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Systemzusammenbruch

Das Stück behandelt einen virtuellen Schultag im Jahr 2090, an dem ein Roboterlehrer die Schüler in verschiedenen Fächern unterrichtet. Dabei kommt es immer wieder zu Diskussionen zwischen dem Roboter und den Schülern über Themen wie Glück, Schule der Vergangenheit und neue Technologien. Am Ende bricht der Strom aus und der Roboter bleibt liegen.
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Systemzusammenbruch

Das Stück behandelt einen virtuellen Schultag im Jahr 2090, an dem ein Roboterlehrer die Schüler in verschiedenen Fächern unterrichtet. Dabei kommt es immer wieder zu Diskussionen zwischen dem Roboter und den Schülern über Themen wie Glück, Schule der Vergangenheit und neue Technologien. Am Ende bricht der Strom aus und der Roboter bleibt liegen.
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Systemzusammenbruch

Personen:
Roboter – Lehrer und Mentor, Projektkoordinator - Никол
Schüler 1 - Катето Schüler 7- Симона
Schüler 2 - Цвети Schüler 8 – Ивайла
Schüler 3 – Данчо Schüler 9- Калоян
Schüler 4 - Боби
Schüler 5 - София Mathelehrerin– Симона
Schüler 6 – Бояна Sportlehrer - Данчо
Deutschlehrerin - Никол

AKT 1
Es ist dunkel. Auf die Bühne kommt ein Roboter.

Roboter: 10. Mai 2090, 10 Uhr. Internetbasierte Schule ,,Fortschritt‘‘. Der neue Schultag
beginnt.
Die Schüler sitzen zu Hause vor den Computern und melden sich nacheinander. Dabei werden ihre
Gesichter vom Blaulicht ihrer Schirme erleuchtet.
S 1: Guten Tag! Katja – td5. Bin online.
S 2: Hallo!Zweti @ 010. Bin auch dabei.
S 4: Grüß euch! Bobi– 2PF. Ich bin auch da.
S 3: Dani 45 – BM. Hallo allemal!
S 6: Bojana …… Hallo!
S 7: Simona……. Ich bin da.
S 8: Ivajla………. Grüß euch!
S 9: Kalojan ………. Hi, Leute!
Es wird hell auf der Bühne. Bei jedem Schüler sieht man auch ein Schild: Haus 5, Haus 10, H 45,
H 2.
R: Sophia RG.9, melde dich! Sophia RG.9, melde dich!

S 5: Sophia RG.9, bin schon da. Ich entschuldige mich für die Verspätung, aber ich hatte Probleme
mit dem Internet.
1
R: Verspätungen und so blöde Entschuldigungen waren für die Schule des vorigen Jahrhunderts
üblich. Heute ist das unakzeptabel.
S 5: Aber…
R: unterbricht sie Verlieren wir keine Zeit mehr. Zuerst haben wir das Fach ,,Glück‘‘ auf dem
Programm.
S 5: ironisch Das ,,Fach‘‘ Glück! Glück ist doch kein Fach!
R: Ruhe, bitte! Wie wir voriges Mal gesagt haben, ist Glück eine angenehme und freudige
Gemütsverfassung, ein Zustand innerer Befriedigung und Hochstimmung.
S 6: Es ist total blöd, Glück zu definieren! Glück ist doch ein Gefühl. Jeder entscheidet selbst, was
für ihn Glück bedeutet!
S 4: Man unterscheidet zwischen Lebensglück und Zufallsglück.
S 7: Einfluss auf das Lebensglück haben verschiedene Faktoren wie Familie, Liebe, persönliche
Freiheit.
S 8: Oder Freizeit und Beruf.
S 3: Die Finanzen nicht vergessen! Die sind das Wichtigste!
S 5: Du tickst wohl nicht ganz richtig! Geld kann einen nicht glücklich machen!
R: ,,Du tickst wohl nicht ganz richtig!‘‘ – Redensart, umgangsprachlich, Bedeutung: leicht
verrückt sein.
S 5: Dani weiß das doch! Er braucht keine Erklärung.
R: Machen wir weiter!
S 1: Im Unterschied zum Lebensglück lässt sich Zufallsglück nicht beeinflussen.
S 2 : Es kommt plötzlich und unerwartet.
S 8 : ,,Es küsst dich rasch und flattert fort‘‘ – Heinrich Heine.
R: Heinrich Heine – einer der bedeutendsten deutschen Dichter des 19. Jhs.
S 6: Leute, hört bitte auf, mit der Theorie! Es ist sowieso absurd, dass ein Roboter uns Glück
erklären versucht, obwohl er selbst keine Gefühle empfinden kann! Sagt einfach, was euch
glücklich macht!
S 5: Ja, sagt doch!
S 3 : Positive Ziele machen glücklich.
S 4 : Ein Sinn im Leben macht glücklich.
S 9: In Einklang mit sich leben macht glücklich
S 5: spricht zum Publikum Diese bombastischen Klischees machen mich verrückt!
zu den anderen Essen und nichts tun machen mich glücklich!

