Forschungsbericht
der
Otto-Friedrich-Universität
Bamberg
2004
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Impressum/Mediadaten
Herausgeberin
Die Prorektorin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Otto-Friedrich-Universität Bamberg,
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz
Tel. 0951/863-0; Fax: 0951/863-1005; E-Mail: [Link]@[Link]
Koordination
Zentralverwaltung, Referat I/2 C
Kontakt: Tel. 0951/863-1022; E-Mail: [Link]@[Link]
Datengrundlage
Online-„Forschungsbericht der Universität“ im Universitätsinformationssystem UnivIS,
Archivierungsstand: 04.08.2004.
Die jeweils aktuelle Version ist erreichbar unter URL: [Link]
Forschungs-, Personen- und Einrichtungsdaten
Online-dezentral, eigenverantwortliche Eingabe und Aktualisierung durch alle Einrichtungen der Universität
Bamberg; jede Einrichtung verfügt über mindestens einen schreibberechtigten UnivIS-Benutzer.
Cover
Skizze des Dominikanerklosters von Prof. Dr. Rainer Drewello
Erscheinungszeitraum
im 3jährigen Rhythmus
Auflage
425 CD-ROM
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Vorwort
Der vorliegende Forschungsbericht basiert auf dem Datenbestand des Universitätsinformations-
systems UnivIS der Otto-Friedrich-Universität Bamberg vom 4. August 2004. Aktuelle For-
schungsinformationen sind jederzeit unter der Adresse [Link]
abrufbar.
Nach dem Bayerischen Hochschulgesetz (Art. 9 BayHSchG) sind die Universitäten verpflichtet,
Forschungsberichte zu erstellen. Seit 1995 wird der Forschungsbericht der Universität nicht ins
Netz gestellt, sondern im Netz hergestellt, d.h. der gedruckte Forschungsbericht ist eine Aus-
wertung dieses Informationssystems. Die direkte Erfassung und Pflege der Forschungsberichte
durch die forschenden Einrichtungen der Universität erlaubt die Aktualisierung nach Bedarf. Un-
abhängig von bestimmten Publikationsintervallen und definierten Berichtszeiträumen können
die Teilberichte nach gegebenem Anlass (z.B. Bewilligung von Drittmitteln, Beginn oder Been-
digung eines Projekts) aktualisiert werden. Der auf diese Weise erstellte Forschungsbericht der
Universität ist im Internet ständig verfügbar. Die Verantwortung für inhaltliche Qualität, Aktua-
lität, Vollständigkeit etc. liegt ausschließlich bei den forschenden Einrichtungen der Universität.
Die Zentralverwaltung kann lediglich die Funktion eines organisierenden Moderators überneh-
men und Hilfestellung beim Gebrauch des zugrunde liegenden Informationssystems überneh-
men. Zentrale redaktionelle Tätigkeiten entfallen.
Die Verwendung des Informationssystems UnivIS gewährleistet ein Mindestmaß an Homogeni-
tät des Berichts. Nach einer allgemeinen Selbstdarstellung können Informationen u.a. zu For-
schungsschwerpunkten, forschungsrelevanter apparativer Ausstattung, Kooperationsbeziehun-
gen, ferner zu wissenschaftlichen Tagungen und Veröffentlichungsreihen gegeben werden. Es
folgen konkrete einzelne Forschungsprojekte, auch mit bereits vorhandenen Veröffentlichun-
gen, die den Projekten zugeordnet werden können. Eine Liste projektunabhängiger Publikatio-
nen komplettiert den Forschungsbericht.
Probleme, Anregungen und Kritik bitten wir der Betreuerin des Forschungsberichts, Frau Dipl.-
Germ. Angelika Bullin (E-Mail: [Link]@zuv. [Link]), zukommen zu lassen.
Die in UnivIS präsentierten Forschungsinformationen verstehen sich als Eingang in weiterfüh-
rende Informationen, als Exzerpt der Forschung an den forschenden Organisationseinheiten; sie
erheben nicht den Anspruch, sämtliche Forschungsaspekte in allen Detailfragen abzudecken.
Für weiterführende Informationen sind die Organisationseinheiten zum großen Teil per Link er-
reichbar.
Darüber hinaus ist deutlich darauf hinzuweisen, dass die Struktur dieses an den Hochschulen
Tradition gewordenen Forschungsberichtes auf der Ebene der forschenden Einrichtungen bleibt.
Er enthält naturgemäß keine Analyse des Funktionsbereiches Forschung mit seinen Strukturpro-
blemen aus der Lage der Fächer und Komplementärfächer und ihrer Organisation, der Ansätze
zur Schwerpunktbildung und Profilierung, der Drittmittelquoten, des Wissenstransfers, der Me-
thoden und Verfahren zur Optimierung des Funktionsbereiches Forschung und Förderung des
wissenschaftlichen Nachwuchses. Solche Analysen sind immer notwendige Grundlage der Wil-
lensbildung und Lenkung der Hochschule. Teilweise sind sie Gegenstand der Hochschulentwick-
lungsplanung.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Der Forschungsbericht aus der Sicht der forschenden Einheiten ist dagegen ein erster Suchein-
stieg für alle, die sich für die Forschung an der Universität, ihrer Organisationseinheiten oder die
ihrer Wissenschaftler interessieren und öffnet den Zugang zu den Forschungsaktivitäten an der
Universität Bamberg. Zum ersten Mal erscheint er 2004 ausschließlich in digitaler Form.
Mein Dank geht an alle Kolleginnen und Kollegen, die es der Universität Bamberg ermöglicht
haben, mit der vorliegenden Fülle an Informationen ihrer Berichtspflicht Genüge zu tun.
Bamberg, im August 2004
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz
Prorektorin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Bamberg
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Fakultät Katholische Theologie
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863-1701 Fax.: 0951/863-1182
E-Mail: dekanat@[Link]
Dekan: Die Fakultät Katholische Theologie ist der älteste Teil der Otto-Fried-
Prof. Dr. Heinz-Günther rich-Universität. Sie geht in ihren Anfängen auf die durch Kaiser
Schöttler Heinrich II. gegründete Bamberger Domschule zurück, die zur Her-
Dekanatssekretariat:
Ruth Haberl anbildung von Klerikern im Dienst der Kirche und des Kaisers be-
Prodekanin: stimmt war. Es folgte die Gründung des "Seminarium Ernestinum",
Prof. Dr. Marianne des Priesterseminars mit angeschlossener akademischer Ausbil-
Heimbach-Steins dung, durch Fürstbischof Ernst von Mengersdorf im Jahr 1586 im
Studiendekan:
früheren Karmelitenkloster, dem heutigen Rathaus am Maxplatz. Im
Prof. Dr. Klaus Bieberstein
Jahr 1610 übernahmen die Jesuiten das Seminar, das 1647 durch
Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg zur "Academia Ottonia-
na" erhoben wurde. Nach Aufhebung des Jesuitenordens (1773) ge-
hörte die Fakultät bis zur Säkularisation 1802/03 zur "Universitas
Ottoniana Fridericiana", die inzwischen auf vier Fakultäten vergrö-
ßert war. Nach deren Auflösung bestanden die Philosophie und
Theologie als "Lyzeum" weiter. 1923 wurde das "Lyzeum" zur Philo-
sophisch-Theologischen Hochschule, die 1972 mit der Pädagogi-
schen Hochschule zur Gesamthochschule Bamberg vereinigt wurde
und mit dieser 1979 in die Universität Bamberg überging.
Theologie als Wissenschaft fragt mit wissenschaftlichen Methoden
und in der Sprache der Wissenschaft nach Gott, nach der Offenba-
rung Gottes in der Geschichte, nach den geschichtlich und kulturell
gewachsenen Ausdrucksgestalten des Glaubens, nach den Konse-
quenzen für das Denken und Handeln der Menschen, für die Praxis
und die institutionelle Ordnung von Kirche und Gesellschaft. Theo-
logie ist ein unaufgebbares Element des geistes- und kulturwissen-
schaftlichen Fächerspektrums; sie versteht sich in diesem
interdisziplinären Zusammenhang als Sinnwissenschaft, die heraus-
gefordert ist, unterschiedliche Frageansätze und Perspektiven zu in-
tegrieren. Als biblische, historische, systematische und praktische
Theologie arbeitet sie mit dem ganzen Methodenspektrum der Gei-
stes- und Kulturwissenschaften.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Biblische und Historische Theologie
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863 1712 Fax.: (0951) 863 1182
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:: Das »Alte« oder »Erste Testament« ist nicht einfach ein Buch, son-
Prof. Dr. Klaus Bieberstein dern eine Bibliothek sehr unterschiedlicher Werke, das Dokument
wiss. Mitarbeiterin: eines mehrhundertjährigen Ringens um eine angemessene Rede
Dr. theol. Barbara Schmitz
Privatdozent: von Gott und der menschlichen Erfahrung und als »Heilige Schrift«
PD Dr. Martin Mulzer für Judentum und Christentum (und indirekt auch für den Islam) die
Sekretariat: Basis ihres Glaubens und Weltverstehens. Die Exegese des »Ersten«
Christine Schurat oder »Alten Testaments« versucht, dieses Ringen mit einem Reper-
studentische Hilfskräf-
toire reflektierter Methoden, wie sie auch in anderen Literaturwis-
te:
Janina Hiebel senschaften angewendet werden, Text um Text, Buch um Buch,
Claus Jungkunz aufzuzeigen. Dabei bedient sie sich der Erkenntnisse benachbarter
kulturwissenschaftlicher Disziplinen (Philosophie, Archäologie, Ge-
schichts- und Sozialwissenschaften), nimmt Teil am interdisziplinä-
ren Dialog der Universität und bereitet ihre Erkenntnisse auf, damit
sie auch von systematisch-theologischen Disziplinen (Fundamental-
theologie, Dogmatik, Ethik) in eine heute verantwortbare Rede von
Gott integriert werden können.
Forschungsschwerpunkte
• Geschichte und Archäologie Jerusalems
• Sinnfiguren der Theodizee
• Geschichtsschreibung und Identitätsbildung in nachexilischer Zeit
(Chr, Esr, Neh, Rut)
Kooperationsbeziehungen
• Dr. Hanswulf Bloedhorn, German Protestant Institute of Archaeolo-
gy, Jerusalem
• Prof. Dr. Michael Bongardt, FU Berlin
• Prof. Dr. Othmar Keel, PD Dr. Christoph Uehlinger, Prof. Dr. Max
Küchler, Universität Freiburg Schweiz
• Dr. Robert Schick, Henry-Martyn-Institute, Hyderabad, Indien
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Die Geburt des Jüngsten Gerichts. Die Entstehung der Eschatologie im AT
Projektleitung: Die Vorstellung eines »Jüngsten Gerichts« mit einer Auferstehung
Prof. Dr. Klaus Bieberstein der Toten verbindet die drei monotheistischen Religionen Judentum,
Beteiligte: Christentum und Islam. Dieser Vorstellungskreis ist aber nicht »ort-
Prof. Dr. Klaus Bieberstein
Stichwörter: los« entstanden, sondern hat sich in einer engen Auseinanderstzung
Geschichtstheorie; Escha- mit der kultursemiotischen Codierung der Täler und Höhen Jerusa-
tologie; Tod; Jüngstes Ge- lems entfaltet.
richt
Laufzeit: 15.8.1995 - Ausgangspunkt der Untersuchungen ist zunächst eine »Kritik escha-
15.8.1998 tologischer Rede« im Anschluß an Ernst Cassirer als Erhebung der
Kontakt: Rahmenbedingungen der Rede vom Jüngsten Gericht: Es geht um
Prof. Dr. Klaus Bieberstein symbolische Formen als Ordnungsmuster von Erfahrung, um mythi-
Tel.: (0951) 863 1712,
Fax: 8631182, E-
schen Raum und mythische Zeit und um sinnstiftende Orientierung.
Mail: [Link]@ Denn in einer Geschichte kann von »Sinn« nur die Rede sein, wenn
[Link] ein Ereignis im Rahmen eines größeren Zusammenhanges gesehen
wird, und so liegt der indispensable Wert eschatologischer Rede dar-
in, einer Geschichte »Sinn« zu vermitteln.
Der erste Schwerpunkt der Untersuchung beschreibt die Geburt der
Vorstellung des Jüngsten Gerichts als einer spezifisch biblischen
Sicht der Zeit, wonach die Geschichte nicht endlos ist, sondern auf
ein Jüngstes Gericht mit der Auferstehung der Toten zuläuft. Dabei
wurde sowohl die Vorstellung des Jüngsten Gerichts über die Welt
als auch die Erwartung, daß der Tod nicht das letzte Wort hat und
das Gericht über die Welt auch die Auferstehung der Toten ein-
schließt, erst langsam in einem mühsamen Prozeß errungen und
ausformuliert - in einem Prozeß, der sich von frühesten Schriftpro-
pheten bis zur Apokalyptik der hellenistischen Zeit nachzeichnen
läßt.
Der zweite Schwerpunkt ist der schrittweisen Verräumlichung der
Zukunftserwartungen und Vergegenwärtigung der entstehenden
Vorstellung des Jüngsten Gerichts in der Landschaft Jerusalems ge-
widmet. Denn jüdische, christliche und muslimische Bewohnerinnen
und Bewohner Jerusalems verbanden über Jahrhunderte ihre Erwar-
tung eines kommenden Jüngsten Gerichts mit den Tälern und Hü-
geln in der engsten Umgebung der Stadt und lokalisierten Optionen
ausstehenden Heils nicht nur als Ziel der allgemeinen Geschichte
auf der Achse der Zeit, sondern vergegenwärtigten sie auch im
Raum, im topographischen Horizont der täglichen Erfahrung, wo-
durch dieser in einem Spiegeleffekt zu einer kollektiven Erinne-
rungslandschaft des noch Ausstehenden wurde.
Publikationen
1. Bieberstein, Klaus: Der0XX
lange Weg zur Auferstehung der Toten. Eine Skizze zur Entstehung
der Eschatologie im Alten Testament . In: Bieberstein, Sabine ; Kosch, Daniel (Hrsg.) : Auf-
erstehung hat einen Namen. Biblische Anstöße zum Christsein heute. Luzern : Edition Exo-
dus, 1998, S. 3-16.
2. Bieberstein, Klaus: Der Ort des Jüngsten Gerichts. Die Entstehung der eschatologischen Er-
innerungslandschaft Jerusalems . Freiburg Schweiz, Universität Freiburg Schweiz, Habil-
Schr., 1998. - 211 Seiten.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Bieberstein, Klaus: Die Pforte der Gehenna. Die Entstehung der eschatologischen Erinne-
rungslandschaft Jerusalems . In: Janowski, Bernd ; Ego, Beate (Hrsg.) : Himmel - Erde -
Unterwelt. Neue Forschungen zur biblischen Kosmologie. Tübingen : Mohr Siebeck, 2001,
(Forschungen zum Alten Testament), S. im Druck.
4. Bieberstein, Klaus: Leben mit dem Tod - Leben gegen den Tod. Der Umgang mit dem Tod
im Alten Israel . In: Welt und Umwelt der Bibel 27 (2003), S. 4-11
5. Bieberstein, Klaus: »Wirst du an den Toten Wunder tun?« Zur Frage der Auferstehung der
Toten nach dem Alten Testament (Ps 88,11-12) . In: Bauer, Dieter ; Bieberstein, Sabine ;
Boesch, Angelika (Hrsg.) : Bitte stolpern! Schwierige Texte der Bibel. Stuttgart : Katholi-
sches Bibelwerk, 2003, S. 46.
Geschichtsschreibung und kollektive Identitätsbildung im AT
Projektleitung: Geschichten ziehen Grenzen. Sie grenzen aus, beziehen ein und
Prof. Dr. Klaus Bieberstein verleihen einer Erzählgemeinschaft Profil. Diese Funktion von Ge-
Stichwörter: schichten zur Bildung kollektiver Identitäten wird in unterschiedli-
Geschichtstheorie; kollek-
tive Identität; Esra; Nehe- chen Situationen und unterschiedlichen Bedürfnislagen unterschied-
mia; Rut lich in Anspruch genommen.
Laufzeit: 1.1.2001 -
Eine solche Situation - eine Bedürfnislage, in der es literarisch pro-
31.12.2006
Kontakt: duktiven Kreisen nötig erschien, Grenzen zu ziehen, um ein- und
Prof. Dr. Klaus Bieberstein auszuschließen - war in Juda und Jerusalem in nachexilischer Zeit
Tel.: (0951) 863 1712, gegeben.
Fax: 8631182, E-
Mail: [Link]@ Denn auf der einen Seite war es (entgegen der biblischen Erzäh-
[Link] lung) der lokalen Bevölkerung von Juda und Jerusalem zu Beginn
der achämenidischen Herrschaft gelungen, den Tempel wiederauf-
zubauen.
Auf der anderen Seite war (ebenfalls entgegen der biblischen Erzäh-
lung) erst Jahrzehnte später eine nennenswerte Gruppe ehemaliger
Exulanten aus Babylonien nach Jerusalem zurückgekehrt und hatte
ihre eigenen Vorstellungen davon mitgebracht, was es heiße, Jude
oder Jüdin zu sein.
Die Begegnung beider Gruppen und ihre langsame Verschmelzung
ging nicht ohne Spannungen vonstatten, und es war auch Genera-
tionen nach dem Tempelbau der einen und der Heimkehr der ande-
ren Gruppe schwierig, ihre unterschiedlichen Lebensgeschichten
und Retrospektiven miteinander zu verbinden und zu einer homoge-
nen, erzählbaren Geschichte zu »verdichten«. Und doch wurde in
Esr 1-6 ein solcher Versuch unternommen - ein anstößiger Versuch
mit Ecken und Kanten, dessen Erzählstrategie schon innerhalb der
biblischen Literatur auf energischen Widerspruch stieß.
Dieser Widerspruch wird - in Gegengeschichten vorgetragen - etwa
am Beispiel der Rut-Novelle, in den späten Redaktionen der Prophe-
tenbücher oder in Fortschreibungen der Bundestheologien greifbar,
in denen die Grenzen der Gemeinde nicht über die Abstammung
(primordiale Codierung), sondern über gemeinsame Traditionen
(traditionale Codierung), vor allem aber über gemeinsam geteilte
Optionen (universalistische Codierung) definiert werden.
So geht es in diesem laufenden Forschungsschwerpunkt einerseits
um eine literatur- und sozialgeschichtliche Rekonstruktion dieses
Ringens um die kollektive Identität der judäischen Gemeinde in
achämenidischer und frühhellenistischen Zeit, darüber hianus aber
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
auch um die grundlegender Frage nach unterschiedlichen Modellen
der Codierung kollektiver Identitäten, zu denen Prof. Dr. Bernhard
Giesen (Universität Konstanz) aus soziologischer Sicht interessante
Vorarbeiten geleistet hat, die in der theologischen Forschung aufge-
nommen werden müssen.
Publikationen
1. Bieberstein, Klaus: Was0XXes heisst, Jerusalems Geschichte(n) zu schreiben. Arbeit an der
kollektiven Identität . In: Konkel, Michael ; Schuegraf, Michael (Hrsg.) : Provokation Jeru-
salem. Eine Stadt im Schnittpunkt von Religion und Politik. Münster : Aschendorff, 2000,
(Jerusalemer Theologisches Forum Bd. 1), S. 16-69. - ISBN 3-402-07500-8. ISSN 1439-
4634
2. Bieberstein, Klaus: Geschichten ziehen Grenzen. Esra, Nehemia und Rut im Streit .
In: Küchler, Max ; Reinl, Peter (Hrsg.) : Randfiguren in der Mitte. Hermann-Josef Venetz
zu Ehren. Freiburg Schweiz : Paulusverlag, 2003, S. 33-47.
3. Bieberstein, Klaus: Grenzen definieren. Israels Ringen um Identität . In: Kügler, Joachim
(Hrsg.) : Impuls oder Hindernis? Mit dem Alten Testament in multireligiöser Gesellschaft.
Beiträge des Internationalen Bibel-Symposions Bayreuth (Internationales Bibel-Symposion
(ISB.B) Bayreuth 27-29.09.2002). Münster : Lit, 2004, S. 59-72. (bayreuther forum TRAN-
SIT 1)
Jerusalem. Geschichte und Archäologie
Beteiligte: Jerusalem ist für die alttestamentliche Forschung nicht nur eine von
Prof. Dr. Klaus Bieberstein vielen Städten in Juda. Vielmehr ist in ihr als Schmelztiegel ver-
Dr. Hanswulf Bloedhorn schiedener Bewegungen der größte Teil des Alten Testaments ent-
Dr. Robert Schick
Beginn: 1.1.1997 standen, und selbst die nachbiblische Geschichte der Stadt ist bis
Mitwirkende Institutio- hin zum Bau des Felsendomes am Ort des ehemaligen biblischen
nen: Tempels als eine konfessionsübergreifende Rezeptionsgeschichte
German Protestant Insti- der Zionstheologie zu begreifen. Daher kommt der Erforschung die-
tute of Archaeology, Jeru-
ser Stadt eine für die biblische Theologie und ihre konfessionsüber-
salem;
Henry-Martyn-Institute, greifende Rezeptionsgeschichte im wörtlichen Sinne »grundlegen-
Hyderabad, Indien de« Bedeutung zu.
1994 erschien im »Tübinger Atlas des Vorderen Orients« (gefördert
von der Deutschen Forschungsgemeinschaft) ein dreibändiges
Handbuch zur Geschichte und Baugeschichte Jerusalems von Klaus
Bieberstein (heute Bamberg) und Hanswulf Bloedhorn (heute Jeru-
salem). Dieses basiert auf einem Katalog von über 1.200 Ortslagen
mit (soweit erfasst) sämtlichen Inschriften - vom Chalkolithikum bis
zur Frühzeit der osmanischen Herrschaft.
Nun geht es, nunmehr in Zusammenarbeit mit Robert Schick (heute
Hayderabad), um eine Fortschreibung des Projekts in dreifacher
Hinsicht. Erstens wurde aufgrund umfangreicher Vorarbeiten (1998-
2000 gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung
der wissenschaftlichen Forschung) eine umfassende Dekonstruktion
des biblischen Bildes der Geschichte Jerusalems fällig. Zweitens ha-
ben insbesondere die Grabungen am Südost-Hügel (Ronny Reich
und Eli Shukron) zu einer tiefgreifenden Revisionen der vorliegen-
den Thesen zur Baugeschichte geführt. Drittens wurde aufgrund
neuerer Surveytätigkeiten im Bereich der Altstadt eine erhebliche
Ausweitung der Dokumentation möglich und nötig.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Diese Fortschreibung wird in Form einer um 60 % erweiterten, nun-
mehr englischen Nauauflage erfolgen. Ob sie nochmals in konven-
tioneller Buchform (mit über 2000 Seiten) oder, zumindest
teilweise, als Datenbank (mit Photographien und Plänen) auf DVD
erscheint, wird gegenwärtig geprüft.
Vorarbeiten gehen ein in den wissenschaftlichen Reiseführer »Orte
und Landschaften der Bibel« von Othmar Keel und Max Küchler
(Freiburg Schweiz).
Publikationen
1. Bieberstein, Klaus ; Bloedhorn,
0XX Hanswulf: Jerusalem. Grundzüge der Baugeschichte vom
Chalkolithikum bis zur Frühzeit der osmanischen Herrschaft . Wiesbaden : Dr. Ludwig Rei-
chert-Verlag, 1994 (Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients, Reihe B (Geistes-
wissenschaften) Bd. 100,1-3) . - 1250 Seiten. ISBN 3-88226-671-6
2. Bieberstein, Klaus: Was es heisst, Jerusalems Geschichte(n) zu schreiben. Arbeit an der
kollektiven Identität . In: Konkel, Michael ; Schuegraf, Michael (Hrsg.) : Provokation Jeru-
salem. Eine Stadt im Schnittpunkt von Religion und Politik. Münster : Aschendorff, 2000,
(Jerusalemer Theologisches Forum Bd. 1), S. 16-69. - ISBN 3-402-07500-8. ISSN 1439-
4634
3. Bieberstein, Klaus: St. Julian oder St. Johannes Evangelista? Zur historischen Identifizie-
rung einer neuentdeckten Kreuzfahrerkirche in der Altstadt Jerusalems . In: Zeitschrift des
deutschen Palästinavereins 103 (1987), S. 178-184
4. Bieberstein, Klaus ; Bieberstein, Sabine: St. Thomas Alemannorum oder St. Peter ad Vin-
cula? Zur historischen Identifizierung einer neuentdeckten Kreuzfahrerkirche in der Altstadt
Jerusalems . In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins 104 (1988), S. 152-161
5. Bieberstein, Klaus: Die Porta Neapolitana, die Nea Maria und die Nea Sophia in der Neapolis
von Jerusalem. Beobachtungen zur Baugeschichte Jerusalems in byzantinischer und früh-
arabischer Zeit . In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins 105 (1989), S. 110-122
6. Bieberstein, Klaus: Jerusalem. Baugeschichte, I. Von der frühen Bronzezeit bis zur Zerstö-
rung durch Nebukadnezar II. (3100-587/586 [Link].) . In: Tübinger Atlas des Vorderen Ori-
ents. Wiesbaden : Ludwig-Reichert-Verlag, 1992, S. Karte B IV 7 I.
7. Bieberstein, Klaus: Jerusalem. Baugeschichte, III. Vom Wiederaufbau in hadrianischer Zeit
bis zum Vorabend der Kreuzzüge (117 - 1099 n. Chr.) . In: Tübinger Atlas des Vorderen
Orients. Wiesbaden : Ludwig-Reichert-Verlag, 1992, S. Karte B IV 7 III.
8. Bieberstein, Klaus ; Burgoyne, Michael Hamilton: Jerusalem. Baugeschichte, IV. Von der
Ankunft der Kreuzfahrer bis in frühosmanische Zeit (1099 - um 1750 n. Chr.) . In: Tübinger
Atlas des Vorderen Orients. Wiesbaden : Ludwig-Reichert-Verlag, 1992, S. Karte B IV 7 IV.
9. Bieberstein, Klaus: Der Gesandtenaustausch zwischen Karl dem Großen und Harun ar-Ra-
sid und seine Bedeutung für die Kirchen Jerusalems . In: Zeitschrift des Deutschen Palästi-
na-Vereins 109 (1993), S. 152-173
10. Bieberstein, Klaus: Die Hagia Sion in Jerusalem. Zur Entwicklung ihrer Traditionen im Spie-
gel der Pilgerberichte . In: J. Engemann ; E. Dassmann (Hrsg.) : Akten des XII. Internatio-
nalen Kongresses für Christliche Archäologie (XII. Internationaler Kongress für Christliche
Archäologie Bonn 22.-28. September 1991). Bd. 1. Münster : Aschendorff, 1995, S. 543-
551. (Jahrbuch für Antike und Christentum Bd. Ergänzungsband 20)
11. Bieberstein, Klaus: »Heiliges Grab« . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. IV, 3. Aufl.
Freiburg : Herder, 1995, S. 1320-1321.
12. Bieberstein, Klaus: Rez. zu Andreas Külzer, Peregrinatio graeca in Terram Sanctam. Studi-
en zu Pilgerführern und Reisebeschreibungen über Syrien, Palästina und den Sinai aus by-
Seite 10
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
zantinischer und metabyzantinischer Zeit (Studien und Texte zur Byzantinistik 2; Frankfurt
1994) . In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins 112 (1996), S. 187-190
13. Bieberstein, Klaus: Theologie in Stein. Die Geschichte der Grabeskirche . In: Welt und Um-
welt der Bibel 1 (1996), S. 35-43
14. Bieberstein, Klaus: Blickkontakte mit den Toten. Beobachtungen zur Lage der Gräberfelder
Jerusalems . In: Archäologie in Deutschland 13,2 (1997), S. 12-17
15. Bieberstein, Klaus: Der Tunnel von Jerusalem. Das Spiel mit dem Feuer . In: Welt und Um-
welt der Bibel 4 (1997), S. 70-77
16. Bieberstein, Klaus: »Ofel« . In: Neues Bibel-Lexikon. Bd. Lieferung 11. Zürich : Benziger,
1997, S. 10.
17. Bieberstein, Klaus: »Ölberg« . In: Neues Bibel-Lexikon. Bd. Lieferung 11. Zürich : Benzi-
ger, 1997, S. 7-10.
18. Bieberstein, Klaus: Der Ort des Jüngsten Gerichts. Die Entstehung der eschatologischen Er-
innerungslandschaft Jerusalems . Freiburg Schweiz, Universität Freiburg Schweiz, Habil-
Schr., 1998. - 211 Seiten.
19. Bieberstein, Klaus: Sancta Maria latina. Ein Erbe, das verpflichtet . In: Karl-Heinz Ronecker
; Jens Nieper ; Thorsten Neubert-Preine (Hrsg.) : Dem Erlöser der Welt. Festschrift zum
hundertjährigen Jubiläum der Einweihung der evangelischen Erlöserkirche in Jerusalem.
Leipzig : Evangelische Verlagsanstalt, 1998, S. 17-36.
20. Bieberstein, Klaus: »Jerusalem« . In: Der Neue Pauly. Bd. V. Stuttgart : Metzler, 1998,
S. 901-909.
21. Bieberstein, Klaus: »Rogel-Quelle« . In: Neues Bibel-Lexikon. Bd. Lieferung 12. Zürich :
Benziger, 1998, S. 376.
22. Bieberstein, Klaus: Des lieux de mémoire de l’Évangile . In: Le monde de la Bible 122
(1999), S. 37-40
23. Bieberstein, Klaus: Ein Netz der Erinnerungen. Das Evangelium wird begehbar . In: Welt
und Umwelt der Bibel 16 (1999), S. 33-37
24. Bieberstein, Klaus: »Schiloah« . In: Neues Bibel-Lexikon. Bd. Lieferung 13. Zürich : Benzi-
ger, 1999, S. 476-478.
25. Bieberstein, Klaus: »Gethsemane« . In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Bd. III.
Tübingen : Siebeck Mohr, 2000, S. 881.
26. Bieberstein, Klaus: »Golgotha« . In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Bd. III.
Tübingen : Siebeck Mohr, 2000, S. 1080.
27. Bieberstein, Klaus: »Hakeldamach« . In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Bd. III.
Tübingen : Siebeck Mohr, 2000, S. 1385-1386.
28. Bieberstein, Klaus: »Heiliges Grab, I. Archäologisch« . In: Religion in Geschichte und Ge-
genwart. Bd. III. Tübingen : Siebeck Mohr, 2000, S. 1565-1567.
29. Bieberstein, Klaus: Die Pforte der Gehenna. Die Entstehung der eschatologischen Erinne-
rungslandschaft Jerusalems . In: Janowski, Bernd ; Ego, Beate (Hrsg.) : Himmel - Erde -
Unterwelt. Neue Forschungen zur biblischen Kosmologie. Tübingen : Mohr Siebeck, 2001,
(Forschungen zum Alten Testament), S. im Druck.
30. Bieberstein, Klaus: »Jerusalem, IV. Alte Kirche« . In: Religion in Geschichte und Gegen-
wart. Bd. IV. Tübingen : Siebeck Mohr, 2001, S. 437-438.
31. Bieberstein, Klaus: »Jerusalem, VIII. Archäologie« . In: Religion in Geschichte und Gegen-
wart. Bd. IV. Tübingen : Siebeck Mohr, 2001, S. 442-448.
32. Bieberstein, Klaus: »Teiche« . In: Neues Bibel-Lexikon. Bd. Lieferung 14/15. Zürich : Ben-
ziger, 2001, S. 797-798.
Seite 11
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
33. Bieberstein, Klaus: »Walkerfeld« . In: Neues Bibel-Lexikon. Bd. Lieferung 14/15. Zürich :
Benziger, 2001, S. 1085.
34. Bieberstein, Klaus: »Wasserversorgung« . In: Neues Bibel-Lexikon. Bd. Lieferung 14/15.
Zürich : Benziger, 2001, S. 1066.
35. Bieberstein, Klaus: Auf Pilgerspuren. Ein Spaziergang durch das Jerusalem der Kreuzfahrer
. In: Welt und Umwelt der Bibel 29 (2003), S. 8-13
36. Bieberstein, Klaus: »Prätorium« . In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Bd. VI.
Tübingen : Siebeck Mohr, 2003, S. 1573.
37. Bieberstein, Klaus: Im Zentrum das Leben - den Tod in der Peripherie. Jerusalem kulturse-
miotisch gelesen . In: [Link] 6 (2004), S. 28-31
38. Bieberstein, Klaus: Rezension zu Othmar Keel / Erich Zenger (Hg.), Gottesstadt und Got-
tesgarten. Zu Geschichte und Theologie des Jerusalemer Tempels (Quaestiones Disputatae
191), Freiburg / Basel / Wien 2002 . In: Bibel und Kirche 59 (2004), S. 48
Leiden erzählen. Sinnfiguren der Theodizee
Beteiligte: Die Geschichtsschreibung entstand zunächst in Vorderasien und
Prof. Dr. Klaus Bieberstein Ägypten und schließlich auch in Juda auf dem Boden einer tiefver-
Prof. Dr. Michael Bongardt wurzelten Überzeugung eines Zusammenhangs von Tun und Erge-
Stichwörter:
Geschichtstheorie; Theo- hen, der nicht als naturimmanent gegeben, sondern als von
dizee; Altes Testament; Mächtigen - von Göttern oder Königen - kraft ihrer Rechtschaffen-
Dogmatik heit garantiert galt, damit einer Wohltat der entsprechende Segen
Beginn: 1.1.2000 und einer Untat die entsprechende Strafe folge und ein rechtloser
Täter nicht auf Dauer über sein schuldloses Opfer siege.
Meist erfolgte die Geschichtsschreibung, wie anhand konkreter Ge-
schichtswerke (Fluch über Akkad, Pestgebete des Murschili, Kön)
gezeigt werden kann, in einem Rückschluß vom erfahrenen Ergehen
auf ein notwendigerweise vorangegangenes Tun. Wo dieser Bogen
- verschärft nach Ablehnung kollektiver Schuldverkettungen (Ez 18;
Chr) - aber nicht aufgeht und die Geschichte angesichts unleugba-
ren Leids nicht anders erzählt werden kann, wird insbesondere in
der alttestamentlichen Literatur der achämenidisch-frühhellenisti-
schen Zeit entweder die Gerechtigkeit Gottes als Garantin des Tun-
Ergehen- Zusammenhangs (Ijob) oder die Lesbarkeit der Welt
(Koh) selbst in Frage gestellt - und das zuvor scheinbar gelöste
Theodizeeproblem bricht in unlösbarer Form wieder auf.
Vergleicht man die Formen der Theodizee der antiken biblischen Li-
teratur mit denen der neuzeitlichen oder gar zeitgenössischen Theo-
logie, zeigt sich, daß sie hier und dort nicht dieselben geblieben
sind. Dies führt zur Frage, ob und wie sich die Entwicklung systema-
tisch-theologischer Konzepte biblisch orientieren läßt, wenn die bi-
blische Behandlung des Themas in eine offensichtlich andere
Richtung verläuft.
Publikationen
1. Bieberstein, Klaus: Leiden
0XXerzählen. Sinnfiguren der Theodizee im Alten Testament .
In: Michel, Andreas ; Stipp, Hermann-Josef (Hrsg.) : Gott - Mensch - Sprache. Schülerfest-
schrift für Walter Gross zum 60. Geburtstag. St. Ottilien : EOS-Verlag, 2001, (ATSAT
Bd. 68), S. 1-22.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Bieberstein, Klaus: Ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Ahnen bis in die vierte Ge-
neration verfolgt? (Ex 20,5-6) . In: Bauer, Dieter ; Bieberstein, Sabine ; Boesch, Angelika
(Hrsg.) : Bitte stolpern! Schwierige Texte der Bibel. Stuttgart : Katholisches Bibelwerk,
2003, S. 26.
3. Bieberstein, Klaus: Keine Antwort für Ijob? (Ijob 38-41) . In: Bauer, Dieter ; Bieberstein,
Sabine ; Boesch, Angelika (Hrsg.) : Bitte stolpern! Schwierige Texte der Bibel. Stuttgart :
Katholisches Bibelwerk, 2003, S. 44.
Projektunabhängige Publikationen
1. Bieberstein, Klaus: »Wirst
0XX du an den Toten Wunder tun?« Zur Frage der Auferstehung der
Toten nach dem Alten Testament (Ps 88,11-12) . In: Bauer, Dieter ; Bieberstein, Sabine ;
Boesch, Angelika (Hrsg.) : Bitte stolpern! Schwierige Texte der Bibel. Stuttgart : Katholi-
sches Bibelwerk, 2003, S. 46.
Seite 13
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Neutestamentliche Wissenschaften
Anschrift: An der Universität 2, 96047 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1710 Fax.: (0951) 863-4728
E-Mail: nt@[Link]
Lehrstuhlinhaber: Das Neue Testament enthält den frühesten historisch greifbaren Re-
Prof. Dr. Lothar Wehr flex auf die Offenbarung Gottes in Jesus Christus. Es ist deswegen
Assistent: die grundlegende Urkunde des christlichen Glaubens. Es umfasst
Dipl.-Theol. Georg Rubel
Akad. Oberrat: insgesamt 27 Schriften, die in der Zeit von der Mitte des 1. Jahrhun-
Dr. Ulrich Bauer derts [Link]. bis zum Anfang des 2. Jahrhunderts [Link]. entstanden
sind. Inhaltlich handeln diese Texte vom Wirken Jesu und vom Glau-
ben der frühen Gemeinden. Theologische Grundlage der Darstellung
ist dabei durchgehend das Bekenntnis zu Tod und Auferstehung Je-
su. Dies gilt auch für die Jesusdarstellung der vier Evangelien, denn
sie erzählen das irdische Wirken Jesu im Licht des Osterglaubens.
Die Apostelgeschichte, die Briefliteratur und die Apokalypse lassen
noch klarer als die Evangelien die Situation der Gemeinden erken-
nen, für die die neutestamentlichen Schriften verfasst wurden.
Die neutestamentliche Exegese widmet sich der Auslegung dieser
Texte mit dem Ziel, die theologischen Aussagen der Autoren, die Si-
tuation ihrer jeweiligen Gemeinden und deren religiöses Umfeld zu
erfassen. Ihr geht es also in erster Linie um historische Fragen: Was
war die Situation der ersten Gemeinden? Was war die Aussageab-
sicht der neutestamentlichen Verfasser? Dabei bedient sich die Exe-
gese des inzwischen sehr umfangreichen Instrumentariums der
historisch-kritischen Methode und weiterer Forschungsansätze.
Dazu sind neben historischen u.a. auch sprachwissenschaftliche, so-
ziologische und hermeneutische Fragestellungen zu rechnen. Die
Behandlung der historischen und literarischen Fragen dient dem
Ziel, die Theologie des Neuen Testaments zu erheben.
Das Lehrangebot des Bamberger Lehrstuhls umfasst für den Di-
plomstudiengang alle prüfungsrelevanten Themen des Grundstudi-
ums (neutestamentliche Zeitgeschichte und antike Religionsge-
schichte, historischer Jesus, Paulus und die Geschichte des Urchri-
stentums, Evangelien) und des Hauptstudiums (Exegese einzelner
Schriften, u.a. Markusevangelium, Johannesevangelium und 1. Ko-
rintherbrief), sowie an zentralen Themen orientierte Lehrveranstal-
tungen, u.a. zum historischen Jesus, zur Apokalypse und zum
religionsgeschichtlichen Hintergrund des Neuen Testaments. Neute-
stamentliche Spezialthemen werden in Seminaren und Übungen an-
geboten. Für die Lehramtsstudiengänge werden darüber hinaus
Vorlesungen und Seminare angeboten, die speziell auf die Anforde-
rungen der LPO I zugeschnitten sind. Kolloquien und Prüfungsrepe-
titorien runden das Angebot ab.
Lehrstuhlinhaber: Professor Dr. Lothar Wehr
geboren am 29.4.1958 in Duisburg
1976-1981 Studium in Bochum und München
1985 Promotion in München
1987-1989 Kaplan in Duisburg
wissenschaftlicher Assistent in München am Lehrstuhl von Prof. Dr.
Joachim Gnilka
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
1995 Habilitation in München
Privatdozent in München
Lehrtätigkeit an der Phil.-Theol. Hochschule der Zisterzienser in Hei-
ligenkreuz bei Wien
seit 1.3.2002 Lehrstuhlinhaber in Bamberg
Mitgliedschaft in folgenden nationalen und internationalen
Arbeitsgemeinschaften:
• Studiorum Novi Testamenti Societas (SNTS)
• Collegium Biblicum München (CBM)
• Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen katholischen Neutesta-
mentler (AKN)
Forschungsschwerpunkte
• das Neue Testament und seine religiöse Umwelt (Wundererzählun-
gen, Gottesvorstellungen)
• Neues Testament und Apostolische Väter
• paulinische und johanneische Theologie
• Mitarbeit in den Bamberger DFG-Projekten "Generationenbewusst-
sein und Generationenkonflikte in Antike und Mittelalter" und "An-
thropologische Grundlagen und Entwicklungen im Christentum und
Islam"
Kooperationsbeziehungen
• Philosophisch-Theologische Hochschule Heiligenkreuz, Österreich
• Katholische Fakultät der Universität Posen, Polen
• Interkonfessioneller Dialog zwischen kath., evangelischen und angli-
kanischen Theologen (Bamberg, Erlangen, Chichester)
Wissenschaftliche Tagungen
• Tagung der Bayerischen Neutestamentler am 5. Juli 2003 in Bam-
berg zum Thema: "Überlegungen zum Verhältnis von monotheisti-
schem Bekenntnis und Christusglauben bei Paulus"
• "Autorität in der Kirche": Symposium vom 23.-25. Januar 2004 in
Nürnberg (Caritas-Pirckheimer-Haus) gemeinsam mit Prof. Dr. Wal-
ter Sparn, Prof. Dr. Oda Wischmeyer (Erlangen), Prof. Dr. Wolfgang
Klausnitzer (Bamberg), Dr. Paul Collins, Dr. Piotr Ashwin-Siejkowski,
Dr. Steve Moyise (Chichester).
• Mitwirkung an einem christlich-jüdischen Symposium zusammen mit
evangelischen und katholischen Kollegen aus Bamberg, Erlangen
und Saarbrücken
Veröffentlichungsreihen
’Bamberger Theologische Studien’ und ’Bamberger Theologi-
sches Forum’ / Peter Lang Verlag
Herausgegeben von Klaus Bieberstein, Peter Bruns, Volker Eid, Ma-
rianne Heimbach-Steins, Alfred Hierold, Wolfgang Klausnitzer, Ge-
org Kraus, Godehard Ruppert, Heinz-Günther Schöttler, Lothar
Wehr, Peter Wünsche
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
1. Mitarbeit an einem wirkungsgeschichtlich orientierten neutestamentlichen Na-
menslexikon
Projektleitung: Dieses Lexikon wird vom "Collegium Biblicum München e.V." unter
Prof. Dr. Lothar Wehr Leitung von Josef Hainz herausgegeben. Zwar gibt es bereits eine
Beginn: 1.10.2002 ganze Reihe von Namenslexika zu den im Neuen Testament er-
wähnten Personen, es fehlt darin aber durchgehend eine etwas aus-
führlichere Darstellung der Wirkungsgeschichte dieser Personen.
Häufig ist die Bedeutung, die man bestimmten neutestamentlichen
Gestalten später gegeben hat, erheblich größer als ihre historische
Rolle in der frühen Zeit der Kirche. Da in der Exegese das Gewicht
der Wirkungsgeschichte für das Verstehen biblischer Texte immer
deutlicher erkannt wird, kommt dieser Fragestellung eine große her-
meneutische Bedeutung zu. Am Beispiel der Personen kann man
zeigen, wie biblische Text rezipiert und aktualisiert wurden. Von die-
sen Nachwirkungen her ergibt sich ein neuer Zugang zum Text, der
die historische Betrachtung ergänzt. Das Lexikon umfasst histori-
sche, exegetische und wirkungsgeschichtliche Informationen. Es
wird zur Zeit für den Druck vorbereitet.
Projektbezogene Publikation: Hainz, J. (Hg.), Namenslexikon
zum NT (im Druck), darin Artikel zu folgenden Namen: Chloë, Euty-
chus, Gaius (3 Joh 1), Hananias, Jesus Justus, Josef von Arimathäa,
Kreszenz, Krispus, Sekundus, Simeon Niger, Sosthenes, Theudas,
Zenas.
2. Hellenistische und neutestamentliche Wundererzählungen
Projektleitung: Die neutestamentlichen Evangelien enthalten neben zahlreichen
Prof. Dr. Lothar Wehr Worten Jesu relativ viele Wundererzählungen. Zu diesem Überge-
Beginn: 1.4.2001 wicht an Wundererzählungen gibt es in der Antike in keiner Schrift,
die in der Art einer Biographie das Leben und Wirken einer bedeu-
tenden Persönlichkeit beschreibt, eine Parallele. Auch das Alte Te-
stament enthält in keiner seiner Schriften vergleichbar viele
Wunder. Am nächsten kommen den neutestamentlichen Evangelien
diesbezüglich noch die Inschriften der Asklepios-Heiligtümer, be-
sonders desjenigen in Epidauros, wobei diese wiederum nur Wun-
dererzählungen aneinander reihen, ohne diese um eine eigentliche
Wortverkündigung zu ergänzen. Daneben gibt es aus der Antike
zahlreiche einzeln überlieferte Wundergeschichten, die im Neuen
Testament Parallelen haben. In diesem Forschungsprojekt, das in
eine Monographie einmündet, werden die Aussageabsichten der
neutestamentlichen und der außerbiblisch-hellenistischen Wunder-
geschichten erhoben und miteinander verglichen. Es ist dabei das
Ziel zu zeigen, wie diese Erzählungen auf die hellenistisch geprägten
vornehmlich heidenchristlichen Hörer der Evangelien gewirkt haben
müssen. Biblische und außerbiblische Wundererzählungen verfolgen
die Absicht, bestimmte Botschaften zu vermitteln. Diese können
ethischer, philosophischer oder religiöser Natur sein. Gibt es zu den
theologischen und insbesondere christologischen Aussagezielen der
neutestamentlichen Erzählungen antike Parallelen?
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Zur Frage nach der Lehrautorität in den johanneischen Gemeinden
Projektleitung: Dieses Projekt steht im Zusammenhang mit einer fakultätsübergrei-
Prof. Dr. Lothar Wehr fenden Zusammenarbeit mit evangelischen und anglikanischen
Beginn: 1.10.2003 Theologen, die auch noch weitere Themen einschließen wird. Zur
Frage der Autorität in der Kirche fand im Januar 2004 in Nürnberg
ein Symposion statt, dessen Ergebnisse in einem Sammelband ver-
öffentlicht werden. Der neutestamentliche Beitrag befasst sich mit
einem noch immer heftig umstrittenen Thema, nämlich der Frage,
ob es in den johanneischen Gemeinden, also den Gemeinden, für die
das Johannesevangelium und die Johannesbriefe geschrieben wur-
den, Amtsautorität gegeben hat. Die klassische protestantische Po-
sition, die auch von katholischen Exegeten vereinzelt übernommen
wurde, besagt, dass die Gemeinden zumindest am Anfang ihrer Ge-
schichte kein eigentliches Amt gekannt haben. Sie seien vielmehr
von der Christusunmittelbarkeit jedes einzelnen Getauften ausge-
gangen, die so verstanden worden sei, dass jeder Christ alles reli-
giöse Wissen habe und keiner Belehrung durch menschliche
Autoritäten bedürfe. Neuerdings gibt es an dieser Sicht aber inter-
essanterweise gerade von Seiten protestantischer Exegeten deutli-
che Kritik. So sind die einschlägigen biblischen Texte einmal
genauer zu analysieren und die Art der Autoritätsausübung in den
johanneischen Gemeinden präziser zu beschreiben. Dabei gilt es,
auch neuere Erkenntnisse über die Geschichte dieser Gemeinden
und über die Entstehung des vierten Evangeliums einzubeziehen.
Projektbezogene Publikation: Zur Frage nach der Lehrautorität
in den johanneischen Gemeinden (in Vorbereitung).
4. Dissertationsprojekt des wissenschaftlichen Mitarbeiters Georg Rubel
Projektleitung: Arbeitstitel: "Der literarische Dialog im Johannesevangelium vor
Prof. Dr. Lothar Wehr dem Hintergrund vergleichbarer Dialoge aus der antiken Literatur"
Beteiligte:
Dipl.-Theol. Georg Rubel
Beginn: 15.4.2004
Projektunabhängige Publikationen
1. Wehr, Lothar: "Mein Fleisch
0XXfür das Leben der Welt" (Joh 6,51). Das Eucharistieverständnis
an der Wende vom ersten zum zweiten Jahrhundert nach dem Johannesevangelium und
den außerbiblischen Traditionen der Ignatiusbriefe und der Didache . In: Bibel und Kirche
57 (2002), S. 22-27.
2. Wehr, Lothar: Römisches Weltreich und himmlisches Jerusalem. Kirche und Welt nach der
Offenbarung des Johannes . In: Wallner, K.J. (Hrsg.) : Auditorium spiritus Sancti. FS zum
200-Jahr-Jubiläum der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz 1802-2002.
Langwaden : -, 2004, S. 279-295.
Seite 17
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Kirchengeschichte mit Schwerpunkt Alte Kir-
chengeschichte und Patrologie
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1716
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Bei der Kirchengeschichte handelt es sich um eine theologische
Prof. Dr. Peter Bruns Disziplin mit historischer Methode. Sie hat Wachstum und Entfal-
Privatdozent: tung der Kirche in Zeit und Raum zu ihrem Gegenstand, setzt also
PD Dr. Georg Gresser
PD Dr. Bernhard Steinhauf einen wie auch immer zu füllenden Begriff von "Kirche" voraus. Wie
wiss. Mitarbeiter: jede Geschichte, so ist auch die Kirchengeschichte an ihre Quellen
PD Dr. Georg Gresser gebunden. Sie kann über Ereignisse und Zustände der kirchlichen
Angestellte: Vergangenheit nur das und so viel aussagen, was die richtig inter-
Dipl.-Germ. Renate
pretierten Quellen hergeben. Diese, seien sie nun monumentaler
Usselmann
Leitung: oder literarischer Art, müssen aufgesucht, auf ihre Echtheit geprüft
Prof. Dr. Peter Bruns und schließlich in gesicherten Texten herausgegeben, in zuverlässi-
Geschäftsführer: gen Übersetzungen zugänglich gemacht und auf ihren historischen
Christian Lange, Ph.D. Gehalt hin untersucht werden. Eine solche, zugegebenermaßen oft
recht mühevolle Arbeit an den Quellen, die ins kirchengeschichtliche
Wissen einmündet, vermag allzu idealisierte und ideologisierte Ab-
straktionen in der Theologie zu korrigieren und hilft vor allem die
konkreten Ausformungen der Kirche, ihrer Lehre, ihrer Institutionen
und ihres geistigen Lebens tiefer zu verstehen. So gelangt der Kir-
chenhistoriker zu einem begründeten und kritischen Urteil, welches
jedoch nicht im Modus permanenter Anklage über eine tatsächliche
oder auch nur vermeintliche "Kriminalgeschichte" Gericht hält. Die
Kirchengeschichte ist nicht das Kuriositäten- oder Antiquitätenkabi-
nett der Kirche; sie trägt nicht unwesentlich zu ihrem Selbstver-
ständnis bei und ist daher integrierender Bestandteil jeglicher
Ekklesiologie. Zudem begreifen wir die Gegenwart der Kirche nicht,
noch viel weniger vermögen wir Handlungsmaximen für die Zukunft
zu gewinnen, wenn wir nicht zuvor die christliche Vergangenheit be-
griffen haben.
Forschungsschwerpunkte
Prof. Dr. Peter Bruns
• Modelle der Kirchengeschichtsschreibung und Hagiographie (Johan-
nes von Ephesus)
• Rezeptionsgeschichte
• Leben und Lehre der Kirchenväter des Ostens
• Konzils- und Synodengeschichte
• Symbolforschung
Laufende Projekte:
• Mitarbeit am Zentrum für Mittelalterstudien (ZEMAS) an der Otto-
Friedrich-Universität Bamberg
• Mitarbeit am Graduiertenkolleg "Anthropologische Grundlagen und
Entwicklungen im Christentum und Islam" (Theologie und Orientali-
stik) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Mitarbeit am Corpus Christianorum, Corpus Nazianzenum (Projekt
der Görres-Gesellschaft), edd. B. Coulie (Louvain), J. Mossay et M.
Sicherl (Münster), dort zuständig für die syrische Überlieferungsge-
schichte des Corpus Nazianzenum
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kooperationsbeziehungen
Prof. Kazimierz Dola, Katholische Fakultät der Universität Oppeln
(Polen)
Wissenschaftliche Tagungen
Ausrichtung des 3. Symposiums der deutschsprachigen Syrologen
im Juli 2002 in Bamberg
Ausrichtung des Symposiums "1054 - 1204: Vom Schisma zur offe-
nen Konfrontation" am 1./2. Juli 2004 in Bamberg
Forschungsprojekte
Einführung in die Literaturen des christlichen Orients durch die Sektion ’Christli-
cher Orient’ der Görres-Gesellschaft
Projektleitung: Die Sektion ’Christlicher Orient’ der Görres-Gesellschaft beabsich-
Prof. Dr. Peter Bruns tigt, unter Federführung von Prof. Dr. Peter Bruns (Bamberg) eine
Beteiligte: Literaturgeschichte der Sprachen und Kulturen des christlichen Ori-
Prof. Dr. Hubert Kaufhold
(München) ents vorzulegen. Diese soll einen Überblick über die Literaturen der
PD Dr. Gregor Wurst (Fri- Syrer, Armenier, Kopten, Äthiopier, Georgier und christlichen Ara-
bourg) ber geben. Der Forschungsband soll Mitte 2002 vorliegen.
PD. Dr Heinz Suermann
(München)
Dr. Josef Rist (Würzburg)
Christian Lange, Ph.D.
Stichwörter:
Literaturgeschichte;
Christlicher Orient; Ostkir-
chenkunde
Laufzeit: 1.1.2001 -
31.12.2002
Kontakt:
Prof. Dr. Peter Bruns
Tel.: 1715, E-
Mail: [Link]@ktheo.
[Link]
Projektunabhängige Publikationen
1. Bruns, Peter: Arius hellenizans?
0XX - Ephräm der Syrer und die neoarianischen Kontroversen
seiner Zeit. Ein Beitrag zur Rezeption des Nizänums im syrischen Sprachraum. . In: ZKG
(1990), Nr. 101, S. 21-57
2. Bruns, Peter: Das Christusbild des Aphrahats des Persischen Weisen (Diss.) . Bonn : Bo-
rengässer, 1990 (Hereditas, Nr. 4)
3. Bruns, Peter: Aphrahat. Unterweisungen. Aus dem Syrischen übersetzt und eingeleitet. .
Bd. 2Bde. Freiburg : -, 1991 (Fontes Christiani Bd. 5, Nr. 1-2)
4. Bruns, Peter: Aithallahas Brief über den Glauben. Ein bedeutendes Dokument frühsyrischer
Theologie . In: Oriens Christianus 76 (1992), S. 46-73
5. Bruns, Peter: Ananias von Siuni . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 1, 3. Aufl.
Freiburg : -, 1993, S. 595.
6. Bruns, Peter: Aphrahat . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 1, 3. Aufl. Freiburg : -,
1993, S. 802-803.
Seite 19
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
7. Bruns, Peter: Brief Aithallahas, des Bischofs von Edessa (Urhai), an die Christen des Per-
serlandes über den Glauben . In: Oriens Christianus 77 (1993), S. 122-138
8. Bruns, Peter: Chrysipp von Jerusalem . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 2, 3. Aufl.
Freiburg : -, 1994, S. 1190.
9. Bruns, Peter: Die Kanones von Rabbula (+ 435) und ihr Beitrag zur Reform des kirchlichen
Lebens in Edessa . In: Reinhardt, Heinrich J. F. (Hrsg.) : Theologia et Jus Canonicum (FS
H. Heinemann). Essen : Ludgerus, 1995, S. 471-480.
10. Bruns, Peter: Theodor von Mopsuestia. Katechetische Homilien. Aus dem Syrischen über-
setzt und erläutert. . Bd. 2 Bde Freiburg : Herder, 1995 (Fontes Christiani Bd. 17, Nr. 1-2)
11. Bruns, Peter: Zwischen Rom und Byzanz - Die Haltung des Facundus von Hermiane und der
nordafrikanischen Kirche während des Drei-Kapitel-Streites (553) . In: ZKG (1995),
Nr. 106, S. 151-178
12. Bruns, Peter: Den Menschen mit dem Himmel verbinden. Eine Studie zu den katechetischen
Homilien des Theodor von Mopsuestia . Louvain : -, 1995 (CSCO Bd. [Link].89)
13. Bruns, Peter: Isaak von Antiochien . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 5, 3. Aufl.
Freiburg : -, 1996, S. 607.
14. Bruns, Peter: Bischof Rabbula von Edessa. Dichter und Theologe . In: Symposium Syria-
cum (=OrChrA) (1996), Nr. VII, S. 195-202
15. Bruns, Peter: Zum Offenbarungsverständnis des Theodor von Mopsuestia im Zwölfprophe-
tenkommentar . In: Studia Patristica, ed. E.A. Livingstone, Löwen (1997), Nr. XXXII,
S. 262-267
16. Bruns, Peter: Markos von Tamarqa . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 6, 3. Aufl.
Freiburg : -, 1997, S. 1407.
17. Bruns, Peter: Makarios Magnes . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 6, 3. Aufl.
Freiburg : -, 1997, S. 1220.
18. Bruns, Peter: Bischof Rabbula von Edessa. Dichter und Theologe (Symposium Syriacum
VII, 1996) . In: OrChrA (Rom) 256 (1998), S. 195-202
19. Bruns, Peter: Aszetisches Leben in den Briefen des Fulgentius von Ruspe . In: 26. Incontro
1997 Il monachesimo occidentale (=StEphAug 62). Rom : -, 1998, S. 393-404.
20. Bruns, Peter: Mopsuestia . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 7, 3. Aufl. Freiburg :
-, 1998, S. 450 f..
21. Bruns, Peter: Papias von Hierapolis . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 7, 3. Aufl.
Freiburg : -, 1998, S. 1325 f..
22. Bruns, Peter: Polykrates . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 8, 3. Aufl. Freiburg : -
, 1999, S. 495.
23. Bruns, Peter: Salvius von Albi . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 8, 3. Aufl.
Freiburg : -, 1999, S. 1500.
24. Bruns, Peter: "Die Blüte des Heils" - Bildmotive bei Ephräm dem Syrer und in der äthiopi-
schen Dichtung . In: FS W. Cramer. Altenberge : -, 1999, S. 43-59.
25. Bruns, Peter: Finitum non capax infiniti: Ein antiochenisches Axiom in der Inkarnationsleh-
re Babais des Großen (+ 628) . In: Oriens Christianus (1999), Nr. 83, S. 46-71
26. Bruns, Peter: Das Gebet Jesu in der frühen syrischen Überlieferung . In: 27. Incontro 1998
La preghiera nei Padri della Chiesa (=StEphAug 66). Rom : -, 1999, S. 147-158.
27. Bruns, Peter: Theodulos in Zölesyrien . In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 9, 3. Aufl.
Freiburg : -, 2000, S. 1428.
28. Bruns, Peter: Andere Religionen im Urteil der Kirchenväter - Bemerkungen zum apologeti-
schen Anliegen des Märtyrers Justin . In: Theologie im Kontakt (2000), S. -
Seite 20
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
29. Bruns, Peter: Tatian, althochdeutsche Evangelienharmonie . In: Lexikon für Theologie und
Kirche. Bd. 9, 3. Aufl. Freiburg : -, 2000, S. 1275.
30. Bruns, Peter: Aspekte der Eucharistielehre in den liturgischen Traktaten des Cyrus von
Edessa ([Link].) . In: Tamcke, M. ; Heinz, A. (Hrsg.) : Zu Geschichte, Theologie, Liturgie und
Gegenwartslage der syrischen Kirchen. Münster, Hamburg, London : -, 2000, S. 33-54.
31. Bruns, Peter: Bemerkungen zur biblischen Isagogik des Iunilius Africanus . In: Incontro
1999 di L’esegesi dei padri latini (=StEphAug 68). Rom : -, 2000, S. 391-408.
32. Bruns, Peter: Bemerkungen zur Rezeption des Nicaenums in der ostsyrischen Kirche .
In: Annuarium historiae conciliorum 32 (2000), Nr. 1, S. 1-22
33. Bruns, Peter: Gregors von Nyssa sechste Rede von den Seligkeiten und das Problem der
Gottesschau in der syrischen Mystik . In: Drobner, H. (Hrsg.) : Gregory of Nyssa: Homilies
on Beatitudes. Proceedings of the Eighth International Colloquium on Gregory of Nyssa (Pa-
derborn 14.-[Link]). Leiden : -, 2000, S. 293-310.
34. Bruns, Peter: Polychronius von Apamea - Der Exeget und Theologe . In: Proceedings of the
XIII International Conference on Patristic Studies (=StPatr 37). Oxford : -, 2001, S. 404-
412.
35. Bruns, Peter: Petrus und sein Glaube bei den frühen syrischen Vätern . In: 29. Incontro
2000 Pietro e Paolo e il loro rapporto con Roma nelle testimonianze antiche (=StEphAug
74). Rom : -, 2001, S. 491-507.
36. Bruns, Peter: Ephräm der Syrer . In: Geerlings, W. (Hrsg.) : Theologen der christlichen An-
tike. Darmstadt : Wiss. Buchges., 2002, S. 184-201.
37. Bruns, Peter: "Doch wegen der Ehre des Kreuzes standen wir zusammen..." - Östliches
Christentum im Itinerar des Wilhelm von Rubruk (1253-1255) . In: ZKG 113 (2002),
S. 147-171
38. Bruns, Peter: Endzeitberechnungen in der syrischen Kirche . In: Geerlings, W. (Hrsg.) : Der
Kalender. Aspekte einer Geschichte. Paderborn : Schöningh, 2002, S. 122-139.
39. Bruns, Peter: Kreuz unter dem Halbmond - Syrisches Christentum von Mohamed bis zum
Mongoleneinfall . In: Gralla, S. (Hrsg.) : Oriens Christianus. Geschichte und Gegenwart des
nahöstlichen Christentums.. Münster : Lit, 2003, S. 1-14.
40. Bruns, Peter (Hrsg.): Von Athen nach Bagdad. Zur Rezeption griechischer Philosophie von
der Spätantike bis zum Islam . Bonn : Borengässer, 2003 (Hereditas. Studien zur Alten Kir-
chengeschichte Bd. 22) . - 179 Seiten.
41. Bruns, Peter: Von Adam und Eva bis Mohammed - Beobachtungen zur syrischen Chronik
des Johannes bar Penkaye . In: Oriens Christianus 87 (2004), S. 47-64
Seite 21
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Systematische Theologie
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und Theologie der
Ökumene
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1706/-1707 Fax.: (0951) 863-4706/-4707
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Inhaber des Lehrstuhls ist Prof. Dr. Wolfgang Klausnitzer (seit
Prof. Dr. Wolfgang Klaus- 1.4.1994). Studium in Innsbruck, Paris (Institut Catholique), Oxford
nitzer (St. Stephen’s House) und Tokyo (Sophia-Universität). Priesterwei-
Wissenschaftliche
Mitarbeiterin: he in Bamberg am 27.6.1976. Von 1981 bis 1989 Subregens und
Dr. Melanie Kuhn von 1989 bis 1994 Regens am Priesterseminar in Bamberg. Akade-
Sekretariat: mische Grade: Magister der Philosophie an der Theologischen Fakul-
Andrea Finzel tät (Mag. phil. fac. theol.) (1975) (Innsbruck), Magister der
Theologie (1976) (Innsbruck), Promotion in Katholischer Theologie
(1978) (Innsbruck), Habilitation im Fach Fundamentaltheologie und
Ökumenische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät
Innsbruck (1986). 1987 Karl-Rahner-Preis für theologische For-
schung. Seit 1994 Vertrauensdozent der Konrad-Adenauer-Stiftung
an der Universität Bamberg. 1996 zusätzliche Berufung zum Dom-
kapitular in Bamberg und zum Ökumenereferenten der Erzdiözese
Bamberg. Vom 1.10.1996 bis zum 30.9.1998 Dekan der Fakultät
Katholische Theologie. Seit 1.10.1998 Vertreter des Erzbischöfli-
chen Ordinariats im Stiftungsrat der Lyzeumsstiftung Bamberg. Er-
nennungen zum Ehrendomherr der Erzdiözese Stettin-Cammin
(24.3.1997) und Canon of Honour der Diözese Chichester
(27.1.2001). Von 1.4.2002 bis 31.3.2004 Mitglied des Senats der
Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
Dr. Melanie Kuhn: Studium für Lehramt an Gymnasien in Katholi-
scher Theologie und Germanistik in Bamberg, 1. Staatsexamen
1997, Referendariat 1998 - Ende 1999, 2. Staatsexamen 1999, seit
1. Januar 2000 Assistentin am Lehrstuhl, März 2004 Abschluss des
Promotionsstudiums in Fundamentaltheologie an der Katholisch-
Theologischen Fakultät Bamberg mit einer Arbeit über das Kirchen-
verständnis Heinrich Bölls (Veröffentlichung Herbst 2004). 8. Juni
2004 Preis für gute Lehre für das Jahr 2003 des Bayerischen Staats-
ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Andrea Finzel: Seit Ende 1989 Sekretärin an den Lehrstühlen Fun-
damentaltheologie und Neues Testament, seit Anfang 1994
auschließlich für Fundamentaltheologie (von 1996-1999 zusätzlich
Vertretung einer Kollegin am Lehrstuhl Pastoraltheologie).
Forschungsschwerpunkte
1. Lehrbuchreihe für Fundamentaltheologie
2. Ökumene (der Konfessionen)
3. Einführung in die Theologie (Heilsmysterium)
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Das Papstamt in ökumenischer Perspektive
5. Die Abrahamsreligionen (Theologie der Religionen)
Kooperationsbeziehungen
Ökumenereferat der Erzdiözese Bamberg (Lehrstuhlinhaber ist
gleichzeitig Ökumenereferent der Erzdiözese Bamberg);
Dr. Paul Collins
The Bishop Otter Center for Theology and Ministry, University Col-
lege Chichester;
Philosophisch-Theologische Hochschule Heiligenkreuz
Wissenschaftliche Tagungen
• Mitglied im Graduiertenkolleg Theologie/Orientalistik "Anthropologi-
sche Grundlagen und Entwicklungen im Christentum und Islam" von
1998-2001
• 17. Bayreuther Historisches Kolloquium mit dem Thema "Das Böse
in der Geschichte" 2. - 3. Juni 2001
• Katholische Akademie Hamburg: "Der Dienst des Petrus in der Kir-
che. Orthodoxe und reformatorische Anfragen an die katholische
Theologie" 2. - 3. November 2001, in Zusammenarbeit mit Prof.
Athanasios Vletsis, Prof. Dr. Johannes Brosseder, Prof. Dr. Gunther
Wenz, Dr. Regina Radlbeck-Ossmann
• Katholische Akademie München: "Anglikanische Theologie und Kir-
che" 30. November - 1. Dezember 2001, gemeinsam mit Dr. Peter
Lüning, Prof. Stephen Sykes, Dr. John Arnold, Prof. Dr. Wolfhart Pan-
nenberg, Prof. Dr. Theodor Nikolaou
• Gemeinsames Treffen der Evangelischen Fakultät Erlangen und der
Katholisch-Theologischen Fakultät in Bamberg: Stellungnahme zu
dem Studiendokument "Communio Sanctorum", 19. Januar 2002,
gemeinsam mit Prof. Dr. Walter Sparn
• Gemeinsame Abendveranstaltung der Evangelischen Akademie und
der Katholischen Akademie in Würzburg: "Ein Papst und viele Kir-
chen" 28. Januar 2002, gemeinsam mit Prof. Dr. Walter Sparn
• Symposium veranstaltet vom Center for Christian-Jewish Understan-
ding (Sacred Heart University, USA) und von der Universität in Bam-
berg "What Do We Want the Other to Teach About Us?" Jüdisches,
Katholisches und Lutherisches Symposium in Bamberg, 18. - 20.
März 2002, gemeinsam vorbereitet mit Dr. David L. Coppola
• Jahrestagung der Vertrauensdozenten der Konrad-Adenauer-Stif-
tung in Bamberg, 29. August - 1. September 2002, Organisatorische
Vorbereitung
• "Im Licht der Gnade Gottes": Symposium zur Gegenwartsdeutung
der Rechtfertigungsbotschaft in Wittenberg, gemeinsam veranstaltet
vom Evangelisch-Theologischen Fakultätentag und vom Katholisch-
Theologischen Fakultätentag, 8. - 10. Oktober 2002. In der Vorbe-
reitungskommission und Leitung des Arbeitskreises "Öffentliche Ver-
lautbarungen der Kirche" mit Prof. Dr. Walter Sparn
• "Autorität in der Kirche": Symposium vom 23.-25. Januar 2004 in
Nürnberg (Caritas-Pirckheimer-Haus) gemeinsam mit Prof. Dr. Wal-
ter Sparn, Prof. Dr. Oda Wischmeyer (Erlangen), Prof. Dr. Lothar
Seite 23
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wehr (Bamberg), Dr. Paul Collins, Dr. Piotr Ashwin-Siejkowski, Dr.
Steve Moyise (Chichester).
• Planung und Vorbereitung eines christlich-jüdischen Symposiums
(zur Herausgabe des Synagogenbandes) (gemeinsam mit evangeli-
schen und katholischen Kollegen aus Bamberg, Erlangen und Saar-
brücken)
Interdisziplinäre Hauptseminare
• HS "Communio Sanctorum" im WS 2001/2002, gemeinsam mit Prof.
Dr. Walter Sparn (Erlangen, Evangelische Fakultät)
• HS Bhagavadgita/Bergpredigt im WS 2001/2002, gemeinsam mit
Prof. Dr. Dietrich Dörner (Bamberg, Institut für Psychologie)
• Priesterfortbildung Paderborn, 11. - 14. November 2001, gemein-
sam mit Dr. Dr. Markus Jacob, Bielefeld
• Priesterfortbildung Paderborn, 10. - 13. November 2003, gemein-
sam mit Prof. Dr. Lothar Wehr, Bamberg
• HS Grundfragen des katholischen und reformierten Dialogs im WS
2003/2004, gemeinsam mit Prof. Dr. Alasdair Heron (Erlangen)
Veröffentlichungsreihen
Mitherausgeber der Reihe "Bamberger Theologische Studien" (seit
1995)
Mitherausgeber der Reihe "Bamberger Theologisches Forum" (seit
2001)
Forschungsprojekte
Das Papstamt. Eine (römisch-)katholische Darstellung in ökumenischer Perspek-
tive
Projektleitung: In Nr. 95f der Ökumene-Enzyklika "Ut unum sint" (1995) hat Papst
Prof. Dr. Wolfgang Klaus- Johannes Paul II. zu einem ökumenischen Dialog über die Praxis der
nitzer Primatsausübung des Bischofs von Rom aufgefordert. Das Projekt
Beteiligte:
Dr. Melanie Kuhn zielt darauf hin, eine (römisch-)katholische
Stichwörter: Darstellung des Papst-
Papstamt, Primat des Bi-
schofs von Rom amtes im Blick auf die lehramtlichen Vorgaben und die theologische
Laufzeit: 1.10.2000 - Einschätzung dieses Amtes vorzulegen, die ökumenischen Stellung-
31.8.2004 nahmen der anderen Kirchen und nichtkatholischer Theologen zu
Förderer:
Ökumenereferat der Erzdi-
sichten und eine ökumenische Zielvorstellung zu entwickeln. Als Er-
özese Bamberg gebnis ist die Veröffentlichung einer Monographie (August 2004) mit
dem Titel "Der Primat des Bischofs von Rom. Entwicklung - Dogma
- Ökumenische Perspektiven", ca. 490 S., im Herderverlag vorgese-
hen.
Publikationen
1. Klausnitzer, Wolfgang: 0XX
Päpstliche Unfehlbarkeit bei Newman und Döllinger. Ein historisch-
systematischer Vergleich . 1. Aufl. Innsbruck : Tyrolia, 1980. - 280 Seiten. ISBN 3-7022-
1354-6
2. Klausnitzer, Wolfgang: Das Papstamt im Disput zwischen Lutheranern und Katholiken.
Schwerpunkte von der Reformation bis zur Gegenwart . 1. Aufl. Innsbruck : Tyrolia, 1987.
- 586 Seiten. ISBN 3-7022-1639-1
Seite 24
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Klausnitzer, Wolfgang: "Der Papst ... ist zweifelsohne das größte Hindernis auf dem Weg
der Ökumene" (Paul VI.). Ist-Stand der theologischen Diskussion und Perspektiven einer
Lösung in ökumenischer Absicht . In: Catholica 150 (1996), S. 193-209
4. Klausnitzer, Wolfgang: Die Diskussion innerhalb der römisch-katholischen Kirche um das
Papstamt . In: Una Sancta 53 (1998), S. 21-29
5. Klausnitzer, Wolfgang: Roman Catholicism and the Papal Office . In: Theological Digest 45
(1998), S. 233-237
6. Klausnitzer, Wolfgang: Eine römisch-katholische Stellungnahme zu den Aussagen über den
"Petrusdienst" in "Communio Sanctorum" . In: Ökumenische Rundschau 51 (2002),
S. 225-234.
7. Klausnitzer, Wolfgang: Ist der Papst "das größte Hindernis auf dem Weg der Ökumene"
(Paul VI.)? Das Amt des Papstes - Anspruch und Widerspruch . In: Johannes Brosseder ;
Wilm Sanders (Hrsg.) : Der Dienst des Petrus in der Kirche. Orthodoxe und reformatorische
Anfragen an die katholische Theologie. 1. Aufl. Frankfurt (a.M.) : Otto Lembeck, 2002,
S. 85-101. - ISBN 3-8776-414-1
8. Klausnitzer, Wolfgang: Wie bleibt die Kirche in der Wahrheit? Fundamentaltheologische
Klarstellungen und Fragen zum Dogma der Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes .
In: Zeitschrift für Katholische Theologie 124 (2002), S. 18-41.
9. Klausnitzer, Wolfgang: How Can the Church Remain in the Truth? In: International Journal
for the Study of the Christian Church 3 (2003), S. 46-67.
Die Abrahamsreligionen (Theologie der Religionen)
Projektleitung: In Nürnberg besteht eine Teilzeitstelle für den Interreligiösen Dialog
Prof. Dr. Wolfgang Klaus- (Schwerpunkt: Abrahamsreligionen), die von der Erzdiözese Bam-
nitzer; Ludwig Kaufmann, berg eingerichtet ist. Der Inhaber der Stelle ist der Diplomtheologe
Nürnberg
Stichwörter: Ludwig Kaufmann. Die Leitung ist dem Lehrstuhlinhaber zugeord-
Die Abrahamsreligionen net. Zum Einstieg ist die Veröffentlichung einer (populären) Einfüh-
(Judentum, Christentum, rung in den Islam geplant, die im Frühjahr 2005 erscheinen wird.
Islam)
Laufzeit: 1.6.2004 -
31.12.2008
Einführung in die Theologie (Heilsmysterium)
Projektleitung: Das Vaticanum II hat in OT 14,2 dazu aufgefordert, vor dem eigent-
Prof. Dr. Wolfgang Klaus- lichen Beginn des Theologiestudiums eine Einführung in das Gesamt
nitzer der Theologie anzubieten. Wie die Tagung des Katholisch-Theologi-
Beteiligte:
Dr. Melanie Kuhn schen Fakultätentages am 25. - 26. November 1994 in Mainz zu die-
Stichwörter: sem Thema ergab, wird diese Vorgabe in den jeweiligen Fakultäten
Einführung in die Theolo- sehr unterschiedlich erfüllt. Seit 1994 besteht eine Kommission des
gie (Heilsmysterium) Fakultätentages, die dieses Thema begleiten soll und in der der Pro-
Laufzeit: 1.1.2001 -
jektleiter Mitglied ist. Inzwischen ist auch vonseiten der Lehramtstu-
31.12.2002
Kontakt: dierenden und in der Kommission, die die neue LPO in Bayern
Prof. Dr. Wolfgang Klaus- erarbeitet hat, der Wunsch nach einer Einführung in die Theologie
nitzer deutlich geworden. Das Forschungsprojekt war bis zum Jahr 2002
Tel.: 0951/863 1706, konzipiert. Es ist vorläufig abgeschlossen mit der Veröffentlichung
Fax: 0951/863 4707, E-
Mail: [Link]
des Buches "Grundkurs Katholische Theologie" (2002).
@[Link]
Seite 25
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Klausnitzer, Wolfgang: 0XX
Die geistig-geistliche Situation der Theologiestudierenden heute .
In: Zerfaß, Rolf (Hrsg.) : 20 Jahre Theologischer Grundkurs. Bilanz und Perspektiven. Do-
kumentation einer Studientagung am 25./26. November 1994 in Mainz (20 Jahre Theolo-
gischer Grundkurs Mainz 25.-26.11.1994). 1. Aufl. Bonn : unveröffentlichtes Manuskript,
1995, S. 13-17.
2. Klausnitzer, Wolfgang: Theologie in der Universität. Wissenschaft - Kirche - Gesellschaft.
Ein fundamentaltheologischer Beitrag . In: Kraus, Georg (Hrsg.) : Theologie in der Univer-
sität. Wissenschaft - Kirche - Gesellschaft. Festschrift zum Jubiläum: 350 Jahre Theologie
in Bamberg. 1. Aufl. Frankfurt : Peter Lang, 1998, S. 15-36.
3. Klausnitzer, Wolfgang: Grundkurs Katholische Theologie. Geschichte - Disziplinen - Biogra-
phien . 1. Aufl. Innsbruck : Tyrolia, 2002. - 208 Seiten. ISBN 3-7022-2467-X
Lehrbuchreihe für Fundamentaltheologie
Projektleitung: In dem Projekt ist beabsichtigt, sowohl für Lehramtstudierende wie
Prof. Dr. Wolfgang Klaus- auch für Studierende des Diploms die relevante Literatur für das
nitzer Fach Fundamentaltheologie Lehrbuch bzw. als Lehrbuchreihe darzu-
Dr. Melanie Kuhn
Stichwörter: bieten.
Lehrbuchreihe für Funda- Für die Lehramtstudierenden ("nicht vertieft") war dies zunächst
mentaltheologie
durch die Veröffentlichung der beiden Bände "Glaube und Wissen"
Laufzeit: 1.9.1997 -
31.12.2007 (1999) und "Gott und Wirklichkeit" (2000) abgeschlossen. Mit dem
Inkrafttreten der neuen LPO (2002) ist der Stoff der Fundamental-
theologie auf die beiden Themenfelder "Die Gottesfrage angesichts
pluraler Weltdeutungen" und "Kirche, Kirchen, Weltreligionen" ver-
teilt worden. Das Buch "Gott und Wirklichkeit" behandelt den Stoff
des ersten Themenfeldes. Das zweite Themenfeld soll in einer eige-
nen Monographie (bis Ende 2005?) präsentiert werden. Um der bes-
seren Erkennbarkeit willen wird dann der LPO-Stoff in einem
eigenen Buch (mit dem Titel "Fundamentaltheologie"), das in die
beiden LPO-Themenbereiche gegliedert ist, zusammengefasst.
Für die Lehramtstudierenden ("vertieft") ist der Stoff des in der neu-
en LPO vorgesehenen zusätzlichen Themenfeldes "Gottes Offenba-
rung in Jesus Christus" in den beiden Bänden "Glaube und Wissen"
(1999) und "Jesus von Nazaret" (2001) enthalten.
Für die Diplomstudierenden steht bisher zur Verfügung das Lehr-
buch "Gott und Wirklichkeit" (Religion II). Im Jahr 2001 ist das Buch
"Jesus von Nazaret" (Offenbarung) erschienen. Weitere Veröffentli-
chungen sind konzipiert und/oder geplant:
• Theologische Erkenntnislehre (und Geschichte der Fundamental-
theologie)
• Religion I (Der Begriff der Religion und Theologie der Religionen)
• Strukturen der Kirche.
Publikationen
1. Klausnitzer, Wolfgang: 0XX
Glaube und Wissen. Lehrbuch der Fundamentaltheologie für Studie-
rende und Religionslehrer . 1. Aufl. Regensburg : Pustet, 1999. - 261 Seiten. ISBN 3-7917-
1660-3
2. Klausnitzer, Wolfgang: Gott und Wirklichkeit. Lehrbuch der Fundamentaltheologie für Stu-
dierende und Religionslehrer . 1. Aufl. Regensburg : Pustet, 2000. - 392 Seiten. ISBN 3-
7917-1730-8
Seite 26
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Klausnitzer, Wolfgang: Jesus von Nazaret. Lehrer - Messias - Gottessohn . 1. Aufl.
Regensburg : Pustet, 2001. - 143 Seiten. ISBN 3-7867-8381-0
Ökumene (der Konfessionen)
Projektleitung: 1) Erstellung einer Handreichung, die in praxisorientierter Aufarbei-
Prof. Dr. Wolfgang Klaus- tung der relevanten Literatur Hilfen für die gelebte Ökumene vor al-
nitzer lem in den Gemeinden anbietet
Beteiligte:
Josef Gründel, Theologi- Die Arbeit hat die ökumenische Situation im Gebiet der Erzdiözese
scher Mitarbeiter am Öku- Bamberg im Blick. Sie ist aufgrund des Konsultativprozesses der
menereferat der
Erzdiözese Bamberg (Bamberger Pastoralgespräch) als Desiderat in
Erzdiözese Bamberg; Dr.
Melanie Kuhn, Assistentin mehreren Eingaben gefordert und auf dem Abschlussforum mit gro-
am Lehrstuhl; Alexander ßer Mehrheit beschlossen worden. Es geht darum, den aktuellen
Gießen, Theologischer Re- Stand der sogenannten Konsensökumene zu skizzieren und daraus
ferent des Erzbischofs von Anleitungen für die Praxis abzuleiten. Die Veröffentlichung wurde
Bamberg
Stichwörter:
von der Ökumenischen Kommission der Erzdiözese Bamberg ver-
Grundkurs Ökumene, Ka- antwortet. Inzwischen liegt bereits die 2. Auflage vor. Die Handrei-
tholische Prinzipien der chung ist über das Ökumenereferat Bamberg zu beziehen:
Ökumene Ökumenekommission der Erzdiözese Bamberg (Hrsg.): ... damit alle
Laufzeit: 1.1.1999 - eins sind. Arbeitshilfe für die Ökumene in den Gemeinden, Bamberg
31.12.2006
Förderer: ^2^2000.
Erzdiözese Bamberg, Öku- 2) Paula macht blau. Eine ökumenische Entdeckungsreise, verfasst
menereferat v. Josef Gründel, Alfred E. Hierold, Wolfgang Klausnitzer, Melanie
Mitwirkende Institutio-
nen: Kuhn und Bernhard Steinhauf, hrsg. v. Wolfgang Klausnitzer, Pader-
Erzdiözese Bamberg, Öku- born 2003.
menereferat
3) Gemeinsames Herrenmahl. Sammlung wichtiger Texte und Do-
kumente zur Frage nach der Zulassung zum Herrenmahl, hrsg. v.
Ökumenereferat, Bamberg 2003. Die Textsammlung ist über das
Ökumenereferat erhältlich.
4) In Arbeit ist eine Artikelsammlung zur Ökumene mit dem Arbeits-
titel: "Wir haben wahrlich nicht Freude an Uneinigkeit..." Sie soll
Ende 2004 erscheinen.
5) Ein Sammelband zum 40jährigen Jubiläum des Ökumenedekrets
"Unitatis Redintegratio" mit dem Arbeitstitel "Die katholischen Prin-
zipien der Ökumene" (geplant für Frühjahr 2005)
6) Bis 2006 wird das Thema der Ökumene weiterbearbeitet.
Publikationen
1. Klausnitzer, Wolfgang: 0XX
Eine Kirche oder Einheit der Kirchen? Ökumenische Zielvorstellun-
gen und ekklesiologische Grundlegungen . In: Trierer Theologische Zeitschrift 108 (1999),
S. 220-231.
2. Klausnitzer, Wolfgang: Zur Situation und zum Weg der Ökumene . In: Anzeiger für die
Seelsorge 108 (1999), S. 227-230
3. Klausnitzer, Wolfgang (Hrsg.): Ökumene in Deutschland - Blick voraus. Mit Beiträgen von
Johannes Friedrich, Walter Klaiber, Ilona Riedel-Spangenberger und Paul-Werner Scheele
. 1. Aufl. Münster : LIT-Verlag, 2002. - 96 Seiten. ISBN 3-8258-7337-4
4. Klausnitzer, Wolfgang: Paula macht blau. Eine ökumenische Entdeckungsreise. Mit Beiträ-
gen von Josef Gründel, Alfred E. Hierold, Wolfgang Klausnitzer, Melanie Kuhn und Bernhard
Steinhauf . 1. Aufl. Paderborn : Bonifatius, 2003. - 212 Seiten. ISBN 3-89710-241-2
Seite 27
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Klausnitzer, Wolfgang: 0XX
Das Jesuitenkolleg in Bamberg im Zusammenhang des Ausbil-
dungsprogramms der Gesellschaft Jesu . In: Hofmann, Michael ; Klausnitzer, Wolfgang ;
Neundorfer, Bruno (Hrsg.) : Seminarium Ernestinum. 400 Jahre Priesterseminar Bamberg.
Bamberg : St. Otto-Verlag, 1986, S. 87-111. - ISBN 3-87693-046-4
2. Klausnitzer, Wolfgang: Döllingers Theologierede vom 28. September 1883 in ihrem theo-
logiegeschichtlichen Kontext . In: Denzler, Georg ; Grasmück, Ernst Ludwig (Hrsg.) : Ge-
schichtlichkeit und Glaube. Zum 100. Todestag Johann Joseph Ignaz von Döllingers (1799-
1890). 1. Aufl. München : Beck, 1990, S. 417-445.
3. Klausnitzer, Wolfgang: Art. Episcopacy . In: Hillerbrand, Hans J. (Hrsg.) : The Oxford En-
cyclopedia of the Reformation. Bd. 2. New York : Oxford University Press, 1996, S. 51-54.
- ISBN 0-19-510363-7
4. Klausnitzer, Wolfgang: Art. Ordination . In: Hillerbrand, Hans J. (Hrsg.) : The Oxford En-
cycopedia of the Reformation. Bd. 3. New York : Oxford University Press, 1996, S. 177-
179. - ISBN 0-19-510364-5
5. Klausnitzer, Wolfgang: Herezjarcha czy swiety? Recepcja Marcina Lutra w protestantyzmie
niemieckojezycznym i w niemieckiej teologii katolickiej . In: Studia Teologiczno-Historycz-
ne Slaska Opolskiego 16 (1996), S. 199-212.
6. Klausnitzer, Wolfgang: Das Papstamt - personaler Dienst an der gesamtkirchlichen Einheit.
Ein Blick auf den römisch-katholischen/evangelisch-lutherischen Dialog aus römisch-katho-
lischer Sicht . In: Catholica 51 (1997), S. 85-97.
7. Klausnitzer, Wolfgang: Die ökumenische Sensation . In: Heinrichsblatt 105 (1998), Nr. 1,
S. 10f.
8. Klausnitzer, Wolfgang: Die neue Enzyklika setzt ein Signal . In: Heinrichsblatt 105 (1998),
Nr. 43, S. 5f.
9. Klausnitzer, Wolfgang ; (gemeinsam mit Gerhard Boß): Gemeinsam zum Tisch des Herrn?
Das Herrenmahl im Dialog zwischen Katholiken und Lutheranern . In: Anzeiger für die Seel-
sorge 107 (1998), S. 380-382.
10. Klausnitzer, Wolfgang: Die Form eines "Eides" ist problematisch . In: Heinrichsblatt 105
(1998), Nr. 28, S. 25f.
11. Klausnitzer, Wolfgang: Gibt es "Heil" auch außerhalb des Christentums? Überlegungen zu
einer Theologie der Religionen und zum interreligiösen Dialog (Teil I und II) . In: KNA-ÖKI
(1998), Nr. 37, S. 5-12, und Nr. 38, S. 5-10.
12. Klausnitzer, Wolfgang: Glaube und Vernunft, Theologie und Philosophie sind aufeinander
angewiesen. Zur Enzyklika "Fides et Ratio" von Papst Johannes Paul II . In: Dialog. Univer-
sitätszeitung der Otto-Friedrich-Universität Bamberg 13 (1998), Nr. 5, S. 10f.
13. Klausnitzer, Wolfgang: Das jesuitische Lehrprogramm und die Lehrmethode der Gesell-
schaft Jesu, und: Die philosophische und theologische Fakultät . In: Franz Machilek (Hrsg.)
: Haus der Weisheit. Von der Academia Ottoniana zur Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
Katalog der Ausstellungen aus Anlass der 350-Jahrfeier. Bamberg : Universitäts Verlag,
1998, S. 103f und 107f. - ISBN 3-933463-00-9
14. Klausnitzer, Wolfgang: Jurisdiktionsprimat und/oder Petrusdienst des Bischofs von Rom.
Zu einigen neueren ökumenischen Vorstellungen . In: Theologische Quartalsschrift 178
(1998), S. 155-166.
15. Klausnitzer, Wolfgang: Keine ökumenische Katastrophe. Anmerkungen zur Antwort des Va-
tikans auf die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" . In: KNA-ÖKI (1998),
Nr. 32, S. 5-15.
Seite 28
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
16. Klausnitzer, Wolfgang: Peter Hünermann (Hrsg.), Papstamt und Ökumene .
In: Theologischer Literaturdienst (1998), Nr. 3, S. 33f.
17. Klausnitzer, Wolfgang: Statt "Gaudium et Spes" Frust und Enttäuschung? In: Unitas. Zeit-
schrift des Verbandes der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine Unitas 138
(1998), S. 147-150.
18. Klausnitzer, Wolfgang: "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre". Einig in einem
Text - ohne Konsequenzen? (Teil I und II) . In: KNA-ÖKI (1998), Nr. 3, S. 5-8, und Nr. 4,
S. 5-11.
19. Klausnitzer, Wolfgang: "Da widerstand ich ihm ins Angesicht..." (Gal 2,11). Überlegungen
zu Kriterien einer Streitkultur in der Kirche, abgelesen an der Auslegungsgeschichte des an-
tiochenischen Zwischenfalls . In: Kraus, Georg ; Schmitt, Hanspeter (Hrsg.) : Wider das
Verdrängen und Verschweigen. Für eine offene Streitkultur in Theologie und Kirche. 1. Aufl.
Frankfurt : Peter Lang, 1998, S. 47-62.
20. Klausnitzer, Wolfgang: Keine ökumenische Katastrophe. Anmerkungen zur Antwort des Va-
tikans auf die"Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" . In: Ringen um die Wahr-
heit. Kirchen im Dialog über die Rechtfertigungslehre. Hg. von KNA, Bonn (1999), S. 69-79.
21. Klausnitzer, Wolfgang: Eucharistie und Abendmahl. Das ökumenische Gespräch zwischen
Katholiken und Lutheranern zum Herrenmahl . In: KNA-ÖKI (1999), Nr. 3, S. 5-12.
22. Klausnitzer, Wolfgang: Die Kirche Jesu Christi. Zentrales Thema des lutherisch-katholi-
schen Dialogs (Teile I-III) . In: KNA-ÖKI (1999), Nr. 38, S. 5-12 , Nr. 39, S. 5-12, Nr. 40,
S. 5-9
23. Klausnitzer, Wolfgang: Enquête par correspondance . In: Alexandre Vigne (Hrsg.) : Dieu,
l’Église et les extraterrestres. Christianisme et la conquête spatiale (Question de 122).
Bd. 122. Gordes : Albin Michel, 2000, S. 285-290.
24. Klausnitzer, Wolfgang: Der Beginn eines neuen Lebens . In: Heinrichsblatt 107 (2000),
Nr. 17, S. 12f.
25. Klausnitzer, Wolfgang: Auf die Seite Jesu schlagen . In: Heinrichsblatt 107 (2000), Nr. 6,
S. 8f.
26. Klausnitzer, Wolfgang: "Vater unser..." Überlegungen zu einer theologisch verantworteten
Verwendung des Wortes "Gott" und zu einer adäquaten Gottesanrede . In: Wallner, Josef
(Hrsg.) : Denken und Glauben. Perspektiven zu "Fides et Ratio". 1. Aufl. Heiligenkreuz :
Heiligenkreuzer Verlag, 2000, S. 333-348. - ISBN 3-85105-121-1
27. Klausnitzer, Wolfgang: Umdenken . In: Heinrichsblatt 107 (2000), Nr. 14, S. 8f.
28. Klausnitzer, Wolfgang: Der Petrusdienst entspricht Wesen und Auftrag der Kirche. Die Wei-
terführung des evangelisch-lutherischen Dialogs zum Papstamt in der Studie "Communio
Sanctorum" . In: Hoffnung für die Ökumene. Das Dokument "Communio Sanctorum". Die
Kirche als Gemeinschaft der Heiligen. Diskussionen - Interpretationen - Kommentare. Hg.
von KNA, Bonn (2001), S. 9-16.
29. Klausnitzer, Wolfgang: Karl Barth - Theologie des Widerspruchs . In: KNA-ÖKI (2001),
Nr. 37, Thema der Woche, S. 1-8.
30. Klausnitzer, Wolfgang: "Wir sind anderer Meinung, aber wir bleiben im Dialog". Anglikani-
sche Bischöfe antworten auf das katholische Dokument "One Bread One Body" . In: KNA-
ÖKI (2001), Nr. 19/20, S. 5-9
31. Klausnitzer, Wolfgang: Art. Söhngen, Clemens Gottlieb . In: Biographisch-Bibliographi-
sches Kirchenlexikon Bd. 21 , Ergänzungen VIII (2003), S. 1446-1454.
32. Klausnitzer, Wolfgang: "Stets geliebte Schwester". Wo steht der ökumenische Dialog zwi-
schen Anglikanern und Katholiken? In: KNA-ÖKI (2003), Nr. 1, S. 1-6.
Seite 29
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
33. Klausnitzer, Wolfgang: Der Ursprung der Kirche im Christusgeschehen. Die Entstehung und
die Verfassungsstruktur der Kirche nach (römisch-)katholischem Verständnis. In: Was den
Glauben in Bewegung bringt. Fundamentaltheologie in der Spur Jesu Christi, FS Karl H.
Neufeld, hrsg. v. Andreas R. Batlogg, Mariano Delgado und Roman A. Siebenrock .
Freiburg : Herder, 2004. - 224-245 Seiten. ISBN 3-451-28317-4
Seite 30
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Dogmatik
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1720/21 Fax.: (0951) 863-4720
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung bis 30.09.2003: Prof. Dr. Georg Kraus
Prof. em. Dr. Georg Kraus
wiss. Mitarbeiter: • Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Dogmatiker und Funda-
Dipl.-Theol. Salvatore mentaltheologen
Loiero • Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Dogmatiker
Angestellte: • Sprecher der Herausgeber der Bamberger Theologischen Studien
Margit Müller • Referate in der Erwachsenenbildung
Forschungsschwerpunkte
Siehe Forschungsprojekt: Abfassung einer 6-bändigen Dogmatik in
Lehrbuchform
Veröffentlichungsreihen
’Bamberger Theologische Studien’ und ’Bamberger Theologisches
Forum’ / Peter Lang Verlag Herausgegeben von Klaus Bieberstein,
Peter Bruns, Volker Eid, Marianne Heimbach-Steins, Alfred Hierold,
Wolfgang Klausnitzer, Georg Kraus, Godehard Ruppert, Heinz-Gün-
ther Schöttler, Lothar Wehr, Peter Wünsche
Forschungsprojekte
Grundrisse der Dogmatik
Projektleitung: Erstellung einer sechsbändigen Dogmatik: Bd.1 Gotteslehre; Bd.2
Prof. Dr. Georg Kraus Schöpfungslehre; Bd.3 Christologie; Bd.4 Ekklesiologie; Bd.5 Sa-
Stichwörter: kramentenlehre; Bd.6 Eschatologie.
Lehrbuch der Dogmatik;
Gotteslehre; Schöpfungs- Lehrbuchform:
lehre und Theologische • inhaltlicher Überblick, der die wesentlichen Standardthemen des je-
Anthropologie; Christolo-
gie; Ekklesiologie; Sakra- weiligen Traktats erfaßt
mentenlehre; • verständlicher Durchblick mittels einer detaillierten Gliederung und
Eschatologie ausführlicher Erklärungen
Beginn: 1.1.1994 • optische Hilfsmittel in Form von Tabellen.
Kontakt:
Margit Müller
Forschungsstand: Bisher publiziert: Bd.1: Gott als Wirklichkeit.
Tel.: 0951/863 1721 Lehrbuch zur Gotteslehre, Frankfurt 1994.- Bd.2: Welt und Mensch.
Lehrbuch zur Schöpfungslehre, Frankfurt 1997.
Vorarbeiten: Relevante Vorlesungen sowie Seminare zu Spezialthe-
men.
Hypothesen: Je spezifische Lösungsvorschläge bei den Problemthe-
men der einzelnen Traktate.
Methodischer Dreischritt: 1. Biblische Grundlegung nach den Ergeb-
nissen der historisch-kritischen Exegese; 2. Glaubensgeschichtliche
Entfaltung bei repräsentativen Theologien und in lehramtlichen
Stellungnahmen; 3. Systematische Reflexion des biblischen und hi-
storischen Befundes als Interpretation für den Glauben heutiger
Menschen.
Seite 31
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Kraus, Georg: Gott als 0XX
Wirklichkeit. Lehrbuch zur Gotteslehre . Bd. 1 1. Aufl. Frankfurt :
Knecht, 1994. - 404 Seiten. ISBN 3-7820-0701-8
2. Kraus, Georg: Projekt: Grundrisse zur Dogmatik . In: Ruppert, Godehard (Hrsg.) : Gott zu
Sprache bringen ... Katholische Theologie in Bamberg. Bamberg : ?, 1996, (Forschungsfo-
rum: Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg Bd. 8), S. 51-58.
3. Kraus, Georg: Welt und Mensch. Lehrbuch zur Schöpfungslehre . Bd. 2 Frankfurt a.M. :
Knecht, 1997. - 571 Seiten. ISBN 3-7820-0756-5
Projektunabhängige Publikationen
1. Kraus, Georg: Der Mensch
0XXals Bild Gottes. Der anthropologische Grundansatz von Genesis
1 und 2 - systematisch und religionspädagogisch . In: Katechetische Blätter 107 (1982),
S. 531-535
2. Kraus, Georg: •Neue Perspektiven in der Prädestinationslehre. Versuch zur Lösung eines
ökumenischen Problems . In: Catholica 36 (1982), S. 115-129
3. Kraus, Georg: •Die Sache mit dem K. Das Kritische, Konstruktive, Kreative und Kommuni-
kative in der kirchlichen Erwachsenenbildung . In: Erwachsenenbildung 28 (1982), S. 83-
86
4. Kraus, Georg: Blickpunkt Mensch. Menschenbilder der Gegenwart aus christlicher Sicht .
1. Aufl. München : Pfeiffer, 1983. - 283 Seiten. ISBN 3-7904-0379-2
5. Kraus, Georg: Personale Offenbarung und religiöse Erfahrung. Guardinis Beitrag zur öku-
menischen Annäherung in Sachfragen der natürlichen Theologie . In: Theologie und Glaube
74 (1984), S. 93-114
6. Kraus, Georg: Gotteserkenntnis ohne Offenbarung und Glaube? Natürl. Theologie als öku-
men. Problem . Paderborn : Bonifatius, 1987 (Konfessionskundliche und kontroverstheolo-
gische Studien Bd. 50) . - 554 Seiten. ISBN 3-87088-480-0
7. Kraus, Georg: Siebenzahl und Einsetzung der Sakramente. Perspektiven zur Lösung einer
katholisch-lutherischen Differenz . In: Catholica 41 (1987), S. 214-234
8. Kraus, Georg: Der Mittler zwischen Gott und Mensch. Zur soteriologischen Bedeutung der
Gottessohnschaft Jesu Christi . In: ThPQ 137 (1989), S. 48-57
9. Kraus, Georg: •Das Menschenbild bei Nietzsche. Provokative Frageimpulse an heutige Me-
dizin und Mediziner . In: Garhammer, E. (Hrsg.) : Menschenbilder. Impulse für helfende
Berufe. Regensburg : Pustet, 1989, S. 53-67.
10. Kraus, Georg: Gott versöhnt den Menschen mit sich. Versöhnung in gnadentheologischer
Sicht . In: Garhammer, E. (Hrsg.) : ... und führe uns in Versöhnung. Zur Theologie und
Praxis einer christlichen Grunddimension. München : ?, 1990, S. 188-196.
11. Kraus, Georg: Die Freiheit des Menschen im Heilswirken Gottes. Zum Verhältnis von Gnade
und Freiheit in westkirchlicher Kontroverse . In: ? (Hrsg.) : Timitiko aphieroma ston kathi-
giti Joanni Kalogiru (Festschrift für Professor Johannes Kalogirou). Thessaloniki : ?, 1992,
S. 149-163.
12. Kraus, Georg: Gott als Licht und Liebe. Zur analogen Rede von Gott . In: Achleitner Wilhelm
; Winkler Ulrich (Hrsg.) : Gottesgeschichten. Beiträge zu einer systematischen Theologie.
Für Gottfried Bachl. Freiburg [Link]. : ?, 1992, S. 17-33.
13. Kraus, Georg: Universale Sündenverfallenheit. Ein Aquivalent für den Erbsündenbegriff .
In: Stimmen der Zeit 122 (1997), S. 261-268
14. Kraus, Georg: Bewahrung der Schöpfung. Leitmotive des christlichen Glaubens .
In: Anzeiger für die Seelsorge 106 (1997), S. 495-501
Seite 32
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
15. Kraus, Georg (Hrsg.): Theologie in der Universität. Wissenschaft - Kirche - Gesellschaft.
Festschrift zum Jubiläum: 350 Jahre Theologie in Bamberg . Frankfurt a.M. : Peter Lang,
1998 (Bamberger Theologische Studien Bd. 10) . - 297 Seiten.
16. Kraus, Georg: Glaube mit Vernunft. Ökumenischer Weg verifikativer Theologie .
In: Stubenrauch, Bertram (Hrsg.) : Dem Ursprung Zukunft geben. Glaubenserkenntnis in
ökumenischer Verantwortung. Freiburg [Link]. : Herder, 1998, S. 143-165.
17. Kraus, Georg ; Schmitt, Hanspeter (Hrsg.): Wider das Verdrängen und Verschweigen. Für
eine offene Streitkultur in Theologie und Kirche . 1. Aufl. Frankfurt a.M. : Peter Lang, 1998
(Bamberger Theologische Studien Bd. 7) . - 309 Seiten.
18. Kraus, Georg: Dostep do rozumienia Trojcy Swietej w perspektywie interpersonalnej (Zu-
gang zum Trinitätsverständnis in interpersonaler Perspektive) . In: Studia Teologizno-Hi-
storyczne Slaska Opolskiego 18 (1998), S. 137-151
19. Kraus, Georg: •Die dogmatische Theologie in ihrer wissenschaftlichen Interdisziplinarität
und gesellschaftlichen Bedeutung . In: Kraus, Georg (Hrsg.) : Theologie in der Universität.
Wissenschaft - Kirche - Gesellschaft. Festschrift zum Jubiläum: 350 Jahre Theologie in
Bamberg. Frankfurt a.M. : Peter Lang, 1998, (Bamberger Theologische Studien Bd. 10),
S. 75-96.
20. Kraus, Georg: Die Vereinbarkeit von Schöpfungsglaube und Evolution . In: Münchener
Theologische Zeitschrift 49 (1998), S. 113-124
21. Kraus, Georg: Die dogmatische Theologie in ihrer wissenschaftlichen Interdisziplinarität
und gesellschaftlichen Bedeutung . In: Kraus, Georg (Hrsg.) : Theologie in der Universität.
Wissenschaft - Kirche - Gesellschaft. Festschrift zum Jubiläum: 350 Jahre Theologie in
Bamberg. Frankfurt a.M. : Peter Lang, 1998, (Bamberger Theologische Studien Bd. 10),
S. 75-96.
22. Kraus, Georg: •Streiten um dogmatische Aussagen. Communiale Suche nach der Wahrheit
des Glaubens . In: Kraus, Georg ; Schmitt, Hanspeter (Hrsg.) : Wider das Verdrängen und
Verschweigen. Für eine offene Streitkultur in Theologie und Kirche. Frankfurt a.M. : Peter
Lang, 1998, (Bamberger Theologische Studien Bd. 7), S. 111-124.
23. Kraus, Georg: Überwindung des traditionellen Begriffs "Laien": Versuch mit dem integrati-
ven Oberbegriff "Kirchenmitglieder" . In: Kraus, Georg (Hrsg.) : Wozu noch Laien? Für das
Miteinander in der Kirche. Frankfurt a.M. : Peter Lang, 2001, (Bamberger Theologisches
Forum Bd. 2), S. 7-16.
24. Kraus, Georg (Hrsg.): Wozu noch Laien? Für das Miteinander in der Kirche . Frankfurt a.M. :
Peter Lang, 2001 (Bamberger Theologisches Forum Bd. 1) . - 126 Seiten.
25. Kraus, Georg (Hrsg.): Zukunft im Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften .
Frankfurt a.M. : Peter Lang, 2001 (Bamberger Theologisches Forum Bd. 2) . - 104 Seiten.
Seite 33
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Moraltheologie
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1751 Fax.: (0951) 863-4751
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Möglicherweise unterstützt die traditionelle Bezeichnung Moral-
Prof. Dr. Volker Eid theologie die häufig anzutreffende Meinung, christlicher Glaube,
wiss. Mitarbeiter: christliche Kirche seien vor allem als Moral-Präzeptoren zu verste-
Dr. Hanspeter Schmitt
Sekretärin: hen, verfolgten also in erster Linie das Interesse moralischer Indok-
Rosemarie Dürr trinierung. Tatsächlich geht es um die wissenschaftlich
verantwortete Reflexion der Bedeutung christlicher Glaubens-Über-
zeugung für das moralische Gesinnungs-Konzept der Menschen, die
den christlichen Glauben als Lebensform wählen bzw. gewählt ha-
ben, und zwar mitten in ihrer Gesellschaft und in voller Mitverant-
wortung für diese. Es geht also nicht um eine Sondermoral bzw. eine
Sonderethik. Faktisch gelebte Moral und die sie reflektierende Ethik
sind anthropologisch zu bestimmen. Doch enthält jede Moral welt-
anschauliche (präziser "wertende") Optionen, mehr oder weniger
bewußt und reflektiert. Sofern diese Optionen bewußt christlich aus-
gerichtet werden, sind sie Gegenstand der Moraltheologie, die "mo-
derner" auch Theologische Ethik genannt wird.
Dieses zur systematischen Theologie gehörende Fach bedarf sehr
stark interdisziplinärer Ausrichtung und Methodik, weil die morali-
sche Herausforderung christlichen Glaubens sowohl die theologische
wie auch die philosophische und die sozialanthropologische Reflexi-
on erfordert. Die Darstellung konkreter Lebensformen (z.B. Ehe und
Familie) und Lebensvollzüge (Ökologie, aber auch Spiritualität) ist
nicht ohne psychologische und sozialwissenschaftliche Kontexte
möglich. Nicht zuletzt hat jede Ethik auch die Frage nach der Aus-
bildung moralisch relevanter Kompetenzen zu erörtern (Moralpäd-
agogik).
Prof. Dr. Volker Eid, geb. 1940, ist seit 1972 Professor der Moral-
theologie in Bamberg; 1974-1977, 1981-1983 Dekan der Fakultät
Katholische Theologie, 1977-1980 Vizepräsident der Universität.
Nach seiner Emeritierung, voraussichtlich im Jahre 2005, wird der
Lehrstuhl für Moraltheologie zu einer C 3-Professur abgesenkt.
Kooperationsbeziehungen
[Link]. Walter Lesch (Université catholique de Louvain; Projekt
"Rechtfertigungslehre und Theologische Ethik")
Veröffentlichungsreihen
Bamberger Theologische Studien. Hrsg. K. Bieberstein, P. Bruns, V.
Eid, M. Heimbach-Steins, A. Hierold, W. Klausnitzer, Gg. Kraus, G.
Ruppert, H.-G. Schöttler. Peter Lang Verlag Frankfurt/Main 1995 - .
Bamberger Theologisches Forum. Hrsg. K. Bieberstein, P. Bruns, V.
Eid, M. Heimbach-Steins, A. Hierold, W. Klausnitzer, Gg. Kraus, G.
Ruppert, H.-G. Schöttler. Peter Lang Verlag Frankfurt/Main 2001 - .
Moraltheologie interdisziplinär, Hrsg. V. Eid, Matthias-Grünewald-
Verlag Mainz (1975) 1982 - .
Seite 34
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Theologie zur Zeit. Hrsg. J. Blank, P. Eicher, V. Eid, O. Fuchs, M.
Görg, P. Hoffmann, B. Lang, N. Mette, M.-Th. Wacker, J. Werbick,
Patmos-Verlag Düsseldorf 1986-1989
Forschungsprojekte
Rechtfertigungslehre und Theologische Ethik
Projektleitung: In die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" (1999) hat
Prof. Dr. Volker Eid man gegen Ende zu einen kurzen Ausblick eingefügt: "Unser Kon-
Prof. Dr. Lesch, Walter sens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre muss sich im Le-
Beteiligte:
Prof. Dr. Klaus Bieberstein ben und in der Lehre der Kirchen auswirken und bewähren. Im Blick
Dr. Sabine Bieberstein darauf gibt es noch Fragen von unterschiedlichem Gewicht". Nach
Prof. Dr. Volker Eid der Aufzählung einiger in der Tat wichtiger ekklesiologisch-theologi-
Prof. Dr. Heil, Christoph scher und ekklesiologisch-struktureller Aspekte wird "schließlich"
Dr. Heil, Uta
auch die "Beziehung zwischen Rechtfertigung und Sozialethik" ge-
Prof. Dr. Paul Hoffmann
Prof. Dr. Hoppe, Rudolf nannt. Aus diesem knappen Hinweis lässt sich kaum (oder doch?)
Prof. Dr. Lesch, Walter ersehen, welches Gewicht man der Erörterung dieser "Beziehung"
Dr. Hanspeter Schmitt beimisst, auch bleibt unklar, was man mit dem Begriff "Sozialethik"
Prof. Dr. Ulrich, Hans G. inhaltlich genau meint, also in welche Richtung die Beziehungs-Fra-
Beginn: 19.10.2003
ge zielt. Wie auch immer, die systematische Reflexion der Rechtfer-
tigungslehre gehört, katholischerseits, bislang hauptsächlich zur
dogmatischen Theologie bzw., im Blick auf die Ökumene, zur Fun-
damentaltheologie. Das bisherige theologisch-ethische Defizit mag
also teilweise mit der Einteilung der theologischen "Zuständigkei-
ten" zu erklären sein, also damit, dass die ethischen Implikationen
der paulinischen Rechtfertigungslehre in der Theologischen Ethik
nur reduziert wahrgenommen wurden: Absage an die Verdienstmo-
ralität und gnädige Sündenvergebung. Dass die Rechtfertigungsleh-
re für die Konzeption und Praxis christlich gelebter Moral dagegen
sehr bedeutsam ist, also für die noch keineswegs ausreichend dis-
kutierte Frage nach dem sogenannten "christlichen Proprium" blieb
ziemlich unbeachtet.
Ziel des Kooperationsprojektes ist die durch eine ausführliche Dis-
kussion (u.a. Symposium) für eine gemeinsame Publikation zu er-
arbeitende ethisch-anthropologische Bedeutung der paulinischen
Rechtfertigungslehre
• bezüglich des Verständnisses der conditio humana (anthropol.
Aspekt);
• bezüglich insbes. der Wahrnehmung der Fragmentarität, Fragilität
und Riskiertheit (Prekarietät à la Heidegger) menschlicher Existenz;
• daher bezüglich der Möglichkeit und Notwendigkeit der konkreten
Existenz-Wahrnehmung und -Deutung "im Horizont des Absoluten"
("Theo-Logie" im Sinne von Horkheimer: die Hoffnung auf die bzw.
die Frage nach der Endgültigkeit des Lebens ist eine reale Frage
menschlicher Existenz, eine in concreto immer dynamisierende Fra-
ge);
• bezüglich der (Un-) Fähigkeit, die eigene Existenz gegenüber unaus-
weichlichen massiven Irritationen zu sichern und sie end-gültig zum
Gelingen zu bringen, bei gleichzeitiger Sehnsucht zu gelingen;
• bezüglich der Entdeckung / Erkenntnis des Glaubens als frei gewähl-
te, auf Gott, das Absolute hin geöffnete, zugleich von diesem be-
stimmte versöhnende Existenzform;
Seite 35
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• einer Moralität, die sich in dieser Existenzform von der Angst vor
dem Misslingen befreit erfährt und ihr daher bewusst eingeordnet
wird;
• bezüglich einer Moralität, die sich, von den Zwängen autoritärer Ge-
horsams-Abhängigkeit entlastet, zu einer kreativ-gestalterischen
und kritisch prüfenden Lebensgestaltung herausgefordert erfährt.
Derzeit geplante Arbeitsthemen:
I. Die RL des Paulus; ihre alt- und neutestamentlichen, auch ihre an-
tik-zeitgenössischen Kontexte.
• 1. Wesentliche Aspekte der paulinischen RL.
• 2. Aus welcher Existenzbefindlichkeit (bzw. -erfahrung)heraus for-
muliert Paulus das Erlösungsbedürfnis?
• 3. Alttestamentliche Kon-Texte.
• 4. Die "Jesus-Parallele". (Bemerkung: diese "J.-P." sollte in allen Bei-
trägen mit bedacht werden, wo und soweit sinnvoll möglich).
II. Rezeptionen.
• 1. Augustinus.
• 2. [Weitere interessante frühchristliche Rezeption? Zur Bedeutung
der Kanonisierung]
• 3. M. Luthers "Entdeckung" der RL; ihre fundamentale Bedeutung für
reformatorische Theologie.
• 4. Katholische Rezeption(en) und die Bedeutung der Gemeinsamen
Erklärung.
• 5. Zeitgenössische philosophische Paulus-Lektüre.
III. Theol.-ethische Rezeption heute.
• 1. Grundsätzliche hermeneutische Fragen im Sinne der Propriums-
Debatte: Bibel, Glaube, Moral
• 2. Gottes- und Glaubens-Verständnis der RL, heute reflektiert.
• 3. Glauben - gerechtfertigte Existenz: in ethischer Absicht heute re-
flektiert.
• 4. RL als konkrete moralische Herausforderung.
Publikationen
1. Eid, Volker: Die Verbindlichkeit
0XX der paulinischen Freiheitsbotschaft für die christliche Le-
bensgestaltung . In: Teichtweier, Georg ; Dreier, Wilhelm (Hrsg.) : Herausforderung und
Kritik der Moraltheologie. Würzburg : Echter, 1971, S. 184-205.
2. Eid, Volker: Die Gegenwart der Güte Gottes wahrnehmen. der Beitrag des Christlichen für
eine humane Moral . In: Bader, D. (Hrsg.) : Universalität als Auftrag des Glaubens. Mün-
chen/Zürich : Steiner, 1982, S. 75-91.
3. Eid, Volker: Die moralische Herausforderung christlichen Glaubens als Begründung und Ge-
genstand Theologischer Ethik. Ein Konzept-Relief . In: Demmer, K. ; Ducke, K.-H. (Hrsg.)
: Moraltheologie im Dienst der Kirche (Festschrift W. Ernst). Leipzig : Benno, 1992, S. 301-
308.
4. Eid, Volker: " ... dann erhebt eure Häupter" (Lk 21,28). Die sittlichen Weisungen Jesu als
Evangelium - In Erinnerung an Josef Blank . In: Lebendige Seelsorge 46 (1995), S. 4-9
5. Eid, Volker: "Vom Standpunkt der Erlösung ...". Rechtfertigung und Moral - ein Versuch .
In: Neuner, Peter ; Lüning, Peter (Hrsg.) : Theologie im Dialog. Festschrift für Harald Wag-
ner. Münster : Aschendorff, 2004, S. 197-208.
Seite 36
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Eid, Volker: Solidarität 0XX
angesichts der Grenze. Erörterung der Hilfe beim Sterben als Vor-
überlegung für eine Ethik des Helfens . In: Wagner, Harald (Hrsg.) : Grenzen des Lebens.
Wider die Verwilderung von Sterben, Tod und Trauer. Frankfurt/M. : Knecht, 1991, S. 125-
146.
2. Eid, Volker: Ethische Probleme um den Beginn menschlichen Lebens . In: Zeitschrift für
ärztliche Fortbildung 87 (1993), S. 788-796
3. Eid, Volker: Kirchenstruktur und "christliche Moral". Die moralische Herausforderung im
christlichen Glauben und kommunikatives Handeln . In: ZEE 37 (1993), S. 59-69
4. Eid, Volker: Ziviler Ungehorsam gegen restriktive Asylpolitik? Ethische Begründung des Kir-
chenasyls . In: Barwig, Klaus ; Bauer, Dieter R. (Hrsg.) : Asyl am Heiligen Ort. Sanctuary
und Kirchenasyl. Vom Rechtsanspruch zur ethischen Verpflichtung. Ostfildern : Schwaben,
1994, S. 63-76.
5. Eid, Volker: Moralerziehung in pluraler Lebenswelt - und "christliche Moral"? Demokratische
Moral als moralpädagogisches Ziel . In: Eid, Volker ; Elsässer, Antonellus ; Hunold, Gerfried
W. (Hrsg.) : Moralische Kompetenz. Chancen der Moralpädagogik in einer pluralen Lebens-
welt. Mainz : Matthias Grünewald, 1995, S. 143-174.
6. Eid, Volker: Privilegiertes Denken? Wiederbegegnung mit Theodor Haecker in der Perspek-
tive von Walter Benjamin und Max Horkheimer . In: Hanssler, Bernhard ; Siefken, Hinrich
(Hrsg.) : Leben und Werk. Texte, Briefe, Erinnerungen, Würdigungen...zum 50. Todestag
am 9. April 1995. Sigmaringen : Jan Thorbecke, 1995, (Esslinger Studien Bd. 15), S. 261-
270.
7. Eid, Volker: Todeswissen und Gottesfrage. Zur theologischen Annäherung an die Frage:
Wie kann ich "wissen", was der Tod ist? In: Reiter, Johannes ; Angel, Hans-Gerd ; Wirtz,
Hans-Gerd (Hrsg.) : Aus reichen Quellen leben. Ethische Fragen in Geschichte und Gegen-
wart. Festschrift Helmut Weber. Trier : Paulinus, 1995, S. 205-217.
8. Eid, Volker: Die Reise zum Ich. Finde ich mich selbst in der Ferne? Jedenfalls ein Plädoyer
für „kreatives Reisen", . In: Taxacher, Gregor (Hrsg.) : Fernweh - Seelenheil - Erlebnislust.
Von Reisemotiven und Freizeitfolgen. Bergisch Gladbach : Thomas-Morus-Akademie Bens-
berg, 1998, (Bensberger Protokolle Bd. 92), S. 129-150.
9. Eid, Volker: Theologie - eine universitäre Wissenschaft? In: Kraus, Georg (Hrsg.) : Theolo-
gie in der Universität. Wissenschaft, Kirche, Gesellschaft. Festschrift zum Jubiliäum 350
Jahre Theologie in Bamberg. Frankfurt/Main u.a. : Peter Lang, 1998, (Bamberger Theolo-
gische Studien Bd. 10), S. 37-51.
10. Eid, Volker: Gewissen: Verantwortliches Selbst-Bewußtsein . In: Gruber, Hans-Günter ;
Hintersberger, Benedikta (Hrsg.) : Das Wagnis der Freiheit. Theologische Ethik im interdis-
ziplinären Gespräch. Johannes Gründel zum 70. Geburtstag. Würzburg : Echter, 1999,
S. 170-180.
Seite 37
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Christliche Soziallehre und Allgemeine Reli-
gionssoziologie
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 1734 Fax.: 0951/863 4734
E-Mail: csl@[Link]
Leitung: Die Forschung am Lehrstuhl für "Christliche Soziallehre und Allge-
Prof. Dr. Marianne Heim- meine Religionssoziologie" konzentriert sich auf verschiedene Ge-
bach-Steins biete der Christlichen Sozialethik. In der Lehre wird außerdem die
Sekretärin:
Gertrud Böhnlein Allgemeine Religionssoziologie vertreten.
Privatdozent: Christliche Sozialethik ist Ethik der Gesellschaft. Sie stellt die Frage
apl. Prof. Dr. Günter Wil-
nach einer gerechten Gestalt der sozialen Institutionen und nach
helms
Wissenschaftlicher Mit- den Bedingungen, unter denen ein gutes Leben für alle möglich ist.
arbeiter: Christliche Sozialethik stellt diese Fragen im Kontext der wissen-
Alexander Filipovic, M.A. schaftlichen Theologie. Theologie nimmt in ihrem Denken die Glau-
Studentische Hilfskräf- bensüberzeugung von der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus
te:
Kathrin Grander
ernst; sie geht von der unbedingten Solidarisierung Gottes mit sei-
Noemi Overbeck nen Geschöpfen aus und denkt in der Perspektive des Heilswillens
Kevin Rosenkranz Gottes für alle Menschen. Eine solche Theologie muss auch in ihrer
Theoriearbeit nahe bei den Menschen und ihrer Lebenswirklichkeit
sein. Deshalb kann sie nicht auf eine Disziplin verzichten, die diese
konkrete Lebenswirklichkeit in ihren sozialen Bedingungen und in-
stitutionellen Entfaltungen auf ihre ethische Qualität hin prüft und
begleitet. Eben dies ist Anliegen und Aufgabe einer christlichen So-
zialethik.
Ihr Grundthema ist also die menschliche Existenz in ihren Leben
stiftenden und Leben erhaltenden sozialen Bezügen, in ihren Be-
dingtheiten und Zweideutigkeiten. Dabei reflektiert sie insbesonde-
re die Erfahrung, dass in der von Menschen gestalteten Welt nicht
alles zum Besten bestellt ist und das Miteinander-Leben im kleinen
wie im großen nicht „automatisch" gelingt. Christliche Sozialethik
denkt realistisch und nimmt die Erfahrung ernst, dass menschliche
Existenz individuell wie in ihren sozialen Bindungen und institutio-
nellen Abhängigkeiten der Spannung zwischen Gelingen und Schei-
tern unterliegt. Diese Erfahrung ist aber nicht einfach „Schicksal"!
Philosophisch- und theologisch-ethisches Nachdenken deckt auf,
dass die Ambivalenz von Gelingen und Scheitern zu tun hat mit Frei-
heit als Grundvoraussetzung und Gerechtigkeit als Zielperspektive
des Handelns im sozialen Zusammenhang: Dank der Freiheit funk-
tionieren Menschen nicht einfach, sondern handeln und entschei-
den, schaffen gesellschaftliche Strukturen und üben Macht aus:
Freiheit ruft nach Verantwortung, aber sie schließt auch Unverant-
wortlichkeit nicht aus. Gerechtigkeit muss je neu errungen, um sie
muss gestritten werden - in den personalen Beziehungen wie in den
gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen; durch die Verabso-
lutierung von Eigeninteressen, von partikularen Zielsetzungen,
durch die Verfolgung sittlich fragwürdiger Ziele kann sie aber auch
unterlaufen und zu grober Ungerechtigkeit verkehrt werden. Ge-
rechtigkeit wird immer nur annäherungsweise, nicht endgültig und
vollkommen erreicht werden. Dieser bleibenden Aufgabe ist die So-
zialethik verpflichtet. Sie erarbeitet und begründet Maßstäbe und
Kriterien gerechter Praxis. Und sie fragt nach Möglichkeiten und
Strategien, gesellschaftliche Prozesse, politische und ökonomische
Seite 38
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Entscheidungen auf das Ziel gesellschaftlicher Gerechtigkeit auszu-
richten. Das heißt vor allem: ihr Nachdenken dient dem Ziel, ein
Mehr an Gerechtigkeit, an Lebenschancen und personalen Entfal-
tungsmöglichkeiten für alle zu eröffnen. Ein zentraler Prüfstein, ob
eine politische oder wirtschaftliche Entscheidung diesem Ziel dient,
ist die Verbesserung der Situation für jene Menschen, die auf der
Schattenseite bzw. am Rand des sozialen Ganzen stehen. Christli-
che Sozialethik kann die Fragen des menschlichen Zusammenlebens
in Gesellschaft nicht angemessen bearbeiten, ohne mit anderen
Wissenschaften ins Gespräch zu treten, die sich ebenfalls mit dem
Menschen und mit seiner Lebenswelt, mit den sozialen Institutionen
und ihren Funktionsgesetzen befassen. Je nach konkretem Gegen-
stand kommen viele Fächer als Gesprächspartner und Erkenntnis-
quellen der Sozialethik in Frage: Soziologie, Politikwissenschaften,
Friedens- und Konfliktforschung, Ökonomie, Pädagogik, Technik-
und Umweltwissenschaften, Medizin und Biowissenschaften, Sozial-
psychologie u.a.m. Einerseits geht die christliche Sozialethik bei die-
sen Wissenschaften in die Schule, um geeignete Instrumentarien für
die Analyse gesellschaftlicher Zusammenhänge und Prozesse ken-
nen zu lernen und für sich fruchtbar zu machen; andererseits kann
sie ihnen mit ihrer ethischen Frageperspektive auch einen eigenen
Beitrag zur Wahrnehmung und Deutung herausfordernder Situatio-
nen und zur Lösung gesellschaftlicher Probleme anbieten. (Aus:
Heimbach-Steins, Marianne (Hrsg.): Christliche Sozialethik. Ein
Lehrbuch. Unter Mitarbeit von [...]. Regensburg 2004 (im Druck).)
Die Leitung des Lehrstuhls hat Frau Prof. Dr. Marianne Heimbach-
Steins: Studium der Katholischen Theologie und Germanistik in
Bonn, Würzburg, Fribourg und Leuven/Belgien; Erstes und Zweites
Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien (1983/1985); Promo-
tion in katholischer Theologie 1988; Habilitation 1994. 1987-1995
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, 1995-1996 Hochschuldozentin für
Christliche Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät
Münster; Schriftleiterin des "Jahrbuchs für Christliche Sozialwissen-
schaften" 1987-1998; ab 1.4.1996 Inhaberin des Lehrstuhls für
Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie an der
Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bamberg; Univer-
sitätsfrauenbeauftragte 1999-2002; zweite Sprecherin des Gradu-
iertenkollegs "Anthropologische Grundlagen und Entwicklungen im
Christentum und Islam"; Vorsitzende von AGENDA - Forum katholi-
scher Theologinnen e.V. ; Dekanin der Theologischen Fakultät der
Universität Bamberg 2002-2004; Geschäftsführende Direktorin des
Zentrums für Interreligiöse Studien an der Universität Bamberg.
Forschungsschwerpunkte
• Grundlagen christlicher Sozialethik: Begründungsfiguren sozialethi-
scher Normierung; argumentative und methodologische Verknüp-
fung theologischer, sozialphilosophischer und
gesellschaftsanalytischer Einsichten.
• Menschenrechte und christliche Sozialethik: Menschenrechtsrezepti-
on in der kirchlichen Sozialverkündigung; aktuelle Menschenrechts-
probleme (u.a. in der Gesellschaft der BRD).
• Sozialethische Genderforschung: Geschlechterverhältnis in der
christlichen Sozialethik; Geschlechtergerechtigkeit als gesellschafts-
ethische Norm.
Seite 39
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Familienethik: Wertvorstellungen und Leitbilder familialen Lebens;
Familienleitbilder in der katholisch-theologischen Ethik und Verkün-
digung; Vermittlungsprobleme zwischen kirchlichen Bildern von Fa-
milie und gesellschaftlichen Entwicklungen.
• Sozialethik des kirchlichen Lebens: Die katholische Kirche als Insti-
tution, ihr theologisches Selbstverständnis und der Anspruch ihrer
Sozialethik in den Konsequenzen für die Gestaltung der Institution.
• Medienethik: Interdisziplinäre Forschungen für eine Kommunikati-
onspolitik nach christlich-sozialethischen Grundlagen.
• Bildungsethik: Grundlagenfroschung; Bildung als Gerechtigkeitsfra-
ge; theoretische Zugänge und politisch praktische Herausforderun-
gen in sozialethischer Perspektive.
Kooperationsbeziehungen
• Arbeitsgemeinschaft katholisch sozialer Bildungswerke
• Deutsche Bischofskonferenz, Kommission VI (gesellschaftliche und
soziale Fragen)
• Forschungsinstitut für Philosophie Hannover: Direktor Dr. Gerhard
Kruip
• Katholischer Deutscher Frauenbund/Theologische Kommission
• Universität Erlangen: Prof. Dr. Hans-Günther Ulrich (Systematische
Theologie, Evangelisch-Theologische Fakultät)
• Universität Regensburg: Prof. Dr. Herbert Schlögel (Moraltheologie)
• Zentralkomitee der Deutschen Katholiken
Wissenschaftliche Tagungen
• "Bildung und Beteiligungsgerechtigkeit". Ein sozialethisches Kollo-
quium an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (30.09. -
02.10.2002) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerhard Kruip (For-
schungsinstitut für Philosophie, Hannover)
• verschiedene Tagungen im Rahmen des Graduiertenkollegs "Anthro-
pologische Grundlagen und Entwicklungen im Christentum und Is-
lam" der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Aspekte geschlechterdifferenzierender Wahrnehmung in der katholischen Fami-
lienethik.
Projektleitung: Katholische Familienethik wird als Paradigma normativer Orientie-
Prof. Dr. Marianne Heim- rung analysiert. Familienbezogenes Handeln (in Politik, Bildung etc.)
bach-Steins braucht Leitbilder. In weitreichender Konvergenz mit dem bürger-
Beteiligte:
Dr. theol. Hartmut Köß lich-patriarchalen Familienverständnis hat das katholische Leitbild
Florian Lamprecht von "Ehe und Familie" mit starken normativen Implikationen über
Stichwörter: Jahrzehnte die Familienpolitik der BRD mitgeprägt. Heute fungiert
Familienbilder; Familien- es gesellschaftlich eher als Projektionsfläche der Kritik bestimmter
leitbilder; Geschlechter-
Normen. Die Auseinandersetzung fokussiert sich nicht zuletzt auf
verhältnis;
geschlechtsspezifische Ar- das dem katholischen Leitbild inhärente Modell des Geschlechter-
beitsteilung verhältnisses. Anhand der zu untersuchenden Aspekte (Ansätze,
Laufzeit: 1.9.2000 - Enwicklung, Defizite) genderspezifischer Wahrnehmung sollen pa-
31.8.2003 radigmatisch Genese und Wandel von Leitbildern analysiert werden.
Im Bezug auf diese Fragestellung wurden untersucht:
• Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlicher Familienrealität und
der Artikulation normativer Orientierungen auf verschiedenen Ebe-
Seite 40
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
nen des kirchlichen Selbstvollzuges (Praxis/Verbände, Lehramt;
Wissenschaft)
• Ideologische Grundlagen des katholischen Familienbildes in Relation
zur hierarchisch-patriarchalen Sruktur der Institution Kirche
• Ausgewählte Anwendungsfelder (Familienformen; Reproduktion; Fa-
milienpolitik; geschelchtsspezifische Arbeitsteilung; Gewalt etc.)
Aus der Analyse von Entwicklungen, Ansätzen und Defiziten gender-
spezifischer Wahrnehmung sind paradigmatisch Konsequenzen ge-
zogen worden für grundlegende Anforderungen an normative
Leitbilder und deren Vermittlungsfähigkeit unter gegebenen gesell-
schaftlichen Bedinungen.
Publikationen
1. Heimbach-Steins, Marianne:
0XX Würde und Rechte der Frau aus der Sicht der Katholischen So-
ziallehre . In: Lutz-Bachmann, Matthias (Hrsg.) : Freiheit und Verantwortung. Ethisch han-
deln in den Krisen der Gegenwart. Berlin/Hildesheim : Morus, 1991, S. 214-247.
2. Heimbach-Steins, Marianne: Weibliche Moral? Geschlechterdifferenz und universalistische
Ethik . In: Holderegger, Adrian (Hrsg.) : Fundamente der Theolgischen Ethik. Bilanz und
Neuansätze. Freiburg [Link]./Freiburg i. Ue. : Herder/Universitätsverlag, 1996, S. 405-430.
3. Heimbach-Steins, Marianne: Ehe - Partnerschaft - Familie. Kirche in einem schwierigen
Lernprozeß . In: Zeitschrift für Familienforschung 11 (1999), S. 5-20
4. Heimbach-Steins, Marianne: Auf der Suche nach dem Ort der Geschlechterdifferenz in der
Ethik . In: Jahrbuch des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover 11 (2000), S. 95-
119
5. Heimbach-Steins, Marianne: Sichtbehinderung. Das Geschlechterverhältnis in der Wahr-
nehmung christlicher Sozialethik . In: Gentner, Ulrike (Hrsg.) : Geschlechtergerechte Vi-
sionen. Politik in Bildungs- und Jugendarbeit. Königstein/Ts. : Ulrike Helmer Verlag, 2001,
S. 257-392.
Bildung und Beteiligungsgerechtigkeit
Projektleitung: Die Bildungsdebatte wirft zahlreiche Gerechtigkeitsfragen auf. Zu
Prof. Dr. Marianne Heim- deren Klärung entwickelt das Projekt aus theologischer Perspektive
bach-Steins eine anthropologisch fundierte und normativ begründete Sozialethik
Beteiligte:
Dipl.-Theol. Dipl.-Päd. der Bildung, die Bildung als zentrales Medium von Beteiligung ver-
Axel Bernd Kunze steht. Ausgehend vom christlichen Menschenbild werden Ziele einer
Kruip, Gerhard nachhaltigen Bildung bestimmt. Die normative Begründung orien-
Stichwörter: tiert sich am Leitprinzip der Beteiligungsgerechtigkeit. Dieses wird
Bildung, Pisa, Beteiligung,
in zwei Richtungen operationalisiert: im Menschenrecht auf Bildung
Bildungsfinanzierung, Fi-
nanzierung, Bildungspoli- und im Verständnis von Bildung als eines gemischten Gutes. Die
tik, Gerechtigkeit, Überlegungen werden für drei Bereiche konkretisiert: Untersucht
Sozialethik wird, wie die Zugangsbedingungen gestaltet sein müssen, damit sie
Beginn: 1.10.2001 eine möglichst weit reichende Bildungsbeteiligung ermöglichen. Fer-
Mitwirkende Institutio-
nen:
ner wird gefragt, wie sich Bildungsinhalte ethisch qualifizieren las-
Forschungsinstitut für Phi- sen, um dem Anspruch zu genügen, die Adressaten zu
losophie, Hannover gesellschaftlicher Beteiligung zu befähigen. Schließlich wird ein be-
Kontakt: teiligungsgerechtes Modell zur Bildungsfinanzierung erarbeitet. Im
Prof. Dr. Marianne Heim- Rahmen des Projektes wird eine im Onlinebibliographie erstellt. Das
bach-Steins
Tel.: 0951/863 1733, Projekt wird durch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe mitgetragen.
Fax: 0951/863 4734, E- Beginn der Vorarbeiten: 24. Oktober 2001
Mail: [Link]-
steins@[Link]-bam- Vorbereitungsprojekt: vom 01. April bis 30. September 2003
[Link]
Eine Fortsetzung des Projektes ist geplant und in Arbeit.
Seite 41
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Heimbach-Steins, Marianne
0XX ; Kruip, Gerhard (Hrsg.): Bildung und Beteiligungsgerechtig-
keit. Sozialethische Sondierungen . Gütersloh : Bertelsmann, 2003. - 270 Seiten.
2. Filipovic, Alexander ; Kunze, Axel Bernd (Hrsg.): Wissensgesellschaft. Herausforderungen
für die christliche Sozialethik . (12. Forum Sozialethik: Wissensgesellschaft. Herausforde-
rungen für die christliche Sozialethik. Kommende Dortmund 2.-4.9.2002) Münster : Lit,
2003 (Bamberger Theologisches Forum. Bd. 6) . - ISBN 3-8258-7038-3
3. Heimbach-Steins, Marianne: Beteiligung durch Bildung - Bildung für Beteiligung. Sozial-
ethische und bildungspolitische Anfragen . In: Zeitschrift für internationale Bildungsfor-
schung und Entwicklungspädagogik 26 (2003), S. 21-26
4. Heimbach-Steins, Marianne: Bildung für die Weltgesellschaft. Sozialethische Sondierungen
. In: Stimmen der Zeit 127 (2002), S. 371-382
5. Heimbach-Steins, Marianne: Bildung und Beteiligungsgerechtigkeit. Zu einem sozialethi-
schen Forschungsdesiderat . In: Ethica 11 (2003), Nr. 4, S. 339-362
Dissertationsprojekt: Anthropologische Aspekte in Gerechtigkeitskonzeptionen -
die Sozialethik des capability-approach. (Diss., seit 02/2003)
Projektleitung: In der zeitgenössischen sozialethischen Theoriebildung besteht
Winkler, Katja weitgehend Konsens darüber, dass soziale Verhältnisse dann ge-
Stichwörter: recht sind, wenn sie die individuelle Freiheit der Person, das je eige-
Eithik; Sozialethik; Theo-
logie; Freiheit; Anthropo- ne gute Leben zu leben, fördern und nicht behindern. Zugunsten
logie; Gerechtigkeit: dieser persönlichen Handlungsfreiheit wurden bis vor Kurzem in-
Fähigkeitenansatz; capa- haltliche Vorstellungen vom Menschen und seinem guten Leben aus
bilities; capability- der Rechtsbegründung ausgeklammert; d.h. anthropologische
aproach;
Aspekte spielten innerhalb Gerechtigkeitstheo-rien kaum eine Rolle.
Laufzeit: 1.2.2003 -
31.7.2006 Es stellt sich nun die Frage, ob diese Marginalisierung anthropologi-
Förderer: scher Annahmen gerechtfertigt ist. TheoretikerInnen des capability-
DFG, Graduiertenkolleg approach, wie M.C. Nussbaum und A. Sen, würden diese Frage ver-
der Universität Bamberg: neinen. Sie ermitteln auf umfassender anthropologischer Grundlage
Anthropologische Grund-
lagen und Entwicklungen
eine allgemeine vage Konzeption des Guten als gerechtigkeitstheo-
im Christentum und im Is- retische Zielvorstellung. Diese soll, indem sie die substantielle Frei-
lam (Promotionsstipendi- heit der Einzelnen gewährleistet, sozialpolitische Orientierung
um seit 01.02.03) geben. Eine solche materiale Gerechtigkeitstheorie scheint speziell
dort Problemlösungskapazitäten freizusetzen, wo formale Ansätze
an ihre Grenzen stoßen, wie etwa auf dem Feld der Begründung so-
zialer Anspruchsrechte, aus denen sich konkrete sozialstaatliche
und entwicklungspolitische Aufgaben wie Familienförderung, Ge-
sundheitsfürsorge, Bereitstellung eines Bildungsangebots etc. erge-
ben. Unbestreitbar ist der beachtliche Einfluss des Fähigkeiten-
ansatzes auf die entwicklungspolitische Praxis. Umstritten bleibt je-
doch in der theoretischen Diskussion die Universalisierbarkeit an-
thropologischer Annahmen und inhaltlicher Vorstellungen des
Guten, von der der Ansatz ausgeht. Das Anliegen meines For-
schungsprojektes ist es nun, mit Blick auf den capability-approach
den Stellenwert anthropologischer Annahmen für die Sozialethik zu
untersuchen und so einen Beitrag zur Verhältnisbestimmung zwi-
schen Rechtem und Gutem zu leisten. Vor der Analyse des Fähigkei-
tenansatzes soll die Problematik in einem systemgeschichtlichen
Überblick erörtert werden; hierbei wird besonders auf die ethische
Argumentationsform des Naturrechts zu achten sein, die sich grund-
Seite 42
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
sätzlich auf anthropologische Aspekte stützt. Insgesamt wird diese
systematische Klärung unter Beachtung aktueller nationaler sowie
internationaler sozialer Probleme geschehen. Mein Ziel ist es, auf-
grund der Analyseergebnisse Konsequenzen hinsichtlich eines aktu-
ellen Entwurfs von christlicher Sozialethik zu ziehen. [Stand:
02.08.2004]
Dissertationsprojekt: Das Wort ist Fleisch geworden - die Bedeutung verbaler und
non-verbaler Traditionen in der ethischen Reflexion. Impulse aus der hermeneu-
tisch-biblischen Arbeit Elisabeth Schüssler Fiorenzas. (Arbeitstitel) (Diss., seit
01/2004)
Projektleitung: Gegenstand dieser Arbeit ist das Ergebnis der Verdichtung zweier
Rödiger, Kerstin Fragestellungen: Zum einen beschäftigt mich die Zusammenarbeit
Beginn: 1.1.2004 zwischen biblischer Theologie und Christlicher Sozialethik, zum an-
Kontakt:
Dipl.-Theol. Kerstin Rödi- deren bin ich der Arbeit an Traditionen auf der Spur. Hintergrund
ger hierfür ist meine Diplomarbeit zum Thema „Körper - eine vergesse-
E- ne Kategorie in der Ethik". Darin untersuche ich die Zusammenhän-
Mail: nanaroediger@yaho ge zwischen verbalen und non-verbalen Traditionen (die zusammen
[Link]
den symbolischen Kosmos einer Kultur ausmachen) und stoße auf
die Bedeutung beider Traditionsstränge (also verbal und non-ver-
bal) in der Ausformulierung und Weitergabe von Werten und Nor-
men. Daher ist Veränderung mehrschichtig, umfasst Körper und
Wort. Bei der Definition und Umschreibung des Symbolkosmos
scheint mir Theologie bzw. Religion eine besondere Aufgabe inne zu
haben. Daher ist in meiner Arbeit zunächst das Verhältnis von Exe-
gese und Ethik Ausgangspunkt der Fragestellung, die ich dann an-
hand von Impulsen aus Elisabeth Schüssler-Fiorenzas Arbeit
entfalten möchte. In ihrer hermeneutischen Arbeit finde ich grund-
sätzliche Impulse sowie auch neue Traditionen, die den Dialog zwi-
schen Exegese und Christliche Sozialethik befruchten können. Auch
verspreche ich mir, anhand ihrer Hermeneutik am Wort Überlegun-
gen anstellen zu können hinsichtlich einer Hermeneutik für non-ver-
bale Traditionen.
Publikationen
1. Rödiger, Kerstin: Körper0XX- vergessene Kategorie der Ethik? Die Anstöße von Martha
Nussbaum und Amartya Sen für eine symbolisch und sozial dimensionierte "körperbewuß-
te" Ethik . Münster : Lit, 2003 (Studien der Moraltheologie - Abteilung Beihefte. Bd. 12)
Dissertationsprojekt: Die Bekämpfung von HIV/AIDS als sozialethische Heraus-
forderung. (Diss., seit 01/2004)
Projektleitung:
Dierkes, Karin
Beginn: 1.1.2004
Kontakt:
Dipl.-Theol. Karin Dierkes
E-
Mail: kdierkes@ebdgroup.
com
Seite 43
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Dissertationsprojekt: Die Familienarbeit den Frauen, die Erwerbsarbeit den Män-
nern? Eine sozialethische Analyse der Situation in Deutschland aus der Gender-
Perspektive. (Diss., seit 05/2004))
Projektleitung: Dissertationsprojekt: In Deutschland ist im öffentlichen Bewusst-
Becker, Christiane sein gegenwärtig eine Idealvorstellung von Partnerschaft und Fami-
Stichwörter: lie präsent, welche die gleichberechtigte Stellung von Frau und
Familie; Arbeit; Familien-
arbeit; Erwerbsarbeit; Mann sowie die egalitäre Aufteilung von familiären und beruflichen
Gender; Sozialethik; Ge- Rechten und Pflichten betont. Empirische Studien zeigen jedoch,
rechtigkeit; Freiheit dass Frauen in Partnerschaften mit einem oder mehreren Kindern
Beginn: 1.5.2004 überwiegend die Haus- und Familienarbeit übernehmen, während
Förderer:
Männer einer zumeist außerhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen.
Hanns-Seidel-Stiftung
Kontakt: Es besteht also eine deutliche Diskrepanz zwischen der Idee der
Christiane Becker, M.A. Gleichberechtigung und der gelebten Realität. Es stellt sich die Fra-
E- ge, wieso sich Paare in Deutschland die Arbeit in dieser Weise auf-
Mail: christiane.becker2@ teilen. Als Begründung lassen sich die tradierten und oftmals noch
[Link]
verinnerlichten Geschlechterrollen anführen, die sowohl Männer als
auch Frauen in ihrem Handeln beeinflussen. Des weiteren tragen
aber auch gesellschaftliche Strukturen zu einer derartigen Arbeits-
verteilung bei. So ist die Schwierigkeit der Vereinbarkeit von Familie
und Beruf zwar vordergründig geschlechtsunspezifisch, weil Paaren
die Aufteilung der Familien- und Erwerbsarbeit grundsätzlich frei-
steht. Allerdings betrifft dieses Problem überwiegend Frauen, da sie
zumeist weniger verdienen als ihre Partner und deshalb die Kinder-
betreuung und Erziehung übernehmen. Andere gesellschaftliche
Rahmenbedingungen wie fehlende Kindertageseinrichtungen oder
der schwierige Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Zeit der Kin-
dererziehung verfestigen diese Arbeitsaufteilung. In der Dissertati-
on werden aktuelle empirische Studien zur Aufteilung der Familien-
und Erwerbsarbeit ausgewertet und die sozioökonomischen Struk-
turen in Deutschland analysiert. Ziel der Arbeit ist es, aus der Per-
spektive einer christlichen Sozialethik normative Kriterien für die
Lösung des geschlechtsspezifischen Zuordnungsproblems von Fa-
milien- und Erwerbsarbeit zu entwickeln und diese auf die gegebe-
nen gesellschaftlichen Strukturen anzuwenden. Im Mittelpunkt der
ethischen Reflexion stehen dabei der Begriff der Freiheit sowie die
verschiedenen Dimensionen von Gerechtigkeit als Geschlechterge-
rechtigkeit. Insgesamt werden in der Arbeit Familien- und Gender-
Perspektive miteinander verknüpft. [Stand: 03.06.2004]
Seite 44
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Dissertationsprojekt: Kirche der Armen? Der entwicklungspolitische Auftrag der
katholischen Kirche in Deutschland. (Diss., abgeschl. 04/03)
Projektleitung: Dissertationsprojekt
Köß, Hartmut Ausgehend von entwicklungspolitischen Problemstellungen und de-
Stichwörter:
Kirche der Armen; Ent- ren sozialethischen Implikationen soll das Paradigma der "Kirche
wicklungsethik; Weltkir- der Armen" als Fundamentaloption für die Bestimmung der entwick-
che; Option für die Armen; lungspolitischen Verantwortung der katholischen Kirche in Deutsch-
katholische Hilfswerke; land herangezogen werden. Anknüpfen kann die Dissertation dabei
Nord-Süd-Konflikt; Ent-
an Darstellungen zur entwicklungspolitischen Arbeit von kirchlichen
wicklungspolitik
Laufzeit: 1.9.1998 - Hilfswerken und Nichtregierungsorganisationen sowie an der neue-
1.4.2003 ren Diskussion um die Rolle entwicklungspolitischer Akteure. Refle-
Kontakt: xionen zum ekklesiologischen Paradigma "Kirche der Armen" sind
Dr. theol. Hartmut Köß vor allem im befreiungstheologischen Kontext zu finden, wurden je-
E-
Mail: [Link]@gmx
doch in der christlichen Sozialethik erst in Ansätzen rezipiert. Die
.de Frage nach der entwicklungspolitischen Verantwortung der katholi-
schen Kirche in Deutschland ist noch kaum bearbeitet.
Zielsetzung der Dissertation ist die Überprüfung folgender Hypothe-
sen und, bei gegebener Verifizierung, das Aufzeigen ihrer prakti-
schen Konsequenzen:
• Die katholische Kirche kann mit ihrer Verpflichtung auf das angebro-
chene Gottesreich ihren entwicklungspolitischen Auftrag zur Solida-
rität in der "Einen Welt" nur zum Teil auf die kirchlichen Hilfswerke
übertragen.
• Im Sinne des sozialethischen Retinitätsprinzips sind ökologische
Schöpfungsverantwortung, Einsatz für globale Gerechtigkeit, Sorge
für wirtschaftliches Gemeinwohl und Suche nach sinnstiftender Le-
bensgestaltung und -erhaltung auch mit Blick auf zukünftige Gene-
rationen miteinander zu vernetzen. Entwicklungspolitisches
Engagement darf sich demnach nicht auf Projektarbeit in Entwick-
lungsländern beschränken. Es zielt ebenso auf einen ökonomischen
Strukturwandel wie auf eine Neubestimmung individueller Werthier-
archien hierzulande und damit auf politische Meinungs- und Willens-
bildung ab.
• Das Paradigma der "Kirche der Armen" führt zur politischen Anwalt-
schaft für die Belange derer, die nicht an politischen und sozioöko-
nomischen Gestaltungsprozessen beteiligt werden. Eine solche
Anwaltschaft orientiert sich an den Funktionsbedingungen politischer
Entscheidungsprozesse und wählt in Form und Inhalt Interventions-
strategien, die eine größtmögliche Wirksamkeit entfalten.
• Die herkömmlichen entwicklungspolitischen Interventionsmuster der
katholischen Kirche in Deutschland sind auf ortskirchliche und kon-
fessionelle Eigeninteressen zu überprüfen und gegebenenfalls durch
neu zu bestimmende Konzepte ekklesialer Selbstvollzüge zu erset-
zen.
Methodisch beginnt die Dissertation mit einer Analyse entwicklungs-
politischer Herausforderungen und Rahmenbedingungen, die den
Blick für den Handlungsnotstand (nicht nur) in Deutschland schärft
und die Frage nach neuen entwicklungspolitischen Akteuren und
Strategien aufwirft. Eine ekklesiologische Standortbestimmung der
Kirche als "Kirche der Armen" erlaubt dann Rückschlüsse für eine
Neubestimmung der entwicklungspolitischen Verantwortung der ka-
tholischen Kirche in Deutschland. Zuzuordnen ist das Dissertations-
projekt der politischen Ethik, der Entwicklungsethik und der Sozial-
ethik kirchlichen Lebens.
Seite 45
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Köß, Hartmut: Die entwicklungspolitische
0XX Zusammenarbeit des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit deutschen Nichtregierungsorganisa-
tionen aus christlich sozialethischer Perspektive . Frankfurt a.M. : Lang, 1998
2. Köß, Hartmut: Nichtregierungsorganisationen im Wandel politischer Steuerungsprozesse.
Zur Begründung einer Forschungsfrage . In: JCSW 42 (2001), S. 195-227
3. Köß, Hartmut: "Kirche der Armen"? Die entwicklungspolitische Verantwortung der katholi-
schen Kirche in Deutschland . Münster : Lit, 2003
Dissertationsprojekt: Kirche, Demokratie und Partizipation in Bolivien. Das Enga-
gement der Bolivianischen Kirche im Partizipationsprozess zur Armutsbekämp-
fungsstrategie (PRSP) als gesellschaftspolitische Umsetzung der Option für die
Armen. (Diss., seit 03/2002)
Projektleitung: Die Bolivianische Kirche hat im Partizipationsprozess zur Erstellung
Tokarski, Irene des PRSP mit einem von ihr initiierten Konsultationsprozess (Forum
Stichwörter: Jubeljahr 2000) eine wichtige Rolle in der Mobilisierung der bolivia-
Beteiligungsgerechtig-
keit; Partizipation; Bolivi- nischen Zivilgesellschaft übernommen. Ziel der Arbeit ist es, diesen
en; Armutsbekämpfung; Prozess zu dokumentieren und zu systematisieren und ihn auf die
PRSP (Poverty Reduction Besonderheiten der Umsetzung der Option für die Armen zu unter-
Strategy Paper); Demo- suchen sowie die Unterschiede zwischen der sozialethischen Forde-
kratie; Zivilgesellschaft;
rung der Beteiligungsgerechtigkeit und dem entwicklungspolitischen
Soziale Gerechtigkeit
Beginn: 1.3.2002 Mandat zur partizipativen Projektentwicklung und -umsetzung her-
auszuarbeiten. [Stand: 03.06.2004]
Dissertationsprojekt: Politische Parteien in christlich-sozialethischer Perspekti-
ve. (Diss., abgeschl. 31.03.04)
Projektleitung: Parteien sind gesellschaftliche Organisationen, deren Mitglieder sich
Dipl.-Theol. Dipl.-Päd. zur Erreichung gemeinsamer politischer Ziele zusammengeschlos-
Axel Bernd Kunze sen haben. Ihre Rolle, die sie innerhalb der Parteiendemokratie als
Stichwörter:
Politische Ethik; Politik; zentrale Akteure im Prozess politischer Willensbildung und Entschei-
Parteien; Mitgliederpar- dungsfindung innehaben, ist innerhalb der theologischen Ethik bis-
tei; Parteiendemokratie; her wenig reflektiert worden. Die Rolle der Parteien und das
Parteienverdrossenheit; Erscheinungsbild der Parteiendemokratie sind bereits seit längerem
Demokratie; Politische
Gegenstand gesellschaftlicher Diskussion; ein Anzeichen hierfür ist
Verantwortung; Beteili-
gungsgerechtigkeit das Schlagwort „Parteienverdrossenheit". Dahinter verbergen sich
Laufzeit: 1.10.2000 - verschiedene Prozesse Sozialen Wandels (Werte-, Medien-, Politik-
31.3.2004 wandel), welche die Parteien und die repräsentative Parteiendemo-
Förderer: kratie herausfordern. Das bisher vorherrschende Modell der
Professor-Franz-Furger-
Gedächtnisstiftung
Mitgliederpartei steht dabei auf dem Prüfstand. Das am Leitprinzip
(01.10.2000 - der Beteiligungsgerechtigkeit orientierte Promotionsprojekt reflek-
31.03.2003) tiert diese Veränderungen aus der Perspektive Christlicher Sozial-
Kontakt: ethik und benennt darauf aufbauend Kriterien sowie Anforderungen
Dipl.-Theol. Dipl.-Päd. einer Verantwortungsethik politischer Parteien. Gefragt wird nach
Axel Bernd Kunze
Tel.: (0 59 71) 8 03 69 69, der Verantwortung der Parteien auf Ebene der Demokratie, auf in-
E-Mail: kunze-bam- stitutioneller Ebene sowie in politischen Handlungs- und Entschei-
berg@[Link] dungssituationen; ferner wird unterschieden zwischen Elementen
einer Organisations-, Funktionsträger- und Mitgliederethik. Zu Be-
ginn der ethischen Reflexion wird geklärt, wie im Fall politischer Or-
ganisationen das Verhältnis zwischen korporativen und individuellen
Anteilen politischer Verantwortung bestimmt werden kann. [Stand:
03.06.04]
Seite 46
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Kunze, Axel Bernd: Schützt
0XX die Grundrechte! In: Hamm-Brücher, Hildegard (Hrsg.) : "Un-
gehaltene Reden" mündiger Bürgerinnen und Bürger. München : Deutscher Taschenbuch-
Verlag, 1999, S. 130-133.
2. Kunze, Axel Bernd: Religion ist keine Privatsache . In: Kirche Intern 14 (2000), Nr. 12,
S. 20-21
Dissertationsprojekt: Theologie der Arbeit vor neuen Herausforderungen. Eine
theologische Reflexion der Arbeit ausgehend von Marie-Dominique Chenu und
Dorothee Sölle und ihre ethischen Konsequenzen. (Diss., abgegeb. SS 04)
Projektleitung: Die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit stellt eine der größten
Sailer-Pfister, Sonja Herausforderungen der erwerbsarbeitszentrierten modernen Gesell-
Stichwörter: schaft dar, in der Erwerbsarbeit nahezu die einzige Möglichkeit ist,
Strukturelle Arbeitslosig-
keit; Globalisierung; Wis- den Lebensunterhalt zu sichern und soziale Anerkennung zu erhal-
sensgesellschaft; ten. Dagegen steht der Wandel die hin zu einer sich globalisierenden
Theologie der Arbeit; Ma- Wissensgesellschaft, in der sich die Strukturen der Erwerbsarbeit
rie-Dominique Chenu; Do- grundlegend verändern. Vor diesem gesellschaftlichen Hintergrund
rothee Sölle; Erweitertes
beschäftigt sich das Projekt mit dem Thema Arbeit aus theologischer
Arbeitsverständnis; Opti-
on für die Armen; Ge- und theologisch-ethischer Perspektive, denn Theologie ist in dem
schlechtergerechtigkeit; Maße relevant, in dem sie sich mit gesellschaftlichen Schlüsselkate-
Ökologische und soziale gorien z.B. Erwerbsarbeit kritisch und konstruktiv auseinander
Nachhaltigkeit setzt. Ansätze einer Theologie der Arbeit tauchen im theologischen
Laufzeit: 1.5.1999 -
1.6.2004
Diskurs erst im 20. Jahrhundert auf, motiviert durch die Industriali-
Förderer: sierung und der Entstehung der modernen Arbeitsgesellschaft. Der
Graduiertenkolleg: An- Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zeigt, dass die
thropologische Grundla- Ausführungen von Marie- Dominque Chenu, einem Dominikaner-
gen und Entwicklungen in theologen, der als einer der Ersten in der Theologiegeschichte einen
Christentum und Islam
Kontakt: inkarnatorischen Ansatz einer Theologie der Arbeit vorlegt und die
Dipl.-Theol. Sonja Sailer- der evangelischen Theologin Dorothee Sölle, die einen ökofeministi-
Pfister schen und befreiungstheologischen Zugang zu einer Theologie der
Tel.: 0951/9684742, E- Arbeit eröffnet, wegweisend und impulsgebend für eine zeitgemäße
Mail: [Link]@stud.u Theologie der Arbeit sind. Folgende Elemente einer Theologie der
[Link]
Arbeit ergeben sich durch den Vergleich der beiden Ansätze: Her-
meneutische Perspektiven sind Kontextualität sowie ein feministisch
und ökologischer Blickwinkel. Daher wird die Globalisierungsdebatte
als „Zeichen der Zeit" qualifiziert und im ethischen Teil Geschlech-
tergerechtigkeit und Nachhaltigkeit im Hinblick auf die zukünftige
Gestaltung der Arbeitswelt diskutiert. Ebenso hermeneutisch rele-
vant ist die „Option für die Armen", d.h. theologische Deutungen
und ethische Leitlinien werden immer aus dem Blickwinkel, der in
der modernen Arbeitswelt diskriminierten Gruppen formuliert. Diese
hermeneutische Perspektive prägt v.a. die biblischen Überlegungen
zu einer Theologie der Arbeit und die ethische Reflexion. Die syste-
matisch-theologische Reflexion basiert auf eine ganzheitliche und
prozesshafte Anthropologie. Dimensionen wie Virtualität und Cyber-
space als neue anthropologische Größen werden integriert. Syste-
matisch-theologisch wird Arbeit als Ausdruck der Gotteben-
bildlichkeit sowie als Teilhabe am Schöpfungs- und Erlösungswerk
Gottes gedeutet und entfremdete Arbeit als strukturelle Sünde qua-
lifiziert. Des Weitern wird Arbeit zusammen mit Muße gedacht so-
wohl in der theologischen Debatte, die Arbeit in den Horizont der
Sabbattradition stellt als auch im ethischen Teil, der Arbeit und
Muße als Ausdruck der Menschenwürde und Personalität bezeichnet
Seite 47
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und daraus ein erweitertes Arbeitsverständnis konzipiert, das sich
einerseits gegen die Verengung der Arbeit auf Erwerbsarbeit aus-
spricht, anderseits aber Raum lässt für Muße und Freizeit. Als neue
Dimension für ein zukunftsfähiges Arbeitsverständnis wird die Nach-
haltigkeit gefordert, denn Arbeit soll so gestaltet sein, dass auch
nachfolgende Generationen eine Chance haben durch ihre Arbeit ihr
Leben zu gestalten und ihre Existenz zu sichern. Der Schluss bildet
ein Appell an die Kirchen als gesellschaftliche Akteurinnen, den Um-
bruch der Arbeitsgesellschaft aktiv, in ökumenischer Zusammenar-
beit und mit einer „missionarischen" Ausrichtung zu begleiten und
mitzugestalten und ihre besondere Verantwortung als Arbeitgebe-
rinnen gerecht zu werden. [Stand: 03.08.2004]
Publikationen
1. Sailer-Pfister, Sonja: Theologie
0XX der Arbeit angesichts der Krise der Arbeitsgesellschaft? Der
Ansatz von Dorothee Sölle . In: Kreutzer, Ansgar ; Bohmeyer, Axel (Hrsg.) : "Arbeit ist das
halbe Leben." Zum Verhältnis von Arbeit und Lebenswelt. Beiträge eines interdisziplinären
Workshops. Frankfurt a.M. : Oswald von Nell-Breuning-Institut, 2001, S. 96-110. (Frank-
furter Arbeitspapiere zur gesellschaftsethischen und sozialwissenschaftlichen Forschung
Bd. 27)
2. Sailer-Pfister, Sonja: Strukturwandel der Erwerbsarbeit im Übergang zur Wissensgesell-
schaft - eine Herausforderung für die Sozialethik? In: Filipovic, Alexander ; Kunze, Axel
Bernd (Hrsg.) : Wissensgesellschaft. Herausforderungen für die christliche Sozialethik.
Münster : Lit, 2003, S. 79-88. (Bamberger Theologisches Forum Bd. 6)
Dissertationsprojket: Wissenschaftspublizistik in christlich-sozialethischer Refle-
xion. Bausteine einer Sozialethik der Wissensvermittlung. (Diss., seit 11/00)
Projektleitung: Im politischen und öffentlichen wie auch im wissenschaftlichen Dis-
Alexander Filipovic, M.A. kurs herrscht weitgehend Konsens über den gesellschaftlichen Be-
Stichwörter: deutungszuwachs wissenschaftlichen Wissens. Der "Besitz" von
Wissensvermittlung; Sozi-
alethik; Christliche Sozial- bzw. die Verfügung über dieses Wissen ist damit wesentliche Bedin-
ethik; Kommunikation; gung für die aktive und produktive Teilnahme am gesellschaftlichen
öffentliche Kommunikati- Leben. Dieses wissenschaftliche Wissen taucht dauernd in Prozes-
on; Publizistik; Vertrauen; sen der öffentlichen Kommunikation auf. Dieser öffentliche Kommu-
Wissen; Wissenschaft;
nikationsprozess der Wissensvermittlung ist damit entscheidend für
Kommunikationstheorie;
Publizistiktheorie; Beteili- die Partizipation Einzelner am Gesellschaftsleben. Herkömmlichen
gungsgerechtigkeit; Parti- Vorstellungen von Wissensvermittlung liegt - so eine These - ein
zipation veralteter Kommunikationsbegriff zugrunde, der Wissensvermitt-
Laufzeit: 1.11.2000 - lung als einen (einmaligen) Akt beschreibt, bei dem "Etwasse" durch
30.12.2004
Förderer:
"Kanäle" "übertragen" werden. Demgegenüber soll »Wissensver-
Fazit-Stiftung, Frankfurt mittlung« weiter gefasst und problematisiert werden, indem näm-
a.M. (Stipendium, Juli-De- lich der Kommunikationsbegriff und Theorien öffentlicher
zember 2001) Kommunikation dafür herangezogen werden. Dies geschieht da-
Studienstiftung des deut- durch, dass Wissensvermittlung im Kontext öffentlicher Kommuni-
schen Volkes (Promotions-
stipendium, ab Januar kationsprozesse, hier speziell: Wissenschaftspublizistik, proble-
2002, zurückgegeben we- matisiert wird. Der Begriff Wissenschaftspublizistik kennzeichnet
gen Stellenantritt als wiss. das Besondere des Wissenschaftsjournalismus, der Wissenschafts-
Mitarb.) Public Relations und der Wissenschaftswerbung. Der Fokus richtet
Kontakt: sich also auf wissenschaftliches Wissen, das in spezifischen Prozes-
Alexander Filipovic, M.A.
Tel.: 0951/863-1724, sen öffentlicher Kommunikation erkennbar ist. Die Thematisierung
Fax: 0951/863-4724, E- von wissenschaftlichem Wissen findet in der modernen Gesellschaft
Mail: [Link]@ in erster Linie durch öffentliche Kommunikation statt. Trotz dieser
[Link]
Seite 48
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Diagnose ist es weitgehend ungeklärt, ob und wie wissenschaftli-
ches Wissen in Prozessen öffentlicher Kommunikation vermittelt
wird und unter welchen normativen Voraussetzungen dies ge-
schieht. Das sozialethisch relevante Problem der Wissenschaftspu-
blizistik ist das der Wissensvermittlung in der modernen Gesell-
schaft mit den damit zusammenhängenden Fragen nach Beteiligung
und sozialer Gerechtigkeit. Dieses Problem soll in der Dissertation
aus der Perspektive der christlichen Sozialethik identifiziert und be-
arbeitet werden.
Publikationen
1. Filipovic, Alexander: Niklas
0XXLuhmann ernst nehmen? (Un-)Möglichkeiten einer ironischen
Ethik öffentlicher Kommunikation . In: Debatin, Bernhard ; Funiok, Rüdiger (Hrsg.) : Kom-
munikations- und Medienethik. Konstanz : UVK, 2003, S. 83-95.
2. Filipovic, Alexander ; Kunze, Axel Bernd (Hrsg.): Wissensgesellschaft. Herausforderungen
für die christliche Sozialethik . (12. Forum Sozialethik: Wissensgesellschaft. Herausforde-
rungen für die christliche Sozialethik. Kommende Dortmund 2.-4.9.2002) Münster : Lit,
2003 (Bamberger Theologisches Forum. Bd. 6) . - ISBN 3-8258-7038-3
Habilitationsprojekt: Die ökologische Steuerreform in Deutschland. Christlich-so-
zialethische Perspektiven (Habil., Seit 08/99)
Projektleitung: Habilitationsprojekt
Lienkamp, Andreas
Stichwörter: Mit der ökologischen Steuerreform will die Politik auf eine doppelte
Klimaschutz; Beschäfti- Herausforderung reagieren: auf die Krise der Umwelt (Stichwort
gungskrise; Lebenschan- „Treibhauseffekt") wie auf diejenige der Beschäftigung (Stichwort
cen und Rechte der jetzt „Massenarbeitslosigkeit"). Mit einer maßvollen Energieverteuerung
lebenden und kommenden
werden Anreize zur Einsparung und Effizienzsteigerung gesetzt, was
Generationen; ökologische
Steuerreform als Reaktion den Verbrauch und damit den Ausstoß von umweltschädlichen Kli-
auf Treibhauseffekt und magasen reduzieren soll. Das dadurch erzielte Steueraufkommen
Massenarbeitslosigkeit; wird zur Senkung der Rentenversicherungsbeiträge und damit der
nachhaltiges Wirtschaf- Lohnnebenkosten eingesetzt, wodurch der Faktor Arbeit entlastet
ten; christliche Umwelte-
thik
und der Arbeitsmarkt belebt werden soll. Es ist jedoch wissenschaft-
Laufzeit: 1.8.1999 - lich wie politisch umstritten, ob die ökologische Steuerreform - zu-
31.12.2005 mindest in ihrer deutschen Ausprägung - diese „doppelte Dividende"
Kontakt: erbringt. Ist sie wirklich das überzeugende Instrument eines nach-
Prof. Dr. Andreas Lien- haltigen ökologischen und arbeitsmarktpolitischen Strukturwandels,
kamp
Tel.: 030-75653950, E- wie ihre Befürworter meinen, oder ist sie ein unrealistischer und un-
Mail: lienkamp@[Link] wirksamer Irrweg, wie ihre Gegner versuchen, glaubhaft zu ma-
chen? Bei dieser Auseinandersetzung geht es nicht nur um eine
innerökologische und -ökonomische Fachdiskussion, sondern eben-
sosehr um eine - normativ höchst gehaltvolle - politische und ethi-
sche Debatte über den richtigen Weg zur Sicherung der natürlichen
Lebensgrundlagen, sowohl für die jetzt lebenden wie für die nach-
kommenden Generationen. Das Projekt will aus der Perspektive bi-
blischer Schöpfungsverantwortung und mit den Methoden ökologi-
scher Sozialethik einen Beitrag zur Klärung dieser überlebenswich-
tigen Sachfrage leisten. Da zur Zeit weder entsprechende abge-
schlossene wissenschaftliche Arbeiten vorliegen noch einschlägige
laufende Projekte im Fach angezeigt sind, handelt es sich offenbar
um ein Desiderat christlich-sozialethischer Forschung.
Seite 49
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Lienkamp, Andreas ; Sellmann,
0XX Matthias: Nachhaltigkeit - die Entdeckung eines neuen So-
zialprinzips . In: Zentralkomitee der deutschen Katholiken (Hrsg.) : "Gebt Zeugnis von eu-
rer Hoffnung". 93. Deutscher Katholikentag. Mainz 10.06.-14.06.1998. Kevelaer : Butzon
und Bercker, 1999, S. 144-156.
2. Lienkamp, Andreas: Light-Version. Die deutsche ökologische Steuerreform: Holzweg oder
Königsweg? In: Herder Korrespondenz 54 (2000), Nr. 2, S. 75-81
3. Lienkamp, Andreas: Steile Karriere. Das Nachhaltigkeits-Leitbild in der umweltpolitischen
und -ethischen Debatte . In: Herder Korrespondenz 54 (2000), Nr. 9, S. 464-469
4. Lienkamp, Andreas: Was ist schon gerecht? Soziale Gerechtigkeit als Streitthema - Das Ge-
meinsame Wort der Kirchen . In: Caritas in NRW 3 (2000), S. 16-18.
Menschenrechte - Interpretationen im Sinnhorizont christlicher Anthropologie,
Orientierungen in konkreten gesellschaftlichen Konflikten
Projektleitung: Seit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948) bilden
Prof. Dr. Marianne Heim- die Menschenrechte den zentralen Bezugspunkt der Suche nach ei-
bach-Steins nem weltweit durchsetzbaren Ethos. Zugleich ist die Interpretation
Stichwörter:
Menschenrechte; kirchli- menschenrechtlicher Ansprüche Gegenstand anhaltender Auseinan-
che Sozialverkündigung; dersetzung zwischen verschiedenen kulturellen Horizonten, politi-
Frauenrechte; Entwick- schen Systemen und konkurrierenden Rechts- und Machtansprü-
lung; Asylrecht, Lebens- chen. Die katholische Kirche - heute eine entschiedene Verfechterin
recht/Todesstrafe;
der Menschenrechte im globalen Kontext - hat erst spät den Weg ei-
Religionsfreiheit; soziale
Gerechtigkeit ner positiven Rezeption der Menschenrechte eingeschlagen. Dabei
Beginn: 1.7.1996 kann sie auf der Grundlage der christlichen Tradition einen gewich-
Kontakt: tigen eigenen Beitrag zur Interpretation dieser Grundnormen des
Prof. Dr. Marianne Heim- Zusammenlebens leisten. Freilich muss sie sich auch selbst am Maß-
bach-Steins
Tel.: 0951/863 1733,
stab der Menschenrechte messen lassen.
Fax: 0951/863 4734, E- Ausgehend von den Grundorientierungen christlicher Sozialethik
Mail: [Link]- werden fundamentale Aspekte menschenschrechtlicher Ethik unter-
steins@[Link]-bam-
[Link] sucht, z. B. Menschenrechte als Wegmarken einer Friedenskultur,
Menschenrechte und der Umgang mit dem Leiden, Religionsfreiheit
als Prüfstein der kirchlichen Menschenrechtsrezeption. Im Zusam-
menhang damit werden ausgewählte politische und kirchliche An-
wendungsfragen diskutiert, z. B. Todesstrafe und Lebensrecht;
Asylrecht, "Kirchenasyl" und Menschenrecht auf Recht; Frauenquo-
ten und Gleichbehandlungsgebot. Das Projekt wird in Auseinander-
setzung mit aktuellen menschenrechtlich relevanten Problemstel-
lungen fortgeschrieben.
Ziel ist es, Auswirkungen der Menschenrechtsinterpretation im Licht
eines christlichen Personenkonzepts auf konkrete politische und ge-
sellschaftliche Orientierungs- und Entscheidungsprozesse auszu-
leuchten und im Wechselspiel zwischen Grundlagenreflexion und
konkreter Anwendung zu zeigen, dass und inwiefern ein Bekenntnis
zu den Menschenrechten um seiner Glaubwürdigkeit willen be-
stimmte Weichenstellungen für Gesellschaft gestaltendes Handeln
in Politik, Recht und Religion nach sich ziehen muss.
Publikationen
1. Heimbach-Steins, Marianne0XX ; Lücking-Michel, Claudia: Frauen-Menschen-Rechte. Univer-
salität und Partikularität von Frauenrechten am Beispiel des Rechtes auf Entwicklung .
In: Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften 39 (1998), S. 161-188
Seite 50
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Heimbach-Steins, Marianne: Menschenrechte in Gesellschaft und Kirche. Lernprozesse -
Konfliktfelder - Zukunftschancen . Mainz : Grünewald, 2001. - 225 Seiten.
3. Heimbach-Steins, Marianne: Das Menschenrechtsethos vor der Realität des Leidens .
In: Höver, Gerhard (Hrsg.) : Leiden. (27. Internationaler Fachkongreß für Moraltheologie
und Sozialethik Köln/Bonn 09.1995). Münster : Lit-Verlag, 1997, S. 229-258.
4. Heimbach-Steins, Marianne: "In der Respektierung der Menschenrechte liegt das Geheim-
nis des wahren Friedens." Einführung in das Thema . In: Sekretariat der Deutschen Bi-
schofskonferenz (Hrsg.) : Welttag des Friedens 1999. Bonn : Schriften der DBK, 1999,
(Arbeitshilfen Bd. 145), S. 9-20.
5. Heimbach-Steins, Marianne: Menschenrechte in der kirchlichen Sozialverkündigung .
In: Schmidinger, Heinrich (Hrsg.) : Gerechtigkeit heute - Anspruch und Wirklichkeit. Salz-
burger Hochschulwochen 2000. Innsbruck : Tyrolia, 2000, S. 191-227.
Sozialpflichtigkeit des Wissens? Begriffliche Klärungen im Umfeld einer christli-
chen Sozialethik der Bildung.
Projektleitung: Die aktuelle Bildungsdebatte ist erst jüngst von der Christlichen So-
Prof. Dr. Marianne Heim- zialethik als Thema entdeckt worden. Die Christliche Sozialethik be-
bach-Steins teiligt sich an der gesellschaftlichen Debatte, indem sie eine
Alexander Filipovic, M.A.
Beteiligte: normativ begründete Sozialethik der Bildung entwirft und sich dafür
Kevin Rosenkranz am Leitprinzip der Beteiligungsgerechtigkeit orientiert. Neben den
Stichwörter: Überlegungen um ein Menschrecht auf Bildung gerät verstärkt der
Bildung; Ethik, Bildungs- Problemkreis der öffentlichen, privaten und der gemischten Güter in
ethik, Eigentum, Wissen,
den Blickpunkt. Die Diagnose ist hierbei: eine gründliche sozialethi-
Sozialpflichtigkeit, öffent-
liche Güter, public goods sche Aufarbeitung, die diese Begriffe für die Thematik operationali-
Laufzeit: 1.6.2004 - sierbar macht, steht noch aus.
1.6.2005
Wird dieser spezifische bildungsethische Ansatz ergänzt durch inter-
disziplinäre Problemstellungen, die mit dem Begriff der Wissensge-
sellschaft verbunden sind, verdeutlicht sich dieses Desiderat:
Vielfach wird "Wissen" als Gut behandelt, das aufgenommen und
weitergegeben wird und durch Zeitung, Internet und Bibliotheken
öffentlich zugänglich ist. Bildungsysteme und Massenmedien spielen
in diesen Prozessen herausragende Rollen. In diesem Sinne ist Wis-
sen ein öffentliches Gut, da es nicht durch Gebrauch verschwindet
und keiner prinzipiell vom Gebrauch ausgeschlossen werden kann.
Die zur Zeit und in naher Zukunft virulenter werdende Diskussion
um Urheberrechtsfragen bringt eine gegenteilige Problematik in den
Blick: Wissen wird auch als Eigentum verstanden und Urheber-
rechtsverletzungen sind "Diebstahl". In dem Bewußtsein, dass wirt-
schaftlich "Geheimnisse" notwendig sind, stellt sich im Kontext einer
Sozialethik der Bildung dennoch die Frage: Wie und wann ist Wissen
öffentliches Eigentum und stellt nicht Sach- und Humankapital dar,
sondern kann als soziales Kapital angesehen werden, und welche
Rolle spielt Bildung dabei?
Publikationen
1. Heimbach-Steins, Marianne
0XX ; Kruip, Gerhard (Hrsg.): Bildung und Beteiligungsgerechtig-
keit. Sozialethische Sondierungen . Gütersloh : Bertelsmann, 2003. - 270 Seiten.
2. Filipovic, Alexander ; Kunze, Axel Bernd (Hrsg.): Wissensgesellschaft. Herausforderungen
für die christliche Sozialethik . (12. Forum Sozialethik: Wissensgesellschaft. Herausforde-
rungen für die christliche Sozialethik. Kommende Dortmund 2.-4.9.2002) Münster : Lit,
2003 (Bamberger Theologisches Forum. Bd. 6) . - ISBN 3-8258-7038-3
Seite 51
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Heimbach-Steins, Marianne:
0XX "Der ungelehrte Mund" als Autorität. Mystische Erfahrung als
Quelle kirchlich-prophetischer Rede im Werk Mechthilds von Magdeburg . Stuttgart/Bad
Cannstatt : Frommann-Holzboog, 1989. - 202 Seiten.
2. Heimbach-Steins, Marianne: Unterscheidung der Geister - Strukturmoment christlicher So-
zialethik. Dargestellt am Werk Madeleine Delbrêls . Münster : Lit-Verlag, 1994. - 303 Sei-
ten.
3. Heimbach-Steins, Marianne ; Hünermann, Peter ; Biesinger, Albert ; Jensen, Anne (Hrsg.):
Diakonat. Ein Amt für Frauen in der Kirche - ein frauengerechtes Amt? Ostfildern : Schwa-
ben-Verlag, 1997
4. Heimbach-Steins, Marianne ; Lienkamp, Andreas (Hrsg.): Für eine Zukunft in Solidarität
und Gerechtigkeit. Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deut-
schen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland. Eingeleitet
und kommentiert von Marianne Heimbach-Steins und Andreas Lienkamp . München : Don
Bosco, 1997
5. Furger, Franz: Christliche Sozialethik in pluraler Gesellschaft. Posthum hrsg. von Marianne
Heimbach-Steins, Andreas Lienkamp und Joachim Wiemeyer . Münster : Lit-Verlag, 1998
(Schriften des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften Bd. 38)
6. Heimbach-Steins, Marianne: Kirche - Lebenswichtig? Eine Spurensuche . In: Heimbach-
Steins, Marianne ; Eid, Volker (Hrsg.) : Kirche - lebenswichtig? Was Kirche zu geben und
zu lernen hat. München : Don Bosco, 1999, S. 7-19.
7. Heimbach-Steins, Marianne: Einmischung und Anwaltschaft. Für eine diakonische und pro-
phetische Kirche . Ostfildern : Schwaben-Verlag, 2001
8. Heimbach-Steins, Marianne (Hrsg.): Christliche Sozialethik. Ein Lehrbuch. Band 1: Grund-
lagen. (Erscheint: 14. September 2004) . Regensburg : Pustet, 2004. - 328 Seiten. ISBN 3-
7917-1923-8
9. Heimbach-Steins, Marianne ; Ploil, Eleonore ; Kerkhoff-Hader, Bärbel ; Weinrich, Ines
(Hrsg.): Strukturierung von Wissen und die symbolische Ordnung der Geschlechter. Gen-
der-Tagung Bamberg 2003. . (Strukturierung von Wissen und die symbolische Ordnung der
Geschlechter. Bamberg 10.-11. Januar 2003) Münster : Lit, 2004. - 195 Seiten. ISBN 3-
8258-7251-3
Seite 52
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Praktische Theologie
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Lehrstuhl für Kirchenrecht
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 1704 Fax.: 0951/863 4703
E-Mail: kirchenrecht@[Link]
Leitung: Das Kirchenrecht zählt seit jeher als integrierender Bestandteil
Prof. Dr. Alfred E. Hierold zum Fächerkanon der Theologie. Deshalb war das Kirchenrecht seit
Sekretärin: der Gründung der Academia Ottoniana (1647) und der Universitas
Dipl.-Germ. Angelika
Bullin Ottoniano-Fredericiana mit einer Professur bzw. einem Lehrstuhl
Wiss. Mitarbeiter: vertreten.
