektonge Ficheninan ‘SpeaiecheFlchan ‘Setonraumfichen prachnaone mt Verahreat Metefachnatzung von Fichen Sonate ~ Fenktionale Tenn | = Statenguerechit Fatabnoreten ‘Verkahreentwik Brachbatsit | witung Gerchninsighe mh Enchtorig dee Oberaverene | ingeplanung (Modal Verkaheetre IK? Dr und Anzahl der Oberquein Spit, Netplanung) ‘20 p Zotoinbait. rad volar Verbundenhet | = Saitenreumachen Gidke, Gertakung und Avestat- | = Saltneeumgratonung (Gede- ‘ung der Vorwetiachen im’ 1 | rng, Melvfachnutaung, Ausstat fencer, Sten aut Sinker) Die soziale Brauchbarkeit von StraBenriumen hangt in angebauten Hauptver- ehrsstraBen vorrangig von der funktionalen Trennwirkung und der Aufenthalts- quali ab In der Regel geht von allen Strafen mit stirkerem Kraftfahrzeugverkehr eine funk: ‘ionale Trennwirkung fur Radfahrer, FuBgiinger und Behinderte aus, die allerdings nicht allein anhand von Wartezeiten definierbar ist. Das Uberquerungsverhalten von FuSgiingern ist je nach Strafentyp sehr unterschiedlich. In Abhiingigkeit von der Stirke des Kraitfahrzcugverkehrs werden Uberquerungen zunehmend in die vielgerichtete Langsbewegung mit eingeplant, um Wartezeiten (auch an FuBgin- gersignalanlagen) zu vermeiden, Die Trennwirkung von StraBen ist von der Kombination mehrerer EinfluBfaktoren wie Fahrbahnbreite, Stirke und Geschwindigkeit im Kraftfahrzcugverkehr abhiin- gig. Zur Verringerung der Trennwirkung kommt es darauf an, die Oberquerbarkeit in ‘Abstimmung mit den funktionalen Anspriichen an den Straflenraum (z.B. linien- haft oder punktuell) durch bauliche MaBinahmen sicherer zu machen bz Uber haupt zu gewhrleisten Die Aufenthaltsquaitat wird durch die Nutzbarkeit der Seitenritume fir Aufenthalt, Arbeit und Lagerung in Abhiingigkeit von der Art des StraBenumfeldes bestimmt, Wabrend in allen StraBenriumen mit Wohnbebauung mit Kinderspiel zu rechnen ist, sind Lagerflichen vorrangig in Geschaftsstralien (Geschiftsauslagen) und DorfstraBen (Gerite, Baumaterial) von Bedeutung. Flr angebaute Hauptverkehrs- straBen mit Wohn- und Geschifisnutzung sind StraBenriume anzustreben, die nicht nur Durchgangsriume, sondern in der Regel auch Verweilriume sind. 3.1.4 Zielfeld StraBenraumgestalt In der StraBenraumgestalt) sollen die materiellen und immateriellen Bedirfnisse von Anwohnern und StraBenraumnutzern bericksichtigt werden. Die Qualitat der StraBenraumgestalt wird dabei vorrangig durch Orientierung, orisgerechtc Gestalt sowie Anregung und Schénheit geprigt (Tab. 3). In Verfolgung dieser Ziele geht es vor allem darum, durch cinprigsame ortstypi sche Merkmale die Orienticrung im Quartier zu unterstitzen sowie die histor schen Achsen, Wegebezichungen und Ausprigungen einzelner Gestaltelemente 2u bewahren und die Geschichte ablesbar zu machen. Dariiber hinaus ist es wichtig, ddie Gebietscharakteristik und Ensemblewitkung zu erhalten oder zu verbessern und die Identifikation mit dem StraBenraum zu fordern Die formale Auspriigung und Malstiblichkeit der Entwurfselemente innerhalb eines Strafenraumes sollen mit der Bebauung Gbereinstimmen; der gestalterische Zusammenhang der beiden Strafenseiten soll deutlich werden. Unter Verzicht aut gestalterischen Schematismus sollten Anregung, und Schonheit vermittelt werden, Des weiteren sind beim Entwurf folgende besondere Gestaltmerkmale von Haupt- verkehrsstraBen zu beachten: In der Raumkinge unterscheiden sich Hauptverkehrsstraen von anderen Si Benriiumen besonders deutlich, Die Linicnfihrung von HauptverkehrsstraBen dient der grofriumigen Orientie- rung im Nev, — Raumabschlisse sollen wichtige Raumverknipfungen und Brennpunkte sein, — Die Bedeutung von HauptverkehrsstraBen in der StraBenhierarchie soll durch

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