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Weimarer Klassik

Die Weimarer Klassik war eine Epoche der deutschen Literatur zwischen 1786 und 1805, in der Goethe und Schiller in Weimar lebten und ihre berühmtesten Werke schufen. Diese Zeit markierte den Höhepunkt der deutschen Nationalliteratur und wurde durch Ideale wie Humanität und Harmonie geprägt.

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Weimarer Klassik

Die Weimarer Klassik war eine Epoche der deutschen Literatur zwischen 1786 und 1805, in der Goethe und Schiller in Weimar lebten und ihre berühmtesten Werke schufen. Diese Zeit markierte den Höhepunkt der deutschen Nationalliteratur und wurde durch Ideale wie Humanität und Harmonie geprägt.

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Weimarer Klassik

In der deutschen Literaturgeschichte wird der


Zeitabschnitt von etwa zwanzig Jahren Klassik genannt,
 ...... in dem die beiden berühmten Dichter Johann
Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller in Weimar
lebten. Deshalb wird diese Zeit auch als Weimarer
Klassik bezeichnet. Diese Epoche markiert die Blütezeit
der deutschen Nationalliteratur.
 Sie beginnt in etwa mit Goethes Italienreise 1786 und
endet mit Schillers Tod 1805.
 Weimar war damals das intellektuelle Zentrum
Deutschlands. Auch der Schriftsteller und Herausgeber
Christoph Martin Wieland sowie der Theologe, Philosoph
und Dichter Johann Gottfried Herder waren zu dieser Zeit
in Weimar
 Begriff:
Das Wort klassisch stammt vom lateinischen
Wort classicus, mit dem man Angehörige der höchsten
Steuerklasse bezeichnete. Dieses Wort wurde bald auf
andere Bereiche übertragen. Heute meint man
mit klassisch etwas zeitlos Gültiges, Unübertrefflisches,
Vorbildhaftes.

Historischer Hintergrund

Im Jahre 1789 fand die große Französische Revolution statt.


1792 brach die Herrschaft der Jakobiner und gleichzeitig
auch die Zeit des Terrors an. Im 1799 gelangte Napoleon
Bonaparte an die Macht in Frankreich und fünf Jahren
spaeter wurde er zum französischen Kaiser. 
Gegen die Unruhe der Zeit (Französische Revolution,
Aufstieg Napoleons, Frühindustrialisierung) setzt die Klassik
Harmonie und Humanität als Leitideen.
Waehrend die literarischen Helden des Sturm und Drang –
ebenso wie die Protagonisten der Französischen Revolution
– an dem Widerspruch zwischen egoistischem Gefühl und
allgemeingültiger Vernunft zugrunde gehen, steht bei der
Klassik das Streben nach Harmonie, Sittlichkeit und
menschlicher sowie ästhetischer Vollendung in Mittelpunkt.
Goethe und Schiller hatten ihre jugendliche Sturm-und-
Drang-Zeit hinter sich (eine Strömung der deutschen Literatur in
der Epoche der Aufklärung, die auch als Geniezeit bekannt ist). Goethe war von
seiner Italienreise tief beeindruckt und war von der Antike
fasziniert.

Er lehnte die Französische Revolution ab und verurteilte die


Gewalt. Genau wie Schiller, begrüßte er zwar anfangs die
Veränderungen in Frankreich, dann aber angesichts des
Terrors seine Meinung änderte. Beide fanden, dass Kunst
und nicht Gewalt die Welt verbessern soll.

Freundschaft der zwei Dichter


1794 begründete Schiller die Monatszeitschrift "Die Horen",
benannt nach den Göttinnen der Jahreszeiten und der
sittlichen Ordnung. Er gewann Goethe für die Mitarbeit und
die beiden entwickelten einen Dichterbund und eine tiefe
Freundschaft. Was die beiden vereinte, erklärt Schiller in
einem Brief:

"...eine unerwartete Übereinstimmung, die umso


interessanter war, weil sie wirklich aus der größten
Verschiedenheit der Gesichtspunkte hervorging. Ein jeder
konnte dem anderen etwas geben, was ihm fehlte, und etwas
dafür empfangen ..."