2
Alle: Was?!
S 2: Wovon sprichst du? Das steht nicht im Internet!
S 5: Ja, wovon spreche ich? Seid doch ehrlich, seid Menschen und keine Roboter! Freundschaften
und schöne Erinnerungen machen glücklich. Glücklichsein hat eine heilende Wirkung! Aber
Roboter sind nie krank und können das nicht verstehen.
S 6: Allmählich verlieren wir Menschen unsere Menschlichkeit! Ich will mir gar nicht vorstellen,
wie unsere Welt in 50 Jahren aussehen wird.
R: Schüler, die Zeit ist um. Wir machen jetzt 2 Stunden Pause – ich muss meine Batterien
aufladen. Und der nächste Unterricht ist ein virtueller Museumsbesuch zum Thema „Die
Schule der Vergangenheit“. Schaltet euch jetzt ab.
´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´
S 1: Die Schule ist aus, wir gehen nach Haus‘...
S 9: Das ist aber ein uralter Spruch und totaler Unsinn heute! Wir sind doch zu Haus‘!
S 2: Aber natürlich! Du weißt immer alles besser...
S 9: So ist es! Meine Festplatte ist viel größer!
S 7: Dein Hochmut aber auch!
S 9: Hochmut? Moment mal! Muss ich nachschlagen, was das heißt...
S 4: Ja, frag deine Festplatte!
S 6: Leute, hört auf! Dieser Streit hat kein Ende! Ihr spamt doch nur! Wir müssen uns auf den
Museumsbesuch morgen vorbereiten...
S 2: Vorbereiten? Was meinst du damit? Wir können doch alles abrufen, was wir brauchen!
S 1: Die Schüler früher hatten es nicht so einfach. Ich habe gelesen, dass sie keine Computer
gehabt haben, sondern irgendwelche Bücher und Hefte, in die sie mit sogenannten
Kugelschreibern geschrieben haben.
S 3: Ha-ha! Kugeln? Wie kann man mit einer Kugel schreiben? Mit der kann man nur Fußball
oder Volleyball im Internet spielen!
S 4: Ja! Machen wir doch schnell ein Fußball- Game!
S 3: Heute haben wir aber keinen Sportunterricht!
S 7: Egal! Frau Robo hat sich doch abgeschaltet!
R: Achtung, Achtung! Am 10. Mai ist kein Fußballspiel auf dem Schulprogramm vorgesehen!
Das Robo - Bildungsministerium löscht alle Fußballspiele für eure Klasse!
S 9: Ich muss auch „meine Batterien aufladen“ – ich verschwinde!
S 8: Endlich hast du eine gute Idee...