Dipl.-Theol. Friedolf
Prof. Dr. Alfred E. Hierold ist Inhaber des Lehrstuhls für Kirchen-
Lappen, [Link].
recht ([Link]
seit 1.3.1981. Weitere Funktionen:
• 1.10.1983-30.9.1985: Dekan der Fakultät Katholische Theologie
• 18.3.1989-30.9.1991: Vizepräsident der Universität Bamberg
• 1.4.1992-30.4.2000: Rektor der Universität Bamberg
• 1.10.2000-30.9.2002: Dekan der Fakultät Katholische Theologie
• Seit 27.9.2001: Berater der Kommission XIII der Deutschen Bi-
schofskonferenz
• Seit 26.4.2002: Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Kirchen-
recht in Deutschland
• Seit 28.10.2003: Mitglied der Kommission der Vatikanischen Kon-
gregation für das Katholische Bildungswesen zum "Bologna-Prozess"
Forschungsschwerpunkte
• Eherecht
• Kategoriale Seelsorge
• Militärseelsorge
• Teilkirchenrecht
Kooperationsbeziehungen
• mit dem Erzbischöflichen Offizialat Bamberg
Veröffentlichungsreihen
• Zusammen mit V. Eid u.a.: Bamberger Theologische Studien, Frank-
furt am Main 1995 ff.
• Forschungsforum: Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bam-
berg, Bd. 4-9 (1992-1999)
• Zusammen mit V. Eid u.a.: Bamberger Theologisches Forum, Frank-
furt am Main/Münster 2001 ff.
Publikationen unter [Link]
[Link]
Seite 53
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Eherecht
Projektleitung: Das Eherecht zählt zu den bestausgebauten, aber auch zu den sen-
Prof. Dr. Alfred E. Hierold sibelsten Materien des kirchlichen Rechts. Entsprechend den Kon-
Beginn: 1.1.1984 stellationen des gesamten Lebens ergeben sich immer wieder neue
Kontakt:
Prof. Dr. Alfred E. Hierold Fragestellungen, die einer Bearbeitung bedürfen. Dementsprechend
Tel.: 0951/863 1703, bezieht sich ein wichtiges Forschungsprojekt auf Probleme des
Fax: 0951/863 4703, E- kirchlichen Eherechts.
Mail: kirchenrecht@ktheo.
[Link]
Publikationen
1. Hierold, Alfred E.: Eheschließungen
0XX zwischen Katholiken und Ungetauften als pastorales
und kirchenrechtliches Problem . In: De processibus matrimonialibus 8/2 (2001), S. 33-45
2. Hierold, Alfred E.: Die Eheschließung durch Stellvertreter. Möglichkeit und Unmöglichkeit
einer Einrichtung des kanonischen Eherechts . In: Lüdicke, K. (Hrsg.) : Recht im Dienste
des Menschen. Eine Festgabe; Hugo Schwendenwein zum 60. Geburtstag. Graz [u.a.] :
Verl. Styria, 1986, S. 349-361. - ISBN 3-222-11723-3
3. Hierold, Alfred E.: Das neue Eherecht der katholischen Kirche in seinen Darstellungen .
In: Zeitschrift für das gesamte Familienrecht 32 (1985), S. 237-243
4. Hierold, Alfred E.: Neue Normen und Perspektiven im Eherecht des reformierten CIC .
In: Dokumentation zur katholischen Militärseelsorge. Bd. 10/11. Bonn : Kath. Militärbi-
schofsamt, 1984, S. 105-125.
5. Hierold, Alfred E.: Eheschließungen zwischen Katholiken und Muslimen . In: Theologie und
Glaube 74 (1984), S. 407-426
Kategoriale Seelsorge
Projektleitung: Die Pastoral der Kirche ereignet sich nicht nur in den Territorialge-
Prof. Dr. Alfred E. Hierold meinden, zum Beispiel in den Pfarreien, sondern umschließt auch
Beginn: 1.1.1983 verschiedene Personengemeinschaften, die aufgrund ihrer speziel-
Kontakt:
Prof. Dr. Alfred E. Hierold len Probleme einer eigenen Seelsorge bedürfen. Das Forschungs-
Tel.: 0951/863 1703, projekt bezieht sich vornehmlich auf Probleme der Anstaltsseelsorge
Fax: 0951/863 4703, E- bzw. der Schul- und Hochschulseelsorge.
Mail: kirchenrecht@ktheo.
[Link]
Publikationen
1. Hierold, Alfred E.: Pfarrhelfer
0XX . In: Campenhausen, A. von ; Riedel-Spangenberger, I. ; Se-
bott, R. (Hrsg.) : Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 3. Paderborn-München-
Wien-Zürich : Schöningh, 2004, S. 89.
2. Hierold, Alfred E.: Polizeiseelsorge . In: Campenhausen, A. von ; Riedel-Spangenberger, I.
; Sebott, R. (Hrsg.) : Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 3. Paderborn-Mün-
chen-Wien-Zürich : Schöningh, 2004, S. 113-114.
3. Hierold, Alfred E.: Schul- und Hochschulseelsorge . In: Listl, Joseph (Hrsg.) : Handbuch des
katholischen Kirchenrechts. 2. Aufl. Regensburg : Pustet, 1999, S. 548-550. - ISBN 3-
7917-1664-6
Seite 54
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Hierold, Alfred E.: Schul- und Hochschulseelsorge . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H.
(Hrsg.) : Handbuch des katholischen Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1983, S. 441-
442. - ISBN 3-7917-0860-0
5. Hierold, Alfred E.: Schul- und Hochschulseelsorge . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H.
(Hrsg.) : Grundriß des nachkonziliaren Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1980, S. 345-
346. - ISBN 3-7917-0609-8
6. Hierold, Alfred E.: Anstaltsseelsorge . In: Haering, S. ; Schmitz, H. (Hrsg.) : Lexikon des
Kirchenrechts. Freiburg-Basel-Wien : Herder, 2004, S. im Druck.
7. Hierold, Alfred E.: Anstaltsseelsorge . In: Campenhausen, A. von ; Hallermann, H. (Hrsg.)
: Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 1. Paderborn-München-Wien-Zürich :
Schöningh, 2000, S. 120-122. - ISBN 3-506-75140-9
8. Hierold, Alfred E.: Anstaltsseelsorge . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H. (Hrsg.) : Hand-
buch des katholischen Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1983, S. 443-447. - ISBN 3-
7917-0860-0
9. Hierold, Alfred E.: Anstaltsseelsorge . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H. (Hrsg.) : Grund-
riß des nachkonziliaren Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1980, S. 346-350. - ISBN 3-
7917-0609-8
Militärseelsorge
Projektleitung: Die Soldaten bedürfen aufgrund Ihrer besonderen beruflichen Situa-
Prof. Dr. Alfred E. Hierold tion einer eigenen pastoralen Betreuung. Die rechtliche Ordnung der
Beginn: 1.1.1983 Militärseelsorge wird durch staatliche und kirchliche Instanzen be-
Kontakt:
Prof. Dr. Alfred E. Hierold wirkt. Gerade die politischen Veränderungen bedingen auch die Not-
Tel.: 0951/863 1703, wendigkeit von rechtlichen Veränderungen. Das Forschungsprojekt
Fax: 0951/863 4703, E- dient dazu, die Grundlagen und die Veränderungen zu begleiten,
Mail: kirchenrecht@ktheo. insbesondere nach der Wiedervereinigung Deutschlands.
[Link]
Publikationen
1. Hierold, Alfred E.: Militärbischofsamt
0XX . In: Campenhausen, A. von ; Hallermann, H. (Hrsg.)
: Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 2. Paderborn-München-Wien-Zürich :
Schöningh, 2002, S. 794-795. - ISBN 3-506-75141-7
2. Hierold, Alfred E.: Militärdekan . In: Campenhausen, A. von ; Hallermann, H. (Hrsg.) : Le-
xikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 2. Paderborn-München-Wien-Zürich :
Schöningh, 2002, S. 795-796. - ISBN 3-506-75141-7
3. Hierold, Alfred E.: Militärpfarrer . In: Campenhausen, A. von ; Hallermann, H. (Hrsg.) : Le-
xikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 2. Paderborn-München-Wien-Zürich :
Schöningh, 2002, S. 801-802. - ISBN 3-506-75141-7
4. Hierold, Alfred E.: Militärseelsorge . In: Campenhausen, A. von ; Hallermann, H. (Hrsg.) :
Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 2. Paderborn-München-Wien-Zürich :
Schöningh, 2002, S. 805-807. - ISBN 3-506-75141-7
5. Hierold, Alfred E.: Militärseelsorge . In: Listl, Joseph (Hrsg.) : Handbuch des katholischen
Kirchenrechts. 2. Aufl. Regensburg : Pustet, 1999, S. 555-562. - ISBN 3-7917-1664-6
6. Hierold, Alfred E.: Die Militärseelsorge in den neuen Bundesländern aus katholischer Sicht
. In: Hierold, Alfred E. ; Brandt, H.-J. (Hrsg.) : Kirchlicher Auftrag und politische Friedens-
gestaltung. Festschrift für Ernst Niermann, Militärgeneralvikar 1981-1995. Stuttgart u.a. :
Kohlhammer, 1995, (Theologie und Frieden Bd. 11), S. 221-227. - ISBN 3-17-013724-7
Seite 55
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
7. Hierold, Alfred E. (Hrsg.): Kirchlicher Auftrag und politische Friedensgestaltung: Festschrift
für Ernst Niermann, Militärgeneralvikar 1981-1995 . Stuttgart : Kohlhammer, 1995 (Theo-
logie und Frieden Bd. 11) . - ISBN 3-17-013724-7
8. Hierold, Alfred E.: Die rechtlichen Strukturen der Militärseelsorge im Deutschen Reich und
in der Bundesrepublik Deutschland. Aufgaben, Chancen und Gefahren . In: Brandt, H.-J.
(Hrsg.) : ... und auch Soldaten fragten. Zu Aufgabe und Problematik der Militärseelsorge
in drei Generationen. Paderborn : Bonifatius, 1992, S. 39-53. - ISBN 3-87088-735-4
9. Hierold, Alfred E.: Statuten für den Jurisdiktionsbereich des Katholischen Militärbischofs für
die Deutsche Bundeswehr . In: Militärseelsorge 32, Sonderheft (1990), S. 51-74
10. Hierold, Alfred E.: Statuten für den Jurisdiktionsbereich des Katholischen Militärbischofs für
die Deutsche Bundeswehr . In: Archiv für katholisches Kirchenrecht 159 (1990), S. 94-116
11. Hierold, Alfred E.: Militärseelsorge . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H. (Hrsg.) : Hand-
buch des katholischen Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1983, S. 447-453. - ISBN 3-
7917-0860-0
12. Hierold, Alfred E.: Militärseelsorge . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H. (Hrsg.) : Grundriß
des nachkonziliaren Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1980, S. 350-355. - ISBN 3-
7917-0609-8
Teilkirchenrecht
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Alfred E. Hierold
Beteiligte: Unterhalb der gesamtkirchlichen Ebene (Papst und Römische Kurie)
Prof. Dr. Alfred E. Hierold gibt es verschiedene Instanzen, die kirchliches Recht setzen. Da die
Dipl.-Germ. Angelika Bul- Quellen sehr verschieden sind, ist der Überblick nur sehr schwierig.
lin Das Projekt hat zum Ziel, die Gesetzesmaterialien zu sammeln, zu
Beginn: 1.5.1988
sichten und zu bearbeiten, um sie nutzbar zu machen.
Förderer:
Lehrstuhlmittel Forschungsstand:
Mitwirkende Institutio-
nen: Bislang ist diese Arbeit nur für Teilbereiche geleistet. Für das Erzbis-
Erzbischöfliches Ordinariat tum Bamberg bestehen nur rudimentäre Ansätze.
Bamberg
Erzbischöfliches Offizialat Vorarbeiten:
Bamberg Erste Teile sind bereits erfasst.
Kontakt:
Prof. Dr. Alfred E. Hierold
Tel.: 0951/863 1703,
Fax: 0951/863 4703, E-
Mail: kirchenrecht@ktheo.
[Link]
Publikationen
1. Hierold, Alfred E. (Hrsg.):
0XX Teilkirchenrecht im Erzbistum Bamberg . Bamberg : Universität,
1988
Seite 56
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wirtschaftlichkeit in der kanonischen Vermögensverwaltung
Projektleitung: Die Forderung nach Wirtschaftlichkeit in der kanonischen Vermö-
Dipl.-Theol. Friedolf Lap- gensverwaltung erscheint -- auch wenn sie im Codex selbst nir-
pen, [Link]. gends genannt wird -- geradezu zwingend zu sein. Sie jedoch zu
Stichwörter:
Wirtschaftlichkeit; Kirche; begründen, erst recht zu klären, was Wirtschaftlichkeit ausmacht,
Vermögensverwaltung; fällt schwer.
Kirchenrecht; Ökonomie;
Zur Ausgangslage des Dissertationsprojektes kann festgestellt wer-
Personalwesen;
Humankapital den: Der katholischen Kirche in Deutschland geht das Geld aus.
Laufzeit: 1.10.2003 - Auch wenn die Pleite des Erzbistums Berlin bislang singulär geblie-
30.9.2005 ben ist, so wird doch in allen deutschen Bistümern zur Zeit der
Haushalt auf Einsparpotentiale hin durchleuchtet. Die für notwendig
gehaltenen Sparmaßnahmen sorgen für Unruhe, vereinzelt zu Pro-
testen.
Wirtschaften heißt, so drücken es die Einführungen in die Betriebs-
wirtschaftlehre unisono aus, das Spannungverhältnis zwischen Be-
dürfnissen und knappen Mitteln so weit wie möglich zu verringern,
oder - knapper formuliert - Wirtschaften ist der Umgang mit Knapp-
heit. Umgekehrt gilt: Mit im Überfluss vorhandenen Gütern muss
nicht gewirtschaftet werden. Wie aber können diese recht banalen
Grundsätze weiter ausgeführt und auf das Handeln der Kirche in
Deutschland angewendet werden? Diese Frage soll im Projektver-
lauf aufgehellt werden.
Dabei muss das Objekt des Wirtschaftens genauer bestimmt wer-
den: Neben den klassischen Vermögensbestandteilen Immobilien,
Kapital und Rechten soll das sogenannte "Humankapital" - also die
Summe der Fähigkeiten der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeite-
rinnen der Kirche - in den Blick genommen werden. Dieses
"Humankapital" ist das eigentliche Vermögen der Kirche, mit dem
sie arbeiten muss, wenn sie ihre Ziele erreichen will. Um so notwen-
diger ist die Frage, wie mit den knappen Ressourcen aus kanonisti-
scher Sicht recht umgegangen werden muss.
Projektunabhängige Publikationen
1. Hierold, Alfred E.: Eine0XX
geschriebene Verfassung für die Kirche? Anmerkungen zu der ge-
planten Lex Ecclesiae Fundamentalis . In: Auer, Johann (Hrsg.) : Gottesherrschaft, Welt-
herrschaft. Festschrift für Bischof Rudolf Graber. Regensburg : Pustet, 1980, S. 209-218.
- ISBN 3-7917-0662-4
2. Hierold, Alfred E.: Organisation der Karitas . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H. (Hrsg.)
: Grundriß des nachkonziliaren Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1980, S. 673-678. -
ISBN 3-7917-0609-8
3. Hierold, Alfred E.: Karitative Diakonie - Grundfragen . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H.
(Hrsg.) : Grundriß des nachkonziliaren Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1980, S. 670-
673. - ISBN 3-7917-0609-8
4. Hierold, Alfred E.: Systematische und inhaltliche Perspektiven des revidierten Codex Iuris
Canonici . In: Theologie und Glaube 72 (1982), S. 156-174
5. Hierold, Alfred E.: Organisation der Karitas . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H. (Hrsg.)
: Handbuch des katholischen Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1983, S. 851-856.
Seite 57
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
6. Hierold, Alfred E.: Taufe und Firmung . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H. (Hrsg.) : Hand-
buch des katholischen Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1983, S. 659-675. - ISBN 3-
7917-0860-0
7. Hierold, Alfred E.: Inhaltliche Perspektiven des Verfassungsrechts des revidierten kirchli-
chen Gesetzbuches . In: Archiv für katholisches Kirchenrecht 152 (1983), S. 349-368
8. Hierold, Alfred E.: Grundfragen karitativer Diakonie . In: Listl, J. ; Müller, H. ; Schmitz, H.
(Hrsg.) : Handbuch des katholischen Kirchenrechts. Regensburg : Pustet, 1983, S. 847-
850.
9. Hierold, Alfred E.: Vom Sinn und Zweck kirchlicher Strafe . In: Gabriels, A. ; Heinemann,
H. (Hrsg.) : Ministerium iustitiae. Festschrift für Heribert Heinemann zur Vollendung des
60. Lebensjahres. Essen : Ludgerus-Verl., 1985, S. 331-341. - ISBN 3-87497-174-0
10. Hierold, Alfred E.: Die Feier und der rechtliche Schutz des christlichen Sonntags .
In: Hierold, Alfred E. (Hrsg.) : Die Kraft der Hoffnung. Gemeinde und Evangelium. Fest-
schrift für Alterzbischof DDr. Josef Schneider zum 80. Geburtstag. Bamberg : St.-Otto-
Verl., 1986, S. 264-273. - ISBN 3-87693-044-8
11. Hierold, Alfred E.: Katholische Kirche und Freimaurerei: Anmerkungen zu einer Erklärung
der Kongregation für die Glaubenslehre . In: Münchener Theologische Zeitschrift 47
(1986), S. 87-96
12. Hierold, Alfred E. u.a. (Hrsg.): Die Kraft der Hoffnung. Gemeinde und Evangelium. Fest-
schrift für Alterzbischof DDr. Josef Schneider zum 80. Geburtstag . Bamberg : St.-Otto-
Verl., 1986. - ISBN 3-87693-044-8
13. Hierold, Alfred E.: Der Schutz des Sonntags in den Rechtsordnungen von Kirche und Staat
. In: St. Heinrichsblatt 94 (1987), Nr. 36, S. 10
14. Hierold, Alfred E.: Bischofsamt II. Katholisch . In: Herzog, R. u.a. (Hrsg.) : Evangelisches
Staatslexikon. Bd. 1, 3. Aufl. Stuttgart : Kreuz-Verl., 1987, S. 270-274.
15. Hierold, Alfred E.: Papst II. Katholisches Verständnis . In: Herzog, R. u.a. (Hrsg.) : Evan-
gelisches Staatslexikon. Bd. 2, 3. Aufl. Stuttgart : Kreuz-Verl., 1987, S. 2402-2412.
16. Hierold, Alfred E.: Katholische Organisationen III. Rechtliche Stellung . In: Görres-Gesell-
schaft zur Pflege der Wissenschaft im Katholischen Deutschland (Hrsg.) : Staatslexikon.
Recht-Wirtschaft-Gesellschaft. Bd. 3, 7. Aufl. Freiburg-Basel-Wien : Herder, 1987, S. 346-
349.
17. Hierold, Alfred E.: Kirchenstrafen . In: Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft im
Katholischen Deutschland (Hrsg.) : Staatslexikon. Recht-Wirtschaft-Gesellschaft. Bd. 3, 7.
Aufl. Freiburg-Basel-Wien : Herder, 1987, S. 451-452.
18. Hierold, Alfred E.: Säkularinstitute . In: Drehsen, V. u.a. (Hrsg.) : Wörterbuch des Chri-
stentums. Gütersloh-Zürich : Mohn u.a., 1988, S. 1107-1108.
19. Hierold, Alfred E.: Gelübde . In: Drehsen, V. u.a. (Hrsg.) : Wörterbuch des Christentums.
Gütersloh-Zürich : Mohn u.a., 1988, S. 397-398.
20. Hierold, Alfred E.: Der Deutsche Caritasverband und die Diözesancaritasverbände als Ver-
eine von Gläubigen . In: Aymans, W. ; Geringer, K.-Th. ; Schmitz, H. (Hrsg.) : Das konso-
ziative Element in der Kirche. Akten des VI. Internationalen Kongresses für Kanonisches
Recht; München, 14.-19. September 1987. St. Ottilien : EOS-Verl., 1989, S. 939-948. -
ISBN 3-88096-737-7
21. Hierold, Alfred E.: Die Systematik des Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium . In: Archiv
für katholisches Kirchenrecht 160 (1991), S. 337-345
22. Hierold, Alfred E.: Beichte per Telefon? Bemerkungen zum "Ort" für das Bußsakrament .
In: Aymans, A. ; Egler, A ; Listl, J. (Hrsg.) : Fides et ius. Festschrift für Georg May.
Regensburg : Pustet, 1991, S. 163-176. - ISBN 3-7917-1290-X
Seite 58
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
23. Hierold, Alfred E.: Amtshilfe . In: Kasper, W. (Hrsg.) : Lexikon für Theologie und Kirche.
Bd. 1, 3. Aufl. Freiburg u.a. : Herder, 1993, S. 566-567.
24. Hierold, Alfred E.: Auctores probati . In: Kasper, W. (Hrsg.) : Lexikon für Theologie und Kir-
che. Bd. 1, 3. Aufl. Freiburg u.a. : Herder, 1993, S. 1173.
25. Hierold, Alfred E.: Casus urgens . In: Kasper, W. (Hrsg.) : Lexikon für Theologie und Kirche.
Bd. 2, 3. Aufl. Freiburg u.a. : Herder, 1994, S. 975.
26. Hierold, Alfred E.: Generalvikar . In: Kasper, W. (Hrsg.) : Lexikon für Theologie und Kirche.
Bd. 4, 3. Aufl. Freiburg u.a. : Herder, 1995, S. 448-449.
27. Hierold, Alfred E.: Dienstpflicht der Geistlichen . In: Kasper, W. (Hrsg.) : Lexikon für Theo-
logie und Kirche. Bd. 3, 3. Aufl. Freiburg u.a. : Herder, 1995, S. 216.
28. Hierold, Alfred E.: Othmar Heggelbacher zum Gedenken . In: Archiv für katholisches Kir-
chenrecht 167 (1998), S. 450-456
29. Hierold, Alfred E.: Die Kirche und der Menschenrechtsgedanke . In: Voigt, Uwe (Hrsg.) :
Die Menschenrechte im interkulturellen Dialog (Internationales Wissenschaftliches Sympo-
sium in honorem Heinrich Beck Bamberg 30.06.-04.07.1997). Frankfurt a.M. u.a. : Lang,
1998, S. 33-40. (Schriften zur Triadik und Ontodynamik Bd. 14) - ISBN 3-631-32979-2
30. Hierold, Alfred E.: Organisation der Karitas . In: Listl, Joseph (Hrsg.) : Handbuch des ka-
tholischen Kirchenrechts. 2. Aufl. Regensburg : Pustet, 1999, S. 1032-1038. - ISBN 3-
7917-1664-6
31. Hierold, Alfred E.: Grundfragen karitativer Diakonie . In: Listl, Joseph (Hrsg.) : Handbuch
des katholischen Kirchenrechts. 2. Aufl. Regensburg : Pustet, 1999, S. 1028-1032. -
ISBN 3-7917-1664-6
32. Hierold, Alfred E.: Firmung . In: Campenhausen, A. von ; Hallermann, H. (Hrsg.) : Lexikon
für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 1. Paderborn-München-Wien-Zürich : Schöningh,
2000, S. 700-702. - ISBN 3-506-75140-9
33. Hierold, Alfred E.: Beichtgeheimnis . In: Campenhausen, A. von ; Hallermann, H. (Hrsg.) :
Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 1. Paderborn-München-Wien-Zürich :
Schöningh, 2000, S. 218-219. - ISBN 3-506-75140-9
34. Hierold, Alfred E.: Auctores probati . In: Campenhausen, A. von ; Hallermann, H. (Hrsg.) :
Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 1. Paderborn-München-Wien-Zürich :
Schöningh, 2000, S. 175-176. - ISBN 3-506-75140-9
35. Hierold, Alfred E.: Ist Caritas organisierbar und welche Organisationsformen sind der Kirche
angemessen? In: Demel, S. ; Gerosa, L. ; Krämer, P. ; Müller, L. (Hrsg.) : Im Dienst der
Gemeinde. Wirklichkeit und Zukunftsgestalt der kirchlichen Ämter. Münster : Lit, 2002,
(Kirchenrechtliche Bibliothek Bd. 5), S. 285-292. - ISBN 3-8258-5987-8
36. Hierold, Alfred E.: Kirchenrecht im ökumenischen Kontext . In: Klausnitzer, Wolfgang
(Hrsg.) : Paula macht blau. Eine ökumenische Entdeckungsreise. Paderborn : Bonifatius,
2003, S. 107-112; 124-127; 180-187. - ISBN 3-89710-241-2
37. Hierold, Alfred E.: Gesamtkirche und Autonomie der Teilkirchenverbände . In: Marré, H.
u.a. (Hrsg.) : Universalität und Partikularität in der Kirche. Münster : Aschendorff, 2003,
(Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche Bd. 37), S. 5-21. - ISBN 3-402-04368-8
38. Hierold, Alfred E.: Bamberg 1803: Ende oder Neubeginn? Rechtshistorische Anmerkungen
zur Säkularisation . In: Bericht des Historischen Vereins Bamberg 139 (2003), S. 143-153
39. Hierold, Alfred E.: Heggelbacher, Othmar . In: Haering, S. ; Schmitz, H. (Hrsg.) : Lexikon
des Kirchenrechts. Freiburg-Basel-Wien : Herder, 2004, S. im Druck.
40. Hierold, Alfred E.: Ritterorden . In: Campenhausen, A. von ; Riedel-Spangenberger, I. ; Se-
bott, R. (Hrsg.) : Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht.. Bd. 3. Paderborn-München-
Wien-Zürich : Schöningh, 2004, S. 126.
Seite 59
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
41. Hierold, Alfred E.: Caritas . In: Haering, S. ; Schmitz, H. (Hrsg.) : Lexikon des Kirchen-
rechts. Freiburg-Basel-Wien : Herder, 2004, S. im Druck.
42. Hierold, Alfred E.: Titel . In: Campenhausen, A. von ; Riedel-Spangenberger, I. ; Sebott,
R. (Hrsg.) : Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 3. Paderborn-München-Wien-
Zürich : Schöningh, 2004, S. 39-40.
43. Hierold, Alfred E.: Vorsatz . In: Campenhausen, A. von ; Riedel-Spangenberger, I. ; Sebott,
R. (Hrsg.) : Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Bd. 3. Paderborn-München-Wien-
Zürich : Schöningh, 2004, S. 103-104.
Seite 60
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Pastoraltheologie und Kerygmatik
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 1736 Fax.: 0951/863 4736
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Aufgabe der Pastoraltheologie ist es zunächst, die gesellschaftli-
Prof. Dr. Heinz-Günther chen und kulturellen Bedingungen des Glaubens offen und sensibel
Schöttler wahrzunehmen und nach den Herausforderungen, die sich daraus
wiss. Mitarbeiter:
wiss. Mitarbeiter Matthias für die Kirche(n) und ihr Handeln ergeben, zu fragen. Dem eigenen
Bambynek Ursprung treu bleibend, befragt die Pastoraltheologie sodann Schrift
Angestellte: und Tradition nach Kriterien, um die Phänomene des gesellschaftli-
Margarete Kastner chen Lebens, aber auch die bestehende Praxis der Kirche kritisch zu
deuten und zu beurteilen. Ziel des pastoraltheologischen Bemühens
ist es, Perspektiven für die pastorale Praxis zu entwickeln.
Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler, geboren 1950, Priesterweihe
1977, 1990-2000 Leiter des Theologisch-Pastoralen Instituts der
Bistümer Mainz, Limburg und Trier für berufsbegleitende Fortbil-
dung der hauptamtlichen Seelsorger/innen,
seit Sommersemester 2000 Professor für Pastoraltheologie und Ke-
rygmatik an der Fakultät Katholische Theologie der Universität
Bamberg
Forschungsschwerpunkte
Predigen und Predigthören, Predigtpraxis und homiletische Theorie-
bildung
Methoden bibelpastoraler Arbeit
Glauben unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft
Rezeptionsästhetische Fragen
Wissenschaftliche Tagungen
Arbeitsgemeinschaft für Homiletik e.V.: Konferenz der deutschspra-
chigen Homiletiker (ökum.), Thema: "Hineingesprochen in die eige-
ne Lebensgeschichte erschließt sich die Botschaft" - Kasualpredigt
heute. (25.09. - 28.09.2000, Magdeburg)
Forschungsprojekte
Dissertationsprojekt:Das Propädeutikum in der Priesterausbildung des Bistums
Trier
Projektleitung: Angeregt durch die lehramtliche Auseinandersetzung um diese Fra-
Dipl.-Theol. Markus Niko- gestellung, die erlebten Beispiele anderer Propädeutika in Deutsch-
lay land und in den europäischen Nachbardiözesen (insbesondere
Beginn: 1.10.2002
Luxemburg, deren Seminaristen im Trierer Priesterseminar leben)
und natürlich durch die erlebten Defizite der bisherigen Ausbildung,
hat das Priesterseminar Trier im Jahr 2001 ein Propädeutikum am
Beginn der Priesterausbildung, zunächst für drei Jahre „ad experi-
mentum", seit 2004 in modifizierter Form bleibend installiert. Die
Dissertation wird zunächst am Beispiel des Bistums Trier die ge-
Seite 61
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
schichtlichen Bedingtheiten von Priesterausbildung im Kontext der
jeweiligen Amtstheologie(n) und des Bildungsverständnisses erhel-
len. Systematisch wird in einem zweiten Schritt die Entwicklung der
Priesterausbildung nach dem II. Vatikanischen Konzil, ebenfalls in
Korrelation mit der von diesem Konzil und der nachkonziliaren lehr-
amtlichen wie (exemplarisch) wissenschaftlichen Theologie entwik-
kelten Theologie des Priesteramtes untersucht. In einem
religionssoziologischen Abschnitt wird die These „Unsere Bewerber
sind Kinder ihrer Zeit" überprüft, um schließlich als eine sich aus
Theologie und Soziologie ergebende Konsequenz die Einführung ei-
ner propädeutischen Phase, wieder am Beispiel des Bistums Trier,
vorzustellen, erste Auswertungen vorzunehmen und mögliche Kon-
sequenzen und Fragestellungen aufzuzeigen. Der Verfasser hat das
Trierer Propädeutikum verantwortlich konzipiert und leitet es seit
dessen Einführung.
Kontakt: Nicolay, Markus, Email: mntr@[Link]
Publikationen
1. Markus Nicolay: Der priesterliche Zölibat: seine Begründung in
den lehramtlichen Äußerungen seit dem Zweiten Vatikanischen
Konzil im Kontext einer Theologie des Priesteramtes, Trier 1992
(Dipl.-Arbeit Theol. Fakultät Trier).
2. Markus Nicolay: Unsere Bewerber sind Kinder ihrer Zeit. Zur
Einführung des Propädeutikums in die Priesterausbildung des Bis-
tums Trier, in: Paulinus (Wochenzeitung für das Bistum Trier), Jg.
128 (2002), Nr. 51/52, Seite 4-6.
Dissertationsprojekt: Inkulturation ausländischer Seelsorger in deutschen Ge-
meinden als gegenseitig bereichender Prozess
Projektleitung: Kontakt: Osberger, Stefan, Email: [Link]@[Link]
Dipl.-Theol. Stefan Osber-
ger Publikationen:
Beginn: 1.10.2002 1. Bieberstein, Sabine / Bieberstein, Klaus / Rölver, Alina /
Osberger, Stefan:
Fremde in der Fremde. Das Buch Rut. Arbeitshilfen und Materialien
zum ökumenischen Bibelsonntag 2003, hg. von der Bibelpastoralen
Arbeitsstelle des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks und der
Schweizerischen Bibelgesellschaft, Zürich / Biel 2003.
Monotheismus Israels und Christologie in Liturgie und Predigt
Projektleitung: In den vergangenen Jahren hat die alttestamentliche Exegese zu-
Prof. Dr. Heinz-Günther nehmend darauf aufmerksam gemacht, daß der christliche „Um-
Schöttler gang" mit der Bibel Israels, die die Christen „Altes Testament"
Beginn: 1.4.2000
nennen, nicht mehr so selbstverständlich sein kann, wie er durch ei-
nen jahrhundertelangen kirchlichen Gebrauch erscheint: Der erste
Teil der zweigeteilten christlichen Bibel ist zunächst die Glaubensur-
kunde einer anderen Religion, an der die Christen partizipieren - in
einer Weise, die noch näher zu bestimmen sein wird. Die noch im-
mer andauernde Auseinandersetzung mit der Schoa lässt Christen
mehr und mehr wahrnehmen, was sie in ihrem Teil der Bibel - im
Neuen Testament - schon immer nachlesen konnten: „Das Evange-
Seite 62
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
lium ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt, zuerst die Ju-
den, dann die Griechen." (Röm 1,16) Der Bund Gottes mit Israel ist
ungekündigt (vgl. Röm 11,29), der heilsgeschichtliche Vorzug Isra-
els ist ein Vorrang von bleibender Qualität! „Es existieren einzigar-
tige Beziehungen zwischen dem Christentum und dem Judentum:
Beide sind ‘auf der Ebene ihrer eigenen Identität verbunden’, und
diese Beziehungen ‘gründen sich auf den Plan des Bundesgottes’
(Papst Johannes Paul II. am 6. März 1982). Deshalb sollten Juden
und Judentum in Katechese und Predigt nicht einen gelegentlichen
Platz am Rande bekommen; vielmehr muss ihre unverzichtbare Ge-
genwart in die Unterweisung eingearbeitet werden" (Päpstl. Kom-
mission für die religiösen Beziehungen zum Judentum: Hinweise für
eine richtige Darstellung von Juden und Judentum in der Predigt und
in der Katechese der katholischen Kirche vom 24. Juni 1985). Be-
denkt man einerseits, daß diese „Hinweise" bereits im Jahr 1985
vom Vatikan veröffentlicht wurden, und andererseits, wie schlep-
pend die notwendige Bewusstseinsänderung bei denen in Gang
kommt, die als PredigerInnen oder ReligionslehrerInnen insbeson-
dere angesprochen sind, so wird deutlich, von welch grundlegender
Bedeutung die Fragestellung dieses Forschungsprojektes ist. Es
geht um die Entdeckung des christlichen Alten Testamentes als Bi-
bel Israels für die Predigt und die Gemeindepastoral - und zwar
„Christentum-identisch" und „Israel-gegenwärtig" gleichermaßen.
Publikationen
1. Schöttler, Heinz-Günther:
0XX Christliche Predigt und Altes Testament. Versuch einer homileti-
schen Kriteriologie. . Ostfildern : Schwabenverlag, 2001 (Zeitzeichen Bd. 8) . - ISBN 3-
7966-1021-8
2. Schöttler, Heinz-Günther: Wie Christen das Alte Testament lesen . In: Zimmer, Michael ;
Niehl, Franz W. (Hrsg.) : Das Judentum - Wurzel und bleibende Herausforderung für das
Christentum. (Dokumentation) (Jahrestagung für Religionslehrerinnen und Religionslehrer
an Gymnasien im Bistum Trier, Trier 29.-31. März 2001). Trier : Katechetisches Institut des
Bistums Trier (Bestelladresse: Katechetisches Institut des Bistums Trier, Hinter dem Dom
1, 54290 Trier), 2002, S. 29-59. - ISBN 3-00-009156-4
3. Schöttler, Heinz-Günther: "Per Christum..." - Christus als Weg . In: Bibel und Liturgie 76
(2003), S. 4-15
4. Schöttler, Heinz-Günther: "Israel" in der Predigt. Ein Werkstattbericht zum 27. Sonntag des
Lesejahres A . In: Bibel und Liturgie 76 (2003), S. 46-52
Predigt und Rezeptionsästhetik
Projektleitung: Es geht um zwei literaturwissenschaftliche Aspekte, die für die Ho-
Prof. Dr. Heinz-Günther miletik und damit für die Predigtpraxis fruchtbar gemacht werden
Schöttler sollen: Der eine entwickelt aus der Offenheit des biblischen Kanons
Beginn: 1.4.2000
eine offene Form der Verkündigung (Rezeptionsästhetik), der ande-
re entfaltet die Kraft der Fiktionalität auch für biblische Texte.
Publikationen
1. Garhammer, Erich ; Schöttler,
0XX Heinz-Günther (Hrsg.): Predigt als offenes Kunstwerk. Ho-
miletik und Rezeptionsästhetik . München : Don Bosco, 1998 (Ökumenische Studien zur
Predigt; Band 1) . - ISBN 3-7698-1132-1
Seite 63
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Schöttler, Heinz-Günther: Moderne Kunst als e-vocatio auf dem Weg zur Predigt .
In: Garhammer, Erich ; Schöttler, Heinz-Günther (Hrsg.) : Predigt als offenes Kunstwerk.
Homiletik und Rezeptionsästhetik. München : Don Bosco, 1998, S. 65-81. (Ökumenische
Studien zur Predigt 1)
3. Schöttler, Heinz-Günther: „... wie Gott mitspielt" - Bibliodrama und die unerhörte Botschaft
. In: Garhammer, Erich ; Schöttler, Heinz-Günther (Hrsg.) : Predigt als offenes Kunstwerk.
Homiletik und Rezeptionsästhetik. München : Don Bosco, 1998, S. 97-125.
4. Schöttler, Heinz-Günther: "Offen predigen!" - Homiletische Anmerkungen zu einer kanont-
heologischen Beobachtung . In: Bibel und Liturgie 76 (2003), S. 120-129
5. Garhammer, Erich ; Schöttler, Heinz-Günther: Im Hallraum des Herzens . Würzburg : Ech-
ter, 2004. - ISBN 3-429-02629-6
Religionssoziologisches Forschungsprojekt „Die unbekannte Mehrheit. Sinn- und
Handlungsorientierungen kasualienfrommer Christen/-innen in der Erzdiözese
Bamberg."
Projektleitung: Die pastorale Arbeit in den Pfarrgemeinden steht in der Gegenwart
Prof. Dr. Christoph Bochin- vor neuen Herausforderungen. In einem noch nie da gewesenen
ger, Kulturwissenschaftli- Ausmaß ist bei den Kirchenmitgliedern eine Entfremdung von über-
che Fakultät der
Universität Bayreuth lieferten Frömmigkeitsmustern und dem zugehörigen Wissen über
Prof. Dr. Joachim Kügler, theologische und kirchliche Zusammenhänge zu beobachten. Das
Kulturwissenschaftliche gilt selbst für Gebiete mit äußerlich (noch) stabilen kirchlichen
Fakultät der Universität Strukturen. Der zunehmende Priestermangel stellt die Pfarrgemein-
Bayreuth
den vor zusätzliche Probleme. Gleichzeitig haben sie wachsende
Beteiligte:
Prof. Dr. Ottmar Fuchs, binnenkirchliche Konkurrenz: Viele Menschen organisieren sich lie-
Kath.-theologische Fakul- ber im Umkreis von Bildungshäusern oder freien Initiativen, Dritte-
tät der Universität Tübin- Welt- oder Taizé-Gruppen, in der Jugendarbeit oder in karitativen
gen Arbeitsfeldern und anderen kirchlichen Sondereinrichtungen. In die-
Prof. Dr. Heinz-Günther
Schöttler, Fakultät Kath.
ser Arbeit erfüllen gerade auch engagierte Menschen ihre Bedürfnis-
Theologie der Universität se nach Kirche und Religion und verlieren dabei häufig den Bezug zu
Bamberg den Ortsgemeinden. Andere Menschen gehen zwar regelmäßig auf
Dr. Johannes Först, Kul- Wallfahrten, halten sich aber vom pfarrlichen Leben mit seiner Ver-
turwissenschaftliche Fa- bindlichkeit fern. Die überwiegende Mehrzahl der Kirchenmitglieder
kultät der Universität
Bayreuth versteht die Ortsgemeinde heutzutage als eine Art „Dienstleister"
Dr. Martin Engelbrecht, für die sakramentale Grundversorgung, auf die sie insbesondere bei
Kulturwissenschaftliche den lebensgeschichtlichen Übergängen wie Hochzeit, Geburt oder
Fakultät der Universität Tod eines Angehörigen zurückgreift. All dies zehrt die Ortsgemein-
Bayreuth den aus. Da diese, nicht zuletzt auch aufgrund der kirchenrechtli-
Beginn: 1.2.2001
chen Bedeutung der Pfarrei, eine zentrale Struktur der Kirche
bilden, stellen ihre Probleme zugleich Probleme für die Zukunft der
Kirche im Ganzen dar. Welche Konsequenzen muss die pastorale Ar-
beit daraus ziehen? Es ist von vitalem Interesse für die Zukunftsfä-
higkeit der Kirche, mit der beschriebenen Situation umgehen zu
können, um die Menschen mit ihrer Botschaft zu erreichen. Bewähr-
te pastorale Vorgehensweisen sind nicht anwendbar, wenn die
Adressaten die kirchliche Sprache nicht beherrschen, wenn sie den
Sinn von Ritualen nicht kennen und den Anschluss an theologische
Weltdeutungen nicht finden. Um eine verständliche und situations-
gemäße Sprache zu finden, ist es erforderlich, genaue Kenntnis dar-
über zu erlangen, „was die Menschen wirklich glauben" (so der Titel
einer religionssoziologischen Untersuchung in Berlin). Insbesondere
muss die pastorale Arbeit darüber Bescheid wissen, was die Mehr-
heit der Kirchenmitglieder, die kirchenfernen Menschen, bewegt, die
Seite 64
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
ausschließlich auf die Kasualien zurückgreifen und sonst keinen Be-
zug zur Kirche haben. Aus dieser pastoralen Problematik ergeben
sich mehrere Fragen bezüglich der Haltungen und Einstellungen der
kirchenfernen Kirchenmitglieder:
• Was bewegt diese dazu, regelmäßig ihre Kirchensteuer zu bezahlen?
• Warum treten sie nicht aus?
• Wie ist dieses eigentümliche Verhalten zu erklären?
• Wie ist es theologisch einzuordnen?
• Handelt es sich um eine letzte Schwundstufe des Religiösen, oder
entwickeln sich vielleicht eigene Sinnorientierungen?
Mit Hilfe von „teilnehmender Beobachtung" und „Leitfadeninter-
views" soll auf qualitativem Wege die Verbreitung und inhaltliche
Qualität religiöser Vorstellungen und Haltungen im kirchlichen
Randbereich ermittelt werden. Die empirisch gewonnen Daten wer-
den im kontinuierlichen Gespräch der Forschungsgruppe religions-
analytisch und theologisch ausgewertet.
Publikationen:
Die Abschlusspublikation des Forschungsprojektes ist für Frühjahr
2005 vorgesehen.
Projektunabhängige Publikationen
1. Schöttler, Heinz-Günther:
0XX Gott inmitten seines Volkes. Die Neuordnung des Gottesvolkes
nach Sacharja 1-6 . Trier : Paulinus, 1987 (Trierer Theologische Studien Bd. 43)
2. Schöttler, Heinz-Günther: Elija - „Einmal Wüste und zurück" (1 Könige 19,1 - 13a) .
In: Miller, Gabriele ; Niehl, Franz W. (Hrsg.) : Von Babel bis Emmaus. Biblische Texte span-
nend ausgelegt. München : Kösel, 1993, S. 121-138.
3. Schöttler, Heinz-Günther: Rückgabe der Aufgabe? Bilder vom Volk Gottes im Dienst evan-
gelisierender Verkündigung . In: Heinz, Andreas ; Lentzen-Deis, Wolfgang ; Schneck, Ernst
(Hrsg.) : Wege der Evangelisierung. Festschrift für Heinz Feilzer zum 65. Geburtstag.
Trier : Paulinus, 1993, S. 49-61.
4. Schöttler, Heinz-Günther: Im Schoß der Großen Fischin. Ein Versuch über Jona 2 .
In: Miller, Gabriele ; Niehl, Franz W. (Hrsg.) : Von Batseba - und andere Geschichten. Bi-
blische Texte spannend ausgelegt. München : Kösel, 1996, S. 45-61.
5. Schöttler, Heinz-Günther: Johann Sebastian Bachs „Actus tragicus" (BWV 106) als Ars mo-
riendi. Geistliche Rede angesichts von Sterben und Tod . In: Trierer Theologische Zeit-
schrift 105 (1996), S. 292-301
6. Schöttler, Heinz-Günther: Moderne Kunst als e-vocatio auf dem Weg zur Predigt .
In: Garhammer, Erich ; Schöttler, Heinz-Günther (Hrsg.) : Predigt als offenes Kunstwerk.
Homiletik und Rezeptionsästhetik. München : Don Bosco, 1998, S. 65-81. (Ökumenische
Studien zur Predigt 1)
7. Schöttler, Heinz-Günther: „... wie Gott mitspielt" - Bibliodrama und die unerhörte Botschaft
. In: Garhammer, Erich ; Schöttler, Heinz-Günther (Hrsg.) : Predigt als offenes Kunstwerk.
Homiletik und Rezeptionsästhetik. München : Don Bosco, 1998, S. 97-125.
8. Schöttler, Heinz-Günther: Predigt und die kulturellen Räume der Gesellschaft. Eine homi-
letische Problemskizze . In: Mödl, Ludwig ; Schöttler, Heinz-Günther ; Ulrich, Gerhard
(Hrsg.) : Das Evangelium ist eine Kraft Gottes. Die Predigt in den kulturellen Räumen der
Gesellschaft, Festgabe für Rolf Zerfaß zum 65. Geburtstag. München : Don Bosco, 1999,
S. 15-30. (Ökumenische Studien zur Predigt 2)
Seite 65
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
9. Schöttler, Heinz-Günther: „... der dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat" - Von der
politischen Dynamik der Exodus-Spiritualität . In: Meditation 25 (1999), Nr. 5, S. 6-12
10. Schöttler, Heinz-Günther: „Schriftauslegung IV: praktisch-theologisch" . In: Lexikon für
Theologie und Kirche. Bd. IX, 3. Aufl. Freiburg, Basel, Rom, Wien : Herder, 2000, S. 260-
262.
Seite 66
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religi-
onsunterrichts
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863 1745 Fax.: (0951) 863 4745
E-Mail: religionspaedagogik@[Link]
Inhaber: Religionspädagogik ist die Theorie der Praxis religiöser Vermitt-
Prof. Dr. Dr. Godehard lung in Erziehung und Bildung, d.h. die Theorie der Praxis vielfältiger
Ruppert, Rektor Formen religiösen Lernens und Lehrens in den verschiedenen religi-
Leitung:
Prof. Dr. Horst Herion onspädaogischen Handlungsfeldern. Religionspädagogik hat eine in-
Privatdozenten: tegrative Funktion; sie nimmt Fäden anderer Disziplinen auf, um sie
PD Dr. Ralph Bergold zu verweben zu einer theologischen Gegenwartsanalyse und aus ihr
PD Dr. Harald Schwillus heraus zu Optionen und damit Zukunftsperspektiven religiöser Er-
Akad. Rätin:
ziehung zu gelangen. Das Studiengebiet der Religionspädagogik
Dr. Andrea Kabus
Wissenschaftlicher Mit- bietet daher die Möglichkeit, Kompetenzen für die Vermittlung von
arbeiter: Religion und Glaube zu erwerben.
Konstantin Lindner, Wiss.
Mitarbeiter
Prof. Dr. Dr. Godehard Ruppert, geboren 1953, Lehrstuhlinhaber
Sekretärin: seit 1.8.1992; von 1994-1995 Prodekan und von 1995-1996 Dekan
Margarete Will-Frank der Fakultät; von 1996-2000 Prorektor und seit 1.4.2000 Rektor der
Studentische Hilfskräf- Universität.
te:
Magdalena Bocksch Prof. Dr. Horst Herion, geboren 1941, Lehrstuhlvertreter seit
Daniel Eisenbeiß 1.5.2000.
Pamela Wild
Forschungsschwerpunkte
• Kirchenraumpädagogik
• Kirchengeschichtsdidaktik
• Geschichte der Katechetik und Religionspädagogik
• Kirchliche Erwachsenenbildung
• Erarbeitung didaktisch-methodischer Perspektiven des Religionsun-
terrichts
• Begleitung und Ausgestaltung von Elementen des theologischen
Fernstudiums: Bereich Religionspädagogik und Didaktik des Religi-
onsunterrichts
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Umfassende Sammlung von Freiarbeitsmaterialien für den Religi-
onsunterricht im Medienraum (U2/227).
Kooperationsbeziehungen
• Beteiligung am intrauniversitären Forschungsprojekt "Neukonzepti-
on der Grundschullehrerausbildung an der Universität Bamberg"
(Projektleitung: Prof. Dr. Gabriele Faust, Prof. Dr. Ortwin Beisbart,
Prof. Dr. Sibylle Rahm)
• Beteiligung am internationalen-interuniversitären Projekt "Compara-
tive religious education in Europe" in Kooperation mit Prof. em. Dr.
Alfred Gleißner (Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof. Dr.
Martin Jäggle (Universität Wien), Prof. Dr. Cyril De Souza (Università
Pontificia Salesiana, Rom), Dr. Thomai Chouvarda (Aristoteles Uni-
versität Thessaloniki), Dr. Ludmilla Muchova (Universität Budweis)
Seite 67
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Kooperation mit Prof. em. Dr. Luis Erler (Otto-Friedrich-Universität
Bamberg) und verschiedenen Montessori-Einrichtungen bezüglich
der Montessori-Pädagogik
• Auslandsbeziehungen: Prof. Dr. Joachim Gaida, Katedra Katechety-
ki, Pedagogikii Psychologii Religii, Wydzial Teologiczny, Universytet
Opole. Università Pontificia Salesiana, Rom.
Wissenschaftliche Tagungen
• Konferenzen der Arbeitsgemeinschaft Katholische Religionspädago-
gik / Katechetik (AKRK)
• Konferenz der Religionspädagogen an bayerischen Universitäten
(KRBU) (zweijährlich unter Einbeziehung der KLT - Konferenz der an
der Lehrerbildung beteiligten ev. Theologen)
• Deutsch-italienisches Religionspädagogen-Treffen
Veröffentlichungsreihen
• Bamberger Theologische Studien. Hrsg. K. Bieberstein, P. Bruns, V.
Eid, M. Heimbach-Steins, A. Hierold, W. Klausnitzer, Gg. Kraus, G.
Ruppert, H.-G. Schöttler, L. Wehr, P. Wünsche. Peter Lang Verlag,
Frankfurt/Main 1995-.
• Bamberger Theologisches Forum. Hrsg. K. Bieberstein, P. Bruns, V.
Eid, M. Heimbach-Steins, A. Hierold, W. Klausnitzer, Gg. Kraus, G.
Ruppert, H.-G. Schöttler, L. Wehr, P. Wünsche. LIT-Verlag, Münster
2001-.
Forschungsprojekte
Das Sakrament der Ehe in religionsdidaktischen und katechetischen Unterrichts-
materialien des deutschen Sprachraums zwischen 1925 und 2000 (Diss., seit 06/
1998)
Projektleitung: Bei der geplanten Arbeit wird der Versuch unternommen, mittels ei-
Bogensberger, Reinald ner Längsschnittuntersuchung die Entwicklung der Rezeption des
Laufzeit: 1.6.1998 - Ehesakraments und seiner Didaktik in den jeweiligen Unterrichts-
30.11.2005
materialien darzustellen und diese vor dem Hintergrund zeitgenös-
sischer Literatur zu interpretieren. Die Fragestellungen, unter
welchen diese Arbeit steht, können in inhaltlich-theologische und di-
daktisch-methodische Anfragen unterschieden werden. Aus diesen
ergeben sich verschiedene Untersuchungsschwerpunkte. In theolo-
gischer Hinsicht ist beispielsweise die Frage nach der Auswahl und
Verwendung der Inhalte und Begriffe und ihre Beziehung unterein-
ander von Interesse. Aus didaktischer Sicht sind u.a. die Bezüge zu
den jeweils gültigen Lehrplänen und die didaktischen Konzeptionen,
welche den Untersuchungsmaterialien zugrunde liegen, von Bedeu-
tung. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Beschluss "Der Religi-
onsunterricht in der Schule" der Gemeinsamen Synode der Bistümer
der Bundesrepublik Deutschland von 1974 und seiner Bedeutung für
die Thematisierung des Ehesakraments in den Unterrichtsmateriali-
en entgegengebracht.
Seite 68
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die Bedeutung von Biographien als didaktischer Zugang zur Kirchengeschichte im
Religionsunterricht im Kontext „Postmoderne" (Diss., seit 11/2001)
Projektleitung: Dem Religionsunterricht kommt mit der Vermittlung kirchenhistori-
Konstantin Lindner, Wiss. scher Inhalte eine wichtige Rolle bei dem Vertrautmachen mit dem
Mitarbeiter kulturellen Erbe als einem Bildungsauftrag zu. Empirische Erhebun-
Stichwörter:
Biographisches, Kirchen- gen jedoch zeigen, dass die meisten Schüler sowie viele Religions-
geschichte, Postmoderne, lehrer nur geringes Interesse an kirchenhistorischen Inhalten
Religionsunterricht haben. Zudem macht die schulische Stundentafel deutlich, dass Kir-
Laufzeit: 1.11.2001 - chengeschichte im Religionsunterricht nur ein Aspekt neben ver-
30.11.2005
schiedensten Unterrichtsinhalten ist und deshalb nur ausschnitthaft
Kontakt:
Konstantin Lindner, Wiss. thematisiert werden kann. Ausgehend von diesen Befunden gilt es
Mitarbeiter zu fragen, wie kirchenhistorische Inhalte heute schülerorientiert und
Tel.: 0951 - 8631743, E- damit lebensbedeutsam vermittelt und wie sie adäquat elementari-
Mail: [Link]@ siert werden können. Im Interesse einer religionspädagogischen
[Link]
Kairologie wird in diesem Projekt daher zunächst die Relevanz von
Geschichte im Kontext einer „postmodernen" Gesellschaft in den
Blick genommen. Ausgehend von entsprechenden Befunden, welche
Bedeutung der Geschichte zugemessen und wie sie rezipiert wird,
werden Kriterien entfaltet, die es für subjektorientiert und erfah-
rungshermeneutisch gestaltete Lernprozesse mit Kirchengeschichte
zu berücksichtigen gilt. Das aktuell zu beobachtende zunehmende
Interesse an Biographischem verweist dabei auf eine Option, diesen
Herausforderungen zu begegnen: Eine biographische Verortung kir-
chengeschichtlicher Inhalte im Religionsunterricht bietet zum einen
Möglichkeiten zur Elementarisierung, zum anderen kann sie den
Lernenden Orientierungspunkte für ihre „Aufgabe Biographie" eröff-
nen, die sich den SchülerInnen angesichts des „postmodernen"
Zwangs zur Individualisierung verstärkt stellt.
Publikationen
1. Lindner, Konstantin: Kirchengeschichte
0XX in einem schüleraktiven Religionsunterricht .
In: Regensburger RU-Notizen 22 (2002), Nr. 2, S. 15-25
Die lateinischen Werke des Bamberger Schulleiters Hugo von Trimberg (13./14.
Jh.) (Diss., seit 01/1997)
Projektleitung: Hugo von Trimberg ist als einer der wenigen Nicht-Ordinierten, sog.
Jaeger, Eberhard "Laien", eine für die Kirchen- und Schulgeschichte bedeutende Ge-
Stichwörter: stalt; sein Gedächtnis ist v.a. durch sein Hauptwerk, den "Renner",
Bildungsgeschichte;
Schullektüre; Hugo von die größte didaktische Dichtung des deutschen Mittelalters, gewahrt
Trimberg worden. Insbes. in der Germanistik wurde er beachtet, allerdings ist
Laufzeit: 1.1.1997 - dabei der spezifisch pädagogische und bildungsgeschichtliche
1.12.2004 Aspekt zumal der lateinischen Werke in den Hintergrund des Ge-
Kontakt:
dächtnisses geraten. Um 1260 kommt er nach Bamberg an das Stift
Prof. Dr. Dr. Godehard
Ruppert, Rektor St. Gangolf. Er wurde Schulleiter und hat nach eigenen Angaben 8
Tel.: 0951/863 1001, deutsche und 4 lateinische Werke vorgelegt, die nahezu alle seiner
Fax: 0951/863 4001, E- Lehrtätigkeit entwachsen sind. Das wichtigste lateinische Werk ist
Mail: rektorat@[Link]- das "Reigstrum multorum auctorum", das in metrischen Versen eine
[Link]
Schulliteraturgeschichte des Mittelalters darstellt. Angeblich sind
nur zwei weitere Werke erhalten: Das "Solsequium", eine Legen-
densammlung zu Predigtzwecken in Prosa und die "Laurea
Sanctorum", ein Kalendergedicht, das er als Lesebuch für den
Seite 69
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Schulunterricht zusammengestellt hat; den jüngeren Schülern sollte
es beim Abschreiben der Verse dienen, um ihre Lateinkenntnisse zu
üben, den Geistlichen sollte es Kenntnis von Erzählungen der Hagio-
graphen über 200 Kalenderheilige geben.
Die Rezeption der Montessori-Pädagogik in der Religionspädagogik (Diss., abge-
schl. 10/2000)
Projektleitung: Innerhalb der Religionspädagogik wurden in der neueren Zeit zu-
Dr. Andrea Kabus mindest partiell einige Elemente der Montessori-Pädagogik rezi-
Stichwörter: piert; das gilt insbesondere für Arbeiten von Sofia Cavalletti,
Montessori-Pädagogik
Laufzeit: 1.1.1994 - Hubertus Halbfas und Horst-Klaus Berg. Diesen Ansätzen wird ana-
1.10.2000 lysierend nachgegangen, zugleich werden Kriterien entwickelt, wel-
che Anregungen und Korrekturen die Religionspädagogik aus der
Montessori-Pädagogik aufgreifen kann. Die Arbeit versucht auch,
eine Grundlage für das Gespräch zwischen Montessori-Pädagogik
und Religionspädagogik zu legen.
Publikationen
1. Kabus, Andrea: Maria Montessori:
0XX Ein Leben für das Kind. Porträt . In: Katechetische Blät-
ter 120 (1995), S. 529-532
2. Kabus, Andrea: Zu Claudia Schmitt, Katechese des Guten Hirten . In: Katechetische Blätter
120 (1995), S. 578
3. Kabus, Andrea: Zur Rezeption der Montessori-Pädagogik in der Religionspädagogik .
In: Ruppert, Godehard (Hrsg.) : Gott zur Sprache bringen...Katholische Theologie in Bam-
berg. Bd. 8. Bamberg : Otto-Friedrich-Universität, 1996, (Forschungsforum. Berichte aus
der Otto-Friedrich-Universität Bamberg), S. 99-101.
4. Kabus, Andrea: Die Rezeption der Montessori-Pädagogik in der Religionspädagogik .
Würzburg : Stephanus-Buchhandlung M. Mittelstädt, 2001 (Studien zur Theologie Bd. 22)
Eduard Winter (1896 - 1982). Ein Beitrag zur Bildungsgeschichte des 20. Jh.
(Diss., seit 10/1999)
Projektleitung: Gegenstand des Forschungsprojektes im Rahmen einer Dissertation
Kowalski, Ines ist der Lebensweg Eduard Winters (1896-1982), der bislang in der
Stichwörter: wissenschaftlichen Welt keine umfassende Darstellung fand, was,
Eduard Winter; Bildungs-
geschichte; Bernard so kann vermutet werden, seine Ursache hat in der Vielgestaltigkeit
Bolzano; DDR-Geschichts- dieses Weges und des jeweiligen Blickwinkels des bisherigen Be-
wissenschaft trachters, welcher dieser Vielgestaltigkeit keine Rechnung trug,
Laufzeit: 1.10.1999 - sondern immer nur einen kleinen Teil der Person Eduard Winter zum
30.11.2004
Beobachtungsobjekt werden ließ. Winters Lebensweg hatte seinen
Förderer:
Stipendium der Otto- Ausgangspunkt in Böhmen und führte über Priesteramt und Jugend-
Friedrich-Universität Bam- bewegung (Bund "Staffelstein") sowie Professuren an zwei Fakultä-
berg ten, der Deutschen Universität Prag über Österreich in die SBZ/DDR
und endete in Berlin (Ost) 1982 mit dem Tod Winters als anerkann-
ter Bolzano-Forscher sowie als bedeutender Osteuropa-Historiker
der DDR. Ausgehend von diesen Erkenntnissen, deren Basis erst-
mals eingesehenes Quellenmaterial mehrerer Archive darstellt, wird
nach Winters exemplarischem Beitrag zur Bildungsgeschichte des
20. Jh. gefragt und diese Frage besonders im Zeitrahmen seines
wissenschaftlichen und persönlichen, resp. religiösen Lebens in der
DDR beantwortet.
Seite 70
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Entwürfe zur Kirchengeschichtsdidaktik: Biographisch, regionalgeschichtlich,
ökumenisch.
Projektleitung: Zentral ist die Frage nach Möglichkeiten einer lebensgeschichtlichen
Prof. Dr. Dr. Ruppert, Go- und lebensweltlichen Verortung christlicher Religion. Didaktisch und
dehard methodisch werden biographische und regionalgeschichtliche Orien-
Beteiligte:
Prof. Dr. Thierfelder, Jörg tierungen im Religionsunterricht untersucht. Kirchengeschichtsdi-
Stichwörter: daktik im Rahmen einer veränderten Religionsdidaktik will damit
Kirchengeschichtsdidak- beitragen zu einem handlungsbezogenen, selbsttätigen und koope-
tik; biographische Kir- rativen Schulkonzept.
chengeschichte; regionale
Kirchengeschichte
Beginn: 1.1.1994
Mitwirkende Institutio-
nen:
Lehrstuhl Evangelische
Religionspädagogik, Päd-
agogische Hochschule Hei-
delberg
Publikationen
1. Ruppert, Godehard ; Thierfelder,
0XX Jörg: Umgang mit der Geschichte. Zur Fachdidaktik kir-
chengeschichtlicher Fundamentalinhalte . In: Adam, Gottfried ; Lachmann, Rainer (Hrsg.)
: Religionspädagogisches Kompendium. Ein Leitfaden für Lehramtsstudenten. 5. Aufl.
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1997, S. 295-326.
2. Ruppert, Godehard: Kirchengeschichte und Religionspädagogik. Exemplarität oder Voll-
ständigkeit . In: Ritter, Werner ; Rothgangel, Martin (Hrsg.) : Religionspädagogik und
Theologie. Enzyklopädische Aspekte. Stuttgart : Kohlhammer, 1998, S. 340-351.
3. Ruppert, Godehard: Kirchengeschichte, das Stiefkind des Religionsunterrichts. Fünf Thesen
gegen den Trend . In: Mendl, Hans ; Schiefer-Ferrari, Markus (Hrsg.) : Tradition - Korrela-
tion - Innovation. Trends der Religionsdidaktik in Vergangenheit und Gegenwart.
Donauwörth : Auer, 2001, (Festschrift für Fritz Weidmann zum 65. Geburtstag), S. 321-
326.
4. Ruppert, Godehard: Warum kann die Kirchengeschichte auf das "Erzählen" nicht verzich-
ten? In: Harmjan, Dam (Hrsg.) : Kirchengeschichte lebendig. Frankfurt am Main : Schön-
berger, 2002, (Schönberger Impulse. Praxisideen Religion), S. 108f..
5. Ruppert, Godehard: Was folgt nach der Erzählung? In: Harmjan, Dam (Hrsg.) : Kirchenge-
schichte lebendig. Frankfurt am Main : Schönberger, 2002, (Schönberger Impulse. Praxis-
ideen Religion), S. 109f..
6. Ruppert, Godehard ; Lachmann, Rainer ; Gutschera, Herbert ; Thierfelder, Jörg: Einfüh-
rung: Kirchengeschichte im Religionsunterricht . In: Lachmann, Rainer ; Gutschera, Her-
bert ; Thierfelder, Jörg (Hrsg.) : Kirchengeschichtliche Grundthemen. Historisch -
systematisch - didaktisch. Göttingen : Vandenhoeck&Ruprecht, 2003, (Theologie für Leh-
rerinnen und Lehrer Bd. 3), S. 11-42.
Seite 71
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kirchenraumpädagogik als Zugang zu Kultur, Christentum und Glaube
Projektleitung: „Solange Raum als Landschaft, Kindheitserinnerung, als Ort spezifi-
Prof. Dr. Horst Herion scher Geschichte oder symbolischer Raum des Religiösen alltagskul-
Beteiligte: turell gebraucht und mehrheitlich genutzt wird, bedarf es kaum
Dr. Andrea Kabus
Stichwörter: besonderer Bemühung, ihn zu erschließen. Verstehen und Vertraut-
Kirchenraum; Kirchen- heit wachsen hier aus Benutzung unmittelbar. Besonders religiöse
raumpädagogik; Muse- Symbole und Kirchenräume jedoch sind inzwischen weithin zu un-
umspädagogik; verständlichen Relikten einer museal gewordenen Vergangenheit
Beginn: 1.10.2003
geworden - keineswegs nur im Osten Deutschlands - und pädago-
Kontakt:
Prof. Dr. Horst Herion gisch reflektierte Verfahren zur inhaltlichen Erkundung gebauter
Tel.: 0951/863 1744, Formen dringlich." (Degen 2001) Ziel der Kirchenraumpädagogik ist
Fax: 0951/863 4745, E- es, eine Kommunikation zu ermöglichen, die die Kirche als „Zei-
Mail: [Link]@ktheo. chen-Raum" erschließt und dabei die Chance eröffnet, dass sich per-
[Link]
sönliche Erfahrungen und christliche Tradition gegenseitig neu
interpretieren. Im Rahmen dieses Projektes soll die Bedeutung der
Kirchenraumpädagogik für verschiedene religionspädagogische
Handlungsfelder im Kontext einer „nachchristlichen Gesellschaft"
reflektiert werden. Ziel ist es, Zugänge zu erarbeiten, wie Kirchen-
räume von einem weiten Adressatenkreis (kirchlich sozialisierte
Christen bis Nichtchristen) in ihrer Eigenart wahrgenommen und
verstanden werden können. Konkret sollen kirchenraumpädagogi-
sche Konzepte für Kirchen in Bamberg und Umgebung entwickelt
und gestaltet werden.
Religionsunterricht im Dialog. Der katholische Religionsunterricht auf dem Weg
zur Vernetzung mit seinen affinen Fächern (Habil., abgeschl. 07/2003)
Projektleitung: Bedingt durch die gesellschaftlichen Umwälzungen in den alten Bun-
Dr. Harald Schwillus desländern und die politische Wende in der ehemaligen DDR rückte
Stichwörter: die Frage nach der Begründung und Gestaltung des schulischen Re-
Religionsunterricht; Er-
satz- und Alternativfä- ligionsunterrichts seit den 1990er Jahren verstärkt ins Interesse der
cher; fächerverbindendes Öffentlichkeit. Dabei kamen immer deutlicher auch die von staatli-
Lernen; Fächergruppe cher Seite an den Schulen eingerichteten so genannten Ersatzfächer
Laufzeit: 1.9.1998 - in den Blick. Die Frage nach Verhältnisbestimmung und Zusammen-
14.7.2003
arbeit des stattlich verantworteten Philosophie- und Ethikunter-
Kontakt:
PD Dr. Harald Schwillus richts mit den unterschiedlichen Angeboten von Religionsunterricht
E- macht die Entwicklung schulorganisatorischer und didaktischer Per-
Mail: [Link]@kt spektiven nötig. Das abgeschlossene Forschungsprojekt leistet ei-
[Link] nen Beitrag für die Gestaltung religiöser und wertbezogener
Lernprozesse an der Schule.
Publikationen
1. Schwillus, Harald: Ethik-Unterricht
0XX in der Bundesrepublik Deutschland. Zusammenstellung
der derzeit gültigen Regelungen für die Alternativ- bzw. Ersatzfächer für den RU. . Berlin :
Berliner Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung und Schulentwicklung, 2000
2. Schwillus, Harald: Zum Stand des Ethikunterrichts in den Ländern der Bundesrepublik
Deutschland. . In: Religionspädagogische Beiträge 45 (2000), S. 137-144
3. Schwillus, Harald: Modelle für den Religionsunterricht der Zukunft. Religionsunterricht und
affine Fächer in der Schule . In: Blum, Matthias ; Hölscher, Andreas (Hrsg.) : Die Kunst der
Glaubensvermittlung. Perspektiven zeitgemäßer Religionspädagogik. Berlin : Morus, 2002,
(Berliner Schriften Bd. 17), S. 137-168.
Seite 72
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Schwillus, Harald: Religionsunterricht im Dialog. Der katholische Religionsunterricht auf
dem Weg zur Vernetzung mit seinen affinen Fächern . Frankfurt am Main : Peter Lang,
2004 (Bamberger Theologische Studien Bd. 23)
Religionsunterricht in konfessioneller Kooperation: Ökumenischer Religionsun-
terricht in Theorie und Praxis
Projektleitung: Im Schuljahr 1995/96 wurde an zwei Grundschulen in der Umge-
Prof. Dr. Dr. Ruppert, Go- bung von Bamberg ein konfessionell-kooperativer Religionsunter-
dehard richt erprobt. In einem begleitenden, ebenfalls konfessionell-
Beteiligte:
Prof. Dr. Lachmann, Rai- kooperativen Universitätsseminar wurden im WS 1995/96 ökume-
ner nisch ausgerichtete Lehrplaneinheiten, Fragebogen- und Interview-
Dr. Andrea Kabus methoden sowie Kriterien für die kontinuiertliche Unterrichts-
Stichwörter: beobachtung und -analyse erarbeitet. Im - auch von kirchlicher Sei-
Konfessionell-kooperati-
te aus gesehen - "legalen" Rahmen von konfessionell-kooperativen
ver Religionsunterricht;
empirische Erhebungen Religionsunterrichts-Einheiten wird weiterhin versucht, empirische
Beginn: 1.1.1994 Beobachtungen zusammen zu tragen und mit denen eines her-
Mitwirkende Institutio- kömmlichen konfessionellen Religionsunterrichts zu vergleichen.
nen:
Lehrstuhl für evangelische
Theologie - Schwerpunkt
Religionspädagogik und
Didaktik des RU, Universi-
tät Bamberg
Publikationen
1. Ruppert, Godehard: Religionspädagogik
0XX und Ökumenisches Lernen . In: Una Sancta 49
(1994), S. 37-51
2. Lachmann, Rainer ; Ruppert, Godehard: Schiff im Strom der Zeit . In: Ruppert, Godehard
(Hrsg.) : Gott zur Sprache bringen... Katholische Theologie in Bamberg. Bd. 8. Bamberg :
Otto-Friedrich-Universität, 1996, (Forschungsforum. Berichte aus der Otto-Friedrich-Uni-
versität Bamberg Bd. 8), S. 97-98.
3. Lachmann, Rainer ; Ruppert, Godehard: Religionspädagogik an der Jahrtausendwende.
Versuch einer Bilanz und Perspektiven für die Zukunft . In: Kraus, Georg (Hrsg.) : Theolo-
gie in der Universität. Wissenschaft - Kirche - Gesellschaft. Frankfurt/Main : Lang, 1998,
(Bamberger theologische Studien Bd. 10), S. 225-253.
Unter-brechung in der Wertevermittlung. Ein neues religionspädagogisches Kon-
zept für ethische Bildungsarbeit mit Erwachsenen (Habil., abgeschl. 07/2004)
Projektleitung: In dem Projekt werden neue didaktische Überlegungen für eine zeit-
PD Dr. Ralph Bergold gemäße Wertevermittlung im Bereich der Erwachsenenbildung in
Stichwörter: kirchlicher Trägerschaft erarbeitet. Dabei wird insbesondere der An-
Erwachsenenbildung;
Werte; Ethik satz einer "Unterbrechungsdidaktik" diskutiert.
Laufzeit: 1.3.2000 -
20.7.2004
Förderer:
Eigenmittel
Mitwirkende Institutio-
nen:
Kath. Bundesarbeitsge-
meinschaft für Erwachse-
nenbildung
Kontakt:
PD Dr. Ralph Bergold
Seite 73
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Bergold, Ralph ; Knoll, 0XX
J. ; Mörchen, A: In der Gruppe liegt das Potential. Wege zum selbst-
organisierten Lernen . Bonn : Echter, 1999
2. Bergold, Ralph: Sieben Unterbrechungen: Anregungen für eine Didaktik der Unterbrechung
in der theologischen Erwachsenenbildung . In: Bergold, Ralph ; Blum, B. (Hrsg.) : Unter-
brechende Aspekte theologischer Erwachsenenbildung. Würzburg : Echter, 1999, (EB-Buch
Bd. 14), S. 95-109.
3. Bergold, Ralph ; Blum, Bertram: Unterbrechende Aspekte theologischer Erwachsenenbil-
dung . Bonn : Echter, 1999
4. Bergold, Ralph: Unterbrechen, begleiten und sich öffnen. Anregungen für eine neue Veror-
tung katholischer Erwachsenenbildung als Aufgabe katholischer Bildungsträger .
In: Hessische Blätter für Volksbildung 50 (2000), S. 350-357
5. Bergold, Ralph ; Blum, Bertram: Ins Spiel gebracht! Katholische Erwachsenenbildung. Ar-
gumente und Szenarien . Recklinghausen : Bitter, 2001
6. Bergold, Ralph: Was Leitbilder leisten. Anmerkungen zu einer Kritik kirchlicher Erwachse-
nenbildung . In: Herder Korrespondenz 57 (2003), S. 49-50
Seite 74
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Liturgiewissenschaft
Anschrift: An der Universität 2, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1737
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: „Liturgiewissenschaft reflektiert als theologische Disziplin die Kirche
Prof. Dr. Peter Wünsche als Versammlung derer, die sich explizit als von Gott Gerufene er-
wiss. Mitarbeiter: fahren und im Gottesdienst zum Gedächtnis der Heilstaten Gottes in
Dipl.-Theol. Ralph Olbrich
Angestellte: Jesus Christus zusammenkommen" (Standortbestimmung der Ar-
Margarete Kastner beitsgemeinschaft Katholischer Liturgikdozentinnen und -dozenten
1991).
Die Liturgiewissenschaft hat ihre Wurzeln zum einen in der Prakti-
schen Theologie, die seit dem späten 18. Jahrhundert den theologi-
schen Fächerkanon ergänzte. Zum anderen nimmt sie die
Fragestellungen einer eher geschichtlich orientierten Liturgiefor-
schung auf, die sich vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun-
derts auch außerhalb der Theologischen Fakultäten entwickelt hat.
Das II. Vatikanische Konzil unterstreicht in der Konstitution über die
Heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium" die Bedeutung des Fa-
ches:
„Das Lehrfach Liturgiewissenschaft ist in den Seminarien und den
Studienhäusern der Orden zu den notwendigen und wichtigen Fä-
chern und an den Theologischen Fakultäten zu den Hauptfächern zu
rechnen. Es ist sowohl unter theologischem und historischem wie
auch unter geistlichem, seelsorglichem und rechtlichem Gesichts-
punkt zu behandeln." (SC 16)
Der komplexe Gegenstand der Liturgiewissenschaft macht eine An-
näherung mit vielfältigen Methoden notwendig. Der historisch-kriti-
sche Zugang versucht, die Entwicklung der Gestalt des
Gottesdienstes nachzuzeichnen. Die systematische Zugangsweise
fragt nach einer der Feier zugrunde liegenden Sinngestalt. Prak-
tisch-theologische Methoden sind daraufhin angelegt, die gegen-
wärtige Gestalt von Gottesdienst zu erheben und im Dialog mit den
anderen theologischen Disziplinen sowie den Humanwissenschaften
nach einer theologisch verantwortbaren und menschengerechten
Form liturgischen Feierns zu suchen.
Kooperationsbeziehungen
• Erzbistum Bamberg
• Kommission "Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch" der Deutschen
Bischofskonferenz
• Arbeitsgemeinschaft Katholischer Liturgikdozentinnen und -dozen-
ten im deutschen Sprachgebiet
Seite 75
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Die Feier der österlichen Bußzeit im säkularen Kontext
Projektleitung: Zu den Formen der traditionellen Begehung der österlichen Bußzeit
Dipl.-Theol. Ralph Olbrich (Fasten, allgemeiner Konsumverzicht, spirituelle Neuausrichtung,
Stichwörter: Gottesdienst in Bewegung) finden sich im gegenwärtigen säkularen
Buße; Fasten; Stationsli-
turgie; Fastenzeit; Prozes- Kontext überraschend deutliche Parallelen. Das Projekt geht der
sion; Quadragese Frage nach, inwiefern hier echte Konvergenzen ("Schnittmengen")
Laufzeit: 1.4.2004 - vorliegen. Davon ausgehend sollen neue Konzepte für eine zeit-,
30.4.2006 menschen- und theologiegerechte Feier der Quadragese diskutiert
werden.
Die odoratische Zeichendimension der Liturgie
Projektleitung: Die Duft-Dimension des Gottesdienstes geriet in einer eher symbol-
Prof. Dr. Peter Wünsche skeptischen Phase der Liturgieentwicklung teilweise in Vergessen-
Stichwörter: heit, erfuhr aber in der jüngsten Vergangenheit eine Wiederent-
Duft; Zeichen; Weihrauch;
Öl; Symbol deckung. Das Projekt befasst sich mit dem Gebrauch von Duft-Sym-
Laufzeit: 1.10.1998 - bolen im Gottesdienst in Geschichte und Gegenwart und fragt nach
30.9.2003 ihrer Bedeuntung und ihren Verwendungsmöglichkeiten.
Publikationen
1. Wünsche, Peter: Liturgiewissenschaftliche
0XX Perspektiven . In: Kügler, Joachim (Hrsg.) : Die
Macht der Nase. Zur religiösen Bedeutung des Duftes. Religionsgeschichte - Bibel - Liturgie.
Stuttgart : Kath. Bibelwerk, 2000, S. 173-191. (Stuttgarter Bibelstudien Bd. 187) -
ISBN 3-460-04871-9
2. Wünsche, Peter: Weihrauch II. Praktisch-theologisch . In: Theologische Realenzyklopädie.
Bd. 35. Berlin u. a. : de Gruyter, 2003, S. 475-477.
Die Rezeption der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils
Projektleitung: Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) bedeutete insbesonde-
Prof. Dr. Peter Wünsche re mit der Konstitution "Sacrosanctum Concilium" (1963) für die Li-
Stichwörter: turgie der Kirche einen Paradigmenwechsel. An die Stelle der
II. Vatikansiches Konzil;
Rezeption; Liturgiekonsti- mittelalterlichen und bis ins 20. Jh. nachwirkenden Trennung von Li-
tution turgie feierndem Klerus auf der einen Seite und den Laien, die dem
Beginn: 1.5.2001 Gottesdienst "beiwohnten", auf der anderen trat das Verständnis
vom Liturgie feiernden Volk Gottes, das in seiner Gesamtheit und in
der Ausprägung als einzelne Ortskirche Träger des Gottesdienstes
ist.
Fast vierzig Jahre nach dem Ende des Konzils besteht der Verdacht,
dass dieser Umschwung im Verständnis des christlichen Gottesdien-
stes zwar theoretisch vollzogen und in die liturgischen Bücher ein-
gegangen ist, sich aber in der Praxis des gefeierten Gottesdienstes
noch nicht vollständig durchgesetzt hat. Liturgie scheint teilweise
noch als ein Angebot wahrgenommen zu werden, das professionelle
Spezialisten den Gemeindemitliedern als Klienten machen, noch
nicht als ein Selbstvollzug von Kirche, der der Verantwortung aller
Feiernden aufgegeben ist. Das Forschungsprojekt soll anhand von
Untersuchungen der gemeindlichen Wirklichkeit von Gottesdienst
klären, wie weit diese Vermutung zutrifft.
Seite 76
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Inkulturation der Liturgie
Projektleitung: Das Dissertationsprojekt geht der Frage nach, ob das grundsätzliche
Dipl.-Theol. Anne-Kathrin Ja der nachkonziliaren Kirche zur Notwendigkeit einer Inkulturation
Eisenbarth-Goletz der Liturgie in die Lebens- und Denkweisen der Völker auch über-
Stichwörter:
Inkulturation; Liturgie; Ju- tragbar ist auf die Inkulturation in verschiedene Teilkulturen inner-
gend; Jugendliturgie halb eines Kulturkreises. Die Frage soll primär anhand der
Beginn: 1.10.2001 jugendlichen Lebenswelten entwickelt werden.
Liturgiegeschichte des (Erz-)Bistums Bamberg
Projektleitung: In der liturgiegeschichtlichen Forschung wird seit etwa 1970 deut-
Prof. Dr. Peter Wünsche lich, dass nicht nur die Kirche des Westens als Ganze zu betrachten
Beginn: 1.12.1992 ist, sondern auch die einzelnen Ortskirchen eine - freilich im Lauf der
Zeit unterschiedlich starke - Eigenständigkeit in der Entwicklung von
gottesdienstlichen Feiern aufweisen. Diese ist bisher nur in Teilbe-
reichen bekannt.
Ziel des langfristigen Forschungsprojektes ist es, für das Bistum
bzw. Erzbistum Bamberg eine Geschichte der lokalen Eigenheiten
des Gottesdienstes zu erstellen. Als Erträge dieser Forschung sind
ein erhöhtes Bewusstsein für die Rolle der Ortskirchen und ein bes-
seres Verständnis in der liturgischen Tradition gegründeter Formen
zu erwarten.
Bereits bestätigt hat sich die Vermutung, dass die sakralen bauli-
chen Zeugnisse der Vergangenheit, insbesondere die Kathedrale
des Bistums, einer vertieften Deutung von der in ihnen gefeierten
Liturgie her bedürfen. Im Blick auf das Bistumsjubiläum 2007 und
das Jubiläum der der ersten Domweihe 2012 ist eine publikumsge-
rechte Präsentation der Ergebnisse angezielt.
Publikationen
1. Wünsche, Peter: Die Feier
0XXdes Dreifaltigkeitsfestes in Schlüsselau nach den Anweisungen
des Fürstbischofs Johann Philipp von Gebsattel . In: Baumgärtel-Fleischmann, Renate
(Hrsg.) : Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel und die Kirche in Schlüsselau.
Bamberg : Diözesanmuseum, 1997, (Veröffentlichungen des Diözesanmuseums Bamberg
Bd. 10), S. 139-144. - ISBN 3-931432-03-3
2. Wünsche, Peter: Kathedralliturgie zwischen Tradition und Wandel. Zur mittelalterlichen Ge-
schichte der Bamberger Domliturgie im Bereich des Triduum Sacrum . Münster : Aschen-
dorff, 1998 (LQF Bd. 80) . Zugl.: Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Diss., 1996. -
XXXII+494 Seiten. ISBN 3-402-04059-X
3. Kohlschein, Franz Xaver ; Wünsche, Peter (Hrsg.): Heiliger Raum. Architektur, Kunst und
Liturgie in mittelalterlichen Kathedralen und Stiftskirchen . (4. Bamberger Liturgiewissen-
schaftliches Forschungskolloquium 9.-12.10.1995) Münster : Aschendorff, 1998 (LQF
Bd. 82) . - XXVIII+394 Seiten. ISBN 3-402-04062-X
4. Wünsche, Peter: Die Kathedrale als Heilige Stadt . In: Kohlschein, Franz ; Wünsche, Peter
(Hrsg.) : Heiliger Raum. Architektur, Kunst und Liturgie in mittelalterlichen Kathedralen
und Stiftskirchen (4. Bamberger Liturgiewissenschaftliches Forschungskolloquium Bam-
berg 1995). Münster : Aschendorff, 1998, S. 25-58. (Liturgiewissenschaftliche Quellen und
Forschungen Bd. 82) - ISBN 3-402-04062-X
5. Wünsche, Peter: "Den die Himmel nicht fassen". Die Feier des Weihnachtsfestes im spät-
mittelalterlichen Bamberger Dom nach dem Zeugnis des Liber Ordinarius von 1491 .
Seite 77
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
In: Staatsbibliothek Bamberg ; Taegert, Werner (Hrsg.) : Hortulus floridus Bambergensis.
Studien zur fränkischen Kultur- und Kunstgeschichte. Petersberg : Imhof, 2004, S. 89-98.
- ISBN 3-935590-71-7
Projektunabhängige Publikationen
1. Kohlschein, Franz Xaver ; Wünsche, Peter (Hrsg.): Liturgiewissenschaft - Studien zur Wis-
0XX
senschaftsgeschichte . (3. Bamberg Liturgiewissenschaftliches Forschungskolloquium Vier-
zehnheiligen 19.-21.10.1993) Münster : Aschendorff, 1996 (LQF Bd. 78) . - XXXVI+396
Seiten. ISBN 3-402-04057-7
Seite 78
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psychologie
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 1801 Fax.: 0951/863 4801
E-Mail: dekanat@[Link]
Dekan: Die Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psychologie ist mit neun Fä-
Prof. Dr. Max Peter chergruppen und 32 selbstständigen Studiengängen der drittgrößte
Baumann Fachbereich der Universität. Die verschiedenen Studiengänge sind
Dekanatssekretariat:
Birgit Jakob im pädagogisch-didaktischen, philosophischen, sowie im psycholo-
Prodekan: gischen Bereich aufeinander abgestimmt und miteinander ver-
Prof. Dr. Jost Reischmann knüpft. Sie sind vorwiegend ausgelegt als Lehramt-, Diplom- und/
Studiendekan: oder Magister- bzw. Promotionsstudiengänge.
Prof. Dr. Dietrich Dörner
Pädagogik als Erziehungswissenschaft beinhaltet Fragen des Leh-
rens und Lernens in verschiedenen Lebensaltern und Feldern, zum
Beispiel in Jugendarbeit, Familie, Rehabilitation u. a. Als klassische
Ergänzung stehen den Erziehungswissenschaften philosophisch-
theologische, historische und philologische Disziplinen zur Seite.
Philosophie beschäftigt sich mit dem Sein und Grund, Natur, Kultur,
Ordnungen des Handelns und des Denkens und der Geschichte von
der Antike bis zur Neuzeit. Grundfragen, wie: „Was kann ich wissen?
Was kann ich tun? Was kann ich hoffen?" werden in verschiedenen
Teildisziplinen historisch und systematisch behandelt.
Psychologie - das menschliche Erleben, Verhalten und Handeln. An
der Universität Bamberg wird sie als empirische und theoretische
Wissenschaft betrieben. Der Fokus liegt dabei, neben der Vermitt-
lung der psychologischen Inhalte, auf den Forschungsmethoden der
systematischen Beobachtung, des Experiments, der diagnostischen
Verfahren und der mathematischen Statistik.
Eine weitere Säule der Fakultät wird durch eine Gruppe von Fächern
konstituiert, die zum Bereich der Lehramtsausbildung zählen oder
durch den Magisterstudiengang und als Wahlpflichtfächer mit Päd-
agogik, Philosophie und Psychologie eng verbunden sind. Zu ihnen
gehören Evangelische Theologie und Religionspädagogik, Musikpäd-
agogik, Ethnomusikologie, Historische Musikwissenschaft, Kunst-
pädagogik, Arbeitswissenschaft sowie die jeweilige Didaktik der
Mathematik, Chemie/Physik, Biologie, Arbeitslehre und des Sports.
Seite 79
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Pädagogik
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Kennzeichen der Bamberger Pädagogik ist eine sozialwissenschaftliche Orientierung mit empi-
rischen und sozialhistorisch-hermeneutischen Perspektiven. Die gemeinsame Theorie- und For-
schungsorientierung wird an lehrstuhlübergreifenden Forschungsprojekten sichtbar. Die
forschungsorientierte Lehre wird durch forschendes Lernen und aktive Beteiligung von Studie-
renden an Forschungsprojekten gestärkt. Wissenschaftliche Kooperationen mit anderen Hoch-
schulen, gemeinsame Projekte und Exkursionen belegen die Internationalisierung von
Forschung und Lehre. Die Bamberger Erziehungswissenschaft bietet sowohl im Diplomstudien-
gang als auch in den Lehramtsstudiengängen eine in Bayern und deutschlandweit einzigartig
breite, inhaltlich differenzierte Palette von Studienrichtungen an, die zu verschiedenen berufs-
qualifizierenden Abschlüssen führt und für deren Absolventen gesellschaftlicher Bedarf besteht.
Die sechs Lehrstühle beziehen sich auf alle Phasen des Lebenslaufs und ermöglichen damit die
Thematisierung des lebenslangen Lernens.
Lehrstuhl für Pädagogik
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1829 Fax.: (0951) 863-4829
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. mult. Georg Hör-
mann
wiss. Mitarbeiter:
Dipl.-Päd. Ruperta Mattern
Dr. phil. Jürgen Raithel,
Dipl.Päd., [Link].
Dr. Monika Rapold,
Dipl.Päd., [Link].
Dr. Thomas Trapper
Angestellte:
Roswitha Braun
Forschungsschwerpunkte
• Erziehungswissenschaftliches Studium sämtlicher Lehrämter
(Grund-, Haupt-, Real-, Berufsschule, Gymnasium) im Rah-
men der LPO I
• Diplomstudiengang Erziehungswissenschaft (Diplom-Pädago-
ge / Diplom-Pädagogin Univ.)
• Im Rahmen des Lehramts an beruflichen Schulen ist es in Bamberg
möglich, das nicht vertiefte Fach "Gesundheitspädagogik" zu stu-
dieren
• Projektstudien zur Altenbildung und Alternativem Lernen, ferner
zum Verhältnis von Pädagogik, Therapie und Beratung, Gruppenpäd-
agogik, Reformpädagogischen Modellen (u.a. Landerziehungsheim-
bewegung), sozialem Kompetenztraining, empirisch-qualitativer
Forschungsmethodologie und Gesundheitspädagogik
Seite 80
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kooperationsbeziehungen
ifb. Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bam-
berg, Heinrichsdamm 4, D-96047 Bamberg
CIP. Zentrum für Integrative Psychotherapie, München. Leiter: Dr.
Sulz
Wissenschaftliche Tagungen
• Symposion "Pädagogische Anthropologie zwischen Lebenswissen-
schaften und normativer Deregulierung", 12./13.10.2001
• Symposion "Sexuelle Gewalt gegen Kinder", 16.-18.10.2003
Veröffentlichungsreihen
• Herausgeber der Reihe "Pädagogik und Sozialwissenschaften". Her-
bolzheim: Centaurus Verlag
• Mitherausgeber: Musik-, Tanz- und Kunsttherapie. Zeitschrift für
künstlerische Therapien im Bildungs- und Gesundheitswesen. Göt-
tingen: Hogrefe Verlag
Forschungsprojekte
Anthropologisch-historische Bildungsforschung (Kolloquium)
Projektleitung: Neben einer historisch-kritischen und evolutionstheoretischen Per-
Prof. Dr. mult. Georg Hör- spektive liegt im Konzept einer Historischen Anthropologie der Ver-
mann such vor, historisch-hermeneutische, sozial- und alltagsge-
Laufzeit: 1.1.2000 -
31.12.2000 schichtliche, mentalitätsorientierte und biographisch-literarische
Förderer: Zugangsweise zur Erfassung anthropologischer Entwürfe zu den
Universität Bamberg Grundbedingungen erzieherischen Handelns zu bündeln. Gemein-
sam mit dem Institut für Anthropologisch-historische Bildungsfor-
schung an der Universität Erlangen-Nürnberg ist es Ziel dieses
Forschungskolloquiums, ein gemeinsames Verbundprojekt zur kon-
kreten Umsetzung an ausgewählten Beispielen aus der Schulge-
schichts- und Museumsforschung, der Geschichte der Erziehungs-
beratung, der Gesundheitserziehung und der Erziehung im National-
sozialismus zu etablieren.
Die Vorträge wurden 2003 veröffentlicht.
Publikationen
1. Hörmann, Georg (Hrsg.): Pädagogische Anthropologie zwischen Lebenswissenschaften und
0XX
normativer Deregulierung . Hohengehren : Schneider, 2003. - ISBN 3-89676-646-5
Seite 81
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Campus in der Provinz - Fränkische Kurschattenkönigin erobert bayerische
Hochschulen
Projektleitung: Anhand einer detaillierten Fallstudie wird zur Illustration des pro-
Prof. Dr. mult. Georg Hör- grammatischen Konzepts von Biographieforschung und Kasuistik
mann das meist abstrakt bleibende Wechselspiel von Qualifizierung, Kom-
Stichwörter:
Hochschulsozialisation, petenz, Bildung, Normen-, Ziel- und Geschlechterperspektive unter
Konfliktmanagement im den Bedingungen einer Universität und Kultusbürokratie veran-
Wissenschaftsbetrieb, Ka- schaulicht. Neben der Akzentuierung grundlegender Perspektiven
suistik, Methoden und So- von Bildung / Erziehung und pädagogischem Handeln jenseits der
zialkompetenz
Propagierung anpassungsflexibler Schlüsselqualifikationen und miß-
Beginn: 1.6.2001
Kontakt: verstandener Sozialkompetenz als optimaler Selbstbehauptung im
Prof. Dr. mult. Georg Hör- sozialen Kontext ("Assertiveness Training") und Selbstdarstellung
mann beschönigender und täuschender Eindruckslenkung ("Impression
Tel.: 0951/863-1828, Management") soll insbesondere der Beitrag der Hochschulverwal-
Fax: 0951/863-4828, E-
Mail: [Link]@p
tung in verschiedenen Ebenen und Funktionen sowie des übergeord-
[Link] neten Wissenschaftsmanagments zur Förderung oder Behinderung
von wissenschaftlichen Standards analysiert und expliziert werden.
Aufgrund vielfältiger Einblicke in das Innenleben einer Hochschule
und das Gebaren von Hochschulleitung mit ihren Organen und der
Kultus- und Wissenschaftsbürokratie werden realistische Perspekti-
ven zur Durchsetzung von Transparenz, Aufklärung, Konfliktbear-
beitung und demokratischen Prinzipien gegen Verschleierung,
Vertuschung, Geheimniskrämerei, Fassadenhaftigkeit, Seilschaften,
"Netzwerke" oder heuchlerische Doppelmoral und (Geschlech-
ter)Klischees entwickelt. Gegenüber augenscheinlichen Rationali-
sierungen unter dem Deckmantel administrativer und juristischer
Winkelzüge - im Gefolge machtorientierter Durchsetzungsstrategien
oder arroganter Ignoranz etablierter Hierarchien - wird eine grund-
legende Neubesinnung zentraler Probleme des Erziehungs- und Bil-
dungswesens - jeweils ausgehend von reichhaltigen kasuistischen,
zuweilen nicht einer bizarren Komik entbehrenden Beispielen, wie
sie im Gefolge einer im Untertitel angedeuteten Eigendynamik de-
monstriert wird - entwickelt.
Einführung in die Gesundheitspädagogik
Projektleitung: Obwohl inzwischen auch im deutschen Sprachraum bereits seit län-
Prof. Dr. mult. Georg Hör- gerem Lehrbücher der Gesundheitspsychologie bzw. der Gesund-
mann heitswissenschaften existieren, fehlt bislang eine kompakte und
Stichwörter:
Gesundheitserziehung einführende Übersicht zur Gesundheitspädagogik. In der im Verlag
Beginn: 1.6.2001 Leske und Budrich erscheinenden Publikation im Rahmen der auf 16
Kontakt: Bände konzipierten "Einführungstexte Erziehungswissenschaft" gibt
Prof. Dr. mult. Georg Hör- die Publikation eine Übersicht über Grundlagen und Gegenstandbe-
mann
reich der Gesundheitspdädagogik in historischer und systematischer
Tel.: 0951/863-1828,
Fax: 0951/863-4828, E- Perspektive, Gesundheitskonzepte (Modellvorstellungen von Ge-
Mail: [Link]@p sundheit, u. a. Salutogenese, Interaktionistisches Anforderungs-
[Link] Ressourcen-Modell, sozialepidemiologisch-ökologisches Modell),
Gesundheitsprogrammatik (WHO: Gesundheit, Gesundheitsförde-
rung); Gesundheit im Pädagogischen Kontext (Gesundheitsaufklä-
rung-, erziehung-, bildung, -beratung und -förderung); Laienkon-
zepte, lnterkulturelle Aspekte, geschlechtsspezifische Perspektiven,
Gesundheit im Spannungsfeld von Ressourcen und Risiken. Gesund-
heitspädagogsiche Anwendungsfelder werden ebenso behandelt wie
Seite 82
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Methoden und Forschungsstrategien, Ausbildungsgänge. Neben der
Übersicht über einschlägige Einrichtungen, Organsiationen und
Adressen ergänzen praktische Beispiele und Hinweis auf vielfältige
praktische Arbeitsmaterialien das Kompendium.
Publikationen
1. Hörmann, Georg: Gesundheitserziehung
0XX . In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft
(1999), Nr. 2, S. 5-30
2. Hörmann, Georg: Von der Gesundheitsaufklärung zur Gesundheitsförderung .
In: Seelbach, H. ; Kugler, J. ; Neumann, W. (Hrsg.) : Von der Krankheit zur Gesundheit.
Bern : Huber, 1997, S. 73-86.
3. Hörmann, Georg: Zur Funktion der Sozialarbeit im Gesundheitswesen . In: Homfeldt, H.G.
; Hünersdorf, R. (Hrsg.) : Soziale Arbeit und Gesundheit. Neuwied : Luchterhand, 1997,
S. 11-27.
Flexible Erziehungshilfen: Historische Entwicklung - Konzeptionen - Verbreitung
in Bayern
Projektleitung: Die historische Entwicklung ambulanter pädagogischer Interventi-
Prof. Dr. mult. Georg Hör- onsformen in der Jugendhilfe seit 1945 wurden aufgearbeitet und
mann aus dem Kontext der allgemeinen Jugendhilfeentwicklung, insbe-
Beteiligte:
Dr. Thomas Trapper sondere der Veränderungen bei den stationären Hilfeformen, be-
Laufzeit: 1.2.1999 - leuchtet. Die im Kinder- und Jugendhilfegesetz von 1990 als
31.12.1999 Leistungen der öffentlichen Jugendhilfe formulierten konzeptionel-
Förderer: len Ansätze, wie u.a. Soziale Gruppenarbeit, Erziehungsbeistand-
Universität Bamberg
schaft, Sozialpädagogische Familienhilfe, Intensive sozialpäda-
gogische Einzelbetreuung, wurden auf ihre spezielle Genese, ihre
Verbreitung, die angesprochenen Zielgruppen, die methodischen
Ansätze und auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Unter Einbezug
neuer Ansätze (z.B. der Jugendhilfestationen) wurden Grundkon-
zepte ambulanter Jugendhilfeangebote analysiert und über Evalua-
tionsstudien Chancen und Grenzen dieser Hilfeformen sowie
Ansatzpunkte der Weiterentwicklung ausgelotet.
Publikationen
1. Trapper, Thomas: Heimerziehung
0XX von Gestern: Erfahrungen und Impulse für kollektive Er-
ziehung von Heute und Morgen . Hamburg : Dr. Kovac, 1996 (Erziehung - Unterrricht - Bil-
dung Bd. 41) . Zugl.: Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Dipl-Arb., 1996. - 264 Seiten.
ISBN 3-86064-379-7
2. Trapper, Thomas: Erziehungshilfe: Von der Disziplinierung zur Vermarktung? Entwick-
lungslinien der Hilfen zur Erziehung in den gesellschaftlichen Antinomien zum Ende des 20.
Jahrhunderts . Bad Heilbrunn : Klinkhardt, 2002. Zugl.: Bamberg, Otto-Friedrich-Universi-
tät, Diss., 2001. - ISBN 3-7815-1202-9
Seite 83
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Gesundheitspädagogische Möglichkeiten im technischen Wissenschaftsbereich
Projektleitung: Nach der Erstellung und Modifikation eines umfangreichen Untersu-
Prof. Dr. mult. Georg Hör- chungsinstruments erfolgte die Befragung einer spezifischen Grup-
mann pe wiss. Mitarbeiter. Da an der Techn. Univ. Karlsruhe allen neu
Beteiligte:
Dr. med. Michael Bestler eingestellten Mitarbeiter (meist mit Zeitverträgen, pro Jahr etwa
(Univ. Karlsruhe) 200 Personen) die Möglichkeit einer arbeitsmedizinischen Routine-
Dr. med. Axel Mosler, untersuchung angeboten wird, wurden in einem freiwilligen zusätz-
Groß-Gerau lichen Modul zu den üblichen medizinischen Parametern
Stichwörter:
psychosoziale Merkmale erhoben. In einer zwischenzeitlichen Rück-
Betriebliche Gesundheits-
förderung meldung wurden in einem Belastungs-Ressourcen-Profil die Werte
Laufzeit: 1.1.1998 - an die Probanden mitgeteilt und Empfehlungen für weitere Maßnah-
31.12.1999 men, sei es außerhalb oder innerhalb der Universität ausgespro-
Förderer: chen. Der Datenpool dient neben der Validierung der Erhebungs-
Universität Bamberg
Mitwirkende Institutio-
instrumente anschließend als grundlagenbasierte Bedarfsanalyse
nen: für die Entwicklung und Planung zielgruppenbezogener gesund-
Universität Karlsruhe / Ar- heitspäd. Programme und soll das Grundlagenwissen in einem bis-
beitsmedizin und Sicher- lang wenig untersuchten Feld verbessern.
heitstechnik
Projekt Fassoldshof
Projektleitung: Der Fassoldshof ist eine Einrichtung der Jugendhilfe, die seit 1856
Dr. Thomas Trapper jungen Menschen Unterstützung bei ihrer persönlichen Entwicklung
Beteiligte: leistet. Im Fassoldshof lernen, arbeiten und leben derzeit 38 Jungen
Tutorium "Fassoldshof"
(Studierende) und sieben Mädchen im Alter von etwa 13 bis 19 Jahren in Wohn-
Beginn: 1.9.2001 gruppen, Wohngemeinschaften, Einzelappartements und in Betreu-
Mitwirkende Institutio- tem Wohnen. Die Einrichtung steht vor der Herausforderung der
nen: konzeptionellen Weiterentwicklung und Neuausrichtung. Dieser Pro-
Rummelsberger Anstalten
zess soll in der Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg (Lehr-
der Inneren Mission e.V.
stuhl Allgemeine Pädagogik) entwickelt und umgesetzt werden. Das
Projekt umfasst einerseits die Mitwirkung in der Erarbeitung eines
neuen pädagogischen Grundkonzeptes als auch Einheiten der Mitar-
beiterschulung bei der Konzeptimplementation. Darüber hinaus er-
folgt die Evaluation der einzelnen Projektschritte und der Effekte der
Neukonzeptionierung. Projektbeginn war September 2001.
Kontakt per Mail: jugendhilfen@[Link]
Qualifizierung von Diplom-Pädagogen im therapeutischen Bereich
Projektleitung: Seit dem Inkrfattreten des Gesetzes über die Berufe des Psycholo-
Prof. Dr. mult. Georg Hör- gischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsy-
mann chotherapeuten (KJPsychTh) im Jahre 1999 gilt nach § 5 als
Beteiligte:
Centrum für Integrative Voraussetzung für die Ausbildung zum KJPsychTh "die im Inland an
Psychotherapie (CIP), einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule bestandene
München Abschlußprüfung in den Studiengängen Pädagogik oder Sozialpäd-
Dr. Kurt Wedlich, Lehr- agogik". Mit der im Jahre 1999 gegründeten Forschungsstelle für
stuhl Sozialpädagogik, Ka-
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie soll langfristig in Koopera-
tholische Universität
Eichstätt tion mit anderen Einrichtungen (u.a. Centrum für Integrative Psy-
Stichwörter: chotherapie (CIP) und dem Lehrstuhl Sozialpädagogik an der
Pädagogik und Therapie Universität Eichstätt) eine Ausbildung konzipiert und angeboten
Laufzeit: 1.1.1999 - werden. Neben der Bestandsaufnahme relevanter Entwicklungen
31.12.1999
Förderer:
mittels einer Erhebung bisheriger Aktivitäten soll neben der Implen-
Universität Bamberg tierung von Ausbildungsmodulen eine Evaluaton bisheriger Aktivitä-
Seite 84
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
ten mittels Absolventenbefragung zur spezifischen Berufs-
einmündung und einer auf den bayerischen Raum beschränkten Be-
darfsermittlung erfolgen.
Publikationen
1. Hörmann, Georg: Professionalisierung
0XX künstlerischer Therapien im Rahmen psychothera-
peutischer Tätigkeit . In: Zifreud, W. (Hrsg.) : Therapien im Zusammenspiel der Künste.
Tübingen : Attempto, 1996, S. 59-69.
2. Hörmann, Georg: Medizinische und therapeutische Reaktionen auf veränderte kindliche Le-
benswelten . In: Thema Jugend (1996), Nr. 4, S. 9-11
Qualitätssicherung des Beratungsangebotes für Glücksspielsüchtige und ihre
Familien
Projektleitung: Bundesweit gibt es nur wenige Suchtberatungsstellen, die sich für
Prof. Dr. mult. Georg Hör- die Beratung und Behandlung Gücksspielsüchtiger und ihrer Famili-
mann en zuständig fühlen. Häufig finden lediglich Glücksspieler mit der zu-
Beteiligte:
Füchtenschnieder, Ilona sätzlichen Diagnose einer stoffgebundenen Abhängigkeit eine
Stichwörter: adäquate Beratungsstelle. Insbesondere Einrichtungen, die nach
Glücksspielsucht, Bera- der ambulanten Rehabilitation Sucht abrechnen, lehnen diese Klien-
tung tel häufig ab. Ein weiteres Problem stellt das fehlende Fachwissen
Beginn: 1.6.2001
über das Störungsbild Glücksspielsucht dar.
Mitwirkende Institutio-
nen: Neben einer Erhebung zur Situation von Schwerpunktberatungstel-
Beratungstelle für Glücks- len, Ausbildungslage von Mitarbeitern, curricularer Implementie-
spielsucht Herford
Kontakt:
rung von Fort- und Weiterbildung, kulturhistorischen und
Prof. Dr. mult. Georg Hör- sozioökonomischen Rahmenbedingungen, Diagnose- und Interven-
mann tionsformen, Indikationsstellung, Behandlungs- und Veränderungs-
Tel.: 0951/863-1828, motivation werden Möglichkeiten der Prophylaxe eruiert.
Fax: 0951/863-4828, E-
Mail: [Link]@p Mit der Erhebung werden Standards für eine Entwicklung im ambu-
[Link] lanten Bereich entwickelt, die im stationären Sektor schon vor eini-
ger Zeit eingesetzt hat. Glücksspielsüchtige werden seitens der
Rentenversicherer vorwiegend in Fachkliniken (Psychosomatik und
Sucht) vermittelt, die glücksspielspezifische Behandlungsbausteine
(Indikationsgruppen, Geld- u. Schuldenmanagement etc.) anbieten.
Dieser Ansatz ist gleichermaßen für Klienten und Berater/Behandler
von Vorteil. Die Klienten haben die Gewissheit, dass sie im Sinne der
Qualitätssicherung eine fachgerechte - auf das Störungsbild zuge-
schnittene - Behandlung erfahren. Darüber hinaus kommen sie
nicht von vornherein im Rahmen des Behandlungssettings in eine
"Exotenrolle", die leicht entsteht, wenn Glücksspielsüchtige nur ver-
einzelt behandelt werden.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Beratungstelle für
Glücksspielsucht Herford (Ilona Füchtenschnieder) durchgeführt.
Schulentwicklung im Landerziehungsheim Haubinda
Projektleitung: Mit Wirkung vom 1.6.1994 übertrug das Thüringer Kultusministeri-
Dr. Dieter Heim, Akad. Di- um Erfurt an Dipl.Päd. Dr. Dieter Heim die Aufgabe der wissen-
rektor schaftlichen Begleitung des Schulversuches Hermann-Lietz-Schule
Beginn: 1.6.1994
Haubinda. Haubinda - eine Gründung von Hermann Lietz 1901 - gilt
als die Wiege der deutschen Landerziehungsheimbewegung, einer
Seite 85
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
maßgeblichen pädagogischen Strömung im Zeitraum der Reform-
pädagogik. Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Begleitung ist ne-
ben kontinuierlichen Angeboten zur Lehrerfortbildung in
pädagogischen und didaktischen Fragestellungen jeweils der Fort-
gang der Schul- und Internatsentwicklung zu evaluieren. Erhe-
bungsschwerpunkt im Jahr 1995 war das Maß der Identifikation mit
Lietzscher Pädagogik bzw. deren Relativierung durch aktuelle Zeit-
erfordernisse. Im Jahr 1996 wurden zwei Diplomarbeiten mit Be-
zugspunkt Haubinda erstellt. Die eine erhob über Befragung Daten
zum Schulklima und ordnete sie dem Titel "Schule neu gestalten -
Möglichkeiten der Schulentwicklung an der Hermann-Lietz-Schule
Haubinda am Beispiel ’Schulklima’" unter (Alexander Schwarz). Die
zweite Arbeit untersuchte unter erwachsenenpädagogischen Aspek-
ten "Schulwandel durch Coaching?" und erprobte ein "Weiterbil-
dungskonzept zur Kompetenzsteigerung von LehrerInnen" u.a.
auch unter Einbeziehung des Kollegiums an der Hermann-Lietz-
Schule Haubinda (Andreas Blum). Im laufenden Jahr steht die eva-
luative Frage unter dem Aspekt der situativen Akzeptanz der Le-
bens- und Arbeitsbedingungen von 42 Internatsschülern in den vier
Heimfamilien.
Publikationen
1. Heim, Dieter: H. Lietz und
0XXsein Landerziehungsheim Haubinda . In: Segebrecht, W. (Hrsg.)
: "Samen meines spätren Lebens " (W. Benjamin). Die Reformschule Haubinda und die Li-
teratur. Bamberg : Selbstverlag, 1995, (Fußnoten zur Literatur Bd. 34), S. 9-15.
ISSN 0723-2950
2. Heim, Dieter: Hermann Lietz und sein Landerziehungsheim Haubinda . In: Leiterkonferenz
der Hermann Lietz-Schulen (Hrsg.) : Hermann Lietz-Schulen. Die ersten 100 Jahre (Fest-
schrift). Hildburghausen : Offizin Hildburghausen, 1998, S. 12-16. - ISBN -
3. Heim, Dieter: Aus der Geschichte der Landererziehungsheimbewegung . In: Thillm (Thü-
ringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien) (Hrsg.) : Ein Portrait
der Hermann-Lietz-Schule Haubinda. Bad Berka : -, 1999, (ThILLM. Materialien, Nr. 24),
S. 5-10. ISSN 0944-8705
4. Heim, Dieter: "Blackboard Jungle" - inzwischen auch bei uns? In: Leben und Arbeit. Zeit-
schrift der Hermann Lietz-Schulen (2000), Nr. 1, S. 8-9
5. Heim, Dieter: Der Gründer Hermann Lietz - eine Kurzbiographie; Die HL-Pädagogik - eine
Skizze; Ein Ausblick ... . In: Verein der Freunde und Förderer der Hermann-Lietz-Schule
Haubinda (Hrsg.) : 100 Jahre Hermann-Lietz-Schule Haubinda. Eine Festschrift.
Wasungen : ROSA - Satz und Repro-Studio, 2001, S. 20-24; 25-30; 117-120.
Seite 86
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Symposion "Sexuelle Gewalt gegen Kinder"
Projektleitung: Das Problem der sexuellen Ausbeutung von Kindern hat trotz der
Prof. Dr. mult. Georg Hör- mittlerweile lang andauernden, extrem kontrovers geführten Dis-
mann kussion nichts an Bedeutung verloren, da es in direktem Kontrast
Beteiligte:
Dr. Monika Rapold, zum Anspruch aller Institutionen steht, den Schutz von Kindern vor
Dipl.Päd., [Link]. Gewalt zu gewährleisten. Nach einer in den 80er und 90er Jahren
Laufzeit: 1.1.2003 - emotional und moralisch aufgewühlten öffentlichen Debatte ist frei-
31.12.2003 lich seit einiger Zeit eine Versachlichung und Differenzierung auf al-
Förderer:
len Ebenen zu bemerken. Das Symposion will diese Versachlichung
Universität Bamberg
Kontakt: fortsetzen und den Austausch zwischen Experten aus verschiedenen
Dr. Monika Rapold, Wissenschaftsdisziplinen, aus Forschung und Praxis fördern: Immer
Dipl.Päd., [Link]. noch stehen sich Positionen unvermittelt gegenüber und grenzen
Tel.: (0951) 863-1831, sich mit erheblichen Vorbehalten oder Einseitigkeiten voneinander
Fax: (0951) 863-4831, E-
Mail: [Link]@ppp.
ab. Das Symposion soll so dazu beitragen, den interdisziplinären
[Link] Austausch zwischen ExpertInnen aus den Bereichen Pädagogik,
Psychologie, Soziologie, Medizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie zu
fördern und Strategien zu sichten, die sich mit dem Phänomen se-
xueller Gewalt gegen Kinder befassen (müssen).
Tagungsband: Gewalt - Geschlecht - Diskurs. Hohengehren:
Schneider Verlag 2004 [im Druck]
Publikationen
1. Rapold, Monika: Schweigende
0XX Lämmer und reißende Wölfe, moralische Helden und coole
Zyniker. Zum öffentlichen Diskurs über "sexuellen Kindesmissbrauch" in Deutschland .
Herbolzheim : Centaurus, 2002 (Pädagogik und Sozialwissenschaften)
Verfahrenspflegschaft: Ausbildungsstandards und Qualitätssicherung
Projektleitung: Mit der Novellierung des Kindschaftsrechts im Jahre 1998 ist die Ein-
Prof. Dr. mult. Georg Hör- richtung einer Verfahrenspflegschaft nach § 50 FGG ("Anwalt des
mann Kindes") geschaffen worden. Gemeinsam mit ctb Offenbach (Lei-
Beteiligte:
consulting & training part- tung Dipl.Päd, [Link] Dieter Kubutat) und dem DKSB
ner (ctp) Offenbach (Deutscher Kinderschutzbund) wird vom Lehrstuhl Pädagogik in Ko-
(Dipl.Päd. D. Kubutat operation mit Dr. Werner Leitner (Lehrstuhl Grundschulpädagogik)
DKSB (Deutscher Kinder- ein Aus- und Weiterbildungsprogramm durchgeführt. Nach einer
schutzbund)
Übersicht über vergleichbare Angebote der Fort- und Weiterbildung
Dr. Werner Leitner, Lehr-
stuhl Grundschulpädago- wurden fachliche Standards und curriculare Bausteine entwickelt
gik der Universität und etabliert. Die Implementation in verschiedenen Bundesländern
Bamberg wird in einer empirisch angelegten Quer- und Längsschnittstudie
Stichwörter: evaluiert.
Verfahrenspflegschaft,
Anwalt des Kindes
Beginn: 1.5.2000
Projektunabhängige Publikationen
1. Rapold, Monika: Phänomenologie,
0XX Theorie und präventive Perspektiven sexuellen Kindes-
mißbrauchs unter besonderer Berücksichtigung der US-amerikanischen Literatur . Bam-
berg, Otto-Friedrich-Universität, Dipl-Arb., 1994. - 178 Seiten.
2. Hörmann, Georg ; Langer, Klaus: Führung und Management . In: Raem, A.M. ; Schlieper,
P. (Hrsg.) : Der Arzt als Manager. München : Urban & Schwarzenberg, 1995, S. 9-36.
3. Hörmann, Georg: Gesundheitsförderung in Europa . In: Brenn, H. u.a. (Hrsg.) : Brücken
bauen in einem gemeinsamen Europa. Stams : -, 1996, S. 288-293.
Seite 87
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Hörmann, Georg: Einzelarbeit oder Gruppenarbeit beim Lernen; Selbstbewertungsprozesse
. In: Greif, S. ; Kurtz, H.J. (Hrsg.) : Handbuch zum selbstorganisierten Lernen. Göttingen :
Verlag f. Angewandte Psychologie, 1996, S. 93-98; 149-154.
5. Trapper, Thomas: Therapeutisierung von Kindheit . In: EEV-aktuell 14 (1996), Nr. 1, S. 9-
11
6. Amthor, Ralph: Sozialmanagement. Eine inhaltsanalytische Untersuchung zu Führen und
Leiten in der Sozialen Arbeit . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Dipl-Arb., 1997
7. Abel, A. ; Raithel, Jürgen: Sozialkompetenzstärkende Jungenarbeit . In: Unsere Jugend 50
(1998), Nr. 5, S. 203-211
8. Hörmann, Georg: Aktionsforschung; Depression; Gesundheitsförderung; Gesundheitspsy-
chologie; Kognitive Therapie; Psychosomatik . In: Grubitzsch, S. ; Weber, G. (Hrsg.) : Psy-
chologische Grundbegriffe. Ein Handbuch. Reinbek : Rowohlt, 1998, S. 12-14; 97-98; 205-
207; 208-213; 276-278; 489-490. - ISBN 3 499 55588 3
9. Hörmann, Georg: Gesundheitserziehung . In: Korff, Wilhelm (Hrsg.) : Lexikon Bioethik.
München : ???, 1998, S. 114-117.
10. Hörmann, Georg: Gesundheitsberatung . In: PÄD Forum 11 (1998), Nr. 26, S. 441-445
11. Hörmann, Georg ; Körner, Wilhelm (Hrsg.): Handbuch der Erziehungsberatung. Anwen-
dungsbereiche und Methoden der Erziehungsberatung . Bd. 1 Göttingen : Hogrefe, 1998. -
534 Seiten. ISBN 3-8017-0927-2
12. Hörmann, Georg ; Langer, Klaus: Psychosomatische Störungen . In: Hörmann, Georg ;
Körner, Wilhelm (Hrsg.) : Klinische Psychologie: ein kritisches Handbuch. 2. Aufl.
Eschborn : Dietmar Klotz, 1998, S. 302-330. - ISBN 3-88074-277-4
13. Hörmann, Georg: Psychosomatische und somatoforme Störungen . In: Hörmann, Georg ;
Körner, Wilhelm (Hrsg.) : Handbuch der Erziehungsberatung. Bd. 1. Göttingen : Hogrefe,
1998, S. 167-180. - ISBN 3-8017-0927-2
14. Hörmann, Georg: Verhaltenstherapie in der Psychiatrie . In: Hörmann, Georg ; Textor,
M.R. (Hrsg.) : Praxis der Psychotherapie. 2. Aufl. Eschborn : Dietmar Klotz, 1998, S. 161-
201. - ISBN 3-88074-618-4
15. Hörmann, Georg: Verhaltensstörungen im frühen Lebensalter . In: Hörmann, Georg ; Kör-
ner, Wilhelm (Hrsg.) : Klinische Psychologie: ein kritisches Handbuch. 2. Aufl. Eschborn :
Dietmar Klotz, 1998, S. 259-279. - ISBN 3-88074-277-4
16. Hörmann, Georg ; Zygowski, Hans: Therapeut-Klient-Beziehung . In: Hörmann, Georg ;
Körner, Wilhelm (Hrsg.) : Klinische Psychologie: ein kritisches Handbuch. 2. Aufl.
Eschborn : Dietmar Klotz, 1998, S. 89-106. - ISBN 3-88074-277-4
17. Hörmann, Georg: Beratung - Eine pädagogische Ressource . In: PÄD Forum 11 (1998),
Nr. 26, S. 417
18. Raithel, Jürgen: Jugendliche motorisierte Zweiradfahrer. Die Prävention des riskanten Ver-
kehrsverhaltens im Jugendalter verlangt neue Interventionskonzepte . In: Zeitschrift für
Verkehrserziehung 48 (1998), Nr. 1, S. 6-10
19. Raithel, Jürgen: Das riskante Verkehrsverhalten jugendlicher Motorzweiradfahrer. Befunde
einer Pilotstudie . In: Zeitschrift für Verkehrssicherheit 44 (1998), Nr. 4, S. 146-150
20. Raithel, Jürgen: Das riskante Verkehrsverhalten im Jugendalter als Aufgabe der Jugendhilfe
. In: Jugendwohl 79 (1998), Nr. 2, S. 61-69
21. Trapper, Thomas: Jugendhilfe als Jugendschutz . In: Thema Jugend (1998), Nr. 4, S. 4-6
22. Hörmann: Gesundheitserziehung . In: Bundesvereinigung für Gesundheit (Hrsg.) : Ge-
sundheit: Strukturen und Handlungsfelder. Bd. Loseblattwerk. Neuwied : Luchterhand,
1999, S. V 1.2/1-19.
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Kunsttherapie (1999), Nr. 10, S. 6-10
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
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spruch und berufspraktischer Realität; Gesundheitspädagogik in der Ausbildung von Be-
rufsschullehrern und Berufsschullehrerinnen . In: ISB, Staatinstitut für Schulpädagogik und
Bildungforschung (Hrsg.) : GESU Arbeitsbericht Nr. 309 (Didaktisch-methodische Optimie-
rung der Erstausbildung in den Berufsfachschulen des Gesundheitswesens Universität
Bamberg Oktober 1998). München : ISB, 1999, S. 9-20, 92-95.
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Jugendlicher . In: Prävention 22 (1999), Nr. 4, S. 113-115
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aktueller Konzepte . In: EEV-aktuell 18 (1999), Nr. 1, S. 20-24
29. Trapper, Thomas: Umdenken in der Jugendhilfe . In: EREV-Schriftenreihe 40 (1999), Nr. 1,
S. 18-23
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Erziehungsberatung . Bd. 2 Göttingen : Hogrefe, 2000. - 418 Seiten. ISBN 3-8017-0928-0
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Skalen und Scores in der Neurologie. 2. Aufl. Stuttgart : Thieme, 2000, S. 6-11.
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Newsletter zur Gesundsheitsförderung 27 (2000), Nr. 2, S. 5
33. Raithel, Jürgen: Wie risikobereit sind jugendliche Sportler? Ein Vergleich zwischen sportak-
tiven und sportabstinenten Jugendlichen . In: Olympische Jugend 45 (2000), Nr. 2, S. 18-
19
34. Raithel, Jürgen: Fahrmotive und Verkehrsverhalten jugendlicher Zweiradfahrer. Ein Ver-
gleich zwischen männlichen Fahrrad-, Mofa- und Leichtkraftradfahrern . In: Zeitschrift für
Verkehrserziehung 50 (2000), Nr. 2, S. 8-10
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Initiationsriten . In: Deutsche Jugend 48 (2000), Nr. 7/8, S. 327-330
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Mai 2000). Nürnberg : Eigenverlag Diakonisches Werk Bayern, 2000, S. 1-24.
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Hacker, Hartmut ; Kahlert, Joachim ; Keck, Rudolf W. ; Sandfuchs, Uwe (Hrsg.) : Handbuch
der Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik. Bad Heilbrunn : Klinkhardt, 2001,
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In: bildung! (2002), Nr. 1, S. 24-30
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auf das bayerische Sondermodell der Lehrerbildung . In: Schulze-Krüdener, Jörgen ;
Schulz, Wolfgang ; Hünersdorf, Bettina (Hrsg.) : Grenzen ziehen - Grenzen überschreiten.
Hohengehren : Schneider, 2002, S. 117-136. - ISBN 3-89676-564-7
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(2002), Nr. 15, S. 352-361
61. Raithel, Jürgen: Etnisch-kulturelle Konfliktpotenziale unter Jugendlichen im (groß)städti-
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Probleme 13 (2002), Nr. 1, S. 54-79
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Normensozialisation . In: Deutsche Jugend 51 (2003), Nr. 3, S. 113-119
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für die Präventions- und Jugendarbeit . In: Kind Jugend Gesellschaft 48 (2003), Nr. 3,
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Sozialisation 23 (2003), Nr. 3, S. 286-301
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Seite 91
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
85. Raithel, Jürgen: Erziehungserfahrungen, Wertorientierungen und Delinquenz Jugendlicher.
Befunde zum Zusammenhang von Erziehungsweisen, Mentalitäten und Kriminalität .
In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 6 (2003), Nr. 4, S. 590-601
86. Raithel, Jürgen: Mutproben im Übergang vom Kindes- ins Jugendalter. Befunde zu Verbrei-
tung, Formen und Motiven . In: Zeitschrift für Pädagogik 49 (2003), Nr. 5, S. 657-674
87. Raithel, Jürgen: Medien, Familie und Gewalt im Jugendalter. Zum Zusammenhang von Ge-
waltkriminalität, Erziehungserfahrungen, Fernsehkonsum und Computerspielnutzung .
In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 86 (2003), Nr. 4, S. 287-298
88. Raithel, Jürgen ; Mansel, J. (Hrsg.): Kriminalität und Gewalt im Jugendalter. Hell- und Dun-
kelfeldbefunde im Vergleich . Weinheim : Juventa, 2003
89. Raithel, Jürgen ; Mansel, J.: Kriminalitätsgegünstigende Entwicklungsbedingungen im Ju-
gendalter . In: Raithel, Jürgen ; Mansel , J. (Hrsg.) : Kriminalität und Gewalt im Jugendal-
ter. Hell- und Dunkelfeldbefunde im Vergleich. Weinheim : Juventa, 2003, S. 25-40.
90. Rapold, Monika: Rezension zu Bange/Körner (Hg.): Handwörterbuch Sexueller Missbrauch.
Göttingen: Hogrefe 2002 . In: Sozialwissenschaftliche Literatur Umschau 26 (2003),
Nr. 46, S. 106-108
91. Hörmann, Georg: Gesundheitswissenschaften / Medizin und Beratung . In: Nestmann, F. ;
Engel, F. ; Sickendiek, U. (Hrsg.) : Das Handbuch der Beratung. Bd. 1. Tübingen : -, 2004,
S. 171-180.
92. Hörmann, Georg: Der Körper in der Schule . In: PÄD Forum : unterrichten + erziehen 32/
23 (2004), Nr. 3, S. 141-144
93. Mattern, Ruperta: Angehörige chronisch kranker Menschen - Darstellung der Situation am
Beispiel Multipler Sklerose . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Diss., 2004. - 675 Seiten.
94. Raithel, Jürgen: Zu Anspruch und Wirklichkeit der Ressourcenkonzepte Selbstwirksam-
keitserwartung und Selbstwertgefühl im Jugendalter . In: Medizinische Psychologie 15
(2004), Nr. 2, S. 3-8
95. Raithel, Jürgen: Alkoholkonsum im Jugendalter. Epidemiologie, Entwicklungsfunktionalität
und Kompetenzförderung . In: Zeitschrift für Sozialpädagogik 2 (2004), Nr. 2, S. 180-191
96. Raithel, Jürgen: Gesundheitsrelevante Lebensstile als Modus des "doing genders" im ju-
gendlichen Entwicklungsprozess . In: Zeitschrift für Soziologie der Erziehungund Sozialisa-
tion 24 (2004), Nr. 3, S. 262-277
97. Raithel, Jürgen: Delinquenz aus der Perspektive des Risikoverhaltens. Zur Alltäglichkeit ju-
gendlichen Risikoverhaltens . In: Deutsches Polizeiblatt 22 (2004), Nr. 3, S. 9-11
98. Raithel, Jürgen: Riskante Verhaltensweisen bei Jungen. Zum Erklärungshorizont risikoqua-
litativ differenter Verhaltensformen . In: Altgeld, T. (Hrsg.) : Männergesundheit. Neue Her-
ausforderungen für Gesundheitsförderung und Prävention. Weinheim : Juventa, 2004,
S. 137-154.
99. Raithel, Jürgen: Risikoverhalten, Körperkonzepte und Geschlechtsidentitätsentwicklung im
Jugendalter . In: PÄD Forum 32/33 (2004), Nr. 3, S. 148-150
100. Raithel, Jürgen: Lebensstil und gesundheitsrelevantes Verhalten im Jugendalter .
In: Soziale Welt 55 (2004), Nr. 1, S. 75-94
101. Raithel, Jürgen: Jugendliches Risikoverhalten. Eine Einführung . Münster : Lit, 2004
102. Rapold, Monika: Der Diskurs über "sexuellen Kindesmissbrauch": Struktur, Funktion und
Hintergrund . In: Kriminologisches Journal 36 (2004), Nr. 1, S. 38-41
Seite 92
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1821 Fax.: (0951) 863-4821
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls sind primär ausgerichtet
Prof. Dr. Hans-Günther auf die Studiengänge Diplomstudiengang Pädagogik (Grundstudi-
Roßbach um, Studienrichtung "Elementar- und Familienpädagogik" im
wiss. Mitarbeiter:
Dr. Günter Erning, Akad. Hauptstudium und Wahlpflichtfach), Lehramt an beruflichen Schu-
Direktor len, Fachrichtung Sozialpädagogik (Staatsexamensfach "Pädagogik"
Thilo Schmidt, Dipl.-Be- und Zweitfach "Gesundheitspädagogik").
rufspäd.
Jutta Sechtig, Dipl.-Päd. Das Fach Elementar- und Familienpädagogik ist auch als Neben-
Angestellte: fach/Wahlpflichtfach für andere Diplomstudiengänge (z.B. Psycho-
Bernadette Schrauder logie) oder Magisterstudiengänge und als Promotionsfach (Haupt-
und Nebenfach) möglich.
Wissenstransfer, Wissenschaftsberatung und Weiterbildung:
Fortbildungsangebote für Erzieherinnen
Mitarbeit in Zeitschriften für Erzieherinnen und Eltern
Forschungsschwerpunkte
Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung
Fröbel-Pädagogik
Sozialgeschichte von Kindheit und Familie
Geschichte der Gesundheitspädagogik
Bilder als Quellen pädagogisch-historischer Forschung
Institutionen frühkindlicher Erziehung
Didaktik und Methodik in Krippe und Kindergarten
Qualitätsfeststellung, -entwicklung und -sicherung
Längsschnittanalysen zu Auswirkungen frühkindlicher Institutionen
Übergang vom Elementar- in den Primarbereich
Professionalisierung
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Bildarchiv zur Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung mit
z. Zt. ca. 8000 Bildmotiven.
Kooperationsbeziehungen
PädQUIS - Pädagogische Qualitäts-Informations-Systeme gGmbH,
Kooperationsinstitut der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Wolf-
gang Tietze
University of North Carolina at Chapel Hill, Frank Porter Graham
Child Development Center, Prof. Dr. Thelma Harms, Prof. Dr. Ri-
chard M. Clifford, Dr. Debby Cryer
University of Oxford, Department of Educational Studies, Prof. Dr.
Kathy Sylva
Seite 93
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wissenschaftliche Tagungen
Symposium "Anschlussfähige Bildungsprozesse im Elementar- und
Primarbereich" vom 2.-4. April 2003 an der Otto-Friedrich-Universi-
tät Bamberg, Marcushaus 3.
Forschungsprojekte
Aktualisierung der Fröbel-Pädagogik
Projektleitung: Aktualisierung der erziehungstheoretischen Prinzipien Friedrich Frö-
Dr. Günter Erning, Akad. bels in Fortbildungsmaßnahmen für Erzieherinnen.
Direktor
Beteiligte:
Henrike Schauwecker-
Zimmer
Gerlinde Blankenhagel
Stichwörter:
Fröbel-Pädagogik; Ausbil-
dung; Aktualisierung
Beginn: 1.1.1995
Mitwirkende Institutio-
nen:
Kinder in Kindertagesein-
richtungen e.V., Dresden
Kontakt:
Dr. Günter Erning, Akad.
Direktor
Tel.: 0951/863 1819,
Fax: 0951/863 4819, E-
Mail: [Link]@ppp
.[Link]
Publikationen
1. Erning, Günter: Friedrich
0XXWilhelm August Fröbel und seine Erziehungstheorie . In: Das
Kind. Halbjahresschrift für Montessori-Pädagogik. Deutsche Montessori Gesellschaft Würz-
burg. (2000), Nr. 28, S. 29-46; 115
2. Erning, Günter: Bildungsförderung in einem klassischen frühpädagogischen Konzept: Die
Entwicklung der Bildungsinstitution Kindergarten . In: Faust, Gabriele ; Götz, M. ; Hacker,
H. ; Roßbach, Hans-Günther (Hrsg.) : Die anschlussfähige Bildung im Elementar- und Prim-
arbereich. Bad Heilbrunn/Obb : Klinkhardt, 2004, S. 27-48.
Bildquellen zum Kindergarten
Projektleitung: Sammlung und Aufarbeitung von Bildquellen zur Geschichte des
Dr. Günter Erning, Akad. Kindergartens.
Direktor
Stichwörter: Hypothesen: Erweiterungsfähigkeit von historischen Textquellen
Bildquellen zur Vorschulerziehung durch Bildquellen.
Beginn: 1.1.1985
Förderer: Methoden: Ikonographische Analyse von Bildquellen im Zusammen-
Universität Bamberg hang mit sozialgeschichtlich orientierten Interpretationsverfahren.
Kontakt:
Dr. Günter Erning, Akad.
Direktor
Tel.: 0951/863 1819,
Fax: 0951/863 4819, E-
Mail: [Link]@ppp
.[Link]
Seite 94
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Erning, Günter: Bilder aus
0XXdem Kindergarten. Bilddokumente zur geschichtlichen Entwick-
lung der öffentlichen Kleinkindererziehung. . Freiburg i. Br. : Lambertus, 1987. - 214/291
Illustrationen Seiten.
2. Erning, Günter: "Pictures as sources": problems and methods of investigation in the field
of the history of public infant education. . In: Misurcova, Vera (Hrsg.) : History of interna-
tional relations in early childhood education.. Prague : Universität Prag, 1991, S. 20-31.
3. Erning, Günter: The Archives Of Pictures About The History Of Public Preschool Education
- Obrazovy Archiv Dêjin Verejné Predskolní Vychovy. . In: Misurcová, Vera (Hrsg.) : Come-
nius Heritage and Early Childhood Education - Odkaz Komenského A Predskolní Vychova..
Prag : Charles Univerity/Comenius Institute of Education, 1992, S. 77-82.
4. Erning, Günter: Festgeschenk für die Kinder. Fröbels Spielgaben im Bild. . In: Friedrich Frö-
bel Museum Bad Blankenburg (Hrsg.) : Beiträge zum 155. Gründungsjahr der Institution
Kindergarten. Fröbel-Ehrung und Fachtagung am 23. und 24. Juni 1995 in Bad Blanken-
burg.. Bad Blankenburg : Friedrich Fröbel Museum Bad Blankenburg, 1996, S. 103-106, il-
lustr..
5. Erning, Günter: Friedrich Fröbel und seine Pädagogik - Historisches Bildmaterial aus "Bild-
archiv zur Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung" an der Otto-Friedrich-Univer-
sität Bamberg . In: Heiland, Helmut ; Neumann, Karl (Hrsg.) : Friedrich Fröbel in
internationaler Perspektive. Fröbelforschung in Japan und Deutschland. (Unter Mitarbeit
von Michael Gebel). Weinheim : Deutscher Studien Verlag, 1998, S. 169-178, illustr..
6. Erning, Günter: E de miru doitsu yo ji kyoiku no hyakugojiunen(Bilder aus dem Kindergar-
ten, dt.) . Osaka : Brother Jordan, 1999. - 218 Seiten.
Didaktik der Geschichte der Vorschulerziehung
Projektleitung: Entwicklung von Bildquellenserien aus verschiedenen systemati-
Dr. Günter Erning, Akad. schen Thematiken der Vorschulerziehung zum Gebrauch im Unter-
Direktor richt zur Geschichte der Vorschulerziehung.
Stichwörter:
Vorschulerziehung; Unter- Geplant sind Bilderserien von jeweils 20 - 30 Motiven, die auf CD-
richt; Bildquellen Rom den Schulen zur Verfügung gestellt werden können.
Beginn: 1.10.2000
Kontakt:
Dr. Günter Erning, Akad.
Direktor
Tel.: 0951/863 1819,
Fax: 0951/863 4819, E-
Mail: [Link]@ppp
.[Link]
European Child Care and Education (ECCE) Study
Projektleitung: Die European Child Care and Education (ECCE) Study untersucht
Prof. Dr. Hans-Günther längsschnittlich die Auswirkungen der Qualität von Kindergärten,
Roßbach die Kinder im Alter von 4 Jahren besucht haben, auf die kognitive
Beginn: 1.1.1992
Kontakt: und sozial-emotionale Entwicklung während des Kindergartens und
Prof. Dr. Hans-Günther in der späteren Grundschule. Parallel werden die pädagogischen
Roßbach Qualitäten der Familien der Kinder berücksichtigt. Neben Deutsch-
Tel.: 0951/863 1820, land nehmen Österreich, Portugal und Spanien an den Untersuchun-
Fax: 0951/863 4820, E-
gen teil.
Mail: hans-guen-
[Link]@[Link]-
[Link]
Seite 95
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. European Child Care and 0XX Education (ECCE)-Study Team: Cross national analyses of the
quality and effects of different types of early childhood programs on children’s develop-
ment. Report submitted to: European Union DG XII: Science, Research and Development.
RTD Action: Targeted Socio-Economic Research . Brüssel : EU, 1997
2. Tietze, W. (Hrsg.) ; Meischner, T. ; Gänsfuß, R. ; Grenner, K. ; Schuster, K.-M. ; Völkel, P.
; Roßbach, Hans-Günther: Wie gut sind unsere Kindergärten? Eine Untersuchung zur päd-
agogischen Qualität in deutschen Kindergärten . Neuwied, Berlin : Luchterhand, 1998
3. European Child Care and Education (ECCE)-Study Group: School-age assessment of child
development: Long-term impact of pre-school experiences on school success, and family-
school relationships. Report written by Wolfgang Tietze, Jutta Hundertmark-Mayser and
Hans-Günther Roßbach. Report submitted to: European Union DG XII: Science, Research
and Development. RTD Action: Targeted Socio-Economic Research. . Brüssel : EU, 1999
4. Roßbach, Hans-Günther: Unterrichtsqualität in Grundschulklassen und ihre Auswirkungen
auf Schüler . In: Petillon, H. (Hrsg.) : Individuelles und soziales Lernen in der Grundschule
- Kindperspektive und pädagogische Konzepte. Jahrbuch Grundschulforschung. Bd. 5.
Opladen : Leske + Budrich, 2002, S. 217-222.
5. Roßbach, Hans-Günther: Unterrichtsqualität im 2. Schuljahr - Ergebnisse einer empirischen
Untersuchung . In: Unterrichtswissenschaft 30 (2002), S. 230-245.
Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund
Stichwörter: Vor dem Hintergrund des schlechten Abschneidens von in Deutsch-
Migration, Förderung, Kin- land lebenden Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
dergarten, Einschätzun- in internationalen Schulleistungsstudien untersucht die Forschungs-
gen und Sichtweisen von
Erzieherinnen arbeit Förderbedingungen von Migrationskindern im Kindergarten.
Beginn: 1.4.2003 Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Chancen und
Kontakt: Möglichkeiten aber auch Probleme und Grenzen Erzieherinnen bei
Thilo Schmidt, Dipl.-Be- der Förderung von Kindern zugewanderter Familien im Kindergarten
rufspäd.
sehen und welche Hilfen und Maßnahmen zur Förderung dieser Kin-
Tel.: 0951/863 1817,
Fax: 0951/863 4817, E- der sie für sinnvoll und erforderlich halten. Die Einschätzungen und
Mail: [Link]@ppp.u Sichtweisen der Erzieherinnen sollen mittels einer standardisierten
[Link] postalischen Befragung erhoben werden.
Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung in Deutschland
Projektleitung: Sozialgeschichtliche Darstellung der historischen Entwicklung des
Dr. Günter Erning, Akad. Kindergartens. Analyse einzelner systematischer Aspekte.
Direktor
Beteiligte: Schwerpunktzugehörigkeit: Geschichte der Vorschulerziehung.
Prof. Dr. Karl Neumann
Prof. Dr. Jürgen Reyer
Stichwörter:
Öffentliche Kleinkinderer-
ziehung; Deutschland;
Geschichte
Laufzeit: 1.1.1985 -
31.12.1987
Kontakt:
Dr. Günter Erning, Akad.
Direktor
Tel.: 0951/863 1819,
Fax: 0951/863 4819, E-
Mail: [Link]@ppp
.[Link]
Seite 96
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Erning, Günter ; Neumann,
0XX Karl ; Reyer, Jürgen (Hrsg.): Geschichte des Kindergartens.
Band 1: Entstehung und Entwicklung der öffentlichen Kleinkindererziehung in Deutschland
von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 2: Institutionelle Aspekte, systematische Per-
spektiven, Entwicklungsverläufe. . Bd. 1 und 2 Freiburg i. Br. : Lambertus, 1987
Heterogenität im Unterricht der Grundschule
Projektleitung:
Prof. Dr. Hans-Günther
Roßbach
Beginn: 1.1.2004
Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Günther
Roßbach
Tel.: 0951/863 1820,
Fax: 0951/863 4820, E-
Mail: hans-guen-
[Link]@[Link]-
[Link]
Publikationen
1. Roßbach, Hans-Günther: Empirische Vergleichsuntersuchungen zu den Auswirkungen von
0XX
jahrgangsheterogenen und jahrgangshomogenen Klassen . In: Laging, R. (Hrsg.) : Lernen
in altersgemischten Gruppen. Baltmannsweiler : Schneider-Verlag Hohengehren, 1999,
S. 80-91.
2. Roßbach, Hans-Günther: Heterogene Lerngruppen in der Grundschule . In: Einsiedler, W.
; Götz, M. ; Hacker, H. ; Kahlert, J. ; Keck, R.W. ; Sandfuchs, U. (Hrsg.) : Handbuch Grund-
schulpädagogik und Grundschuldidaktik. Bad Heilbrunn : Klinkhardt, 2001, S. 143-148.
3. Roßbach, Hans-Günther ; Wellenreuther, M.: Empirische Forschungen zur Wirksamkeit von
Methoden der Leistungsdifferenzierung in der Grundschule . In: Prengel, A. ; Heinzel, F.
(Hrsg.) : Heterogenität, Integration und Differenzierung in der Primarstufe. Jahrbuch
Grundschulforschung. Bd. 6. Opladen : Leske + Budrich, 2002, S. 44-57.
Kognitive Förderung im Freispiel
Projektleitung: Das Projekt ordnet sich in die aktuelle Qualitäts- und Bildungsdis-
Prof. Dr. Hans-Günther kussion im Elementarbereich ein und leistet einen Beitrag zur theo-
Roßbach retischen und empirischen Analyse kognitiver Förderung im
Beteiligte:
Jutta Sechtig, Dipl.-Päd. Kindergarten. Während der Freispielzeit werden Erzieherin-Kind-In-
Stichwörter: teraktionen hinsichtlich ihres kognitiven Anregungsniveaus qualita-
Kognitive Förderung, Kin- tiv und quantitativ untersucht.
dergarten, Freispielzeit
Beginn: 1.7.2003
Kontakt:
Jutta Sechtig, Dipl.-Päd.
Tel.: 0951/863 1986,
Fax: 0951/863 4986, E-
Mail: [Link]@ppp.u
[Link]
Seite 97
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professionsforschung / Lehramt mit Fachrichtung Sozialpädagogik
Projektleitung: Das Forschungsprojekt umfasst mehrere Teilstudien über die Aus-
Thilo Schmidt, Dipl.-Be- bildung, den Bedarf und den beruflichen Verbleib von LehrerInnen
rufspäd. an beruflichen Schulen mit Fachrichtung Sozialpädagogik. Die Stu-
Stichwörter:
Ausbildung, Bedarf und dien geben detaillierte Auskunft über den Status und die Zukunfts-
beruflicher Verbleib von fähigkeit des Lehramts, das an der Otto-Friedrich-Universität
Lehrkräften der Fachrichti- Bamberg seit 1978 grundständig studiert werden kann.
gung Sozialpädagogik
Beginn: 1.8.2002
Kontakt:
Thilo Schmidt, Dipl.-Be-
rufspäd.
Tel.: 0951/863 1817,
Fax: 0951/863 4817, E-
Mail: [Link]@ppp.u
[Link]
Publikationen
1. Schmidt, Thilo: Die Ausbildung
0XX der AusbilderInnen. Analyse und Evaluation des Studiums
von LehrerInnen an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik . Bamberg :
Otto-Friedrich-Universität Bamberg. 2002. - Interner Bericht
2. Schmidt, Thilo: Bedarf an Lehrenden der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik in ein-
zelnen Bundesländern . In: Die berufsbildende Schule 55 (2003), Nr. 5, S. 152-155
3. Mareck, Susanne ; Schmidt, Thilo: Beruflicher Verbleib von Absolventen des Lehramtsstu-
diengangs Sozialpädagogik. Ergebnisse einer Totalerhebung an der Universität Bamberg .
In: Zeitschrift für Sozialpädagogik 1 (2003), Nr. 4, S. 424-433
4. Schmidt, Thilo: Sozialpädagogik - Mangel an Lehrkräften . In: Sozialmagazin 22 (2003),
Nr. 10, S. 59-62
5. Schmidt, Thilo: Zum Status des Lehramts der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik .
In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik 99 (2003), Nr. 3, S. 452-456
6. Schmidt, Thilo: Der Lehrerbedarf in der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik .
Bamberg : Otto-Friedrich-Universität Bamberg. 2004. - Interner Bericht
7. Schmidt, Thilo: Sozialpädagogik im beruflichen Schulwesen . In: Soziale Arbeit 52 (2004),
Nr. 3, S. 97-103
Qualitätsfeststellung, -entwicklung und -sicherung im Kindergarten
Projektleitung: Durchführung von Trainings zur Anwendung der Kindergarten-Skala
Dr. Günter Erning, Akad. KES-R. Entwicklung von Fortbildungseinheiten zur Qualitätsentwick-
Direktor lung und -sicherung unter Einbezug der KES-R.
Beteiligte:
Prof. Dr. Hans-Günther
Roßbach
Stichwörter:
Qualitätsentwicklung, Kin-
dergarten
Beginn: 1.1.1999
Förderer:
für einzelne Fortbildun-
gen: Jugendamt des Lan-
deskreises Bamberg
Kontakt:
Dr. Günter Erning, Akad.
Direktor
Tel.: 0951/863 1819,
Fax: 0951/863 4819, E-
Mail: [Link]@ppp
.[Link]
Seite 98
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Tietze, W. ; Schuster, K.-M.
0XX; Roßbach, Hans-Günther: Kindergarten-Skala. Revidierte Fas-
sung (KES-R). Deutsche Fassung der Early Childhood Environment Rating Scale Revised
Edition von Thelma Harms/Richard M. Clifford/Debby Cryer . Neuwied : Luchterhand, 2001
2. Erning, Günter ; Roßbach, Hans-Günther: Die Kindergarten-Skala (KES-R) als Instrument
der Qualitätsentwicklung . In: Das Kind. Halbjahresschrift für Montessori-Pädagogik. Deut-
sche Montessori Gesellschaft Würzburg (2002), Nr. 32, S. 13-27.
3. Kathan, Ulrike Maria: Erzieherinnen-Fortbildung auf der Grundlage der Kindergarten-Skala
(KES-R). Dokumentation und Analyse im Rahmen eines Projektes am Lehrstuhl Elementar-
und Familienpädagogik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg . Bamberg, Otto-Friedrich-
Universität, Dipl-Arb., 2002
4. Erning, Günter: "Qualitätsentwicklung in Kindergärten". Abschlußbericht der Fortbildung
2001-2003 . Bamberg : Otto-Friedrich-Universität. 2003. - Abchlussbericht
5. Bitzer, Iris und Müller, Kerstin: Die Kindergarten-Skala (KES-R) im Vergleich mit dem
Bayerischen Kindergartengesetz (BayKiG) . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Dipl-Arb.,
2003
6. Wolf, Susanne: Die Kooperation von Kindergärten und Hilfssystemen aus der Sicht der Er-
zieherinnen - Eine empirische Befragung von Kindergärten im Landkreis Bamberg . Bam-
berg, Otto-Friedrich-Universität, Dipl-Arb., 2003
Regionalgeschichte des Kindergartenwesens
Projektleitung: Länderspezifische Regionalgeschichte des Kindergartens in Bayern.
Dr. Günter Erning, Akad.
Direktor Schwerpunktzugehörigkeit: Geschichte der Vorschulerziehung.
Stichwörter:
Kindergarten; Regionalge-
schichte
Laufzeit: 1.1.1988 -
31.12.1992
Kontakt:
Dr. Günter Erning, Akad.
Direktor
Tel.: 0951/863 1819,
Fax: 0951/863 4819, E-
Mail: [Link]@ppp
.[Link]
Publikationen
1. Erning, Günter: Zur Geschichte
0XX des Kindergartenwesens in Bayern: Anfänge öffentlicher
Kleinkindererziehung und grundlegender konzeptionelle Debatten. . In: Bayerisches
Staatsministerium für Unterricht und Kultus (Hrsg.) : Hundertfünfzig Jahre Kindergarten-
wesen in Bayern.. München : Reinhardt, 1989, S. 15-29.
2. Erning, Günter: Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung - von der Bewahranstalt
zur Bildungsanstalt. . In: Liedtke, Max (Hrsg.) : Handbuch der Geschichte des Bayerischen
Bildungswesens.. Bd. IV. Bad Heilbrunn/Obb. : Klinkhardt, 1997, S. 718-745.
3. Erning, Günter: Die Gründung der Augsburger Kleinkinderbewahranstalt 1832-1834. Archi-
valische Dokumente aus der Frühzeit öffentlicher Kleinkindererziehung. . In: Pädagogische
Rundschau (1977), S. 587-602
4. Erning, Günter: Johann Georg Wirth und die Augsburger Bewahranstalten. Ein Beitrag zur
Gründungsgeschichte vorschulischer Einrichtungen der Stadt Augsburg. . In: Zeitschrift
des Historischen Vereins für Schwaben. 74 (1980), S. 169-214
Seite 99
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
5. Erning, Günter: Anfänge und Entwicklung öffentlicher Kleinkindererziehung im preußischen
Verwaltungsbezirk Düsseldorf. Nach amtlichen Unterlagen. . In: Pädagogische Rundschau;
Sonderheft August. 36 (1982), S. 37-70
6. Erning, Günter: Fachakademie für Sozialpädagogik 1917 - 1992 in der Elisabethenanstalt.
. In: Fachakademie und Kindergarten Haus St. Elisabeth, Bamberg (Hrsg.) : Haus St. Eli-
sabeth, Bamberg. 75 Jahre Fachakademie für Sozialpädagogik und Kindergarten..
Bamberg : Fachakademie St. Elisabeth, 1992, S. 11-37, illustriert.
Wortgeschichte des Kindergartens
Projektleitung: Untersuchung zur Entdeckung des Begriffes "Kindergarten" durch
Dr. Günter Erning, Akad. Friedrich Fröbel.
Direktor
Beteiligte:
Dr. Michael Gebel
Stichwörter:
Wortgeschichte; Kinder-
garten
Laufzeit: 1.1.1997 -
31.3.1998
Kontakt:
Dr. Günter Erning, Akad.
Direktor
Tel.: 0951/863 1819,
Fax: 0951/863 4819, E-
Mail: [Link]@ppp
.[Link]
Publikationen
1. Erning, Günter ; Gebel,0XX
Michael: "Kindergarten" - nicht von Fröbel? Zur Wortgeschichte des
Kindergartens . In: Heiland, Helmut ; Neumann, Karl ; Gebel, Michael (Hrsg.) : Friedrich
Fröbel. Aspekte international vergleichender Historigraphie.. Weinheim : Deutscher Studi-
en Verlag, 1999, S. 83-101.
2. Erning, Günter: "Kindergarten" - nicht von Fröbel? Zur Wortgeschichte des "Kindergartens"
. In: Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt (Hrsg.) : Sind Kinder kleine Ma-
jestäten? Erfurt : Druck- und Verlagshaus GmbH, 2001, (Schriften des Friedrich-Fröbel-
Museums Bad Blankenburg Bd. 3), S. 23-51, illust.
Projektunabhängige Publikationen
1. Roßbach, Hans-Günther:0XXLifelong learning in the perspective of primary school education .
In: European Early Childhood Education Research Jounal 8 (2000), S. 73-88
2. Roßbach, Hans-Günther: Lebenslanges Lernen aus der Sicht der Grundschulforschung .
In: Achtenhagen, F. ; Lempert, W. (Hrsg.) : Lebenslanges Lernen im Beruf - seine Grund-
legung im Kindes- und Jugendalter. Bd. 4. Leverkusen : Leske + Budrich, 2000, S. 141-
163.
3. Roßbach, Hans-Günther: Entwicklungen in Kindergarten und Grundschule . In: Zeitschrift
für Erziehungswissenschaft 3 (2000), S. 21-34
4. Erning, Günter ; Waninger, Heidemarie: Von der "Notanstalt" zum Kindergarten . In: Welt
des Kindes (2001), Nr. 1, S. 8-11
5. Fölling-Albers, M. ; Roßbach, Hans-Günther: Frühe Kindheit und Vorschulerziehung .
In: Lukesch, H. ; Peez, H. (Hrsg.) : Erziehung, Bildung und Sozialisation in Deutschland.
Regensburg : S. Roeder Verlag, 2001, S. 255-272.
Seite 100
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
6. Roßbach, Hans-Günther ; Stendel, M.: Frühkindliche Lernumwelten im Längsschnitt - Kon-
tinuität und Diskontinuität kindlicher Erfahrungsräume . In: Heilmann, J. ; Simon, J.
(Hrsg.) : Kompetenz und Kreativität. Eine Universität in Entwicklung. Hartwig Donner zum
60. Geburtstag. Lüneburg : Unibuch, 2001, S. 282-288.
7. Roßbach, Hans-Günther ; Nölle, K. ; Czerwenka, K. (Hrsg.): Forschungen zu Lehr- und
Lernkonzepten für die Grundschule. Jahrbuch Grundschulforschung . Bd. 4 Leverkusen :
Leske + Budrich, 2001
8. Roßbach, Hans-Günther: Die Einschulung in Bundesländern . In: Faust, Gabriele ; Speck-
Hamdan, A. (Hrsg.) : Schulanfang ohne Umwege. Frankfurt am Main : Arbeitskreise Grund-
schule, 2001, S. 145-174.
9. Tietze, W. ; Schuster, K.-M. ; Roßbach, Hans-Günther: Kindergarten-Skala. Revidierte Fas-
sung (KES-R). Deutsche Fassung der Early Childhood Environment Rating Scale Revised
Edition von Thelma Harms/Richard M. Clifford/Debby Cryer . Neuwied : Luchterhand, 2001
10. Roßbach, Hans-Günther: Unterrichtsqualität im 2. Schuljahr - Ergebnisse einer empirischen
Untersuchung . In: Unterrichtswissenschaft 30 (2002), S. 230-245.
11. Roßbach, Hans-Günther: Zum Design empirischer Untersuchungen in der Lehr-Lern-For-
schung. . In: Spreckelsen, K. ; Möller, K. ; Hartinger, A. (Hrsg.) : Ansätze und Methoden
empirischer Forschung zum Sachunterricht. Bad Heilbrunn/Obb. : Klinkhardt, 2002, S. 41-
58.
12. Erning, Günter: Auf der Suche nach Quellen oder die enttäuschende(?) Pauline . Bamberg :
Otto-Friedrich-Universität Bamberg. 2003. - Interner Bericht. 6 Seiten
13. Roßbach, Hans-Günther: Vorschulische Erziehung . In: Cortina, K.S. ; Baumert, J. ; Le-
schinsky, A. ; Mayer, K.U. ; Trommer, L. (Hrsg.) : Das Bildungswesen in der Bundesrepu-
blik Deutschland. Strukturen und Entwicklungen im Überblick. Reinbek bei Hamburg :
Rowohlt, 2003, S. 252-284.
14. Sechtig, Jutta ; Viernickel, S.: Krippenkinder aufnehmen (3). Identität - das Bewusstsein
der eigenen Persönlichkeit . In: kindergarten heute 33 (2003), Nr. 4, S. 24-31
15. Viernickel, S. ; Sechtig, Jutta: Krippenkinder aufnehmen (1). Aufbau und Entwicklung von
Bindungen . In: kindergarten heute 33 (2003), Nr. 1, S. 14-20
16. Viernickel, S. ; Sechtig, Jutta: Krippenkinder aufnehmen (2). Entwicklung von Interaktions-
und Kommunikationsfähigkeiten . In: kindergarten heute 33 (2003), Nr. 2, S. 16-21
17. Erning, Günter: Die "Gymnasik der Sinne" von Constantin Delhez . In: Barth, Gernoth ;
Henseler, Joachim (Hrsg.) : Kindheit, Eugenik, Sozialpädagogik. Hohengeren : Schneider
Verlag, 2004, S. 57-66.
18. Faust, Gabriele ; Götz, M. ; Roßbach, Hans-Günther (Hrsg.): Anschlussfähige Bildungspro-
zesse im Elementar- und Primarbereich . Bad Heilbrunn/Obb. : Klinkhardt, 2004
Seite 101
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Schulpädagogik
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1815 Fax.: (09 51) 863-1181
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Forschungsprojekte am Lehrstuhl
Prof. Dr. Sibylle Rahm
wiss. Mitarbeiter: Am Lehrstuhl für Schulpädagogik verfolgen wir in Forschung und
PD Dr. Roland Bätz Lehre schwerpuntkmäßig das Thema "Schulentwicklung". Dabei ge-
Dr. Ingelore Mammes hen wir der Frage nach, wie sich Schulen verändern und welche
Nikolaus Schröck, Akad. Konsequenzen für die Beteiligten sich aus Wandlungsprozessen er-
Oberrat
geben.
Angestellte:
Angelika Schacht
Forschungsschwerpunkte
s. Forschungsprojekte
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Aufgrund der technischen Ausstattung des Lehrstuhls Schulpädago-
gik in Bamberg durch die Erziehungswissenschaftliche Forschungs-
und Demonstrationanlage (EFDA) können pädagogische Interaktio-
nen inszeniert, aufgenommen und analysiert werden.
Wissenschaftliche Tagungen
• vom 2.-4. März 2005 findet in Bamberg eine Tagung der Kommission
Schulforschung/Didaktik zum Thema "Innovative Methoden der
Schul- und Unterrichtsforschung auf dem Prüfstand" statt
Forschungsprojekte
Aktive in Schulentwicklungsprozessen: Pädagogische Professionalität in Schul-
entwicklungsprozessen: Befragung von Schulleitern und Schulleiterinnen, Steu-
ergruppen, Moderatoren und Moderatorinnen
Projektleitung: Schulentwicklungsprozesse werden meist initiiert und begleitet von
Nikolaus Schröck, Akad. externen Moderatoren/Beratern. Durchgeführt und geplant müssen
Oberrat sie allerdings von aktiven Personen an den jeweiligen Schulen.
Prof. Dr. Sibylle Rahm
Stichwörter: Schulleiter, Mitarbeiter der Schulleitung und aktive Lehrkräfte, die
Aktive in Schulentwick- sich in der "Steuer- bzw. Koordinierungsgruppe" engagieren sind
lungsprozessen verantwortlich für das Herunterbrechen der Anspruchs- auf die
Beginn: 1.4.2003 Handlungsebene. Diese "Aktiven" beeinflussen die Richtung und Ef-
fizienz eines Schulentwicklungsprozesses in maßgeblicher Weise. In
einem qualitativem Design (Gruppendiskussionen) werden die sub-
jektiven Theorien dieser Aktiven untersucht und ihre Relevanzen für
den Schulentwicklungsprozess überprüft.
Seite 102
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die Berufsauffassung von Lehrerinnen und Lehrern der naturwissenschaftlichen
Fachrichrichtungen
Projektleitung: In Anlehnung an die mäßigen Ergebnisse deutscher Schülerinnen
Dr. Ingelore Mammes und Schüler in der Sek I in den naturwissenschaftlichen Fachrich-
Stichwörter: tungen der Vergleichsstudien TIMSS und PISA soll eine empirische
Berufsauffassung von Leh-
rerinnen und Lehrern Studie Aufschluss geben über den Zusammenhang zwischen Berufs-
Beginn: 1.9.2002 und Bildungsauffassung und in der Unterrichtsgestaltung von Leh-
rerinnen und Lehrern. Dabei soll ermittelt werden, ob die Bildungs-
auffassungen einer Veränderung der vorherrschenden
Unterrichtskultur (fragend - entwikkelnde Unterrichtsscripte) in den
naturwissenschaftlichen Fächern entgegenstehen.
Kreativität im Unterricht
Projektleitung: Lehrkräfte, die sich vorgenommen haben, dass ihre Schüler auch
PD Dr. Roland Bätz schöpferische Leistungen vollbringen (können), müssen argumen-
Beteiligte: tationszugänglich angeben können, was genau ihre Schüler zeigen
Dr. Thomas Janik
Stichwörter: (können) sollen, damit mit Recht behauptet werden kann, hier wer-
Kreativität im Unterricht de (hier sei) kreativ gehandelt (worden). Kreativität braucht zudem
Beginn: 1.1.2001 ein kongeniales Verständnis vom Lehren, denn Kreativität tritt nur
dann auf, wenn ausgewählte Aufgaben/Probleme mit einem exqui-
siten Lehrgestus präsentiert werden, wenn Lernen in extraordinärer
Weise angestachelt wird. In Erinnerung an Sokrates wird mit Stu-
dierenden innerhalb der Universität und in Schulklassen (Primar-
udn Sekundarstufe) dieser Sachverhalt bearbeitet.
Lehrerbildung und Schulentwicklung
Projektleitung: Schulentwicklung stellt neue Herausforderungen an Professionelle.
Prof. Dr. Sibylle Rahm Erforscht wird die Erweiterung des Spektrums von Tätigkeitsfeldern
Nikolaus Schröck, Akad. von LehrerInnen in Schulentwicklungszeiten. In der Bamberger Leh-
Oberrat
Stichwörter: rerbildung erhalten Studierende die Möglichkeit, aktiv an Schulent-
Lehrerbildung und Schul- wicklungsprozessen teilzunehmen. Erforscht werden Konsequenzen
entwicklung solcher Partizipationen.
Beginn: 1.4.2003
Natur - Kultur?!
Projektleitung: Zur Frage nach der Fundierung und Konsolidierung der Didaktik und
PD Dr. Roland Bätz Schulpädagogik als Wissenschaft führen Frau Prof. Dr. Annette
Beteiligte: Scheunpflug (Lehrstuhl für Pädagogik I an der erziehungswissen-
Scheunpflug, Annette
Stichwörter: schaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)
Natur - Kultur?! und Herr PD Dr. Roland Bätz (Mitarbeiter am Lehrstuhl für Schul-
Beginn: 1.4.2004 pädagogik an der Fakultät Pädagogik/Philosophie/Psychologie der
Otto-Friedrich-Universität Bamberg) ab dem Sommersemester
2004 Streit-Vorlesungen durch. Kern dieser Veranstaltungsreihe ist
die Darstellung ausgewählter didaktischer und (schul-)pädagogi-
scher Sachverhalte in Rede und Widerrede aus evolutionstheoreti-
scher und kulturalistischer Sicht.
Seite 103
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Poetische Schulpädagogik
Projektleitung: Angestrebt wird eine Kooperation von Kunst und Wissenschaft. Es
PD Dr. Roland Bätz ist mit Hilfe der Artisten innerhalb der Lehrerbildung am Widerstand
Stichwörter: gegen Anästhesie, die zu vielen in Unterricht und Schule zukommt,
Poetische Schulpädagogik
Beginn: 1.1.2002 zu werken. Dabei kann man sich eine Reihe von Veranstaltungen
vorstellen, die sich dem künstlerischen Zugriff auf Gegenstände
widmen, die schulpädagogisch relevant sind. Die Idee ist, und zwar
ohne die Wissenschaft in der Lehrerbildung umschiffen zu wollen,
mit Kunst ein Komplement zu schaffen, das Sinnlichkeit anspricht
und Empfindungslosigkeit stört. Durch das Erleben ästhetischer
Texte mag ein kognitives Bemühen in Gang gesetzt bzw. unterstützt
werden, - die Bildung eines kritischen Bewusstseins mit eingreifen-
dem Handeln.
Projektunabhängige Publikationen
1. Beetz, Sibylle: Beunruhigend
0XX beruhigende Botschaften. Erziehungswissenschaftliche Glät-
tungsversuche in konstruktivistischen Didaktikentwürfen . In: Zeitschrift für Pädagogik
(2000), Nr. 3, S. S. 439 - 451
Seite 104
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Sozialpädagogik
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1825
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Der Lehrstuhl für Sozialpädagogik
[Link]. Dr.h.c. Claus
Mühlfeld • trägt die Studienrichtung Sozialpädagogik (Erziehungswissenschaft
wiss. Mitarbeiter: II) im Studiengang Diplom-Pädagogik
Dr. phil. Bernd Dollinger • leistet einen zentralen Beitrag für das Studium der beruflichen Fach-
Volker Ehlers richtung im Studiengang Lehramt an beruflichen Schulen/ Fachrich-
[Link]. Dr. Franz Mer- tung Sozialpädagogik
dian, Akad. Direktor
[Link] im HS- • leistet einen zentralen Beitrag bei den Zusatzfächern Berufspädago-
Dienst:: gik (zum [Link]ädagogen/ [Link]ädagogin/Univ.)
Jürgen Fritz Herr [Link].Mühlfeld ist
Angestellte:
Gudrun Hanft • Vorsitzender des Diplomprüfungsausschusses Pädagogik
• Vorsitzendes des Diplomprüfungsausschusses Diplom-Berufspäd-
agoge/in
• Fachprüfungsbeauftragter für die Zwischenprüfung in den Lehramts-
studiengängen und im Magisterstudiengang
Forschungsschwerpunkte
[Link].Mühlfeld:
Familienforschung, Sozialisationsforschung, Sozialwissenschaftliche
Theorie, Menschenbild in der Pädagogik
[Link]:
Praxis der Jugendhilfe, Sozialpädagogische Basisqualifikationen,
Fachdidaktik des Pädagogik-/Psychologieunterrichts
Dr. Dollinger:
Drogen- und Suchtforschung, historische Sozialpädagogik, Theorie
der Sozialpädagogik, Krisenintervention, abweichendes Verhalten
Kooperationsbeziehungen
[Link].Mühlfeld:
• Univ. Kuopio (Finnland)(Sozialpolitik und Sozialpädagogik)
• Univ. Graz (Soziologie und Sozialphilosophie)
• Staatsinstitut für Familienforschung (ifb), Bamberg
Veröffentlichungsreihen
Bamberger Beiträge zur Sozialpädagogik & Familienforschung. Maro
Verlag, Augsburg
Forschungsprojekte
Die Geschichte der Sozialpädagogik in krisentheoretischer Sicht
Projektleitung: Das Projekt analysiert Optionen sozialpädagogischer Theoriebildung
Dr. phil. Bernd Dollinger im Zeitraum von 1800 bis 1933. Vor einem diskurstheoretischen
Stichwörter: und wissenssoziologischen Hintergrund wird eruiert, wie Pädagogen
Krisentheorie; Wissensso-
ziologie; Geschichte der durch argumentative Mittel Beziehungen zum kulturellen Diskurs
Sozialpädagogik unterhielten, um spezifische pädagogische Lösungen für zeitgenös-
Beginn: 1.3.2004 sische Probleme zu legitimieren. Erkenntnisleitend ist die Tatsache,
dass die Behauptung sozialer Krisen als interessengeleeitete Situa-
Seite 105
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
tionsdefinition fungiert, durch die bestimmte Lösungsmuster institu-
tionalisiert werden sollen. Sozialpädagogische Theorie war in ihrer
Reaktion auf Krisendiagnosen wie die "soziale Frage" und Nebenfol-
gen der Industrialisierung und Modernisierung in dieser Hinsicht kri-
sentheoretisch gehaltvoll. Im Projekt werden die in entsprechenden
theoretischen Aussagen impliziten selbstlegitimatorischen Dimen-
sionen rekonstruiert. Um als "wahr" gelten zu können, mussten die
im 19. Jahrhundert "neu" auftretenden Theorien sozialer Pädagogik
komplexe Bezüge zu kulturellem Wissen herstellen. Dies wurde we-
sentlich geleistet wurde durch Versuche, allgemein anerkannte "Kri-
sen" in spezifischer Weise zu fokussieren.
Familienänderung und Schulerfolg - Biographische Verläufe und Schulkarrieren
von Kindern mit transformatorischen Familienereignissen
Projektleitung: Das Projekt erforscht die Auswirkungen des gesellschaftlichen Wan-
[Link]. Dr.h.c. Claus dels von Familie auf das Sozial- und Leistungsverhalten von Schul-
Mühlfeld kindern. Es zielt auf die Analyse biographischer Entwicklungsver-
PD Dr. Elisabeth Schlem-
mer läufe von Schulkindern, deren familialen Diskontinuitäten sowie em-
Stichwörter: pirische Zusammenhänge von Biographie und Schulerfolg. Das
Familien- und Schulfor- langzeitlich angelegte Projekt wurde mit einer regional differenzier-
schung; Sozial- und Lei- ten Stichprobe an bayerischen Grundschulen in der ersten Welle
stungsverhalten von
(1996) und als Panel- und Kohortenstudie an allen allgemeinbilden-
Schüler/innen; Familien-
und Schulbiographien von den Schulen in der zweiten Welle (1998) erhoben. Daten liegen aus
Schüler/innen mit beson- der teilstandardisierten Befragung von Eltern, Lehrer/innen und
deren Familienereignissen Schüler/innen sowie aus Schüleraufsätzen und Lehrerinterviews
Laufzeit: 1.2.1996 - vor. Ziel des Projektes ist es auch, Daten zur Schulentwicklung zu
31.12.2003
Förderer:
generieren. Dazu wurden Fragen zur Elternmitarbeit, Hausaufga-
Universität Bamberg benbetreuung, zu schulischen Betreuungsmodellen bzw. Nachmit-
1997, 1998, 1999. tagsgestaltung von Schulkindern etc. gestellt.
Universitätsbund e.V.
Bamberg 1999
Bundesministerium für Fa-
milie, Senioren, Frauen
und Jugend 1999-2003
(Kapitel 1702, Titel 685
56)
Publikationen
1. Schlemmer, Elisabeth: 0XX
Das Sozial- und Leistungsverhalten von Schulkindern mit und ohne
Familienänderung aus Elternperspektive. Empirische Ergebnisse aus dem Projekt "Famili-
enänderung und Schulerfolg" . Bamberg : Univ. Bamberg (Unveröffentliches Manuskript).
1998. - Interner Bericht
2. Schlemmer, Elisabeth: Risikolagen von Familien und ihre Auswirkungen auf Schulkinder. .
In: Mansel, J. ; Neubauer, G. (Hrsg.) : Armut und soziale Ungleichheit bei Kindern..
Opladen : Leske+Budrich, 1998, S. 129-146.
3. Schlemmer, Elisabeth: "Familienänderung und Schulerfolg" - Biographische Verläufe und
Schulkarrieren von Kindern mit transformatorischen Familienereignissen, 1. und 2. Welle.
. Bamberg : Universität Bamberg, Forschungsschwerpunkt "Familienforschung". 2000. -
Interner Bericht
4. Schlemmer, Elisabeth: Familialer Wandel und Schulreform - Empirische Ergebnisse aus
bayerischen Schulen. . In: Scheunpflug, A. ; u.a. (Hrsg.) : Schulleitung im gesellschaftli-
chen Umbruch.. München : Oldenbourg, 2000, (Schulleiterhandbuch Bd. 93), S. 93-44.
Seite 106
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
5. Schlemmer, Elisabeth: Pädagogischer Familienalltag . In: Herlth, A. ; Engelbert, A. ; Man-
sel, J. ; Palentien, Ch. (Hrsg.) : Spannungsfeld Familienkindheit - neue Anforderungen, Ri-
siken, Chancen.. Opladen : Leske+Budrich, 2000, (Reihe Kindheitsforschung Bd. 13),
S. 78-91.
Pflege- und Adoptivkinder in Heimen
Projektleitung: In jüngerer Zeit mehren sich die Hinweise, daß immer mehr Kinder
[Link]. Dr.h.c. Claus aus Pflege- oder Adoptivverhältnissen in Heimen untergebracht
Mühlfeld werden (es wird von einem Prozentsatz von 20 bis 40 ausgegan-
Beteiligte:
[Link] Kasten gen). In dem Verbundprojekt werden auf der Basis einen mehrstu-
(ifb) figen, multimethodalen Designs Wechselwirkungen zwischen Kind,
[Link]. Hans-Rainer Familien und Vermittlungsstelle rekonstruiert, die für den Abbruch
Kunze (ifb) von Pflege- oder Adoptionsverhältnissen verantwortlich zu machen
Laufzeit: 1.8.1997 -
sind. Auf der Grundlage der zutage geförderten Ergebnisse sollen
31.12.1999
Förderer: adressatenspezifische Maßnahmen entwickelt und erprobt werden,
Bayerisches Staatsmini- die zu einer Reduzierung der Abbruchquoten beitragen. Das Projekt
sterium für Arbeit und So- gliedert sich in die folgenden Arbeitsschritte: 1. Vollerhebung bei al-
zialordnung, Familien, len heilpädagogisch orientierten stationären Einrichtungen der Er-
Frauen und Gesundheit
Unversität Bamberg
ziehungshilfe sowie den heilpädagogischen und therapeutischen
Mitwirkende Institutio- Heimen. 2. Erhebung in Jugendämtern und privaten Einrichtungen
nen: und Verbänden. 3. Biographische Analyse ausgewählter Pflege- und
Staatsinstitut für Familien- Adoptivkinder/-jugendlicher und ihrer Pflege-/Adoptivfamilien sowie
forschung an der Universi- beteiligter professioneller Stellen. 4. Zusammenstellung der praxis-
tät Bamberg (ifb)
relevanten Ergebnisse.
Schulsozialarbeit - Handlungsmodelle
Projektleitung: Systematisierung der Handlungsmodelle der Schulsozialarbit in der
PD Dr. Elisabeth Schlem- Bundesrepublik Deutschland. Dokumentenanalyse zu aktuellen Pro-
mer jekten.
Stichwörter:
Schulsozialarbeit; For-
schungsseminar mit Stu-
dierenden
Laufzeit: 1.4.1999 -
31.8.1999
Publikationen
1. Schlemmer, Elisabeth: 0XX
Schulsozialarbeit - Dokumentenanalyse zu aktuellen Problemen im
Bundesgebiet. . Bamberg : Universität Bamberg (Unveröffentlichtes Manuskript). 1999. -
Interner Bericht
2. Haeffner, Johann ; Schlemmer, Elisabeth: Handlungsmodelle der Schulsozialarbeit. .
Bamberg : Universität Bamberg (Unveröffentlichtes Manuskript). 2000. - Interner Bericht
Projektunabhängige Publikationen
1. Merdian, Franz: Psychologieunterricht
0XX - Aufgaben und Probleme eines Faches an berufli-
chen/ berufsbildenden Schulen. . In: Krampen, Günter ; Zayer, Hermann (Hrsg.) : Psycho-
logiedidaktik und Evaluation II.. Bonn : Deutscher Psychologen Verlag, 2000, S. 101-121.
Seite 107
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidak-
tik
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: 0951 863 1836 Fax.: 0951 863 4836
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Als Teildisziplin einer am Lebenslauf orientierten Bildungswissen-
Prof. Dr. Gabriele Faust schaft bearbeitet die Grundschulpädagogik die mittlere und späte
wiss. Mitarbeiter: Kindheit und die Zusammenhänge von Kindheit und Schule. Auf die
Dipl.-Päd. Frank Foerster
Dipl.-Päd. Hanns Stein- Grundschule bezogen behandelt sie die schulische Grundlegung des
horst, Akad. Direktor Lernens und Lehrens und - da die Grundschule von allen Kindern be-
Angestellte: sucht werden muss - erfolgreiche Bildungsprozesse unter den Be-
Brunhilde Franke dingungen heterogener Lerngruppen. Auf die Kinder bezogen geht
es um den Erwerb von Basiskompetenzen in den hauptsächlichen
schulischen Domänen. Wie die internationalen und nationalen
Schulleistungsstudien verdeutlichen, ist die Grundschule im engen
Zusammenhang mit der vorausgehenden und den nachfolgenden
Stufen des Bildungssystems zu sehen.
Der Lehrstuhl ist empirisch ausgerichtet und will in disziplinärer und
interdisziplinärer Zusammenarbeit zur Stärkung der auf den Primar-
bereich bezogenen empirischen Bidlungsforschung an den deut-
schen Universitäten beitragen. Abhängig von den untersuchten
Fragestellungen werden quantitativ und qualitativ unterschiedliche
Forschungsmethoden eingesetzt. Um die Studierenden an eigene
begrenzte Vorhaben heranzuführen, werden regelmäßig Lehrveran-
staltungen zu Forschungsmethoden angeboten.
Zwei Fragen werden schwerpunktmäßig bearbeitet: Erstens der Be-
ginn des schulischen Lernens und die Anschlussfähigkeit vor- und
grundschulischer Bildungsprozesse, zweitens die Lehrerbildung
(insbesondere für die Grundschule). Dazu wird u.a. ein Auswahlver-
fahren für Studienplatzbewerber/-innen eingesetzt und fortlaufend
verbessert (weitere Informationen siehe die Lehrstuhl-homepage
mit der Rubrik "Im Druck").
Seite 108
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Auswahlverfahren zur Vergabe von Studienplätzen im Grundschullehramtsstudi-
um
Projektleitung: Bereits seit dem Wintersemester 2002/2003 und damit erstmalig
Prof. Dr. Gabriele Faust für einen Lehramtsstudiengang in Deutschland werden an der Otto-
Beteiligte: Friedrich-Universität Bamberg Studienplätze im Fach Grundschul-
Dipl.-Päd. Frank Foerster
Dr. Christina Mahrhofer pädagogik u.a. nach dem Ergebnis von Auswahlgesprächen verge-
Stichwörter: ben. In teilstrukturierten Gesprächen mit einer Dauer von ca. 30
Auswahlverfahren; Eig- Minuten werden lehrerspezifische, dem aktuellen Diskussionsstand
nung für Lehrerstudium entsprechende Eignungskriterien erhoben (u.a. Motivation, pädago-
und Lehrerberuf; Evaluati-
gische Vorerfahrungen und Kontakt- und Kommunikationsbereit-
on
Beginn: 1.4.2002 schaft). Das Verfahren wird laufend weiterentwickelt. Ziel des
Förderer: Auswahlverfahrens ist es, die Voraussetzungen der Bewerber/-in-
Otto-Friedrich-Universität nen und die Bedingungen im Studium und dem angestrebten Beruf
Bamberg vor Studienbeginn so weit wie möglich abzuklären. Erwartet wird,
Deutsche Wissenschaft /
Stiftung Mercator
dass geeignete Personen das Studium bei höherem Wohlbefinden
Kontakt: leichter, schneller und besser bewältigen können.
Dipl.-Päd. Frank Foerster Um das Verfahren zu evaluieren sollen in einer längsschnittlichen
Tel.: 0951 / 863 1835,
Fax: 0951 / 863 4835, E- Begleituntersuchung die seit 2002 auf fünf unterschiedlichen Wegen
Mail: [Link]@ppp. rekrutierten Studienendenteilkohorten miteinander verglichen wer-
[Link] den: (1) Zulassung aufgrund von Leistung (Abiturnote), (2) Zulas-
sung aufgrund von Wartezeit oder als Härtefall, (3) Zulassung
aufgrund des Auswahlverfahrens, (4) beim Auswahlverfahren zwar
abgelehnt, aber im Nachrückverfahren zugelassen, (5) über Nach-
rückverfahren zugelassen. Als Evaluationskriterien werden die
Merkmale Studienverlauf, Kompetenzerwerb, Motivation und per-
sönliches Wohlbefinden, Lernstrategien und Berufsauffassungen
herangezogen. Dies erlaubt eine Aussage, ob und wenn ja, welche
Gruppen sich hinsichtlich welcher Merkmale und Verläufe unter-
scheiden. Die personenbezogene Evaluation bezieht sich auf fünf
Studienanfängerjahrgänge (2002 bis 2007, je ca. 80 Anfänger/-in-
nen) und die Absolventen aus maximal sechs Prüfungszeiträumen
(Herbst 2004 - Frühjahr 2007). Es ist geplant, die Daten in Form von
mündlichen und schriftlichen Befragungen der Studierenden bzw.
Absolventen zu erheben. Zusätzlich sollen Testverfahren und/oder
teilstandardisierte Beobachtungen eingesetzt werden.
Publikationen
1. Heil, Stefan ; Faust-Siehl,
0XX Gabriele: Universitäre Lehrerausbildung und pädagogische Pro-
fessionalität im Spiegel von Lehrenden. Eine qualitative empirische Untersuchung .