Grundideen
Das Menschenbild wurde von dem Mittelstellung des
Menschen zwischen Geist und Materie gepraegt ; Mensch hat
durch seinen Geist an der "Gottheit", durch seine Natur an
der "Tierheit" teil. Einen besonders grossen Wert wurde auf
die Bildung zur Humanität durch Kunst und Dichtung
(Schiller: "ästhetische Erziehung") gelegt. Das
Erziehungsideal war der in sich ruhende, gute und schöne
Mensch, in dessen Handeln Pflicht und Neigung sich in
Übereinstimmung befinden (die "schöne Seele")
Wie die Aufklärung ging die Klassik von der Erziehbarkeit des
Menschen zum Guten aus. Ihr Ziel war die Humanität, die
wahre Menschlichkeit (das Schöne, Gute, Wahre). Doch der
Mensch sollte nicht nur einzelne Tugenden (z.B. Toleranz,
Nächstenliebe) besitzen, sondern einem Ideal zustreben.
Verwirklicht sah man dieses Ideal in der griechischen Antike;
die Griechen des klassischen Altertums hätten ihre Kräfte
allseitig und harmonisch entfaltet wie kein Volk zuvor oder
danach. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut." Das war der
Leitspruch der Weimarer Klassiker. Die Menschen sollten zu
Vernunft und moralischem Handeln erzogen werden, und die
Vernunft sollte auch die Politik leiten.
Als einen weiteren Bereich, in dem das Ideal bereits
Wirklichkeit sei, verstand man die Natur. Dieser Gedanke
wurde von Goethe vertreten. Er verstand sich selbst in
erster Linie als Naturforscher, nicht als Dichter. Zeit seines
Lebens versuchte er die mannigfaltigen Erscheinungsformen
der Tier- und Pflanzenwelt auf bestimmte Urformen
zurückzuführen (z.B. die Urpflanze),
Literatur der Klassik
Die Dichtung der Klassik war sehr vom Idealismus geprägt. Sie
zielte auf eine geschlossene Form, auf Vollendung, auf
Humanität, auf Sittlichkeit und auf Harmonie. In Schillers Briefen
über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795) forderte er
eine Wahrnehmung der Kunst, die auch die Gesellschaft
befördert.
Kunstgegenstand ist nicht "das Leben", sondern die
Gesetzlichkeit des Lebens, nicht die Wirklichkeit, sondern die
Wahrheit. Goethe hat es festgessteldt : Der Dichter muss in der
individuellen Gestalt den Typus erkennen lassen, dem Typus
durch individuelle Gestalt Leben verleihen.
die Klassik griff zahlreiche Stil- und Gestaltungsmittel der Antike
wieder auf: So erlebten unter anderem die Hymne und die an
strenge formale Kriterien gebundene Ode eine neue Blütezeit.
Ebenso ist die verstärkte Hinwendung zur dramatischen Form
nur mit Verweis auf die griechischen Vorbilder zu verstehen.
Die bevorzugten literarische Formen waren: Ideendrama
Charakterdrama, Gedankenlyrik (Ideengedichte); Balladen;
Bildungsroman, Ode, Hymne, Sonett, Distichon, Stanze.

Wichtigste Werke der Weimarer Klassik

 Friedrich Schiller
o Don Carlos (1787), Über die ästhetische Erziehung des
Menschen (1795), Die Kraniche des Ibykus (1797), Der
Ring des Polykrates (1798), Die Bürgschaft (1798),
Wallenstein (1799), Das Lied von der Glocke (1799),
Maria Stuart (1800), Die Jungfrau von Orléans (1801),
Die Braut von Messina (1803), Wilhelm Tell (1804)
 Johann Wolfgang von Goethe
o Wilhelm Meisters theatralische Sendung (1776),
Egmont (1788), Iphigenie auf Tauris (1787), Torquato
Tasso (1790), Römische Elegien (1790), Faust (1790),
Wilhelm Meisters Lehrjahre (1796), Xenien (mit Schiller,
1796), Novelle (1797)
 …sowie einige Werke von Christoph Martin Wieland (etwa
Alceste 1773, Oberon 1780, Dschinnistan 1789) und von
Johann Gottfried Herder (etwa Terpsichore 1795 und
Kalligone 1800)

Im 19. Jh. entfaltete die deutsche Klassik eine ungeheure


Wirkung. Zitate aus den Werken Goethes und Schillers(Es ist
nichts groß als das Wahre, und das kleinste Wahre ist groß. Wir
haben genug Zeit, wenn wir sie nur richtig verwenden. Wer nichts
waget, der darf nichts hoffen.) wurden zu volkstümlichen
Sprichwörtern. Die Lektüre der Klassiker wurde Pflichtpensum in
den höheren Schulen, Schillers Dramen beherrschten die
Spielpläne der Theater.

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