3
Die Bühne wird dunkel, alle gehen. Musik.

AKT 2
R: Bitte einschalten! Unterricht zwei beginnt. Das Thema ist: „Schule der Vergangenheit“
Die Aufgabe von Sophia und Jordan war, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der
Schule der Vergangenheit und der heutigen Schule zu erkennen und einen Vortrag zum
Thema vorzubereiten.
Sophia: Die Schule der Vergangenheit
Jedes Kind kam mit 7 Jahren in die [Link]. Bis dahin konnten sie weder lesen, noch
schreiben. Die Einschulung war in der Familie ein großer Anlass zum Feiern. Der erste
Schultag war ein ganz besonderer Tag und die erste Lehrerin war eine besonders wichtige
Person im Leben jedes Menschen.
S 1: Lehrerin? Das ist doch eine ganz einfache Frau! Hatten die keine Roboter gehabt?
S 2: Und mit 7 Jahren konnten sie nicht lesen! Das ist doch komisch... Das Lesen lernt man doch
auf Knopfdruck... Warum mussten sie so lange warten?
S 3: Im [Link] bis Mitte des [Link]. gab es große Gebäude, wo die Schüler ihren Unterricht
bekamen. Jeden Tag von Montag bis Freitag mussten die Kinder früh morgens in der Schule
ankommen und bei der ersten Glocke in ihren Klassenzimmern an den Schulbänken Platz
nehmen.
S 4: Gebäude? Glocken? Mussten die armen Kinder jeden Tag in die Kirche gehen?
S 7: Und dabei am frühen Morgen! Wann haben sie denn geschlafen? Ich surfe die ganze Nacht
und gehe früh morgens ins Bett...
S 9: Und habt ihr gehört? - Klassenzimmer... Das klingt ein bisschen nach Gefängnis!
Sophia: Jede Unterrichtsstunde dauerte 45 Minuten, alle Schüler sollten stillsitzen, der Lehrerin
zuhören und machen, was sie sagt – lesen, schreiben, rechnen, erzählen, singen. Jeder hatte
Lehrbücher, Hefte, Kulis, Bleistifte und andere Schulsachen dabei. Und wenn ein Schüler
etwas sagen wollte, musste er seine Hand hochheben. Im [Link]. mussten alle Schüler gleich
gekleidet sein, man nannte das Uniform.
S 9: Hab` ich doch gesagt – ein richtiges Gefängnis! Auf Sitzbänken und wie Pinguine gekleidet
haben sie 45 Minuten stillgesessen! Und wir liegen gemütlich im Schlafanzug in unseren
Betten, mit dem Smartphone in der Hand, wenn wir Hunger haben, essen wir, wenn wir
müde sind, schalten wir uns einfach ab.
S 3: Die Schüler wurden mündlich geprüft oder schrieben Klassenarbeiten und bekamen dafür
Noten. Wenn jemand viele schlechte Noten hatte, musste er sitzenbleiben und das Schuljahr
wiederholen.
S 8: Sitzenbleiben?! Ein Jahr lang?!!! Hatte man damals nichts von Kinderrechte gehört???!
Sophia: Die Lehrer haben nicht nur unterrichtet, sondern auch die Schüler erzogen und ihnen
beigebracht, was gut und was schlecht ist...
4
S 1: Kein Wunder dann, dass die Einschulung ein Freudeanlass für die Eltern war – da brauchten
sie keine Verantwortung mehr für die Erziehung ihrer Kinder zu tragen und sie hatten ihre
Ruhe...
Sophia: Das Schuljahr dauerte 9 Monate...
S 2: Genauso lang wie eine Schwangerschaft…!
S 3: ...dann gab es drei Monate Sommerferien...
S 4: Endlich etwas, was vernünftig klingt!
Sophia: Nach dem 12. Schuljahr war Schulabschluss...
S 7: Die hat einen Fehler gemacht! Bestimmt meint sie 12 Monate, nicht Jahre!
S 3: ...und nach dem Abitur wurde eine riesengroße Schulabschlussfeier organisiert...
S 9: Das kann ich gut verstehen – nach 12 Jahren Gefängnis...!
S 3: Der Online-Unterricht wurde zum ersten Mal 2020 wegen des Coronavirus eingeführt.
R: Eure Meinung zum Thema könnt ihr später äußern und…und…und…