Weinheim : Deutscher Studienverlag, 2000
2. Faust, Gabriele ; Heil, Stefan: Wissenschafts- und/oder Berufsbezug? Eine empirische Stu-
die zu typologischen Leitbildern der universitären Lehrerbildung bei Lehrenden .
In: Beckmann, Udo ; Brandt, Hjalmar ; Wagner, Heinz (Hrsg.) : Ein neues Bild vom Leh-
rerberuf? Festschrift zum 60. Geburtstag von Ludwig Eckinger. Weinheim : Beltz, 2004,
S. 121-128.
3. Faust-Siehl, Gabriele ; Heil, Stefan: Professionalisierung durch schulpraktische Studien?
Leitbilder von Lehrenden an der Universität . In: Die Deutsche Schule 93/1 (2001), S. 105-
115.
Seite 109
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Faust, Gabriele: Wissenschafts- und berufsbezogene Lehrerausbildung. Zur Eröffnung der
Pädagogischen Hochschule Zürich / Schweiz . In: Die Deutsche Schule 94 (2002), Nr. 4,
S. 487-499.
5. Faust, Gabriele ; Mahrhofer, Christina ; Steinhorst, Hanns ; Foerster, Frank: Auswahlge-
spräche zur Vergabe von Studienplätzen im Lehrerstudium. Erfahrungen im Fach Grund-
schulpädagogik in Bamberg . In: Die Deutsche Schule 95/3 (2003), S. 329-338.
6. Faust, Gabriele ; Steinhorst, Hanns ; Foerster, Frank: Eignung für Lehrerstudium und Leh-
rerberuf. Ein Verfahren zur Studienplatzvergabe . In: [Link] (2003), Nr. 4, S. 42f.
7. Faust-Siehl, Gabriele: Sammelrezension Lehrerbildung . In: Zeitschrift für Pädagogik 46/4
(2000), S. 637-643.
8. Faust, Gabriele: Zu BA/MA-Studiengängen in der Lehrerausbildung - Kritische Stellungnah-
me und alternative Perspektiven . In: Verband Bildung und Erziehung (Hrsg.) : PISA als
Chance. Für eine Reform der Lehrerbildung. Fachtagung Wissenschaftszentrum Bonn, 5.
September 2002. O.O. : ., 2003, S. 82-98.
Schulversuch "Neukonzeption der Schuleingangsphase"
Projektleitung: Der hessische Schulversuch zur Neuen Schuleingangsstufe (1998-
Hessisches Kultusministe- 2004) setzt den hessischen Bund-Länder-Kommissions-Modellver-
rium, Zentrale Projekt- such "Pädagogische und strukturelle Neukonzeption des Schulan-
gruppe, Leitung
Ministerialrätin Wiltrud fangs entsprechend einer ökopsychologischen Sichtweise bei
Lortz Integration der Sondermaßnahmen zur Förderung der Schulfähig-
Beteiligte: keit in das 1. und 2. Schuljahr" (1994-1998) fort. 29 Schulen neh-
Prof. Dr. G. Faust, Mitglied men teil. Erprobt wird die Einschulung aller schulpflichtigen Kinder
der Zentralen Projektgrup-
ohne Feststellung der Schulfähigkeit. Zusätzlich werden noch nicht
pe, Aufgabenbereich Wis-
senschaftliche Begleitung schulpflichtige Kinder aufgenommen, sofern die Eltern dies wün-
und Beratung schen. Sozialpädagogische Fördermaßnahmen werden in die Schul-
Stichwörter: anfangsklasse integriert. Außerdem wird die Verweildauer
Empirische Begleitfor- flexibilisiert und kann ein Jahr bis drei Jahre betragen. Auf diese
schung; Schulanfang; Ein-
schulung ohne
Weise sollen sowohl schwache als auch besonders leistungsstarke
Schulfähigkeitsfeststel- Kinder individuell bestmöglich gefördert werden. Die unterschiedli-
lung; Unterricht in hetero- chen Erfahrungshintergründe und Lernvoraussetzungen der Schul-
genen Lerngruppen; anfänger werden in diesem Organisationsmodell als Bereicherung
Hessen verstanden, die Zielperspektive besteht im "Erhalt der Heterogeni-
Laufzeit: 1.9.1994 -
30.8.2004 tät". Derzeit wird der Abschlussbericht vorbereitet. Dazu wurden die
Förderer: statistischen Daten aufbereitet, alle beteiligten Lehrer/-innen und
Hessisches Kultusministe- Sozialpädagoginnen schriftlich befragt (N=266) und die Erfahrungs-
rium berichte der Schulen ausgewertet.
Mitwirkende Institutio-
nen:
Diverse Schulen und
Schulämter, HeLP
Kontakt:
Prof. Dr. Gabriele Faust
Tel.: 0951 / 863 1836,
Fax: 0951 / 863 4836, E-
Mail: [Link]@ppp.
[Link]
Publikationen
1. Faust-Siehl, Gabriele ; Garlichs, Ariane ; Ramseger, Jörg ; Schwarz, Hermann ; Warm, Ute
0XX
; Klemm, Klaus: Die Zukunft beginnt in der Grundschule. Empfehlungen zur Neugestaltung
der Primarstufe. Ein Projekt des Grundschulverbandes . Reinbek b. Hamburg : Rowohlt,
1996 (Mit Kindern leben)
Seite 110
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Faust-Siehl, Gabriele ; Portmann, Rosemarie (Hrsg.): Die ersten Wochen in der Schule .
Frankfurt : Arbeitskreis Grundschule / Der Grundschulverband, 1992 (Beiträge zur Reform
der Grundschule, Bd. 86)
3. Faust-Siehl, Gabriele ; Speck-Hamdan, Angelika (Hrsg.): Schulanfang ohne Umwege. Mehr
Flexibilität im Bildungswesen . Frankfurt : Arbeitskreis Grundschule / Der Grundschulver-
band, 2001 (Beiträge zur Reform der Grundschule, Bd. 111)
4. Faust-Siehl, Gabriele: Gestaltung des ersten Schultages - Überlegungen und Leitlinien .
In: Portmann, Rosemarie (Hrsg.) : Kinder kommen zur Schule. Frankfurt : Arbeitskreis
Grundschule / Der Grundschulverband, 1988, (Beiträge zur Reform der Grundschule,
Bd. 73), S. 181-195.
5. Burk, Karlheinz ; Faust-Siehl, Gabriele: Strukturelle Bedingungen der ersten Schulwochen
oder "Ein Käfig ging einen Vogel suchen" (Kafka) . In: Faust-Siehl, Gabriele ; Portmann,
Rosemarie (Hrsg.) : Die ersten Wochen in der Schule. Frankfurt : Arbeitskreis Grundschule
/ Der Grundschulverband, 1992, (Beiträge zur Reform der Grundschule, Bd. 86), S. 23-37.
6. Burk, Karlheinz ; Faust-Siehl, Gabriele: Gesetzliche Grundlagen zum Schulanfang .
In: Brügelmann, H. u.a. (Hrsg.) : Jahrbuch Grundschule. Fragen der Praxis - Befunde der
Forschung. Bd. 82. Seelze : Erhard Friedrich Verlag, 1999, S. 82-84.
7. Faust-Siehl, Gabriele ; Speck-Hamdan, Angelika: Die neue Schuleingangsstufe in den Bun-
desländern . In: Faust-Siehl, Gabriele ; Speck-Hamdan, Angelika (Hrsg.) : Schulanfang
ohne Umwege. Mehr Flexibilität im Bildungswesen. Frankfurt : Arbeitskreis Grundschule /
Der Grundschulverband, 2001, (Beiträge zur Reform der Grundschule, Bd. 111), S. 194-
252.
8. Faust-Siehl, Gabriele ; Lambrich, Hans-Joachim: Thementeile Integrativer Schulanfang
und Grundschulpädagogik . In: Die Grundschulzeitschrift 104 (1997), S. 10-67.
9. Faust-Siehl, Gabriele: Ich wünsche mir eine liebe Lehrerin. Erwartungen und Einstellungen
von Kindern gegenüber der Schule . In: Grundschule 19/5 (1987), S. 24-27.
10. Faust-Siehl, Gabriele: Schulfähigkeit, Zurückstellung und Integrativer Schulanfang .
In: Die Grundschulzeitschrift 85 (1995), S. 26-31.
11. Faust-Siehl, Gabriele: Individualisierung, Integration und Prävention: Auf dem Weg zu ei-
nem neuen Verständnis der Schuleingangsphase . In: Erziehung und Unterricht. Österrei-
chische Pädagogische Zeitschrift 147 (1997), Nr. 5/6, S. 471-481.
12. Faust, Gabriele: Individuelle Förderung beim Übergang in die Grundschule. Maßnahmen zur
Abstimmung der frühen Lernprozesse . In: SchulVerwaltung spezial, Sonderausgabe
(2004), Nr. 2, S. 40-42.
13. Faust-Siehl, Gabriele: Literatur zum Thema "Veränderter Schulanfang" . In: Die Grund-
schulzeitschrift 104 (1997), S. 68f. (Sammelrezension)
14. Faust-Siehl, Gabriele ; Speck-Hamdan, Angelika: Auswahlbibliographie zum Thema Schul-
anfang . In: Faust-Siehl, Gabriele ; Speck-Hamdan, Angelika (Hrsg.) : Schulanfang ohne
Umwege. Mehr Flexibilität im Bildungswesen. Frankfurt : Arbeitskreis Grundschule / Der
Grundschulverband, 2001, (Beiträge zur Reform der Grundschule, Bd. 111), S. 321-331.
15. Faust-Siehl, Gabriele ; Garlichs, Ariane u.a.: Empfehlungen zum Schulanfang .
In: Arbeitskreis Grundschule / Der Grundschulverband e.V. (1993), S. Typoskript (ca. 20
Seiten)
16. Faust-Siehl, Gabriele: Schulfähigkeit und Anfangsunterricht . In: Die Ministerin für Frauen,
Bildung, Weiterbildung und Sport des Landes Schleswig-Holstein (Hrsg.) : Eingangsphase
in der Grundschule. Dokumentation zu dem Rendsburger Fachgespräch (Eingangsphase
Grundschule, Rendsburg 21. und 22. November 1994). Kiel : ., 1994, S. 23-36.
17. Faust-Siehl, Gabriele: Aufgaben und Leistungen von Grundschulförderklassen und aktueller
Stand von Test und Diagnostik . In: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Würt-
Seite 111
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
temberg (Hrsg.) : Schulanfang auf neuen Wegen. Dokumentation Symposium Grundschule
(Schulanfang auf neuen Wegen Stuttgart 6. Mai 1996). Stuttgart : ., 1996, S. 23-28.
18. Burk, Karlheinz ; Mangelsdorf, Marei ; Schoeler, Udo, u.a.: Die neue Schuleingangsstufe.
Lernen und Lehren in entwicklungsheterogenen Gruppen . Weinheim und Basel : Beltz,
1998
Verhaltens- und Lernschwierigkeiten
Projektleitung: Dieses Forschungsprojekt zum Bereich "Verhaltens- und Lern-
Prof. Dr. Reinhold Ortner schwierigkeiten" untersucht laufend diesbezügliche Entwicklungen
Beginn: 1.5.1997 im Grundschulbereich und ergänzt die in der Publikation "Verhal-
tens- und Lernschwierigkeiten" (Beltz/Weinheim 2002, 6. Auflage)
dargestellten Ergebnisse.
Publikationen
1. Ortner, Alexandra ; Ortner,
0XXReinhold: Verhaltens- und Lernschwierigkeiten . 6. Aufl. Wein-
heim/Basel : Beltz, 2002. - 450 Seiten. ISBN 3-407-83145-5
Wissenschaftliche Begleitung der Freien Evangelischen Grundschule Weiten-Ge-
säß (Odenwald)
Projektleitung: Die wissenschaftliche Begleitung der 1999 wieder gegründeten
Prof. Dr. Gabriele Faust Schule bezieht sich auf drei interdependente Schwerpunkte: (1.)
Beteiligte: das pädagogische Profil, (2.) das evangelische Profil und (3.) die
Pfarrer Christopher Kloß,
RPA Michelstadt Schulkultur. Aus der Präambel der Schule: "Auf dieser Grundlage
Stichwörter: (des christlichen Menschenbilds, G.F.) will die Schule den heran-
Freie Schule; Evangeli- wachsenden Kindern helfen, ihre Identität zu bilden und sich als von
sches Profil; Pädagogi- Gott und den Menschen bejaht zu erfahren." (1999, S. 3) Die Freie
sches Profil; Schulkultur;
Evangelische Grundschule Weiten-Gesäß versteht sich als eine an
Schulbegleitforschung;
Weiten-Gesäß reformpädagogischen Prinzipien orientierte Lern- und Lebensge-
Beginn: 1.10.1999 meinschaft, die enge Beziehungen zum Dorf und der Kirchenge-
Förderer: meinde pflegt. Der Unterricht findet in jahrgangsübergreifenden
Evangelische Kirche in Stammgruppen mit flexibler Verweildauer (also ohne Sitzenbleiben)
Hessen und Nassau (EK-
HN)
und erst in der dritten Klasse einsetzender Notengebung statt. Die
Mitwirkende Institutio- religiöse Dimension ist nicht auf den Religionsunterricht, der als
nen: evangelischer Religionsunterricht für die gesamte Lerngruppe erteilt
Religionspädagogisches wird, wobei auf deren konfessionelle Zusammensetzung Rücksicht
Amt Michelstadt/Hessen genommen wird, beschränkt. Im gesamten Unterricht werden die
Kontakt:
Prof. Dr. Gabriele Faust Sinnfragen der Kinder aufgenommen und ihre Erfahrungen religiös
Tel.: 0951 / 863 1836, gedeutet. Die Schulkultur ist durch ein Klima der Achtung und Tole-
Fax: 0951 / 863 4836, E- ranz geprägt. Die Schulkonzeption, die bislang in erster Linie durch
Mail: [Link]@ppp. Examensarbeiten von Grundschullehramtsstudierenden dokumen-
[Link] tiert wurde, wird fortlaufend weiterentwickelt.
Publikationen
1. Schweitzer, Friedrich ; 0XX
Nipkow, Karl-Ernst ; Faust, Gabriele ; Krupka, Bernd: Religionsun-
terricht und Entwicklungspsychologie. Elementarisierung in der Praxis . 1. und 2. Aufl.
Gütersloh : Chr. Kaiser / Gütersloher Verlagshaus, 1995 (Kaiser-Taschenbücher, Nr. 138)
2. Schweitzer, Friedrich ; Faust-Siehl, Gabriele (Hrsg.): Religion in der Grundschule. Religiöse
und moralische Erziehung. . 1.-3., 4. erweiterte. Aufl. Frankfurt : Arbeitskreis Grundschule
/ Der Grundschulverband, 2000 (Beiträge zur Reform der Grundschule, Bd. 92/93)
Seite 112
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Faust-Siehl, Gabriele ; Schweitzer, Friedrich: Religion in der Grundschule: Zur pädagogi-
schen Begründung und Gestaltung von Religionsunterricht . In: Schweitzer, Friedrich ;
Faust-Siehl, Gabriele (Hrsg.) : Religion in der Grundschule. Religiöse und moralische Erzie-
hung. Frankfurt : Arbeitskreis Grundschule / Der Grundschulverband, 1994, S. 12-25.
4. Bartnitzky, Horst ; Faust-Siehl, Gabriele: Den lebenswichtigen Fragen nachspüren .
In: Arbeitskreis Grundschule - Der Grundschulverband - e.V. ; Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft ; Verband Bildung und Erziehung (Hrsg.) : Dokumentation der Bundesgrund-
schulkonferenz 1995 in Berlin. Zukunft für Kinder - Grundschule 2000. (In veränderter Fas-
sung wieder abgedruckt in: Grundschulmagazin 1/1997, 4-10). Bonn/Frankfurt a.M. :
Arbeitskreis Grundschule / Der Grundschulverband, 1996, S. 232-245.
5. Schweitzer, Friedrich ; Faust-Siehl, Gabriele: Religionsunterricht am Anfang des 21. Jahr-
hunderts - Religionspädagogik und Grundschulpädagogik im Dialog. Vorwort zur 4. Auflage
. In: Schweitzer, Friedrich ; Faust-Siehl, Gabriele (Hrsg.) : Religion in der Grundschule. Re-
ligiöse und moralische Erziehung. Frankfurt : Arbeitskreis Grundschule / Der Grundschul-
verband, 2000, (Beiträge zur Reform der Grundschule, Bd. 92/93), S. 8-33.
6. Faust-Siehl, Gabriele: Schulentwicklung Grundschule und Religion . In: Battke, Achim u.a.
(Hrsg.) : Schulentwicklung - Religion - Religionsunterricht. Profil und Chance von Religion
in der Schule der Zukunft. Freiburg : Herder, 2002, S. 105-111.
7. Schweitzer, Friedrich ; Faust-Siehl, Gabriele ; Krupka, Bernd ; Nipkow, Karl-Ernst: Reli-
gious Development and the Practise of Religious Education. Discourse and teaching beyond
the ´+1-convention´ . In: Journal of Empirical Theology 8/1 (1995), S. 5-23.
8. Faust-Siehl, Gabriele: Schulentwicklung, Grundschule und Religion . In: Zeitschrift für Päd-
agogik und Theologie 51/2 (1999), S. 135-139.
9. Horn, Angelika: Differenzierung als Antwort auf Heterogenität in der Evangelischen Grund-
schule Weiten-Gesäß. Wissenschaftliche Hausarbeit für das Lehramt an Grundschulen .
Frankfurt, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Stud-Arb., 2002
10. Pabst, Ruth: Das evangelische Profil der Freien Grundschule Weiten-Gesäß. Eine Analyse
aus pädagogischer Sicht. Wissenschaftliche Hausarbeit für das Lehramt an Grundschulen .
Frankfurt, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Stud-Arb., 2001
11. Stuckert, Andrea: Leistung, Leistungserziehung und Leistungsbeurteilung in der evangeli-
schen Grundschule Weiten-Gesäß. Wissenschaftliche Hausarbeit für das Lehramt an Grund-
schulen . Frankfurt, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Stud-Arb., 2002
Projektunabhängige Publikationen
1. Ortner, Alexandra ; Ortner,
0XXReinhold: Verhaltens- und Lernschwierigkeiten . 6. Aufl. Wein-
heim/Basel : Beltz, 2002. - 450 Seiten. ISBN 3-407-83145-5
Seite 113
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Andragogik
Anschrift: Markusplatz 3, 96047 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1807 oder 1808 Fax.: (0951) 863-4807 oder 4808
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Der Lehrstuhl Andragogik der Universität Bamberg (vormals "Er-
Prof. Dr. Jost Reischmann wachsenenbildung") trägt als erster in Deutschland diesen Namen.
wiss. Mitarbeiter: Neben der internationalen Angleichung werden damit vor allem zwei
Prof. Dr. Walter Bender
Dipl.-Päd. Maritta Groß inhaltliche Perspektiven betont:
Dipl.-Päd. Helga Heglmei- 1. Andragogik wird als "Wissenschaft von der Bildung Erwachse-
er
ner" verstanden - das Verstehen und Gestalten der Bildung Erwach-
sener erfolgt damit unter wissenschaftlichem Erkenntnisinteresse
und mit wissenschaftlichen Methoden.
2. Andragogik als "Wissenschaft von der Bildung Erwachsener" be-
tont die Wahrnehmung der gesamten Breite und Vielfalt aller auf
Lernen/Bildung beruhenden Veränderung Erwachsener - auch jen-
seits organisierter und institutionalisierter Erwachsenen- oder Wei-
terbildung und öffnet den Blick deutlicher als "Weiterbildung" oder
"Erwachsenenbildung" auch für das Feld der informellen Bildung Er-
wachsener ("Lernen en passant" - Reischmann 1995) und des
selbstgesteuerten Lernens.
Forschungsschwerpunkte
Didaktik der Erwachsenenbildung/Weiterbildung;
Evaluation;
Empirische Forschung, quantitativ und qualitativ;
Weiterbildungscoaching;
Neue Lernkulturen, selbstgesteuertes Lernen;
Vergleichende Erwachsenenbildungsforschung;
Berufliche und betriebliche Weiterbildung;
Weiterbildung und Personal- bzw. Organisationsentwicklung.
Wissenschaftliche Tagungen
22.-24.09.1995: Ausrichter der Jahrestagung der Kommission Er-
wach- senenbildung der DGfE in Bamberg
24.-27.09.1995: Ausrichter der ISCAE-Konferenz (International So-
ciety for Comparative Adult Education) in Bamberg
08.12.1996: 1. Bamberger Andragogentag
29.11.1997: 2. Bamberger Andragogentag
05.12.1998: 3. Bamberger Andragogentag: Neues Lernen mit neu-
en Medien
27.11.1999: 4. Bamberger Andragogentag: Konstruktivismus
03.12.2000: 5. Bamberger Andragogentag: Wissensmanagement
24.11.2001: 6. Bamberger Andragogentag: Berufliche Weiterbil-
dung als neue Herausforderung
Seite 114
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
07.12.2002: 7. Bamberger Andragogentag: Personalentwicklung
und Weiterbildung
29.11.2003: 8. Bamberger Andragogentag: Pädagogische Qualität
in der Erwachsenenbildung
Forschungsprojekte
Erwachsenenbildung, Weiterbildung,...oder Andragogik? Wissenschaftstheoreti-
sche und wissenschaftspolitische Überlegungen
Projektleitung: Mit diesem Dissertationsprojekt wird versucht, einen strukturierten
Dipl.Päd. Walter Schoger Einblick in den Stand der (wissenschaftlich geführten) Diskussi-
Stichwörter: on(en) um Erwachsenenbildung, Weiterbildung, ... und Andragogik
Erwachsenenbildung; Wei-
terbildung; Andragogik; zu erarbeiten. Dazu werden die semantischen Besonderheiten und
Wissenschaftstheorie; Schwerpunkte einzelner Konzepte her- ausgearbeitet, miteinander
Wissenschaftspolitik; Be- verglichen und mit wissenschafts- theoretischem sowie wissen-
griffsanalyse schaftspolitischem Akzent im Hinblick auf die Bedeutung für die (Zu-
Laufzeit: 1.4.1998 -
kunft) der Fachdisziplin diskutiert.
31.12.2000
Literatur: s. Lehrstuhlbeschreibung
Kirchliches Ehrenamt
Projektleitung: Ziel war es, mit quantitativen und qualitativen empiri- schen Metho-
PD Dr. Walter Bender den Daten und Erkenntnisse über die Situation der in den Pfarrge-
Stichwörter: meinden tätigen Ehrenamtlichen zu gewinnen. Es sollte ein
Ehrenamt; Erwachsenen-
bildung; Empirische For- verläßliches Bild der Quantität, der Qualität und der Verteilung des
schung; Kirchliche ehrenamtlichen Engagements, der persönlichen Motive, der Zusam-
Erwachsenenbildung menarbeit mit Haupt- und anderen Ehrenamtlichen, der Aus- und
Laufzeit: 1.4.1997 - Fortbildung und der organisatorischen Einbindung des Ehrenamts
31.12.1999
erstellt werden.
Förderer:
Der Erzbischof von Bam- Methode: Dreistufige Erhebung:
berg
1. Bestandserhebung in den 220 Pfarreien des Erzbistums,
2. qualitative Befragung von 300 Ehrenamtlichen,
3. standardisierte, repräsentative Befragung von 1500 Ehren- amt-
lichen.
Publikation: Bender, Walter u.a. (1998): Ehrenamtliches Engage-
ment in den Pfarrgemeinden der Erzdiözese Bamberg. Sonderdruck
Sekretariat des Erzbischofs, Bamberg 1998.
Management und Bildung. Personalentwicklung als Teil der Organisationsent-
wicklung im Erwachsenenbildungsbereich
Projektleitung: Erwachsenenbildungseinrichtungen werden im Rah- men einer em-
Helga Heglmeier, pirischen Erhebung danach befragt, inwieweit und welche Manage-
Dipl.Päd.(univ.) mentmethoden in ihrer Bildungseinrichtung angewandt werden und
Stichwörter:
Bildungsmanagement; zur Effizienz und Effektivität ihrer Bildungsarbeit beitragen (Quali-
Personalentwicklung; Or- tätsdebatte).
ganisationsentwicklung
In einem zweiten Schritt wird untersucht, welchen Stellenwert Per-
Laufzeit: 1.11.1999 -
31.10.2003 sonalentwicklung und Organisations- entwicklung für diese Einrich-
tung haben und ob Personalentwicklung als innovativer Teil der
Organisationsentwicklung eingeordnet wird.
Seite 115
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Im weiteren werden die Ergebnisse diskutiert und Folgerungen für
die Institutionenentwicklung gezo- gen.
Publikationen:
Management im sozialen Bereich. Diplomarbeit 1997.
Leitbildformulierung - eine andragogische Frage- stellung? Diplom-
arbeit 1999.
Research in International Comparative Adult Education 1998
Projektleitung: Zusammen mit zwei Forschern aus Slowenien und Schweden wurde
Prof. Dr. Jost Reischmann der aktuelle Diskussions- und Forschungsstand in der Andragogik
Beteiligte: erfaßt und doku- mentiert. Hierzu wurden Beiträge von zwei inter-
Dr. Michal Bron, Schweden
Jelenc Zoran, Slowenien nationalen Konferenzen (1995 Bamberg sowie 1998 Radovljica/Slo-
Stichwörter: wenien) und weitere Beiträge kritisch analysiert, überarbeitet und
Vergleichende Erwachse- für eine Publikation her- ausgeberisch bearbeitet. Gliederung des
nenbildungsforschung; Jahrbuches:
Andragogik; Internationa-
le Erwachsenenbildung; • Theoretische Grundlagen der Komparatistik
UNESCO • Vergleichende Studien
Laufzeit: 1.7.1998 - • Methodenprobleme und Kritik
30.6.1999
• Darstellung internationaler Netzwerke und Vereinigungen
Förderer:
Bildungsministerium von • Dokumentation von Konferenzen
Slowenien • UNESCO-Dokumente zur internationalen Erwachsenenbildung.
Publikation:
Reischmann, Jost/Bron, Michal/Jelenc, Zoran (ed) (1999): Compa-
rative Adult Education 1998: the Contribution of ISCAE to an Emer-
ging Field of Study. Ljubljana, Slowenien: Slovenian Institute for
Adult Education.
Self-directed Learning: Erfassung, Analyse und kritische Bewertung der amerika-
nischen Diskussion
Projektleitung: "Selbstgesteuertes Lernen" gilt in der aktuellen andragogischen Dis-
Prof. Dr. Jost Reischmann kussion als ein zentrales Konzept. Fragestellung zu diesem Projekt
Stichwörter: war: Wie stellt sich dieses Konzept in der amerikanischen Fachdis-
Selbstgesteuertes Ler-
nen; Lernen; USA; Andra- kussion dar? Methodisch wurden Leitpublikationen über einen Zeit-
gogik; Lernkultur raum von ca. 25 Jahren erfaßt, analysiert und bewertet. Dabei
Laufzeit: 1.1.1996 - konnten sowohl die historische Entwicklung nachgezeichnet als auch
1.4.1999 unterschiedliche Traditionen und Grundannahmen identifiziert wer-
den, die zur Klärung des Konzepts beitragen. Zugleich zeigten sich
aber auch theoretische und empirische Defizite, die aus komparati-
stischer Perspektive Hinweise zur deutschen Diskussion geben. Pu-
blikationen:
• Reischmann, Jost (1997): Self-directe Learning: die amerikanische
Diskussion. In: Report, H. 39, S. 125-137.
• Reischmann, Jost (1999): Selbstgesteuertes Lernen - Verlauf, Er-
gebnisse und Kritik der amerikanischen Diskussion. In: Dietrich, Ste-
phan/Fuchs-Brüninghoff, Elisabeth/u.a. (Hg.): Selbstgesteuertes
Lernen - auf dem Weg zu einer neuen Lernkultur. Frankfurt: Deut-
sches Institut für Erwachsenenbildung. S. 40-56.
Seite 116
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Subjektive Lernbegründungen für die Entscheidung, Diplom-Pädagogik an der
Universität zu studieren
Projektleitung: Studierende des Studiengangs Diplom-Pädagogik an der Bamberger
Dipl.Päd. Maritta Groß Universität werden im Rahmen einer qualitativen Studie nach ihren
Stichwörter: persönlichen Motiven/-subjektiven Lern- begründungen zur Studi-
Studium; Diplom-Pädago-
gik; Erziehungswissen- enfachwahl befragt. Zum Vergleich werden Studierende des Sozial-
schaft; Motiv; wesens einer Nürnberger Fach- hochschule herangezogen. Eine
Lernbegründung; Univer- Längsschnittstudie soll darüber hinaus mögliche Veränderungen
sität; Fachhochschule und Wandlungsprozesse ursprünglicher Begründungen im Verlauf
Beginn: 1.10.2000
des Studiums zeigen.
Weiterbildung und Evaluation in der Organisationsentwicklung. Entwicklung und
Überprüfung von Instrumenten zur Ist-Stand-Analyse und Evaluation von Orga-
nisationsentwicklungsprozessen.
Projektleitung: Für ein Organisationsentwicklungsprojekt des Ordinariats der Erzdi-
PD Dr. Walter Bender özese Bamberg - einer Verwaltungseinheit von ca. 350 Mitarbeitern,
Stichwörter: die 11.000 Mitarbeiter in allen Pfarreien und Verbänden der Erzdi-
Weiterbildung; Organisati-
onsentwicklung; Personal- özese betreut - werden Evaluations- instrumente für eine Mitarbei-
entwicklung; Evaluation; ter-, Führungskräfte- und Pfarreien- bzw. Verbändebefragung und
Evaluationsforschung; zur Evaluation des Entwicklungsprozesses entwickelt, die Befragun-
Mitarbeiterbefragung; gen durch- geführt und ausgewertet sowie die Instrumente auf in-
Kundenbefragung
nere Stimmigkeit überprüft.
Laufzeit: 1.2.2000 -
31.10.2001 In Form eines Survey-Feedbackverfahrens werden die Ergebnisse
Förderer: allen Mitarbeitern und Pfarreien/Verbänden für den Vergleich mit
Erzbischof von Bamberg
dem eigenen Anspruchsniveau und die selbstreflexive Verwendung
im Entwicklungsprozeß zurück- gespiegelt. Nach Verlauf eines Jah-
res wird die Zielerreichung des Prozesses in Bezug auf die Stärkung
des Dienst- leistungscharakters und der Mitarbeiter- und Kundenzu-
friedenheit überprüft.
Methoden: Qualitative und quantitative Befragungen
Publikation: Walter Bender, u.a.: Ergebnisse der Befragungen - Mit-
arbeiterinnen, Mitarbeiter, Führungskräfte, Pfarreien, Verbände,
Einrichtungen. Sonderdruck, Bamberg 2000
Weiterbildungs-Coaching: Entwicklung und Evaluation eines andragogisch-didak-
tischen Konzepts
Projektleitung: Fragestellung dieses Projektes war, mit welchem didaktischen Kon-
Prof. Dr. Jost Reischmann zept pädagogisch/andragogisch nicht ausgebildete Fachkursleiter in
Stichwörter: der Weiterbildung qualifiziert werden können.
Weiterbildung; Coaching;
Professionalität; Andrago- In Abkehr von traditionellen "Train-the-Trainer"-Konzepten wurde
gik ein Coaching-Konzept mit einem veränderten Rollenverständnis an-
Beginn: 1.1.1997
dragogischer Professionalität entwor- fen und erprobt. Bei ca. 100
Coachings in verschiedenen Institutionen durch Studierende nach
einem 3-tägigen Coaching-Training wurden Erfahrungsberichte so-
wohl von Coachs als auch den Gecoachten angefertigt. Die Tran-
skripte sind fertiggestellt; derzeit erfolgt die Auswer- tung mittels
qualitativer Inhaltsanalyse und Interpretation.
Publikation: Manuskripte zum Coaching-Konzept.
Seite 117
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Arbeitswissenschaft
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 8631805 Fax.: (0951) 8634805
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Irene Raehlmann
Lehrbeauftragte:
Dr. Volker Trost
Angestellte:
Angelika Brehm
Forschungsschwerpunkte
aktuell: Arbeit und Zeit, Frauenerwerbstätigkeit und Neue Techno-
logien, Arbeitswissenschaft in wissenschaftssoziologischer und -hi-
storischer Perspektive
Kooperationsbeziehungen
Fernuniversität Hagen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen,
Universität Haifa/Israel, Deutscher Gewerkschaftsbund, Bundesver-
einigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Arbeitgeberverband
Gesamtmetall, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Wissenschaftliche Tagungen
Beschäftigungsperspektiven 2000, Vorlesungs- und Diskussionsrei-
he WS 1997/98 bis SS 1998
Forschungsprojekte
Anwendungsbezüge der Sozialwissenschaften
Projektleitung: Mitarbeit in einem interdisziplinären Forschungsprojekt "Anwen-
Prof. Dr. Gerd Schmidt, PD dungsbezüge der Sozialwissenschaften", dabei Erstellung einer Ex-
Dr. Helmut Fehr, Institut pertise zum Theorie- und Praxisbezug der Arbeitswissenschaft
für Soziologie der Univer-
sität Erlangen-Nürnberg Teil der Forschungsberichts: Expertise Arbeitswissenschaft (49 Sei-
Beteiligte: ten). Die gekürzte Fassung ist erschienen unter dem Titel "Arbeits-
Prof. Dr. Irene Raehlmann
wissenschaft im Spannungsfeld von systematischer Rationalisierung
Stichwörter:
Sozialwissenschaften; Ar- und Globalisierung", in: Aida Bosch, Helmut Fehr, Clemens
beitswissenschaft; Inter- Kraetsch, Gert Schmidt (Hrsg.): Sozialwissenschaftliche Forschung
disziplinarität; Theorie; und Praxis. Interdisziplinäre Sichtweisen; Deutscher Universitäts-
Praxis verlag Wiesbaden 1999, S. 181-209
Laufzeit: 1.1.1997 -
31.12.1998
Förderer:
Bundesministerium für Bil-
dung, Wissenschaft, For-
schung und Technologie,
Bonn/Berlin
Kontakt:
Prof. Dr. Irene Raehlmann
Tel.: 0951/863 1803, E-
Mail: [Link]@pp
[Link]
Seite 118
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Raehlmann, Irene: Arbeitswissenschaft
0XX im Spannungsfeld von systemischer Rationalisie-
rung und Globalisierung . In: Bosch, Aida ; Fehr, Helmut ; Kraetsch, Clemens ; Schmidt,
Gert (Hrsg.) : Sozialwissenschaftliche Forschung und Praxis. Interdisziplinäre Sichtweisen.
Wiesbaden : Universitätsverlag, 1999, S. 181-209.
Zeit und Arbeit / Lehr- und Forschungsprojekt (2 Studienbriefe)
Projektleitung: 1. Theoretische Grundlagen
Prof. Dr. Irene Raehlmann
Stichwörter: 2. Zeit und Arbeit. Skizze zur Entwicklung der deutschen Wirt-
Zeit; Arbeit; Arbeitszeit; schaftsgesellschaft
Flexibilisierung
3. Flexible Gestaltung von Zeit und Arbeit. Aktionsfelder und Praxis-
Laufzeit: 1.10.2000 -
30.9.2001 beispiele
Förderer: 4. Modelle zukünftiger Entwicklung von Zeit und Arbeit
Fernuniversität Hagen,
Kooperationspartner Prof. Den Studierenden soll die Möglichkeit eröffnet werden, zum The-
Dr. Wieland Jäger menfeld "Zeit und Arbeit"
Kontakt:
Prof. Dr. Irene Raehlmann • sich die theoretischen Grundlagen anzueignen (Kapitel 1);
Tel.: 0951/863 1803, E- • sich in historisch-systematischer Absicht entscheidende Etappen in
Mail: [Link]@pp der Gestaltung dieser sozialen Tatbestände in Deutschland zu verge-
[Link] genwärtigen (Kapitel 2);
• zentrale, durchaus zukunftsträchtige Handlungsfelder der letzten
Jahre in Deutschland kennenzulernen und sich mit diesen auseinan-
derzusetzen (Kapitel 3);
• sich realutopische Visionen und Konzepte zu erarbeiten, diese auf
der Basis des Erlernten kritisch zu reflektieren und eine eigene Posi-
tion zu der Gesamtthematik zu entwickeln (Kapitel 4)
Projektunabhängige Publikationen
1. Raehlmann, Irene: Zeit0XX
und Arbeit. Eine Einführung . 1. Aufl. Wiesbaden : VS Verlag für
Sozialwissenschaften, 2004. - 237 Seiten. ISBN 3-531-14110-4
Seite 119
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Didaktik der Arbeitslehre
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 8631805 Fax.: (0951) 8634806
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Dr. Andreas Gmelch,
Akad. Direktor
Lehrbeauftragte:
Roland Back, Hauptschul-
lehrer
Berthold Gehlert, OStDir.
Forschungsschwerpunkte
It’s team time: Team-Training zur Sozialkompetenzentwicklung für
Hauptschüler in Schullandheimen
Schulentwicklung: Wettbewerbsfähigkeit und Qualitätssicherheit
der Hauptschule mit der [Link] Erfassung von Ar-
beitslehre- und Imageaktivitäten im Bamberger Raum
Curriculumforschung Arbeitslehre (wissenschaftliche Beratung zum
Lehrplan)
Entwicklung von Medien/Schulbüchern für die Arbeitslehre der
Hauptschule in Bayern
Kooperationsbeziehungen
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Bundesinstitut für
berufliche Bildung, Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Deutscher
Gewerkschaftsbund, Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bil-
dungsforschung, Bayerische Akademie für Schullandheimpädagogik
Wissenschaftliche Tagungen
Beschäftigungsperspektiven 2000 Vorlesungs- und Diskussionsrei-
he WS 1997/98 bis SS 1998
Bildungskommission: Zusammenarbeit Hauptschule - Wirtschaft
(Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus)
Seite 120
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
It’s Team-Time
Projektleitung: It’s Team-Time: Team-Training zur Sozialkompetenzentwicklung für
Bayerische Akademie für Hauptschüler in Schullandheimen
Schullandheimpädagogik
e.V., Burgthann Bausteine bzw. Phasen des Trainingsmanuals:
Beteiligte:
1. Für Gruppenarbeit motivieren
Dr. Andreas Gmelch,
Akad. Direktor 2. Gruppenprozesse bewusst erleben, Kooperation üben
Robert Stein, Projektleiter,
Modellentwickler und Trai- 3. Für Kommunikationsprozesse sensibilieren, Anbahnung von
ner Gruppenprozessen
Wilhelm Kleiss, Präsident
BSHW und Direktor BASP 4. Erarbeitung von Gruppenregeln, Einführung in Moderations- und
Stichwörter: Präsentationstechniken
It’s Team-Time; Teamfä- 5. Durchführung eines Kleinprojekts
higkeit; Sozialverhaltens-
training; Zielsetzung des Intensivtrainings:
Schlüsselqualifikationen
Laufzeit: 1.3.2000 - Hinführung zur Projektarbeit und zu kooperativem Lernen; Erhö-
31.8.2002 hung des Wir-Gefühls (Kohäsion); Stimulierung personaler und so-
Förderer: zialer Ressourcen; Entwicklung von Entscheidungs- und
Bayerisches Schulland- Konfliktstrategien; Befähigung zur Metakommunikation; Erlernen
heimwerk e.V. BSHW
Bayerisches Staatsmini-
grundlegender Visualisierungs- und Präsentationstechniken; Üben
sterium für Unterricht und des Umgangs mit Rollen und Normen; Reflexion des eigenen Ar-
Kultus beits- und Interaktionsverhaltens; Einübung kooperativer Verhal-
Hermann Gutmann Stif- tensweisen;
tung, Weißenburg
Verein Lehrerheim Nürn- Übertragung und Ausweitung:
berg e. V. Das Trainingsmanual wird heute erfolgreich in der Lehrerfortbildung
Mitwirkende Institutio-
nen: (Dillingen), in der betrieblichen Ausbildungs (Siemens, Schwan Sta-
Universität Erlangen- bilo, Alcatel) sowie im industriellen Management (Mannesmann
Nürnberg VDO) umgesetzt.
Akademie für Lehrerfort-
bildung und Personalfüh-
rung, Dillingen
Bayerisches Staatsmini-
sterium für Unterricht und
Kultus
Bayerisches Staatsinstitut
für Schulpädagogik und
Bildungsforschung, Mün-
chen
Kontakt:
Dr. Andreas Gmelch,
Akad. Direktor
Tel.: 0951/863 1806,
Fax: 0951/863 4806, E-
Mail: [Link]@pp
[Link]
Publikationen
1. Stein, Robert: It’s Team Time. Ein Trainingsprogramm für die Schule und den Beruf .
0XX
In: unterrichten/erziehen (2001), Nr. 3, S. 144-147
2. Stein, Robert: It’s Team Time . 1. Aufl. Burgthann : Hans Meyer Verlag, Scheinfeld, 2002
(basp profil Bd. 4) . - 320 Seiten. ISBN 3-89014-195-1
3. Gmelch, Andreas ; Stein, Robert: Sozialkompetenz - Anforderung der Gesellschaft und Her-
ausforderung für die Schule . In: Bayerische Schule 56 (2003), Nr. 1, S. ca. 15-19
Seite 121
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Schulentwicklung: Hauptschule und Arbeitslehre
Projektleitung: Schulentwicklung: Wettbewerbsfähigkeit und Qualitätssicherung
Dr. Andreas Gmelch, der Hauptschule mit der Arbeitslehre. Empirische Erfassung von Ar-
Akad. Direktor beitslehre- und Imageaktivitäten im Bamberger Raum.
Beteiligte:
Lehrer Roland Back TQM-Maßnahmen in der Wirtschaft und ihre Übertragbarkeit auf die
Alexandra Brasch Institution Hauptschule.
Barbara Nitsch
Silke Schmich Probleme beim Übergang der Hauptschüler in die Arbeitswelt aus
Tanja Walz Sicht der Unternehmen.
Birgit Alt
Frank Stark Faktoren für einen erfolgreichen Übergang der Hauptschüler ins Be-
Beginn: 1.5.1999 rufsleben (Befragung von Schulleitern und Arbeitslehrelehrern).
Förderer:
Bayerisches Staatsmini- Entwicklung eines Software-Programms für Arbeitslehre-Aktivitäten
sterium für Unterricht und an Hauptschulen.
Kultus
Arbeitskreis Schule-Wirt-
schaft
Mitwirkende Institutio-
nen:
Schulamt Bamberg-Land
Kontakt:
Dr. Andreas Gmelch,
Akad. Direktor
Tel.: 0951/863 1806,
Fax: 0951/863 4806, E-
Mail: [Link]@pp
[Link]
Publikationen
1. Alt, Birgit: "Meister an 0XX
Hauptschulen" - ein Beitrag zur Schulentwicklung im Rahmen der
Hauptschule . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Stud-Arb., 2002. - 82 Seiten.
2. Walz, Tanja: Analyse der Teamarbeit in der Wirtschaft als Grundlage für die teamorientierte
Schulentwicklung . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Stud-Arb., 2002. - 83 Seiten.
3. Stark, Frank: Der Arbeitslehre-Lehrer als Coach im Rahmen der Inneren Schulentwicklung
der Hauptschule . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Stud-Arb., 2002. - 86 Seiten.
4. Nitsch, Barbara: Faktoren für einen erfolgreichen Übergang der Hauptschüler ins Berufsle-
ben . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Stud-Arb., 2000. - 179 Seiten.
5. Schmich, Silke: Probleme beim Übergang der Hauptschüler in die Arbeitswelt aus der Sicht
der Unternehmen . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Stud-Arb., 2000. - 191 Seiten.
6. Brasch, Alexandra: TQM-Maßnahmen in der Wirtschaft und ihre Übertragbarkeit auf die In-
stitution Hauptschule . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Stud-Arb., 2000. - 130 Seiten.
Seite 122
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Philosophie
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Philosophie steht für eine besondere Weise des Denkens, das nach allem fragt, was einer Frage
wert zu sein scheint, das so lange weiterfragt, bis man die wesentlichen Momente, Gründe und
Probleme der Sache erkannt zu haben glaubt, und das sich allein der Überzeugungskraft des
besseren Arguments verpflichtet weiß. Aus „Freundschaft zur Weisheit" („philo-sophia") werden
Auffassungen über die Natur (physis), über die Formen des Handelns (ethos) und des mensch-
lichen Denkens (logos) einer kritischen Prüfung unterzogen und unter den Titeln (Meta-)Physik,
Ethik und Logik eingehend diskutiert. Philosophie sucht schließlich auch nach ihren eigenen letz-
ten Grundlagen, wenn sie fragt, was es denn für den Menschen überhaupt heißt zu sein, zu den-
ken und zu handeln. Damit erreicht sie eine letzte Grundsätzlichkeit, die durch keine andere
Form des Fragens noch einmal überschritten wird und die naturgemäß dem innerphilosophi-
schen Gespräch vorbehalten bleibt, auch wenn sich gerade hier Wesentliches für das Verständ-
nis allen Denkens, Seins und Handelns entscheidet. Mit den aktuellen Folgen des
wissenschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Fortschritts für das herkömmliche Welt-
und Menschenbild sieht sich die Philosophie vor neue Herausforderungen gestellt wie auch mit
einem neuen öffentlichen Interesse konfrontiert. Die aufgebrochenen Probleme verweisen viel-
fach zurück auf klassische Fragestellungen, die in der Philosophie zu anderen Zeiten bereits ein-
gehend diskutiert worden sind. Zugleich muss die Philosophie diese Fragen aber auch unter den
veränderten Voraussetzungen und Perspektiven unserer Zeit neu durchdenken, wenn sie ihre
Beiträge auch gegenüber den anderen Wissenschaften und der modernen Welt mit Erfolg ver-
treten will. - Philosophie kann in Bamberg im Magister-Studiengang sowie im Rahmen nahezu
aller Diplom- und Lehramtsstudiengänge studiert werden.
Lehrstuhl für Philosophie I
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863 1888 Fax.: 0951/863 4889
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Aufgabe des Lehrstuhls für Philosophie I ist es, in Korrespondenz mit
Prof. Dr. Christian Schröer dem Lehrstuhl für Philosophie II das Fach in seiner historischen und
wiss. Mitarbeiter: systematischen Breite in Lehre und Forschung zu vertreten. Als kon-
apl. Prof. Dr. Helmut Pape,
(Vertretung) kordatsrechlich gebundener Lehrstuhl fällt die Behandlung der maß-
apl. Prof. Dr. PhD.h.c. geblichen Quellen und Entwürfe der klassischen scholastischen
(Univ. Olmütz) Erwin Philosophie und der modernen Religionsphilosophie in seinen Zu-
Schadel, Akad. Direktor ständigkeitsbereich. Lehr- und Forschungsschwerpunkte des Lehr-
Dr. Uwe Voigt
stuhls I sind näherhin im Bereich der Philosophiegeschichte die
Lehrbeauftragte:
[Link] Gerhard Hofweber Philosophie der Antike (Vorsokratik, Platon, Aristoteles, Philosophie
Angestellte: des Hellenismus), der christlichen Spätantike (Augustinus) und des
Brunhilde Franke Mittelalters (bes. Thomas von Aquin), der Aufklärungsphilosophie
(bes. Deutsche Schulphilosophie und Kant) sowie Klassiker der Exi-
stenz-, Sprach- und der analytischen Philosophie des 19. und 20.
Jahrhunderts. Im Bereich der systematischen Philosophie liegen die
Schwerpunkte in den Bereichen der klassischen Ontologie und Er-
kenntnismetaphysik, der Anthropologie und der Ästhetik. Ein beson-
derer Schwerpunkt liegt in der Erarbeitung einer tragfähigen
Grundkonzeption für eine allgemeine, angewandte und interdiszipli-
när arbeitende Ethik. Dies schließt eine kritische Vergewisserung hi-
Seite 123
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
storischer und aktueller Entwürfe (Seminarreihe "Klassiker der
Ethik"), Analysen aktueller Anwendungsfragen (Seminarreihe "Pro-
blemfelder der Ethik") und eine interdisziplinäre Zusammenführung
innerdisziplinärer ethischer Diskurse insbes. im Hinblick auf die Hu-
man-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften (interdiszipli-
näre Seminare und Kolloquien) ein. Ziel ist die Reintegration
fachspezialistischer Diskussionen in einen fachübergreifenden ethi-
schen Diskurs. Durch Mitarbeiter und Lehrbeauftragte an diesem
Lehrstuhl werden zudem die Bereiche Interkulturelle Philosophie
und Comeniusforschung (siehe Forschungsstelle), aristotelische und
moderne Psychologie, Neuplatonismus und seine Wirkungsge-
schichte sowie Deutscher Idealismus vertreten.
Forschungsprojekte
Abwägende Vernunft. Praktische Rationalität in historischer, systematischer und
religionsphilosophischer Perspektive
Projektleitung: Ziel ethischer Diskussionen ist die Klärung moralischer Konflikte.
Prof. Dr. Christian Schröer Um zu vertretbaren Entscheidungen zu kommen, bedarf es vor al-
Dr. Franz-Josef Bormann, lem einer begründeten Gewichtung der jeweils betroffenen Güter
Freiburg [Link].
Laufzeit: 2.1.2001 - und Ansprüche. Verschiedene Konflikte erfordern jedoch verschie-
30.9.2004 denartige Formen der Abwägung. Der vorliegende Band setzt sich
Förderer: zur Aufgabe, die vielfältigen Leistungen der abwägenden Vernunft
Deutsche Bischofskonfe- in historischer und systematischer Perspektive umfassend zu er-
renz, Erzbistum Bamberg
schließen. Der erste Teil sucht die Fragestellung in den antiken und
und weitere deutsche Di-
özesen mittelalterlichen Quellen der Ethik auf. Der zweite Teil setzt sich mit
Mitwirkende Institutio- neuzeitlichen Beiträgen zur Abwägungsproblematik, mit analyti-
nen: schen und wissenschaftstheoretischen Grundsatzfragen und mit ak-
Institut für Systematische tuellen Praxisfeldern auseinander. Der dritte Teil beleuchtet die
Theologie / Abteilung Mo-
raltheologie, Universität
Frage der Abwägung im Kontext von Religionswissenschaft und Re-
Freiburg ligionsphilosophie. Der Band enthält Beiträge von über vierzig Auto-
ren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, USA, Frankreich,
England, Italien, Polen und Kolumbien.
Der vollendete Unterschied. Die aristotelische Seelenlehre und der moderne In-
formationsbegriff
Projektleitung: Ob Aristoteles in De Anima einen proto-funktionalistischen bzw. ko-
Prof. Dr. Christian Schröer gnitivistischen Seelenbegriff vertritt oder nicht, ist in den letzten
Dr. Uwe Voigt Jahrzehnten "nahezu in den Rang einer Kardinalfrage aufgerückt"
Stichwörter:
Aristotelische Seelenlehre; (Roman Dilcher in: Philos. Rundschau 47 (2000) 21). Diese Frage
Funktionalismus; Kogniti- gilt es auf eine differenzierte Weise zu beantworten: Was die strei-
vismus tenden Parteien nicht beachten, ist die aristotelische Bestimmung
Laufzeit: 1.1.1997 - der Seele als etwas, was auf vielfache Weise ausgesagt wird. Es läßt
1.12.2004
sich zeigen, daß die "focal meaning" von "Seele" durchaus als kon-
Mitwirkende Institutio-
nen: stitutive Unterscheidungsleistung zu verstehen ist; es handelt sich
Institut für Theoretische aber um jeweils unterschiedliche Unterschiede, die aufeinander auf-
Psychologie, Univ. Bam- bauen, aber nicht aufeinander reduziert werden können. Vor diesem
berg Hintergrund stellt sich die aristotelische Seelenlehre als eine Theorie
dar, welche Intuitionen zahlreicher gegenwärtiger Positionen in sich
integriert, ohne in einer von ihnen aufgehen.
Seite 124
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Voigt, Uwe: Die Auseinandersetzung
0XX um das Geist-Seele-Trilemma. Thomas von Aquin und
der Averroismus in ’De unitate intellectus’ . In: Bergmann, Rolf (Hrsg.) : Forschungsforum.
Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Heft 10: Mittelalterforschung in Bam-
berg. Beiträge aus dem Zentrum für Mittelalterstudien.. Bamberg : Universitätsverlag,
2001, S. 169-171.
2. Voigt, Uwe: Vom Vorbild zum Feindbild und zurück. Die Rezeption der aristotelischen See-
lenlehre bei Hilary Putnam . In: prima philosophia 14 (2001), S. 369-387
3. Voigt, Uwe: Das Geist-Seele Trilemma in der peripatetischen Tradition: Alexander von
Aphrodisias - Averroes - Thomas von Aquin . In: Sic et Non - Online Forum for Philosophy
and Culture (2002), S. .
4. Voigt, Uwe: Seele - Natur - Wissenschaft. Ihr Zusammenhang bei Platon (Nomoi X) und
Aristoteles (De anima I 1) . In: Arbeitskreis Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption
12 (2002), S. 23-44
Kritische Darstellung der Diskussion um den Freiheitsbegriff zwischen Kant, Rein-
hold und Fichte ausgehend von Kants ’Kritik der praktischen Vernunft’ bis zu
Reinholds Übertritt zu Fichtes ’Wissenschaftslehre’"
Projektleitung: Der Begriff der Freiheit steht wie kein zweiter im Zentrum des
Prof. Dr. Christian Schröer Selbstverständnisses der neuzeitlichen Geistesgeschichte. In der
Julia Wissel, M.A. Diskussion um den Freiheitsbegriff selbst kommt fraglos dem Bei-
Beginn: 1.8.2000
Förderer: trag Kants höchste Bedeutung zu, wird doch sein Begriff der Freiheit
Otto-Friedrich-Universität als sittlicher Autonomie des Menschen zum Grundstein des moder-
Bamberg nen Moral- und Rechtsverständnisses. Die als Dissertationsprojekt
angelegte Untersuchung macht sich zur Aufgabe, die unmittelbar
durch Kant ausgelöste Diskussion um den Freiheitsbegriff einer ein-
gehenden systematischen Analyse zu unterziehen. Die erste kriti-
sche Aufnahme des Kantischen Freiheitsbegriffs aber erfolgte
wesentlich durch den Jenaer Professor für Philosophie Karl Leonhard
Reinhold, der Kants zunächst dem allgemeinen Verständnis schwer
zugänglichen Philosophie durch seine Beiträge in Fachzeitschriften
einem breiteren Publikum vermittelte. Da die philosophiegeschicht-
liche Bedeutung und Eigenständigkeit Reinholds erst ab den siebzi-
ger Jahren des 20. Jahrhunderts erkannt wurde, ist sein Werk in der
bisherigen Forschung erst unzureichend aufgearbeitet. Eine syste-
matische Erschließung der Freiheitsdiskussion jener Jahre bis zum
Übertritt Reinholds zur Wissenschaftslehre Fichtes füllt somit ein hi-
storisches und systematisches Desiderat der Forschung.
Skeptizismus als die "erste Stuffe zur Philosophie" beim Jenaer Hegel
Projektleitung: Das Projekt beschäftigt sich im Rahmen einer Promotion mit der Be-
Prof. Dr. Christian Schröer deutung des antiken Skeptizismus für die Philosophie des jungen
[Link] Gerhard Hofweber Hegel (Jenaer Zeit). Dabei sollen zum einen historische Zusammen-
Laufzeit: 1.11.1998 -
31.7.2003 hänge aufgedeckt werden (u.a. Hegels Neuinterpretation der anti-
Förderer: ken Skepsis; Skepsis als Vorläufer der Dialektik), und zum anderen
Otto-Friedrich-Universität systematische Perspektiven erschlossen werden (Aporien des Vor-
Bamberg stellens; Denken und Logik).
Kontakt:
[Link] Gerhard Hofweber Beide Bereiche eröffnen Inhalte, die in der Forschung bisher noch
Tel.: 0951/863 1907 nicht hinreichend erschlossen sind. Insbesondere soll der Versuch
Seite 125
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
unternommen werden, einen Zugang zu Hegel aufzuzeigen, der pri-
mär systematisch ist und es auch Nicht-Hegelianer ermöglicht, die
Idee eines spekulativen Denkens nachzuvollziehen.
Wesentliche Inhalte der Studie wurden bereits im Rahmen eines
Vortrags (Sommer 1999) und eines Aufsatzes (1999) vorgestellt.
Projektunabhängige Publikationen
1. Schröer, Christian: Leitbilder
0XX . In: Korff, Wilhelm u.a. (Hrsg.) : Lexikon der Bioethik. Bd. 2.
Gütersloh : Gütersloher Verlagshaus, 1998, S. 609-612.
2. Voigt, Uwe: Die Auseinandersetzung um das Geist-Seele-Trilemma. Thomas von Aquin und
der Averroismus in ’De unitate intellectus’ . In: Bergmann, Rolf (Hrsg.) : Forschungsforum.
Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Heft 10: Mittelalterforschung in Bam-
berg. Beiträge aus dem Zentrum für Mittelalterstudien.. Bamberg : Universitätsverlag,
2001, S. 169-171.
Seite 126
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Philosophie II
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1951 Fax.: (0951) 863-1181
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Der Schwerpunkt der Arbeit am Lehrstuhl Philosophie II liegt in der
Prof. Dr. Roland Simon- theoretischen Philosophie der Gegenwart und in der Geschichte der
Schaefer Philosophie der Neuzeit (ab 1600). In der Philosophie der Gegen-
[Leitung bis 13.01.2004:
Prof. Dr. Michael Hampe] wart steht die Frage nach dem Begriff der Metaphysik, seine Weiter-
wiss. Mitarbeiter: entwicklungen in der pragmatistischen Philosophie und die
Felicitas Krämer, M.A. theoretischen und praktischen Dimensionen der Selbsterkenntnis
Elsa Romfeld, M.A. im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. In den Untersuchungen zur Ge-
schichte der neuzeitlichen Philosophie geht es vor allem um das
neuzeitliche Naturverständnis, sofern es durch den Begriff des Ge-
setzes geprägt worden ist. Klassische Autoren, die hier vor allem be-
handelt werden, sind: Giordano Bruno, Nikolaus Cusanus, René
Descartes, Thomas Hobbes, Baruch de Spinoza, David Hume, Gott-
fried Wilhelm Leibniz. Autoren der neueren Philosophie, denen be-
sonderes Augenmerk geschenkt wird, sind: Michail Bachtin, Ernst
Cassirer, John Dewey, William James, Hans Kelsen, Charles Sanders
Peirce, Hilary Putnam, Williard Van Orman Quine, Richard M. Rorty,
Carl Schmitt, Wilfrid Sellars und Alfred North Whitehead. Zu den Re-
gelveranstaltungen in der Lehre, die durch Mitarbeiter des Lehr-
stuhls II abgehalten werden, gehören: Einführungen in die formale
Logik, Einführungen und Überblicke zur Erkenntnistheorie, analyti-
schen Sprachphilosophie, Philosophie des Pragmatismus, Wissen-
schaftstheorie und Metaphysik der Neuzeit. Ferner werden immer
wieder Veranstaltungen zu den philosophischen Problemen der Psy-
chologie, der Sozial- und Rechtsphilosophie, der Texttheorie und
Philosophie der Interpretation angeboten.
Forschungsschwerpunkte
• Erkenntnistheorie
• Wissenschaftstheorie
• Philosophie des Pragmatismus
• Philosophische Probleme der Psychologie
• Geschichte des Gesetzesbegriffs
Kooperationsbeziehungen
Universität Bielefeld, Abt. Philosophie
Seite 127
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Bachtins Sprachphilosophie
Projektleitung: Das Dissertationsprojekt untersucht die philosophischen Grundla-
Prof. Dr. Michael Hampe gen und Implikationen des russischen Denkers Michail Michailo-
Wolfram Eilenberger witsch Bachtin (1895 - 1975). Im Zentrum der Untersuchung wird
Stichwörter:
Bachtin und Sprachphilo- dabei die Herausarbeitung von Bachtins Bild des sprachlichen Äu-
sophie ßerns und Mitteilens stehen. Eine derartig ausgerichtete Arbeit liegt
Beginn: 1.10.1999 für den deutschsprachigen Raum bisher nicht vor. Der interpretative
Förderer: Leitgedanke der Arbeit liegt darin, Bachtins reichhaltige Untersu-
Otto-Friedrich-Universität
chungen, insbesondere die literaturwissenschaftlichen Einzelstudien
Bamberg
Studienstiftung des Deut- (Dostojevski, Rabelais) sowie seine romantheoretischen Schriften
schen Volkes als Anwendungen einer semiotisch fundierten sprach- bzw. sprech-
philosophischen Konzeption aufzufassen. Die Herausforderung die-
ses Ansatzes ist darin zu sehen, daß diese leitende Grundkonzeption
aus den vorliegenden, stets interdisziplinär ausgerichteten Schriften
rekonstruiert werden muß. Zur Stützung des Ansatzes wird neben
einer Einbeziehung der Schriften des sogenannten Bachtin-Kreises
ein Hauptaugenmerk auf dem Einfluß von Ernst Cassirers "Philoso-
phie der symbolischen Formen" auf Bachtin liegen. Das Dissertati-
onsprojekt wurde im Oktober 1999 begonnen und ist auf drei Jahre
ausgelegt. Die erste Arbeitsphase, die mit einem öffentlichen Vor-
trag im Rahmen des philosophischen Kolloquiums der Universität
Bamberg mit dem Titel "Bedeutung mit zwei Gesichtern - Bachtins
Sprachphilosophie" Ende Juni abgeschlossen werden konnte, war
der Erschließung der Primärtexte sowie einer genauen Orientierung
im Bereich der Sekundärliteratur gewidmet. Im Fortgang der ersten
Arbeitsphase trat die Bedeutung der Schriften Cassirers deutlich
hervor. So wurde der verbleibende Rest des ersten Promotionsjah-
res der genaueren Erkundung dieses Verhältnisses gewidmet. Mit
Beginn des zweiten Projektjahres soll die konkrete Arbeit an den Ka-
piteln aufgenommen werden.
Publikationen
1. Hampe, Michael: Vervollkommnung
0XX des Individuums und Endgültigkeit der Metaphysik.
Rortys Metaphysikkritik und die Philosophie des Pragmatismus . In: Wenzel, Uwe Justus
(Hrsg.) : Vom Ersten und Letzten. Positionen der Metaphysik in der Gegenwartsphilosophie.
Frankfurt : Fischer, 1998, S. 153-176.
Erkenntnis- und Medientheorie, digitale Wissensrepräsentation und -kommuni-
kation in den Geisteswissenschaften
Projektleitung: Dieses Forschungsprojekt befindet sich noch in der Konzeptionspha-
Dieter Köhler se. Vorgesehen sind 1) eine Analyse der Konvergenz von Erkennt-
Stichwörter: nis- und Medientheorie aus der Perspektive der Analytischen
Erkenntnis- und Medien-
theorie; Computerphilolo- Philosophie und unter besonderer Berücksichtigung netzbasierter
gie Kommunikationsformen und 2) die Entwicklung und Erprobung neu-
Beginn: 1.10.1999 er Konzepte für den Computereinsatz in den Geisteswissenschaften,
Förderer: insbesondere in den Bereichen des digitalen Publizierens, der Com-
Otto-Friedrich-Universität
puterphilologie und der netzbasierten Wissenschaftskommunikati-
Bamberg
on.
Seite 128
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Ethik der Selbsterkenntnis
Projektleitung: Die psychologische Beratung hat die Seelsorge und philosophische
Prof. Dr. Michael Hampe Lebenshilfe institutionell abgelöst. Die impliziten moralischen Vor-
Stichwörter: stellungen, nach denen diese Beratung verfährt, sind jedoch weder
Selbsterkenntnis
Beginn: 1.10.1999 den Beratenden noch den Ratsuchenden immer deutlich. Ziel des
Förderer: Projektes ist es, diese Moralvorstellungen der unterschiedlichen
Otto-Friedrich-Universität psychologischen Therapieformen wie Psychoanalyse, Verhaltens-
Bamberg therapie, kognitive Therapie etc. zu explizieren und mit den Moral-
vorstellungen christlicher Seelsorge und philosophischer Lebenshilfe
zu vergleichen.
Publikationen
1. Hampe, Michael: Theorie,
0XXErfahrung, Therapie. Anmerkungen zur philosophischen Beurtei-
lung psychoanalytischer Prozesse . In: Psyche (2001), S. im Druck
2. Hampe, Michael: Implizite Wertvorstellungen und psychologische Beratung . In: Ethik und
Sozialwissenschaft (2001), S. im Druck
3. Hampe, Michael: Theorieüberlappung und Simulation . In: Ethik und Sozialwissenschaft
(2001), S. im Druck.
Geschichte des Gesetzesbegriffs
Projektleitung: Der Begriff des Naturgesetzes ist ein wesentlicher Bestandteil der
Prof. Dr. Michael Hampe modernen Naturbeschreibung und -erklärung. Die Ursachen für sei-
Martin Carrier ne Karriere sind vielfältig und teilweise gegensätzlich. Sie liegen in
Beteiligte:
N.N. der Mathematisierung der Naturbeschreibung, der Identifikation
N.N. neuer Prinzipien kausaler Ordnungen in einer korpuskular rekon-
Stichwörter: struierten Welt, im Rückgriff auf axiomatische Systeme zur Darstel-
Geschichte und Naturge- lung von Lehrgebäuden sowie in der Auszeichnung Gottes als
setz
Gesetzgeber der Natur in einer christlich geprägten Naturphiloso-
Beginn: 1.8.2000
Förderer: phie. In dem Projekt sollen zwei der genannten Ursachen für die
Deutsche Forschungsge- Ausbreitung des Naturgesetzbegriffs in der Neuzeit untersucht wer-
meinschaft (genehmigt) den: 1. Die Rolle der Astronomie als Vorbildwissenschaft und die
Mitwirkende Institutio- Deutung der Mathematik für den Gesetzesbegriff; 2. Das Verhältnis
nen:
Universität Bielefeld
von gesetzmäßiger Natur und Deismus in der Französischen Aufklä-
rung (Montesquieu, D’Alembert, Diderot, D’Holbach).
Publikationen
1. Hampe, Michael: Gesetz,
0XX Natur und Geltung . In: Philosophia Naturalis 37 (2000), Nr. 2,
S. 241-253
2. Hampe, Michael: Revolution, Epoche und Gesetz . In: Studia Leibnitiana (2001), S. im
Druck
Seite 129
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Legaliltät und Legitimität in der deutschen Sozialphilosophie des 20. Jahrhun-
derts
Projektleitung: Dieses Promotionsprojekt widmet sich der Frage, in welchem Ver-
Prof. Dr. Michael Hampe hältnis die positive Geltung von Rechtsnormen zu ihrer praktischen
Lars Vinx Verpflichtungskraft für autonom handelnde Subjekte steht. Da poli-
Stichwörter:
Legalität, Legitimität, So- tische Herrschaft sich in modernen Gesellschaften in rechtlichen
zialphilosophie Formen äußert, Rechtsnormen andererseits als Ergebnisse politi-
Beginn: 1.10.1999 scher Entscheidungen anzusehen sind, soll insbesondere die Frage
Förderer: geklärt werden, ob und wenn ja unter welchen Voraussetzungen Le-
Otto-Friedrich-Universität
galität einen unabhängigen Maßstab der praktischen Richtigkeit po-
Bamberg
litischer Entscheidungen abgeben kann. Im Mittelpunkt der Arbeit
wird ein systematischer Vergleich der Vorstellungen über das Ver-
hältnis von Legalität und Legitimität stehen, die von Max Weber,
Hans Kelsen, Carl Schmitt, Jürgen Habermas und Niklas Luhmann
entwickelt worden sind. Hierbei sollen Perspektiven der neueren
englischsprachigen rechtsphilosophischen Diskussion in stärkerem
Maße, als dies in früheren Arbeiten zum Thema der Fall war, frucht-
bar gemacht werden. Die Arbeit des vergangenen Jahres konzen-
trierte sich auf zwei Hauptpunkte: a) Lektüre und Erarbeitung der
Positionen von Jürgen Habermas und Niklas Luhmann, b) Entwick-
lung systematischer Überlegungen zu den Begriffen der Autorität
und Legitimität, die zu einem ersten Vorentwurf des Einleitungska-
pitels der geplanten Dissertation geführt haben.
Peirce-Edition Logik 1903
Projektleitung: Das Projekt arbeitet mit dem Peirce Edition Project in Indianapolis
apl. Prof. Dr. Helmut Pape, (USA) zusammen, das die auf 35 Bände angelegte Werkausgabe
(Vertretung) seit 1982 herausgibt und bereits 6 umfangreiche Bände vorgelegt
Beteiligte:
PD Dr. Christian Strub hat. Der in Bamberg betreute Band 25 wird außerhalb der chrono-
Dr. Justus Lentsch logischen Folge sowohl als konventionell gedrucktes Buch als auch
Stichwörter: in einer digitalisierten, internetfähigen Fassung veröffentlicht wer-
Peirce;Pragmatismus;Lo- den. Das Projekt steht unter der Leitung von apl. Prof. Helmut Pape,
gik;Wissenschaftstheorie
der jüngst ein vielbeachtetes Buch über die Philosophie des Pragma-
Laufzeit: 1.4.2003 -
31.3.2006 tismus veröffentlicht hat, ist ein international ausgewiesener Peirce-
Förderer: Kenner und langjähriges Mitglied des editorischen Beirats der "Wri-
Deutsche Forschungsge- tings of Charles S. Peirce". Von Pape liegen bereits 6 Bände mit den
meinschaft philosophischen und semiotischen Schriften von Peirce in deutscher
Übersetzung vor. Der Band wird die Lowell-Vorlesungen von 1903
enthalten, die Peirce in Cambridge (Mass.) gehalten hat. Weiterhin
wird er einen Begleittext zu dieser Vorlesung enthalten, den "Sylla-
bus On Certain Topics of Logic", dem wichtigsten Text zur Zeichen-
theorie des späten Peirce. Die Vorlesungen und der Begleittext
gehören zu Peirces wichtigsten unedierten Texten über Semiotik,
graphische Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie.
Seite 130
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Prinzipien der Gesetzmäßigkeit
Projektleitung: In dem Projekt wurden folgende Hypothesen geprüft: 1. Dass Ge-
Prof. Dr. Michael Hampe setze in den Naturwissenschaften praktische Regeln zur Ausführung
Beteiligte: von Experimenten sind, die neue semantische Verknüpfungen dar-
Dr. Maria-Sibylla Lotter
PD Dr. Peter König stellen; 2. dass die moderne Naturphilosophie als Selbstorganisati-
Dr. Christian Wehlte onstheorie dem beteiligten Erkenntnischarakter der experimentel-
Stichwörter: len Wissenschaften in einer kontemplativen Erkenntniseinstellung,
Prinzipien der Gesetzmä- die nach nicht-normativen Gesetzen sucht, nicht gerecht wird, also
ßigkeit
einen alten Gesetzesbegriff auf die moderne Wissenschaft projiziert;
Laufzeit: 15.2.1995 -
15.5.2000 3. dass Theorien sozialer Erkenntnis implizit von für die Individuali-
Förderer: tät menschlicher Personen konstitutiven Gesetzen ausgehen, ohne
Deutsche Forschungsge- sie (auf Grund ethischer Vorbehalte) so zu nennen; 4. dass die Dif-
meinschaft (abgeschlos- ferenz der Bewertung von auferlegten und immanenten Gesetzen
sen)
Mitwirkende Institutio-
ein Ausgangspunkt bei der Erschließung von Freiheitskonzepten ist,
nen: die totalitäres Gedankengut befördern; 5. dass die Normativität des
Wissenschaftskolleg zu Faktischen und das Faktische des juridischen Gesetzeskorpus einan-
Berlin der durchdringen und 6. Rechtsgesetze ebenso wie soziale Regeln
Universität Heidelberg nicht nur als auferlegte, sondern vor allem als konstitutive Allge-
Universität-GH Kassel
Interdisziplinäre Arbeits- meinheiten für Rechtssubjekte zu denken sind.
gruppe für philosophische
Grundlagenprobleme der
GH Kassel
Publikationen
1. Hampe, Michael: Gesetz und Distanz . Heidelberg : Winter, 1996 (Heidelberger Forschung
0XX
Bd. 30) . - 226 Seiten.
2. Lotter, Maria-Sibylla: Gesetze und Personen . Bd. 6 Kassel : IAG, 1999 (Kasseler Philoso-
phische Schriften)
3. Hampe, Michael: A pragmatic view of Laws of nature. Remarks on John Dewey’s philosophy
of scientific enquiry . In: Mittelstraß, Jürgen (Hrsg.) : Die Zukunft des Wissens (Die Zukunft
des Wissens Konstanz September 1999). Konstanz : Universitätsverlag, 1999, S. 447-453.
4. Hampe, Michael ; Lotter, Maria-Sibylla ; König, Peter: Gesetze und Typen der Ordnung in
Natur, Gesellschaft und Recht . In: Dialektik (1998), S. 131-140
5. Hampe, Michael: Distanz, Beteiligung und Intervention . In: Lotter, Maria-Sibylla (Hrsg.) :
Normenbegründung und Normenentwicklung in Gesellschaft und Recht (Normenbegrün-
dung und Normenentwicklung Heidelberg Juni 1998). Baden-Baden : Nomos, 1999, S. 46-
63.
Realitätskonzeption bei William James
Projektleitung: Dieses Dissertationsprojekt hat die Realitätskonzeption des ameri-
Prof. Dr. Michael Hampe kanischen Philosophen und Psychologen William James (1842-
Felicitas Krämer, M.A. 1910) zum Thema, der vor allem als einer der Begründer der Philo-
Stichwörter:
James, Realität, Pragma- sophie des amerikanischen Pragmatismus bekannt wurde. Es ver-
tismus, Putnam folgt ein primär exegetisches Interesse, das sich durch die
Beginn: 1.10.1999 unvollständige und zu einseitigen Rezeption der James’schen Philo-
Förderer: sophie im deutschsprachigen Raum rechtfertigt. Der Charakter der
Otto-Friedrich-Universität
gegenwärtigen Renaissance des Pragmatismus in Deutschland läßt
Bamberg
Kontakt: sich beispielsweise aus den Debatten über den Wahrheits- und Nor-
Felicitas Krämer, M.A. mativitätsbegriff zwischen Vertretern der Frankfurter Schule und
Tel.: (0951) 863-1947 u. - der amerikanischen Philosophie ersehen. Eine systematische Er-
1981, E- schließung der James’schen Metaphysik kann helfen, die erkennt-
Mail: [Link]@p
[Link]
nistheoretischen Überlegungen in der gegenwärtigen Diskussion auf
Seite 131
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
ein breiteres Fundament zu stellen. Deshalb liegt das Schwerge-
wicht der Untersuchungen auf einer sowohl den Jameschen Denk-
horizent erschließenden wie für das gegenwärtige Denken
anschlußfähigen Rekonstruktion vor allem seiner metaphysischen
Arbeiten. Es werden anhand der Transformationen des sowohl er-
kenntnistheoretisch als auch metaphysischen Schlüsselbegriffs der
Realität Grundzüge von James’ Denken von den "Principles of Psy-
chology" bis zu den systematisch-metaphysischen Spätwerken ana-
lysiert. Die Bearbeitung relevanter Quellentexte und fast
ausschließlich amerikanischer Forschungsliteratur ist abgeschlos-
sen. In 2001 soll die Aufarbeitung James’schen Bewußtseinstheorie
mit Rücksicht auf die neopragmatistische Debatte um James’ syste-
matische Reflexionen (v.a. im Bezug auf Hilary und Ruth Anna Put-
nam) erfolgen. In 2002 wird der Forschungsschwerpunkt auf James’
Umwandlung der pragmatistischen Realitätsvorstellung des zweiten
Gründervaters des Pragmatismus, Charles S. Peirce, sowie auf der
Interpretation der James’schen Religionsphilosophie in ihrer Bestim-
mung des Realen und seiner Erfahrungskategorien liegen. Der Ab-
schluß der Arbeit ist für das Jahr 2003 vorgesehen.
Publikationen
1. Hampe, Michael: Religiosität
0XX und Gemeinschaft . In: Internationale Zeitschrift für Philoso-
phie 1 (1996), Nr. 1, S. 116-125
2. Hampe, Michael: Die Funktion der Unmittelbarkeit und der philosophische Pragmatismus .
In: Simon, Josef ; Stegmaier, Werner (Hrsg.) : Fremde Vernunft. (Fremde Vernunft Bad
Homburg März 1996). Frankfurt : Suhrkamp, 1998, S. 78-102. (Zeichen und Interpretation
Bd. 4)
3. Hampe, Michael: Komplementarität und Konkordanz von Natur und Erkenntnis. Anmerkun-
gen zu Schelling und Peirce . In: Eidam, Heinz ; Hermenau, Frank ; Stederoth, Dirk (Hrsg.)
: Kritik und Praxis. Lüneburg : Zu Klampen, 1999, S. 96-107.
Semiotische Anthropologie: Ihre Quellen und Konsequenzen
Projektleitung: Weder die gegenwärtige analytische Philosophie des Geistes noch
Prof. Dr. Michael Hampe die Neurowissenschaften schenken der Zeichentheorie besondere
Prof. Dr. Christian Schröer Aufmerksamkeit. Der Semiotiker und Philosoph Charles Sanders
Stichwörter:
Anthropologie, Semiotik Peirce hat aus seiner Zeichentheorie jedoch anthropologische Kon-
Beginn: 1.8.2000 sequenzen gezogen, die für die Theorie des Bewusstseins und die
Förderer: Behandlung des Leib-Seele-Problems von Bedeutung sind. Diese se-
Deutsche Forschungsge- miotische Anthropologie von Peirce soll expliziert werden. Ferner
meinschaft (beantragt)
soll ihre Relevanz für a) die gegenwärtige Philosophie des Geistes
Mitwirkende Institutio-
nen: und b) eine eventuelle Revision des gegenwärtigen christlichen
Graduiertenkolleg "An- Menschenbildes geprüft werden. Schließlich soll untersucht werden,
thropologische Grundla- ob die Peircesche Philosophie, die auf dem Gebiet der Theorie der
gen und Entwicklungen in Allgemeinbegriffe an mittelalterliche Autoren anschließt, auch in ih-
Christentum und Islam"
rer anthropologischen Dimension mittelalterliches Denken weiter-
führt. Auf diese Weise sollen 4. die semiotischen Aspekte mittel-
alterlicher Anthropologien wieder bewusst gemacht werden.
Seite 132
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Hampe, Michael: Gesetze,
0XXBefehle und Theorien der Kausalität . In: Neue Hefte für Philo-
sophie 32 (1992), S. 15-49
2. Hampe, Michael: Vertrag und Tugend. Bedingungen der Gerechtigkeit . In: Assmann, Jan
; Janowski, Bernhard ; Welker, Michael (Hrsg.) : Gerechtigkeit (Die rettende Gerechtigkeit
Heidelberg 17.-19.10.1994). München : Wilhelm Fink, 1998, S. 205-226. (Kulte/Kulturen)
3. Hampe, Michael: Notwendigkeit, Experiment, Zufall . Kassel : IAG, 1999 (Kasseler Philoso-
phische Schriften Bd. 4) . - 112 Seiten.
4. Lotter, Maria-Sibylla: Das individuelle Gesetz . In: Kantstudie (2000), Nr. 91, S. im Druck
Seite 133
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsstelle für Interkulturelle Philosophie und Co-
menius-Forschung
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 1891 Fax.: 0951/863 4888
Gemeinsame Leitung: Zweck und Aufgabe der Forschungsstelle ist die sowohl ideenge-
apl. Prof. Dr. PhD.h.c. schichtliche als auch systematische Erarbeitung eines ganzheitli-
(Univ. Olmütz) Erwin chen Wirklichkeitsverständnisses im Rahmen eines interkulturellen
Schadel, Akad. Direktor
Prof. [Link]., Dr., Dialogs. In diesem Zusammenhang liegt ein besonderer Schwer-
Dr.h.c. Heinrich Beck punkt auf der philosophischen Erschließung des Denkansatzes des
mährischen "Pansophen" Jan Amos Komensky (latinisiert: Johann
Amos Comenius).
Forschungsschwerpunkte
Der Forschungszweck wird im Rahmen von spezialisierten For-
schungsarbeiten und im Kontext internationaler Begegnungen zu
verwirklichen versucht. Zu den besonderen Aufgaben der For-
schungsstelle gehören deshalb:
• Pflege internationaler Kontakte zu Universitäten in anderen Kultur-
bereichen.
• Betreuung ausländischer Doktorandinnen und Doktoranden, die zu
einer interkulturellen Thematik arbeiten.
• Beteiligung an internationalen Zusammenkünften zu interkulturellen
und comeniologischen Thematiken.
• Lehrveranstaltungen und Gastvorträge zu besonderen Projekten, die
im Zusammenhang mit den Forschungsschwerpunkten stehen.
• Comenius-Forschung in steter Zusammenarbeit mit dem Institut für
Renaissancephilosophie (Palacky-Universität, Olomouc/Tschechien)
und der Deutschen Comenius-Gesellschaft/Berlin.
• Schriftenreihe
Besonders intensiviert ist die Zusammenarbeit mit der argentini-
schen Insistenzphilosophie (einem Komplement der europäischen
Existenzphilosophie). Zu dieser Thematik fand 1986 an der Univer-
sität Bamberg ein internationales Symposium statt. Beck und Scha-
del nahmen auch (als Referenten) an den daran anschließenden
Symposien teil (1990 in Mexico City, 1991 in Madrid-Valencia, 1994
in Buenos Aires, 1998 in Mexico-Valle de Bravo); das nächste Sym-
posium in dieser Reihe ist wurde für Rom 2002 geplant; wegen der
ökonomischen Krise in Argentinien wurde es verschoben.
Im Rahmen seines Forschungsprojektes "Kreativer Friede durch Be-
gegnung der Weltkulturen" hielt Beck zahlreiche Gastvorträge in eu-
ropäischen Ländern, aber auch in Nord- und Südamerika, in Afrika
und Asien.
Schadels Studien konzentrieren sich auf die "anti-sozinianische
Kontroverse" des späten Comenius. Der entsprechende Schriften-
komplex soll (in Zusammenarbeit mit anderen Comeniologen) erst-
mals ins Deutsche übersetzt, historisch und systematisch in seinen
integralen Aussagegehalten erschlossen werden. Thematisiert sind
dabei die Problembereiche der Völkerverständigung, der Wissen-
schaftsorganisation und des interreligiösen Dialoges.
Seite 134
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veröffentlichungsreihen
Die "Schriften zur Triadik und Ontodynamik" werden von Beck und
Schadel seit 1988 herausgegeben und umfassen [Link]. 23 Bände.
Autoren, welche das "spezielle" Interesse eines (differenziert-)"glo-
balen" Wirklichkeitsverständnisses verfolgen, soll hier ein geeigne-
tes Publikations-Forum dargeboten werden.
NB "Arbeitsbericht" der Forschungsstelle ist veröffentlicht in: Come-
nius-Jahrbuch 8 (2000).
Forschungsprojekte
Der Metaphysikbegriff bei Johann Amos Comenius
Projektleitung:
apl. Prof. Dr. PhD.h.c.
(Univ. Olmütz) Erwin
Schadel, Akad. Direktor
Matthias Scherbaum, M.A.
Beginn: 1.8.2003
Förderer:
Otto-Friedrich-Universität
Bamberg
Deutsche kommentierte Ausgabe der Antisozinianischen Schriften des Comenius
(in Zusammenarbeit mit 5 anderen Übersetzern)
Projektleitung:
apl. Prof. Dr. PhD.h.c.
(Univ. Olmütz) Erwin
Schadel, Akad. Direktor
Beteiligte:
Dr. Dietrich Blaufuß/Erlan-
gen
StD [Link] Schönber-
ger/Würzburg
StD a.D. Horst Bullita/Er-
langen
Dr. Uwe Voigt/Bamberg
Dr. M. Baumann/Winter-
thur/Schweiz
Beginn: 1.8.1999
Einführung und Reprintierung von: J.A. Comenius "De regula fidei" (Amsterdam
1658) bei OLMS/Hildesheim
Projektleitung:
apl. Prof. Dr. PhD.h.c.
(Univ. Olmütz) Erwin
Schadel, Akad. Direktor
Laufzeit: 1.8.1999 -
31.5.2004
Seite 135
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Ideengeschichtliche und systematische Einführung in die antisozinianische Kon-
troverse des Comenius (Monographie)
Projektleitung:
apl. Prof. Dr. PhD.h.c.
(Univ. Olmütz) Erwin
Schadel, Akad. Direktor
Laufzeit: 1.8.1999 -
31.8.2002
Förderer:
Bayer. Sozialministerium/
Haus des Deutschen
Ostens
Publikationen
1. Schadel, Erwin (Hrsg.):0XX
Johann Amos comenius: Wiederholte Ansprache an Baron Wolzo-
gen. Iteratus ad Baronem Wolzogenium Sermo. Übersetzt von Otto Schönberger, mit ei-
nem Kommentar und einer Einführung in die antisozinianische Kontroverse des Comenius.
. Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York : Peter Lang, 2002 (Schriften zur Triadik und Ontody-
namik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 22)
Organisation wissenschaftlicher Kolloquien zur Interkulturellen Philosophie und
Comeniologie
Projektleitung: Erstes Projekt: Johann Amos Comenius - Vordenker eines kreativen
Prof. [Link]., Dr., Friedens. Deutsch-Tschechisches Kolloquium, Bamberg, 13. bis 16.
Dr.h.c. Heinrich Beck April 2004 (24 Teilnehmer: 12 deutsche und 12 tschechische Wis-
apl. Prof. Dr. PhD.h.c.
(Univ. Olmütz) Erwin senschaftler). Veröffentlichung der Tagungsakten in Vorbereitung.
Schadel, Akad. Direktor
Beginn: 1.8.1999
Förderer:
Deutsch-Tschechischer
Zukunftsfonds
Bayerisches Staatsmini-
sterium für Arbeit und So-
zialordnung, Familie und
Frauen / Haus des Deut-
schen Ostens, München
Mitwirkende Institutio-
nen:
Deutsch-Tschechischer
Club / Bamberg
Deutsche Comenius-Ge-
sellschaft e.V. / Berlin
Fränkische Gesellschaft
für Philosophie e.V. / Bam-
berg
Prof. Dr. Walter Eykmann,
MdL / Würzburg-München
Stift St. Paul / Lavanttal
(Österreich)
Seite 136
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Weiterführung der wissenschaftlichen Monografienreihe "Schriften zur Triadik
und Ontodynamik"
Projektleitung:
apl. Prof. Dr. PhD.h.c.
(Univ. Olmütz) Erwin
Schadel, Akad. Direktor
Beginn: 1.8.1999
Publikationen
1. Beck, Heinrich ; Quiles,0XX
Ismael (Hrsg.): Entwicklung zur Menschlichkeit durch Begegnung
westlicher und östlicher Kultur. Akten des IV. Interkontinentalen Kolloquiums zur philoso-
phischen Insistenz-Anthropologie 1.-6. September 1986 an der Universität Bamberg .
Frankfurt/M.-Bern-New York-Paris : Peter Lang, 1988 (Schriften zur Triadik und Ontodyna-
mik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 1) . - 391 Seiten.
2. Beck, Heinrich: Ek-in-sistenz: Positionen und Transformationen der Existenzphilosophie.
Einführung in die Dynamik existentiellen Denkens. . Frankfurt/M.-Bern-New York-Paris :
Peter Lang, 1989 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Er-
win Schadel, Bd. 2)
3. Schadel, Erwin (Hrsg.): Actualitas omnium actuum. Festschrift für Heinrich Beck zum 60.
Geburtstag. . Frankfurt/M.-Bern-New York-Paris : Peter Lang, 1989 (Schriften zur Triadik
und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 3)
4. Kaliba, Clemens: Die Welt als Gleichnis des dreieinigen Gottes. Entwurf zu einer trinitari-
schen Ontologie. Mit einem ’Vorwort zum Neudruck’ von Heinrich Beck. . Frankfurt/M.-
Bern-New York-Paris : Peter Lang, 1991 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von
Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 4)
5. Hengstenberg, Hans-Eduard: Das Band zwischen Gott und Schöpfung. Entwurf einer ana-
logia trinitatis. . 3. Aufl. Frankfurt/M.-Bern-New York-Paris : Peter Lang, 1991 (Schriften
zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 5)
6. Kutra, Radoslav: Die Schule des Sehens. Klischeefreie Vollendung triadischer Wirklichkeit.
. Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1994 (Schriften zur Triadik
und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 6)
7. Schadel, Erwin ; Voigt, Uwe (Hrsg.): Sein - Erkennen - Handeln. Interkulturelle, ontologi-
sche und ethische Perspektiven. Festschrift für Heinrich Beck zum 65. Geburtstag . Frank-
furt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1994 (Schriften zur Triadik und
Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 7)
8. Im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung von Beck, Heinrich ; Schmirber, Gisela. (Hrsg.):
Kreativer Friede durch Begegnung der Weltkulturen. . Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-
Paris-Wien : Peter Lang, 1995 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich
Beck und Erwin Schadel, Bd. 9)
9. Schadel, Erwin: Musik als Trinitätssymbol. Einführung in die harmonikale Metaphysik. .
Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1995 (Schriften zur Triadik
und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 8)
10. Voigt, Uwe: Das Geschichtsverständnis des Johann Amos Comenius in Via Lucis als kreative
Syntheseleistung. Vom Konflikt der Extreme zur Kooperation der Kulturen. . Frankfurt/M.-
Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1996 (Schriften zur Triadik und Ontodyna-
mik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 11)
11. Schadel, Erwin (Hrsg.): Ganzheitliches Denken. Festschrift für Arnulf Rieber zum 60. Ge-
burtstag. . Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1996 (Schriften
zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 10)
Seite 137
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
12. Heinrichs, Johannes: Ökologik. Tiefenökologie als strukturelle Naturphilosophie. . Frank-
furt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1997 (Schriften zur Triadik und On-
todynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 12)
13. Voigt, Uwe (Hrsg.): Die Menschenrechte im interkulturellen Dialog. Internationales wissen-
schaftliches Symposium unter der Schirmherrschaft der Europäischen Akademie der Wis-
senschaften und Künste in Zusammenarbeit mit der Fränkischen Gesellschaft für
Philosophie e.V., Bamberg 30.06.-04.07.1997. In Honorem Heinrich Beck. . Frankfurt/M.-
Berlin-Bern-New York, Paris, Wien : Peter Lang, 1998 (Schriften zur Triadik und Ontodyna-
mik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 14)
14. Schadel, Erwin: Kants "Tantalischer Schmertz". Versuch einer konstruktiven Kritizismus-
Kritik in ontotriadischer Perspektive . Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York : Peter Lang,
1998 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel,
Bd. 13)
15. Chen, Yu-hui: Absolutes Nichts und rhythmisches Sein. Chinesischer Zen-Buddhismus und
Hegelsche Dialektik als Momente eines interkulturellen philosophischen Diskurses. . Frank-
furt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1999 (Schriften zur Triadik und On-
todynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 18)
16. Kim, Eun ; Schadel, Erwin ; Voigt, Uwe (Hrsg.): Aktive Gelassenheit. Festschrift für Heinrich
Beck zum 70. Geburtstag. . Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang,
1999 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel,
Bd. 17)
17. Weier, Winfried: Sinnerfahrung menschlicher Existenz. Neue Wege der Gotteserkenntnis. .
Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1999 (Schriften zur Triadik
und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 15)
18. Cho, Kyu-Hong: Zeit als Abbild der Ewigkeit. Historische und systematische Erläuterungen
zu Plotins Enneade III 7 (nebst Originaltext und deutscher Übersetzung). . Frankfurt/M.-
Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1999 (Schriften zur Triadik und Ontodyna-
mik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 16)
19. Beck, Heinrich: Der Akt-Charakter des Seins. Eine spekulative Weiterführung der Seinsleh-
re Thomas v. Aquins aus einer Anregung durch das dialektische Prinzip Hegels. 2., ergänzte
Aufl. mit Ergänzungen zur Metaphysik des materiellen Seins. . 2. Aufl. Frankfurt/M.-Berlin-
Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 2001 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik.
Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 19)
20. Rieber, Arnulf (Hrsg.) ; Roehle, Friedrich: Die Struktur des Bewußtseins . Frankfurt/M.-Ber-
lin-Bern-New York : Peter Lang, 2001 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik.. Hsg. von
Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 20)
21. Schadel, Erwin (Hrsg.): Johann Amos comenius: Wiederholte Ansprache an Baron Wolzo-
gen. Iteratus ad Baronem Wolzogenium Sermo. Übersetzt von Otto Schönberger, mit ei-
nem Kommentar und einer Einführung in die antisozinianische Kontroverse des Comenius.
. Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York : Peter Lang, 2002 (Schriften zur Triadik und Ontody-
namik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 22)
22. Schadel, Erwin: Sehendes Herz (cor oculatum) - zu einem Emblem des späten Comenius.
Prämodernes Seinsverständnis als Impuls für integral konzipierte Postmoderne. Mit einem
Vorwort von Werner Korthaase. . Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York : Peter Lang, 2003
(Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 21)
23. Beck, Heinrich: Dimensionen der Wirklichkeit. Argumente zur Ontologie und Metaphysik .
Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York : Peter Lang, 2004 (Schriften zur Triadik und Ontody-
namik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 23)
Seite 138
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Beck, Heinrich ; Quiles,0XX
Ismael (Hrsg.): Entwicklung zur Menschlichkeit durch Begegnung
westlicher und östlicher Kultur. Akten des IV. Interkontinentalen Kolloquiums zur philoso-
phischen Insistenz-Anthropologie 1.-6. September 1986 an der Universität Bamberg .
Frankfurt/M.-Bern-New York-Paris : Peter Lang, 1988 (Schriften zur Triadik und Ontodyna-
mik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 1) . - 391 Seiten.
2. Beck, Heinrich: Ek-in-sistenz: Positionen und Transformationen der Existenzphilosophie.
Einführung in die Dynamik existentiellen Denkens. . Frankfurt/M.-Bern-New York-Paris :
Peter Lang, 1989 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Er-
win Schadel, Bd. 2)
3. Schadel, Erwin (Hrsg.): Actualitas omnium actuum. Festschrift für Heinrich Beck zum 60.
Geburtstag. . Frankfurt/M.-Bern-New York-Paris : Peter Lang, 1989 (Schriften zur Triadik
und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 3)
4. Hengstenberg, Hans-Eduard: Das Band zwischen Gott und Schöpfung. Entwurf einer ana-
logia trinitatis. . 3. Aufl. Frankfurt/M.-Bern-New York-Paris : Peter Lang, 1991 (Schriften
zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 5)
5. Kaliba, Clemens: Die Welt als Gleichnis des dreieinigen Gottes. Entwurf zu einer trinitari-
schen Ontologie. Mit einem ’Vorwort zum Neudruck’ von Heinrich Beck. . Frankfurt/M.-
Bern-New York-Paris : Peter Lang, 1991 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von
Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 4)
6. Kutra, Radoslav: Die Schule des Sehens. Klischeefreie Vollendung triadischer Wirklichkeit.
. Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1994 (Schriften zur Triadik
und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 6)
7. Schadel, Erwin ; Voigt, Uwe (Hrsg.): Sein - Erkennen - Handeln. Interkulturelle, ontologi-
sche und ethische Perspektiven. Festschrift für Heinrich Beck zum 65. Geburtstag . Frank-
furt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1994 (Schriften zur Triadik und
Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 7)
8. Im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung von Beck, Heinrich ; Schmirber, Gisela. (Hrsg.):
Kreativer Friede durch Begegnung der Weltkulturen. . Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-
Paris-Wien : Peter Lang, 1995 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich
Beck und Erwin Schadel, Bd. 9)
9. Schadel, Erwin: Musik als Trinitätssymbol. Einführung in die harmonikale Metaphysik. .
Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1995 (Schriften zur Triadik
und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 8)
10. Schadel, Erwin (Hrsg.): Ganzheitliches Denken. Festschrift für Arnulf Rieber zum 60. Ge-
burtstag. . Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1996 (Schriften
zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 10)
11. Voigt, Uwe: Das Geschichtsverständnis des Johann Amos Comenius in Via Lucis als kreative
Syntheseleistung. Vom Konflikt der Extreme zur Kooperation der Kulturen. . Frankfurt/M.-
Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1996 (Schriften zur Triadik und Ontodyna-
mik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 11)
12. Heinrichs, Johannes: Ökologik. Tiefenökologie als strukturelle Naturphilosophie. . Frank-
furt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1997 (Schriften zur Triadik und On-
todynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 12)
13. Voigt, Uwe (Hrsg.): Die Menschenrechte im interkulturellen Dialog. Internationales wissen-
schaftliches Symposium unter der Schirmherrschaft der Europäischen Akademie der Wis-
senschaften und Künste in Zusammenarbeit mit der Fränkischen Gesellschaft für
Philosophie e.V., Bamberg 30.06.-04.07.1997. In Honorem Heinrich Beck. . Frankfurt/M.-
Berlin-Bern-New York, Paris, Wien : Peter Lang, 1998 (Schriften zur Triadik und Ontodyna-
mik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 14)
Seite 139
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
14. Chen, Yu-hui: Absolutes Nichts und rhythmisches Sein. Chinesischer Zen-Buddhismus und
Hegelsche Dialektik als Momente eines interkulturellen philosophischen Diskurses. . Frank-
furt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1999 (Schriften zur Triadik und On-
todynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 18)
15. Cho, Kyu-Hong: Zeit als Abbild der Ewigkeit. Historische und systematische Erläuterungen
zu Plotins Enneade III 7 (nebst Originaltext und deutscher Übersetzung). . Frankfurt/M.-
Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1999 (Schriften zur Triadik und Ontodyna-
mik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 16)
16. Kim, Eun ; Schadel, Erwin ; Voigt, Uwe (Hrsg.): Aktive Gelassenheit. Festschrift für Heinrich
Beck zum 70. Geburtstag. . Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang,
1999 (Schriften zur Triadik und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel,
Bd. 17)
17. Weier, Winfried: Sinnerfahrung menschlicher Existenz. Neue Wege der Gotteserkenntnis. .
Frankfurt/M.-Berlin-Bern-New York-Paris-Wien : Peter Lang, 1999 (Schriften zur Triadik
und Ontodynamik. Hsg. von Heinrich Beck und Erwin Schadel, Bd. 15)
Seite 140
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Musik
Anschrift: Feldkirchenstraße 21, 96045 Bamberg
Der Bereich Musik besteht aus den Fächern Musikpädagogik und Musikdidaktik (Lehrstuhl), Eth-
nomusikologie/Volksmusik (Professur) und Historische Musikwissenschaft (Professur). Diese
Kombination ist bundesweit einzigartig. Auf ihr gründet ein integratives Modell, das Forschung,
Vermittlung und künstlerische Musikausübung unter universitären Standards ermöglicht und im
Hinblick auf die Anforderungen verschiedener Berufsfelder in jeweils spezifischer Weise mitein-
ander verknüpft. Das Modell weist für alle musikbezogenen Studienfächer im Rahmen der ver-
schiedenen Lehramts-, Magister-, Diplom- und Promotionsstudiengänge modularisierte Struktur
auf und ist damit auf interdisziplinäre Kombination angelegt.
Zu den Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten zählen: Historische, Empirische und Systemati-
sche Musikpädagogik sowie Musikdidaktik mit Blick auf schulische und außerschulische Berei-
che, Edition von Werken für Chor und Orchester; Anthropologie der Musik, Musik und Region im
Kontext der Globalisierung, Musik der Sinti und Roma, Kosmologie und Musik der Anden, Me-
dialität und Wahrnehmung sowie integrative Vernetzung mit der Persönlichkeitspsychologie im
Rahmen des SPP „Theatralität" der DFG. Interfakultative und transuniversitäre Kooperationen
bestehen in den Forschungs- und Lehrbereichen der Kulturwissenschaften der Neuzeit und der
theoretischen und ästhetischen Diskurse der Gewalt. - Detailliertere Ausführungen finden sich
in den Selbstdarstellungen der einzelnen Fächer.
Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik
Anschrift: Feldkirchenstraße 21, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863 1926 Fax.: (0951) 863 4926
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Musikpädagogik und Musikdidaktik befasst sich mit der Vermitt-
Prof. Dr. Stefan Hörmann lung und Aneignung von Musik an allgemein bildenden Schulen und
wiss. Mitarbeiter: in verschiedenen außerschulischen Bereichen. Aufgabe der Musikdi-
Dr. Michael Goldbach, Uni-
versitätsmusikdirektor daktik ist es dabei, Konzepte zur Gestaltung von Musikunterricht zu
Dr. Roland Kocina entwickeln. Als Grundlage für jene Ansätze stellt die wissenschaftli-
Dr. Eva Meidel che Musikpädagogik Erkenntnisse bereit, die über historisch, empi-
Sibylle-Kristina Scheer risch, systematisch bzw. kulturvergleichend ausgerichtete For-
Gregor Wind
schungen gewonnen werden.
Angestellte:
Roswitha Öchsner An der Universität Bamberg ist traditionell der schulische Musikun-
terricht stark im Blick. Mit zunehmender Bedeutung des Magister-
und Diplomstudiums finden in letzter Zeit aber auch außerschuli-
sche Bereiche vermehrt Beachtung.
Forschungsschwerpunkte
Als Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind insbesondere zu
nennen:
Historische Musikpädagogik:
oGeschichte der Musikpädagogik in der Antike
oGeschichte der Musikpädagogik im 19. Jahrhundert
Seite 141
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
oGeschichte der Musikpädagogik im frühen 20. Jahrhundert
oGeschichte der Musikpädagogik im letzten Drittel des 20. Jahrhun-
derts
Empirische Musikpädagogik:
oMusikalische Präferenzen
oEvaluierung und Perspektiven des Magisterstudiums der Musikpäd-
agogik
oAblauf, Ertrag und Bewertung von Musikunterricht
Systematische Musikpädagogik:
oMusikpädagogische Terminologie
Musikdidaktik:
oVokales Musizieren und Musikhören im Musikunterricht
oInterkultureller Musikunterricht
oMedien und ihre Verwendung im Musikunterricht
oDidaktik der Neuen Musik
oChor- und Orchesterleitung
Edition von Musik:
oEdition von Werken für Chor und Orchester
Forschungsprojekte
’Percussionissimo’ - Percussion im Klassenunterricht
Projektleitung: Seit mehreren Jahren wird an der Akademie für Lehrerfortbildung
Prof. Dr. Stefan Hörmann und Personalführung in Dillingen/Do. unter Leitung von Frau StDin
Stichwörter: Hannelore Baumann ein Fortbildungsmodell mit dem Namen ’Per-
Percussion; Musikunter-
richt; Klassenmusizieren; cussionissimo’ durchgeführt. Es bietet Musiklehrern die Gelegen-
Lehrerfortbildung heit, für das gemeinsame Musizieren mit Percussionsinstrumenten
Beginn: 1.1.2000 im Klassenunterricht der Sekundarstufen I und II nötige Kompeten-
Mitwirkende Institutio- zen zu erwerben. Gemeinsam entwickelte musikdidaktische Kon-
nen:
zepte sollen dabei möglichst umgehend bei der Gestaltung des
Akademie für Lehrerfort-
bildung und Personalpla- eigenen Unterrichts Berücksichtigung finden.
nung Dillingen/Do. Gegenstand des Forschungsprojekts ist die wissenschaftliche Be-
Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Hörmann
gleitung dieser Lehrerfortbildung.
E-
Mail: [Link]@p
[Link]
Seite 142
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bernhard Christoph Ludwig Natorp
Projektleitung: Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts stellt in der Geschichte der
Prof. em. Dr. Reinhold Musikpädagogik eine Phase entscheidender Umbrüche dar. Unter
Weyer dem Einfluss Rousseaus und Pestalozzis begann die Musikpädago-
Stichwörter:
Natorp; Geschichte der gik, sich von der jahrhundertelang unhinterfragten engen Bindung
Musikpädagogik; 19. Jahr- an kirchenmusikalische Zielvorstellungen zu lösen und nach einer
hundert pädagogisch und musikästhetisch begründeten Legitimation zu su-
Laufzeit: 1.1.1992 - chen. Eine Schlüsselrolle in dieser Umbruchphase fällt Bernhard
30.6.1995
Christoph Ludwig Natorp zu. Von ihm gingen wichtige Impulse für
Förderer:
Universität Bamberg die Entwicklung des musikpädagogischen Denkens im 19. Jahrhun-
Kontakt: dert aus. Das Forschungsprojekt soll sein Leben und sein Wirken als
Prof. em. Dr. Reinhold Musikpädagoge näher beleuchten, wobei nicht nur seine Ideen und
Weyer didaktischen Entwürfe, sondern auch deren konkrete Auswirkungen
in der Praxis des Gesangunterrichts untersucht werden.
Publikationen
1. Weyer, Reinhold: Der Beitrag
0XX Bernhard Christoph Ludwig Natorps zur Geschichte der Mu-
sikpädagogik in Theorie und Praxis - Exposé zu einem Forschungsprojekt . Bamberg : Uni-
versität. 1993. - Forschungsbericht. 7 Seiten (Forschungsforum der Universität Bamberg
1993)
2. Weyer, Reinhold: Bernhard Christoph Ludwig Natorp - ein Wegbereiter der Musikdidaktik
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts . Frankfurt/M. u. a. : Lang, 1995 (Beiträge zur
Geschichte der Musikpädagogik. Hg. v. Eckhard Nolte u. Reinhold Weyer Bd. 3)
Edition von Werken für Chor und Orchester
Projektleitung: Edition von Werken für Chor und Orchester, wobei der Schwerpunkt
Dr. Michael Goldbach, Uni- auf der Herausgabe von bislang noch nicht verlegten Werken oder
versitätsmusikdirektor der Neuausgabe von vergriffenen Werken liegt; Erstellung von Auf-
Stichwörter:
Edition; Chor; Orchester; führungsmaterialien. Forschungsschwerpunkt: Das kompositorische
Aufführungsmaterialien Werk des Pforzheimer Komponisten und Kirchenmusikdirektors
Beginn: 1.1.1988 Walter Hennig.
Kontakt:
Dr. Michael Goldbach, Uni-
versitätsmusikdirektor
Tel.: 0951/863 1937,
Fax: 0951/863 4937, E-
Mail: [Link]@p
[Link]
Publikationen
1. Goldbach, Michael (Hrsg.):
0XXDilliger Johann (1593-1647): Trauer- und Trostgesänglein für
4st gemCh (Partitur) . Pforzheim : Goldbach, 1988
2. Goldbach, Michael (Hrsg.): Gerum, August (1818-1885): Regina coeli, Motette für 8st
gemCh (Partitur) . Pforzheim : Goldbach, 1988
3. Goldbach, Michael (Hrsg.): Paisiello, Giovanni (1740-1816): Le donne han tacch’ inganai,
Aria für Sopran, Streicher und Bc . Pforzheim : Goldbach, 1988
4. Goldbach, Michael (Hrsg.): Richter, Franz Xaver (1709-89): Offertorium für Chor, Streicher
und Bc . Pforzheim : Goldbach, 1988
5. Goldbach, Michael (Hrsg.): Franck, Melchior (1573-1639), 15 Weihnachtslieder aus "Psal-
modia sacra" für 4-5stg gemCh (Partitur) . Pforzheim : Goldbach, 1989
Seite 143
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
6. Goldbach, Michael: Gerum, August (1818-1885), O salutaris hostia, Motette für 8stg
gemCh . Pforzheim : Goldbach, 1989
7. Goldbach, Michael (Hrsg.): Schubert, Franz (1797-1828), Graduale op. 150 für Chor und
Orchester (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1989
8. Goldbach, Michael (Hrsg.): Mendelssohn Bartholdy, Felix (1809-47): Laß, o Herr, mich Hilfe
finden, Hymne op. 90 für Alt, Chor und Orchester, (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstim-
men) . Pforzheim : Goldbach, 1990
9. Goldbach, Michael (Hrsg.): Wirbach, Martin (? - 1776): Greift doch zuvor in euren Busen,
Kantate für Soli, Chor und Orchester (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstimmen) .
Pforzheim : Goldbach, 1990
10. Goldbach, Michael (Hrsg.): Wirbach, Martin (? - 1776): Wohin, ihr Glaubensfreunde, Kan-
tate für Soli, Chor und Orchester (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstimmen) . Pforzheim :
Goldbach, 1990
11. Goldbach, Michael (Hrsg.): Danzi, Franz (1763-1826): Der 6. Psalm - Herr straf mich nicht
in deinem Zorn, Motette für Soloquartett, 4st gemCh und Orgel- oder Klavierbegleitung
(Partitur, Chorpartitur, Orgelstimme) . Pforzheim : Goldbach, 1992
12. Goldbach, Michael (Hrsg.): Molter, Melchior (1696-1765): Sinfonie MWV VII/77 (Partitur,
Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1992
13. Goldbach, Michael (Hrsg.): Sarti, Giuseppe (1729-1802) und Giulini, Johann Andreas Josef
(1723-1772): Offertorium für Sopran, 4st gemCh und Orchester . Pforzheim : Goldbach,
1992
14. Goldbach, Michael (Hrsg.): 5 Flohlieder der Renaissance (Chorlieder von Orlando di Lasso,
Niclas Piltz, Erasmus Widmann) . Pforzheim : Goldbach, 1993
15. Goldbach, Michael (Hrsg.): Dilliger, Johann (1593-1647): 3 Psalmen für 4 - 5st gemCh
(Partitur) . Pforzheim : Goldbach, 1993
16. Goldbach, Michael (Hrsg.): Reicha, Anton (1770-1836): Introduktion und Orchesterfuge
mit Chor (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1993
17. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Ökumenische Chorsätze für gleiche
oder gemischte Stimmen (Partitur) . Pforzheim : Goldbach, 1994
18. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Volkslieder für dreistimmigen Ober-
stimmenchor (Partitur) . Pforzheim : Goldbach, 1994
19. Goldbach, Michael (Hrsg.): Molter, Johann Melchior (1696-1765): Sinfonie MWV VII/78
(Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1994
20. Goldbach, Michael (Hrsg.): Graun, Carl Heinrich (1703/4 - 1759): Vier Motetten für 4st
gemCh (Partitur, Einzelstimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1995
21. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Singe, meine liebe Seele. Eine Folge
von 7 Liedern für 2-6 Chorstimmen, zum Teil mit Instrumenten (Partitur, Chorpartitur,
Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1995
22. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Lobt Gott, ihr frommen Christen,
Choralkantate für Altsolo, Chor und Instrumente (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Gold-
bach, 1996
23. Goldbach, Michael (Hrsg.): Reicha, Anton (1770-1836): Horch, wie brausst die Äolsharfe,
für Chor und Orchester (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1996
24. Goldbach, Michael (Hrsg.): Scheidt, Samuel (1587-1654): Nun danket alle Gott, Motette
für fünf Chöre und Bc (Chorpartitur, Instrumentalstimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1996
25. Goldbach, Michael (Hrsg.): Smetana, Bedrich (1824-1884): Meditabitur, Offertorium für
Chor und Orchester (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstimmen) . Pforzheim : Goldbach,
1996
Seite 144
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
26. Goldbach, Michael (Hrsg.): Smetana, Bedrich (1824-1884): Scapulis suis, Offertorium für
4st gemCh und Orchester (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstimmen) . Pforzheim : Gold-
bach, 1996
27. Goldbach, Michael (Hrsg.): Wirbach, Martin (? - 1776): Verzaget nicht, geängstete Gemü-
ter, Kantate für Soli, Chor und Orchester (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstimmen) .
Pforzheim : Goldbach, 1996
28. Goldbach, Michael (Hrsg.): Cornelius, Peter (1824-1874): Domine salvum fac regem (das
"Große Domine") für Tenorsolo, Chor und Orchester (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstim-
men, Klavierauszug) . Pforzheim : Goldbach, 1997
29. Goldbach, Michael (Hrsg.): Monteverdi, Claudio (1567-1643): Laudate Dominum Secondo
a 8 voci et due Violini (Partitur, Chorpartitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1997
30. Goldbach, Michael (Hrsg.): Romberg, Andreas (1776-1821): Pater noster für drei Stimmen
und Klavier oder Streicher (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1997
31. Goldbach, Michael (Hrsg.): Smetana, Bedrich (1824-1884): Drei kleine Chorstücke für 4st
gemCh a capella (Jesu meine Freude, Ich hoffe auf den Herrn, Lobet den Herrn) - (Partitur)
. Pforzheim : Goldbach, 1997
32. Goldbach, Michael (Hrsg.): Wirbach, Martin (?-1776): Ein streitendes Tönen, Kantate für
Soli, Chor und Orchester (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstimmen) . Pforzheim : Gold-
bach, 1997
33. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Die Ernt’ ist nun zu Ende, Kantate
zum Erntedanktag (Partitur, Chorpartitur, Instrumentalstimmen) . Pforzheim : Goldbach,
1998
34. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Die Welt vergeht mit ihrer Lust, Mo-
tette für 8st gemCh (Partitur) . Pforzheim : Goldbach, 1998
35. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Fuge c-Moll für 2 Violinen, Viola und
Violoncello (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1998
36. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Kanons zum Kirchenjahr, Advent bis
Pfingsten (Partitur) . Pforzheim : Goldbach, 1998
37. Goldbach, Michael (Hrsg.): Romberg, Bernhard (1767-1841): Ouverture für großes Orche-
ster (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1998
38. Goldbach, Michael (Hrsg.): Händel, Georg Friedrich (1685-1759): Judas Maccabäus, Ora-
torium für Soli, Chor und Orchester - Chorpartitur in neuer Übersetzung . Pforzheim : Gold-
bach, 1999
39. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Passacaglia und Fuge für 2 Violinen,
2 Bratschen und Violoncello (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1999
40. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Weihnachtliche Volkslieder zum
häuslichen Musizieren für Singstimme und Klavier (Partitur) . Pforzheim : Goldbach, 1999
41. Goldbach, Michael (Hrsg.): Sixt, Johann Abraham (1757-97): 6 Deutsche Tänze und Me-
nuetto für Harmoniemusik (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 1999
42. Goldbach, Michael (Hrsg.): Telemann, Georg Philipp (1681-1767): Der Herr ist mein Hirte,
Kantate für Soli, Chor und Orchester (Partitur, Chorpartitur, Orchesterstimmen) .
Pforzheim : Goldbach, 1999
43. Goldbach, Michael (Hrsg.): Hennig, Walter (1903-65): Suite im alten Stil für Vl, Vc und Kla-
vier (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 2000
44. Goldbach, Michael (Hrsg.): Kauffmann, Georg Friedrich (1679-1735): Die Liebe Gottes,
Kantate für Soli, Chor und Orchester (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 2000
45. Goldbach, Michael (Hrsg.): Kauffmann, Georg Friedrich (1679-1735): Unverzagt, be-
klemmtes Herz, Kantate für Sopran, zwei Violinen und Bc . Pforzheim : Goldbach, 2000
Seite 145
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
46. Goldbach, Michael (Hrsg.): Molter, Johann Melchior (1696-1765): 12 Duette für 2 Querflö-
ten ohne Baß . Pforzheim : Goldbach, 2000
47. Goldbach, Michael (Hrsg.): Brahms, Johannes (1833 - 97): Lass dich nur nichts nicht dau-
ren, Geistliches Lied op. 30 für 4st gemCh und Orgel (Bearbeitung für Chor und Streichor-
chester) . Pforzheim : Goldbach, 2001
48. Goldbach, Michael (Hrsg.): Gatti, Walter (1962): Psalm 150 für 4-6st Chor a capella .
Pforzheim : Goldbach, 2001
49. Goldbach, Michael (Hrsg.): Molter, Johann Melchior (1696-1765): 14 Duette für 2 Querflö-
ten ohne Baß . Pforzheim : Goldbach, 2001
50. Goldbach, Michael (Hrsg.): Mozart, Wolfgang Amadé (1756-91):Klavierkonzert F-Dur KV
37 (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Goldbach, 2001
51. Goldbach, Michael (Hrsg.): Reger, Max (1873-1916): Lob, Preis und Ehr, Chorfuge für 4st
gemCh (Chorpartitur) . Pforzheim : Goldbach, 2001
52. Goldbach, Michael (Hrsg.): Rosmarini, Matthei [Romero, Mateo] (1575-1647): Laudate do-
minum omnes gentes a 12, Motette für drei Chöre (Partitur, Stimmen) . Pforzheim : Gold-
bach, 2002
Musikpädagogik in der griechischen Antike
Projektleitung: Obwohl in der Vergangenheit immer wieder auf die große Bedeu-
Prof. em. Dr. Reinhold tung der Musik für die Erziehung der Jugend bei Platon und Aristo-
Weyer teles verwiesen worden ist, hat sich die historische Forschung bis
Stichwörter:
Geschichte der Musikpäd- heute nur selten ausführlicher mit der Musikpädagogik in der grie-
agogik; griechische Antike chischen Antike befasst. In aktuellen Standardwerken zur Geschich-
Beginn: 1.1.1997 te der Musikpädagogik findet jener wichtige Abschnitt der
Förderer: Fachhistorie sogar keinerlei Berücksichtigung.
Universität Bamberg
Kontakt: Ziel des Forschungsprojekts ist eine umfassende Sichtung und Aus-
Prof. em. Dr. Reinhold wertung vorliegender Quellen (literarischer Werke, bildlicher Dar-
Weyer stellungen und archäologischer Funde), die Aufschluss über die
Musikpädagogik im antiken Griechenland geben. Das Interesse gilt
dabei sowohl den theoretischen Überlegungen zur Musikerziehung
als auch der Praxis des Musikunterrichts.
Projektunabhängige Publikationen
1. Weyer, Reinhold: Didaktische
0XX Analyse von Unterrichtsmedien (Fassung für die Primarstu-
fe). Studienbrief im Rahmen des Studiengangs Musik an der Fernuniversität Hagen .
Hagen : Fernuniversität Hagen, 1981
2. Kocina, Roland ; Selg, Herbert: Lohnt sich musikalische Früherziehung? Zum Einfluß musi-
kalischer Früherziehung auf die musikalischen Hörfähigkeiten bei Kindergartenkindern .
In: Spielmittel (1983), Nr. 5, S. 12-15
3. Weyer, Reinhold: Zum Stellenwert der graphischen Notation im Musikunterricht der Grund-
schule . In: Neue Musikzeitung (1983), Nr. 2, S. 18
4. Weyer, Reinhold: Fachlicher und pädagogischer Anspruch - Zu den Gründen für die Krise
des Musikunterrichts an den Grundschulen . In: Neue Musikzeitung (1984), Nr. 6, S. 25-27
5. Weyer, Reinhold: Schallplatten, Schallplattenkataloge . In: Hopf, Helmuth ; Heise, Walter
; Helms, Siegmund (Hrsg.) : Lexikon der Musikpädagogik. Regenburg : Bosse, 1984,
S. 241-243.
6. Weyer, Reinhold: Bildmedien . In: Hopf, Helmuth ; Heise, Walter ; Helms, Siegmund
(Hrsg.) : Lexikon der Musikpädagogik. Regensburg : Bosse, 1984, S. 42-44.
Seite 146
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
7. Weyer, Reinhold: Musik auf Kinderschallplatten - Bericht über ein Forschungsprojekt .
In: Das Spielzeug. Ausgabe zur 35. Internationalen Spielwarenmesse Nürnberg 2.-8. Fe-
bruar 1984 (1984), S. 342-344
8. Weyer, Reinhold: Schülerorientierter Musikunterricht - Anspruch und Wirklichkeit .
In: Klinkhammer, Rudolf (Hrsg.) : Schnittpunkte Mensch Musik. Beiträge zur Erkenntnis
und Vermittlung von Musik. Walter Gieseler zum 65. Geburtstag. Regensburg : Bosse,
1985, S. 258-264.
9. Weyer, Reinhold: Kinderschallplatten im Musikunterricht der Grundschule? - Beispiel: In-
strumentenkunde . In: Ehrenforth, Karl Heinrich (Hrsg.) : Medieninvasion. Die kulturpoliti-
sche Verantwortung der Musikerziehung. Forum zum Kongreßthema, Unterrichtpraktische
Kurse, Information - Diskussion, Aus der musikpädagogischen Forschung, Gesprächskreis
Politiker - Eltern - Musikpädagogen, Symposien. Kongreßbericht 15. Bundesschulmusikwo-
che Kassel 1984. Mainz : Schott, 1985, S. 75-79.
10. Weyer, Reinhold: Kindertonträger in öffentlichen Bibliotheken - Ergebnisse einer Umfrage
. In: Buch und Bibliothek (1985), Nr. 11/12, S. 889-895
11. Goldbach, Michael: Über Ziele und Aufgaben der Musikdidaktik . In: Neue Musikzeitung
(1986), Nr. 10/11, S. 50
12. Weyer, Reinhold: Gustav Mahlers Erste Symphonie - Zur Entstehungsgeschichte und Ana-
lyse . In: Helms, Siegmund ; Hopf, Helmuth (Hrsg.) : Werkanalyse in Beispielen.
Regensburg : Bosse, 1986, S. 245-265.
13. Weyer, Reinhold: Musik in der Umwelt . In: Calließ, Jörg ; Lob, Reinhold E. (Hrsg.) : Hand-
buch Praxis der Umwelt- und Friedenserziehung. Bd. 2. Düsseldorf : Schwann, 1986,
S. 401-409.
14. Weyer, Reinhold: Kitsch und Ästhetische Erziehung . In: Zeitschrift für Musikpädagogik
(1987), Nr. 41, S. 28-35
15. Weyer, Reinhold: Kuckucksmusik - ein Unterrichtsentwurf für das Musikhören in der Grund-
schule . In: Musikpraxis. Arbeitshilfen für Musik in Kindergarten und Grundschule (1987),
Nr. 33, S. 27-32
16. Weyer, Reinhold: Fachlicher und pädagogischer Anspruch - Zu den Gründen für die Krise
des Musikunterrichts an den Grundschulen . In: Helms, Siegmund (Hrsg.) : Musikpädago-
gik - Spiegel der Kulturpolitik. Ausgewählte Texte aus der Musikalischen Jugend/Neuen Mu-
sikzeitung 1965-1985. Regenburg : Bosse, 1987, S. 67-72.
17. Weyer, Reinhold: Musiklehrer/Musikpädagogik Sek. I . In: Rohlfs, Eckart (Hrsg.) : Hand-
buch der Musikberufe. Studium und Berufsbilder. Regenburg : Bosse, 1988, S. 63-68.
18. Weyer, Reinhold (Hrsg.): Medienhandbuch für Musikpädagogen . Regensburg : Bosse,
1989
19. Kocina, Roland: Untersuchungen zum Stellenwert des Lernfeldes Musikhören im Musik-
Schulbuch der Grundschule seit 1970. . Frankfurt/M. u. a. : Lang, 1991. Zugl.: Bamberg,
Universität, Diss., 1991
20. Weyer, Reinhold: Visionen vom Jüngsten Gericht. Drei Vertonungen des "Tuba mirum" aus
dem Requiem (Mozart, Berlioz, Reger) . In: Musik und Unterricht (1991), Nr. 11, S. 18-20
21. Weyer, Reinhold: Dekor oder Konsumartikel, Droge oder Statussymbol ... - Wozu braucht
der Mensch Musik? In: Kraemer, Rudolf-Dieter (Hrsg.) : Musikpädagogik. Unterricht - For-
schung - Ausbildung. Mainz : Schott, 1991, S. 188-198.
22. Goldbach, Michael: Symphonie a grand Orchestre par Andreas Romberg (eine lohnende
Entdeckung) . In: Das Liebhaberorchester 36 (1992), Nr. 2, S. 6-8
23. Goldbach, Michael: Arbeitsbereiche der chorischen Stimmbildung . In: Blätter zur chori-
schen Stimmbildung (1993), Nr. 7, S. 1-6
Seite 147
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
24. Hörmann, Stefan ; Nolte, Eckhard: Wie es damals war: Lied und Singen in der Elementar-
schule des 19. Jahrhunderts . In: Zimmerschied, Dieter im Auftrag des VDS (Hrsg.) : Iden-
tität in der Vielfalt. Musikunterricht in den Schulen Deutschlands und Europas. Kurse zur
Unterrichtspraxis, Foren, Information - Diskussion, Arbeitskreise. Kongreßbericht 19. Bun-
desschulmusikwoche Augsburg 1992. Mainz u. a. : Schott, 1993, S. 123-137.
25. Weyer, Reinhold: Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) .
In: Helms, Siegmund ; Schneider, Reinhard ; Weber, Rudolf (Hrsg.) : Neues Lexikon der
Musikpädagogik. Sachteil. Kassel : Bosse, 1994, S. 115.
26. Weyer, Reinhold: Medienpädagogik . In: Helms, Siegmund ; Schneider, Reinhard ; Weber,
Rudolf (Hrsg.) : Neues Lexikon der Musikpädagogik. Sachteil. Kassel : Bosse, 1994,
S. 164-165.
27. Weyer, Reinhold: Massenmedien . In: Helms, Siegmund ; Schneider, Reinhard ; Weber,
Rudolf (Hrsg.) : Neues Lexikon der Musikpädagogik. Sachteil. Kassel : Bosse, 1994, S. 162.
28. Weyer, Reinhold: Medien, Lehrmittel . In: Helms, Siegmund ; Schneider, Reinhard ; Weber,
Rudolf (Hrsg.) : Neues Lexikon der Musikpädagogik. Sachteil. Kassel : Bosse, 1994,
S. 163-164.
29. Goldbach, Michael: In memoriam Walter Hennig . In: Der Kirchenmusiker 46 (1995), Nr. 5,
S. 189-191
30. Hörmann, Stefan: Musikalische Werkbetrachtung im Schulunterricht des frühen 20. Jahr-
hunderts . Frankfurt/M. u. a. : Lang, 1995 (Beiträge zur Geschichte der Musikpädagogik.
Hg. v. Eckhard Nolte u. Reinhold Weyer Bd. 1) . Zugl.: München, Universität, Diss., 1994
31. Weyer, Reinhold: Eine Partitur aus Bildern - Neue Zugänge zu Smetanas "Moldau" in der
Hauptschule . In: Musik und Bildung (1995), Nr. 6, S. 20-24
32. Boffo-Stetter, Iris: Luise Reichardt als Musikpädagogin und Komponistin. Untersuchungen
zu den Bedingungen beruflicher Musikausübung durch Frauen im frühen 19. Jahrhundert .
Frankfurt/M. u. a. : Lang, 1996 (Beiträge zur Geschichte der Musikpädagogik. Hg. v. Eck-
hard Nolte u. Reinhold Weyer Bd. 4) . Zugl.: Bamberg, Universität, Diss., 1995
33. Hörmann, Stefan: Grammophon und Schallplatte - Anfänge ihrer Verwendung im Musikun-
terricht . In: Nolte, Eckhard (Hrsg.) : Musikpädagogik und Musikleben. Sitzungsbericht
1992 der Wissenschaftlichen Sozietät Musikpädagogik. Mainz u. a. : Schott, 1996, S. 94-
110. (Musikpädagogik. Forschung und Lehre. Bd. 6)
34. Hörmann, Stefan: Beurteilung von Musik im zeitlichen Verlauf - Präferenzforschung mit
dem Reactoscope . In: Kaiser, Hermann J. (Hrsg.) : Geschlechtsspezifische Aspekte des
Musiklernens. Essen : Die Blaue Eule, 1996, S. 259-282. (Musikpädagogische Forschung.
Hg. vom Arbeitskreis Musikpädagogische Forschung e. V. Bd. 17)
35. Weyer, Reinhold: Flötenspiel in einer Dorfschule im Jahre 1815 - ein ungewöhnliches Do-
kument zur Praxis des Gesangunterrichts im frühen 19. Jahrhundert . In: Gembris, Heiner
; Maas, Georg ; Kraemer, Rudolf-Dieter (Hrsg.) : Musikpädagogische Forschungsberichte
1995. Augsburg : Wißner, 1996, S. 127-141.
36. Hörmann, Stefan: Zum Magisterstudium der Musikpädagogik und dessen Berufsperspekti-
ven . In: Kraemer, Rudolf-Dieter (Hrsg.) : Musikpädagogische Biographieforschung. Fach-
geschichte - Zeitgeschichte - Lebensgeschichte. Essen : Die Blaue Eule, 1997, S. 253-270.
(Musikpädagogische Forschung. Hg. vom Arbeitskreis Musikpädagogische Forschung e. V.
Bd. 18)
37. Weyer, Reinhold: Unterrichtsmaterialien . In: Helms, Siegmund ; Schneider, Reinhard ;
Weber, Rudolf (Hrsg.) : Handbuch des Musikunterrichts. Bd. 1: Primarstufe. Kassel : Bos-
se, 1997, S. 71-77.
38. Weyer, Reinhold: Unterrichtsmaterialien . In: Helms, Siegmund ; Schneider, Reinhard ;
Weber, Rudolf (Hrsg.) : Handbuch des Musikunterrichts. Bd. 2: Sekundarstufe I. Kassel :
Bosse, 1997, S. 57-65.
Seite 148
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
39. Weyer, Reinhold: Unterrichtsmaterialien . In: Helms, Siegmund ; Schneider, Reinhard ;
Weber, Rudolf (Hrsg.) : Handbuch des Musikunterrichts. Bd. 3: Sekundarstufe II. Kassel :
Bosse, 1997, S. 51-57.
40. Holoubek, Helmut: Musik im Deutschunterricht. (Re-)konstruierte Beziehungen, oder: The-
ma con Variazioni . Frankfurt/M. u. a. : Lang, 1998 (Beiträge zur Geschichte des Deutsch-
unterrichts Bd. 36) . Zugl.: Bamberg, Universität, Diss., 1998
41. Hörmann, Stefan: "Anfangs ganz gut, dann immer schlechter, insgesamt mittelmäßig" -
Beurteilung von Musik im zeitlichen Verlauf als musikpädagogisches Forschungsproblem .
In: Ludwig-Maximilians-Universität München, Gemeinsame Kommission für Fragen der Di-
daktik durch Alfred Gleißner (Hrsg.) : Bildung für morgen. Zukunftsorientierte Fachdidak-
tik. Dokumentation des fachdidaktischen Dies academicus am 3.12.1996. München :
Ludwig-Maximilians-Universität, 1998, S. 181-192.
42. Hörmann, Stefan: Michael Alt und seine ’Didaktik der Musik’: Innovativ oder konservativ?
In: Kaiser, Hermann J. (Hrsg.) : Ästhetische Theorie und musikpädagogische Theoriebil-
dung. Sitzungsbericht 1994/1995 der Wissenschaftlichen Sozietät Musikpädagogik. Mainz
u. a. : Schott, 1998, S. 137-150. (Musikpädagogik. Forschung und Lehre Bd. 8)
43. Pirner, Manfred L.: Musik und Religion in der Schule. Historisch-systematische Studien in
religions- und musikpädagogischer Perspektive . Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht,
1999 (Arbeiten zur Religionspädagogik Bd. 16) . Zugl.: Bamberg, Universität, Diss., 1996/
97
44. Goldbach, Michael: Hinweise zur barocken Aufführungspraxis . In: Das Liebhaberorchester
44 (2000), Nr. 1, S. 4-7
45. Hörmann, Stefan ; Muth, Burkhard: Zum Magisterstudium der Musikpädagogik und seinen
beruflichen Perspektiven . Fernwald : Muth, 2000 (Musikpädagogische Impulse. Begründet
v. Ulrich Günther, Birgit Jank u. Thomas Ott, ab dem 2. Bd. hg. v. Peter Ackermann u. Ulrich
Mazurowicz Bd. 3)
46. Hörmann, Stefan: Bericht über eine Münchener Absolventenbefragung . In: Hörmann, Ste-
fan ; Muth, Burkhard (Hrsg.) : Zum Magisterstudium der Musikpädagogik und seinen be-
ruflichen Perspektiven. Fernwald : Muth, 2000, (Musikpädagogische Impulse. Begründet v.
Ulrich Günther, Birgit Jank u. Thomas Ott, ab dem 2. Bd. hg. v. Peter Ackermann u. Ulrich
Mazurowicz Bd. 3), S. 15-109.
47. Goldbach, Michael: Die Hemiole - Erläuterungen zu Funktion und Ausführung . In: Das
Liebhaberorchester 45 (2001), Nr. 1, S. 8-10
48. Goldbach, Michael: Zu Sinfonien Michael Haydns . In: Das Liebhaberorchester 46 (2002),
Nr. 1, S. 7-9
49. Meidel, Eva: Der Aspekt der Schülerorientierung in Konzeptionen der Musikdidaktik seit
1945 . Frankfurt/M. u. a. : Lang, 2002 (Beiträge zur Geschichte der Musikpädagogik. Hg.
v. Eckhard Nolte u. Reinhold Weyer Bd. 11) . Zugl.: Bamberg, Universität, Diss., 2001
50. Goldbach, Michael: Auswärts spielen - Orchesterprobestätten im In- und Ausland . In: Das
Liebhaberorchester 47 (2003), Nr. 2, S. 14-17
51. Goldbach, Michael ; Postweiler, Gerhard (Hrsg.): Walter Hennig 1903-1965, Kantor in
Pforzheim 1932-1965. Gedenkschrift anläßlich seines 100. Geburtstages . Göttingen : o.
V., 2003
52. Goldbach, Michael: Walter Hennig. Ein badischer Kantor aus Sachsen . St. Ingbert : Gold-
bach, 2003 (Materialien zur Stadtgeschichte. Hg. vom Stadtarchiv Pforzheim. Bd. 18)
53. Goldbach, Michael: Daten zu Leben und Werk Walter Hennigs . In: Goldbach, Michael ;
Postweiler, Gerhard (Hrsg.) : Walter Hennig 1903-1965, Kantor in Pforzheim 1932-1965.
Gedenkschrift anläßlich seines 100. Geburtstages. Göttingen : Selbstverlag, 2003, S. 85-
88.
Seite 149
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
54. Hörmann, Stefan ; Hofmann, Bernhard ; Pfeffer, Martin (Hrsg.): In Sachen Musikpädago-
gik. Aspekte und Positionen. Festschrift für Eckhard Nolte zum 60. Geburtstag . Frankfurt/
M. u. a. : Lang, 2003
55. Hörmann, Stefan: Was bedeutet eigentlich "Musikdidaktik"? Reflexionen zum neu gefas-
sten Begriffsverständnis Eckhard Noltes . In: Hörmann, Stefan ; Hofmann, Bernhard ; Pfef-
fer, Martin (Hrsg.) : In Sachen Musikpädagogik. Aspekte und Positionen. Festschrift für
Eckhard Nolte zum 60. Geburtstag. Frankfurt/M. u. a. : Lang, 2003, S. 229-248.
56. Weyer, Reinhold: "... ihr Gesang ist immer noch sehr mißtönend und schreiend, und belei-
digt darum das Ohr." - Gesangunterricht an den kurmärkischen Elementarschulen im Jahre
1814/15 im Spiegel von Visitationsberichten . In: Hörmann, Stefan ; Hofmann, Bernhard ;
Pfeffer, Martin (Hrsg.) : In Sachen Musikpädagogik. Aspekte und Positionen. Festschrift für
Eckhard Nolte zum 60. Geburtstag. Frankfurt/M. u. a. : Lang, 2003, S. 49-75.
57. Meidel, Eva: Einflussfaktoren bei der Entwicklung schülerorientierter Musikdidaktik .
In: Kaiser, Hermann J. (Hrsg.) : Musikpädagogische Forschung in Deutschland. Dimensio-
nen und Strategien. Essen : Die Blaue Eule, 2004, S. 245-258. (Musikpädagogische For-
schung. Hg. vom Arbeitskreis Musikpädagogische Forschung e. V. Bd. 24)
Seite 150
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Ethnomusikologie / Volksmusik mit beson-
derer Berücksichtigung des fränkischen Raumes
Anschrift: Feldkirchenstr. 21, D-96045 Bamberg
Tel.: +49-(0)951-863 1933 Fax.: +49-(0)951-863 4933
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Ethnomusikologie / Volksmusik (mit besonderer Berücksichtigung
Prof. Dr. Max Peter des fränkischen Raumes) kann seit 1984 im Haupt- oder Nebenfach
Baumann an der Fakultät für Pädagogik, Philosophie, Psychologie der Univer-
sität Bamberg studiert werden. Die neuere Studienrichtung der
"Ethnomusikologie" entwickelte sich aus der in Berlin um 1900 ent-
standenen Vergleichenden Musikwissenschaft bzw. Musikalischen
Volks- und Völkerkunde. Das Fach integriert die älteren Konzeptio-
nen der Volksmusikforschung (bezogen auf das eigenkulturelle Ver-
ständnis) und der Musikethnologie (bezogen auf das fremdkulturelle
Verständnis). Es versteht sich als Wegbereiter interkultureller Be-
gegnung und ist in seinem wissenschafts- und praxisorientierten
Lehr- und Forschungskonzept sowohl in den Nord-Süd- als auch
Ost-West-Dialog eingebettet. Grundlagenforschungen zur Vielfalt
der Musiktraditionen der Welt, Feldforschung und Dokumentation
im eigenkulturellen Rahmen oder in bilateraler Zusammenarbeit,
Analysen zur musikalischen Alltagskultur, Fragen zur Anthropologie
der Musik im Kontext unterschiedlicher Traditionskonzepte und
Weltanschauungen ebnen die Wege für ein interkulturelles Verste-
hen und für eine grenzüberschreitende Dialogkompetenz. Ethnomu-
sikologie versteht sich unter diesem Aspekt im Kontext der
Kulturwissenschaften. Einer der fachbezogenen Grundsätze ist es,
kulturelle Vielfalt zu dokumentieren und zu erforschen, gegenseiti-
ges Kulturverständnis zu fördern und über das Vehikel der Musik am
Abbau von Vorurteilen mitzuwirken. Im Vergleich zu den USA, wo
man das Fach an über 58 Universitäten studieren kann, fristet das
Studienfach in Deutschland noch ein bescheidenes Dasein.
Forschungsschwerpunkte
Systematisch:
• Theorie und Methoden der Ethnomusikologie,
• Geschichte der Volkslied- und Volksmusikforschung,
• Regionale Musikforschung und Feldforschungsdokumentationen,
• Anthropologie der Musik,
• Traditionelle Musik im interkulturellen Diskurs,
• Musik der Roma und Sinti,
• Kosmologie und Musik der Anden,
• Kulturanthropologie des Hörens,
• Musik, Religion und Ritual,
• Musik und Region im Zeichen der Globalisierung,
Regional:
• Franken (Bayern),
• Alpenländer,
• Lateinamerika.
Forschungsergebnisse in Arbeitsgebieten & Projekten: http://
[Link]/ppp/ethnomusikologie/forschung/
[Link]#Forschungsergebnisse
Seite 151
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
• Ton- und Bildarchiv zur traditionellen Musik in Franken (Volkslied,
Volksmusik, populäre Musik, türkische Musik)
• Musikdokumentation Bolivien
• Dauerleihgabe: Bibliothek und Schallarchiv des ehemaligen Interna-
tionalen Instituts für Traditionelle Musik (Berlin)
Kooperationsbeziehungen
• International Advisory Board im Zusammenhang mit der Herausgabe
der Zeitschrift "the world of music"
• Kulturdezernat Stadt Rudolstadt (Tanz- & FolkFest Rudolstadt)
• Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen
• Forschungsstelle für fränkische Volksmusik, Uffenheim
Wissenschaftliche Tagungen
Internationales Symposium FOLK MUSIC IN PUBLIC PERFORMANCE
- Europe Encounters Cultures of the World - unter der Schirmherr-
schaft des Europäischen Musikrates anläßlich des Tanz & FolkFESTs
Rudolstadt, 2000 in Kooperation mit der Professur für Ethnomusiko-
logie/Volksmusik der Universität Bamberg, der Hochschule für Mu-
sik "Franz Liszt", Weimar und mit Unterstützung des
Landesmusikrates Thüringen, vom 4.-[Link], 2000.
Veröffentlichungsreihen
Zeitschrift:
• the world of music (3 vols. per year): [Link]
[Link]/ppp/ethnomusikologie/wom
As an intercultural journal, the world of music deals with the multi-
farious musical traditions of the world. The journal contains articles
that have been written by (ethno-)musicologists, anthropologists
and others in related fields who are of international reputation. The
journal the world of music presents articles concerning music, dance
and theater from the perspectives of musicology, anthropology and
folklore. By emphasizing particular regional and thematic aspects of
music-making and documentation, the world of music focuses an
the diversity and variety of musical traditions of the world. Articles
cover a broad range of interests, from methodological as well as
ethnographic perspectives. The world of music presents scholarly
research from around the world, thus functioning as a forum for dis-
cussion from an intercultural viewpoint and furthering the develop-
ment of scholarly dialogue concerning the musical cultures of the
world.
Schriftenreihe:
• Intercultural Music Studies (Book Series): [Link]
[Link]/ppp/ethnomusikologie/ims-series
Seite 152
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
BWS-Musik
Projektleitung: Innerhalb der Publikationsreihe "Basiswissen Schule" (BWS) soll im
Prof. Dr. Peter Wicke (HU Printmedium das Grundwissen des Faches "Musik" auf der Grundla-
Berlin, Forschungszen- ge der Rahmenpläne für die Sekundarstufe aller Bundesländer spe-
trum für populäre Musik)
Beteiligte: ziell aufgearbeitet und anschaulich dargestellt werden. Dies
Prof. Dr. Hans Werner Hei- geschieht durch ein thematisches Angebot von etwa 250 Beiträgen,
ster (Hochschule für Musik die durch eine beiliegende CD-ROM multimedial ergänzt werden.
und Theater, Hamburg)
Prof. Dr. Christoph Hempel
(Hochschule für Musik,
Hannover)
Prof. Dr. Birgit Janke (Uni-
versität Potsdam (Institut
für Musik und Musikpäd-
agogik)
PAETEC Verlag für Bil-
dungsmedien (Berlin)
Stichwörter:
BWS-Musik, Basiswissen
Schule - Musik
Laufzeit: 31.5.2004 -
31.12.2005
Förderer:
PAETEC Verlag für Bil-
dungsmedien / Duden
Kontakt:
Prof. Dr. Max Peter Bau-
mann
Tel.: 0951/863 1933,
Fax: 0951-863 1934, E-
Mail: [Link]-
mann@[Link]-bam-
[Link]
Cultural Concepts of Hearing and Listening
Projektleitung: It seems to be universal that human beings experience themselves,
Prof. Dr. Max Peter the cosmos and the world through music, dance and song by liste-
Baumann ning. They communicate through audible phenomena with each
Beteiligte:
Dr. Linda Fujie other, animals, plants, spirits and gods or with a supreme creative
Ethnomusikologen aus being. In this general way, evidence of the art of hearing can be hi-
verschiedenen Ländern storically shown in all cultures. Nonuniversal, however, are the si-
Stichwörter: gnificance and sense of sonic systems, neither in the context of
Kulturkonzepte des Hö-
cultural diversity and of societal change, nor in one of the specific
rens, Hören und Verstehen
Beginn: 1.1.1997 cultural histories of hearing and of audible art. The perceivable
forms of communication of humanly possible music and listening be-
havior are diverse; they are imbedded in the framework of world un-
derstanding, cosmovision, "Weltanschauung" and of the musical
concepts, listening experiences and musical theories derived from
these. The diversity of reality constructs manifests itself in multiva-
rious ways in the cultural differences in the concept and conception
of hearing, of the sense of hearing and of the art of hearing.
Seite 153
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Baumann, Max Peter: Listening
0XX as an Emic/Etic Process in the Context of Observation and
Inquiry . In: the world of music 35 (1993), Nr. 1, S. 34-62
2. Baumann, Max Peter: Vom Hören, was man weiß und vom Wissen, das man hört .
In: Paragrana. Internationale Zeitschrift für Historische Anthropologie 2 (1993), Nr. 1-2,
S. 126-140
3. Baumann, Max Peter: Zur Tradition des Hörens als Vision der inneren Stimme . In: Ballmer,
Christoph ; Gartmann, Thomas (Hrsg.) : Tradition und Innovation in der Musik. Festschrift
Ernst Lichtenhahn. Zürich : Amadeus, 1993, S. 21-37. - ISBN BP 2142
4. Baumann, Max Peter: Listening to Nature, Noise and Music . In: the world of music 41
(1999), Nr. 1, S. 97-111
5. Baumann, Max Peter: ’Listening to the Voices of indigenous peoples...’ On Traditional Music
as Policy in Intercultural Encounters . In: Hemetek, Ursula ; Lubej, Emil H. (Hrsg.) : Echo
der Vielfalt. Echoes of Diversity. Traditionelle Musik von Minderheiten / ethnischen Grup-
pen. Traditional Music of Ethnic Groups / Minorities. Wien, Köln, Weimar : Böhlau, 1996,
S. 31-39.
Die Konzertina in Franken
Projektleitung: Das Internet-Projekt "zur Konzertina in Franken" erfolgt in Zusam-
Prof. Dr. Max Peter menarbeit mit der Professur für Ethnomusikologie / Volksmusik der
Baumann Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Beratungsstelle für
Beteiligte:
Ingeborg Degelmann Volksmusik in Franken, mit Unterstützung des Bayerischen Landes-
Studierende vereins für Heimatpflege und dem Bezirk Oberfranken. Es handelt
Stichwörter: sich um ein fortlaufendes Dokumentations- und Feldforschungspro-
Die Konzertina in Franken jekt mit offenem Charakter. Auch in Zukunft sollen weiter neue Da-
Beginn: 1.6.1997
ten, Informationen sowie Bild- und Tonaufzeichnungen integriert
Förderer:
Bayerischer Landesverein werden, um so ein breiteres Spektrum über längere Zeit inhaltlich
für Heimatpflege e.V., zu vertiefen.
München
Mitwirkende Institutio-
[Link]
nen: Menü
Beratungsstelle für Volks-
musik in Franken (Bay-
reuth)
Bayerischer Landesverein
für Heimatpgflege e.V.
(München)
Kontakt:
Prof. Dr. Max Peter Bau-
mann
Tel.: 0951/863 1933,
Fax: 0951-863 1934, E-
Mail: [Link]-
mann@[Link]-bam-
[Link]
Publikationen
1. Baumann, Max Peter ; Degelmann,
0XX Ingeborg ; Ottenschläger, Elke ; Becker, Tim ; Walther,
Gudrun ; Woebs, Raphael ; Fujie, Linda: Die Konzertina in Franken. Eine ethnomusikologi-
sche Dokumentation . Bamberg, Bayreuth,München : Bayerischer Landesverein für Hei-
matpflege, 1998. - 52+CD Seiten. ISBN LC 1922
Seite 154
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die musikkulturelle Erfahrungswelt Jugendlicher
Stichwörter: Ziel der Untersuchung soll die Darstellung einer neuen, mit den Er-
Multikulturalität, Erfah- gebnissen einer emischen (quantitativen und qualitativen) Analyse
rungswelt Jugendlicher, argumentativ belegbaren konstruktivistischen Sichtweise von Kultur
globale Kulturvernetzung
und Musikpädagogik als dynamischem autopoietischem System sein. Die Theoriekon-
Beginn: 1.9.1999 struktion schließt sich an die allgemeine geisteswissenschaftliche
Förderer: Debatte um konstruktivistisches, systemisches und kognitionswis-
Hochschulsonderpro- senschaftliches Denken an und überträgt unter Anwendung ethno-
gramm III(Postdoktoran-
methodologischer Verfahren diese Ansätze zum ersten Mal auf eine
denstipendium)
Konzeption im Bereich der Musikpädagogik. Es ergeben sich weitrei-
chende pädagogische Konsequenzen, denn bisherige Schwerpunkte
des Musikunterrichts, wie sie sich in den Lehrplänen präsentieren,
werden kritisch hinterfragt, da sie sich im wesentlichen als kanoni-
sche Konstrukte zur funktionalen Aufrechterhaltung eines bestimm-
ten dominanten Kultursystems herausstellen und damit heterogene
Kultursysteme marginalisieren. Dafür spricht auch die vorwiegend
musikhistorisch geprägte Ausbildung des musikpädagogischen
Nachwuchses. Vom Standpunkt einer globalen Kulturvernetzung
und von dem auch als Erziehungsziel propagierbaren Zielzustand ei-
ner friedlichen Koexistenz kultureller Systeme ausgehend, kann die
Einseitigkeit und Verabsolutierung musikpädagogischer (und allge-
mein kulturpädagogischer) Inhalte in verbindlich kanonisierter kul-
turzentristischer Form nicht mehr befriedigen. Es bedarf vielmehr
ethnomusikologischer Methoden und kulturanthropologischer Vor-
kenntnisse beim Musikpädagogen, um kultureller Relativierung im
globalen Rahmen gerecht zu werden. Deshalb sind auch rein prag-
matisch im didaktischen Bereich Methoden zu entwickeln, die auf
der Basis aktueller Kognitionsforschung der ganzheitlich-pluralen
Verfassung unserer Gesellschaft und der darin lebenden Individuen
gerecht werden.
Seite 155
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Folk Music in Public Performance
Projektleitung: In the encounters of world cultures, festival events play an increa-
Prof. Dr. Max Peter singly important role. This applies particularly to music, dance and
Baumann song in a more or less traditional understanding of regional, national
Beteiligte:
Dr. Linda Fujie and transnational concepts. In "regional Europe" ("Europa der Re-
Prof. Dr. Erich Stockmann gionen") on the verge of the 21st century, a dialogue of cultures re-
Bernhard Hanneken sults from the tension arising between locally and globally oriented
Prof. Dr. Eckart Lange musical groups and their interaction models. In the past models of
Stichwörter:
both universalistic as well as cultural-relativistic thinking, one could
Folk Music in Public Perfor-
mance always discern controversial contradictions. Universalism once had,
Beginn: 1.6.1999 with its specific concept of reason from the Enlightenment ("all are
Förderer: the same") and the idea of modernization immanent in it, the global
European Music Council goal of emancipating the entire world in its similarity. In practice,
(UNESCO), patronage
Stadt Rudolstadt
universalism then ran unavoidably into a trap of musical missioni-
Landesmusikrat Thüringen zing, colonizing and globalizing. On the other hand cultural relati-
Mitwirkende Institutio- vism ("everyone is different") had the local and particularizing goal
nen: of encouraging individual cultures or ethnic groups to exist in their
University of Bamberg, uniqueness. As a consequence of this, self-ghettoizing, fundamen-
Department of Ethnomusi-
cology talism and the effects of "ethnicizing" have appeared. Neither uni-
Hochschule für Musik versalistic nor cultural-relativistic plans can, with their exaggerated
Franz Liszt, Weimar perceptions, provide answers for our contemporary times. For in our
Kulturdezernat, Stadt Ru- longing for simple political formulas, such abbreviated polarities are
dolstadt still labeled "particularism" versus "homogenization." Samuel P.
Kontakt:
Prof. Dr. Max Peter Bau- Huntington (1993) described this underlying tendency for post-mo-
mann dern times with his catchy phrases: 1) the thesis of modernization
Tel.: 0951/863 1933, and westernization of cultures ("the West against the Rest") or 2)
Fax: 0951-863 1934, E- the thesis of "the clash of civilizations." Only a dialogue of cultures
Mail: [Link]-
carried out on equal footing can lead us out of both these dead ends:
mann@[Link]-bam-
[Link] a dialogue that takes place within the dynamic of intercultural en-
counter and that principally recognizes the Other in his/her Other-
ness, without overemphasizing or suppressing the Own. Music
festivals, which present such a traditional diversity of different cul-
tures, form the ideal location for transcultural encounter in practice,
both in experiencing the Other as well as the Self. The goal of the
project is to investigate and reflect upon general questions related
to intercultural understanding using the examples of music making,
of musical performance and of the dynamic of local and global mu-
sical concepts. In particular, different musical concepts will be intro-
duced and discussed on the basis of selected case studies. Several
questions stand in the foreground of analysis: Is there something
like a "clash of cultures" between traditional musics of different are-
as? How is dialogue created between "modernists" and traditiona-
lists, between "European music" and "non-European music," bet-
ween traditional folk music, newer folk music and "global pop"? How
does modern cultural diversity, with its thrusts towards moderniza-
tion, affect the music of specific regions and their traditional con-
cepts? Such issues would be investigated on the one hand at the
macro level of cultural concepts conceived on the large-scale, as
well as on the micro level in the question of how musical coexistence
and performance articulate themselves within "smaller regions" and
their multipolar musical constructs. Through which regional, natio-
nal, European or transregional models are musical actors, musical
groups and festival organizers influenced? Which role is played by
Seite 156
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
the "own" musical region and that of the "other"? How are "exotic"
instruments, foreign styles and media technology adapted, transfor-
med or accepted? Today regional traditions are interrelated with po-
lyglot musics and intercultural music making and improvisation. In
times of tourism, migration, the growing together of cultures and of
technologically influenced globalization, mental constructs are mu-
sically staged in extremely different ways. The region in which music
making takes place is to be distinguished from the(trans-)region
that is symbolically presented through music. Is the traditional con-
cept of culture rooted in the "region as home," or does it also include
the region as a location for intercultural musical encounters? Does
musical performance conceptualized in terms of the region as "glo-
bal horizon" already refer to a transcultural concept, even a "deter-
ritorialized" transcultural concept? Ethnomusicologists from
different countries report on their insights and experiences. The pro-
ject aims to compare traditional music and regional performance
concepts in the age of globalization and in this way to also make a
contribution toward intercultural understanding.
Publikationen
1. Baumann, Max Peter: Folk
0XXMusic Revival: Concepts between Regression and Emancipation
. In: thw world of music 38 (1996), Nr. 3, S. 71-86
2. Baumann, Max Peter: Tinku - zur Fiesta der Begegnung in der Dynamik von Ordnung und
Chaos . In: Mader, Elke ; Darbringer, Maria (Hrsg.) : Von der realen Magie zum Magischen
Realismus. Weltbild und Gesellschaft in Lateinamerika. 1. Aufl. Frankfurt a.M., Wien : Bran-
des und Apsel, Südwind, 1999, (!Atención! Jahrbuch des Österreichischen Lateinamerika-
Instituts Bd. 2), S. 175-189.
3. Baumann, Max Peter: Die Älplerfeste zu Unspunnen und die Anfänge der Volksmusik in der
Schweiz . In: Gerhard, Anselm ; Landau, Annette (Hrsg.) : Schweizer-Töne. Die Schweiz
im Spiegel der Musik. Zürich : Chronos-Verlag, 2000, S. 155-186. - ISBN 3-905313-19-7
4. Baumann, Max Peter: Folk-Festivals als Rituale der interkulturellen Begegnung . In: Neue
Musikzeitung 49 (2000), Nr. 09, S. 50-51
Seite 157
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kosmologie und Musik der Anden
Projektleitung: Eine der fundamentalen Fragen, die alle Zeiten und Kulturen immer-
Prof. Dr. Max Peter fort von neuem beschäftigt, ist die Frage nach Ursprung, Entwick-
Baumann lung und Aufbau des Universums. Wie ist der Kosmos, in dem wir
Beteiligte:
Peter Masson (IAI) leben, entstanden, welche Ordnung liegt ihm zugrunde, welche
Dietrich Briesemeister Stellung nimmt der Mensch in ihm ein? Überall, auch in den tradi-
(IAI) tionellen Kulturen der Andenhochländer gibt es Vorstellungen, die
Jürgen Golte (LAI) hinter der beobachtbaren Welt eine verborgene Schicht des Göttli-
Stichwörter:
chen und Numinosen vermuten und erfahren. Jedes Bewusstsein er-
Kosmos der Anden, Kultur
und Musik der Andenlän- zeugt auf diese Weise eine Realität der Anschauung. Es ordnet das
der, Weltbild und Symbo- Sichtbare mit dem Psychisch-Erfahrbaren, das Reale mit dem Ima-
lik indianischer Tradition in ginierten zu Weltbildern. Weltbilder verdichten und verändern sich
Südamerika in sozialen Gruppen durch die Tradition und Geschichte hindurch, sie
Beginn: 1.1.1992
Förderer:
brechen auseinander, lösen sich ab und begründen sich immer wie-
Deutsche Forschungsge- der aufs neue in zeitgenössischen Formen. Seit der Mensch sich dem
meinschaft Makrokosmos gegenübersieht, weist er sich auf unterschiedlichste
Ibero-Amerikanisches In- Weise seinen Platz im Universum zu. Er selber erfährt sich als Mi-
stitut, Preussischer Kultur- krokosmos im Gefüge von Raum und Zeit zwischen Ursprungsmy-
besitz, Berlin
Mitwirkende Institutio- then und Apokalypsen, zwischen Ordnung und Chaos, zwischen
nen: Freiheit und Zwang. "Andiner Kosmos" bezieht sich im weitesten
Ibero-Amerikanisches In- Sinn auf solche kreativen Weltbilder der zentralen Hochländer von
stitut (Berlin) Peru, Bolivien und Ecuador. Im Vordergrund bleibt die Frage nach
Lateinamerika-Institut, FU dem kosmologisch bestimmten Denken und Handeln, wie es sich als
Berlin
Internationales Institut für Geschichte und Gegenwart in der indianischen Tradition der Anden-
Traditionelle Musik (IITM), länder offenbart. Lateinamerikaforscher des deutschen Sprach-
bis 1996 raums, die sich von verschiedenen Fachgebieten her mit den
Kontakt: Andenländern befasst haben, setzen sich auf interdisziplinäre Weise
Prof. Dr. Max Peter Bau-
mit dem Thema auseinander. Ausgangspunkt ist der ethnographi-
mann
Tel.: 0951/863 1933, sche Ansatz, von dem aus versucht wird, in die Vergangenheit hin-
Fax: 0951-863 1934, E- einzukommen, um sich mit dem andinen Weltbild rekonstruktiv
Mail: [Link]- auseinander zu setzen. Fächerübergreifend werden andere Reprä-
mann@[Link]-bam- sentationssysteme einbezogen, zum Beispiel archäologische, ikono-
[Link]
grafische und schriftliche Quellen. Der Blick in die Vergangenheit
erhellt die ethnographische Präsenz und erweitert auf komplemen-
täre Weise differenzierte Interpretationsmodelle. Querverbindungen
werden geschaffen. Das Spektrum der Analysen und Methoden ist
weit gefächert: altamerikanistische, kulturanthropologische und lin-
guistische Ansätze stehen neben soziologisch und medizinisch ori-
entierten Fragestellungen. Geschichtliche Aspekte werden erweitert
durch Betrachtungsweisen der Psychologie, Literatur-, Musik- und
Religionswissenschaft.
Publikationen
1. Baumann, Max Peter: Kosmos
0XX der Anden. Weltbild und Symbolik indianischer Tradition in
Südamerika, hrsg. von Max Peter Baumann . München : Diederichs, 1994. - ISBN 3-424-
01202-5
2. Baumann, Max Peter: Andean Music, Symbolic Dualism and Cosmology . In: Baumann, Max
Peter (Hrsg.) : Cosmología y Música en los Andes. Frankfurt a.M. : Vervuert, 1996, (Biblio-
theca-Ibero-Americana Bd. 55), S. 15-66. - ISBN 3-89354-535-7. ISSN 84-88906-30-7
3. Baumann, Max Peter: Cosmología y Música en los Andes, editado por Max Peter Baumann
. Frankfurt a.M. : Vervuert, 1996 (Bibliotheca-Ibero-Americana Bd. 55) . - 570 Seiten.
ISBN 3-89354-535-7. ISSN 84-88906-30-7
Seite 158
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Baumann, Max Peter: Das Leben in drei Welten. Kosmovision und Glaubenswelt im andinen
Hochland . In: Ila. Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika 208 (1997), Nr. 10.
Sept., S. 8-12
5. Baumann, Max Peter: Musikalisch-religiöser Synkretismus in Lateinamerika . In: ocieté
suisse des Américanistes / Schweizerische Amerikanisten-Gesellschaft Bulletin 61 (1997),
S. 13-24
Musik der Roma und Sinti
Projektleitung: Das Projekt setzt sich mit der kulturellen Bedeutung und Identität
Prof. Dr. Max Peter der Roma und Sinti auseinander. Deren traditionelle Musik und Lie-
Baumann der existieren als kulturelle Werte in erster Linie in mündlicher Über-
Beteiligte:
Dr. Rajko Djuric lieferung. Im Bereich der Sprache und Literatur sind Bestrebungen
Prof. Dr. Oskár Elschek im Gange, ein standardisiertes Romanés als Schriftsprache einzu-
Stichwörter: führen. Im Kontext von mündlich überlieferter und schriftbezogener
Musik Sprache und Litera- Tradition werden Fragen nach den kulturellen Werten, Symbolen
tur der Roma und Sinti,
und Ausdrucksformen thematisiert. Der interdisziplinäre Ansatz
Roma, Sinti, Musikge-
schichte der Roma und lenkte das Augenmerk vor allem auf die musikalische und sprachli-
Sinti che Vielfalt der Roma und Sinti. In erster Linie wird eine Art Be-
Beginn: 1.1.1992 standsaufnahme zu den gegenwärtigen Forschungen im Bereich der
Förderer: Musikwissenschaft, der Sprachforschung, der Geschichte und der Li-
Deutsche Forschungsge-
meinschaft
teraturwissenschaft erarbeitet. Des weiteren geht es darum, neue
Mitwirkende Institutio- Grundlagenkenntnisse zusammenzutragen und in gemeinsamen
nen: Diskussionen zu sichten.
Romani P.E.N. Zentrum
e.V. Berlin
Internationales Institut für
Traditionelle Musik (bis
1996)
Kontakt:
Prof. Dr. Max Peter Bau-
mann
Tel.: 0951/863 1933,
Fax: 0951-863 1934, E-
Mail: [Link]-
mann@[Link]-bam-
[Link]
Publikationen
1. Baumann, Max Peter: The Reflection of the Roma in European Art Music . In: the world of
0XX
music 38 (1996), Nr. 1, S. 95-138
2. Baumann, Max Peter: ’Immer treffe ich auf das, was ich nicht bin...’ - Zur Musik der Roma
und Sinti auf dem Weg der Geschichte . In: Baumann, Max Peter (Hrsg.) : Music, Language
and Literature of the Roma and Sinti. Berlin : VWB-Verlag für Wissenschaft und Bildung,
2000, (Intercultural Music Studies Bd. 11), S. 461-477. - ISBN 3-86135-642-2.
ISSN 1435-5590
3. Baumann, Max Peter: ’Wir gehen den Weg ohne Grenzen...’ Zur Musik der Roma und Sinti
. In: Baumann, Max Peter (Hrsg.) : Music, Language and Literature of the Roma and Sinti.
Berlin : VWB-Verlag für Wissenschaft und Bildung, 2000, (Intercultural Music Studies
Bd. 11), S. 167-77. - ISBN 3-86135-642-2. ISSN 1435-5590
4. Baumann, Max Peter: Music, Language and Literature of the Roma and Sinti, ed. by Max
Peter Baumann . Berlin : VWB-Verlag für Wissenschaft und Bildung, 2000 (Intercultural
Music Studies Bd. 11) . - 528 Seiten. ISBN 3-86135-642-2. ISSN 1435-5590
5. Baumann, Max Peter: Roma im Spiegelbild europäischer Kunstmusik . In: Baumann, Max
Peter (Hrsg.) : Music, Language and Literature of the Roma and Sinti. Berlin : VWB-Verlag
für Wissenschaft und Bildung, 2000, (Intercultural Music Studies Bd. 11), S. 393-444. -
ISBN 3-86135-642-2. ISSN 1435-5590
Seite 159
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Musik und Kultur im jüdischen Leben der Gegenwart
Projektleitung: "Klezmer? - hejmisch und hip". Eine Wanderausstellung zur Ge-
Prof. Dr. Max Peter schichte und Aktualität der Klezmer-Musik (14. November bis 6. De-
Baumann zember 2004, Aula der Universität)
Beteiligte:
Dipl.-Kfm. Heinrich Olmer im Rahmen des interdisziplinären Symposiums "MUSIK UND KUL-
(Israelitische Kultusge- TUR IM JÜDISCHEN LEBEN DER GEGENWART" (21. und 28. Novem-
meinde, Bamberg)
ber 2004, Aula der Universität) mit Beiträgen zur Geschichte,
Dr. Wiltrud Apfeld (Stadt
Gelsenkirche, Referat Kul- Religion, Kultur, Kunst und Musik des jüdischen Lebens.
tur) Veranstalter: Israelitische Kultusgemeinde Bamberg Otto-Friedrich-
Prof. Dr. Martin Zenck
Prof. Dr. Stefan Hörmann
Universität Bamberg
Dr. Michael Goldbach, Uni-
versitätsmusikdirektor
Dr. Tim Becker
Dr. Raphael Woebs
Stichwörter:
Musik und Kultur im jüdi-
schen Leben der Gegen-
wart
Laufzeit: 1.3.2004 -
15.5.2005
Förderer:
Stadt Gelsenkirchen Refe-
rat Kultur
Bundeszentrale für politi-
sche Bildung
Regionale Musikforschung: Traditionelle Musik im Internet
Projektleitung: Angesichts der allgemeinen Globalisierungstendenzen wird die re-
Prof. Dr. Max Peter gionale Antwort auf den Mainstream eine kulturelle Differenzierung
Baumann sein, die mittels ihrer lokalen Identitäten das Internet als weltweiten
Beteiligte:
Dr. Arnim Griebel Diskurs der Kulturen der Welt begreift. Nur wenn es gelingt, zwi-
Ingeborg Degelmann schen dem globalen Denken und dem lokalen Handeln und Wissen
Stichwörter: einen herrschaftsfreien Dialog in Gang zu bringen, wird es möglich
Traditionelle Musik im In- sein, die technologisch konstruierte Vernunft mit der kulturell geleb-
ternet, Feldforschung,
ten Wirklichkeit auf kreative Weise zu verknüpfen. Mit Herders
Volkslied- und Volksmu-
sikdokumentation in Fran- "Stimmen der Völker in Liedern" (1807) repräsentieren die musika-
ken lischen Traditionen sowohl die Archive der Vergangenheit als auch
Beginn: 1.1.1997 jene Archive der Gegenwart, aus denen die Zukunft schöpft. Im Ge-
Förderer: gensatz zur späteren nationalen Verengung in der Pflege des
Bayerischer Landesverein
für Heimatpflege e.V.,
(Volks)Eigenen, trug Herders ursprüngliche Vision bereits die Unter-
München schrift des interkulturellen Ansatzes im Vergleich der Kulturen der
Forschungsstelle für frän- Welt. Die großartige Idee Herders war es, die regionalen und lokalen
kische Volksmusik, Uffen- Archive des Wissens in einen internationalen und interkulturellen
heim Diskurs einfließen zu lassen. Was am Ende des 18. Jahrhunderts
Mitwirkende Institutio-
nen: ideell bereits konzipiert war, wird technologisch im umfassenden
Beratungsstelle für Volks- Sinn allmählich Wirklichkeit im Internet der Kulturen der Welt. Be-
musik in Franken, Bay- greift man das Internet als potentielles Weltarchiv für Texte, Bilder,
reuth Töne, Klänge und Dokumentationen, so wird der lokale Beitrag als
Forschungsstelle für frän- Baustein verstanden, der sich in bezug auf das Erbe im Auftrag we-
kische Volksmusik, Uffen-
heim niger nur ausschließlich auf das Eigene bezieht als vielmehr auf des-
Bayerischer Landesverein sen dialogisches Einbringen ins große Archiv unterschiedlicher
für Heimatpflege e.V., Weltkulturen. Das Projekt gliedert sich in einzelne miteinander ver-
München knüpfte Teilbereiche:
Seite 160
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Grundlagen der Volkslied- und Volksmusikforschung
• Feldforschungsdokumentationen in Franken
• Zur Geschichte der "Volksmusik" in Franken
• Geschichte, Bauweise und Wiederbelebung der Konzertina
• Mundartlieder
• Bibliografie zur Volksmusik in Franken
Publikationen
1. Maisel, Nobert: Lieder in fränkischer Mundart von Norbert Maisel. Teil 1: Liedtexte. Teil 2:
0XX
Melodien, hrsg. von Max Peter Baumann und Armin Griebel . Bd. 1-2 Uffenheim : For-
schungsstelle für fränkische Volksmusik, 2000 (Veröffentlichungsreihe der Forschungsstel-
le für fränkische Volksmusik der Bezirke Mittel-, Ober- und Unterfranken Bd. 56) . - ISBN 3-
925170-24-3 und 3-925170-25-1
2. Baumann, Max Peter ; Degelmann, Ingeborg ; Ottenschläger, Elke ; Becker, Tim ; Walther,
Gudrun ; Woebs, Raphael ; Fujie, Linda: Die Konzertina in Franken. Eine ethnomusikologi-
sche Dokumentation . Bamberg, Bayreuth,München : Bayerischer Landesverein für Hei-
matpflege, 1998. - 52+CD Seiten. ISBN LC 1922
3. Baumann, Max Peter: Zwischen Globalisierung und Ethnisierung: Zur Musik der offenen Re-
gionen . In: Bahadir, Sefik Alp (Hrsg.) : Kultur und Region im Zeichen der Globalisierung -
Positionspapiere. Erlangen : Zentralinstitut für Regionalforschung, 1998, S. 94-108.
4. Baumann, Max Peter: Musik der Regionen im Kontext globaler Konstrukte . In: Bahadir, Se-
fik Alp (Hrsg.) : Kultur und Region im Zeichen der Globalisierung : wohin treiben die Re-
gionalkulturen? Beiträge zum 14. Interdisziplinären Kolloquium des Zentralinstituts.
Neustadt : Degener Verlag & Co., 2000, (Schriften des Zentralinstituts für Regionalfor-
schung der Universität Erlangen-Nürnberg Bd. 36), S. 431-54. - ISBN 3-7686-9264-7
5. Baumann, Max Peter: Norbert Maisel-Komponist, Textdichter, Musiker und Musikant .
In: Baumann, Max Peter ; Armin Griebel (Hrsg.) : Lieder in fränkischer Mundart von Nor-
bert Maisel. Teil 1: Liedtexte. Teil 2: Melodien. Bd. 1. Uffenheim : Forschungsstelle für frän-
kische Volksmusik, 2000, (Veröffentlichungsreihe der Forschungsstelle für fränkische
Volksmusik Bd. 56, Nr. 1), S. 5-13. - ISBN 3-925170-24-3
Rezitation und Bordun in der baltischen traditionellen Musik
Stichwörter: Im Zentrum der Forschungsarbeit steht die Auswertung und Analyse
Bordun, Rezitation, Balti- von Feldforschungsdokumentationen zur traditionellen Mehrstim-
kum, Mehrstimmigkeit, migkeit des Baltikums im Vergleich zu ähnlichen Formen auf dem
Forschungsstipendium
Laufzeit: 1.7.1999 - Balkan, im Westen von Russland, in Weißrussland, Norditalien,
31.12.2000 Deutschland, der Schweiz, auf der iberischen Halbinsel usf. The-
Förderer: menbereiche:
Alexander von Humboldt-
Stiftung • Zusammenfassende Darstellung des Forschungsstands, der For-
Kontakt: schungsgeschichte und Quellenlage
• Verbreitung der Rezitations- und Bordunpraxis im Baltikum
• Systematische Untersuchung der musikalischen Ausdrucksformen
aufgrund formaler Aspekte
• Herkunftshypothesen zu Rezitation und Bordun
• Untersuchung der Beziehungen zwischen den rezitativischen Wei-
sen, dem Bordun und den Klagegesängen (ältere Schicht) und der
Psalmodie (jüngere Schicht) im Bezug auf das historische Nach- und
Nebeneinander.
Publikationen: [Link]
BoikoCV
Seite 161
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Boiko, Martin: The Officium
0XX Defunctorum (’Office of the Dead’) and the Mourning Rites in
Eastern Latvia. A Preliminary Study . In: Astrauskas, Rimantas (Hrsg.) : Ritual and Music,
Papers presented at the International Ethnomusicological Conference held in Vilnius, Lith-
uania, December 11 - 12, 1997. Vilnius : Lithuanian Academy of Music, Department of Eth-
nomusicology, 1999, S. 29-37.
Saiteninstrumente des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen
Projektleitung: Ziel des Projekts ist es, eine wissenschaftliche Klassifizierung der
Prof. Dr. Max Peter 400 Saiteninstrumente des Musikinstrumenten-Museums in Mar-
Baumann kneukirchen vorzunehmen sowie die Erstellung eines historisch-sy-
Beteiligte:
Dr. Heidrun Eichler stematischen Katalogs zur Konstruktionsweise dieser Instrumente.
Gertraud Gerner Der Bestand dieser Sammlung kann die Geschichte der Saitenin-
Frank Fickelscherer-Fassel strumente umfassend repräsentieren. Es wird von der These ausge-
Johann Meinel gangen, dass die Händlertätigkeit mit ihrem weltweiten Versand von
Florian Ball
Katalogen und Instrumenten ab 1880 die Massenproduktion erst er-
Hamdi Tawfik
Stichwörter: möglichten und den Instrumentenbau dadurch nachhaltig veränder-
Saiteninstrumente des ten. Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit dem
Musikinstrumenten-Muse- Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen.
ums Markneukirchen
Beginn: 1.2.2000 Einzelne Teilbereiche des Projekts:
Mitwirkende Institutio- • Dokumentation und Deskription: Fotografieren und Erfassen der
nen:
Musikinstrumenten-Muse-
Veränderunsgmerkmale an Saiteninstrumenten (ca. 400 Streich-,
um Markneukirchen Zupf- und Schlaginstrumente, insbesondere Geigeninstrumente, Fi-
Kontakt: deln, Lauten, Gitarren, Zithern, Cistern, Harfen und Hackbretter).
Prof. Dr. Max Peter Bau- • Beschreiben (Formen / Maße / Materialien) und Klassifizieren der
mann einzelnen Instrumente nach Typen, Bauweise, Formen und histori-
Tel.: 0951/863 1933,
Fax: 0951-863 1934, E- schem Kontext
Mail: [Link]- • Historischer Abriß zur Geschichte und Entwicklung des Musikinstru-
mann@[Link]-bam- mentenbaus in Markneukirchen
[Link] • Instrumentenbauer und die Rolle der Musikhändler im Zeichen der
Massenproduktion
Skripten zur Ethnomusikologie und Volksmusikforschung
Projektleitung: Zur Einführung ins Studienfach Ethnomusikologie werden Skripten
Prof. Dr. Max Peter und Online-Artikel ins Internet gestellt. Erprobt werden einzelne
Baumann Module im didaktischen Angebot und zur Weiterentwicklung von
Stichwörter:
Ethnomusikologie, Volks- Lehreinheiten zu:
liedforschung, Volksmu- • Anhtropologie der Musik
sikforschung • Ethnomusikologie
Beginn: 1.3.1997
Kontakt: • Volkslied- und Voksmusikforschung
Prof. Dr. Max Peter Bau- • Ethnomusikologische Feldforschung
mann • Instrumentenkunde
Tel.: 0951/863 1933, • Transkription und Analyse
Fax: 0951-863 1934, E-
• Bibliografien und Diskografien zu Spezialthemen
Mail: [Link]-
mann@[Link]-bam- • Dokumentationen
[Link] [Link]
Seite 162
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Baumann, Max Peter: Die
0XXschönsten Schweizer Volkslieder. Texte und Liedauswahl: M. P.
Baumann; Holzschnitte: Emil Zbinden; Fotos: Georg Stärk . Vevey : Mondo, 1994. -
150+CD Seiten.
2. Baumann, Max Peter: Verstehen als dialogisches Prinzip - zur Komplementarität von Har-
monie und Disharmonie . In: Schmidhofer, August ; Schüller, Dietrich (Hrsg.) : For Gerhard
Kubik. Festschrift on the Occasion of his 60th Birthday. Frankfurt a.M., Berlin, Bern u.a. :
Peter Lang, 1994, (Vergleichende Musikwissenschaft Bd. 3), S. 433-450.
3. Baumann, Max Peter: Bolivien: I. Historischer Abriß. - II. Traditionelle Musik.- III. Kunst-
musik . In: Ludwig Finscher (Hrsg.) : MGG. Musik in Geschichte und Gegenwart: allgemeine
Enzyklopädie der Musik, begr. von Friedrich Blume. Bd. 2, 2. Aufl. Kassel, Basel, London,
Weimar : Bärenreiter, Metzler, 1995, S. 7-23. - ISBN 3-7618-1100-4
4. Baumann, Max Peter: Ethnomusikologie im Kontext von Forschung und Praxis .
In: Ehrmann-Herfort, Sabine (Hrsg.) : Musikwissenschaft und Berufspraxis. Darmstadt :
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1996, S. 15-31. - ISBN 3-534-12621-1
5. Baumann, Max Peter: Intercultural Philosophy, Multiculturalism, and Music .
In: Katsumura, Jinko ; Tokumaru, Yoshihiko (Hrsg.) : World Musics as a Means of Interna-
tional Understanding - A Multicultural. Tokyo : Foundation for the Promotion of Music Edu-
cation Culture, 1996, S. 5-23.
6. Baumann, Max Peter: Historisches Bewusstsein und Musikologie . In: Mahling, Christoph-
Hellmut ; Münch, Stephan (Hrsg.) : Ethnomusikologie und historische Musikwissenschaft -
gemeinsame Ziele, gleiche Methoden? Erich Stockmann zum 70. Geburtstag. Tutzing :
Hans Schneider, 1997, (Mainzer Studien zur Musikwissenschaft Bd. 36), S. 3-14. - ISBN 3-
7952-0876-9
7. Baumann, Max Peter: Musik . In: Wulf, Christoph (Hrsg.) : Vom Menschen. Handbuch Hi-
storischer Anthropologie. Weinheim, Basel : Beltz, 1997, S. 974-984. - ISBN 3-407-
83136-6
8. Claus-Bachmann, Martina: Mahayana-buddhistische Liturgie im heutigen Indonesien: mu-
sikkulturelle Überlieferung chinesischer Migranten . Bamberg, Universität Bamberg, Diss.,
1997 (Musikethnologie Bd. 3)
9. Baumann, Max Peter: Mental Constructs of Identification and Authenticity in the Discourse
of Folk Music Preservation and Cultivation in Bavaria . In: the world of music 41 (1999),
Nr. 2, S. 7-11
10. Baumann, Max Peter: Ethnomusikologische Feldforschung . In: Haid, Gerlinde ; Hemetek,
Ursula ; Pietsch, Rudolf (Hrsg.) : Festschrift Walter Deutsch zum 75. Geburtstag: Volksmu-
sik - Wandel und Deutung. Wien, Kökn, Weimar : Böhlau, 2000, (Schriften zur Volksmusik
Bd. 19), S. 28-47. - ISBN 3-205-99238-5
Seite 163
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Historische Musikwissenschaft
Anschrift: Feldkirchenstraße 21, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863 1936 Fax.: (0951) 863 1934
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Schlagworte
Prof. Dr. Martin Zenck
Mitarbeiter: Terminologie / Rezeptionsforschung / Kulturgeschichtsschreibung
Dr. Tim Becker und allgemeine Historiographie / Musik und Politik / Epochenschwel-
Dr. Raphael Woebs le / Musikalische Semiotik / Körper-Codes / Thanatologie / Reprä-
Die Darstellung und sentation / Darstellbarkeit des Schreckens/des Todes / Musik in
Darstellbarkeit von Ge-
Theresienstadt/Musik im Exil/Innere Emigration
walt, Schrecken und
Tod in den audiovisuel-
len Medien und in der
Musik:
Prof. Dr. Martin Zenck
Dr. Tim Becker
Dr. Raphael Woebs
Angestellte:
Gabriele Höhn
Forschungsschwerpunkte
Musikhistoriographie
• "Klassik": Begriff - Epoche - Musikalische Interpretation - Rezeption
• Musik unter den Diktaturen Hitlers und Stalins - Musik in Theresien-
stadt
• Renaissance - Manierismus
• Musiktheater des 20. Jahrhunderts
• Musik - Sprache - Lyrik: Paul Celan, Ingeborg Bachmann und Heiner
Müller
• Musikalische Analyse - Interpretationsanalyse - Aufführungspraxis
Methodische Besonderheiten
empirisch / hermeneutisch / heuristisch / interpretationsanalytisch
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Videothek und spezielles Videogerät für die Inszenierungsanalyse
Kooperationsbeziehungen
• Forschungsinstitut für Musiktheater (Thurnau/Bayreuth)
• Musiktheaterwissenschaftliches Institut der Universität München
• Musikwissenschaftliches Institut der Universität Bonn
• Literaturwissenschaftliches Seminar der Universität Heidelberg
• Rockefeller-Foundation New York
• Paul-Sacher-Stiftung Basel
• Rubin Academy Jerusalem/Israel
• Bar-Ilan University Jerusalem
• Sorbonne, Paris
• Conservatoire de Paris
• Maison Heinrich Heine, Paris
Seite 164
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wissenstransfer, Wissenschaftsberatung, Weiterbildung
Theater- und Opernhäuser, Feuilletons der überregionalen und in-
ternationalen Tages- und Kulturzeitungen sowie für den Beirat "Mu-
sik" des Goethe-Instituts München mit Auswirkungen auf die
weltweiten Goethe-Institute und für die Bamberger Symphoniker
Projekte
• Handbuch der Musikwissenschaft Bd. XII., "Musiktheater des 20.
Jahrhunderts" (zusammen mit S. Mauser u.a., erscheint 2000 im La-
aber-Verlag)
• "Bach in the 19th and 20th Century", in: "The Bach Companion", ed.
J. Butt, Cambridge University Press 1998
Forschungsprojekte
"Theatralität" (DFG-Langzeitprojekt)
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Martin Zenck
Beteiligte: Inszenierungsstrategien von Musik und Theater und ihrer Wechsel-
Dr. Tim Becker wirkungen
Dr. Raphael Woebs
Forschungsstand:
Beginn: 1.6.1996
Förderer: Beginn: Juni 1996, ein Mitarbeiter (BAT IIa /2); und eine weitere
DFG Hilfskraftstelle
Mitwirkende Institutio-
nen: Vorarbeiten:
Universität Heidelberg (In-
stitut für Ethnologie: Prof. Forschungsbericht für die DFG, Vorlesungen über "Musiktheater"
Dr. H.-P. Köpping) sowie Vorträge an den Universitäten Mainz und Heidelberg; zweiter
Universität Konstanz (In- Forschungsbericht für die Verlängerung des Forschungsprojekts für
stitut für Politologie: Prof. das zweite Jahr (Abgabe an die DFG im Januar 1997)
Dr. H. P. Soeffner)
Universität Frankfurt Hypothesen:
(Theaterwissenschaftli-
Annahme eines differenten, aber vergleichbaren Aktualitätsschubs
ches Institut: Prof. Dr.
Hans-Thies Lehmann und von Ritualen um 1900 und um 2000
PP. Dr. Günther Heeg) Methoden:
Universität Basel (Litera-
turwissenschaftliches In- rezeptionsgeschichtlich / archivalisch / komparatistisch
stitut: Prof. Dr. Gabriele
Brandstetter) Schwerpunktzugehörigkeit:
DFG-Projekt "Theatralität" (= SPP)
Laufzeit des Projekts:
6 Jahre
Seite 165
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die Darstellung und Darstellbarkeit von Gewalt, Schrecken und Tod in den audio-
visuellen Medien und in der Musik
Projektleitung: Das Forschungsprojekt widmet sich der kritischen Erweiterung und
Prof. Dr. Martin Zenck Neuperspektivierung eines Bildbegriffs, welcher bisher hauptsäch-
Beteiligte: lich der Omnipräsenz der dargestellten Gewalt in den Bildern, der
Dr. Tim Becker
Dr. Raphael Woebs Medien und Künsten lediglich anhand visueller Kriterien begegnet:
Prof. Dr. Elisabeth Oy- Denn nicht allein die Fotographie, das Bewegungsbild des Films oder
Marra die Szenerie des Theaters verbürgt die Gegenwart von Gewalt -
[Link]. Petra-Maria Meyer gleichsam als sichtbares Abziehbild - , sondern gerade die Überant-
Prof. Dr. Dieter Mersch
wortung des Bildes an den Prozess des Hörens (etwa an die unter-
Prof. Dr. Günther Heeg
Stichwörter: malende Background-Musik, an die Brüchigkeit der Stimme, das
Gewalt; Macht; Audiovi- Wimmern, den Schrei, den Waffenlärm der Zerstörung oder an das
sualität; Bildtheorie; Geifern der Massen nach Rache), verweist auf eine genuine, jedoch
Laufzeit: 1.6.2003 - bislang nicht hinreichend untersuchte Wirkmächtigkeit der Gewalt
15.12.2007
Förderer:
im Angesicht und im Anhören des Bildes: Als akustische Präsenz des
FNK Universität Bamberg; Schreckens im Resonanzraum des Körpers. Somit ist der Ausdruck
Thyssen Stiftung für Wis- der Stimme zugleich Kritik des Bildes (acoustic turn vs. iconic turn).
senschaftsförderung; DFG Diese diesbezüglich neu zu untersuchende audiovisuelle Darstel-
Mitwirkende Institutio- lungsgewalt im Spannungsverhältnis von Musik, Medien und Kün-
nen:
Universitäten Leipzig, sten wird aufgesucht: (1) im Klang und Echo des Schreckens; (2)
Potsdam, Mainz, Kiel, Sor- im anderen, möglicherweise glücklicherem Ort als Gegenbild zu
bonne demjenigen der Gewalt; (3) in der Absenz und Verweigerung des
Kontakt: Bildes als Ausdruck der undarstellbaren Gewalt; (4) in der Fragmen-
Prof. Dr. Martin Zenck tierung linearer, chronologischer Verlaufsformen; (5) in der Er-
Tel.: 0951/863 1929,
Fax: 0951/863 1934, E- schütterung des Textgestalt; (6) in der im Bild konzentrierten
Mail: [Link]@ppp.u Ereignishaftigkeit und deren die Grenzen des Bildes sprengenden
[Link] Bewegung.
Die soziale Konstruktion der Grenze von Leben und Tod im interkulturellen Ver-
gleich
Projektleitung: Dass Kunst keine Wissenschaft sei, da sie weder Gesetzmäßigkeiten
Prof. Dr. Martin Zenck noch Prognosen festzustellen vermag, steht in enger Verbindung
Beteiligte: mit der Vorstellung, Wissenschaft sei keine Kunst, da sie die Ord-
Heeg, Günther, Universi-
tät Leipzig nung der Welt als gegeben annimmt und folglich gestalterische
Schnepel, Burkhart, Uni- Möglichkeiten des Menschen an ihr verneint. Somit stehen die
versität Halle Kunstwissenschaften auch allgemein außerhalb des Verdachts, Le-
Meyer, Petra-Maria, Uni- ben und Tod als spezifisch technische Problemstellung zu sehen.
versität Mainz
Vorraussetzung für die Untersuchung einer Veränderung aktueller
PD Dr. Elisabeth Oy-Marra
Dr. Tim Becker Lebens- und Todeskonzepte in den Kulturen der Welt ist die Kennt-
Dr. Raphael Woebs nis ihrer zeitlich wie örtlich verschiedenen Gedächtnisse, welche
Stichwörter: über künstlerische Rituale oder Werke vor allem der Sinnlichkeit der
Bioethik; Interkulturalität; Menschen eingeschrieben werden. Dabei wird der Körper, also mit
Life-Cycle-Rituals; Tana-
thologie; Todesmeta-
ihm Augen, Ohren, Stimme und Haut, Medium der Überlieferung.
phern; Grenze Die zentralen Fragegestellungen des Themenschwerpunktes bezie-
Beginn: 1.1.2003 hen sich dabei auf die künstlerische und kulturelle Auseinanderset-
Förderer: zung mit transzendenz-kategorialen Erfahrungen des Lebens und
FNK des Todes und ihrer Be- und Entgrenzung außerhalb des Verfügba-
Mitwirkende Institutio-
nen: ren, empirisch Messbaren oder theoretisch kausal Deduzierbaren.
Universitäten Halle, Leip- Gerade hinsichtlich der in der Rahmenthematik benannten aktuellen
zig, Mainz Entwicklungen tritt die Vielzahl zeitgenössischer wie interkultureller
Kontakt: künstlerischer Äußerungen ins Zentrum des Interesses. Die Frage
Prof. Dr. Martin Zenck stellt sich nach ihrer Verbindung zum kulturellen und gesellschaftli-
Tel.: 0951/863 1929,
Fax: 0951/863 1934, E- chen Gedächtnis unterschiedlicher Kulturen und Zeiten, welches im
Mail: [Link]@ppp.u geschichtlichen Bewusstsein sowohl den Glauben an eine Vollkom-
[Link] menheit der Natur überliefert, als auch die Gewissheit einer Natur,
Seite 166
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
die im Prinzip der Ephemerität alles Lebens nur Fragmente im Sinne
eines Einschließens des Todes in das Werk und somit das Leben hin-
terlässt.
Signatur und Phantastik in den Schönen Künsten und Kulturwissenschaften der
frühen Neuzeit
Projektleitung: Je nach theoretischer Position wird das Verhältnis zwischen spätem
Prof. Dr. Martin Zenck Mittelalter und der frühen Neuzeit als "Übergang" oder als "Bruch"
Beteiligte: charakterisiert. So wird in der Signaturenlehre (Friedrich Ohly) zwar
Köpping, Klaus-Peter ,
Heidelberg eine graduelle Veränderung in den Codes der Bedeutungen ange-
Lehmann, Hans-Thies, nommen, nicht aber - wie bei Roland Barthes, rückblickend vom
Frankfurt Surrealismus auf den Manierismus - eine prinzipielle, die durch die
Heeg, Günther, Leipzig Freisetzung des Phantastischen erzeugt wird. Die Produkte und Ge-
Mersch, Dieter, Berlin
stalten der Phantasie gewinnen gegenüber der Wirklichkeit, die zu-
Meyer, Petra-Maria, Mainz
PD Dr. Elisabeth Oy-Marra vor noch Gegenstand der Mimesis war, eine Eigenmächtigkeit,
Kanz, Roland, Bonn welche "wahrscheinlich zu machen" nun die Aufgabe der Künste und
Prof. Dr. Max Peter Bau- Wissenschaft wurde. Die Ringvorlesung befasst sich mit Vorausset-
mann zungen und Folgen dieser Verschiebung des Bewusstseins, das we-
Dr. Tim Becker
Dr. Raphael Woebs
sentlich durch ein naturwissenschaftliches, experimentelles und
Stichwörter: exterritoriales Weltbild konstituiert wurde, das den mittelalterlichen
Signaturenlehre; Semio- Ordo und seine entsprechende Kosmologie auflöste. Diese grund-
tik; Sprachtheorie; Ästhe- sätzliche Veränderung des Weltbildes dokumentiert sich in den Kul-
tik; Kunstwissenschaften; turwissenschaften, den Schönen Künsten und der Literatur dieser
Kulturwissenschaften; Re-
naissance; Barock Zeit. Ziel des Kolloquiums ist die perspektivische Auffächerung des
Laufzeit: 1.1.2002 - neuen Weltbildes, wie es durch die veränderten Signaturen umris-
31.12.2003 sen und bestimmt wird. Dabei sind das 16. und 17. Jahrhundert le-
Förderer: diglich heuristische Grenzen, die selbstverständlich nach vorne und
Gerda Henkel Stiftung nach hinten überschritten werden können. - Grundlegende Literatur
Mitwirkende Institutio-
nen: zu diesem Thema findet sich u.a. bei Hans Blumenberg, Jürgen Tra-
Universitäten Heidelberg, bant, Julia Kristeva sowie im Umfeld der Cultural Studies, der Stu-
Frankfurt, Leipzig, Berlin dien zur Mnemotechnik und der Körpertheorie. - Eine Veröffent-
Kontakt: lichung der Beiträge ist ebenfalls mit den Mitteln der Gerda-Henkel-
Prof. Dr. Martin Zenck
Stiftung geplant.
Tel.: 0951/863 1929,
Fax: 0951/863 1934, E-
Mail: [Link]@ppp.u
[Link]
Seite 167
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Kunst
Anschrift: Feldkirchenstraße 21, 96045 Bamberg
Lehrstuhl für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik
Anschrift: Feldkirchenstr. 21, 96052 Bamberg
Tel.: 0951/863 1917 Fax.: 0951/863 4917
E-Mail: ls-kunstpaed@[Link]
Leitung: Der Lehrstuhl für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik vertritt eine
Prof. Dr. Karl-Konrad Disziplin in Forschung und Lehre, die sich mit den Bedingungen, Er-
Seufert scheinungsformen und Wirkungen des pädagogischen Umgangs mit
[Leitung bis 31.05.2003:
Prof. em. Dr. Hakon Ru- visueller Kunst beschäftigt. Ihr Forschungsgebiet umfaßt die Berei-
precht] che des schulischen und außerschulischen, des intentionalen und
wiss. Mitarbeiter: funktionalen Kunstlehrens und -lernens unter Einbeziehung histori-
Doris Eggenhofer, Akad. scher und systematischer Betrachtungsweisen. Dabei kommt den
ORin
Methoden der ästhetischen Reflexion in Verbindung mit ästhetischer
Sylvia Günther, M.A.
Stud. Dir. Neithard Schul- Produktion besondere Bedeutung zu.
te Das vorrangige Forschungsinteresse gilt folgenden Bereichen:
Sekretariat:
Sabine von Witzleben 1. Visuelle Wahrnehmung in Zusammenhang mit kunstpädagogi-
scher Theorie und Praxis.
2. Erscheinungsformen und Ursachen des menschlichen Gestal-
tungsverhaltens.
3. Analyse kunstdidaktischer Konzeptionen; Entwicklung von Model-
len für die Unterrichtspraxis mit dem Schwerpunkt Grundschule;
Untersuchungen zu einzelnen Lernfeldern des Kunstunterrichts.
4. Mediendidaktische Fragestellungen zur Situation der Kunstpäd-
agogik im Zeitalter der Massenmedien; Untersuchungen zu speziel-
len Unterrichtsmedien im Bereich des Faches Kunst mit den
Schwerpunkten Foto, Film, Video, PC; Neue Bildtechnologien und
ihre Folgen für die Kunstpädagogik.
Ansprechpartner: Prof. Karl-Konrad Seufert Tel. 863 - 1920
Doris Eggenhofer, Akad. Rätin Tel. 863 - 1924
Sylvia Günther, M.A., wiss Mitarbeiterin Tel. 863 - 1923
Sabine v. Witzleben, Sekretariat Tel. 863 - 1917
Forschungsschwerpunkte
• bildnerisches Gestalten von Kindern und Jugendlichen;
• interkulturelle Kunstdidaktik;
• Förderung des kreativen Verhaltens Jugendlicher;
• Entwicklung kunstdidaktischer Unterrichtsbereiche;
• Analyse und Interpretion visuell-ästhetischer Gestaltungen von Kin-
dern und Jugendlichen;
• Entwicklung neuer Bildtechnologien;
• Formen und Funktionen bildnerischer Selbstdarstellungen;
• ästhetische Fragen in den Bereichen Design, Kunst und Natur.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Im Mittelpunkt der Aktivitäten in Forschung und Lehre stehen Me-
thoden der ästhetischen Reflexion und Produktion. Einige der ange-
führten Bereiche werden mit Hilfe medientechnischer Anlagen und
verschiedener Werkstätten untersucht. Im Bereich der Kunst- und
Werkbetrachtung finden regelmäßige Exkursionen statt. Kontinuier-
liche Ausstellungen bildnerischer Arbeiten von Studierenden in den
Räumen der Universität.
Kooperationsbeziehungen
neues museum, Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürn-
berg, Luitpoldstraße 5, D-90402 Nürnberg, Claudia Marquardt, Mu-
seumspädagogik.
KPZ Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürn-
berg, im Germanischen Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, 90402
Nürnberg.
Pädagogisches Institut der Stadt Nürnberg, Insel Schütt 5, 90403
Nürnberg.
Institut für moderne Kunst Nürnberg e.V., Luitpoldstraße 5, 90402
Nürnberg.
MPZ Museums-Pädagogisches Zentrum, Barer Straße 29, 80799
München.
Wissenschaftliche Tagungen
Arbeitskreis bayerischer Kunsterzieher: ZUKUNFT(s) WERKSTATT,
im Rahmen der Millenniumsfeierlichkeiten Bayern 2000.
Forschungsprojekte
K.i.d.S.- Kreativität in die Schule
Projektleitung: Das Schulprojekt K.i.d.S.- "Kreativität in die Schule" findet an der
Sylvia Günther, M.A. Nürnberger Hauptschule Scharrerstraße statt. Künstler aus den Be-
Erhard Wolf reichen bildende Kunst, Schauspiel, Tanz und Musik arbeiten im
Beteiligte:
Prof. Hakon Ruprecht Rahmen des regulären Unterrichts zwei Stunden pro Woche mit
Anne Fäser Schülern und Lehrern zusammen. Ziel ist es, "Leben" in die Schule
Sabine Moser zu holen, um mit neuen Erfahrungen Jugendliche zu fördern. Schü-
Stichwörter: lern soll dabei ein Zugang zu ihren individuellen Stärken ermöglicht
Kunstunterricht, Kreativi-
werden, was in der Hauptschule nicht selbstverständlich ist. Die Ein-
tät, Hauptschule
Beginn: 1.10.1998 beziehung außerschulischer Dritter in das Schulleben definiert den
Mitwirkende Institutio- Raum Schule neu. Indem eine Öffnung nach außen stattfindet, wird
nen: die Möglichkeit geschaffen, ein eigenes Schulprofil zu entwickeln.
Päd. Institut der Stadt Der Lehrstuhl für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik begleitet das
Nürnberg
Kontakt:
Projekt seit einem Jahr. Die Studie untersucht den Einfluss von
Sylvia Günther, M.A. Künstlern auf die Entwicklung kreativer Prozesse im Unterricht.
Tel.: 0951/863 1923,
Fax: 0951/863 4917, E-
Mail: [Link]@pp
[Link]
Seite 169
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Ruprecht, Hakon ; Eid, 0XX
Klaus ; Langer, Michael: Grundlagen des Kunstunterrichts . 5. Aufl.
Paderborn-München-Wien-Zürich : Ferdinand Schöningh, 2000. - 280 Seiten. ISBN 3-
8252-1051-0
2. Ruprecht, Hakon ; Eid, Klaus: Papiercollage für Einsteiger . Augsburg : Augustus Verlag,
2001. - 64 Seiten. ISBN 3-8043-0724-8
Seite 170
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Evangelische Theologie
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Gegenstand der Theologie ist die Beziehung zwischen Gott und den Menschen, die Reflexion der
Erfahrungen, die Menschen dazu gebracht haben, von „Gott" zu reden. Die Theologie als Wis-
senschaft beschäftigt sich mit der Interpretation der jüdisch-christlichen Tradition im Lichte der
Fragen und Herausforderungen der Gegenwart. Dazu bedient sie sich der hermeneutischen
ebenso wie der empirischen Wissenschaften. Bezüglich ihrer Methoden ist die Theologie deswe-
gen von ihrem Wesen her in besonderer Weise interdisziplinär ausgerichtet. In der Evangeli-
schen Theologie der Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psychologie der Universität Bamberg sind
die beiden Fächer Systematische Theologie/Dogmatik und Ethik, unter Einschluss der Histori-
schen Theologie, und Religionspädagogik / Didaktik des Religionsunterrichts durch eigene Lehr-
stühle vertreten. Weiterhin bestehen bezüglich der Disziplinen Biblische Theologie und
Religionswissenschaften enge Verbindungen mit der evangelisch-theologischen Fakultät der
Universität Erlangen - Nürnberg und dem Theologischen Institut der Universität Bayreuth. Die
Evangelische Theologie ist schwerpunktmäßig beteiligt an der Ausbildung angehender Lehrer/
innen für das Schulfach Evangelische Religionslehre an Grund-, Haupt-, Real- und Berufsschulen
sowie an den Diplom-, Magister- und Promotionsstudiengängen der eigenen und anderer Fakul-
täten.
Lehrstuhl für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt für
Systematische Theologie und theologische Gegenwarts-
fragen
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863-1845 Fax.: 0951/863-4845
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Mit der Neubesetzung im April 2004 hat der Lehrstuhl ein neues Pro-
Prof. Dr. Heinrich Bedford- fil gewonnen. Im Zentrum steht die Systematische Theologie mit ih-
Strohm rer Reflexion der in der modernen Welt sich stellenden Fragen des
[Leitung bis 30.09.2002:
Prof. em. Dr. Horst Glaubens (Dogmatik)und des guten Lebens (Ethik) insbesondere
Weigelt] auch in seinen überindividuellen Dimensionen (Sozialethik). Die Re-
Angestellte: flexion dieser Fragen ist eng verbunden mit den ebenfalls zu versor-
Anja Benoit genden Teildiziplinen Historische Theologie und Religionswissen-
schaft. Durch die Mitgliedschaft des Lehrstuhlinhabers in einer inter-
nationalen Arbeitsgruppe des Weltkirchenrats zur Bioethik spielen
die mit diesem Thema zusammenhängenden Fragen gegenwärtig
eine besondere Rolle in der Forschung am Lehrstuhl. Durch die Mit-
gliedschaft in der Sozialkammer der EKD steht auch die Frage nach
der Zukunft des Sozialstaats auf der Tagesordnung. Theologie wird
als von ihrem Wesen her ökumenische Theologie verstanden. Daher
besteht ein besonderes Interesse am Gespräch mit römisch-katho-
lischen Entwürfen, aber auch weltweit kontextuell-theologischen
Ansätzen. Das Gespräch mit den nicht-theologischen Disziplinen
wird als unverzichtbare Dimension theologischer und ethischer For-
schung gesehen. Durch die Mitgliedschaft im Zentrum für interreli-
giöse Studien werden die Fragen des interreligiösen Dialogs
zunehmende Bedeutung am Lehrstuhl gewinnen. Im Umfeld der
vom Lehrstuhl organisierten Tagung zu den Folgen des Bologna-
Prozesses für die Theologie iam 12./13. November 2004 wird ge-
Seite 171
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
genwärtig auch besonders nach einer qualitätsfördernden Gestal-
tung des Bologna-Prozesses in der Theologie gefragt.
Ein ausführliches Publikationsverzeichnis von Prof. Dr. Heinrich Bed-
ford-Strohm finden Sie unter [Link]
(wählen Sie oben die Option "Publikationen", geben Sie dann den
Namen "Bedford-Strohm" ein und wählen Sie die Option "Autor").
Forschungsschwerpunkte
Ökumenische Theologie, Ekklesiologie, Bioethik, Friedensethik,
Wirtschaftsethik, Gerechtigkeitstheorien, Schöpfungsethik, Christli-
cher Glaube und moderne Gesellschaft
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Laptop und Beamer
Kooperationsbeziehungen
Weltkirchenrat, Rat der EKD (Sozialkammer), Universität Koblenz-
Landau, Universität Heidelberg, Center for Theological Inquiry,
Princeton/USA, University of Port Elizabeth/Südafrika, University of
Cape Town/Südafrika, University of Stellenbosch, Südafrika, Uni-
versity of Calgary/Kanada, Technische Universität Trondheim/Nor-
wegen, Religion, Science and Technology Project, Edinburgh/
Schottland
Wissenschaftliche Tagungen
Internationale Vorträge Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm 2003-
2004
Human Dignity, Vortrag bei der Bioethik-Arbeitsgruppe des Weltkir-
chenrats am 17.5. 2003 in Washington (USA), •Response to Max
Stackhouse, Kurzvortrag bei dem vom Princeton Center for Theolo-
gical Inquiry veranstalteten Symposion zu "Public Theology in Cen-
tral Europe" in Prag (Tschechien) •Bildung aus sozialethischer Sicht,
Vortrag bei den EKD-Studientagen "Kirche und Sport" in Sils Maria
am 11.2. 2004 •Public Theology and Ecology, Vortrag bei dem vom
Princeton Center for Theological Inquiry veranstalteten Symposion
zu "Public Theology in Central Europe" in Debrecen (Ungarn) am
26.3. 2004 •Theological Reflections on Human Dignity, Vortrag
beim Symposion zu "Bioethics and the Ecumenical Movement" im
Ökumenischen Zentrum Bossey bei Genf (Schweiz) am 25.4.2004
•"Denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen..." Theologische Überle-
gungen zu Migration und Asyl, Vortrag bei der europäischen Kir-
chenkonferenz zu Migration und Asyl auf dem Liebfrauenberg bei
Straßburg (Frankreich) am 10. Mai 2004
Veröffentlichungsreihen
Seit Juni 2004 Mitherausgeber der Zeitschrift "Verkündigung und
Forschung"
Seite 172
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
I. Bioethik am Anfang des Lebens
Projektleitung: Das Projekt soll zu einem Dokument des Weltkirchenrats zu Fragen
Dr. Martin Robra, Weltkir- der Bioethik führen, das von der Vollversammlung des Weltkirchen-
chenrat Genf rats 2006 in Porto Allegre, Brasilien verabschiedet werden soll. The-
Beteiligte:
Dr. Donald Bruce, RSTP, men sind die Frage nach dem Umgang mit embryonalem Leben in
Edinburgh der Forschung (Stammzellenforschung, Therapeutisches Klonen)
Prof. Dr. Steve de Gruchy, und der Frage nach der Legitimität präimplantativer Selektionsmög-
University of Cape Town, lichkeiten (PID) und ihrer Auswirkungen auf den Umgang mit Men-
Südafrika
schen mit Behinderung. Die Forschungen am Lehrstuhl arbeiten
Prof. Dr. Gregor Wollbring,
University of Calgary, Ca- einer vom Weltkirchenrat eingesetzten internationalen Arbeitsgrup-
nada pe zu, in der der Lehrstuhlinhaber mitarbeitet.
Stichwörter:
Bioethik
Beginn: 18.9.2001
Mitwirkende Institutio-
nen:
Ökumenischer Rat der Kir-
chen
Kontakt:
Prof. Dr. Heinrich Bedford-
Strohm
Tel.: 0951/863-1844,
Fax: 0951/863-4844, E-
Mail: [Link]-
strohm@[Link]-bam-
[Link]
Publikationen
1. Bedford-Strohm, Heinrich:
0XXAuf dem Weg zum vollkommenen Menschen? Ökumenische Ur-
teilsbildung und ethische Reflexion . In: Ökumenische Rundschau 51 (2002), S. 275-293
2. Bedford-Strohm, Heinrich: Sacred Body? Stem Cell Research and Human Cloning .
In: Ecumenical Review 54 (2002), S. 240-250
Seite 173
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt
Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 0 Fax.: 0951/863 4842
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. theol. Dr. theol.
habil. Rainer Lachmann
wiss. Mitarbeiter:
Dipl.-Päd. Jürgen Wolff
Forschungsschwerpunkte
• I. Geschichte der Religionspädagogik seit der Reformation
• II. Religionsunterrichtliche Fachdidaktik
• III. Ökumenischer Religionsunterricht in Vergangenheit und Gegen-
wart
Veröffentlichungsreihen
"Arbeiten zur Religionspädagogik" (zus. mit Prof. G. Adam Univ.
Wien) Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1987ff. (bisher
24 Bde.)
"Studien zur Theologie" (zus. mit Prof. G. Adam) Verlag U. Mittel-
städt, Würzburg 1987ff. (bisher 19 Bde.)
"Theologie für Lehrerinnen und Lehrer" (zus. mit Prof. G. Adam)
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999ff. (bisher 4 Bde.)
"Arbeiten zur Historischen Religionspädagogik" (zus. mit Dr. H.
Schönfeld) Verlag IKS Garamond, Jena 2003ff. (bisher 3 Bde.)
Vollständige Publikationsliste sh. Homepage des Lehrstuhls http://
[Link]/~ba2ev3/[Link] bzw. bis 2002 die Biblio-
graphie in der FS von Prof. Rainer Lachmann "Religionspädagogi-
sche Spuren", S. 297-317.
Forschungsprojekte
I. Geschichte der Religionspädagogik seit der Reformation
Beginn: 1.1.1979
I.1 Studien(-buch) zur Geschichte des Religionsunterrichts
Projektleitung: Dieses Projekt deckt in "elementarisierter Breite" die wesentlichen
Prof. Dr. theol. Dr. theol. Inhaltsbereiche des Forschungsgebietes I ab. Es ist erwachsen aus
habil. Rainer Lachmann Vorarbeiten im "Arbeitskreis für Historische Religionspädagogik"
Beteiligte:
Prof. Dr. Bernd Schröder und wird von mir zusammen mit Bernd Schröder zu einem "Studi-
Beginn: 1.10.2003 enbuch" gestaltet werden, das von renommierten Fachkollegen mit
einschlägigen Beiträgen bedacht werden wird. Neben der wissen-
schaftstheoretischen Grundlegung, die von uns Herausgebern gelie-
fert wird, erforsche ich die "Religionspädagogik in der Weimarer
Republik" (vgl. I.4) und als meinen Forschungsschwerpunkt "Die
Geschichte des evangelischen Religionsunterrichts im Deutschland
Seite 174
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
vom Westfälischen Frieden zur Napoleonischen Ära". Den Kern die-
ses Forschungsgebiets bildet die Aufklärung, eben jenes Gebiet, das
seit Beginn meiner wissenschaftlichen Arbeit im Zentrum meines re-
ligionspädagogischen Interesses stand und bis heute steht. Aus-
druck dieses "Aufklärungs-Expertentums" ist eine knapp 600-seitige
Untersuchung über die "Religions-Pädagogik Christian Gotthilf Salz-
manns", des berühmten Philanthropen und (Religions-)Pädagogen
der Aufklärung, die im Juni 2004 erschienen ist. Die Forschungen an
dem Studienbuch bilden die Vorarbeiten für ein mehrbändiges
Nachfolgeprojekt, das als "Handbuch zur Geschichte des Religions-
unterrichts" im Neukirchener Verlag erscheinen wird.
I.2 Religionsbücher vom 18. bis 20. Jahrhundert für Elementar- und Volksschulen
Projektleitung: Forschungsgegenstand sind alle im ev. RU benutzten Bücher, wobei
Prof. Dr. theol. Dr. theol. der Schwerpunkt auf eigentlichen Schulbüchern liegt, allerdings
habil. Rainer Lachmann auch Bibelausgaben, Katechismen und Gesangbücher im Weiteren
Beginn: 1.11.1979
mit einbezogen werden sollen. Begonnen wurde das Projekt mit der
Neuedition des Religionsbuch-Bestsellers des 18. Jahrhunderts, Jo-
hann Hübners "Zweymahl zwey und funffzig Auserlesenen Bibli-
schen Historien..." (1714/1986), im Olms Verlag. Es folgte die
kommentierte Neuausgabe der "Religionsbücher Christian Gotthilf
Salzmanns", die 1994 im Böhlau-Verlag erschien. Das Forschungs-
interesse wandte sich dann zunehmend dem Bereich schulge-
schichtlicher Regionalforschung, insbesondere Bayerns, zu. Die
wichtigsten Religionsbücher im Bayern des 19. Jh. konnten bereits
erhoben und deren Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte z.T.
dokumentiert werden. Neuester Ertrag dieser Forschung ist in dem
von G. Adam und R. Lachmann herausgegebenen Buch "Kinder- und
Schulbibeln. Probleme ihrer Erforschung" (Göttingen 1999) doku-
mentiert. Ein weiterer Band "Das Alte Testament in Kinderbibeln.
Eine didaktische Herausforderung in Vergangenheit und Gegenwart"
ist 2003 im Theol. Verlag Zürich erschienen. Im Übrigen ist das Pro-
motionsprojekt I.3 mit dieser Thematik befasst. Zu den Vorarbeiten
gehören alle im Bereich der Historischen Religionspädagogik bisher
am Lehrstuhl geleisteteten Forschungen, so u.a. auch die Promoti-
onsprojekte der ehem. Wiss. Assistenten Horst F. Rupp über die Re-
ligionspädagogik A. Diesterwegs und Reinhard Wunderlich über
Johann Peter Hebels Biblische Geschichten sowie Manfred L. Pirner
mit seiner 1999 erschienenen historisch-systematischen Studie
über "Musik und Religion in der Schule".
Das Projekt gehört kontinuierlich zum Schwerpunkt "Geschichte der
Religionspädagogik seit der Reformation" und wird durch Lehrstuhl-
mittel sowie durch Forschungsförderungsmittel der Universität
Bamberg finanziert.
Publikationen
1. Lachmann, Rainer ; Reents,Christine
0XX (Hrsg.): Johann Hübner Zweymahl zwey und funffzig
Auserlesene biblische Historien Aus dem Alten und Neuen Testamente. Der Jugend zum Be-
sten abgefasset. . Hildesheim/Zürich/New York : Olms-Verlag, 1986
2. Lachmann, Rainer (Hrsg.): Christian Gotthilf Salzmann. Religionsbücher. Nachdruck mit ei-
ner Einleitung von Rainer Lachmann. . Köln/Weimar/Wien : Böhlau-Verlag, 1994 (Schulbü-
cher vom 18. bis 20. Jahrhundert für Elementar- und Volksschulen Bd. 6)
Seite 175
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Adam, Gottfried ; Lachmann, Rainer (Hrsg.): Kinder- und Schulbibeln. Probleme ihrer Er-
forschung. . Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1999. - 291 Seiten.
4. Pirner, Manfred : Musik und Religion in der Schule. Historisch-systematische Studien in re-
ligions- und musikpädagogischer Perspektive. . Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1999
(Arbeiten zur Religionspädagogik Bd. 16) . - 492 Seiten. ISBN 3525614667
5. Adam, Gottfried ; Lachmann, Rainer ; Schindler, Regine: Das Alte Testament in Kinderbi-
beln, Eine Didaktische Herausforderung in Vergangenheit und Gegenwart . 2003 : Theolo-
gischer Verlag Zürich, 2003
I.3 Bayerische evangelische Religionsbücher im 19. Jahrhundert (Promotionspro-
jekt von Dr. Heidi Schönfeld, inzwischen vollendet)
Projektleitung: Untersucht wird, wie und nach welchen Konzepten sich der Religi-
Dissertationsprojekt onsunterricht im Bayern des 19. Jh. gestaltete. Dazu dienen als er-
Laufzeit: 1.1.1995 - ste wichtige Quelle die im Unterricht verwendeten Bücher. Daneben
1.10.2003
Kontakt: geben Diskussionsprotokolle der Generalsynoden, Lehrpläne, Deka-
Prof. Dr. theol. Dr. theol. nantsgutachten u. dgl. Auskunft über die konkrete Unterrichtssitua-
habil. Rainer Lachmann tion. Die Bücher, die im Religionsunterricht Verwendung fanden
Tel.: 0951/863 1841, E- (vorwiegend exponierte Katechismen), sind zum großen Teil erho-
Mail: [Link]@pp
ben, zu einigen kann die Entstehungsgeschichte belegt werden. Ne-
[Link]
ben der Untersuchung der Bücher nach ihren didaktischen Kon-
zepten bildet die Arbeit an Archivalien den Schwerpunkt. Das Pro-
jekt gehört zum Schwerpunkt "Geschichte der Religionspädagogik"
und wurde 2003 mit der Veröffentlichung im IKS Garamond-Verlag
Jena unter dem Titel "Bücher für den evangelischen Religionsunter-
richt. Ein Beitrag aus den bayerischen Schulen im 19. Jahrhundert"
abgeschlossen.
Dieses Buch bildete gleichzeitig den Band 1 der Reihe "Arbeiten zur
Historischen Religionspädagogik (AHRp)", mit dem das Forschungs-
gebiet "Geschichte der Religionspädagogik seit der Reformation"
sich unter der Herausgeberschaft von Rainer Lachmann und Heidi
Schönfeld ein Veröffentlichungsforum geschaffen hat. Inzwischen
sind in dieser Reihe drei Bände erschienen bzw. in Vorbereitung!
I.4 Religionspädagogik in der Weimarer Republik
Projektleitung: Inhalte, Ziele und Methoden der Religionspädagogik und -didaktik in
Prof. Dr. theol. Dr. theol. der Weimarer Republik, insbesondere im konzeptionellen Bereich li-
habil. Rainer Lachmann beraler Religionspädagogik und deutsch-völkischen Religionsunter-
Beginn: 1.1.1994
richt sind Forschungsgegenstand. Veranlasst wurde das Projekt
durch eine historische Sicht der Religionspädagogik in der Weimarer
Republik, die sich lediglich auf reformpädagogische Konzeptionen
und die Verkündigungskonzeption im Gefolge von G. Bohne be-
schränkte. Das greift zu kurz: Es gibt darüber hinaus eine religions-
pädagogische Strömung, die bereits sehr früh vom deutschnatio-
nalen Gedanken getragen ist und den RU in diesem Sinne verändern
und "germanisieren" will. Sein Verhältnis zur liberalen Religionspäd-
agogik verspricht in Distanz und Nähe besondere religionspädago-
gische Aufschlüsse, was das durchgeführte Projekt eindrücklich
bestätigte und weitere Untersuchungen in diesem Bereich notwen-
dig macht. Als Buchveröffentlichung ist aus diesem Projekt bisher
erwachsen: R. Lachmann, Religionsunterricht in der Weimarer Re-
publik (= Studien zur Theologie. Bd. 12), Würzburg 1996. Gefördert
Seite 176
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
wurde die Untersuchung durch einen Druckkostenzuschuss der Uni-
versität Bamberg. - Abgesehen von einigen inzwischen veröffent-
lichten einschlägigen Lexikonartikeln findet diese Forschung derzeit
ihre Fortsetzung mit einem Beitrag zum Veröffentlichungsprojekt
"Religionsunterricht 1918-1933" für das Studienbuch Geschichte
des Religionsunterrichts" (vgl. o. I.1.).
Publikationen
1. Lachmann, Rainer: Religionsunterricht
0XX in der Weimarer Republik. Zwischen liberaler und
deutscher Religionspädagogik. . Würzburg : Mittelstädt, 1996 (Studien zur Theologie
Bd. 12)
I.5 Religionspädagogische Autobiographieforschung im 20. Jahrhundert (in Ko-
operation mit Prof. Rupp, Würzburg)
Projektleitung: Seit 1989 beschäftigt sich der Lehrstuhl intensiv mit Autobiographie
Prof. Dr. theol. Dr. theol. und biographischer Forschung im religionspädagogischen Kontext.
habil. Rainer Lachmann Er hat dazu in den vergangenen zehn Jahren 51 namhafte evange-
Beteiligte:
Prof. Dr. Horst F. Rupp lische und katholische Autoren und Autorinnen aus den deutsch-
(Würzburg) sprachigen Ländern, die als Religionspädagogen und -pädagoginnen
Beginn: 1.1.1989 sich beruflich mit religiöser Erziehung beschäftigten und vor dem
September 1939 geboren wurden, aufgefordert, in Verschränkung
von Lebensweg und religiöser Erziehung je ihre eigene religiöse und
religionspädagogische Biographie zu erzählen. Das Ergebnis wurde
in bisher drei Bänden dokumentiert und wissenschaftlich kommen-
tiert: R. Lachmann/ H: F. Rupp (Hrsg.), Lebensweg und religiöse Er-
ziehung. Religionspädagogik als Autobiographie. Weinheim Bd. 1 u.
2, 1989; Bd. 3, 2000. Aus der Arbeit zum 3. Bd. ist als letzte Frucht
dieser religionspädagogischen Autobiographieforschung die Lebens-
beschreibung des bekannten Erzählers Dietrich Steinwede "So viel
Gott strömt über. Streiflichter eines Lebens" (Würzburg 2000) her-
vorgegangen, die vom Lehrstuhlinhaber bearbeitet und herausge-
geben wurde. Die genannten Bände wurden durch Forschungsgel-
der seitens der evangelischen Kirchen und - was die ersten beiden
Autobiographiebände betrifft - durch Druckkostenzuschüsse der
Universität Bamberg gefördert. Als wichtiges Element im For-
schungsprojekt "Geschichte der Religionspädagogik" wird der auto-
biographische Ansatz sowohl in historischer wie in aktueller Hinsicht
am Lehrstuhl weiterverfolgt werden.
Publikationen
1. Lachmann, Rainer ; Rupp,
0XX Horst (Hrsg.): Lebensweg und religiöse Erziehung. Religionspäd-
agogik als Autobiographie. Band 1 und 2. . Weinheim : Deutscher Studien Verlag, 1989
2. Lachmann, Rainer ; Rupp, Horst (Hrsg.): Lebensweg und religiöse Erziehung. Religionspäd-
agogik als Autobiographie. Band 3. . Weinheim : Deutscher Studien Verlag, 2000
3. Steinwede, Dietrich: So viel Gott strömt über. Streiflichter eines Lebens, mit einer Einstim-
mung bearbeitet und herausgegeben von Rainer Lachmann. . Würzburg : Mittelstädt, 2000
(Studien zur Theologie Bd. 20) . - 208 Seiten.
Seite 177
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
II. Religionsunterrichtliche Fachdidaktik
Projektleitung: In wechselseitigem Zusammenhang mit der geschichtlichen For-
Prof. Dr. theol. Dr. theol. schung (I) und der konzeptionellen Grundlagenforschung der Reli-
habil. Rainer Lachmann gionspädagogik (II) ist dem Bamberger religionspädagogischen
Beteiligte:
Prof. Dr. Gottfried Adam Lehrstuhl die religionsunterrichtlich-fachdidaktische Forschung (im
(Wien) genuinen Sinn der Fachdidaktik als "Erschließung von Gegenstän-
Beginn: 1.1.1984 den der Fachwissenschaften für Erziehungs- und Bildungsaufgaben"
LPO I § 37.1) ein ganz besonderes Anliegen. Sie bezieht sich in ihrer
wissenschaftlichen Reflexion auf die Disziplinen der Evangelischen
Theologie und bedenkt deren Inhalte hinsichtlich ihrer Bildungsrele-
vanz, ihrer Auswahl und Elementarisierung, ihrer Zielsetzung und
methodischen Umsetzung.
II.1 Das erfolgte zum einen in grundsätzlicher Reflexion (vgl. etwa
den Artikel von R. Lachmann "Verständnis und Aufgaben religions-
unterrichtlicher Fachdidaktik" [in: G. Adam/ders. (Hrsg.), Religions-
pädagogisches Kompendium. Göttingen 6. Aufl. 2003] oder den
gemeinsam mit G. Ruppert hrsg. Band "Theologie und ihre Didaktik"
[Würzburg 1997], zum anderen in religionsdidaktischer Auseinan-
dersetzung mit wichtigen Inhalten und Inhaltsbereichen der Evan-
gelischen Theologie und ihrer Disziplinen. N.a. ist daraus die vom
Lehrstuhlinhaber im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht neu kreierte
Reihe "Theologie für Lehrerinnen und Lehrer" (= TLL) erwachsen,
die sich dem fachdidaktischen Transfer der elementaren Inhalte der
theologischen Einzeldisziplinen widmet. Der Anfang wurde bereits
1999 mit dem 1. TLL-Band "Theologische Schlüsselbegriffe" ge-
macht, dem es um den Transfer wichtiger dogmatischer Inhalte zu
tun war. Es folgte 2001 mit den "Elementaren Bibeltexten" der 2.
Band und 2003 der 3. Band "Kirchengeschichtliche Grundthemen".
In Arbeit ist derzeit Band 4, der sich mit "Ethischen Schlüssselqua-
lifikationen" befasst.
II.2 Die didaktische Arbeit im engeren Sinne theologisch-inhaltli-
cher Forschung wird ergänzt und ausgeweitet durch intensive Aus-
einandersetzung mit religionspädagogischer Methodik und
religionsunterrichtlichen Methoden. Analog zum bereits genannten
"Religionspädagogischen Kompendium" als Standardwerk für den
genuin didaktischen Bereich wurde von Adam/Lachmann auch ein
"Methodisches Kompendium für den Religionsunterricht" herausge-
bracht, das im Jahr 2002 bei Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen
eine 4. Auflage erlebte, dem im gleichen Jahr ein 2. Band folgte, der
die neuere Entwicklung im Methodenbereich aufarbeitete und die
einschlägigen Methoden aufzeigt und kritisch bedenkt. Insofern wird
dem Forschungsschwerpunkt "Religionsunterrichtliche Fachdidak-
tik" neben der grundsätzlichen und theologisch-inhaltlichen Seite
auch in methodischer Hinsicht wissenschaftlich anspruchsvolles Pro-
fil abverlangt.
Publikationen
1. Lachmann, Rainer ; Ruppert,
0XX Godehard (Hrsg.): Theologie und ihre Didaktik. Zum Stellen-
wert theologischer Disziplinen in der Lehramtsausbildung. . Würzburg : Mittelstädt, 1997
(Studien zur Theologie Bd. 16) . - 171 Seiten.
2. Lachmann, Rainer ; Adam, Gottfried ; Ritter, Werner: Theologische Schlüsselbegriffe: bi-
blisch, systematisch, didaktisch . Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1999 (Theologie
für Lehrerinnen und Lehrer (TLL) Bd. 1) . - 408 Seiten.
Seite 178
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Adam, Gottfried ; Lachmann, Rainer: Religionspädagogisches Kompendium . 6. Aufl.
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2003. - 491 Seiten.
4. Lachmann, Rainer: Verständnis und Aufgaben religionsunterrichtlicher Fachdidaktik .
In: Adam, Gottfried ; Lachmann, Rainer (Hrsg.) : Religionspädagogisches Kompendium. 6.
Aufl. Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2003, S. 17-36.
5. Lachmann, Rainer ; Adam, Gottfried ; Reents, Christine: Elementare Bibeltexte: Exege-
tisch-systematisch-didaktisch (Theologie für Lehrerinnen und Lehrer Bd. 2) . Bd. 2
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2001. - 479 Seiten.
6. Lachmann, Rainer ; Gutschera, Herbert ; Thierfelder, Jörg: Kirchengeschichtliche Grund-
themen. Historisch-systematisch-didaktisch. (Theologie für Lehrerinnen und Lehrer; Bd. 3)
. Bd. 3 Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2003. - 360 Seiten.
7. Adam, Gottfried ; Lachmann, Rainer (Hrsg.): Methodisches Kompendium für den Religions-
unterricht (Bd. 1) . 4. Aufl. Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2002. - 452 Seiten.
8. Adam, Gottfried ; Lachmann, Rainer: Methodisches Kompendium für den Religionsunter-
richt (Bd. 2) . Bd. 2 Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2002. - 430 Seiten.
III. Religionsunterricht in konfessioneller Kooperation: Ökumenischer Religions-
unterricht in Theorie und Praxis (interdisziplinäres Forschungsprojekt von Prof.
Lachmann, Ev. Religionspädagogik und Kath. Religionspädagogik)
Projektleitung: Es geht darum, einen von den beiden großen Konfessionen gemein-
Prof. Dr. theol. Dr. theol. sam verantworteten Religionsunterricht konzeptionell zu entwickeln
habil. Rainer Lachmann und in Projekten modellversuchsartig zu erproben. Im Schuljahr
Beginn: 1.1.1995
1995/96 wurde an zwei Grundschulen in der Umgebung von Bam-
berg ein konfessionell-kooperativer Religionsunterricht erprobt. In
einem begleitenden, ebenfalls konfessionell-kooperativen Universi-
tätsseminar wurden im WS 1995/96 ökumenisch ausgerichtete
Lehrplaneinheiten, Fragebogen- und Interviewmethoden sowie Kri-
terien für die kontinuierliche Unterrichtsbeobachtung und -analyse
erarbeitet. Die ablehnende Haltung der beiden großen Kirchen ge-
genüber einem offiziellen, wissenschaftlich begleiteten Modellver-
such Ökumenischer Religionsunterricht hat die Arbeit zunächst
behindert und schwieriger gemacht. Im - auch von kirchlicher Seite
aus gesehen - "legalen" Rahmen von konfessionell-kooperativen
Religionsunterrichts-Einheiten wird weiterhin versucht, empirische
Beobachtungen zusammenzutragen und mit denen eines herkömm-
lichen konfessionellen Religionsunterrichts zu vergleichen. Prof.
Lachmann hat in mehreren Veröffentlichungen die Konzeption eines
"Ökumenischen Religionsunterrichts" entwickelt. Ein Seminar zu
diesem Thema im SS 1995 diente der weiteren Vertiefung und Dis-
kussion ebenso wie die Ende September 1995 stattfindende Tagung
des "Arbeitskreises für Religionspädagogik", an der führende Ver-
treter der katholischen und evangelischen Religionspädagogik in
Deutschland teilnahmen und auf der Prof. Lachmann das Grundsatz-
referat hielt. Zenrale Hypothese ist, dass der konfessionsübergrei-
fende, ökumenische Religionsunterricht dem kirchlichen Bildungs-
auftrag an der Schule im Hinblick auf pädagogische, theologische
und gesellschaftliche Aspekte besser gerecht zu werden vermag als
der herkömmliche konfessionelle Religionsunterricht. Dabei wird
insbesondere postuliert, dass der ÖRU trotz seiner Erweiterung ins
Überkonfessionelle nicht sein christliches Profil verlieren muss, son-
dern im Gegenteil das Christlich-Gemeinsame stärker zur Geltung
Seite 179
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
kommen kann. Als erste vorläufige Ergebnisse, die durch kontinu-
ierliche Unterrichtsbeobachtung und Fragebogenaktionen gewon-
nen wurden, können festgehalten werden:
• Der gesellschaftliche Säkularisierungsbefund hat sich auch im Raum
Bamberg auf Seiten der Schüler bei geringfügigen regionalen Abwei-
chungen bestätigt; eine "faktisch-praktische Ökumene" war die Re-
gel;
• die überwiegende Mehrzahl der Grundschüler wusste nicht, welcher
Konfession sie angehört. Wo ein Wissensanklang war, bestimmte er
sich nach den Lehrkräften, an deren katholischem bzw. evangeli-
schem RU die Schüler Klassen-getrennt teilnehmen mussten, d.h.
Konfessionsverschiedenheit wurde nur da augenfällig relevant, wo
getrennt konfessionell unterrichtet wurde;
• konfessionsspezifische Elemente auf Seiten der Schüler wie der
schulischen Lehrkräfte begegneten im beobachteten RU so gut wie
nicht; selbst beim Thema "Gebet" zeigte sich nur bei einer einzigen
Schülerin eine typisch katholische Gebetshaltung;
• bei den durchgeführten Befragungen lag der einzige, allerdings
durchgängige konfessionsbedingte Unterschied darin, dass die ka-
tholischen Kinder relativ häufiger in die Kirche gingen als die evan-
gelischen;
• im beobachteten Zeitraum gab es keine Themen oder Unterrichtssi-
tuationen, die einen getrennt konfessionellen RU erforderlich oder
förderlicher gemacht hätten; die Voraussetzungen auf Lehrenden-,
Lernenden- und Stoff-Seite gaben dazu bisher keinen Anlass und
keine unumgängliche Notwendigkeit.
Da inzwischen die evangelische Kirche über ihre Kontaktkommission
mit den Universitäten offizielle Zustimmung zu Projekten "Ökume-
nischen Religionsunterrichts" signalisiert hat, und sich Kardinal Wet-
ter zusammen mit Landesbischof v. Loewenich in einem Informa-
tions- und Werbeblatt an die Eltern vom 01. Februar 1996 gemein-
sam und öffentlich für einen von ökumenischem Geist geprägten RU
ausgesprochen haben, der "offen für alle Kinder" ist, besteht Aus-
sicht, das Forschungsprojekt inskünftig auch in längerfristigen Ver-
suchen an den Schulen etablieren zu können. Das allein garantiert
letztlich seinen Erfolg, denn nur auf diesem Weg kann zuverlässiges
empirisches Datenmaterial gewonnen werden, um verlässliche Aus-
künfte über Grenzen und Möglichkeiten ökumenischen RU an den
öffentlichen Schulen geben zu können. Zugleich Grundlegung wie
Zwischenbilanz ist das Buch von R. Lachmann "Religionspädagogi-
sche Spuren" (Göttingen 2000), das in seinem ersten Teil "konzep-
tionelle Impulse: Ökumenischer Religionsunterricht" vermittelt und
verhandelt.
Publikationen
1. Lachmann, Rainer: Religionspädagogische
0XX Spuren Konzepte und Konkretionen für einen
zukunftsfähigen Religionsunterricht . 2. erw. Aufl. Jena : IKS Garamond, 2002. - 317 Sei-
ten. ISBN 3-934601-56-1
Seite 180
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Zeit für Erwachsenenbildung. Evangelische Erwachsenenbildung zwischen Zeit-
diagnosen und Frei-zeit-bedürfnissen (Promotionsprojekt von Wiss. Assistent
Jürgen Wolff)
Projektleitung: In Theorie und Praxis ist Erwachsenenbildung stets gehalten, den
Dipl.-Päd. Jürgen Wolff Faktor "Zeit" zu reflektieren. Einerseits gilt es, vor jeder inhaltlichen
Laufzeit: 1.9.1998 - Planung eine möglichst professionelle Zeitdiagnostik zu leisten. An-
15.2.2004
dererseits ist stets das Freizeitverhalten möglicher Teilnehmender
zu bedenken. In besonderem Maße gelten diese Anforderungen für
eine Evangelische Erwachsenenbildung, die nach ihrem Selbstver-
ständnis keine berufsqualifizierenden Maßnahmen anbietet und da-
mit ausschließlich das Interesse von Menschen in deren nicht durch
Arbeit, Familie oder Erholungsbedürfnissen geprägten Zeit finden
muss. In der Studie soll in einem ersten Schritt ein pädagogisch wie
theologisch profilierter Begriff von Evangelischer Erwachsenenbil-
dung entwickelt werden. In einem historischen Rückblick wird ’Zeit’
im geschilderten zweifachen Sinn in der Geschichte der EEB analy-
siert. Anschließend sollen verschiedene interdisziplinäre Zeitdiagno-
sen in ihrer Relevanz für eine (Evangelische) Erwachsenenbildung
überprüft werden. Weiterhin gilt es, die Ergebnisse der Freizeitfor-
schung in ihrer Bedeutung für die Theorie und Praxis der Erwachse-
nenbildung zu würdigen. Die Studie zielt auf eine profiliert pädago-
gische, religionspädagogische und theologische Begründung Evan-
gelischer Erwachsenenbildung unter Berücksichtigung interdiszipli-
närer Zeitdiagnosen und den Freizeitbedürfnissen der Menschen.
Die Studie basiert auf den Erfahrungen einer achtjährigen Tätigkeit
in der Evangelischen Erwachsenenbildung. Das Projekt stellt einen
eigenen Schwerpunkt dar und dürfte voraussichtlich im WS 2004
abgeschlossen sein!
Seite 181
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Psychologie
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Die Diplom- und Schul-Psychologie in Bamberg gehört der Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psy-
chologie an. Ebenfalls ist die Psychologie in Bamberg im Fachbereich Soziale Arbeit im Bereich
Psychologie/FH vertreten.
Psychologie kann in Bamberg als Diplomstudiengang und als Lehramtsstudienfach "Psychologie
mit schulpsychologischem Schwerpunkt" studiert werden. Teilbereiche der Psychologie werden
im Fach Psychologie im Erweiterungsstudium für Beratungslehrer oder als Nebenfach in vielen
Lehramts-, Diplom- oder Magisterstudiengängen angeboten.
Im Diplomstudiengang Psychologie werden im Grundstudiumdie folgenden Fächer gelehrt:
Allgemeine Psychologie (Prof. Dörner), Entwicklungspsychologie (Prof. Weinert), Sozialpsycho-
logie (Prof. Liebel), Persönlichkeitspsychologie (Prof. Laux), Physiologische Psychologie (Prof.
Lautenbacher) und Methodenlehre (Prof. Dörner).
Das Hauptstudium gliedert sich in vier Kernfächer, ein Vertiefungsfach, ein Nebenfach und fa-
kultative Zusatzfächer. Die Kernfächer sind: Angewandte Psychologie (Prof. Liebel), Klinische
Psychologie (Prof. Reinekker), Pädagogische Psychologie (Prof. Berg) und Psychologische Dia-
gnostik (Prof. Laux). Im Laufe des Hauptstudiums besteht die Möglichkeit zur Spezialisierung
auf zumindest eines von drei Vertiefungsfächern: Organisationspsychologie (Prof. Liebel), Ver-
haltensmodifikation (Prof. Reinecker), Neuropsychologie (Prof. Lautenbacher) und Theoretische
Psychologie (Prof. Dörner).
Lehrstuhl für Psychologie I
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 1899 Fax.: 0951/863 4899
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Der Lehrstuhl Psychologie I - Entwicklungspsychologie - beschäftigt
Prof. Dr. Sabine Weinert sich mit alterstypischen Veränderungen, aber auch Konstanzen im
wiss. Mitarbeiter: Verhalten und Erleben, im Lernen und Leisten des Menschen vom
Dipl.-Psych. Dorothea
Dornheim Säuglings- bis ins hohe Erwachsenenalter.
Dipl.-Psych. Anita Knöferle Im Grundstudium werden wichtige und grundlegende Erkenntnisse
Dr. Christoph Mischo
der allgemeinen und angewandten Lern- und Entwicklungspsycho-
Dipl.-Psych. Catrin Neu-
bauer logie vermittelt. Dabei werden die Studierenden frühzeitig an die
Dajie Zhang Topp Frage herangeführt, wie man entwicklungspsychologische Erkennt-
Projektmitarbeiter: nisse gewinnt und Entwicklungsbedingungen analysiert.
Dipl.-Psych. Minja Matheis
Angestellte: Im Hauptstudium stehen grundlagentheoretisch bedeutsame und
Stefan Müller zugleich anwendungsrelevante Fragen der Beschreibung, Erklärung,
Irmgard Salomon Diagnose und Intervention bei unterschiedlichen Entwicklungsstö-
Martina Welsch rungen im Vordergrund. Hier ist zugleich einer der Forschungs-
schwerpunkte des Lehrstuhls angesiedelt.
Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeitseinheit bildet die Be-
schreibung und Erklärung der normalen und der gestört verlaufen-
den Sprach- und Kognitionsentwicklung.
In Forschung und Lehre wird besonderer Wert auf die Verbindung
von Grundlagen- und Anwendungsorientierung gelegt. Neben Ent-
wicklungsstörungen wird dabei auch der Entwicklungsdiagnostik
und der Entwicklungsförderung besondere Aufmerksamkeit ge-
schenkt.
Seite 182
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsschwerpunkte
Die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Bereich der
Entwicklungspsychologie (einschließlich der Analyse von Entwick-
lungsstörungen), der Pädagogischen Psychologie und des Lernens.
Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Beschreibung und Erklä-
rung der normal und gestört verlaufenden Sprach- und Kognitions-
entwicklung.
Im Vordergrund stehen:
(a) die Analyse von Entwicklungsbeziehungen zwischen Sprache
und Denken:
Hier beschäftigen wir uns in einer Reihe von Projekten mit der Fra-
ge, in welcher Weise sich Sprache und Denken, Sprache und Ge-
dächtnis, Sprache und Konzepterwerb im Entwicklungsverlauf
wechselseitig beeinflussen:
• Wie gelingt es einem Kind, seine Muttersprache (z.B. Wortschatz,
Grammatik) in einem Alter zu erwerben, in dem es sich kaum die
Schuhe zubinden kann? Welche kognitiven und lernpsychologischen
Voraussetzungen sind hierfür notwendig?
• Welche Probleme können auftreten und wie lässt sich der Spracher-
werb fördern?
• Sind Kinder im Vergleich zu Erwachsenen die besseren Sprachlerner?
• Welche Bedeutung haben Sprache und Spracherwerb für die geistige
und soziale Entwicklung von Kindern - speziell auch für die Entwick-
lung des Gedächtnisses und des selbstgesteuerten Lernens, für den
Konzepterwerb und die Entwicklung von Problemlösungen?
Über die Analyse von Entwicklungsbeziehungen im Kindesalter hin-
aus untersuchen wir diese im Rahmen des neu aufgebauten „Bam-
berger Baby Instituts - BAMBI" am Lehrstuhl für Psychologie I auch
bereits im frühen Säuglingsalter: Wie entdecken Säuglinge und
Kleinkinder die Welt? Welche Rolle spielt hierbei die Sprache? Von
welchen Prinzipien lassen sich Kinder beim frühen Worterwerb lei-
ten? Um entsprechende Fragen untersuchen zu können, zeigen wir
Säuglingen und Kleinkindern verschiedene Bilder von alltäglichen
Dingen oder Tieren, sie hören Sprache oder Musik oder spielen mit
kindgerechtem Spielzeug. Dabei beobachten wir, wohin die Kinder
schauen und wofür sie sich interessieren. Hieraus können wir viel
darüber lernen, wie sich das Gedächtnis entwikkelt, wie Kinder
Sprache verarbeiten, ob Wörter darauf Einfluss nehmen, wie Kinder
die Welt sehen und vieles mehr.
(b) Die Analyse von Entwicklungsstörungen:
Neben unauffälligen Entwicklungsverläufen untersuchen wir im Rah-
men unserer Forschung vor allem auch Entwicklungsstörungen,
speziell umschriebene Störungen der Sprachentwicklung, die ein er-
hebliches Risiko für die Gesamtentwicklung von Kindern darstellen
(Ursachen, Entwicklungsveränderungen, Diagnose und Intervention
bei Kindern mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen; verzö-
gertem Wortschatzerwerb). Darüber hinaus werden die Beziehun-
gen zwischen Sprach- und Kognitionsentwicklung bei unterschied-
lichen Entwicklungsstörungen analysiert.
Seite 183
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
(c) Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Analyse von Lernprozessen
im Kindes- und Erwachsenenalter. Speziell untersucht werden:
• die Bedingungen des impliziten, nicht bewussten und des expliziten
gezielt-gesteuerten Lernens im Kindes- und Erwachsenenalter;
• die Entwicklung (und Förderung) bewusst gesteuerten Lernens;
• die kognitiven Voraussetzungen und Lernmechanismen im Spracher-
werb;
• die Bedeutung von rhythmisch-prosodischen Strukturen des Sprach-
angebots oder Lernmaterials für Gedächtnisleistungen und Regeler-
werb im Kindesalter;
Darüber hinaus werden pädagogisch-psychologische Fragestellun-
gen, die sich auf Lernprozesse in vorschulischen, schulischen und
außerschulischen Kontexten beziehen, untersucht. So z.B.
• sozial-kognitive Prozesse und Argumentationsverhalten beim koope-
rativen Lernen;
• Möglichkeiten der Förderung domänspezifischer und domänüber-
greifender Kompetenzen durch Eltern, Erzieherinnen und Lehrer/in-
nen.
Die Forschungsfragen des Lehrstuhls sind grundlagenwissenschaft-
lich orientiert und haben zugleich großen Anwendungsbezug bei-
spielsweise im Bereich der Entwicklungsdiagnostik und thera-
peutischen Intervention bei Entwicklungsstörungen, der Förderung
des ungestörten Erwerbs kognitiver und sozial-kognitiver Kompe-
tenzen, des Zweitspracherwerbs, der Entwicklung des Textver-
ständnisses sowie der kognitiv-sprachlichen Selbststeuerung.
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Der Lehrstuhl verfügt über ein neu aufgebautes Forschungslabor zur
Untersuchung von Säuglingen und Kleinkindern. Hier können unter-
schiedliche Methoden der modernen Säuglingsforschung (z.B. Ha-
bituations-Dishabituations-Methode, visuelle Präferenztechniken)
realisiert werden.
Es bestehen Möglichkeiten zur Analyse von Blickverhalten, Interak-
tionen usw. mit Hilfe von Videoanalysesystemen (Interact).
Kooperationsbeziehungen
Im Zuge einer Forschergruppeninitiative im Rahmen der empiri-
schen Bildungsforschung bestehen enge Kooperationsbeziehungen
zu Lehrstühlen anderer Disziplinen (Elementar- und Familienpäd-
agogik; Grundschulpädagogik, Soziologie); darüber hinaus beste-
hen Kooperationsbeziehungen mit einer Reihe entwicklungs-
psychologischer Arbeitseinheiten, speziell auch im Bereich der
Säuglingsforschung.
Seite 184
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
"Lehrer/innen als Multiplikatoren/innen elternzentrierter Prävention sexueller
Mißhandlung - Medien"
Projektleitung: • Prävention ist Erwachsenen- und insbesondere Elternsache
Prof. Dr. Herbert Selg • Prävention ist längerdauernder Prozeß und kann nicht durch eine
Beteiligte: einmalige Veranstaltung abgehandelt werden
Dipl.-Psych. Melanie Bek-
ker • Eltern müssen ihre Erziehung in Richtung einer präventiven Erzie-
Dipl.-Psych. Rüdiger Kip- hungshaltung verändern, die auf folgenden sieben Säulen ruht:
ferl a)Genügend Aufmerksamkeit und Zuwendung
Stichwörter:
sexueller Mißbrauch, se- b)Altersangemessene Sexualaufklärung
xuelle Mißhandlung, Prä- c)Vermeidung geschlechtsspezifischer Erziehung
vention, Medien,
präventive Erziehung d)Vermeidung uneingeschränkter Gehorsamserziehung
Laufzeit: 1.1.1999 -
31.12.2002 e)Sich auf Gefühle verlassen und danach handeln
Förderer: f)Grenzen setzen / Nein sagen lernen
Bayerisches Staatsmini-
sterium für Wissenschaft, g)Selbstbestimmter Körperkontakt
Forschung und Kunst
• Zur Verbreitung des Ansatzes benötigt man Multiplikatoren; als
Mitwirkende Institutio-
nen: besonders gut geeignete Berufsgruppe erwiesen sich Grundschulleh-
Landesbildstelle Nordbay- rer
ern Der inhaltliche Teil der Arbeit ist abgeschlossen. Aufgabe des lau-
fenden Projekts ist es, in Kooperation mit der Landesbildstelle Nord-
bayern Filme zu erstellen, welche die komplexen Inhalte des
Präventionsansatzes verdeutlichen und somit eine wichtige Hilfe bei
der Verbreitung der präventiven Grundidee leisten können.
Beziehungen zwischen Sprache und Konzepterwerb bei Kindern mit Entwick-
lungsstörungen
Projektleitung: In diesem Projekt, das bereits 1995 begonnen wurde, werden die
Prof. Dr. Sabine Weinert Beziehungen zwischen Sprache und Konzepterwerb bei Kindern mit
Stichwörter: unterschiedlichen kognitiven und sprachlichen Kompetenzen in ei-
Sprachentwicklung, kogni-
tive Entwicklung, Entwick- ner Reihe von Teilstudien untersucht, in die auch verschiedene Di-
lungsstörungen plomarbeiten eingebunden sind und waren. Einbezogen werden
Beginn: 1.1.1995 Kinder mit autistischer Entwicklungsstörung, Kinder mit spezifi-
schen Spracherwerbsdefiziten, Kinder mit geistiger Behinderung so-
wie Kinder ohne Entwicklungsprobleme. Speziell wird geprüft, ob
und wenn ja, inwieweit sprachliche Benennungen Einfluss auf die
konzeptuelle Entwicklung der Kinder nehmen, indem sie den Zugriff
auf und den Neuerwerb von kategorialen Unterscheidungen beein-
flussen und begünstigen. Dabei wird zugleich geprüft, (i) ob bei-
spielsweise spezifisch-sprachgestörte Kinder Defizite bei der
Nutzung sprachlicher Benennungen für den Erwerb konzeptueller
Unterscheidungen aufweisen, (ii) ob die Kinder auch grammatisches
Wissen nutzen sowie (iii) ob sich Zusammenhänge zwischen der Fä-
higkeit, zunächst unbekannte Bezeichnungen auf neue Kategorie-
Exemplare zu generalisieren und dem eingeschränkten Wort-
schatzerwerb spezifisch-sprachgestörter Kinder nachweisen lassen.
Diese Studien sollen Aufschluss geben (a) über mögliche Kompeten-
zen und Defizite bei der Nutzung von Wortlernprinzipien einerseits
sowie (b) über Auswirkungen eines eingeschränkten Spracherwerbs
Seite 185
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
auf die kognitive Entwicklung der Kinder andererseits (vgl. auch
Projekt „Wortlernprinzipien" und Projekt „implizites Lernen" sowie
den dort angegebenen Beitrag „Entwicklung von Sprache und Den-
ken", Weinert 2003).
Publikationen
1. Grimm, H. ; Weinert, Sabine:
0XX Sprachentwicklung . In: Oerter, R. ; Montada, L. (Hrsg.) :
Entwicklungspsychologie. Ein Lehrbuch. Weinheim : Psychologie Verlags Union, 2002,
S. 517-550.
2. Weinert, Sabine: Umschriebene Entwicklungsstörungen der Sprache . In: Schlottke, P.F. ;
Silbereisen, R.K. ; Schneider, S. ; Lauth, G.W. (Hrsg.) : Störungen im Kindes- und Jugend-
alter (Enzyklopädie der Psychologie). Göttingen : Hogrefe, 2004, S. [Link].
Implizites Lernen: Bedingungen und Mechanismen des bewusst-gesteuerten und
des nicht-bewussten Erwerbs bedeutungsbezogener und formal-sprachlicher Re-
gularitäten im Kindes- und Erwachsenenalter
Projektleitung: Dieses Projekt wurde bereits 1988 begonnen und schließt eine gan-
Prof. Dr. Sabine Weinert ze Reihe in sich abgeschlossener Teilprojekte ein. Analysiert werden
Stichwörter: die Bedingungen des nicht-bewussten, impliziten und des bewusst-
implizites Lernen, Spra-
cherwerb, Konzepterwerb gesteuerten expliziten Lernens von komplexen, sprachähnlichen Re-
Beginn: 1.1.1988 gelsystemen im Kindes- und Erwachsenenalter. Speziell wird unter-
sucht, unter welchen Bedingungen Kinder und Erwachsene in der
Lage sind, komplexe formal-sprachliche (Satzbildung, Wortbildung)
und konzeptuell-bedeutungsbezogene Kategorien und Regelsyste-
me auf der Basis eines entsprechend strukturierten „Lernangebots"
induktiv abzuleiten. Dabei wird (a) die Bedeutung und Art der im
Reizangebot verfügbaren korrelativen Strukturen, auf deren Grund-
lage konzeptuelle und sprachanaloge Kategorien und Regularitäten
erworben werden müssen und (b) die Art der Lernprozesse bei Kin-
dern und erwachsenen Probanden systematisch experimentell un-
tersucht und in ihrer Bedeutung für den Erwerb von (hierarchischen)
Satzbildungs- bzw. Wortordnungsregeln, von Wortbildungsregeln
sowie von visuell-konzeptuellen und handlungsbezogenen Regulari-
täten analysiert. Speziell werden dabei auch die Interaktionen zwi-
schen dem Erwerb konzeptuell-semantischer, formal-phonologi-
scher sowie rhythmisch-prosodischer Regularitäten in Hinblick auf
ihre Bedeutung für den normalen und den gestört verlaufenden
Spracherwerb sowie für Altersunterschiede im (Zweit-)Spracher-
werb analysiert. Neben den angegebenen neueren Arbeiten liegt
hierzu auch eine Reihe früherer Publikationen vor (u.a. Weinert,
1991, 1992, 1993, 1997, 2000).
Publikationen
1. Weinert, Sabine: Entwicklung
0XX von Sprache und Denken . In: Schneider, W. ; Knopf, M.
(Hrsg.) : Entwicklung, Lehren und Lernen. Göttingen : Psychologie Verlags Union, 2003,
S. 93-108.
2. Weinert, Sabine: Lernen Kinder Fremdsprachen besser als Erwachsene? In: Ahrens, R.
(Hrsg.) : Europäische Sprachenpolitik - European Language Policy. Heidelberg : Universi-
tätsverlag C. Winter, 2003, S. 313 - 336.
3. Weinert, Sabine: Fremdsprachenerwerb in der Langzeitperspektive: Sind Kinder die besse-
ren Sprachlerner? In: Faust, Gabriele ; Götz, H. ; Hacker, H. ; Roßbach, Hans-Günther
Seite 186
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
(Hrsg.) : Anschlussfähige Bldungsprozesse im Elementar- und Primarbereich. Bad
Heilbrunn : Klinkhardt, 2004, S. 119-138.
Interaktion von Sprache und Denken: Der Einfluss der selbstbezogenen Sprache
auf die Entwicklung kognitiver und metakognitiver Kompetenzen
Projektleitung: Vor dem Hintergrund der sozialen Vermittlungs- und Interiorisie-
Prof. Dr. Sabine Weinert rungstheorie von Lev Vygotsky werden Entwicklungsbedingungen
Dipl.-Psych. Catrin Neu- und Bedeutung selbstbezogener Sprache für den Erwerb von Selbst-
bauer
Beginn: 1.1.2004 steuerung bei Problemlösungen untersucht. Nach Vygotsky werden
die zunächst in interpersonalen Situationen durch soziale Partner
bereitgestellten sprachlichen Steuerungen durch selbstbezogene
Sprachäußerungen und deren allmähliche Interiorisierung aktiv vom
Kind auf die intrapersonale Ebene transferiert. Der selbstbezogenen
Sprache wird damit eine entwicklungstheoretisch bedeutsame Brük-
kenfunktion zwischen sozialer Anleitung und Selbststeuerung zuge-
schrieben. Unter Einbindung einer Promotionsarbeit (Neubauer) und
vorbereitend für das Forschungsprojekt BiKS wird untersucht, ob
der selbstbezogenen Sprache tatsächlich eine Mediatorfunktion bei
der Entwicklung kognitiver und metakognitiver Kompetenzen zu-
kommt. Dabei wird u. a. zugleich geprüft, (i) ob und welche situati-
ven Komponenten die Häufigkeit und den Nutzen selbstbezogener
Sprache beeinflussen, (ii) ob der Einsatz und der Nutzen der selbst-
bezogenen Sprache problembereichsspezifischen Einflüssen unter-
liegt und (iii) ob, inwiefern und welche Kindvariablen (z.B. kognitiv-
sprachlicher Entwicklungsstand, Sprach- oder Aufmerksamkeitsde-
fizite) die Nutzung und Funktionalität selbstbezogener Sprache be-
einflussen.
Kooperatives Lernen bei interpersonalen Verhandlungsaufgaben
Projektleitung: Soziale Kompetenz als die Fähigkeit, in interpersonalen Problemsi-
Dr. Christoph Mischo tuationen angemessen zu handeln, ist ein wichtiges und berufsrele-
Laufzeit: 1.3.2002 - vantes Ziel schulischer Erziehung. Entscheidende Bedingung für
28.2.2004
Förderer: sozial kompetentes Handeln sind die beteiligten kognitiven Prozes-
DFG se. Die Förderung dieser kognitiven Prozesse sollte gemäß der For-
schung zur sozial-kognitiven Entwicklung und zum kooperativen
Lernen durch soziale bzw. kooperative Lernformen, speziell durch
das Verfahren der Argumentation unter Gleichaltrigen, erfolgen. Al-
lerdings sind die Bedingungen, unter denen eine Argumentation un-
ter Gleichaltrigen förderlich ist, bislang nicht hinreichend
identifiziert. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens soll geklärt
werden, unter welchen Bedingungen die Argumentation unter
Gleichaltrigen zu einer Optimierung der bei interpersonalen Konflik-
ten beteiligten kognitiven Prozesse führt. Dabei soll das Konzept der
argumentativen Fairness die bisherige Forschungsperspektive er-
gänzen und erweitern. Außerdem wird der Einfluss von argumenta-
tionsrelevanten Personenmerkmalen auf die Argumentation und die
Güte der kooperativen Problemlösung untersucht. Die Identifikation
der lernförderlichen Bedingungen soll schließlich die Formulierung
von Empfehlungen für die Unterrichtspraxis ermöglichen.
Seite 187
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Mischo, Christoph: Fördert
0XXGruppendiskussion die Perspektiven-Koordination?
In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie 36 (2004),
S. 30-37
2. Mischo, Christoph ; Arnold, Rebecca ; Clausen, Marten: Förderung sozialer Kognition in der
Schule: Zur Wirksamkeit einer Kurzintervention . In: Psychologie in Erziehung und Unter-
richt 51 (2004), S. 151-161
3. Mischo, Christoph: Promoting dilemma discussion: The effectiveness of classroom group
discussion on interpersonal negotiation strategies of 12-year-old students . In: Social Psy-
chology of Education (2004), S. i. Dr.
4. Mischo, Christoph: Wie valide sind Selbsteinschätzungen der Empathie?
In: Gruppendynamik und Organisationsberatung 34 (2003), S. 187-203
Prädiktion von Rechenschwäche und Beziehungen zu sprachlichen Defiziten
Projektleitung: Auf der Basis einer größeren Längsschnittstudie, die von Prof. Lo-
Prof. Dr. Sabine Weinert renz unter Mitarbeit von Frau Dipl.-Psych. Dornheim im Dezember
Dipl.-Psych. Dorothea 2000 an der PH Ludwigsburg begonnen und von der DFG bis
Dornheim
Beginn: 1.6.2003 28.02.03 gefördert wurde, wird ein Modell zur Vorhersage von Re-
chenleistungen und Leistungsdefiziten empirisch überprüft. Als Prä-
diktoren dienen sowohl Vorwissensindikatoren als auch spezifische
und unspezifische Maße der Informationsverarbeitung. Neben der
Prädiktion stehen Analysen zu den Beziehungen zwischen Rechen-
leistung und sprachlichen Defiziten im Vordergrund des Projekts.
Spracheinflüsse auf frühe Kategorisierungsleistungen
Projektleitung: Im Rahmen des neu aufgebauten „Bamberger Baby Instituts (BAM-
Prof. Dr. Sabine Weinert BI)" am Lehrstuhl für Psychologie I - Entwicklungspsychologie - un-
Dajie Zhang Topp tersuchen wir, wie Kinder die Welt entdecken, wie sie Sprache
Stichwörter:
Säuglingsalter; Sprache; lernen und welche Entwicklungsbeziehungen zwischen Sprach- und
Kategorisierung Kognitionsentwicklung bestehen. In dem Projekt geht es speziell
Beginn: 1.1.2004 darum, unter Verwendung eines Habituations-Dishabituationspara-
digmas zu prüfen, ob sprachliche Benennungen bereits bei Kindern
im ersten Lebensjahr die kategoriale Unterscheidung von mehr oder
weniger bekannten Tieren oder Dingen beeinflussen. Hilft Sprache
den Kindern bereits in diesem Alter, kategoriale Zusammenhänge
zu erkennen und z.B. Hunde von Katzen kategorial zu unterschei-
den? Darüber hinaus wird ein neues Paradigma entwickelt, mit des-
sen Hilfe untersucht werden kann, in welcher Weise sprachliche
Benennungen die frühkindliche Aufmerksamkeit lenken und beein-
flussen.
Wortlernprinzipien
Projektleitung: Ab einem Alter von ca. 18 Monaten lernen Kinder in großer Ge-
Prof. Dr. Sabine Weinert schwindigkeit eine Vielzahl neuer Wörter. Oft gelingt es den Kindern
Beteiligte: nach einmaligem Hören eines neuen Wortes, eine (zunächst vorläu-
Dajie Zhang Topp
Stichwörter: fige) Bedeutung zu erschließen. Wie den Kindern dies gelingt und
Worterwerb, Constraints von welchen Prinzipien sie sich hierbei leiten lassen, wird in dem
Beginn: 1.1.2003 Forschungsprojekt untersucht. Im Vordergrund steht der so ge-
nannte „Taxonomie Constraint", d.h. die Annahme, dass Kinder eine
Seite 188
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Tendenz haben, neue unbekannte Wörter auf „Dinge gleicher Art" zu
beziehen: Vermutet wird, dass Kinder unterstellen, dass sich neue
Wörter auf kategorial-verwandte und nicht auf thematisch bezogene
Dinge richten. Speziell wird untersucht, inwieweit sich bereits zwei-
jährige ein- und mehrsprachig aufwachsende Kinder von einer ent-
sprechenden Vorannahme leiten lassen.
Publikationen
1. Weinert, Sabine: Wortschatzerwerb
0XX und kognitive Entwicklung . In: Sprache-Stimme-Ge-
hör (2004), Nr. 28, S. 20-28
Projektunabhängige Publikationen
1. Haag, L. ; Mischo, Christoph:
0XX Spreading and effectiveness of private tutoring .
In: European Journal of Psychology of Education (2002), Nr. 17, S. 263-273
2. Haag, Ludwig ; Mischo, Christoph: Hausaufgabenverhalten: Bedingungen und Effekte .
In: Empirische Pädagogik (2002), Nr. 16, S. 311-327
3. Haag, Ludwig ; Mischo, Christoph: Saisonarbeiter in der Schule - einem Phänomen auf der
Spur . In: Zeitschrift für Pädagogische Psychologie (2002), Nr. 16, S. 109-115
4. Mischo, Christoph: Personality and Reaction to Argumentative Unfairness: Effects of Cogni-
tive Abilities and Personality traits on Reactions to Unfair Argumentative Contributions .
In: Social Justice Research (2002), Nr. 15, S. 1-18
5. Weinert, Sabine: Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen: Forschung und Praxis . In: v.
Suchodoletz , W. (Hrsg.) : Therapie von Sprachentwicklungsstörungen - Anspruch und Rea-
lität. Stuttgart : Kohlhammer, 2002, S. 46-69.
6. Haag, L. ; Mischo, Christoph: Besser unterrichten durch die Auseinandersetzung mit frem-
den Subjektiven Theorien? Effekte einer Trainingsstudie zum Thema Gruppenunterricht. .
In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie 35 (2003),
Nr. 1, S. 37-48
7. Mischo, Christoph: Cognitive,Emotional and Verbal Response in Unfair Everyday Discourse
. In: Journal of Language and Social Psychology 22 (2003), Nr. 1, S. 119 - 131
8. Mischo, Christoph: The role of cognition in reacting to argumentative unfairness .
In: Pragmatics & Cognition (2003), Nr. 11, S. 241-266
9. Mischo, Christoph ; Kessel, M.: Mögliche Wirkfaktoren von Nachhilfe im Wissen der Nach-
hilfelehrer . In: Empirische Pädagogik (2004), S. i. Dr.
Seite 189
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Institut für Theoretische Psychologie
Anschrift: Markusplatz 3 & Weide 18, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1860 Fax.: (0951) 601511
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Wir untersuchen Menschen beim Umgang mit Situationen, die durch
Prof. Dr. Dietrich Dörner Merkmale wie Unbestimmtheit, Komplexität, Intransparenz, Eigen-
wiss. Mitarbeiter: dynamik und Vernetztheit charakterisiert sind. Unser Ziel ist die
Dr. Petra Badke-Schaub
Dipl.-Psych. Jürgen Ger- Analyse der Organisation des Handelns und Denkens. Wir untersu-
des chen, wie Menschen Informationen sammeln, wie sie Entscheidun-
Dr. Harald Meyer gen treffen, wir analysieren, was sie dabei denken und fühlen. Wir
PD Dr. Harald Schaub, unternehmen diese Studien, um eine Theorie der menschlichen Psy-
Dipl.-Psych.
che zu entwerfen, die es uns zum einen erlaubt, menschliches Han-
PD Dr. Stefan Stroh-
schneider deln und Denken zu verstehen, die es aber auch erlaubt,
Projektleitung Victec: menschliches Handeln und Denken zu trainieren und zu verbesse-
PD Dr. Harald Schaub, ren.
Dipl.-Psych.
Projektleitung Ilumass:
PD Dr. Harald Schaub,
Dipl.-Psych.
Projektmitarbeiter:
Dipl.-Päd. Gaby Bauer
Dipl.-Inf. Ulrike Brügge-
mann
Dipl.-Psych. Cornelius Bu-
erschaper
Dr. Frank Detje
Dipl.-Psych. Sibylle Enz
Dipl.-Psych. Viola Hämmer
Dipl.-Psych. Holger Harms
Dr. phil. Gesine Hofinger
Dipl.-Psych. Sven Hoyer
Dipl.-Psych. Johanna Kün-
zel
Dr. Ulrike Starker
Dipl.-Psych. Carsten Zoll
Angestellte:
Pia Deininger
Forschungsschwerpunkte
Handeln und Entscheiden in komplexen Situationen; Menschliches
Versagen; Handeln und Entscheiden im Kulturvergleich; Handeln
und Entscheiden in der Arbeitswelt insb. im Ingenieursbereich; vir-
tuelle Akteure; künstliche "Seele"
Kooperationsbeziehungen
Plattform Menschen in komplexen Arbeitswelten
([Link]
System-Denken
([Link]
Wissenschaftliche Tagungen
Fifth International Conference on Cognitive Modeling
Chair Prof. Dörner, PD Dr. Schaub, Dr. Detje
Seite 190
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bamberg, Germany, April 10 - 12, 2003
[Link]
6th German Workshop on Artificial Life 2004 (GWAL-6)
Chair PD Dr. Schaub, Dr. Detje, Dipl.-Inf. Brüggemann
14.04.2004 - 16.04.2004 in Bamberg, Germany
[Link]
Veröffentlichungsreihen
Forschungsberichte des Instituts für Theoretische Psychologie ("Me-
moranden")
Forschungsprojekte
Die aktualgenetische Plastizität des menschlichen Denkenss
Projektleitung: Im Gegensatz zu vielen anderen psychologischen Prozessen ist das
PD Dr. Harald Schaub, menschliche Denken in hohem Ausmaß plastisch, verändert ständig
Dipl.-Psych. die Regeln, nach denen es abläuft und wandelt sich während eines
Laufzeit: 1.12.1999 -
31.8.2004 längeren Denkvorgangs zum Teil dramatisch. Zwei Faktoren sind
Förderer: hierfür vor allem wesentlich, nämlich die emotionale Lage, die sich
DFG bei einem längeren Denkprozeß ständig verändert, und die
Kontakt: Selbstreflexion, das Nachdenken des Denkens über sich selbst. - In
Prof. Dr. Dietrich Dörner
diesem Forschungsprojekt werden die spezifischen Wirkungen die-
Tel.: 0951/863 1860
ser beiden Faktoren ermittelt. Die Ergebnisse dieses Projektes soll-
ten für eine Theorie des "Denkenlernens" nutzbar gemacht werden.
Publikationen
1. Dörner, Dietrich ; Bartl,0XX
Ch. ; Detje, Frank ; Gerdes, Jürgen ; Halcour, Dorothée ; Starker,
Ulrike: Die Mechanik des Seelenwagens. Eine neuronale Theorie der Handlungsregulation .
Bern : Huber, 2002
2. Künzel, Johanna ; Detje, Frank: Problemlösendes Fragen - zum Zusammenhang des Fra-
geverhaltens beim Lauten Denken und der Lösungsgüte bei der Bearbeitung komplexer
Probleme . In: van der Meer, E. ; Hagendorf, H. ; Beyer, Rüdiger ; Krüger, F. ; Nuthmann,
A. ; Schulz, S. (Hrsg.) : Deutsche Gesellschaft für Psychologie. 43. Kongress (Deutsche Ge-
sellschaft für Psychologie. 43. Kongress Berlin 22.-26.09.2002). 2002, S. xx.
3. Dörner, Dietrich: Autonomie . In: Christaller, Thomas ; Wehner, Josef (Hrsg.) : Autonome
Maschinen. Opladen : Westdeutscher Verlag, 2003, S. 00 - 00.
4. Hämmer, Viola ; Künzel, Johanna: DAS - Students Model Neural Networks . In: Detje,
Frank ; Dörner, Dietrich ; Schaub, Harald (Hrsg.) : The Logic of Cognitive Systems (Inter-
national Conference on Cognitive Modeling Bamberg 10.-12.4.2003). Bamberg : Universi-
täts-Verlag, 2003, S. 253-254.
5. Dörner, Dietrich ; Bartl-Storck, Christina: Der "kognitive Kern" der Neuropsychologie .
In: Lautenbacher, Stefan ; Gauggel, S. (Hrsg.) : Neuropsychologie psychischer Störungen.
Berlin : Springer, 2003, S. 00 - 00.
6. Schaub, Harald: Human Personality as an Information Processing System . In: Eberlein,
R.L. ; Diker, V.G. ; Langer, R.S. ; Rowe, J.I (Hrsg.) : Proceedings of the 21th International
Conference of System Dynamics Society (21th International Conference of System Dyna-
mics Society New York 20.-24-7.2003). 2003, S. 114.
Seite 191
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
7. Hoyer, Sven: Microanalysis of Strategy Changes in a Computer Simulation . In: Detje,
Frank ; Dörner, Dietrich (Hrsg.) : The Logic of Cognitive Systems (Fifth International Con-
ference on Cognitive Modeling Bamberg 10.04.03). Bd. 1, 1. Aufl. Bamberg : Universitäts-
Verlag Bamberg, 2003, S. 263-264. - ISBN 3-933463-15-7
8. Detje, Frank ; Künzel, Johanna: PSI - An Architecture of Human Action and Intention Re-
gulation . In: Detje, Frank ; Dörner, Dietrich ; Schaub, Harald (Hrsg.) : The Logic of Cogni-
tive Systems. Proceedings of the Fifth International Conference on Cognitive Modeling
(Fifth International Conference on Cognitive Modeling Bamberg). Bamberg : Universitäts-
verlag, 2003, S. 317.
9. Künzel, Johanna: PSI-Lingua - First steps to the Representation of words in an Artificial
Agent . In: Schmalhofer, F. ; Young, R.M. ; Katz, G. (Hrsg.) : Proceedings of EuroCogSci03
(EuroCogSci03 Osnabrück). Mahwa, N.J. : Lawrence Erlbaum, 2003, S. 410.
10. Künzel, Johanna: PSI-Lingua- first steps to communication with the artificial agent PSI .
In: Dittrich, P. ; Kim, J. T. (Hrsg.) : Workshops and Tutorials, European Conference for Ar-
tificial Life (ECAL 2003) (European Conference for Artificial Life (ECAL 2003) Dortmund).
Dortmund : University of Dortmund, 2003, S. 133-145.
11. Künzel, Johanna: PSI-Lingua: Erste Schritte zur Spracherkennung bei einem künstlichen
Agenten . In: Burkhard, H.-D. ; Uthmann, T ; Lindemann, G. (Hrsg.) : Modellierung und
Simulation menschlichen Verhaltens. Humboldt-Universität zu Berlin: Informatik-Berichte
Nr. 16 (SOLI 03 Berlin). Berlin : Humbold Universität, 2003, S. 68-76.
12. Dörner, Dietrich: Seelen aus der Retorte? In: Becker, A. ; Mehr, C. ; Nau, H.H. ; Reuter,
G. ; Stegmüller, D. (Hrsg.) : Gene, Meme und Gehirne - Geist und Gesellschaft als Natur -
Eine Debatte. Frankfurt a.M. : Suhrkamp, 2003, S. 256 - 278.
13. Detje, Frank ; Dörner, Dietrich ; Schaub, Harald (Hrsg.): The Logic of Cognitive Systems -
Proceedings of the Fifth International Conference on Cognitive Modeling (ICCM 2003) . (IC-
CM 2003 Bamberg 10.04.03 - 12.04.03) Bamberg : Universitätsverlag, 2003
14. Dörner, Dietrich: The Mathematics of Emotions . In: Detje, F. ; Dörner, D. ; Schaub, H.
(Hrsg.) : The Logic of Cognitive Systems - Proceedings of the Fifth International Conference
on Cognitive Modeling (ICCM 2003) (ICCM 2003 Bamberg 10. - 12.04.2003). Bamberg :
Universitätsverlag, 2003, S. 75- 80.
15. Dörner, Dietrich: Der Mensch als Maschine . In: Gerd Jüttemann (Hrsg.) : Psychologie als
Humanwissenschaft. Göttingen : Vandenhoek & Ruprecht, 2004, S. 32-45.
16. Künzel, Johanna: PSI-Lingua - Adding first representations of interrogatives to an autono-
mous artificial agent . In: Schaub, Harald ; Detje, Frank ; Brüggemann, Ulrike (Hrsg.) : Lo-
gic of Artificial Life. Proceedings of the 6th German Workshop on Artificial Life (6th German
Workshop on Artificial Life Bamberg). Berlin : Akademische Verlagsgesellschaft, 2004,
S. 83-88.
17. Schaub, Harald ; Detje, Frank ; Brüggemann, Ulrike (Hrsg.): The Logic of Artificial Life. Ab-
stracting and Synthesizing the Principles of Living Systems . (6th German Workshop on Ar-
tificial Life 2004 (GWAL-6) Bamberg 14.04.2004 - 16.04.2004) Berlin : Akademische
Verlagsgesellschaft, AKA, 2004
18. Dörner, Dietrich: Künstliche Seelen . In: Aviso. Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst in
Bayern (1998), Nr. 2, S. 34-42
19. Bartl, Ch. ; Dörner, Dietrich: Sprachlos beim Denken - zum Einfluss von Sprache auf die
Problemlöse- und Gedächtnisleistung bei der Bearbeitung eines nicht-sprachlichen Pro-
blems . In: Sprache & Kognition 17 (1998), Nr. 4, S. 224-238
20. Dörner, Dietrich: Kreativität, Motivation und Emotion . In: Zimmermann, B. (Hrsg.) : Krea-
tives Denken und Innovationen in mathematischen Wissenschaften. Tagungsband zum in-
terdisziplinären Symposium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Interdisziplinäres
Symposium Jena 1999). 1999, S. 00 - 00.
Seite 192
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
21. Dörner, Dietrich: Bewußtsein und Gehirn . In: Elsner, N. ; Lüer, G. (Hrsg.) : Das Gehirn
und sein Geist. Verlag : Wallstein, 2000, S. 00 - 00.
22. Dörner, Dietrich ; Lantermann, E.D.: Parcours und Schicksale des Umwelthandelns und -
lernens . In: DeHaan, G. ; Hamm-Brücher, H. ; Reichelt, N. (Hrsg.) : Bildung ohne System-
zwänge: Innovationen und Reformen. Beiträge zur Schulentwicklung. Neuwied : Luchter-
hand, 2000, S. 00-00.
23. Dörner, Dietrich: The Simulation of Extreme Forms of Behaviour . In: Taatgen, N. ; Aas-
mann, J. (Hrsg.) : Proceedings of the Third International Conference on Cognitive Modeling
(ICCM 2000) (ICCM 2000 Groningen 23.-25.03.2000). Veenendaal : Universal Press, 2000,
S. 00 - 00.
24. Dörner, Dietrich: Strategies in a Complex Game and their Background . In: Altmann, E. ;
Cleeremans, A. ; Schunn, Ch. ; Grey, W. (Hrsg.) : Proceedings of the 2001 Fourth Inter-
national Conference on Cognitive Modeling (ICCM 2001). Mahwah : Lawrence Erlbaum As-
sociates, 2001, S. 00 - 00.
25. Dörner, Dietrich: Die Seele im Computer . In: [Link]. Das Magazin der Otto-Friedrich-
Universität Bamberg (2001), S. 00 - 00
26. Dörner, Dietrich ; Schaub, Harald: Die Simulation von Gefühlen . In: Bente, G. ; Krämer,
N.C. ; Petersen, A. (Hrsg.) : Virtuelle Realitäten. Göttingen : Hogrefe, 2002, S. 00 - 00.
27. Badke-Schaub, Petra ; Dörner, Dietrich: Am Anfang war das Wort - oder doch das Bild -
oder doch das Wort... . In: Hacker, Winfried (Hrsg.) : Denken in der Produktentwicklung.
Psychologische Unterstützung der frühen Phasen. 1. Aufl. Zürich : Rainer Hampp Verlag,
2002, S. 27-52. - ISBN 3-87988-681-4
28. Dörner, Dietrich: Wissen und Denken . In: Pädagogisches Handeln - Wissenschaft und Pra-
xis 6 (2002), Nr. 3, S. 215 - 244
Erfassung der Problemlösekompetenz
Projektleitung: Im Umgang mit den Aufgaben der modernen Berufswelt wird immer
PD Dr. Harald Schaub, wieder eine besondere Fähigkeiten von Entscheidern verlangt, Pro-
Dipl.-Psych. blemlösekompetenz Gemeint ist damit eine Fähigkeit oder ein Bün-
Dr. Frank Detje
Stichwörter: del von Fähigkeiten, um mit neuen, vernetzen, komplexen und
Kompetenz, Problemlö- dynamischen Anforderungen umgehen zu kö[Link] des bean-
sen, Messen, Szenarien, tragten Forschungsprojektes ist es, ein diagnostisches Instrument
Denken zu entwickeln, um ’Problemlösekompetenz’ zu erfassen.
Beginn: 1.1.2000
Förderer:
Otto-Friedrich Universität
Bamberg
Kontakt:
PD Dr. Harald Schaub,
Dipl.-Psych.
Tel.: 0951/863 1960,
Fax: +49 (89) 2443-
52391, E-
Mail: [Link]@ppp.
[Link]
Publikationen
1. Schaub, Harald: Persönlichkeit
0XX und Problemlösen . In: Zeitschrift für Differentielle und Dia-
gnostische Psychologie 19 (1998), Nr. 1, S. 54
Seite 193
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Führung in der Produktentwicklung
Projektleitung: Das Ziel dieses Forschungsvorhabens ist die Untersuchung von Füh-
Dr. Petra Badke-Schaub rungsprozessen in der Produktentwicklung und die Ableitung von
Beteiligte: Maßnahmen zur Effizienzsteigerung des Führungsprozesses. Dazu
Dipl.-Psych. Joachim
Stempfle erfolgt in der ersten Phase eine differenzierte Beschreibung und
Dipl.-Ing. Robert Lüdtke, Analyse von Führung in der Produktentwicklung, wobei insbesonde-
TU Darmstadt, Fachgebiet re über die Analyse von Kommunikationsprozesse und kritischer Si-
Maschinenelemente und tuationen Führungsprozesse erfasst werden. Dazu werden die
Konstruktionslehre
Tätigkeiten von Führungskräfte in ihrem Arbeitsumfeld mit ver-
Stichwörter:
Führungsprozesse, men- schiedenen Methoden erfasst und ausgewertet. In einem zweiten
tale Modelle, kritische Si- Schritt sollen anhand der Analyse wichtiger Einflußfaktoren und Me-
tuationen, Kommunikation chanismen die zentralen Defizite und Probleme aber auch positive
Laufzeit: 1.10.1999 - Aspekte von Führungsprozessen aufgezeigt werden. Durch die Ab-
30.9.2002
Förderer:
leitung von Stärken und Schwächen können aufbauend auf diesen
Deutsche Forschungsge- Erkenntnissen dann in einem dritten Schritt Methoden zur Effizienz-
meinschaft steigerung abgeleitet werden. Diese Strategien sollen möglichst si-
Mitwirkende Institutio- tuationsadäquat formuliert werden, so daß im folgenden Schritt
nen: Führungs-personen mit diesen Erkenntnissen in einem Training
TU Darmstadt, Fachgebiet
Maschinenelemente und konfrontiert werden können. Eine erste Anwendung dieser Erkennt-
Konstruktionslehre nisse soll Informationen darüber liefern, inwieweit die abgeleiteten
Hypothesen und Maßnahmen sich in der Praxis bewähren. Anhand
dieser Überprüfung können die Ergebnisse differenziert werden und
sowohl für weitere Theoriebildung als auch für die Ableitung von
Empfehlungen für Aus- und Weiterbildung genutzt werden.
Publikationen
1. Badke-Schaub, Petra ; 0XX
Gehrlicher, Anja: Patterns of decisions in design: Leaps, loops, cy-
cles, sequences and meta-processes . In: Folkeson, Anders; Gralén, Klaus; Norell, Marga-
reta & Sellgren, Ulf (Hrsg.) : Proceedings of ICED 03, 14th International Conference on
Engineering Design (Research for Practice - Innovative Products, Processes and Organisa-
tions Stockholm, Sweden 19-21 August 2003). Linköping : UniTryck, 2003, S. 313-314. -
ISBN 1-904670-00-8
Seite 194
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
ILUMASS (Integrated Land-Use Modelling and Transportation System Simulation)
Projektleitung: Integrated Land-Use Modelling and Transportation System Simula-
PD Dr. Harald Schaub, tion
Dipl.-Psych.
Beteiligte: Psychologisches Akteursmodell individueller Vornahmen und Ent-
Dipl.-Inf. Ulrike Brügge- scheidungen
mann
Dipl.-Päd. Gaby Bauer Das Ziel von ILUMASS (Integrated Land Use Modelling and Trans-
Dr. Frank Detje portation System Simulation) ist die integrierte Modellierung und Si-
Dipl.-Päd. Gaby Bauer mulation von Flächennutzung und Verkehrsgeschehens auf einer
Stichwörter: durchgehenden mikroskopischen Ebene: Auf der Ebene von Haus-
Mobilität; künstliche Ak-
teure, Verkehr; Haushalts-
halten und Personen werden Standorte gewählt und Nutzungsent-
organisation; scheidungen hinsichtlich Gelegenheiten und Verkehrsmitteln und -
Wochenplanung netzen getroffen; auf der Ebene von Personen resultiert aus Aktivi-
Laufzeit: 1.3.2001 - tätsvorhaben, Standorten und Nutzungsentscheidungen die Ver-
30.9.2004 kehrsnachfrage, die auf der Ebene von einzelnen Fahrzeugen
Förderer:
BMBF durchgeführt wird.
Mitwirkende Institutio- Die Modellierung auf der individuellen Mikroebene erlaubt ein erklä-
nen: rendes Modell, von dem auch unter veränderten Rahmenbedingun-
Institut für Stadtbauwesen
(ISB), RWTH Aachen gen gehaltvolle Hypothesen und Prognosen erwartet werden
Zentrum für angewandte können. Übliche aktivitätenorientierte Ansätze (eine genaue Be-
Informatik (ZAIK), Univ. schreibung findet sich Antrag des Projektpartners ISB) arbeiten de-
zu Köln skriptiv, indem sie beobachtetes Verhalten reproduzieren und somit
Lehr- und Forschungsge-
in die Zukunft extrapolieren. Sie berücksichtigen aber nur unzurei-
biet Umweltverträgliche
Infrastruktur im Stadtbau- chend die sozialen und psychologischen Bedingtheiten die das Ver-
wesen (LUIS), Bergische halten verursachen (Brüggemann, Elberich, Lehmann & Petersen
Univ. Wuppertal 1999; Brüggemann, Lehmann & Kröpel 2000). Damit ist aber der
Institut für Raumplanung Bezug zu den Rahmenbedingungen weder hinterfragt noch abgebil-
(IRPUD), Univ. Dortmund
Deutsches Zentrum für
det und somit ist unklar, unter welchen Rahmenbedingungen die
Luft- und Raumfahrt Beobachtungen weiterhin gültig sind. Weiterhin werden viele Be-
(DLR), Institut für Ver- dingtheiten des mobilitätsrelevanten Handelns und Entscheidens
kehrsforschung, Köln nicht erfasst und lassen sich somit in Szenarien weder berücksichti-
Kontakt: gen noch untersuchen. Diesem Defizit wird mit einem Ansatz begeg-
Dipl.-Inf. Ulrike Brügge-
mann net, der, die Verkehrsnachfrageentstehung betreffend, auf der
Tel.: 0951/863-1964, E- individuellen Ebene der einzelnen Personen arbeitet und die Hand-
Mail: [Link] lungsbedingungen und -optionen möglichst umfassend abbildet. Ein
@[Link] solcher Ansatz produziert die Verkehrsnachfrage aus ihren Ursachen
anstatt sie aus (statistischen) Beobachtungen zu reproduzieren.
Kern eines solchen Ansatzes muss ein psychologisches Modell der
verhaltenserzeugenden psychischen und sozialen Prozesse sein
(vergl. Anderson, 1983; Opwis, 1992; Schaub, 1997).
Publikationen
1. Schaub, Harald ; Detje,0XX
Frank ; Brüggemann, Ulrike (Hrsg.): The Logic of Artificial Life. Ab-
stracting and Synthesizing the Principles of Living Systems . (6th German Workshop on Ar-
tificial Life 2004 (GWAL-6) Bamberg 14.04.2004 - 16.04.2004) Berlin : Akademische
Verlagsgesellschaft, AKA, 2004
2. Brüggemann, Ulrike ; Detje, Frank ; Schaub, Harald: Modeling Mobility. A Psychological Ba-
sed Multi-Agent System . In: Detje, Frank ; Dörner, Dietrich ; Schaub, Harald (Hrsg.) : The
Logic of Cognitive Systems - Proceedings of the Fifth International Conference on Cognitive
Modeling (Fifth International Conference on Cognitive Modeling Bamberg 10.-12.4.2003).
Bamberg : Universitätsverlag, 2003, S. 237-238.
Seite 195
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Brüggemann, Ulrike ; Schaub, Harald: Moving through the City. A Psychological Based Mul-
ti-Agent Model of Mobility . In: Polani, D. ; Kim, J. ; Martinez, T. (Hrsg.) : Abstracting and
Synthesizing the Principles of Living Systems. Procceedings of the 5th German Workshop
on Artfical Life (5th German Workshop on Artfical Life Lübeck 18.-20.3.2002). Berlin : Aka-
demische Verlagsgesellschaft Aka, 2002, S. 107-114.
Komplexitätsmanagement in der Wissensgesellschaft
Projektleitung: Handeln in komplexen Arbeitsfeldern verlangt neben Fachwissen
Prof. Dr. Dietrich Dörner und -methoden vielfältige Ressourcen:
Prof. Dr. Ernst-Dieter Lan-
termann, Kassel • Allgemeine Problemlösefähigkeiten: z.B. ganz-heitliches Problem-
Beteiligte: verständnis, Strategiewissen, Reflexion, Handlungsorganisation;
Dipl.-Psych. Cornelius Bu- • Fertigkeiten des Selbstmanagements: z.B. emo-tionale und motiva-
erschaper tionale Regulation, Stress-bewältigung;
Dipl.-Psych. Holger Harms
Dr. phil. Gesine Hofinger • Kompetenzen für soziale Interaktionen: z.B. Führung, Kommunika-
Stichwörter: tion, Teamarbeit.
Komplexität, Anforderun- Wir fassen diese Fähigkeiten unter dem Begriff "Komplexitätsmana-
gen, Fähigkeitsdiagnostik, gement" zusammen.
Training, Evaluation, Feld-
studie, Qualitative For- Es soll gezeigt werden, dass und wie Fähigkeiten zum Komplexitäts-
schung management durch Trainingsverfahren (weiter-) entwickelt werden
Laufzeit: 1.9.1999 - können. Im Projekt entwickelte Trainingsprogramme bauen auf An-
31.7.2002
Förderer: forderungsanalysen auf und werden in verschiedenen Berufsfeldern
BMBF exemplarisch umgesetzt. Der Trainingserfolg wird anhand von un-
Mitwirkende Institutio- terschiedliche Evaluationskriterien bestimmt.
nen:
Universität GH Kassel, Anwendungsfelder des Bamberger Projektteils sind Anästhesie und
Fachbereich 03 - Psycholo- Luftfahrt.
gie
Uniklinik Tübingen, Klinik
für Anästhesiologie und
Transfusionsmedizin
Kontakt:
Dr. phil. Gesine Hofinger
Tel.: (0951) 863-1862, E-
Mail: [Link]@pp
[Link]
Publikationen
1. Hofinger, Gesine: Notfallplanung:
0XX Aufgaben, Anforderungen, Anregungen .
In: Strohschneider, Stefan ; van der Weth, R. (Hrsg.) : Ja, mach nur einen Plan. Pannen
und Fehlschläge - Ursachen, Beispiele, Lösungen. 2. Aufl. Bern : Huber, 2001, S. 224-239.
Seite 196
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kulturvergleichende Untersuchung der Denk- und Handlungsstile beim Problem-
lösen
Projektleitung: Denken ist das spezifisch menschliche Werkzeug zur Reduktion von
Prof. Dr. Dietrich Dörner Unbestimmtheit und als solches außerordentlich plastisch. Wir ha-
PD Dr. Stefan Stroh- ben keine festgelegte Bibliothek von "Denkprogrammen" im Kopf
schneider
Beteiligte: sondern erwerben diese durch verschiedene, aktive und passive,
Güss, Dominik Formen des Lernens. Das Projekt basiert auf der Annahme, dass bei
Stichwörter: der Entwicklung dieser Denkprogramme neben den individuellen
Denken; kulturverglei- Voraussetzungen auch die Kultur eine wichtige Rolle spielt. Kulturen
chende Psychologie; Indi-
stellen ihren Mitgliedern implizit (durch Modelle und Vorbilder, My-
en
Laufzeit: 25.7.1995 - then und Legenden, Märchen und Geschichten)und explizit (durch
31.12.2000 Ausbildung und Unterweisung, durch Belohnungen und Sanktionen)
Förderer: bestimmte Denkmuster zur Verfügung, aus denen sich kulturtypi-
Deutsche Forschungsge- sche Problemlösestile entwickeln. In einer Reihe von Studien wer-
meinschaft, Normalpro-
gramm
den solche Problemlösestile kulturvergleichend analysiert, wobei er
Kontakt: Schwerpunkt der empirischen Arbeit in Deutschland und Indien
PD Dr. Stefan Stroh- liegt. Zum Einsatz kommen verschiedene computersimulierte kom-
schneider plexe Probleme, aber auch schriftliche Planungsaufgaben, manuell
Tel.: 0951/863 1961, E- zu bearbeitende "tückische Objekte", plananalytische Verfahren, äs-
Mail: [Link]
r@[Link] thetisches Material, Unterrichtsbeobachtungen und Sekundäranaly-
sen von Fernsehsendungen.
Publikationen
1. Strohschneider, Stefan: Kultur - Denken - Strategie: Eine indische Suite . Bern : Huber,
2001
0XX
2. Strohschneider, Stefan ; Güss, Dominik: Planning and problem solving: Differences bet-
ween Brazilian and German students . In: Journal of Cross-Cultural Psychology 29 (1998),
S. 695-716
3. Strohschneider, Stefan: Problemlösen als kulturelles Phänomen oder: ist es egal, welche
Versuchspersonen wir untersuchen? In: Kotkamp, Uwe; Krause, Werner (Hrsg.): Intelli-
gente Informationsverarbeitung. 1. Aufl. Wiesbaden : Deutscher Universitäts Verlag, 1998,
S. 75-84.
4. Strohschneider, Stefan: On the cultural relativity of problem solving styles: Explorations in
India and Germany . In: Lonner, W.J. ; Dinnel, D.L. ; Forgays, D.K. ; Hayes, S.A. (Hrsg.)
: Merging past, present, and future in Cross-Cultural Psychology: Selected papers from the
fourteenth International Congress of the International Association for Cross-Cultural Psy-
chology (Fourteenth International Congress of the International Association for Cross-Cul-
tural Psychology Bellingham, WA August 1998). 1. Aufl. Lisse, NL : Swets & Zeitlinger,
1999, S. 188-204.
5. Strohschneider, Stefan ; Güss, Dominik: The fate of the Moros: A cross-cultural exploration
in strategies in complex and dynamic decision making . In: International Journal of Psycho-
logy 34 (1999), S. 235-252
6. Strohschneider, Stefan: Cultural Factors in Complex Decision Making . In: Lonner, W.J. ;
Dinnel, D.L ; Hayes, S.A. ; Sattler, D.N. (Hrsg.) : OnLine Readings in Psychology and Cul-
ture. Western Washington University : Department of Psychology, Center for Cross-Cul-
tural Research, 2002, S. 00-00.
7. Strohschneider, Stefan: Denken Inder anders? Über die kulturabhängigkeit strategischen
Denkens . In: Deutscher Hochschulverband (Hrsg.) : Glanzlichter der Wissenschaft. Ein Al-
manach. Stuttgart : Lucius und Lucius, 2001, S. 135-139.
8. Strohschneider, Stefan: Denken Inder anders? Über die Kulturabhängigkeit strategischen
Denkens . In: Forschung und Lehre (2001), Nr. 7, S. 351-353
9. Strohschneider, Stefan: Strategien des Handelns: Kulturvergleichende Untersuchungen zur
Entwicklung strategischer Kompetenzen . In: Franke, G. (Hrsg.) : Komplexität und Kompe-
tenz: Ausgewählte Fragen der Kompetenzforschung. Bielefeld : Bertelsmann, 2001,
S. 327-350.
Seite 197
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
MONIST (Modellsimulation Neuronaler und Kognitiver Informationsverarbeitung
- Schule der Techniken)
Stichwörter: MONIST (die Abkürzung steht für Modellsimulation Neuronaler und
Neue Medien in der Hoch- Kognitiver Informationsverarbeitung - Schule der Techniken) ist ein
schullehre; Simulationen vom BmBF gefördertes Verbundprojekt, in dessen Mittelpunkt der
Laufzeit: 1.1.2001 -
30.4.2004 Einsatz von Computersimulationen in der Hochschullehre stand. Im
Förderer: Rahmen des Monist-Projektes wurde eine beträchtliche Anzahl von
Bundesministerium für Bil- gebrauchsfertigen Lehrsimulationen rund zum Thema Gehirn im
dung und Forschung weitesten Sinne produziert, die sich von der Biophysik zur Neurobio-
Mitwirkende Institutio-
logie und Kognitionswissenschaften ebenso wie über mehr formal
nen:
Lehrstuhl für Neurobiolo- orientierte Disziplinen wie die Neuroinformatik und Robotik erstrek-
gie/ Universität Bielefeld ken. Diese Sammlung wird in 8 unterschiedliche Themenfelder un-
(federführend) terteilt:
Neuron- Netzwerke - Sensorische Systeme - Motorische Systeme -
Verhalten - Lernen - Kognition - Methoden
Der Lernaufwand pro Lehrsimulation erstreckt sich von 5 Minuten
bis 5 Tage. Vorgefertigte Kurse sind verfügbar und können den in-
dividuellen Anforderungen entsprechend umgestaltet werden.
Folgende Partner waren am MONIST-Projekt beteiligt: Prof. Egel-
haaf (federführend), Prof. Cruse, Prof. Ritter (alle Universität Biele-
feld) Prof. Seel, Prof. Aertsen (beide Universität Freiburg) Prof.
Menzel (FU Berlin) Prof. Gross (TU Illmenau) Prof. Mallot (Universi-
tät Tübingen)
Publikationen
1. Hämmer, Viola ; Künzel, Johanna: Psyche Multimedial - ein mediendidaktisches Konzept
0XX
zur Vermittlung von Prozesswissen . In: van der Meer, Elke ; Hagendorf, H. ; Beyer, Rüdi-
ger ; Krüger, F. ; Nuthmann, A. ; Schulz, S. (Hrsg.) : Deutsche Gesellschaft für Psycholo-
gie. 43. Kongress (Deutsche Gesellschaft für Psychologie. 43. Kongress Berlin 22.-
26.09.2002). 2002, S. XX.
2. Hämmer, Viola ; Künzel, Johanna: A Teaching and Training Concept for Complex Problem
Solving . In: ICWE GmbH (Veranst.) : Book of Abstracts. Online Educa Berlin 2003 (Online
Educa Berlin. 9th International Conference on Technology Supported Learning and Training
Berlin 3.-5.12.2003). 2003, S. XX. - ISBN 3-9808909-2-9
3. Hämmer, Viola ; Künzel, Johanna: DAS - Students Model Neural Networks . In: Detje,
Frank ; Dörner, Dietrich ; Schaub, Harald (Hrsg.) : The Logic of Cognitive Systems (Inter-
national Conference on Cognitive Modeling Bamberg 10.-12.4.2003). Bamberg : Universi-
täts-Verlag, 2003, S. 253-254.
Selbstverantwortliches Lernen in Auseinandersetzung mit Unsicherheit
Projektleitung: Im Rahmen des globalen Wandels kommt es zur Veränderung ge-
Prof. Dr. Dietrich Dörner sellschaftlicher Bedingungen, die wiederum zur Verunsicherung
Beteiligte: beim Einzelnen führen und verstärkt die Auseinandersetzung mit
Dipl.-Psych. Sven Hoyer
Dr. Ulrike Starker Unbestimmtheit und Komplexität erfordern. Wie kommt der einzel-
Stichwörter: ne mit den Veränderungen zurecht? Auf welche Ressourcen kann er
Unsicherheit; globaler sich dabei stützen? Wie sehen die Strategien dabei aus? In Bamberg
Wandel; Gruppenphäno- wird untersucht, wie Gruppen beim Problemlösen nicht nur mit dem
mene beim Problemlösen;
Problem selbst, sondern auch miteinander in unsicheren Situationen
Exklusion;
Laufzeit: 1.9.2003 - umgehen, welche Strategien sie anwenden und wie erfolgreich sie
31.8.2005 dabei sind. Hierzu wird ein neues, computergestütztes Problemlö-
Förderer: seszenario "Ambasamudram" entwickelt und eingesetzt.
Bundesministerium für Bil-
dung und Forschung
Mitwirkende Institutio-
nen:
Universität Kassel
Seite 198
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
SimVV Mobilität verstehen und lenken ; zu einer integrierten quantitativen Ge-
samtsicht und Mikrosimulation von Verkehr
Projektleitung: Tragender Gedanke bei der Erstellung eines neuartigen erklärenden
PD Dr. Harald Schaub, Modellansatzes ist die Überzeugung, dass die Ursache für Mobilität
Dipl.-Psych. und Verkehrsnachfrage in dem Bedürfnis liegt, Aktivitäten (an un-
Beteiligte:
Dipl.-Inf. Ulrike Brügge- terschiedlichen Orten) auszuführen. Haushalts- bzw. personenspe-
mann zifische Bindungen ("constraints"), die individuelle Wahrnehmung
Stichwörter: der Stadt sowie bisherige persönliche Erfahrungen nehmen Einfluss
Verkehr Akteure auf die Planung der Aktivitäten und die Aufteilung der zur Verfügung
Beginn: 1.3.2001
stehenden Transportressourcen (Zeit, Finanzen, Transportmittel
Förderer:
Wuppertal Institut für Kli- etc.). Das Nachvollziehen dieser Planungsprozesse ermöglicht es,
ma, Umwelt und Energie auf der Ebene von Einzelpersonen Aktivitätenabfolgen zu modellie-
bzw. das Ministerium für ren und ganze Tagesabläfe zu simulieren.
Schule, Wissenschaft und
Forschung des Landes Das Projekt stellt eine Vorarbeit für das ILUMASS-Projekt dar.
Nordrhein-Westfalen (MS-
WF)
Mitwirkende Institutio-
nen:
Institut für Stadtbauwesen
(ISB), RWTH Aachen
Zentrum für angewandte
Informatik (ZAIK), Univ.
zu Köln
Lehr- und Forschungsge-
biet Umweltverträgliche
Infrastruktur im Stadtbau-
wesen (LUIS), Bergische
Univ. Wuppertal
Deutsches Zentrum für
Luft- und Raumfahrt
(DLR), Institut für Ver-
kehrsforschung, Köln
Wuppertal Institut (WI),
Arbeitsgruppe System-
analyse und Simulation,
Wuppertal
Kontakt:
Dipl.-Inf. Ulrike Brügge-
mann
Tel.: 0951/863-1964, E-
Mail: [Link]
@[Link]
Strategisches Denken und komplexes Problemlösen (VHB)
Projektleitung: Ziel des Projekts ist die Erstellung und Evaluierung eines Kurses
Prof. Dr. Dietrich Dörner zum Thema "Strategisches Denken und Komplexes Problemlösen"
Beteiligte: für die Virtuelle Hochschule Bayern.
Dipl.-Psych. Viola Hämmer
Schubert, Andreas
Stichwörter:
Problemlösen, Virtuelle
Lehre
Laufzeit: 1.6.2004 -
31.3.2005
Förderer:
Virtuelle Hochschule Bay-
ern
Kontakt:
Dipl.-Psych. Viola Hämmer
Tel.: 863-1866, E-
Mail: [Link]@ppp
.[Link]
Seite 199
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Hämmer, Viola ; Künzel, Johanna: A Teaching and Training Concept for Complex Problem
0XX
Solving . In: ICWE GmbH (Veranst.) : Book of Abstracts. Online Educa Berlin 2003 (Online
Educa Berlin. 9th International Conference on Technology Supported Learning and Training
Berlin 3.-5.12.2003). 2003, S. XX. - ISBN 3-9808909-2-9
2. Hämmer, Viola: Towards a Model of Languae Structures and Action-Organization .
In: Schmalhofer, Franz ; Young, Richard ; Katz, Graham (Hrsg.) : Proceedings of EuroCog-
Sci 03 (EuroCogSci03 Osnabrück 10.-13.09.03). Mahwah, New Jersey : Lawrence Erlbaum,
2003, S. 394.
Umweltbewusstsein und Umwelthandeln ("Schorfheide-Chorin-Projekt")
Projektleitung: Das Projekt "Umweltbewusstsein und Umwelthandeln" wurde als
Prof. Dr. Dietrich Dörner Begleituntersuchung zur Errichtung des Biosphärenreservats
Prof. Dr. Lenelis Kruse Schorfheide-Chorin (Brandenburg) etabliert. Ziel des Projektes ist,
Prof. Dr. Ernst-Dieter Lan-
termann den Zusammenhang von Denkmodellen, Motiven und Handeln im
Beteiligte: Umweltbereich aufzuklären. Dieses Ziel wird durch verschiedene
Dr. phil. Gesine Hofinger Fragestellungen in drei Projektteilen konkretisiert. Im Bamberger
Dipl.-Psych. Glende, Projektteil wurden in einer explorativen Längsschnittstudie eine
Anne-Maria
Stichprobe von Schlüsselpersonen des Biosphärenreservates
Dipl.-Psych. Müller, Robert
Dr. Döring-Seipel, Elke Schorfheide-Chorin je fünf Mal befragt ("Sondenstudie").
Dr. Schmitz, Britta Auswertungen des umfangreichen Datenmaterials beziehen sich
Stichwörter:
Umweltbewusstsein,
zum einen auf regionale Themen wie die Wahrnehmung und Akzep-
Denkmodelle, Motivatio- tanz des Biosphärenreservats oder Konflikte zwischen Tourismus
nen, Akzeptanz, Umwelt- und Naturschutz, zum anderen psychologische Erkenntnisse über
psychologie Motive des Umwelthandelns, Denkmodelle von Natur und Umwelt,
Laufzeit: 1.1.1994 - Veränderungen von Werten etc.
30.6.1998
Förderer: Laufende Auswertungen prüfen die Übertragbarkleit des Lebensstil-
BMBF konzepts auf den Naturschutz.
Mitwirkende Institutio-
nen:
Uni GH Kassel, FB 03 PSy-
chologie
Fernuni Hagen, FB Psycho-
logie
Kontakt:
Dr. phil. Gesine Hofinger
Tel.: (0951) 863-1862, E-
Mail: [Link]@pp
[Link]
Publikationen
1. Hofinger, Gesine: Ein Kodiersystem
0XX zur Erfassung von umweltbezogenem Wissen und Han-
deln. Berichte aus dem Schorfheide-Chorin-Projekt Nr. 3 . Bamberg : Otto-Friedrich-Uni-
versität. 1996 (Memorandum Nr. 20). - Interner Bericht
2. Glende, Anne-Maria: Zur Betroffenheit und Relevanz von Umweltproblemen . Bamberg :
Otto-Friedrich-Universität. 1998 (Memorandum 28). - Interner Bericht
3. Dörner, Dietrich ; Hofinger, Gesine ; Tisdale, Tim: Forschungsvorhaben "Umweltbewusst-
sein, Umwelthandeln, Werte und Wertewandel". Endbericht . Bamberg : Otto-Friedrich-
Universität. 1999. - Forschungsbericht. 250 Seiten
4. Hofinger, Gesine: Denken über Umwelt und Natur. Eine Untersuchung aus dem Biosphä-
renreservat Schorfheide-Chorin . Bamberg, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Diss.,
2000. - 239 Seiten.
Seite 200
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
5. Hofinger, Gesine: Zwischen "Verhinderungsbehörde" und "Biosphäre". Ergebnisse zur Ak-
zeptanz des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. . In: Grewer, Arndt ; Knödler-Bun-
te, Eberhard ; Pape, Klaus ; Vogel, Axel (Hrsg.) : Umweltkommunikation.
Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung in Großschutzgebieten.. Berlin : PR Kolleg, 2000,
(Luisenauer Gespräche Bd. 1), S. 119-142. ISSN 3-934630-00-6
VICTEC (Virtual Information and Computer Technology with Empathic Charac-
ters)
Projektleitung: Im von der EU geförderten Forschungsprojekt VICTEC (Virtual Infor-
PD Dr. Harald Schaub, mation and Computer Technology with Empathic Characters), geht
Dipl.-Psych. es darum geht, ein Software-Programm für Schüler der Alterstufe 8-
Beteiligte:
Dipl.-Psych. Carsten Zoll 12 Jahre zu erstellen, das zum Abbau von aggressivem Verhalten im
Dipl.-Psych. Sibylle Enz schulischen Kontext („Bullying") beitragen soll. Die Durchführung
Stichwörter: des Projekts in Deutschland erfolgt durch das Institut für Theoreti-
autonom; agent; bullying; sche Psychologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg in Koope-
e-learning; empathie
ration mit dem Institut für Arbeitswissenschaft der Universität
Laufzeit: 1.4.2002 -
30.9.2004 Kassel, die weiteren Projektpartner sind in Portugal und England lo-
Förderer: kalisiert. Charakteristisches Merkmal der Software („Demonstra-
Europäische Union tor") sind sog. „autonome Agenten", d. h. künstliche Charaktere, die
Mitwirkende Institutio- innerhalb des Programms auftreten und mit denen die Schüler in-
nen:
UNIVERSITY OF SALFORD,
teragieren können. Die autonomen Agenten fungieren als eine Art
Center for virtual Environ- Mentor und helfen dem Schüler, Einsicht in Situationen zu gewin-
ments, United Kingdom nen, die mit Bullying assoziiert sind. Den Schülern sollen dabei
AUTOR, Tecnologias Multi- nicht-aggressive Verhaltenmuster zur Lösung solcher Situationen
media, Portugal vermittelt werden. Darüber hinaus wird im Laufe des Projektes ein
INSTITUTO DE ENGENHA-
RIA DE SISTEMAS E COM- „Agenten-Toolkit" entwickelt, d.h. ein Software-Programm mit dem
PUTADORES / INESC, emotionale und empathische Agenten für vielfältige Anwendungen
Portugal erstellt werden können.
UNIVERSITY OF HERT-
FORDSHIRE, Department
of Computer Science / De-
partment of Psychology,
United Kingdom
Kontakt:
Dipl.-Psych. Carsten Zoll
Tel.: 0951/863-1965, E-
Mail: [Link]@[Link]-
[Link]
Publikationen
1. Enz, Sibylle ; Schaub, Harald
0XX ; Zoll, Carsten: FearNot!: The use of empathy towards auto-
nomous agents for education purpose . In: Schaub, Harald ; Detje, Frank ; Brüggemann,
Ulrike (Hrsg.) : The Logic of Artificial Life. Abstracting and Synthesizing the Principles of
Living Systems. Procceedings of the 6th German Workshop on Artfical Life (6th German
Workshop on Artfical Life Bamberg 14.04.2004 - 16.04.2004). Berlin : Akademische Ver-
lagsgesellschaft Aka, 2004, S. 40-45.
2. Schaub, Harald ; Detje, Frank ; Brüggemann, Ulrike (Hrsg.): The Logic of Artificial Life. Ab-
stracting and Synthesizing the Principles of Living Systems . (6th German Workshop on Ar-
tificial Life 2004 (GWAL-6) Bamberg 14.04.2004 - 16.04.2004) Berlin : Akademische
Verlagsgesellschaft, AKA, 2004
3. Schaub, Harald: Human Personality as an Information Processing System . In: Eberlein,
R.L. ; Diker, V.G. ; Langer, R.S. ; Rowe, J.I (Hrsg.) : Proceedings of the 21th International
Conference of System Dynamics Society (21th International Conference of System Dyna-
mics Society New York 20.-24-7.2003). 2003, S. 114.
Seite 201
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Schaub, Harald ; Zoll, Carsten ; Aylett, Ruth: Modeling empathy: The EU-Project VICTEC .
In: Detje, Frank ; Dörner, Dietrich ; Schaub, Harald (Hrsg.) : The Logic of Cognitive Sy-
stems - Proceedings of the Fifth International Conference on Cognitive Modeling (Fifth In-
ternational Conference on Cognitive Modeling Bamberg 10.-12.4.2003). Bamberg :
Universitätsverlag, 2003, S. 291-292.
5. Paiva, Ana ; Dias, Joao ; Sobral, Daniel ; Aylett, Ruth ; Woods, Sarah ; Zoll, Carsten ; Hall,
Lynne: Caring for Agents and Agents that Care: Building Empathic Relations with Synthetic
Characters . In: IEEE (Veranst.) : AAMAS’04 (The Third International Joint Conference on
Autonomous Agents and Multi Agent Systems New York 19.-23.7.2004). Bd. 1. New York :
Springer, 2004, S. 194-201.
6. Enz, Sibylle ; Zoll, Carsten ; Schaub, Harald: Empathie gegenüber virtuellen Charakteren
in Computerspielen . In: Kerzel, Dirk ; Franz, Volker ; Gegenfurtner, Karl (Hrsg.) : Beiträge
zur 46. Tagung experimentell arbeitender Psychologen (46. Tagung experimentell arbei-
tender Psychologen Gießen 4.-7.4.2004). Lengerich : Pabst, 2004, S. 71. - ISBN 3-89967-
115-5
7. Zoll, Carsten ; Enz, Sibylle ; Schaub, Harald: Empathic Virtual Agents . In: Rist, T. ; Aylett,
R. ; Ballin, D. ; Rickel, J. (Hrsg.) : Intelligent Virtual Agents (4th International Workshop
on Virtual Agents Kloster Irsee 15.-17-9.2003). Berlin : Springer, 2003, S. 360. - ISBN 3-
540-20003-7
8. Woods, Sarah ; Wolke, Dieter ; Zoll, Carsten ; Enz, Sibylle: VICTEC. An innovative Ap-
proach of Dealing with Bullying Problems .Vortrag: Europena Conference on Developmental
Psychology, Universita Catholica, Mailand, Italien, 30.8.2003
Projektunabhängige Publikationen
1. Strohschneider, Stefan0XX
; von der Weth, Rüdiger (Hrsg.): Ja mach nur einen Plan: Pannen
und Fehlschläge - Ursachen, Beispiele, Lösungen . 2. Aufl. Bern : Huber, 2001
Seite 202
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Klinische Psychologie/Psychotherapie
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1885 Fax.: (0951) 863-4885
Leitung: Zentrale Aufgabe des Lehrstuhls ist die Verknüpfung von Forschung
Prof. Dr. Hans Reinecker und Lehre im Bereich der Klinischen Psychologie, wobei Verhaltens-
wiss. Mitarbeiter: modifikation einen zentralen Stellenwert einnimmt.
Dr. phil. Peter Kaimer
Dr. phil. Angelika Lakatos Eine Schnittstelle zur Verbindung von Forschung und Praxis ist mit
Dipl.-Psych. N. N. der dem Lehrstuhl angegliederten Psychotherapeutischen Ambulanz
Dipl.-Psych. Judith Siegl
/ Psychotherapeutischen Forschungsstelle gegeben, die einen dau-
Angestellte:
Angelika Kraus erhaften Praxisrahmen zur Durchführung von diversen Forschungs-
projekten im Bereich der psychosozialen Versorgung (Schwerpunkt:
Psychotherapieforschung) bereitstellt.
Darüber hinaus wird vom Lehrstuhl eine enge Kooperation mit di-
versen Praxiseinrichtungen und Fachkliniken angestrebt.
Forschungsschwerpunkte
• Störungsspezifischer Schwerpunkt im Bereich Angst- und Zwangs-
störungen
• Selbstmanagementtherapie
• Verhaltensmedizin
Forschungsprojekte
Forschungsschwerpunkt Angst- und Zwangsstörungen
Projektleitung: Forschungsschwerpunkt Angst- und Zwangsstörungen
Prof. Dr. Hans Reinecker
Beteiligte: Angst- und Zwangsstörungen stellen seit vielen Jahren zentrale For-
Dr. phil. Angelika Lakatos schungsschwerpunkte des Lehrstuhls dar. Hier werden aktuell in
Dipl.-Psych. Judith Siegl verschiedenen Unterprojekten folgende Themen bearbeitet:
Dipl.-Psych. N. N.
Stichwörter: 1) Effektivität kognitiver Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen
Angst; Zwangsstörungen; (Untersuchung an der Ambulanz des Lehrstuhls Klinische Psycholo-
Therapieforschung gie)
Beginn: 1.5.1996
Förderer: 2) Prozessmerkmale im therapeutischen Verlauf (Ambulanz des
Universität Bamberg Lehrstuhls, Projekt Angelika Lakatos, gemeinsam mit einigen Di-
Kooperierende Kliniken plompsychologinnen)
3) Langzeitverläufe bei Zwangsstörungen Kooperationsprojekt mit
der Klinik Windach bzw. Kooperationsprojekt mit der Universitäts-
kinder-klinik Würzburg
4) Gruppentherapie bei Zwangsstörungen Kooperationsprojekt mit
der Psychosomatischen Klinik, Prien am Chiemsee ([Link]. Dr.
Sabine Müller-Svitak)
Seite 203
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Inhalte, Ausmaß sowie Auswirkungen von Sorgen und generalisierter Angst
Projektleitung: Sorgen ("Worries") sind ein alltägliches Phänomen, spielen bei vie-
Prof. Dr. Hans Reinecker len psychischen Störungen eine Rolle und sind das Hauptkriterium
Beteiligte: der generalisierten Angststörung (GAS). Trotz der Alltagsrelevanz
Dipl.-Psych. Judith Siegl
Stichwörter: und klinischen Bedeutung ist Worrying und die GAS ein vernachläs-
Sorgen ("Worries"); gene- sigtes Forschungsgebiet. So ist unklar, wie verbreitet Sich Sorgen
ralisierte Angststörung machen ("Worrying") ist und welche Inhalte, Funktionen und Aus-
(GAS); Entscheidungen wirkungen es hat. Verschiedene, teils recht heterogene Befunde
Beginn: 1.1.2001
sprechen z.B. dafür, daß Worrying Problemlöseprozesse beeinflußt.
Förderer:
Universität Bamberg In unserer Studie erforschen wir das Ausmaß und die Inhalte von
klinischen und nichtklinischen Sorgen. Als Vorarbeiten führen wir
momentan in vier Diplomarbeiten Befragungen an verschiedenen
Stichproben (Schüler, ältere Menschen, psychiatrische Patienten,
Studierende) durch. Studien an weiteren Stichproben sind geplant.
Ein zweiter Schwerpunkt unseres Projektes liegt in der Erforschung
des Zusammenhangs zwischen Worrying und Problemlöseprozes-
sen. Unsere Hypothese ist, daß die Tendenz sich Sorgen zu machen
("High-Worrying", generalisierte Angst), sich auf das Erleben und
Verhalten in Problem- und und Entscheidungssituationen auswirkt.
In einer Dissertation werden zu dieser Hypothese Studien mit GAS-
Patienten sowie Low- und High-Worriern durchgeführt.
Projektbeschreibungen (in Stichworten)
Projektleitung: • Körperbild versus Ernährungsmanagement: Differentielle Effekte
Prof. Dr. Hans Reinecker zweier stationärer Gruppentherapieprogramme bei der Behandlung
Beginn: 1.1.1995 der Anorexia Nervosa, Kooperationsprojekt mit der Psychosomati-
schen Klinik Prien am Chiemsee, Bearbeitung durch Dipl.-Psych. Rai-
mund Böse
• Humor als Prozessmerkmal der Psychotherapie: Bedeutung für Ver-
lauf und Ergebnis von Psychotherapie, Bearbeitung durch Dipl.-
Psych. Franz Dumbs, Nürnberg
• Qualitätssicherung in der Verhaltenstherapie: Kooperationsprojekt
in Zusammenarbeit mit dem CIP, Bamberg
Therapieresistenz bei Depressionen
Projektleitung: Medizinische und psychotherapeutische Behandlung bei Depressio-
Prof. Dr. Hans Reinecker nen gehört zu den wichtigen Aufgaben von Forschung und Versor-
Prof. Dr. Manfred Wolfers- gung. Trotz optimaler Bedingungen und großer Fortschritte in der
dorf, Bayreuth
Beteiligte: Depressionsforschung gelten ca. 10 % aller behandelten Depressi-
Dipl.-Psych. Andrea ven als Misserfolge bzw. therapieresistent.
Heindl, Bezirkskranken-
Die Aufgabe des Projektes besteht in einem sehr detaillierten Scree-
haus Bayreuth
Beginn: 1.6.1999 ning von Patienten, die als "therapieresistent" eingestuft werden
Förderer: können (nach multiplen Kriterien). Die Doktorandin (Andrea Heindl)
Universität Bamberg/ Dis- hat dazu bereits wichtige Vorarbeiten und erste Untersuchungs-
sertationsförderung schritte geleistet (u.a. auch durch Untersuchungen an unterschied-
Bezirkskrankenhaus Bay-
reuth
lichen Depressionsstationen von einzelnen Kliniken).
Ziele des Projektes sind eine präzise Deskription der restriktiv erfas-
sten Patienten und ein Versuch einer Klassifikation und ggf. relevan-
te Erklärungsmuster. Es wäre natürlich höchst bedeutsam daraus
auch Kenntnisse für die Therapie von Depressionen ganz allgemein
zu gewinnen.
Seite 204
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Verhaltensmedizin des Diabetes Mellitus
Projektleitung: 1) Typ I-Diabetes: Hypoglykämiewahrnehmung
Prof. Dr. Hans Reinecker
Dipl.-Psych. Thomas Jans Unterzuckerung und die entsprechende Wahrnehmung durch den
Beteiligte: Patienten stellt in erster Linie für Typ I-Diabetiker ein gravierendes
Andrea Scholze, Diplomar- Gesundheitsproblem dar. Aus verhaltensmedizinischer Sicht können
beit dazu wichtige Beiträge geleistet werden (Stichwort: Selbstregulati-
Stichwörter:
on).
Hypoglykämiewahrneh-
mung; Selbstmanagement Norbert Hermanns hat im Rahmen seines DFG-geförderten Projek-
Beginn: 1.6.1989 tes eine Serie von Experimenten zur Hypoglykämie- wahrnehmung
Förderer:
DFG
durchgeführt (z.T. in den USA mit Unterstützung von Professor D.
Diabetes Klinik, Bad Mer- Cox, Charlottesville, Virginia) und wird das Ergebnis der Arbeit dem-
gentheim nächst als Habilitationsschrift an der Universität Bamberg vorlegen.
2) Typ II-Diabetes: Verhaltensmedizinische Ansätze im
Selbstmanagement
Dieses umfangreiche Projekt stellt eine Fortführung eines formal ab-
geschlossenen BMFT-Projektes dar. Das BMFT hat für dieses Projekt
einen Versuch der Umsetzung in die aktuelle verhaltensmedizini-
sche Versorgung von Diabetikern verlangt (MEDIAS II). Diese Um-
setzung erfolgt nunmehr vorwiegend vom Forschungszentrum in
Bad Mergentheim aus mit Unterstützung des Lehrstuhls für Klini-
sche Psychologie/Psychotherapie.
Zur verhaltenstherapeutischen Versorgung von Angst- und Zwangsstörungen
Projektleitung: Ziel und Fragestellung:
Prof. Dr. Hans Reinecker
Beteiligte: In unserer Studie werden die genauen Behandlungsinhalte in der
Dipl.-Psych. N. N. therapeutischen Versorgung von Angst- und Zwangsstörungen un-
Dipl.-Psych. Judith Siegl tersucht. Wir interessieren uns u.a. für folgende Fragestellungen:
Dr. phil. Peter Kaimer
Dr. phil. Angelika Lakatos 1. Wie behandeln ambulant tätige TherapeutInnen Menschen mit
Stichwörter: Angst- und Zwangsstörungen?
Angststörungen; Zwangs-
störungen; Versorgung;
2. Wie unterscheiden sich erfahrene TherapeutInnen und "Therapie-
Gutachterverfahren anfänger" bei der ambulanten Behandlung von Angst- und Zwangs-
Beginn: 1.7.1999 störungen?
Förderer:
Universität Bamberg Methode:
Mitwirkende Institutio- Im Rahmen eines Sondierungsprojektes wurden Forschungsinstru-
nen: mente zur therapeutischen Versorgung (Therapieinhalte und -me-
Deutsche Gesellschaft
Zwangserkrankungen thoden) entwickelt und Patienten mit Angst- und Zwangsstörungen
(DGZ) sowie Verhaltenstherapeuten vorgelegt. Außerdem entwickelten wir
Kontakt: ein Kategoriensystem zur inhaltsanalytischen Auswertung der The-
Dipl.-Psych. Judith Siegl rapieberichte, die Therapeuten im Rahmen der kassenärztlichen An-
Tel.: 0951/863 1880, E-
tragstellung sowie der Therapieausbildung schreiben.
Mail: [Link]@[Link]
-[Link] Nach einer deskriptiven Auswertung erfolgt ein Vergleich der Thera-
peuten-, Patientenbefragungen und der Therapieberichte sowie ein
Vergleich zwischen erfahrenen Therapeuten und Ausbildungskandi-
daten.
Weiteres Vorgehen:
Wir planen, zusammen mit Selbsthilfeorganisationen bzw. stationä-
ren Einrichtungen ein direktes matching von Therapeuten und deren
jeweiligen Patienten, mit dem Ziel, die interne Prozeß- und Ergeb-
Seite 205
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
nisqualität bei ambulanten und stationären Therapien von Angst-
und Zwangsstörungen zu ermitteln. Es ist geplant, dieses Vorgehen
auf andere Störungsbilder auszuweiten.
Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen: Untersuchungen zum Langzeit-
verlauf
Projektleitung: In verschiedenen Kooperationsprojekten werden einzelne Merkmale
Prof. Dr. Hans Reinecker des Langzeitverlaufs von Zwangsstörungen bei Kindern und Jugend-
Prof. Dr. Andreas Warnke, lichen untersucht. Besonderes Augenmerk finden familiäre Interak-
Würzburg
Beteiligte: tionen, Zusammenhänge mit anderen Störungen (Komorbidität)
Dipl.-Psych. Norbert Beck sowie Interaktionen mit der Behandlung (medikamentöse und ver-
Dipl.-Psych. Thomas Jans haltenstherapeutische Interventionen).
Stichwörter:
Zwangsstörungen; Lang- Durch die Kooperation unterschiedlicher Kliniken ist gewährleistet,
zeitverlauf dass nicht nur Merkmale von Patienten aus einem einzigen Einzugs-
Beginn: 1.5.1996 gebiet erfasst werden.
Förderer:
Universität Bamberg Erste Befunde (Dissertation [Link]. Norbert Beck) sind für Kor-
Psychiatrische Universi- rekturen und Präzisierungen unseres Wissens über die Ätiologie von
tätsklinik Würzburg Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen und über den Ver-
Mitwirkende Institutio- lauf höchst bedeutsam. Die Forschungsprojekte stehen in engem
nen:
Universitätsklinik Würz- Zusammenhang mit dem Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls
burg zur Analyse von Zwangsstörungen.
Universitätsklinik Marburg
Universitätsklinikum
Aachen
Seite 206
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Psychologie IV - Persönlichkeitspsychologie
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1871 Fax.: (0951) 863-4871
E-Mail: persoenlichkeitspsychologie@[Link]
Leitung: Was hat Persönlichkeitspsychologie mit Selbstdarstellung zu tun?
Prof. Dr. Lothar Laux Der Begriff "Persönlichkeit" steht für Echtheit, Einzigartigkeit und
wiss. Mitarbeiter: Konstanz. Das dramaturgische Modell der Selbstdarstellung wird
Dipl.-Psych. Anja Geßner
Dipl.-Psych. Georg Merz- dagegen meist mit kalkulierter Eindruckslenkung, manipulativen
bacher Strategien oder chamäleonartiger Flexibilität assoziiert. Ist es nicht
Dr. Karl-Heinz Renner unsinnig, beides miteinander zu verknüpfen? Wird hier nicht- wie so
Projektmitarbeiter: oft - ein faszinierendes Modell überdehnt und dabei auf Phänomene
weit außerhalb seines Geltungsbereichs angewendet? Wir sind der
Angestellte:
Andrea Hofmann Auffassung, dass Persönlichkeit viel mit Selbstdarstellung zu tun
hat. Allerdings umfasst der Begriff Selbstdarstellung für uns alle
Formen der Eindruckslenkung - von Täuschungen, Verstellungen,
taktischen Manövern bis hin zum Ausdruck "authentischer" Eigen-
schaften und Befindlichkeiten. So dient auch die Bewältigung von
Emotionen nicht nur der Reduktion von Stress, sondern läßt sich als
eine Form von Selbstdarstellung interpretieren. Mit ihr werden vor
allem der eigene Selbstwert geschützt und soziale Beziehungen re-
guliert. In unseren aktuellen Forschungsvorhaben untersuchen wir
unterschiedliche Stile der Selbstdarstellung - wir sprechen inzwi-
schen lieber von Selbstinterpretation - und die damit verbundenen
Stärken und Schwächen. Über die Entwicklung von ressourcenorier-
tierten Trainings- und Coachingverfahren versuchen wir einen Bei-
trag zur Verbesserung der Darstellung des Selbst zu leisten.
Forschungsschwerpunkte
Selbstdarstellung, Stress- und Emotionsbewältigung, Self-Modeling,
Kommunikationstraining, Coaching, Ressourcenorientierte Diagno-
stik und Persönlichkeitsveränderung
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Semi-professionelles Videolabor mit digitaler Videobearbeitung
(FAST-Video-Machine)
Kooperationsbeziehungen
Prof. Dr. Dr. h.c. Richard S. Lazarus, Univ. of California, Berkeley Dr.
Wolf Nowack, Universität Bielefeld Prof. Dr. Astrid Schütz, Techni-
sche Universität Chemnitz Prof Dr. Heinz Walter Krohne, Universität
Bielefeld Prof. Dr. James T. Lamiell, Georgetown University, Wa-
shington
Wissenschaftliche Tagungen
4. Arbeitstagung - Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsycho-
logie und Psychologische Diagnostik 30.11. - 01.11.97
Seite 207
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veröffentlichungsreihen
Memoranden des Lehrstuhls Psychologie IV
Forschungsprojekte
Der Einfluss von Stilen der Selbstdarstellung auf die Bewältigung von Redeangst
Projektleitung: Unter Bewältigung werden alle Bemühungen verstanden, situative
Dr. Karl-Heinz Renner Anforderungen zu regulieren, die die Ressourcen einer Person bean-
Beteiligte: spruchen oder übersteigen. Selbstdarstellung ist der Versuch, ge-
Florian Klaus
Rita Hansmann genüber Interaktionspartnern bestimmte Bilder der eigenen Person
Stichwörter: zu vermitteln. Die Vermittlung von erwünschten Selbstbildern kann
Selbstdarstellung; Bewäl- insbesondere in sozialen Prüfungs- und Bewertungssituationen als
tigung; Redeangst Problem wahrgenommen werden, das bewältigt werden muß. In so-
Laufzeit: 1.1.2003 -
zialen Bewertungssituationen, die die eigenen Interaktionskompe-
30.9.2003
Förderer: tenzen heraus- oder sogar überfordern, besteht nämlich immer die
Otto-Friedrich-Universität Gefahr, daß anstelle intendierter positiver Selbstbilder (z.B. Kompe-
Bamberg tenz, Selbstvertrauen) negative oder gefürchtete Selbstbilder (z.B.
Kontakt: Inkompetenz, Angst) sichtbar werden. Andererseits kann der Ver-
Dr. Karl-Heinz Renner
Tel.: 0951/863 1868,
such, erlebte Angst vor negativer Bewertung durch die intentionale
Fax: 0951/863 4868, E- Darstellung von Kompetenz und Selbst-sicherheit zu "überspielen"
Mail: [Link]- als expressive Bewältigungsreaktion interpretiert werden. In sozia-
ner@[Link] len Bewertungssituationen kann Selbstdarstellung also zugleich das
Problem als auch eine mögliche Lösungsstrategie sein. Die hier skiz-
zierten Beziehungen von Selbstdarstellung und Bewältigung sind in
der bisherigen Forschung kaum beachtet worden und sollen in dem
beantragten Regelprojekt im Mittelpunkt stehen. Vorrangiges Ziel
ist es zu untersuchen, wie sich interindividuelle Unterschiede in der
Selbstdarstellung auf die Bewältigung von Stress in einer öffentli-
chen Redesituation auswirken, die von vielen Studierenden als Be-
drohung wahrgenommen wird. Zwei zentrale Konzepte zur
Beschreibung solcher interindividuellen Unterschiede sind der ak-
quisitive und der protektive Selbstdarstellungsstil. Mit diesen beiden
Stilen sind unterschiedliche Motive verbunden: Akquisitive Selbst-
darstellung basiert auf dem Streben nach sozialen Gewinnen; pro-
tektive Selbstdarstellung zielt darauf ab, soziale Mißbilligung zu
vermeiden. Wenn Selbstdarstellung in einer sozialen Bewertungssi-
tuation als Problem eingeschätzt wird oder als expressive Bewälti-
gungsreaktion dienen kann, dann ist zu erwarten, dass
interindividuelle Unterschiede in der Selbstdarstellung mit Bewälti-
gungsunterschieden einhergehen. In einer bereits abgeschlossenen
explorativen Studie konnten erste empirische Belege für solche Un-
terschiede im Bewältigungsverhalten akquisitiver und protektiver
Selbstdarsteller gefunden werden. Methodisch basierte diese Vor-
studie lediglich auf einem Fragebogen mit einem imaginierten Vor-
trags-Szenario. In dem beantragten Regelprojekt sollen
Bewältigungsunterschiede dagegen in einer Vortragssituation im Vi-
deolabor untersucht werden, in der die Probanden tatsächlich eine
Rede halten. Konzeptuell und empirisch lassen sich dabei Intentio-
nen, Reaktionen und Effekte der Bewältigung unterscheiden. Im
Einzelnen sollen folgende Hypothesen untersucht bzw. geprüft wer-
den: (1) Bewältigungsintentionen: Nach den Ergebnissen der Vor-
studie ist zu erwarten, dass akquisitive Selbstdarsteller v.a. ihren
Seite 208
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Selbstwert erhöhen und sich selbstsicher/kompetent darstellen wol-
len. Protektive Selbstdarsteller wollen dagegen v.a. ihr Selbstwert-
gefühl schützen und ihre Angst verbergen. (2) Bewältigungs-
reaktionen: Es wird erwartet, dass akquisitive Selbstdarsteller ver-
mehrt aktive Bewältigungsformen (z.B. Entspannung, positive
Selbstinstruktion) und protektive Selbstdarsteller eher passiv-ver-
meidende Bewältigungsformen (z.B. Gedanken an Flucht, Resigna-
tion) einsetzen. (3) Effektivität der Bewältigung: Sowohl durch
Selbst- als auch durch Fremdeinschätzungen soll die Effektivität der
Bewältigung erfasst werden. Dabei werden insbesondere expressi-
ve, d.h. selbst-darstellungsbezogene Bewältigungsformen berück-
sichtigt: Inwieweit gelingt es den Probanden das "Sichtbarwerden"
der Angst zu kontrollieren bzw. einen selbstsicheren Eindruck zu er-
zeugen.
Publikationen
1. Renner, Karl-Heinz ; Laux,
0XXLothar ; Schütz, Astrid ; Tedeschi, James T.: The relationship
between self-presentation styles and coping with social stress . In: Anxiety, Stress, and Co-
ping: An International Journal 17 (2004), Nr. 1, S. 1-22
Die Evaluation des Persönlichkeits-Coachings
Projektleitung: In dem Projekt soll im Rahmen einer Evaluationsstudie sondiert
Prof. Dr. Lothar Laux werden, ob eine personzentrierte Auswahl und Durchführung von
Caroline Spielhagen Coachingmaßnahmen zu wirksamen Effekten führt.
Dipl.-Psych. Georg Merz-
bacher Coaching ist ein Personalentwicklungsinstrument, das auf die Bera-
Laufzeit: 1.1.2004 - tung und Förderung von Führungskräften abzielt. Anlässe für Coa-
30.9.2004
ching können Probleme und Krisen (z.B. Burn-out) ebenso wie
Förderer:
Otto-Friedrich-Universität Fragen der beruflichen Fortentwicklung (Entwicklung von Zukunfts-
Bamberg plänen, Optimierung der eigenen Fähigkeiten) sein. Coaching
Kontakt: scheint dann besonders zu wirken, wenn es nicht als Beratung „von
Prof. Dr. Lothar Laux der Stange", sondern individuumsspezifisch eingesetzt wird, also
Tel.: 0951/863 1870,
Fax: 0951/863 4870, E-
auf das einzelne Individuum zugeschnitten ist. Dieser Zielsetzung
Mail: [Link]@[Link] entspricht eine am Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie entwik-
[Link] kelte Variante des Coachings, das wir als „Persönlichkeits-Coaching"
bezeichnen. Es geht konsequent von individuellen Zielsetzungen
aus und nutzt bei der Bewältigung von Problemen die Identifikation
und Weiterentwicklung individueller Ressourcen. Das Verfahren
setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die variabel
miteinander kombiniert werden können: In der Phase der Ressour-
cenfreisetzung geht es darum, diejenigen Ressourcen zu bestimmen
und zu aktivieren, die von den Teilnehmern mitgebracht, aber bis-
lang noch nicht optimal genutzt werden. So berichtete z.B. ein Teil-
nehmer darüber, im familiären Bereiche Spannungen häufig auf
humorvolle Weise zu lösen - dies aber im beruflichen Kontext nie zu
tun, da dies seinem Bild einer „seriösen Führungskraft" widerspre-
che. Reicht die Freisetzung vorhandener Ressourcen nicht aus, wer-
den in der Phase der Ressourcenerweiterung zusätzlich
Expertenprogramme der Psychologie individuumsspezifisch vermit-
telt (z.B. soziales Kompetenztraining, Konflikt- und Stressmanage-
ment). Ein weiterer Baustein enthält Methoden zur Transfer-
sicherung, wie z.B. Telefontermine oder E-Mail-Kontakt zwischen
Seite 209
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Teilnehmer und Coach in der Zeit nach Abschluss der Maßnahme.
Die Teilnehmer werden unterstützt, ihre im Coaching erarbeiteten
Ziele zu verfolgen und sie in ihrem beruflichen Alltag umzusetzen.
Wie andere Coachingvarianten auch kann das „Persönlichkeits-Coa-
ching" nicht bloß gestützt auf Plausibilitätserwägungen oder wegen
seiner persönlichkeitstheoretischen Fundierung empfohlen werden:
Als Interventionsverfahren muss seine Wirksamkeit im Rahmen von
Evaluationsstudien belegt werden. Die Überprüfung der Wirksam-
keit eines Coaching-Verfahrens ist prinzipiell zu unterschiedlichen
Zeitpunkten möglich. In diesem Projekt soll eine Output- und eine
Outcome-Evaluation angestrebt werden. Die Output-Evaluation
konzentriert sich auf die Kernfrage: Was hat das Coaching dem Coa-
ching-Teilnehmer gebracht? Evaluationszeitpunkt ist der Abschluss
des Coachings. Die Outcome-Evaluation fragt dagegen nach länger-
fristigen Veränderungen. Evaluiert wird zu einem Follow-up-Termin
mehrere Monate nach Abschluss des Coachings. Insgesamt stehen
folgende Fragestellungen im Mittelpunkt des Projekts:
1. Welche Veränderungen im Verhalten und Erleben nimmt der Kli-
ent in Abhängigkeit von den individuell eingesetzten Coachingmaß-
nahmen am Ende des Coachings und zum Follow-Up-Termin wahr?
2. Auf welche individuumsspezifischen Wirkfaktoren lassen sich
mögliche Veränderungen zurückführen?
3. Welche Empfehlungen zur Transfersicherung können für den wei-
teren Ausbau des Persönlichkeits-Coachings abgeleitet werden?
Eine Selbstdarstellungsinterpretation des Fünf-Faktoren-Modells der Persönlich-
keit
Projektleitung: Das vorliegende Forschungsvorhaben dient der Sondierung eines
Prof. Dr. Lothar Laux DFG-Projekts, in dem wir eine Selbstdarstellungsinterpretation des
Beteiligte: sogenannten Fünf-Faktoren-Modells der Persönlichkeit leisten wol-
Dr. Karl-Heinz Renner
Dipl.-Psych. Georg Merz- len. Das Modell basiert auf fünf breiten Persönlichkeitsdimensionen,
bacher die in verschiedenen Kulturen und Sprachräumen immer wieder ge-
Stichwörter: funden werden konnten: Extraversion, emotionale Stabilität, Ver-
Fünf-Faktoren-Modell; träg-lichkeit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit für Erfahrung. Mit
Persönlichkeitsdimensio-
diesen sogenannten "Big Five" sind große Hoffnungen verbunden:
nen; Big Five; Selbstdar-
stellung; Impression Anhänger des Modells betonen, daß nun endlich ein einheitlicher Be-
Management zugsrahmen für die Forschung und diagnostische Praxis zur Verfü-
Laufzeit: 2.1.2001 - gung stehe. Als "Naturgegebenheit" wird das Fünf-Faktoren-Modell
30.11.2001 sogar mit dem Periodensystem der Elemente und der Systematik
Förderer:
Universität Bamberg
der Tier-arten von Linne verglichen. Gerade diese Gleichsetzung der
Kontakt: Big Five mit "Naturgegebenheiten" aber zählt zu den umstrittensten
Dr. Karl-Heinz Renner und am häufigsten kritisierten Annahmen des Modells. Auch nach
Tel.: 0951/863 1868, unserer Auffassung sind die Big Five keine "Naturgegebenheiten",
Fax: 0951/863 4868, E- sondern sozial konstruierte Eigenschaften, die sich Personen in wie-
Mail: [Link]-
ner@[Link] derkehrenden Interaktionen auf der Basis ihrer Selbstdarstellungen
zuschreiben. Indem Personen bestimmte Eigenschaften vermitteln,
versuchen sie die Eindrücke zu steuern, die ihre Interaktionspartner
über sie formen, und die antizipierten Reaktionen anderer zu kon-
trollieren. Bei den Big Five handelt es sich ganz offensichtlich um so-
zial erwünschte Merkmale, die verbal und nonverbal zum Ausdruck
gebracht werden. In dem Projekt sollen vor diesem Hintergrund
Seite 210
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
mögliche empirische Zusammenhänge zwischen Big Five-Faktoren
und Selbstdarstellung exploriert werden. Dabei kommen Fragebo-
gen zur Selbst- und Fremdbeschreibung sowie direkte Verhaltens-
beobachtungen einer Präsentationsübung zum Einsatz.
Histrionische Selbstdarstellung als Bewältigungsstil
Projektleitung: In dem gerade abgeschlossenen DFG-Projekt "Theatralität und Per-
Prof. Dr. Lothar Laux sönlichkeit: Der histrionische Selbst-darstellungsstil" haben wir Per-
Dr. Karl-Heinz Renner sonen untersucht, die soziale Situationen als Gelegenheiten zum
Stichwörter:
Histrionische Selbstdar- Rollenspiel auffassen, mit dem sie Aufmerksamkeit erregen und ihr
stellung, Humor, Bewälti- Publikum unterhalten. In solchen Rollenspielepisoden werden Infor-
gung mationen nicht in buchstäblicher Bedeutung, also nicht im eigentli-
Laufzeit: 1.1.2002 - chen Sinn vermittelt. Histrionische Kommunikation bedeutet das
30.9.2002
"Manipulieren" von Botschaften, z.B. durch Ironie, Humor und non-
Förderer:
Otto-Friedrich-Universität verbale Ausdrucksformen. Damit einher geht die Abweichung von ir-
Bamberg gendeiner Norm, sei es eine Abweichung vom Vertrauten, von der
Kontakt: Routine, von der buchstäblichen Bedeutung. Vor diesem Hinter-
Dr. Karl-Heinz Renner grund gehen wir in unserem aktuellen DFG-Projekt "Das Als-Ob in
Tel.: 0951/863 1868,
Fax: 0951/863 4868, E-
der Selbstdarstellung" der Frage nach, ob Originalität im Sinne von
Mail: [Link]- semantischer Transformationsfähigkeit als Kernkompetenz histrio-
ner@[Link] nischer Personen gelten kann. Originalität zählt zu den Basisfakto-
ren der Kreativität und meint die Fähigkeit, neue, vor allem
ungewöhnliche, von der Norm abweichende Ant-worten zu generie-
ren, die zudem qualitativ hochwertig sind. Während im aktuellen
DFG-Projekt Originalität als Kernkompetenz histrionischer Selbst-
darstellung im Mittelpunkt steht, soll im möglichen Fortsetzungspro-
jekt untersucht werden, ob und wie histrionische Personen diese
Kompetenz nutzen, um Belastungen zu bewältigen. Unsere Hypo-
these ist, dass histrionische Personen ihre Kernkompetenz nicht nur
einsetzen, um Aufmerksamkeit zu erregen und andere zu unterhal-
ten (Spannungsaufbau), sondern auch um Belastungen zu reduzie-
ren (Spannungsabbau). Bewältigung als psychologisches Konstrukt
umfasst alle Bemühungen, situative Anforderungen zu regulieren,
die die Ressourcen einer Person beanspruchen oder übersteigen.
Wir möchten sondieren, ob histrionische Personen gemäß ihrer Fä-
higkeitsausstattung versuchen, Anforderungen dadurch zu regulie-
ren, daß sie die eigentliche Bedeutung der belastenden Situation
transformieren, indem sie z.B. Witze machen bzw. allgemein Humor
und Ironie einsetzen. In diesem Sinne konzipieren wir histrionische
Selbstdarstellung als Bewältigungsstil. Empirische Studien bestäti-
gen zwar die stressredu-zierende Funktion von Humor, die sich so-
gar auf der Basis peripher-physiologischer Indikatoren zeigen lässt.
Im Mainstream der Forschung wird Humor als Bewältigungsstrate-
gie aber viel zu wenig berück-sichtigt. Mit dem möglichen DFG-Fort-
setzungsprojekt soll ein Beitrag geleistet werden, um diese
"Humorlosigkeit" in der Bewältigungsforschung zu korrigieren. Zur
Vorbereitung des DFG-Fortsetz-ungsantrages wollen wir im hier be-
antragten Sondierungsprojekt folgende Fragestellungen explorie-
ren: (1) Wie setzen histrionische Personen ihre semantische
Transformationsfähigkeit ein, um Belastungen insbesondere durch
Humor zu bewältigen? (2) In der Bewältigungsforschung werden
vier basale Intentionen unterschieden: Emotionsregulation (z.B. ne-
Seite 211
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
gative Gefühle ändern), Selbstregulation (z.B. Schutz des Selbst-
werts), Situationsregulation (z.B. Problemlösung) und Inter-
aktionsregulation (z.B. belastende Interaktionen entschärfen). Wie
ver-folgen histrionische Personen diese Intentionen in konkreten
Belastungssituationen durch ihren Bewältigungsstil, insbesondere
durch Humor? (3) Anwendungsperspektive: Erste Überlegungen zur
Übertragung der Ergebnisse auf die Beratung von Führungskräften
im Rahmen eines am Lehrstuhl bereits entwickelten Coaching-Kon-
zepts. Welche Chancen und Risiken birgt Humor als Bewältigungs-
strategie für Führungskräfte?
Publikationen
1. Laux, Lothar ; Renner, 0XX
Karl-Heinz ; Spielhagen, Caroline ; Merzbacher, Georg: Theatralität
und Persönlichkeit: Der histrionische Selbstdarstellungsstil . In: [Link]. Das Magazin der
Otto-Friedrich-Universität Bamberg (2003), Nr. 4, S. 38-41
Internet und Persönlichkeit
Projektleitung: Psychologische Forschungsbemühungen zum Thema Internet kon-
Dr. Karl-Heinz Renner zentrierten sich in den letzten Jahren hauptsächlich auf sozial- und
Stichwörter: organisationspsychologische Fragestellungen sowie auf angewandte
Internet, Persönlichkeit
Laufzeit: 1.1.2004 - und methodische Aspekte der Internet-Nutzung. Dabei standen die
31.12.2004 Möglichkeiten des Internet als virtueller Forschungskontext (z.B.
Förderer: Online-Befragungen und -Experimente), Identitäten, Beziehungen
Otto-Friderich-Universität und Gruppenprozesse im Internet, computervermittelte Kommuni-
Bamberg
kation in Organisationen und neuerdings internetgestütztes Human
Kontakt:
Dr. Karl-Heinz Renner Resource Management sowie klinisch-psychologische Aspekte (z.B.
Tel.: 0951/863 1868, Internet-Sucht) im Mittelpunkt. Zusammenhänge zwischen Persön-
Fax: 0951/863 4868, E- lichkeitsmerkmalen und Internet-Nutzung sind bisher kaum unter-
Mail: [Link]- sucht worden. Nach Einschätzung führender Experten (McKenna &
ner@[Link]
Bargh, 2001) kann die psychologische Internet-Forschung erheblich
profitieren, wenn Persönlichkeitsmerkmale stärker als bisher be-
rücksichtigt werden: Wie und warum das Internet genutzt wird,
steht nach dieser Auffassung auch im Zusammenhang mit interindi-
viduellen Unterschieden zwischen Personen. Ziel des beantragten
Projektes ist es, Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsmerk-
malen und verschiedenen Arten der Internet-Nutzung zu untersu-
chen. Einbezogen werden breite Persönlichkeitsdimensionen gemäß
dem Fünf-Faktoren-Modell (Extraversion, Neurotizismus, Offenheit,
Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit) sowie spezifischere habituelle
Merkmale, wie z.B. soziale Ängstlichkeit, Narzissmus und verschie-
dene Motiv- und Einstellungsvariablen (z.B. Einstellung zum Inter-
net, Need for Cognition). Die Arten der Internet-Nutzung lassen sich
in die Bereiche Informationssuche (z.B. Internet-Recherchen),
Kommunikation (z.B. E-Mail, Chat), Unterhaltung (z.B. Spiele, Mu-
sik) und Technik (z.B. Erstellen von Web-Seiten mittels HTML) dif-
ferenzieren. Die wenigen bisher publizierten Studien ergaben
niedrige bis mittelhohe Zusammenhänge zwischen den breiten Per-
sönlichkeitsdimensionen des Fünf-Faktoren-Modells und verschie-
denen Arten der Internet-Nutzung. Markantere Zusammenhänge
resultierten dagegen bei spezifischeren Merkmalen: So hat sich so-
ziale Ängstlichkeit als starker Prädiktor für die Tendenz, Internet-
Beziehungen zu knüpfen, erwiesen. In diesem Zusammenhang wird
Seite 212
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
diskutiert, ob positive Erfahrungen mit virtuellen Interaktionspart-
nern auf reale Beziehungen übertragen werden können oder aber
diesbezügliche Defizite im "real life" eher noch verstärken. Es stellt
sich also die Frage, inwieweit das Internet als Ressource oder als
Fluchtraum genutzt wird und welche Rolle dabei Persönlichkeits-
merkmale, wie soziale Ängstlichkeit oder Narzissmus spielen. Zu-
dem ist in den wenigen bisher publizierten Studien deutlich
geworden, dass soziodemographische Variablen, insbesondere Ge-
schlechtsunterschiede, die Internetkompetenz und die bisherige
Online-Zeit beachtet werden müssen. Vor diesem Hintergrund sol-
len drei Fragen untersucht werden: (1) Welche Zusammenhänge re-
sultieren zwischen breiten und spezifischen Persönlichkeits-
merkmalen und der Internet-Nutzung? Welche Persönlichkeits-
merkmale gehen mit einer funktionalen (Internet als Ressource),
welche mit einer eher dysfunktionalen (Internet als Fluchtraum) In-
ternetnutzung einher? (2) Lassen sich Interaktionen zwischen Ge-
schlechtsunterschieden und Persönlichkeitsmerkmalen bei der
Internet-Nutzung feststellen: Nutzen z.B. extravertierte Frauen das
Internet anders als extravertierte Männer? (3) Moderatorhypothe-
se: Resultieren bei hoher vs. niedriger Internetkompetenz jeweils
andere Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und
der Internet-Nutzung?
Publikationen
1. Renner, Karl-Heinz: Selbstdarstellung
0XX im MUD und auf privaten Homepages. Gemeinsam-
keiten und Unterschiede . In: E. Keitel ; K. Boehnke ; K. Wenz (Hrsg.) : Neue Medien im
Alltag: Nutzung, Vernetzung, Interaktion. Lengerich : Pabst, 2003, S. 263-274.
Ressourcenorientierung im 360-Grad-Feedback: Der Vergleich von Selbst- und
Fremdurteil
Projektleitung: Im aktuellen DFG-Projekt „Theatralität und Persönlichkeit: Das „Als
Prof. Dr. Lothar Laux Ob in der Persönlichkeit", das am Lehrstuhl Psychologie IV durchge-
Caroline Spielhagen führt wird, geht es um die Untersuchung des Zusammenhangs von
Dipl.-Psych. Georg Merz-
bacher Selbstdarstellung und Befindlichkeit. Das Ziel der Studie ist die Ab-
Laufzeit: 1.1.2003 - leitung von Coachingmaßnahmen zur Verbesserung der beruflichen
31.12.2003 Effizienz sowie der Stärkung des persönlichen Wohlbefindens im Zu-
Förderer: sammenhang mit der eigenen Selbstdarstellung. Die Teilnehmer er-
Otto-Friedrich-Universität
hielten durch geschulte Beobachter ein Feedback über ihre
Bamberg
Kontakt: Selbstdarstellung im Versuch und konnten so ihre Selbsteinschät-
Prof. Dr. Lothar Laux zung mit der Rückmeldung der externen Beobachter vergleichen.
Tel.: 0951/863 1870,
Fax: 0951/863 4870, E-
Mit dem vorliegenden Antrag soll ein weiteres DFG-Projekt vorberei-
Mail: [Link]@[Link] tet werden, in dem die Einschätzung von persönlichen Fähigkeiten
[Link] und Fertigkeiten im Selbst- und im Fremdurteil zu einem sog.
„360°-Feedback" erweitert wird. Bei diesem Verfahren handelt es
sich um eine Beurteilung, die zusätzlich zur Selbsteinschätzung ei-
ner Person die Sichtweise anderer Gruppen der direkten Arbeitsum-
gebung berücksichtigt (Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter,
Kunden). Jeder dieser Gruppen wird ein Kreisanteil von 90° zuge-
wiesen, so dass sich insgesamt 360° ergeben. Am Lehrstuhl Psycho-
logie IV wurde in den letzten Jahren ein ressourcenorientiertes
Persönlichkeitscoaching entwickelt, das Führungskräfte bei der Wei-
Seite 213
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
terentwicklung und Nutzung ihrer beruflichen und persönlichen Fä-
higkeiten unterstützt. Während wir uns dabei bisher vor allem auf
die persönliche Sicht der Teilnehmer konzentrierten, soll künftig die
berufliche Umwelt der jew. Führungskraft in Form einer Fremdbeur-
teilung ihres Verhaltens in das Coaching einbezogen werden.
Im Fortsetzungsprojekt soll daher ein Instrument zur Erfassung von
Selbst- und Fremdurteil des Führungsverhaltens entwickelt werden.
Selbst- und Fremdeinschätzungen stimmen keineswegs immer
überein: Sie korrelieren nur mittelhoch miteinander. Daher bietet
der Vergleiche von intendiertem Selbstbild und resultierendem Au-
ßenbild eine Chance zur beruflichen und privaten Weiterbildung.
Herkömmliche Fragebogenverfahren zur Erfassung von Selbst- und
Fremdbild haben den Nachteil, vorgegebene Themenbereiche in ge-
bundener Form zu erheben und laufen dabei Gefahr, tatsächlich vor-
liegende Probleme oder Ressourcen möglicherweise nicht zu
erfassen. Nach unserer Auffassung liefert eine Erweiterung der rein
quantitativen Diagnostik um qualitative Elemente unverzichtbare
Informationen für den weiteren Verlauf des Coachings. Die Antwor-
ten auf offene Fragen (z.B. „In welchen Bereichen könnte Herr XY
Ihrer Meinung nach sein Führungsverhalten noch verbessern?") ge-
ben dabei konkrete Hinweise auf die Entwicklung von Coachingmaß-
nahmen. Da das Persönlichkeitscoaching auf die Bestimmung,
Aktivierung und Erweiterung beruflicher Fähigkeiten abzielt, soll der
Schwerpunkt dieses Verfahrens in der ressourcenorientierten Dia-
gnostik liegen. Unser vorrangiges Ziel ist es daher, potentielle Stär-
ken der Führungskraft zu identifizieren. Wir gehen davon aus, dass
eine individuelle Abstimmung der behandelten Themenbereiche (Ar-
beitsverhalten, psychische Konstitution, soziale Kompetenz, etc.)
auf die Anforderungen der Position und die Bedürfnisse der jeweili-
gen Führungskraft eine Steigerung der Motivation sowohl bei dem
beurteilten Mitarbeiter als auch bei den Beurteilern bewirkt, da die
Befragten die Möglichkeit haben, zusätzlich aktuelle Themen abzu-
geben. Zur Vorbereitung eines weiteren DFG-Projekts sollen folgen-
de Fragestellungen sondiert werden:
(1) Welche Coachingempfehlungen ergeben sich aus einem Ver-
gleich von Selbst- und Fremdurteil?
(2) Wie sollte ein Instrument zum Vergleich von Selbst- und Frem-
durteil von Führungsverhalten beschaffen sein, das quantitive und
qualitative Erhebungsmethoden integriert?
(3) Welche Möglichkeiten bestehen, den Vergleich von Selbst-und
Fremdurteil ressourcenorientiert zurückzumelden?
Seite 214
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Theatralität und Persönlichkeit: Das "Als Ob" in der Selbstdarstellung
Projektleitung: Ziel dieses Projekts ist die Elaboration und Vertiefung von Erkennt-
Prof. Dr. Lothar Laux nissen, die an Personen mit einem histrionischen Selbstdarstel-
Dr. Karl-Heinz Renner lungsstil gewonnen wurden: Solche Personen neigen zu Als-ob-
Caroline Spielhagen
Beteiligte: Rollenspielen, mit denen es ihnen gelingt, zwischenmenschliche In-
Dipl.-Psych. Sibylle Enz teraktionen in kleine dramatische Szenen umzuwandeln. Untersucht
Dr. Ulrike Starker werden soll, (a) ob Originalität - verstanden als Transformations-
Stichwörter: kompetenz - einen Erklärungsansatz für den histrionischen Stil dar-
Selbstdarstellung;Thea-
stellt und (b) inwieweit die Fiktionstheorie des Komischen von
tralität, Persönlichkeits-
psychologie Nyman als einheitlicher Erklärungsrahmen für Als-ob-Rollenspiele in
Laufzeit: 1.10.2001 - Frage kommt. Ein zweites Ziel betrifft den Versuch, die bisherigen
30.9.2002 Befunde aus beiden Projekten für die individuelle Beratung von Per-
Förderer: sonen (Coaching) nutzbar zu machen und Empfehlungen für eine
Deutsche Forschungsge-
meinschaft
Optimierung der Selbstdarstellung auszuarbeiten, in denen das Mo-
Kontakt: ment des "Als-ob" als Methode zur Veränderung von Verhalten und
Prof. Dr. Lothar Laux Einstellung enthalten ist.
Tel.: 0951/863 1870,
Fax: 0951/863 4870, E-
Mail: [Link]@[Link]
[Link]
Publikationen
1. Laux, Lothar ; Renner, 0XXKarl-Heinz ; Spielhagen, Caroline: Der histrionische Selbstdarstel-
lungsstil . In: J.-U. Nieland ; Ch. Schicha (Hrsg.) : Infotainment und Aspekte medialer
Wahrnehmung. Ergebnisbericht und Stellungnahmen zum Workshop an der FU Berlin vom
02.06.1999 im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms: „Theatralität", Arbeitspapier
Nr. 01/2000. Duisburg : Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung
(RISP) e.V., 2000, S. 62-68.
2. Spielhagen, Caroline ; Geßner, Anja ; Renner, Karl-Heinz ; Laux, Lothar: Wer war William
Shakespeare? Big Brother aus der Sicht der Selbstdarstellungsforschung. . In: Weber, F.
(Hrsg.) : Big Brother: Inszenierte Banalität zur Prime Time. Münster : Lit Verlag, 2000,
S. 271-288.
3. Spielhagen, Caroline ; Renner, Karl-Heinz ; Stegmeyer, B ; Roth, E. ; Laux, Lothar: Theater
erkennen . In: E. Fischer-Lichte (Hrsg.) : Wahrnehmung und Medialität. Tübingen : Fran-
cke Verlag, 2001, (Theatralität Bd. 3), S. 357-383.
4. Laux, Lothar ; Renner, Karl-Heinz ; Schütz, Astrid ; Merzbacher, Georg ; Stegmeyer, B ;
Spielhagen, Caroline: Theatralität, Körpersprache und Persönlichkeit. Von Self-monitoring
zur Persönlichkeitsdarstellung. . In: Fischer-Lichte, E. ; Horn, Ch. ; Warstatt, M. (Hrsg.) :
Verkörperung. Tübingen : Francke, 2001, (Theatralität Bd. 2), S. 187-201.
5. Laux, Lothar ; Renner, Karl-Heinz: Self-monitoring und Authentizität. Die verkannten
Selbstdarsteller. . In: Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie 23
(2002), Nr. 2, S. 129-148
6. Laux, Lothar ; Friedel, H. ; Maier, H. ; Renner, Karl-Heinz: Wie Psychologen sich selbst dar-
stellen: eine Inhaltsanalyse von Autobiographien . In: G. Jüttemann ; H. Thomae (Hrsg.) :
Persönlichkeit und Entwicklung. Weinheim : Beltz, 2002, S. 229-261.
7. Laux, Lothar ; Spielhagen, Caroline ; Renner, Karl-Heinz: Persönlichkeitseigenschaften als
Selbstdarstellungsprodukte. Vom Ereignis zur Eigenschaft . In: Fischer-Lichte, E. (Hrsg.) :
Performativität und Ereignis. Tübingen : Francke Verlag, 2003, (Theatralität Bd. 4),
S. 243-257.
Seite 215
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
8. Laux, Lothar ; Renner, Karl-Heinz ; Spielhagen, Caroline ; Merzbacher, Georg: Theatralität
und Persönlichkeit: Der histrionische Selbstdarstellungsstil . In: [Link]. Das Magazin der
Otto-Friedrich-Universität Bamberg (2003), Nr. 4, S. 38-41
Theatralität und Persönlichkeit: Der histrionische Selbstdarstellungsstil
Projektleitung: Ausgehend von Personen, die ganz offensichtlich zur effektvollen
Prof. Dr. Lothar Laux Selbstdarstellung tendieren und damit unsere Inszenierungskultur
Dr. Karl-Heinz Renner in charakteristischer Weise repräsentieren, wird ein histrionischer
Beteiligte:
Dipl.-Psych. Karen Fries Selbstdarstellungsstil konzipiert. Personen, bei denen dieser Stil
Dr. Ulrike Starker ausgeprägt ist, neigen zum Rollenspiel mit explizitem Als-ob-Cha-
Laufzeit: 1.10.1999 - rakter, mit dem es ihnen gelingt, Alltagssituationen in kleine „dra-
30.9.2001 matische" Szenen zu transformieren. Im Mittelpunkt unserer
Förderer:
theoretischen und empirischen Analyse - die Fragebogen, biographi-
Deutsche Forschungsge-
meinschaft sches Interview und verschiedene Arten von Rollenspielen umfaßt -
Kontakt: stehen die charakteristischen Motive, Kompetenzen und Rollenbil-
Dr. Karl-Heinz Renner der dieses Stils. Neben den möglichen Risiken sollen vor allem die
Tel.: 0951/863 1868, interaktionellen Stärken histrionischen Verhaltens untersucht wer-
Fax: 0951/863 4868, E-
Mail: [Link]-
den. Ebenfalls vorgesehen ist ein Vergleich mit pluralistischen Per-
ner@[Link] sönlichkeitstheorien (Patchwork-Persönlichkeit). Das Projekt soll
mit einer Befragung der Teilnehmer am Schwerpunktprogramm
„Theatralität" beginnen, um das Expertenwissen der verschiedenen
Forschungsrichtungen zur Histrionisierung von Mensch und Kultur
integrieren zu können.
Publikationen
1. Renner, Karl-Heinz ; Laux,
0XXLothar: Unitas multiplex, purposiveness, individuality. Contra-
sting Stern´s conception of the person with Gergen´s saturated self. . In: Theory and Psy-
chology 10 (2000), Nr. 6, S. 831-846
2. Spielhagen, Caroline ; Geßner, Anja ; Renner, Karl-Heinz ; Laux, Lothar: Wer war William
Shakespeare? Big Brother aus der Sicht der Selbstdarstellungsforschung. . In: Weber, F.
(Hrsg.) : Big Brother: Inszenierte Banalität zur Prime Time. Münster : Lit Verlag, 2000,
S. 271-288.
Theatralität und Persönlichkeit: Publikumszentrierte Selbstdarstellung und die
Inszenierung von Selbstkonsistenz
Projektleitung: Ausgehend von der Prämisse des Schwerpunktprogramms "Thea-
Prof. Dr. Lothar Laux tralität", das unsere heutige Kultur als eine Kultur der Inszenierung
Beteiligte: beschreibt, werfen wir die Frage auf, welche Bedeutung theatrale
Dr. Karl-Heinz Renner
Dipl.-Psych. Caroline Prozesse der Selbstdarstellung für das einzelne Individuum haben.