Der Strom fällt aus, alles wird dunkel, der Roboter beginnt immer langsamer zu sprechen und fällt
um. Musik

AKT 3
Es ist dunkel. Auf die Bühne kommt die Bildungsministerin. (BM)
BM: Achtung, Achtung! Sondermeldung!
Nach dem illegalen Angriff auf alle Computersysteme durch Hacker bleibt die Situation auf
der Erde weiterhin ernsthaft. Die Cyberkriminalität wird heute als sehr bedrohlich
eingeschätzt. Durch diese Hackerattacke sind alle Errungenschaften unserer digitalisierten
Gesellschaft in kürzester Zeit vernichtet worden, was uns ins 20. Jh. zurückgeschickt hat. Die
Stromversorgung wurde schon wiederhergestellt, aber mit dem Internet hat man weltweit
ernsthafte Probleme. Die Forderungen der Hacker sind immer noch nicht bekannt und es ist
nicht klar, wie lange diese Situation dauern wird. Deshalb wurde heute im
Bildungsministerium den Entschluss gefasst, dass alle Jugendlichen wieder in die Schule
gehen. Wie jeder aus dem Geschichtsunterricht kennt, beginnt der Unterricht um 8 Uhr. Alle
Schüler und ehemaligen Lehrer werden ab morgen da erwartet.
Musik.
Die Schüler kommen in die Schule. Alle sehen verschlafen aus, aber bald sehen sie sich neugierig
um.
Sch 1: So sieht die Schule also aus. Ich habe mir alles anders vorgestellt.
Sch 2: Hör auf zu plappern! Es ist doch Mitternacht!

5
Sch 8: Ja, vor 8 Uhr in der Schule zu sein, das ist doch unmenschlich!
Sch 4: Wie haben es die damaligen Schüler bloß ausgehalten?!
Sch 1: Diese verdammten Hacker! Die haben uns einfach auf die Folter gespannt!
Sch 9: In die Schule GEHEN und dazu noch vor Sonnenaufgang!
Sch 5: Hört endlich auf zu meckern! Das ist doch total übertrieben! Ich finde die Schule
interessant! Seht euch einfach um!
Sch 8: Klassenraum 1, Klassenraum 2…
Sch 1: Und hier ein Klassenbuch…
Sch 3: Ja, früher gab‘s doch Klassen in der Schule.
Sch 2: Und wir arbeiten in Projektgruppen.
Sch 5: Jetzt aber nicht mehr. Wir sind nun eine Klasse.
Die Mathematiklehrerin (ML)kommt und alle gehen ins Klassenzimmer.
ML: Guten Morgen, Schüler.
Alle: Guten Morgen.
ML: Ich bin eure Mathematiklehrerin. Ich habe heute interessante Aufgaben für euch vorbereitet.
Schreibt bitte in die Hefte.
S 4: Hefte? Was war denn das?
S 8: Ich glaube, Sophia hat etwas in ihrem Vortrag darüber gesagt.
ML: Ja, ich hab’s mir gedacht, dass ihr keine Hefte habt und ich habe einige für euch besorgt.
Verteilt die Hefte.
S 3: Sollen wir mit kyrillischen Buchstaben schreiben?
ML: Ja, natürlich, in Bulgarien benutzen wir die kyrillische Schrift.
S 9: Hast du deinen Kuli auf Kyrillisch gestellt? Bei mir ist kein Knopf!
Sophia: Das ist doch kein Computer. Du schreibst mit der Hand!
ML: Ruhe bitte, ich diktiere:
Aus einem rechteckig ausgerollten Pizzateig werden kreisrunde Pizzaböden ausgestochen.
Die Pizzen haben den Radius12 cm. Wie groß ist der Umfang einer Pizza?
Ihr habt 10 Minuten Zeit.
Die Lehrerin geht.
S4: Man sollte besser fragen, wie groß der Umfang meines Bauches ist, nachdem ich die Pizza
gegessen habe.