Spielhagen Bei dem Versuch, Personen nach dem Ausmaß zu unterscheiden, in
Stichwörter: dem sie zu Selbstinszenierungen und Selbstdarstellungen neigen,
Theatralität; Persönlich- steht das Persönlichkeitskonstrukt "Self-monitoring" (Selbstüber-
keit;
wachung) im Mittelpunkt unserer theoretischen und empirischen
Laufzeit: 1.10.1997 -
30.9.1999 Analyse. Üblicherweise gelten starke Selbstüberwacher als publi-
Förderer: kumsorientierte Selbstinszenierer, schwache Selbstüberwacher als
Deutsche Forschungsge- innenorientierte, besonders konsistente und authentische Personen.
meinschaft Unter dem Motto "Inszenierung von Selbstkonsistenz" vertreten wir
demgegenüber die These, daß auch schwache Selbstüberwacher zu
einer publikumsbezogenen Selbstdarstellung tendieren. Die Über-
prüfung dieser These und eine detaillierte Erfassung von Selbstin-
Seite 216
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
szenierungsstrategien beider Personengruppen bilden den
Schwerpunkt der empirischen Arbeit, die sich auf Methoden der
Selbst- und Fremdbeurteilung, des Rollenspiels und der Video-Si-
mulation stützt.
Publikationen
1. Renner, Karl-Heinz ; Laux,
0XXLothar: Soziale Sättigung: Das Ende der Persönlichkeitstests in
der Postmoderne? In: Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie 21
(2000), Nr. 4, S. 279-294
2. Laux, Lothar ; Renner, Karl-Heinz ; Schütz, Astrid ; Merzbacher, Georg ; Stegmeyer, B ;
Spielhagen, Caroline: Theatralität, Körpersprache und Persönlichkeit. Von Self-monitoring
zur Persönlichkeitsdarstellung. . In: Fischer-Lichte, E. ; Horn, Ch. ; Warstatt, M. (Hrsg.) :
Verkörperung. Tübingen : Francke, 2001, (Theatralität Bd. 2), S. 187-201.
Projektunabhängige Publikationen
1. Laux, Lothar ; Weber, H. : Gordon W. Allport . In: T. Herrmann ; E.D. Lantermann (Hrsg.)
0XX
: Persönlichkeitspsychologie. Ein Handbuch in Schlüsselbegriffen. München : Urban &
Schwarzenberg, 1985, S. 239-249.
2. Laux, Lothar ; Glanzmann, P ; Schaffner, P: General versus situation-specific traits as re-
lated to anxiety in ego-threatening situations . In: C.D. Spielberger ; I.G. Sarason ; P.B.
Defares (Hrsg.) : Stress and anxiety. Bd. 9. Washington : Hemisphere, 1985, S. 121-128.
3. Schwenkmezger, P. ; Laux, Lothar: Trait-anxiety, worry, and emotionality in athletic com-
petition. . In: C.D. Spielberger ; R. Diaz-Guerrero (Hrsg.) : Cross-cultural anxiety. Bd. 3.
Washington : Hemisphere, 1985, S. 65- 77.
4. Weber, H. ; Laux, Lothar: Inhaltsanalyse des Stressbegriffs in Publikumszeitschriften. .
In: Publizistik (1985), Nr. 30, S. 25-34
5. Laux, Lothar: A self-presentational view of coping with stress. . In: M.H. Appley ; R. Trum-
bull (Hrsg.) : Dynamics of stress. New York : Plenum Press, 1986, S. 233- 253.
6. Laux, Lothar ; Glanzmann, P. : A self-presentational view of test anxiety. . In: H.M. van der
Ploeg ; R. Schwarzer ; C.D. Spielberger (Hrsg.) : Advances in test anxiety research. Bd. 5.
Lisse : Swets & Zeitlinger, 1987, S. 31-37.
7. Laux, Lothar ; Weber, H. : Person-centered coping research . In: European Journal of Per-
sonality (1987), Nr. 1, S. 193-214
8. Laux, Lothar ; Weber, H. : Erträgnisse biographischer Forschung im Bereich von Streß und
Bewältigung . In: G. Jüttemann ; H. Thomae (Hrsg.) : Biographie und Psychologie. Berlin :
Springer, 1987, S. 285-298.
9. Laux, Lothar ; Weber, H. : Bewältigung von Emotionen . In: K.R. Scherer (Hrsg.) : Psycho-
logie der Emotion. Enzyklopädie der Psychologie. Göttingen : Hogrefe, 1990, S. 560-629.
10. Weber, H. ; Laux, Lothar: Bewältigung und Wohlbefinden . In: A. Abele-Brehm ; P. Becker
(Hrsg.) : Wohlbefinden: Theorie - Empirie - Diagnostik. Weinheim : Juventa-Verlag, 1990,
S. 139-154.
11. Weber, H. ; Laux, Lothar: Bringing the person back into stress and coping measurement .
In: Psychological Inquiry, An International Journal of Peer Commentary and Review
(1990), Nr. 1, S. 37-40
12. Laux, Lothar ; Weber, H. : Presentation of self in coping with anger and anxiety: An inten-
tional approach. . In: Anxiety Research (1991), Nr. 4, S. 233-255
Seite 217
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
13. Weber, H. ; Laux, Lothar ; Burda-Viering, M. : Bewältigung von Angst und Ärger in der Part-
nerschaft . In: G. Cyprian ; Laux, Lothar ; Mühlfeld, Claus ; Selg, Herbert ; L.A. Vaskovics
(Hrsg.) : Interdisziplinäre Familienforschung. Forschungsforum. Berichte aus der Otto-
Friedrich-Universität Bamberg. Bamberg : Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 1991,
S. 105-113.
14. Laux, Lothar ; Weber, H. : Emotionsbewältigung und Selbstdarstellung . Stuttgart : Kohl-
hammer, 1993. - 158 Seiten.
15. Renner, Karl-Heinz ; Laux, Lothar ; Schiepek, Günter: Self-Modeling. Die eigene Person als
Video-Vorbild . In: Forschungsform. Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
(1993), Nr. 5, S. 149-156
16. Laux, Lothar ; Renner, Karl-Heinz: Ich möchte, daß die Leute meine Seele sehen. Selbst-
darstellung und Selbstinterpretation . In: Forschungsforum. Berichte aus der Otto-Fried-
rich-Universität Bamberg (1994), Nr. 5, S. 106-115
17. Renner, Karl-Heinz: Video in der Psychologie . In: Mit Leib und Seele, Forschungsforum.
Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg 6 (1994), S. 122-128
18. Weber, H ; Laux, Lothar: Presentation of emotion . In: G.L. Van Heck ; P. Bonaiuto ; I. De-
ary ; W. Nowack (Hrsg.) : Personality psychology in Europe. Bd. 4. Amsterdam : Swets &
Zeitlinger, 1994, S. *-*.
19. Weiß, Helene ; Limmer, Ruth ; Burda-Viering, M ; Schütz, Astrid ; Laux, Lothar: Streßbe-
wältigung in der Familie . In: Zeitschrift für Familienforschung, Sonderheft 1 (1994),
Nr. Sonderheft 1, S. 273-280
20. Cyprian, Gudrun ; Laux, Lothar: Gestaltungsaufgaben der Familie . In: L.A. Vaskovics
(Hrsg.) : Familie. Soziologie familialer Lebenswelten. München : Oldenbourg, 1995,
S. 196-202.
21. Hodapp, V ; Glanzmann, P.G. ; Laux, Lothar: Theory and Measurement of Test Anxiety as
a Situation-Specific Trait . In: C.D. Spielberger ; P. Vagg (Hrsg.) : Test Anxiety: Theory,
Assessment and Treatment. Washington DC : Taylor & Francis, 1995, S. 47-58.
22. Laux, Lothar: Die Integration idiographischer und nomothetischer Persönlich-keitspsycho-
logie . In: A. Kruse ; R. Schmitz-Scherzer (Hrsg.) : Psychologie des Lebenslaufs.
Darmstadt : Steinkopff, 1995, S. *-*.
23. Laux, Lothar ; Selg, Herbert: Familienpsychologie. Grundlagen und Anwendungsmöglich-
keiten familienpsychologischer Forschung . In: L.A. Vaskovics (Hrsg.) : Familienbilder und
Familienrealität im Wandel. Europäische Fachtagung zur Familienforschung. Leverkusen :
Leske & Budrich, 1995, S. *-*.
24. Laux, Lothar ; Schütz, Astrid: Stressbewältigung und Wohlbefinden in der Familie .
Stuttgart : Kohlhammer, 1996 (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senio-
ren, Frauen und Jugend. Bd. 108)
25. Laux, Lothar ; Schütz, Astrid: "Wir, die wir gut sind". Die Selbstdarstellung von Politikern
zwischen Glorifizierung und Glaubwürdigkeit . München : dtv, 1996
26. Laux, Lothar: Fröhlichs Archetypen . In: H. Bonn (Hrsg.) : Wahrnehmung durch Falsifika-
tion. Festschr. für W.D. Fröhlich. Bielefeld : Neues Literaturkontor, 1996, S. *-*.
27. Laux, Lothar ; Glanzmann, P: Angst und Ängstlichkeit . In: M. Amelang (Hrsg.) : Differen-
tielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung. Temperaments- und Persönlichkeitsunter-
schiede. Enzyklopädie der Psychologie. Göttingen : Hogrefe, 1996, S. 107-151.
28. Limmer, Ruth ; Laux, Lothar ; Schwarz, G: BewältigungsexpertInnen: Strategien zur Be-
wältigung familialer Konflikte . In: H.P. Buba ; N.F. Schneider (Hrsg.) : Familie. Zwischen
gesellschaftlicher Prägung und individuellem Design. Opladen : Westdeutscher Verlag,
1996, S. *-*.
Seite 218
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
29. Laux, Lothar ; Renner, Karl-Heinz ; Schütz, Astrid: Vierte Arbeitstagung der Fachgruppe
Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik in der
deutschen Gesellschaft für Psychologie . In: Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische
Psychologie 19 (1998), Nr. 1, S. 1-72
30. Renner, Karl-Heinz ; Laux, Lothar: William Sterns unitas multiplex und das Selbst in der
Postmoderne . In: Psychologie und Geschichte (1998), Nr. 8, S. 3-17
31. Laux, Lothar: Streßbewältigung in der Familie: zum Referat von Meinrad Perrez. . In: K. A.
Schneewind (Hrsg.) : Themen der Familienpsychologie: Brückenschläge zwischen For-
schung und Praxis. Göttingen : Hogrefe, 1999, S. 38-43.
32. Laux, Lothar: Persönlichkeitspsychologie in interaktionistischer Sicht . In: Zeitschrift für
Psychologie (2000), Nr. 208, S. 242-266
33. Renner, Karl-Heinz: Rodney King und Self-Modeling: Zwei Kontexte medialer Inszenierung
und Wahrnehmung . In: J.-U. Nieland ; Ch. Schicha (Hrsg.) : Infotainment und Aspekte
medialer Wahrnehmung. Ergebnisbericht und Stellungsnahmen zum Workshop an der FU
Berlin vom 02.06.1999 im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms: "Theatralität".
Duisburg : Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V., 2000, S. 17 -
35.
34. Schütz, Astrid ; Laux, Lothar: Selbst und Emotion . In: J. H. Otto ; H. A. Euler ; H. Mandl
(Hrsg.) : Handbuch Emotionspsychologie. München : Urban & Schwarzenberg, 2000,
S. 519-531.
35. Renner, Karl-Heinz: Selbstinterpretation und Self-Modeling bei Redeängstlichkeit .
Göttingen : Hogrefe, 2002
36. Laux, Lothar: Persönlichkeitspsychologie. . Stuttgart : Kohlhammer, 2003 (Grundriss der
Psychologie. Bd. 11) . - 306 Seiten.
Seite 219
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Organisations- und Sozialpsychologie
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 1905 Fax.: 0951/863 4905 oder 09505/950328
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Abteilung Organisations- und Sozialpsychologie beschäftigt sich
Prof. Dr. Hermann J. Liebel mit anwendungsorientierter psychologischer Forschung. Allen For-
Mitarbeiter: schungsaktivitäten ist ein unmittelbarer Bezug zur Aus- und Weiter-
Dipl.-Psych. Walter Braun
Dr. Martin Klaffke bildung von Fachkräften in Wirtschaftsbetrieben und in Einrichtun-
Dipl.-Psych. Kerstin Sigel gen der öffentlichen Verwaltung gemeinsam. Zielgruppen sind Füh-
rungskräfte, Personalfachleute, Ausbilder, Dozenten, Richter und
Staatsanwälte. Alle bearbeiteten Projekte haben ihren Ausgangs-
punkt in konkreten Problemen, die sich in den verschiedensten Pra-
xisfeldern ergeben. Wo die aufgeworfenen Fragen nicht oder nicht
hinreichend aus dem vorhandenen Wissensbestand der Psychologie
beantwortet werden können, setzen empirische Forschungsaktivitä-
ten ein.
Ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld ist die Beratung von Organi-
sationen und ihren Mitgliedern bei Problemen der Personalentwick-
lung, der Vorgesetzten-Mitarbeiter-Interaktion, des Commitment
und des Knowledge Management.
Forschungsschwerpunkte
Derzeit wird in drei Schwerpunktbereichen geforscht:
"Personalforschung", Fragen der Psychologie des "Straßenverkehrs"
und der "Kriminalpsychologie" mit Schwerpunkt auf Problemen im
Zusammenhang mit wirtschaftskrimineller Delinquenz
Kooperationsbeziehungen
wichtige Kooperationspartner:
Verkehrsakademien Bayern/Sachsen/Thüringen e.V., Bundeskrimi-
nalamt Wiesbaden, Deutsche Hochschule für Verwaltungswissen-
schaften, Speyer, Haagse Hogeschool(Den Haag), Nationale
Planungskommission der Volksrepublik China, Peking
Kooperationswünsche:
Dienstleistungssektoren von Wirtschaftsunternehmen, Dienstlei-
stungsunternehmen selbst sowie Einrichtungen der öffentlichen
Verwaltung in Fragen der Qualitätssicherung ihrer Organisationen
sowie zum Psychologietransfer
Seite 220
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Der Einfluss von Drogenkonsum auf das Verhalten von Jugendlichen und Junger-
wachsenen im Straßenverkehr
Projektleitung: Forschungsgegenstand
Prof. Dr. Hermann J. Liebel
Beginn: 1.5.2004 Langzeitstudie über Auswirkungen von Drogeneinnahmen auf das
Förderer: Risikoverhalten Jugendlicher und Jungerwachsener im Straßenver-
Eigenprojekt; Förderun- kehr.
gen beantragt
Kontakt: Methoden
Prof. Dr. Hermann J. Liebel Freie und standardisierte Interviews mit Experten aus den Berei-
Tel.: 0951/863 1894,
Fax: 0951/863 4905, E-
chen Medizin, Psychologie und dem Rechtswesen; Befragungen von
Mail: [Link]@ppp wegen Drogenkonsums auffällig gewordenen Verkehrsteilnehmern;
.[Link] Simulationsstudien; Literaturauswertung.
Geldbeschaffungsbetrug in den Ländern der Europäischen Union - Ein internatio-
naler Vergleich von Betrugsstrukturen, Motiven und Aktivitäten von Tätern und
Opfern mit besonderer Berücksichtigung der Situation in den zehn neuen Bei-
trittsländern
Projektleitung: Im Zentrum der Analysen steht die Täter-Opfer-Interaktion zwi-
Prof. Dr. Hermann J. Liebel schen dubiosen Anbietern von Geldanlage- und Kreditofferten einer-
Beteiligte: seits und mehr oder minder "arglosen" Opfern. Im Vordergrund
Dr. Harald Meyer
Dr. Martin Klaffke steht der generalpräventive Aspekt sowie die Stärkung der Integri-
Dr. Oehmichen, Joachim tät der Finanzplätze in Europa. Diese generellen Ziele werden kon-
Laufzeit: 1.1.2001 - kretisiert in der Erstellung institutionsbezogener Maßnahmenkata-
31.12.2006 loge zur Prävention von Geldbeschaffungsbetrug durch die Koordi-
Förderer:
nation von Interessen und Aktivitäten internationaler Institutionen,
Bundeskriminalamt Wies-
baden; des Deutschen Bundeskriminalamtes, der Landeskriminalämter, der
Europäische Union Brüssel Kriminalpolizeien der Länder, der Schwerpunktstaatsanwaltschaften
Mitwirkende Institutio- für Wirtschaftskriminalität, der Bundesanstalt für Finanzdienstlei-
nen: stungsaufsicht, Banken und Versicherungen, Verbraucherverbän-
Haagse Hogeschool, Den
Haag,
den, der Wirtschaftsjournalisten von Presse und Fernsehen sowie
Verein für Konsumenten- einschlägiger wissenschaftlicher Einrichtungen. Insgesamt wird in
information, Wien; den einzelnen Ländern präventives Material für generalisierbare
Praxisforum an der Uni- Aussagen gesammelt, gesichtet und ausgewertet. Darüber hinaus
versität Bamberg - Ar- werden sich hieraus ergebende Verhaltensempfehlungen projektbe-
beitskreis für Wirtschaft
und Wissenschaft e.V. gleitend in die Praxis getragen und ihr Ertrag dort evaluiert.
Publikationen
1. Liebel, Hermann J.: Psychologie
0XX und Geld - Betrug im grauen Kapitalmarkt Europas .
In: Wenzel, H.-D. (Hrsg.) : Integration und Transformation in Europa. Forschungsbericht.
Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Bd. 9. Bamberg : Heft 9, 1999,
S. 146-154.
2. Liebel, Hermann J.: Das Phänomen "Geld" . In: Bankinformation und Genossenschaftsfo-
rum (2000), Nr. 27, H.3, S. 4-10
3. Liebel, Hermann J.: Täter-Opfer-Interaktion bei Kapitalanlagebetrug - Replikationsstudie
2000 . Neuwied : Luchterhand, 2002. - 231 Seiten.
4. Liebel, Hermann J. ; Swanink, K.: Fraud-Fighters - The Dutch System for the Prevention
and Repression of Capital Investment Fraud. . Neuwied : Luchterhand, 2002. - 154 Seiten.
Seite 221
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
5. Liebel, Hermann J.: Psychologie des Geldes - Zur Psyche von Tätern und Opfern bei Kapi-
talanlagebetrug . In: Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. (Hrsg.) :
DGRV - Prüfertagung 2001. Bonn : -, 2002, S. 342-366.
6. Liebel, Hermann J.: Kapitalanlagebetrug im Europa der Währungsunion des Euro - Die Si-
tuation in Deutschland . In: Die Kriminalprävention 7 (2003), Nr. 4, S. 137 - 143.
Psychologietransfer in den Öffentlichen Dienst (Verwaltungspsychologie)
Projektleitung: Forschungsgegenstand
Prof. Dr. Hermann J. Liebel
Beginn: 1.1.2004 Entwicklung und Standardisierung von Verhaltensstrategien zur
Förderer: Förderung sozialer Kompetenzen, zur Personalentwicklung und zum
Praxisforum - Arbeitskreis Change Management. Entwicklung von Umsetzungsmaßnahmen für
für Wirtschaft und Wissen- die Aus- und Weiterbildung von Führungs- und Führungsnach-
schaft an der Universität
wuchskräften.
Bamberg e.V.
Kontakt: Methoden
Prof. Dr. Hermann J. Liebel
Tel.: 0951/863 1894, Zielgruppenorientierte Bedarfsanalysen, Entwurf von Lehreinheiten
Fax: 0951/863 4905, E- und Entwicklung didaktischer Materialien, Austestung durch Prä-
Mail: [Link]@ppp Post-Test-Analysen, Erprobung an verschiedenen Zielgruppen mit
.[Link] anschließender Modifikation, Expertenbeurteilung, Erstellung der
Endfassungen, Publikationen (Themenbeispiele: Trends im Füh-
rungsverhalten, Motivation, Selbstmotivation, Gesprächsführung,
Verhandlungsleitung, Personalbeurteilung, Gruppendynamik, Angst
und Ängstlichkeit etc.).
Seite 222
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Physiologische Psychologie
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1851 Fax.: (0951) 863-1976
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Lehre:
Prof. Dr. Stefan
Lautenbacher Die Physiologische Psychologie vertritt in Bamberg zwei Fächer, die
Biologische Psychologie und die Neuropsychologie. Die Biolo-
gische Psychologie (offizielle Fachbezeichnung "Physiologische Psy-
chologie") wird im Grundstudium belegt. Inhaltliche Ziele der
zugehörigen Veranstaltungen sind die Vermittlung von
• Anatomie und Physiologie des ZNS und der Sinnesorgane
• Elektrophysiologie und Biochemie der Informationsverarbeitung
• Erlebens- und Verhaltenswirkungen endokriner Vorgänge
• Physiologische Korrelate emotionaler Prozesse
• Grundlagen und Forschungsmethoden in Neurophysiologie und Ge-
netik
Die Biologische Psychologie soll für alle Studierenden die biologi-
schen Grundlagen psychischer Vorgänge verständlich machen und
speziell interessierte auf ein praxisorientiertes Weiterstudieren in
den Bereichen kognitive Psychophysiologie und Schmerzforschung
vorbereiten.
Die Neuropsychologie kann als Vertiefungsfach im Hauptstudium
belegt werden und kümmert sich um die Vertiefung der in der Bio-
logischen Psychologie erworbenen neurowissenschaftlichen Kennt-
nisse sowie ihrer Anwendungen auf entsprechende klinische
Fragestellungen. Störungen der psychischen Werkzeuge wie Auf-
merksamkeit, Gedächtnis, Sprache, Intelligenz, Exekutivfunktionen
und Psychomotorik in Folge von Schlaganfällen, Schädel-Hirn-Trau-
mata, Neoplasmen, aber auch bei psychischen Erkrankungen sollen
so weit vermittelt werden, dass nach dem Diplomstudium die ent-
sprechende berufsrelevante klinische Kompetenz mit geringem Auf-
wand zu erwerben ist. Dazu wurde auch ein Ausbildungsverbund
entworfen in den sich das Vertiefungsfach Neuropsychologie ein-
passt.
Forschungsschwerpunkte
Hier werden sich in nächster Zeit die Forschungsaktivitäten um zwei
Themenbereiche gruppieren, zum einen die Psychophysiologie
der Schmerzverarbeitung und zum anderen die Neuropsycho-
logie psychischer Störungen.
Für die Schmerzforschung sind Untersuchungen angedacht, die
sich mit den physiologischen, mimischen und subjektiven Verände-
rungen beschäftigen, die bei akuten Schmerzen mit einer Dauer von
Minuten auftreten. Für diese Schmerzarten gab es bislang wenig ex-
perimentelle Methoden, da meist nur extrem kurze Stimulationen
Verwendung finden konnten. Diese untersuchten Indikatoren (siehe
Abbildungen auf dieser Seite) sollen auf ihre Relevanz für die Erklä-
rung von Geschlechtsunterschieden und zur Ätiologieklärung von
chronischen funktionellen Schmerzsyndromen verwendet werden.
Die Neuropsychologische Forschung ist vor allem den psychi-
schen Störungen gewidmet. Depression, Schizophrenie, Zwänge
Seite 223
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und Angststörungen sind auch mit Veränderungen der neuropsy-
chologischen Leistungen verbunden. Diese Veränderungen einzu-
grenzen, ist ein zentrales Ziel. Hierbei wird mit der Untersuchung
von Zwangserkrankten begonnen (siehe Abbildung auf dieser Sei-
te). Selbst bei Schlaganfällen sind die resultierenden Leistungsein-
bußen nicht immer kognitiver und motorischer Natur, sondern
treten auch motivationale Beeinträchtigungen auf, die sich bis zum
Apathiesyndrom steigern können. Ein weiterer Forschungsbereich in
der Neuropsycho-logie wird daher sein, diese motivationalen Stö-
rungen in ihren Auswirkungen auf die neuropsychologische Leistung
zu evaluieren.
Forschungsprojekte
"Diffuse noxious inhibitory controls" (DNIC) bei trigeminaler Schmerzreizung
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1992
Förderer:
DFG
Mitwirkende Institutio-
nen:
München
Erlangen
Publikationen
1. Lautenbacher, S: Die Psychobiologie
0XX der Schmerzhemmung . In: Zeitschrift für Klinische
Psychologie (1999), Nr. 28, S. 235-241
2. Pohl, M ; Rösler, A ; Sünkeler, I ; Braune, HJ ; Oertel, WH ; Lautenbacher, S: Insertion-
pain in needle-electromyography can be reduced by simultaneous finger slapping next to
the insertion point . In: Neurology (2000), Nr. 54, S. 1201-1202
3. Lautenbacher, S ; Roscher, S ; Strian, F: Inhibitory effects do not depend on the subjective
experience of pain during heterotopic noxious conditioning stimulation (HNCS): A contribu-
tion to the psychophysics of pain inhibition . In: European Journal of Pain (2002), Nr. 6,
S. 365-374
Cortisol-Wirkungen auf Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1994
Förderer:
Wilhelm Sander-Stiftung
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Lautenbacher, S ; Roscher,
0XXS ; Krieg, JC: Aufmerksamkeit und Befindlichkeit unter hormo-
nell simuliertem Stress. Die Wirkung von Corticotropin-Releasing-Hormon . In: Zeitschrift
für Neuropsychologie (2002), Nr. 13, S. 59-67
Seite 224
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Lautenbacher, S ; Wolf. S ; Laschefski, U ; Krieg, JC: Wirkungen von Stresshormonen auf
Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit . In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2002),
Nr. 13, S. 240
Cortisol-Wirkungen auf die Wahrnehmung schmerzhafter Hitzereize
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1994
Förderer:
Wilhelm Sander-Stiftung
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Lautenbacher, S ; Hebebrand,
0XX J ; Blum, W ; Krieg, JC: Effects of high and low cortisol on
leptin release . In: Pharmacopsychiatry (1999), Nr. 32, S. 193
2. Lautenbacher, S ; Hebebrandt, J ; Blum WF ; Fehmann, HC ; Krieg, JC: Plasma leptin levels
do not change in healthy humans after a hydrocortisone challenge . In: Experimental and
Clinical Endocrinology& Diabetes (1999), Nr. 107, S. 473-475
Der Einfluss affektiver Variablen auf die Schmerzwahrnehmung bei Kopfschmerz-
patienten
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1996
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Windach
Publikationen
1. Lautenbacher, S: Die Klinik
0XX der Schmerzwahrnehmung. Normalität und Pathologie der
Schmerzverarbeitung . München : Urban & Vogel, 1999 (Angewandte Neurowissenschaft
Bd. 5) . - 296 Seiten. ISBN 3-8208-1348-9
2. Pielsticker, A ; Gudden, W ; Haag, G ; Zaudig, M ; Lautenbacher, S: Die Bedeutung von
Angst, Depression und Somatisierung für die Schmerzwahrnehmung beim chronischen
Kopfschmerz vom Spannungstyp . In: Abstract-CD-ROM zum 42. Kongress der Deutschen
Gesellschaft für Psychologie. Lengerich : Pabst Science Publishers, 2000, S. PS005.
3. Schäfer, ML ; Lautenbacher, S ; Postberg-Flesch, C: Neue Untersuchungen zur Typus me-
lancholicus-Struktur bei Migränikern . In: Nervenarzt (2000), Nr. 71, S. 573-579
4. Lautenbacher, S ; Fillinghim, R.B. (Hrsg.): Pathophysiology of Pain Perception . New York :
Kluwer Academic/Plenum Publishers, 2004. - 232 Seiten. ISBN 0-306-48115-4
5. Pielsticker, A ; Lautenbacher, S: Primary headaches: migraine, tension-type headache and
cluster-headache . In: Lautenbacher, S ; Fillinghim, RB (Hrsg.) : Pathophysiology of Pain
Perception. New York : Plenum/Kluver, 2004, S. 43-57.
Seite 225
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Der Zusammenhang zwischen Hirnstruktur, Neuropsychologie und Psychopatho-
logie bei Patienten mit Schizophrenie
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1996
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
München
Publikationen
1. Bender, M ; Brücher, K0XX
; Lautenbacher, S ; Krieg, JC: Dysphorische Reaktion und sekun-
däre Depression in der neuroleptischen Akuttherapie schizophrener Patienten .
In: Machleidt, W ; Haltenhof, H ; Garlipp, P (Hrsg.) : Schizophrenie - eine affektive Erkran-
kung? Stuttgart : Schattauer, 1999, S. 299-307.
2. Lautenbacher, S: Zur Notwendigkeit, die Schizophrenie aus einer neuropsychologischen
Perspektive zu verstehen . In: Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (1999), Nr. 20,
S. 223-248
3. Lautenbacher, S ; Rothauge, K: Neuropsychologische Befunde zur Differenzierung schizo-
phrener und affektiver Erkrankungen . In: Neuro-Psychiatrische Nachrichten (2000),
Nr. 10, S. 15
4. Lautenbacher, S: Abstracts der 16. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie,
Marburg, 04.-07. Oktober . In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2001), Nr. 12,
S. Supplementum
5. Möser, C ; Krieg, JC ; Bien, S ; Zihl, J ; Lautenbacher, S: Contribution of depression and
cerebral volume alterations to cognitive functioning in schizophrenia . In: World Journal of
Biological Psychiatry (2001), Nr. 2 (Suppl.1), S. 137
6. Möser, C ; Krieg, JC ; Bien, S ; Zihl, J ; Lautenbacher, S: Die Bedeutung depressiver Sym-
ptome und cerebraler Volumenalterationen für die kognitiven Defizite schizophrener Pati-
enten . In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2001), Nr. 12 (Suppl.), S. 33
7. Möser, C ; Lautenbacher, S ; Krieg, JC: Effekte der Depressivität auf kognitive Leistungs-
störungen schizophrener Patienten . In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2001), Nr. 12,
S. 98
8. Lautenbacher, S: Neuropsychologie psychischer Störungen . In: van der Meer, E ; Hagen-
dorf, H ; Beyer, R ; Krüger, F ; Nuthmann, A ; Schulz, S (Hrsg.) : 43. Kongress der Deut-
schen Gesellschaft für Psychologie. Lengerich : Pabst Science Publishers, 2002, S. 375.
9. Lautenbacher, S: Altes und Neues (Editorial) . In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2003),
Nr. 14, S. 151
10. Gauggel, S ; Lautenbacher, S: Ausblick: Die Neurowissenschaften als integrative Kraft für
die Klinische Psychologie und Psychiatrie . In: Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.) : Neu-
ropsychologie psychischer Störungen. Heidelberg : Springer-Verlag, 2003, S. 489-504.
11. Lautenbacher, S ; Gauggel, S: Einführung . In: Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.) : Neu-
ropsychologie psychischer Störungen. Heidelberg : Springer-Verlag, 2003, S. 1-5.
12. Lautenbacher, S: Neues Jahr, neues Herausgeberteam (Editorial) . In: Zeitschrift für Neu-
ropsychologie (2003), Nr. 14, S. 1
13. Lautenbacher, S ; Möser, C: Neuropsychologie der Schizophrenie . In: Lautenbacher, S ;
Gauggel, S (Hrsg.) : Neuropsychologie psychischer Störungen. Heidelberg : Springer-Ver-
lag, 2003, S. 285-299.
Seite 226
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
14. Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.): Neuropsychologie psychischer Störungen . Berlin/
Heidelberg : Springer-Verlag, 2003. - 531 Seiten. ISBN 3-540-42930-1
Die Abhängigkeit von Reaktionsinhibitionsproblemen bei Patienten mit Zwangs-
störungen von den Reizinhalten
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2003
Mitwirkende Institutio-
nen:
Windach
Bamberg
Die Effekte von Benzodiazepinen auf die Schmerzwahrnehmung und -inhibition
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1997
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Röttgers, H ; Scholl, K ;0XX
Schu, U ; Engelhardt, S ; Lautenbacher, S: Effect of lorazepam on
attention of healthy volunteers . In: Pharmacopsychiatry (1999), Nr. 32, S. 204
2. Röttgers, H ; Scholl, K ; Schu, U ; Lautenbacher, S: Effekte von Tranquilizern (Lorazepam)
auf die Aufmerksamkeit . In: Abstract-CD-ROM zum 42. Kongress der Deutschen Gesell-
schaft für Psychologie. Lengerich : Pabst Science Publishers, 2000, S. PS008.
3. Lautenbacher, S ; Scholl, K ; Krieg, JC: The effects of benzodiazepines on pain perception
. In: European Archives of Psychiatry and Clinical Neurosciences (2000), Nr. 250 (Suppl.1),
S. 15
4. Röttgers, H ; Scholl, K ; Schu, U ; Lautenbacher, S: Effekte von Tranquilizern (Lorazepam)
auf die zeitliche Verteilung der Aufmerksamkeit . In: Zeitschrift für Neuropsychologie
(2001), Nr. 12, S. 100
5. Röttgers, H ; Lautenbacher, S ; Scholl, K ; Schu, U: Effekte von Tranquilizern (Lorazepam)
auf verschiedene Aspekte der Aufmerksamkeit . In: Zeitschrift für Neuropsychologie
(2001), Nr. 12 (Suppl.), S. 38
6. Lautenbacher, S ; Scholl, K ; Krieg, JC: The effects of benzodiazepines on pain perception
. In: World Journal of Biological Psychiatry (2001), Nr. 2 (Suppl.1), S. 150
7. Scholl, K ; Schu, U ; Lautenbacher, S: No effect of benzodiazepines on DNIC-like mecha-
nisms . In: Pain Research& Management (2003), Nr. 8 (Suppl.B), S. 47
8. Röttgers, HO ; Schu, U ; Scholl, K ; Krieg, JC ; Lautenbacher, S: Veränderte Aufmerksam-
keit unter dem Benzodiazepin Lorazepam . In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2003),
Nr. 14, S. 89-98
Seite 227
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die Effekte von Schlafentzugstherapie auf das explizite und implizite Gedächtnis
bei depressiven Patienten und gesunden Personen
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2000
Förderer:
BMBF
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Spernal, J ; Lautenbacher,
0XXS ; Krieg, JC: Selektive und geteilte Aufmerksamkeit bei Pati-
enten mit Panikstörung: ein Vergleich mit Patienten mit Majorer Depression und gesunden
Personen . In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2001), Nr. 12 (Suppl.), S. 38
2. Lautenbacher, S ; Spernal, J ; Krieg, JC: Divided and selecitve attention in panic disorder
- a comparative study of patients with panic disorder, major depression and healthy con-
trols . In: European Archives of Psychiatry and Clinical Neurosciences (2002), Nr. 252,
S. 210-213
3. Kundermann, B ; Lautenbacher, S ; Krieg, JC ; Spernal, J: Explicit and implicit memory
functions in major depression: the effect of sleep deprivation therapy . In: European Archi-
ves of Psychiatry and Clinical Neuroscience (2002), Nr. 252 (Suppl.1), S. 58
4. Kundermann, B ; Lautenbacher, S ; Krieg, JC ; Spernal, J: Explizite und implizite Gedächt-
nisfunktionen bei depressiven Patienten im Verlauf einer Schlafentzugstherapie .
In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2002), Nr. 13, S. 239
5. Lautenbacher, S: Neuropsychology of anxiety disorders . In: European Archives of Psych-
iatry and Clinical Neuroscience (2002), Nr. 252 (Suppl.1), S. 45
6. Lautenbacher, S ; Kundermann, B ; Spernal, J ; Krieg, JC: Explicit and implicit memory
functions in major depression: the effect of sleep deprivation therapy . In: Journal of the
International Neuropsychological Society (2003), Nr. 9, S. 587
7. Lautenbacher, S ; Kundermann, B: Neuropsychologie der Angststörungen .
In: Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.) : Neuropsychologie psychischer Störungen.
Heidelberg : Springer-Verlag, 2003, S. 167-175.
8. Lautenbacher, S ; Beblo, T (Hrsg.): Neuropsychologie der Depression . Göttingen : Hogre-
fe, 2004 (Fortschritte der Neuropsychologie) . - ISBN in press
Die Effekte von Schlafentzugstherapie auf den klinischen Schmerz und die
Schmerzwahrnehmung bei depressiven Patienten und gesunden Personen
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2000
Förderer:
BMBF
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Lautenbacher, S ; Spernal,
0XXJ ; Schreiber, W ; Krieg, JC: Relationship between clinical pain
complaints and pain sensitivity in patients with depression and panic disorder .
In: Psychosomatic Medicine (1999), Nr. 61, S. 822-827
Seite 228
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Spernal, J ; Lautenbacher, S ; Krieg, JC: Pain and lateralisation in major depression and
panic disorder . In: European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience (2000),
Nr. 250 (Suppl.1), S. 25
3. Spernal, J ; Lautenbacher, S ; Krieg, JC: Pain lateralization in major depression and panic
disorder . In: World Journal of Biological Psychiatry (2001), Nr. 2 (Suppl.1), S. 150
4. Spernal, J ; Kundermann, B ; Stemmann, K ; Strate, P ; Krieg, JC ; Lautenbacher, S: Effects
of sleep deprivation on pain sensitivity, oain complaints and mood in patients with major
depressive disorder . In: European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience (2002),
Nr. 252 (Suppl.1), S. 26
5. Spernal, J ; Krieg, JC ; Lautenbacher, S: Pain thresholds as a functional test for cerebral
laterality in major depressive disorder and panic disorder . In: Neuropsychobiology (2003),
Nr. 48, S. 146-151
6. Lautenbacher, S ; Spernal, J: Pain perception in psychiatric disorders . In: Lautenbacher,
S ; Fillinghim, RB (Hrsg.) : Pathopsysiology of Pain Perception. New York : Plenum/Kluver,
2004, S. 163-183.
7. Kundermann B ; Spernal J ; Huber TM ; Krieg JC ; Lautenbacher, Stefan: Sleep deprivation
affects thermal pain thresholds but not somatosensory thresholds in healthy volunteers .
In: Psychosomatic Medicine (2004), S. in press
8. Kundermann, B ; Schreiber, W ; Krieg, JC ; Lautenbacher, S: The effect of sleep deprivation
on pain . In: Pain Research& Management (2004), S. in press
Die Einflüsse von Depression und Minussymptomatik (Apathie) auf die neuropsy-
chologische Leistung schizophrener Patienten
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2002
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Lautenbacher, S: Altes 0XX
und Neues (Editorial) . In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2003),
Nr. 14, S. 151
2. Gauggel, S ; Lautenbacher, S: Ausblick: Die Neurowissenschaften als integrative Kraft für
die Klinische Psychologie und Psychiatrie . In: Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.) : Neu-
ropsychologie psychischer Störungen. Heidelberg : Springer-Verlag, 2003, S. 489-504.
3. Lautenbacher, S ; Gauggel, S: Einführung . In: Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.) : Neu-
ropsychologie psychischer Störungen. Heidelberg : Springer-Verlag, 2003, S. 1-5.
4. Lautenbacher, S: Neues Jahr, neues Herausgeberteam (Editorial) . In: Zeitschrift für Neu-
ropsychologie (2003), Nr. 14, S. 1
5. Lautenbacher, S ; Möser, C: Neuropsychologie der Schizophrenie . In: Lautenbacher, S ;
Gauggel, S (Hrsg.) : Neuropsychologie psychischer Störungen. Heidelberg : Springer-Ver-
lag, 2003, S. 285-299.
6. Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.): Neuropsychologie psychischer Störungen . Berlin/
Heidelberg : Springer-Verlag, 2003. - 531 Seiten. ISBN 3-540-42930-1
Seite 229
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die Einflüsse von Depression und Minussymptomatik (Apathie) auf die neuropsy-
chologische Leistung von Schlaganfallpatienten
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2003
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Reichshof
Bamberg
Die Mimik (FACS) als Schmerzindikator bei phasisch experimentellem Schmerz
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2001
Förderer:
DFG
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Kunz, M ; Mylius, V ; Schepelmann,
0XX K ; Lautenbacher, S: On the relationship between ver-
bal report and facial expression of pain . In: Journal of Pain (2004), S. in press
Die Mimik (FACS) als Schmerzindikator bei tonisch experimentellem Schmerz
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2003
Förderer:
FNK
Mitwirkende Institutio-
nen:
Bamberg
Publikationen
1. Kunz, M ; Mylius, V ; Schepelmann,
0XX K ; Lautenbacher, S: On the relationship between ver-
bal report and facial expression of pain . In: Journal of Pain (2004), S. in press
Die Psychophysik der Schmerzinhibition
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2004
Förderer:
TRANS COOP
Mitwirkende Institutio-
nen:
London (Kanada)
Marburg
Publikationen
1. Lautenbacher, S: Schmerzmessung . In: Basler, HD ; Franz, C ; Kröner-Herwig, B ; Reh-
0XX
fisch, HP (Hrsg.) : Psychologische Schmerztherapie. Heidelberg : Springer-Verlag, 2003,
S. 271-288.
Seite 230
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Arendt-Nielsen, L ; Lautenbacher, S: Assessment of pain perception . In: Lautenbacher, S
; Fillinghim, RB (Hrsg.) : Pathophysiology of Pain Perception. New York : Plenum/Kluver,
2004, S. 25-42.
Die psychotherapeutische Veränderbarkeit der Effekte von nozizeptivem Streß
auf die Cortisolfreisetzung durch kognitives Training
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1999
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Zimmer, C ; Basler, HD0XX; Vedder, H ; Lautenbacher, S: Sex differences in cortisol response
to noxious stress . In: European Journal of Anaesthesiology (2002), Nr. 19 (Suppl.26),
S. 3-4
2. Zimmer, C ; Basler, HD ; Vedder, H ; Lautenbacher, S: Sex differences in subjective pain
and cortisol response to noxious stress . In: Abstracts - 10th World Congress on Pain.
Seattle : IASP Press, 2002, S. 392.
3. Zimmer, C ; Basler, HD ; Vedder, H ; Lautenbacher, S: Sex differences in cortisol response
to noxious stress . In: Clinical Journal of Pain (2003), Nr. 19, S. 233-239
DNIC-Effekte und Summationseffekte bei Druck-Stimulation: ein experimentelles
Analogon für chronische Muskelschmerzen
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2004
Förderer:
FNK
Mitwirkende Institutio-
nen:
Bamberg
Publikationen
1. Rollman, GB ; Lautenbacher,
0XX S: Sex differences in musculoskeletal pain . In: Clinical Jour-
nal of Pain (2001), Nr. 17, S. 20-25
2. Lautenbacher, S: Sex differences in pain inhibition and pain summation in humans . In: XX
vs. XY - International Journal of Sex Differences in the Study of Health, Disease and Aging
(2004), S. in press
Seite 231
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
EEG-Veränderungen bei tonischen experimentellen Schmerzen
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2004
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Tölle, TR ; Kaufmann, T0XX
; Siessmeier, T ; Lautenbacher, S ; Berthele, A ; Munz, F ; Ziegl-
gänsberger, W ; Willoch, F ; Schwaiger, M ; Conrad, B ; Bartenstein, P: Region-specific en-
coding of sensory and affective components of pain in the human brain: a positron emission
tomography correlation analysis . In: Annals of Neurology (1999), Nr. 45, S. 40-47
Effekte von Aufmerksamkeit, Kontrolle und Vorhersagbarkeit auf die Schmerz-
wahrnehmung: Geschlechtsunterschiede
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2000
Mitwirkende Institutio-
nen:
Bamberg
Einflüsse von Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) auf nozizeptiv und aku-
stisch evozierte Hirnpotentiale und Spontan-EEG
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1999
Förderer:
DFG
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Erlangen
Publikationen
1. Lautenbacher, S ; Roscher,
0XX S ; Kohl, G ; Vedder, H ; Krieg, JC: Corticotropin-releasing-
hormone (CRH) lacks analgesic properties in humans, using non-inflammatory pain .
In: Pain (1999), Nr. 83, S. 1-7
2. Lautenbacher, S ; Roscher, S ; Krieg, JC: Aufmerksamkeit und Befindlichkeit unter hormo-
nell simuliertem Stress. Die Wirkung von Corticotropin-Releasing-Hormon . In: Zeitschrift
für Neuropsychologie (2002), Nr. 13, S. 59-67
3. Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.): Neuropsychologie psychischer Störungen . Berlin/
Heidelberg : Springer-Verlag, 2003. - 531 Seiten. ISBN 3-540-42930-1
Seite 232
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Epidemiologie von Schmerzproblemen bei Patienten mit psychischen Störungen
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1996
Mitwirkende Institutio-
nen:
München
Marburg
Publikationen
1. Lautenbacher, S: Schmerz
0XXund Schmerzwahrnehmung bei psychiatrischen Erkrankungen,
insbesondere bei Schizophrenie und Depression . In: Gastpar, M ; Einhäupl, KM (Hrsg.) :
Schmerz in Psychiatrie und Neurologie. Heidelberg : Springer-Verlag, 2003, S. 49-62.
2. Lautenbacher, S ; Spernal, J: Pain perception in psychiatric disorders . In: Lautenbacher,
S ; Fillinghim, RB (Hrsg.) : Pathopsysiology of Pain Perception. New York : Plenum/Kluver,
2004, S. 163-183.
Geschlechtsunterschiede in EEG-Parametern der Verarbeitung tonischer experi-
menteller Schmerzen
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2004
Mitwirkende Institutio-
nen:
Bamberg
Publikationen
1. Rollman, GB ; Lautenbacher,
0XX S ; Jones, KS: Sex and gender difference in responses to ex-
perimentally induced pain in humans . In: Fillinghim, RB (Hrsg.) : Sex, Gender and Pain:
From the Benchtop to the Clinic. Seattle : IASP Press, 2000, S. 165-190.
2. Huber, M ; von Woikowsky-Biedau, S ; Lautenbacher, S: Quantitative EEG responses to to-
nic heat pain . In: Journal of Psychophysiology (2001), Nr. 15, S. 133
3. Lautenbacher, S: Sex differences in pain inhibition and pain summation in humans . In: XX
vs. XY - International Journal of Sex Differences in the Study of Health, Disease and Aging
(2004), S. in press
Geschlechtsunterschiede in psychophysiologischen Markern (Herzrate, Atmung)
tonischer experimenteller Schmerzen
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2003
Mitwirkende Institutio-
nen:
Bamberg
Publikationen
1. Rollman, GB ; Lautenbacher,
0XX S ; Jones, KS: Sex and gender difference in responses to ex-
perimentally induced pain in humans . In: Fillinghim, RB (Hrsg.) : Sex, Gender and Pain:
From the Benchtop to the Clinic. Seattle : IASP Press, 2000, S. 165-190.
Seite 233
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Lautenbacher, S: Sex differences in pain inhibition and pain summation in humans . In: XX
vs. XY - International Journal of Sex Differences in the Study of Health, Disease and Aging
(2004), S. in press
Herzratenvariabilität bei tonischen experimentellen Schmerzen
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1997
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Lautenbacher, S ; Pachur,
0XXD ; Huber, M: Heart rate responses to tonic heat pain .
In: Journal of Psychophysiology (2001), Nr. 15, S. 137
Messung der Schmerzverarbeitung bei alten Menschen mit (Demenz) und ohne
kognitive Beeinträchtigungen unter Zuhilfenahme elektrophysiologischer, reflek-
torischer und vegetative Schmerzmaße
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2001
Förderer:
DFG
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Publikationen
1. Lautenbacher, S: Schmerzdiagnostik
0XX bei kognitiver Beeinträchtigung und Demenz . In: Der
Schmerz (1999), Nr. 13 (Suppl.1), S. 40
2. Lautenbacher, S: Experimentelle Schmerzmessung im Alter . In: Hasenbring, M ; Frettlöh,
J ; Schaub, C (Hrsg.) : Prävention der Schmerzchronifizierung: zwischen Utopie und Hoff-
nung. Lengerich : Pabst Science Publishers, 2000, S. 51.
3. Basler, HD ; Bloem, R ; Casser, HR ; Gerbershagen, HU ; Grießinger, N ; Hankemeier, U ;
Hesselbarth, S ; Lautenbacher, S ; Nikolaus, T ; Richter, W ; Schröter, C ; Weiß, L: Ein
strukturiertes Schmerzinterview für geriatrische Patienten . In: Schmerz (2001), Nr. 15,
S. 164-171
4. Lautenbacher, S: Geistige Fertigkeiten im Alter . In: Basler, HD ; Keil, S (Hrsg.) : Lebens-
zufriedenheit und Lebensqualität im Alter. Grafschaft : Vektor-Verlag, 2002, S. 55-67.
5. Kunz, M ; Lautenbacher, S: Einfluss der Alzheimer-Erkrankung auf die Schmerzverarbei-
tung . In: Fortschritte in der Neurologie und Psychiatrie (2004), Nr. 72, S. 375-382
Seite 234
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Modulation des Startle-Reflexes durch tonische experimentelle Schmerzen
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2004
Mitwirkende Institutio-
nen:
Bamberg
Räumliche und zeitliche Summation: Altersunterschiede
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2000
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Aalborg (Dänemark)
Publikationen
1. Lautenbacher, S ; Nielsen,
0XXJ ; Andersen, T ; Arendt-Nielsen, L: Spatial summation of heat
pain in males and females . In: Abstracts - 9th World Congress on Pain. Seattle : IASP
Press, 1999, S. 409.
2. Lautenbacher, S ; Nielsen, J ; Andersen, T ; Arendt-Nielsen, L: Spatial summation of heat
pain in males and females . In: Somatosensory and Motor Research (2001), Nr. 18, S. 103-
107
3. Lautenbacher, S ; Nielsen, J ; Bär, S ; Strate, P ; Arendt-Nielsen, L: Pain processing and
somatosensation in young and elderly individuals . In: Abstracts - 10th World Congress on
Pain. Seattle : IASP Press, 2002, S. 304.
4. Pielsticker, A ; Lautenbacher, S: Primary headaches: migraine, tension-type headache and
cluster-headache . In: Lautenbacher, S ; Fillinghim, RB (Hrsg.) : Pathophysiology of Pain
Perception. New York : Plenum/Kluver, 2004, S. 43-57.
Regionale und überregionale Defizite in der Schmerzinhibition bei Patienten mit
chronischem Spannungskopfschmerz
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1996
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
Windach
Publikationen
1. Pielsticker, A ; Haag, G0XX
; Zaudig, M ; Lautenbacher, S: Deficiencies of pain inhibition in
chronic tension-type headache . In: Abstracts - 9th World Congress on Pain. Seattle : IASP
Press, 1999, S. 422-423.
2. Lautenbacher, S: Die Psychobiologie der Schmerzhemmung . In: Zeitschrift für Klinische
Psychologie (1999), Nr. 28, S. 235-241
3. Lautenbacher, S: Hyperalgesie, Hypervigilanz und defekte Schmerzinhibition bei Fibromy-
algie . In: Verhaltenstherapie (1999), Nr. 9 (Suppl.1), S. 43
Seite 235
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Lautenbacher, S ; Rollman, GB: Somatization, hypochondriasis and related conditions .
In: Block, A ; Kremer, EF ; Fernandez, E (Hrsg.) : Handbook of Chronic Pain Syndromes.
Hillsdale NJ : Lawrence Erlbaum& Associates, 1999, S. 613-632.
5. Pielsticker, A ; Haag, G ; Zaudig, M ; Lautenbacher, S: Defizitäre Schmerzinhibition beim
chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp . In: Hasenbring, M ; Frettlöh, J ; Schaub, C
(Hrsg.) : Prävention der Schmerzchronifizierung: zwischen Utopie und Hoffnung.
Lengerich : Pabst Science Publishers, 2000, S. 67.
6. Pielsticker, A ; Gudden, W ; Haag, G ; Zaudig, M ; Lautenbacher, S: Störung der Schmerz-
wahrnehmung beim chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp . In: Der Schmerz
(2000), Nr. 14 (Suppl.1), S. 64
7. Pielsticker, A ; Haag, G ; Zaudig, M ; Lautenbacher, S: Possible deficiencies in DNIC-like
mechanisms in chronic tension-type headache . In: Pain Research& Management (2003),
Nr. 8 (Suppl.B), S. 47
Schmerzverarbeitung und Cortisolregulation bei Fibromyalgie-Patienten mit und
ohne Depression
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.1998
Mitwirkende Institutio-
nen:
Bad Bramstedt
Trier
Publikationen
1. Lautenbacher, S: Die Klinik
0XX der Schmerzwahrnehmung. Normalität und Pathologie der
Schmerzverarbeitung . München : Urban & Vogel, 1999 (Angewandte Neurowissenschaft
Bd. 5) . - 296 Seiten. ISBN 3-8208-1348-9
2. Lautenbacher, S: Ist die Fibromyalgie eine Wahrnehmungsstörung? In: Ferstl, E ; Gerber,
WD (Hrsg.) : Innovation Verhaltensmedizin. Berlin : Congress Compact Verlag, 2001,
S. 84.
3. Lautenbacher, S: Reizblase und Reizdarm: Relevanz funktioneller Störungen in der Praxis
. In: European Journal of Geriatrics (2003), Nr. 5 (Suppl.2), S. 30
4. Lautenbacher, S ; Fillinghim, R.B. (Hrsg.): Pathophysiology of Pain Perception . New York :
Kluwer Academic/Plenum Publishers, 2004. - 232 Seiten. ISBN 0-306-48115-4
Zur Lage der Neuropsychologie in der Psychiatrie: eine Fragebogenerhebung
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Lautenba-
cher
Beginn: 1.1.2002
Mitwirkende Institutio-
nen:
Marburg
AK "Neuropsychologie in
der Psychiatrie"
Publikationen
1. Lautenbacher, S: Altes 0XX
und Neues (Editorial) . In: Zeitschrift für Neuropsychologie (2003),
Nr. 14, S. 151
Seite 236
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Gauggel, S ; Lautenbacher, S: Ausblick: Die Neurowissenschaften als integrative Kraft für
die Klinische Psychologie und Psychiatrie . In: Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.) : Neu-
ropsychologie psychischer Störungen. Heidelberg : Springer-Verlag, 2003, S. 489-504.
3. Lautenbacher, S ; Gauggel, S: Einführung . In: Lautenbacher, S ; Gauggel, S (Hrsg.) : Neu-
ropsychologie psychischer Störungen. Heidelberg : Springer-Verlag, 2003, S. 1-5.
4. Lautenbacher, S: Zur Notwendigkeit und Möglichkeit medikamentöser Therapie durch Neu-
ropsychologen . In: Nervenarzt (2003), Nr. 74(Suppl.2), S. 111
5. Lautenbacher, S ; Selg, H ; Schütz, A (Hrsg.): Einführung in die Psychologie . Stuttgart :
Kohlhammer, 2004. - ISBN in press
Seite 237
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Psychologie mit schulpsychologischem
Schwerpunkt
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1905 Fax.: (0951) 863-4905
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Seit 1980 wird der Studiengang "Psychologie mit schulpsychologi-
Prof. Dr. Detlef Berg schem Schwerpunkt" von der Abteilung Schulpsychologie koordi-
wiss. Mitarbeiter: niert.
Dr. Tim Tisdale
Bisherige wissenschaftliche Mitarbeiter in chronologischer
Reihenfolge: Prof. Dr. H. Mogel, Dipl.-Psych. Thomas Strauch,
Dipl.-Psych. Dr. Margarete Imhof, Dipl.- Psych. Daniela Ulber, Dipl.-
Psych. Christa Gebel, Dr. Timothy Tisdale.
Lehre: In den Fächern Pädagogische Psychologie und Psychologi-
sche Diagnostik (besonders im Kontext der Schule) für den Studien-
gang "Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt" und für
den Diplomstudiengang Psychologie, sowie für das Nebenfach Psy-
chologie in Lehramtsstudiengängen.
Forschung: In der Abteilung Schulpsychologie werden vorwiegend
Forschungsvorhaben durchgeführt, die der Förderung der schulpsy-
chologischen Praxis dienen sollen.
Forschungsschwerpunkte
Entwicklung der Schulpsychologie:
Die Tätigkeit von Schulpsychologen wurde empirisch untersucht und
beschrieben und Konzepte für die Inhalte dieses Anwendungsbe-
reichs der Psychologie entwickelt. Für verschiedene Bereiche schul-
psychologischer Tätigkeit wurde der Stand des Beratungswissens
zusammengestellt.
Konzentration und Aufmerksamkeit:
Mit einer Analyse der epidemiologischen Studien über Verhaltens-
auffälligkeiten in der Schule wurde festgestellt, dass Konzentrati-
onsschwierigkeiten die am häufigsten auftretenden Lernschwierig-
keit sind. Im Kontrast dazu war der Forschungsstand gerade für die-
sen Bereich überraschend wenig elaboriert. Es wurde zunächst ver-
sucht, die theoretische Basis zu verbessern. Dazu wurde ein
allgemeines Modell zur Unterscheidung verschiedener Arten der
Konzentration und Aufmerksamkeit entwickelt.
Dass Modell kann von der Homepage heruntergeladen wer-
den.
Auf dieser Grundlage konnte gezeigt werden, dass die bisher ent-
wickelte Konzentrationsdiagnostik und entsprechende Konzentrati-
onsförderungstrainings die im Kontext Schule besonders relevanten
Teilbereiche von Aufmerksamkeit und Konzentration, insbesondere
die Konzentration auf auditiv vermittelte Information, zu wenig ab-
decken. Das Projekt wurde in Teilen von der DFG und aus For-
schungsmitteln der Universität Bamberg gefördert. Das Thema
wurde von Margarte Imhof, ehemals wissenschaftliche Assistentin in
der Abteilung Schulpsychologie, zu einer Pädagogischen Psycholo-
Seite 238
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
gie des Zuhörens im Rahmen Ihrer Habilitation an der Universität
Frankfurt /M. (2003) ausgeweitet.
Individualdiagnostik:
Es wurden Untersuchungen zu Tests, die in der Schulpsychologie
häufig angewendet werden, durchgeführt (d2, PFK 9 - 14).
Mit Dipl.-Psych. Jürgen Gerdes und Dr. Tim Tisdale wurde die Soft-
ware SAM (Schüler-Aufgaben-Matrix) entwickelt, mit der Lehrer ihre
Prüfungen analysieren können, um auf dieser Basis individuelle
Rückmeldungen geben zu können sowie individuelle Hinweise auf
Fehlerschwerpunkte und auf Übungsmöglichkeiten.
SAM wurde auch schon mit Gewinn zur Analyse von Klausren in Uni-
versitäten eingesetzt.
Das Projekt wurde mit Forschungsmitteln der Universität Bamberg
gefördert.
Das Programm, das auf der klassischen Testtheorie basiert,
und eine ausführliche Handanweisung dazu, wurde 2002 auf
der Homepage der Abteilung Schulpsychologie elektronisch
publiziert.
Evaluation im pädagogisch-psychologischen Kontext:
Es wurde ein Modell zur Evalution schulpsychologischer Dienste ent-
wickelt. Das Modell und Erläuterungen dazu können von der
Homepage heruntergeladen werden.
Ausführlich beschrieben ist das Modell in:
Berg, D. (1994). Evaluation in der Schulpsychologie. Forschungsfo-
rum: Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 6 , 162-
176.
Im Rahmen der Evaluation der Lehre als Studiendekan der Fakultät
Pädagogik, Philosophie, Psychologie wurden von Detlef Berg zwei
Evaluationsfragebogen entwickelt, je einer für Vorlesungen und ei-
ner für Seminare, sowie ein Fragebogen zur Situation von Lehre und
Studium.
Die Fragebögen, sowie Forschungsergebnisse, die im Rah-
men der Evaluation von Lehrveranstaltungen gewonnen
wurden, sind auf der Homepage elektronisch publiziert wor-
den.
Verhaltensauffälligkeiten bei Grundschulkindern:
Eine umfangreiche Untersuchung zur Verbreitung von Verhaltens-
auffälligkeiten bei Grundschulkindern wurde in Bamberg, Stuttgart,
in drei Regionen des Landes Brandenburg und in Berlin durchge-
führt.
Das Projekt wurde mit Forschungsmitteln der Universität Bamberg
gefördert.
Bisherige Publikationen (chronologisch):
Berg, D.,Kollera, S. & Schmidt, U. (1997). Verhaltensauffälligkeiten
bei Kindern. In L. Dunkel, Ch. Enders, Ch. Hanckel (Hrsg.), Berichte
aus der Schulpsychologie. Schule - Entwicklung - Psychologie Schul-
entwicklungspsychologie. Kongreßbericht der 12. Bundeskonferenz
1996 in Münster (262-267). Bonn: Deutscher Psychologen Verlag.
Seite 239
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Berg, D., Imhof, M., Kollera, S., Schmidt, U. & Ulber, D.(1998).
Häufigkeiten von Verhaltensauffälligkeiten in der Grundschule aus
der Sicht der Klassenlehrer. In Psychologie in Erziehung und Unter-
richt, 45, (S.280-290).
Berg, D. (1999). Verhaltensauffälligkeiten bei Grundschulkindern II.
In Enders, C., Hanckel, C. & Möley, S. (Hrsg.). Lebensraum - Le-
benstraum - Lebenstrauma Schule ( S. 297- 303). Bonn: Deutscher
Psychologen Verlag GmbH.
Berg, D., Seifried, K. & Winckelmann, K. (2001) Verhaltensauffällig-
keiten bei Grundschulkindern. In: C. Hanckel, B. Jötten & K. Seifried
(Hrsg.). Schule zwischen Realität und Vision. Kongressbericht der
14. Bundeskonferenz 2000 in Berlin (S. 301-311). Bonn: Deutscher
Psychologen Verlag.
Die Untersuchung ist 2003 auf der Homepage der Abteilung
Schulpsychologie elektronisch publiziert worden.
Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten in der Schule bei Jun-
gen - Die Bedeutung des Temperaments:
Detlef Berg, Lukas Scherer, Tom Oakland & Tim Tisdale
Das Projekt wird in Kooperation mit Prof. Dr. Tom Oakland, Profes-
sor of Educational Psychology, University of Florida, USA und Dr. Lu-
kas Scherer, Schulpsychologe und Kinder- und Jungendlichen -
Psychotherapeut, Zürich, Schweiz, durchgeführt.
Jungen sind in der Schule weniger erfolgreich als Mädchen, und bei
Jungen werden deutlich häufiger als bei Mädchen psychische Auffäl-
ligkeiten festgestellt. Was sind die Ursachen dafür, und bestehen
Verbindungen zwischen diesen beiden Sachverhalten? Die Untersu-
chung geht von der Überlegung aus, dass „jungentypisches" expan-
sives Verhalten möglicherweise eine Ursache für die Schulprobleme
von Jungen ist, weil es von Lehrerinnen und Lehrern negativer be-
wertet wird als typisches Mädchenverhalten. Auf diese Weise erfah-
ren Jungen viel früher und nachhaltiger negative Reaktionen auf ihr
„natürliches" Verhalten im Kontext von Erziehungsprozessen als
Mädchen. Leistungsbezogenes Handeln ist bei Jungen daher häufi-
ger als bei Mädchen mit negativen Erfahrungen verbunden. Hinzu
kommt, dass schulischen Inhalte überwiegend über Themen vermit-
telt werden, die Mädchen mehr interessieren als Jungen. Beides
kann Ursache für die geringeren Schulleistungen von Jungen sein.
Die Untersuchungsergebnisse werden auf der Grundlage zweier Hy-
pothesen interpretiert, mit denen erklärt werden kann, warum Leh-
rerinnen und Lehrer auf Jungenverhalten in einer Weise reagieren,
die für die Leistungsentwicklung von Jungen negative Auswirkungen
haben kann: Cooper (1980) nimmt an, dass die Angst der Lehrerin-
nen und Lehrer vor Kontrollverlust im Unterricht ein Grund dafür ist,
dass sie mit leistungsstarken Schülern günstigere Interaktionen ha-
ben als mit leistungsschwachen Schülern. Interaktionen mit Jungen
im Unterricht werden daher eher vermieden, wenn ein Kontrollver-
lust über den Unterrichtsverlauf wegen expansiver Verhaltensauf-
fälligkeiten von Jungen und ihrer im Vergleich zu Mädchen eher
schwächeren Schulleistungen wahrscheinlich erscheint. Eine zweite
Hypothese ist auf die Frage gerichtet, ob für einen großen Anteil der
Jungen Temperament (Verhaltenstile) und Umwelt (Verhaltenser-
Seite 240
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
wartungen ihrer Lehrerinnen und Lehrer) so schlecht zusammen-
passen, dass die Entwicklung von Jungen in der Schule dadurch
negativ beeinflusst wird („Goodness-of-fit" - Hypothese von Chess
& Thomas, 1991). Die Untersuchungsergebnisse unterstützen diese
Hypothesen. Sie verdeutlichen sowohl weiteren Forschungsbedarf
als auch die Notwendigkeit, Möglichkeiten der Verbesserung der
schulischen Arbeit mit Jungen zum Thema schulpsychologischer Ar-
beit werden zu lassen.
Die Untersuchungen werden 2004 auf dem International School
psychology Colloquium in Exeter (GB) und auf der Bundeskonferenz
für Schulpsychologie in Nürnberg vorgestellt. Es ist beabsichtigt, sie
elektronisch zu publizieren.
Organisationsdiagnose an Schulen:
Daniela Ulber hat im Rahmen ihrer Dissertation ein Instrument zur
Organisationsdiagnose an Schulen entwickelt und erprobt. Die Er-
gebnisse werden von ihr gegenwärtig als Dissertation verarbeitet.
Forschungsprojekte
Entwicklung der Schulpsychologie
Projektleitung: Die Tätigkeit von Schulpsychologen wurde empirisch untersucht und
Prof. Dr. Detlef Berg beschrieben und Konzepte für die Inhalte dieses Anwendungsbe-
Stichwörter: reichs der Psychologie entwickelt. Für verschiedene Bereiche schul-
Schulpsychologie; Psycho-
logische Beratung; psychologischer Tätigkeit wurde der Stand des Beratungswissens
Beginn: 29.10.1980 zusammengestellt, teilweise von Studierenden im Rahmen von
schriftlichen Hausarbeiten für die Zulassung zum Ersten Staatsex-
amen in Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt.
Publikationen
1. Berg, Detlef: Der bayerische
0XX Studiengang "Psychologie mit schulpsychologischem Schwer-
punkt" . In: Trolldenier, H.-P. ; Meissner, B. (Hrsg.) : Texte zur Schulpsychologie und Bil-
dungsberatung, Bd. 4. Braunschweig : Georg Westermann Verlag, 1983, S. 307-312.
2. Berg, Detlef: Berichte über eine Umfrage zur Tätigkeit und Ausbildung von Schulpsycholo-
gen . In: Greuer-Werner, M. ; Hellfritsch, L. ; Heyse, H. (Hrsg.) : Berichte aus Schulpsy-
chologie und Bildungsberatung. Bonn : Deutscher Psychologen Verlag, 1985, S. 43-55.
3. Berg, Detlef: Gesellschaft und Schulpsychologie . In: Stadt Nürnberg (Hrsg.) : Die Zukunft
der Schulpsychologie - nur Reparaturdienst oder Wegbereiter einer neuen Schule? Doku-
mentation zum Symposium vom 23. bis 24. Oktober 1992. Nürnberg : Stadt Nürnberg,
1993, S. 14-23.
4. Berg, Detlef: Beratung in der Schule . In: Perleth, C. ; Ziegler, A. (Hrsg.) : Pädagogische
Psychologie. Bern : Hans Huber, 1999, S. 182-193.
5. Tisdale, Tim ; Berg, Detlef: Schulpsychologie (Ausbildung und Forschung) . In: Schorr, An-
gela (Hrsg.) : Psychologie als Profession. 1. Aufl. Bern : Hans Huber, 2003, S. 494-503. -
ISBN 3-456-83650-3
6. Berg, Detlef: Schulpsychologischer Dienst . In: U. Tewes ; K. Wildgruber (Hrsg.) : Psycho-
logie-Lexikon. 2. Aufl. München : Oldenburg, 1999, S. 337-340.
7. Berg, Detlef: Geschichte der Schulpsychologie . In: H.-G. Häring ; W. Kowalczyk (Hrsg.) :
Schulpsychologie konkret. Neuwied : Luchterhand, 2001, S. 5-8.
Seite 241
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
8. Berg, Detlef: Schulpsychologie . In: P. Wenninger (Hrsg.) : Lexikin der Psychologie (CD-
ROM und Buch). Heidelberg : Spektrum, 2001, S. 110-112.
9. Berg, Detlef: Ein bayerisches Kapitel Schulpsychologie . In: Report Psychologie 28 (2003),
S. 3-4
Evaluation im pädagogisch-psychologischen Kontext
Projektleitung: 1992 veröffentlichte Detlef Berg in der Zeitung der Universität Bam-
Prof. Dr. Detlef Berg berg, "Dialog", einen ersten Artikel zur Evaluation in der Hochschu-
Beteiligte: le. Das Thema wurde im schulpsychologischen Kontext weiter
Dr. Tim Tisdale
Stichwörter: verfolgt. Es wurde ein Modell zur Evalution schulpsychologischer
Evaluation; Lehrveranstal- Dienste entwickelt. Im Rahmen der Evaluation der Lehre als Studi-
tungsevaluation endekan der Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psychologie wurden
Laufzeit: 1.1.1992 - von Detlef Berg zwei Evalutionsfragebogen entwickelt, je einer für
1.4.2002
Vorlesungen und einer für Seminare. Die Evaluationen für den Lehr-
bericht der Fakultät waren so angelegt, dass grundsätzliche Fragen
zur Lehrveranstaltungsevaluation untersucht werden konnten.
Publikationen
1. Berg, Detlef: Evaluation0XX
der Hochschullehre: Ein Instrument zur Kontrolle oder zur Verbes-
serung der Lehre? In: Dialog, Zeitschrift der Otto-Friedrich-Universität Bamberg 5 (1992),
S. 4-5
2. Berg, Detlef: Evaluation in der Schulpsychologie. In Laux, L. & Reinecker, H. (Hrsg.),
Forschungsforum: Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 6 . Bamberg :
Otto-Friedrich-Universität. 1994. - Forschungsbericht. 162-176 Seiten
3. Berg, Detlef: Methoden zur praxisbegleitenden Evaluation. Arbeitsgruppe Evaluation in der
Schulpsychologie . In: Greuer-Werner, M. ; Hanckel, C. ; Heyse, H. (Hrsg.) : Psychologie
eine Beitrag zur Schulkultur. Berichte aus der Schulpsychologie. Bonn : Deutscher Psycho-
logen Verband, 1995, S. 96-102.
4. Berg, Detlef: Lehrbericht der Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psychologie, Berichtszeit-
raum WS98/99, SS99 . Bamberg : Otto-Friedrich-Universität. 2000. - Interner Bericht
5. Berg, Detlef: 2. Lehrbericht der Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psychologie, Berichtszeit-
raum WS99/00, SS00 . Bamberg : Otto-Friedrich-Univrsität. 2001. - Interner Bericht
6. Berg, Detlef: Evaluation im pädagogisch-psychologischen Kontext. Eine elektronische Pu-
blikation . Bamberg : Otto-Friedrich-Universität. 2002. - Abchlussbericht
Individualdiagnostik
Projektleitung: Es wurden Untersuchungen zu Tests, die in der Schulpsychologie
Prof. Dr. Detlef Berg häufig angewendet werden, durchgeführt (d2, PFK 9 - 14). Mit Tho-
Beteiligte: mas Rodenhausen wurde eine Software entwickelt, mit der Lehrer
Dr. Tim Tisdale
Jürgen Gerdes ihre Prüfungen analysieren können. Basis ist die klassische Test-
Dr. Thomas Rodenhausen theorie. Die Anwendung des Programms und des dazu gehörenden
Oliver Kestel Beihefts sollen es ermöglichen, die Struktur des Vorwissens von
Stichwörter: Schülern und Klassen so zu analysieren, dass der nachfolgende Un-
d2; PFK 9- 14; Lerner-
terricht daran orientiert werden kann. Aufgabeanalyseergebnisse
folgskontrolle; Schullei-
stungsdiagnostik ermöglichen eine selbstkritische Betrachtung der Aufgabenqualität
Beginn: 31.10.1994 durch die Lehrkräfte. Die Software ist auch zur Auswertung von
Förderer: Klausuren an Universitäten geeignet, wenn Antworten eindeutig als
Otto-Friedrich-Universität richtig oder falsch eingestuft werden können. Die Brauchbarkeit der
Bamberg
Software für diese Zwecke, also zur Förderung der diagnostischen
Seite 242
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kompetenz von Lehrenden, wird erprobt. Daran beteiligt war auch
Oliver Kestel im Rahmen seiner Staatsexamensarbeit in "Psycholo-
gie mit schulpsychologischem Schwerpunkt". Diese Software wird
gegenwärtig in Zusammenarbeit mit Jürgen Gerdes und Tim Tisdale
unter Berücksichtigung der ersten Erprobungsergebnisse neu pro-
grammiert. Das Projekt wird mit Forschungsmitteln der Universität
Bamberg gefördert.
Publikationen
1. Berg, Detlef ; Erlwein, M.:
0XXGute Resultate im Aufmerksamkeits-Belastungs-Test (Test d2)
nur aufgrund hoher Konzentrationsfähigkeit? In: Psychologie in Erziehung und Unterricht
38 (1991), S. 59-62
2. Berg, Detlef: Die 3. "überarbeitete und ergänzte" Auflage des Persönlichkeitsfragebogens
für Kinder (PFK 9-14) - eine Mogelpackung? In: INFO (Mitteilungsblatt des Landesverban-
des Bayerischer Schulpsychologen e.V.) 16 (1993), S. 5-8
3. Berg, Detlef ; Imhof, M.: Validierungsstudie zum Persönlichkeitsfragebogen für Kinder PFK
9-14 . In: Diagnostica 43 (1997), S. 113-133
4. Berg, Detlef: Persönlichkeitsfragebogen für Kinder PFK 9-14 von W. Seitz und A. Rausche.
Göttingen: Hogrefe 1992. . In: R.S. Jäger ; R. H. Lehmann ; G. Trost (Hrsg.) : Jahrbuch
der Pädagogischen [Link] und Trends 11. Weinheim : Beltz, 1997, S. 166-178.
Konzentration und Aufmerksamkeit
Projektleitung: Mit einer Analyse der epidemiologischen Studien über Verhaltens-
Prof. Dr. Detlef Berg auffälligkeiten in der Schule wurde festgestellt, dass Konzentrati-
Beteiligte: onsschwierigkeiten die am häufigsten auftretenden Lernschwierig-
Dr. Imhof, Margarete, Uni-
versität Frankfurt / M. keit sind. Im Kontrast dazu war der Forschungsstand gerade für die-
Stichwörter: sen Bereich überraschend wenig elaboriert. Es wurde zunächst ver-
Aufmerksamkeit; Konzen- sucht, die theoretische Basis zu verbessern. Dazu wurde ein
tration; Zuhören; allgemeines Modell zur Unterscheidung verschiedener Arten der
Beginn: 2.11.1985
Konzentration und Aufmerksamkeit entwickelt. Es wurde ein auditi-
ver Konzentrationstest entwickelt, mit dem der Frage intraindividu-
eller Unterschiede von Konzentrationsleistungen bei auditiven und
visuellen Anforderungen nachgegangen wurde. Die ersten Ergebnis-
se sprechen dafür, dass solche Unterschiede existieren. Weitere
Forschung zur Frage der Modalitätsspezifität von Aufmerksamkeit
und Konzentration ist noch erforderlich. Margarete Imhof führte im
Rahmen ihrer Dissertation eine Untersuchung zu der Funktion von
motorischen Nebentätigkeiten für die Regulation von Konzentration
durch. Sie konnte zeigen, dass bestimmte Arten von Nebentätigkei-
ten, die einerseits als funktionale Motorik, wie z.B. Strecken oder
Dehnen, bezeichnet werden können, und andererseits motorische
Nebentätigkeiten, die sich als Manipulation von Gegenständen mit
den Händen beschreiben lassen, mit einer hohen Behaltensleistung
in einer auditiv dargebotenen Konzentrationsaufgabe einhergehen.
Das Projekt wurde in Teilen von der DFG und aus Forschungsmitteln
der Universität Bamberg gefördert. Das Thema wird zu einer Päd-
agogischen Psychologie des Zuhörens im Rahmen der Habilitation
von Margarete Imhof ausgeweitet.
Seite 243
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Berg, Detlef: Konzentrationsstörungen
0XX bei Schulkindern. . In: Horn, R. ; Ingenkamp, K. ;
Jäger, R. S. (Hrsg.) : Tests und Trends 6. Jahrbuch der Pädagogischen Diagnostik.
München : Psychologie Verlags Union, 1987, S. 65-102.
2. Berg, Detlef: Psychologische Grundlagen und Konzepte von Aufmerksamkeit und Konzen-
tration . In: Barchmann, H. (Hrsg.) : Aufmerksamkeit und Konzentration im Kindesalter.
Berlin : Verlag Gesundheit, 1991, S. 39-46.
3. Berg, Detlef: Zur Bedeutung von Reizkomplexität und -modalität bei Konzentrations-
schwierigkeiten . In: Zeitschrift für Pädagogische Psychologie 5 (1991), S. 9-20
4. Berg, Detlef ; Imhof, M.: Zuhören lernen - Lernen durch Zuhören . In: Sedlak, F. (Hrsg.) :
Ich - Du - Wir. Persönlichkeitsentwicklung und Gemeinschaftsförderung. Wien : Manz,
1996, S. 39-53.
5. Berg, Detlef ; Imhof, M.: Aufmerksamkeit und Konzentration . In: Rost, D. (Hrsg.) : Hand-
wörterbuch der Pädagogischen Psychologie. Weinheim : Psychologie Verlags Union, 1998,
S. 28-33.
Selbstreflexions-Training
Projektleitung: Flexibilität, als kurzfritige Anpassung an Problem- bzw. Anforde-
Dr. Tim Tisdale rungssituationen, und Plastizität, als langfristige Anpassung an An-
Stichwörter: forderungssituationen, sind in den letzten Jahren immer wieder als
Selbstreflexion; Flexibili-
tät; Training; Problemlö- "Schlüsselqualifikationen" benannt worden, die nicht nur innerhalb
sen; Selbstorganisiertes des Management - Bereiches eine bedeutende Rolle spielen.
Lernen
Selbstreflexion, also die Betrachtung der eigenen Prozesse des Den-
Laufzeit: 1.1.2000 -
31.12.2000 ken, Wollens, Fühlens und Handelns, ist eine wichtige Vorausset-
Förderer: zung für eine hohe Flexibilität und Plastizität der Organisation des
Otto-Friedrich Universität Denken und Handelns und damit für die strategische Problemlöse-
Bamberg fähigkeit in komplexen und dynamischen Situationen.
In eigenen Vorarbeiten konnten die genannten positiven Effekte auf
die Problemlösefähigkeit nachgewiesen werden. Darüber hinaus
konnten aber auch negative Effekte der Selbstreflexion für die eige-
ne Kompetenzeinschätzung belegt werden.
Innerhalb des Projektes sollen Module für ein Selbstreflexions - Trai-
ning entworfen, getestet und evaluiert werden. Das Training soll In-
dividuen dazu befähigen, Problemsituationen zu beurteilen, wann
und ob Selbstreflexion ein adäquates Mittel zur Problemlösung dar-
stellt.
Publikationen
1. Tisdale, Tim: Selbstreflexion,
0XX Bewußtsein und Handlungsregulation . Bd. 39 Weinheim :
Psychologie Verlags Union, 1998 (Fortschritte der psychologischen Forschung Bd. 39) . -
221 Seiten. ISBN 3-621-27421-9
2. Tisdale, Tim ; Badke-Schaub, Petra: Die Erforschung menschlichen Handelns in komplexen
Situationen . In: Strauß, Bernd ; Kleinmann, Martin (Hrsg.) : Computersimulierte Szenari-
en in der Personalarbeit. Göttingen : Verlag für Angewandte Psychologie, 1995, S. 43-56.
- ISBN 3-8017-0847-0
3. Tisdale, Tim: Kommentar zur "Fallstudie Stabinger" . In: Strohschneider, Stefan ; von der
Weth, Rüdiger (Hrsg.) : Ja, mach nur einen Plan. Bern : Verlag Hans Huber, 1993, S. 105-
110. - ISBN 3-456-82414-9
Seite 244
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Dörner, Dietrich ; Tisdale, Tim: Planen und Großmutterweisheiten . In: Strohschneider,
Stefan ; von der Weth, Rüdiger (Hrsg.) : Ja, mach nur einen Plan. Bern : Verlag Hans Hu-
ber, 1993, S. 219-233. - ISBN 3-456-82414-9
Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten in der Schule bei Jungen
Projektleitung: Jungen haben und verursachen sehr viel mehr Schwierigkeiten in
Prof. Dr. Detlef Berg der Schule als Mädchen. Zwei Drittel der Sitzenbleiber sind Jungen,
Beteiligte: zwei Drittel der Schüler, die von der Schule ohne Abschluß gehen,
Dr. Tim Tisdale
Prof. Dr. Tom Oakland, sind Jungen, Jungen besuchen sehr viel häufiger als Mädchen die
Florida, USA Hauptschule oder Sonderschulen. In unseren Untersuchungen zu
Dr. Lukas Scherer, Zürich, Verhaltensauffälligkeiten bei Grundschulkindern wurden die Jungen
Schweiz sehr viel häufiger als Mädchen als verhaltensauffällig eingestuft,
Stichwörter:
schon von der ersten Klasse an, seit einigen Jahren, und tendenziell
Verhaltensauffälligkeiten;
Geschlecht; zunehmend, legen in Deutschland mehr Mädchen als Jungen das
Beginn: 1.3.2002 Abitur ab - im Schnitt auch mit besseren Ergebnissen. Mit Hilfe einer
Förderer: deutschen Übersetzung des Student Styles Questionnaires von Oak-
Otto-Friedrich-Universität land, T., Glutting, J.J. & Horton, C.B. (1996) soll versucht werden,
Bamberg
einige Ursachen dafür zu identifizieren als Grundlage für die Ent-
wicklung von Lehrkonzeptionen, die den psychischen Voraussetzun-
gen von Jungen besser als bisher gerecht werden.
Verhaltensauffälligkeiten bei Grundschulkindern
Projektleitung: Das Projekt entstand in einer engen Verflechtung von Forschung
Prof. Dr. Detlef Berg und Lehre. Vier Staatsexamensarbeiten entstanden in diesem For-
Beteiligte: schungsprojekt (von Ulrike Bäuerlein, Ursula Schmidt, Suska Kolle-
Dr. Tim Tisdale
Stichwörter: ra, Ruth Braum) sowie eine Diplomarbeit in Psychologie von Klaus
Verhaltensauffälligkeiten; Reinhardt unter Anleitung von Prof. Dr. P.W. Schlottke, Universität
Lernschwierigkeiten; Epi- Stuttgart. Das Projekt begann mit einer Staatsexamensarbeit von
demiologie; Grundschule Ulrike Bäuerlein, die in Bamberg Stadt und Land die Häufigkeit von
Beginn: 2.1.1981
"Verhaltensstörungen bei Kindern im Grundschulalter" untersuchte.
Ursula Schmidt entwickelte im Rahmen ihrer Staatsexamensarbeit
einen Fragebogen, mit dem Lehrer für alle Schüler ihrer Klasse die
Ausprägung von 21 Verhaltensauffälligkeiten einschätzen können.
Auf der Grundlage dieses Verfahrens wurden Befragungen in Bam-
berg, Stuttgart, im Land Brandenburg und in Berlin durchgeführt.
Das Projekt ist jetzt abgeschlossen und wurde auf der Homepage
elektronisch publiziert.
Publikationen
1. Berg, Detlef ; Bäuerlein,
0XXU. ; Strauch, T.: Häufigkeiten von Lernschwierigkeiten in der
Grundschule aus der Sicht des Klassenlehrers . In: Zeitschrift für Pädagogische Psychologie
2 (1988), S. 179-186
2. Berg, Detlef ; Kollera, S. ; Schmidt, U.: Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern . In: Dunkel,
L. ; Enders, Ch. ; Hanckel, Ch. (Hrsg.) : Berichte aus der Schulpsychologie. Schule - Ent-
wicklung - Psychologische Schulentwicklungspsychologie. Kongreßbericht der 12. Bundes-
konferenz 1996 in Münster. Bonn : Deutscher Psychologen Verlag, 1997, S. 262-267.
3. Berg, Detlef ; Imhof, M. ; Kollera, S. ; Schmidt, U. ; Ulber, D.: Häufigkeiten von Verhal-
tensauffälligkeiten in der Grundschule aus der Sicht der Klassenlehrer . In: Psychologie in
Erziehung und Unterricht 45 (1998), S. 280-290
Seite 245
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Berg, Detlef: Verhaltensauffälligkeiten bei Grundschulkindern II . In: Enders, C. ; Hanckel,
C. ; Möley, S. (Hrsg.) : Lebensraum - Lebenstraum - Lebenstrauma Schule. Bonn : Deut-
scher Psychologen Verlag, 1999, S. 297-303.
5. Berg, Detlef ; Seifried, K. ; Wickelmann, K.: Verhaltensauffälligkeiten bei Grundschulkin-
dern . In: C. Hanckel ; B. Jötten ; K. Seifried (Hrsg.) : Schule zwischen Realität und Vision.
([Link] Berlin 2000). Bonn : Deutscher Psychologen Verlag, 2001, S. 301-
311.
6. Berg, Detlef ; Tisdale, Tim: Verhaltensauffälligkeiten bei Grundschulkindern . Bamberg :
Otto-Friedrich-Universität, 2004
Seite 246
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Mathematik/Naturwissenschaften
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Zum Bereich Mathematik/Naturwissenschaften gehören die Bereiche Didaktik der Mathematik
(Dr. Janik und Dr. Heinrich), Didaktik der Biologie (Dr. Belke) und die Didaktiken der Physik/
Chemie (Dr. Rösler). Die Mitarbeiter dieser Bereiche erfüllen als selbständige Fachvertreter ins-
besondere Lehraufgaben im Rahmen der Ausbildung zukünftiger Grund- und Hauptschullehrer.
Im Kern geht es dabei um das Studium der jeweiligen Fachdidaktik einschließlich relevanter
fachwissenschaftlicher Grundlagen. Darüber hinaus stehen auch Veranstaltungen für Lehramt-
studierende anderer Schularten und fächerübergreifende Veranstaltungen im Lehrangebot. We-
sentliche Arbeits- und Interessenschwerpunkte sind im Bereich Didaktik der Mathematik „Krea-
tivität und Heuristik beim Betreiben und Lernen von Mathematik", im Bereich Didaktik der Bio-
logie die Umwelt- und Gesundheitserziehung und im Bereich der Didaktiken der Physik/Chemie
das Verständnis naturwissenschaftlicher (insbesondere physikalisch-technischer) Sachverhalte
im Schulunterricht und chemische Fragen der Umweltproblematik.
Didaktik der Mathematik
Anschrift: Markusplatz 3, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-0
Leitung:
Dr. habil. Frank Heinrich,
Akad. Rat
Forschungsschwerpunkte
Interessenschwerpunkte (Dr. habil. F. Heinrich)
• mathematische Heuristik beim Betreiben und Lernen von Mathema-
tik
• Förderung mathematischer Begabung
• Elementargeometrie (insbesondere Polygon- und Polyedergeome-
trie)
• Problemfelder (Aufgabenfamilien) für den Mathematikunterricht
Veröffentlichungsreihen
Dr. habil. F. Heinrich: (Mit)Herausgeber der Zeitschrift MI - Mathe-
matikinformation (Zeitschrift von Begabtenförderung Mathematik
e.V.)
Seite 247
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Sport
Anschrift: Feldkirchenstraße 21, 96045 Bamberg
Didaktik Sport
Anschrift: Feldkirchenstraße 21, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-1939 Fax.: (0951) 863 4939
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Das Universitätssportzentrum gehört der Fakultät Pädagogik, Philo-
PD Dr. Stefan Voll, AOR sophie, Psychologie der Universität Bamberg an.
wiss. Mitarbeiter:
Dagmar Buerschaper, Die beiden wichtigsten Aufgabenbereiche sind zum einen die Ausbil-
Akad. Direktorin dung der Sportdidaktik-Studierenden für das Lehramt an Grund-
Angestellte: und Hauptschulen sowie der Studierenden der Diplomstudiengänge,
Waltraud Großmann
die Sport als Nebenfach gewählt haben.
Zum anderen obliegt dem Universitätssportzentrum die Organisati-
on und Durchführung des Allgemeinen Hochschulsports.
Zentrale Anlaufstelle für alle Fragen des Sports ist das Sekretariat,
das mit einer Halbtagskraft und zwei studentischen Hilfskräften be-
setzt ist.
Dem Leiter des Sportzentrums ist eine Mittelbau-Dozentin und fünf
Lehrbeauftragte zugeordnet. Das wissenschaftliche Personal ist für
Forschung und Lehre im Fach Sportdidaktik verantwortlich.
Forschungsschwerpunkte
PD Dr. Stefan Voll:
• Sport und Transfer
• Trendsportarten
• Mannschaftspsychologie
• Sport und Emotionen
• Einstellungsforschung
• Motivationspsychologie
Prof. Dr. Sigurd Baumann:
• Sportpsychologie
• Mannschaftspsychologie
• Motivation im Sportunterricht
• Tischtennis
Seite 248
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Aktuelle Einstellungs- und Motivstrukturen im Schulsport - eine Studie zur Eva-
luation der Didaktik im Sportunterricht
Projektleitung: Einleitend wird die im Titel angesprochene Problemstellung formu-
PD Dr. Stefan Voll, AOR liert sowie das Prozedere der Studie und der logische Aufbau darge-
Beteiligte: stellt.
Prof. Dr. Sigurd Baumann
Dipl.-Soz. Detlev Lück Im theoretischen Unterbau wird das Phänomen des Wertewandels
Annette Zimprich erläutert, mit den entsprechenden wissenschaftlichen Theorien in
Stichwörter:
Verbindung gebracht und von den Begriffen Einstellung und Motiv
Werte; Wertewandel; Ein-
stellung; Motivation; abgegrenzt.
Schulsport; Sportlehrer; Die Interpretation der Ergebnisse einer bayernweiten Fragebogen-
Didaktisches Konzept
Laufzeit: 1.8.1997 -
aktion, der sich nahezu 1000 Schüler aller Schularten in den Klas-
1.3.2002 senstufen 8 - 10 unterzogen, steht im Mittelpunkt des zweiten
Mitwirkende Institutio- Teiles.
nen:
Institut für empirische So- Ausgehend davon wird im dritten Teil versucht, die Resultate in ein
zialforschung, Basisinsti- didaktisch-methodisches Konzept für den Sportunterricht zu über-
tut Bamberg führen, das sich dezidiert an den augenblicklichen Befindlichkeiten
Kontakt: und Einstellungen der Schüler orientiert.
PD Dr. Stefan Voll, AOR
Tel.: 0951/863 1941,
Fax: (0951) 863 4939, E-
Mail: [Link]@[Link]
-[Link]
Publikationen
1. Voll, Stefan: Sport und 0XX
Transfer - der Versuch einer umfassenden Betrachtung dieses kom-
plexen Beziehungsgeflechtes mit dem Schwerpunkt der sportmotorischen Transferbestim-
mungen anhand ausgewählter praktischer Beispiele und die Rechtfertigung innovativ
gestalteter Lehrwege . Regensburg, Universität Regensburg, Diss., 1991. - 273 Seiten.
2. Voll, Stefan: Aufwärmen - es gibt keinen Platz . In: Bayerisches Handballecho (1997),
S. 10 - 11
Die Umgangssprache der Jugendlichen im schulischen Sportunterricht
Projektleitung: Schüler befleißigen sich im Sport einer spezifischen, stark emotional
PD Dr. Stefan Voll, AOR gefärbten Diktion. In einer Untersuchung von Schülern im Groß-
Laufzeit: 1.6.2003 - raum Lichtenfels werden Sprachrealisierungen im schulischen
31.12.2004
Sportunterricht und darüber hinaus ermittelt und Korrelationen zu
bereits existierenden Studien zur Jugendsprache hergestellt. Davon
ausgehend werden Erklärungsversuche und Interpretationsansätze
geliefert.
Erzieherische Dimensionen offener Lernsituationen im schulischen Sportunter-
richt
Projektleitung: Die aktuellen Wertedispositionen bei Kindern und Jugendlichen er-
PD Dr. Stefan Voll, AOR fordern unter der Prämisse eines effektiven erzieherischen Unter-
Laufzeit: 1.5.2004 - richtsgeschehens angepasste methodisch-didaktische Maßnahmen.
1.1.2009
Das Projekt untersucht die Möglichkeiten und Grenzen eines offenen
Sportunterrichts unter der Maßgabe aktueller Schülerbefindlichkei-
ten.
Seite 249
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Evaluationsmöglichkeiten in der Schulsportforschung
Projektleitung: Im Rahmen einer Praxisstudie überprüft der Verfasser verschiedene
PD Dr. Stefan Voll, AOR Möglichkeiten der Evaluation von Untersuchungsdesigns im schuli-
Laufzeit: 10.10.2003 - schen Sportunterricht.
15.8.2008
Kontakt:
PD Dr. Stefan Voll, AOR
Tel.: 0951/863 1941,
Fax: (0951) 863 4939, E-
Mail: [Link]@[Link]
-[Link]
Gesundheitsorientierung im Sportunterricht an öffentlichen Schulen in Bayern -
Anspruch und Wirklichkeit.
Projektleitung: Eine empirische Untersuchung zur Einstellung der Lehrenden an
Prof. Dr. Sigurd Baumann bayerischen Schulen.
Beteiligte:
Koch, Günther
Stichwörter:
Gesundheitsorientierung;
Sportunterricht; Einstel-
lungen;
Beginn: 1.3.2000
Kontakt:
Prof. Dr. Sigurd Baumann
Tel.: 0951/863 1939
Innovative Lehrwege zur Einführung der Schlägersportarten im Schulsport
Projektleitung: Der Schläger als verlängerter Arm. Diese Prämisse ist der Aus-
PD Dr. Stefan Voll, AOR gangspunkt eines innovativen methodisch-didaktischen Konzeptes
Laufzeit: 1.3.2003 - für das Erlernen der Schlägersportarten im schulischen Kontext. Fu-
15.6.2004
ßend auf der sportmotorischen Transfertheorie werden biomechani-
sche Prinzipien ebenso einbezogen wie eine von den schulischen
Gegebenheiten diktierte Effektivitätssteigerung im Schulungspro-
zess.
Mannschaftspsychologische Parameter einer effektiven Auszeitgestaltung im
Projektleitung: Die veränderten und erweiterten Auszeiten im Leistungsbasketball
PD Dr. Stefan Voll, AOR gewähren eine Reihe unterschiedlicher Einwirkmöglichkeiten auf die
Laufzeit: 1.10.2003 - Spieler. Ausgehend von den psychologischen Determinanten in
15.6.2004
sportlichen Stresssituationen wird ein auf wissenschaftlichen Er-
kenntnissen beruhendes Praxismodul entwickelt, wie aus Trainer-
und Spielersicht eine effektive Auszeitgestaltung zu realisieren ist.
Möglichkeiten und Grenzen des schulischen Sportunterrichts als faktor der inte-
gration ausländischer Mitschüler
Projektleitung: An den Forchheimer Schulen, die einen überproportional hohen An-
PD Dr. Stefan Voll, AOR teil ausländischer Schüler aufweisen, wird eine Befragung unter
Laufzeit: 1.10.2003 - Sportlehrern bezüglich des Integrationspotenzials des schulischen
30.4.2005
Sportunterrichts durchgeführt und mit bereits abgeschlossenen In-
tegrationsprojekten in Verbindung gebracht.
Seite 250
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Psychologie im Tischtennis - für Trainer und Spieler (im Auftrag des Deutschen
Tischtennisbundes)
Projektleitung: Im Mittelpunkt steht der Trainer als "Psychopädagoge" und Vermitt-
Prof. Dr. Sigurd Baumann ler leistungsorientierter psychoregulativer Verfahren. Die Erkennt-
Laufzeit: 1.7.2003 - nisse der pädagogischen Psychologie werden im Sinn einer
15.6.2004
psychologischen Pädagogik für Jugendtrainer aufbereitet und unter
sportspezifischen Aspekten auf das Tischtennisspiel projiziert. Des-
weiteren werden die psychoregulativen Verfahren der Zustandsre-
gulation, des mentalen Trainings, der Motivations-, Emotions- und
Volitionsregulation den Anforderungen des Tischtennisspiels als Lei-
stungssport aufbereitet.
Sport als integrativer Strategiefaktor für die übergreifende Personalarbeit von
Unternehmen.
Projektleitung: Analyse und Entwicklung betriebsspezifischer Modelle auf der Basis
Prof. Dr. Sigurd Baumann des Human Ressource Management und einer mehrdimensionalen
Prof. Dr. Andreas Oehler Coaching-Philosophie.
Beteiligte:
Roland Back
Stichwörter:
Sport; Human Resource;
Coaching; Integration
Beginn: 1.8.1998
Kontakt:
Prof. Dr. Sigurd Baumann
Tel.: 0951/863 1939
Trendsportarten in der hochschuldidaktischen Sportausbildung
Projektleitung: Auch für Sportdidaktik-Studierende des Grund- und Hauptschullehr-
PD Dr. Stefan Voll, AOR amts ist es angesichts der aktuellen Gegebenheiten unumgänglich,
Laufzeit: 1.5.2004 - sich mit den Trendsportarten und deren methodisch-didaktischen
31.12.2004
Determinanten auseinander zu setzen. Das Projekt unternimmt
– ausgehend von einer Ist-Zustandsanalyse der Relevanz
der Trendsportarten in der sportdidaktischen Ausbildung an den
bayerischen Universitäten - den Versuch, ein „Minimalpro-
gramm“ zu entwickeln wie es für Sportdidaktik-Studierende
möglich ist, Trendsportarten kennen zu lernen und ggf. in ihre spä-
tere Unterrichtstätigkeit mit einzubeziehen.
Seite 251
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Fachbereich Soziale Arbeit
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2001 Fax.: 0951/863 1180
E-Mail: dekanat@[Link]
Dekan: Der Fachbereich Soziale Arbeit wurde 1972 mit der Gesamthoch-
Prof. Dr. Wilfried schule Bamberg gegründet. Er bietet einen Fachhochschulstudien-
Hosemann gang an, der zum Abschluss Diplom - Sozialpädagoge (FH) führt.
Dekanatssekretariat:
Hilde Mohnkorn Die Aufgabe Soziale Arbeit besteht, wie es im Leitbild des Fachbe-
Prodekan: reiches formuliert ist, „in der Bearbeitung von Problemlagen, die so-
Prof. Dr. Ulrich-Arthur Birk
wohl gesellschaftlich als auch professionell als relevant angesehen
Studiendekan:
Prof. Dr. Gerhard Riemann werden. Soziale Arbeit mischt sich in entsprechende normative Dis-
kurse ein. Sie ermöglicht Menschen an unserer Gesellschaft und ih-
ren Ressourcen teilzuhaben und sie in demokratischen Verfahren
mitzugestalten. Soziale Arbeit setzt sich für die faire Aushandlung
von Interessen und die Schaffung von strukturellen Bedingungen
ein, unter denen Menschen sich wechselseitig achten".
Die Studien- und Ausbildungsleistungen der Sozialarbeits-wissen-
schaften erfolgen in enger Bezugnahme zur Praxis und zu gesell-
schaftlichen Entwicklungen.
Die Studienordnung ist auf 8 Semester ausgelegt und sieht nach
dem 3. Semester 2 praktische Studiensemester in Einrichtungen für
Soziale Arbeit vor.
Seite 252
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Sozialarbeit/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Der Bereich wird zur Zeit durch folgende Professuren vertreten:
Professur für Sozialarbeit/Sozialpädagogik I/FH
Professur für Sozialarbeit/Sozialpädagogik II/FH
Professur für Sozialarbeit/Sozialpädagogik III/FH
Professur für Angewandte Informatik in der Sozialen Arbeit (Sozialinformatik)
Professur für Sozialarbeit/Sozialpädagogik I/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2009
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Studium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule für Sozialarbeit
Prof. Dr. Wilfried Hose- und Sozialpädagogik (ASFH) Berlin und der Freien Universität Ber-
mann lin. Berufsstationen: Sozialarbeiter, Familienberater und Familien-/
Projektmitarbeiter Vir-
tuelle Hochschule Bay- Organisationsforscher, Supervisor und Fortbilder für Sozialarbeiter,
ern: Projektleiter an der Universität zu Köln für neue personalwirtschaft-
Dipl.-Päd., Dipl.-Sozial- liche Konzepte, seit 1993 Professor an der Universität Bamberg
päd. (FH) Wolfgang Gei-
ling
Forschungsschwerpunkte
Soziale Gerechtigkeit und Systemische Soziale Arbeit
Forschungsthemen:
Sozialer Wandel, Soziale Arbeit und soziale Gerechtigkeit
Was soziale Gerechtigkeit ausmacht und wie sie zu gestalten ist,
wird in der Gesellschaft kontrovers und folgenreich diskutiert. Die
Position und den Beitrag der Sozialen Arbeit zur sozialen Gerechtig-
keit ist in den zentralen Handlungsfeldern der Profession neu zu be-
stimmen. Das Forschungsfeld (in Zusammenarbeit mit Frau Prof.
Trippmacher und Frau Prof. Ploil vom Fachbereich Soziale Arbeit der
Otto-Friedrich Universität Bamberg) wird im Rahmen von Lehrver-
anstaltungen und Veröffentlichungen bearbeitet.
Praxisforschungsprojekt Flexible Soziale Hilfe
Kooperationsbeziehungen
Alice-Salomon-Hochschule Berlin
Fachhochschule Merseburg, Fachbereich Soziale Arbeit
Wissenschaftliche Tagungen
Frühjahr 2005: Systemische Soziale Arbeit in Kooperation mit Prof.
Kleve und Prof. Herwig-Lempp
Seite 253
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Neue Zugänge zu sozialpädagogischen Problemstellungen
Projektleitung: Praxisforschungsprojekt zu den veränderten Anforderungen an Or-
Prof. Dr. Wilfried Hose- ganisationen der Sozialen Arbeit.
mann
Stichwörter: Ziel ist es, Alternativen zur "Versäulung" (Standardisierung) der so-
Dienstleistungen; Stan- zialen Dienstleistungen zu finden.
dardisierung; Versäulung
Beginn: 1.2.2003
Förderer:
Otto-Friedrich-Universität
Bamberg Studienschwer-
punkt Familienhilfe: Flexi-
ble Hilfen (Flex)
Projektunabhängige Publikationen
1. Hosemann, Wilfried: Geschichte
0XX und Geschichten: Familiales Leben entsteht durch Kom-
munikation . In: Sozialpädagogisches Institut im SOS Kinderdorf e.V. (Hrsg.) : Glücklich an
einem fremden Ort? Familienähnliche Betreuung in der Diskussion. Münster : Votum Ver-
lag, 2002, S. -.
2. Hosemann, Wilfried: Krieg - kein Anlass zur Stellungnahme für die Soziale Arbeit? In: Neue
Praxis - Zeitschrift für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sozialpolitik (2003), Nr. 1, S. -
3. Hosemann, Wilfried ; Trippmacher, Brigitte (Hrsg.): Soziale Arbeit und soziale Gerechtig-
keit. Grundlagen der sozialen Arbeit . Bd. 8 Hohengehren : Schneider, 2003
4. Buttner, Peter ; Bartosch, Ulrich ; Hosemann, Wilfried: Ein Blick in die Zukunft. Zehn The-
sen über die Folgen von Bologna und was sich alles ändern muss . In: Sozialmagazin 29
(2004), Nr. 7-8, S. 22-28
5. Buttner, Peter ; Bartosch, Ulrich ; Hosemann, Wilfried: Bachelor und Master: Die Soziale
Arbeit im Bolognaprozess . In: Sozialmagazin 29 (2004), Nr. 7-8, S. 16-21
Seite 254
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Sozialarbeit/Sozialpädagogik II/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2019
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Aufgaben: Theorien der Sozialen Arbeit, Geschichte der Sozialen Ar-
Prof. Dr. Eleonore Ploil beit, Schwerpunkt International Social Work
Forschungsschwerpunkte
International Social Work, Soziale Arbeit und Gender
Laufende und vor kurzem beendete Forschungsprojekte:
• Soziale Arbeit in Ländern nach Krieg und Diktatur mit dem Phäno-
men der Massentraumatisierung am Beispiel Südafrika, Argentinien,
Deutschland und ehemal. Jugoslawien. In Kooperation mit SEKA e.V.
• Langzeitwirkungen von internationaler Jugendbegegnung am Bei-
spiel des Olympischen Jugendlagers 1972. In Kooperation mit der
Deutschen Sportjugend
• Außerberufliche Spannungsfelder im Alltag von Fachkräften, die zeit-
lich befristet im Ausland tätig sind und Copingstrategien dieser Fach-
kräfte. In Kooperation mit CIM (GTZ) und EED
Kooperationsbeziehungen
International mit
Universität Wien,
Universidad Catolica de Salta und Universidad National Santa Rosa
la Pampa (Argentinien),
FH Kärnten,
Hochschule Zürich
Mitglied als Friend bei International Federation of Social Workers,
Womens International Network for Sustainability National u.a. mit
Kollegen und Kolleginnen der FH München, FH Frankfurt, LMU Ber-
lin, FH Hildesheim, Mitglied im Wissenschaftlicher Beirat der Gesell-
schaft für personenzentrierte Gesprächspsychotherapie und
Beratung Kooperationen mit der Praxis durch Beratungsangebot:
Gesetzliche BetreuerInnen im Landkreis
Wissenschaftliche Tagungen
Fachtag Netzwerk Frauen in der Sozialen Arbeit und im Rahmen der
Tätigkeit als Universitätsfrauenbeauftragten: Strukturierung von
Wissen und die Ordnung der Geschlechter
Seite 255
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Außerberufliche Spannungsfelder im Alltag von Fachkräften
Projektleitung: Außerberufliche Spannungsfelder im Alltag von Fachkräften, die
Prof. Dr. Eleonore Ploil zeitlich befristet im Ausland tätig sind und Copingstrategien dieser
Beginn: 1.1.2000 Fachkräfte
Mitwirkende Institutio-
nen:
CIM (GTZ) und EED
Langzeitwirkungen von internationalen Jugendbegegnung
Projektleitung: Langzeitwirkungen von internationalen Jugendbegegnung am Bei-
Prof. Dr. Eleonore Ploil spiel des Olympischen Jugendlagers 1972
Beginn: 1.1.2000
Mitwirkende Institutio-
nen:
Deutschen Sportjugend
Soziale Arbeit in Ländern nach Krieg und Diktatur
Projektleitung: Soziale Arbeit in Ländern nach Krieg und Diktatur mit dem Phäno-
Prof. Dr. Eleonore Ploil men der Massentraumatisierung am Beispiel Südafrika, Argentinien,
Beginn: 1.1.2000 Deutschland und ehemal. Jugoslawien
Mitwirkende Institutio-
nen:
SEKA e.V.
Seite 256
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Sozialarbeit/Sozialpädagogik III/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2021
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Arbeit im Rahmen dieser Professur zielt vor allem darauf ab, die
Prof. Dr. Gerhard Riemann Studierenden anzuregen und dabei zu begleiten, sich auf die sozial-
arbeiterische Praxis und die dabei zu bearbeitenden komplexen Pro-
blemstellungen analytisch einzustimmen und ihre eigenen Praxis-
erfahrungen zu reflektieren und zu untersuchen - und zwar mit Hilfe
von Analyseressourcen, die sich in unterschiedlichen Ansätzen der
sozialwissenschaftlichen Fallanalyse bzw. der interpretativen Sozial-
forschung herausgebildet haben. In der Diskussion über die Weiter-
entwicklung der Sozialen Arbeit hat sich in den letzten Jahren die
Einsicht durchgesetzt, dass die Ausprägung einer Untersuchungs-
haltung des ethnographischen Fremdverstehens und die Aneignung
qualitativer sozialwissenschaftlicher Analyseverfahren (etwa im Be-
reich der Interaktions- und Biographieanalyse) einen wichtigen An-
teil an der Fundierung der eigenen professionellen Praxis haben und
auch für das kollektive Professionalisierungsprojekt der Sozialen Ar-
beit von Bedeutung sind; u. a. kann auf diese Weise der Diskurs
über wiederkehrende, unaufhebbare Kernprobleme des professio-
nellen Handelns und Fehlertendenzen bei ihrer Bearbeitung beför-
dert werden.
Es haben sich im Rahmen dieser Professur unterschiedliche Ausbil-
dungsarrangements des forschenden Lernens entwickelt und be-
währt: z. B. die Begleitung empirischer Studienarbeiten im
Grundstudium, Seminare zur selbstreflexiven ethnographischen
Praxisanalyse und Forschungswerkstätten.
Forschungsschwerpunkte
Biographieforschung, Ethnographie und Soziale Arbeit, Analyse pro-
fessionellen Handelns, sozialwissenschaftliche Erzählanalyse
Vor kurzem beendete und laufende Forschungsprojekte
• Doing Biographical Research. Forum Qualitative Sozialforschung /
Forum: Qualitative Social Research [Online Journal], 4(3), Septem-
ber 2003 (Available at: [Link]
• Forschungsprojekt über „Ablaufstrukturen, Prozesse der Erkenntnis-
bildung und wiederkehrende Erkenntnisprobleme in Fallbesprechun-
gen von Sozialarbeitern und -pädagogen"
• Forschungsprojekt über „Einblicke in die Interaktionsgeschichte von
Sozialarbeitern und ihren Klienten(familien) in einer gesellschaftli-
chen und kulturellen Umbruchsituation - Fallanalysen am Beispiel
von Nord-Wales"
Kooperationsbeziehungen
National z. B. mit dem Lehrstuhl für Mikrosoziologie am Institut für
Soziologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, mit
der Sektion „Biographieforschung" in der Deutschen Gesellschaft für
Soziologie ([Link]
Seite 257
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und dem Zentrum für qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozial-
forschung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (http:/
/[Link]); international u. a. mit Kollegen an der School of So-
cial Sciences der University of Wales/Bangor und der Queen´s Uni-
versity in Belfast und mit Kolleginnen am Department of Social
Policy and Social Work an der Universität Helsinki.
Wissenschaftliche Tagungen
z. B. Koordination und Leitung der Jahrestagung der Sektion Biogra-
phieforschung in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zum
Thema „Analyse, (Selbst-)Reflexion und Gestaltung professioneller
Arbeit. Der Beitrag der sozialwissenschaftlichen Biographiefor-
schung und anderer interpretativer Forschungsansätze", die vom
24. bis zum 26.5.2002 an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
stattfand
Forschungsprojekte
Ablaufstrukturen, Prozesse der Erkenntnisbildung und wiederkehrende Erkennt-
nisprobleme in Fallbesprechungen von Sozialarbeitern und -pädagogen"
Projektleitung: Das Projekt konzentriert sich darauf, wie Praktiker/innen der Sozia-
Prof. Dr. Gerhard Riemann len Arbeit in unterschiedlichen Handlungsfeldern dabei vorgehen,
Stichwörter: sich untereinander über ihre „Fälle" und ihre Fallarbeit zu verstän-
Interaktionsanalyse; Ana-
lyse professionellen Han- digen. Dabei geht es darum, in der Fokussierung auf Einzelfallmate-
delns; Falldiskurs rialien, d .h. Transkriptionen von Fallbesprechungen, und in ihrer
Laufzeit: 1.1.1999 - vergleichenden Betrachtung (in Orientierung an der von Glaser und
31.12.1999 Strauss entwickelten Frorschungsstrategie der „Grounded Theory")
Förderer:
herauszuarbeiten, •welche sequentiellen Strukturen in diesem Dis-
Universität Bamberg
kurstyp immer wieder anzutreffen sind und welche Varianten mög-
lich sind; •welche praktischen Problemstellungen (der
Erkenntnisbildung, Entscheidungsfindung, moralischen Entlastung
und Legitimation) in Fallbesprechungen - wie - bearbeitet werden
und •welche Erkenntnisbarrieren und -probleme in Frallbesprechun-
gen - wie - erzeugt werden, die mit potentiell schwerwiegenden Fol-
gen für die Arbeit mit Klienten verbunden sind. Das Projekt hat
Implikationen für die Ausbildung angehender Sozialpädagogen/in-
nen und für das professionelle Projekt der sozialen Arbeit insge-
samt. Es kommt in Zukunft immer mehr darauf an, die eigene
berufliche Praxis fallanalytisch-ethnographisch und unter Rückgriff
auf unterschiedliche Traditionen der interpretativen Sozialforschung
„unter die Lupe zu nehmen" und transparent zu machen und da-
durch selbstkritisch auf Fehlerquellen hin zu durchleuchten
Seite 258
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Einblicke in die Interaktionsgeschichte von Sozialarbeitern und ihren Klienten(fa-
milien) in einer gesellschaftlichen und kulturellen Umbruchsituation - Fallanaly-
sen am Beispiel von Nord-Wales
Projektleitung: Während des letzten Jahrzehnts hat sich in den Sozialwissenschaf-
Prof. Dr. Gerhard Riemann ten in Deutschland ein großes Interesse an professionsanalytischen
Stichwörter: Fragestellungen entwickelt - u. a. an der Aufdeckung von unaufheb-
Arbeitsanalysen; Erzähl-
forschung; Sozialarbeit; baren Problemstellungen, die für professionelle Arbeit charakteri-
Wales stisch sind (Stichwort: professionelle Paradoxien). In diesem
Laufzeit: 1.1.2001 - Zusammenhang sind eine Reihe von grundlagentheoretischen und
31.12.2002 empirischen Arbeiten entstanden, die sich - in der Tradition der qua-
Förderer:
litativen Professions- und Arbeitsanalysen der Chicagoer Soziologie
Universität Bamberg
(Everett Hughes) und des Symbolischen Interaktionismus (z. B. An-
selm Strauss) - darum bemüht haben, derartige Problemstellungen
und die Art ihrer Bearbeitung in verschiedenen Bereichen der Sozia-
len Arbeit aufzudecken (vgl. Riemann 2000).
Das Sondierungsprojekt schließt an die gerade erwähnte Studie an,
indem (auf der Basis von interaktionsgeschichtlich-narrativen Inter-
views) exemplarisch Fallanalysen zu längerfristigen Interaktions-
prozessen von Professionellen und ihren Klienten durchgeführt
werden - und zwar in Nord-Wales. Eine explorative Studie zur Sozi-
alarbeit in dieser Region ist insbesondere deshalb reizvoll, um zum
einen Einblicke in die Praxis und die Rahmenbedingungen der briti-
schen Sozialarbeit zu gewinnen, die über einen langen Zeitraum
eine Vorbildfunktion für das Professionalisierungsprojekt der Sozial-
arbeit im internationalen Maßstab hatte, und um zum anderen die
Komplexität sozialarbeiterischer Problemstellungen unter Bedin-
gungen eines radikalen gesellschaftlichen und kulturellen Verände-
rungsprozesses (im Zuge des Programms des "devolution") zu
entdecken.
Projektunabhängige Publikationen
1. Riemann, Gerhard: "Na0XX wenigstens bereitete sich da wieder was in meiner Krankheit vor".
Zum Umgang psychiatrischer Patienten mit übermächtigen Theorien, die ihr eigenes Selbst
betreffen . In: Kohli, Martin ; Robert, Günther (Hrsg.) : Biographie und soziale Wirklichkeit.
Neue Beiträge und Forschungsperspektiven. Stuttgart : Metzler, 1984, S. S.118-141. -
ISBN 3-476-00548-8
2. Riemann, Gerhard: Einige Anmerkungen dazu, wie und unter welchen Bedingungen das Ar-
gumentationsschema in biographisch-narrativen Interviews dominant werden kann .
In: Soeffner, Hans-Georg (Hrsg.) : Sozialstruktur und soziale Typik (21. Deutscher Sozio-
logentag (Sektion "Sprachsoziologie") Dortmund 1984). Frankfurt/New York : Campus,
1986, S. S.112-157. - ISBN 3-593-33563-8
3. Riemann, Gerhard: Das Fremdwerden der eigenen Biographie. Narrative Interviews mit
psychiatrischen Patienten . München : Wilhelm Fink Verlag, 1987. - 512 Seiten. ISBN 3-
7705-2396-2
4. Riemann, Gerhard ; Schütze, Fritz: "Trajectory" as a Basic Theoretical Concept for Analy-
zing Suffering and Disorderly Social Processes . In: Maines, David (Hrsg.) : Social Organi-
zation and Social Process. Essays in Honor of Anselm Strauss. Hawthorne, N.Y. : Aldine de
Gruyter, 1991, S. S.333-357. - ISBN 0-202-30390-X
5. Riemann, Gerhard ; Reim, Thomas: Die Forschungswerkstatt. Erfahrungen aus der Arbeit
mit Studentinnen und Studenten der Sozialarbeit/Sozialpädagogik und der Supervision .
Seite 259
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
In: Jakob, Gisela ; von Wensierski, Hans-Jürgen (Hrsg.) : Rekonstruktive Sozialpädagogik.
Konzepte und Methoden sozialpädagogischen Verstehens in Forschung und Praxis. Wein-
heim und München : Juventa, 1997, S. S. 223-238. - ISBN 3-7799-1206-6
6. Riemann, Gerhard: Ein Blick von innen - ein Blick von außen. Überlegungen zum Studium
der Sozialarbeit/Sozialpädagogik . In: Kirsch, Regina ; Tennstedt, Florian (Hrsg.) : Enga-
gement und Einmischung. Festschrift für Ingeborg Pressel zum Abschied vom Fachbereich
Sozialwesen der Universität Gesamthochschule Kassel. Kassel : Gesamthochschul-Biblio-
thek Kassel, 1999, S. S. 71-85. - ISBN 3-88122-979-5
7. Riemann, Gerhard: Die Arbeit in der sozialpädagogischen Familienberatung. Interaktions-
prozesse in einem Handlungsfeld der sozialen Arbeit . Weinheim und München : Juventa,
2000. - 360 Seiten. ISBN 3-7799-1212-0
8. Riemann, Gerhard ; Frommer, Jörg ; Marotzki, Winfried: Thementeil "Qualitative Bera-
tungsforschung" . In: Zeitschrift für Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung
(2000), Nr. 2, S. -
9. Riemann, Gerhard: Anmerkungen und Überlegungen zur quantitativen Beratungsforschung
. In: Zeitschrift für Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung (2000), Nr. 2,
S. 1-9
10. Riemann, Gerhard: Biographien verstehen und mißverstehen - Die Komponente der Kritik
in sozialwissenschaftlichen Fallanalysen des professsionellen Handelns . In: Kraul, Margret
; Marotzki, Winfried ; Schweppe, Cornelia (Hrsg.) : Biograhie und Profession. Bad
Heilbrunn : Klinkhardt, 2002, S. 165-196.
11. Riemann, Gerhard: Zugzwänge des Erzählens . In: Bohnsack, Ralf ; Meuser, Michael ; Ma-
rotzki, Winfried (Hrsg.) : Handbuch Qualitativer Sozialforschung. Opladen : Leske & Bud-
rich, 2003, S. 167.
12. Riemann, Gerhard: Narratives Interview . In: Bohnsack, Ralf ; Meuser, Michael ; Marotzki,
Wilfried (Hrsg.) : handbuch Qualitative Sozialforschung. Opladen : Leske & Budrich, 2003,
S. 120-122.
13. Riemann, Gerhard: Forschungswerkstatt . In: Bohnsack, Ralf ; Meuser, Michael ; Marotzki,
Winfried (Hrsg.) : Handbuch Qualitative Sozialforschung. Opladen : Leske & Budrich, 2003,
S. 68-69.
14. Riemann, Gerhard: Fallananalyse in der Sozialen Arbeit . In: Bohnsack, Ralf ; Meuser, Mi-
chael ; Marotzki, Winfried (Hrsg.) : Hauptbegriffe Qualitativer Sozialforschung. Opladen :
Leske & Budrich, 2003, S. 59.
15. Riemann, Gerhard: A Joint Project Against the Backdrop of a Research Tradition: An Intro-
duction to "Doing Biographical Research" . In: Forum Qualitative Sozialforschung/Forum:
Qualitative Social Research (On-line Journal) 4(3) (2003), S. -
16. Riemann, Gerhard: Erzählanalyse . In: Bohnsack, Ralf ; Meuser, Michael ; Marotzki, Win-
fried (Hrsg.) : Hauptbegriffe Qualitativer Sozialforschung. Opladen : Leske & Budrich,
2003, S. 45-48.
17. Riemann, Gerhard: Doing Biographical Research . In: Forum Qualitative Sozialforschung/
Forum Social Research (On-line Journal) 4(3) (2003), S. -
18. Riemann, Gerhard: Chigagoer Schule . In: Bohnsack, Ralf ; Meuser, Michael ; Marotzki,
Wilfried (Hrsg.) : Hauptbegriffe Qualitativer Sozialforschung. Opladen : Leske & Budrich,
2003, S. 26-29.
19. Riemann, Gerhard: Die Befremdung der eigenen Praxis . In: Hanses, Andreas (Hrsg.) : Bio-
graphie und Soziale Arbeit. Institutionelle und biographische Konstruktionen von Wirklich-
keit.. Baltmannweiler : Schneider Verlag Hohengehren, 2004, S. 190-208.
Seite 260
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Angewandte Informatik in der Sozialen Ar-
beit (Sozialinformatik)
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96052 Bamberg
Tel.: 0951/863-2041 Fax.: 0951/863-5041
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Harald Mehlich
Forschungsschwerpunkte
Electronic Government (eGovernment), virtuelle Organisationen im
öffentlichen Dienst, Fachanwendungssysteme im Sozialwesen
Kooperationsbeziehungen
-Universität Dortmund - Lehrstuhl Technik und ihre Didaktik, Orga-
nisationspsychologie, Hochschuldidaktisches Zentrum und Lehr-
stuhl für Softwaretechnologie --Zentrum für Angewandte
Sozialforschung und Praxisberatung, Bielefeld
Wissenschaftliche Tagungen
Februar 2004: Auftaktworkshop zum Forschungsprojekt Kovius
Forschungsprojekte
Virtuelle Unternehmens- und Arbeitsstrukturen im Kommunalbereich
Projektleitung: 1. Projektziel
Prof. Dr. Harald Mehlich
Beteiligte: Gesamtziel des Projektvorhabens ist die Erschließung virtueller Un-
Dipl.-Soz. Jürgen Postler ternehmens- und Arbeitsstrukturen, die sich bisher im Kommunal-
Bernd Hofmann, M.A. bereich zwischen öffentlichen Verwaltungen und privaten
Dipl.-Soz. Alexander Dienstleistern entwikkelt haben.
Schmid
Stichwörter: 2. Vorgehensweise
Electronic Government;
eGovernment; virtuelle
Da virtuelle Unternehmen bei öffentlichen Dienstleistungen weitge-
Organisationen; Verwal- hend ein Dunkelfeld darstellen, besteht eine zentrale Zielsetzung
tungskooperation der Untersuchung darin, Verbreitungsgrad und Formen virtueller
Laufzeit: 1.11.2003 - Unternehmensstrukturen im öffentlichen Bereich möglichst flächen-
31.10.2005 deckend zu ermitteln. Hierfür ist eine quantitativ orientierte Felder-
Förderer:
Bundesministerium für Bil- schliessungsstudie vorgesehen, die als Online-Befragung über das
dung und Forschung Internet durchgeführt wird.
(BMBF) Dies vermittelt Aufschluß über Formen und Verbreitungsgrad virtu-
Mitwirkende Institutio-
nen: eller Arbeitsstrukturen im Kommunalbereich und mündet in eine Ty-
Deutsches Zentrum für pologie entsprechender Ansätze. Daraus ergeben sich Grundlagen
Luft- und Raumfahrt (DLR) für nachfolgende Detailstudien ausgewählter Fallbeispiele. Mit Hilfe
in der Helmholtz-Gemein- qualitativ orientierter Fallstudien wird das Ziel verfolgt, Gestal-
schaft
tungspotentiale bei Arbeitsprozessen in virtuellen Unternehmen zu
erschließen. Dabei werden unterschiedliche Typen virtueller Unter-
nehmen einbezogen, wobei u.a. an folgende Felder zu denken ist:
ressortübergreifende Produktion von Sozialleistungen, Verbund-
strukturen zur Wahrnehmung von Verwaltungsakten, Betrieb regio-
naler Internetportale, kommunales Content-Providing.
Seite 261
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Mehlich, Harald: Electronic
0XXGovernment. Die elektronische Verwaltungsreform Grundlagen
- Entwicklungsstand - Zukunftsperspektiven . 1. Aufl. Wiesbaden : Gabler, 2002. - 343 Sei-
ten. ISBN 3409122958
Seite 262
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Pädagogik/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Der Bereich wird zur Zeit durch folgende Professuren vertreten:
Professur für Pädagogik I/FH
Professur für Soziale Arbeit (insbes. Sozialpädagogik )/FH
Bereich Politik/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Der Bereich wird zur Zeit durch folgende Professuren vertreten:
Professur für Soziale Arbeit (insb. Politik- und Wirtschaftswissenschaft) FH
Professur für Politologie/FH
Professur für Politologie/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2023 Fax.: 0951/863 2003
Leitung: Vertretung des Faches 2.3.1 "Politologische und wirtschaftswissen-
Prof. Dr. Wulf Bott schafliche Grundlagen der Sozialen Arbeit". Neben einer allgemei-
nen Einführung in die Politik- und Wirtschaftswissenschaften stehen
im Vordergrund die für die Soziale Arbeit wichtigen Bereiche:
Sozialpolitik
Kommunalpolitik
Bildungspolitik
sowie die Probleme der Finanzierung der Sozialen Arbeit aus Bun-
des-, Landes- und kommunalen Mitteln.
Im Fach 3.4 "Organisationslehre der Sozialen Arbeit" wird "Kommu-
nale Sozialplanung" vertreten.
Eine weitere Aufgabe ist die Leitung des Studienschwerpunktes "Ju-
gendarbeit".
Forschungsschwerpunkte
Kommunale Sozialplanung, insbesondere Jugendhilfe- und Altenhil-
feplanung. Dazu gehören zahlreiche Praxisprojekte in Bayern.
Bis Juni 2005 Leitung eines aus EU-Mitteln gefördertes Projektes
"Integrationshilfen für jugendliche Aussiedler und Aussiedlerinnen"
Seite 263
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Soziologie/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Der Bereich wird zur Zeit durch folgende Professuren vertreten:
Professur für Soziologie I/FH
Professur für Soziologie II/FH
Professur für Soziologie I/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2007
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Gudrun Cyprian
Forschungsschwerpunkte
• Familienforschung
• Sozialer Raum und soziale Arbeit
• Armut
• Migration
Wissenschaftliche Tagungen
Fachforum: Integrationskurse im kommunalen Raum
am 5. November 2003 an der Universität Bamberg, Eine gemeinsa-
me Veranstaltung des Ausländerbeirates der Stadt Bamberg, des
europäischen forums für migrationsstudien (efms), des Fachberei-
ches Soziale Arbeit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und des
Migrationssozialdienstes der Arbeiterwohlfahrt
Forschungsprojekte
Orientierungskurse für Zuwanderer - eine Modellmaßnahme
Projektleitung: Orientierungskurse für Zuwanderer sind ein Teil der neuen geplan-
Prof. Dr. Gudrun Cyprian ten Integrationsmaßnahmen des Zuwanderungsgesetzes. Einige
Beteiligte: Großstädte haben bereits Erfahrungen mit solchen Orientierungs-
Dipl. Germ. Doris Peter-
sen-Patsiadas kursen, die den neuen Zuwanderern in eine Region nach einem vor-
Laufzeit: 1.5.2003 - angestellten Sprachkurs Orientierungshilfen gibt für das Leben in
31.3.2004 Deutschland. Experimentiert wird in diesen Kursen vor allem mit der
Förderer: Zusammensetzung der einzelnen Kurse, dem konzeptionellen di-
DAAD
daktischen Grundverständnis, den Zugangswegen zu den Angebo-
ten, den Themen und den nach- und beigeordneten Beratungs-
angeboten. In diesem Projekt wurden die Ergebnisse der verschie-
denen laufenden Orientierungskurse in deutschen Städten vergli-
chen und daraus ein Kurs entwickelt, der in Bamberg in vier
Varianten praktikziert und dann wieder intensiv evaluiert wurde. Die
Seite 264
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Besonderheit des Bamberger Kurses war ein sehr starker lokaler Be-
zug der Inhalte, ein professionelles didaktisches Konzept mit spezi-
fischen Unterrichtsmaterialien, die Durchführung durch eine
Fachfrau mit einer Ausbildung in „Deutsch für Ausländer"und der
Einbezug zusätzlicher Professioneller in den Kurs.
Sozialer Raum und Soziale Arbeit
Projektleitung: In diesem Projekt wird eine virtuelle Lehrveranstaltung vorbereitet,
Prof. Dr. Gudrun Cyprian die mit ihrer Modulstruktur Kombinationsöglichkeiten für zwei Lehr-
Prof. Dr. Frank Früchtel veranstaltungen zu unterschiedlichen Disziplinen (Soziologie und
Dr. Veronika Hammer,
Dipl.-Soziologin, Dipl.-So- Theorien der Sozialen Arbeit) erlaubt. Das didaktische Konzept zielt
zialpädagogin auf einen hohen Grad an Interaktivität durch Vertiefungstexte, Bil-
Stichwörter: der, Szenarien, Flash-Animationen, Übungen, Downloads, Links, Fo-
Sozialraumorientierung; ren, Kurztests usw. Die Inhalte umfassen eine Einführung in
Soziale Stadt; virtuelle
grundlagende Konzepte zum sozialen Raum, eine Diskussion der
Hochschule
Laufzeit: 1.6.2004 - theoretischen Grundlagen der Sozialraumorientierung und Techni-
31.3.2005 ken der Ressourcenmobilisierung. Zwei große Anwendungsbeispie-
Förderer: le, sozialintegrative Stadtteilentwicklung und Umbauprojekte der
virtuelle hochschule bay- Jugendhilfe, greifen innovative Entwicklungslinien der Sozialen Ar-
ern (vhb)
Mitwirkende Institutio-
beit auf und liefern einen Beitrag zu neuen Ansätzen lokaler Steue-
nen: rung und Partizipation
staatl. FH Nürnberg,
evang. FH Nürnberg, FH
München, FH Landshut, FH
Coburg, kath. FH Berlin,
Humboldt-Universität Ber-
lin, Universität Essen
Wissenschaftliche Begleitung der Ausbildung „Interkulturelle Mediation" im Auf-
trag des StaMAS, München, für das bayerische Modell „Netzwerk Interkulturelle
Mediation, Nürnberg"
Projektleitung: In diesem Projekt wurde ein 18 monatiger Modellkurs für Professio-
Prof. Dr. Gudrun Cyprian nelle aus dem Sozialen Bereich wissenschaftlich begleitet und aus-
Prof. Dr. Wilfried Hose- gewertet. Der Weiterbildungskurs „Interkulturelle Mediation" sollte
mann
Laufzeit: 1.10.2000 - künftige Beratungstandems von deutschen und nicht-deutschen So-
31.10.2002 zialarbeiterInnen qualifizieren, innerhalb des neu geschaffenen Mo-
Förderer: dells „Netzwerks Interkulturelle Mediation, Nürnberg" Konflikte von
Staatsministerium für Ar- Bürgern untereinander, zwischen Gruppen oder mit Institutionen
beit und Sozialordnung
mit den Konfliktbeteiligten zu bearbeiten und zu lösen. Die wissen-
Mitwirkende Institutio-
nen: schaftliche Begleitung umfasste eine Struktur-, Programm-, Pro-
Stadt Nürnberg, Auslän- zess- und Ergebnisevaluation. In jedem der vier Kursmodule
derbeirat Nürnberg wurden die Erwartungen und Urteile der KursteilnehmerInnen er-
fasst und die Auswertung direkt in die Kurse zurückgemeldet. Eine
ausführliche Ergebnisevaluation wurde mit den TeilenhmerInnen in
einem Workshop diskutiert. Ergänzt wurden die Erhebungen durch
Interviews mit den Trägern des Kurses und der Modellmaßnahme,
mit den KursleiterInnen und der Konzeptverantwortlichen. Ein
Hauptergebnis waren durchgängige Differenzen zwischen den Urtei-
len der deutschen und der nicht-deutschen Kursteilnehmerinnen
über die Angemessenheit der behandelten Themen, die Gruppendy-
namik und den Kompetenzzuwachs.
Seite 265
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Cyprian, Gudrun: Einschätzung
0XX der Familiensituation aus soziologischer Sicht: Beschrei-
bung aktueller Entwicklungstendenzen . In: Bundesarbeitsgemeinschaft Katholischer Fami-
lienbildungsstätten (Hrsg.) : Politisches Engagement Katholischer Familienbildungsstätten.
Düsseldorf : -, 2002, S. -.
2. Cyprian, Gudrun ; Frey, Hans-Peter ; Heckmann, Friedrich (Hrsg.): Soziologie für Erzie-
hungs- und Sozialberufe . 9. Aufl. München : -, 2002
3. Cyprian, Gudrun ; Pablo-Dürr, Marissa: Zur Lebenslage von Migrantinnen: Restriktionen
und Spielräume . In: Hammer, Veronika ; Lutz, Ronald (Hrsg.) : Weibliche Lebenslagen und
soziale Benachteiligung. Theoretische Ansätze und empirische Beispiele. Frankfurt/New
York : -, 2002, S. -.
4. Cyprian, Gudrun: Armut, Soziale Gerechtigkeit und Soziale Arbeit . In: Hosemann, Wilfried
; Trippmacher, Brigitte (Hrsg.) : Soziale Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Grundlagen der
Sozialen Arbeit. Bd. 8. Hohengehren : Schneider, 2003, S. -.
5. Cyprian, Gudrun ; Heimbach-Steins, Marianne (Hrsg.): Familienbilder. Interdisziplinäre
Sondierungen . Opladen : Leske & Budrich, 2003
6. Cyprian, Gudrun: Gesellschaft, Erziehung und Eltern heute . In: Schriften Bündnis für Fa-
milie (2003), Nr. 3, S. -
Seite 266
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Soziologie II/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2013
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Stuttgart, Er-
Prof. Dr. Hans-Peter Frey langen und Nürnberg. Postgraduate Studium in den USA.
Forschungsprojekte an einem DFG-Sonderforschungsbereich, Habi-
litation für das Fach Soziologie, seit 1980 am Fachbereich Soziale
Arbeit
Forschungsschwerpunkte
Gewaltprävention an Schulen
Forschungsprojekte
Entwicklung und Erprobung eines Unterrichtsprogramms zur Gewaltprävention
an einer Förderschule (4./5. Klasse)
Projektleitung:
Prof. Dr. Hans-Peter Frey
Laufzeit: 1.1.2003 -
31.12.2004
Entwicklung und Erprobung eines Unterrichtsprogramms zur Gewaltprävention
an einer Förderschule (7./8. Klasse)
Projektleitung:
Prof. Dr. Hans-Peter Frey
Laufzeit: 1.1.2004 -
31.12.2005
Gewaltprävention und Schulklima
Projektleitung: Eine empirische Fallstudie an einer Hauptschule
Prof. Dr. Hans-Peter Frey
Beginn: 1.1.2001
Bereich Recht/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Der Bereich wird zur Zeit durch folgende Professuren vertreten:
Professur für Recht I/FH
Professur für Recht der Sozialen Arbeit, insb. Recht der Sozialen Sicherung, Sozialhilferecht, Mi-
grationsrecht und Berufsrecht für Sozialarb./Sozialpäd./FH
Seite 267
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Medizin/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Im Bereich Medizin werden medizinische Aspekte Sozialer Arbeit unterrichtet. Dazu gehören
biologische, psychische und soziale Hintergründe von Gesundheit, Krankheit und Behinderung,
Möglichkeiten zur Teilhabe von chronisch kranken oder in ihren Aktivitäten eingeschränkten
Menschen, Maßnahmen im Zusammenhang mit Prävention und Gesundheitsförderung sowie
ethische Aspekte in der Medizin.
Forschungsschwerpunkte
Sucht und Drogen
Behinderung und Teilhabe
Kooperationsbeziehungen
Groupe Pompidou (Europaratgremium)
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Duisburg -
Essen
Bayerische Akademie für Suchtfragen
Zugeordnete Einrichtungen
Professur für Medizin (Sozialmedizin)/FH
Professur für Medizin (Sozialmedizin) /FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2045 Fax.: 0951/863 2044
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Professur Medizin ist die einzige Professur in diesem Bereich. Im
Prof. Dr. Jörg Wolstein Rahmen der für den Bereich Medizin genannten Inhalte sind die
Projektmitarbeiterin Schwerpunkte der Professur die Soziale Arbeit mit psychisch Kran-
Virtuelle Hochschule
Bayern: ken und Suchtkranken, sowie die Soziale Arbeit mit Behinderten.
Dipl.-Sozialpäd. (FH) Hei- Zusätzlich werden praktische Übungen insbesondere zur Beratung
ke May durchgeführt. Jedes Semester findet schließlich ein Seminar zu The-
men aus Grenzgebieten der Medizin und Sozialen Arbeit statt.
Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte: siehe Bereich Medizin
Aktuelle Forschungsarbeiten: •Beziehung zwischen gesundheitsbe-
zogener Lebensqualität und Integration bei Migranten aus der GUS
(Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge) •Bar-
riere-freies Webdesign und Behinderung unter medizinischen und
psychosozialen Aspekten •Standards in der psychosozialen Versor-
gung von opiatabhängigen Frauen in der Schwangerschaft und nach
der Geburt (Finanzierung durch die Forschungsmittel der Uni Bam-
berg) •Wissenschaftliche Evaluation der bundesweiten Fortbil-
dungsmaßnahme zur Drogenerkennung im Straßenverkehr durch
das Bundesamt für Straßenwesen (Bundesanstalt für Straßenwe-
sen, BASt) •Prävention des Tabakrauchens
Seite 268
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Evaluation des Programms "Drogenerkennung im Straßenverkehr" der Bundes-
anstalt für Straßenwesen
Stichwörter: Fragestellung: Ein seit 1997 von den Innenministern der Länder ein-
Drogen, Straßenverkehr, gesetztes Fortbildungsprogramm der Bundesanstalt für Straßenwe-
Fortbildung, Polizei sen wurde auf seine Prozeß- und Ergebnisqualität überprüft.
Laufzeit: 1.6.2002 -
31.7.2004 Methodik: Es wurde eine Befragung von insgesamt etwa 500 Perso-
Förderer: nen mit qualitativen und quantitativen Untersuchungstechniken
Bundesanstalt für Stra- durchgeführt. Ergebnis: Das Programm wurde insgesamt als erfolg-
ßenwesen, Bergisch Glad- reich eingestuft, Verbesserungsvorschläge im Detail beschrieben.
bach
Mitwirkende Institutio-
nen:
hed Unternehmensbera-
tung, München
Primärprävention mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und Angehörigen
Stichwörter: In der vorliegenden Untersuchung soll geklärt werden, wie sich der
Migration, GUS, Präventi- Migrationsprozess auf die Gesundheit und Lebensqualität von Men-
on schen aus der GUS auswirkt. Die Erkenntnisse aus dieser Untersu-
Beginn: 1.8.2003
Förderer: chung dienen der Verbesserung von gezielten Präventionsprogram-
Bundesamt für die Aner- men, wie sie in dem hier begleiteten Projekt angeboten werden.
kennung ausländischer
Flüchtlinge
Psychosoziale Standards bei der Versorgung von Neugeborenen mit intrauteriner
Opiatexposition
Projektleitung: Umfrage an allen süddeutschen Kinderkliniken zu den jeweils ge-
Prof. Dr. Jörg Wolstein bräuchlichen Standards der Betreuung von Neugeborenen von opia-
Stichwörter: tabhängigen Müttern. Medizinische Standards sind die Regel,
Neugeborene; Drogen;
Kinderklinik psychosoziale Standards die Ausnahme.
Laufzeit: 1.7.2002 -
30.9.2003
Förderer:
Universität Bamberg FNK
Publikationen
1. Reymann, G ; Gastpar,0XX
M ; Tretter, F ; Hähnchen, A ; Köhler, W ; Poehlke, T ; Wolstein,
Jörg: Akutbehandlung bei Störungen durch Opioide. . In: Sucht 48 (2002), S. 245-264
2. Wolstein, Jörg: Die Vernetzung der Versorgung opiatabhängiger Schwangerer. .
In: Nervenarzt 69 S2 (2003), S. 268
Projektunabhängige Publikationen
1. Wolstein, Jörg ; Grohmann,
0XX R ; Rüther, E ; Hippius, H: Antipsychotic drugs and venous
thromboembolism . In: Lancet 356 (2000), S. 252
2. Wolstein, Jörg: Zur Beeinflussung der Lebensqualität opiatabhängiger Menschen durch ver-
schiedene Substitutionssubstanzen. . In: Westermann, B ; Jellinek, C ; Bellmann, G (Hrsg.)
: Substitution: zwischen Leben und Sterben.. Weinheim : Beltz, 2001, S. 145-152.
Seite 269
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Wolstein, Jörg: Differential indications for the use of the various substitution products and
their therapeutic dosage . In: The Pompidou Group (Hrsg.) : Development and improve-
ment of substitution programmes.. Strasbourg : Council of Europe Publishing, 2002,
S. 119-136.
4. Wolstein, Jörg: Qualitätsverbesserung durch klinische Forschung Phase III . In: Gastpar, M
; Müller, WE (Hrsg.) : Depressionen. Versorgungsstrukturen und Behandlungsperspekti-
ven.. Belin, Heidelberg : Springer, 2002, S. 71-80.
5. Bender, S ; Linka, T ; Wolstein, Jörg: Safety and efficacy of combined clozapine lithium
pharmacotherapy. . In: Int J Neuropsychopharmacol (2004), S. 59-63
Bereich Psychologie/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Der Bereich wird zur Zeit durch folgende Professuren vertreten:
Professur für Psychologie I/FH
Professur für Psychologie II/FH
Seite 270
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Philosophie/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Der Bereich wird zur Zeit durch folgende Professur vertreten:
Professur für Ethik , Theorie- und Praxisentwicklung in der Sozialen Arbeit/FH
Professur für Ethik , Theorie- und Praxisentwicklung in
der Sozialen Arbeit/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2033
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Professur "Ethik, Theorie und Praxisentwicklung der Sozialen Ar-
Prof. Dr. Frank Früchtel beit" ist für Lehre und Forschung in den Bereichen Werte und Nor-
Projektmitarbeiterin men, Theorie und Handlungslehre der Sozialen Arbeit zuständig.
Virtuelle Hochschule
Bayern: Aufgrund dieses umfassenden Spektrums an fachlicher Zuständig-
Dr. Veronika Hammer, keit für das Gebiet der Sozialen Arbeit orientiert sich die Lehre an
Dipl.-Soziologin, Dipl.-So- einem modularen Prinzip: Zentrale Fachdiskurse und Themen (wie
zialpädagogin zum Beispiel "Finanzierungslogiken" oder "Bürgerkommune") wer-
den jeweils auf den Ebenen Ethik, Theoriebildung und methodisches
Handeln bzw. technische Realisation in der Praxis bearbeitet.
Forschungsschwerpunkte
A) Sozialraumorientierung und sozialraumbezogene Finan-
zierungssysteme in der Jugendhilfe
In den folgenden Praxisforschungs- und Organisationsentwicklungs-
projekten:
1. Umbau der Jugendhilfe und der Neuorganisierung der Jugendhil-
feverwaltung:
a) Stadt Rosenheim
b) Stadt Mannheim
c) Landeshauptstadt Stuttgart
d) Landkreis Nordfriesland
2. Analyse und Optimierung der Hilfeplanung. Praxisforschung mit
den Jugendämtern der Städte Bamberg und Forchheim
3. Regelprojekt: Benchmarking Sozialraumorientierung in bundes-
deutschen Großstädten
B) Family Group Conferencing (Praxisforschungsprojekt mit
Children, Youth and Family Service, New Zealand)
Kooperationsbeziehungen
1. Internationale Projekte und Praxiskooperationen mit den fol-
genden Einrichtungen und Trägern:
Kapiti Welcome Trust (Neuseeland): Internetbasierte Hilfeplanung
Kapiti Children Centre (Neuseeland): Lebensweltorientierung in der
Kindertagesbetreuung
Seite 271
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Ministry of Community Development and Sports (Singapur): "Per-
formance Based Funding" und "Restructuring of Family Service
Centres"
Beyond Social Services (Singapur): Anti-Delinquency Programming
National Youth Centre (Singapur): Streetwise Programme Evaluati-
on
2. Nationale Praxiskooperationen im Rahmen von Beratung und
Fortbildung in Bezug auf Konzepte der Neuen Steuerung und Sozi-
alraumorientierung mit den folgenden Städten, Landkreisen und
Trägern:
Stadt Bamberg
Landeshauptstadt München
Stadt Forchheim
Landkreis Coburg
Stadt und Landkreis Hildesheim
Diözesancaritasverband Bamberg, Mainz, München-Freising
Sozialdienst Katholischer Frauen Bamberg
Kinderschutzbund Coburg und Rosenheim
Landesjugendhilfeausschuss Schleswig-Holstein
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge
EREV (Evang. Erziehungsverband) Berlin-Brandenburg
Wissenschaftliche Tagungen
• Fachtagung mit Richtern aus der Provinz Tianjin / VR China zum The-
ma Jugendstrafvollzug in der JVA Ebrach
• Fachtag mit Hochschullehrern und leitenden Beamten der Sozialver-
waltung aus der Provinz Hunan / VR China zum Thema Sozialstruktur
der BRD und Soziale Grundsicherung
• Fachtag mit Berufsschuldirektoren aus Kanton zum Thema "Schnitt-
stelle zwischen dualem System und Sozialarbeit in der BRD - Erfah-
rungen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten
• Fachtagung der bayerischen Diözesanreferenten für Gemeindecari-
tas zum Thema Lebensraumorientierte Soziale Arbeit im Fachdienst
Gemeindecaritas
Forschungsprojekte
Analyse und Optimierung der Hilfeplanung
Projektleitung: Praxisforschungsprojekt in Kooperation mit den Städten Mettmann,
Dipl.-Sozialarbeiter, Su- Bamberg und Forchheim zur Optimierung von Hilfeplanungsprozes-
pervisor Wolfgang Budde sen nach § 36 SGB VIII und Personalqualifizierung.
Prof. Dr. Frank Früchtel
Stichwörter:
Sozialraumorientierung;
Jugendhilfe; Hilfen zur Er-
ziehung; Erziehungshil-
fen; Hilfeplanung;
Jugendamt
Beginn: 1.4.2003
Förderer:
Städte Mettmann, Bam-
berg und Forchheim
Seite 272
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Budde, Wolfgang ; Früchtel,
0XX Frank ; Loferer, Andrea: Der Ressourcencheck in der Anwen-
dung . In: Sozialmagazin (2004), Nr. 6, S. 23-27
2. Budde, Wolfgang ; Früchtel, Frank: Flexibilisierung geht! Ein Plädoyer für maßgschneiderte
Arrangements . In: Blätter der Wohlfahrtspflege (2004), Nr. 3, S. 92-97
3. Budde, Wolfgang ; Früchtel, Frank ; Loferer, Andrea: Ressourcencheck. Ein strukturiertes
Gespräch über Stärken und was daraus zu machen ist . In: Sozialmagazin (2004), Nr. 6,
S. 14-22
Family Group Conferencing
Projektleitung: Praxisforschungsprojekt in Kooperation mit dem Landkreis Nord-
Prof. Dr. Frank Früchtel friesland, der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Children, Youth
Dipl.-Sozialarbeiter, Su- and Family Service, New Zealand.
pervisor Wolfgang Budde
Stichwörter: Einführung eines neuen Modells Sozialraumorientierter Hilfeplanung
Family Group Conferen- nach § 36 SGB VII
cing; Sozialraumorientie-
rung; Jugendhilfe; Hilfen
zur Erziehung; Erzie-
hungshilfen; Hilfeplanung;
Jugendamt
Beginn: 31.1.2004
Förderer:
Landkreis Nordfriesland,
Landeshauptstadt Stutt-
gart
Publikationen
1. Früchtel, Frank: Die Moral
0XXdes Verfahrens: Family Group Conferences als Alternative zum
Hilfeplangespräch . In: Forum Erziehungshilfen (2002), Nr. 2, S. -
2. Früchtel, Frank: Familienkonferenzen. Oder: Ein radikales Verständnis von Betroffenenbe-
teiligung . In: Sozialmagazin 28 (2003), Nr. 3, S. 12-21
Sozialer Raum und Soziale Arbeit
Projektleitung: Entwicklung eines virtuellen Vorlesungsmoduls
Prof. Dr. Gudrun Cyprian
Prof. Dr. Frank Früchtel
Dr. Veronika Hammer,
Dipl.-Soziologin, Dipl.-So-
zialpädagogin
Stichwörter:
Sozialraumorientierung;
Soziale Stadt; virtuelle
Hochschule
Beginn: 1.6.2004
Förderer:
Virtuelle Hochschule Bay-
ern
Seite 273
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Sozialraumorientierte und regionalisierte Jugendhilfe
Projektleitung: Organisationsentwicklungsprojekt zum Umbau der Jugendhilfe und
Dipl.-Sozialarbeiter, Su- der Neuorganisierung der Jugendhilfeverwaltung:
pervisor Wolfgang Budde
Prof. Dr. Frank Früchtel In einem mehrjährigen Prozess geht es darum, die Jugendhilfe der
Stichwörter: Stadt Rosenheim fundamental nach den Maximen sozialraumorien-
Sozialraumorientierung; tierter sozialer Arbeit umzugestalten. Beteiligt sind der öffentliche
Sozialraumbudget; Ju-
und sämtliche freien Träger der Hilfen zur Erziehung.
gendhilfe; Hilfen zur Erzie-
hung; Erziehungshilfen Im einzelnen wird entwickelt: Sozialraumorientierte Vision der Ro-
Beginn: 1.1.2003 senheimer Jugendhilfe, Sozialraumteams, Sozialraumbudgetie-
Förderer:
Stadt Rosenheim
rungssysteme, Hilfeplanungsverfahren, Finanz- und Fachcontrol-
ling, Qualitätssicherungssystem, Fallprototyping.
Publikationen
1. Früchtel, Frank ; Krieg-Rau,
0XX Christine ; Scheffer, Thomas: Eine neue Fachlichkeit und ihr
Finanzierungsinstrument. Budgetierung in den Hilfen zur Erziehung . In: Forum Erzie-
hungshilfen (2000), Nr. 3, S. 146-156
2. Früchtel, Frank ; Scheffer, Thomas: Experimentieren bis zur Serienreife. Prototyping als
Methodik zur Weiterentwicklung der Erziehungshilfen . In: Nachrichtendienst des DV
(2000), Nr. 6, S. 9-17
3. Früchtel, Frank (Hrsg.): Umbau der Erziehungshilfe . Weinheim und München : -, 2001
4. Budde, Wolfgang ; Früchtel, Frank: Sozialraumorientierung als Organisationskonzept .
In: DV (Hrsg.) : Handbuch der Sozialraumorientierung. Bd. Okt. - : -, 2004, S. -.
5. Früchtel, Frank: Regionalisierte und Sozialraumorientierte Jugendhilfe in Rosenheim (Visi-
on) . Rosenheim : -, 2003
Projektunabhängige Publikationen
1. Budde, Wolfgang ; Früchtel,
0XX Frank: Ein radikales Verständnis von Betroffenenbeteiligung in
der Hilfeplanung: Family-Group-Conferencing . In: Sozialmagazin 28 (2003), Nr. 4, S. -
2. Budde, Wolfgang ; Früchtel, Frank: Flexibilisierung geht! Ein Plädoyer für Konsequenz .
In: Blätter der Wohlfahrtspflege Juni (2004), S. -
3. Budde, Wolfgang ; Früchtel, Frank: Ressourcen-Check - Ein strukturiertes Gespräch über
Stärken . In: Sozialmagazin 29 (2004), Nr. 5, S. -
Seite 274
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Praxis-Ausbildung/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Der Bereich wird zur Zeit durch folgende Einrichtungen vertreten:
Praxisorientierte Ausbildung I/FH
Praxisorientierte Ausbildung II/FH
Praxisorientierte Ausbildung III/FH
Praxisorientierte Ausbildung IV/FH
Praxisorientierte Ausbildung I/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2036
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Wolfgang Budde, Diplom Sozialarbeiter, Supervisor DGSv.
Dipl.-Sozialarbeiter, Su-
pervisor Wolfgang Budde Koordination des Studienschwerpunkts „Familienhilfe" sowie der
Themenbereiche „Organisationslehre" und „Arbeitsfelder der Sozia-
len Arbeit"
Forschungsschwerpunkte
a) Flexibilisierung von Angebotsstrukturen in der Familienhilfe
Anwendungsforschung in Praxisprojekten (Flex) zum Einsatz von
Techniken der Ressourcenmobilisierung auf der Fall- und auf der
Feldseite in der Familienhilfe
b) Entwicklung von Techniken der Ressourenmobilisierung in der Er-
ziehungshilfe, insbesondere von
i) Konzepten der Steuerung von Prozessen der Erziehungshilfe bei
Zentralstellung der Variablen Wille, Kompetenz und Ressourcen der
Adressaten
ii) Entwicklung von Maßnahmen der Qualitätssicherung in der Fall-
arbeit in der Erziehungshilfe
iii) Entwicklung von Organisationsstrukturen in Kooperationen von
öffentlichen und freien Trägern in der Erziehungshilfe: Organisation,
Durchführung und Evaluation kooperativer Entscheidungsprozesse
sowie Modelle der Budgetfinanzierung
c) Regelprojekt: Benchmarking Sozialraumorientierung in bundes-
deutschen Großstädten (gemeinsam mit Prof. Dr. F. Früchtel)
Kooperationsbeziehungen
Kooperationsbeziehungen im Rahmen von Beratungen und Fortbil-
dungen mit Einrichtungen der Jugendhilfe in Bamberg und Rosen-
heim
Wissenschaftliche Tagungen
a) Hochschullehrern der Provinz Kanton/ VR China zum Thema „Er-
wachsenenbildung"
Seite 275
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
b) Leitenden Beamten der Provinz Hunan/ VR China zum Thema
„Soziale Sicherung"
c) "Flexibilisierung in der Familienhilfe" am Fachbereich Soziale Ar-
beit, 5/ 2003
d) Fachtagung für Diözesanreferenten der Gemeindecaritas in
Deutschland zum Thema „Ressourcenmobilisierung in der Gemein-
dearbeit"
Forschungsprojekte
Entwicklung von Techniken der Ressourenmobilisierung in der Erziehungshilfe
Projektleitung: Entwicklung von Techniken der Ressourenmobilisierung in der Erzie-
Dipl.-Sozialarbeiter, Su- hungshilfe, insbesondere von
pervisor Wolfgang Budde
Beginn: 1.1.2003 i)Konzepten der Steuerung von Prozessen der Erziehungshilfe bei
Zentralstellung der Variablen Wille, Kompetenz und Ressourcen der
Adressaten
ii) Entwicklung von Maßnahmen der Qualitätssicherung in der Fall-
arbeit in der Erziehungshilfe
iii) Entwicklung von Organisationsstrukturen in Kooperationen von
öffentlichen und freien Trägern in der Erziehungshilfe: Organisation,
Durchführung und Evaluation kooperativer Entscheidungsprozesse
sowie Modelle der Budgetfinanzierung
Flex
Projektleitung: Flexibilisierung von Angebotsstrukturen in den Familienhilfe Anwen-
Dipl.-Sozialarbeiter, Su- dungsforschung in Praxisprojekten zum Einsatz von Techniken der
pervisor Wolfgang Budde Ressourcenmobilisierung auf der Fall- und auf der Feldseite in der
Beginn: 1.1.2003
Familienhilfe
Regelprojekt
Projektleitung: Benchmarking Sozialraumorientierung in bundesdeutschen Groß-
Dipl.-Sozialarbeiter, Su- städten
pervisor Wolfgang Budde
Beginn: 1.1.2003
Seite 276
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Praxisorientierte Ausbildung II/FH
Anschrift: Kärntenstraße 7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2004
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Im Mittelpunkt der Lehr- und Forschungstätigkeit des Stelleninha-
Dipl.-Sozialpäd. (FH) Mi- bers steht die Frage nach Möglichkeiten der Förderung der gesell-
chael Helmbrecht schaftlichen Selbsthilfepotentiale durch Soziale Arbeit. Soziale
Arbeit wird als Disziplin und Beruf verstanden, welche in Forschung
und Praxis dazu beitragen kann, vorhandene zivilgesellschaftliche
Ressourcen und gesellschaftliche Selbsthilfepotentiale zu identifizie-
ren, deren Leistungsmöglichkeiten in mikro- und makrosozialen
Problemlösungsarrangements zu bestimmen, sie durch gezielte In-
terventionen zu fördern und Grenzen der Leistungskapazität der Ei-
genhilfe zu markieren.
Darüber hinaus werden gegenwärtig folgende Themen in Forschung
und Praxis bearbeitet:
Soziale Arbeit als zivilgesellschaftliche Akteurin
"Sozialkapital" - Theorien
Ideengeschichte der Sozialen Arbeit
"Thanato - Sozialarbeit": Soziale Arbeit mit Sterbenden
Arbeit mit älteren Menschen
Der Stelleninhaber ist gegenwärtig:
Beauftragter für die praktischen Studiensemester Koordinator der
Modularisierung des Studiums im Zuge der Umstellung auf BA-/MA-
Abschlüsse
Forschungsschwerpunkte
Bevorzugte Forschungs- und Anwendungsfelder der oben beschrie-
benen Grundperspektive sind die Arbeit mit Selbsthilfegruppen und
-initiativen, die Kooperation mit Volunteers in Freiwilligenorganisa-
tionen und in unterschiedlichen Handlungsfeldern der Sozialen Ar-
beit. In diesem Zusammenhang wurden eine Reihe von
bundesweiten Praxisprojekten (Freiwilligen-Zentren des Deutschen
Caritasverbandes, Modellprojekt Freiwilligendienste des Deutschen
Caritasverbandes) durchgeführt, ein eigenes Forschungs - und Pra-
xisprojekt "Selbsthilfebüro Bamberg" betrieben und regelmäßig
neue, kleinere Praxisprojekte initiiert (z.B. Freiwilligenmanagement
in einem Bamberger Altenheim, "Achtung und Toleranz" - ein Trai-
ningsprogramm für Jugendliche in Bamberger Jugendzentren).
Kooperationsbeziehungen
Stadt Bamberg: Moderierung der Altenhilfeplanung der Stadt Bam-
berg
Deutscher Caritasverband: Beratungsleistungen und Evaluation von
Modellprojekten auf Bundesebene
Diakonisches Werk Bayern: Fortbildungsangebote für Sozialarbeite-
rInnen in der Urkraine
Seite 277
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Fort-
bildungsangebote für SozialarbeiterInnen in der Slowakischen Re-
publik
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge: Fortbildungs-
angebote für SozialarbeiterInnen in der Slowakischen Republik
Kontakte zur Fakultät Soziale Arbeit der Polytechnischen Universität
Odessa
Seite 278
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2101 Fax.: 0951/863 2102
Dekan: Die 1997 gegründete Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften
Prof. Dr. Sebastian (SpLit) ist mit knapp 1800 Studierenden im Hauptfach die zweit-
Kempgen größte Fakultät der Universität. Sie gliedert sich in die folgenden Fä-
Dekanatssekretariat:
Roswitha Lange cher und Fächergruppen:
Prodekan: • Germanistik und Kommunikationswissenschaften
Prof. Dr. Christoph Hous- • Anglistik, Romanistik, Slavistik
witschka
Studiendekanin: • Klassische Philologie: Gräzistik und Latinistik
Prof. Dr. Miorita Ulrich • Orientalistik: Turkologie, Iranistik, Arabistik und Islamkunde, Islami-
Raumplanung: sche Kunstgeschichte und Archäologie
Bernade Wippich
Die Fakultät verfügt derzeit über 26 Lehrstühle und Professuren mit
über 50 wissenschaftlichen Mitarbeitern; 2 C-Stellen sind sog. „Fie-
binger-Professuren" und damit an die Person des Inhabers gebun-
den. Neben den Philologien sind in der Fakultät auch kulturwis-
senschaftlich und landeswissenschaftlich orientierte Einrichtungen
vertreten.
Die Fakultät ist in der Innenstadt in historischen Gebäuden (v.a. U5,
U9, U11, K25, Ho2) in unmittelbarer Nachbarschaft zu „ihrer" Teil-
bibliothek untergebracht. Hier ist auch der historische Standort der
"Academia Bambergensis".
Die Germanistik ist das größte Fach der Fakultät und ihr einziges mit
Zulassungsbeschränkungen; eine Besonderheit ist ferner die Inte-
gration der Kommunikationswissenschaft als Schwerpunkt in die
Germanistik. Die Bamberger Slavistik stellt das nordbayerische
Zentrum der Slavistik dar. Der Fakultät ist ferner das Zentrum für
Großbritannienstudien (CBS) zugeordnet.
Die Studiengänge der Fakultät führen als Abschluß zu dem Magi-
sterexamen wie dem stärker anwendungsorientierten Diplom. Eine
bedeutende Rolle spielt für die Fakultät darüber hinaus die Lehrer-
ausbildung in den Sprachfächern, die zum Staatsexamen hinführt.
Praktika, Exkursionen und Auslandsaufenthalte sind regelmäßiger
Bestandteil des Studiums. Im Anschluß an ein erstes Examen kann
ein Promotionsstudium zum „Dr. phil." angestrebt werden. B.A.-
und M.A.-Studiengänge sind in Vorbereitung, z.T. schon realisiert.
Die reguläre Ausstattung der Fakultät wird durch etliche drittmittel-
geförderte Projekte und Arbeitsstellen ergänzt, in denen Nach-
wuchswissenschaftler Beschäftigung finden. Die Fakultät hat einen
überdurchschnittlich hohen Anteil an Wissenschaftlerinnen sowie an
ausländischen Studierenden; regelmäßig beherbergt sie ausländi-
sche Gäste.
Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen richtet sich die Fakultät aktiv
an die außeruniversitäre Öffentlichkeit und nimmt dabei auch zu ak-
tuellen Fragen Stellung. Mit den kulturellen Einrichtungen und Ver-
anstaltungen der Innenstadt ist die Fakultät eng verflochten.
Seite 279
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsschwerpunkte
Hierzu vergleiche die Darstellungen der einzelnen Fächer bzw. Be-
reiche der Fakultät!
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Die Fakultät verfügt über einen modernen, gut ausgestatteten CIP-
Pool und arbeitet eng mit dem Sprach- und Medientechnischen Zen-
trum der Universität zusammen, das - im Hauptgebäude der Fakul-
tät - auch über ein computergestütztes Sprachlabor verfügt. Die
Teilbibliothek 4 der Universitätsbibliothek ist der Fakultät direkt be-
nachbart; das Gebäude dieser Teilbibliothek wurde gerade im Früh-
jahr 2004 fertig und bietet modernste Arbeitsbedingungen mit -
gegenüber früher - vergrößertem Freihandbereich.
Kooperationsbeziehungen
Von der Fakultät werden einige der Kooperationsbeziehungen der
Universität in besonderer Weise getragen und mit Leben erfüllt. Da-
neben hat sie selbst Kooperationsvereinbarungen mit ausgewählten
Institutionen abgeschlossen (v.a. Da Ponte-Institut für Librettolo-
gie, Don Juan-Forschung und Sammlungsgeschichte [Wien]).
Selbstverständlich und intensiv sind die Kooperationsbeziehungen
mit den Innenstadtfakultäten GGeo, KTheo und PPP, sie schlagen
sich u.a. in gemeinsamen Veranstaltungen, Kolloquien, Ringvorle-
sungen nieder. Diverse Fächer der Fakultät sind an fakultätsüber-
greifenden Graduiertenkollegs sowie Studiengängen beteiligt.
Besonders intensiv ist dabei die Zusammenarbeit mit dem Zentrum
für Mittelalterstudien (ZEMAS).
Wissenschaftliche Tagungen
Die Fakultät hat sich in den vergangenen Jahren regelmäßig mit ei-
genen Veranstaltungen im Rahmen der "Europawoche" (jeweils im
Mai des Jahres) engagiert. Regelmäßig treten die Mitglieder der Fa-
kultät als Veranstalter nationaler oder internationaler Tagungen und
Kongresse auf, die in der vorlesungsfreien Zeit das Fakultätsleben
prägen. Zu solchen Tagungen vgl. die Darstellung der einzelnen Fä-
cher! Eine Institution mit langer Tradition ist der Sommerferienkurs
für die deutsche Sprache, der jedes Jahr viele ausländische Studie-
rende nach Bamberg bringt.
Seite 280
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Germanistik
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Die Bamberger Germanistik ist mit etwa 1300 Studierenden das zweitgrößte Fach der Universi-
tät und das größte der Fakultät. Sie ist mit 7 Professuren ausgestattet, die die Fachteile Sprach-
wissenschaft des Deutschen, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Mediävistik sowie Sprach-
und Literaturdidaktik vertreten.
Zum Spektrum möglicher Abschlüsse gehören
• Magisterstudiengänge
• Promotionsstudiengänge
• Lehramtsstudiengänge und der
• Diplomstudiengang Germanistik mit den Schwerpunkten Literaturvermittlung, Deutsch als Fremd-
sprache und - in Zusammenarbeit mit dem Fach Kommunikationswissenschaft - Journalistik.
BA/MA-Studiengänge sind in der Planung.
Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft und Ältere
deutsche Literatur
Anschrift: Hornthalstr. 2, 96047 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2201 Fax.: (0951) 863-1197
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Rolf Bergmann
wiss. Mitarbeiter:
Yvonne Goldammer, M.A.
PD Dr. Ursula Götz
PD Dr. Stefanie Stricker
Forschungsschwerpunkte
Entstehung und Frühgeschichte der deutschen Sprache, Entstehung
der Schriftsprache
Wissenschaftliche Tagungen
Internationale Fachkonferenz: Mittelalterliche volkssprachige Glos-
sen 2. bis 4. August 1999
Publikation: Mittelalterliche volkssprachige Glossen. Herausgege-
ben von Rolf Bergmann, Elvira Glaser, Claudine Moulin-Fankhänel.
Internationale Fachkonferenz des Zentrums für Mittelalterstudien
der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2. bis 4. August 1999, Ger-
manistische Bibliothek 13, Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter
2001
Mediävistisches Kolloquium: Deutsch-lateinische Mischtexte und
Textensembles 16. und 17. November 2001
Publikation: Volkssprachig-lateinische Mischtexte und Textensem-
bles in der althochdeutschen, altsächsischen und altenglischen
Überlieferung. Mediävistisches Kolloquium des Zentrums für Mittel-
alterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg am 16. und 17.
Seite 281
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
November 2001. Herausgegeben von Rolf Bergmann, Germanisti-
sche Bibliothek 17, Heidelberg 2003, 503 Seiten
Mediävistisches Kolloquium: Deutsche medizinische Texte und an-
dere Fachtexte im Mittelalter. Wissenstransfer im Spannungsfeld
vom Latein und Deutsch 18. und 19. Oktober 2002
Publikation: Sprachwissenschaft 28 (2003), S. 240-371 (darin:
Stefanie Stricker, Vorwort zu diesem Heft, S. 240-244)
Veröffentlichungsreihen
Reihen: Germanistische Bibliothek, Documenta Orthographica
Zeitschriften: Beiträge zur Namenforschung. Neue Folge Sprach-
wissenschaft
Forschungsprojekte
Aufkommen und Durchsetzung des morphematischen Prinzips in der deutschen
Orthographie
Projektleitung: Untersucht wird vor dem Hintergrund des epochalen Medienwech-
Prof. Dr. Rolf Bergmann sels Mittelalter/Neuzeit die Umorientierung des deutschen Schriftsy-
Prof. Dr. Petra Ewald, Uni- stems von einer phonematisch auf eine morphematisch dominierte
versität Rostock
Beteiligte: Orthographie. Untersuchungsgegenstand sind 145 Drucke (1500-
Nikolaus Ruge, M.A. 1770), die auf verschiedene Ausprägungen morphematischer
Laufzeit: 1.2.1999 - Schreibung (Umlaut, graphische Neutralisierung der Auslautverhär-
31.1.2002 tung, Doppelschreibung bei Modalverben, Abkürzungsgebrauch) hin
Förderer:
analysiert werden.
Deutsche Forschungsge-
meinschaft
Publikationen
1. Ruge, Nikolaus: Aufkommen
0XX und Durchsetzung morphembezogener Schreibungen im
Deutschen von 1500 - 1700 . Heidelberg : Universitätsverlag Winter, 2004 (Germanistische
Bibliothek)
2. Bergmann, Rolf ; Ewald, Petra: Einführung zum Forschungsprojekt "Aufkommen und
Durchsetzung des morphematischen Prinzips in der deutschen Orthographie 1500 - 1700"
. In: Sprachwissenschaft (2004), Nr. 29, S. 3 - 15
Genus im Althochdeutschen
Projektleitung: Gegenstand des Projekts ist eine funktionale Untersuchung des
Prof. Dr. Rolf Bergmann Mehrfachgenus althochdeutscher Substantive. Das Ziel ist, einen
Prof. Dr. Elisabeth Leiss Aufschluß über den Genusgebrauch im Althochdeutschen zu gewin-
Beteiligte:
Dr. Regina Froschauer, nen, um dadurch einen Beitrag zur nominalen Grammatik dieser äl-
M.A. testen Sprachstufe des deutschen zu leisten.
Laufzeit: 1.2.1999 -
31.1.2002
Förderer:
Deutsche Forschungsge-
meinschaft
Seite 282
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Froschauer, Regine: Genus
0XXim Althochdeutschen. Eine funktionale Analyse des Mehrfach-
genus althochdeutscher Substantive. Mit einem Vorwort der Projektleiter Rolf Bergmann
und Elisabeth Leiss . Heidelberg : Universitätsverlag Winter, 2003
Katalog der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften
Projektleitung: Ziel des Projekts ist die Erstellung eines katalogartigen Handbuchs
Prof. Dr. Rolf Bergmann zur Überlieferung althochdeutscher und altsächsischer Glossen in
PD Dr. Stefanie Stricker lateinischen Handschriften des Frühmittelalters. In dem Katalog sol-
Laufzeit: 1.6.1989 -
30.9.2000 len alle für eine sprachgeschichtliche Bearbeitung relevanten Daten
Förderer: zu jeder Glossenhandschrift zusammengefaßt werden.
Deutsche Forschungsge-
meinschaft (DFG)
Forschungsförderung der
Universität
Publikationen
1. Bergmann, Rolf: Zeile und0XXZwischenraum. Zur althochdeutschen Glossenüberlieferung .
In: Barz, Irmhild ; Fix, Ulla ; Schröder, Marianne ; Schuppener, Georg (Hrsg.) : Festschrift
zum 65. Geburtstag von Gotthard Lerchner. Frankfurt am Main : xx, 2000, S. 11-21.
2. Bergmann, Rolf: Ansätze einer Typologie der Glossenhandschriften . In: Theodisca. Beiträ-
ge zur althochdeutschen und altniederländischen Sprache und Literatur in der Kultur des
frühen Mittelalters.. Berlin - New York : xx, 2000, S. 77-104.
3. Bergmann, Rolf: Zehn St. Galler Kleinigkeiten. Glossen zu allem möglichen außerhalb von
Texten . In: Plangg, Guntram ; Thurnher, Eugen (Hrsg.) : Sprache und Dichtung in Vor-
derösterreich. Elsass. Schweiz. Schwaben. Vorarlberg. Tirol. Ein Symposion für Achim Mas-
ser zum 65. Geburtstag. Innsbruck : xx, 2000, S. 35-46.
4. Bergmann, Rolf: Zur Textualität althochdeutscher Glossen . In: Simmler, Franz (Hrsg.) :
Textsorten und Textsortentraditionen. Bern u.a. : Peter Lang, 1997, S. 215-238.
5. Bergmann, Rolf ; Götz, Ursula: Altbairisch = Altalemannisch?. Zur Auswertung der ältesten
Glossenüberlieferung . In: Ernst, Peter ; Patocka, Franz (Hrsg.) : Deutsche Sprache in
Raum und Zeit. Festschrift für Peter Wiesinger zum 60. Geburtstag. Wien : xx, 1998,
S. 445-461.
6. Bergmann, Rolf: Volkssprachige Glossen für lateinkundige Leser? In: Sprachwissenschaft
(2003), Nr. 28, S. 29 -55
7. Bergmann, Rolf: Althochdeutsche Glossierungen von geographischen Namen . In: van
Nahl, Astrid ; Elmevik, Lennart ; Brink, Stefan (Hrsg.) : Namenwelten. Orts- und Personen-
namen in historischer Sicht. Berlin / New York : de Gruyrter, 2004, S. 3 - 14. (Ergänzungs-
bände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 44)
8. Bergmann, Rolf ; Stricker, Stefanie: Katalog der althochdeutschen und altsächsischen
Glossenhandschriften, unter Mitarbeit von Yvonne Goldammer und Claudia Wich-Reif .
Bd. 5 Bände und 1 Tafelband (mit CD-ROM) in Druckvorbereitung. Aufl. Berlin / New York :
de Gruyter, 2005
Projektunabhängige Publikationen
1. Bergmann, Rolf: Das morphologische
0XX Prinzip in der Rechtschreibreform und ihrer Diskussi-
on. Synchronisches Prinzip und historischer Sprachgebrauch bei den Umlautgraphien
<ä> und <äu> . In: Sprachwissenschaft (1998), Nr. 23, S. 217-261
Seite 283
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Deutsche Philologie des Mittelalters
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2125 Fax.: (0951) 863-2126
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Gegenstand der mediävistischen Germanistik ist die Geschichte der
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz deutschen Sprache und Literatur von den Anfängen der schriftlichen
wiss. Mitarbeiter: Überlieferung bis zum 16. Jahrhundert. Der Lehrstuhl für Deutsche
Dr. Andrea Grafetstätter
Kai Lorenz, M.A. Philologie des Mittelalters bietet in diesem Rahmen in erster Linie
Lehrbeauftragte: Lehrveranstaltungen zur mittelhochdeutschen und frühneuhoch-
Norbert Krines deutschen Literatur des 12. bis 16. Jahrhunderts sowie zur Rezepti-
Andrea Schindler, M.A. on dieser Literatur in der Neuzeit an. Die mediävistische Germani-
Dr. Ruth Weichselbaumer
stik / Ältere deutsche Literaturwissenschaft ist an der Universität
Angestellte:
Margrit Winterscheidt Bamberg zum einen ein Teilbereich des Fachers Germanistik, zum
Hilfskräfte: anderen ist sie über das Zentrum für Mittelalterstudien Teil eines in-
Katrin Bauer terdisziplinären Lehr- und Forschungsnetzes, das neben den ver-
Carla Schmidt schiedenen Philologien der Fakultät Sprach- und Literaturwissen-
schaft auch Fächer aus weiteren Fakultäten verbindet.
Forschungsschwerpunkte
Überlieferung und Edition; Literatur des 12. bis 16. Jahrhunderts;
Mittelhochdeutsche Lieddichtung (Minnesang); Heldenepik; Roman
der frühen Neuzeit; Mentalitätsgeschichtliche Fragestellungen; Re-
zeption des Mittelalters in Literatur und Kunst des 19. und 20. Jahr-
hunderts; Geschlechtergeschichte (gender studies). [Prof. Dr.
Bennewitz]
Kooperationsbeziehungen
FU Berlin (Prof. Dr. I. Kasten); Universität Salzburg (Prof. Dr. U.
Müller, Prof. Dr. F. V. Spechtler); Universität Urbino (Prof. Dr. M.
Dallapiazza); Universität Lausanne (Prof. Dr. A. Schwarz); Universi-
ty of Washington, St. Louis, USA (Prof. Dr. G. Scholz Williams)
Wissenschaftliche Tagungen
Zusammen mit Thomas Anz und unter Mitarbeit von Christine Kanz:
Organisation der Ringvorlesung: FamilienBande. Geschlechterrollen
in familiären Beziehungen in der deutschen Literatur, Bamberg SS
1998.
Zusammen mit Ulrich Müller (Universität Salzburg): Kolloquium zur
Geschichte und zu den Problemen der deutschen Rechtschreibung
(Festkolloquium zum 60. Geburtstag von Franz V. Spechtler), Salz-
burg Juni 1998.
Zusammen mit Ingrid Kasten (TU Berlin): Mediävistisches Kolloqui-
um "Geschlechterdifferenz und Mediävistik. Eine Bilanzierung nach
Butler und Laqueur, März 1999.
Zusammen mit Bernd Schneidmüller: Organisation der Ringvorle-
sung "Kaiserin Kunigunde. Konstruktionen von Herrschaft und
Weiblichkeit am Beginn eines neuen Jahrtausends; Bamberg, Som-
mersemester 2000.
Seite 284
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Zusammen mit Ortwin Beisbart: Forschungskolloquium "Literari-
sche Konstruktionen von Familie und familialen Erziehungsmu-
stern", Februar 2001.
Zusammen mit Klaus van Eickels und Ruth Weichselbaumer: For-
schungskolloquium "Mediävistik und neue Medien", Dezember
2001.
Zusammen mit Ortwin Beisbart und Marianne Heimbach-Steins:
Forschungskolloquium "Familienbilder im Buch der Bücher. Versu-
che zur Wirkungsgeschichte, Dezember 2002.
Zusammen mit dem Zentrum für Mittelalterstudien: Tagung der Os-
wald-von-Wolkenstein-Gesellschaft "Mittelalterliche Literatur heute
und morgen. Probleme der Relevanz, Perspektiven für die Zukunft,
Oktober 2003.
Forschungsprojekte
Das elektronische Neidhart-Archiv. Mittelalterliche Literatur als Multimedia-Pro-
jekt
Projektleitung: Das geplante Forschungsvorhaben orientiert sich methodisch an
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz Vorgaben zur Beurteilung der Edition mittelalterlicher Überliefe-
Beteiligte: rungszeugnisse, wie sie jüngst verstärkt im Zuge der sog. "new phi-
Dr. Ruth Weichselbaumer
Stichwörter: lology" diskutiert worden sind. Im Mittelpunkt steht dabei die
Neidhart; sog. new philo- Variabilität des mittelalterlichen Textes in der Überlieferung und die
logy; bestmögliche Wiedergabe dieser "variance" durch die moderne Be-
Beginn: 20.6.2002 arbeitung, wenn möglich zuzüglich des Versuches der künstleri-
schen Reproduktion der mittelalterlichen Lieder. Während also in
der "traditionellen" (auch der computergestützten) Herausgeber-
Tätigkeit die Verfahren der Edition von Faksimile, Transkription und
"historisch-kritischem" Text in ihren (gedruckten) Versionen neben-
einander stehen, ist es Anliegen dieses Projekts, deren Verknüpfung
zu einer ganzheitlichen multimedialen Einheit zu leisten. Alle dem
mittelalterlichen Autor Neidhart zugeschriebenen Lieder (Text-, Me-
lodie- und Bildzeugnisse) sollen in der Überlieferung der verschiede-
nen Handschriften (Faksimile bzw. Fotographien der Originalhand-
schriften) und deren Transkriptionen sowie nach Möglichkeit bei
Vorliegen von Melodie-Überlieferungen mit Beispielen von musikali-
schen Realisationen in einem einheitlichen Format (HTML) via Inter-
net zugänglich gemacht werden. Mit dem eingereichten Projekt soll
einerseits eine der Varianz mittelalterlicher Texte gemäße Darstel-
lung erarbeitet werden, die den Fachleuten einen bisher nicht reali-
sierbaren Zugang zum Forschungsgegenstand eröffnet, die aber
auch den an Literatur des Mittelalters interessierten Laien neue Li-
teraturerfahrungen ermöglicht. Andererseits soll durch die öffentli-
che Präsentation im World Wide Web (Internet) der Typ des vir-
tuellen Literatur-Archivs am Beispiel eines mittelalterlichen Autors
etabliert werden. Diese Präsentation hat das Potential zu einer enor-
men Steigerung der Bekanntheit eines Autors und kann außerdem
eine neue Qualität der Forschung durch uneingeschränktes Kennen-
lernen von Besuchern im virtuellen Archiv anregen. Vielfältige Dis-
kussionen und Kooperationen von weltweit verstreut arbeitenden
Forschern sind durch die Unabhängigkeit von der zeitlichen und ört-
lichen Kopräsenz möglich, ein dringliches Entwicklungsziel im For-
schungsprozeß.
Seite 285
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Der Leich Walthers von der Vogelweide: Transkriptionen, Kommentare, Analysen
Projektleitung: Zielvorgabe der Dissertation ist es, anhand der vierfachen Überlie-
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz ferung des Leichs Walthers von der Vogelweide die textphilologische
Beteiligte: Grundlage zur Weiterarbeit zu schaffen. Dazu dienen die anhand der
Dr. Andrea Grafetstätter
Stichwörter: Originale - soweit zugänglich - vorgenommenen diplomatischen
Walther; der mittelhoch- Transkriptionen sämtlicher Fassungen des Leichs, so dass die drei
deutsche Leich von der Forschung abgewerteten Handschriften k, k2 und l erstmals
Beginn: 1.5.2000 graphisch umgesetzt vorliegen. Ein synoptisches Schaubild bietet
der als Verskonkordanz konzipierte Paralleldruck, wohingegen der
Lesartenapparat eine stellenspezifische Übersicht liefert. Durch die
hier zusammengestellten Präsumptivvarianten können generelle
Richtungen aufgedeckt werden, in denen sich die Überlieferungsträ-
ger bewegen. Vermutlich spiegelt sich in den Handschriften k, k2
und l der Wunsch nach einer deutlicheren Akzentuierung des Mari-
enpreises im Vergleich zur Fassung des Leichs nach Handschrift C.
Die Interpretation der Überlieferung zeigt, wie derselbe Text einer
veränderten Funktion und gewandelten Rezeptionsbedingungen
Rechnung tragen kann. Durch den Forschungsapparat besteht eine
kompendienhafte Zugriffsmöglichkeit auf die Editionsvorschläge
und die Begründungen der Editoren für ihre Textgestalt, die auch
Kontroversen der Philologen untereinander vor Augen führt. Sie soll
zu einer Sensibilisierung darüber beitragen, auf welche Editionen
samt den vorgeschlagenen Konjekturen in Interpretationen zum
Leich zurückgegriffen wird. Zudem muss die bisherige editorische
Praxis, den Leich Walthers nach Handschrift C zu edieren, vor dem
Hintergrund neuerer editionstheoretischer Überlegungen als unbe-
friedigend empfunden werden. Denn alle Fassungen des Leichs sind
als prinzipiell gleichwertige Gebrauchsvarianten anzusehen, was
eine Edition mit Handschrift k als Leithandschrift verdeutlichen soll.
Der zweite Teil der Untersuchung stellt die Etymologie und Gat-
tungspoetik des mittelhochdeutschen Leichs ins Zentrum, gefolgt
von der forschungs- und literaturgeschichtlichen Analyse des Leichs
Walthers von der Vogelweide. Der Beitrag soll den Stand der For-
schung kritisch vor Augen führen und die auch heute noch beste-
henden Leerstellen bewusst werden lassen, um unter Umständen
neue Fragestellungen an den Leich Walthers heranzutragen. Im An-
schluss wird die formale Gliederung von Walthers Leich analysiert.
Das umfasst eine Strukturuntersuchung zweier vor Walthers Leich
entstandenen Leichs, um danach die Einteilung des Leichs Walthers
in der Wissenschaft zu diskutieren und eigene Strukturüberlegun-
gen in einer schaubildartigen Übersicht vor Augen zu führen. Neben
formal-metrischen Aspekten steht der inhaltliche Aufbau und die
Funktion des Leichs im Mittelpunkt der Untersuchung. Hierbei wird
besonders die Abfolge der Themen beachtet, ihr Wechsel und ein et-
waiges Moment der Steigerung, um die Wirkung des Textes ab-
schätzen zu können. Dazu werden insbesondere der Marienpreis
und die Kirchenkritik eingehend betrachtet, die in Walthers Leich
kontrastiv aufeinander bezogen sind.
Publikationen
1. Grafetstätter, Andrea: 0XX
Der Leich Walthers von der Vogelweide. Transkriptionen, Kommen-
tare, Analysen . Münster : LIT-Verlag, 2004 (Bamberger Studien zum Mittelalter Bd. 5)
Seite 286
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die "Schrift" des Minnesangs und der Text des Editors. Studien zur Minnesang-
Überlieferung im "Hausbuch" des Michael de Leone (=Minnesang-Handschrift E)
Projektleitung: (1) Forschungsgegenstand
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz
Stichwörter: Die Handschrift UB 2°[Link].731 (München; sog. "Hausbuch" des
Überlieferung; Edition; Michael de Leone; Liederhandschrift E), die u. a. Lieder Walthers
Minnesang; Walther von von der Vogelweide und Reinmars (von Hagenau) überliefert.
der Vogelweide; Reinmar
Laufzeit: 1.1.1992 - (2) Forschungsstand
1.1.1998 Obwohl es sich um eine sehr sorgfältig angelegte Handschrift han-
delt, wurde diese Überlieferung gegenüber jener der "großen" Min-
nesang-Handschriften (A, B, C) stark vernächlässigt und
abgewertet.
(3) Vorarbeiten
Alle Texte liegen in Transkriptionen vor. Die Publikation von Text
und Untersuchung ist in Vorbereitung.
(4) Hypothesen
Die Untersuchung soll zeigen, daß E ein deutlich anderes Profil vom
Werk der beiden Autoren entwirft, das nur modernen Erwartungs-
haltungen größeren Widerstand entgegensetzt und deshalb in den
klassischen Editionen des Minnesangs (Lachmann, Haupt) kaum
eine Rolle spielt. Zugleich bietet die Überlieferung dieser Handschrift
einen Modellfall zur Diskussion des "offenen" mittelalterlichen Tex-
tes.
(5) Methoden
Überlieferungs- und Editionskritik, new philology.
Publikationen
1. Bennewitz, Ingrid: Lange swîgen des hât ich gedâht, oder "sagt er minne, meint er sang"
0XX
. In: Jahraus, Oliver ; Neuhaus, Stefan ; Hanenberg, Peter (Hrsg.) : Lyrik lesen! Eine Bam-
berger Anthologie. Wulf Segebrecht zum 65. Geburtstag. Düsseldorf : Grupello, 2000,
S. 59-65.
2. Bennewitz, Ingrid: Die SCHRIFT des Minnesangs und der TEXT des Editors. Studien zur Min-
nesang-Überlieferung im "Hausbuch" des Michael de Leone (Minnesang-Handschrift E) .
Salzburg, Geisteswiss. Fakultät der Universität, Habil-Schr., 1992
3. Bennewitz, Ingrid: "Eine Sammlung von Gemeinplätzen"? Die Walther-Überlieferung der
Handschrift E . In: Krohn, Rüdiger ; Dreessen, Wulf-Otto (Hrsg.) : "Dâ hoeret ouch geloube
zuo". Überlieferungs- und Echtheitsfragen im Minnesang. Festcolloquium für Günther
Schweikle anläßlich seines 65. Geburtstags. Stuttgart : Hirzel, 1995, S. 27-36.
4. Bennewitz, Ingrid: Ein Schachmatt der Minnesang-Philologie? Reinmars Lied MF 159,1 im
Kontext der handschriftlichen Überlieferung . In: Dauven-van Knippenberg, Carla ; Birk-
han, Helmut (Hrsg.) : So wold ich in fröiden singen. Festgabe für Anthonius H. Touber zum
65. Geburtstag. Amsterdam/Atlanta : Rodopi, 1995, (Amsterdamer Beiträge zur Älteren
Germanistik Bd. 43-44), S. 7-12.
5. Bennewitz, Ingrid: Alte "Neue" Philologie? Zur Tradition eines Diskurses . In: ZfdPh 116
(1997), S. 46-61
Seite 287
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Edition der Prosanovelle "Camillus und Emilia" (neulateinisch/deutsch; ersch.
1473 bzw. 1587)
Projektleitung: Es handelt sich um eine bislang nicht edierte Erzählung aus huma-
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz nistischem Kontext, deren deutscher Bearbeiter unbekannt ist,
Stichwörter: ebenso die genaue Vorlage und die Entstehungszeit. Die lateinische
Geschlechterrollen
Beginn: 12.2.2004 Fassung wurde 1467 von dem in Frankreich lebenden und als
Schreiber von Handschriften bekannten Florius Infortunatus ver-
fasst; sie erschien 1473 erstmals im Druck. Die einzige erhaltene
deutsche Druckfassung überliefert das große Prosaroman-Kompen-
dium ’Das Buch der Liebe’ des Frankfurter Verlegers und Druckers
Siegmund Feyerabend (1587), der u.a. durch die Verlegung der
deutschen ’Amadis’-Übersetzung in die Geschichte des Frühdrucks
in Deutschland und die Literaturgeschichte gleichermaßen einge-
gangen ist.
Erzählt wird die tragisch endende Liebesgeschichte zwischen Camil-
lus und seiner - vom Vater nach ’rationalen’ Standesvorgaben an ei-
nen anderen Mann verheirateten - ’Kinderliebe’ Emilia. Der Text
erstaunt durch die unkonventionellen Entwürfe der Geschlechterrol-
len (eine aktive, vom Erzähler darin - selbst in Hinblick auf den Ehe-
bruch - deutlich positiv akzentuierte Heldin; ein eher reaktiver, vor
allem von seinen Gefühlen geleiteter und wenig tatkräftiger Prot-
agonist) und die Kritik an der Institution der Standesehe. Über die
Liebes- und Melancholiekonzeption der Erzählung werden innovati-
ve und z. Tl. erst sehr viel später wieder aufgegriffene Inszenierun-
gen von Körpern und Gefühlswelten geschaffen. Die Erzählung
bündelt gleichsam Diskurse, die zentrale Bedeutung für das literari-
sche und lebensweltliche Umfeld der frühen Neuzeit besitzen, wie
Liebe, Ehe, die Spannung zwischen ’Bildungsbürgertum’ und städti-
schem Patriziat etc. Die Erzählung kann damit zum Ausgangspunkt
von Fragestellungen werden, die gerade in der jüngeren Forschung
akzentuiert werden.
Publikationen
1. Bennewitz, Ingrid: "Du0XX
bist mir Apollo" / "Du bist mir Helena". ’Figuren’ der Liebe im früh-
neuhochdeutschen Prosaroman . In: Bachorski, Hans-Jürgen (Hrsg.) : Ordnung und Lust.
Bilder von Liebe, Ehe und Sexualität in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Trier : WVT,
1991, S. 185-210.
2. Bennewitz, Ingrid: "Prosaroman /’Volksbuch’" . In: Bennewitz, Ingrid ; Müller, Ulrich
(Hrsg.) : Von der Handschrift zum Buchdruck: Spätmittelalter - Reformation - Humanismus
1320-1572. Reinbek : Rowohlt, 1991, (Deutsche Literatur. Eine Sozialgeschichte Bd. 2),
S. 149-157.
3. Bennewitz, Ingrid ; Müller, Ulrich (Hrsg.): Von der Handschrift zum Buchdruck: Spätmittel-
alter - Reformation - Humanismus 1320-1572 . Reinbek : Rowohlt, 1991 (Deutsche Litera-
tur. Eine Sozialgeschichte Bd. 2)
4. Bennewitz, Ingrid: "Liebesimagination, Rollencharakteristik und Textillustration im Prosa-
roman" . In: Sciurie, Helga ; Bachorski, Hans-Jürgen (Hrsg.) : Eros - Macht - Askese. Ge-
schlechterspannungen als Dialogstruktur in Kunst und Literatur. Trier : WVT, 1996, (LIR.
Literatur - Imagination - Realität. Anglistische, germanistische, romanistische Studien
Bd. 14), S. 343-360.
Seite 288
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Familienbilder in der dt. Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
Projektleitung: Wenn Mediävistinnen und Mediävisten den Begriff "Familie" verwen-
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz den, denken sie zumeist nicht an jene Konnotationen, die (post)mo-
Stichwörter: derne Familienszenarien aufrufen: z.B. also alleinerziehende Mütter,
familiale Rollen; Kleinfa-
milie; gender studies; Ar- abwesende Väter, und konfliktreiche, womöglich gar inzestuöse Fa-
chäologie familialer milienverhältnisse. Und doch zeigt uns die Literatur des 8. bis 16.
Rollenkonstruktionen Jahrhunderts, dass der Begriff "Familien-Bande" schon im Mittelal-
Beginn: 1.5.1998 ter jene schillernde und durchaus auch bedrohliche Ambiguität be-
saß, die ihn heute noch auszeichnet, und dies, obwohl der Begriff
’Familie’ zu jenen nicht wenigen Wörtern des neuhochdeutschen
Sprachschatzes zählt, die sich trotz scheinbarer Vertrautheit im
strengen Sinne nicht in das Mittelhochdeutsche über-setzen lassen.
Wer sich mit den mediävistischen Implikationen des Begriffes be-
schäftigt, wird zunächst seine Mehrdeutigkeit festhalten müssen,
nämlich im Sinne "der Haushalts-Familie als Wohngemeinschaft al-
ler im Haus lebender Personen ..." und der "Verwandtschaftsfami-
lie", die entweder als Kernfamilie oder aber als Verwandtschafts-
verband in Erscheinung treten kann (H.-W. Goetz). Dennoch ist das
Interesse an Familiengeschichte ein genuin und legitim mediävisti-
sches, nicht nur im Kontext historisch-dynastischer Fragestellun-
gen, sondern auch im Kontext jener methodologischen Wende in der
Mediävistik, in deren Zusammenhang die Disziplin insbesondere An-
regungen aus den Bereichen der Anthropologie und Ethnologie auf-
gegriffen hat. Dabei stehen u.a. Fragen nach der Ausbildung und
(literarischen) Repräsentation von kognitiven und emotionalen Ver-
haltensmustern im Zentrum, hier also konkret die Frage danach, in-
wieweit die frühen literarischen Inszenierungen von familialen
Strukturen ein Wiedererkennen ermöglichen oder aber historische
Distanz vermitteln, die zugleich den Blick für die Erkenntnis unserer
je eigenen zeitgenössischen Bedingtheiten schärfen kann.
Publikationen
1. Bennewitz, Ingrid u.a.:0XX
Familien und Geschlechterrollen in der deutschen Literatur. Eine
Auswahlbibliographie zur Forschung. Von Ingrid Bennewitz, Christine Kanz und Thomas
Anz unter Mitarbeit von Thomas Bollwerk, Mirja Stöcker und Carla Meyer . In: Jahrbuch für
Internationale Germanistik XXXII (2000), Nr. 1, S. 64-94
2. Bennewitz, Ingrid: Frühe Versuche über alleinerziehende Mütter, abwesende Väter und in-
zestuöse Familienstrukturen. Zur Konstruktion von Familie und Geschlecht in der deut-
schen Literatur des Mittelalters (Abhandlungen zum Rahmenthema XXXIV
’Geschlechterrollen in familiären Beziehungen in der deutschen Literatur’ . In: Jahrbuch für
Internationale Germanistik XXXII (2000), Nr. 1, S. 8-18
3. Bennewitz, Ingrid: Von Vätern und Söhnen. Zur Konstruktion von familialen Beziehungs-
mustern in der deutschen Literatur des Mittelalters . In: Forschungsforum. Bamberg : -,
2001, (Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Nr. 10), S. 150-154.
4. Bennewitz, Ingrid: "Wie ihre Mütter?" Zur männlichen Inszenierung des weiblichen Streit-
gesprächs in Neidharts Sommerliedern . In: Bader, Angela u.a. (Hrsg.) : Sprachspiel und
Lachkultur. Beiträge zur Literatur- und Sprachgeschichte. Rolf Bräuer zum 60. Geburtstag.
Stuttgart : Heinz, 1994, S. 178-193.
5. Bennewitz, Ingrid: Komplizinnen und Opfer der Macht. Die Rollen der Töchter im Roman
der frühen Neuzeit (mit bes. Berücksichtigung der ’Melusine’ des Thüring von Ringoltingen)
. In: Tatlock, Lynne (Hrsg.) : The Graph of Sex and the German Text: Gendered Culture in
Seite 289
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Early Modern Germany 1500-1700. Amsterdam : Rodopi, 1994, (Chloe, Beihefte zum
Daphnis Bd. 19), S. 225-245.
6. Bennewitz, Ingrid: "Darumb lieben Toechter/seyt nicht zu gar fürwitzig..." Deutschsprachi-
ge moralisch-didaktische Literatur des 13.-15. Jahrhunderts . In: Kleinau, Elke ; Opitz,
Claudia (Hrsg.) : Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung. Frankfurt / New York : Cam-
pus-Verlag, 1996, S. 23-41 und 470-473.
7. Bennewitz, Ingrid: "Frauen"-Gespräche. Zur Inszenierung des Frauendialogs in der mittel-
hochdeutschen Literatur . In: Das Mittelalter 1 (1996), Nr. 2, S. 11-26
8. Bennewitz, Ingrid: Mädchen ohne Hände. Der Vater-Tochter-Inzest in der mittelhochdeut-
schen und frühneuhochdeutschen Erzählliteratur . In: Gärtner, Kurt ; Kasten, Ingrid ;
Shaw, Frank (Hrsg.) : Spannungen und Konflikte menschlichen Zusammenlebens in der
deutschen Literatur des Mittelalters (Bristoler Colloquium Bristol 1993). Tübingen : Nie-
meyer, 1996, S. 157-172.
9. Bennewitz, Ingrid ; Weichselbaumer, Ruth: Erziehung zur Differenz. Entwürfe idealer Weib-
lichkeit und Männlichkeit in der didaktischen Literatur des Mittelalters . In: Der Deutschun-
terricht (2003), Nr. 1, S. 43-50
Fokalisierung im höfischen Roman. Erzähltechnische Studien zu "Eneas", "Iwein"
und "Tristan"
Projektleitung: "Erzählperspektive" spielt als interpretatorische Kategorie zwar bei
PD Dr. Gert Hübner der Beschäftigung mit den Werken Wolframs von Eschenbach eine
Beginn: 1.1.1997 gewisse Rolle, kaum aber bei den anderen Epikern der mittelhoch-
deutschen "Blütezeit". Die Studie untersucht zunächst, auf welche
Weise die einschlägige narratologische Begrifflichkeit, die am Ro-
man des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelt wurde, für Texte des
12. und 13. Jahrhunderts fruchtbar gemacht werden kann, und
schlägt eine analytischere, weniger stark auf bestimmte historische
Konstellationen festgelegte Konzeption von "Perspektive" bzw. "Fo-
kalisierung" vor. Im Anschluß daran werden Ansätze zu perspekti-
viertem Erzählen im "Eneas" Heinrichs von Veldeke (im Vergleich
mit dem französischen Roman d’Eneas und Vergils Aeneis), im
"Iwein" Hartmanns von Aue (im Vergleich mit dem "Yvain" Chrétiens
de Troyes) und im "Tristan" Gottfrieds von Straßburg (im Vergleich
mit Beroul, Thomas und Eilhart) untersucht. Gegenstand sind dabei
das Repertoire der narrativen Perspektivierungstechniken selbst so-
wie ihre Funktionen. Im Mittelpunkt steht die Frage, auf welche Wei-
se die narrativen Techniken bestimmte Bewertungen des Verhaltens
der Figuren nahelegen, und ob der ästhetischen Erfahrung dabei
Konstellationen zugänglich gemacht werden, die in der begrifflichen
Reflexion als Subjektivierung erscheinen müßten.
Publikationen
1. Hübner, Gert: Erzählperspektive
0XX im höfischen Roman. Zur Bedeutung narrativer Formen
um 1200 . In: Forschungsforum (2001), Nr. 10, S. 158-159
2. Hübner, Gerd: Erzählform im höfischen Roman. Studien zur Fokalisierung im "Eneas", im
"Iwein" und im "Tristan" . Tübingen u.a. : Francke, 2003 (Bibliotheka Germanica Bd. 44) .
Zugl.: Bamberg, Universität Bamberg, Habil-Schr., 2002
Seite 290
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Gesamtedition aller Neidhart-Texte und -Melodien
Beteiligte: Forschungsgegenstand
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz
Ulrich Müller In Zusammenarbeit mit Ulrich Müller und Franz V. Spechtler (Uni-
Franz V. Spechtler versität Salzburg/Österreich) werden alle unter dem Namen "Neid-
Beginn: 1.10.1981 hart" überlieferten Texte und Melodien ediert. Die Edition (3Bände
à ca. 600 Seiten) ist praktisch fertiggestellt; sie soll 2002 im Hirzel-
Verlag (Stuttgart) erscheinen.
Zur genauen Darstellung vgl.: [Link]
[Link]
Publikationen
1. Bennewitz, Ingrid: "Von badenden Graserinnen, heiratswütigen Jungfrauen und verkleide-
0XX
ten Bräuten." Zur Relation von Text und Bild in den Neithart Fuchs-Drucken . In: Tuczay,
Ch. ; Hirhager,U. ; Lichtblau, K. (Hrsg.) : Ir sult sprechen willekomen. FS Helmut Birkhan
(60). Bern u.a. : Lang, 1998, S. 755-777.
2. Bennewitz, Ingrid: "Neidhartiana" . In: Fricke, Harald (Hrsg.) : Reallexikon der deutschen
Literaturwissenschaft. Bd. II. Berlin, New York : Walter de Gruyter, 2000, S. -.
3. Bennewitz, Ingrid: Von Nachtigallen, Krähen, Hühnern und Sängern. Überlegungen zu Auf-
führung und Sängerrollen im Minnesang, speziell bei Neidhart . In: Spicker, Johannes ;
Fritsch, Susanne ; Herchert, Gaby ; Zeyen, Stefan (Hrsg.) : Edition und Interpretation.
Neue Forschungsparadigmen zur mittelhochdeutschen Lyrik. Stuttgart : Hirzel, 2000,
S. 73-85.
4. Bennewitz, Ingrid: Transkription des Frankfurter Neidhart-Fragments O (Mit einer Nachbe-
merkung zum Salzburger Neidhart-Projekt von Ingrid Bennewitz und Ulrich Müller) .
In: Stein, Peter K. u.a. (Hrsg.) : Sprache -Text - Geschichte. Beiträge zur Mediävistik und
germanistischen Sprachwissenschaft aus dem Kreis der Mitarbeiter 1964-1979 des Insti-
tuts für Germanistik an der Universität Salzburg. Göppingen : Kümmerle, 1980, (Göppinger
Arbeiten zur Germanistik Bd. 304), S. 155-173.
5. Bennewitz, Ingrid: Art. "Neidhart" . In: Müller, Ulrich (Hrsg.) : Lieder des Mittelalters und
der Mönch von Salzburg. Sonderdruck im Programm der "Szene der Jugend ’81". Zusam-
mengestellt von Ulrich Müller. Salzburg : -, 1981, S. 42f..
6. Bennewitz, Ingrid: Die Berliner Neidhart-Handschrift c (mgf 779). Transkription der Texte
und Melodien von Ingrid Bennewitz-Behr unter Mitwirkung von Ulrich Müller . Göppingen :
Kümmerle, 1981 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik Bd. 356)
7. Bennewitz-Behr, Ingrid: Dieter Kühn und Herr Neidhart: Beschreibung einer problemati-
schen Beziehung . In: Birkhan, Helmut (Hrsg.) : Neidhart von Reuental. Aspekte einer Neu-
bewertung. Wien : Braumüller, 1983, S. 17-33.
8. Bennewitz-Behr, Ingrid: Die Wiener Neidhart-Handschrift w (ÖNB [Link].3344). Tran-
skription der Texte und Melodien unter Mitwirkung von Ulrich Müller . Göppingen : Küm-
merle, 1984 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik Bd. 417)
9. Bennewitz-Behr, Ingrid ; Donaldson, Diane ; Jones, George F. ; Müller, Ulrich (Hrsg.): Vers-
konkordanz zur Berliner Neidhart-Handschrift c (mgf 779) . Bd. I-III Göppingen : Kümmer-
le, 1984 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik Bd. 418, Nr. I-III)
10. Bennewitz-Behr, Ingrid ; Müller, Ulrich ; Spechtler, Franz Viktor (Hrsg.): Neidharts Lieder.
Unveränderte Nachdrucke der Ausgaben von 1858 und 1923 . Bd. I-II Stuttgart : S. Hirzel,
1986
11. Bennewitz-Behr, Ingrid: Original und Rezeption. Funktions- und überlieferungsgeschichtli-
che Studien zur Neidhartsammlung R . Göppingen : Kümmerle, 1987 (Göppinger Arbeiten
zur Germanistik Bd. 437) . Zugl.: Salzburg, Universität, Diss., 1984
Seite 291
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
12. Bennewitz, Ingrid: "Marke dv versink!" Neidharts "Winterlied 37" und die Rezeption seines
Werkes in der Steiermark . In: Ebenbauer, Alfred ; Knapp, Fritz Peter ; Schwob, Anton
(Hrsg.) : Die mittelalterliche LItertur in der Steiermark. Akten des internationalen Sympo-
siums, Schloß Seggau bei Leibnitz 1984. Bern u.a. : Lang, 1988, (Jahrbuch für Internatio-
nale Germanistik, Reihe A, Kongreßberichte Bd. 23), S. 12-30.
13. Wießner, Edmund (Hrsg.): Kommentar zu Neidharts Liedern. Nachdruck der Ausgabe Leip-
zig 1954, mit e. Nachwort von Ingrid Bennewitz-Behr und Ulrich Müller . Stuttgart : Hirzel,
1989
14. Wießner, Edmund (Hrsg.): Vollständiges Wörterbuch zu Neidharts Liedern. Nachdruck d.
Ausg. Leipzig 1954 mit e. Nachwort von Ingrid Bennewitz-Behr und Ulrich Müller .
Stuttgart : Hirzel, 1989
15. Bennewitz, Ingrid: Der gegenwärtige Stand der Neithart Fuchs-Forschung: Ein Versuch .
In: Jahrbuch der Oswald-von-Wolkenstein-Gesellschaft 6 (1991), S. 189-198
Geschlechtergeschichte und Mediävistik
Projektleitung: (1) Forschungsgegenstand
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz
Beginn: 1.10.1997 Die Rezeption geschlechtergeschichtlicher Fragestellungen in der
deutschsprachigen germanistischen Mediävistik.
(2) Forschungsstand
Die überaus zögerliche Aufnahme derartiger Fragestellungen zeigt
sich auch im Forschungsbericht von A. M. Rasmussen zur Situation
in der amerikanischen Mediävistik mit vergleichsweise sehr umfang-
reichen Forschungsvorhaben.
(3) Vorarbeiten
Vgl. Bibliographie.
(4) Hypothesen
Allen voran ist es das Fehlen einer volkssprachlichen weltlichen Li-
teratur von Frauen, das die Möglichkeit eines Textvergleichs zwi-
schen der literarischen Produktion von Männern und Frauen
verhindert. Daher bleiben geschlechtergeschichtliche Untersuchun-
gen angewiesen auf die Frage nach den literarischen Inszenierun-
gen von Geschlechterrollen und Körpern, die von zumeist
männlichen Autoren für ein überwiegend weibliches Publikum ent-
worfen wurden. Innerhalb dieser "Männer"-Literatur gilt es, die den
Zivilisationsprozeß mitprägenden Festschreibungen der Geschlech-
terrollen, ihre Brüche,Widersprüche und utopischen Potentiale, die
literarischen Inszenierungen von Körpern und Emotionalitäten zu
analysieren.
(5) Methoden
Das methodische Handwerkszeug dafür liegt mit den verschiedenen
Ansätzen der gender studies vor; es müssen deren Ansätze insbe-
sondere durch komparatistische, mentalitätsgeschichtliche und kul-
turwissenschaftliche Perspektiven ergänzt werden.
(6) Kooperation
Intensiver Austausch mit Ann M. Rasmussen (Duke University, Nor-
th Carolina), Gerhild Scholz-Williams (Washington University, Mis-
souri) und Ingrid Kasten (FU Berlin).
Seite 292
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Bennewitz, Ingrid: Berichte
0XX aus der Zeit der Päpstin. Zur Inszenierung des Geschlechter-
tauschs in der deutschen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit . In: Ehlert, Tru-
de (Hrsg.) : Chevaliers errants, demoiselles et l? Autre: höfische und nachhöfische Literatur
im europäischen Mittelalter. FS für Xenja v. Ertzdorff zum 65. Geburtstag. Göppingen :
Kümmerle, 1998, (Göppinger Arbeiten zur Germanistik Bd. 644), S. 173-191.
2. Bennewitz, Ingrid: Eine Dame namens Ulrich, oder: Über den pragmatischen Nutzen von
Frauenkleidern für die literarischen Helden des Mittelalters . In: Spechtler, Franz Viktor ;
Maier, Barbara (Hrsg.) : Ich - Ulrich von Liechtenstein. Literatur und Politik im Mittelalter.
Akten der Akademie Friesach "Stadt und Kultur im Mittelalter" Friesach (Kärnten), 2.-6.
September 1996. Klagenfurt : Wieser, 1999, (Schriftenreihe der Akademie Friesach Bd. 5),
S. 349-369.
3. Bennewitz, Ingrid ; Tervooren, Helmut (Hrsg.): Manlîchiu wîp, wîplîch man. Zur Konstruk-
tion der Kategorien ?Körper? und ?Geschlecht? in der deutschen Literatur des Mittelalters
(Internationales Kolloquium der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft un der Gerhard-Mer-
cator-Universität Duisburg, Xanten 1997) . Berlin : Schmid, 1999 (Beihefte zur ZfdPh
Bd. 9) . - - Seiten.
4. Bennewitz, Ingrid: "Die obszöne weibliche Stimme. Erotik und Obszönität in den Frauen-
strophen der deutschen Literatur des Mittelalters" . In: Cramer, Thomas u.a. (Hrsg.) :
Frauenlieder - Cantigas de Amigo. Internationale Kolloquien des Centro de Estudos Hu-
manísticos (Universidade do Minho), der Faculdade de Letras (Universidade do Porto) und
des Fachbereichs Germanistik (Freie Universität Berlin), Berlin, 6.11.1998, Apúlia, 28.-
30.3.1999. Stuttgart : Hirzel, 2000, S. 69-84.
5. Bennewitz, Ingrid: "Ein kurze rede von guoten minnen." Liebes-Wahrnehmungen und Lie-
bes-Konzeptionen in der deutschen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit .
In: Lenschen, Walter (Hrsg.) : "Die Sprachen der Liebe -Languages de l’amour-". Bern :
Lang, 2000, S. 155-185.
6. Bennewitz, Ingrid: "Kriemhild im Rosengarten. Erzählstrukturen und Rollenkonstellationen
im ’Großen Rosengarten’" . In: Zatloukal, Klaus (Hrsg.) : 5. Pöchlarner Heldenliedge-
spräch: ’Aventiure - Märchenhafte Dietrichepik’. Wien : Fassbaender, 2000, S. 39-59. (Phi-
lologica Germanica Bd. 22)
7. Bennewitz, Ingrid: Frühe Versuche über alleinerziehende Mütter, abwesende Väter und in-
zestuöse Familienstrukturen. Zur Konstruktion von Familie und Geschlecht in der deut-
schen Literatur des Mittelalters (Abhandlungen zum Rahmenthema XXXIV
’Geschlechterrollen in familiären Beziehungen in der deutschen Literatur’ . In: Jahrbuch für
Internationale Germanistik XXXII (2000), Nr. 1, S. 8-18
8. Bennewitz, Ingrid: Kriemhild und Kudrun. Heldinnen-Epik statt Helden-Epik . In: Zatloukal,
Klaus (Hrsg.) : 7. Pöchlarner Heldenliedgespräch (Mittelhochdeutsche Heldendichtung au-
ßerhalb des Nibelungen- und Dietrichkreises (Kudrun, Ornit, Waltharius, Wolfdietriche)
Pöchlarn 3.-6. April 2002). Wien : Fassbaender, 2003, S. 9-20. (Philologica Germanica
Bd. 25)
9. Bennewitz-Behr, Ingrid: Vom rechten Umgang mit Steinen, Pferden und Frauen. Überle-
gungen zur Interpretation von Ottes ’Eraclius’ . In: ZfdPh 103 (1984), S. 378-394
10. Bennewitz, Ingrid (Hrsg.): Der frauwen buoch. Versuche zu einer feministischen Mediävi-
stik . Göppingen : Kümmerle, 1989 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik Bd. 517)
11. Bennewitz, Ingrid ; Bachinger, Katharina ; Blaikner-Hohenwart, Gabriele ; Steiner, Ger-
traud (Hrsg.): Feministische Wissenschaft. Methoden und Perspektiven . Stuttgart : Heinz,
1990 (Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik Bd. 243)
12. Bennewitz, Ingrid: Vrowe/maget/ubeles wîp. Alterität und Modernität mittelalterlicher
Frauenbilder in der zeitgenössischen Rezeption . In: Bennewitz, Ingrid ; Bachinger, Katha-
Seite 293
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
rina ; Blaikner-Hohenwart, Gabriele ; Steiner, Gertraud (Hrsg.) : Feministische Wissen-
schaft. Methoden und Perspektiven. Stuttgart : Heinz, 1990, S. 121-144.
13. Bennewitz, Ingrid: "Du bist mir Apollo" / "Du bist mir Helena". ’Figuren’ der Liebe im früh-
neuhochdeutschen Prosaroman . In: Bachorski, Hans-Jürgen (Hrsg.) : Ordnung und Lust.
Bilder von Liebe, Ehe und Sexualität in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Trier : WVT,
1991, S. 185-210.
14. Bennewitz, Ingrid: Das Paradoxon weiblichen Sprechens im Minnesang. Überlegungen zur
Funktion der sog. ’Frauenstrophen’ . In: Mediävistik [recte: Mai 1993] 4 (1991), S. 21-36
15. Bennewitz, Ingrid: Feministische Literaturwissenschaft und Mediävistik: Versuche zur Po-
sitionsbestimmung . In: Mitteilungen des Deutschen Germanisten-Verbandes 3 (1992),
S. 33-36
16. Bennewitz, Ingrid: Frauenliteratur im Mittelalter oder feministische Mediaevistik? Überle-
gungen zur Entwicklung der geschlechter-geschichtlichen Forschung in der germanisti-
schen Mediaevistik der deutschsprachigen Länder . In: ZfdPh 112 (1993), S. 383-393
17. Bennewitz, Ingrid: Mediävistische Germanistik und feministische Literaturwissenschaft.
Versuch einer Positionsbestimmung . In: Janota, Johannes (Hrsg.) : Kultureller Wandel und
die Germanistik in der Bundesrepublik. Vorträge des Augsburger Germanistentages 1991.
Bd. 4. Tübingen : Niemeyer, 1993, S. 280-286.
18. Bennewitz, Ingrid: "Wie ihre Mütter?" Zur männlichen Inszenierung des weiblichen Streit-
gesprächs in Neidharts Sommerliedern . In: Bader, Angela u.a. (Hrsg.) : Sprachspiel und
Lachkultur. Beiträge zur Literatur- und Sprachgeschichte. Rolf Bräuer zum 60. Geburtstag.
Stuttgart : Heinz, 1994, S. 178-193.
19. Bennewitz, Ingrid: Komplizinnen und Opfer der Macht. Die Rollen der Töchter im Roman
der frühen Neuzeit (mit bes. Berücksichtigung der ’Melusine’ des Thüring von Ringoltingen)
. In: Tatlock, Lynne (Hrsg.) : The Graph of Sex and the German Text: Gendered Culture in
Early Modern Germany 1500-1700. Amsterdam : Rodopi, 1994, (Chloe, Beihefte zum
Daphnis Bd. 19), S. 225-245.
20. Bennewitz, Ingrid: ReKonstruktionen, RePräsentationen. Überlegungen zur Rezeption von
feministischer Literaturwissenschaft und Geschlechtergeschichte in der (österreichischen)
Germanistik . In: Stimulus. Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik
3 (1994), S. 53-63
21. Bennewitz, Ingrid: "Darumb lieben Toechter/seyt nicht zu gar fürwitzig..." Deutschsprachi-
ge moralisch-didaktische Literatur des 13.-15. Jahrhunderts . In: Kleinau, Elke ; Opitz,
Claudia (Hrsg.) : Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung. Frankfurt / New York : Cam-
pus-Verlag, 1996, S. 23-41 und 470-473.
22. Bennewitz, Ingrid: "Frauen"-Gespräche. Zur Inszenierung des Frauendialogs in der mittel-
hochdeutschen Literatur . In: Das Mittelalter 1 (1996), Nr. 2, S. 11-26
23. Bennewitz, Ingrid: Der Körper der Dame. Zur Konstruktion von "Weiblichkeit" in der deut-
schen Literatur des Mittelalters . In: Müller, Jan-Dirk (Hrsg.) : "Aufführung" und "Schrift"
in Mittelalter und Früher Neuzeit. Stuttgart / Weimar : Metzler, 1996, (Germanistische-
Symposien-Berichtsbände Bd. 17), S. 222-238.
24. Bennewitz, Ingrid: Die Hexen sind zurück! Hexenbild und Hexenkult im feministischen und
esoterischen Kontext des New Age . In: Müller, Ulrich ; Hundsnurscher, Franz ; Sommer,
Cornelius (Hrsg.) : Mittelalter-Rezeption V. Gesammelte Vorträge des V. Salzburger Sym-
posions (Burg Kaprun, 1990). Göppingen : Kümmerle, 1996, S. 310-329. (Göppinger Ar-
beiten zur Germanistik Bd. 630)
25. Bennewitz, Ingrid: Mädchen ohne Hände. Der Vater-Tochter-Inzest in der mittelhochdeut-
schen und frühneuhochdeutschen Erzählliteratur . In: Gärtner, Kurt ; Kasten, Ingrid ;
Shaw, Frank (Hrsg.) : Spannungen und Konflikte menschlichen Zusammenlebens in der
Seite 294
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
deutschen Literatur des Mittelalters (Bristoler Colloquium Bristol 1993). Tübingen : Nie-
meyer, 1996, S. 157-172.
Kundrie
Projektleitung: Im germanistischen Grundstudium soll den Studierenden ein Über-
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz blick über die mittelhochdeutsche Literatur sowie die Besonderhei-
Prof. Behr, Hans-Joachim ten des Mittelhochdeutschen und seiner grammatischen Strukturen
Beteiligte:
Kai Lorenz, M.A. vermittelt werden. Grundlage zum selbständigen Übersetzen und
Andrea Schindler, M.A. einem kritischen Umgang mit der Sekundärliteratur sind daher auch
Stichwörter: ein kultur- und literarhistorisches Basiswissen sowie Kenntnisse des
Mediävistik Einführungs- mittelalterlichen religions- und Weltverständnisses. Angesichts der
seminar; Materialien on-
zu bewältigenden Studierendenzahlen (246 Teilnehmer am Einfüh-
line
Beginn: 1.4.2004 rungsseminar) entstand die Idee, den Studierenden die notwendi-
gen Materialien und begleitenden Unterlagen neu geordnet und
praxisorientiert aufbereitet in einer Internet-Präsentation zur Verfü-
gung zu stellen. Entsprechend auch der Name des Projekts:
KUNDRIE: Kleine Und Nützliche Datenbank für Recherchen zu Ihrem
Einführungsseminar. Der erste Baustein ist die von Prof. Hans-Joa-
chim Behr zur Verfügung gestellte Grammatik des Alt- und Mittel-
hochdeutschen BABS (= Bamberg (BA) - Braunschweiger (BS)
Grammatik des Alt- und Mittelhochdeutschen), die sowohl auf der
Homepage der Universität als auch auf den KUNDRIE-Seiten zum
kostenlosen Download zur Verfügung steht. Über BABS hinaus bie-
tet KUNDRIE Grammatik-Sonderseiten, etwa zu Syntax und Bedeu-
tungswandel, von denen einige aus urheberrechtlichen Gründen
Passwortgeschützt sind. KUNDRIE enthält weiterhin Bibliographien
zur grundlegenden Literatur und zu ausgewählten Werken, eine
zeitliche Grobübersicht, die die Verknüpfung von Werken, Personen
und geschichtlichen Ereignissen erleichtert und eine thematisch ge-
ordnete Linksammlung. Da KUNDRIE als Studienbegleitendes Pro-
jekt angelegt ist, werden außerdem die Inhalte jeder
Seminarsitzung eingepflegt. Interne Links erleichtern das Auffinden
bzw. Nachschlagen wiederholungsbedürftiger Inhalte. Prüfungsrele-
vante Stoffbereiche stehen so jederzeit und dauerhaft zur Verfü-
gung. KUNDRIE ist ein Pilotprojekt und wächst mit den derzeit
angebotenen Lehrveranstaltungen ständig, deshalb sind in
KUNDRIE auch bereits Bereiche angelegt, die zur Zeit noch in Bear-
beitung sind und allen Online-Besuchern sukzessive zugänglich ge-
macht werden.
Mittelalter virtuell
Projektleitung: Das Projekt ’Mittelalter virtuell’ hat eine zusammenfassende inter-
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz disziplinäre Darstellung der Mediävistik im Internet auf zwei media-
Beteiligte: len Ebenen - als Buch und als Web-Publikation - zum Ziel. Das Buch
Dr. Ruth Weichselbaumer
Stichwörter: soll als thematischer Wegweiser dienen, d.h. es soll einen Überblick
mediävistik; neue medien; über die für Mediävisten aller Fachgebiete relevanten WWW-Seiten
internet geben - und bei Bedarf Anleitungen für ihre Verwendung. Die wis-
Beginn: 1.10.2001 senschaftliche Diskussion über den aktuellen ’Medienwechsel’ sowie
über die Möglichkeiten und Grenzen des Mediums Internet für die
mediävistische Forschung soll ebenfalls im Buch Platz finden. Die
Homepage ’Mittelalter virtuell’ soll als Parallelpublikation zum Buch
neben allgemeinen Informationen zum Thema ’Mediävistik im Inter-
Seite 295
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
net’ eine hierarchisch geordnete Linkliste enthalten, die dem Leser
/ Benutzer dabei helfen soll, die im Buch vorgestellten Informations-
angebote und Hilfsmittel rasch aufzufinden. Bücher, die die Neuen
Medien thematisieren, veralten besonders rasch. Die Doppelpubli-
kation Buch - Website soll das verhindern, indem sie die Vorteile
beider Medien nützt: Übersichtlichkeit, fundierte Information, gute
Lesbarkeit und die ständige Möglichkeit zu Aktualisierung.
Studien zum Lobblümen in der höfischen Dichtung des 13. Jahrhunderts
Projektleitung: Seit Gustav Ehrismanns Buch über die "Minneburg" von 1897 ist die
PD Dr. Gert Hübner "geblümte Rede" ein kontrovers diskutiertes Konzept der älteren
Beginn: 30.6.1995 deutschen Philologie. Was auf der einen Seite als Leitbegriff für die
Literaturgeschichte des 13. und 14. Jahrhunderts diente, wurde auf
der anderen als Fiktion abgelehnt. Mit der Untersuchung des histo-
rischen Wortgebrauchs von "blüemen" begründet die Studie den
Vorschlag, einen Form-Funktions-Zusammenhang in den Mittel-
punkt der Begriffsbestimmung zu stellen: die Verwendung meta-
phorischer Ausdrucksformen mit hyperbolischer Funktion in
laudativer Rede. Im Anschluß daran gilt das Interesse der Entwick-
lung des "Lobblümens" in der höfischen Epik und Lyrik des 13. und
frühen 14. Jahrhunderts. Die Analyse einer Vielzahl von Texten - mit
dem Zentrum bei Konrad von Würzburg und Frauenlob - verleiht
dem Lobblümen eine herausragende Bedeutung für die Geschichte
der poetischen Techniken wie auch für die Geschichte der Literaräs-
thetik.
Publikationen
1. Hübner, Gert: Lobblumen.
0XXStudien zur Genese und Funktion der "Geblümten Rede" . Tü-
bingen/Basel : Francke, 2000 (Bibliotheca Germanica Bd. 41)
2. Hübner, Gert: Die "geblümte Rede". Zur Poetik des Lobs im 13. und 14. Jahrhundert .
In: Forschungsforum (2001), Nr. 10, S. 155-157
Wissenschaftlicher Nachlaß von Peter K. Stein (Salzburg)
Projektleitung: (1) Forschungsgegenstand
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz
Beteiligte: Im wissenschaftlichen Nachlaß von Peter Stein fanden sich zwei un-
Mag. Beatrix Koll (Univer- vollendete Projekte, deren Herausgabe bzw. Fertigstellung von mir
sität Salzburg) übernommen wurde:
Dr. Ruth Weichselbaumer
(Universität Salzburg) a) Tristanstudien (Unpublizierte Habilitationsschrift).
Beginn: 1.3.1997 b) Edition und Übersetzung des "König Rother" (Reclam).
Publikationen
1. Bennewitz, Ingrid (Hrsg.):
0XXKönig Rother. Mittelhochdeutscher Text u. neuhochdeutsche
Übersetzung v. Peter K. Stein. Hg. von Ingrid Bennewitz unter Mitarbeit von Beatrix Koll
und Ruth Weichselbaumer . Stuttgart : Reclam, 2000 (RUB Bd. 18047)
2. Stein, Peter K.: Tristan-Studien. Hg. von Ingrid Bennewitz unter Mitarbeit von Beatrix Koll
und Ruth Weichselbaumer . Stuttgart : S. Hirzel, 2001
Seite 296
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Zweisprachige Edition ausgewählter Neidhart-Lieder
Projektleitung: (1) Forschungsgegenstand
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz
Prof. Dr. Ulrich Müller Für eine zweisprachige Edition des Reclam-Verlages werden aus
Beginn: 1.10.2000 dem umfangreichen Corpus der Neidhart-Lieder besonders typische
Vertreter der Gattung ausgewählt, neu ediert (handschriftennahe)
und übersetzt sowie kommentiert.
Projektunabhängige Publikationen
1. Bennewitz-Behr, Ingrid: Von Falken, Trappen und Blaufüßen. Kein ornithologischer Beitrag
0XX
zur Tradition des mittelhochdeutschen Falkenliedes beim Mönch von Salzburg und Heinrich
von Mügeln . In: Mc Donald, William (Hrsg.) : Spectrum medii aevi. Essays on early german
literature in honour of George F. Jones. Göppingen : Kümmerle, 1983, (Göppinger Arbeiten
zur Germanistik Bd. 362), S. 1-20.
2. Bennewitz, Ingrid: "Fro welt ir sint gar hüpsch und schoen . . ." Die ’Frau Welt’-Lieder der
Handschift mgf 779 und cpg 329 . In: Jahrbuch der Oswald-von-Wolkenstein-Gesellschaft
4 (1987), S. 117-136
3. Bennewitz, Ingrid: Moraldidaktische Literatur . In: Liebertz-Grün, Ursula (Hrsg.) : Aus der
Mündlichkeit in die Schriftlichkeit: Höfische und andere Literatur 750-1320. Reinbek : Ro-
wohlt, 1988, (Deutsche Literatur. Eine Sozialgeschichte Bd. 1), S. 333-343.
4. Bennewitz, Ingrid: Melusines Schwestern. Beobachtungen zu den Frauenfiguren im Prosa-
roman des 15. und 16. Jarhhunderts . In: Oellers, Norbert (Hrsg.) : Germanistik und
Deutschunterricht im Zeitalter der Technologie: Selbstbestimmung und Anpassung. Vorträ-
ge des Germanistentages Berlin 1987. Tübingen : Niemeyer, 1988, S. 291-300.
5. Bennewitz, Ingrid: "Darumb eine fraw jrem mann nit kan zu vil gehorsam seyn." Zur Kon-
stituierung von Weiblichkeitsidealen im "Ritter vom Thurn" des Marquart von Stein .
In: Stein, Peter K. ; Weiss, Andreas ; Hayer, Gerold (Hrsg.) : Festschrift für Ingo Reiffen-
stein zum 60. Geburtstag. Göppingen : Kümmerle, 1988, (Göppinger Arbeiten zur Germa-
nistik Bd. 478), S. 545-564.
6. Bennewitz, Ingrid: ’vrouwe / maget’. Überlegungen zur Interpretation der sog. Mädchen-
lieder im Kontext von Walthers Minnesang-Konzeption . In: Mück, Hans-Dieter (Hrsg.) :
Walther von der Vogelweide: Beiträge zu Leben und Werk. Stuttgart : Stöffler u. Schütz,
1989, (Kulturwissenschaftliche Bibliothek Bd. 1), S. 237-252.
7. Bennewitz, Ingrid: Lukretia, oder: Über die literarischen Projektionen von der Macht der
Männer und der Ohnmacht der Frauen. Darstellung und Bewertung von Vergewaltigung in
der "Kaiserchronik" und im "Ritter von Thurn" . In: Bennewitz, Ingrid (Hrsg.) : Der frauwen
buoch. Versuche zu einer feministischen Mediävistik. Göppingen : Kümmerle, 1989, (Göp-
pinger Arbeiten zur Germanistik Bd. 517), S. 113-134.
8. Bennewitz, Ingrid: "Der Tronjer fiel von Weibeshand." Zur Rezeption des Mittelalters in den
deutsch-österreichischen Jugendspielen 1930-1950 . In: Burg, Irene u.a. (Hrsg.) : Mittel-
alter-Rezeption IV: Medien, Politik, Ideologie, Ökonomie. Göppingen : Kümmerle, 1991,
(Göppinger Arbeiten zur Germanistik Bd. 550), S. 95-116.
9. Bennewitz, Ingrid: Anmerkungen zur Stellung der Frauen in der Salzburger Stadt- und Po-
lizeiordnung von 1524 . In: Floimair, Roland (Hrsg.) : "Desgleichen auch all Jungkhfrawen
vnd Haußdiernen". Frau sein in Salzburg. XI. Landes-Symposion am 17. November 1990.
Salzburg : Salzburger Druckerei, 1991, (Salzburger Diskussionen Bd. 14), S. 152-155.
10. Bennewitz, Ingrid: Wagners Kurwenal: "Treuer ohne Wanken" oder "blöder Wicht"? Über-
legungen zum Mythos einer Männerfreundschaft . In: Wiener Staatsoper (Hrsg.) : "Tri-
stan". Programmheft der Wiener Staatsoper 1992, betreut von Alfred Ebenbauer. Wien : -
, 1992, S. 47-52.
Seite 297
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
11. Bennewitz, Ingrid: Neidhart: ’Wie sol ich die bluomen uberwinden’ . In: Tervooren, Helmut
(Hrsg.) : Gedichte und Interpretationen. Mittelalter. Stuttgart : Reclam, 1993, (RUB
Bd. 8864), S. 321-337.
12. Füssel, Stephan ; Hübner, Gert ; Knape, Joachim (Hrsg.): Artibus. Kulturwissenschaft und
deutsche Philologie des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Festschrift Dieter Wuttke .
Wiesbaden : Harrassowitz, 1994
13. Seifert, Siegfried: Bibliographischer Literaturbericht. Ausgewählte Veröffentlichungen zur
germanistischen Editionswissenschaft aus dem Jahr 1992. Mit Nachträgen aus den Jahren
1989-1991. Bearbeitet von Siegfried Seifert unter Mitarbeit von Ingrid Bennewitz und Ul-
rich Müller . In: Editio 8 (1994), S. 211-228
14. Bennewitz, Ingrid: Das Nibelungenlied - Ein "Puech von Chrimhild"? Ein geschlechterge-
schichtlicher Versuch zum ’Nibelungenlied’ und seiner Rezeption . In: Zatloukal, Klaus
(Hrsg.) : 3. Pöchlarner Heldenliedgespräch. Die Rezeption des Nibelungenliedes. Wien :
Fassbaender, 1995, (Philologica Germanica Bd. 16), S. 33-52.
15. Hübner, Gert: Versuch über Konrad von Würzburg als Minnelyriker . In: Füssel, Stephan ;
Hübner, Gert ; Knape, Joachim (Hrsg.) : Artibus. Kulturwissenschaft und deutsche Philolo-
gie des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Festschrift Dieter Wuttke. Wiesbaden : Harras-
sowitz, 1995, S. 63-94.
16. Hübner, Gert: Frauenpreis. Studien zur Funktion der laudativen Rede in der mittelhoch-
deutschen Minnekanzone . Bd. 1-2 Baden-Baden : Koerner, 1996 (Saecula spiritalia
Bd. 34-35) . Zugl.: Tübingen, Universität, Diss., 1995
17. Hübner, Gert: von Wissenlo . In: Wachinger, Burghart u.a. (Hrsg.) : Die deutsche Literatur
des Mittelalters. Verfasserlexikon. Bd. 10. Berlin, New York : de Gruyter, 1999, S. 1272-
1274.
18. Hübner, Gert: Wachsmut von Mühlhausen . In: Wachinger, Burghart u.a. (Hrsg.) : Die
deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Bd. 10. Berlin, New York : de Gruyter,
1999, S. 557-559.
19. Hübner, Gert: Wilhelm von Heinzenburg . In: Wachinger, Burghart u.a. (Hrsg.) : Die deut-
sche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Bd. 10. Berlin, New York : de Gruyter,
1999, S. 1096-1098.
20. Hübner, Gert: Gerne ich von demselben spraeche. Leibhaftiges in Liechtensteins Liedern .
In: Spechtler, Franz V. ; Meier, Barbara (Hrsg.) : Ich - Ulrich von Liechtenstein. Literatur
und Politik im Mittelalter. Akten der Akademie Friesach "Stadt und Kultur im Mittelalter"
Friesach (Kärnten), 2.-6. September 1996. Klagenfurt : Wieser, 1999, (Schriftenreihe der
Akademie Friesach Bd. 5), S. 319-345.
21. Bennewitz, Ingrid ; Schmidt, Siegrid ; Müller, Ulrich (Hrsg.): Specht und Gämse. Beiträge
zur Rechtschreibung des Deutschen (Symposion Salzburg 1998). FS für Franz V. Spechtler
. Göppingen : Kümmerle, 2000 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik Bd. 687)
22. Hübner, Gert: Die "geblümte Rede". Zur Theorie und Praxis einer poetischen Technik im
späteren Mittelalter . In: Jahrbuch der Oswald-von-Wolkenstein Gesellschaft 12 (2000),
S. 175-184
23. Bennewitz, Ingrid: Kaiserin und Braut Gottes. Literarische Entwürfe weiblicher Heiligkeit .
In: 137. Bericht des Historischen Vereins Bamberg (2001), S. 133-148
24. Bennewitz, Ingrid: CHLAGE über Kriemhild. Intertextualität, literarische Erinnerungsarbeit
und die Konstruktion von Weiblichkeit in der Mittelhochdeutschen Heldenepik .
In: Zatloukal, Klaus (Hrsg.) : 6. Pöchlarner Heldenliedgespräch. 800 Jahre Nibelungenlied.
Rückblick - Einblick - Ausblick. Wien : Fassbaender, 2001, (Philologica Germanica Bd. 23),
S. 25-36.
Seite 298
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
25. Bennewitz, Ingrid: Stirbe aber ich so bin ich sanfte tot. Walthers "Sumerlatenlied" (L72,31)
im Kontext der Würzburger Liederhandschrift . In: Mertens, Volker ; Müller, Ulrich (Hrsg.)
: Walther lesen. Interpretationen und Überlegungen zu Walther von der Vogelweide. FS für
Ursula Schulze zum 65. Geburtstag. Göppingen : Kümmerle, 2001, (Göppinger Arbeiten
zur Germanistik Bd. 692), S. 93-103.
26. Bennewitz, Ingrid: Neithard Fuchs in Zwickau: Der Neithart Fuchs-Druck von 1537 (Z1) aus
dem Besitz der Zwickauer Raatsbibliothek. . In: ----- (Hrsg.) : Literarisches Leben in Zwik-
kau im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Vorträge eines Symposiums anlässlich des
500jährigen Jubiläums der Ratsschulbibliothek Zwickau am 17. und 18. Februar 1998.
Göppingen : Kümmerle, 2001, S. 20-28. (Göppinger Arbeiten zur Germanistik, Nr. 686)
27. Hübner, Gert: Boppe, Meister . In: Jeep, John M. (Hrsg.) : Medieval Germany. An Encyclo-
pedia. New York : Garland, 2001, S. im Druck.
28. Hübner, Gert: Berthold von Holle . In: Jeep, John M. (Hrsg.) : Medieval Germany. An En-
cyclopedia. New York : Garland, 2001, S. im Druck.
29. Hübner, Gert: Hornburg, Lupold . In: Jeep, John M. (Hrsg.) : Medieval Germany. An En-
cyclopedia. New York : Garland, 2001, S. im Druck.
30. Bennewitz, Ingrid: Zur Konstruktion von Körper und Geschlecht in der Literatur des Mittel-
alters . In: Bennewitz, Ingrid ; Kasten, Ingrid (Hrsg.) : Genderdiskurse und Körperbilder
im Mittelalter. Eine Bilanzierung nach Butler und Laqueur. Münster : LIT-Verlag, 2002,
(Bamberger Studien zum Mittelalter Bd. 1), S. 1-10.
31. Bennewitz, Ingrid: Jungfrau, Mutter, Königin. Vereinnamung und Ausgrenzung von Weib-
lichkeit in mittelalterlichen Marienliedern . In: Bennewitz, Ingrid (Hrsg.) : Lektüren der Dif-
ferenz. Studien zur Mediävistik und Geschlechtergeschichte gewidmet Ingvild Birkhan.
Bern : Lang, 2002, S. 55-74.
32. Bennewitz, Ingrid: Sin mund begund im uff gan. Versuche zur Überlieferung von Gottfrieds
"Tristan" . In: Huber, Christoph ; Millet, Victor (Hrsg.) : Der "Tristan" Gottfrieds von Straß-
burg (Symposion Santiago de Compostela 05.-08. April 2000). Tübingen : Max Niemeyer,
2002, S. 9-22.
33. Bennewitz, Ingrid (Hrsg.): Lektüren der Differenz. Studien zur Mediävistik und Geschlech-
tergeschichte gewidmet Ingvild Birkhan . Bern u.a. : Lang, 2002
34. Bennewitz, Ingrid ; Kasten, Ingrid: Genderdiskurse und Körperbilder im Mittelalter. Eine Bi-
lanzierung nach Butler und Laqueur . Münster : LIT-Verlag, 2002 (Bamberger Studien zum
Mittelalter Bd. 1)
35. Bennewitz, Ingrid: Die Pferde der Enite . In: Meyer, Matthias ; Schiewer, Hans-Jochen
(Hrsg.) : Literarische Leben. Rollenentwürfe in der Literatur des Hoch- und Spätmittelal-
ters. FS für Volker Mertens zum 65. Geburtstag. Tübingen : Niemeyer, 2002, S. 1-17.
Seite 299
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2120 Fax.: 0951/863 5120
Leitung: [Link]
Prof. Dr. Friedhelm Marx
[Leitung bis 31.03.2003:
Prof. em. Dr. Wulf Se-
gebrecht]
wiss. Mitarbeiter:
PD Dr. Oliver Jahraus
Dr. Julia Schöll
Angestellte:
Inge Stopfer
Forschungsschwerpunkte
• Literatur des 18. Jahrhunderts
• Literatur des 19. Jahrhunderts
• Literatur der Klassischen Moderne
• Literatur der Nachkriegszeit
• Literatur der Gegenwart
Kooperationsbeziehungen
Der Lehrstuhl unterhält enge wissenschaftliche Kontakte zu For-
schern und Instituten im In- und Ausland, darunter besonders zu
den germanistischen Instituten der Universitäten Augsburg, Bay-
reuth, Bielefeld, Bonn, Eichstätt, Erlangen, Freiburg, Göttingen,
Greifswald, Hagen, Heidelberg, Kiel, Köln, München, Münster, Re-
gensburg, Saarbrücken und Wuppertal sowie zu Literaturwissen-
schaftlern der University of Virginia, Charlottesville (U.S.A.), der
University of Notre Dame, South Bend (U.S.A.) und der Harvard
University, Cambridge (U.S.A.).
Forschungsprojekte
Armin T. Wegner
Projektleitung: Im Rahmen der von Andreas Meier (Wuppertal) initiierten Werkaus-
Prof. Dr. Andreas Meier gabe von Armin T. Wegner im Göttinger Wallstein Verlag (2004ff.)
(Wuppertal) wird Friedhelm Marx den Band "Dramen und Hörspiele" herausge-
Beteiligte:
Prof. Dr. Friedhelm Marx ben.
Stichwörter:
Armin T. Wegner; Edition
Beginn: 1.1.2000
Mitwirkende Institutio-
nen:
Bergische Universität
Wuppertal
Seite 300
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
E.T.A Hoffmann
Projektleitung: Die E.T.A. Hoffmann- und im weiteren Sinne die Romantik-For-
Prof. Dr. Wulf Segebrecht schung gehören seit langem zum Profil des Lehrstuhls. Das kommt
Prof. Dr. Friedhelm Marx unter anderem darin zum Ausdruck, daß Wulf Segebrecht und Franz
Stichwörter:
Romantik; E.T.A. Hoff- Loquai die "Mitteilungen der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft" bzw. (ab
mann 1992) das "E.T.A. Hoffmann Jahrbuch" redaktionell betreut und zu
Beginn: 1.5.1982 einem kritischen Zentrum der Romantik-Forschung entwickelt ha-
ben. Prof. Dr. Bernhard Schemmel ist erster und Dr. Reinhard Hein-
ritz ist derzeit zweiter Vorsitzender der E.T.A. Hoffmann-
Gesellschaft, die ihren Sitz in Bamberg hat. Zahlreiche Editionen von
Werken und Briefen E.T.A. Hoffmanns, monographische Arbeiten,
Dokumentationen und Darstellungen der Wirkungsgeschichte Hoff-
manns und seiner Werke wurden an diesem Lehrstuhl vorbereitet.
Dazu zählt die Mitwirkung Wulf Segebrechts an der Werkausgabe
Hoffmanns im Deutschen Klassiker Verlag, die Separatausgabe des
"Meister Floh"(Bamberg 1989) und die Anthologie "E.T.A. Hoffmann
im Vervielfältigungsglas" (Bamberg 1993). Mehrfach wurden wis-
senschaftliche Projekte auswärtiger Forscher aus dem Bereich der
E.T.A. Hoffmann-Forschung unter Mitwirkung des DAAD oder der
Humboldt-Stiftung hier betreut.
Franz Kafka und sein Schreiben
Projektleitung: Das Projekt will in einer monographischen Darstellung, die bei Re-
PD Dr. Oliver Jahraus clam erscheinen wird, den Gesamtkomplex Kafka darstellen: Insbe-
Stichwörter: sondere soll ein Modell entworfen werden, das Kafkas Biographie
Franz Kafka; Literatur und
Schreiben; Kafka und Kaf- und Werk aufeinander bezieht, ohne in biographistische Deutungs-
ka-Interpretation muster zu verfallen. Statt dessen soll ein Konzept dieses Schreibens
Laufzeit: 1.1.2004 - aus der Verschränkung von Tagebüchern, Briefen und literarisch-
1.6.2005 fiktionalen Texten erarbeitet werden, das nicht nur die Literarisie-
rung des Lebens erfasst, sondern zudem auch auf eine eigenständi-
ge Position im Kanon der Interpretationsansätze hinauslaufen soll.
Die Aufdeckung der in den Texten selbst verschrifteten Schreibstra-
tegie soll zugleich den Schlüssel für ihre Interpretation liefern. Inso-
fern sollen die Analysen in der Umsetzung dieses Interpretations-
ansatzes zugleich Beispielcharakter haben. Berücksicht werden: Der
Verschollene (Amerika) (dabei insbesondere herausgehoben auch
das erste Kapitel, das als Erzählung erschienen ist: Der Heizer), Der
Proceß und Das Schloß; daneben insbesondere die großen Erzählun-
gen, die zu Lebzeiten Kafkas veröffentlicht worden sind: Das Urteil,
Die Verwandlung, In der Strafkolonie, Der Landarzt, Vor dem Ge-
setz, Das nächste Dorf, Eine kaiserliche Botschaft, Die Sorge des
Hausvaters, Ein Bericht für eine Akademie, Ein Hungerkünstler, Er-
stes Leid, Eine kleine Frau, Josefine oder das Volk der Mäuse. Dane-
ben auch: Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande, Beschreibung
eines Kampfes, Der Schlag ans Hoftor, Gibs auf!, Der Bau, Kleine
Fabel, Von den Gleichnissen.
Seite 301
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Heinrich Leopold Wagner im Kontext des Sturm-und-Drang
Projektleitung: Unter der Leitung von Sabina Becker, Friedhelm Marx und Andreas
Prof. Dr. Friedhelm Marx Meier fand am 4. und 5. 12. 2003 an der Bergischen Universität
Prof. Dr. Andreas Meier Wuppertal eine Tagung zum Werk des Sturm-und-Drang-Autors
Prof. Dr. Sabina Becker
Beteiligte: Heinrich Leopold Wagner (1747-1779) statt. Die Ergebnisse der Ta-
Prof. Dr. Dr. Jürgen C. Ja- gung werden 2004 in einer Monographie (Beihefte zum "Euphori-
cobs (Köln) on") publiziert.
Prof. Dr. Sabine Doering
(Oldenburg)
PD. Dr. Volker Doerr
(Bonn)
Prof. Dr. Jörg-Ulrich Fech-
ner (Bochum)
Dr. Stephan Braese (Bre-
men)
Stichwörter:
Heinrich Leopold Wagner;
Sturm-und-Drang; Genie-
Ästhetik
Beginn: 1.10.2003
Förderer:
Bergische Universität
Wuppertal
Identitätskonstruktion im Exilwerk Thomas Manns
Projektleitung: In ihrem Dissertationsprojekt "Joseph im Exil. Zur Identitätskon-
Dr. Julia Schöll struktion in Thomas Manns Exil-Tagebüchern und -Briefen sowie im
Laufzeit: 1.10.1999 - Roman ’Joseph und seine Brüder’" untersucht Julia Schöll narrative
30.6.2004
Strategien der Identitätskonstruktion im Exil auf der Basis kultur-
wissenschaftlicher Theorien zum kulturellen Gedächtnis und der An-
sätze der Narrativen Psychologie. Die Korrelation zwischen Text,
Autor und existentieller Fremdheitserfahrung steht dabei im Zen-
trum. Die Analyse stellt die konzeptionelle Einheit der Romantetra-
logie insofern in Frage, als die einzelnen Bände differenziert und als
jeweils zentrale Kristallisationspunkte des sich wandelnden politi-
schen Selbstverständnisses Manns vor und während des Exils be-
trachtet werden. Unter Einbeziehung der Exil-Tagebücher und -
Briefe Manns, die als gleichwertige Medien narrativer Identitätskon-
struktion gelesen werden, zeigt die Arbeit erstmals, wie persönliche
Identität und öffentlich-politische Rolle Thomas Manns unter den
Bedingungen des Exils in drei verschiedenen Textsorten zugleich
narrativ rekonstruiert, stabilisiert und neu konstituiert werden und
welch zentrale Rolle Heimat- und Fremdheitserfahrungen, Ausgren-
zungs- und Integrationsmechanismen dabei spielen.
Publikationen
1. Schöll, Julia: Dekonstruktionen.
0XX Zu Yahya Elsaghes Studie über Thomas Mann und das
"Deutsche" (Rezension) . In: [Link] (2000), Nr. 10, S. Oktober 2000
2. Schöll, Julia: Penthesilea und Mut-em-enet. Tod und Eros bei Heinrich von Kleist .
In: Schury, Gudrun / Götze, Martin (Hrsg.) : Buchpersonen, Büchermenschen. Heinz Gok-
kel zum Sechzigsten. Würzburg : Königshausen & Neumann, 2001, S. 167-186.
3. Schöll, Julia (Hrsg.): Gender - Exil - Schreiben. Mit einem Vorwort von Guy Stern .
Würzburg : Königshausen & Neumann, 2002
Seite 302
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Schöll, Julia: Geschlecht und Politik in Thomas Manns Exilroman "Lotte in Weimar" .
In: Schöll, Julia (Hrsg.) : Gender - Exil - Schreiben. Würzburg : Königshausen & Neumann,
2002, S. 165-183.
5. Schöll, Julia: Thomas Mann auf zweihundert Seiten. Zu Edo Reents Kurzbiographien im Cla-
assen Verlag (Rezension) . In: Deutsche Bücher. Forum für Literatur 32. Jg (2002), Nr. 3,
S. 237-240
6. Schöll, Julia: Verschattete Nähe. Eine Tagung zu den Geschwistern Erika und Klaus Mann
(Tagungsbericht) . In: Frankfurter Rundschau 27. Februar 2002 (2002), S. 18
7. Schöll, Julia: Goethe im Exil. Zur Dekonstruktion nationaler Mythen in Thomas Manns "Lot-
te in Weimar" . In: Thomas-Mann-Jahrbuch 16 (2003), S. 141-158
8. Schöll, Julia: Thomas Mann, Mythos und Moderne (Rezension zu Thomas Ette: Freiheit zum
Ursprung. Mythos und Mythoskritik in Thomas Manns Josephs-Tetralogie . In: IASL online
(2003), S. 4.1.2003
9. Schöll, Julia: Bild-Netze und Zeit-Welten um 1900. Thomas Manns "Buddenbrooks" im eu-
ropäischen Kontext (Tagungsbericht) . In: Lübeckische Blätter 166. Jg (2001), Nr. 20,
S. 313-317
Literatur als Medium
Beteiligte: Meine Habilitationsschrift (Bamberg 2001) "Literatur als Medium.
PD Dr. Oliver Jahraus Sinnkonstitution und Subjekterfahrung zwischen Bewußtsein und
Laufzeit: 1.1.1997 - Kommunikation", erschienen in Weilerswist: Velbrück Wissenschaft
1.5.2001
2003, bemüht sich um eine umfassende Klärung eines für die Lite-
ratur seit dem 18. Jahrhundert maßgeblichen Medienbegriffs als
Grundlagenkonzept. Mir geht es darum, Interpretation, Literatur
und Medien auf der Grundlage moderner und avancierter Theorie-
standards und mit Rückgriff auf Bewußtsein und Kom-munikation
als basale Begründungs- und Fundierungsebenen in Beziehung zu
setzen. Zweck dieses Projekts ist es, eine Fundierung zu entwerfen,
auf der Literatur im Medienverbund betrachtet und Literaturwissen-
schaft als Medienwissenschaft betrieben werden kann; sein Ziel ist
es, Literatur als Interpretationsmedium in einer Theorieskizze zwi-
schen Philosophie, Soziologie und Literaturwissenschaft in einer me-
dienkulturwissenschaftlichen Perspektive darzustellen. Es geht
davon aus, daß eine ?medienorientierte Neuausrichtung der Gei-
steswissenschaften [...] unumgänglich" (Matejovski) ist und ver-
folgt dabei eine stringente Argumentation, Literatur als Interpretati-
onsmdium zu fundieren: Es entfaltet das Bewußtsein als Letztbe-
gründungsebene mit ihren Paradoxien, erweitert diese um Kommu-
nikation im entparadoxierten Modell der strukturellen Kopplung,
bezieht strukturelle Kopplung auf Sinn als basales Medium, entwik-
kelt Interpretation als sinnbasierten Medienprozeß, skizziert Schrift
und Textualität als grundlegende Medienformen für Interpretation,
um sodann zwei Ergebnisse zu extrapolieren: (1) Literatur in ihrer
Konfiguration seit dem 18. Jahrhundert ist eine Medienform, die die
Disposition zur der Interpretation paradigmatisch und exemplarisch
entfaltet, und (2): Literaturwissenschaft läßt sich in ihren theoreti-
schen Positionen systematisch als eine Konstellation rekonstruieren,
in der konstitutive Aspekte des Mediums - bislang zumeist ohne Me-
dienbegriff - jeweils unterschiedlich Interpretationstheorien begrün-
det haben. Medientheorie in dieser Form ersetzt somit nicht die
Literaturwissenschaft, sie wird aber zur Metatheorie von Interpreta-
tionstheorie. Das Buch wurde in der FAZ vom 7. Oktober 2003 be-
sprochen.
Seite 303
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Jahraus, Oliver: Literatur
0XXals Medium. Sinnkonstitution und Subjekterfahrung zwischen Be-
wußtsein und Kommunikation . Weilerswist : Velbrück Wissenschaft, 2003
Literatur in der Universität
Projektleitung: In der vom Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft ein-
Prof. Dr. Friedhelm Marx gerichteten und betreuten, von der Otto-Friedrich-Universität Bam-
Stichwörter: berg und dem Universitätsbund Bamberg geförderten Reihe
Gegenwartsliteratur
Beginn: 1.5.1978 "Literatur in der Universität" wurden seit 1978 über 130 Autorenle-
Förderer: sungen veranstaltet. Im bunten Wechsel geben teils namhafte und
Otto-Friedrich-Universität "arrivierte", teils noch unbekannte, aber vielversprechende deut-
Bamberg sche und ausländische Autoren der universitären und städtischen
Universitätsbund Bamberg
Öffentlichkeit Gelegenheit, sich den Erscheinungsformen, der Wir-
kungskraft und dem Spektrum der Gegenwartsliteratur auszuset-
zen. Im Rahmen dieser Lesereihe konnte man u.a. die Schrift-
stellerinnen und Schriftsteller Jurek Becker, Eva Demski, Mircea Di-
nescu, Hans Magnus Enzensberger, Pierre Garnier, Peter Härtling,
Christof Hamann, Ludwig Harig, Josef Haslinger, Kerstin Hensel,
Wulf Kirsten,Wolfgang Koeppen, Reiner Kunze, Reinhard Lettau,
Christoph Meckel, Oskar Pastior, Matthias Politycki, Richard Pietraß,
Thomas Rosenlöcher, Ralf Rothmann, Doris Runge, Hans Joachim
Schädlich, Ingo Schulze, Jürgen Theobaldy, Martin Walser und viele
andere in Bamberg kennenlernen.
Literaturtheorie
Beteiligte: Das Projekt geht von zwei Grundfragen der Literaturwissenschaft
PD Dr. Oliver Jahraus aus: Was ist Literatur und wie interpretiert man sie? Literaturtheorie
Stichwörter: ist jene Grundlagentheorie der Literaturwissenschaft, die diese bei-
Literaturtheorie; Interpre-
tation; Wissenschaft; Lite- den Fragen zu beantworten hat. Dabei werden viele andere Fragen
raturwissenschaft; von Interesse: Was ist Theorie? Was ist Wissenschaft? Was ist ein
Methoden; Methodologie; literarischer Text? Was ist ein Medium? Und vor allem: Was ist In-
Hermeneutik; Struktura- terpretation? Der Band vermittelt - erstmals - dem Leser eine Kon-
lismus
zeption einer modernen, systematischen und integrativen Literatur-
Laufzeit: 1.1.2003 -
1.10.2004 theorie, die zugleich als die Grundlagentheorie der Literaturwissen-
schaft dienen kann. Grundbegriff dieser Literaturtheorie und Leitfa-
den des Buches ist die Idee der Interpretation. Im ersten Teil des
Buches wird gezeigt, wie sich verschiedene Literaturtheorien ausdif-
ferenziert, wie sie sich als Paradigmen behauptet haben, wie sie
auseinander hervorgegangen sind, und schließlich, wie sie in kultur-
und medienwissenschaftliche Ansätze der Gegenwart integriert wer-
den können. Der zweite Teil behandelt die wichtigsten Methodiken
in der Geschichte der Literaturwissenschaft: Hermeneutik, Struktu-
ralismus, Rezeptionsästhetik, Poststrukturalismus/Dekonstruktion,
empirische Literaturwissenschaft und Psychoanalyse und schließt
mit einem literaturtheoretisch fundierten Vorschlag, wie Interpreta-
tion literaturwissenschaftlich praktiziert werden kann.
Seite 304
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Peter Altenberg in der Literatur der Moderne
Projektleitung: Der Dichter Peter Altenberg (1859 - 1919) stand zur Zeit des fin de
Christian Rößner, M.A. siècle im Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Wien. Er gilt als ein
Stichwörter: Meister der autobiographisch und impressionistisch durchwirkten
Dissertation
Laufzeit: 1.1.2003 - Prosaskizze. Mehr als mit seinen Texten erregte P.A., wie er sich
31.12.2004 selbst gerne nannte, durch seine exzentrische Persönlichkeit Aufse-
hen, die alle Facetten des Zeitgeistes widerspiegelte. Auf seine
Künstlerkollegen - Dichter, Musiker, Architekten und Maler - hat ge-
rade dies einen noch immer unterschätzten Einfluss ausgeübt. Die
Dissertation geht von der Prämisse aus, dass Peter Altenberg als
personifizierter Zeitgeist der Jahrhundertwende anzusehen ist und
deshalb von seinen Dichter-Zeitgenossen als literarische Figur fik-
tionalisiert wurde. Diese Arbeit stellt nicht nur einen wesentlichen
Beitrag zur Altenberg-Forschung dar, sondern durch die Untersu-
chung der Textfigur soll eine Neubewertung der jeweiligen Sicht der
porträtierenden Autoren auf die Moderne ermöglicht werden.
Poetik-Professur
Projektleitung: Auf Initiative des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissen-
Prof. Dr. Friedhelm Marx schaft richtete der Universitätsbund Bamberg e.V. im Jahre 1985 die
Stichwörter: Bamberger Poetik-Professur ein. Seither kommen auf Einladung des
Gegenwartsliteratur
Beginn: 1.5.1985 Lehrstuhlinhabers alljährlich namhafte Autoren an die Otto-Fried-
Förderer: rich-Universität, um dort Vorlesungen zu halten und in Kolloquien
Universitätsbund Bamberg oder Seminaren mit ihren Zuhörern zu diskutieren. Die Bamberger
Poetik-Professur ist ein Ort der Begegnung von Literatur und Wis-
senschaft; eine Begegnung, die zur Auseinandersetzung führen
kann und zur beiderseitigen Selbstbefragung, zur Herausforderung,
aber auch zur Einsicht in die wechselseitige Abhängigkeit: Die Lite-
ratur ist auf die wissenschaftlichen Tugenden der Kritik und Neugier
angewiesen, die in der Universität kultiviert werden, und die an der
Universität betriebenen Wissenschaften benötigen dringend die
Kreativität, Freiheit und Unkonventionalität, die von der Literatur
ausgehen. Diese Begegnungen haben sich als weittragende intellek-
tuelle Abenteuer erwiesen. Der Lehrstuhl für Neuere deutsche Lite-
raturwissenschaft organisiert, betreut und begleitet die Bamberger
Poetik-Professur. Die Bamberger Poetik-Professur hat sich einen fe-
sten Platz im literarischen Leben der Bundesrepublik Deutschland
erworben. Der bayerische Staatsminister für Unterricht, Kultus,
Wissenschaft und Kunst hat die Bamberger Poetik-Professur zu den
herausragenden und wirkungsvollsten materiellen und ideellen Lei-
stungen des Universitätsbundes gezählt.
Polarphantasien der Moderne
Projektleitung: Unter dem Titel „Grenzcodierungen. Polarphantasien der Moderne"
Prof. Dr. Friedhelm Marx nimmt ein aktuelles, kulturwissenschaftlich ausgerichtetes For-
Stichwörter: schungsprojekt literarische Texte und Filme des 19. und frühen 20.
Literatur der Moderne;
Phantastische Literatur; Jahrhunderts in den Blick, die imaginäre Reisen ans Ende der Welt
Literatur und Film schildern. Für das Jahr 2005 ist eine wissenschaftliche Tagung zu
Beginn: 1.4.2004 diesem Thema an der Bamberger Universität geplant.
Seite 305
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Marx, Friedhelm: First Encounter
0XX am Südpol. Georg Heyms Polarphantasie "Das Tagebuch
Shakletons" . In: Hölter, Achim ; Bluhm, Lothar (Hrsg.) : „daß gepfleget werde der feste
Buchstab". Festschrift zum 65. Geburtstag von Heinz Rölleke. Trier : Wissenschaftlicher
Verlag, 2001, S. 419-431.
2. Marx, Friedhelm: Die Paradiese des Südpols. Phantastische Expeditionen ans Ende der Welt
. In: Ivanovic, Christine ; Lehmann, Jürgen ; May, Markus (Hrsg.) : Phantastik - Kult oder
Kultur? Aspekte eines Phänomens in Kunst, Literatur und Film. Stuttgart : Metzler, 2003,
S. 197-212.
Thomas Mann - Anna Jacobson: Briefwechsel
Projektleitung: Das Editionsprojekt macht bislang unpublizierte Briefe Thomas
Prof. Dr. Friedhelm Marx Manns an die Literaturwissenschaftlerin Anna Jacobson zugänglich.
Beteiligte: Einerseits werfen diese Briefe ein neues Licht auf die Lebensform,
Dr. Werner Frizen (Köln)
Stichwörter: die Werkpläne und die politischen Positionen des Exilschriftstellers
Briefwechsel Thomas Thomas Mann, andererseits beleuchten sie die Lebensform einer
Mann - Anna Jacobson; deutsch-jüdischen Germanistin, die sich seit 1924 am Hunter Col-
Edition lege in New York um die Vermittlung deutscher Literatur in den USA
Beginn: 1.1.2000
bemühte. Somit dient das Editionsprojekt nicht nur der Thomas-
Förderer:
Otto-Friedrich-Universität Mann-Forschung im engeren Sinne, sondern bietet zugleich ein-
Bamberg (FNK) schlägiges Material für die Exilforschung und die Wissenschaftsge-
schichte der Auslandsgermanistik. Das Projekt wird in enger
Zusammenarbeit mit dem Kölner Thomas-Mann-Forscher Dr. Wer-
ner Frizen ausgeführt, der als Herausgeber eines Bandes der GKFA
selbst ausgewiesener Editor ist und die Publikationsrechte für den
Briefwechsel einholen konnte.
Thomas Mann im Kontext der Moderne
Projektleitung: Der Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls zielt auf die vielfältigen
Prof. Dr. Friedhelm Marx Beziehungen, die das Werk Thomas Manns zur Literatur und Kultur
Beteiligte: der Moderne unterhält. Dazu zählen spezifisch moderne Formen des
Dr. Julia Schöll
Stichwörter: "Self-Fashioning" (Greenblatt), wie sie dem Werk Thomas Manns
Literatur der Moderne; etwa in Gestalt von Christus-Figurationen eingeschrieben sind. Für
Thomas Mann das Jahr 2005 plant der Lehrstuhl eine Arbeitstagung an der Bam-
Beginn: 1.1.2000 berger Universität, die das Verhältnis Thomas Manns zur Literatur-
wissenschaft in den Blick nehmen soll. Als Vorstandsmitglied der
Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft ist der Lehrstuhlinhaber dar-
über hinaus an der Konzeption der Internationalen Thomas-Mann-
Kolloquien beteiligt, die jährlich in Lübeck stattfinden.
Publikationen
1. Marx, Friedhelm: "Ich aber
0XXsage ihnen ..." Christusfigurationen im Werk Thomas Manns .
Frankfurt/Main : Klostermann, 2002
2. Marx, Friedhelm: Transfigurations of Christ in Thomas Mann . In: Religion & Literature 33
(2001), Nr. 2, S. 23-36
3. Marx, Friedhelm: Heilige Kunst? Self-Fashioning-Strategien in der Literatur der Moderne. .
In: Detering, Heinrich (Hrsg.) : Autorschaft: Positionen und Revisionen.. Stuttgart,
Weimar : Metzler, 2002, S. 107-120.
Seite 306
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Marx, Friedhelm: Literatur und Erlösung. Kunst und Kunstreligion im Frühwerk Thomas
Manns. . In: Lermen, Birgit ; Braun, Michael (Hrsg.) : „Man erzählt Geschichten, formt die
Wahrheit". Thomas Mann - Deutscher, Europäer, Weltbürger. Frankfurt/Main : Peter Lang,
2003, S. 241-255.
5. Schöll, Julia (Hrsg.): Gender - Exil - Schreiben. Mit einem Vorwort von Guy Stern .
Würzburg : Königshausen & Neumann, 2002
6. Schöll, Julia: Goethe im Exil. Zur Dekonstruktion nationaler Mythen in Thomas Manns "Lot-
te in Weimar" . In: Thomas-Mann-Jahrbuch 16 (2003), S. 141-158
7. Schöll, Julia: Geschlecht und Politik in Thomas Manns Exilroman "Lotte in Weimar" .
In: Schöll, Julia (Hrsg.) : Gender - Exil - Schreiben. Würzburg : Königshausen & Neumann,
2002, S. 165-183.
8. Schöll, Julia: Dekonstruktionen. Zu Yahya Elsaghes Studie über Thomas Mann und das
"Deutsche" (Rezension) . In: [Link] (2000), Nr. 10, S. Oktober 2000
9. Schöll, Julia: Bild-Netze und Zeit-Welten um 1900. Thomas Manns "Buddenbrooks" im eu-
ropäischen Kontext (Tagungsbericht) . In: Lübeckische Blätter 166. Jg (2001), Nr. 20,
S. 313-317
10. Schöll, Julia: Verschattete Nähe. Eine Tagung zu den Geschwistern Erika und Klaus Mann
(Tagungsbericht) . In: Frankfurter Rundschau 27. Februar 2002 (2002), S. 18
11. Schöll, Julia: Thomas Mann, Mythos und Moderne (Rezension zu Thomas Ette: Freiheit zum
Ursprung. Mythos und Mythoskritik in Thomas Manns Josephs-Tetralogie . In: IASL online
(2003), S. 4.1.2003
Uwe Timm
Projektleitung: Im Jahr 2005 wird Uwe Timm die Poetikprofessur der Bamberger
Prof. Dr. Friedhelm Marx Universität wahrnehmen. In diesem Kontext ist ein Sammelband
Beteiligte: geplant, der literarische und literaturwissenschaftliche Beiträge ent-
Dr. Julia Schöll
Prof. Dr. Sabina Becker halten soll: einerseits unpublizierte Texte Uwe Timms, andererseits
(Universität des Saarlan- literaturwissenschaftliche Beiträge zum Gesamtwerk Uwe Timms.
des)
Dr. Christof Hamann (Uni-
versität Dortmund)
Dipl.-Germ. Ulrich Simon
Stichwörter:
Gegenwartsliteratur; Uwe
Timm
Beginn: 1.5.2004
Publikationen
1. Schöll, Julia: Gespräch 0XX
mit Uwe Timm (Autoreninterview) . In: Deutsche Bücher. Forum für
Literatur 32. Jg (2002), Nr. 4, S. 263-272
2. Schöll, Julia: Uwe Timm: Rot (Rezension) . In: Deutsche Bücher. Forum für Literatur 32.
Jg (2002), Nr. 4, S. 289-292
Projektunabhängige Publikationen
1. Marx, Friedhelm ; Meier,
0XXAndreas (Hrsg.): Der europäische Roman zwischen Aufklärung
und Postmoderne. Festschrift zum 65. Geburtstag von Jürgen C. Jacobs. . Weimar : VDG,
2001
2. Marx, Friedhelm: Sinnlichkeit und Verführung. Theodor Fontanes literarische Auseinander-
setzung mit Émile Zola in "Graf Petöfy" . In: Marx, Friedhelm ; Meier, Andreas (Hrsg.) : Der
Seite 307
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
europäische Roman zwischen Aufklärung und Postmoderne. Festschrift zum 65. Geburtstag
von Jürgen C. Jacobs.. Weimar : VDG, 2001, S. 89-102.
3. Schöll, Julia: Penthesilea und Mut-em-enet. Tod und Eros bei Heinrich von Kleist .
In: Schury, Gudrun / Götze, Martin (Hrsg.) : Buchpersonen, Büchermenschen. Heinz Gok-
kel zum Sechzigsten. Würzburg : Königshausen & Neumann, 2001, S. 167-186.
4. Schöll, Julia: Tragische Komödien. Zu den Frauengestalten in Kleists Lustspielen . In: Acta
Germanica 29 (2001), S. 65-76
5. Marx, Friedhelm: Wechselnde Gesichter. Über die Jugendlichkeit des jungen Goethe am
Beispiel einiger Briefe . In: Neuland, Eva (Hrsg.) : Jugendsprache - Jugendliteratur - Ju-
gendkultur. Frankfurt/Main : Peter Lang, 2003, S. 199-215.
Seite 308
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Litera-
tur
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2116 Fax.: (0951) 863-2117
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Gegenstände der Didaktik Deutsch sind Lehr- und Lernprozesse im
Prof. Dr. Ortwin Beisbart Gegenstandsfeld Sprache und Literatur. Die Methoden des Fachge-
wiss. Mitarbeiter: bietes und seiner Forschungsaktivitäten sind überwiegend herme-
Dr. Claudia Kupfer-Schrei-
ner, Akad. Rätin neutisch, im Bereich der Unterrichtsforschung qualitativ empirisch.
Dr. Stephanie Lüthgens Von zentralem Interesse sind die kognitiven Selbstorganisations-
Dr. Klaus Maiwald prozesse von Lernenden in sprachlichen Grundtätigkeiten. Darüber
Angestellte: hinaus widmet sich der Lehrstuhl historischen Forschungen.
Hela Brockard
Forschungsschwerpunkte
• Bedeutung und Erlernung von Kompetenzen zum Verstehen von Hö-
reindrücken
• Untersuchungen zu Entwicklungen der Geschichte des Deutschun-
terrichts
• Kinder- und Jugendliteratur in ihrer Geschichte
• Untersuchung von Sprachentwicklungsprozessen im Rahmen zwei-
sprachiger Erziehung
• Entwicklung und Erprobung von Unterrichtskonzepten zu einer neu-
en Schreibdidaktik, die kreative Offenheit und Normorientierung in
Verbindung bringt, sowohl für Deutsch als Mutter- wie als Fremd-
sprache
• Multimediale Texte als deutschdidaktische Herausforderung
• Schulische Goethe-Rezeption 1899 und 1999 im Bildungsdiskurs
• Familienbeziehungen in aktueller deutscher und thailändischer Kin-
derliteratur im interkulturellen Vergleich
• Language Awareness - Förderung des Sprachbewusstseins als Un-
terrichtsprinzip aller Fächer
• Offene Lernkonzepte des Deutschunterrichts
• Schreiben im Rahmen mehrsprachiger Lernkonzepte
• wissenschaftliches Schreiben an der Hochschule
Kooperationsbeziehungen
Zusammenarbeit gibt es sowohl mit dem Lehrstuhl für Didaktik der
deutschen Sprache und Literatur der Universität Würzburg (Prof.
Abraham) als auch mit Akad. Direktor Dr. Marenbach (Regensburg).
Der Lehrstuhl ist an der Entwicklung eines Lehrangebotes für die
Virtuelle Hochschule Bayern (VHB) unter Federführung der Deutsch-
didaktik der Universität Erlangen-Nürnberg (Prof. Frederking) betei-
ligt. Kooperationen bestehen mit den Universitäten Prag und
besonders Oppeln. Im Rahmen des Programms des Projektbezoge-
nen Personenaustauschs (PPP) mit Polen ist ein Projekt mit der Uni-
versität Opole bzw. der FH Nysa vom DAAD für zwei Jahre
genehmigt worden. Zudem werden über das Lernen der Mutterspra-
che hinaus auch Fragen des Lernens in den Feldern DaF und DaZ
einbezogen, in Kooperation mit der Universität Erlangen Nürnberg.
Seite 309
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Hinsichtlich der historischen Forschung gibt es Kontakte über Quel-
lenaustausch und Kongresse zu Kollegen deutscher Universitäten
(Marburg, Flensburg, Frankfurt). Im Hinblick auf die Entwicklung
von neueren Konzepten der Hesse-Rezeption im Rahmen literarisch-
kultureller Exkursionen bestehen Kontakte zum Hermann-Hesse-
Museum im Tessin (Schweiz). Zusammenarbeit besteht mit dem
Forschungsschwerpunkt Familienbilder beim Staatsinstitut für Fami-
lienforschung (Prof. Cyprian), auch über die Lehrstühle für Deutsche
Philologie des Mittelalters (Prof. Bennewitz) und für Christliche So-
ziallehre und Allgemeine Religionssoziologie (Prof. Heimbach-
Steins).
Wissenschaftliche Tagungen
"Literarische Konstruktionen von Familie und familialen Erziehungs-
mustern", 12./13. Februar 2001 (in Zusammenarbeit mit dem Lehr-
stuhl für Deutsche Philologie des Mittelalters)
"Zwischen Prozess und Produkt. Ergebnisse der neueren Schreibfor-
schung in Schule und Hochschule", Forschungscolloquium am 21./
22. November 2002
Veröffentlichungsreihen
Literatur und Sprache - didaktisch (LUSD) (=Bamberger Schriften-
reihe zur Deutschdidaktik) (seit 1990, bisher 16 Hefte)
Forschungsprojekte
Entwicklung einer Didaktik des Schreibens an der Hochschule: Das Schreibförder-
konzept der "Bamberger Schreibschule"
Projektleitung: Anliegen ist es, die wiss. Schreibkompetenz der Studierenden zu
Dr. Claudia Kupfer-Schrei- fördern und längerfristig eine Didaktik des Schreibens an der Hoch-
ner, Akad. Rätin schule zu entwickeln. Die Erfahrungen und Ergebnisse mit diesem
Beteiligte:
Kristina Popp neuen, interdisziplinär ausgerichteten Forschungsfeld (Kruse, Ja-
Stichwörter: kobs, Pyerin, von Werder) sind Grundlage des Schreibförderkonzep-
Schreibförderung an der tes der "Bamberger Schreibschule", die die metakognitive
Hochschule; wissenschaft- Steuerung des Schreibprozesses in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und
licher Schreibprozess
ihrer Forschungen stellt. Schreibstrategien und Schreibprobleme
Beginn: 1.4.2002
Kontakt: werden durch Eigenbeobachtung und mit Hilfe retrospektiver Ver-
Dr. Claudia Kupfer-Schrei- balprotokolle erfasst, beschrieben und analysiert, mit dem Ziel, eine
ner, Akad. Rätin Umstrukturierung oder Neuordnung der Schreibgewohnheiten und
Tel.: 0951/863 2113, E- insgesamt eine Veränderung des Schreibverhaltens zu erreichen.
Mail: clkupfer@[Link]
Schwerpunkte liegen dabei in der Bewusstmachung und Aktivierung
der inneren Sprache und in der Erfassung der Beziehungen zwischen
kognitiv-sprachlichen und emotional-kreativen Prozessen, um in
diesem komplexen Bedingungsfeld Ursachen für den Schreibprozess
hemmende Faktoren zu erkennen. Dabei kommen auch Methoden
der kooperativen Textproduktion zum Einsatz Jakobs & Jechle).
Seite 310
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Essayistisches Schreiben - Beiträge zu einer Veränderung der Schreibdidaktik
Projektleitung: Schreibprobleme an Schule (und Hochschule) und ihre mangelnde
Prof. Dr. Ortwin Beisbart Reflexion in der von kreativen Ansätzen beherrschten didaktischen
Beteiligte: Diskussion gaben den Anstoß zur Konzeption essayistischen Schrei-
Dr. Andrea Stadter
Stichwörter: bens, das Elemente gebundenen und freien Textverfassens zusam-
Essayistisches Schreiben; menführt und heranwachsende Schreiber aufgrund des auf Offen-
Schreibdidaktik in der Se- heit, Vorläufigkeit und Ironie angelegten Denk- und Sprachstils zu
kundarstufe II und an der identitätsstiftenden Konstruktionen von Selbst und Welt verändert.
Hochschule
In Auseinandersetzung mit dem literarisch-journalistischen Essay
Laufzeit: 1.9.1999 -
31.8.2003 und angelsächsischen Schreibtraditionen werden didaktisierbare,
Förderer: nicht textsortenfixierte Schreibprozeduren isoliert, die flexibel vom
Bayerisches Staatsmini- Autor eingesetzt werden können.
sterium für Unterricht und
Kultus
(seit 01.09.2002:) Univer-
sität Bamberg: Habilitati-
onsstipendium im Rahmen
der Frauenförderung
Essayistisches Schreiben im Unterricht Deutsch als Fremdsprache
Projektleitung: Im Kontext der internationalen Schreibforschung sollen Konzepte
Prof. Dr. Ortwin Beisbart erarbeitet und erprobt werden, wie die traditionell textnormorien-
Beteiligte: tierte Schreibdidaktik mit den Einsichten kreativen Schreibens ver-
Dr. Monika Witt (Universi-
tät Oppeln) knüpft werden können. Dabei geht es auch um den Einfluss
Dr. Andrea Stadter kultureller Traditionen. Dazu sollen auch Vergleiche zwischen anglo-
Dr. Claudia Kupfer-Schrei- amerikanischer, deutscher und polnischer Schreibdidaktik ange-
ner, Akad. Rätin stellt werden.
Stichwörter:
Schreibdidaktik;Es-
say;DaF
Laufzeit: 1.1.2001 -
31.12.2002
Förderer:
DAAD
Lernwerkstatt Deutschdidaktik
Projektleitung: In der "Lernwerkstatt Deutschdidaktik" sollen offene Lernformen für
Dr. Claudia Kupfer-Schrei- Studierende erfahrbar gemacht werden. Ziel des Forschungsprojek-
ner, Akad. Rätin tes ist es, ein Lernkonzept für den Deutschunterricht zu entwickeln,
Stichwörter:
Lernwerkstatt Deutschdi- bei dem Studierende aktiv, autonom und eigenverantwortlich ler-
daktik - Offene Lernkon- nen. Der Transfer der gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen auf
zepte im die Praxis soll durch die Erstellung von Unterrichtsmaterialien und
Deutschunterricht eigene Unterrichtsversuche gewährleistet sein. Langfristiges Ziel ist
Laufzeit: 1.3.2000 -
die Eingliederung des Vorhabens in das geplante Didaktikzentrum.
1.3.2002
Förderer:
Universität Bamberg
Kontakt:
Dr. Claudia Kupfer-Schrei-
ner, Akad. Rätin
Tel.: 0951/863 2113, E-
Mail: clkupfer@[Link]
Seite 311
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Multimediale Texte als deutschdidaktische Herausforderung
Projektleitung: Multimediale Angebote prägen nachhaltig die Erfahrungswirklichkeit
Prof. Dr. Ortwin Beisbart von Kindern und Jugendlichen. Dies erzeugt pädagogische und
Beteiligte: deutschdidaktische Handlungsnotwendigkeiten. Die veränderte Les-
Dr. Klaus Maiwald
Stichwörter: barkeit von Medienangeboten bedarf - dies besonders im Kontext
Neue Medien; audiovisuel- konstruktivistischer Theoreme über Kognition und Lernen - neuer
le Texte; semiotische Fähigkeiten wie visual literacy, semiotische Kompetenz, Rahmungs-
Kompetenz kompetenz. Gemeint ist hiermit das Vermögen, audiovisuelle Codes
Laufzeit: 1.9.1998 -
zu "lesen" und zu multimedialen Texten Beobachterpositionen hö-
31.8.2004
Förderer: herer Ordnung einzunehmen. Das Erkenntnisinteresse richtet sich
Universität Bamberg darauf, welche sprachlichen Anteile diese Fähigkeiten beinhalten
bzw. wie solche Anteile im Umgang mit avancierten audiovisuellen
Texten aufzubauen sind. Die Arbeit wurde unter dem Titel "Wahr-
nehmung - Sprache - Beobachtung. Eine Deutschdidaktik bilddomi-
nierter Medienangebote" als Habilitationsschrift im Juni 2004 an der
Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften angenommen.
Realistische Deutsche Kinder- und Jugendliteratur (1970-1990) für thailändische
Deutschlerner. Ein interkultureller didaktischer Ansatz am Beispiel der Familien-
bilder
Projektleitung: Abgeschlossene Dissertation von Anchalee Topeongpong. Abschluss
Prof. Dr. Ortwin Beisbart der Promotion geplant für das Wintersemester 2004/05.
Beteiligte:
Anchalee Topeongpong Die Studie geht von den Schwierigkeiten und Problemen der Aus-
Laufzeit: 1.10.1998 - landsgermanistik am Beispiel Thailands aus und ist ein Plädoyer für
30.7.2004 den Einsatz von Kinder- und Jugendliteratur als Lehr- und Lern-
stoffalternative im DaF-Unterricht. Damit aber wird nicht nur auf ein
leichter zugängliches Sprachniveau, nicht nur auf literarische Texte
zugegangen, sondern es wird auch die Relevanz kultureller Ver-
gleichsarbeit für einen umfassenden Verstehensprozess hervorge-
hoben.
Aus den vielfältigen kulturspezifischen Themenfeldern der Kinder-
und Jugendliteratur ist das Thema ,Familie’ ausgewählt worden. Zu-
nächst werden aus soziologischer Sicht die Familiensituation in der
gegenwärtigen deutschen wie der thailändischen Gesellschaft dar-
gestellt. Die kinder- und jugendliterarische Szene in beiden Ländern
wird anhand ausgewählter Beispiele aus dem Zeitraum von 1970 bis
2000 diesen Einsichten an die Seite gestellt, Erziehungsziele, -vor-
stellungen, -praktiken und Familienkonzepte der Texte werden in
Feinanalysen herausgearbeitet. Ausgewählt sind Kinder- und Ju-
gendbücher beider Länder, die dem Genre der „realistischen Litera-
tur" zugehören. Sie sollen explizit die Einbindung der jungen Leser
in ihre Gesellschaft ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt auf der Dar-
stellung der Beziehungsstrukturen zwischen den Familienmitglie-
dern, der Rolle der Eltern und der Kinder in den beiden Kulturen.
Gemeinsamkeiten, vor allem aber deutliche kulturelle Unterschiede
werden sichtbar.
Daraus werden sodann didaktisch-methodische Überlegungen ent-
wickelt, wie im Unterricht die realistische deutschsprachige Kinder-
und Jugendliteratur den Lern- und Verstehenspro-zess der DaF-Stu-
dierenden Thailands sowohl hinsichtlich der fremden wie der eige-
nen Kultur fördern kann. Ergebnisse eines Workshops in Bangkok,
Seite 312
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
die sich u.a. der Frage des Perspektivenwechsels gewidmet haben,
bringen dazu konkrete Beispiele.
Schulische Goethe-Rezeption 1899 und 1999 im Bildungsdiskurs
Projektleitung: Abgeschlossene Promotion von Kristina Popp. Drucklegung
Prof. Dr. Ortwin Beisbart der Dissertation: Herbst 2004 im Peter-Lang-Verlag in der
Beteiligte: Reihe „Beiträge zur Geschichte des Deutschunter-richts",
Dr. Kristina Popp
Laufzeit: 1.4.1999 - hrsg. von Bodo Lecke.
5.2.2004 Die anlässlich des 250. Geburtstages Goethes wieder entflammte
Diskussion um einen Literaturkanon und um fundierte Ziele literari-
scher Bildung bildet den Ausgangspunkt dieser Arbeit. Am Beispiel
der schulischen Goethe-Rezeption werden einerseits veränderte
kulturelle und bildungspolitische Vorgaben und andererseits schuli-
sche Vermittlungsformen literarischer Werke untersucht. Dazu wer-
den literaturdidaktische Diskurse um 1900 und aktuelle
Auseinandersetzungen um das Thema „Goethe im Deutschunter-
richt" vergleichend analysiert. Im ersten Teil der Arbeit wird die
schulische Goetherezeption um 1900 rekonstruiert. Eine Vielzahl
von Schulprogrammen, didaktischen Fachzeitschriften, Erläute-
rungsschriften und Schulausgaben wird an dieser Stelle systema-
tisch erfasst und analysiert. Die Ergebnisse der Rekonstruktion
ergeben ein umfassendes und genaues Bild des damaligen Litera-
turunterrichts. Inhalte, Ziele und Methoden der Goetherezeption der
Schule, von der Volksschule bis zur gymnasialen Oberstufe erweisen
sich als ein geschlossenes bil-dungstheoretisches Programm auf der
Basis des einen Autors. Der zweite Teil der Arbeit analysiert die ak-
tuelle schulische Goetherezeption. Zahlreiche Modelle und Stunden-
entwürfe zur Vermittlung Goethescher Werke werden in Beziehung
zu literaturdidaktischen Konzeptionen gesetzt und so die Vielstim-
migkeit, aber auch die Disparatheit verschiedener Zugänge zu Goe-
thes Werken verdeutlicht. Im dritten Teil werden die Ergebnisse der
vorherigen Analysen verglichen. Hier kann gezeigt werden, dass
entgegen der im öffentlichen Diskurs zum Ausdruck gebrachten Be-
fürchtungen sich bezüglich der aktuellen schulischen Goetherezep-
tion nicht von einem Bedeutungsverlust sprechen lässt. Es sind
vielmehr vielfältige Versuche zu erkennen, Werke Goethes in den
aktuellen Literaturunterricht zu integrieren. Eine entscheidende
Veränderung zeigt sich jedoch bezüglich der Bedeutungszuschrei-
bung. Die Frage welche Bedeutung Goethe im Rahmen des Litera-
turunterrichts erhalten soll, wird heute ganz anders beantwortet als
vor hundert Jahren. Die Antwort liegt gerade nicht - wie vielfach ge-
wünscht - in der Kanonisierung Goethes. Hier löst sich die Deutsch-
didaktik von der Traditionslinie des 19. Jahrhunderts. Ausgangs-
punkt der aktuellen Rezeption wird jedoch ein Aspekt, der auch im
späten 19. Jahrhundert den Deutschunterricht maßgeblich prägte:
Das inhaltliche, ästhetische und sprachliche Potential verdichtet sich
in den Werken Goethe zu großer Wirkungsmächtigkeit, die im Lite-
raturunterricht sinnvoll genutzt werden kann. Vor diesem Hinter-
grund kann die Frage: Goethe - Vorbild oder Denkbild? erneut
diskutiert werden.
Seite 313
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Virtuelles Lehrangebot für die VHB: Mediendidaktik Deutsch - literarische,
sprachliche, ästhetische Bildung im medialen Wandel
Projektleitung: Entwicklung einer internetbasierten multimedialen Lernumgebung
Prof. Dr. Volker Frederking für Lehramtsstudierende des Faches Deutsch
(Erlangen-Nürnberg)
Beteiligte: • zur Vermittlung eines medienadäquaten Einblicks in die Theorie und
Prof. Dr. Ortwin Beisbart Praxis fachspezifischer Mediendidaktik unter besonderer Berücksich-
Dr. Klaus Maiwald tigung des Lehrens und Lernens mit neuen Medien im Fach Deutsch
Stichwörter: • zur Bewusstwerdung der medialen Veränderungen der Gegenstände
neue Medien;sprachlich-li-
terarische Bildung;Medi- des Deutschunterrichts
endidaktik • zur Reflexion der medial veränderten Lernvoraussetzungen von
Laufzeit: 1.3.2002 - Schülerinnen und Schülern
28.2.2004 • zum Erwerb und zur Erprobung medientheoretischer Kenntnisse.
Förderer:
Virtuelle Hochschule Bay- Fertigstellung des Projekts im Juni 2004.
ern
Mitwirkende Institutio-
nen:
Lehrstuhl Deutschdidaktik
Universität Erlangen-
Nürnberg
Lehrstuhl Deutschdidaktik
Universität Würzburg
Kontakt:
Dr. Klaus Maiwald
Tel.: 0951/863 2114, E-
Mail: [Link]@split
.[Link]
Seite 314
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Deutsche Sprachwissenschaft/Deutsch als
Fremdsprache
Anschrift: Hornthalstraße 2, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2135/-2237 Fax.: (0951) 863-2136
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Homepage:
Prof. Dr. Helmut Glück [Link]
Angestellte:
Barbara Heger
Projektmitarbeiter:
Holger Klatte, M.A.
Yvonne Pörzgen, M.A.
Forschungsschwerpunkte
AGDaF
Die Arbeitsstelle zur Geschichte des Deutschen als Fremdsprache
(AGDaF) an der Universität Bamberg wurde im Sommer 2000 ein-
gerichtet. Sie befaßt sich mit Untersuchungen zum Erwerb des
Deutschen als Fremdsprache (DaF) durch Anderssprachige auf dem
jeweiligen Stand der Sprachentwicklung. Der Untersuchungszeit-
raum reicht vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Dabei werden der
hoch- und der niederdeutsche Sprach- bzw. Kontaktraum gleicher-
maßen berücksichtigt. Gegenstand der Forschung sind Berichte
• über die Verbreitung, d.h. den Erwerb von DaF infolge von Kolonisa-
tions- und Migrationsprozessen
• über die Entstehung und Entwicklung von Zweisprachigkeit mit
Deutsch als Kontaktsprache
• über das Deutschlernen als Erfordernis für Reisende, Kaufleute,
Handwerks- und Kaufmannsgesellen, Pilger, Diplomaten, Soldaten,
Intellektuelle, ,fahrendes Volk‘ und für temporäre Einwanderer
• und explizite Zeugnisse für das Erlernen des Deutschen, nämlich
Glossare, Sprachbücher, Lerngrammatiken und (vor-)wissenschaft-
liche Grammatiken vom Späthumanismus bis zum 20. Jh.
Es werden aber auch komplementäre Erscheinungen im deutschen
Sprachraum bearbeitet: die Geschichte des Erwerbs und der Lehre
moderner, lebender Fremdsprachen hierzulande. Die AGDaF ver-
folgt zwei Ziele: sie möchte zum einen dem Arbeitsfeld Deutsch als
Fremdsprache, dessen Nobilitierung zum akademischen (Teil-) Fach
nicht sehr lange zurückliegt, die Perspektive auf seine eigene Ge-
schichte öffnen, die jahrhundertlang im praktischen, handfesten
Lernen und Lehren des DaF bestand. Sie will die Fachgeschichte des
DaF voranbringen, die selbstredend nicht als die Geschichte eines
wissenschaftlichen Faches verstanden wird, wie Hans-Martin Gau-
ger (in der FAZ, s.u.) fälschlich vermutete, sondern als Geschichte
eines Praxisfeldes, das bis ins Frühmittelalter zurückreicht. Zum an-
deren möchte die AGDaF der sprachwissenschaftlichen Germanistik
die transkulturelle Geschichte ihres Arbeitsgegenstandes verdeutli-
chen. Es ist ein Gemeinplatz, daß das Deutsche in jedem Abschnitt
seiner Entwicklung im sprachlichen Austausch mit Nachbarsprachen
stand. Ein zentraler sozialer Ort, an dem dieser Austausch stattfand,
war das Lernen und Lehren des DaF durch Nichtdeutsche und das
Seite 315
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehren und Lernen anderer Sprachen durch Deutsche. Im Zentrum
des Interesses stehen nicht die Resultate von Sprachkontakten,
sondern die Personen(gruppen), die Träger von und Akteure in
Sprachkontakten waren. Am intensivsten waren diese Kontakte in
Mittel-, Nord- und Osteuropa, doch kam das Deutsche auch mit vie-
len weit entfernten Sprachen in Kontakt, namentlich durch Auswan-
derer, Kaufleute und Missionare und, während der kurzen kolonialen
Geschichte Deutschlands, durch Militär- und Verwaltungspersonal.
Die AGDaF ist Trägerin von Forschungsprojekten, dient aber auch
der Koordination der Forschung auf diesem Feld; ihre Sammlungen
von Quellen (Filme, Kopien, Originale) sind externen Wissenschaft-
lern und Wissenschaftlerinnen zugänglich. Sie ist in ein internatio-
nales Forschungsnetzwerk eingebunden, namentlich mit Wissen-
schaftlern in Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Österreich,
Polen, Rußland, Schweden, Spanien, der tschechischen Republik
und Ungarn. Sie wird von einem Beirat unterstützt, dem Vertreter
verschiedener Nachbarfächer der Universität Bamberg angehören:
Prof. Dr. Thomas Baier (Latinistik), Prof. Dr. Martin Haase (Romani-
stik), Prof. Dr. Christa Jansohn (Anglistik), Prof. Dr. Karl Möckl
(Neuere und Neueste Geschichte), Priv. Doz. Dr. Friederike Schmöe
(Germanistik), Prof. Dr. Rudolf Stöber (Kommunikationswissen-
schaft), Prof. Dr. Peter Thiergen (Slavistik). Weiterhin arbeitet die
AGDaF mit dem Interdisziplinären Institut für Kulturgeschichte der
Frühen Neuzeit der Universität Osnabrück zusammen (Geschäfts-
führender Direktor: Prof. Dr. Klaus Garber). Die AGDaF stützt sich
auf Forschungsprojekte, Dissertationen und Abschlußarbeiten (Di-
plom, Magister).
Linguistische Lexikographie
Jede Wissenschaft hat ihre Fachterminologie, und je weiter sich eine
Wissenschaft differenziert in verschiedene Unterdisziplinen, Rich-
tungen und Schulen, desto umfangreicher und unübersichtlicher
wird auch die Fachterminologie. Das Metzler Lexikon Sprache (hg.
von H. Glück, Stuttgart/Weimar 2000) war nicht der erste, aber
wohl der umfassendste Versuch, die sprachwissenschaftliche Termi-
nologie zu erfassen und zu dokumentieren. Da sich diese Termino-
logie wie die Forschung selbst; immer weiter entwickelt, ist ihre
Erfassung und Dokumentation eine Daueraufgabe. Eine dritte Auf-
lage ist in Vorbereitung.
Gesprochenes und geschriebenes Deutsch der Gegenwart
Das Deutsche der Gegenwart ist vielfältig differenziert nach den un-
terschiedlichen Parametern. Einer dieser Parameter ist das Medium
des Sprachausdrucks, die gesprochene und die geschriebene
Sprachform. Mit diesen beiden Sprachformen so die Hypothese kor-
respondieren strukturelle Sachverhalte, denn es gibt sprachliche
Strukturen, die ausschließlich oder vorzugsweise in einer der beiden
Sprachformen auftreten, aber nicht oder kaum in der anderen. Ziel
ist die grammatische und lexikologische Erfassung dieser Antinomi-
en bzw. Präferenzen, ausgehend vom Studium des tatsächlichen
Sprachgebrauchs.
Geschichte des Deutschen als Fremdsprache
Gegenstand der Untersuchungen ist der Erwerb des Deutschen als
Fremdsprache (DaF) vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Der hoch-
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und der niederdeutsche Sprach- bzw. Kontaktraum wird gleicher-
maßen berücksichtigt. Quellen sind Berichte Über die Verbreitung,
d.h. den Erwerb von DaF infolge von Kolonisations- und Migrations-
prozessen, die Entstehung und Entwicklung von Zweisprachigkeit
mit Deutsch als Kontaktsprache, das Deutschlernen als Erfordernis
für Reisende und für temporäre Einwanderer ebenso wie explizite
Zeugnisse für das Erlernen des Deutschen (Glossare, Sprachbücher,
Lerngrammatiken und wissenschaftlichen Grammatiken des Spät-
humanismus und des Barock). Schwerpunkt ist der Zeitraum vom
Mittelalter bis zum Ende des 18. Jh. Bisher liegen einige Diplomar-
beiten zu einschlägigen Einzelthemen vor, mehrere Dissertationen
entstehen derzeit (Näheres auf der Homepage [Link]
[Link]/split/prof-glueck/home
Kooperationsbeziehungen
Institut für Germanistik der Universität Aarhus/Dänemark: Prof. Ha-
rald Pors, Prof. Per Baerentzen
Institut für Germanistik der Universität Tampere/Finnland: Prof. Dr.
Piitulainen
Institut für Finnougristik der Pädagogischen Universität Tallinn/Est-
land: Prof. Dr. Mati Hint
Institut für Germanistik der Universität Tbilissi/Georgien: Prof. Dr.
S. Karbelaschwili, Prof. Dr. M. Gvensadze
Chaire des Études germaniques, Collége de France, Paris: Prof. Dr.
J.-M. Zemb
Institut für Germanistik der Karls-Universität Prag: Prof. Dr. A. Si-
meckova
Institut für Germanistik der Palacky-Universität Olmütz/Olomouc:
Doz. Dr. I. Fiala-Fürst
Institut für Germanistik der Universität Helsinki: Prof. Dr. Jarmo
Korhonen
Institut für Germanistik der Universität Kopenhagen: Prof. Dr. Vibe-
ke Winge
Institut für Germanistik der Universität Aix-en-Provence: Prof. Dr.
Barbara Kaltz
Institut für Romanistik der Universität Turin: Prof. Dr. A. Rosseba-
stiano
Institut für Germanistik der Universität Thorn/Torun: Prof. Dr. W.
Zientara
Wissenschaftliche Tagungen
Johann Ernst Glück (1654 - 1705). Tagung anläßlich des 300.
Todestages des Theologen, Übersetzers und Pädagogen
(Halle (Saale), 11. -13. Mai 2005)
Gemeinsame Tagung des Interdisziplinären Zentrums für Pietismus-
forschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Fran-
ckeschen Stiftungen in Halle und der AGDaF, Bamberg
Seite 317
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Das Adverb - Zentrum und Peripherie einer Wortart (19.-20. Jan.
2001)
2. Konvent der deutschen Hochschullehrer für Deutsch als Fremd-
sprache (2.-3. Febr. 2001)
Volkssprachen als Lerngegenstände in Europa im Mittelalter und in
der frühen Neuzeit (Bamberg, 18.-19. Mai 2001)
Veröffentlichungsreihen
Dr. Rabes Doktorhüte. Arbeiten zur germanistischen Sprachwissen-
schaft und zum Deutschen als Fremdsprache. Bamberg: Collibri-
Verlag, 1998-2001
Die Geschichte des Deutschen als Fremdsprache. Herausgegeben
von Helmut Glück in Verbindung mit Ulrich Knoop (Freiburg/Breis-
gau) und Jochen Pleines (Bochum). Verlag Walter de Gruyter (Ber-
lin/New York)
Publikationen s. Homepage:
[Link]
Forschungsprojekte
Das Bild der Tschechen bei den Deutschen
Projektleitung: Seit dem frühen Mittelalter leben Tschechen und Deutsche in engem
Prof. Dr. Helmut Glück Kontakt miteinander. Die deutsche Ostsiedlung bewirkte, daß sich in
Beteiligte: Böhmen und Mähren die Bevölkerung der meisten Städte aus Deut-
Dr. Jörg Krappmann, Ol-
mütz/Olomouc schen und Tschechen zusammensetzte. Diese Nachbarschaft war
Holger Klatte, M.A. für den Wissens- und Technologietransfer sowie für den kulturellen
Laufzeit: 1.10.2001 - Austausch zwischen beiden Bevölkerungsgruppen von großer Be-
30.9.2002 deutung. Das Aufeinandertreffen zweier Sprachen und Kulturen hat
Förderer:
aber auch zu Mißverständnissen und Konflikten geführt. Das Neben-
Beauftragter der Bundes-
regierung für Angelegen- einander von Tschechen und Deutschen wurde zudem immer wieder
heiten der Kultur und der durch politische und religiöse Auseinandersetzungen gestört, bis es
Medien vom Oktober 2001 zu den Katastrophen der Jahre 1938 bis 1945/46 kam.
bis zum September 2002.
Mitwirkende Institutio- Ein Grund für ethnische und sprachliche Mißverständnisse und Kon-
nen: flikte sind kollektive Vorstellungen, die die eine Seite von der jeweils
Lehrstuhl für Germanistik anderen hegt, die ,Nationenbilder’. Das Projekt erforschte das
der Universität Olmütz/ Tschechenbild der Deutschen und das Image der tschechischen
Olomouc
Sprache von den frühesten Belegen bis 1918.
Drei Typen von gedruckten Quellen, in denen einschlägige Aussagen
enthalten sind, wurden ausgewertet:
• politische und religiöse Quellen (Chroniken, Erlasse, Dekrete, Pre-
digten, religiöse Traktate)
• literarische Quellen (v.a. im Zeitraum 1700-1918)
• Sprachlehrwerke (Lehrbücher, Sprachführer, Übersetzungsmaterial
für den Deutschunterricht für Tschechen).
Das Projekt suchte nach Erklärungen dafür, wie und warum die frag-
lichen Einstellungen in den vergangenen Jahrhunderten entstanden
sind, wie sie sich verändert haben und welche Ereignisse oder Ent-
wicklungen dafür relevant waren. Dazu wurden über 400 einschlä-
Seite 318
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
gige Texte nach einem festgelegten Fragenkatalog analysiert;
beispielsweise wurden Aussagen über die soziale Stellung oder über
das Aussehen der tschechischen Figuren erfaßt. Die Bibliographie
wird als Datenbank für die externe Nutzung im Internet zugänglich
gemacht ([Link]/Arbeitsstelle). Eine Auswahl ein-
schlägiger Quellen wurde zu einer Anthologie zusammengestellt, die
repräsentative Dokumente aus dem Untersuchungszeitraum ver-
sammelt und zugänglich macht. Die Publikation der Ergebnisse er-
folgt 2004.
Deutsch als Fremdsprache in der Romania vom 15. bis zum 17. Jahrhundert
Projektleitung: Das Deutsche ist auf allen Stufen der Sprachentwicklung von An-
Prof. Dr. Helmut Glück derssprachigen als Fremdsprache gelernt worden, doch die ältere
Beteiligte: Geschichte des DaF, namentlich die Zeit bis 1700, war weitgehend
Sandra Miehling
Barbara Bruzzone unerforscht. Das Projekt untersuchte zwei- und mehrsprachige
Stichwörter: Sprachführer und Lerngrammatiken des Deutschen (Frühneuhoch-
Deutsch als Fremdspra- deutsch und älteres Neuhochdeutsch) für Italiener aus dem 15. bis
che; Lehrbuch; Romania 17. Jh. und für Franzosen und Spanier aus dem 17. Jh., außerdem
Laufzeit: 1.7.2000 -
Grammatiken des Deutschen aus dem 16. Jh. unter diesem Aspekt.
30.6.2002
Förderer: Die Romania bietet im gewählten Zeitraum die wahrscheinlich um-
Deutsche Forschungsge- fangreichste Überlieferung und die größte historische Tiefe; die äl-
meinschaft testen bekannten Handschriften von Sprachführern stammen vom
Anfang des 15. Jh. Romanen (,Welsche‘) sind - neben Tschechen
und Polen - die wichtigste Zielgruppe der Verfasser von Lehrmitteln
in Deutschland in der frühen Neuzeit. Das Projekt erfaßte einen we-
sentlichen Teil der bislang noch unbekannten älteren Geschichte des
DaF. Ziel war die Grundlegung einer Geschichte des Erwerbs und
des Lehrens von DaF im westromanischen Sprachraum.
Auf der Basis von Lehrmaterialen für den Erwerb des DaF wurden
Corpora festgelegt, die die Beschreibung von Grundwortschätzen
und Kerngrammatiken sowie von pragmatischen Normen und - in
Teilbereichen - die Rekonstruktion von Erwerbsprogressionen erlau-
ben sollten. Dies machte Aussagen darüber möglich, welche Wort-
schätze und welche Bereiche der Grammatik des Deutschen im
jeweiligen Zeitraum für zentral gehalten wurden. Erfaßt wurden
über 80.000 Wortformen, etwa 1.000 Phraseologismen und über
6.600 Sätze und Satzäquivalente, von denen etwa 1.000 Nebensät-
ze sind. Auf dieser Basis wurden Grundwortschätze und Kerngram-
matiken dokumentiert bzw. rekonstruiert. Ebenso wurden er-
kennbare pragmatische Konzepte (Hinweise auf Gesprächsfüh-
rungs- und Kontaktstrategien, Höflichkeitsnormen u.ä.) erfaßt. So
konnten Hypothesen über strukturelle und erwerbspsychologische
Konstanten aufgestellt werden. Auf diesen Grundlagen wurden Ge-
meinsamkeiten und Unterschiede in der Bestimmung und Gewich-
tung der zentralen lexikalischen, grammatischen und pragmati-
schen Bereiche zwischen den einzelnen Gruppen von Quellen fest-
gestellt. Die Projektergebnisse ermöglichten neue Einsichten in die
geschichtliche Entwicklung der Beziehungen zwischen dem deut-
schen Sprachraum und der westlichen Romania. Förderung durch
die Deutsche Forschungsgemeinschaft von Juli 2000 bis Juni 2003.
Die Publikation der Ergebnisse ist geplant für 2005.
Seite 319
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Deutschlernen in den böhmischen Ländern vom 15. Jahrhundert bis 1918: eine
teilkommentierte Bibliographie
Projektleitung: Das Deutsche war vom 12. bis zum 20. Jahrhundert in den böhmi-
Prof. Dr. Helmut Glück schen Ländern die wichtigste ,moderne’ Fremdsprache und neben
Doz. Dr. Libuse Spacilova, dem Lateinischen das wichtigste Medium von Wissens- und Techno-
Olmütz/Olomouc
Beteiligte: logietransfer. Bis zur Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten
Holger Klatte Weltkrieg waren Böhmen und Mähren in beträchtlichem Maße zwei-
Spácil, Vladimir sprachig, viele Tschechen haben Deutsch (und viele Deutsche
Stichwörter: Tschechisch) gelernt. Die Geschichte des Deutschen als Fremdspra-
Deutsch als Fremdspra-
che (DaF) und als Zweitsprache (DaZ) in Böhmen und Mähren ist
che; Böhmen; Mähren;
Lehrbuch bisher nur punktuell erforscht. Böhmen und Mähren bieten - neben
Laufzeit: 1.7.2000 - Italien und Polen - die umfangreichste Überlieferung, und die Tsche-
30.6.2001 chen gehören zu den wichtigsten Zielgruppen der Verfasser von
Förderer: Lehrmitteln für DaF in Deutschland. Das Projekt erfaßt einen weite-
Bundesbeauftragter der
Regierung für Angelegen-
ren Teil der Fachgeschichte des DaF in der frühen Neuzeit, indem es
heiten der Kultur und der gedruckte Materialien zusammentrug, die zum Zwecke des Spra-
Medien cherwerbs vom 16. Jh. bis zur Gründung der ersten Republik (1918)
Mitwirkende Institutio- entwickelt worden sind (Lehrbücher, Lerngrammatiken, Sprachfüh-
nen: rer, Übungsmaterial für den Deutschunterricht für Tschechen). Das
Lehrstuhl für Germanistik
der Universität Olmütz/ Projektergebnis ist eine analytische Bibliographie zur Geschichte
Tschechien des Deutschlernens in den böhmischen Ländern. Sie enthält 499
Sprachlehrwerke, davon 42 aus dem 16. Jh., 14 aus dem 17. Jh.
und 43 aus dem 18. Jh. Erfaßt wurden möglichst alle Auflagen ein-
schlägiger Werke. Jedes Werk wurde nach folgenden Gesichtspunk-
ten beschrieben:
(a) bibliographische Daten
(b) Paraphrase der Widmung (falls vorhanden)
(c) Angaben zur Zielgruppe
(d) didaktisch-methodische Hinweise des Autors
(e) Aufbau des Werks (Struktur der Abschnit-te/Lektionen)
(f) lexikalische Domänen (Schwerpunkte des Wortschat-zes)
(g) grammatische Domänen (präsentierte Ausschnitte der Gramma-
tik des Deutschen)
(h) sachliche Domänen (alltagspraktische, technische, religiös-phi-
losophische, soziale, ökonomische Themen).
Diese Bibliographie dokumentiert einen wesentlichen Aspekt der ge-
meinsamen Geschichte von Tschechen und Deutschen. Sie ermög-
licht neue Einsichten in die geschichtliche Entwicklung der
Beziehungen zwischen dem binnendeutschen Sprachraum und den
böhmischen Ländern.
Publikationen
1. Glück, Helmut ; Spacilova,
0XXLibuse ; Klatte, Holger ; Spacil, Vladimir: Deutsche Sprachbü-
cher in Böhmen und Mähren vom 15. Jh. bis 1918. Eine teilkommentierte Bibliographie .
Berlin-New York : de Gruyter, 2002 (Die Geschichte des Deutschen als Fremdsprache Bd.
2) . - 290 Seiten.
Seite 320
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Deutschlernen in den polnischen Ländern vom 15. Jahrhundert bis 1918: eine teil-
kommentiere Bibliographie
Projektleitung: Dieses Projekt schließt an das Projekt "Deutschlernen in den böhmi-
Prof. Dr. Helmut Glück schen Ländern" an: auch hier geht es um die bibliographische Erfas-
Prof. Dr. Konrad Schröder, sung der Materialien für den Erwerb des DaF in einem bestimmten
Universität Augsburg
Beteiligte: Sprachraum. Auch in Polen war das Deutsche auf der jeweiligen
Dr. Marian Malicki, Jagiel- Stufe der Sprachentwicklung seit dem 12. Jahrhundert die wichtig-
lonische Bibliothek Krakau ste ,moderne’ Fremdsprache und neben dem Lateinischen das wich-
Prof. Dr. Wlodzimierz tigste Medium von Wissens- und Technologietransfer. Die
Zientara, Universität
Städtegründungen und die Expansion des Deutschen Ordens breite-
Thorn
Yvonne Pörzgen M.A. ten das Deutsche im polnischen Sprachgebiet aus. Bis zum Unter-
Eva Schnell, Universität gang der polnischen Adelsrepublik 1795 waren die westlichen
Augsburg Landesteile Polens in beträchtlichem Maße zweisprachig. In der Zeit
Marcelina Tkocz, Universi- der Teilungen war die polnische Bevölkerung im preußischen Anteil
tät Augsburg
Laufzeit: 1.3.2004 -
weitgehend, im österreichischen Anteil teilweise und im russischen
28.2.2005 Anteil in den Bildungsschichten zweisprachig, was bedeutet, daß im
gesamten Zeitraum von vielen Polen Deutsch (und von vielen Deut-
schen Polnisch) gelernt worden ist. Das Projekt befaßt sich nur mit
dem Erwerb des Deutschen durch Polen; die Geschichte des Erwerbs
des Polnischen durch Deutsche ist Gegenstand einer von Konrad
Schröder (Augsburg) bearbeiteten, auf die frühe Neuzeit bezogenen
Überblicksdarstellung. Das Projekt erfaßt gedruckte Materialien
(16.-20. Jh.) in polnischen und deutschen Bibliotheken und Archiven
bibliographisch (Lehrbücher, Lerngrammatiken, Sprachführer,
Übungsmaterial für den Deutschunterricht für Polen). Der Untersu-
chungszeitraum reicht vom 15. Jh. bis zur Wiedergründung der pol-
nischen Republik (1918). Arbeitsergebnis ist eine analytische
Bibliographie zur Geschichte des Deutschlernens in den polnischen
Ländern. Sie wird einen wesentlichen Aspekt der gemeinsamen Ge-
schichte von Polen und Deutschen, nämlich die Gesamtheit der
Hilfsmittel zum Erwerb eines gemeinsamen Kommunikationsmittels,
erstmals systematisch erschließen und die vorliegende Bibliographie
zu den böhmischen Ländern ergänzen und fortführen
Johann Ernst Glück, die baltische Frühaufklärung und die Anfänge des höheren
Schulwesens in Russland
Projektleitung: Die Geschichte des Fremdsprachenunterrichts ist immer auch die
Prof. Dr. Helmut Glück Geschichte der Fremdsprachenlehrer und -lehrerinnen. Diese Per-
Beteiligte: sönlichkeiten haben mit ihrer Sprachbegabung und Sprachbegeiste-
Dr. Ineta Polanska
Laufzeit: 1.9.2002 - rung Wichtiges für die Kulturgeschichte des eigenen Landes und oft
31.8.2003 auch fremder Länder geleistet. Sie selber sind jedoch bedauerlicher-
Förderer: weise meist im Schatten der Geschichtsschreibung geblieben - man
Beauftragte der Bundesre- schätzt sprachliche Bildung und Vielsprachigkeit, mi-ßachtet aber
gierung für Angelegenhei-
oft diejenigen, die sie bewirken.
ten der Kultur und der
Medien Johann Ernst Glück wurde 1654 in Wettin bei Halle geboren. Er stu-
dierte Theologie in Wittenberg und Leipzig. Danach ging er nach Liv-
land, das im späten 17. Jh. zum schwedischen Reich gehörte. Um
seinen Beruf als Pastor ausüben zu können, lernte er Lettisch und
Russisch. Die Heilige Schrift war damals noch nicht ins Lettische
übersetzt worden. Mit Unterstützung des Generalsuperintendenten
Johannes Fischer und des schwedischen Königs Karl XI. fertigte er
Seite 321
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
innerhalb von acht Jahren die Übersetzung der Bibel aus dem He-
bräischen und Griechischen ins Lettische an, was einen Meilenstein
in der Kulturgeschichte Lettlands darstellt, vergleichbar dem, was
Luther für die Deutschen und das Deutsche bedeutete. Glück be-
mühte sich auch um die Bildung und Aufklärung der unterdrückten
lettischen Landbevölkerung, namentlich der Kinder: er war der
Gründer der ersten lettischen Bauernschulen. 1702 wurde er durch
russische Truppen unter entwürdigenden Umständen gefangenge-
nommen und samt seiner Familie nach Moskau verschleppt. Dort
bot er dem russischen Zaren Peter I. seine Dienste an und wurde
mit der Gründung des ersten Gymnasiums in Moskau beauftragt. In
dieser Schule konnten russische Kinder außer Latein, Französisch,
Deutsch und Schwedisch auch Geographie, Geschichte, Philosophie
und das Reiten erlernen. Glück hat deutsche Schulbücher und einige
Werke Comenius’ ins Russische übersetzt. Er starb 1705 in Moskau.
Trotz der großen Bedeutung seiner sprachlichen und volkserzieheri-
schen Leistungen existierte bislang keine Biographie dieses Früh-
aufklärers und Sprachlehrers auf Deutsch. Diese Lücke wird durch
dieses Projekt geschlossen. Die Publikation wird zudem einige Briefe
Glücks erstmals im Druck zugänglich machen.
Projektunabhängige Publikationen
1. Glück, Helmut: Über einige
0XXmethodologische Probleme der historischen Sprachsoziologie .
In: Sprache und Herrschaft, Wien (1980), Nr. 8, S. 2-10
2. Glück, Helmut (Hrsg.): Sprachtheorie und Sprach(en)politik . Osnabrück : OBST, 1981
(OBST, Nr. 18)
3. Glück, Helmut ; Gessinger, Joachim : Historique et état du débat sur la norme linguistique
en Allemagne . In: La norme linguistique. Éd. par Jacques Maurais et Èdith Bédard. Qué-
bec: Conseil de la langue francaise und Paris: Robert (1983), S. 203-252
4. Glück, Helmut ; Müller-Kohlenberg, Hildegard (Hrsg.): Interdisziplinäres Kolloquium Aus-
länderpädagogik: Referate und Vorträge . (Interdisziplinäres Kolloquium Ausländerpädago-
gik Osnabrück) 1983. - 141 Seiten.
5. Glück, Helmut: Der muttersprachliche Unterricht für die Kinder der Immigranten als spra-
chen- und bildungspolitisches Problem . In: ISS Informationen zur Ausländerarbeit (1984),
Nr. 4, S. 62-71
6. Glück, Helmut: Die Polen im Ruhrgebiet und die gegenwärtige Ausländerfrage . In: deutsch
lernen (1984), Nr. 3, S. 3-25
7. Glück, Helmut: Die sowjetische Sprachenpolitik . In: Jachnow, Helmut (Hrsg.) : Handbuch
des Russisten. Wiesbaden : Harrassowitz, 1984, S. 519-559.
8. Glück, Helmut ; Sauer, Wolfgang W.: La crise de l’allemand . In: Maurais, Jaques (éd.)
(Hrsg.) : La crise des langues. Quebec / Paris : Conseil de la langue francaise / Robert,
1985, S. 219-279.
9. Glück, Helmut: Zweisprachigkeit und Zweitspracherwerb - Ökonomische, politische und lin-
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10. Glück, Helmut: Aspekte der sowjetischen Sprachenpolitik. Ein Beitrag zur vergleichenden
Mehrsprachigkeitsforschung . In: Hinderling, Robert (Hrsg.) : Europäische Sprachminder-
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11. Glück, Helmut: Die Speisenkarte der Sprachenfresser. Zur Aktualität von Jan Baudouin de
Courenay für die sprachensoziologische Forschung . In: Germanistische Mitteilungen 23,
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12. Glück, Helmut: Die deutsche Sprache in der Welt (I). Ein Bericht über die Sprachpolitik der
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13. Glück, Helmut ; Sauer, Wolfgang W. : Neue Wortbildungsmuster im Deutschen als Problem
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Press (1987), S. 73-103
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15. Glück, Helmut: Schreiben in der Fremdsprache Deutsch. Eine Einführung . In: Lieber, Maria
; Posset, Jürgen (Hrsg.) : Schreiben im DaF- Unterricht. München : iudicium, 1988, S. 25-
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16. Glück, Helmut: Meins und Deins = Unsers? Über "Deutsch als Fremdsprache" und "Inter-
kulturelle Germanistik" . In: Zimmermann, Peter (Hrsg.) : Interkulturelle Germanistik. Dia-
log der Kulturen auf Deutsch? Frankfurt/Bern/New York : Lang, 1989, S. 57-92.
17. Glück, Helmut ; Sauer, Wolfgang W.: Gegenwartsdeutsch . 2. Aufl. Stuttgart : Metzler,
1990. - 199 Seiten.
18. Glück, Helmut ; Sauer, Wolfgang W.: Daß Frauen wie Männer im Kontext vorstellbar wer-
den, oder: Sprache und Sexus . In: Kreutzer, Leo ; Peters, Jürgen (Hrsg.) : Welfengarten,
Bd. 1. Hannover : Seminar für Deutsche Literatur und Sprache, 1990, S. 123-135.
19. Glück, Helmut: Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache: eine Bestands-
aufnahme . In: Zeitschrift für Fremdsprachenforschung 2 (1991), S. 12-63
20. Glück, Helmut: Kleines Glossar zum Thema Deutschland . In: Der Sprachdienst (1991),
Nr. 1, S. 6-15
21. Glück, Helmut: So schwach ist das Deutsche international gar nicht. Sprachkenntnisse als
Wirtschaftsgut . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 300 (1992), S. 7
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Köln : Institutsverlag, 1992, S. 47-77.
23. Glück, Helmut (Hrsg.) ; Sauer, Wolfgang W. ; Welke, Klaus: Die deutsche Sprache nach
der "Wende" in der DDR . Hildesheim : Germ. Linguistik Nr. 110-111, 1992. - 179 Seiten.
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spoken. Die deutsche Spracheinheit, von außen gesehen durch die inländische Brille .
In: Der Deutschunterricht 6 (1992), S. 16-27
25. Glück, Helmut: Aktuelle Beobachtungen zum Namen ’Deutsch’ . In: Germanistische Lingui-
stik Nr. 110-111 (1992), S. 142-171
26. Glück, Helmut: Die geschriebene Sprachform im Fremdsprachenerwerb (am Beispiel eini-
ger Probleme ägyptischer Germanistikstudenten mit dem Deutschen) . In: Baurmann, Jür-
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1993, S. 319-340.
27. Glück, Helmut (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache . 2. Aufl. Stuttgart, Weimar : Metzler,
1993. - 711 Seiten.
28. Glück, Helmut: Schriften im Kontakt. . In: Schrift und Schriftlichkeit (1994), S. 745-766
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31. Glück, Helmut: Viele wollen wieder die Sprache Lessings und Goethes lernen. Deutsch in
Mittel- und Osteuropa . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 149 (1994), S. 8
32. Glück, Helmut: Reklamedeutsch im DaF-Unterricht . In: Heringer, Hans Jürgen u.a. (Hrsg.)
: Tendenzen der deutschen Gegenwartssprache. Tübingen / Paris : Niemeyer / Sorbonne
Nouvelle, 1994, S. 265-284.
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die auswärtige Kulturpolitik (= Zeitschrift für Kulturaustausch 4) (1994), S. 522-528
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. In: Stevenson, Patrick (ed.) (Hrsg.) : The German Language and the Real World. A So-
ciolinguistic, Cultural and Pragmatic Perspective on Contemporary German. Oxford : Cla-
rendon Press, 1995, S. 69-93.
36. Glück, Helmut ; Paitschadse, Manana ; Nielsen, Fried-Hansel (Hrsg.): Deutsch in Georgien
. Bamberg : Collibri, 1995. - 94 Seiten.
37. Glück, Helmut: Die Sprachen der Hauswände und Plakate: Schriftenvielfalt im heutigen
Ägypten . In: Lingua Aegyptia 5 (1995), S. XX-XXX
38. Glück, Helmut ; Schmöe, Friederike: Vademecum Deutsch als Fremdsprache . Bamberg :
Collibri, 1995. - 90 Seiten.
39. Glück, Helmut: Westdeutsch + Ostdeutsch = Gesamtdeutsch? Die deutsche Sprache fünf
Jahre nach der ’Wende’ . In: Sprachwissenschaft 20 (1995), Nr. 2, S. 187-206
40. Glück, Helmut: Das graphische Symbol im Text: linguistische Aspekte. . In: Rück, Peter
(Hrsg.) : Graphische Symbole in mittelalterlichen Urkunden. Sigmaringen : Thorbecke,
1996, S. 87-98.
41. Glück, Helmut: Das Deutsche als Fremdsprache, die Politik und die Turbodidaktik: Konturen
eines alten Problems . In: Germanistische Linguistik 137-138 (1997), S. 55-70
42. Glück, Helmut: Der Mythos von den Frauensprachen . In: Sprache - Genus / Sexus. Hg.
von Heinz Sieburg. Frankfurt/M. (1997), S. 181-212
43. Glück, Helmut: Sprache, Politik und Markt . In: Sprachenpolitik in Europa - Sprachenpolitik
für Europa (1997), S. 20-26
44. Glück, Helmut: Altdeutsch als Fremdsprache . In: Glaser, Elvira ; Schlaefer, Michael (Hrsg.)
: Grammatica lanua Artium. Festschrift für Rolf Bergmann zum 60. Geburtstag.
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Peter ; Salminen, Olli (Hrsg.) : Deutsche Sprache und Kultur - Brücke und Scharnier im
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In: Deutsch weltweit? (1998), S. 98-105
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
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(Hrsg.) : Sprachen und mehr. Globale Kommunikation als Herausforderung. Wiesbaden :
Harrassowitz, 1998, S. 197-202.
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für die Sprach- und Kulturarbeit im Ausland . (Symposion zur Auswärtigen Kulturpolitik
Bamberg 1997) Bamberg : Collibri, 1998. - 92 Seiten.
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Fremdsprache. Zsf. zur Theorie und Praxis des Deutschunterrichts für Ausländer 35 (1998),
Nr. 2, S. 3-9
51. Glück, Helmut ; Koch, Kristine : Du oder Sie? Anredekonventionen in Deutschland und an-
deren Ländern . In: Der Sprachdienst 42 (1998), Nr. 1, S. 1-9
52. Glück, Helmut: Es fehlt nicht nur an Geld. Die Schwächen der auswärtigen Kulturpolitik .
In: Deutsch weltweit? (1998), S. 91-98
53. Glück, Helmut (Hrsg.): Die Semantik des Kulturbegriffs. Texte von Hoffmann, Genscher,
Anz, Glück . Bamberg : Collibri, 1998. - 64 Seiten.
54. Glück, Helmut: Deutsch - eine europäische Sprache . In: Deutsch weltweit? (1998), S. 72-
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tik 1992-1997 . Bamberg : Collibri, 1998. - 108 Seiten.
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Politik. Regensburg : Materialien Deutsch als Fremdsprache, 53, 2000, S. 125-140.
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Landessprache? In: Hoffmann, Hilmar (Hrsg.) : Deutsch global. Neue Medien - Herausfor-
derungen für die deutsche Sprache. Köln : Dumont, 2000, S. 108-125.
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In: Kühn, Ingrid ; Lehker, Marianne (Hrsg.) : Deutsch in Europa - Muttersprache und
Fremdsprache. Wittenberger Beiträge zur deutschen Kultur und Sprache. Bd. 1. Berlin : Pe-
ter Lang, 2000, S. 9-21.
59. Glück, Helmut ; Sauter, Anke: Vorwort. In: Eduard Engel: Literaturhistoriker, Stillehrer,
Sprachreiniger. Ein Beitrag zur Geschichte des Purismus in Deutschland . Bamberg : Colli-
bri, 2000 (Dr. Rabes Doktorhüte. Arbeiten zur germanistischen Sprachwissenschaft und
zum Deutschen als Fremdsprache Bd. 4)
60. Glück, Helmut ; Krämer, Walter (Hrsg.): Die Zukunft der deutschen Sprache . Leipzig :
Ernst Klett Schulbuchverlag, 2000. - 93 Seiten.
61. Glück, Helmut: Dürfen Linguisten werten? In: Glück, Helmut ; Krämer, Walter (Hrsg.) : Die
Zukunft der deutschen Sprache. Leipzig : Ernst Klett Schulbuchverlag, 2000, S. 62-70.
62. Glück, Helmut: Die Verlaufsform in den germanistischen Sprachen, besonders im Deut-
schen . In: Festschrift Klaus Welke (2001), S. 81-96
63. Glück, Helmut ; Sauer, Wolfgang W.: Current Trends in Writing and Speech .
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House, 2001, S. 48-59.
64. Glück, Helmut ; Spacilova, Libuse ; Klatte, Holger ; Spacil, Vladimir: Deutsche Sprachbü-
cher in Böhmen und Mähren vom 15. Jh. bis 1918. Eine teilkommentierte Bibliographie .
Berlin-New York : de Gruyter, 2002 (Die Geschichte des Deutschen als Fremdsprache Bd.
2) . - 290 Seiten.
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Zeitschrift zur Theorie und Praxis des Deutschunterrichts für Ausländer 39 (2002), Nr. 3,
S. 172-177
Seite 325
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
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oder ein normativer Irrtum? In: Borchers, Dörte ; Kammerzell, Frank ; Weniger, Stefan
(Hrsg.) : Hieroglyphen, Alphabete, Schriftreformen. Studien zu Multiliteralismus, Schrift-
wechsel und Orthographieneuregelungen. Göttingen : Seminar für Ägyptologie und Kopto-
logie der Universität, 2002, S. 101-116.
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hen Neuzeit. (Arbeiten zur Geschichte des Deutschen als Fremdsprache) . (Bamberger
Symposion: Die Volkssprachen als Lerngegenstand im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
Bamberg 2001) Berlin - New York : de Gruyter, 2002 (Die Geschichte des Deutschen als
Fremdsprache Bd. 3) . - 143 Seiten.
68. Glück, Helmut: Sekundäre Funktionen der Schrift: Schrift - Sprache, Schrift - Magie, Schrift
- Zauber, Schrift - Kunst. . In: Wende, Waltraud (Hrsg.) : Über den Umgang mit Schrift.
Würzburg : Königshausen & Neumann, 2002, S. 100-115.
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schen Rechtschreibung 1996/98 . In: Schmöe, Friederike ; Glück, Helmut ; Leiss, Elisabeth
; Ulrich, Miorita (Hrsg.) : Das Adverb. Zentrum und Peripherie einer Wortart. Wien : Edition
Praesens, 2002, S. 95-106.
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der deutschen Gegenwartssprache . In: Wiesinger, Peter (Hrsg.) : Jahrbuch für Internatio-
nale Germanistik, Reihe A: Kongreßberichte (Bd. 2 der Akten des X. Internationalen Ger-
manistenkongresses Wien Sept. 2000). Bd. 54. Bern : Peter Lang, 2002, S. 399.
71. Glück, Helmut: Deutsch als Fremdsprache in Europa vom Mittelalter bis zur Barockzeit .
Berlin-New York : de Gruyter, 2002. - 606 Seiten.
72. Glück, Helmut: Grammatische Folgeschäden der ’Neuregelung der deutschen Rechtschrei-
bung’ . In: Wiesinger, Peter ; Helmut Glück ; Wegener, Heide ; Sauer, Wolfgang (Hrsg.) :
Entwicklungstendenzen der deutschen Gegenwartssprache Bd. 2: Zeitenwende - Die Ger-
manistik auf dem Weg vom 20. ins 21. Jahrhundert (Internationaler Germanistenkongress
Wien 2000). Bern : Peter Lang, 2002, S. 27-33. (Bd. 54 des Jahrbuchs für Internationale
Germanistik, Reihe A: Kongreßberichte)
73. Glück, Helmut ; Koch, Kristine: Vorwort. In: Deutsch als Fremdsprache im Rußland des 18.
Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Geschichte des Fremdsprachenunterrichts in Europa und zu
den deutsch-russischen Beziehungen . Berlin-New York : de Gruyter, 2002 (Die Geschichte
des Deutschen als Fremdsprache Bd. 1)
74. Glück, Helmut ; Krämer, Walter ; Schöck, Eberhard (Hrsg.): Kulturpreis Deutsche Sprache
2001. Ansprachen und Reden . (Verleihung des Kulturpreises Deutsche Sprache Kassel
2001) Paderborn : IFB-Verlag, 2002. - 96 Seiten.
75. Schmöe, Friederike (Hrsg.) ; Glück, Helmut ; Leiss, Elisabeth ; Ulrich, Miorita: Das Adverb.
Zentrum und Peripherie einer Wortklasse . Wien : Edition Praesens, 2002. - 105 Seiten.
76. Glück, Helmut ; Krämer, Walter ; Schöck, Eberhard (Hrsg.): Kulturpreis Deutsche Sprache
2003. Ansprachen und Reden . (Verleihung des Kulturpreises Deutsche Sprache Kassel
2003) Paderborn : IFB-Verlag, 2003. - 54 Seiten.
77. Glück, Helmut ; Krämer, Eberhard ; Schöck, Eberhard (Hrsg.): Kulturpreis Deutsche Spra-
che 2002. Ansprachen und Reden . (Verleihung des Kulturpreises Deutsche Sprache Kassel
2002) Paderborn : IFB-Verlag, 2003
78. Segebrecht, Wulf (Hrsg.) ; Glück, Helmut: Mein Alphabet. Reisen in die Buchstabenwelt .
Bamberg : Difo, 2003 (Fußnoten zur Literatur, Nr. 52)
79. Glück, Helmut ; Polanska, Ineta: Johann Ernst Glück, die baltische Frühaufklärung und die
Anfänge des höheren Schulwesens in Rußland . im : Erscheinen, 2004
Seite 326
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2210
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Heinz Gockel
Angestellte:
Barbara Heger
Forschungsschwerpunkte
• Historisch-kritische Edition des gesamten Briefwechsels von Fried-
rich Heinrich Jacobi
• Literatur der Aufklärung, Klassik und Romantik
• Thomas Mann
• Max Frisch
• Günter Grass
• Literaturtheorie
Forschungsprojekte
Jacobi-Forschungsstelle
Projektleitung: Forschungsgegenstand ist die gesamte Korrespondenz Friedrich
Prof. Dr. Heinz Gockel Heinrich Jacobis zwischen 1762 und 1819, welche erfaßt, katalogi-
Beteiligte: siert, bei Bedarf transkribiert, wort-, buchstaben- und zeichenge-
Dr. Albert Mues
Stichwörter: treu für den Druck eingerichtet, mit einem textkritischen Apparat
Historisch-kritische Edition samt Erläuterungen zu einzelnen Lemmata versehen und schließlich
des gesamten Briefwech- druckfertig einem Verlag übergeben wird. Daneben gilt es,in Kon-
sels von Friedrich Heinrich takt mit anderen Forschern und Institutionen Auskünfte zu erteilen
Jacobi; Jacobi-Edition
oder einzuholen, Nachlässe zu durchforschen und umfassende In-
Beginn: 1.1.1980
Förderer: formationen zu Biographie und Schaffen Jacobis sowie seiner Brief-
Bayerische Akademie der partner zu beschaffen und zu verwalten.
Wissenschaften, München
Die unmittelbar aus der Arbeit der Jacobi-Forschungsstelle hervor-
gegangenen Publikationen sind folgende:
• Friedrich Heinrich Jacobi Briefwechsel 1762-1775 (Bd.I,1), 1775-
1781 (Bd.I,2), 1782-1784 (Bd.I,3) und 1785 (Bd. I,4). Stuttgart-
Bad Cannstatt 1981, 1983, 1987 und 2003.
• Friedrich Heinrich Jacobi Briefwechsel 1762-1775 ([Link],1), 1775-
1781 ([Link],2) und 1782-1784 (Bd. II,3) Stuttgart-Bad Cannstatt
1989, 1997 und 2001.
• Die Bibliothek Friedrich Heinrich Jacobis. Ein Katalog. Bearbeitet von
Konrad Wiedemann. 2 Bde. Stuttgart-Bad Cannstatt 1989 (= Fried-
rich Heinrich Jacobi Dokumente zu Leben und Werk. Bd. 1.1 und
1.2).
• Gudrun Schury / Albert Mues: Eintrag "Jacobi, Friedrich Heinrich" in:
Literatur Lexikon. Hg. Walther Killy. Gütersloh / München 1988-
1993.
Von Mitarbeitern der Forschungsstelle sind zum Thema außerdem
erschienen:
• Heinz Gockel: "...ein weiteres Ergründen der Spracherfindung". Et-
was zu Friedrich Heinrich Jacobis Sprachphilosophie. Rede zum 250.
Seite 327
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Geburtstag Jacobis. München: Verlag der Bayerischen Akademie der
Wissenschaften 1993.
• Gudrun Schury: "Verehrungswürdiger Jacobi, theurester Freund, lie-
ber Bruder Fritz!" In: Stimme der Pfalz. Jg.40. H.4 (1989). S.15-17.
Dies.: Ueberflüßiges Taschenbuch auf Friedrich Heinrich Jacobi.
Würzburg: Ergon 1995.
Projektunabhängige Publikationen
1. Gockel, Heinz: Goethes0XX
Tasso - die Sprache des Symbols . In: Deutsche Vierteljahresschrift
(1980), Nr. 54, S. 636-655
2. Gockel, Heinz: Thomas Manns Faustus und Kierkegaards Don Juan . In: Jahrbuch für In-
ternationale Germanistik 4 (1980), S. 68-75
3. Gockel, Heinz: Mythos und Poesie. Zum Mythosbegriff in Aufklärung und Frühromantik .
Frankfurt/Main : Klostermann, 1981
4. Gockel, Heinz (Hrsg.): Friedrich Heinrich Jacobi. Briefwechsel. Gesamtausgabe . Stuttgart :
frommann-holzboog, 1981
5. Gockel, Heinz: Der Erzähler Wolfdietrich Schnurre . In: Der Deutschunterricht 33/3 (1981),
S. 40-50
6. Gockel, Heinz: Thomas Manns Entweder und Oder . In: Siegfried Sudhof zu Gedenken.
Lübeck : -, 1981, S. 87-107.
7. Gockel, Heinz: Die alte neue Mythologie . In: Die literarische Frühromantik. Göttingen :
Vandenhoeck u. Ruprecht, 1983, S. 192-207.
8. Gockel, Heinz: Heinrich Mann. Das Engagement des Essayisten . In: Heinrich Mann. Sein
Werk in der Weimarer Republik. Frankfurt/Main : Klostermann, 1983, S. 55-67.
9. Gockel, Heinz: Von der Wahrheit poetischer Rede . In: Literatur, Sprache, Unterricht. Fest-
schrift für Jacob Lehmann. Bamberg : Bayer. Verlagsanstalt, 1984, S. 18-23.
10. Gockel, Heinz: Aschenbachs Tod in Venedig . In: Thomas Mann. Erzählungen und Novellen.
Bonn : Bouvier, 1984, S. 27-41.
11. Gockel, Heinz: Gestörte Ordnung. Zu Brentanos "Geschichte vom braven Kasperl und dem
schönen Annerl" . In: Jahrbuch des Freien deutschen Hochstifts (1984), S. 253-261
12. Gockel, Heinz: Das musikalische im Werk Thomas Manns . In: Hefte der Deutschen Thomas
Mann-Gesellschaft 6/7 (1987), S. 40-54
13. Gockel, Heinz: Herder und die Mythologie . In: Johann Gottfried Herder 1744-1803.
Hamburg : Meiner, 1987, S. 409-418.
14. Gockel, Heinz: Faust im Faustus . In: Thomas Mann Jahrbuch 1 (1988), S. 133-148
15. Gockel, Heinz: Max Frisch. Drama und Dramaturgie . München : Oldenbourg, 1989
16. Gockel, Heinz: "Man darf mich beim Wort nehmen". Die sehr ernsten Sprachspiele der Chri-
stine Brückner . In: Über Christine Brückner. Berlin : Ullstein, 1989, S. 13-32.
17. Gockel, Heinz: Zur neuen Mythologie der Romantik . In: Früher Idealismus und Frühroman-
tik. Hamburg : Meiner, 1990, S. 128-136.
18. Gockel, Heinz: Subversion als Spiel. Die Schweizer Schriftsteller Max Frisch .
In: Metamorphosen des Dichters. Frankfurt/Main : Suhrkamp, 1992, S. 259-273.
19. Gockel, Heinz: Poésie engagée. Zur Lyrik Erich Frieds . In: Beisbart, Ortwin ; Abraham, Ulf
(Hrsg.) : Einige werden bleiben. Und mit ihnen das Vermächtnis. Der Beitrag jüdischer
Schriftsteller zur deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Bamberg : Bayer. Ver-
lagsanstalt, 1992, S. 124-141.
Seite 328
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
20. Gockel, Heinz (Hrsg.): Wagner - Nietzsche - Thomas Mann. Festschrift für Eckard Heftrich
. Frankfurt/Main : Klostermann, 1993
21. Gockel, Heinz: "... ein weiteres Ergründen der Spracherfindung". Etwas zu Friedrich Hein-
rich Jacobis Sprachphilosophie . In: Friedrich Heinrich Jacobi. München : Bayerische Aka-
demie der Wissenschaften, 1993, S. 29-40.
22. Gockel, Heinz: Die unzeit-zeitgemäßen Brüder . In: Festschrift für Eckard Heftrich. Frank-
furt/Main : Klostermann, 1993, S. 216-227.
23. Gockel, Heinz: Unverlogenheiten. 121 Aphorismen zur Lebenswahrheit . Bamberg : Colli-
bri, 1997
24. Gockel, Heinz: Freiheit und Gesetzgebung. Zu Schillers staatspolitischen Ideen .
In: Philosophie als Denkwerkzeug. Festschrift für Albert Mues. Würzburg : Ergon, 1998,
S. 67-76.
25. Gockel, Heinz (Hrsg.): Christine Brückner: Erzählungen . Berlin : Ullstein, 1998
26. Gockel, Heinz: Iphigenie und der Mythos . In: Revista de Filología Alemana (1999), Nr. 7,
S. 73-87
27. Gockel, Heinz: Zart Gedicht der Melancholie . In: Lyrik lesen! Eine Bamberger Anthologie.
Festschrift für Wulf Segebrecht. Düsseldorf : Grupello, 2000, S. 125-127.
28. Gockel, Heinz: Günter Grass’ Blechtrommel . München : Piper, 2001
29. Gockel, Heinz: Eindeutige Symbolik. Zu einigen Bildern und Motiven in Max Frischs "Andor-
ra", "Biermann und die Brandstifter" und "Homo faber" . In: Revista de Filología Alemana
(2002), Nr. 10, S. 71-92
Seite 329
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und
Literaturvermittlung
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2137
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Weitere Informationen siehe
Prof. Dr. Hans-Peter Ecker
Angestellte: [Link]
Barbara Heger Besetzung der Professur seit Januar 2000
Forschungsschwerpunkte
Gattungstheorie und -geschichte (insbesondere Mythen, Komödie,
Legende, Idylle, Abenteuerliteratur, Sonett); Kulturtheorie und -ge-
schichte; Literaturgeschichte des 18.-20. Jahrhunderts: kulturana-
lytische und thematologische Fragestellungen, etnographische
Methoden; Literatur der Schweiz; DDR; Regionalismus/Territorial-
konzepte; Mensch-Natur-Beziehungen (Gartentheorie). Wieland,
Goethe, Heine, Keller, Fontane, Th. Mann, Brecht, St. Heym, Wid-
mer, Späth; Symbolisierung und Kommunikation von Macht; Kon-
flikt- und Emotionsforschung im Rahmen zivilisationstheoretischer
Ansätze. Gewalt, Regression. Literaturkritik, Lese- und Buchhan-
delsgeschichte, Literatur und Institutionen. Rhetorik. Interview.
Kooperationsbeziehungen
• Frije Universiteit Amsterdam, Fakulteit der Letteren.
• Universidad Complutense, Madrid
• Internationale Nestroy-Gesellschaft, Schwechat
• Gamburger Gespräche
Wissenschaftliche Tagungen
Legende. Geschichte, Theorie, Pragmatik. Passau 1999. Mit Unter-
stützung der Thyssen-Stiftung.
Natur hinter Glas. Zur Kulturgeschichte von Orangerien und Ge-
wächshäusern. Bronnbach 2002
Gärten - Spiegel der Seele. Bronnbach 2003
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Begegnungen von Mensch und Natur
Projektleitung: Das Projekt wird im kontinuierlichen Informationsaustausch zwi-
Prof. Dr. Hans-Peter Ecker schen beteiligten Fachwissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen
Dr. Jürgen Landwehr vorangetrieben; das „Gamburger Forum" (Prof. Dr. Hans-Peter Ek-
Prof. Dr. Wolfgang Sette-
korn ker/ Bamberg; Dr. Jürgen Landwehr/ Mannheim; Prof. Dr. Wolfgang
Stichwörter: Settekorn/ Hamburg) veranstaltet seit dem Jahre 2002 im Kloster
Orangerien - Gärten - Bronnbach (Taubertal) einschlägige Symposien. Für Unterstützung
Landschaftsästhetik - Vi- ist den Universitäten Bamberg und Mannheim, dem Landratsamt
sionen des guten Lebens
des Main-Tauber-Kreises sowie dem Staatsarchiv in Bronnbach zu
Laufzeit: 1.1.2001 -
15.9.2005 danken.
Förderer: Teil I: Natur hinter Glas. Zur Kulturgeschichte von Orangerien und
Universitäten Bamberg
und Mannheim
Gewächshäusern
Landratsamt des Main- Wie kommt ausgerechnet ein Zisterzienserkloster zu einer Orange-
Tauber-Kreises rie? Und was bedeutete im 17. und 18. Jahrhundert der Bau, die Un-
Staatsarchiv in Bronnbach
Mitwirkende Institutio- terhaltung, das Vorzeigen einer Orangerie? Solche Fragen gaben
nen: den Anstoß zur diesjährigen, freundlicherweise von der Universität
Gamburger Forum für Bamberg geförderten Tagung des „Gamburger Forums" am 17. und
Kulturforschung 18.09.2002 im Kloster Bronnbach. Die Versuche besonders im 17.
und 18. Jahrhundert, den „Süden im Norden" heimisch zu machen,
vor allem Zitruspflanzen in speziellen und immer aufwendiger ge-
stalteten Gebäuden zu überwintern und zugleich auszustellen, kön-
nen durchaus gesehen werden als Teil und als ein exemplarischer
Fall jener Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur, ihrer
Aneignung, Gestaltung und Wahrnehmung, die eine der Grundlage
der menschlichen Kulturgeschichte ist. Die kühne Versetzung südli-
cher Pflanzen in den damals besonders unwirtlichen Norden erfor-
derte einen immensen Aufwand: an Technik (architektonische
Lösungen, Heizung, Verglasung etc.) und an gärtnerischem Wissen
und Können (Schutz und Pflege der Pflanzen, Abstimmung von Licht
und Temperatur etc.). Und das heißt: einen beträchtlichen Aufwand
an Geld. Ist es schon spannend, die Lösungen für all diese Schwie-
rigkeiten zu untersuchen, so erst recht, nach den Gründen für die-
sen Aufwand zu fragen. Kenntlich wird schon an vielen der erhal-
tenen Orangerie-Gebäude eine Hauptfunktion: die Repräsentation.
Repräsentation im Sinne der Vergegenwärtigung des Südens (und
all seiner Bedeutungen), des Ausstellungswertes der Pflanzen als le-
bender Raritäten und Exoten, des damit verbundenen Prestigewerts
für den Besitzer, dessen Selbstdarstellung und nicht zuletzt des Ge-
nießens und der Lust. Und zu beobachten ist, wie dann aus adeligen
Orangerien bürgerlich-nützliche Treibhäuser werden. An diesen Ent-
wicklungen wird auch regionale Kulturgeschichte anschaulich und
konkret wie an der Bronnbacher Orangerie mit all ihren Spuren von
Geschichte und ihrer Geschichte. Diesem weitverzweigten Thema
widmeten sich die Mitglieder des Gamburger Forums im vergange-
nen Jahr, erstmals auf einer zweitätigen Tagung, da weitere und
ausgewiesene Fachleute wie Heinrich Hamann, der Leiter des Ar-
beitskreises Orangerien in Deutschland, gewonnen werden konnten.
So stellte Prof. Wolfgang Settekorn aus Hamburg im Vortragsraum
des Staatsarchivs J. Chr. Volkamers „Nürnbergische Hesperides"
vor, ein Grundlagenwerk zu Anlage und Betreibung von Orangerien
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aus dem Jahre 1708 und ein exemplarisches Zeugnis dieses Zweigs
der Kulturgeschichte. Neben dem Mitorganisator der Tagung Hans-
Peter Ecker nahmen mit Sibylle Hoiman (Denkmalschutz), Martina
Junghans (Kunstgeschichte) und Johannes Birgfeld (Neuere deut-
sche Literaturwissenschaft) noch drei junge Bamberger Nachwuchs-
wissenschaftler aktiv mit eigenen Vorträgen an dieser inter-
disziplinär besetzten Tagung teil. Alle Veranstaltungen waren öf-
fentlich und fanden ein großes Echo in der regionalen Presse. Die
Tagung war Auftakt zu einer Reihe von ähnlichen Veranstaltungen
zum Thema „Kulturlandschaft - Landschaftskultur", ein Unterneh-
men, das vom Landratsamt des Main-Tauber-Kreises und dem
Staatsarchiv in Bronnbach mitgetragen und unterstützt wird. Die
Tagung des Jahres 2003 wird das Thema „Spiegel der Seele. Gar-
ten-Kult(ur) zwischen Nutz und Lust" bearbeiten, 2004 soll es um
„Liebliche Landschaften. Zur ästhetischen Wahrnehmung von Na-
tur- und Kulturräumen" gehen, 2005 um „Orte des guten Lebens.
Entwürfe humaner Lebensräume". (Vgl. die Publikation zur Tagung:
Natur hinter Glas [...], hg. Jürgen Landwehr, St. Ingbert 2003.)
Teil II: Gärten als Spiegel der Seele.
In den großen Erzählungen der Menschheit, der griechischen Mytho-
logie, der Bibel, dem Koran, steht der (gottgeschaffene) Garten am
Anfang. Doch bedurfte es wohl eines Jahrhunderttausende währen-
den Prozesses der Menschheitsgeschichte und der Kulturentwick-
lung, bis die Aneignung der Natur so weit fortgeschritten war, dass
nicht nur Nützliches angebaut und gezüchtet wurde (Ackerbau).
Voraussetzung war vielmehr, dass das Bedürfnis entstand, Natur so
zu gestalten, dass sie schön wurde: angenehm, den Sinnen erfreu-
lich durch Einklang und Harmonie von Formen, Farben, Tönen, Ge-
rüchen und Geschmacksnuancen. Für die ästhetische Zurichtung
der Natur zum Lustgarten bedurfte es der Mittel, vor allem aber der
Muße: für die Betrachtung, das Begehen und Erleben des Gartens.
Der Garten wurde so zum Gegenbild der "wilden Natur". Einmal er-
bzw. gefunden, konnte der Garten in den Vorstellungen und
Wunschprojektionen der Menschen vervollkommnet werden zu eben
jenen uranfänglichen (und verlorenen!) Paradiesen. Und der ideali-
sierte Garten konnte aufgeladen werden mit zusätzlichen Bedeutun-
gen: als Zeichen, als Symbol der Vollkommenheit, der gottgewollten
Ordnung, der Bestimmung des Menschen, der Unschuld, der Jung-
fräulichkeit etc. Gerade wegen der erstaunlich gleichen Grundmu-
ster (Ordnung und Wohlgefälligkeit der Pflanzen, lebendiges Wasser
usw.) sind die Differenzen und Veränderungen in den Gartengestal-
tungen und Gartenbildern von besonderem Interesse, zeugen sie
doch von Funktionsunterschieden und Funktionswandel: Ein Ba-
rockgarten will anderes im Betrachter und Begeher bewirken als ein
mittelalterlicher Klostergarten, als ein Englischer Garten des 19.
Jahrhunderts. Zeige mir deinen Garten und ich sage dir, wer du bist
- Gärten als Spiegel der Seele. Diesen "Kulturbedeutungen" von
Gärten war die Tagung des "Gamburger Forums für Kulturfor-
schung" im Jahr 2003 gewidmet.
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Publikationen
1. Ecker, Hans-Peter: Von0XX
der Orangerie aufs Treibhaus gekommen. Literarische Reflexe zur
Entwicklungsgeschichte der Gewächshauskultur bei Eduard Mörike und Theodor Fontane .
In: Landwehr, Jürgen (Hrsg.) : Natur hinter Glas: Zur Kulturgeschichte von Orangerien und
Gewächshäusern. St. Ingbert : Röhrig, 2003, (Kulturlandschaft - Landschaftskultur 1),
S. 203-219.
Gattungsgeschichte und -theorie der deutschsprachigen Komödie
Projektleitung: Erkundet wird das Vermögen der Komödie, menschliche Konflikte
Prof. Dr. Hans-Peter Ecker auf eine unblutige Weise nicht unbedingt zu lösen, aber doch irgend-
Beginn: 1.1.1999 wie zu handhaben. Nach einer ersten Phase intensiver Erkundungen
kanonischer und marginaler Texte unterschiedlicher historischer
Epochen und sozialer Milieus, sollten die Befunde theoretisch zu-
sammengefasst werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der
„emotionalen Regie" der Texte, der (relativen) Ausklammerung von
„Tragischem" sowie den in Komödien thematisierten Machtverhält-
nissen.
Publikationen
1. Ecker, Hans-Peter: "Hausherrn
0XX haben noch selten hoffnungslos geliebt." Werttheoretische
Betrachtungen zur Konfliktgestaltung und Gerechtigkeitsauffassung in Komödien (nicht
nur) von Nestroy . In: Ecker, Hans-Peter (Hrsg.) : Methodisch reflektiertes Interpretieren.
Festschrift für Hartmut Laufhütte zum 60. Geburtstag. Passau : Rothe, 1997, S. 319-332.
2. Ecker, Hans-Peter: Andreas Gryphius: ’Absurda Comica. Oder Herr Peter Squentz’
Schimpff=Spiel . In: Interpretationen: Dramen vom Barock bis zur Aufklärung. Stuttgart :
Reclam, 1999, (Literaturstudium), S. 93-114.
3. Ecker, Hans-Peter: Süßer Schein der Traurigkeit. Christian Fürchtegott Gellerts weinerli-
ches Lustspiel ’Die zärtlichen Schwestern’ . In: Zagadnienia Rodzajów Literackich 43 (Lodz)
(2000), Nr. 1-2, S. 16-25
4. Ecker, Hans-Peter: Witz und Anmut. Johann Elias Schlegels Konversationskomödie ’Die
stumme Schönheit’ . In: Zagadnienia Rodzajów Literackich 43 (Lodz) (2000), Nr. 1.-2,
S. 7-15
Literatur und soziale Institutionen im frühen 19. Jahrhundert
Projektleitung: Hier wird untersucht, wie sich literarische Texte ideologisch zu den
Prof. Dr. Hans-Peter Ecker Modernisierungsschüben des Industriezeitalters stellten. Ausgegan-
Stichwörter: gen wird von der These, dass die Beschleunigung des gesellschaft-
Adoleszenz, Recht, Fami-
lie, Schule lichen Wandels von der „Akkumulation sozialer Energie" abhängig
Beginn: 1.1.1198 ist bzw. begünstigt wird. Vermehrung sozialer Energie kann als An-
häufung von Reichtum, politischem Einfluß, als Gewinn von sozia-
lem Status, als Konzentration von juristischer Macht usw. betrachtet
werden; besonders interessant ist dabei die Akkumulation verschie-
dener solcher Formen in einer Hand. Erste Untersuchungen am Bei-
spiel von Dorfgeschichten des ausgehenden 18. bis zur Mitte des 19.
Jahrhunderts lassen die These plausibel erscheinen, dass die Belle-
tristik im Vorfeld der Industrialisierung die Konzentration sozialer
Energie und damit den sozialen Wandel ideologisch unterstützte,
diese Haltung aber ins Gegenteil verkehrte, sobald die Kosten der
Modernisierung spürbar wurden.
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Publikationen
1. Ecker, Hans-Peter: Versicherungsdiskurse.
0XX Zivilisationstheoretisch motivierte Institutions-
analysen zur Dorfliteratur des 19. Jahrhunderts . In: Titzmann, Michael (Hrsg.) : Zwischen
Goethezeit und Realismus. Wandel und Spezifik in der Phase des Biedermeier. Tübingen :
Niemeyer, 2002, (= Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur 92), S. 305-330.
Pragmatik der Legende
Projektleitung: 1993 habe ich meinen Entwurf einer kulturanthropologischen Le-
Prof. Dr. Hans-Peter Ecker gendentheorie vorgestellt, der Ansätze verschiedener beteiligter
Beginn: 1.1.1997 Disziplinen (Literaturwissenschaft, Ethnologie, Religionswissen-
Förderer:
Thyssen Stiftung schaft, Soziologie usw.) zusammenführt und Geltung für einschlägi-
ge Phänomene unterschiedlichster kultureller Milieus beansprucht.
(H.-P. E.: Die Legende [...], Stuttgart: Metzler, 1993.) Nachdem
dieses Projekt notwendigerweise auf einer gewissen Abstraktions-
ebene verhandelt werden musste, kommt es nun darauf an, die Le-
gendenforschung - geleitet durch theoretische Fragestellungen bzw.
Hypothesen - durch die Erkundung konkreter Phänomenbestände
voranzubringen: Dabei geht es z.B. um Prozesse der Legendenbil-
dung, die Bedeutung von Legenden für das kulturelle Gedächtnis
(u.a. im Hinblick auf soziale Normen, Identitäten und Feindschaf-
ten), um Verbindungen von Legendentexten mit sozialer Praxis und
die Reflexion der Einflüsse spezifischer Medien auf legendenartige
Darbietungsverfahren. Eine von mir 1999 geleitete, interdisziplinär
besetzte wissenschaftliche Tagung „Legenden: Geschichte - Theorie
- Pragmatik" versuchte, einer zukünftigen Legendenforschung vor
allem drei Impulse zu vermitteln: Erstens rückte die Mehrzahl der
Tagungsbeiträge zugunsten einer konsequenten Historisierung bzw.
kulturkreisspezifischen Kontextualisierung ihrer Gegenstände von
einer monolithischen Gattungskonzeption der Legende ab. Zweitens
wurde die kommunikative Wirksamkeit legendarischer Vertextungs-
schemata für verschiedenartige, auch neueste Medien mehrfach be-
legt und als lohnende Aufgabe zukünftiger Forschung bezeichnet.
Drittens erweist sich die pragmatische Dimension der Textsorte,
ihre erwiesene Kraft, Menschen in Bewegung zu setzen und zu
Handlungen zu motivieren, als jener Aspekt, in den viele Beiträge
einmünden. Gerade die Frage nach dem „Sitz im Leben" eines Tex-
tes scheint auch besonders geeignet, Vertreter unterschiedlicher
methodischer bzw. fachlicher Orientierungen in einen fruchtbaren
Ideenaustausch treten zu lassen. (Tagungsband „Legenden: Ge-
schichte - Theorie - Pragmatik", hg. v. H.-P. E., Passau: Rothe,
2003.)
Publikationen
1. Ecker, Hans-Peter: Die0XX
Legende. Kulturanthropologische Annäherung an eine literarische
Gattung . Stuttgart und Weimar : Metzler, 1993 (Germanistische Abhandlungen Bd. 76,
Nr. XI) . - 397 Seiten.
2. Ecker, Hans-Peter: Legenden. Heiligengeschichten vom Altertum bis zur Gegenwart .
Stuttgart : Reclam, 1999. - 519 Seiten.
3. Ecker, Hans-Peter: Legenden: Geschichte, Theorie, Pragmatik . In: Nachrichten und Be-
richte 100 (2000), S. 40-42
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Ecker, Hans-Peter: Blutzeugenschaft als Institution und als "schweres Zeichen". Zum Zu-
sammenhang von Töten und Lieben in Erzählungen religiöser und politischer Initiations-
und Opferrituale . In: Ecker, Hans-Peter (Hrsg.) : Legenden. Geschichte, Theorie, Pragma-
tik. Passau : Rothe, 2003, S. 33-43.
5. Ecker, Hans-Peter (Hrsg.): Legenden, Geschichte, Theorie, Pragmatik . Passau : Rothe,
2003. - 238 Seiten.
Symbolisierung und Kommunikation von Macht
Projektleitung: Mit der Erforschung von Macht, ihren Symbolen, Ritualen, Legitimie-
Prof. Dr. Hans-Peter Ecker rungs- und Kommunikationsstrukturen im historischen Wandel,
Prof. Dr. Thomas Baier aber auch mit den entsprechenden Ausdrucks-, Organisations- und
Stichwörter:
Macht - Herrschaft - Ge- Begründungsprinzipien von „Gegenmacht" (Widerstand, Subversi-
genmacht - Widerstand - on, Terror) wird sich ein „Forschungskern" des derzeit in seiner
Terror - Legitimierung Gründungsphase befindlichen „Zentrums zur Erforschung von Mo-
Beginn: 1.1.2002 dernisierungs- und Globalisierungsprozesse" befassen. Zusammen
mit dem Kollegen Prof. Dr. Thomas Baier (Klass. Philologie/ Latini-
stik) bereite ich eine Tagung „Macht, Herrschaft, Terror" vor.
Projektunabhängige Publikationen
1. Ecker, Hans-Peter: Poetisierung
0XX als Kritik. Stefan Heyms Neugestaltung der Erzählung vom
Ewigen Juden . Tübingen : Narr, 1987 (Mannheimer Beiträge zur Sprach- und Literaturwis-
senschaft Bd. 13) . - 351 Seiten.
2. Ecker, Hans-Peter: Gottfried Kellers Novelle ’Das verlorne Lachen’. Kritik eines Rezeptions-
musters . In: Studi Germanici 24-26 (1988), S. 141-166
3. Ecker, Hans-Peter: Spielarten regional orientierter Gegenwartsliteratur . In: Diskussion
Deutsch 20 (1989), Nr. 108, S. 325-336
4. Ecker, Hans-Peter: Region und Regionalismus. Bezugspunkte für Literatur oder Kategorien
der Literaturwissenschaft? In: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und
Geistesgeschichte (1989), Nr. 63, S. 295-314
5. Ecker, Hans-Peter: Dialekt als Waffe. Programmatik und Praxis des elsässischen Dichters
André Weckmann . In: Germanisch-Romanische Monatsschrift (1989), Nr. 70, S. 99-108
6. Ecker, Hans-Peter: Vom langweiligsten zum spannensten Land der Erde? Tendenzen der
jüngeren DDR-Literatur . In: Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes 37
(1990), Nr. 2, S. 20-32
7. Ecker, Hans-Peter: Bleibt was? Ein Rückblick auf die Literatur der DDR .Vortrag: Akademie-
vorträge 8, Akademie für polititsche Bildung, Tutzing, 1991
8. Ecker, Hans-Peter: Zum Umgang mit sogenannter "Regionalliteratur". Probleme der Theo-
rie, Möglichkeiten der Praxis . In: Behütuns, Georg ; Lippert, Gerhard (Hrsg.) : Germani-
stenkongresse Suhl April 1991 - Zwickau März 1992 (Bayerisch-Sächsischer
Germanistenkongreß "Deutschunterricht und Kulturwandel in der Region"). Dillingen : Aka-
demiebericht 215, 1992, S. 161-172.
9. Ecker, Hans-Peter: Die Legende. Kulturanthropologische Annäherung an eine literarische
Gattung . Stuttgart und Weimar : Metzler, 1993 (Germanistische Abhandlungen Bd. 76,
Nr. XI) . - 397 Seiten.
10. Ecker, Hans-Peter: Kurze Einwendung eines Außenstehenden zum Gegenstandsverständ-
nis der Kinder- und Jugendliteraturforschung . In: Internationales Archiv für Sozialge-
schichte der deutschen Literatur 18 (1993), Nr. 2, S. 169-175
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
11. Ecker, Hans-Peter: Blick über den Rhein. Das alte und neue deutsche Interesse an Schwei-
zer Literatur . In: Literatur aus der Schweiz. Sonderheft Passauer Pegasus 11 (1993),
Nr. 21/22, S. 25-45
12. Ecker, Hans-Peter: Auf neuen Wegen zu einer alten Gattung. Was kann eine kulturanthro-
pologisch orientierte Legendentheorie leisten? In: Jahrbuch für Internationale Germanistik
25 (1993), Nr. 2, S. 8-29
13. Ecker, Hans-Peter: "Vielleicht auch ein bißchen Geschwätz." Zur Differenz von Anspruch
und Realität in Karl Philipp Moritz‘ ’Magazin zur Erfahrungsseelenkunde’ am Beispiel der
Selbstmordfälle . In: Laufhütte, Hartmut ; Landwehr, Jürgen (Hrsg.) : Literaturgeschichte
als Profession. Festschrift für Dieter Jöns. Tübingen : Narr, 1993, (Mannheimer Beiträge
zur Sprach- und Literaturwissenschaft 24), S. 179-202.