6
S3: Ich habe nie daran gedacht, dass die Pizza einen Radius hat. Ich bestelle immer eine große
Pizza!
*************
Sophia: Das ist zwar lustig, was ihr alles sagt, hat aber nichts mit der neuen Situation zu tun!
S 6: Wir haben wirklich ein großes Problem! Merkt ihr nicht, dass keiner von uns die blöden
Pizza-Aufgaben lösen konnte? - Das macht für uns normalerweise immer der Computer!
Jetzt gibt es aber keinen, und wir gucken wortlos und wissen nicht, wo und was wir mit
diesem ganzen Kramm hier (zeigt auf die Schulsachen) anfangen sollen.
S 2: Stimmt! Du hast Recht! Wir sitzen nur hilflos herum. Schreiben können wir auch nicht,
weil wir nur die Tastatur-Buchstaben kennen und nie mit der Hand geschrieben haben. Ich
habe schon Blasen am Finger von diesem verrückten Kuuuugelschreiber...!
S 8: Und Rechtschreibung kennen wir auch nicht, weil der Computer automatisch alles
korrigiert hat, wir brauchten überhaupt keine Rechtschreibung- oder Grammatikregeln...
S 1: So viele Schulfächer – Geschichte, Georgafie, Chemie, Physik! Warum muss man sich
diese riesengroße Menge Information einprägen, wenn man alles, was man wissen will, im
Nu vom Computer bekommen kann.
Sophia: Jetzt gibt es aber KEINEN Computer, habt ihr vergessen? Und keiner weiß, wie lange
noch! Die Pause ist schon aus, wir müssen zum Sportunterricht gehen.

AKT 4
In der Turnhalle.
S 1: Oh, ich bin so müde! Diese kleinen Pausen reichen mir überhaupt nicht! Normalerweise
schalte ich ab, wenn ich erschöpft bin!
S 2: Jetzt können wir das aber nicht. Wir sind ja nicht online. Hoffentlich dauert das alles mit der
Schule nicht zu lange.
Sophia: Es stimmt, dass wir es viel leichter hatten – auf Knopfdruck konnte man jede Information
bekommen, die man brauchte. Aber wenn ich es mir überlege, finde ich die Schule jetzt gar
nicht so schlecht.
S 6: Ja, der Meinung bin ich auch. Die Schule ist gar nicht so schlecht!
S 2: Ach, ist das wirklich euer Ernst? Es macht euch Spaß, euch anzustrengen?!
Sophia: Sag mir, Zweti, was können wir ohne Computer? Fremdsprachen können wir nicht, von
Rechtschreibung gar nicht zu sprechen und in Mathe sind wir eine Niete! Wir sind ja total
vom Computer abhängig geworden!
S 4: Das ist doch gar nicht so schlecht!
S 9: Ja, aber nur wenn Internet und Computer funktionieren!
S 6: Und wenn nicht? Du meinst, abhängig sein ist nichts Schlechtes?!

7
S 2: zum Publikum Verteidigen sie jetzt etwa diese verdammten Hacker?! Das scheint mir
verdächtig!
Auf die Bühne kommt der Sportlehrer.
SL: Guten Tag, Schüler! Fangen wir an! Wir haben heute Ballspiele auf dem Programm.
Der Lehrer gibt den Schülern ein paar Bälle. Die Schüler holen ihre Joysticks, setzen sich und
versuchen die Bälle zu bewegen, aber es passiert nichts.
S 4: Mein Joystick funktioniert nicht!
S 8: Meiner auch!
S 9: Wie spielen wir jetzt Ball ohne Joystick?!
SL: Das kann nicht wahr sein! Habt ihr bis jetzt noch nicht richtig Ball gespielt?
S 7: Richtig schon, aber nur online.
Sophia: Das stimmt, aber nicht ganz. Wir können mit dem Ball ohne Joystick spielen.
София и Бояна започват да си перкат топката
S 2: Wo haben sie das nur gelernt? Das können wir gar nicht. Das ist verdächtig, sehr verdächtig!
Alle tanzen, Musik