14. Ecker, Hans-Peter: Plädoyer für eine neue Rezeption von DDR-Literatur, demonstriert an
Christa Wolfs ’Sommerstück’. Wissenschaftliche Argumente gegen Tendenzen der jüngsten
deutschen Literaturdebatte . In: Euphorion 88 (1994), Nr. 2, S. 223-235
15. Ecker, Hans-Peter: Hanswurst, Kasperl, Krokodil. Hypothesen zum sogenannten Infantilis-
mus der Lustigen Person . In: Csobádi, Peter (Hrsg.) : Die Lustige Person auf der Bühne.
Gesammelte Vorträge des Salzburger Symposions. Bd. 2. Anif/Salzburg : Müller-Speiser,
1994, S. 501-512. (= Wort und Musik, Salzburger akademische Beiträge 23)
16. Ecker, Hans-Peter: Gespräch mit Bernhard Setzwein. [Autorengespräch in Dialogform.] .
In: Deutsche Bücher 24 (1994), S. 91-104
17. Ecker, Hans-Peter: "... und wenn es zum eusersten komt / so wird dem Volcke viel verspro-
chen / das man hernach desto weniger halten darff": Ästhetische Reflexion politischer Zeit-
ereignisse in Schauspielen Johann Rists und Christian Weises . In: Csobádi, Peter (Hrsg.) :
"Weine, weine, du armes Volk!" Das verführte und betrogene Volk auf der Bühne. Gesam-
melte Vorträge des Salzburger Symposions 1994. Bd. 2. Anif / Salzburg : Müller-Speiser,
1995, S. 411-422. (= Wort und Musik, Salzburger akademische Beiträge 28)
18. Ecker, Hans-Peter: Die fragile Zitadelle. Zur Reflexion medialer Vermittlung von Realität in
Urs Widmers Erzählung ’Der blaue Siphon’ . In: Archiv für das Studium der neueren Spra-
chen und Literaturen 147 (1995), Nr. 1, S. 1-22
19. Ecker, Hans-Peter: "Darum muß dieses Bild vernichtet werden." Über wissenschaftliche
Sinnspiele und poetisch gestaltete Medienkonkurrenz am Beispiel von Stifters ’Nachkom-
menschaften’ . In: Laufhütte, Hartmut ; Möseneder, Karl (Hrsg.) : Adalbert Stifter: Dichter
und Maler, Denkmalpfleger und Schulmann. Neue Zugänge zu seinem Werk. Tübingen :
Niemeyer, 1996, S. 508-523.
20. Ecker, Hans-Peter: Legendenschwank . In: Enzyklopädie des Märchens 8 (1996), S. 871-
874
21. Ecker, Hans-Peter: Legendenmärchen . In: Enzyklopädie des Märchens 8 (1996), S. 868-
871
22. Ecker, Hans-Peter: Legende . In: Brednich, Rolf Wilhem ; Ranke, Kurt (Begr.) (Hrsg.) : En-
zyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählfor-
schung. Bd. 8. Berlin, New York : de Gruyter, 1996, S. 855-868.
23. Ecker, Hans-Peter: Wer will schon eine dürre Gouvernante sein? Zum Umgang mit DDR-
Literatur nach der Wiedervereinigung. Modellfall ’Subjektive Authentizität’ . In: Atkins, Ro-
bert ; Kane, Martin (Hrsg.) : Retrospect and Review. Aspects of the Literature of the GDR
1976-1989 (Conference at the University of Kent Kent 27.-30.09.1994). Amsterdam /
Atlanta : Ga.: Rodopi, 1997, S. 46-61.
24. Ecker, Hans-Peter: "Hausherrn haben noch selten hoffnungslos geliebt." Werttheoretische
Betrachtungen zur Konfliktgestaltung und Gerechtigkeitsauffassung in Komödien (nicht
nur) von Nestroy . In: Ecker, Hans-Peter (Hrsg.) : Methodisch reflektiertes Interpretieren.
Festschrift für Hartmut Laufhütte zum 60. Geburtstag. Passau : Rothe, 1997, S. 319-332.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
25. Ecker, Hans-Peter (Hrsg.): Methodisch reflektiertes Interpretieren. Festschrift für Hartmut
Laufhütte zum 60. Geburtstag . Passau : Rothe, 1997. - 444 Seiten.
26. Ecker, Hans-Peter: Vergewisserung subjektiver Identität, Spurensuche im kollektiven Ge-
dächtnis, Horrortrip in die Wildnis: Über kulturelle Programme literarischer Harzreisen .
In: Zeitschrift für Germanistik, Neue Folge 7 (1997), S. 262-277
27. Ecker, Hans-Peter: "Authentizität". Über eine problematische Qualität regional orientierter
Literatur . In: Maler, Anselm (Hrsg.) : Literatur und Regionalität. Frankfurt/Main : Lang,
1997, (= Studien zur Neueren Literatur 4), S. 9-22.
28. Ecker, Hans-Peter: Idylle . In: Ueding, Gert (Hrsg.) : Historisches Wörterbuch der Rhetorik.
Bd. 4: Hu-K. Tübingen : Niemeyer, 1998, S. 183-202.
29. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Unterm Rad . In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg, Chri-
stine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart : Reclam, 1999, (Univer-
sal-Bibliothek 18003), S. 245 f..
30. Ecker, Hans-Peter: Iyllik der Emanzipation und sanfte Katharsis. Zum Zusammenspiel von
Genrekodes und sozialgeschichtlichen Rahmenbedingungen in den Idyllen des Johann
Heinrich Voß . In: Rudolph, Andrea (Hrsg.) : Kulturräume in Dichtung und Wirkung.
Dettelbach : Röll, 1999, S. 193-213.
31. Ecker, Hans-Peter: Legenden. Heiligengeschichten vom Altertum bis zur Gegenwart .
Stuttgart : Reclam, 1999. - 519 Seiten.
32. Ecker, Hans-Peter: Dichtung im Schafspelz - Formzitate mit Alibifunktion? Beispiele aus
Idyllik und Naturlyrik . In: Böhn, Adreas (Hrsg.) : Formzitate, Gattungsperioden, ironische
Formverwendung: Gattungsformen jenseits von Gattungsgrenzen. St. Ingbert : Röhrig,
1999, S. 85-107.
33. Ecker, Hans-Peter: Andreas Gryphius: ’Absurda Comica. Oder Herr Peter Squentz’
Schimpff=Spiel . In: Interpretationen: Dramen vom Barock bis zur Aufklärung. Stuttgart :
Reclam, 1999, (Literaturstudium), S. 93-114.
34. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Siddharta. Eine indische Dichtung . In: Max, Frank
Rainer ; Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart :
Reclam, 1999, (Universal-Bibliothek 18003), S. 253 f..
35. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse. Gertrud. Roman . In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg,
Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart : Reclam, 1999, (Uni-
versal-Bibliothek 18003), S. 246 f..
36. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel. Versuch einer Lebensbeschrei-
bung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften . In: Max,
Frank Rainer ; Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I.
Stuttgart : Reclam, 1999, (Universal-Bibliothek 18003), S. 260-262.
37. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Demian. Die Geschichte einer Jugend. Von Emil Sin-
clair . In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3:
20. Jh. I. Stuttgart : Reclam, 1999, (Universal-Bibliothek 18003), S. 250 f..
38. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Die Morgenlandfahrt. Eine Erzählung . In: Max, Frank
Rainer ; Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart :
Reclam, 1999, (Universal-Bibliothek 18003), S. 259 f..
39. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Klein und Wagner . In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg,
Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart : Reclam, 1999, (Uni-
versal-Bibliothek 18003), S. 251 f..
40. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Der Steppenwolf . In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg,
Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart : Reclam, 1999, (Uni-
versal-Bibliothek 18003), S. 254-256.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
41. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Klingsors letzter Sommer . In: Max, Frank Rainer ;
Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart : Reclam,
1999, (Universal-Bibliothek 18003), S. 252 f..
42. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Knulp. Drei Geschichten aus dem Leben Knulps .
In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20.
Jh. I. Stuttgart : Reclam, 1999, (Universal-Bibliothek 18003), S. 248 f..
43. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Narziß und Goldmund. Erzählung . In: Max, Frank Rai-
ner ; Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart : Re-
clam, 1999, (Universal-Bibliothek 18003), S. 257 f..
44. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Peter Camenzind . In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg,
Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart : Reclam, 1999, (Uni-
versal-Bibliothek 18003), S. 244 f..
45. Ecker, Hans-Peter: Hermann Hesse: Roßhalde . In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg, Christine
(Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 3: 20. Jh. I. Stuttgart : Reclam, 1999, (Universal-Bi-
bliothek 18003), S. 247 f..
46. Ecker, Hans-Peter: Urs Widmer: Im Kongo. Roman . In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg,
Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 5: 20. Jh. III. Stuttgart : Reclam, 2000,
(Universal-Bibliothek 18005), S. 311 f..
47. Ecker, Hans-Peter: Urs Widmer: Der Kongreß der Paläolepidopterologen. Roman . In: Max,
Frank Rainer ; Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 5: 20. Jh. III.
Stuttgart : Reclam, 2000, (Universal-Bibliothek 18005), S. 309 f..
48. Ecker, Hans-Peter: Urs Widmer: Der blaue Siphon. Erzählung . In: Max, Frank Rainer ;
Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 5: 20. Jh. III. Stuttgart : Reclam,
2000, (Universal-Bibliothek 18005), S. 310 f..
49. Ecker, Hans-Peter: Von Stolperfischen und Sauerkrautwaffeln: Lyrik im Internet. Zu h. lec-
tors Gedicht ’Lesen’ . In: Jahraus, Oliver ; Neuhaus, Stefan ; Hanenberg, Peter (Hrsg.) :
Lyrik lesen! Eine Bamberger Anthologie. Wulf Segebrecht zum 65. Geburtstag. Düsseldorf :
Grupello, 2000, S. 289-294.
50. Ecker, Hans-Peter: Witz und Anmut. Johann Elias Schlegels Konversationskomödie ’Die
stumme Schönheit’ . In: Zagadnienia Rodzajów Literackich 43 (Lodz) (2000), Nr. 1.-2,
S. 7-15
51. Ecker, Hans-Peter: Süßer Schein der Traurigkeit. Christian Fürchtegott Gellerts weinerli-
ches Lustspiel ’Die zärtlichen Schwestern’ . In: Zagadnienia Rodzajów Literackich 43 (Lodz)
(2000), Nr. 1-2, S. 16-25
52. Ecker, Hans-Peter: Gerold Späth: Commedia. Roman . In: Max, Frank Rainer ; Ruhrberg,
Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 5: 20. Jh. III. Stuttgart : Reclam, 2000,
(Universal-Bibliothek 18005), S. 319 f..
53. Ecker, Hans-Peter: Gerold Späth: Balzapf oder Als ich auftauchte. Roman . In: Max, Frank
Rainer ; Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Bd. 5: 20. Jh. III. Stuttgart :
Reclam, 2000, (Universal-Bibliothek 18005), S. 318 f..
54. Ecker, Hans-Peter: Legenden: Geschichte, Theorie, Pragmatik . In: Nachrichten und Be-
richte 100 (2000), S. 40-42
55. Ecker, Hans-Peter: Joseph Roths Galizien. Zur poetischen Konstruktion eines Kulturraums
und über die Frage, wie aus Regionalliteratur Dichtung von Weltrang entstehen kann .
In: Wagner-Egelhaaf, Martina (Hrsg.) : Regionalliteraturforschung heute. Bielefeld :
Aisthesis, 2001, S. 49-62.
56. Ecker, Hans-Peter: Urs Widmer: Der Geliebte der Mutter. Roman . In: Max, Frank Rainer ;
Ruhrberg, Christine (Hrsg.) : Reclams Romanlexikon. Stuttgart : Reclam, 2002, S. CD-
ROM.
Seite 338
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
57. Ecker, Hans-Peter ; Titzmann, Michael (Hrsg.): Realismus-Studien. Hartmut Laufhütte zum
65. Geburtstag . Würzburg : Ergon, 2002. - 298 Seiten.
58. Ecker, Hans-Peter: Versicherungsdiskurse. Zivilisationstheoretisch motivierte Institutions-
analysen zur Dorfliteratur des 19. Jahrhunderts . In: Titzmann, Michael (Hrsg.) : Zwischen
Goethezeit und Realismus. Wandel und Spezifik in der Phase des Biedermeier. Tübingen :
Niemeyer, 2002, (= Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur 92), S. 305-330.
59. Ecker, Hans-Peter: Flambierte Frauen und lustige Witwen. Literarische Inszenierungen ei-
nes sozialen Problemfelds [Texte u.a. von Petronius, Goethe, Nestroy] . In: Müller, Peter
(Hrsg.) : Frauengeschichte(n). Vorträge im Rahmen der Bronnbacher Gespräche.
Stuttgart : Kohlhammer, 2002, S. 79-100.
60. Ecker, Hans-Peter: Fontanes ’Schach von Wuthenow’. Zur Identitätsproblematik im 19.
Jahrhundert . In: Ecker, Hans-Peter ; Titzmann, Michael (Hrsg.) : Realismus-Studien. Hart-
mut Laufhütte zum 65. Geburtstag. Würzburg : Ergon, 2002, S. 201-233.
61. Ecker, Hans-Peter: Überleben in einem Land, das ein Weib ist. Geschlechtsideologische
Imaginationen des ’Deutschen’ bei Thea von Harbou und Fritz Lang . In: Loster-Schneider,
Gudrun (Hrsg.) : Geschlecht - Literatur - Geschichte II. Nation und Geschlecht. St.
Ingbert : Röhrig, 2003, (Mannheimer Studien zur Literatur und Kulturwissenschaft 29),
S. 155-169.
62. Ecker, Hans-Peter ; Conter, Claude: Stefan Heym im Spiegel der westdeutschen Presse
zwischen 1950 und 1990 . In: Stefan Heym: Socialist - Dissenter - Jew (Ed. by Peter Hut-
chinson and Reinhard K. Zachau). Bern : Lang, 2003, (British and Irish Studies in German
Language and Literature 32), S. 181-204.
63. Ecker, Hans-Peter: Blutzeugenschaft als Institution und als "schweres Zeichen". Zum Zu-
sammenhang von Töten und Lieben in Erzählungen religiöser und politischer Initiations-
und Opferrituale . In: Ecker, Hans-Peter (Hrsg.) : Legenden. Geschichte, Theorie, Pragma-
tik. Passau : Rothe, 2003, S. 33-43.
64. Ecker, Hans-Peter (Hrsg.): Legenden, Geschichte, Theorie, Pragmatik . Passau : Rothe,
2003. - 238 Seiten.
65. Ecker, Hans-Peter: Von der Orangerie aufs Treibhaus gekommen. Literarische Reflexe zur
Entwicklungsgeschichte der Gewächshauskultur bei Eduard Mörike und Theodor Fontane .
In: Landwehr, Jürgen (Hrsg.) : Natur hinter Glas: Zur Kulturgeschichte von Orangerien und
Gewächshäusern. St. Ingbert : Röhrig, 2003, (Kulturlandschaft - Landschaftskultur 1),
S. 203-219.
Seite 339
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Arbeitsstelle für Renaissanceforschung
Anschrift: Weide 18, 96049 Bamberg
Tel.: 0951/863 2212 Fax.: 0951/863 5212
E-Mail: [Link]@[Link]
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Arbeitsstelle für Renaissanceforschung wurde 1976 an der Uni-
Prof. em. Dr. Dieter versität Göttingen begründet und 1979 an die Otto-Friedrich Univer-
Wuttke sität Bamberg übertragen. Die Arbeit der Arbeitsstelle ist
wiss. Mitarbeiterin:
Dr. phil. Petra Schöner ausschließlich forschungsorientiert. Die in Vorbereitung befindlichen
bzw. erschienenen Publikationen werden jährlich im Jahrbuch der
Historischen Forschung aufgeführt.
Forschungsschwerpunkte
Seit 1998 ruht der Schwerpunkt der Arbeit auf der Publikation der
Erwin Panofsky-Korrespondenz. Im Dezember 2003 erschien der
zweite Band dieser auf fünf Bände angelegten Edition. Weiteres sie-
he unter der betreffenden Projektbeschreibung bzw. unter http://
[Link]. Dort stehen auch Auszüge aus einschlägigen
Rezensionen.
Veröffentlichungsreihen
Die Arbeitsstelle für Renaissanceforschung gibt die Publikationsrei-
hen "Gratia. Bamberger Schriften zur Renaissanceforschung" (Wies-
baden: Harrassowitz Verlag) und "SAECVLA SPIRITALIA" (Baden-
Baden: Verlag Valentin Koerner) heraus. Im März 2004 umfaßt die
Reihe "Gratia" 41 Bände, die Reihe "SAECVLA SPIRITALIA" bereits
42 Bände. Weitere Bände sind in Vorbereitung.
Zuletzt erschienen:
Conradi Celtis Protucii: Panegyris ad duces Bavariae. Mit Einleitung,
Übersetzung und Kommentar hrsg. von Joachim Gruber. Wiesbaden
2003. LXIV, 178 Seiten.
(= Gratia. Bamberger Schriften zur Renaissanceforschung, Bd. 41).
Petra Schöner: Judenbilder im deutschen Einblattdruck der Renais-
sance. Ein Beitrag zur Imagologie. Baden-Baden 2002. XIV, 438
Seiten.
(= SAECVLA SPIRITALIA, Bd. 42).
Zu weiteren, früher erschienenen Bänden der Reihe Gratia bzw. SA-
ECVLA SPIRITALIA vgl. die Rubrik "Publikationen".
Forschungsprojekte
Aby M. Warburg-Bibliographie
Projektleitung: Aby M. Warburgs publiziertes Werk, die z.T. immer noch ungehobe-
Prof. em. Dr. Dieter Wutt- nen Schätze seines Nachlasses sowie seine einzigartige Kulturwis-
ke senschaftliche Bibliothek dürfen als der bedeutendste deutsche
Beginn: 1.5.1977
Förderer: Beitrag zur internationalen Kulturwissenschaft des zwanzigsten
Hamburgische Wissen- Jahrhunderts gelten, der den Leistungen von Henri Berr und der Be-
schaftliche Stiftung gründer der Schule der "Annales", Marc Bloch und Lucien Fèbvre,
ebenbürtig ist. Die Akzeptanz dieser die Disziplingrenzen über-
Seite 340
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
schreitenden Wegweisung nimmt in eben dem Maße erfreulich zu,
in dem die transkontinentale Globalisierung voranschreitet und auch
die Völker Europas grenzüberwindend politisch zusammenrücken.
Der 1998 erschienene Band "Aby M. Warburg-Bibliographie 1866-
1995. Werk und Wirkung. Mit Annotationen." versammelt 3102 bi-
bliographische Einheiten und bietet ein Verzeichnis des umfangrei-
chen, weltweit verstreuten und teilweise schwer zugänglichen
Archivmaterials, das im Zusammenhang mit Aby M. Warburg von
Bedeutung ist. Ein Ergänzungsband soll das Werk zu gegebener Zeit
fortführen.
Publikationen
1. Wuttke, Dieter: Aby M.0XX
Warburg-Bibliographie 1866-1995. Werk und Wirkung. Mit Annota-
tionen . Baden-Baden : Verlag Valentin Koerner, 1998 (Bibliotheca Bibliographica Aureliana
Bd. CLXIII) . - XXIV, 514 Seiten.
Erwin Panofsky: Korrespondenz 1910-1968. Eine kommentierte Auswahl in fünf
Bänden.
Projektleitung: Erwin Panofsky (1892-1968) war einer der bedeutensten und ein-
Prof. em. Dr. Dieter Wutt- flußreichsten Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler des 20.
ke Jahrhunderts. Schon seinen Generationsgenossen galt er als ‘Ein-
Beteiligte:
Dr. phil. Petra Schöner stein der Kunstgeschichte’. Weltweit mögen ca. 27000 Briefe von
Beginn: 1.10.1988 und an Panofsky erhalten sein. Ca. 24000 wurden in vieljähriger
Förderer: Forschungsarbeit diesseits und jenseits des Atlantiks aufgespürt
Deutsche Forschungsge- und davon über 3000 für eine fünfbändige, textkritisch aufbereitete
meinschaft
und kommentierte Auswahlausgabe ausgewählt. Die Briefe werden
Stiftung Volkswagenwerk,
Hannover durch Verzeichnisse und Register erschlossen und durch Bildbeiga-
Institute for Advanced ben bereichert. Die Auswahlausgabe der Panofsky-Korrespondenz
Study, Princeton, NJ versteht sich als Beitrag zur Mikrohistorie des Lebens und Wirkens
Center for Advanced Study von Erwin Panofsky, der keine Autobiographie hinterlassen hat. Dar-
in the Visual Arts, Wa-
shington, D.C.
über hinaus bietet sie Einblicke in die wechselvolle Geschichte des
Getty Center for the Histo- 20. Jahrhunderts aus der Perspektive einer exzeptionellen Persön-
ry of Art and the Humani- lichkeit, wobei die Wissenschafts-, Sozial-, Personen- und Institutio-
ties, Los Angeles, CA nengeschichte besondere Schwerpunkte bilden.
Im Dezember 2003 erschien der zweite Band der Korrespondenz-
Edition mit ca. 1400 Seiten. Vgl. die Rezension von Horst Brede-
kamp in der Süddeutschen Zeitung vom 14./15. Februar 2004 sowie
[Link]
Publikationen
1. Wuttke, Dieter (Hrsg.):0XX
Erwin Panofsky: Korrespondenz 1910-1936 . Wiesbaden : Harras-
sowitz Verlag, 2001 (Erwin Panofsky: Korrespondenz 1910-1968. Eine kommentierte Aus-
wahl in fünf Bänden. Bd. I) . - LIV, 1142 Seiten.
2. Wuttke, Dieter (Hrsg.): Erwin Panofsky: Korrespondenz 1937-1949 . Wiesbaden : Harras-
sowitz Verlag, 2003 (Erwin Panofsky: Korrespondenz 1910-1968. Eine kommentierte Aus-
wahl in fünf Bänden. Bd. II) . - XXVIII, 1363 Seiten.
Projektunabhängige Publikationen
1. Wuttke, Dieter: Über den Zusammenhang der Wissenschaften und Künste. Mit annotierter
0XX
Bibliographie . Wiesbaden : Harrassowitz Verlag, 2003. - 9 Abb., 122 Seiten.
Seite 341
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Anglistik
Anschrift: An der Universität 9 / Kapuzinerstraße 25, 96045 Bamberg
Das zweitgrößte Fach innerhalb der Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften hat die Spra-
chen, Literaturen und Kulturen des anglophonen Raumes zum Gegenstand. Den Teilbereichen
Englische Sprachwissenschaft und Mediävistik, Englische Literaturwissenschaft, Britische Kultur,
Britische Landeswissenschaft / British Studies, Amerikanisches Literaturwissenschaft und Di-
daktik der Englischen Sprache und Literatur gehören derzeit 5 Lehrstühle und Professuren sowie
9 wissenschaftliche Mitarbeiter an. Das Fach Anglistik und das Centre for British Studies (CBS)
sind in der U 9 (Englische Sprachwissenschaft, Englische Literaturwissenschaft, Amerikanische
Literaturwissenschaft, Didaktik der Englischen Sprache und Literatur) und der K 25 (Britische
Kultur, Britische Landeswissenschaft, CBS) untergebracht. Das Lehrangebot umfasst Kurse in
Sprachpraxis, diachroner und synchroner Sprachwissenschaft unter Berücksichtigung des Eng-
lischen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, sowie Veranstaltungen zu anglophonen Literaturen
und Kulturen vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Teilbereiche
Der Gegenstandsbereich des Lehrstuhls für Englische Sprachwissenschaft und Mediävistik ist die
Erforschung der englischen Sprache sowohl in ihrer historischen Entwicklung als auch in ihrer
gegenwärtigen Form. In beiden Teildisziplinen werden die zentralen Ebenen sprachwissen-
schaftlicher Beschreibung in Forschung und Lehre berücksichtigt.
Die Englische Literaturwissenschaft umfasst die Literaturen Großbritanniens und Irlands sowie
die so genannten "New Literatures in English" in ihrer gesamten Breite, vom Mittelalter bis zur
Gegenwart. Das Profil des Lehrstuhls ist interdisziplinär und kulturwissenschaftlich ausgerichtet.
Dies zeigt sich unter anderem in der engen Kooperation und in gemeinsamen Veranstaltungen
im Fach und mit Fächern und Zentren der Universität. Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in
den Bereichen Spätmittelalter (Thomas Malory, Arthurische Literatur), 18. Jahrhundert (Recht
und Literatur, State Trials, Demokratisierung, Kindheitsdarstellungen), 20. Jahrhundert (zeitge-
nössisches Drama, Europäisierung, Migration, Exil und Holocaust), Intermedialität und Identi-
tät.
Der Gegenstandsbereich des Lehrstuhls für Britische Kultur umfasst die Britische Kultur und Li-
teratur vom Mittelalter bis zur Gegenwart, wobei besonderer Wert auf die Verbindung zwischen
den philologischen Kernbereichen der traditionellen Anglistik und den britischen Kulturwissen-
schaften als auch auf interdisziplinäre Fragestellungen und internationale Zusammenarbeit ge-
legt wird. Die verschiedenen Forschungsschwerpunkte finden ihre entsprechende Berücksichti-
gung auch in der Lehre und in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Instituten im
In- und Ausland. Forschungsschwerpunkte sind u.a. Englische Literatur und Kultur des Mittelal-
ters, der Renaissance, des 19. und 20. Jahrhunderts; Editionswissenschaften; Übersetzungswis-
senschaften; Mentalitätsgeschichte; Krankheitsdarstellungen; Alter und Altern; Imperialism,
Colonialism und Postcolonialism.
Die Bamberger Amerikanistik versteht sich als Kulturwissenschaft, die an Hand von unterschied-
lichen Textsorten Einstiege in die vertiefte Beschäftigung mit grundsätzlichen Fragestellungen
der U.S.-amerikanischen Sprache und Kultur insgesamt sowie ihrer Geschichte und Geistesge-
schichte im besonderen eröffnet. Über die Textproduktion der ethnischen Literaturen in den letz-
ten 100 Jahren werden dabei spezielle Phänomene wie ’Nationbuilding’, transnationale und
hemisphärische Identitäten, Migrationsliteraturen und Kulturkonflikte erforscht. Dabei setzt die
Amerikanistik im Rahmen gemeinsamer Veranstaltungen auf enge Kooperation mit der Anglistik
und anderen Philologien sowie, angesichts der personellen Minimalausstattung, auf Gastvorträ-
ge und den Einsatz amerikakundlicher Medien.
Die Englischdidaktik als Wissenschaft vom und für den Englischunterricht beschäftigt sich mit
der Begründung, den Zielen, Inhalten und methodischen Vorgehensweisen sowie der Evaluation
schulischen Englischlernens. Von zentraler Bedeutung ist die Analyse der Lehr- und Lernprozess
Seite 342
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
im Englischunterricht. Dabei arbeitet die Englischdidaktik nicht nur mit hermeneutischen, son-
dern auch mit quantitativen und qualitativen empirischen Verfahren. Die Lehrveranstaltungen
im Bereich der Englischdidaktik decken die Breite des Faches ab und reichen von der Problema-
tik des frühbeginnenden Englischunterrichts über literatur-, sprach- und mediendidaktische so-
wie interkulturelle und motivationale Fragestellungen bis hin zu praktikumvorbereitenden und -
begleitenden Seminaren, die Fragen der Unterrichtsplanung und -durchführung fokussieren. Ar-
beitsschwerpunkte sind weiterhin Literaturdidaktik, Fehleranalyse und Lernstrategien. Weitere
Informationen siehe unter den Darstellungen der einzelnen Teilbereiche.
CBS
Das Centre for British Studies wurde im März 2000 gegründet. Als Ergänzung zur Anglistik in
Bamberg bietet es ein Forum für interdisziplinäre Kooperation. Forschungsschwerpunkte liegen
auf politischen, kultur- und literaturwissenschaftlichen sowie soziologischen Problemfeldern,
wobei die historische Dimension in allen Forschungsbereichen betont werden soll. Die Lehre um-
fasst einen Kernbereich in Sprachfertigkeit für Nicht-Muttersprachler/innen und Unterricht in
britischer Literatur, Kultur und Geschichte sowie Wahlbereiche für individuelle Spezialisierung
(in Kooperation mit Nachbarinstituten werden die Bereiche britische Literatur, Kultur, Geschich-
te, Politik, Soziologie, Geographie abgedeckt). Der Studiengang wird die Studierenden auf lei-
tende Positionen im deutsch-britischen öffentlichen Sektor und Kulturstiftungswesen, in Firmen
und im Medienbereich vorbereiten. Ein Auslandsaufenthalt in Großbritannien wird das Bamber-
ger Programm ergänzen. (Siehe auch: [Link]
Forschungsschwerpunkte
Für nähere Informationen zu Forschungsschwerpunkten, Projekten und Kooperationsbeziehun-
gen siehe die Darstellungen der einzelnen Lehrstühle und Professuren.
Kooperationsbeziehungen
Es bestehen zahlreiche Austauschprogramme mit Universitäten in Nordamerika, Großbritanni-
en, Irland sowie in weiteren europäischen Ländern. Darüber hinaus unterhalten die Lehrstühle
und Professuren wissenschaftliche Kontakte (z.B. im Rahmen von Projekten) sowie institutiona-
lisierte und nicht-institutionalisierte Kooperationsbeziehungen mit Wissenschaftlern aus dem In-
und Ausland. Nähere Informationen hierzu finden sich in den Selbstdarstellungen der Teilberei-
che.
Wissenschaftliche Tagungen
Das Fach Anglistik und das CBS veranstalten regelmäßig Gastvorträge, Ringvorlesungen und
wissenschaftliche Fachkonferenzen, so z.B.
22.-24 Mai 2003: Elizabeth I: Past and Present. International Conference on the Occasion of the
400th Anniversary of her Death (Britische Kultur / CBS)
21.-22. Mai 2004: Englische Sprachwissenschaft und Mediävistik - Standpunkte und Perspekti-
ven (Englische Sprachwissenschaft und Mediävistik)
3.-6. Juni 2004: Staging Displacement, Exile and Diaspora (Englische Literaturwissenschaft).
2001 veranstaltete der Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft und Mediävistik den Jubilä-
umskongress der International Association of University Professors of English (IAUPE), und
2005 wird der Lehrstuhl für Englische Literaturwissenschaft die Jahrestagung des Deutschen An-
glistenverbandes ausrichten.
Für eine vollständige Liste der Gastvorträge, Ringvorlesungen und Tagungen im Bereich Angli-
stik siehe [Link] sowie die Darstellung der einzelnen Teil-
bereiche.
Seite 343
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft und Mediävi-
stik
Anschrift: An der Universität 9, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2166 Fax.: 0951/863 2167
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Der Gegenstandsbereich des Lehrstuhls für Englische Sprachwis-
Prof. Dr. Dr. h.c. (Loránd senschaft und Mediävisitik ist die Erforschung der englischen Spra-
Eötvös Univ. Budapest), che sowohl in ihrer historischen Entwicklung als auch in ihrer gegen-
phil. dr. h.c. (Univ. Uppsa-
la), Dr. h.c. (Adam Mik- wärtigen Form. In beiden Teildisziplinen werden die zentralen Ebe-
kiewicz Univ. Posen), Prof. nen sprachwissenschaftlicher Beschreibung berücksichtigt: Phone-
h.c. (Univ. Hermannstadt/ tik/Phonologie (Lautlehre), Morphologie (Formenlehre), Syntax
Sibiu) Wolfgang Viereck (Satzlehre), Semantik (Bedeutungslehre), Lexikologie (Wortschatz-
wiss. Mitarbeiter:
lehre). Auf der Grundlage sprachtheoretischer Überlegungen wer-
Dipl.-Übersetzerin Dr. Bir-
git Eder den die genannten Aspekte auf die englische Sprache angewendet,
PD Dr. Gabriele Knappe um so zu einem fundierten Verständnis des Sprachsystems des Eng-
Dr. Heinrich Ramisch, lischen zu gelangen. Die verschiedenen Unterrichtsveranstaltungen
Akad. Oberrat des Lehrstuhls (Proseminare I und II, Hauptseminare, Vorberei-
tungskurse auf das Staatsexamen usw.) bieten den Studierenden
die Möglichkeit, sich mit den Zielen, Inhalten und Methoden der an-
glistischen Sprachwissenschaft in ihrer ganzen Breite vertraut zu
machen.
Darüber hinaus ist die Arbeit am Lehrstuhl gekennzeichnet durch
verschiedene Forschungsschwerpunkte (siehe dort), die auch in der
Lehre eine entsprechende Berücksichtigung finden.
Forschungsschwerpunkte
• Englische Dialektologie
• Computative Linguistik
• Formen und Funktionen des Englischen in verschiedenen Teilen der
Welt
• Einfluß des Englischen auf das Deutsche und andere Sprachen
• Diachrone Untersuchungen zum Englischen
• Europäischer Sprachatlas
Kooperationsbeziehungen
Mit den Universitäten Leeds, Poznan, Reading, Uppsala
Wissenschaftliche Tagungen
Jubiläumskongreß der International Association of University Pro-
fessors of English, 29. Juli - 4. August 2001
Fachtagung: Englische Sprachwissenschaft und Mediävistik - Stand-
punkte und Perspektiven, 21. - 22. Mai 2004 (PD Dr. Gabriele Knap-
pe)
Veröffentlichungsreihen
• Bamberger Beiträge zur Englischen Sprachwissenschaft / University
of Bamberg Studies in English Linguistics, bisher 46 Bände.
Seite 344
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Dialectologia et Geolinguistica (offizielles Organ der Internationalen
Gesellschaft für Dialektologie und Geolinguistik), zuletzt Nummer
11, 2003.
• SIDG Bulletin, zuletzt Heft 11, 2003.
• Atlas Linguarum Europae. Commentaires und Cartes, zuletzt Bd. I,
Fasz. 6, 2002.
Forschungsprojekte
Europäischer Sprachatlas
Projektleitung: Der Atlas Linguarum Europae (ALE) ist der erste Kontinentalatlas;
Prof. Dr. Dr. h.c. (Loránd er umfaßt 6 Sprachfamilien mit 22 Sprachgruppen, die sich auf ins-
Eötvös Univ. Budapest), gesamt 51 Länder bzw. territoriale Gebiete verteilen. Seinem Wesen
phil. dr. h.c. (Univ. Uppsa-
la), Dr. h.c. (Adam Mik- nach kann der ALE bislang primär als Wortatlas definiert werden,
kiewicz Univ. Posen), Prof. der zwei Komponenten Rechnung trägt: Zum einen handelt es sich
h.c. (Univ. Hermannstadt/ dabei um den - traditionellen - onomasiologischen Aspekt, der vor
Sibiu) Wolfgang Viereck allem etymologischen Fragestellungen nachgeht, zum anderen geht
Beteiligte:
es um den - innovativen - motivationellen Aspekt, der darauf ab-
Dipl.-Übersetzerin Dr. Bir-
git Eder zielt, die den jeweiligen Benennungen zugrundeliegende Ursache -
Stichwörter: ihr Motiv - aufzuzeigen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lehnwort-
Europäische Sprachgeo- forschung. Alle drei Aspekte tragen dazu bei, daß der ALE auch als
graphie; Computative Dia- Instrument zur Skizzierung der kulturgeschichtlichen Entwicklung
lektologie
Beginn: 1.7.1992
Europas gelten kann. Die Schaltstelle des ALE ist das Zentralsekre-
Förderer: tariat, das in Bamberg angesiedelt ist und dessen Arbeit, die sowohl
Universität Bamberg wissenschaftlich als auch administrativ ausgerichtet ist, aus Mitteln
Istituto Poligrafico e Zecca der Universität gefördert wird. Ein neuer Einleitungsband sowie der
dello Stato, Rom 5. Kommentar- und Kartenband erschienen 1997. Der 6. Kommen-
Mitwirkende Institutio-
nen: tar- und Kartenband erschien 2002 und der 7. Band liegt dem Verlag
Nationalkomitees aller eu- zum Druck vor. Gegenwärtig wird der 8. Band vorbereitet.
ropäischen Länder
Kontakt:
Dipl.-Übersetzerin Dr. Bir-
git Eder
Tel.: 0951/863 2215,
Fax: 0951/863 5215, E-
Mail: [Link]@[Link]
[Link]
Publikationen
1. Alinei, Mario ; Viereck, Wolfgang
0XX (Hrsg.): Atlas Linguarum Europae (ALE). Vol. I, cinquième
fascicule: Cartes . Rom : Istituto Poligrafico, 1997. - VI + 34 (Karten) Seiten.
2. Alinei, Mario ; Viereck, Wolfgang (Hrsg.): Atlas Linguarum Europae (ALE). Vol. I, cinquième
fascicule: Commentaires . Rom : Istituto Poligrafico, 1997. - XVIII + 295 Seiten.
3. Alinei, Mario ; Viereck, Wolfgang (Hrsg.): Atlas Linguarum Europae (ALE): Perspectives
nouvelles en géolinguistique . Rom : Istituto Poligrafico, 1997. - LXVII + 310 Seiten.
4. Viereck, Wolfgang (Hrsg.): Atlas Linguarum Europae (ALE). Vol. I, sixième fascicule: Cartes
. Rom : Istituto Poligrafico, 2002. - VI + 16 (Karten) Seiten.
5. Viereck, Wolfgang (Hrsg.): Atlas Linguarum Europae (ALE). Vol. I, sixième fascicule: Com-
mentaires . Rom : Istituto Poligrafico, 2002. - LXXXIV + 220 Seiten.
6. Viereck, Wolfgang ; Viereck, Karin: Die "seltzamen namen all". Zu einigen Ergebnissen des
Forschungsprojekts Atlas Linguarum Europae . In: Kim, Eun ; Schadel, Erwin ; Voigt, Uwe
Seite 345
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
(Hrsg.) : Aktive Gelassenheit. Festschrift für Heinrich Beck zum 70. Geburtstag. Frankfurt
am Main : Lang, 1999, (Schriften zur Triadik und Ontodynamik Bd. 17), S. 711-723.
7. Viereck, Wolfgang: Atlas Linguarum Europae: résultats concernant l’histoire culturelle de
l’Europe . In: Verbum 22 (2000), S. 157-167.
8. Viereck, Wolfgang: La historia cultural Europea: Algunas observaciones en el Atlas Lin-
guarum Europae . In: Revista Española de Lingüística 30 (2000), S. 487-503, 569.
9. Viereck, Wolfgang: The Atlas Linguarum Europae and its Insights into the Cultural History
of Europe . In: Gottlieb, Henrik ; Mogensen, Jens Erik ; Zettersten, Arne (Hrsg.) : Procee-
dings of the Tenth International Symposium on Lexicography, May 4 - 6, 2000 at the Uni-
versity of Copenhagen. Tübingen : Niemeyer, 2002, S. 19-29.
10. Viereck, Wolfgang: Pri la kulturhistorio de Europo / Zur Kulturgeschichte Europas .
Göttingen : Leins, 2001 (Acta Sanmarinensia Academiae Internationalis Scientiarum Bd. V,
Nr. 3) . - 52 Seiten.
11. Viereck, Wolfgang ; Goldammer, Matthias: Ouvrier, Arbeiter, workman, rabocij, obrero,
operaio . In: Bauer, Brigitte L.M. ; Pinault, Georges-Jean (Hrsg.) : Language in Time and
Space: A Festschrift for Werner Winter on the Occasion of his 80th Birthday. Berlin : Mou-
ton de Gruyter, 2003, S. 405-417.
12. Viereck, Wolfgang: Lingvisticeskij atlas Evropy i ego vklad v evropejskuju istoriju kul’tury:
rezul’taty issledovanij v ramkach proekta Atlas Linguarum Europae . In: Voprosy jazykoz-
nanija 5 (2003), S. 30-39.
13. Viereck, Wolfgang: Laboristo, Arbeiter, ouvrier, workman, rabocij, obrero, operaio - etimo-
logiaj kaj semantikaj rimarkigoj pri la plurlingveco de Europo . In: Scienca Revuo 55
(2004), S. 115-130
Historische Phraseologie des Englischen
Projektleitung: Das Projekt "Historische Phraseologie des Englischen" besteht aus
PD Dr. Gabriele Knappe zwei miteinander verbundenen Teilen. Grundlage ist die Bestim-
Stichwörter: mung eines Rahmens für eine grundsätzlich noch zu erforschende
Phraseologie; Historische
Sprachwissenschaft; Eng- Disziplin innerhalb der englischen Sprachwissenschaft. Von den zwei
lische Sprachwissen- in meinem Projekt zu erforschenden Teilbereichen wurde der erste
schaft; im Jahr 2002 abgeschlossen. Es handelt sich hierbei um eine Unter-
Sprachwissenschaftsge- suchung theoretischen Bewusstseins und der praktischen Handha-
schichte
bung von phraseologischen, d.h. in unterschiedlichem Grad
Beginn: 15.8.1996
Kontakt: fixierten, Wortverbindungen in Studien zur englischen Sprache vor
PD Dr. Gabriele Knappe dem 19. Jahrhundert. Das Manuskript meiner Monographie zu die-
Tel.: 0951/863 2168, sem Thema trägt den Titel "Idioms and Fixed Expressions in English
Fax: 0951/863 5166, E- Language Study to 1800: A Contribution to Historical Phraseology"
Mail: [Link]@spl
[Link]
(Umfang ca. 650 Seiten) und wird in der Reihe Bamberger Beiträge
zur Englischen Sprachwissenschaft / University of Bamberg Studies
in English Linguistics (Frankfurt u.a.: Lang) veröffentlicht. Der zwei-
te Teil des Projekts untersucht den Werdegang von phraseologi-
schen Einheiten in der englischen Sprachgeschichte am Beispiel
einer umfangreichen phraseologischen Reihe mithilfe einer bereits
erstellten elektronischen Datenbank. Erste Ergebnisse werden als
Konferenzbeitrag im August 2004 vorgestellt. Auf längere Sicht ist
die Publikation einer weiteren Monographie geplant.
Seite 346
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Viereck, Wolfgang ; Bald,
0XX Wolf-Dietrich: English in Contact with other Languages. Studies
in Honour of Broder Carstensen on the Occasion of his 60th Birthday . Budapest : Akadé-
miai Kiadó, 1986. - XIX + 570 Seiten.
2. Viereck, Wolfgang: The Influence of English on German in the Past and in the Federal Re-
public of Germany . In: Viereck, Wolfgang ; Bald, Wolf-Dietrich (Hrsg.) : English in Contact
with other Languages. Studies in Honour of Broder Carstensen on the Occasion of his 60th
Birthday. Budapest : Akadémiai Kiadó, 1986, S. 107-128.
3. Viereck, Wolfgang: Dialectal Speech Areas in England: Orton’s Lexical Evidence .
In: Kastovsky, D. ; Szwedek, A. (Hrsg.) : Linguistics across Historical and Geographical
Boundaries. In Honour of Jacek Fisiak. Vol. I: Linguistic Theory and Historical Linguistics.
Berlin : Mouton de Gruyter, 1986, S. 725-740.
4. Viereck, Wolfgang: Hugo Schuchardt, Kreolische Studien X: Über das Negerenglische in
Westafrika - aus dem Nachlaß herausgegeben mit Einleitung und Anmerkungen . In: Anglia
105 (1987), S. 1-27
5. Viereck, Wolfgang: Lowman’s Southern English Dialectal Data and Dialectometry .
In: English World-Wide 8 (1987), S. 11-23
6. Viereck, Wolfgang: In Memoriam Jürgen Schäfer . In: Journal of English Linguistics 20
(1987), S. 266-269
7. Viereck, Wolfgang: English as an International Language . In: Indogermanische Forschun-
gen 92 (1987), S. 172-195
8. Viereck, Wolfgang: A Dictionary of English Dialects - the Data of the "Survey of English Dia-
lects" dictionarized . In: Hyldgaard-Jensen, K. ; Zettersten, A. (Hrsg.) : Symposium on Le-
xicography IV. Proceedings of the Fourth International Symposium on Lexicography April
20 - 22, 1988 at the University of Copenhagen. Tübingen : Max Niemeyer, 1988, (Lexi-
cographica, Series Major, Nr. 26), S. 101-113.
9. Viereck, Wolfgang: Invariant "be" in an Unnoticed Source of American Early Black English
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10. Viereck, Wolfgang: The Channel Islands: An Anglicist’s No Man’s Land . In: Klegraf, J. ;
Nehls, D. (Hrsg.) : Essays on the English Language and Applied Linguistics on the Occasion
of Gerhard Nickel’s 60th Birthday. Heidelberg : Groos, 1988, (Studies in Descriptive Lingui-
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Hans Werner (Hrsg.) : Anglistentag 1987 Tübingen. Vorträge. Gießen : Hoffmann, 1988,
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12. Viereck, Wolfgang: Beda in Bamberg . In: Quast, G. (Hrsg.) : Einheit in der Vielfalt. Fest-
schrift für Peter Lang zum 60. Geburtstag. Bern u.a. : Lang, 1988, S. 556-567. - ISBN 3-
261-03922-1
13. Viereck, Wolfgang: Notes on Black and Red American English . In: Duncan-Rose, C. ; Ven-
nemann, Theo (Hrsg.) : On Language. Rhetorica, Phonologica, Syntactica. A Festschrift for
Robert P. Stockwell from his Friends and Colleagues. London and New York : Routledge,
1988, S. 145-157. - ISBN 0-415-00312-1
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85359-022-3
Seite 347
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
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16. Viereck, Wolfgang: The Political and Technological Impact of the United States of America
in the 1950’s and early 1960’s as reflected in Several European Languages . In: Folia Lin-
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17. Viereck, Wolfgang: The Data of the "Survey of English Dialects" computerized - Problems
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Ehren von / Essays in Honor of Gustav H. Blanke. Frankfurt/M. : Lang, 1989, S. 381-409.
23. Viereck, Wolfgang (Hrsg.): Hermann Dunger, Wörterbuch von Verdeutschungen entbehrli-
cher Fremdwörter - Engländerei in der deutschen Sprache . Hildesheim : Olms, 1989. - 1*-
12*, I-VI, 1-94 + I-VI, 1-99 Seiten.
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In: Leitner, Gerhard (Hrsg.) : English Traditional Grammars. An International Perspective.
Amsterdam : John Benjamins, 1991, S. 369-380.
25. Viereck, Wolfgang ; Ramisch, Heinrich (Hrsg.): The Computer Developed Linguistic Atlas of
England 1 . Tübingen : Niemeyer, 1991. - VII + 21 + 345 (Karten und Legenden) + 30
(Indizes) Seiten.
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ences, Kyoto Sangyo University 14 (1992), Nr. 1, S. 141-146
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fusion of Essays and Studies in Honour of Otto Hietsch. Bd. 2. Frankfurt/M. : Lang, 1992,
S. 25-32.
Seite 348
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
30. Viereck, Wolfgang (Hrsg.): Verhandlungen des Internationalen Dialektologenkongresses /
Proceedings of the International Congress of Dialectologists / Communications du Congrès
International de Dialectologie. Bamberg, 29.7. - 4.8.1990 . Bd. 2 Stuttgart : Franz Steiner,
1993 (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beiheft, Nr. 75) . - XV + 580 Seiten.
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Proceedings of the International Congress of Dialectologists / Communications du Congrès
International de Dialectologie. Bamberg, 29.7. - 4.8.1990 . Bd. 1 Stuttgart : Franz Steiner,
1993 (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beiheft Bd. 74) . - XXXVIII + 524 Seiten.
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ja Kirjandus (1993), Nr. 11, S. 660-664
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39. Viereck, Wolfgang (Hrsg.): Verhandlungen des Internationalen Dialektologenkongresses /
Proceedings of the International Congress of Dialectologists / Communications du Congrès
International de Dialectologie. Bamberg, 29.7. - 4.8.1990 . Bd. 3 Stuttgart : Franz Steiner,
1994 (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beiheft, Nr. 76) . - XVI + 568 Seiten.
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901600-00-0
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43. Viereck, Wolfgang (Hrsg.): Verhandlungen des Internationalen Dialektologenkongresses /
Proceedings of the International Congress of Dialectologists / Communications du Congrès
International de Dialectologie. Bamberg, 29.7. - 4.8.1990 . Bd. 4. Stuttgart : Franz Steiner,
1995 (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beiheft, Nr. 77) . - XIV + 482 Seiten.
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Berlin : Schmidt, 1995, S. 27-33. - ISBN 3-503-03067-0
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; Bald, W.-D. ; Hüllen, W. (Hrsg.) : Handbuch Englisch als Fremdsprache. Berlin : Schmidt,
1995, S. 257-259. - ISBN 3-503-03067-0
Seite 349
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Heidelberg : Universitätsverlag C. Winter, 1996 (Anglistische Forschungen Bd. 236) . - xx
+ 573 Seiten.
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in Memory of Ossi Ihalainen. Frankfurt/M. : Lang, 1996, (Bamberger Beiträge zur Engli-
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Uppsala : Almqvist & Wiksell, 1996, S. 419-432.
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. In: Nielsen, Bent Jul ; Pedersen, Inge Lise (Hrsg.) : Studier i Talesprogsvariation og
Sprogkontakt. Til Inger Ejskjær på halvfjerdsårsdagen den 20. maj 1996. Kopenhagen :
C.A. Reitzel, 1996, S. 303-308.
52. Viereck, Wolfgang: Some Notes on Possessives . In: Pollner, Clausdirk ; Rohlfing, Helmut
; Hausmann, Frank-Rutger (Hrsg.) : Bright is the Ring of Words. Festschrift für Horst Wein-
stock zum 65. Geburtstag. Bonn : Romanistischer Verlag, 1996, (Abhandlungen zur Spra-
che und Literatur Bd. 85), S. 325-331. - ISBN 3-86143-050-9
53. Knappe, Gabriele: "Though" it is "Though": On Regional Differences in the Development
and Substitution of the Middle English Voiceless Velar Fricative [x] in Syllable Coda Position
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nour of Wolfgang Viereck on the Occasion of his 60th Birthday . Stuttgart : Franz Steiner,
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58. Viereck, Wolfgang: On the Investigation and Areal Structuring of the Dialects of England
and Scotland . In: Alinei, Mario ; Viereck, Wolfgang (Hrsg.) : Atlas Linguarum Europae
(ALE): Perspectives nouvelles en géolinguistique. Rom : Istituto Poligrafico, 1997, S. 143-
152.
Seite 350
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
59. Viereck, Wolfgang ; Ramisch, Heinrich (Hrsg.): The Computer Developed Linguistic Atlas of
England 2 . Tübingen : Niemeyer, 1997. - XVII + 312 (Karten und Legenden) + 16 (Indi-
zes) + 76 (Dialektometrische Beiträge) Seiten.
60. Viereck, Wolfgang: The Areal Analysis of Dialectal Features: The Gravity Centre Method as
applied to SED Morphosyntactic Data . In: Fisiak, Jacek (Hrsg.) : Festschrift for Roger Lass
on his Sixtieth Birthday. Poznan : Wydawnictwo Nakom, 1997, (Studia Anglica Posnanien-
sia, Nr. 31), S. 305-316. - ISBN 83-86969-11-3
61. Viereck, Wolfgang: "The Computer Developed Linguistic Atlas of England", volumes 1
(1991) and 2 (1997): Dialectological, computational and interpretative aspects . In: ICAME
Journal 21 (1997), S. 79-90
62. Viereck, Wolfgang: Dialectometry: Some Applications to English Dialectal Data . In: Lingua
Posnaniensis 39 (1997), S. 113-128
63. Viereck, Wolfgang: On some Plant Names in Britain and Beyond . In: Schneider, Edgar
(Hrsg.) : Englishes around the World 1: General Studies, British Isles, North America. Stu-
dies in Honour of Manfred Görlach. Amsterdam : Benjamins, 1997, S. 227-234.
64. Viereck, Wolfgang: Englisch - Gälisch . In: Goebl, Hans ; Nelde, Peter H. ; Stary, Zdenek ;
Wölck, Wolfgang (Hrsg.) : Kontaktlinguistik - Contact Linguistics - Linguistique de contact.
Bd. 2. Berlin u.a. : de Gruyter, 1997, S. 1088-1096.
65. Viereck, Wolfgang: On Negation in Dialectal English . In: Hickey, Raymond ; Puppel, Sta-
nislaw (Hrsg.) : Language History and Linguistic Modelling. A Festschrift for Jacek Fisiak on
his 60th Birthday. Bd. I. Berlin u.a. : Mouton de Gruyter, 1997, (Trends in Linguistics / Stu-
dies and Monographs Bd. 101), S. 759-767.
66. Viereck, Wolfgang: Der "Atlas Linguarum Europae": Anmerkungen zu einem kontaktlingui-
stischen Forschungsprojekt . In: Moelleken, Wolfgang W. ; Weber, Peter J. (Hrsg.) : Neue
Forschungsarbeiten zur Kontaktlinguistik: 20 Jahre Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit,
Brüssel. Bonn : Dümmler, 1997, (Plurilingua Bd. 19), S. 479-486. - ISBN 3-427-64191-0
67. Knappe, Gabriele: Classical Rhetoric in Anglo-Saxon England . In: Anglo-Saxon England 27
(1998), S. 5-29
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- Deutsch im 20. Jahrhundert . In: Hoffmann, Lothar ; Kalverkämper, Hartwig ; Wiegand,
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schung und Terminologiewissenschaft - Languages for Special Purposes. Bd. 1. Berlin : de
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72. Knappe, Gabriele: The Rhetorical Aspect of Grammar Teaching in Anglo-Saxon England .
In: Rhetorica: A Journal of the History of Rhetoric 17 (1999), Nr. 1, S. 1-35
73. Viereck, Wolfgang: Lingvo kaj genetiko: kelkaj rimarkoj . In: Grundlagenstudien aus Ky-
bernetik und Geisteswissenschaft / Humankybernetik 40 (1999), Nr. 2, S. 65-68
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79. Viereck, Wolfgang: On the Cultural History of Europe: Insights provided by the Atlas Lin-
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(Hrsg.) : Naukovyj Visnyk. Mova, osvita, kul’tura: Naukovi paradygmy i sucasnyj svit.
Bd. 2. Kyiv : Vidavnicyj centr KDLU, 2000, S. 8-13.
80. Viereck, Wolfgang: Doctoris lectio: The discovery of DNA and its consequences .
In: Wolfgangus Viereck: Doctor Honoris Causa Universitatis Studiorum Mickiewiczianae
Posnaniensis 24.V.1999. Poznan : Uniwersytet im. Adama Mickiewicza w Poznaniu, 2000,
(Seria Doktorzy Honoris Causa, Nr. 34), S. 21-26.
81. Viereck, Wolfgang: Editorial . In: Lingua Americana: Revista de Lingüística 4 (2000), Nr. 7,
S. 1-2
82. Viereck, Wolfgang: Grußwort des Präsidenten der Internationalen Gesellschaft für Dialek-
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Dieter (Hrsg.) : Dialektologie zwischen Tradition und Neuansätzen. Beiträge der Interna-
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2000, S. 13. (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte, Nr. 109)
83. Viereck, Wolfgang ; Viereck, Karin ; Ramisch, Heinrich: dtv-Atlas Englische Sprache .
München : Deutscher Taschenbuch Verlag, 2002. - 275 Seiten.
84. Viereck, Wolfgang: Pronominal Usage in Dialectal English . In: Studia Anglica Posnaniensia.
In Memory of Professor Margaret Schlauch (1898-1986) 38 (2002), S. 485-500
85. Viereck, Wolfgang: Insights into the Cultural History of Europe as provided by the Atlas Lin-
guarum Europae . In: Studia Anglica Posnaniensia 37 (2002), S. 3-15
86. Viereck, Wolfgang: Britain and the Continent - Linguistic Interrelations . In: Berns, Jan ;
Van Marle, Jaap (Hrsg.) : Present-day Dialectology: Problems and Findings. Berlin : Mouton
de Gruyter, 2002, (Trends in Linguistics. Studies and Monographs Bd. 137), S. 123-140.
87. Knappe, Gabriele: Englische Sprachwissenschaft und Mediävistik aus der Sicht einer Wis-
senschaftlichen Mitarbeiterin . In: Viereck, Wolfgang (Hrsg.) : 25 Jahre Lehrstuhl für Eng-
lische Sprachwissenschaft und Mediävistik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Bamberg :
Universität Bamberg, 2003, S. 18-21.
88. Knappe, Gabriele: Volksetymologie: Integrationsprogramm der Sprache . In: [Link]: das
Magazin der Otto-Friedrich-Universität Bamberg / UNIBA 3 (2003), Nr. 5, S. 25-27
89. Viereck, Wolfgang (Hrsg.): 25 Jahre Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft und Me-
diävistik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg . Bamberg : Universität Bamberg, 2003
90. Viereck, Wolfgang ; Ramisch, Heinrich: Applications informatiques au Computer Developed
Linguistic Atlas of England (CLAE) . In: Dialectologia et Geolinguistica 11 (2003), S. 64-73
91. Viereck, Wolfgang: Laboristo, Arbeiter, ouvrier, workman, rabocij, obrero, operaio - ety-
mologische und semantische Bemerkungen zu Europas Sprachenvielfalt .
Seite 352
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
In: Grundlagenstudien aus Kybernetik und Geisteswissenschaft (GrKG) / Humankybernetik
44 (2003), S. 63-72
92. Viereck, Wolfgang: Rückblick und Gegenwart . In: Viereck, Wolfgang (Hrsg.) : 25 Jahre
Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft und Mediävistik, Otto-Friedrich-Universität
Bamberg. Bamberg : Universität Bamberg, 2003, S. 5-9.
93. Viereck, Wolfgang: Foreword . In: Stefan Warchol (Hrsg.) : Proceedings of the Third Inter-
national Congress of Dialectologists and Geolinguists. Lublin, 24 - 29 July, 2000. Lublin :
Wydawnictwo UMCS, 2003, S. 7-8.
94. Viereck, Wolfgang: Der Atlas Linguarum Europae und seine Einsichten in die Kulturge-
schichte Europas . In: Historicni Seminar 4: Zbornik predavanj 2001-2003. Ljubljana : -,
2003, S. 119-131.
95. Viereck, Wolfgang: The Importance of the Humanities in Tertiary Education - a German
Perspective . In: Viereck, Wolfgang (Hrsg.) : 25 Jahre Lehrstuhl für Englische Sprachwis-
senschaft und Mediävistik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Bamberg : Universität
Bamberg, 2003, S. 65-72.
96. Knappe, Gabriele: Idioms and Fixed Expressions in English Language Study before 1800:
A Contribution to English Historical Phraseology . Frankfurt et al. : Peter Lang, 2004 (Bam-
berger Beiträge zur Englischen Sprachwissenschaft / University of Bamberg Studies in
English Linguistics Bd. 48) . Zugl.: Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Habil-Schr., 2003
97. Knappe, Gabriele: Theory meets empiricism: English lexis in John Wilkins’ philosophical
language and the role of William Lloyd . In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen
und Literaturen 241 (2004), Nr. 1, S. 69-89
98. Knappe, Gabriele: Greyhounds are not grey: on folk-etymological change and its role in the
history of English . In: Bode, Christoph ; Sauer, Hans (Hrsg.) : Anglistentag 2003 München:
Proceedings (Anglistentag 2003). Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2004, S. -.
99. Viereck, Wolfgang: Britisches Englisch und amerikanisches Englisch/Deutsch . In: Besch,
Werner et al. (Hrsg.) : Sprachgeschichte: Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen
Sprache und ihrer Erforschung. 2. Aufl. Berlin : de Gruyter, 2004, S. 3317-3330.
100. Viereck, Wolfgang: Towards an Atlas of English Surnames . In: Scripta Neophilologica Pos-
naniensia 6 (2004), S. 231-259
Seite 353
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Englische Literaturwissenschaft
Anschrift: An der Universität 9, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2173 Fax.: (0951) 863-5173
E-Mail: englit@[Link]
Leitung: Der Gegenstandsbereich der Englischen Literaturwissenschaft um-
Prof. Dr. Christoph Hous- fasst die Literaturen Großbritanniens und Irlands sowie die so ge-
witschka nannten "New Literatures in English" in ihrer gesamten Breite, vom
[Leitung bis 31.03.2002:
Prof. em. Dr. Klaus Peter Mittelalter bis zur Gegenwart. In der Lehre wird insbesondere die
Jochum] Einbettung von Literatur in historische, politische, soziale und kultu-
wiss. Assistentin: relle Zusammenhänge betont; vor dem Hintergrund eines weiten Li-
Dr. Anja Müller-Muth teraturbegriffs finden dabei unterschiedliche Textsorten Berücksich-
Lehrbeauftragte:
tigung. Das Profil des Lehrstuhls ist interdisziplinär und kulturwis-
Dr. Beatrix Hesse
Rainer Streng, Theater- senschaftlich ausgerichtet und legt Wert auf die Anwendung und kri-
pädagoge tische Reflexion unterschiedlicher literatur- und kulturtheoretischer
Sekretariat: Modelle.
Gisela Hirschmann-Raithel
Forschungsschwerpunkte
Christoph Houswitschka:
• Englische Literatur und Kultur des Spätmittelalters (Thomas Malory,
Arthurische Literatur)
• Mittelalterrezeption in Literatur und Film
• Englische Literatur und Kultur des 18. Jahrhunderts (Reformbewe-
gung im späten 18. Jahrhundert, Recht und Literatur im 18. Jahrhun-
dert)
• Englische Literatur und Kultur des 20. Jahrhunderts (Kulturtransfer
und Migration; Europäisierung in der englischsprachigen Literatur
des 20. Jahrhunderts von Arthur Koestler bis David Edgar; Holo-
caust-Literatur)
• Literatur und Biotechnologie
Klaus Peter Jochum:
• W. B. Yeats und die anglo-irische Literatur; insbesondere Bibliogra-
phie der Sekundärliteratur und Rezeption in Europa und im deut-
schen Sprachraum
Anja Müller-Muth:
• Englische Literatur und Kultur des "langen" 18. Jahrhunderts
• Konzeptionen, Konstruktionen und Darstellungen von Kindheit
• Konstruktionen und Kategorien von Identität
• Repräsentation
• Intertextualität und Intermedialität
• zeitgenössisches englischsprachiges Drama
Beatrix Hesse:
• English Crime Fiction and the English Crime Play
Kooperationsbeziehungen
Institutionalisierte Kooperationsbeziehungen bestehen mit den Aus-
tauschpartnern der Universität Bamberg.
Seite 354
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kontakte und Zusammenarbeit im Rahmen von Projekten mit Ri-
chard Utz (Iowa) (Medievalism), Peter Lawson (London) (Herausga-
be von Karen Gershon), der Oxford Faculty of History (History of
Childhood), sowie mit anglistischen Fachvertretern der TU Dresden,
der LMU München und den Universitäten Greifswald, Koblenz-Land-
au, Mainz, Erlangen-Nürnberg und Passau.
Der Lehrstuhl für Englische Literaturwissenschaft ist Mitglied des
ZEMAS und beteiligt an der Reihe "Bamberger Vorträge zum (Musik-
)Theater" (mit Prof. Gier, Romanistik). Darüber hinaus besteht eine
enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fächern der Fa-
kultät SpLit z.B. im Rahmen von Ringvorlesungen und gemeinsa-
men Projekten, sowie dem Zentrum für Interreligiöse Studien beim
Lehrangebot.
Wissenschaftliche Tagungen
"Fashioning Childhood: Age and Identity in Eighteenth-Century Eu-
rope", internationale Fachkonferenz, vom 19.-21. Juni 2003 an der
Universität Bamberg
"Staging Displacement, Exile, and Diaspora"; Jahrestagung der Ger-
man Society for Contemporary Theatre and Drama in English (CDE),
vom 3.-6. Juni 2004 in Vierzehnheiligen
"Erlöser und Heiler. Literarische und Filmische Rezeption und Trans-
formation von mittelalterlichen und spätantiken Erlöser- und
Heilerfiguren", vom 13.-14. Mai 2005 (zusammen mit Prof. Dr. Dina
deRentiis)
Anglistentag 2005, Jahrestagung des Deutschen Anglistenverban-
des e.V., vom 18.-21. September 2005 an der Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Anthologie "Freedom - Treason - Revolution: Uncollected Sources of the Political
and Legal Culture of the London Treason Trials (1794)"
Projektleitung: Die Anthologie ist erschienen in der Reihe Britannia. Texts in
Prof. Dr. Christoph Hous- English: Literature, Culture, History from Early Modern Times to the
witschka Present. Hg. Jürgen Klein. Frankfurt/M. et al.: Lang Verlag, 2004.
Stichwörter:
High Treason Trials; 1794;
French Revolution; Krieg
mit Frankreich
Laufzeit: 1.1.2002 -
1.12.2003
Förderer:
Thyssen Stiftung (Biblio-
theksaufenthalt British Li-
brary)
Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Tel.: ++49 (0)951 863
2172, Fax: ++49 (0)951
863 5172, E-
Mail: [Link]
hka@[Link]
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Houswitschka, Christoph:0XX "Der Hochverratsprozeß gegen John Horne Tooke (1794): der
Sprachforscher als Verteidiger seiner Bürgerrechte" . In: Uwe Böker ; Houswitschka, Chri-
stoph (Hrsg.) : Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert. Tagung
am 17. und 18. Juni 1994 an der Technischen Universität Dresden (Literatur, Kriminalität
und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert Dresden 17. und 18. Juni 1994). Essen :
Blaue Eule, 1996, S. 262-281.
2. Houswitschka, Christoph ; Uwe Böker (Hrsg.): Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im
17. und 18. Jahrhundert. Tagung am 17. und 18. Juni 1994 an der Technischen Universität
Dresden . (Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert Dresden 17.
und 18. Juni 1994) Essen : Blaue Eule, 1996 (Dresdner Arbeiten zur Anglistik und Ameri-
kanistik Bd. 1)
3. Houswitschka, Christoph: "... where Culture spreads luxuriant’ - John Thelwall’s Poetical
Relocation of Burkean Values" . In: Jürgen Kamm (Hrsg.) : The City and the Country. Pro-
ceedings from the Sixth British and Cultural Studies Conference Dresden 1995 (The City
and the Country Dresden 1995). Essen : Blaue Eule, 1997, S. 31-50.
4. Houswitschka, Christoph: "’... the worst revolutions are those that are never called so’:
Deutungsperspektiven einer Kultur des Wandels" . In: Stephan Müller ; Gary S. Schaal ;
Claudia Tiersch (Hrsg.) : Dauer durch Wandel. Institutionelle Ordnungen zwischen Verste-
tigung und Transformation. Im Namen der Mitarbeiter des Sonderforschungsbereichs 537
"Institutionalität und Geschichtlichkeit". Köln, Weimar, Wien : o. A., 2002, S. 61-72.
5. Houswitschka, Christoph: "Circulating Ideas of Democracy: The Legal Culture of the High
Treason Trials of 1794" . In: Fludernik, Monika ; Olson, Greta (Hrsg.) : In the Grip of Law.
Frankfurt : Peter Lang, 2004, S. 105-124.
6. Houswitschka, Christoph (Hrsg.): Freedom - Treason - Revolution: Uncollected Sources of
hte Political and Legal Culture of the London Treason Trials (1794) . Frankfurt/M. : Lang,
2004 (Britannia: Texts in English Bd. 10) . - 251 Seiten. ISBN 3-631-38979-5. ISSN 0179-
1648
Buchprojekt "Die Rechtskultur der High Treason Trials von 1794 und die Literatur
der Demokratisierung"
Projektleitung:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Stichwörter:
Reformbewegung; High
Treason Trials; 1794; radi-
kale Kultur
Beginn: 1.6.1997
Förderer:
Thyssen Stiftung (1997)
Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Tel.: ++49 (0)951 863
2172, Fax: ++49 (0)951
863 5172, E-
Mail: [Link]
hka@[Link]
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Houswitschka, Christoph:0XX "Der Hochverratsprozeß gegen John Horne Tooke (1794): der
Sprachforscher als Verteidiger seiner Bürgerrechte" . In: Uwe Böker ; Houswitschka, Chri-
stoph (Hrsg.) : Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert. Tagung
am 17. und 18. Juni 1994 an der Technischen Universität Dresden (Literatur, Kriminalität
und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert Dresden 17. und 18. Juni 1994). Essen :
Blaue Eule, 1996, S. 262-281.
2. Houswitschka, Christoph ; Uwe Böker (Hrsg.): Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im
17. und 18. Jahrhundert. Tagung am 17. und 18. Juni 1994 an der Technischen Universität
Dresden . (Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert Dresden 17.
und 18. Juni 1994) Essen : Blaue Eule, 1996 (Dresdner Arbeiten zur Anglistik und Ameri-
kanistik Bd. 1)
3. Houswitschka, Christoph: "... where Culture spreads luxuriant’ - John Thelwall’s Poetical
Relocation of Burkean Values" . In: Jürgen Kamm (Hrsg.) : The City and the Country. Pro-
ceedings from the Sixth British and Cultural Studies Conference Dresden 1995 (The City
and the Country Dresden 1995). Essen : Blaue Eule, 1997, S. 31-50.
4. Houswitschka, Christoph: "’... the worst revolutions are those that are never called so’:
Deutungsperspektiven einer Kultur des Wandels" . In: Stephan Müller ; Gary S. Schaal ;
Claudia Tiersch (Hrsg.) : Dauer durch Wandel. Institutionelle Ordnungen zwischen Verste-
tigung und Transformation. Im Namen der Mitarbeiter des Sonderforschungsbereichs 537
"Institutionalität und Geschichtlichkeit". Köln, Weimar, Wien : o. A., 2002, S. 61-72.
5. Houswitschka, Christoph: "Circulating Ideas of Democracy: The Legal Culture of the High
Treason Trials of 1794" . In: Fludernik, Monika ; Olson, Greta (Hrsg.) : In the Grip of Law.
Frankfurt : Peter Lang, 2004, S. 105-124.
6. Houswitschka, Christoph (Hrsg.): Freedom - Treason - Revolution: Uncollected Sources of
hte Political and Legal Culture of the London Treason Trials (1794) . Frankfurt/M. : Lang,
2004 (Britannia: Texts in English Bd. 10) . - 251 Seiten. ISBN 3-631-38979-5. ISSN 0179-
1648
Seite 357
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Buchprojekt "Fashioning Childhood in the Eighteenth Century: Age and Identity"
Projektleitung: The collection contains the proceedings of an international, interdi-
Dr. Anja Müller-Muth sciplinary conference on "Fashioning Childhood: Age and Identity in
Beteiligte:
Dr. Adriana Benzaquén Eighteenth-Century Europe" (Bamberg, 19-21 June 2003). Uniting
(Mt. St. Vincent U, Halifax, essays from various disciplines (literary studies, art history, history,
CA) cultural studies, etc.) it assesses the representation and dissemina-
Prof. Dr. Uwe Böker (TU
Dresden) tion of eighteenth-century English childhood concepts in comparison
Prof. Dr. Peter Borsay (U with those of other European societies (e.g. France, Germany,
of Wales, Lampeter, UK) Spain, or Sweden). The contributions explore how this ’putting the
PD Dr. Sonja Fielitz (LMU
München) child into discourse’ formed part of an increasing differentiation of
Prof. Dr. Bernadette Fort eighteenth-century society, establishing the category of age as a
(Northwestern U, U.S.A.)
Dr. Anna-Christina Giova- marker of social distinction together with race, class, and gender.
nopoulos (TU Dresden)
PD Dr. Brigitte Glaser (KU
Eichstätt)
Dr. Rainer Goetz (Appala-
chian State U, U.S.A.)
Prof. Dr. Jan Hollm (PH
Ludwigsburg)
Prof. Dr. Klaus Peter Jo-
chum
Prof. Dr. Dorothy Johnson
(U of Iowa, U.S.A.)
Dr. Anthony Krupp (U of
Miami, U.S.A.)
Dr. Iris Ritzmann (U Zü-
rich, CH)
Prof. Dr. Angela Rosenthal
(Dartmouth College,
U.S.A.)
Prof. Dr. Peter Sabor (Mc-
Gill University, Montreal,
CA)
PD Dr. Dirk Vanderbeke
(Greifswald)
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Prof. Dr. Patricia Crown (U
of Missouri, U.S.A.)
Stichwörter:
childhood, age, identity,
eighteenth-century, litera-
ture, art, history, cultural
history
Beginn: 19.6.2003
Förderer:
DFG (Fördermittel für Ta-
gung)
Bayerisches Staatsmini-
sterium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst (För-
dermittel für Tagung)
Ständige Kommission für
Forschung und Wissen-
schaft der Universität
Bamberg (Fördermittel für
Tagung)
Unibund Bamberg (För-
dermittel für Tagung)
Kontakt:
Dr. Anja Müller-Muth
Tel.: ++49 (0)951 863
2175, Fax: ++49 (0)951
863 5175, E-
Mail: [Link]-
muth@[Link]-bam-
[Link]
Seite 358
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Müller-Muth, Anja: "Fashioning
0XX Childhood. Tagungsbericht." . In: Anglistik 15 (2004),
Nr. 1, S. 205-208
Buchprojekt zu Karen Gershons Prosawerk
Projektleitung: Herausgeberschaft bisher unveröffentlichter Romane und des zwei-
Prof. Dr. Christoph Hous- ten Teils der Autobiographie von Karen Gershon. Karen Gershon
witschka verließ 1938 Deutschland im Kindertransport.
Beteiligte:
Peter Lawson (London)
Stichwörter:
Karen Gershon; Kinder-
transport
Beginn: 1.1.2003
Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Tel.: ++49 (0)951 863
2172, Fax: ++49 (0)951
863 5172, E-
Mail: [Link]
hka@[Link]
Children in Print
Projektleitung: Roger W. Eddy Fellowship at the Lewis Walpole Library, Yale Univer-
Dr. Anja Müller-Muth sity, U.S.A., 22.9.-18.10.2003. Although the 18th-century boost in
Stichwörter: the print media certainly played an important role for the formula-
childhood, England, eigh-
teenth century, print tion and circulation of childhood concepts, a systematic analysis of
Laufzeit: 21.9.2003 - either prints or periodicals with respect to this issue has not been
18.10.2003 attempted yet. The same holds true for the investigation of verbal
Förderer: or visual satire. Starting from the questions of how children are re-
Lewis Walpole Library,
presented in prints and periodicals, and which function these repre-
Yale University, U.S.A.
Mitwirkende Institutio- sentations may have, I will not restrict myself to investigating literal
nen: representations of children. With respect to satire, the metaphorical
Lewis Walpole Library, use of childhood reveals as much about the popularity of certain
Yale University, U.S.A. childhood concepts as the representation of veritable children. Be-
Kontakt:
Dr. Anja Müller-Muth
sides, I shall also explore whether the representation of childhood
Tel.: ++49 (0)951 863 in prints and periodicals can shed some light on the variety of dis-
2175, Fax: ++49 (0)951 courses on childhood that existed in the 18th century. What other
863 5175, E- concepts, apart from Rousseauism, existed as freames of represen-
Mail: [Link]- tation? Can one trace certain processes of institutionalization, ren-
muth@[Link]-bam-
[Link] dering some concepts ’legitimate’ while discarding others as
’illegitimate’?
Seite 359
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die Literatur der Reformbewegung im späten 18. Jahrhundert (Hochverratspro-
zesse von 1794)
Projektleitung:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Beteiligte:
Prof. Dr. Uwe Böker (TU
Dresden)
Stichwörter:
High Treason Trials; 1794;
legal culture and literature
Beginn: 1.6.1997
Förderer:
Thyssen Stiftung
Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Tel.: ++49 (0)951 863
2172, Fax: ++49 (0)951
863 5172, E-
Mail: [Link]
hka@[Link]
Publikationen
1. Houswitschka, Christoph:0XX "Der Hochverratsprozeß gegen John Horne Tooke (1794): der
Sprachforscher als Verteidiger seiner Bürgerrechte" . In: Uwe Böker ; Houswitschka, Chri-
stoph (Hrsg.) : Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert. Tagung
am 17. und 18. Juni 1994 an der Technischen Universität Dresden (Literatur, Kriminalität
und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert Dresden 17. und 18. Juni 1994). Essen :
Blaue Eule, 1996, S. 262-281.
2. Houswitschka, Christoph ; Uwe Böker (Hrsg.): Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im
17. und 18. Jahrhundert. Tagung am 17. und 18. Juni 1994 an der Technischen Universität
Dresden . (Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert Dresden 17.
und 18. Juni 1994) Essen : Blaue Eule, 1996 (Dresdner Arbeiten zur Anglistik und Ameri-
kanistik Bd. 1)
3. Houswitschka, Christoph: "... where Culture spreads luxuriant’ - John Thelwall’s Poetical
Relocation of Burkean Values" . In: Jürgen Kamm (Hrsg.) : The City and the Country. Pro-
ceedings from the Sixth British and Cultural Studies Conference Dresden 1995 (The City
and the Country Dresden 1995). Essen : Blaue Eule, 1997, S. 31-50.
4. Houswitschka, Christoph: "’... the worst revolutions are those that are never called so’:
Deutungsperspektiven einer Kultur des Wandels" . In: Stephan Müller ; Gary S. Schaal ;
Claudia Tiersch (Hrsg.) : Dauer durch Wandel. Institutionelle Ordnungen zwischen Verste-
tigung und Transformation. Im Namen der Mitarbeiter des Sonderforschungsbereichs 537
"Institutionalität und Geschichtlichkeit". Köln, Weimar, Wien : o. A., 2002, S. 61-72.
5. Houswitschka, Christoph: "Circulating Ideas of Democracy: The Legal Culture of the High
Treason Trials of 1794" . In: Fludernik, Monika ; Olson, Greta (Hrsg.) : In the Grip of Law.
Frankfurt : Peter Lang, 2004, S. 105-124.
6. Houswitschka, Christoph (Hrsg.): Freedom - Treason - Revolution: Uncollected Sources of
hte Political and Legal Culture of the London Treason Trials (1794) . Frankfurt/M. : Lang,
2004 (Britannia: Texts in English Bd. 10) . - 251 Seiten. ISBN 3-631-38979-5. ISSN 0179-
1648
Seite 360
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Habilitationsprojekt "Framing Childhood in Eighteenth-Century English Prose and
Print"
Projektleitung: The project examines the discursive formation and the disseminati-
Dr. Anja Müller-Muth on of childhood concepts in eighteenth-century England before the
Beteiligte: 1790s. This process is assessed in terms of ’framing’, a strategy
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka which defines certain concepts of childhood as legitimate while ex-
Prof. Dr. Peter Wagner cluding others as illegitimate or inappropriate and which thus
(Universität Koblenz- shapes and determines perceptions and constructions of childhood.
Landau, Campus Landau)
Prof. Dr. Hans-Peter Ecker Focussing on the representation of children and childhood in periodi-
Stichwörter: cals, children’s literature and (popular) prints, I consider a range of
childhood, England, eigh- popular genres, both literary and non-literary, of eighteenth-centu-
teenth-century, prose lite- ry print culture which have so far been widely neglected by child-
rature, art, print
Beginn: 1.4.2002
hood studies. These texts and images are analysed in five thematic
Förderer: sections: Age Distinctions situates childhood in relation to other
DFG (Reisestipendium; age groups, thus establishing age as a category of identity in addi-
Fördermittel für Tagung) tion to the categories of race class and gender. Fashioning the
Lewis Walpole Library Child’s Body examines not only how issues of child care, child rea-
(Forschungsstipendium)
Kontakt: ring, sexuality and physical education were raised in periodicals and
Dr. Anja Müller-Muth children’s literature, but also looks at the graphic use of children’s
Tel.: ++49 (0)951 863 bodies in visual political satires. Framing the Child’s Mind juxta-
2175, Fax: ++49 (0)951 poses educational debates in The Tatler and The Spectator with the
863 5175, E- representation of educational spaces and situations in prints and
Mail: [Link]-
muth@[Link]-bam- children’s literature. Family Matters discusses how the shift from
[Link] genealogical to affective bonding affected the conceptualization of
parent-child relations in literary and visual representations; it also
looks at representations of disrupted and dysfunctional families. Po-
sitioning the Child in Society finally relates the child to such di-
verse elements as work, charitable institutions, crime and
punishment, gender and class distinctions.
The guiding questions for my analysis foreground the interdiscursive
links between the different texts and images: How do these verbal
and visual representations integrate other discourses and practices
using them as frames of reference? Which aspects of childhood are
selected and focalized? Which discourses are marked as legitimate
or illegitimate? How and where do the verbal and visual representa-
tions of childhood create new frames of reference through selection
and transformation? How are the visual and verbal representations
interconnected? What is the strategic imperative behind the child-
hood dispositif? Is the childhood dispositif directed towards prac-
tices distinguishing childhood from adulthood? Or is it oriented
towards a definition of childhood for its own sake, hence its major
goal is identity, not distinction? In view of these issues, the goal of
the study is to appreciate the role literature and the visual arts play-
ed for the genealogy of childhood before the 1790s, and thus to re-
view the myth of the origin of childhood in late eighteenth-century
England.
Publikationen
1. Müller-Muth, Anja: "Family
0XXMatters" . In: Eighteenth-Century Studies 36 (2003), Nr. 4,
S. 602-607
2. Müller-Muth, Anja: "Fashioning Childhood. Tagungsbericht." . In: Anglistik 15 (2004),
Nr. 1, S. 205-208
Seite 361
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Habilitationsprojekt zum englischen Kriminalstück
Projektleitung:
Dr. Beatrix Hesse
Beginn: 1.6.2000
Kontakt:
Dr. Beatrix Hesse
Medievalism
Projektleitung:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Beginn: 1.10.2003
Publikationen
1. Houswitschka, Christoph:
0XXRezension von The Changing Face of Arthurian Romance. Essays
on Arthurian Prose Romances in Memory of Cedric E. Pickford . In: Archiv für das Studium
der neueren Sprachen und Literaturen 225 (1988), Nr. 2, S. 382-386
2. Houswitschka, Christoph: "Mehrfachhochzeit und Waffenbruderschaft in den mittelengli-
schen romances und im Tale of Gareth - ein Vergleich" . In: Detlef Altenburg ; Jörg Jarnut
; Hans-Hugo Steinhoff (Hrsg.) : Feste und Feiern im Mittelalter. Paderborner Symposium
des Mediävistenverbandes (Feste und Feiern im Mittelalter Paderborn). Sigmaringen : Jan
Thorbecke, 1991, S. 423-429.
3. Houswitschka, Christoph: Politik und Liebe in der Literatur des englischen Spätmittelalters
am Beispiel von Thomas Malory’s "Morte Darthur" . Frankfurt/Main, Bern, New York und
Paris : Peter Lang, 1991 (Regensburger Arbeiten zur Anglistik und Amerikanistik)
4. Houswitschka, Christoph: "’... not like bloody paper money’: the Meaning of Excalibur in
Anthony Burgess’ Any Old Iron" . In: Wladyslaw Witalisz (Hrsg.) : ’And gladly wolde he ler-
ne and gladly teche.’ Studies on Language and Literature in Honour of Professor Dr. Karl
Heinz Göller. Kraków : Wydawnictwo Uniwersytetu Jagiellonskiego, 2001, S. 51-66.
5. Houswitschka, Christoph: "From Vision to Vainglory: Malory as a critic of idealism in the
Morte Darthur" . In: Böker, Uwe (Hrsg.) : Of Remembraunce the Keye: Medieval Literature
and its Impact through the Ages. Festschrift for Karl Heinz Göller on the Occasion of his
80th Birthday. Frankfurt/M., Berlin, New York : Peter Lang, 2004, (Britannia. Texts in
English: Literature, Culture, History from early modern times to the present), S. 123 - 138.
Seite 362
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Migration und Europäisierung in der englischsprachigen Literatur des 20. Jahr-
hunderts am Beispiel der Begegnung mit Mittel- und Osteuropa von Arthur Koest-
ler bis David Edgar
Projektleitung:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Stichwörter:
Migration; Europa; Holo-
caust; Exilliteratur; politi-
scher Roman und Drama
Beginn: 1.4.2002
Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Tel.: ++49 (0)951 863
2172, Fax: ++49 (0)951
863 5172, E-
Mail: [Link]
hka@[Link]
Publikationen
1. Houswitschka, Christoph:0XX "(Dis)continuities in Recent British Holocaust Drama" .
In: Margarete Rubik ; Elke Mettinger-Schartmann (Hrsg.) : (Dis) Continuities: Trends and
Traditions in Contemporary Theatre and Drama in English. Papers given on the Occasion of
the Ninth Annual Conference of the German Society for Contemporary Theatre and Drama
in English ((Dis) Continuities: Trends and Traditions in Contemporary Theatre and Drama
in English). Trier : WVT Wissenschaftlicher Verlag, 2002, S. 193-209. (Contemporary Dra-
ma in English Bd. 9)
2. Houswitschka, Christoph: "Der Holocaust, die Musik und nationale Identität(en) in Ronald
Harwoods Taking Sides (1995)" . In: Peter Csobádi et. al. (Hrsg.) : Politische Mythen und
Nationale Identitäten im (Musik-)Theater. Vorträge und Gespräche des Salzburger Sympo-
siums 2001 (Politische Mythen und Nationale Identitäten im (Musik-)Theater Salzburg
2001). Bd. 1. Anif/Salzburg : Verlag Mueller-Speiser, 2003, S. 421-435.
Seite 363
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Netzwerk "Mediating Identities in Eighteenth-Century England"
Projektleitung: Einrichtung eines Nachwuchsnetzwerks zum Thema "Mediating
Dr. Anja Müller-Muth Identities in Eighteenth-Century England". Dem Projekt liegt ein re-
Beteiligte: lationaler Identitätsbegriff zugrunde, der Identitäten als Konstituti-
Anna-Christina Giovano-
poulos (TU Dresden) on und Revision von Selbstbildern sowohl auf individueller als auch
Brigitte Glaser (KU Eich- auf gesellschaftlicher bzw. kultureller Ebene versteht. Identität situ-
stätt) iert sich demnach im Spannungsfeld zwischen Individualität und so-
Prof. Dr. Christoph Hous- ziokulturellen Aspekten, die in Kategorien wie z.B. Geschlecht, Alter,
witschka
Ethnie, Religion, Klasse, Region oder Nation angelegt sind. Dem
Christian Huck (Erlangen-
Nürnberg) performativen Aspekt von Identitätskonstitution fügen die Einzel-
Isabell Karremann (Erlan- projekte den der Medialisierung hinzu, indem sie die Orte und Dar-
gen-Nürnberg) stellungsformen untersuchen, an und mit denen im England des 18.
Michael Meyer (Koblenz- Jahrhunderts Identitäten definiert, (re)präsentiert, verhandelt und
Landau, Campus Koblenz)
Annette Pankratz (Passau)
verbreitet wurden: u.a. verschiedene literarische Formen (Tages-
Katharina Rennhak (LMU schrifttum, Gerichtsreports, Zeitschriften, Romane, Kinderliteratur),
München) künstlerische Ausdrucksformen (Kupferstiche, Illustrationen, Ge-
Sigrid Rieuwerts (Mainz) mälde), kulturelle Institutionen (Theater), sowie die zeitgenössische
Franz Meier (LMU Mün- Mode als Kommunikationsform. Im langen 18. Jh. waren die politi-
chen)
Stefan Plasa (Greifswald) schen, sozialen und ökonomischen Strukturen der englischen Ge-
Stichwörter: sellschaft in besonderem Maße im Umbau begriffen. Entsprechend
18th century; identity; weitreichend war die öffentliche Diskussion und Verhandlung von
gender; age; intermediali- Identitätskategorien, die sich unterschiedlichster Ausdrucksformen
ty; popular culture; print bediente. Eine These des Projektes lautet, dass eine Verfestigung
culture; public and private
sphere; fashion; garden; von Identitätskategorien und -konzepten besonders an den Orten
illustration greifbar wird, an denen sich mehrere Diskurse überkreuzen und da-
Beginn: 1.6.2004 durch intensivieren, z.B. bei der Abgrenzung der Mittelschicht ge-
Förderer: genüber der Aristokratie, die sich gleichfalls in geschlechts- oder
FNK (Vorbereitung des An-
altersspezifischen Handlungsmustern und Ausdrucksformen mani-
trages durch Hilfskrafts-
und Reisemittel) festiert (siehe z.B. die Orientierung des Kindheitskonzeptes an Fa-
Kontakt: milienstrukturen und Handlungsnormen der Mittelschicht).
Dr. Anja Müller-Muth
Tel.: ++49 (0)951 863
Die vorgesehenen Einzelprojekte sind in 3 Arbeitsgruppen zusam-
2175, Fax: ++49 (0)951 mengefasst:
863 5175, E- • Categories of Identity vereint Projekte, die sich mit bisher weniger
Mail: [Link]-
muth@[Link]-bam-
erforschten Identitätskategorien auseinandersetzen (z.B. deviante
[Link] Maskulinität, Alter);
• Inter-Mediations untersucht die Konstruktion von Identitäten an
der Schnittstelle zwischen nicht-verbalen und verbalen Ausdrucks-
formen (z.B. Panorama, Buchillustrationen, Mode, Garten);
• Mediating Identities in the Public Sphere fokussiert die Mediali-
sierung von Identitäten im Spannungsfeld von individueller und kol-
lektiver Identität (z.B. im Rechtsdiskurs oder in der Theaterpraxis)
Publikationen
1. Müller-Muth, Anja: "Re-presenting
0XX Representations: The Landscape Garden as a Sight/Site
of Difference in Tom Stoppard’s Arcadia" . In: Word & Image 15 (1999), Nr. 1, S. 97-106
2. Müller-Muth, Anja: "Family Matters" . In: Eighteenth-Century Studies 36 (2003), Nr. 4,
S. 602-607
3. Houswitschka, Christoph: "Der Hochverratsprozeß gegen John Horne Tooke (1794): der
Sprachforscher als Verteidiger seiner Bürgerrechte" . In: Uwe Böker ; Houswitschka, Chri-
stoph (Hrsg.) : Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert. Tagung
am 17. und 18. Juni 1994 an der Technischen Universität Dresden (Literatur, Kriminalität
Seite 364
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert Dresden 17. und 18. Juni 1994). Essen :
Blaue Eule, 1996, S. 262-281.
4. Houswitschka, Christoph ; Uwe Böker (Hrsg.): Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im
17. und 18. Jahrhundert. Tagung am 17. und 18. Juni 1994 an der Technischen Universität
Dresden . (Literatur, Kriminalität und Rechtskultur im 17. und 18. Jahrhundert Dresden 17.
und 18. Juni 1994) Essen : Blaue Eule, 1996 (Dresdner Arbeiten zur Anglistik und Ameri-
kanistik Bd. 1)
5. Houswitschka, Christoph: "Family, Crime, and the Public Sphere: ’Incest’ in Eighteenth-
Century England" . In: Uwe Böker ; Julie Hibbard (Hrsg.) : Sites of Discourse - Public and
Private Spheres - Legal Culture. Papers from a Conference Held at the Technical University
of Dresden, December 2001 (Sites of Discourse - Public and Private Spheres - Legal Culture
Dresden Dezember 2001). Amsterdam und New York : Rodopi, 2002, S. 167-178.
6. Houswitschka, Christoph: "Alternative Locations of the Reform Movement: John Thelwall’s
’Romantic’ Genres and National Myths of ’Freedom’s first prototype’" . In: Werner Huber ;
Marie-Luise Egbert (Hrsg.) : Alternative Romanticisms. Proceedings of the Grimma Confe-
rence 2001. Essen : Blaue Eule, 2003, S. 67-76.
7. Houswitschka, Christoph: "Circulating Ideas of Democracy: The Legal Culture of the High
Treason Trials of 1794" . In: Fludernik, Monika ; Olson, Greta (Hrsg.) : In the Grip of Law.
Frankfurt : Peter Lang, 2004, S. 105-124.
8. Houswitschka, Christoph (Hrsg.): Freedom - Treason - Revolution: Uncollected Sources of
hte Political and Legal Culture of the London Treason Trials (1794) . Frankfurt/M. : Lang,
2004 (Britannia: Texts in English Bd. 10) . - 251 Seiten. ISBN 3-631-38979-5. ISSN 0179-
1648
9. Houswitschka, Christoph: "Progress, Immortality and Population: Eighteenth-Century So-
cio-Cultural Approaches to Ageing" . In: Jansohn, Christa (Hrsg.) : Old Age and Ageing in
British and American Culture and Literature. Münster : LIT, 2004, (Studien zur englischen
Literatur Bd. 16), S. 69-86.
Ringvorlesunug "Mittelalterrezeption im Film"
Projektleitung: Ringvorlesunug zur Mittelalterrezeption im Film. z.B. Rezeption von
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz Thomas Malory und der Devolutionsprozess in Großbritannien seit
Prof. Dr. Dina De Rentiis 1997 (Braveheart etc.).
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Beteiligte:
Prof. Dr. Richard Utz (Io-
wa)
Stichwörter:
Rezeption von Thomas
Malory in Literatur und
Film
Laufzeit: 1.10.2003 -
31.3.2004
Mitwirkende Institutio-
nen:
ZEMAS
Publikationen
1. Houswitschka, Christoph:
0XX"’... not like bloody paper money’: the Meaning of Excalibur in
Anthony Burgess’ Any Old Iron" . In: Wladyslaw Witalisz (Hrsg.) : ’And gladly wolde he ler-
ne and gladly teche.’ Studies on Language and Literature in Honour of Professor Dr. Karl
Heinz Göller. Kraków : Wydawnictwo Uniwersytetu Jagiellonskiego, 2001, S. 51-66.
Seite 365
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Staging Displacement, Exile and Diaspora
Projektleitung: Annual Conference of the German Society for Contemporary Theat-
Prof. Dr. Christoph Hous- re and Drama in English, at Vierzehnheiligen, 3-6 June 2004.
witschka
Dr. Anja Müller-Muth Edition of the proceedings volume, forthcoming 2005 (Trier: WVT).
Beteiligte:
German Society for Con- Drama and theatre are complex forms of shaping the practices and
temporary Theatre and languages of collective memory and identity. In this way, they are
Drama in English (CDE)
Fatima Dike (Kapstadt) interventionist and counter-hegemonic, making visible ideologies of
Jorge Huerta (San Diego) nationalism, racism, and colonialism. The conference wants to ask
Carlos Morton (San Diego) when and where the staging of displacement, exile and diaspora has
Julia Pascal (London)
Michelene Wandor (Lon- helped to produce new identities and where it can (at best) be part
don) of a post-traumatic process of healing. This makes it necessary to
Rudolf Weiss (Wien) look at displacement from both a historical and a contemporary per-
Guy Stern (Detroit)
Ricarda Klüßendorf (Hei- spective. The individual papers will address forms, issues and the
delberg) social and political context in which drama and theatre of displace-
Deirdre Osborne (London)
Anna Suga (Lodz) ment, exile and diaspora is written and performed. Topics include,
Jan Hollm (Ludwigsburg) for example:
Markus Wessendorf (Ma-
noa) • collective cultural identities and/or isolation and marginalization
Henning Schäfer (Erlan- • the cultural memory of displacement, exile, and diaspora
gen) • traumas and dramas: violence and power in plays of displacement,
Annette Kern-Stähler
(Düsseldorf) exile, and diaspora
Ulrike Behlau (Mainz) • history plays of displacement, exile, and diaspora
Franz Meier (München) • negotiations of cultural difference in dramatic representations of dis-
Pia Thielmann (Malawi)
Stichwörter: placement, exile and diaspora in contemporary African, American,
displacement; exile; and Caribbean theatre and drama
diaspora; migration; 20th • the Black and Asian experience in contemporary British or American
century drama and theatre
in English theatre and drama
Laufzeit: 3.6.2004 - • migration in contemporary Europe (e.g. the Irish diaspora on the
30.6.2005
Förderer: Continent)
CDE Confirmed guest speakers include: Julia Pascal (UK), Michelene
DFG
FNK Wandor (UK), Carlos Morton (U.S.A.), Jorge Huerta (U.S.A.) and Fa-
Amerikanisches General- tima Dike (South Africa)
konsulat
Unibund
British Council
Klett Verlag
Peter Lang Verlag
Narr Verlag
Universitätsverlag Winter
Wissenschaftlicher Verlag
Trier
Bayerisches Ministerium
für Wissenschaft, For-
schung und Kunst
Mitwirkende Institutio-
nen:
CDE
Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
Tel.: ++49 (0)951 863
2172, Fax: ++49 (0)951
863 5172, E-
Mail: [Link]
hka@[Link]
Seite 366
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Houswitschka, Christoph:0XX "(Dis)continuities in Recent British Holocaust Drama" .
In: Margarete Rubik ; Elke Mettinger-Schartmann (Hrsg.) : (Dis) Continuities: Trends and
Traditions in Contemporary Theatre and Drama in English. Papers given on the Occasion of
the Ninth Annual Conference of the German Society for Contemporary Theatre and Drama
in English ((Dis) Continuities: Trends and Traditions in Contemporary Theatre and Drama
in English). Trier : WVT Wissenschaftlicher Verlag, 2002, S. 193-209. (Contemporary Dra-
ma in English Bd. 9)
2. Houswitschka, Christoph: "Der Holocaust, die Musik und nationale Identität(en) in Ronald
Harwoods Taking Sides (1995)" . In: Peter Csobádi et. al. (Hrsg.) : Politische Mythen und
Nationale Identitäten im (Musik-)Theater. Vorträge und Gespräche des Salzburger Sympo-
siums 2001 (Politische Mythen und Nationale Identitäten im (Musik-)Theater Salzburg
2001). Bd. 1. Anif/Salzburg : Verlag Mueller-Speiser, 2003, S. 421-435.
3. Houswitschka, Christoph: "The Holocaust in British Literature: From W.H. Auden’s ’Refugee
Blues’ (1939) to David Edgar’s Albert Speer (2000)" . In: Archiv für das Studium der neue-
ren Sprachen und Literaturen 240/155 (2003), Nr. 2, S. 272-287
Projektunabhängige Publikationen
1. Houswitschka, Christoph:
0XX Rezension von Literarischer Nominalismus im Spätmittelalter.
Eine Untersuchung zu Sprache, Charakterzeichnung und Struktur in Chaucers "Troilus and
Criseyde" von Richard J. Utz . In: Regensburger Universitätszeitung 5 (1990), S. 34-35
2. Houswitschka, Christoph: Rezension von Seven Dialogues von Bernardino Ochino .
In: Fifteenth-Century Studies 18 (1991), S. 355-357
3. Houswitschka, Christoph: Rezension von Register of Sermons Preached at Paul’s Cross.
1534-1642 von Millar MacLure . In: Fifteenth-Century Studies 18 (1991), S. 390-392
4. Houswitschka, Christoph: "The Eternal Triangle of Writer, Patron, and Fortuna" .
In: Carmina Philosophiae. Journal of the International Boethius Society 1 (1992), S. 79-95
5. Houswitschka, Christoph: Rezension von Rodney Hilton, Class Conflict and the Crisis of Feu-
dalism . In: Fifteenth-Century Studies 21 (1994), S. 372-375
6. Houswitschka, Christoph: Rezension von Kurt Olsson. John Gower and the Structures of
Conversion: A Reading of the ’Confessio Amantis’ . In: Anglia. Zeitschrift für Englische Phi-
lologie 113 (1995), Nr. 2, S. 256-259
7. Houswitschka, Christoph: Rezension von Chaucer and Fifteenth-Century Poetry .
In: Mediävistik 9 (1996), S. 450-453
8. Houswitschka, Christoph: Rezension von Kari Anne Rand Schmidt. The Authorship of The
Equatorie of the Planetis . In: Mediävistik 9 (1996), S. 449-450
9. Houswitschka, Christoph: "Paradoxy and Orthodoxy in Father Brown’s Conduct of Investi-
gation" . In: Inklings. Jahrbuch für Literatur und Ästhetik 14 (1996), S. 125-154
10. Houswitschka, Christoph: Rezension von Reginald Hyatte. The Arts of Friendship. The Idea-
lization of Friendship in Medieval and Early Renaissance Literature . In: Mediävistik 9
(1996), S. 423-425
11. Müller-Muth, Anja: Rezension zu J. Alan Pfeffer and Garland Cannon. German Loanwords
in English: An Historical Dictionary. New York: CUP, 1994. . In: Zeitschrift für Anglistik und
Amerikanistik 44 (1996), Nr. 1, S. 82-84
12. Houswitschka, Christoph: Rezension von Literaturwissenschaftliche Theorien, Modelle und
Methoden. Eine Einführung . In: Mitteilungsblatt des deutschen Anglistenverbandes 8
(1997), Nr. 1, S. 152-155
Seite 367
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
13. Hesse, Beatrix: Shakespeares Komödien aus der Sicht der Pragmatischen Kommunikati-
onstheorie, Münster: LIT, 1998 . Münster : LIT, 1998
14. Houswitschka, Christoph: Rezension von The Cloud of Unknowing: An Introduction by John
P.H. Clark. Volume 1: Introduction; Volume 3: Notes on The Book of Privy Counselling. .
In: Mediävistik 11 (1998), S. 1113-1114
15. Houswitschka, Christoph: Celia Fremlin, The Long Shadow . In: Kindler Neues Literaturle-
xikon (Supplement). Bd. 21. München : Kindler, 1998, S. 425-426.
16. Houswitschka, Christoph: Charlotte Keatley, My Mother Said I Never Should . In: Kindler
Neues Literaturlexikon (Supplement). Bd. 22. München : Kindler, 1998, S. 679-681.
17. Houswitschka, Christoph: Edward Gordon Craig, The Art of Theatre . In: Kindler Neues Li-
teraturlexikon (Supplement). Bd. 21. München : Kindler, 1998, S. 267-268.
18. Houswitschka, Christoph: Joel Barlow, The Columbiade . In: Kindler Neues Literaturlexikon
(Supplement). Bd. 21. München : Kindler, 1998, S. 95-96.
19. Houswitschka, Christoph: Robert Bolt, A Man for All Seasons . In: Kindler Neues Literaturle-
xikon (Supplement). Bd. 21. München : Kindler, 1998, S. 151-152.
20. Houswitschka, Christoph: Tom Stoppard, Arcadia . In: Kindler Neues Literaturlexikon (Sup-
plement). Bd. 22. München : Kindler, 1998, S. 513-514.
21. Houswitschka, Christoph: Zerrissenheit . In: Marie Mulvey-Roberts (Hrsg.) : Gothic Writers
and Key Terms. London : MacMillan, 1998, S. 258-260.
22. Müller-Muth, Anja: "Preaching an Irish Messiah: Biblical Allusions and Myth-Making in Lady
Gregory’s The Gaol Gate" . In: Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistik 46 (1998), Nr. 1,
S. 28-37
23. Hesse, Beatrix: "Rosencrantz and Guildenstern Go to the Movies or: What Happens to Ham-
let" . In: Sabine Coelsch-Foisner (Hrsg.) : Elizabethan Literature and Transformation.
Tübingen : Stauffenberg, 1999, S. 253-261.
24. Hesse, Beatrix: "Race, Religion, and the Group Process: The Plays of David Edgar", in: Race
and Religion in Contemporary Theatre and Drama in English . In: Bernhard Reitz (Hrsg.) :
Race and Religion in Contemporary Drama in English (CDE Conference "Race and Religion"
Leutesdorf 1998). Trier : WVT, 1999, S. 43-54. (CDE)
25. Houswitschka, Christoph: "Chesterton and the Two Cultures" . In: Elmar Schenkel ; Stefan
Welz (Hrsg.) : Lost Worlds and Mad Elephants. Literature, Science and Technology 1700-
1900. International Conference on Science, Technology and Literature, Leipzig, 30 April -
3 May 1998 (In: Lost Worlds and Mad Elephants. Literature, Science and Technology 1700-
1900 Leipzig 30. April bis 3. Mai 1998). Berlin; Cambridge, Massachusetts : Glienicke; Gal-
da und Wilch, 1999, S. 211-228.
26. Müller-Muth, Anja: "A Playful Comment on Word and Music Relations: Anthony Burgess’s
Mozart and the Wolf Gang" . In: Walter Bernhart ; Steven Paul Scher ; Werner Wolf (Hrsg.)
: Word and Music Studies 1: Defining the Field. (First International Conference on Word
and Music Studies Graz 1997). Amsterdam : Rodopi, 1999, S. 349-361. (WMA Studies
Bd. 1)
27. Hesse, Beatrix: "The Private Life of Robert Browning, According to Henry James" .
In: Sabine Coelsch-Foisner ; Holger Klein (Hrsg.) : Public and Private Voices in Victorian
Poetry. Tübingen : Stauffenburg, 2000, S. 79-88.
28. Houswitschka, Christoph ; Uwe Böker (Hrsg.): Einführung in die Anglistik und Amerikanistik
. München : Beck, 2000
29. Houswitschka, Christoph: Rezension von Kathleen Biddick, The Shock of Medievalism .
In: Mediävistik 13 (2000), S. 218-220
Seite 368
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
30. Houswitschka, Christoph ; Uwe Böker: "Literaturwissenschaft" . In: Houswitschka, Chri-
stoph ; Uwe Böker (Hrsg.) : Einführung in die Anglistik und Amerikanistik. München : Beck,
2000, S. 166-251.
31. Houswitschka, Christoph: Rezension von The Novel in Anglo?German Context. Cultural
Cross?Currents and Affinities. Papers from the Conference held at the University of Leeds
from 15 to 17 September 1997 . In: arcadia 36 (2001), Nr. 1, S. 195-199
32. Houswitschka, Christoph: Rezension von Rodney Castleden. King Arthur. The Truth Behind
the Legend . In: Mediävistik 14 (2001), S. 288-291
33. Houswitschka, Christoph: Rezension von Peter John C. Field: Malory: Texts and Sources .
In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 238 (2001), Nr. 2,
S. 414-415
34. Houswitschka, Christoph: Rezension von Martine Hennard Dutheil de la Rochère. Origin and
Originality in Rushdie’s Fiction . In: Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistk 3 (2001),
Nr. 3, S. 307-308
35. Houswitschka, Christoph: Paintings of Transgression and Violence in Peter Greenaway’s
Text-Driven Cinema . In: Michael Hensen ; Anette Pankratz (Hrsg.) : The Aesthetics and
Pragmatics of Violence. Proceedings of the Conference at Passau University (The Aesthetics
and Pragmatics of Violence Passau 15. bis 17. Mai 2001). Passau : Verlag Karl Stutz, 2001,
S. 115-128.
36. Houswitschka, Christoph: "Biotechnology and Media Technology in Frankenstein, The Is-
land of Dr. Moreau and Brave New World" . In: Barbara Lewandowska Tomaszczyk ; Irena
Czwenar (Hrsg.) : A New Curriculum For English Studies. Piotrków Trybunalski : Piotrków
College Press, 2001, S. 229-250.
37. Houswitschka, Christoph: Rezension von Dieter Paul Polloczek. Literature and Legal Dis-
course: Equity and Ethics from Sterne to Conrad . In: Anglia. Zeitschrift für Englische Phi-
lologie 119 (2001), Nr. 1, S. 139-142
38. Müller-Muth, Anja: Repräsentationen: Eine Studie des intertextuellen und intermedialen
Spiels von Tom Stoppards Arcadia . Trier : WVT, 2001 (CDE Studies Bd. 7)
39. Hesse, Beatrix: "Speaking Shakespeare - the Problems of Verse in Performance" .
In: Christoph Küper (Hrsg.) : Meter, Rhythm and Performance - Metrum, Rhythmus, Per-
formanz. Frankfurt/M. : Lang, 2002, S. 229-238.
40. Hesse, Beatrix: "Stoppard’s Wilde - Travesty and Invention" . In: Uwe Böker ; Richard Cor-
ballis ; Julie A. Hibbard (Hrsg.) : The Importance of Reinventing Oscar: Versions of Wilde
during the last 100 Years (The Importance of Reinventing Oscar: Versions of Wilde during
the last 100 Years Dresden 2000). Amsterdam : Rodopi, 2002, S. o.a.. (Internationale For-
schungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft Bd. 61)
41. Houswitschka, Christoph: "Games Wilde Plays: A Wilde Movie for the 1990s" . In: Uwe Bö-
ker ; Richard Corballis ; Julie A. Hibbard (Hrsg.) : The Importance of Reinventing Oscar.
Versions of Wilde during the Last 100 Years. Amsterdam und New York : Rodopi, 2002, (In-
ternationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft
Bd. 61), S. 285-294.
42. Houswitschka, Christoph: Rezension von Lawrence M. Clopper, Drama, Play, and Game.
English Festive Culture in the Medieval and Early Modern Period. . In: The Medieval Review
(2002), S. -
43. Houswitschka, Christoph: Rezension von John Barrell. Imagining the King’s Death. Figura-
tive Treason, Fantasies of Regicide, 1793?1796 . In: Anglia. Zeitschrift für Englische Philo-
logie 120 (2002), Nr. 2, S. 291-295
Seite 369
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
44. Müller-Muth, Anja: "Writing ’Wilde’: The Importance of Re-presenting Oscar Wilde in Fin de
Millénaire Drama in English (Stoppard, Hare, Ravenhill)" . In: Uwe Böker ; Richard Corballis
; Julie A. Hibbard (Hrsg.) : The Importance of Reinventing Oscar: Versions of Wilde During
the Last 100 Years (The Importance of Reinventing Oscar: Versions of Wilde During the Last
100 Years Dresden 2000). Amsterdam : Rodopi, 2002, S. 219-227. (Internationale For-
schungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft Bd. 61)
45. Houswitschka, Christoph: Rezension von Brendan Barrington (Hg.). The Wartime Broad-
casts of Francis Stuart. 1942-1944 . In: Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte 5 (2003),
S. 255-256
46. Houswitschka, Christoph: Rezension von Matthew Stibbe. German Anglophobia and the
Great War, 1914-1918. Cambridge: Cambridge University Press, 2001. . In: Archiv für das
Studium der neueren Sprachen und Literaturen 240 (2003), Nr. 2, S. 424-426
47. Houswitschka, Christoph: Rezension von Martin A. Doherty. Nazi Wireless Propaganda.
Lord Haw-Haw and British Public Opinion in the Second World War . In: Jahrbuch für Kom-
munikationsgeschichte 5 (2003), S. 253-255
48. Houswitschka, Christoph: Rez. von Michael Henry Scrivener. Seditious Allegories: John
Thelwall and Jacobin Writing . In: Anglia. Zeitschrift für Englische Philologie 121 (2003),
Nr. 4, S. 672-678
49. Müller-Muth, Anja: "White Symphonies with Red Spots: Color and the Representation of
Women in Four Poems by Oscar Wilde" . In: Women’s Studies: An Interdisciplinary Journal
32 (2003), Nr. 7, S. 785-814
50. Houswitschka, Christoph: Rez. von Reception Study. From Literary Theory to Cultural Stu-
dies . In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 241 (2004), Nr. 1,
S. 198-200
Seite 370
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Britische Kultur
Anschrift: Kapuzinerstraße 25, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2270 Fax.: 0951/863 5270
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Der Gegenstandsbereich des Lehrstuhls umfaßt die Britische Kultur
Prof. Dr. Christa Jansohn und Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart, wobei besonderer
wiss. Mitarbeiterin: Wert sowohl auf die enge Verbindung zwischen den philologischen
Dr. Anne-Julia Zwierlein
Sekretariat: Kernbereichen der traditionellen Anglistik und den britischen Kultur-
Jürgen Krippner wissenschaften als auch auf interdisziplinäre Fragestellungen und
internationale Zusammenarbeit gelegt wird. Die verschiedenen For-
schungsschwerpunkte (siehe unten) finden ihre entsprechende Be-
rücksichtigung auch in der Lehre und in der interdisziplinären
Zusammenarbeit mit anderen Instituten im In- und Ausland.
Forschungsschwerpunkte
• Englische Literatur und Kultur des Mittelalters und der Renaissance
• Rezeption Shakespeares in Deutschland
• Geschichte der deutschen Shakespeare-Gesellschaft, Sitz Weimar
• Literatur und Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts
• Editionswissenschaften
• Übersetzungswissenschaften
• Mentalitätsgeschichte
• Krankheitsdarstellungen (AIDS, Bubonenpest, Epidemien, Essstö-
rungen, Krebs, Syphilis) in der britischen und amerikanischen Lite-
ratur und Kultur
• Alter und Altern in der britischen und amerikanischen Kultur/Litera-
tur und Gesellschaft
• Queen Victoria
• Queen Elizabeth
• Migrationsforschung
• Jacobean City Comedy
• John Milton
• Imperialism, Colonialism, Postcolonialism
Kooperationsbeziehungen
Mit den Universitäten: Amsterdam (Faculteit der Letteren Duitse
Taal en Cultuur), Birmingham (Institute for German Studies), Bonn,
Bielefeld (Fachbereich Sozialwesen), Cambridge (Corpus Christi
College), Erfurt (Lehrstuhl für Vergleichende Regierungslehre), Lon-
don (School of Advanced Studies), Prag, Sofia, Utrecht, Krakau.
Mit den Forschungseinrichtungen: Folger Shakespeare Library, Wa-
shington, D.C., Goethe-Schiller-Archiv und Anna Amalia Bibliothek
(Weimar), Shakespeare Institute (Stratford-upon-Avon), CRASSH
(Cambridge).
Mit: Deutsch-Britische Gesellschaft e.V.
Seite 371
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wissenschaftliche Tagungen
Bamberg, 3.-4. Mai 2002: Old Age and Aging in British and Ameri-
can Literature and Culture.
Kloster Banz, 9.-11. Mai 2003: Medicine and Public Health in Britain
and Germany (zusammen mit dem British Council, Berlin und der
Hanns-Seidel-Stiftung, München).
Bamberg, 22.-24 Mai 2003: Elizabeth I: Past and Present. Interna-
tional Conference on the Occasion of the 400th Anniversary of her
Death
Bamberg, 4.-6. Dezember 2003: Varianten - Variants - Variantes
Bamberg, 14.-16. Mai 2004: Biology, Literature and Culture in the
Nineteenth Century
Bamberg, 10.-11. Dezember 2004: The Cultural Appropriation of
D.H. Lawrence in Europe
Forschungsprojekte
Companion to the New Literatures in English
Projektleitung: Das als Einführung konzipierte Buch widmet sich in einzelnen Kapi-
Prof. Dr. Christa Jansohn teln dem in den letzten Jahrzehnten stark expandierenden Bereich
Beteiligte: der sogenannten New Literatures in English, die einen beträchtli-
Prof. Dr. R. Bader
Prof. Dr. E. Breitinger chen Teil der literarischen Produktion in der englischsprachigen Welt
Dr. G. Collier ausmachen. Die einzelnen Kapitel führen am Beispiel ausgewählter
Prof. Dr. E. Kreutzer Interpretationen in die jeweilige Literatur des Landes oder einer be-
Prof. Dr. M. Kuester stimmten Region ein. Kommentierte Leselisten, ausführliche Litera-
Prof. Dr. E. Reckwitz
turhinweise sowie Internet-Adressen runden den Band ab.
Dr. R. Zimmer
Stichwörter: Die Anthologie ist erschienen:
Australian Literature; Ca-
nadian Literature in Companion to the New Literatures in English. Ed. Christa Jansohn
English; Indian Literature; (Berlin: Erich Schmidt, 2002). Pp. 232.
New Zealand Literature;
South African Literature;
Sub-Saharan African Lite-
rature; West Indies
Laufzeit: 1.1.1997 -
30.4.2002
Kontakt:
Prof. Dr. Christa Jansohn
Tel.: 0951/863 2270,
Fax: 0951/863 5270, E-
Mail: [Link]@spli
[Link]
Publikationen
1. Jansohn, Christa (Hrsg.):
0XX Companion to the New Literatures in English . Berlin : Erich
Schmidt, 2002. - 232 Seiten.
2. Jansohn, Christa: Preface . In: Jansohn, Christa (Hrsg.) : Companion to the New Litera-
tures in English. Berlin : Erich Schmidt, 2002, S. 5-16.
Seite 372
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Cupido lag im Schlummer einst. Drei neue Übersetzungen von Shakespeares So-
netten. Englisch-deutsche Ausgabe.
Projektleitung: Shakespeares Sonette werden hier in drei bisher unpublizierten Ge-
Prof. Dr. Christa Jansohn samtübertragungen aus den Jahren 1933 bis 1945, zusammen mit
Stichwörter: dem englischen Original, in einer kritischen Edition vorgestellt. Die
Shakespeares Sonette;
Sophie Zipora Heiden; Jo- Übersetzungen stammen von der Hamburger Studienrätin Sophie
hannes Schlaf; Friedrich Zipora Heiden (1875-1945), dem Schriftsteller Johannes Schlaf
Cornelius (1862-1941) und dem Universitätsdozenten Friedrich Cornelius
Laufzeit: 1.12.1998 - (1893-1976). Die Einleitung mit einem allgemeinen Überblick über
31.3.2001
die Sonettübertragungen aus den Kriegsjahren, eine Bibliographie,
Förderer:
Folger Shakespeare Libra- die Nach- und Vorworte der Übersetzer sowie ein Variantenapparat
ry, Washigton, D.C. zu den Übersetzungen von Johannes Schlaf runden den Band ab.
VG Wort, München
Kontakt:
Der Band ist erschienen:
Prof. Dr. Christa Jansohn William Shakespeare: Cupido lag im Schlummer einst. Drei neue
Tel.: 0951/863 2270, Übersetzungen von Shakespeares Sonetten. Englisch-deutsche
Fax: 0951/863 5270, E-
Mail: [Link]@spli Ausgabe. Kritisch herausgegeben und eingeleitet von Christa Jan-
[Link] sohn. Ed. Christa Jansohn (Tübingen: Stauffenburg, 2001). xxxix +
356 S.
Publikationen
1. Jansohn, Christa (Hrsg.):
0XX Cupido lag im Schlummer einst. Drei neue Übersetzungen von
Shakespeares Sonetten. Historisch-kritische Ausgabe . Tübingen : Stauffenburg, 2001. -
356 Seiten.
Der physiologische Bildungsroman im Viktorianismus: Selbstformung, Leistungs-
ethik und Organischer Wandel in Naturwissenschaft und Literatur
Projektleitung: Viktorianische Konzepte vom Subjekt geraten durch die Konfronta-
Dr. Anne-Julia Zwierlein tion zwischen naturwissenschaftlichem Materialismus und bürgerli-
Stichwörter: cher Leistungsethik in Aporien. Die geplante Studie, die literatur-,
Bildungsroman (Gattungs-
theorie und -geschichte), kultur- und naturwissenschaftsgeschichtliche Perspektiven vereint,
Wissenschaftsgeschichte, demonstriert 1. daß die narrative Struktur des Bildungsromans und
speziell viktorianische die ihr zugrundeliegende bürgerliche Ideologie der Selbstformung
Physiologie, Kulturge- sich auch in naturwissenschaftlichen Schilderungen der Zeit wieder-
schichte, speziell viktoria-
findet ("Der Bildungsroman in den Naturwissenschaften"); 2. daß
nische Leistungsethik und
Kultur der ’Selbsthilfe’ der viktorianische Bildungsroman selbst durch naturwissenschaftli-
Beginn: 1.10.2001 che Diskurse geprägt ist ("Naturwissenschaften im Bildungsro-
Kontakt: man"). Die physiologische Metaphorik des Bildungsprozesses - der
Dr. Anne-Julia Zwierlein Mensch als ’Material’ - kann von der Versöhnung des Individuums
Tel.: 0951/863 2274,
Fax: 0951/863 5274, E-
mit seiner Umwelt, aber auch von endgültiger Dissonanz erzählen.
Mail: [Link]@split
.[Link]
Seite 373
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Dokumentationsband zur Teilung der deutschen Shakespeare-Gesellschaft
Projektleitung: In diesem Band werden bisher unveröffentlichte Quellen und Doku-
Prof. Dr. Christa Jansohn mente aus den Archiven der ehemaligen DDR, dem Stadtarchiv Bo-
Stichwörter: chum sowie dem Goethe-Schiller-Archiv in Weimar publiziert, die
Shakespeare-Gesell-
schaft; Kulturpolitik den Prozeß der Teilung der deutschen Shakespeare-Gesellschaft
Beginn: 1.7.2000 (1963) erstmals nachvollziehbar machen.
Förderer:
Stiftung Weimarer Klassik
Kontakt:
Prof. Dr. Christa Jansohn
Tel.: 0951/863 2270,
Fax: 0951/863 5270, E-
Mail: [Link]@spli
[Link]
Each Century has its own Plague: From the Black Death to HIV/AIDS in English
Literature and Culture
Projektleitung: In diesem Projekt geht es vor allem um die Herausarbeitung ver-
Prof. Dr. Christa Jansohn schiedenartiger Textstrategien im Umgang mit dem alten und neuen
Stichwörter: Phänomen der Epidemie und damit verbunden um eine Differenzie-
Krankheit; Epidemie;
Pest; HIV/AIDS; Mentali- rung von gängigen Klischees, etwa die unreflektierte Übertragung
tätsgeschichte; Metapher von Krankheitsphänomenen aus verschiedenen Epochen, die
Beginn: 1.3.2000 Gleichsetzung ganz verschiedener Krankheiten durch metaphori-
Förderer: sche Generalisierung. Dabei ist besonders zu untersuchen, wie die
DFG
Pestmetapher jeweils in einem größeren literarischen Rahmen und
Folger Shakespeare Libra-
ry, Washington, D.C. im Verein mit ganz verschiedenen textuellen Referenzen verwendet
Eigenfinanzierung wird, und wie dieselben Metaphern für die unterschiedlichsten histo-
Kontakt: rischen Erscheinungen gebraucht werden. Die einzelnen Texte wer-
Prof. Dr. Christa Jansohn den daher jeweils in ihrem weiteren kulturellen Zusammenhang zu
Tel.: 0951/863 2270,
Fax: 0951/863 5270, E-
analysieren sein, was sowohl für die vielerlei literarischen Gestal-
Mail: [Link]@spli tungen de Pest gilt als auch für die ganz unterschiedlichen Texte, die
[Link] sich mit der Bedrohung durch die Immunschwächekrankheit AIDS
auseinandersetzen. Geplant ist neben einer Monographie auch eine
Anthologie mit bisher unpublizierten bzw. schwer zugänglichen Tex-
ten.
Seite 374
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Evolving Networks: Biology, Literature and Culture in the Nineteenth Century
Projektleitung: During the nineteenth century the natural sciences acquired their
Dr. Anne-Julia Zwierlein persisting cultural authority. Today’s biological research and the life
Beteiligte: sciences have their foundations in that period which completed the
Dr. Kirstie Blair
Dr. Gowan Dawson change from natural philosophy to experimentalist science. Funda-
Dr. Alexandra Karl mental scientific discoveries, especially in the fields of evolutionary
Dr. Annette Kern-Stähler and micro-biology, transformed Victorian beliefs about the place of
Dr. Jürgen Meyer humans in nature. However, the division between science and the
Dr. Carol Peaker
humanities was not recognized in the nineteenth century: Scientists
Dr. Charlotte Sleigh
PD Dr. Merle Tönnies (e.g. Robert Chambers, Charles Darwin, G.H. Lewes, T.H. Huxley,
Dr. Griet Vandermassen John Tyndall) and creative writers drew on a common imagination
Prof. Dr. Janet Browne in terms of subject matter, language, style and imagery.
Prof. Dr. Kate Flint
Prof. Dr. Paul Goetsch This interdisciplinary conference will focus on some of the cultural
Prof. Dr. Laura Otis and literary constructions of nineteenth-century biology. Distinguis-
Prof. Dr. Sally Shuttle- hed academics and younger scholars from Europe and the United
worth States will deal with the following key issues: Ordering Knowledge;
Prof. Dr. Klaus Stierstorfer
Stichwörter: Biology and Gender; Darwinist Cultures; Continental Responses to
biology in the nineteenth Darwinism; Insects and Monsters; Cells and Communication; Phy-
century; Darwinism; cell siology and Psychology. Among the creative writers covered will be
theory; degeneration; sur- Thomas Carlyle, Wilkie Collins, Joseph Conrad, Arthur Conan Doyle,
gery and eugenics; sci- George Eliot, Thomas Hardy, Peter Kropotkin, Robert Louis Steven-
ence and narrative;
science and feminism; sa- son, and H.G. Wells.
vages and monsters; psy-
chology and physiology
Laufzeit: 14.5.2004 -
1.12.2005
Förderer:
Deutsche Forschungsge-
meinschaft (DFG); British
Council für Konferenz
Mitwirkende Institutio-
nen:
Anthem Press, London für
Konferenzband
Kontakt:
Dr. Anne-Julia Zwierlein
Tel.: 0951/863 2274,
Fax: 0951/863 5274, E-
Mail: [Link]@split
.[Link]
Seite 375
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
German Essays on Shakespeare and his Contemporaries
Projektleitung: This collection of 14 essays (Newark: University of Delaware Press)
Prof. Dr. Christa Jansohn offers a sample of German Shakespeare studies in the Nineties. It
Beteiligte: does not include the considerable number of articles already pu-
Aleida Assmann (Kon-
stanz) blished in English but only a selection of significant essays that
Hans-Peter Bayerdörfer otherwise would not reach an international readership. The authors
(München) have provided their own translation in close collaboration with the
Ulrich Broich (München) editor and a native speaker. Apart from Mirjam Pressler, who is a
Andreas Höfele (München)
distinguished author of books for children and young adults, all the
Werner von Koppenfels
(München) other contributors are university teachers from different depart-
Ruth Freifrau von Ledebur ments in Germany. The collection therefore stays within the acade-
(Siegen) mic world and cannot claim to be a full representation of
Verena Olejniczak Lobsien Shakespeare Studies in Germany since it leaves out (for various re-
(Berlin)
Andreas Mahler (Mün-
asons) the voices of translators, actors and directors, composers,
chen) painters and reviewers. The bibliography of "German Shakespeare
Dieter Mehl (Bonn) Studies in the Nineties" appended to this volume tries to fill this gap.
Horst Meller (Heidelberg)
Manfred Pfister (Berlin)
Mirjam Pressler (Mün-
chen)
Albrecht Riethmüller (Ber-
lin)
Stichwörter:
Culture, Natural Sciences,
Memory, Appropriation of
Shakespeare, Venice,
Shylock, stage history,
Shakespeare Jahrbuch,
Shakespeare Studies, Cold
War.
Beginn: 1.1.2003
Förderer:
Delaware Press (Newark)
Historisch-kritische Ausgabe von Ferdinand Freiligraths Übersetzung von Shake-
speares Venus and Adonis
Projektleitung: Gegenstand des Projekts ist eine historisch-kritische Ausgabe von
Prof. Dr. Christa Jansohn Shakespeares Venus and Adonis in der Übersetzung von Ferdinand
Prof. Dr. Dieter Mehl von Freiligrath (GSA 17/III, 2, 5, 1-8), mit Beschreibung der Text-
Stichwörter:
William Shakespeare; Fer- genese, Publikationsgeschichte und Variantenapparat.
dinand von Freiligrath; Ve- Die Ausgabe erscheint im Max Niemeyer Verlag in der Reihe "Exem-
nus and Adonis
pla Critica: Historisch-kritische Einzelausgaben zur neueren deut-
Beginn: 1.10.2002
Förderer: schen Literatur".
Stiftung Weimarer Klassik, Information about the series: Exempla critica: Historical-critical edi-
Max Niemeyer Verlag
Kontakt:
tions of individual works in recent German literature
Prof. Dr. Christa Jansohn The "Exempla critica" series publishes historical-critical editions of
Tel.: 0951/863 2270, individual works from recent German literature. The criteriion for
Fax: 0951/863 5270, E-
Mail: [Link]@spli inclusion is not solely whether the text is part of the present-day li-
[Link] terary canon. More important still is the exemplary quality of the
text in terms of its transmission and genesis. The texts are presen-
ted in complete historical- critical editions (as books or CD-ROMs),
i.e. all versions are documented, the variants are listed, and the
emendations indicated. There are also commentaries on the history
of the work´s genesis and its publication.
Seite 376
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bibliography:
already published:
Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts Neues". Text, Edi-
tion Entstehung, Distribution und Rezeption (1928- 1939), ed. Tho-
mas F. Schneider (Exempla critica, 1). Tübingen: Max Niemeyer,
2004.
In the Footsteps of Queen Victoria: Wege zum Viktorianischen Zeitalter
Projektleitung: In diesem Sammelband sind u.a. die Beiträge publiziert, die in einer
Prof. Dr. Christa Jansohn Vorlesungsreihe im Wintersemester 2001/2002 an der Universität
Beteiligte: Bamberg gehalten wurden. Anlaß war das hundertste Todesjahr
Ingeborg Boltz (München)
Franz Bosbach (Bayreuth) Queen Victorias, das zahlreiche Ausstellungen und neue Auseinan-
Russell Jackson (Birming- dersetzungen mit dem viktorianischen Zeitalter mit sich brachte.
ham) Die Vorlesung stellte unter anderem folgende Themenbereiche nä-
Christa Jansohn (Bam- her vor: Science and the Victorians, die Welt der Weltausstellungen,
berg)
Viktorianische Kinderliteratur, Bilder der Queen in der zeitgenössi-
Dieter Mehl (Bonn)
Franz Meier (Regensburg) schen Werbung, die Rolle Prinz Alberts, das viktorianische Theater
Silvia Mergenthal (Kon- usw.
stanz)
Jürgen Meyer (Halle)
Der Sammelband ist erschienen:
Michael Meyer (Bamberg) "In the Footsteps of Queen Victoria": Wege zum viktorianischen
Vera und Ansgar Nünning Zeitalter. Ed. Christa Jansohn. Studien zur englischen Literatur, 15
(Heidelberg und Giessen)
Ralph Pordzik (München) (Münster: LIT Verlag, 2003). Pp. xi + 342.
Ralf Schneider (Tübingen)
Kenneth Wynne (Bam-
berg)
Georgianna Ziegler(Wa-
shington)
Stichwörter:
Queen Victoria; Prince Al-
bert; Religion; Frauen;
Charles Dickens; Kinderli-
teratur; Naturwissen-
schaft; Imperialismus;
Oscar Wilde; Marie Corelli;
William Shakespeare; Rei-
seliteratur; Weihnachten
Laufzeit: 15.10.2001 -
1.10.2002
Förderer:
Lehrstuhlmittel
Publikationen
1. Jansohn, Christa (Hrsg.): In the Footsteps of Queen Victoria: Wege zum viktorianischen
0XX
Zeitalter . (Ringvorlesung: In the Footsteps of Queen Victoria Bamberg WS 2002/03)
Münster : LIT, 2003 (Studien zur englischen Literatur Bd. 15) . - 342 Seiten.
2. Jansohn, Christa: Queen Victoria: Symbol einer Epoche . In: Jansohn, Christa (Hrsg.) : In
the Footsteps of Queen Victoria: Wege zum viktorianischen Zeitalter. Münster : LIT, 2003,
(Studien zur englischen Literatur, 15), S. 3-37.
Seite 377
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Konferenzband zum Thema "Innenwelten der Moderne"
Projektleitung: Der Konferenzband dokumentiert die Ergebnisse eines im November
Dr. Anne-Julia Zwierlein 2000 in Münster durchgeführten interdisziplinären Kolloquiums (An-
Beteiligte: glistik, Germanistik, Romanistik, Psychologie, Soziologie, Filmstudi-
Dr. Anne-Julia Zwierlein
Claudia Olk en, Geographie) zur diskursiven Konstruktion von Interiorität und
Ulrich Fischer Innenwelten. Im geplanten Band wird der Orientierung auf den "äu-
Nicola Gaedicke ßeren Raum" als Paradigma für die Erfassung kulturellen Wandels
Joachim Frenk (Geographie, Entdeckerfahrten, Atronomie; siehe v.a. Lefebre) der
Susanna Lule
"innere Raum" als komplementäre Entsprechung entgegengesetzt.
Mignon Wiele
Susanne Gehrmann Auch unerforschte Gebiete des menschlichen Körpers und der
Thomas Roberg menschlichen Psyche werden bis heute in der Sprache der betref-
Sarah Yvonne Brandl fenden Wissenschaften als "terrae incognitae" metaphorisiert. Der
Sandra Janßen Band untersucht die Spannung zwischen der Konstruktion privater,
Bernd Blaschke
Jochen Fritz
innerer Räume (des eigenen Körpers, der soziologischen und geo-
Axel Schmitt graphischen Lebensumstände) und der Selbst-Distanz im "Blick von
Thomas Stöber außen" auf das eigene, "objektgewordene" Innere. Obwohl Beiträge
Stichwörter: zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit den Auftakt bilden, liegt der
Britische und europäische zeitlichen Schwerpunkt auf dem Beginn der Psychoanlyse im
Literatur; Film und Psy-
choanalyse [Link]: das Textkorpus beinhaltet unter anderem Artaud,
Laufzeit: 1.11.2001 - Baudelaire, Beckett, Benjamin, Benn, Bunuel, Clarin, de Musset,
30.9.2002 Freud, Jünger, Leiris, Poe, Proust.
Förderer:
Studienstiftung des deut- Der Konferenzband ist erschienen:
schen Volkes Innenwelten vom Mittelalter zur Moderne: Interiorität in Literatur,
Fördergesellschaft der
Bild und Psychologiegeschichte. Ed. Claudia Olk und Anne-Julia
Westfälischen Wilhelms-
Universität Münster e.V. Zwierlein (Trier: WVT, 2002.). 292 S.
Kontakt:
Dr. Anne-Julia Zwierlein
Tel.: 0951/863 2274,
Fax: 0951/863 5274, E-
Mail: [Link]@split
.[Link]
Publikationen
1. Zwierlein, Anne-Julia: ’Civil
0XXWar in the Mind’: Margaret Cavendishs atomare und utopische
Innenwelten . In: Zwierlein, Anne-Julia ; Olk, Claudia (Hrsg.) : Innenwelten vom Mittelalter
zur Moderne: Interiorität in Literatur, Bild und Psychologiegeschichte. Trier : WVT, 2002,
S. 95-110.
2. Zwierlein, Anne-Julia ; Olk, Claudia: Innenwelt, Gedächtnistheater, Seelenlandschaft. Zur
Einführung . In: Zwierlein, Anne-Julia ; Olk, Claudia (Hrsg.) : Innenwelten vom Mittelalter
zur Moderne: Interiorität in Literatur, Bild und Psychologiegeschichte. Trier : WVT, 2002,
S. 9-20.
3. Zwierlein, Anne-Julia ; Olk, Claudia (Hrsg.): Innenwelten vom Mittelalter zur Moderne: In-
teriorität in Literatur, Bild und Psychologiegeschichte . (Innenwelten Münster November
2000) Trier : WVT, 2002. - 292 Seiten.
Seite 378
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Old Age and Ageing in British and American Literature and Culture
Projektleitung: In this interdisciplinary volume old age and ageing are not simply
Prof. Dr. Christa Jansohn considered as a fixed biological or chronological process but as a
Beteiligte: complex cultural phenomenon. The articles by various scholars ex-
Brian Gibbons (Münster)
Kirsten von Hagen plore fiction and the arts as sources of information on how artists
(Meinerzhagen) encounter age(ing) in different epochs and different social and cul-
Achim Hölter (Münster) tural environments. It deals with questions of the ageing artist and
Christoph Houswitschka his or her style, with specific gender problems and the representa-
(Bamberg)
tion of age in popular culture and film. The volume makes no claim
Christoph Irmscher (Balti-
more) to arrive at a definitive analysis of age(ing) but rather aims to show
Alan Isler (New York) how fiction and the arts add a further dimension to our understan-
Christa Jansohn (Bam- ding of the quality of age(ing).
berg)
Klaus Peter Jochum (Bam- Erschienen: Münster, LIT, 2004. Pp. 265.
berg)
Brita Larenz (Königswin-
ter)
Roberta Maierhofer (Graz)
Dieter Mehl (Bonn)
Heiner Bus (Bamberg)
Sam Snape (London)
Anne-Julia Zwierlein
(Bamberg)
Lothar Hönnighausen
(Bonn)
Stichwörter:
Age and Ageing; Alan Is-
ler; Music; Chaucer; Go-
wer; Langland;
Shakespeare; Jonson; Ba-
con; Yeats; Medicine; Old
people; Dying; Love; Dar-
win; Wilde; Gender; Film
Laufzeit: 1.3.2002 -
31.12.2003
Förderer:
Lehrstuhlmittel
Kontakt:
Prof. Dr. Christa Jansohn
Tel.: 0951/863 2270,
Fax: 0951/863 5270, E-
Mail: [Link]@spli
[Link]
Publikationen
1. Jansohn, Christa: Introduction
0XX . In: Jansohn, Christa (Hrsg.) : Old Age and Ageing in British
and American Culture and Literature. Münster : LIT, 2004, S. 1-8.
2. Zwierlein, Anne-Julia: Medea’s Revenge: Francis Bacon on the Prolonging of Life .
In: Jansohn, Christa (Hrsg.) : Old Age and Ageing in British and American Culture and Li-
terature. Münster : LIT, 2004, S. 51-68.
3. Jansohn, Christa (Hrsg.): Old Age and Ageing in British and American Culture and Litera-
ture . (Old Age and Ageing in British and American Culture and Literature Bamberg Mai
2002) Münster : LIT, 2004 (Studien zur englischen Literatur Bd. 16) . - 265 Seiten. ISBN 3-
8258-6065-5
4. Jansohn, Christa ; Maurer, Anny: Positive Ageing through the Lens . In: Jansohn, Christa
(Hrsg.) : Old Age and Ageing in British and American Culture and Literature. Münster : LIT,
2004, S. 231-257.
Seite 379
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Plotting Early Modern London: New Essays on Jacobean City Comedy
Projektleitung: With the publication of Brian Gibbons’s Jacobean City Comedy thir-
Dr. Anne-Julia Zwierlein ty-five years ago, the urban satires by Ben Jonson, John Marston
Prof Dr. Dieter Mehl and Thomas Middleton attained their ‘official status as a Renais-
Dr Angela Stock
Beteiligte: sance subgenre’ that was distinct by its farcical humour and ironic
Prof. Dr. Dieter Mehl tone from ‘citizen comedy’ or ‘London drama’ more generally. This
Dr. Angela Stock retrospective genre-building has proved immensely fruitful in the
Prof Alan Brissenden study of early modern English drama over the last thirty-five years;
Prof Matthias Bauer
and although city comedies may not yet rival Shakespeare’s plays
Prof Richard Waswo
Prof David Crane in the amount of editorial work and critical acclaim they receive,
Prof Andrew Gurr both the theatrical contexts and the dramatic complexity of the gen-
Dr Alizon Brunning re itself and its interrelations with Shakespearean drama justly com-
Prof Ruth Morse mand an increasing deal of attention.
Prof Robyn Bolam
Prof Deborah Cartmell Looking at a broad range of play-texts written between the 1590s
Dr. Anne-Julia Zwierlein and the 1630s - master-pieces of the genre like Eastward Ho, A
Stichwörter: Trick to Catch the Old One, The Dutch Courtesan and The Devil is an
Studies in Performance
and Early Modern Drama Ass, blends of romance and satire like The Shoemaker’s Holiday and
Laufzeit: 1.10.2001 - The Knight of the Burning Pestle, and bourgeois oddities in the
1.10.2004 Shakespearean manner like The London Prodigal - the twelve es-
Förderer: says in this volume re-examine city comedy in the light of recently
Ashgate Press, Aldershot foregrounded historical contexts such as early modern capitalism,
(UK)
urban culture, the Protestant Reformation, and playhouse politics.
Further, they explore the interrelations between city comedy and
Shakespearean comedy both from the perspective of author rivalry
and in terms of modern adaptations: the twenty-first-century con-
cept of ‘popular Shakespeare’ (above all in the movie sector) seems
to realign the comparatively time- and placeless Shakespearean
drama with the gritty, noisy and bustling urban scene that has been
city comedy’s traditional preserve.
Publikationen
1. Zwierlein, Anne-Julia ; 0XX
Stock, Angela: ’Our scene is London ...’: Introduction .
In: Zwierlein, Anne-Julia ; Stock, Angela ; Mehl, Dieter (Hrsg.) : Plotting Early Modern Lon-
don: New Essays on Jacobean City Comedy. Aldershot : Ashgate, 2004, (Studies in Perfor-
mance and Early Modern Drama), S. 1-24.
2. Zwierlein, Anne-Julia ; Stock, Angela ; Mehl, Dieter: Plotting Early Modern London: New
Essays on Jacobean City Comedy . Aldershot : Ashgate, 2004 (Studies in Performance and
Early Modern Drama) . - 235 Seiten.
3. Zwierlein, Anne-Julia: Shipwrecks in the City: Commercial Risk as Romance in Early Modern
City Comedy . In: Zwierlein, Anne-Julia ; Stock, Angela ; Mehl, Dieter (Hrsg.) : Plotting Ear-
ly Modern London: New Essays on Jacobean City Comedy. Aldershot : Ashgate, 2004, (Stu-
dies in Performance and Early Modern Drama), S. 75-94.
Seite 380
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Queen Elizabeth I: Past and Present
Projektleitung: This interdisciplinary volume about "Elizabeth I: Past and Present"
Prof. Dr. Christa Jansohn marks the 400th anniversary of the death of the Queen, one of Eng-
Beteiligte: land’s greatest monarchs and a highly intelligent and successful ru-
Ronald G. Asch (Freiburg)
Michael Dobson (Surrey ler. The volume will appeal to everyone interested in the charismatic
Roehampton) character of Elizabeth I, her time and afterlife. Distinguished contri-
Paul Franssen (Utrecht) butores from Europe and the United States will focus on important
Christian Kelnberger aspects of Elizabeth’s subtle and resourceful political power and the
(München)
long-standing struggle she faced at home and abroad as well as the
Carole Levin (Nebraska-
Lincoln) threats posed to her power. The volume will also bring together for
Dieter Mehl (Bonn) the first time a series of papers about the fictive representations of
Bodo Plachta (Amster- Queen Elizabeth I in literature, music and film. The articles will illu-
dam) minate the fascinating story of her numerous afterlives and their si-
Barbara Ravelhofer (Cam-
bridge)
gnificance for the cultural history of England, its sense of identity
Hugh Macrae Richmond (U and psyche. Other articles will investigate the ceremony, festivities
of California at Berkeley) and dance practices at her court and will bring to life the cultural si-
Velma Bourgeois Rich- gnificance of this colourful and extraordinary monarch.
mond (Holy Names Col-
lege, Oakland)
Axel Stähler (Bonn)
Stichwörter:
Elizabeth I, Spenser, Af-
terlifes, Henry VIII, music,
dancing, festive culture,
children’s literature, dre-
ams, history
Beginn: 1.1.2003
Förderer:
Lehrstuhlmittel und Mini-
sterium
Shakespeare: Venus and Adonis. Englisch / Deutsch. Übersetzt von Ferdinand
Freiligrath
Projektleitung: Noch bevor Shakespeare die Bühnen Londons eroberte, machte er
Prof. Dr. Christa Jansohn sich mit zwei auf Ovid basierenden Verserzählungen (Venus and
Stichwörter: Adonis, The Rape of Lucrece) einen Namen; man pries die Verbin-
William Shakespeare; Fer-
dinand von Freiligrath; Ve- dung von frechem Witz und lyrischer Virtuosität. Venus and Adonis
nus and Adonis handelt von der Liebe der Liebesgöttin zu dem "schüchternen" Ado-
Laufzeit: 1.1.2001 - nis, der bei einem Jagdunfall tragisch ums Leben kommt. Shake-
1.10.2002 speare zieht alle Register der Liebes- und Trauermetaphorik, um
Kontakt:
dieses kleine Drama der antiken Mythologie "zeitgenössisch" neu zu
Prof. Dr. Christa Jansohn
Tel.: 0951/863 2270, gestalten. Die Ausgabe druckt den englischen und den deutschen
Fax: 0951/863 5270, E- Text (in der Übersetzung von Ferdinand Freiligrath) ab. Daran an-
Mail: [Link]@spli schließend folgen Anmerkungen, Literaturhinweise und ein Nach-
[Link] wort. Die Ausgabe wurde 2003 bei Philip Reclam jun. Stuttgart
publiziert.
Publikationen
1. Jansohn, Christa (Hrsg.):
0XX William Shakespeare: Venus and Adonis. Englisch und Deutsch.
Übersetzt von Ferdinand Freiligrath, Erläuterungen und Nachwort von Christa Jansohn .
Stuttgart : Reclam, 2003
Seite 381
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Shakespeares Sonette in deutschen Übersetzungen
Projektleitung: Im Mittelpunkt dieses Projekts steht eine annotierte Bibliographie
Prof. Dr. Christa Jansohn sämtlicher deutscher Übersetzungen von Shakespeares Sonetten.
Eymar Fertig (Bremen) Sie wird im Internet veröffentlicht und fortlaufend aktualisiert wer-
Beteiligte:
Eymar Fertig (Bremen) den. Derzeit (Stand: Frühjahr 2003) umfaßt die Bibliographie über
Dr. Anne-Julia Zwierlein 60 komplette Übertragungen und über 140 Teilübersetzungen. Zu-
Stichwörter: dem werden Kompilationen und eklektische Bearbeitungen ebenso
William Shakespeare; So- berücksichtigt wie auch Aufführungen, Lesungen und Kompositio-
nette
nen. Vorgesehen sind Hypertext-Editionen einiger Übertragungen.
Beginn: 1.7.2001
Förderer:
Eigenfinanzierung
Universität Bamberg
("Frauenfördermittel")
Kontakt:
Prof. Dr. Christa Jansohn
Tel.: 0951/863 2270,
Fax: 0951/863 5270, E-
Mail: [Link]@spli
[Link]
Publikationen
1. Jansohn, Christa (Hrsg.):
0XX Datenbank: Gesamtbibliographie Shakespeares Sonette in
Deutschland . Bamberg : Bamberg, 2002. - 250 Seiten.
Studium Prinz Albert: Prince Albert’s Schoolroom and University Notes
Projektleitung: Auswertung und Interpretation von Prinz Alberts Mitschriften wäh-
Franz Bosbach (Bayreuth) rend seines Bonner Studiums (1837/38) aus den Royal Archives,
Beteiligte: gefächert nach: Rechtsstudium, Philosophie, Staatswirtschaft,
Thomas Betzweiser (Bay-
reuth) Kunstgeschichte, Geschichte, Harmonielehre. Dabei soll bei der Be-
Franz Bosbach (Bayreuth) arbeitung Wert gelegt werden auf: 1.) allgemeine Wissenschafts-
Amalie Fößel (Bayreuth) entwicklung des Faches, Fachsitutation an der Universität Bonn
Dieter Fricke (Bayreuth) 1837/38; 2.) Thema und Inhalt der Veranstaltung; 3.) Quelle: Aus-
Christian Hecht (Erlangen)
gewählte Passagen in Transkription und mit Anmerkungen. Zusätz-
Christa Jansohn (Bam-
berg) lich wird erforscht: 1) die Englischkenntnisse des Prinzen Albert; 2.)
Diethelm Klippel (Bay- Studienplanung und Studiengestaltung; 3.) Albert und die englische
reuth) Verfassung
Lutz Koch (Bayreuth)
Hans-Christof Kraus (Bay-
reuth)
Dieter Mehl (Bonn)
Stichwörter:
Recht, Philosophie, Wirt-
schaft, Geschichte, Musik,
Englisch, Planung, Verfas-
sung, Studienplanung und
Gestaltung, Englische
Sprache
Beginn: 1.12.2003
Förderer:
Eigenfinanzierung, Prinz
Albert Gesellschaft
Seite 382
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
The Reception of British Authors in Europe: D.H. Lawrence
Projektleitung: As part of this series, Continuum Press will be publishing a collection
Prof. Dr. Christa Jansohn of essays covering the European reputation of D.H. Lawrence.
Mehl, Dieter
Beteiligte:
Mara Kalnins
Stefana Rousenova
Anna Grmelova
Dorrit Einersen
Marie Friis Kelstrup
Arnt Lykke Jakobsen
Ginette Roy
Michele Troy
Prof. Dr. Christa Jansohn
Dieter Mehl
Pericles Tangas
Peter Preston
Stefania Michelucci
Peter Fjagesund
Fiona Becket
Isabel Fernandes
Natalya Reinhold
Jacqueline A. Hurtley
Anne Odenbring
Stichwörter:
D.H. Lawrence, Baltic, Bul-
garia, Czech Republic,
Denmark, France, Germa-
ny, Greece, Great Britain,
Italy, Norway, Poland,
Portugal, Russia, Spain,
Sweden
Beginn: 1.1.2003
Förderer:
Continuum Press (London
and New York)
Seite 383
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Varianten - Variants - Variantes
Projektleitung: Seit der Antike sind Werke der Literatur, Philosophie, Musik und bil-
Prof. Dr. Christa Jansohn denden Kunst in varianten Fassungen überliefert. Obwohl das Pro-
Plachta, Bodo (Amster- blem der Varianten in der praktischen Editionsarbeit seit jeher eine
dam)
Beteiligte: wichtige Rolle spielt, ist das Phänomen Variante noch nie systema-
Bernhard R. Appel (Düs- tisch erforscht und dargestellt worden. Außerdem findet sich in der
seldorf) Forschungsliteratur kaum ein interdisziplinärer Ansatz. In dem Band
Ingrid Bennewitz (Bam- (erscheint beim Ercih Schmidt Verlag, Berlin) werden Literaturwis-
berg)
senschaftler, Kunsthistoriker, Musikwissenschaftler, Philosophen
Ian Donaldson (Cam-
bridge) und Historiker die Variante aus möglichst vielen Perspektiven in Au-
Anthony Edwards (Victoria genschein nehmen. Die zentrale Frage wird sein, worin die herme-
BC) neutische und kulturelle Bedeutung von Varianten liegt. An
Paul Eggert (Canberra exemplarischen Beispielen aus zahlreichen Epochen wird die Frage
ACT)
Wolfram Groddeck (Basel)
nach der Variante, ihre Bedeutung und Problematisierung theore-
Achim Hubel (Bamberg) tisch und praktisch neudurchdacht.
Dirk Van Hulle (Antwer-
pen)
Christian Janss (Oslo)
Volker Kaukoreit (Wien)
Arthur Kinney (Amherst)
Rainer Moritz (Hamburg)
Barbara Mowat (Washing-
ton, D.C.)
Rüdiger Nutt-Kofoth
(Hamburg)
Barbara Ravelhofer (Cam-
bridge)
Sigrid Rieuwerts (Mainz)
Annette Sell (Bochum)
Klaus van Eickels (Bam-
berg)
Klaus Wachtel (Münster)
Michael Wheeler (Surrey)
Otto Zwierlein (Bonn)
Stichwörter:
Variante, Kollation, New
Philology, Shakespeare,
Zensur, Byron, Homer, Fa-
bio Chigi, Jonson, Conrad,
Hegel, Städtebau, musika-
lische Variation, Zensur,
Bibel, Neidhard, Deut-
sches Mittelalter, mittel-
englische Literatur,
Beckett, Goethe, Gypsy
songs.
Beginn: 1.1.2003
Förderer:
Lehrstuhlmittel, Ministeri-
um, Vrije Universiteit Am-
sterdam
Seite 384
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Venus und Adonis in Deutschland
Projektleitung: Studie zur Rezeptionsgeschichte von Shakespeares Venus and Ado-
Prof. Dr. Christa Jansohn nis in Deutschland von den Anfängen bis zur Gegenwart in Überset-
Stichwörter: zung, fiktionalen Werken, auf der Bühne, in der bildenden Kunst und
kulturelle Aneignung, Büh-
nengeschichte, bildende der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.
Kunst, Roman, Überset-
zung
Beginn: 1.1.2004
Förderer:
Eigenfinanzierung
Projektunabhängige Publikationen
1. Jansohn, Christa: Zu Schopenhauers
0XX Einfluß auf D.H. Lawrence . In: Arcadia 21 (1986),
S. 263-275
2. Jansohn, Christa: Lawrence’s Book of French Verse . In: Notes and Queries 36 (1989),
S. 201-202
3. Jansohn, Christa: Nicolaus Delius. Einige Lebensdaten . In: Englisches Seminar Bonn
(Hrsg.) : In Memoriam Nicolaus Delius (Akademische Gedenkfeier Bonn 15. November
1988). Bonn : Bouvier, 1989, S. 34-37.
4. Jansohn, Christa: Zitat und Anspielung im Frühwerk von D.H. Lawrence . Münster : LIT,
1990 (Studien zur englischen Literatur Bd. 1) . - 298 Seiten.
5. Jansohn, Christa: D.H. Lawrence and the Insel-Verlag . In: Archiv für das Studium der
neueren Sprachen und Literaturen 227 (1990), S. 38-60
6. Jansohn, Christa: Books, Music and Painting in A Collier’s Friday Night . In: Cahiers Victo-
riens et Edouardiens 32 (1990), S. 61-79
7. Jansohn, Christa: Zum 150sten Todestag Dorothea Tiecks. Bisher unveröffentlichte Proben
ihrer Sonettübersetzung . In: Shakespeare-Jahrbuch (1991), S. 181-196
8. Jansohn, Christa: Die D.H. Lawrence-Ausgabe der Cambridge University Press . In: editio.
Internationales Jahrbuch für Editionswissenschaften 5 (1991), S. 199-212
9. Jansohn, Christa: Ludwig Tiecks Übersetzung von Shakespeares Sonetten 1 und 2 in MS
Add 69 866; British Library . In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Litera-
turen 228 (1991), S. 86-89
10. Jansohn, Christa: D.H. Lawrence and his German Translators . In: The D.H. Lawrence Re-
view 23 (1991), S. 157-166
11. Jansohn, Christa: Titelrevision und Zitat bei D.H. Lawrence: I’m not good at titles .
In: Anglia 109 (1991), S. 44-59
12. Jansohn, Christa: Shakespeares Sonette in der Übersetzung Dorothea Tiecks. Kritisch her-
ausgegeben von Christa Jansohn . Tübingen : Francke, 1992. - 371 Seiten.
13. Jansohn, Christa: Die ersten deutschen Sonettübersetzungen: 1787-1840. Eine Anthologie
. In: Mehl, Dieter ; Weiß, Wolfgang (Hrsg.) : Shakespeares Sonette in europäischen Per-
spektiven. Münster : LIT, 1993, S. 243-280. (Studien zur englischen Literatur Bd. 5)
14. Jansohn, Christa (Hrsg.): William Shakespeare: A Lover’s Complaint. Deutsche Überset-
zungen von 1787 bis 1894. Herausgegeben und eingeleitet von Christa Jansohn. Mit einem
Vorwort von Wolfgang Weiß . Berlin : Erich Schmidt, 1993
15. Jansohn, Christa: Literaturen in englischer Sprache. Eine Bibliographie . Bonn : Englisches
Seminar, 1994. - 56 Seiten.
Seite 385
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
16. Jansohn, Christa: Ludwig Tieck as the Champion of Shakespeares Apocrypha in Germany .
In: Cahiers Elisabéthains 48 (1995), S. 45-51
17. Jansohn, Christa: The Making of a National Poet: Shakespeare, Carl Joseph Meyer and the
German Bookmarket in the 19th Century . In: Modern Language Review 90 (1995), S. 545-
555
18. Jansohn, Christa: Damit die Rose Schönheit nie verdorrt: Christa Schuenkes neue Gesamt-
übersetzung der Shakespeareschen Sonette . In: Archiv für das Studium der neueren Spra-
chen und Literaturen 232 (1995), S. 317-334
19. Jansohn, Christa ; Mehl, Dieter (Hrsg.): D.H. Lawrence: The Woman Who Rode Away and
Other Stories . Cambridge : Cambridge University Press, 1995 (The Cambridge Edition of
the Letters and Works of D.H. Lawrence) . - 488 Seiten.
20. Jansohn, Christa: Verse, die zeitlos, ewig sich erhalten: Johannes Schlafs Übersetzung der
Shakespeare-Sonette . In: Shakespeare-Jahrbuch 131 (1995), S. 154-165
21. Jansohn, Christa: Was sollen Anglisten und Amerikanisten lesen? Berlin : Erich Schmidt,
1995
22. Jansohn, Christa: Was Ihr Wollt: Liebeswirrwar, Melancholie und Schabernack in der Zwölf-
ten Nacht . In: Günther, Frank, Übersetzer (Hrsg.) : Shakespeares Zwölfte Nacht.
München : dtv, 1996, S. 270-292.
23. Jansohn, Christa: From private to public evil: Or from the wicked woman in Arden of Fa-
versham to Alexander Goehr’s opera Arden Must Die . In: Maguin, Jean-Marie (Hrsg.) :
Comment le mal vient aux hommes. Paris : Société Francaise Shakespeare, 1997, S. 59-
76.
24. Jansohn, Christa: So klug wie gütig, so gerecht wie mild: Zum 100. Todestag der ersten
Protektorin der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, Großherzogin Sophie von Sachsen .
In: Shakespeare-Jahrbuch 133 (1997), S. 180-190
25. Jansohn, Christa: Liebe ist nicht der Narr der Zeit: Zum Wieland-Übersetzungspreis an
Christa Schuenke . In: Shakespeare-Jahrbuch 134 (1998), S. 333-334
26. Jansohn, Christa (Hrsg.): Das Buch zum Buch . Leipzig : Reclam, 1998. - 260 Seiten.
27. Jansohn, Christa: Oft hatt’ ich dich als Muse angefleht: Sophie Zipora Heidens Übersetzung
der Shakespeare-Sonette . In: Shakespeare-Jahrbuch 134 (1998), S. 154-163
28. Jansohn, Christa: Annotation as Cultural Activity, or Re-Constructing the Past for the Pre-
sent . In: Jansohn, Christa (Hrsg.) : Problems of Editing. Tübingen : Niemeyer, 1999,
S. 212-224.
29. Jansohn, Christa: D.H. Lawrence in Germany, Austria and Switzerland: A Checklist of
Works by an about him, 1970-1996 . In: The D.H. Lawrence Review 28 (1999), S. 55-74
30. Jansohn, Christa (Hrsg.): D.H. Lawrence: The First and Second Lady Chatterley Novels.
Part I: First Version . Cambridge : Cambridge University Press, 1999 (The Cambridge Edi-
tion of the Letters and Works of D.H. Lawrence) . - 690 Seiten.
31. Jansohn, Christa (Hrsg.): Problems of Editing. Beihefte zu editio . Tübingen : Niemeyer,
1999 (Internationales Jahrbuch für Editionswissenschaften Bd. 14)
32. Jansohn, Christa: Zweifelhafter Shakespeare. Zur Geschichte der Shakespeare-Apokry-
phen und ihrer Rzeption von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert . Münster : LIT,
2000 (Studien zur englischen Literatur Bd. 11)
33. Jansohn, Christa (Hrsg.): Shakespeare-Jahrbuch . Bochum : Kamp, 2000
34. Jansohn, Christa ; Mehl, Dieter (Hrsg.): Archiv für das Studium der neueren Sprachen und
Literaturen: anglistischer Teil . Berlin : Erich Schmidt, 2000
Seite 386
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
35. Jansohn, Christa: Titelprobleme in der anglistischen Literatur- und Übersetzungswissen-
schaft . In: Sprachkunst. Beiträge zur Literaturwissenschaft 31 (2000), S. 339-355
36. Jansohn, Christa: Die einen rein - die anderen raus: Kanonbildung und Rezeption einiger
(pseudo)-Shakespearescher Gedichte . In: Germanisch-Romanische Monatsschrift 50
(2000), S. 135-154
37. Zwierlein, Anne-Julia: Queen Mab under the Microscope: The Invention of Subvisible
Worlds in Early Modern Science and Poetry . In: Frenk, Joachim (Hrsg.) : Spatial Change
in English Literature. Trier : WVT, 2000, S. 69-97.
38. Zwierlein, Anne-Julia: ’A World Without Monuments’: Erinnerung, Erfindung und mythi-
sches Erleben in Derek Walcotts Epos Omeros (1990) . In: von Jagow, Bettina (Hrsg.) : To-
pographie der Erinnerung: Mythos im strukturellen Wandel. Würzburg : Königshausen &
Neumann, 2000, S. 109-128.
39. Zwierlein, Anne-Julia: Nach der Postmoderne? Von der Rückkehr des Vaters in der Fäl-
schung . In: Hochadel, Oliver ; Kocher, Ursula (Hrsg.) : Lügen und Betrügen: Das Falsche
in der Geschichte von der Antike bis zur Moderne. Köln : Böhlau, 2000, S. 239-256.
40. Zwierlein, Anne-Julia: ’Bless the Thief for he Lightens your Burden’: Fälschung und Sub-
jektkonstitution in Peter Ackroyds Chatterton (1987) und Alan Walls Bless the Thief (1997)
. In: Poetica 32 (2000), S. 499-526
41. Jansohn, Christa ; Mehl, Dieter (Hrsg.): Archiv für das Studium der neueren Sprachen und
Literaturen . Berlin : Erich Schmidt, 2001
42. Jansohn, Christa (Hrsg.): Cupido lag im Schlummer einst. Drei neue Übersetzungen von
Shakespeares Sonetten. Historisch-kritische Ausgabe . Tübingen : Stauffenburg, 2001. -
356 Seiten.
43. Jansohn, Christa: Shakespeare-Jahrbuch . Bochum : Kamp, 2001
44. Jansohn, Christa: Gustav Adolf Schölls unveröffentlichte Übersetzungen von Shakespeares
Sonetten im Goethe-Schiller-Archiv, Weimar . In: Archiv für das Studium der neueren
Sprachen und Literaturen 238 (2001), S. 330-337
45. Zwierlein, Anne-Julia: Majestick Milton: British Imperial Expansion and Transformations of
Paradise Lost, 1667-1837 . Münster : LIT, 2001 (Studien zur englischen Literatur Bd. 13)
. - 502 Seiten.
46. Zwierlein, Anne-Julia: Majestick Milton: British Imperial Expansion and Transformations of
Paradise Lost, 1667-1837 . In: English and American Studies in German 2000: Summaries
of Theses and Monographs. A Supplement to Anglia (2001), S. 62-66
47. Zwierlein, Anne-Julia: Anglistik und Britische Kultur . Bamberg : Britische Kultur, 2001. -
11 Seiten.
48. Jansohn, Christa (Hrsg.): Shakespeare-Jahrbuch . Bochum : Kamp, 2002
49. Jansohn, Christa: Theatricality in Venus adn Adonis and Its Staging in Germany (1994-
1998) . In: Cahiers Elisabéthains 61 (2002), S. 31-41
50. Jansohn, Christa: Preface . In: Jansohn, Christa (Hrsg.) : Companion to the New Litera-
tures in English. Berlin : Erich Schmidt, 2002, S. 5-16.
51. Jansohn, Christa (Hrsg.): Datenbank: Gesamtbibliographie Shakespeares Sonette in
Deutschland . Bamberg : Bamberg, 2002. - 250 Seiten.
52. Jansohn, Christa (Hrsg.): Companion to the New Literatures in English . Berlin : Erich
Schmidt, 2002. - 232 Seiten.
53. Jansohn, Christa: Shakespeare on the Internet . Bamberg : Bamberg. 2002. - Forschungs-
bericht. 9 Seiten
Seite 387
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
54. Jansohn, Christa ; Mehl, Dieter (Hrsg.): Archiv für das Studium der neueren Sprachen und
Literaturen . Berlin : Erich Schmidt, 2002
55. Zwierlein, Anne-Julia: Thomas Campion . In: Kreutzer, Eberhard ; Nünning, Ansgar (Hrsg.)
: Metzler Lexikon englischsprachiger Autorinnen und Autoren. Stuttgart : Metzler, 2002,
S. 95.
56. Zwierlein, Anne-Julia: Lebenselixier oder Hormontherapie? Anti-Ageing von der Frühen
Neuzeit bis heute . Bamberg : Bamberg. 2002 (3). - Interner Bericht. 40-41 Seiten (Uni-
vers)
57. Zwierlein, Anne-Julia: ’Civil War in the Mind’: Margaret Cavendishs atomare und utopische
Innenwelten . In: Zwierlein, Anne-Julia ; Olk, Claudia (Hrsg.) : Innenwelten vom Mittelalter
zur Moderne: Interiorität in Literatur, Bild und Psychologiegeschichte. Trier : WVT, 2002,
S. 95-110.
58. Zwierlein, Anne-Julia: Satan’s Ocean Voyage and Eighteenth-Century Seafaring Trade .
In: Klein, Bernhard (Hrsg.) : Fictions of the Sea: Critical Perspectives on the Ocean in Bri-
tish Literature and Culture. Aldershot : Ashgate, 2002, S. 49-76.
59. Zwierlein, Anne-Julia ; Olk, Claudia: Innenwelt, Gedächtnistheater, Seelenlandschaft. Zur
Einführung . In: Zwierlein, Anne-Julia ; Olk, Claudia (Hrsg.) : Innenwelten vom Mittelalter
zur Moderne: Interiorität in Literatur, Bild und Psychologiegeschichte. Trier : WVT, 2002,
S. 9-20.
60. Zwierlein, Anne-Julia ; Olk, Claudia (Hrsg.): Innenwelten vom Mittelalter zur Moderne: In-
teriorität in Literatur, Bild und Psychologiegeschichte . (Innenwelten Münster November
2000) Trier : WVT, 2002. - 292 Seiten.
61. Zwierlein, Anne-Julia: Pandemonic Panoramas: Surveying Milton’s ’vain empires’ in the
Long Eighteenth Century . In: Parry, Graham ; Raymond, Joad (Hrsg.) : Milton and the
Terms of Liberty. Woodbridge : Boydell & Brewer, 2002, (Studies in Renaissance Literature
Bd. 7), S. 191-214.
62. Zwierlein, Anne-Julia: Old Age and Ageing in British and American Literature and Culture:
Konferenz des Bamberger Centre for British Studies (CBS) am 3./4. Mai 2002 . In: Anglistik
13 (2002), S. 180-181
63. Jansohn, Christa: What do you read my lord? Books and Reading in English Literature .
In: Gremelova, Anna ; Farrell, Mark (Hrsg.) : Prague Conference on Linguistics and Literary
Studies: Proceedings. Prag : Prag, 2003, S. 86-100.
64. Jansohn, Christa: Nachruf: Thomas Brasch (1945-2001) . In: Shakespeare-Jahrbuch 139
(2003), S. 331-333
65. Jansohn, Christa (Hrsg.): William Shakespeare: Venus and Adonis. Englisch und Deutsch.
Übersetzt von Ferdinand Freiligrath, Erläuterungen und Nachwort von Christa Jansohn .
Stuttgart : Reclam, 2003
66. Jansohn, Christa ; Mehl, Dieter (Hrsg.): Archiv für das Studium der neueren Sprachen und
Literaturen . Berlin : Erich Schmidt, 2003
67. Jansohn, Christa: She’s love, she loves, and yet she is not lov’d: Analyse und Deutung von
Shakespeares Gedicht Venus and Adonis . In: William Shakespeare: Venus and Adonis.
Stuttgart : Reclam, 2003, S. 87-139.
68. Jansohn, Christa: The Shakespeare Apocrypha: A Reconsideration . In: English Studies 84
(2003), S. 318-329
69. Jansohn, Christa: Geht das überhaupt? Venus und Adonis auf der Bühne. Christa Jansohn
im Gespräch mit Christian Kaiser . In: Anglistik 14 (2003), Nr. 1, S. 71-76
70. Jansohn, Christa: Now, sir, what is your text? Alte und neue Shakespeare-Ausgaben .
In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 240 (2003), S. 20-41
Seite 388
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
71. Jansohn, Christa (Hrsg.): In the Footsteps of Queen Victoria: Wege zum viktorianischen
Zeitalter . (Ringvorlesung: In the Footsteps of Queen Victoria Bamberg WS 2002/03)
Münster : LIT, 2003 (Studien zur englischen Literatur Bd. 15) . - 342 Seiten.
72. Jansohn, Christa (Hrsg.): Shakespeare-Jahrbuch . Bochum : Kamp, 2003
73. Zwierlein, Anne-Julia: ’Chuck Loyola’: James Joyces Exorzismus der Ejercicios Espirituales
in "Grace", A Portrait of the Artist as a Young Man und Ulysses . In: Arcadia: Zeitschrift für
Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft 38 (2003), S. 77-98
74. Zwierlein, Anne-Julia: Shakespeare vor Gericht: Der Fall Ireland (1795/96) und der ’Geist’
des Autors im 20. Jahrhundert . In: Shakespeare-Jahrbuch 139 (2003), S. 130-145
75. Zwierlein, Anne-Julia: Technologies and Media in the Nineteenth Century: Annual Meeting
of The Northeast . In: Anglistik 14 (2003), S. 203-205
76. Jansohn, Christa (Hrsg.): Old Age and Ageing in British and American Culture and Litera-
ture . (Old Age and Ageing in British and American Culture and Literature Bamberg Mai
2002) Münster : LIT, 2004 (Studien zur englischen Literatur Bd. 16) . - 265 Seiten. ISBN 3-
8258-6065-5
77. Jansohn, Christa ; Maurer, Anny: Positive Ageing through the Lens . In: Jansohn, Christa
(Hrsg.) : Old Age and Ageing in British and American Culture and Literature. Münster : LIT,
2004, S. 231-257.
78. Zwierlein, Anne-Julia: Medea’s Revenge: Francis Bacon on the Prolonging of Life .
In: Jansohn, Christa (Hrsg.) : Old Age and Ageing in British and American Culture and Li-
terature. Münster : LIT, 2004, S. 51-68.
Seite 389
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Anglistik und Amerikanistik mit Schwer-
punkt Amerikanische Literaturwissenschaft
Anschrift: An der Universität 9, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863 2170 Fax.: (0951) 863 5170
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Heiner Bus, M.S.
Kooperationsbeziehungen
Es bestehen zahlreiche Verbindungen zu Wissenschaftlern im eng-
lisch-französisch- und spanischsprachigem Ausland.
Forschungsprojekte
Die ethnischen Literaturen der USA
Projektleitung: Vergleichende Studien zu den ethnischen Literaturen der USA unter
Prof. Dr. Heiner Bus, M.S. besonderer Berücksichtigung der Chicano-Literatur. Eine verglei-
Beginn: 1.3.2000 chende Studie, die mehr als zwei Literaturen berücksichtigt, exi-
Förderer:
Lehrstuhletat und eigene stiert noch nicht.
Mittel Laufzeit des Projektes: Etwa 3 Jahre
Die geplante Publikation baut auf folgende Veröffentlichungen auf:
• "Die Figur des ´Helden´ in Saul Bellows Roman Herzog" (Diss.
Mainz, 1970).
• "Soul Bellow. Mr. Sammler´s Planet", in F. Busch/[Link],
eds. Amerikanische Erzählliteratur 1950-70 (München: Fink, 1975),
170-185.
• "Afro-amerikanische Autobiographien von Frederick Douglass bis El-
dridge Cleaver als Dokumente der Suche nach persönlicher, sozialer
und literarischer Identität", in E. Breitinger, ed. Black Literature
(München:Fink, 1979), 155-179.
• "Saul Bellow. Mr. Sammler´s Planet and Humboldt´s Gift", in Gero
von Wilpert, ed. Lexikon der Weltliteratur. Werke (Stuttgart: Kröner,
1980, 513 und 777.
• " ´Chicano Literature´, die übrigen Minoritätenliteraturen und der
´Mainstream´", in J. Hasler, ed. Anglistentag 1981. Vorträge (Trie-
rer Studien zur Literatur, No. 7) (Frankfurt am Main, 1983), 219-
240.
• "Jean Toomer and the Black Heritage", in G.H. Lenz, ed. History and
Tradition in Afro-American Culture (Frankfurt am Main: Campus,
1984), 56-83.
• "The Presence of Native Americans in Chicano Literature", in J. Oli-
vares, ed. International Studies in Honor of Tomás Rivera (Houston:
Arte Público, 1986), 148-162.
• "John Nichols´ The Milagro Beanfield War (1974): The View from Wi-
thin and /or the View from Without?", in R.v. Bardeleben, D. Briese-
meister, and J. Bruce-Novoa, eds. Missions in Conflict. Essays on
U.S.-Mexican Relations Chicano Culture (Tübingen: G. Narr, 1986),
215-225.
Seite 390
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Materialien zur Chicanoliteratur (Mainz, 19871), (Bamberg, 19902,
19963).
• "The Establishment of Community in Zora Neale Hurston´s The Ea-
tonville Anthology (1926) and Rolando Hinojosa´s Estampas del val-
le (1973)", in G. Fabre, ed. European Perspectives on Hispanic
Literature of the United States (Houston: Arte Público, 1988), 66-81.
• " ´Sophisticated Spontaneity´: The Art of Life in Gary Soto´s Living
Up the Street", The Americas Review 16:3-4 (Fall-Winter 1988),
188-197.
• "´The Only Good Indian Is a Dead Indian´: Stereotypes of Indian
Cultures and Native American Literature in W.D. Snodgrass´s ´Pow-
wow´ (1968) and Ray Young Bear´s ´For the Rain in March: The
Blackened Hearts of Herons´ (1980)", in R.v. Bardeleben, ed. Wege
amerikanischer Kultur. Ways and Byways of American Culture
(Frankfurt am Main: Lang, 1989), 261-278.
• "Chicano Literature of Memory: Sandra Cisneros. The House on Man-
go Street (1984) and Gary Soto. Living Up the Street. Narrative Re-
collections (1985)", in W. Karrer and H. Lutz, eds. Minority
Literatures in North America (Frankfurt am Main: Lang, 1990), 129-
142.
• "Die Chicanoliteratur und die ´Chicano Renaissance´in ihrem dritten
Jahrzehnt", Hispanorama 54 (1990), 1-7.
• "Individual versus Collective Identity and the Idea of Leadership in
Sherwood Anderson´s Marching Men (1917) and Rudolfo Anaya´s
Heart of Aztlán (1976)", in C.A. González-T., ed. Rudolfo A. Anaya.
Focus on Criticism (La Jolla: Lalo, 1990), 113-131.
• "Gender Roles and the Emergence of a Writer in Denise Chávez´ The
Last of the Menu Girls (1986)", in R.v. Bardeleben, ed. Gender, Self,
and Society (Frankfurt am Main: Lang, 1993), 277-286.
• "Rescuing the Past with a Difference: Nostalgia in Chicano Poetry",
in J. Béranger, J. Cazemajou, J.-M. Lacroix and Pierre Spriet, eds.
Ecrire la difference. Interculturalism and the Writing of Difference
(Bordeaux: Université Michel Montaigne-Bordeaux III. Editions de la
Maison des Pays Iberiques, 1993), 233-241.
• "Zentrum und Peripherie: Chicanoliteratur 1959-1993", in H. Bus
und A. Castillo, eds. Recent Chicano Poetry/Neueste Chicano-Lyrik,
(Bamberger Editionen) (Bamberg, 1994), 7-21.
• Heiner Bus." ´i too was of that small corner of the world´ : The
Cross-Cultural Experience in Ana Castillo´s The Mixquiahuala Letters
(1986)", The Americas Review 21:3-4 (Fall-Winter 1993), 128-138.
• "The Power of Stereotypes. The Image of Spain in Herman Melville´s
Benito Cereno (1854) and Nash Candelaria´s Memories of the Al-
hambra (1977)", in U.J. Hebel and K. Ortseifen, eds. Transatlantic
Encounters. Studies in European-American Relations (Trier: Wissen-
schaftlicher Verlag, 1995), 193-206.
• "Is There a Signifyin(g) Monkey in Chicano Literature?" in E. Benja-
min-Labarthe, Y.-Ch. Grandjeat, Ch. Lerat, eds. Actes du VIe Con-
grès Européen Cultures d´Amérique Latin aux Etats-Unis. CLAN-
CNRS: Confrontation et métissages (Bordeaux: Université Michel de
Montaigne-Bordeaux III. Editions de la Maison des Pays Ibériques,
1995), 291-306.
• "Chicanoliteratur", in H. Zapf, ed. Geschichte der amerikanischen Li-
teratur (Stuttgart: Metzler, 1996).
Seite 391
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• "Jewish-American Literature", in H. Zapf, ed. Geschichte der ameri-
kanischen Literatur (Stuttgart: Metzler, 1996)
• "Asian-American Literature", in H. Zapf, ed. Geschichte der amerika-
nischen Literatur (Stuttgart: Metzler, 1996).
• " ´all i am and all i know is rooted in your streets´: Women in the
Barrio Streets as Depicted in Recent Chicana Prose and Poetry" (Pa-
ris, 1996).
• " ´I/woman give birth: and this time to myself´.The Repression and
Expression of Female Sexuality in the Alma Luz Villanueva´s Novels
The Ultraviolet Sky (1988) and Naked Ladies (1994)", Revue Fran-
çaise d´Etudes Americaines (1996).
Projektunabhängige Publikationen
1. Bus, Heiner: "’Slippery 0XX
National Identities’ in Europe and the U.S." Ed. Rob Kroes .
In: Straddling Borders: The American Resonance in Transnational Identities. Amsterdam :
VU UP, 2004, S. 115-123.
2. Bus, Heiner: "’White Slaves, African Masters?’: Die Berichte amerikanischer und europäi-
scher Seeleute über Formen des unfreiwilligen Kulturkontaktes in den nordafrikanischen
Randgebieten des Osmanischen Reiches" Ed. Thomas Beck, Marília dos Santos Lopes, Chri-
stian Rödel . In: Barrieren und Zugänge: Die Geschichte der Europäische Expansion.
Wiesbaden : Harrassowitz, 2004, S. 177-194.
3. Bus, Heiner: "Ageing in Recent Jewish-American Literatur." Ed. Christa Jansohn . In: Old
Age and Ageing in British and American Culture and Literatur. Münster : LIT, 2004, S. 173-
187.
Seite 392
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Didaktik der Englischen Sprache und Literatur
Anschrift: An der Universität 9, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2164
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Dr. Isolde Schmidt, Akad.
Oberrätin
wiss. Mitarbeiterin:
Carmen Scholz
Forschungsschwerpunkte
• Literaturdidaktik
• Fehleranalyse
Forschungsprojekte
Shakespeare im Leistungskurs Englisch
Projektleitung: Zielsetzung des Forschungsprojektes: Erkundung der Unterrichts-
Dr. Isolde Schmidt, Akad. wirklichkeit in Bezug auf folgende Fragen:
Oberrätin
Stichwörter: • Bringen die Schüler Shakespeare als Lerninhalt Interesse entgegen?
Literaturdidaktik; Eng- • Welcher Art ist dieses Interesse?
lischunterricht; Shake- • Wie wird Shakespeare im Unterricht vermittelt?
speare • Bestehen Beziehungen zwischen den methodischen Vorgehenswei-
Beginn: 1.10.1999
Kontakt: sen im Unterricht und Art und Grad des Interesses der Schüler?
Dr. Isolde Schmidt, Akad. • Unterscheiden sich Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihres Inter-
Oberrätin esses für Shakespeare? Wirken bestimmte methodische Vorgehens-
Tel.: 0951/863 2164, E- weisen bei Schülerinnen und Schülern unterschiedlich hinsichtlich
Mail: [Link]@split
der Förderung von Interesse?
.[Link]
Um dies zu erforschen, wurde, basierend auf dem theoretischen In-
teressenkonstrukt der Münchner Gruppe um Schiefele und Krapp
und unter Einbeziehung der Forschungen von Deci/Ryan zu intrinsi-
scher bzw. extrinsischer Motivation, ein Fragebogen konstruiert, der
es erlaubt, unterschiedliche Dimensionen von Interesse in ihren je-
weiligen Ausprägungen zu erfassen und zu messen und diese mit
unterschiedlichen methodischen Vorgehensweisen in Beziehung zu
setzen. Dieser quantitative Forschungsansatz wurde durch einen
qualitativen Ansatz (Leitfadeninterviews) ergänzt.
Das Projekt wurde inzwischen abgeschlossen und die daraus resul-
tierende Arbeit im Sommer 2003 von der Universität Erlangen-
Nürnberg als Dissertation angenommen. Die Dissertation wurde mit
dem Lilli-Bechmann-Rahn-Preis, dem Promotionspreis der beiden
Philosophischen Fakultäten und der Erziehungswissenschaftlichen
Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg, ausgezeichnet.
Publikationen
1. Schmidt, Isolde: Literaturunterricht
0XX unter geschlechtsspezifischer Perspektive .
In: Heimbach-Steins, Marianne ; Kerkhoff-Hader, Bärbel ; Ploil, Eleonore ; Weinrich, Ines
(Hrsg.) : Genderforschung in Bamberg. Bamberg : Universität Bamberg, 2003, (For-
schungsforum Bd. 11), S. 110-113.
Seite 393
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Schmidt, Isolde: Methodische Vorgehensweisen und Schülerinteresse . In: Schabert, Ina
(Hrsg.) : Shakespeare Jahrbuch. Bd. 140. Bochum : Kamp, 2004, S. 198-211.
3. Schmidt, Isolde: Shakespeare im Englischunterricht: Ein empirisches Forschungsprojekt
als Beitrag zu einem Dialog zwischen Literaturdidaktik und Literaturunterricht .