AKT 5
Wieder im Klassenzimmer
S 1: Meine Großeltern haben mir erzählt, dass Fremdsprachen lernen damals in Bulgarien ein
besonderer Schwerpunkt war. Sie beide haben selbst hier, am Fotinov-Gymnasium gelernt
und waren in einer Klasse, wo intensiv Deutsch unterrichtet wurde – 20 Stunden pro
Woche!!!
S 9: Das soll grauenvoll gewesen sein...! Die armen Schüler!
S 2: Ja, sowas hat auch meine Oma mal erzählt- sie mussten jeden Tag 100 Vokabeln pauken und
jede Woche haben sie einen Lexik-Test gemacht! Könnt ihr euch das vorstellen???!!!
S 3: Und jetzt haben wir nämlich Deutsch auf dem Programm! Nur Gott weiß, was auf uns
zukommt...! Hoffentlich funktionieren wenigstens unsere Fremdsprachen-Brillen... Sonst
sind wir verloren!
S 5: Eh, Leute! Hört auf mit diesen Horror-Geschichten! Das Leben ist nicht nur Schule! Passt
jetzt auf: Morgen habe ich Geburtstag und ich gebe eine Party. Ihr seid alle herzlich
eingeladen!
S 4: Wie meinst du das? Hast du vergessen, dass es kein Internet gibt?
S 9: Die Party wird also nicht online sein.
S 5: Ich erwarte euch um 19 Uhr im Cafe hier um die Ecke.

8
S 2: Wir müssen also persönlich da erscheinen?!
S 1: Na, so was! Das ist neu für mich!
S 7: Lassen wir uns überraschen!
Die Lehrerin kommt. Alle Schüler setzen ihre Fremdsprachenbrillen auf und drücken
hektisch auf den Deutsch-Knopf
DL: Guten Morgen, Schüler! Ich bin Frau Alemanska, eure Deutschlehrerin.
Alle: Guten Morgen.
DL: zum Publikum Was ist denn hier los? Warum haben alle diese komischen Brillen
aufgesetzt?
zu den Schülern Heute übersetzen wir einen Text aus dem Bulgarischen ins Deutsche.
Hier, das sind eure Texte.
S 3: Übersetzung?! Habe ich es richtig gehört?
S 4: Verstehst du das Wort Übersetzung nicht? Soll ich es dir übersetzen?
S 6: Leute, lasst den Quatsch! Macht euch an die Arbeit!
S 7: Aber warum sollen wir das machen? Das Übersetzen ist völlig sinnlos!
S 8: Wir brauchen uns gar nicht anzustrengen. Wir haben doch unsere Fremdsprachenbrillen!
Die machen das für uns.
Всички си включват очилата. Започва да се чува странен шум – бръмчене, пукот.
Учениците са учудени, правят физиономии, не знаят какво се случва.
S 2: Was ist denn das?
S 1: Was ist hier los?!
S 4: Oooh! Was ist mit unseren Brillen passiert?
Шумът постепенно затихва.
DL: So, lesen wir jetzt. Bojana, fang bitte an!
Бояна натиска копчето на очилата и се чува превод на китайски. Всички са стъписани.
Ach du grüne Neune! Das ist doch kein Deutsch!!!
Kalojan, lies bitte!
Калоян натиска копчето на очилата и се чува превод на турски, унгарски или друг език.
Всички са стъписани.
S 5: Unsere Fremdsprachenbrillen funktionieren nicht mehr
S 6: und wir können ohne sie nicht übersetzen...

9
DL: verwirrt Fremdsprachenbrillen..., ach so..., deshalb sehen alle wie Bademeister aus!
Also hat es doch letztendlich geklappt, dass man Fremdsprachen ohne Lernen lernt!?
Und wie funktionieren diese Brillen? Ich bin wirklich neugierig.
S 5: Man setzt sich die Brille auf und dann drückt man auf den Knopf für die entsprechende
Sprache, die man in diesem Moment benutzen möchte.
S 6: So kann man sich in jeder Sprache fließend unterhalten, lesen oder übersetzen.
DL: Davon konnten wir und unsere Schüler damals nur träumen, besonders bei Lexik-
Testen... Ihr habt es jetzt leicht, aber ihr könnt auch ohne Brille übersetzen. Ihr müsst
euch nur anstrengen... Nur so könnt ihr etwas lernen.
S 6: Die heutigen Schüler wollen aber gar nicht lernen oder denken - das Denken wurde uns
abgewöhnt! Alles macht der Computer! Und ohne ihn sind wir ganz hilflos...
S 5: Es gibt zwar welche, die sich gegen diese totale Digitalisierung währen... wir beide
gehören auch dazu...
Es klingelt, alle gehen aus außer S5, S6 und die Lehrerin.
DL: Ach, so?! Ihr seid also Sophia und Bojana, nicht wahr? Ich freue mich, dass ich euch
endlich gefunden habe! Wir haben es doch geschafft!
S 5: Ja, ich bin Sophia und das ist Bojana,
S 6: aber wer sind Sie eigentlich?
DL: Ich gehöre zu der Weltorganisation der Weißen Hacker, die gegen diese globale
Digitalisierung und Ersetzung der Menschen durch Roboter und der menschlichen
Gefühle durch sinnlose, inhaltsleere Begriffe kämpft. Ich bin für Bulgarien zuständig und
meine Aufgabe war, Schüler wie dich aufzusuchen und an unsere Seite anzuziehen...
S 6: Aber Frau Alemanska, wie soll das alles weitergehen? Die heutige Welt kann nicht gar
ohne Computer funktionieren.
S 5: Außerdem haben die neuen Technologien ihre großen Vorteile...
DL: Ja, natürlich, ihr habt Recht. Unsere Idee ist auch nicht, die Errungenschaften und
Erfindungen der neuen Zeit durchzustreichen und euch Schüler ein Jahrhundert zurück zu
versetzen. Wir möchten aber euch wieder zum Denken bringen und beweisen, dass die
Menschen und ihre Gefühle und Beziehungen wichtiger und wertvoller sind, als die
Roboter...
S 6: : Wie können wir das alles unseren Mitschülern erklären?
DL: Alles mit seiner Zeit. Seid nicht ungeduldig. Wir wissen, was und warum wir es
machen...
Musik.

10
AKT 6

Im Cafe
S 5 erwartet ihre Gäste und ist ziemlich unruhig, weil sie selbst nicht weiß, wie eigentlich eine
Geburtstagsparty - live aussehen soll. Sie ruft die Deutschlehrerin an und bittet sie um Hilfe.
Sophia: (ein ganz altes Telefonapparat) Hallo! Frau Alemanska, guten Tag! Hier ist Sophia! Ich
brauche Ihre Hilfe. Ich habe heute Geburtstag und habe meine ganze Klasse eingeladen,
aber ich weiß nicht ganz genau, was ich machen muss, wie wir feiern sollen – wir haben
es immer über Internet gemacht... Können Sie mir bitte helfen!
DL: (vor sich)Arme Kinder! Ja, Sophia, deine Einladung ist wirklich sehr rührend! Ich
komme gleich!
Die Schüler kommen ins Cafe, setzen sich still, wie im Kino und gucken erwartungsvoll zu Sophia.
Die Tür wird laut aufgemacht und die Lehrerin kommt mit einer Torte und Luftballons.
DL: (singt) Zum Geburtstag viel Glück... (alle erschrecken)
S 7: Was macht sie denn hier? Haben sie damals mit den Lehrern gefeiert...? Das ist doch
blöd!
Die Lehrerin. umarmt Sophia und versucht die anderen zum Singen zu bringen.
DL: Hoch soll sie leben, hoch, hoch hoch! Na, singt mit! Das gehört immer zu einer
Geburtstagsparty! Die Schüler versuchen mitzusingen... Ja! Ihr könnt doch gut singen!
Wir zünden jetzt die Kerzen der Geburtstagstorte an... (zündet die Kerzen)
S 9: Das gibt´s doch nicht! Die Feuerwehr soll gleich kommen!
S 2: Wenn es dir nicht gefällt, dann gehe! Sonst halt´ deinen Mund zu und hör auf zu
meckern! Es wird so spannend... Hast du jemals sowas erlebt? Gut, dass wir gekommen
sind!
DL: So, und jetzt wünscht sich Sophia etwas und pustet die Kerzen ab und wir singen in
dieser Zeit, damit ihr Wunsch in Erfüllung geht! Drei, vier! Alle singen
S 1: Das war doch lustig... Ich habe nie so ...zusammen mit anderen gesungen... klingt doch
gut!
DL: Ja, es wird immer lustiger... Und jetzt tanzen wir! Das gehört auch zu einer
Geburtstagsparty!
S 7: Das ist nicht Ihr Ernst! Wir können nicht tanzen!
DL: Ihr braucht es auch nicht zu können! Lasst die Musik euch führen! Folgt dem
Rhythmus...bewegt euch und spürt das Zusammensein! So geht das – zeigt paar wilde
Schritte vor
Alle machen nach, zuerst sehr unentschlossen, dann immer sicherer und lachen glücklich,
allmählich sind alle von der guten Stimmung des Tanzens besessen.
S 3: Diese Party ist klasse!
S 8: Ja, ganz toll!
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S 9: Ich hab nicht gedacht, dass ich mich so wohl fühlen werde!
S 4: Es ist fantastisch, dass wir zusammen sind!
S 7: Ja, das ist ein super Gefühl! Ich glaube, ich bin richtig glücklich!
S 3: Glücklich, ja! Das ist Glück!
S 1: macht den Roboter nach Glück ist eine angenehme und freudige Gemütsverfassung, ein
Zustand innerer Befriedigung und Hochstimmung.
S 2: Lass den Quatsch! Glück ist das, was wir im Moment empfinden! Das Zusammensein,
das Gefühl dazuzugehören, die Freundschaft…
S 6: Es war doch absurd, dass ein gefühlloser Roboter versucht hat, uns Glück beizubringen
/zu erklären /
S 5: Von nun an feiern wir immer zusammen und nicht wie bis jetzt über Internet.
DL: Ist das wahr, was ich gerade gehört habe? Das macht mich wirklich glücklich! Das war ja
das Ziel unserer Organisation! Wir sind gegen diese globale Digitalisierung und
Ersetzung der Menschen durch Roboter. Wir wollen euch, junge Menschen, wieder zum
Denken bringen und beweisen, dass die Menschen wichtiger sind, als die Roboter... Das
war das Ziel der Hackerattacke, nicht Gelderpressung, wie die Medien berichten. Seid ihr
sicher, dass ihr ohne Computer und Internet leben könnt?
S 4: Aber Frau Alemanska, übertreiben Sie doch nicht! Das ist in der heutigen Zeit
unmöglich!
S 3: Und weiter so jeden Tag in die Schule gehen?! Nein, danke!
DL: Ja, ja, das war nur ein Scherz. Wir sind nicht gegen den Fortschritt. Aber die Welt darf
nicht von Robotern regiert werden! Die Menschen sollen ihre Menschlichkeit bewahren,
Gefühle empfinden und sie miteinander teilen! Und einfach … glücklich sein!

ENDE

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