In: Bredella, Lothar ; Delanoy, Werner ; Surkamp, Carola (Hrsg.) : Literaturdidaktik im
Dialog. Tübingen : Narr, 2004, (Gießener Beiträge zur Fremdsprachendidaktik), S. 269-
288.
4. Schmidt, Isolde: Shakespeare im Leistungskurs Englisch: Eine empirische Untersuchung .
Frankfurt/Main : Lang, 2004 (Anglo-amerikanische Studien Bd. 25) . Zugl.: Erlangen-
Nürnberg, Universität, Diss., 2003. - XII, 436 Seiten.
Projektunabhängige Publikationen
1. Schmidt, Isolde: "Potenzierte
0XX Fremdheit": fremdsprachliche literarische Texte als didakti-
sche Herausforderung auf dem Weg zu interkultureller Kompetenz . In: Miteinander, nicht
nebeneinander: Plädoyer für einen veränderten Unterricht im Rahmen interkultureller
sprachlicher Bildung. Bamberg : Lehrstuhl Didaktik der Dt. Sprache und Literatur, 2000,
(Literatur und Sprache - didaktisch Bd. 15), S. 39-71.
2. Schmidt, Isolde: Fachdidaktische Ausbildung im Fach Englisch an der Universität Bamberg
- von den Anfängen bis heute . In: Viereck, Wolfgang (Hrsg.) : 25 Jahre Lehrstuhl für Eng-
lische Sprachwissenschaft und Mediävistik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Bamberg :
Universität Bamberg, 2003, S. 25-26.
Seite 394
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Romanistik
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Die Bamberger Romanistik ist mit insgesamt fünf C-Stellen ausgestattet, davon zwei zur Etati-
sierung vorgesehene Fiebiger-Professuren. Das Profil ist komparatistisch bzw. sprachverglei-
chend und umfasst sowohl historisch-philologische als auch auf Intermedialität/Interkulturalität
ausgerichtete Ansätze und Forschungsgebiete. Die Romanistik ist am interdisziplinären BA/MA-
Studiengang "Medieval Studies" beteiligt.
Forschungsschwerpunkte, forschungsrelevante apparative Ausstattung, Kooperati-
onsbeziehungen, Wissenschaftliche Tagungen
Hierzu vergleiche die Darstellungen der einzelnen Lehrstühle/Professuren!
Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2147 Fax.: (0951) 863-2149
Leitung: Errichtung des Lehrstuhls: 1977
Prof. Dr. Martin Haase
[Leitung bis 31.03.2002: Lehrstuhlinhaberin von 1978 bis 2002: Prof. em. Dr. Annegret
Prof. em. Dr. Annegret Bollée
Bollée]
Lehrstuhlinhaber seit 2002: Prof. Dr. Martin Haase
wiss. Mitarbeiter:
Philipp Burdy, M.A. Wissenschaftliche Mitarbeiter:
Cordula Voigts, M.A.
Angestellte: • Philipp Burdy, M.A.
Monika Fiedler • Rafael Sánchez Nitzl, M.A.
• Cordula Voigts, M.A.,
Lektoren:
• Marco Depietri
• Luca Formiani
• Judith Garrido Kachinosky
• Lorena Silos Ribas
• Danièle Talata, Docteur-ès-lettres (Lyon, Frankreich)
• Davide Turello
Forschungsschwerpunkte
• Sprachtypologie: die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus,
insbesondere der romanischen Sprachen und ihrer Kontaktsprachen,
Sprachcharakteristik, Sprachvergleich
• Kontaktlinguistik: wie verändert sich Sprache unter den Bedingun-
gen von Mehrsprachigkeit? Im Vordergrund steht der Kontakt zwi-
schen romanischen und nicht-romanischen Sprachen, aber auch der
Kontakt von romanischen Sprachen untereinander (besonders zwi-
schen einer Standardsprache und lokalen Dialekten) wird behandelt.
• Sprachgeschichte: Sprachveränderungsprozesse, geplante Eingriffe
und ungeplante Entwicklung, Zusammenwirken von äußerer und in-
nerer Sprachgeschichte
• Varietätenlinguistik: Sprachvariation, Dialekt-Standard-Dynamik
• Pragmatik: Sprachverwendung, Deixis
• Optimalitätstheorie (als Metatheorie für eine typologisch-orientierte
Phonologie)
Seite 395
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veröffentlichungsreihen
Kreolische Bibliothek
Forschungsprojekte
Destinazione Italia, Get ready for Italy
Projektleitung: Ziel des Projekts ist die Erstellung eines individuell konfigurierbaren,
Prof. Dr. Martin Haase frei im Web verfügbaren Online-Lernangebots für Italienisch mit ak-
Sartori, Antonella tuellen Zeitungstexten und audiovisuellen Materialien zum Selbst-
Beteiligte:
Barbara Bruzzone lernen und zur Verwendung in Lehrveranstaltungen.
Marco Depietri Projektziel ist neben der Inhaltserstellung vor allem der Transfer
Lessle, Christine
von Erfahrungen aus der universitären Fremdsprachausbildung in
Martin Mai
Davide Turello ein innovatives Lernsystem, das die Studenten durch maßgeschnei-
Stichwörter: derte Lernwege befähigt, mehr als einen Blick über die Grenzen
Italienisch;Fachdidak- nach Italien zu werfen.
tik;Sprachenlernen
Laufzeit: 1.8.2002 - Dem Lernenden wird mit Themen aus den Bereichen Gesellschaft,
31.8.2005 Wirtschaft, Architektur Italien in seinen wichtigsten Facetten vorge-
Förderer: stellt.
Europäischer Sozialfonds
Mitwirkende Institutio- Verschiedenartige, abwechslungsreiche Übungen zu Wortschatz,
nen: Grammatik und schriftlichem Ausdruck erlauben dem Nutzer, schon
Universität Regensburg vorhandene gute Sprachkenntnisse zu verfestigen und zu vertiefen.
Kontakt: Dabei soll auch seine Sensibilisierung für sprachliche und kulturelle
Martin Mai
Tel.: (0951) 863-2153, Phänomene und damit seine interkulturelle Kompetenz erhöht wer-
Fax: (0951) 863-1191, E- den.
Mail: [Link]@[Link]
Die Realisierung erfolgt auf Basis von Open-Source Komponenten.
-[Link]
Technische Kernkomponente ist dabei neben einem Lernmanage-
ment-System ein elektronisches Textkorpus für die linguistischen
Inhalte.
Die alpinen Varietäten des Okzitanischen im Kontakt mit dem Französischen, Ita-
lienischen und Piemontesischen
Projektleitung: Im Rahmen des Dissertationsvorhabens von Cordula Voigts, M.A.
Prof. Dr. Martin Haase werden die alpinen Varietäten des Okzitanischen beiderseits der
Beteiligte: französisch-italienischen Grenze untersucht. Dabei stehen kontakt-
Cordula Voigts, M.A.
Stichwörter: linguistische Aspekte im Vordergrund. Außerdem soll eine Beschrei-
Sprachkontakt;Spracht- bung von bislang vernachlässigten Varietäten des Okzitanischen
od;Sprachplanung;Okzita- vorgelegt werden, die massiv vom Sprachtod bedroht sind.
nisch;Italienisch;Französis
ch;Alpen;Sprachgrenze Abschluss der Dissertation: voraussichtlich 2007
Beginn: 1.4.2003
Förderer:
Gesellschaft für bedrohte
Sprachen
Kontakt:
Cordula Voigts, M.A.
Tel.: 0951/863 2150,
Fax: 0951/863 2149, E-
Mail: [Link]@split.
[Link]
Seite 396
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Etymologisches Wörterbuch der Frankokreolsprachen im Indischen Ozean (Dic-
tionnaire étymologique des créoles français de l’océan indien)
Projektleitung: Zwei Bände des Wörterbuchs sind erschienen (1993 und 2000),
Prof. Dr. Annegret Bollée zwei weitere in Vorbereitung.
Beginn: 1.3.1980
Förderer:
DFG (von 1980-1996)
Publikationen
1. Rédaction: Baker, Philip et al. ; Sous la direction de Annegret Bollée: Dictionnaire étymo-
0XX
logique des créoles français de l’Océan Indien. Partie II: Mots d’origine non-française ou
inconnue . Hamburg : Buske, 1993 (Kreolische Bibliothek Bd. 12)
2. Bollée, Annegret: Dictionnaire étymologique des créoles français de l’Océan Indien. Pre-
mière Partie: Mots d’origine française A-D . Hamburg : Buske, 2000 (Kreolische Bibliothek
Bd. 12/1)
Geschichte der spanischen Sprache
Beteiligte: Buchveröffentlichung in der Reihe UNI WISSEN des Klett-Verlags
Prof. Dr. Annegret Bollée 2003
Prof. Dr. Neumann-Holz-
schuh, Ingrid
Laufzeit: 15.10.1999 -
30.9.2003
Sprachkontakt und Sprachplanung im Friaul
Projektleitung: Das Dissertationsvorhaben von Davide Turello beschäftigt sich mit
Prof. Dr. Martin Haase sprachplanerischen Maßnahmen im Friaulischen in der Sprachkon-
Beteiligte: taktsituation mit dem Italienischen in Norditalien.
Davide Turello
Stichwörter:
Sprachkontakt;Sprachpla-
nung;Italien;Friaul;Friau-
lisch
Laufzeit: 1.8.2003 -
31.7.2005
Kontakt:
Davide Turello
Tel.: 0951/863 2218,
Fax: 0951/863 2149, E-
Mail: [Link]@split.
[Link]
Projektunabhängige Publikationen
1. Bollee, Annegret: La restructuration
0XX du pluriel nominal dans les créoles de l’Océan Indien
. In: Etudes Créoles 23 (2000), Nr. 2, S. 25-39
2. Bollee, Annegret: Sprache und Ideologie: Fiktion und Realität des joual . In: Schafroth, E.
et al. (Hrsg.) : Französische Sprache und Kultur in Québec. Hagen : ISL, 2000, S. 55-70.
3. Haase, Martin: Basque et gascon en Basse-Navarre . In: Michel Aurnague & Michel Roché
(Hrsg.) : Hommage à Jacques Allières. Domaines basque et pyréneen.. Anglet : Atlantica,
2002, S. 109-117.
4. Haase, Martin: Mehrschichtiger Sprachkontakt in Malta . In: Bommes, Michael ; Noack,
Christina ; Tophinke, Doris (Hrsg.) : Sprache als Form. Opladen : Westdeutscher Verlag,
2002, S. 101-107. - ISBN 3-531-13891-X
Seite 397
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
5. Haase, Martin: Zur Methode der Sprachtypologie . In: Kanngießer, Siegfried ; Langer, Ha-
gen (Hrsg.) : Theorie des Artikulators. Ein Disput zu Ehren von Wolf Thümmel. Osnabrück :
Rasch, 2002, S. 15-30.
6. Haase, Martin: Baskisch: eine "exotische" Sprache in romanischer Umgebung . In: Eva Gu-
genberger ; Mechtild Blumberg (Hrsg.) : Vielsprachiges Europa Zur Situation der regionalen
Sprachen von der Iberischen Halbinsel bis zum Kaukasus. Frankfurt/Main : Peter Lang
GmbH Europäischer Verlag der Wissenschaften, 2003, (Österreichisches Deutsch. Sprache
der Gegenwart.), S. 71-81. - ISBN 3-631-39708-9
Seite 398
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft
Anschrift: An der Universität 5, 96047 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2143 Fax.: (09 51) 863-2144
E-Mail: [Link]-rentiis@[Link]
Leitung: Der Lehrstuhl wird seit Sommersemester 2002 von Prof. Dr. Dina De
Prof. Dr. Dina De Rentiis Rentiis geleitet.
[Leitung bis 31.03.2002:
Prof. em. Dr. Wolfgang Lehrstuhlinhaber bis SoSe 2002 war Prof. em. Dr. Wolfgang Theile
Theile]
Aktuelle Forschungsschwerpunkte
Wiss. Assistentin:
Bettina Full, M.A. • Mittelalterrezeption und Mittelalter-(Re-)Konstruktion im 18.-20. Jh.
Kollegiat(in): (Wissenschaft, Literatur, Medien)
N.N.
• Romanische Literaturen und Kulturen des Mittelalters und der Frü-
Angestellte:
N.N. hen Neuzeit
Projektmitarbeiter: • Intermedialität und interkulturelle Kommunikation im 20. Jh.
M.A. Petra Bader • Relationen zwischen Literatur und bildender Kunst bzw. Filmkunst
Hilfskräfte/TutorIn- • Erinnerungskulturen / "Geschichte" seit dem 18. Jh.
nen:
Roberto Juris
• Wissenskonstitution und Wissensvermittlung
Margot Weber • Relationen zwischen Rhetorik, Poetik und Ethik
• Theorien und Methoden der Literaturwissenschaft
Ämter und Ehrungen
• Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Mediävistenverbands
(1997-2001 und seit 2003)
• Nachwuchs-Preis für Romanische Literaturwissenschaft zu Ehren von
Hugo Friedrich und Erich Köhler (1998, Universität Freiburg)
• Lyrik-Preis der Stadt Florenz (1991)
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
• Medienstelle des Schwerpunkts Intermedialität und interkulturelle
Kommunikation, Ersteinrichtung finanziert durch Sonderzuwendung
BayMWFK.
Kooperationsbeziehungen
Austausch- und Kooperationsbeziehungen mit WissenschaftlerInnen
bzw. Institutionen in Frankreich, Italien, USA.
Der Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft Literaturwis-
senschaft ist Mitglied des ZEMAS und beteiligt am DFG-Graduierten-
kolleg "Generationenkonflikte und Generationenbewusstsein in
Antike und Mittelalter" sowie an der Reihe "Bamberger Vorträge
zum (Musik-)Theater" (mit u. a. Prof. Gier, Romanistik). Darüber
hinaus besteht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit an-
deren Fächern der Fakultät SpLit z.B. im Rahmen von Ringvorlesun-
gen und gemeinsamen Projekten.
Wissenschaftliche Tagungen
• 2005: Organisation internationale und interdisziplinäre Tagung "Er-
löser und Heiler" mit Prof. Dr. Christoph Houswitschka (Bamberg)
• 2004: Organisation internationales und interdisziplinäres Symposion
"Le opere latine del Petrarca" mit Prof. Dr. Michele C. Ferrari (Erlan-
gen)
Seite 399
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• 2004: Organisation Ringvorlesung "Ehebruch und Liebesverrat in
Romanen der Weltliteratur" mit Proff. Dres. Thomas Baier und Peter
Thiergen (Bamberg),
• 2003/04: Durchführung interdisziplinäre Vorlesung "Mittelalterre-
zeption im Film" mit Proff. Dres. Ingrid Bennewitz (Organisatorin,
Bamberg) und Christoph Houswitschka (Bamberg),
• 2003: Organisation Ringvorlesung "Feste und Feiern im Mittelalter"
mit Proff. Dres. Ingrid Bennewitz (Hauptorganisatorin), Christoph
Houswitschka und Christa Jansohn (ZEMAS Bamberg),
• 2002/03: Organisation Ringvorlesung "Es war einmal... eine kleine
Ringvorlesung über Märchen im Morgen- und Abendland" mit Prof.
Dr. M. Ulrich (Bamberg)
Forschungsprojekte
Forschungsprojekt "Mittelalterrezeption und Mittelalter-(Re-)Konstruktion in der
Romania im 18.-20. Jh."
Projektleitung: Aktuelle Teilprojekte:
Prof. Dr. Dina De Rentiis
Stichwörter: • Monographie „Das Zweite Leben. Historische Poetik im Frankreich
Mittelalterrezeption; Erin- und Italien des 19. Jh.". Behandelte Autoren: Barante, Thierry, Mi-
nerungsorte chelet, Manzoni.
Beginn: 1.4.2003 • Interdisziplinäre Vorlesung "Mittelalterrezeption im Film" (mit Prof.
Dr. Ingrid Bennewitz, Prof. Dr. Christoph Houswitschka).
Publikationen
1. De Rentiis, Dina: Wenn0XXdas Haus brennt. Italienische Kultur und europäische Geschichte in
Umberto Ecos Baudolino und Il pendolo di Foucault . In: Horizonte. Italianistische Zeit-
schrift für Kulturgeschichte und Gegenwartsliteratur 7 (2003), S. 89-104
Interdisziplinäre Vorlesung "Mittelalterrezeption im Film"
Projektleitung: Interdisziplinäres Forschungsprojekt. Untersucht werden die Modi,
Prof. Dr. Ingrid Bennewitz Leitthemen und Funktionen der Mittelalter-Rezeption und -Rekon-
Prof. Dr. Dina De Rentiis struktion in den Medien (Film, Fernsehen).
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka Siehe auch Forschungsprojekt "Mittelalterrezeption und Mittelalter-
Stichwörter: (Re-)Konstruktion im 18.-20. Jh." (Prof. Dr. Dina De Rentiis)
Mittelalterrezeption; Medi-
en
Beginn: 15.10.2003
Publikationen
1. De Rentiis, Dina: Wenn0XXdas Haus brennt. Italienische Kultur und europäische Geschichte in
Umberto Ecos Baudolino und Il pendolo di Foucault . In: Horizonte. Italianistische Zeit-
schrift für Kulturgeschichte und Gegenwartsliteratur 7 (2003), S. 89-104
Monographie „Blickgeschichten. Literarische Repräsentationen der Relation zwi-
schen Künstler und Zuschauer"
Projektleitung: Behandelte Autoren: Vasari, Cellini, Diderot, Gautier, Nerval, E.T.A.
Prof. Dr. Dina De Rentiis Hoffmann, Balzac, Zola, Proust, Aragon, Yourcenar.
Beginn: 1.4.2003
Seite 400
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. De Rentiis, Dina: Blickgeschichten.
0XX Inszenierungen der Relation zwischen Künstler und Zu-
schauer in der italienischen Renaissance und der französischen Romantik .
In: Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, im Druck (2005), S. x-x
Monographie „Figli del Kaos. Percorsi intermediali fra letteratura e film"
Projektleitung: Behandelte Autoren: Pirandello, Taviani, Pasolini; Tabucchi, Corne-
Prof. Dr. Dina De Rentiis au, Faenza.
Stichwörter:
Intermedialität; Italien
Beginn: 1.4.2003
Publikationen
1. De Rentiis, Dina: Die Räume
0XX des Gewissens. Kulturelle, mediale und textuelle Vernetzung
als Fundament für moralisches Handeln im Werk von Antonio Tabucchi . In: Romanistische
Zeitschrift für Literaturgeschichte 25 (2001), Nr. 3/4, S. 395-408
2. De Rentiis, Dina: Wenn das Haus brennt. Italienische Kultur und europäische Geschichte in
Umberto Ecos Baudolino und Il pendolo di Foucault . In: Horizonte. Italianistische Zeit-
schrift für Kulturgeschichte und Gegenwartsliteratur 7 (2003), S. 89-104
Ringvorlesung "Ehebruch und Liebesverrat in Romanen der Weltliteratur"
Projektleitung: Behandlung der Ehebruch- und Liebesverrat-Thematik in großen
Prof. Dr. Thomas Baier Werken der Weltliteratur von der klassischen Antike bis zur Gegen-
Prof. Dr. Dina De Rentiis wart.
Prof. Dr. Peter Thiergen
Beteiligte:
Prof. Dr. Heiner Bus, M.S.
Prof. Dr. Sabine Föllinger
Prof. Dr. Albert Gier
Prof. Dr. Christoph Hous-
witschka
PD Dr. Stefan Neuhaus
Prof. Dr. Wulf Segebrecht
Prof. Dr. Rotraud Wielandt
Beginn: 15.10.2003
Publikationen
1. De Rentiis, Dina: Die Zeit
0XX der Nachfolge. Zur Interdependenz von imitatio Christi und imi-
tatio auctorum im 12. bis 16. Jahrhundert . Tübingen : Niemeyer, 1996 (Beihefte zur
Zeischrift für romanische Philologie Bd. 273) . Zugl.: Berlin, Freie Universität, Diss., 1994
Seite 401
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Symposion "Petrarcas lateinisches Werk" und Buchpublikation "Petrarcha lati-
nus"
Projektleitung: Bericht über das Symposion: [Link]
Prof. Dr. Dina De Rentiis cgiwrap/ba4sl1/[Link]?id=163
Ferrari, Prof. Dr. Michele
(Universität Erlangen-
Nürnberg)
Beteiligte:
Prof. Dr. Thomas Baier
Prof. Dr. Karl Enenkel
(Universität Leiden)
Prof. Mirella Ferrari (Uni-
versità Cattolica di Milano)
Prof. Silvia Rizzo (Univer-
sità di Roma)
Prof. Francesco Lo Monaco
(Universität Bergamo)
Stichwörter:
Petrarca; lateinisches
Werk
Beginn: 1.4.2003
Förderer:
Bayerisches Staatsmini-
sterium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst
Mittelalterzentrum der
Universität Bamberg
Universitätsbund Bamberg
Mitwirkende Institutio-
nen:
Universität Erlangen-
Nürnberg
Publikationen
1. De Rentiis, Dina: Die Zeit
0XX der Nachfolge. Zur Interdependenz von imitatio Christi und imi-
tatio auctorum im 12. bis 16. Jahrhundert . Tübingen : Niemeyer, 1996 (Beihefte zur
Zeischrift für romanische Philologie Bd. 273) . Zugl.: Berlin, Freie Universität, Diss., 1994
2. De Rentiis, Dina: Imitatio Christi et imitatio ciceroniana aux 15e et 16e siècles . In: Regards
sur le passé dans l’Europe des XVIe-XVIIe siècles. Bern : Lang, 1997, S. 39-45.
3. De Rentiis, Dina: Zum Rückgriff auf Grundprinzipien der klassisch-römischen imitatio auc-
torum und zur Bedeutung des imitatio-Begriffs im 12./13. Jahrhundert . In: Das Mittelalter
2 (1997), Nr. 1, S. 83-92
4. De Rentiis, Dina: Der Beitrag der Bienen. Überlegungen zum Bienengleichnis bei Seneca
und Macrobius . In: Rheinisches Museum für Philologie 141 (1998), Nr. 1, S. 30-44
5. De Rentiis, Dina: Imitatio morum . In: Ueding, Gert (Hrsg.) : Historisches Wörterbuch der
Rhetorik (Hu - K). Bd. 4. Tübingen : Niemeyer, 1998, S. 285-303.
6. De Rentiis, Dina: Für eine neue Geschichte der Nachahmungskategorie. Imitatio morum
und lectio auctorum in Policraticus VII, 10 . In: Schäfer, Ursula (Hrsg.) : Artes im Mittelal-
ter. Berlin : Akademie-Verlag, 1999, S. 161-173.
7. De Rentiis, Dina: Sul ruolo di Petrarca nella storia dell’imitatio auctorum . In: Blanc, Pierre
(Hrsg.) : Dynamique d’une expansion culturelle. Pétrarque en europe, XIV-XXe siècle (Pé-
trarque en europe, XIV-XXe siècle Turin/Chambéry 1997). Paris : Honoré Champion, 2001,
S. 63-74.
Seite 402
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. De Rentiis, Dina: Vom 0XX
Umgang mit dem théâtre classique. Racines Phèdre und Molières
Misanthrope an der Schaubühne . In: Lendemains. etudes comparées sur la France/Ver-
gleichende Frankreichforschung 12 (1987), Nr. 48, S. 131-133
2. De Rentiis, Dina: Wer sich falsch wehrt… Roger Planchon mit George Dandin an der Schau-
bühne . In: Lendemains. Etudes comparées sur la France / Vergleichende Frankreichfor-
schung 13 (1988), Nr. 50, S. 126-127
3. De Rentiis, Dina: Deux exemples de stratégies communicatives dans la Société Populaire
de Charroux . In: Martin, Daniel ; Nerlich, Michael (Hrsg.) : La petite ville sous la Révolution
Française, Actes du Colloque de Charroux d’Allier (La petite ville sous la Révolution Fran-
çaise Charroux d’Allier September 1988). Berlin : TU Berlin Hochschulschriften, 1989,
S. 175-186.
4. De Rentiis, Dina: Cervantes’s La fuerza de la sangre and the Force of Negation .
In: Hispanic Issues 6 (1990), S. 157-174
5. De Rentiis, Dina: Christine Buci-Glucksmann: La Folie du voir. De l’esthétique française. Ed.
Galilée, Paris 1986 . In: Lendemains. Etudes comparées dur la France/Vergleichende
Frankreichforschung 15 (1990), Nr. 18, S. 150-152
6. De Rentiis, Dina: Sequere me. Imitatio dans la Divine Comédie et dans le Livre du Chemin
de long estude . In: De Rentiis, Dina ; Zimmermann, Margarete (Hrsg.) : The City of Scho-
lars. New Approaches to Christine de Pizan (First International Congress on Christine de
Pizan Berlin Juni 1992). Berlin/New York : Walter de Gruyter, 1994, S. 31-42.
7. De Rentiis, Dina ; Zimmermann, Margarete (Hrsg.): The City of Scholars. New Approaches
to Christine de Pizan . (First International Congress on Christine de Pizan Berlin Juni 1992)
Berlin/New York : Walter de Gruyter, 1994 (European Cultures)
8. De Rentiis, Dina: Bärbel Zühlke: Christine de Pizan in Text und Bild. Zur Selbstdarstellung
einer frühhumanistischen Intellektuellen. Metzler, Stuttgart 1994 . In: Zeitschrift für Ro-
manische Philologie (1996), S. xx
9. De Rentiis, Dina: Karin Becker: Les arrêts d’amour / Die Urteile Amors [Martial d’Auver-
gne]. Übers., eingeleitet und mit einem Glossar vers. von Karin Becker. Fink, München
1995 . In: Lendemains. Etudes comparées sur la France/Vergleichende Frankreichfor-
schung 90 (1998), S. 126-127
10. De Rentiis, Dina: Le monde en abîme. Lecture et écriture chez Marguerite Yourcenar .
In: Rieger, Angelica ; Tonard, Jean-François (Hrsg.) : La lecture au féminin / Lesende Frau-
en. La lectrice dans la littérature française du Moyen Age au XXe siècle / Zur Kulturge-
schichte der lesenden Frau in der frz. Lit. von den Anfängen bis zum 20. Jh.. Darmstadt :
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1999, S. 233-248.
11. De Rentiis, Dina: Literaturwissenschaftliche Modelle der zweiten Hälfte des 20. Jahrhun-
derts . In: Kolboom, Ingo ; Kotschi, Thomas ; Reichel, Edward (Hrsg.) : Handbuch Franzö-
sisch. Sprache, Literatur, Kultur, Gesellschaft. Berlin : Erich-Schmidt-Verlag, 2002, S. 635-
645.
12. De Rentiis, Dina: Ritter außer sich. Ironie und différance im Orlando Furioso . In: Klettke,
Cornelia ; Maag, Georg (Hrsg.) : Neue Perspektiven über den "Orlando Furioso" (Akten
Sektion "Orlando Furioso", Romanistentag 2003 Kiel, im Druck). Tübingen : Gunter Narr,
2004, S. x-y.
Seite 403
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Romanische Literaturwissenschaft mit
Schwerpunkt Hispanistik
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-21 39 Fax.: (0951) 863-51 39
E-Mail: [Link]-saravia@[Link]/josemoralesaravia@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. José Morales
Saravia
Sekretariat:
Annette Strobler
Forschungsschwerpunkte
• Gattungsbestimmungen in Erzählliteratur des 16. und 17. Jahrhun-
derts
• Lyrik der Neuzeit in Spanien
• Identitätsdiskurse im spanischen Sprachraum
• Rezeptionswege der literarischen Moderne in Spanien und Hispano-
amerika
• Soziale Geschichte lateinamerikanischer Literatur
• Nationale Literaturgeschichten Hispanoamerikas
• Alltags- und Volkskultur in Hispanoamerika: Zeitschriften und Co-
mics
• Stadtliteratur, Stadtwahrnehmung und Stadttheorie
• Lateinamerikanische Erzählkunst des 20. Jahrhunderts
• Ästhetische Theorien
Kooperationsbeziehungen
Kooperationsbeziehungen mit Wissenschaftlern und Institutionen in
Argentinien, Chile, Frankreich, Mexiko, Peru, Spanien, USA.
Wissenschaftliche Tagungen
• 2003: Veranstalter des internationalen Kolloquiums „Baudelaire im
spanischen Sprachraum. Rezeptionswege der literarischen Moderne"
(25.-27. September), Berlin.
• 2001: Veranstalter des internationalen Kolloquiums „Garcilaso de la
Vega. Werk und Nachwirkung" (18.-20. Oktober), Berlin.
• 2001: Sektion der 13. deutschen Hispanisten-Tagung „Boom y post-
boom desde el nuevo siglo" mit José Manuel López de Abiada (6.-11.
März), Leipzig.
• 2000: Veranstalter des internationalen Kolloquiums „Robert Arlt. Die
literarische Moderne in Argentinien" mit Wolfgang Matzat und Barba-
ra Schuchard (20.-21. Januar), Bonn.
• 1999: Veranstalter der internationalen Tagung „Literatura chilena
hoy. La difícil transición" mit Karl Kohut (24.-27. Februar), Eichstätt.
• 1998: Veranstalter des internationalen Kolloquiums „Das literarische
Werk von Mario Vargas Llosa" (5.-7. November), Berlin.
• 1994: Veranstalter der Tagung „José Carlos Mariátegui" (10. Novem-
ber), Berlin.
• 1994: Veranstalter der internationalen Tagung „Literatura peruana
hoy. Crisis y creación" mit Karl Kohut und Sonia V. Rose (19.-22. Ja-
nuar), Eichstätt.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Colloquium Rezeptionswege der literarischen Moderne. Baudelaire im spanischen
Sprachraum
Projektleitung: Innerhalb der Streitfrage über literarische Moderne in der spani-
Prof. Dr. José Morales schen und hispanoamerikanischen Literatur (der Topos heißt die
Saravia „verspätete Modernität) soll das Colloquium sich mit den Rezepti-
Beteiligte:
Klaus W. Hempfer (Berlin) onswegen der literarischen Moderne am Beispiel von Baudelaires
Gerhard Penzkofer (Würz- Rezeption in diesem Sprachraum auseinandersetzen
burg)
Javier Gómez-Montero
(Kiel)
Georges Güntert (Zürich)
Julio Jensen (Kopenha-
gen)
Karin Hopfe (Potsdam)
Sebastian Neumeister
(Berlin)
Hans-Otto Dill (Berlin)
Guido Podesta (Madison,
USA)
Hartmut Stenzel (Giessen)
Martin von Koppenfels
(Berlin)
Henriette Partsch (Berlin)
Rosamna Pardellas (Bo-
chum)
Mechthild Albert (Saar-
brücken)
Stichwörter:
Rezeption der literarischen
Moderne im spanischen
Sprachraum
Laufzeit: 25.9.2003 -
27.9.2003
Publikationen
1. Morales Saravia, José (Hrsg.):
0XX Baudelaire im spanischen Sprachraum. Rezeptionswege der
literarischen Moderne. Akten der Berliner Tagung. . Frankfurt/Main : Vervuert, 2004 (im
Druck) . - ca. 350 Seiten.
Die neueste Romankunst Perus (1990-2004)
Projektleitung: Anhand von Interviews mit den Hauptvertretern der neuesten Er-
Prof. Dr. José Morales zählliteratur Perus wird der Paradigmawechsel der hispanoamerika-
Saravia nischen Romantradition nach der Boomliteratur dargesstellt und
Beteiligte:
Diegner, Britt analysiert.
Stichwörter:
neue Ansätze der hispano-
amerikanischen Roman-
kunst
Laufzeit: 1.5.2003 -
31.10.2004
Publikationen
1. Morales Saravia, José ;0XX
Diegner Britt (Hrsg.): La novísima narrativa peruana . Lima : San
Marcos, 2004 (im Druck) . - 320 Seiten.
Seite 405
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekt Gattungsbestimmungen in spanischer Erzählliteratur des 16.
und. 17. Jahrhunderts: Der „byzantinische" Roman
Projektleitung: Neben dem Schelmen-, dem Hirten- und dem Maurenroman ent-
Prof. Dr. José Morales Sa- steht Mitte des 16. Jahrhunderts in Spanien der byzantinische Ro-
ravia man, der trotz stark geprägter intertextueller Verbindungen zu
Stichwörter:
Gattungskonstitution und diesen anderen Genres eine sonderbare und eigenständige Entwick-
-entwicklung des „byzanti- lung bis Mitte des 17. Jahrhunderts aufweist. Es wird gefragt, wie
nischen" Romans in Spani- sich diese intertextuellen Verbindungen erklären lassen und wie die
en. Gattung zu ihrem eigenen Profil kommt.
Beginn: 1.10.2003
Monographie „La laguna onírica. Crítica de la razón catabática"
Projektleitung: Innerhalb der Diskussion über Identität und Differenz entwickelt die
Prof. Dr. José Morales Sa- Monographie eine Phänomenologie des Katabatischen, die Identi-
ravia tätsfragen als eine Form von Metaphysik des Tiefen erscheinen
Stichwörter:
Kritik an Identitätsdiskur- lässt.
se
Laufzeit: 1.5.2002 -
31.8.2004
Publikationen
1. Morales Saravia, José (Hrsg.):
0XX La laguna onírica. Crítica de la razón catabática (abgeschlos-
senes Manuskript) . Lima : Editorial San Marcos, 2004 (im Druck) . - 433 Seiten.
Spanische Lyrik der Neuzeit: Akten des Colloquiums „Garcilaso de la Vega. Werk
und Nachwirkung"
Projektleitung: Zum 500. Geburtstag von Garcilaso de la Vega (1501-1536) wurde
Prof. Dr. José Morales Sa- eine Gedenktagung veranstaltet, die sich mit Werk und Wirkung des
ravia spanischen Renaissance-Dichters befasste. Die Akten sammeln die
Stichwörter:
Herausgabe der Akten des Vorträge dieses Colloquiums, dessen Schwerpunkte Garcilasos Be-
Colloquiums „Garcilaso de ziehung und Auseinandersetzungen mit humanistischen bzw. pe-
la Vega" trarkistischen Traditionen, Garcilasos Kanonisierung, aber auch
Laufzeit: 1.11.2002 - Garcilasos unmittelbare und spätere Rezeption sind.
14.4.2004
Publikationen
1. Morales Saravia, José (Hrsg.):
0XX Garcilaso de la Vega: Werk und Wirkung. Akten der Gedenk-
tagung zum 500. Geburtstag am Ibero-Amerikanischen Institut Berlin. . Frankfurt/Main :
Vervuert, 2004. - 303 Seiten.
Projektunabhängige Publikationen
1. Morales Saravia, José: 0XX
Rezension von Ana María Barrenechea: Textos Hispanoamericanos
de Sarmiento a Sarduy. . In: Revista de crítica literaria latinoamericana (Lima) (1980),
Nr. 11, S. 153-154
2. Morales Saravia, José: Rezension von Mario Benedetti: El recurso del supremo patriarca.
México . In: Revista de crítica literaria latinoamericana (Lima) (1980), Nr. 12, S. 304-306
Seite 406
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Morales Saravia, José: Rezension von Alejandro Losada: La literatura en la sociedad de
América Latina: Perú y el Río de la Plata, 1837-1880 . In: Caravelle (Toulouse) (1983),
Nr. 41, S. 103-106
4. Morales Saravia, José: César Vallejo y la internacionalización . In: Revista de crítica litera-
ria latinoamericana (Lima) (1984), Nr. 20, S. 55-78
5. Morales Saravia, José: Rezension von Martin Lienhard: Cultura popular andina y forma no-
velesca (Zorros y danzantes en la última novela de Arguedas) . In: Caravelle (Toulouse)
(1984), Nr. 42, S. 186-190
6. Morales Saravia, José: Alejandro Losada (1936-1985): Bibliografía comentada . In: Revista
de crítica literaria latinoamericana (Lima) (1986), Nr. 24, S. 209-242
7. Morales Saravia, José ; Parodi-Lisi, Cristina: Inmigración y literatura popular en el Río de
la Plata: La Biblioteca Criolla del fondo Lehmann-Nitsche en el Instituto Ibero-Americano
de Berlín . In: Caravelle 47 (Toulouse) (1986), S. 41-49
8. Morales Saravia, José (Hrsg.): La literatura en la sociedad de América Latina. Homenaje a
Alejandro Losada . Lima : Latinoamericana Editores, 1987. - 270 Seiten.
9. Morales Saravia, José: Joseph Zobel, un caso de movimiento cultural centrífugo .
In: Fleischmann, Ulrich und Ineke Phaf (Hrsg.) : El Caribe y América Latina. Frankfurt/
Main : Vervuert, 1987, S. 77-84.
10. Morales Saravia, José (Hrsg.): Literatura y sociedad en América Latina. Número Monográ-
fico del Grupo de Berlín en la Revista de crítica literaria latinoamericana 30 . Lima : Latino-
americana Editores, 1989. - 135-369 Seiten.
11. Morales Saravia, José: Rezension von Juan Carlos Onetti: Cuando entonces . In: Revista de
crítica literaria latinoamericana (Lima) (1989), Nr. 30, S. 364-365
12. Morales Saravia, José: El discurso argentinista en los años treinta: Scalabrini Ortiz, Martí-
nez Estrada y Mallea (Dissertation. Freie Universität Berlin 1986) . Darmstadt : kein Verlag,
1989. - 412 Seiten.
13. Morales Saravia, José: Mínimo marco teórico común para una historia social de las litera-
turas latinoamericanas . In: Revista de crítica literaria latinoamericana (Lima): (1989),
Nr. 30, S. 141-182
14. Morales Saravia, José ; Parodi-Lisi, Cristina: La pampa argentina: una revista criollista en
el Río de la Plata . In: Revista de crítica literaria latinoamericana 30 (1989), S. 259-275
15. Morales Saravia, José: Pablo Nerudas Sabor. Die vergilbte Subjektivität . In: Beutler, Gisela
(Hrsg.) : Hispanoamerikanische Lyrik der Gegenwart (Interpretationen). Darmstadt : Wis-
senschaftliche Buchgesellschaft, 1990, S. 180-197.
16. Morales Saravia, José: Lima en la poesía de los años 70: el grupo Hora zero . In: Ibero-
Amerikanisches Archiv 17,4 (Berlin) (1991), S. 387-406
17. Morales Saravia, José: La luna escarlata. Berlin Weddingplatz. . Frankfurt/Main. americana
eystettensia : Vervuert, 1991. - 153 Seiten.
18. Morales Saravia, José: Illusion und Enttäuschung bei Felisberto Hernández . In: Morales
Saravia, José (Hrsg.) : Die schwierige Modernität Lateinamerikas. Frankfurt/Main. Ameri-
cana eystettensia : Vervuert, 1993, S. 65-111.
19. Morales Saravia, José: Rezension von Ottmar Ette: José Martí. Apostel-Dichter-Revolutio-
när. Eine Geschichte seiner Rezeption Teil I . In: Revista de crítica literaria latinoamericana
(Lima) (1993), Nr. 38, S. 406-411
20. Morales Saravia, José (Hrsg.): Die schwierige Modernität Lateinamerikas. Beiträge der Ber-
liner Gruppe zur Sozialgeschichte lateinamerikanischer Literatur. . Frankfurt/Main. ameri-
cana eystettensia : Vervuert, 1993. - 295 Seiten.
Seite 407
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
21. Morales Saravia, José: Poesía y prosa en Alvaro Mutis . In: Kohut, Karl (Hrsg.) : Literatura
colombiana hoy. Frankfurt/Madrid. americana eystettensia : Vervuert, 1994, S. 265-277.
22. Morales Saravia, José: Trilce LXVII de César Vallejo: la subjetividad ausente .
In: Iberoromania 40 (Tübingen) (1994), Nr. 40, S. 116-132
23. Morales Saravia, José: Die fiktive autonome Subjektivität: die frühe Lyrik Emilio Adolfo
Westphalens . In: Morales Saravia, José (Hrsg.) : Emilio Adolfo Westphalen. Abschaffung
des Todes und andere frühe Gedichte. Frankfurt/Main. americana eystettensia : Vervuert,
1995, S. 83-128.
24. Morales Saravia, José: Muerte de narciso de José Lezama Lima: el secreto de la sujetividad
desenmascarada . In: Neue Romania 16 (Berlin) (1995), S. 85-128
25. Morales Saravia, José: Emilio Adolfo Westphalen. Abschaffung des Todes und andere frühe
Gedichte. . Frankfurt/Main : Vervuert, 1995. - 128 Seiten.
26. Morales Saravia, José: Mallea, Eduardo . In: Diccionario Enciclopédico de las Letras de
América Latina. Caracas. Biblioteca Ayacucho/Monte Avila : Nelson Osorio, 1995, S. 2850-
2854.
27. Morales Saravia, José: El sueño de la nación produce muertos: sobre Tomás de Mattos .
In: Kohut, Karl (Hrsg.) : Literaturas del Río de la Plata hoy. Frankfurt/Main. Americana
eystettensia : Vervuert, 1996, S. 233-242.
28. Morales Saravia, José (Hrsg.): José Carlos Mariátegui. Akten der Gedenktagung zum 100.
Geburtstag am Ibero-Amerikanischen Institut Berlin. . Frankfurt/Main, Bibliotheca Ibero-
Americana 61 : Vervuert, 1997. - 130 Seiten.
29. Morales Saravia, José: Rezension von Galster, Ingrid: Aguirre oder Die Willkür der Nach-
welt. Die Rebellion des baskischen Konquistadors Lope de Aguirre in Historiographie und
Geschichtsfiktion . In: Revista de crítica literaria latinoamericana (Lima) (1998), Nr. 48,
S. 270-274
30. Morales Saravia, José: Vanitas y petrarquismo en el soneto XXIII de Garcilaso de la Vega
. In: Iberoromania (1998), Nr. 47, S. 47-71
31. Morales Saravia, José: Das enttäuschte Bewußtsein. Die literarische Bearbeitung des Schei-
terns des liberalen Projekts in der Cono Sur-Region Lateinamerikas. (Feliberto Hernández,
Borges, Onetti, Sábato, Edwards u. Donoso) (Habilitationsschrift. 380 Seiten; wird zur Zeit
für den Druck gekürzt und überarbeitet, erscheint 2004) . Frankfurt/Main : Vervuert, 1998.
- 380 Seiten.
32. Morales Saravia, José ; Kohut, Karl ; Rose, Sonia (Hrsg.): Literatura peruana hoy. Actas
del Congreso de Eichstätt . Frankfurt/Main. americana eystettensia : Vervuert, 1998. - 331
Seiten.
33. Morales Saravia, José: Cronwell Jara y la nueva novela de la ciudad . In: Morales Saravia,
José ; Kohut, Karl ; Rose, Sonia (Hrsg.) : Literatura peruana hoy. Frankfurt/Main. Ameri-
cana eystettensia : Vervuert, 1998, S. 120-134.
34. Morales Saravia, José: Mario Vargas Llosa im deutschen Sprachraum . In: Morales Saravia,
José (Hrsg.) : Das literarische Werk von Mario Vargas Llosa. Frankfurt/Main : Vervuert,
2000, S. 7-35.
35. Morales Saravia, José: Humor, Parodie und Komödie in Vargas Llosas Pantaleón y las visi-
tadoras . In: Morales Saravia, José (Hrsg.) : Das literarische Werk von Mario Vargas Llosa.
Frankfurt/Main : Vervuert, 2000, S. 99-123.
36. Morales Saravia, José: La semejanza de la diferencia: Julio Herrera y Reissig y José Enrique
Rodó . In: Ette, Ottmar/ Heydenreich, Titus (Hrsg.) : José Enrique Rodó y su tiempo. Frank-
furt/Main : Vervuert, 2000, S. 153-171.
Seite 408
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
37. Morales Saravia, José: Firmitas, utilitas, venustas en Borges . In: De Toro, Alfonso ; De To-
ro, Fernando (Hrsg.) : El siglo de Borges. Frankfurt/Main : Vervuert, 2000, S. 465-487.
38. Morales Saravia, José (Hrsg.): Das literarische Werk von Mario Vargas Llosa. Akten des Col-
loquiums am Ibero-Amerikanischen Institut Berlin. . Frankfurt/Main, Bibliothekca Ibero-
Americana 74 : Vervuert, 2000. - 352 Seiten.
39. Morales Saravia, José ; Wolfgang Matzat ; Barbara Schuchard (Hrsg.): Roberto Arlt. Una
modernidad argentina. Akten des Colloquiums an der Universität Bonn . Bibliotheca Ibero-
Americana. : Vervuert, 2001. - 175 Seiten.
40. Morales Saravia, José: Semántica de la desilusión : El juguete rabioso de Roberto Arlt .
In: Morales Saravia, José ; Schuchard, Barbara ; Matzat, Wolfgang (Hrsg.) : Roberto Arlt.
Una modernidad argentina. Bibliotheca Ibero-Americana. Frankfurt/Main : Vervuert, 2001,
S. 27-45.
41. Morales Saravia, José: "Transkulturation". . In: Nünning Ansgar (Hrsg.) : Metzler Lexikon
Literatur- und Kulturtheorie. 2. Aufl. Stuttgart-Weimar : Metzler, 2001, S. 642-643.
42. Morales Saravia, José: Losada, Alejandro . In: Nünning, Ansgar (Hrsg.) : Metzler Lexikon
Literatur- und Kulturtheorie. 2. Aufl. Stuttgart-Weimar : Metzler, 2001, S. 391.
43. Morales Saravia, José: Colidiendo estéticas. La tía Julia y el escribidor de Mario Vargas Llosa
. In: Forgues, Roland (Hrsg.) : Mario Vargas Llosa. Escritor, ensayista, ciudadano y político.
Lima : Librería editorial Minerva, 2001, S. 420-439.
44. Morales Saravia, José: García Canclini, Néstor . In: Nünning, Ansgar (Hrsg.) : Metzler Le-
xikon Literatur- und Kulturtheorie. 2. Aufl. Stuttgart-Weimar : Metzler, 2001, S. 203.
45. Morales Saravia, José ; Kohut, Karl (Hrsg.): Literatura chilena hoy. Actas del Congreso de
Eichstätt. . Frankfurt/Main, americana eystettensia : Vervuert, 2002. - 502 Seiten.
46. Morales Saravia, José: Pyramide, Axolote und "Crack" in der jüngeren mexikanischen Ar-
chitektur / Pirámide, axolote y crack: la más reciente arquitectura mexicana . In: Morales
Saravia, José ; Dussel, Susanne (Hrsg.) : ¡Atención México! Positionen der Gegenwart / Po-
siciones en la actualidad. Reader zum Mexiko-Festival [Link] 2002. Berlin.
Berlin : Haus der Kulturen der Welt, 2002, S. 47-51.
47. Morales Saravia, José: La poesía de Raúl Zurita . In: Morales Saravia, José ; Kohut, Karl
(Hrsg.) : Literatura chilena hoy. La difícil transición. Frankfurt/Main : Vervuert, 2002,
S. 411-428.
48. Morales Saravia, José: Emergencia, transición y transmodernidad. Algunas reflexiones
sobre el sistema literario chileno . In: Morales Saravia, José ; Kohut, Karl (Hrsg.) : Litera-
tura chilena hoy. La difícil transición. Frankfurt/Main : Vervuert, 2002, S. 447-464.
49. Morales Saravia, José: Voz, letra e imagen: comics en México . In: Berg, Walter Bruno ;
Borsó, Vittoria (Hrsg.) : Einheit und Vielheit der lateinamerikanischen Kultur: Gattungen,
Identitäten, Medien. Frankfurt/Main : Vervuert, 2003, S. 20.
50. Morales Saravia, José (Hrsg.): La ciudad expresiva. Crítica de la razón enfática . Lima : Edi-
torial San Marcos, 2003. - 341 Seiten.
51. Garcilaso de la Vega: ein mögliches Bild . In: Morales Saravia, José (Hrsg.) : Garcilaso de
la Vega: Werk und Nachwirkung. Akten des Colloquium im Ibero-Amerikanischen Institut
Berlin. Frankfurt/Main. Bibliotheca Iberoamaricana : Vervuert, 2004, S. 9-24.
52. Morales Saravia, José ; López de Abiada, José Manuel (Hrsg.): Boom y post-boom: impacto
y recepción. Actas de la Sección en el Congreso de Hispanistas Alemanes . Leipzig, Madrid :
Verbum Editores, 2004. - ca. 250 Seiten.
53. Morales Saravia, José: Cántico cósmico de Ernesto Cardenal: la subjetividad trascendida .
In: Kohut, Karl ; Rose, Sonia (Hrsg.) : Literatura centroamericana hoy. Frankfurt/Main.
Americana eystettensia : Vervuert, 2004, S. 24.
Seite 409
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
54. Morales Saravia, José: Der Realismus-Vertrag in Amadís de Gaula . In: Matzat, Wolfgang ;
Penzkofer, Gerhard (Hrsg.) : Prozeß der Imagination - Magie und Empirie in der spanischen
Literatur der frühen Neuzeit. Tübingen. Beiheften zur Iberoromania : Max Niemeyer, 2004,
S. 16.
55. Morales Saravia, José: Rezension von König, Brigitte: Speech Appeal. Metasprache und fin-
gierte Mündlichkeit im Werk von Mario Vargas Llosa . In: Revista de crítica literaria latino-
americana (Lima) (2004), S. 272-274
56. Morales Saravia, José: El concepto de heterogeneidad . In: Toro, Alfonso de (Hrsg.) : Hy-
briditätsdiskurse in Lateinamerika / Discursos sobre la hibridez en Latinoamerica. Frank-
furt/Main : Vervuert, 2004, S. 16.
57. Morales Saravia, José: La literatura del Boom en las reseñas de la prensa alemana .
In: López de Abiada, José Manuel ; Morales Saravia, José (Hrsg.) : Boom y postboom : im-
pacto y recepción. Madrid : Verbum, 2004, S. 18.
58. Morales Saravia, José: Los entrampamientos gnósticos del sujeto. Cipango de Tomás Harris
. In: Spiller, Roland (Hrsg.) : Literatura chilena. Frankfurt. Lateinamerika-Studien : Ver-
vuert, 2004, S. 18.
59. Morales Saravia, José: Marqués de Santillana und Garcilaso de la Vega. Die Entparadoxie-
rungsform . In: Morales Saravia, José (Hrsg.) : Garcilaso de la Vega: Werk und Wirkung.
Frankfurt/Main. Bibliotheca Ibero-Americana : Vervuert, 2004, S. 67-90.
Seite 410
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Romanische Literaturwissenschaft
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-0
Leitung:
Prof. Dr. Albert Gier
Forschungsschwerpunkte
1. Beziehungen zwischen Musik und Literatur
1.1. Librettoforschung (Librettologie)
1.2. Musik in der Literatur
2. Vergleichende Literaturwissenschaft (Komparatistik) Musikthea-
ter, Oper, Operette
Librettologie
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Die materiellen Voraussetzungen für den (sehr wünschenswerten)
Aufbau einer Tonträger- und Video-Sammlung zum Forschungs-
schwerpunkt sind [Link]. nicht gegeben.
Kooperationsbeziehungen
Der Themenschwerpunkt "Musik und Literatur" bezeichnet ein Ar-
beitsgebiet der Komparatistik (Vergleichenden Literaturwissen-
schaft), das seines interdisziplinären Charakters wegen die
Berücksichtigung der musikalischen Komponente fordert, auch
wenn der Zugriff genuin literaturwissenschaftlicher Art ist. Daher ist
die Sichtung und Auswertung musikwissenschaftlicher (und theater-
wissenschaftlicher) Literatur ebenso erforderlich wie der regelmäßi-
ge Austausch mit Fachvertretern der Musik- und Theaterwissen-
schaft, Teilnahme an interdisziplinären Tagungen etc.
Die regelmäßige Zusammenarbeit mit dem örtlichen Fachvertreter
der Musikwissenschaft [Link]. Martin Zenck findet u.a. in gemein-
samen Lehrveranstaltungen ihren Niederschlag. Es bestehen regel-
mäßige Kontakte zum Forschungsinstitut für Musiktheater der
Universität Bayreuth in Thurnau ([Link]. Sieghart Döhring), zum
Institut für Theaterwissenschaft der Universität München ([Link].
Jürgen Schläder), zum Musikwissenschaftlichen Institut der Ruhr-
Universität Bochum ([Link]. Julia Liebscher), zum Forschungsbe-
reich „Textmusik in der Romania" an der Universität Innsbruck
([Link]. Ursula Mathis), zur Hochschule für Musik und darstellende
Kunst in Wien ([Link]. Gerold Wolfgang Gruber), zur Université de
Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines (Dr. Jean-Claude Yon) und
zum Institut für Musik- und Theaterwissenschaft der Universität Bo-
logna (Prof. Lorenzo Bianconi).
Eine notwendige Ergänzung der Forschungsarbeit ist der Austausch
mit Dramaturgen und Regisseuren; auf diese Weise werden einer-
seits Forschungsergebnisse für die praktische Theaterarbeit nutzbar
gemacht (in Form von Vorträgen, Teilnahme an Diskussionsrunden,
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Programmheft-Beiträgen u.ä.), andererseits stellt die Perspektive
der Praxis ein wichtiges Korrektiv für die theoretisch ausgerichtete
Beschäftigung mit Oper und Libretto dar. [Link]. bestehen regelmäßi-
ge Kontakte zu Theatern in Wiesbaden, Frankfurt, Mannheim, Stutt-
gart und Berlin (Staatsoper unter den Linden).
Wissenschaftliche Tagungen
Seit Ende 1996 gehöre ich dem Wissenschaftlichen Beirat der Deut-
schen Rossini Gesellschaft e.V. an; redaktionelle Mitarbeit an Mittei-
lungsblatt und Zeitschrift, Veranstaltung von Symposien, Beratung
bei Editions- und Aufführungsvorhaben u.ä. tragen dazu bei, die
Perspektive einer textbezogenen Opernforschung zu popularisieren.
Veröffentlichungsreihen
Das im Zuge der Arbeit an den Forschungsprojekten gesammelte
Material (vor allem Photokopien von Aufsätzen und Buchauszügen)
verbleibt im Dokumentationszentrum für Librettoforschung (DoLF);
durch Spenden oder im Austausch mit Kollegen sind hier auch zahl-
reiche seltene Libretti, vor allem in Programmheften von Opern-Ur-
aufführungen, vorhanden. Die Materialien sind systematisch
geordnet, Mittel für die wünschenswerte Katalogisierung stehen
[Link]. nicht zur Verfügung. Der Kontakt zu Kollegen (und potentiellen
Informanten/Spendern) wird durch die jährlich erscheinenden "Mit-
teilungen" hergestellt (s.u. 8. (2)).
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Romanische Sprachwissenschaft
Anschrift: An der Universität 11, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863 2222 Fax.: (0951) 863 2221
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Miorita Ulrich
Mitarbeiter/Lehrbeauf-
tragte:
Sebastian Castellano,
Stud. phil., Hispanist (Pro-
jekt "Sprach- und Kultur-
kontakte")
Thomas Riegg, Cand.
phil., Doktorand (Projekt
Datenbank zur "Reiselite-
ratur und Linguistik")
Forschungsschwerpunkte
• Sprach- und Kulturkontakte
• Übersetzungstheorie und Übersetzungswissenschaft
• Reiseliteratur und Linguistik
• Sprachtypologie (immanente Sprachtypologie) und Universalienfor-
schung
• Sprachphilosophie und Romanische Sprachwissenschaft
• Kontrastive Grammatik Rumänisch - Romanisch
Kooperationsbeziehungen
• mit Prof. Dr. Elisabeth Leiss (Universität Bamberg): Übersetzungs-
projekt TOLEDO
• mit Prof. Dr. Eugenio Coseriu (Universität Tübingen): Kontrastive
Grammatik Rumänisch - Romanisch
• mit Prof. Dr. Emma Martinell Gifré (Universität Barcelona): Meta-
sprache und Reiseliteratur
• mit Prof. Dr. Elena Dragos (Universität Cluj-Napoca / Rumänien):
Gestaltungsprinzipien in der Sprache und im Diskurs
Wissenschaftliche Tagungen
1. Wissenschaftliche Trilogie "Sprach- und Kulturkontakte":
• Teil I Ringvorlesung (WS 1999/2000): "Sprach- und Kulturkontakte:
Zum Forschungsstand an der Jahrtausendwende"
• Teil II Wissenschaftl. Kolloquium (SoSe 2000): "’Kennst du das Land,
wo die Citronen blühn...?’ - Reiseliteratur als Form des Sprach- und
Kulturkontaktes"
• Teil III Wissenschaftl. Kolloquium (SoSe 2002): "Traduction sans
frontières - Übersetzen als Form des Sprach- und Kulturkontaktes"
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2. Wissenschaftliche Fachtagung in Zusammenarbeit mit der Ger-
manistik (Prof. Dr. Helmut Glück und Prof. Dr. Elisabeth Leiss [Univ.
Bamberg]):
Das Adverb - Zentrum und Peripherie einer Wortart (WS 2000/
2001)
3. In Vorbereitung mit den Kollegen Glück und Leiss für das SoSe
2002:
Gestaltungsprinzipien der Sprache: Sprachökonomie und Sprachex-
plizitheit
Forschungsprojekte
1. Reiseliteratur und Linguistik
Projektleitung: Reisen und Sprachkunde: Reiseliteratur als Quelle für die Sprach-
Prof. Dr. Miorita Ulrich wissenschaft; Einrichtung der "Datenbank ’Kennst du das Land...?’"
Beteiligte: mit Angaben zu Forschern und Forschungsvorhaben bzw. -ergebnis-
Prof. Dr. Emma Martinell
Gifré (Universität Barcelo- sen zu Reiseliteratur und Linguistik; Metasprache und Reiselitera-
na) tur; s. auch das Kolloquium ’Reisende ans Schwarze Meer: von Ovid
Prof. Dr. Gheorghe Lascu bis zur Konferenz von Jalta’ (in Vorbereitung für das SoSe 2002 an
(Universität Cluj-Napoca / der Universität Constanta/Rumänien); Die Welt der Farben in der
Rumänien)
Reiseliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts (langjähriges Projekt);
Cand. phil. Thomas Riegg
(Mitarbeiter am Projekt Reisende in zwei Richtungen, von und nach Rumänien: Sprach- und
"Datenbank ’Kennst du Kulturkontakte.
das Land...?’")
weitere Kooperationen
Die Veröffentlichung der Akten zur Wissenschaftlichen Trilogie
sind erwünscht "Sprach- und Kulturkontakte", die auch die Beiträge des Kolloqui-
Beginn: 1.3.1999 ums zur Reiseliteratur enthalten, ist für Herbst 2002 vorgesehen
Förderer: (nach Durchführung des 3. Teils ’Traduction sans frontières - Über-
bisher: Universität Bam- setzen als Form des Sprach- und Kulturkontaktes’).
berg
2. Sprach- und Kulturkontakte
Projektleitung: Schwerpunkte: Die Sprachen Europas im Spannungsfeld zwischen
Prof. Dr. Miorita Ulrich Globalisierung und Bewahrung der kulturellen Identität: Die Euro-
Beteiligte: päische Charta von 1992 zum Schutz von Regional- und Minderhei-
Sondierende Gespräche
Beginn: 1.3.1999 tensprachen und -kulturen; Das Jahr ’danach’: Das europäische
Jahr der Sprachen 2001 - Leistung und Grenzen; Spanglish: Spa-
nisch-englische Sprach- und Kulturkontakte der Gegenwart in den
Vereinigten Staaten; s. auch das Kolloquium "Sprach- und Kultur-
kontakte entlang der Donau und ihrer Geschichte" (SoSe 2002/Uni-
versität Bamberg); Vorbereitung des internationalen, interdiszipli-
nären Kongresses "Mare nostrum: sprachliche, kulturelle, geogra-
phische und kunsthistorische Begegnungen am Mittelmeer gestern
und heute" (Oktober 2002).
Der Beitrag "Die Europäische Charta von 1992 zum Schutz von Re-
gional- und Minderheitensprachen und -kulturen: ein Plädoyer ge-
gen die sprachliche Globalisierung" erscheint Herbst 2002 in den
Akten zur Trilogie "Sprach- und Kulturkontakte".
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Dionysisches und Apollinisches bzw. Revolution und Systematisierung im heu-
tigen Rumänisch
Projektleitung: Siehe Titel des Projektes
Prof. Dr. Miorita Ulrich
Beteiligte:
Prof. Dr. Eugenio Coseriu
(Universität Tübingen)
Laufzeit: 1.6.2001 -
31.12.2002
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Klassische Philologie
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863-2132 Fax.: 0951/863-5127
E-Mail: [Link]@[Link]
Lehrstuhl für Klassische Philologie/Schwerpunkt Latini-
stik
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2127 Fax.: (0951) 863-5127
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Forschungen zum griechisch-römischen Drama, zur hellenistischen
Prof. Dr. Thomas Baier Geschichtsschreibung, zu den Epen der Kaiserzeit sowie zur lateini-
[Leitung bis 30.09.2002: schen Lyrik und ihrer Nachwirkung in der frühen Neuzeit. Metho-
Prof. em. Dr. Rudolf Rieks]
wiss. Mitarbeiter: disch stehen dabei philologisch-historische Interpretation,
Christoph Reichardt narratologische Aspekte und Fragen der Intertextualität sowie der
Angestellte: Bedingungen literarischer Rezeption im Vordergrund.
Elisabeth Porsch
Kooperationsbeziehungen
ENS Paris
Università degli Studi di Palermo
Veröffentlichungsreihen
• Herausgeber der Reihe edition antike (Wiss. Buchges. Darmstadt)
• Zetemata. Monographien zur klassischen Altertumswissenschaft
Forschungsprojekte
Mitarbeit am Handbuch der griechischen Literatur (Hellenistische Geschichts-
schreibung)
Projektleitung:
Prof. Dr. Thomas Baier
Laufzeit: 1.1.2004 -
31.12.2006
Mitarbeit am Handbuch der lateinischen Literatur (Valerius Flaccus)
Projektleitung:
Prof. Dr. Thomas Baier
Laufzeit: 1.1.2003 -
31.12.2004
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Klassische Philologie/Schwerpunkt Gräzi-
stik
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2129 Fax.: (0951) 863-5129
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Lebenslauf Prof. Dr. Sabine Föllinger
Prof. Dr. Sabine Föllinger
[Leitung bis 30.09.2003: • 25.9.1963 geb. in Frankfurt/Main
Prof. em. Dr. Klaus Dör- • 1970-74 Besuch der Weinbrennergrundschule in Karlsruhe
ing] • 1974-83 Besuch des Lessinggymnasiums in Karlsruhe
Angestellte: • 1983-4 Freiwilliges Soziales Jahr in Berlin
Annette Strobler • WS 1984/5-SS 1988 Studium der Fächer Latein und Theologie in
Freiburg, München, Rom
• WS 1988/9-SS 1991 Studium der Fächer Latein und Griechisch in
Freiburg, Abschluß des Staatsexamens
• WS 1991/2-WS 1993/4 Promotionsstudiengang Griechisch/ Latein/
Theologie. Thema der Dissertation: "Differenz und Gleichheit. Das
Geschlechterverhältnis in der Sicht griechischer Philosophen des 4.
bis 1. Jahrhunderts v. Chr."
• WS 1991/2-SS 1993 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für
Klassische Philologie in Freiburg
• WS 1993/4-WS 1999/2000 Wissenschaftliche Assistentin am Semi-
nar für Klassische Philologie in Mainz
• 2.-13.4.1995 Teilnahme am 5. Attika-Kurs des Deutschen Archäolo-
gischen Institutes in Athen mit dem Thema "Kulte und Heiligtümer
in Attika"
• Juni 1999 Einreichen der Habilitationsschrift "Mythos bei Aischylos"
• 19.1.2000 Habilitationskolloquium, Titel des Vortrags: Die Selbst-
darstellung des Hieronymus und der publizistische Charakter seiner
Briefe"
• 1.4.2000-30.9.2003 Hochschuldozentin (C 2) am Mainzer Seminar
• seit Oktober 2003 Professorin für Klassische Philologie/Griechisch in
Bamberg
• Verheiratet, ein Kind
Inneruniversitäre Vernetzung
• Teilnahme am Graduiertenkolleg "Generationenbewusstsein und Ge-
nerationenkonflikte in Antike und Mittelalter"
• Ringvorlesung "Liebesverrat und Ehebruch in der Weltliteratur" im
SS 2004
Mitgliedschaften und Ämter
• Mitglied des Vorstands der Mommsen-Gesellschaft
• Mitglied des Arbeitskreises für Antike Naturwissenschaft und ihre Re-
zeption (AKAN)
• Mitglied der "Gesellschaft für Antike Philosophie (GANPH)"
• Mitglied der Görres-Gesellschaft
Forschungsschwerpunkte
Prof. Dr. Sabine Föllinger
• Antike Wissenschaftsgeschichte
• Aristotelische Biologie
• Antike Fachliteratur
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Antike Anthropologie
• Griechische Tragödie
Prof. em. Dr. Klaus Döring:
• Griechische Literatur
• Antike Philosophie
Wissenschaftliche Tagungen
Prof. Dr. Sabine Föllinger
2004
• zusammen mit Prof. Dr. Jochen Althoff, Mainz: Tagung des Arbeits-
kreises "Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption" in Bamberg
am 18.-19.6.2004
• 4.-7. März 2004 an der Humboldt-Universität Berlin: XVI. Internatio-
nales Kolloquium des Studienkreises "Geschichte der Sprachwissen-
schaft" zu "Fachtexte und Fachsprachen"
• September 2004 in Arezzo, Italien: "Biologie und Metaphysik bei Ari-
stoteles"
• 28.-29. Oktober 2004 in Konstanz: "Körper und Seele: Aspekte spät-
antiker Anthropologie"
Prof. em. Dr. Klaus Döring
2003
• in Kooperation mit Prof. Dr. Michael Erler, Würzburg: Internationaler
Kongress "Pseudoplatonica" 6.-9. Juli 2003 in Bamberg, gefördert
von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bayerischen
Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Die Kon-
gress-Akten werden 2004/05 in der Reihe "Philosophie der Antike"
im Steiner Verlag (Stuttgart) erscheinen.
• Tagung "Der altsprachliche Unterricht - gemeinsames Erbe Euro-
pas", 9.-11. Dezember 2003 in Gelsenkirchen.
Forschungsprojekte
Döring: I. Sokrates, die Sokratiker und die von ihnen begründeten Traditionen
Projektleitung: Rekonstruktion und Darstellung der philosophischen Anschauungen
Prof. em. Dr. Klaus Döring des Sokrates, seiner Schüler Eukleides aus Megara, Phaidon aus
Beginn: 1.1.1986 Elis, Aristipp aus Kyrene und Antisthenes aus Athen und der von ih-
nen ausgehenden philosophischen Traditionen.
Publikationen
1. Döring, Klaus: Döring: 0XX
Der Sokrates der Platonischen Apologie und die Frage nach dem hi-
storischen Sokrates . In: Würzburger Jahrbücher, N.F. 13 (1987), S. 75-94
2. Döring, Klaus: Döring: Der Sokratesschüler Aristipp und die Kyrenaiker . Wiesbaden : Stei-
ner, 1988 (Abhandlungen der Mainzer Akademie der Wissenschaften, Geistes- und sozial-
wiss. Klasse, Bd. 1)
3. Döring, Klaus: Döring: Gab es eine Dialektische Schule? In: Phronesis 34 (1989), S. 293-
310
4. Döring, Klaus: Döring: "Spielereien, mit verdecktem Ernst vermischt". Unterhaltsame For-
men literarischer Wissensvermittlung bei Diogenes von Sinope und den frühen Kynikern .
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
In: Kullmann, W. ; Althoff, J. (Hrsg.) : Vermittlung und Tradierung von Wissen in der grie-
chischen Kultur. Tübingen : Narr, 1993, (Script-Oralia Bd. 61), S. 337-352.
5. Döring, Klaus: Döring: Sokrates, die Sokratiker und die von ihnen begründeten Traditionen
. In: Flashar, H. (Hrsg.) : Die Philosophie der Antike. Bd. 2,1. Basel : Schwabe, 1998,
(Grundriß der Geschichte der Philosophie Bd. [1],2,1), S. 139-364.
6. Döring, Klaus: Döring: Die Philosophie des Sokrates . In: Gymnasium 99 (1992), S. 1-16
7. Döring, Klaus: Döring: Die sog. kleinen Sokratiker und ihre Schulen bei Sextus Empiricus .
In: Elenchos 13 (1992), S. 81-118
8. Döring, Klaus: Döring: Rezension Socratis et Socraticorum Reliquiae. Collegit, disposuit,
apparatibus notisque instruxit Gabriele Giannantoni, 4 voll., Neapel 1990 . In: Gnomon 66
(1994), S. 201-211
9. Döring, Klaus: Döring: Diogenes und Antisthenes . In: La tradizione Socratica. Neapel : Bi-
bliopolis, 1995, S. 125-150. - ISBN ISBN 88-7088-353-1
10. Döring, Klaus: Döring: Die sog. Kleinen Sokratiker und die von ihnen begründeten Tradi-
tionen . In: Ricken, Friedo (Hrsg.) : Philosophen der Antike I. Stuttgart : Kohlhammer,
1996, (Urban Taschenbücher Bd. 458), S. 194-211.
11. Döring, Klaus: Döring: Sokrates . In: Ricken, Friedo (Hrsg.) : Philosophen der Antike I.
Stuttgart : Kohlhammer, 1996, (Urban Taschenbücher Bd. 458), S. 178-193.
12. Döring, Klaus: Döring: Die Dialoge der Sokratesschüler Phaidon und Aischines . In: Kessler,
Herbert (Hrsg.) : Sokrates. Bruchstücke zu einem Portrait. Kusterdingen : Die Graue Edi-
tion, 1997, (Sokrates-Studien Bd. III), S. 53-77. - ISBN 3-906336-18-2
13. Döring, Klaus: Döring: Der historische Sokrates: ein unlösbares Quellenproblem?
In: Freiburger Universitätsblätter (2002), Nr. 1, S. 7-18
Döring: II. Mitarbeit bei dem Projekt "Platon - Werke. Übersetzung und Kommen-
tar, hrsg. von E. Heitsch und C.W. Müller"
Projektleitung: Übersetzung und Kommentierung der Dialoge Kriton, Alkibiades I
Prof. em. Dr. Klaus Döring und Theages.
Beginn: 1.5.1995
Die Bearbeitung des Theages wurde im Dezember 2002 abgeschlos-
sen. Als nächster Dialog wird der Kriton bearbeitet.
Publikationen
1. Döring, Klaus: Döring: 0XX
[Platon] Theages. Übersetzung und Kommentar von Klaus Döring .
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2004 (Platon: Werke. Übersetzung und Kommentar
Bd. V 1) . - ISBN 3-525-30416-1
Döring: III. Geschichte des antiken Kynismus
Projektleitung: Darstellung der Geschichte des antiken Kynismus von den Anfängen
Prof. em. Dr. Klaus Döring im 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum Erlöschen im 5. Jahrhundert n.
Beginn: 1.1.2003 Chr.
Föllinger: Dialogische Strukturen in antiker Fachliteratur
Projektleitung: Bereits in der frühen Fachliteratur, wie in den Lehrgedichten der
Prof. Dr. Sabine Föllinger Vorsokratiker, finden sich rudimentäre Formen des Dialogischen, in-
Beginn: 1.1.2003 sofern in ihnen eine durch ein Gegenüber gegebene Lehrsituation
fingiert wird. Mit Platons Werk erlangt der Dialog als eigene prosa-
ische Literaturform eine zentrale Stellung. Da er zum Medium lehr-
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
hafter Inhalte wird, prägen im folgenden dialogische Elemente die
antike Fachliteratur in unterschiedlichen Spielarten. Das Projekt un-
tersucht die unterschiedlichen Formen und Funktionen.
Publikationen
1. Föllinger, Sabine: Föllinger:
0XX Mündlichkeit in der Schriftlichkeit als Ausdruck wissenschaftli-
cher Methode bei Aristoteles . In: Wolfgang Kullmann ; Jochen Althoff (Hrsg.) : Vermittlung
und Tradierung von Wissen in der griechischen Kultur. Tübingen : Narr, 1993, (ScriptOralia
Bd. 64), S. 263-280. - ISBN 3-8233-4276-2
Föllinger: Die Bewertung fremder Kulturen in der klassischen griechischen Lite-
ratur
Projektleitung: Wendepunkt der griechischen Erfahrung mit dem ,Fremden‘ ist das
Prof. Dr. Sabine Föllinger Erlebnis der Perserkriege, das augenscheinlich zu einer besonderen
Beginn: 1.1.2000 Beschäftigung mit dem Eigenen und dem Fremden herausgefordert
hat, nicht nur in Bezug auf das Perserreich, sondern auch auf andere
Kulturen wie die ägyptische, die die Griechen seit jeher faszinierte.
Die Erfahrung mit dem ,Fremden‘ wird in den verschiedenen litera-
rischen Genera unterschiedlich verarbeitet. Ziel dieses Projektes ist
es, die literarische Umsetzung der Erfahrung mit dem Fremden in
der Literatur des 5. [Link] 4. Jhdts. v. Chr. zu analysieren. Das
Projekt untersucht - nach literarischen Genera differenziert -, ob
und welche Veränderungen sich vom Beginn des 5. Jhdts. bis zur
Alexanderzeit in der literarischen Darstellung feststellen lassen. Da-
mit verbunden ist die Frage nach einer Bewertung des als fremd
Empfundenen und die Untersuchung, welcher Umgang mit dem
Fremden als erstrebenswert angesehen wird, womit also die Thema-
tik von Gastfreundschaft, Asyl, möglicher Integration oder Abgren-
zung eine Rolle [Link] eine solche Untersuchung erhellen
kann, durch welche Kontakte es zum Wissen über fremde Kulturen
kam und wie dieses Wissen in der Kommunikation zwischen Autor
und Rezipient angeeignet und zur Abgrenzung von Fremdem und Ei-
genem angewandt wurde, ist sie als ein Beitrag zur Akkulturations-
forschung aus literaturhistorischer Perspektive anzusehen.
Publikationen
1. Föllinger, Sabine: Föllinger:
0XX ’Fremde’ auf der Bühne des Aischylos . In: Christopher Balme
(Hrsg.) : Das Theater der Anderen. Alterität und Theater zwischen Antike und Gegenwart.
Tübingen : Francke, 2001, (Mainzer Forschungen zu Drama und Theater Bd. 26), S. 37-54.
- ISBN 3-7720-2794-6
Föllinger: Linguistische Studie über ’Tränen und Weinen im archaischen Grie-
chenland’
Projektleitung: Linguistische Studie über „Tränen und Weinen im archaischen Grie-
Prof. Dr. Sabine Föllinger chenland" In den unter Homers Namen überlieferten archaischen
Beginn: 1.1.2002 Epen Ilias und Odyssee spielen Weinen und Tränen als Ausdruck
verschiedener spontaner Emotionen eine zentrale Rolle. Anlaß kön-
nen Trauer, Wut, Angst, Verzweiflung, aber auch Freude sein. Wel-
chen Raum die Klage in den Epen einnimmt, wird schon durch die
Vielfalt der für Weinen gebrauchten Verben ausgedrückt. Dabei gibt
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
es bei der Äußerung spontaner Traueremotion keinen Unterschied
zwischen Männern und Frauen - im Unterschied zur ritualisierten
Trauer bei Todesfällen, die ausschließlich von Frauen vollzogen
[Link] Projekt geht der semantischen und inhaltlichen Vielfalt des
Weinens in den homerischen Epen nach und stellt einen Vergleich
mit der archaischen Lyrik an. Ein Blick auf die Veränderungen, die
man für die Zeit des klassischen Athen beobachten kann, rundet die
Untersuchung ab.
Publikationen
1. Föllinger, Sabine: Föllinger:
0XX Männerbilder in der frühgriechischen Dichtung . In: Therese
Fuhrer ; S.C. Zinsli (Hrsg.) : Gender Studies in den Altertumswissenschaften. Rollenkon-
strukte in antiken Texten. Trier : WTV [Link], 2003, (Iphis. Beiträge zur altertums-
wissenschaftlichen Genderforschung Bd. 2), S. 19-36. - ISBN 3-88476-615-5
Föllinger: Mitarbeit am "Handbuch der Altertumswissenschaft: Geschichte der
griechischen Literatur", Bereich: Fachliteratur
Projektleitung: Mit dem "Handbuch der Altertumswissenschaft: Geschichte der grie-
Prof. Dr. Sabine Föllinger chischen Literatur" soll in Kooperation verschiedener Wisschen-
Beginn: 1.1.2002 schaftler aus den Altertumswissenschaften (Hrsg.: Bernhard
Zimmermann, Freiburg) ein neues Grundlagenwerk für die Ge-
schichte der griechischen Literatur geschaffen werden. Dabei wird
der Bereich der "Fachliteratur", die in der Antike einen wichtigen
Stellenwert innehatte, größeren Raum als in bisherigen Literaturge-
schichten einnehmen. Ein zentrales Ziel bei ihrer Behandlung ist ihre
Einordnung anhand moderner Gattungstheorien.
Publikationen
1. Föllinger, Sabine: Föllinger:
0XX Die antike Biologie zwischen Sachtext und christlicher Predigt:
Autoren, Rezipienten und die Frage nach dem literarischen Genus . In: Marietta Horster ;
Christiane Reitz (Hrsg.) : Antike Fachschriftsteller: Literarischer Diskurs und sozialer Kon-
text. Stuttgart : Steiner, 2003, (Palingenesia Bd. 80), S. 72-87. - ISBN 3-515-08243-3
Föllinger: Spätantike Anthropologie
Projektleitung: In der Spätantike entsteht ein reiches Schrifttum über die Frage
Prof. Dr. Sabine Föllinger nach dem Wesen des Menschen, seiner Stellung im Kosmos und sei-
Beginn: 1.1.2002 nem Verhältnis zu einem als göttlich verstandenen Bereich. Dabei
spielt in den christlichen Anthropologien die Auseinandersetzung mit
dem paganen Erbe eine wichtige Rolle. Das Projekt untersucht diese
Anthropologien als Vermittler der antiken Vorstellungen der ,Leib-
Seele-Problematik‘ an die abendländische Tradition.
Publikationen
1. Föllinger, Sabine: Föllinger:
0XXAggression und Adaptation: Zur Rolle philosophischer Theorien
in Arnobius’ apologetischer Argumentation . In: Therese Fuhrer ; Michael Erler (Hrsg.) : Zur
Rezeption der hellenistischen Philosophie in der Spätantike (1. Tagung der Karl- und Ger-
trud-Abel-Stiftung Trier 22.-[Link] 1997). Stuttgart : Steiner, 1999, S. 13-31.
(Philosophie der Antike Bd. 9) - ISBN 3-515-07442-2
2. Föllinger, Sabine: Föllinger: Biologie in der Spätantike . In: Georg Wöhrle (Hrsg.) : Ge-
schichte der Mathematik und der Naturwissenschaften in der Antike. Bd. 1: Biologie.
Stuttgart : Steiner, 1999, S. 253-281. - ISBN 3-515-07389-2
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Döring, Klaus: Döring: 0XX
Die Philosophie des Sokrates . In: Gymnasium 99 (1992), S. 1-16
2. Föllinger, Sabine: Föllinger: Differenz und Gleichheit. Das Geschlechterverhältnis in der
Sicht griechischer Philosophen des 4.-1. Jahrhunderts vor Christus. . Stuttgart : Steiner,
1996 (Hermes-Einzelschrift Bd. 74) . - ISBN 3-515-07011-7
3. Föllinger, Sabine: Föllinger: Scevtlia drw ˜ si: ’Hysterie’ in den hippokratischen Schriften .
In: Renate Wittern ; Pierre Pellegrin (Hrsg.) : Hippokratische Medizin und antike Philoso-
phie (VIII. Internationales Hippokrates-Kolloquium Kloster Banz / Staffelstein 23.-28. Sep-
tember 1993). Hildesheim : Olms-Weidmann, 1996, S. 437-450. (Medizin der Antike
Bd. 1) - ISBN 3-487-10037-1
4. Föllinger, Sabine: Föllinger: Artikel "Musonius" . In: Oliver Schütze (Hrsg.) : Metzler-Lexi-
kon antiker Autoren. 1. Aufl. Stuttgart, Weimar : Metzler, 1997, S. 463-465. - ISBN 3-476-
01547-5
5. Föllinger, Sabine: Föllinger: Die aristotelische Forschung zur Fortpflanzung und Ge-
schlechtsbestimmung der Bienen . In: Wolfgang Kullmann ; Föllinger, Sabine (Hrsg.) : Ari-
stotelische Biologie. Intentionen, Methoden, Ergebnisse. Stuttgart : Steiner, 1997,
(Philosophie der Antike Bd. 6), S. 375-385. - ISBN 3-515-07047-8
6. Wolfgang Kullmann ; Föllinger, Sabine (Hrsg.): Föllinger: Aristotelische Biologie : Intentio-
nen, Methoden, Ergebnisse . (Symposion über Aristoteles’ Biologie Bad Homburg, Werner-
Reimers-Stiftung 24. - 28. Juli 1995) Stuttgart : Steiner, 1997 (Philosophie der Antike
Bd. 6) . - ISBN ISBN 3-515-07047-8
7. Föllinger, Sabine: Föllinger: Frau und Techne: Xenophons Modell einer geschlechtsspezifi-
schen Arbeitsteilung . In: Barbara Feichtinger ; Georg Wöhrle (Hrsg.) : Gender Studies in
den Altertumswissenschaften. Möglichkeiten und Grenzen. Trier : WVT [Link],
2002, (Iphis. Beiträge zur altertumswissenschaftlichen Gender-Forschung Bd. 1), S. 49-
63. - ISBN 3-88476-465-9
8. Föllinger, Sabine: Föllinger: Rezension zu "Birger Hutzfeldt: Das Bild der Perser in der grie-
chischen Dichtung des 5. vorchristlichen Jahrhunderts (Serta Graeca 8) Wiesbaden: Rei-
chert 1999 . In: Gymnasium 109 (2002), Nr. 1, S. 69-71
9. Föllinger, Sabine: Föllinger: Rezension zu: "James G. Lennox, Aristotle’s Philosophy of Bio-
logy. Studies in the Origins of Life Science, Cambridge 2001 . In: International Studies in
the Philosophy of Science 16 (2002), S. 297-299
10. Föllinger, Sabine: Föllinger: Artikel "Biologie" . In: Hubert Cancik (Hrsg.) : Der Neue Pauly
: Enzyklopädie der Antike. Bd. 12,2. Stuttgart : Metzler, 2003, S. 917-921. - ISBN 3-476-
01470-3
11. Föllinger, Sabine: Föllinger: Artikel: "Wirtschaftslehre II. Frühe Neuzeit" . In: Landfester,
Manfred (Hrsg.) : Der Neue Pauly. Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte. Stuttgart/
Weimar : Metzler Verlag, 2003, S. 1160-1164.
12. Föllinger, Sabine: Föllinger: Genosdependenzen. Studien zur Arbeit am Mythos bei Aischy-
los . Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2003 (Hypomnemata Bd. 148) . - ISBN 3-525-
25247-1
Seite 422
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Slavistik
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2110
Die Slavistik mit ihren Teilbereichen Ost-, West- und Südslavistik hat die Sprachen, Literaturen
und Kulturen der slavischen Völker in Vergangenheit und Gegenwart zum Gegenstand. Das
Lehrangebot umfaßt Sprachunterricht in den Sprachen Russisch, Polnisch, Tschechisch sowie
Kroatisch/Serbisch. Gelegentlich wird es um weitere Sprachen, wie z.B. das Bulgarische, er-
gänzt. Hinzu tritt die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache, Literatur und Kultur des sla-
vischen Raumes in all seinen Beziehungen, Wechselwirkungen und Besonderheiten im west- wie
osteuropäischen Vergleich, in Bezug zu seinen Nachbarn, z.B. auf dem Balkan. Ein gewisser
Schwerpunkt liegt dabei in Bamberg neben Rußland auf Südosteuropa.
Forschungsschwerpunkte
Literaturwissenschaft: Russische Literatur und Geistesgeschichte vom 18.-20. Jahrhundert,
Südslavische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, Rezeptions- und Wirkungsgeschichte
(Russisch-Deutsch, Deutsch-Russisch), Imagologie/Völkerbildforschung, Motiv- und Toposfor-
schung/Begriffsgeschichte.
Sprachwissenschaft: Phonologie und Morphologie der slavischen Sprachen, Sprachtypologie,
Balkanologie, slavische Kulturgeschichte, Sprachtypologie, quantitative Methoden.
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Die Slavistik verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur von Macintosh-Arbeitsplätzen, die
untereinander und mit dem Internet vernetzt sind. Peripherie wie Scanner, CD-Brenner, Web-
Server, Datenbank-Server etc. sind vorhanden.
Kooperationsbeziehungen
Die Bamberger Slavistik pflegt zahlreiche institutionalisierte Kooperationsbeziehungen wie wis-
senschaftliche Zusammenarbeit mit Institutionen und Forschern im In- und Ausland, insbeson-
dere mit dem Istituto Orientale in Neapel, dem Puskinskij Dom in Sankt Petersburg, der
Staatlichen Universität Tomsk in Sibirien, dem Goncarov-Museum in Ul’janovsk/Russland.
Wissenschaftliche Tagungen
VII. Deutscher Slavistentag 1997 - Mit 400 Teilnehmern der größte nationale Kongreß der deut-
schen Slavistik, den es bisher gegeben hat.
Seite 423
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Slavische Philologie
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2110 (Sekret.) Fax.: (0951) 863-2111
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Prof. Dr. Peter Thiergen:
Prof. Dr. Peter Thiergen
wiss. Mitarbeiter: Habilitation am 19.7.1976
Dr. phil. Daniel Schümann Rufe nach Gießen, Frankfurt am Main, Basel, Kiel
seit 1987 Inhaber des Lehrstuhls für Slavische Philologie in Bamberg
seit 1998 Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wis-
senschaften zu München (Philosophisch-historische Klasse)
seit 1999 Korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie
der Wissenschaften zu Leipzig (Philologisch-historische Klasse)
seit 1992 DFG-Gutachter
Forschungsschwerpunkte
• Russische Literatur- und Geistesgeschichte vom 18. - 20. Jahrhun-
dert
• Südslavische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts
• Rezeptions- und Wirkungsgeschichte (Russisch-Deutsch/Deutsch-
Russisch)
• Imagologie/Völkerbildforschung
• Motiv- und Toposforschung/Begriffsgeschichte
• Literatur und Philosophie
• Ivan Goncarov im deutschsprachigen Raum (Schümann)
• ’Neuer Mensch’ (Schümann)
• Gustaw Herling-Grudzinski und die polnische Exilliteratur (Schü-
mann)
• Naturalismus in Polen (Schümann)
• Die Farbe Rot in der russischen Literatur (Maier)
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
• 5 Computer-Arbeitsplätze (Apple Macintosh) mit Internetzugang
Kooperationsbeziehungen
• Zweigstelle der Südosteuropagesellschaft (zusammen mit Erlangen-
Nürnberg)
• Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungseinrichtungen (Uni-
versitäten, Akademien, Museen) in Rußland (Petersburg, Moskau,
Tomsk, Ul’janovsk), Ungarn (Budapest, Eger), Tschechische Repu-
blik (Prag), Kroatien (Zagreb), Polen (Posen) und Italien (Neapel)
Wissenschaftliche Tagungen
• Konferenz I.A. Goncarov: Leben, Werk und Wirkung (Bamberg, 8.-
10.10.1991)
• Konferenz Ivo Andric (1892-1975) (Bamberg, 9.-11.10.1992)
• Symposion Ivan S. Turgenev (Bamberg, 15.-20.9.1993)
Seite 424
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Zusammen mit S. Kempgen Durchführung des VII. Deutschen Slavi-
stentages in Bamberg 1997.
• Symposion zu Ehren von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Rothe (Bam-
berg, 8.-10.5.1998)
• Konferenz zur russischen Begriffsgeschichte (September 2001/40
Referenten)
Veröffentlichungsreihen
• Vorträge und Abhandlungen zur Slavistik (hrsg. von P. Thiergen),
Otto Sagner Verlag, München (bisher Bände 1-45).
• Bausteine zur Slavischen Philologie und Kulturgeschichte (Ge-
schäftsführender Herausgeber P. Thiergen), Böhlau Verlag Köln/
Wien/Weimar.
• Die Editionsstelle befindet sich im Heumarkt 2, Raum 103 (ab Mai
2001 in der Weide 18)
Forschungsprojekte
"Ravnodusnaja priroda": Zum russischen Naturbild der Neuzeit
Projektleitung: Das Vorhaben untersucht die von A. S. Puskin erstmals formulierte
Prof. Dr. Peter Thiergen russische Vorstellung einer "gleichgültigen Natur". Natur als Welt-
Beginn: 1.10.1999 umgebung des Menschen wird von den russischen Dichtern seit dem
19. Jahrhundert nicht mehr nur als "Mutter Natur" und sympatheti-
scher Echoraum gesehen, sondern als kalte, indifferente Instanz.
Diesen Diskurs einer negativ-pessimistischen Natursicht Rußlands
hat die Forschung bisher sträflich vernachlässigt.
Capri in slavischer Kultur und Literatur (zusammen mit dem Istituto Universitario
Orientale/Neapel)
Projektleitung: Die Insel Capri hat auch in der slavischen Kultur und Literatur eine
Prof. Dr. Peter Thiergen wichtige Rolle als Chiffre für Antikesehnsucht, Naturschönheit und
Beginn: 1.4.2001 Evasionsraum gespielt, aber auch als Unheils- und Todesort. Sol-
chen Deutungen soll vor allem für das 20. Jahrhundert nachgegan-
gen werden. Hinzu kommen mit Capri verbundene Aspekte
slavischer Geschichte und Politik.
Schwerpunkte liegen in der russischen und polnischen Literatur.
Das Projekt wird zusammen mit dem Istituto Universitario Orientale
in Neapel realisiert.
Gesamtausgabe I. A. Goncarov (1812 - 1891)
Beginn: 1.10.1996 Die erste "Gesamtausgabe der Werke und Briefe" des russischen
Schriftstellers Ivan A. Goncarov in 20 Bänden erfolgt unter der Fe-
derführung der russischen Akademie der Wissenschaften/Abteilung
St. Petersburg (Puskinskij dom). Bisher sind vier Bände erschienen
(St. Petersburg 1997 - 2000). Über Bamberg werden jene Teile der
Gesamtausgabe mitbetreut, die Deutschland betreffen (Übersetzun-
gen, literarische Adaptionen, Realien etc.).
Seite 425
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Russische Begriffsgeschichte
Projektleitung: Anspruchsvolle Begriffsgeschichte ist für den russischen Raum, im
Prof. Dr. Peter Thiergen Unterschied zu den antiken und westeuropäischen Sprachen, bisher
Beginn: 1.10.2000 nur unsystematisch geleistet worden. Es fehlt an entsprechenden
historischen Lexika und Enzyklopädien. Nur zu Einzelbegriffen (Ni-
hilismus, pravda/istina, sobornost’ etc.) gibt es verläßliche Untersu-
chungen.
Mit einem Kongreß zur Russischen Begriffsgeschichte der Neuzeit
(September 2001, 40 Referenten) soll eine erste interdisziplinäre
Diskussion (Historiker, Theologen, Juristen, Literatur- und Sprach-
wissenschaftler...) in Gang gebracht werden. Die Referenten kom-
men aus sechs Ländern.
Temporalistische Vorstellungen in der russischen Kulturentwicklung (Zum Ant-
agonismus von Akzeleration und Stagnation)
Projektleitung: Nachdem Babylonier und Ägypter, die Antike und das Christentum
Prof. Dr. Peter Thiergen Zeitvorstellungen und -einteilungen entwickelt hatten, ist das Zeit-
Beginn: 1.10.2000 bewußtsein vor allem in der westlichen Welt präsent und wirkungs-
voll gewesen. Entsprechend gibt es zu westlichen Zeitphänomenen
bzw. zur westeuropäischen "temporalistischen Mentalität" eine Fülle
einschlägiger Untersuchungen. In diesen spielt Rußland keine oder
nur eine marginale Rolle. Das mag auch daran liegen, daß russische
Zeitvorstellungen kaum je untersucht worden sind. Jedenfalls feh-
len, abgesehen von sprachwissenschaftlichen Studien zum Tempo-
ralitätswortschatz, summierende themenspezifische Monographien.
Das Projekt widmet sich der Frage, welche Auffassungen von kultu-
rellem Entwicklungstempo in der russischen Geschichte von 1700
bis zur Gegenwart erkennbar sind. Zar Peter der Gr. (1689-1725)
hatte sich abrupt und irreversibel dem Westen zugewandt. Seitdem
kollidieren in Rußland Phänomene von Stagnation (russ. "zastoj"
u.ä.) und Akzeleration (russ. "progress"), die von Synthesebemü-
hungen durch Projektion begleitet werden (= Entwurf einer futuri-
stischen Zeit). Es kommt zum Wechselspiel von sog. binären und
ternären Diskursen.
Projektunabhängige Publikationen
1. Thiergen, Peter: Probleme
0XXder russischen Schopenhauer-Rezeption . In: Göttingische Ge-
lehrte Anzeigen 238 (1986), S. 240-266
2. Thiergen, Peter: Gogol’s "Mantel" und die Bergpredigt . In: Harder, H.-B. ; Rothe, H.
(Hrsg.) : Gattungen in den slavischen Literaturen. Festschrift für A. Rammelmeyer. Köln :
Böhlau, 1988, S. 393-412.
3. Thiergen, Peter: Oblomov als Bruchstück-Mensch. Präliminarien zum Problem "Goncarov
und Schiller" . In: Thiergen, Peter (Hrsg.) : I. A. Goncarov. Beiträge zu Werk und Wirkung.
(vorbereitend auf Tagung I. A. Goncarov. Leben, Werk und Wirkung Bamberg 1991). Köln :
Böhlau, 1989, S. 163-191. (Bausteine zur Geschichte der Literatur bei den Slawen Bd. 33)
4. Thiergen, Peter: Zu Cechovs Personalunion von Dichter, Arzt und Psychologe (Am Beispiel
von "Knjaginja") . In: Kluge, R.-D. (Hrsg.) : Anton P. Cechov. Werk und Wirkung, Teil I.
Wiesbaden : Harrassowitz, 1990, S. 324-341.
Seite 426
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
5. Thiergen, Peter: Zum Eingangskapitel von M. Selimovics "Dervis i smrt" . In: Studia phra-
seologica et alia. Festschrift für J. Matesic zum 65. Geburtstag. München : *, 1992, S. 497-
510.
6. Thiergen, Peter: Jean Paul als Quelle des frühen russischen Nihilismus-Begriffs .
In: Thiergen, Peter ; Udolph, L. (Hrsg.) : Res Slavica. Festschrift für Hans Rothe zum 65.
Geburtstag. Paderborn : Schöningh, 1994, S. 295-317.
7. Thiergen, Peter: Ivo Andrics Roman "Gospodica": Psychologie, Symbolik, Textvergleich .
In: Thiergen, Peter (Hrsg.) : Ivo Andric 1892-1992. Beiträge des Zentenarsymposions an
der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Ivo Andric (1892-1975) Bamberg 9.-11.10.1992).
München : Otto Sagner, 1995, S. 131-155. (Vorträge und Abhandlungen zur Slavistik
Bd. 25)
8. Thiergen, Peter: "Homo sum" - "Europaeus sum" - "Slavus sum". Zu einer Kulturkontrover-
se zwischen Aufklärung, Eurozentrismus und Slavophilie in Rußland und der Westslavia .
In: Zeitschrift für Slavische Philologie 57 (1998), S. 50-80.
9. Thiergen, Peter: Die "gleichgültige Natur". Zu einem Topos in deutscher und russischer Li-
teratur . In: Manger, K. (Hrsg.) : Die Wirklichkeit der Kunst und das Abenteuer der Inter-
pretation. Festschrift für H.-J. Gerigk. Heidelberg : C. Winter, 1999, S. 315-334.
10. Thiergen, Peter: Die Einsamkeit des Albatros. Zum ’ornithologischen’ Dichterbild des frühen
Bal’mont vor dem Hintergrund Darwins und Nietzsches . In: Jekutsch, U. ; Kroll, W. (Hrsg.)
: Slavische Literaturen im Dialog. Festschrift für Reinhard Lauer zum 65. Geburtstag.
Wiesbaden : Harrassowitz, 2000, S. 255-276.
Seite 427
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Slavische Sprachwissenschaft
Anschrift: An der Universität 5, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2107 Fax.: (0951) 863-2108
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Professur für Slavische Sprachwissenschaft ist eine von zwei
Prof. Dr. Sebastian Professuren im Fach Slavistik. Sie ist für Lehre und Forschung im
Kempgen Bereich aller slavischen Sprachen zuständig. Die Lehre ist Teil der
russistischen bzw. slavistischen Studiengänge mit Abschluß Magi-
ster und Staatsexamen (Russisch), die auch als Nebenfach mit vie-
len anderen Studienfächer der Universität kombiniert werden
können. Neben der Sprachwissenschaft werden auch kulturwissen-
schaftliche Veranstaltungen angeboten, vornehmlich zu den Räu-
men Rußland und Balkan.
Forschungsschwerpunkte
Web-Server zur slavistischen Mediävistik ( [Link]
[Link] ); Phonologie und Morphologie der Slavischen Sprachen;
Sprachstatistik und quantitative Linguistik; Historische Grammatik
des Russischen; Typologie der slavischen Sprachen Kulturgeschich-
te des Balkanraumes und des Alten Rußlands
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
DTP-Arbeitsplätze (Apple Macintosh), dazu eigener Web-Server (
[Link] ) und Datenbank-Server auf FileMa-
ker-Basis mit Daten für Studierende (Bibliographie) und For-
schungsprojekte.
Kooperationsbeziehungen
National: v.a. mit Kollegen der Universitäten München, Tübingen,
Dresden und Potsdam. International mit Kollegen der Universität
Sofia und der Akademie der Wissenschaften in Moskau. Im Beirat
zweier slavistischer Zeitschriften: "Die Welt der Slaven" (München)
und "Scripta & eScripta" (Sofija).
Wissenschaftliche Tagungen
Im September 2003 fand das 29. Slavistische linguistische Arbeits-
treffen in Bamberg statt. Dieser "Konstanzer" Kreis kommt jährlich
an einem anderen Ort in kleinerem Kreis zu einer einwöchigen Ta-
gung zusammen, deren Ergebnisse jeweils in einem Sammelband
publiziert werden. Als Vorsitzender der Slavistentagskommission
des Hochschullehrerverbandes der Slavisten mit der Vorbereitung
des nächsten deutschen Slavistentages befaßt (Okt. 2005 in Mün-
chen).
Seite 428
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Afanasij Nikitins "Reise über die drei Meere". Neuedition eines altrussischen Tex-
tes
Projektleitung: Das Projekt hat die Neuedition eines der Klassiker der altrussischen
Prof. Dr. Sebastian Kemp- Literatur zum Ziel, die "Entdeckung" Indiens durch den russischen
gen Kaufmann Afanasij Nikitin am Ende des 15. Jhs. Nikitins Reisebe-
Stichwörter:
Altrussisch; Reisebe- schreibung bzw. die erhalten gebliebenen Abschriften des verloren
schreibung; Indien; Rus- gegangenen Originals liegen bisher nur in philologisch unzureichen-
sland; Edition den Editionen vor. Neben einer Faksimile- Wiedergabe der wichtig-
Beginn: 1.1.1998 sten Abschriften wird eine vollständig neue Transkription des Textes
Förderer:
erarbeitet sowie eine neue Übersetzung ins Deutsche. Ein ausführ-
Universität Bamberg
licher Kommentar, grammatische Analysen, ein Wörterverzeichnis
etc. sollen dem Studierenden der Slawistik die Beschäftigung mit
diesem landeskundlich, historisch und sprachlich äußerst interes-
santen Text erleichtern. Das Projekt wurde in der Anlaufphase
(1999-2000) mit Mitteln der universitätsinternen Forschungsförde-
rung unterstützt.
Publikationen
1. Kempgen, Sebastian: Afanasij
0XX Nikitins ’Reise über die drei Meere’ - Zum Projekt einer
Neuedition des altrussischen Textes . In: Rathmayr, R. ; Weitlaner, W. (Hrsg.) : Slavisti-
sche Linguistik 1998. München : Otto Sagner, 1999, S. 97-115.
2. Kempgen, Sebastian: Ein Russe entdeckt Indien. Zur Neuedition eines altrussischen Textes
. In: Forschungsforum 10: Mittelalterforschung in Bamberg (2001), S. 112-115
Festschrift Werner Lehfeldt zum 60. Geburtstag
Projektleitung: Die Festschrift ehrt einen der international bekanntesten und pro-
Prof. Dr. Sebastian Kemp- duktivsten Slavisten Deutschlands. Die 48 Beiträge des Bandes von
gen Freunden, Schülern und Kollegen des Jubilars aus dem In- und Aus-
Beteiligte:
Schweier, Ulrich land entstammen - ohne Begrenzung von Raum, Zeit oder Methode
Berger, Tilman - den Bereichen Slavische Sprachwissenschaft, Allgemeine und
Stichwörter: Quantitative Linguistik, Slavische Literaturwissenschaft sowie Di-
Festschrift, Slavistik, daktik des Russischen als Fremdsprache. Sie entsprechen in ihrer
Sprachwissenschaft
Thematik dem ausserordentlich breiten Interessenspektrum des
Laufzeit: 7.6.2000 -
28.5.2003 langjährigen Herausgebers von "Russian Linguistics"; neben zahl-
reichen konkreten philologischen, empirischen Studien zur Synchro-
nie und Diachronie sind auch grundsätzlichen Überlegungen und
Reflexionen vertreten. Der Projektleiter war für die gesamte Korre-
spondenz sowie Satz, Typographie und Drucklegung des Projektes
verantwortlich.
Publikationen
1. Kempgen, Sebastian ; Berger,
0XX Tilman ; Schweier, Ulrich (Hrsg.): Rusistika, Slavistika, Ling-
vistika. Festschrift für Werner Lehfeldt zum 60. Geburtstag . 1. Aufl. München : Otto Sa-
gner, 2003 (Die Welt der Slaven; Sammelbände Bd. 19) . - 533 Seiten. ISBN 3-87690-837-
X
2. Kempgen, Sebastian: Phonologische Silbentrennung im Russischen . In: Kempgen, Seba-
stian ; Prof. Dr. Tilman Berger ; Prof. Dr. Ulrich Schweier (Hrsg.) : Rusistika, Slavistika,
Linguistika. Festschrift für Werner Lehfeldt zum 60. Geburtstag. München : Otto Sagner,
2003, S. 195-211. (Die Welt der Slaven, Sammelbände Bd. 19) - ISBN 3-87690-837-X
Seite 429
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Handbuch "Die slawischen Sprachen"
Projektleitung: In der Reihe "Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissen-
Prof. Dr. Sebastian Kemp- schaft" (HSK) sollen die slawischen Sprachen in zwei Bänden umfas-
gen send dargestellt werden (geplante Druckseiten: 2000). Die Struktur
Beteiligte:
Prof. Dr. Tilman Berger der Sprachen, ihre Geschichte und der Stand der Forschung werden
(Tübingen) in mehreren Hundert Einzelartikeln dargestellt werden. Als Autoren
Prof. Dr. Karl Gutschmidt sind international renommierte Spezialisten für den jeweiligen Be-
(Dresden) reich vorgesehen. Ab dem Frühjahr 2004 beginnt die Phase der re-
Prof. Dr. Peter Kosta
daktionellen Bearbeitung der bislang vorliegenden Beiträge.
(Potsdam)
Stichwörter: Weitere Infos auf der Webseite [Link]
Handbuch; Slawische slavling/[Link]
Sprachen
Laufzeit: 1.1.1998 -
31.12.2007
Förderer:
Verlag de Gruyter, Berlin
Kodeks - Slavische Mediävistik Online
Projektleitung: Das Projekt hat zum Ziele, standardisierbare Komponenten der Ver-
Prof. Dr. Sebastian Kemp- mittlung älterer Sprachstufen des Slavischen (Altkirchenslawisch,
gen Altrussisch, Altslovenisch usw.) zum eigenständigen Lernen aufzu-
Beteiligte:
Prof. Dr. Ulrich Schweier, bereiten und zur Verfügung zu halten sowie multimediale Inhalte zu
München präsentieren. Der Pflichtunterricht in den älteren Sprachstufen soll
Stichwörter: auf diese Weise entlastet und um zusätzliches, ergänzendes Materi-
Altkirchenslavisch; Altrus- al bereichert werden. Die Server-Inhalte werden laufend ergänzt.
sisch; Slavische Mediävi-
Zur Bereitstellung von Inhalten sind alle einschlägig Interessierten
stik
Beginn: 1.7.1995 eingeladen.
Auf dem Server werden auch sämtliche Publikationen des Autors in
elektronischer Form bereitgehalten.
Publikationen
1. Kempgen, Sebastian: Slavistik
0XX und Internet - Projekt "Kodeks" . In: Kosta, P. ; Mann, E.
(Hrsg.) : Slavistische Linguistik 1996. München : Otto Sagner, 1997, S. 77-104.
Slavistische Linguistik 2003
Projektleitung: Der "Konstanzer" Kreis ist eine Gruppe slavistischer Linguisten, die
Prof. Dr. Sebastian Kemp- sich ursprünglich zusammenfanden, um zeitgenössischen Strömun-
gen gen der Linguistik Raum zu geben, um Projekte, Vorhaben und Er-
Stichwörter:
Tagung, Slavistik, Sprach- gebnisse in kleinem Kreise ohne den Zwang, sich vor großem
wissenschaft Publikum "produzieren" zu müssen intensiv zu diskutieren. Eine
Laufzeit: 10.9.2002 - Teilnahme ist immer nur auf Einladung und mit eigenem Vortrag
31.1.2005 möglich. Obwohl der Teilnehmerkreis im Laufe der Jahre eine gewis-
Förderer:
sen Fluktuation erlebt hat, ist der Kern des Kreises seit den Anfangs-
Otto-Friedrich-Universität
Bamberg jahren dabei, ein Kreis jüngerer Kollegen einige Jahre später
hinzugekommen. Benannt ist der Kreis nach seinem Gründungs-
und erstem Tagungsort.
Aus den Vorträgen einer jeden Tagung entsteht jedes Jahr ein Sam-
melband unter dem Titel "Slavistische Linguistik [Jahr]", der in den
"Slavistischen Beiträgen" im Otto Sagner-Verlag München publiziert
wird.
Seite 430
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Im Jahre 2003 fand das 29. Arbeitstreffen des Kreises an der Uni-
versität Bamberg statt (15.-19.9.). Die Publikation ist gegenwärtig
in Vorbereitung.
Publikationen
1. Kempgen, Sebastian (Hrsg.):
0XX Slavistische Linguistik 2003. Referate des XXIX. Konstanzer
Slavistischen Arbeitstreffens, Bamberg 15.--19.9.2003 . (Konstanz 29 Bamberg 15.--
19.9.2003) München : Otto Sagner, 2004. - 350 Seiten.
Projektunabhängige Publikationen
1. Kempgen, Sebastian: Die0XXKirchen und Klöster Moskaus. Ein landeskundliches Handbuch .
1. Aufl. München : Otto Sagner, 1994 (Sagners Slavistische Sammlung Bd. 21) . - 798 Sei-
ten. ISBN 3-87690-566-4
2. Kempgen, Sebastian: Quantitative Aspekte . In: Jachnow, H. (Hrsg.) : Handbuch der
sprachwissenschaftlichen Russistik und ihrer Grenzdisziplinen. Wiesbaden : Otto Harrasso-
witz, 1999, S. 525-550.
3. Kempgen, Sebastian: Morphemik . In: Jachnow, H. (Hrsg.) : Handbuch der sprachwissen-
schaftlichen Russistik und ihrer Grenzdisziplinen. Wiesbaden : Otto Harrassowitz, 1999,
S. 87-108.
4. Kempgen, Sebastian: Modellbedingte Vorkommensbeschränkungen in der Phonologie .
In: K. Günberg ; W. Potthoff (Hrsg.) : Ars Philologica. Festschrift für Baldur Panzer zum 65.
Geburtstag. Frankfurt : Peter Lang, 1999, S. 179-184.
5. Kempgen, Sebastian: Zur Geschichte der Sowjetischen Soziolinguistik - so oder so .
In: Girke, W. (Hrsg.) : Vertograd Mnogocvetnyj. Festschrift für Helmut Jachnow.
München : Otto Sagner, 1999, S. 113-117.
6. Kempgen, Sebastian: Methodische Desiderata der slavischen Areallinguistik . In: Hansack,
E. et al. (Hrsg.) : Festschrift für Klaus Trost zum 65. Geburtstag. München : Otto Sagner,
1999, S. 135-141.
7. Kempgen, Sebastian ; Schweier, Ulrich (Hrsg.): 1. Bulgarien-Exkursion der Slavischen
Sprachwissenschaft . Bamberg : Universität Bamberg. 1999. - Interner Bericht. 40 Seiten
8. Kempgen, Sebastian: Osteuropa . In: Booij, G. et al. (Hrsg.) : Morphologie. Ein internatio-
nales Handbuch zur Flexion und Wortbildung. Berlin : de Gruyter, 2000, S. 125-138.
9. Kempgen, Sebastian: Wortstämme und grammatische Kategorien - eine Polemik . In: W.
Breu (Hrsg.) : Slavistische Linguistik 1999 (XXV. Konstanzer Slavistisches Arbeitstreffen
Konstanz 7.-10.9 1999). 1. Aufl. München : Otto Sagner, 2000, S. 147-154. (Slavistische
Beiträge Bd. 396) - ISBN 3-87690-774-8
10. Kempgen, Sebastian: Assoziativität der Phoneme im Russischen . In: L. Uhlirova ; et alii
(Hrsg.) : Text as a Linguistic Paradigm: Levels, Constituents, Constructs. Festschrift in ho-
nour of Ludek Hrebícek. 1. Aufl. Trier : WVT, 2001, (Quantitative Linguistics Bd. 60),
S. 124-135.
11. Kempgen, Sebastian: Wieviele und welche Konjugationen hat das Russische? In: V. Leh-
mann ; J. Scharnberg (Hrsg.) : Slavistische Linguistik 2000 (XXVI. Slavistisches Arbeits-
treffen Hamburg 26.-28.9.2000). 1. Aufl. München : Otto Sagner, 2001, S. 95-104.
(Slavistische Beiträge Bd. 410) - ISBN 3-87690-814-0
12. Kempgen, Sebastian: 22. Russisch . In: Th. Roelcke (Hrsg.) : Variationstypologie. Ein
sprachtypologisches Handbuch der europäischen Sprachen. 1. Aufl. Berlin : Walter de
Gruyter, 2003, S. 623-635. - ISBN 3-11-016083-8
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
13. Kempgen, Sebastian ; Schweier, Ulrich (Hrsg.): 2. Bulgarien-Exkursion der Slavischen
Sprachwissenschaft . Bamberg : Universität Bamberg. 2003. - Interner Bericht. 67 Seiten
14. Kempgen, Sebastian: Greenbergs phonologische Universalien und das Russische .
In: Lehmann, Volkmar ; Udolph, Ludger (Hrsg.) : Normen, Namen und Tendenzen in der
Slavia. Festschrift für Karl Gutschmidt zum 65. Geburtstag. 1. Aufl. München : Otto Sagner,
2004, S. 191-194. - ISBN 3-87690-808-6
15. Kempgen, Sebastian: "Die Kirchen und Klöster Moskaus" revisited . In: Die Welt der Slaven
XLIX (2004), Nr. 2, S. 347-356
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Kommunikationswissenschaft
Anschrift: An der Universität 9, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2158
Das Fach Kommunikationswissenschaft zählt derzeit ca. 600 offiziell erfasste Studierende. Hinzu
kommen ca. 100-200 nicht in den Statistiken berücksichtigte Wahlpflichtfachstudierende aus
benachbarten Diplomstudiengängen. Die Bamberger Kommunikationswissenschaft gehört zu
den interfakultativ am stärksten nachgefragten Studienfächern. Sie ist mit 2 Professuren aus-
gestattet.
Das Lehrangebot umfasst kommunikationswissenschaftliche und journalistik- bzw. PR-prakti-
sche Veranstaltungen. Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der neuen Medien, der
Organisationskommunikation und der Kommunikationsgeschichte.
Es existieren zahlreiche Kooperationsbeziehungen mit kommunikationswissenschaftlichen Ein-
richtungen im In- und Ausland.
Zum Spektrum möglicher Abschlüsse gehören
• Magisterstudiengang
• Diplomstudiengang Germanistik mit Schwerpunkt Journalistik
• Diplomstudiengang Soziologie mit Schwerpunkt Kommunikation und Public Relations
• Ergänzungsstudiengang Journalistik
Zugeordnete Einrichtungen
• Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft
• Professur für Kommunikationswissenschaft / Schwerpunkt Journalistik
• Honorar-Professur für Medienmanagement und Kulturvermittlung
• Forschungsstelle für neue Kommunikationsmedien
Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft
Anschrift: An der Universität 9, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2158 Fax.: 863-5158
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Das Fach Kommunikationswissenschaft und den Studienschwer-
Prof. Dr. Rudolf Stöber punkt Journalistik gibt es an der Universität Bamberg seit 20 Jahren,
Emeritus: und das mit einem eigenständigen und in dieser Form einmaligen
Prof. Dr. Manfred Rühl
wiss. Mitarbeiter: Profil: Erstmals an einer deutschen Universität wurde die praxisori-
Dr. Cecilia von Studnitz entierte Journalistik und das berufschancenträchtige Teilfach Public
Dr. Johannes Raabe Relations wissenschaftlich reflektiert und gelehrt. Die Journalistik in
Sekretariat: Bamberg hat seither auf Kommunikationsberufe im weitesten Sinne
Helga Meinhardt
vorbereitet. Waren es in den 80er Jahren vorwiegend die klassi-
schen Medien im Presse- und Rundfunkbereich, in denen die Bam-
berger Absolventen unterkamen, so hat sich das Feld für "Berufs-
kommunikatoren" in den 90ern erheblich ausgeweitet. Kompetenter
Umgang mit Medien und kommunikative Tätigkeiten im weitesten
Sinne sind heute Schlüsselqualifikationen, die in vielen Anwen-
dungsbereichen neue Arbeitsfelder für die Absolventen erschließen.
In den letzten Jahren ist besonders die informationstechnische
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Komponente hinzugekommen. Der Lehrbetrieb im Fach Kommuni-
kationswissenschaft/Journalistik begann im November 1982. Im
Oktober 1983 wurde Prof. Dr. Dr. Manfred Rühl auf den Lehrstuhl
berufen. Nach der Emeritierung (April 1999) wurde der Lehrstuhl
von Prof. Rühl und Prof. Dr. Bernd Blöbaum vertreten. Seit April
2002 ist Prof. Dr. Rudolf Stöber Inhaber des Lehrstuhls.
Forschungsschwerpunkte
Jedes Fach definiert sich über Erkenntnisinteresse und Gegenstand
bzw. Formal- und Materialobjekt. Formalobjekte sind Publizistik und
öffentliche Kommunikation, Materialobjekte die klassischen Mas-
senmedien (Pressemedien, Film, Rundfunk, Fernsehen). Individual-
medien und Hybridmedien (Telefon, Telegrafie, Computer, Internet)
werden berücksichtigt, weil die technische und inhaltliche Konver-
genz die klassischen Massenmedien seit der Mitte des 20. Jahrhun-
derts randunschärfer werden ließ.
Öffentlichkeiten und Massenmedien interessieren als strukturbil-
dende Merkmale neuzeitlicher und moderner Gesellschaften. Da die
Entwicklungen grundsätzlich wechselseitig wirken, gilt auch dem so-
zialen Wandel mit seinen Rückwirkungen auf die Ausdifferenzierung
von Medien und Öffentlichkeiten die Aufmerksamkeit: d.h. z.B. den
Wechselwirkungen zwischen Urbanisierung und medialem Wandel.
Theoriegeschichtlich interessieren die Theorien zu Öffentlichkeit und
öffentlicher Meinung von den Klassikern der Sozial- und Geisteswis-
senschaften bis zu den utilitaristischen und normativen Theorien.
Neben publizistischen Theorien werden dabei insbesondere ökono-
mische, innovations- und evolutionstheoretische Überlegungen
fruchtbar gemacht. Theorien werden einerseits zu heuristischen
Zwecken eingesetzt, andererseits sollen sie helfen, empirische Be-
funde zu erklären.
Grundsätzlich hängt die Wahl der Methode vom Untersuchungsge-
genstand ab. Angesichts des beschriebenen Forschungsinteresses
wird die induktiv operierende, empirische Quellenarbeit als Methode
bevorzugt. Die qualitative, quellenkritische und -nahe Forschung
(samt Methodik) erscheint wichtiger als die quantitativ-empirische
Sozialforschung. Quantitativer Forschung unter Einsatz deskriptiver
und analytischer Statistik (z.B. bei der Inhaltsanalyse) kommt die
Funktion einer Hilfsargumentation zu. Besonderes Gewicht wird auf
die Vermittlung von Recherchequalitäten gelegt.
Forschungsschwerpunkte:
• Neue Medien und sozialer Wandel im historischen und interkulturel-
len Strukturvergleich.
• Theorie und Geschichte von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung.
• Politische Kommunikation von Pressepolitik über Propaganda zur PR.
Kooperationsbeziehungen
Institut für Kommunikationsgeschichte und angewandte Kulturwis-
senschaften, FU Berlin
Historische Presseforschung, Universität Bremen
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Historische und systematische Kommunikationswissenschaft, Uni-
versität Leipzig
Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz zu Berlin
Wissenschaftliche Tagungen
Zeitungen und Zeitgeschichte, Tagung der Fachgruppe Kommunika-
tionsgeschichte der DGPuK im Institut für Zeitungsforschung/ Dort-
mund am 18./19./1.2002 (Mitorganisator).
Journalismus im Wandel - Wandel des Journalismus, Tagung der
Fachgruppen Kommunikationsgeschichte und Journalistik der DG-
PuK an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg am 17./18.1.2003.
20 Jahre Kommunikationswissenschaft in Bamberg am 20. Juni
2003 in Bamberg.
Veröffentlichungsreihen
Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte (Franz Steiner, Stuttgart)
seit 1999
Forschungsprojekte
Bibliographie der Zeitungen, Zeitschriften, Intelligenzblätter, Kalender und Alma-
nache in Augsburg und Nürnberg von den Anfängen bis 1815
Projektleitung: Das Projekt "Pressebibliographie" verfolgt das Ziel, den Forschern
Prof. Dr. Rudolf Stöber aller historischen Disziplinen eine zuverlässige, auf Autopsie beru-
Beteiligte: hende und kommentierte Bibliographie aller deutschsprachigen Pe-
Prof. Dr. Holger Böning,
Deutsche Pressefor- riodika von den Anfängen bis 1815 zur Verfügung zu stellen. Dabei
schung Bremen wird Konzeptionen gefolgt, wie sie in Großbritannien, Dänemark,
Stichwörter: Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika in Teilen be-
Presse, Augsburg, Nürn- reits verwirklicht wurden. Das Ziel des Projekts besteht darin, für
berg, Frühe Neuzeit
Augsburg und Nürnberg, die bedeutendsten Verlagsorte der nord-
Beginn: 1.1.2004
Kontakt: deutschen Aufklärung, eine ausführlich kommentierte Bibliographie
Prof. Dr. Rudolf Stöber der Periodika zu erstellen. Maßgebend für die Aufnahme ist dabei
Tel.: 0951 / 8632157, der Ver-lagsort, nicht der Ort der Herstellung oder der Wohnsitz des
Fax: 0951/8635158, E- Herausgebers. Als Periodika werden alle Druck-Erzeugnisse ver-
Mail: [Link]@sp
[Link]
standen, bei denen die Absicht einer periodischen Er-scheinungs-
weise bestand, unabhängig vom tatsächlichen Rhythmus des
Erscheinens. Daher soll die Bibliographie nicht nur Zeitungen und
Zeitschriften sowie Intelligenzblätter auf-führen, sondern auch Ka-
lender, Taschenbücher, Almanache und sonstige periodisch er-
scheinende Schriften.
Publikationen
1. Stöber, Rudolf: Deutsche Pressegeschichte. Einführung, Systematik, Glossar. . Konstanz :
0XX
Universitätsverlag, 2000
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Digitalisierung der Amtspresse Preußens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun-
derts und Erstellung eines Sachkommentars
Projektleitung: Das Projekt erstellt Digitalisierung, Internetaufbereitung und ergän-
Prof. Dr. Rudolf Stöber zenden Sach-kommentar der auflagenstärksten und einflussreich-
Beteiligte: sten politischen Presse des letzten Drittels im 19. Jahrhundert vor:
Prof. Dr. Hans Bohrmann,
IFZ Dortmund die preußische Provinzial-Correspondenz (PC), und die Neuesten
Dr. Joachim Zeller, Stabi Mittheilungen (NM) sowie die Digitalisierung und Internetaufberei-
Berlin tung eines exemplarisch ausgewählten Kreisblatts. In einem Folge-
Stichwörter: projekt könnte die Fort-setzung der NM, die Berliner Correspondenz
Pressepolitik, Propaganda,
(BC) digitalisiert und indexiert werden. Ziel des Projektes ist es, die
Zeitungen, Kreisblätter,
Presse, 19. Jahrhundert, in Deutschland nur in dem Exemplar der Staatsbiblio-thek zu Berlin
Preußen, Bismarck (SBB) nachgewiesenen Korrespondenzen durch ihre Digitalisierung
Beginn: 1.1.2004 und die damit verbundene Web-Präsentation der Korrespondenzen
Kontakt: sowie des wissen-schaftlichen Erschließungsapparates allgemein
Prof. Dr. Rudolf Stöber
Tel.: 0951 / 8632157,
zugänglich zu machen.
Fax: 0951/8635158, E-
Mail: [Link]@sp
[Link]
Publikationen
1. Stöber, Rudolf: Bismarcks
0XX geheime Presseorganisation von 1882. . In: Historische Zeitung
1996 262 (1996), Nr. 2, S. 423-451
2. Stöber, Rudolf: Die "Provinzial-Correspondenz" 1863-1884. Das größte politische "Wo-
chenblatt" seiner Zeit. . In: Publizistik 44. Jg (1999), Nr. 2, S. 165-184
Journalisten als soziale Akteure (abgeschlossene Promotion)
Projektleitung: Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Verortung von Journali-
Dipl.-Journ. Johannes sten im sozialen Raum der Gesellschaft der Bundesrepublik. Sie
Raabe knüpft damit an Fragestellungen der 70er und 80er Jahre an, in de-
Stichwörter:
Journalismusforschung, nen nach der Sozialität journalistischer Akteure auch jenseits redak-
Milieuforschung, Journa- tionsorganisatorischer Zusammenhänge geforscht wurde, weil
lismustheorie deren "Weltsichten" sozialisationsbedingt auch in die berufliche Tä-
Beginn: 1.5.1998 tigkeit einfließen können. Während damals jedoch lediglich der Be-
ruf des Vaters als Indikator für die soziale Herkunft ermittelt wurde,
werden in diesem Projekt die Positionen im sozialen Raum über die
Zugehörigkeit zu den verschiedenen sozialen Milieus der Gesell-
schaft rekonstruiert, weil diese nicht nur Auskunft geben über die
soziale Lage, sondern auch über die kulturellen Grund- und Wertori-
entierungen der Akteure. Im Rahmen einer Repräsentativ-Befra-
gung von über 1.000 Journalisten aus Redaktionen bayerischer
Medienunternehmen wurde die Milieuzugehörigkeit der Journalisten
ermittelt, wobei sich die Befunde sowohl im Vergleich zur übrigen
Bevölkerung als auch hinsichtlich vorfindbarer Unterschiede bei den
journalistischen Akteuren verschiedener Medien, Ressorts, Redakti-
onspositionen etc. analysieren lassen. Die Relevanz der Befunde zur
Sozialität der journalistischen Akteure ergibt sich dabei aus einem
theoretischen Zugang, der es erlaubt, das Zusammenspiel von Sy-
stem und Akteur zum Gegenstand theoretischer Beschreibungen
wie empirischer Analysen zu machen. Das Promotionsprojekt wird
voraussichtlich im Herbst 2001 abgeschlossen.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Theorie der Publizistik - Teilprojekt: Medien, Mittel, Technik, Technologie und die
Publizistik - kommunikationswissenschaftlich beobachtet
Projektleitung: Das Gesamtprojekt hat als kommunikationswissenschaftliche
Prof. Dr. Manfred Rühl Grundlagenforschung ein eigenständiges Profil entwickelt. Mit dem
Stichwörter: Teilprojekt soll zunächst die Rolle von Medien, Mittel, Technik und
Publizistiktheorie, Medien,
Mittel, Technik, Technolo- Technologie in der Vergangenheit der Publizistiktheorie beschrieben
gie, Kommunikationswis- werden, um als Medialisierung und Technisierung der "Weltgesell-
senschaft schaft" analysiert zu werden. Lange vor Presse und Rundfunk, und
Beginn: 1.1.1985 den anderen, Programme produzierenden und verbreitenden ,Medi-
en’ alias ,Massenmedien’, postulierte man mit dem Zweck/Mittel-
Schema den Grundgedanken einer kausal wirkenden Wertebezie-
hung. Seit dem 19. Jahrhundert heissen nützliche Apparate, Geräte,
Instrumente oder Leitungen ,die Mittel’. Jüngeren Datums sind die
Begriffe ,Organisationstechnik’, ,Medienmarkt’, ,Maschinentechnik’,
,Digitaltechnik’ oder ,sozialverträgliche Technikgestaltung’. Der Na-
tionalökonom Karl Knies bezeichnete 1853 bzw. 1857 die Eisenbahn
und den Telegrafen als ,Communicationsmittel’, während Liebe,
Macht, Geld und Wahrheit in den Sozialwissenschaften heute ,sym-
bolisch generalisierte Kommunikationsmedien’ genannt werden.
Auch die unter dem Grundgedanken der Mensch/Maschine-Integra-
tion versammelten Probleme der ,Gentechnik’ und ,Nanorobotik’
sollen für die Publizistik relevant sein. Dieses begrifflich-theoreti-
sche Durcheinander lässt sich steigern. Meint eigentlich ,Technolo-
gie’ heute noch die Wissenschaft von den Kausalverhältnissen der
Technik? Oder ist damit die Semantik des englischen Begriffs ,tech-
nology’ angesprochen, im Sinne des deutschen Begriffs Technik?
Wählt die transnationale Rezeptions- und Wirkungsforschung den
Begriffstitel Technologie, ist dann die ,Drucktechnologie’ der typo-
graphischen Presseproduktion gemeint, oder die ,Unterrichtstech-
nologie’ als Befähigung zum "richtigen" Zeitunglesens?
Viel Arbeit, Aufmerksamkeit, Geld, Wissen, Zeit und weitere gesell-
schaftlich knappe Ressourcen fließen in die Erforschung von ,Com-
putertechnik’, ,Gentechnologie’ oder ,Nanorobotik’, in der Erwar-
tung, sie möchten die "Weltinformation" und die "Weltkommunika-
tion" nachhaltig steigern. Wie soll das geschehen, wenn man Infor-
mation und Kommunikation ohne historischen und sozialen Wandel
diskutiert, sie statt dessen wie Natürlichkeiten oder Gegebenheiten
behandelt? Kann ein Anhäufen "neuer" Informationen von sich aus
Sinnmachen, und wenn ja, für wen? Was macht uns so sicher, dass
Paare, Familien, Organisationen und Märkte, in und zwischen den
Systemen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Sport, Religion
und so weiter, angesichts des Kommunikationswandels als gesell-
schaftliche Infrastrukturen erhalten bleiben? Was ist das technisch-
medial Neue an der "new economy", und gibt es einen Medialisie-
rungs- und Technisierungsunterschied zwischen "e-business", e-
commerce" und "e-conomy" in und für die Publizistik? Das kaum
eingrenzbare Begriffsuniversum der Mittel, Medien, Techniken und
Technologien lässt gegenwärtig kein semantisches Einheitsmoment
für eine befriedigende Klassifikationen erkennen.
Mit der Publizistik wählt dieses kommunikationswissenschaftliche
Forschungsprojekt eine Sonderform der menschlichen Kommunika-
tion (Humankommunikation), und somit eine emergente Wirklich-
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
keit sui generis - wie die Biologie das Leben des menschlichen
Organismus, oder die Psychologie das menschliche Bewusstsein.
Die Publizistik wird öffentlich vollzogen als Synthese von Auswahlen
aus den Bezirken Sinn, Information, Thema, Mitteilung und Ge-
dächtnis, in Wechselbeziehungen zur Gesellschaft und ihren Struk-
turen. Sinn machen für die Kommunikationswissenschaft alle
medialen bzw. technisch strukturierten Sachverhalte, im Fernsehen
selbst so "unsinnige", wie die gewalttätigen galaktischen Mensch-
Tier-Technik-Monster oder die Menschenhaltung für Peepshow-
Zwecke im Container von "Big Brother". Sollen Fernseh- und Inter-
net-Kombinationen die Beobachtungsstände zur Beobachtung sinn-
machender Publizistik werden, die Organisations-, Markt- und
Haushaltsformen von Journalismus, Werbung, Public Relations, Pro-
paganda und andere differnzieren, dann gilt es, Medien, Mittel,
Technik und Technologie öffentlich-kommunikativ zu transformie-
ren. Das Forschungsvorhaben stellt deshalb keine "Was-Fragen"
über das Wesen von Technik, Mittel, Medien, Technologie, sondern
Differenzierungsfragen zur Technisierung und Medialisierung der
Publizistik.
Publikationen
1. Rühl, Manfred: Publizieren.
0XXEine Sinngeschichte der öffentlichen Kommunikation. . Opla-
den, Wiesbaden : Westdeutscher Verlag, 1999
2. Rühl, Manfred: Zur Technisierung freiheitlicher Publizistik - jenseits von Neuen Medien und
Neuer Technik. . In: Bungard, Walter ; Lenk, Hans (Hrsg.) : Technikbewertung. Philosophi-
sche und psychologische Perspektiven. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1988, S. 343-377.
3. Rühl, Manfred: Von fantastischen Medien und publizistischer Medialisierung. .
In: Dernbach, Beatrice ; Rühl, Manfred ; Theis-Berglmair, Anna Maria (Hrsg.) : Publizistik
im vernetzten Zeitalter. Berufe - Formen - Strukturen. Opladen, Wiesbaden : Westdeut-
scher Verlag, 1998, S. 95-107.
4. Rühl, Manfred: Technik und ihre publizistische Karriere. . In: Jarren, Otfried ; Kopper, Gerd
G. ; Toepser-Ziegert, Gabriele (Hrsg.) : Zeitung - Medium mit Vergangenheit und Zukunft.
eine Bestandsaufnahme.. München : Saur, 2000, (Festschrift aus Anlass des 60. Geburts-
tages von Hans Bohrmann), S. -.
5. Rühl, Manfred: Medien (alias Mittel) und die öffentliche Kommunikation. ein alteuropäi-
sches Begriffspaar im Wirklichkeitswandel. . In: Zurstiege, Guido (Hrsg.) : Festschrift für
die Wirklichkeit. Wiesbaden : Westdeutscher Verlag, 2000, S. 105-118.
Projektunabhängige Publikationen
1. Stöber, Rudolf: "Der Patriot"
0XX in Lippstadt: Eine katholische Zeitung im Kulturkampf zwi-
schen Zentrum, Kirche und Katholik. . Göttingen : Ms., 1984
2. Stöber, Rudolf: "Der Patriot" im Kulturkampf. Die Etablierung einer neuen Partei am Bei-
spiel einer Regionalzeitung. . In: Heimatblätter. Beilage zum "Patriot". (1987), Nr. 7+8,
S. 7: 50-56/8: 57f.
3. Stöber, Rudolf ; Seewald, Berthold ; Krüger, Jens ; Held, Barbara: Publizistik in Berlin. Ein
Leitfaden durch das Studium der Publizistik an der FU Berlin. . Berlin : Colloquium-Verlag,
1988
4. Stöber, Rudolf: Presse und öffentliche Meinung in Lippe im Vormärz. .
In: Naturwissenschaftlicher und historischer Verein für das Land Lippe von Erhard Wiersing
Seite 438
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
in Zusammenarbeit mit Hermann Niebuhr. (Hrsg.) : Lippe im Vormärz. Von bothmäßigen
Unterthanen zu unbothmäßigen Demokraten.. Bielefeld : ohne, 1990, S. 56-82.
5. Stöber, Rudolf: Kontroversen um ein Journalistengesetz. Journalisten und Verleger in der
Weimarer Republik. . In: Publizistik 35 (1990), Nr. 3, S. 267-278
6. Stöber, Rudolf: Mit Schere und Kleister. Journalistische Arbeitsbedingungen in der Weima-
rer Republik. . In: journalist (1990), Nr. Nov., S. 34-36
7. Stöber, Rudolf: Emil Dovifat. Workshop des Instituts für Publizistik und Kommunikations-
wissenschaft der FU Berlin. . In: Publizistik 36 (1991), Nr. 3, S. 369
8. Stöber, Rudolf: Berlin - Hauptstadt in der Medienlandschaft. Von Tante Voß bis "Super!"
und "Kurier". . In: medienbrief (hg. v. Goethe-Institut) 2 (1991), S. 4-6
9. Stöber, Rudolf: "Zeitung als Kulturfaktor". Das Selbst- und Fremdbild in der deutschen
Presse vor 1933. . In: Hanns Martin Schleyer-Stiftung (Hrsg.) : Europäische Integration als
Herausforderung der Kultur: Pluralismus der Kulturen oder Einheit der Bürokratien. For-
schungsergebnisse im Überblick.. Köln : ohne, 1991, S. 256f..
10. Stöber, Rudolf: Pressefreiheit und Verbandsinteresse. Die Rechtspolitik des "Reichsverband
der Deutschen Presse" und des "Vereins Deutscher Zeitungs-Verleger" während der Wei-
marer Republik. (Abhandlungen und Materialien zur Publizistik, Bd. 14) . Berlin : Colloqui-
um-Verlag, 1992
11. Stöber, Rudolf: Emil Dovifats verbandspolitisches Engagement in der Weimarer Republik. .
In: Publizistik 37 (1992), Nr. 1, S. 97-112
12. Blöbaum, Bernd: "InDOpendent" - the Project to Create an Independent Campus Newspa-
per in Dortmund. . In: Kopper, Gerd G. (Hrsg.) : Innovation in Journalism Training. An Eu-
ropean Perspective.. Berlin : Vistas, 1993, S. 141-159.
13. Stöber, Rudolf: Anzeigenanalysen als Weg zur historischen Leserschafts- und Medienwir-
kungsforschung: Ein Beitrag zu den Theorien von Johann Heinrich von Thünen und Walter
Christaller. . In: Publizistik 38 (1993), Nr. 2, S. 187-205
14. Blöbaum, Bernd: Journalismus als soziales System. Geschichte, Ausdifferenzierung und
Verselbständigung. . Opladen : Westdeutscher Verlag, 1994
15. Stöber, Rudolf ; Körber, Esther-Beate: Basiswissen. Geschichte der öffentlichen Kommuni-
kation. . In: Jarren, Otfried (Hrsg.) : Medien und Journalismus I. Opladen : Westdeutscher
Verlag, 1994, (Fachwissen für Journalisten), S. 53-106.
16. Stöber, Rudolf: Berliner Zeitungen in der Weimarer Republik: Der Mythos in Zahlen. .
In: Thomas Silberhorn/Barbara Held (Hrsg.) : Die zweite Stunde Null. Berliner Tageszei-
tungen nach der Wende (1989-1994). Marktstrukturen - Verlagsstrategien - Publizistische
Leistungen. Gutachten im Auftrag des Bundespresseamtes.. Berlin : Bundespresseamt,
1994, S. 252-279.
17. Stöber, Rudolf: Der Prototyp der deutschen Massenpresse. Der "Berliner Lokal-Anzeiger"
und sein Blattmacher Hugo von Kupfer. . In: Publizistik 39 (1994), Nr. 3, S. 314-330
18. Stöber, Rudolf ; Körber, Esther-Beate: Reflexionswissen. Geschichte der journalistischen
Berufe. . In: Jarren, Otfried (Hrsg.) : Medien und Journalismus I. Opladen : Westdeutscher
Verlag, 1994, (Fachwissen für Journalisten), S. 214-225.
19. Stöber, Rudolf: Anzeigenanalysen, Leserforschung, Historische Wirkungsforschung. .
In: Relationen. Medien - Gesellschaft - Geschichte 2 (1995), Nr. 1, S. 163-180
20. Stöber, Rudolf: Die gesellschaftliche Perspektive. Deutschlands "öffentliche Meinung" (2.
Hälfte 19./Anfang 20. Jahrhundert). . In: Erbring, Lutz (Hrsg.) : Kommunikationsraum Eu-
ropa.. Konstanz : UVK, 1995, S. 377-385. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für
Publizistik- und Kommunikationswissenschaft Bd. 21)
21. Stöber, Rudolf: Zeitgeist und Sportgeist. Der Beginn des modernen Sportjournalismus. .
In: Aviso (1995), Nr. 13, S. 10f.
Seite 439
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
22. Blöbaum, Bernd: Transformation der Ausbildung. Zur Praxis der "Praxis" hochschulgebun-
dener Journalistenausbildung. . In: Hömberg, Walter ; Pürer, Heinz (Hrsg.) : Medien-
Transformationen. Zehn Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. Konstanz : UVK Medien,
1996, S. 335-342.
23. Blöbaum, Bernd ; Werner, Petra: Geliebt, gelobt, gekündigt? Die taz und ihr Publikum. Er-
gebnisse einer Leserbefragung. . In: Mast, Claudia (Hrsg.) : Markt - Macht - Medien. Publi-
zistik im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und ökonomischen
Zielen. Konstanz : UVK Medien, 1996, S. 337-349.
24. Stöber, Rudolf: Geschichte. Eine Einführung. (Fachwissen für Journalisten) . Opladen :
Westdeutscher Verlag, 1996
25. Stöber, Rudolf: Verrostete Goldesel. Denkmäler als Mittel der Mobilisierung. . In: Aviso
(1996), Nr. 17, S. 14
26. Stöber, Rudolf: Von der Pressepolitik über Propaganda zur politischen PR? Odysseus zwi-
schen Skylla und Charybdis. . In: Szyszkya, P. (Hrsg.) : Auf der Suche nach einer Identität.
PR-Geschichte und Theoriebaustein.. Bd. 6. Leipzig : Leipziger Universitätsverlag, 1997,
S. 197-218.
27. Stöber, Rudolf: Vom Vormärz zur "Revolution". Die Verdichtung der Kommunikation in ei-
nem deutschen Kleinstaat. . In: Imhof, K./Schulz, P. (Hrsg.) : Kommunikation und Revo-
lution.. Bd. 3. Zürich : Seismo, 1998, S. 95-107.
28. Stöber, Rudolf: Vom Interesse am Privaten zu dessen Instrumentalisierung. Zum wechsel-
seitigen Einfluß von sozialer Frage, Öffentlichkeit und Privatheit. . In: Imhof, K./Schulz, P.
(Hrsg.) : Die Veröffentlichung des Privaten - die Privatisierung des Öffentlichen.. Bd. 4.
Opladen : Westdeutscher Verlag, 1998, S. 27-42.
29. Stöber, Rudolf: Die erfolgverführte Nation. Deutschlands öffentliche Stimmungen 1866 bis
1945. . Stuttgart : Franz Steiner Verlag, 1998
30. Stöber, Rudolf: Emil Dovifat in der Weimarer Republik: Bemerkungen zu Pressefreiheit, De-
mokratie und Subsidiaritätsprinzip. . In: Sösemann, Bernd in [Link] mit Stöber, Gunda
(Hrsg.) : Emil Dovifat. Studien und Dokumente zu Leben und Werk.. Berlin/New York : de
Gruyter, 1998, S. 69-92.
31. Blöbaum, Bernd: Der Journalist als beteiligter Beobachter. . In: Publizistik (Sonderdruck)
Jg. 44 (1999), Nr. 4, S. 334-336
32. Blöbaum, Bernd: Ein Medienbetrieb als Labor. Die Dortmunder Campus-Zeitung InDOpen-
dent als Beispiel für die Integration von Theorie und Praxis in der Journalistenausbildung.
. In: Schäfer, Ulrich P. ; Schiller, Thomas ; Schütte, Georg (Hrsg.) : Theorie und Praxis des
Journalismus. Konstanz : UVK Medien, 1999, S. 213-225.
33. Blöbaum, Bernd: Selbstreferentialität und Journalismus. Ein Skizze . In: Latzer, Michael ;
Maier-Rabler, Ursula ; Siegert, Gabriele ; Steinmaurer, Thomas (Hrsg.) : Die Zukunft der
Kommunikation. Phänomene und theoretische Ansätze in der innovativen Kommunikati-
onswissenschaft. Innsbruck/ Wien : Studien Verlag, 1999, S. 181-188.
34. Rühl, Manfred: Zum Programm. . In: Abele, Hanns ; Riva, Antonio (Hrsg.) : Digitalisierung
und Globalisierung: chancen und Risiken für den Rundfunk. Beitrag zur öffentlichen Tagung
des Fribourger Arbeitskreises für Ökonomie des Rundfunks (FAR) 1998. Potsdam : Verlg
für Berlin-Brandenburg, 1999, (Beiträge zur Rundfunkökonomie Bd. 6), S. 90-92.
35. Stöber, Rudolf ; Kutsch, Arnulf ; Böning, Holger (Hrsg.): Jahrbuch für Kommunikationsge-
schichte . Bd. 1. Stuttgart : Franz Steiner Verlag, 1999
36. Stöber, Rudolf: The mother of the public sphere. The history of modernity is the history of
the newspaper. . In: DU. Magazine of Culture (1999), Nr. 696, S. 6-8
37. Stöber, Rudolf: Die Mutter der Öffentlichkeit. Die Geschichte der Neuzeit ist die Geschichte
der Zeitung. . In: DU. Zeitschrift der Kultur (1999), Nr. 696, S. 6-8
Seite 440
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
38. Stöber, Rudolf: Wird die Öffentlichkeit immer komplexer? Anmerkungen zum Öffentlich-
keits-Diskurs. . In: Szyszka, Peter (Hrsg.) : Ö[Link] zu einem Schlüsselbe-
griff der Organisationskommunikation. Bd. 7. Leipzig : Westdeutscher Verlag, 1999, S. 77-
92.
39. Stöber, Rudolf: Walther G. Oschilewski. . In: Historische Kommission bei der Bayerischen
Akademie der Wissenschaften. (Hrsg.) : Neue Deutsche Biographie.. Bd. 19. München :
Duncker & Humblodt, 1999, S. 606-607.
40. Stöber, Rudolf: Axel Springer. Ein Medienunternehmer mit Fortune. . In: Schulz, G. (Hrsg.)
: Geschäft mit Wort und Meinung. Medienunternehmer seit dem 18. Jahrhundert. Büdinger
Forschungen zur Sozialgeschichte 1996-1997.. Bd. 22. München : Harald Boldt, 1999,
S. 291-310.
41. Blöbaum, Bernd: Organisationen, Rollen, Programme. Die Struktur des Journalismus. .
In: Löffelholz, Martin (Hrsg.) : Theorien des Journalismus. Ein Text- und Studienbuch. Op-
laden/Wiesbaden : Westdeutscher Verlag, 2000, S. 169-183.
42. Blöbaum, Bernd: Zwischen Redaktion und Reflexion. Integration von Theorie und Praxis in
der Journalistenausbildung. . Münster : Lit-Verlag, 2000 (Beiträge zur Kommunikations-
theorie Bd. 18) . Zugl.: Dortmund, Universität Dortmund, Habil-Schr., 1996
43. Stöber, Rudolf: Wahlen, Politikvermittlung und politisches Klima im Kaiserreich. Verschär-
fung der Gegensätze oder professionellere Selbstdarstellung der Politik? Interpretationen
zu einem methodischen Problem. . In: Bohrmann, H., Jarren, O., Melischek, G., Seetaler,
J. (Hrsg.) : Wahlen und Politikvermittlung durch Massenmedien.. Opladen : Westdeutscher
Verlag, 2000, S. 281-306.
44. Stöber, Rudolf: Martin Luthers "Passional Christi und Antichrist". Ein Plädoyer für die histo-
risch-systematische Kommunikationswissenschaft. . In: Publizistik 45 (2000), Nr. 1, S. 1-
19
45. Stöber, Rudolf ; Kutsch, Arnulf ; Böning, Holger (Hrsg.): Jahrbuch für Kommunikationsge-
schichte . Bd. 2. Stuttgart : Franz Steiner Verlag, 2000
46. Stöber, Rudolf: Invention - Innovation - Diffusion. Die neuen Medien seit dem 19. Jahrhun-
dert. . Zürich : IPMZ, 2001
47. Stöber, Rudolf: Sind Gratifikationen des Justizsystems für die "gute Presse" zulässig und
wünschenswert? In: Publizistik 46 (2001), Nr. 3, S. 317-318
48. Stöber, Rudolf ; Kutsch, Arnulf ; Böning, Holger (Hrsg.): Jahrbuch für Kommunikationsge-
schichte . Bd. 3. Stuttgart : Franz Steiner Verlag, 2001
49. Stöber, Rudolf: Zeitungsstadt Berlin: Überschätzt, unterschätzt, vergessen. . In: Lindner,
Erik (Hrsg.) : 125 Jahre Ullstein. Presse- und Verlagsgeschichte im Zeichen der Eule..
Berlin : Ullstein, 2002, S. 34-39.
50. Stöber, Rudolf: Emil Dovifat, Karl D’Ester und Walter Hagemann. Die Wiederbegründung
der Publizistikwissenschaft in Deutschland nach 1945. . In: Medien & Zeit. 17 (2002),
Nr. 2-3, S. 67-84
51. Stöber, Rudolf: Erhält der "Prosumer" Access "zur Informationsgesellschaft?" Zur Evolution
der Medien. . In: Baum, Achim/Schmidt, Siegfried (Hrsg.) : Fakten und Fiktionen. Über den
Umgang mit Medienwirklichkeiten.. Konstanz : UVK, 2002, S. 490-498. (Schriftenreihe der
Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommuniaktionswissenschaft. Bd. 29)
52. Stöber, Rudolf: Vorläufige Pressestatistik in Preußen vor 1871. Methodische Überlegungen
und erste Ergebnisse. . In: Sösemann, Bernd (Hrsg.) : Kommunikation und Medien in Preu-
ßen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert.. Stuttgart : Steiner, 2002, S. 450-458. (Beiträge zur
Kommunikationsgeschichte Bd. 12)
53. Stöber, Rudolf: Historische Zeitschriftenforschung heute. . In: Publizistik-Sonderheft: Zeit-
schriften und Zeitschriftenforschung. (2002), Nr. 1, S. 42-59
Seite 441
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
54. Stöber, Rudolf: Otto von Bismarck und die Pressepolitik. . In: uni. vers (2002), Nr. 3,
S. 42-43
55. Stöber, Rudolf ; Kutsch, Arnulf ; Böning, Holger (Hrsg.): Jahrbuch für Kommunikationsge-
schichte . Bd. 4. Stuttgart : Franz Steiner Verlag, 2002
56. Stöber, Rudolf: Staat und Verleger im 18. Jahrhundert. . In: Sösemann, Bernd (Hrsg.) :
Kommunikation und Medien in Preußen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert.. Stuttgart : Stei-
ner, 2002, S. 159-174. (Beiträge zur Kommunikationsgeschichte. Bd. 12)
57. Stöber, Rudolf: Germany 1933-1945, as media case study. . In: Johnston, Donald H.
(Hrsg.) : Encyclopedia of International Media and Communications. Bd. 2. Amsterdam/Bo-
ston/London, New York [Link]. : Academic Press, 2003, S. 221-235.
58. Stöber, Rudolf ; Behmer, Markus ; Krotz, Friedrich ; Winter, Carsten (Hrsg.): Medienent-
wicklung und gesellschaftlicher Wandel. Beiträge zu einer theoretischen und empirischen
Herausforderung. . Opladen/Wiesbaden : Westdeutscher Verlag, 2003
59. Stöber, Rudolf: Mediengeschichte. Die Evolution "neuer" Medien von Gutenberg bis Gates.
Eine Einführung. Band 1: Presse - Telekommunikation . Bd. 1 Wiesbaden : Westdeutscher
Verlag, 2003 (Studienbücher zur Kommunikations- und Medienwissenschaft)
60. Stöber, Rudolf: Mediengeschichte. Die Evolution "neuer" Medien von Gutenberg bis Gates.
Eine Einführung. Band 2: Film - Rundfunk - Multimedien. . Bd. 2 Wiesbaden : Westdeut-
scher Verlag, 2003 (Studienbücher zur Kommunikations- und Medienwissenschaft)
61. Stöber, Rudolf: Die Wirkung der Medienexistenz. Zeitgenössische "Medientheorien" als
Quelle zur Beschreibung des Wandels von Medienwirkungen. . In: Behmer, M., Krotz, F.,
Stöber, R., Winter, C. (Hrsg.) : Medienentwicklung und gesellschaftlicher Wandel. Beiträge
zu einer theoretischen und empirischen Herausforderung.. Opladen : Westdeutscher Ver-
lag, 2003, S. 235-249.
62. Stöber, Rudolf: Medienstrukturen: Presse . In: Bentele, Günter/Jarren, Otfried/Brosius,
Hans-Bernd (Hrsg.) : Öffentliche Kommunikation. Handbuch Kommunikations- und Medi-
enwissenschaft. Bd. 5. Wiesbaden : Westdeutscher Verlag, 2003, (Studienbücher zur Kom-
munikations- und Medienwissenschaft), S. 313-329.
63. Stöber, Rudolf: Das missverstandene Gleichnis. . In: Aviso (2003), Nr. 32, S. 24
64. Stöber, Rudolf ; Kutsch, Arnulf ; Böning, Holger (Hrsg.): Jahrbuch für Kommunikationsge-
schichte . Bd. 5. Stuttgart : Franz Steiner Verlag, 2003
Seite 442
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Kommunikationswissenschaft (Journalistik)
Anschrift: An der Universität 9, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2160 Fax.: (0951) 863-5160
Leitung: Die Arbeitsgebiete der Professur erstrecken sich auf theoretische
Prof. Dr. Anna Maria Grundlagen der Publizistik und ausgewählte Teilbereiche der Mas-
Theis-Berglmair senkommunikation (insbes. Strukturen, Prozesse und Entwicklung
Projektmitarbeiter:
Dipl.-Soz. Jan Schmidt von medialen Organisationen). Weitere Schwerpunkte in Forschung
und Lehre sind "Organisationskommunikation" und "Interkulturelle
Kommunikation".
Forschungsschwerpunkte
Der Professur ist eine Forschungsstelle für neue Kommunikations-
medien angeschlossen (FoNK) ([Link]
kowi/fonk/) . An der Forschungsstelle werden Fragen untersucht,
die im Zusammenhang mit dem Aufkommen und der Verbreitung
neuer Formen technischer Kommunikationsmittel stehen. Besonde-
re Bedeutung kommt dabei dem Internet und dem Intranet zu. Ne-
ben der Verortung dieser Kommunikationsformen zwischen
interpersoneller und Massenkommunikation interessiert die Adapti-
on und Ausgestaltung dieser Kommunikationstechnologien seitens
verschiedener individueller Akteure (einzelne Nutzer) und korpora-
tiver Akteure (Organisationen). Ausgewählte Fragestellungen wer-
den (z.T. in Kooperation mit externen Organisationen/Unterneh-
men) im Rahmen von Hauptseminaren, Drittmittelprojekten und Di-
plomarbeiten behandelt.
Kooperationsbeziehungen
Universität Erfurt (Institut für Kommunikationswissenschaft, Prof.
Dr. Joachim R. Höflich)
Universidad de Complutense de Madrid (Dep. de Periodismo, Prof.
Dr. Donaciano Bartolomé Crespo)
Forschungsprojekte
"Die geschenkte Zeitung". Bestandsaufnahme und Studien zu einem neuen Pres-
setyp in Europa. (Dissertation)
Projektleitung: Die Promotion beinhaltet eine empirische Untersuchung über einen
Haas, Marcus neuen Pressetyp in Europa, die kostenlosen Pendlerzeitungen. Aus-
Stichwörter: gehend von der 1995 in Stockholm gegründeten "Metro" hat sich
Dissertationsprojekt
Laufzeit: 1.5.2002 - dieser Pressetyp - der auf dem Weltkongress der Zeitungsverleger
31.5.2004 als bedeutendste Innovation der letzten zehn Jahre bezeichnet wur-
Kontakt: de - mittlerweile über die gesamte Welt verbreitet. Bis Mitte 2003
Prof. Dr. Anna Maria gab es ca. 50 Titel mit einer Gesamtauflage von rund 10 Millionen
Theis-Berglmair
Exemplaren; 80% davon werden in europäischen Metropolen ver-
Tel.: 0951/863 2160, E-
Mail: [Link]- teilt. Neben einer Kategorisierung und Betandsaufnahme geht es in
berglmair@[Link]-bam- der Arbeit um eine medienökonomische Betrachtung dieses Presse-
[Link] typus (Marktzutritt, Ziele, Strategien). Dazu wird ein Modell aus der
Industrieökonomie zum analytischen Prozessmodell erweitert und
Seite 443
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
auf den Zeitungsmarkt übetragen. Die Länderstudien beziehen sich
auf Deutschland, Schweden. Großbritannien, Niederlande, Spanien
und Frankreich und hinsichtlich der Detailanalysen schwerpunktmä-
ßig auf die Schweiz.
Methode: explorative Expertengespräche, standardisierte Befra-
gung, Dokumentenanalyse.
Evaluation der internen Unternehmenskommunikation
Projektleitung: Gemeinschaftsprojekt der Abteilung "Corporate Publishing" der
Prof. Dr. Anna Maria Dresdner Bank AG und der Forschungsstelle für neue Kommunika-
Theis-Berglmair tionsmedien (FoNK) der Otto-Friedrich Universität Bamberg.
Dipl.-Soz. Jan Schmidt
Kristin Hutzler Beschreibung:
Laufzeit: 1.12.2003 -
31.1.2004 An die Unternehmenskommunikation wird in wachsendem Maße die
Forderung gerichtet, ihre Leistungen und Produkte, die zweifelsohne
wichtige Funktionen für die Organisation erbringen, anhand be-
triebswirtschaftlicher Kategorien der Effizienz und Effektivität zu
messen. Dies ist nicht zuletzt deshalb ein schwieriges Unterfangen,
weil interne Kommunikation in sehr starkem Maße weiche Faktoren
wie Zufriedenheit oder Informiertheit der Mitarbeiter beeinflusst, die
sich nicht unmittelbar in monetären Größen ausdrücken lassen, de-
nen aber eine große Relevanz für den wirtschaftlichen Erfolg von
Unternehmen zugeschrieben wird. Dennoch existieren verschiedene
Versuche, entsprechende Bewertungsraster für Leistungen und Nut-
zen der internen Kommunikation zu entwickeln.
Verschiedene große Konzerne und Forschungsinstitute entwickeln
und erproben derzeit Verfahren zum Kommunikationscontrolling.
Im vorliegenden Projekt hat die Forschungsstelle einen Überblick
über Modelle und Aktivitäten erstellt und einen Katalog von Leitfra-
gen, Indikatoren und Instrumenten vorgeschlagen, der als Grundla-
ge für weitere Projekte bei der Dresdner Bank AG dienen kann.
Methode: Literatursynopse
Publikation: Literaturbasierter Bericht zum aktuellen Stand der
Forschung.
Institutionalisierung von Computernetzen
Projektleitung: Das Projekt untersucht die Institutionalisierung des Internets am
Prof. Dr. Anna Maria Beispiel der Online-Aktivitaeten lokaler Tageszeitungen. Mittels ex-
Theis-Berglmair plorativer Fallstudien bei drei bayrischen Zeitungen werden ökono-
Beteiligte:
Prof. Dr. J.R.Höflich mische und publizistische Strategien der Verlagshäuser sowie
Dipl.-Soz. Jan Schmidt Nutzerstrukturen (Nutzungsvorlieben, -motive) untersucht. Neben
Stichwörter: Gruppendiskussionen, Experteninterviews und einem Navigations-
Internet; Tageszeitun- experiment wurde eine zweiphasige Online-Nutzerbefragung durch-
gen; Verlagsstrategien
geführt, die Aufschlüsse über sich verfestigende bzw. verändernde
Laufzeit: 1.10.1998 -
31.7.2001 Nutzungsgewohnheiten gibt.
Förderer:
Volkswagen-Stiftung
Kontakt:
Dipl.-Soz. Jan Schmidt
Tel.: 0951/863 2213, E-
Mail: [Link]@split.u
[Link]
Seite 444
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Theis-Berglmair, Anna 0XX
Maria ; Rühl, Manfred ; Dernbach, Beatrice: Publizistik im vernetz-
ten Zeitalter . Opladen : Westdeutscher Verlag, 1997. - 221 Seiten.
2. Theis-Berglmair, Anna Maria: Aufmerksamkeit und Geld, schenken und zahlen. Zum Ver-
hältnis von Publizistik und Wirtschaft in einer Kommunikationsgesellschaft - Konsequenzen
für die Medienökonomie . In: Publizistik 45 (2000), Nr. 3, S. 310-329
3. Höflich, Joachim R.: [Link] Perspektiven der Online-Aktivitäten lokaler
Tageszeitungen - oder: Das Wagnis Internet und der Verlust des Lokalen. . In: Publizistik
43 (1998), Nr. 2, S. 111-129
4. Theis-Berglmair, Anna Maria (Hrsg.): Internet und die Zukunft der Printmedien: Kommu-
nikationswissenschaftliche und medienökonomische Aspekte. . 2. Aufl. Münster, Hamburg,
London : Lit-Verlag, 2003
Lokal- und Regionalzeitungen im Onlinezeitalter - eine Bestandsaufnahme mithil-
fe der Methode der Autopsie (Dissertation)
Projektleitung: Neue Medien; neue Forschungsmethoden: Onlinezeitungen sind in
Roth, Judith den vergangenen Jahren vielfach untersucht worden. Die Methoden
Stichwörter: waren die klassischen der Kommunikationswissenschaft: Befra-
Zeitung; Online
Laufzeit: 1.10.2001 - gung, Interview, Inhaltsanalyse. Die hier vorgestellte Dissertation
1.2.2004 wird eine gänzlich neue Methode nutzen; die Methode der Autopsie.
Der Name erinnert zunächst an eine Leichenschau, die Studiener-
gebnisse aber werden zeigen: Onlinezeitungen sind weit von dem
entfernt, was ihr nahes Ende ankündigt. Mit der Methode der Autop-
sie werden Webseiten in Augenschein genommen, um es zuzuspit-
zen: Sie werden Rubrik für Rubrik seziert. Die Doktorandin arbeitet
bereits das zweite Mal mit dieser Methode. Mit ihr konnten Online-
zeitungen im Jahr 2000 kategorisiert und somit eine Momentauf-
nahme geliefert werden. Demnach gibt es sechs publizistische
Konzepte, die Lokal- und Regionalzeitungen beim Aufbau ihrer Web-
präsenzen umsetzen und verfolgen: Visitenkarte, Lightversion, Inf-
opool, Lokale und Regionale Plattform, Regionaler Onlinedienst.
Die Dissertation wird untersuchen, inwieweit sich die oben genann-
ten Konzepte verändert haben. Darüber hinaus werden Forschungs-
lücken geschlossen, indem sich das Forschungsinteresse auch auf
die Typographie von Onlinezeitungen und den Link richtet, den Ta-
geszeitungsverlage zwischen Muttermedium und Tochtermedium
setzen (z.B. gegenseitige Verweise, Eigenanzeigen, Netzcode etc.).
Dafür wird es nötig sein, neben den Onlinezeitungen auch die Print-
produkte zu sichten.
Untersuchungsgegenstand sind alle zum Stichtag 1. November
2002 im Netz vertretenen Onlineangebote von Lokal- und Regional-
zeitungen in Deutschland.
Es wird ein medienökonomischer Rahmen zur Analyse und Reflekti-
on der gemachten Beobachtungen gewählt. Anhand der empiri-
schen Ergebnisse wird aufgezeigt, dass Zeitungsverlage zunehmend
ausgefeiltere Strategien entwickeln und einsetzen, um in der an-
wachsenden Zahl an Medienangeboten die Aufmerksamkeit der Re-
zipienten zu gewinnen. Aufmerksamkeit ist ein ökonomischer
Faktor.
Seite 445
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Judith Roth: Lokal- und0XX
Regionalzeitungen im Onlinezeitalter - eine Bestandsaufnahme mit-
hilfe der Methode der Autopsie . Bamberg, Otto-Friedrich Universität, Diss., 2004
Medien der Mitarbeiterkommunikation
Projektleitung: Gemeinschaftsprojekt von Siemens Medical Solutions (SMS) und
Prof. Dr. Anna Maria der Otto-Friedrich Universität Bamberg.
Theis-Berglmair
Sascha Meier da Fonseca Beschreibung: Das Projekt hat das Ziel, die Einsatzbereiche unter-
Laufzeit: 1.1.2003 - schiedlicher Medien der Mitarbeiterkommunikation zu untersuchen.
1.12.2003 Durch eine schriftliche Resonanzanalyse der hausinternen Mitarbei-
terpublikation "icare", der Intranet-Version "icare-online" sowie der
eingepflegten Medien "Business TV" und "Newsticker" werden Ak-
zeptanz und Komplementarität der o.g. Medien und deren Inhalte
wie z.B. Corporate Messages und Image evaluiert.
Methode: schriftliche Befragung der ca. 9000 Mitarbeiter/innen von
Siemens Medical Solutions an den deutschen Standorten Erlangen,
Rudolstadt und Kemnath sowie deren bundesweiten Außenstellen.
Aus dem Projekt ging ein Projektbericht sowie eine Diplomarbeit
hervor.
Verlagsstrategien im Internet
Projektleitung: Das Internet birgt für die Tageszeitungsverlage Chancen und Her-
Prof. Dr. Anna Maria ausforderungen. In diesem Forschungsprojekt werden mittels eines
Theis-Berglmair schriftlichen standardisierten Fragebogens sowie telefonischer Tie-
Stichwörter:
Internet; Tageszeitung; feninterviews die Strategien der Verlagsleiter und Geschäftsführer
Verlagsstrategien erfragt. Die Studie wird dabei von der Hypothese geleitet, daß die
Laufzeit: 1.3.2000 - Situation von den Befragten eher als unsicher denn als mehrdeutig
31.3.2001 interpretiert wird, was sich in den Coping-Strategien der Entschei-
Förderer:
dungsträger sowie in den genutzten Informationsquellen nieder-
Universität Bamberg
Mitwirkende Institutio- schlagen müßte.
nen:
Zeitungs Marketing Ge-
sellschaft
Publikationen
1. Theis-Berglmair, Anna 0XX
Maria (Hrsg.): Internet und die Zukunft der Printmedien: Kommu-
nikationswissenschaftliche und medienökonomische Aspekte. . 2. Aufl. Münster, Hamburg,
London : Lit-Verlag, 2003
2. Theis-Berglmair, Anna Maria ; Schmidt, Jan ; Mayer, Florian: Tageszeitungszeitungsverla-
ge und das Thema Internet. Vom schwierigen Umgang mit einer neuen Situation. .
In: Theis-Berglmair, Anna Maria (Hrsg.) : Internet und die Zukunft der Printmedien. Kom-
munikationswissenschaftliche und medienökonomische Aspekte.. 1. Aufl. Münster, Ham-
burg, London : Lit-Verlag, 2002, S. 49-76.
3. Theis-Berglmair, Anna Maria: Funktionskonstanz und -wandel von Lokalzeitungen. Vom
Zeitungshaus zum virtuellen Unternehmen. . In: Maier-Rabler, Ursula ; Latzer, Michael
(Hrsg.) : Kommunikationskulturen zwischen Kontinuität und Wandel. Universelle Netzwer-
ke für die Zivilgesellschaft.. Konstanz : UVK, 2001, S. 255-267..
Seite 446
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Theis-Berglmair, Anna Maria: Der vernetzte Computer als Herausforderung für die Kommu-
nikationswissenschaft und - praxis. Zur Relevanz von Begriffen für das Begreifen von Ent-
wicklungen. . In: Theis-Berglmair, Anna Maria (Hrsg.) : Internet und die Zukunft der
Printmedien: Kommunikationswissenschaftliche und medienökonomische Aspekte.. 1. Aufl.
Münster, Hamburg, London : Lit-Verlag, 2002, S. 216-246..
Vom Elite-Medium zum Schauplatz des Normalbürgers - Die Popularisierung des
Mediums Fernsehen (Dissertation)
Projektleitung: Die Arbeit zeichnet die Entwicklung des Mediums Fernsehen von den
Jörn Krieger Anfängen in den 50er und 60er Jahren bis zu unserer Zeit nach. Den
Stichwörter: Schwerpunkt bildet die Betrachtung und Analyse des folgenden Phä-
Fernsehen; Popularisie-
rung; nomens: War es anfangs lediglich der gesellschaftlichen Elite
Laufzeit: 1.10.1999 - – Schauspielern, Sängern, Künstlern und anderen Promi-
31.8.2001 nenten, Politikern, Wissenschaftlern, Professoren, Ärzten u.a.
Kontakt: – vorbehalten, im Fernsehen aufzutreten, ist das Medium in-
Prof. Dr. Anna Maria
zwischen zu einem Schauplatz des Normalbürgers geworden, der in
Theis-Berglmair
Tel.: 0951/863 2160, E- den täglichen Talkshows, in den Versöhn-, Verzeihungs-, Heirats-,
Mail: [Link]- Millionärs-, Rache- und anderen –Shows sowie in Docu-
berglmair@[Link]-bam- Soaps und Real-Life-Serien wie Big Brother sich selbst darstellen
[Link] kann. Das Fernsehen hat sich dem kleinen Mann von der Straße ge-
öffnet, der das Medium als Sprachrohr und Instanz für Angelegen-
heiten in eigenem Interesse nutzen kann. Die Arbeit entwickelt
unter Heranziehung psychologischer (Strategien der Selbstdarstel-
lung, postmoderne Persönlichkeit, impression management usw.)
und soziologischer (Erlebnisgesellschaft, Individualisierung, Multi-
optionsgesellschaft, Postmoderne usw.) Beschreibungen und Erklä-
rungen der Gegenwartsgesellschaft eine These, die die Gründe
dafür offen legt, weshalb das Medium Fernsehen diese Entwicklung
in unserer heutigen Zeit durchmacht, warum das so genannte Rea-
litätsfernsehen sowohl für die Teilnehmer als auch die Zuschauer at-
traktiv und gratifizierend ist, welche Funktionen für beide Seiten im
kommunikativen, sozialen und psychologischen Kontext erfüllt wer-
den und mit welchen Zukunftsentwicklungen zu rechnen ist.
Publikationen
1. Krieger, Jörn: Vom Elite-Medium
0XX zum Schauplatz des Normalbürgers. Die Popularisierung
des Mediums Fernsehen. . Norderstedt : Books on Demand GmbH, 2002. Zugl.: Bamberg,
Otto-Friedrich Universität, Diss., 2001
Projektunabhängige Publikationen
1. Theis-Berglmair, Anna 0XX
Maria: Massenmedien und politische Steuerung: Aufklärungskam-
pagnen im Kontext staatlicher Interventionspolitik . Augsburg : Maro, 1984
2. Theis-Berglmair, Anna Maria: How much communication can corporations afford, which
communication do they have to afford? Alternative perspectives in business communication
. In: Bungarten, Theo (Hrsg.) : Konzepte zur Unternehmenskommunikation. Tostedt : At-
tikon, 1991, S. 301ff.
3. Theis-Berglmair, Anna Maria: Vom Umgang mit Komplexität - Organisatorische Konse-
quenzen des dualen Rundfunksystems . In: Rundfunk und Fernsehen 40 (1992), Nr. 4,
S. 493-506
Seite 447
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Theis-Berglmair, Anna Maria: Weltgesellschaft und interkulturelle Organisationskommuni-
kation: Kontrolle von Kultur oder Kultur als Kontrolle . In: Reimann, H. (Hrsg.) : Transkul-
turelle Kommunikation. Opladen : Westdeutscher Verlag, 1992, S. 263-286.
5. Theis-Berglmair, Anna Maria: Die Tagespresse in transitionalen Gesellschaften - Das Bei-
spiel Puerto Rico . 2. Aufl. Augsburg : ., 1992
6. Theis-Berglmair, Anna Maria: Inter-Organisationsbeziehungen im Mediensystem: Public
Relations aus organisationssoziologischer Perspektive . In: Publizistik 37 (1992), Nr. 1,
S. 25-36
7. Theis-Berglmair, Anna Maria: Medienwandel - Modellwandel? Reflexionen über die gesell-
schaftliche Komponente der Massenkommunikation . In: Jarren, Otfried (Hrsg.) : Medien-
wandel - Gesellschaftswandel? Berlin : Vistas, 1994, S. 35-50.
8. Theis-Berglmair, Anna Maria: "From a closed shop to open competition": Organisatorische
Konsequenzen der Ökonomisierung des Mediensystems . In: Bosshart, Louis ; Hoffmann-
Riem, Wolfgang (Hrsg.) : Medienlust und Mediennutz. Unterhaltung als öffentliche Kommu-
nikation. München : Ölschläger, 1994, (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Pu-
blzistik und Kommunikationswissenschaft Bd. 20), S. 355-367.
9. Theis-Berglmair, Anna Maria: Die Dynamik des Wettbewerbs. Der Beitrag der Wirtschafts-
soziologie zur einer PR-Geschichtsschreibung . In: Szyszka, Peter (Hrsg.) : Auf der Suche
nach Identität. PR-Geschichte als Theoriebaustein. Berlin : Vistas, 1997, S. 101-110.
10. Theis-Berglmair, Anna Maria ; Reimann, H. ; von Steinsdoff, S.: Massenkommunikation/
Massenmedien . In: Nohlen, Dieter ; Waldmann, Peter ; Ziemer, Klaus (Hrsg.) : Lexikon
der Politik: Die östlichen und südlichen Länder. Bd. 4. München : Beck, 1997, S. 338-349.
11. Theis-Berglmair, Anna Maria: Das demokratische Moment der Ungewissheit . In: Schatz,
Heribert ; Jarren, Otfried ; Knaup, Bettina (Hrsg.) : Machtkonzentration in der Medienge-
sellschaft. Opladen : Westdeutscher Verlag, 1997, S. 25-33.
12. Theis-Berglmair, Anna Maria: Die Grundlagen der Organisationsforschung in der Medien-
wissenschaft . In: Leonhard, Joachim-Felix ; Ludwig, Hans-Werner ; Schwarze, Dietrich ;
Straßner, Erich (Hrsg.) : Medienwissenschaft. Ein Handbuch zur Entwicklung der Medien
und Kommunikationsformen. Berlin/New York : DeGruyter, 1999, S. 70-82.
13. Theis-Berglmair, Anna Maria ; Kohring, Matthias: Gesellschaftliche Relevanz, Situation und
Perspektiven. Kommunikations- und Medienwissenschaft in Deutschland . In: Medien Jour-
nal 24 (2000), S. 28-35
14. Theis-Berglmair, Anna Maria: Aufmerksamkeit und Wahrnehmen - mediale Strategien zur
Sicherstellung zentraler Vorraussetzungen von Kommunikation . In: Beck, Klaus ; Schwei-
ger, Wolfgang (Hrsg.) : Attention, please! Online-Kommunikation und Aufmerksamkeit.
München : Reinhard Fischer, 2001, S. 57-69.
15. Theis-Berglmair, Anna Maria: La investigación en Alemania en los campos de la televisión,
la radio, los medios empresos e internet - una visión general sobre las tendencias evoluti-
vas en las ciencias de la información. . In: Cebrián Herreros, Mariano ; Bartolomé Crespo,
Donaciano (Hrsg.) : Investigación sobre Medios de Comunicación. Madrid : Dep. de Peri-
odismo, Universidad de Comlutense de Madrid, 2002, S. 33-42.
16. Theis-Berglmair, Anna Maria: Zwischen Publizistik und Wirtschaft: Verortung, Themen und
Entwicklungsrichtung einer Medienökonomie . In: Siegert, Gabriele (Hrsg.) : Medienökono-
mie in der Kommunikationsgesellschaft. Bedeutung, Grundfragen und Entwicklungsper-
spektiven. Münster, Hamburg, London : Lit-Verlag, 2002, S. 39-46.
17. Theis-Berglmair, Anna Maria: Organisationskommunikation. Theoretische Grundlagen und
empirische Forschungen . 2. Aufl. Opladen : Westdeutscher Verlag, 2003
Seite 448
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Orientalistik
Anschrift: An der Universität 11, 96045 Bamberg
Die Bezeichnung "Orientalistik" bezieht sich in Bamberg auf eine Gruppe von fünf eigenständi-
gen Fächern, die sich mit Sprachen und Kulturen des islamischen Orients befassen: Arabistik,
Islamische Kunstgeschichte und Archäologie, Islamkunde, Iranistik, Turkologie. In ihrer Ge-
samtheit hat die Fächergruppe ein beträchtliches interdisziplinäres Potenzial: Neben die religi-
ons- und kunstwissenschaftliche Befassung mit übergreifenden Fragen des Islams bzw. der
islamischen Kultur treten Themenfelder sprach- und literaturwissenschaftlicher, historischer,
wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher, politologischer und ethnologischer Art.
Die Selbständigkeit der Fächer stellt sicher, dass philologische und areal bezogene Aspekte der
unterschiedlichen Regionen nicht marginalisiert werden. Dementsprechend sind die fünf Fächer
- mit Ausnahme der Arabistik (nur Nebenfach) - in Bamberg jeweils in eigenen Hauptfach-Stu-
diengängen (Magister; dazu Diplom-Orientalistik) vertreten. Andererseits stehen die Fächer
durch den Bezug auf den islamischen Kulturraum inhaltlich miteinander in Verbindung und kön-
nen im Studium sinnvoll kombiniert werden. Daneben ist allen Fächern eine gegenwarts- und
anwendungsbezogene Ausrichtung gemeinsam.
Zu den Schwerpunkten in der Forschung vgl. jeweils die Darstellungen der einzelnen Fächer.
Die allmähliche Ersetzung der bisherigen Studienangebote durch BA- und MA-Programme ist
vorgesehen.
Lehrstuhl für Türkische Sprache, Geschichte und Kultur
Anschrift: An der Universität 11, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2182 Fax.: 0951/863 5182
E-Mail: lskreiser@[Link]
Leitung: Der Bamberger Lehrstuhl für Türkische Sprache, Geschichte und
Prof. Dr. Klaus Kreiser Kultur versucht, die gesamte Breite und Tiefe des Faches zu vertre-
wiss. Mitarbeiter: ten: von den ältesten Sprachstufen des Türkischen (ca. 9. Jh.) bis
Patrick Bartsch, M.A.
Dr. Harald Schüler- zur modernen Literatur, von der historischen Osmanistik bis zu The-
Schneehorst men aus Recht und Wirtschaft der modernen Türkei werden fast alle
apl. Prof. Dr. Semih Tez- denkbaren Gebiete der Turkologie erfaßt. Innerhalb der deutschen
can Arbeitsteilung liegt die Kompetenz der Bamberger Turkologie vor al-
Ali Suat Ürgüplü
lem auf dem Gebiet der Kulturgeschichte der Türkei von spätosma-
nischer Zeit bis in die unmittelbare Gegenwart
Forschungsschwerpunkte
• Kulturgeschichte des Osmanischen Reich (19. Jahrhundert) und der
Republik Türkei (Kreiser)
• Turksprachen, insbesondere alt- und mitteltürkische Literaturen (vor
allem im Bereich der Lexikologie) (Tezcan)
• türkisch-mongolische und türkisch-iranische Sprachkontakte (Tez-
can)
• Nationalismus, Ethnie und Konfession im Osmanischen Reich (Rein-
kowski)
Seite 449
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kooperationsbeziehungen
Für über vier Jahre (die Vorbereitungszeit nicht gerechnet) leitete
Klaus Kreiser ein Projekt der European Science Foundation.
Mitglieder des Lehrstuhls haben mit Mitteln der Deutschen For-
schungsgemeinschaft, der Deutschen Morgenländischen Gesell-
schaft und anderen Institutionen zum Teil längere Aufenthalte im
Ausland verbracht (Moskau, Istanbul, Beirut, Jerusalem). Aus den
letzten Jahren sind Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren von
Semih Tezcan in Japan und von Klaus Kreiser in den USA (Harvard
University und University of Chicago) hervorzuheben.
Vertretungen auf Lehrstühlen und Professoren haben die Kollegen
Martin Strohmeier (seit 1997 an University of Cyprus) und Semih
Tezcan mehrfach übernommen
Wissenschaftliche Tagungen
• Wochenendseminar zu Politik, Kultur und Wirtschaft Zentralasiens
mit führenden Fachleuten; im Rahmen der Veranstaltung "Zentrala-
sien im Blickpunkt", vom 16. März bis 9. April 1998 (Intensivsprach-
kursen für Tadschikisch, Ujghurisch, Uzbekisch). Gefördert aus den
Mitteln von FORAREA [Link]
[Link]
• Islamische Kindheiten: Eine Tagung der European Science Foundati-
on - München, 30.-31. Oktober 1999 [Link]
~ba4ts1/tagungen
• Deutscher Orientalistentag, Bamberg 26.-30. März 2001 (organisiert
vom Lehrstuhl für Turkologie) [Link]
• Die Presse im Nahen Osten als literarisches Forum. Tagung an der
Universität Bamberg, Lehrstuhl für türkische Sprache, Geschichte
und Kultur. 12.-14.10.2001
Veröffentlichungsreihen
Turkologie und Türkeikunde. Wiesbaden: Harrassowitz 1988ff.
1. Tezcan, Nuran: Elementarwortschatz Türkisch-Deutsch. XV, 206
S.
2. Dawletschin, T./Dawletschin, I./Tezcan, S.: Tatarisch-Deutsches
Wörterbuch. 1989. XII, 365 S.
3. Kleinmichel, Sigrid/A. Shumanijasow: Übungsbuch Usbekisch.
Lexik und Grammatik. 1995. XVIII, 246 S.
4. Rumpf, Christian: Das türkische Verfassungssystem. Einführung
mit vollständigem Verfassungstext. 1996. 394 S.
5. Friederich, Michael: Die uighurische Literatur in Xinjiang 1956-
1966. 1997. XII, 181 S.
Evliya Çelebi’s Book of Travels. Land and People of the Otto-
man Empire in the Seventeenth Century. A Corpus of Partial
Editions. Leiden: Brill 1988ff.
1. Bruinessen, M. van/Boeschoten, H.: Evliya Çelebi in Diyarbekir.
XVI. 270 S. XVI Taf., Faks. 1988.
2. Dankoff, R.: Evliya Çelebi in Bitlis. 1990. XX, 435 S.
Seite 450
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Bugday, Korkut M.: Evliya Çelebis Anatolienreise. Aus dem dritten
Band des Seyâhatnâme. Edition, Übersetzung und Kommentar.
1996. XXXIII, 456 S.
4. Tezcan, Nuran: Manisa nach Evliya Çelebi. Aus dem neunten
Band des Seyâhatnâme. Übersetzung und Kommentar. 1999. XII,
325 S.
5. Dankoff, Robert and Robert Elsie: Evliya Çelebi in Albania and Ad-
jacent Regions <Kosovo, Montenegro, Ohrid>. The Relevant Sec-
tions of the Seyahatname, edited with translation, commentary and
introduction. 2000. 299 S.
Neu:Online-Veröffentlichungsreihe: Forschungsberichte on-
line:
• Die türkischen Kolonien in Bamberg und Colmar - ein
deutsch-französischer Vergleich sozialer Netzwerke von Mi-
granten im interkulturellen Kontext: [Link]
[Link]/[Link]
• Türkische Lehrer in Bayern: [Link]
ml
Forschungsprojekte
Die nomadischen Jurten Zentralsasiens: Typologie, Vergleich und Formenver-
wandtschaft
Projektleitung: Die Scherengitterjurte war bis ca. 1925 die wichtigste Behausungs-
Prof. Dr. Klaus Kreiser form der innerasiatischen Völker. Als Mittelpunkt des nomadischen
Beteiligte: Lebens auf ein Areal, das sich von der Mandschurei bis zur westli-
Dr. Peter A. Andrews
Stichwörter: chen Türkei erstreckt, und Produkt einer technischen Entwicklung
Nomadische Behausun- eines ganzen Jahrtausends, ist sie jedoch niemals systematisch un-
gen, Zeltvokabular tersucht worden. Thema des Vorhabens ist deshalb die Erfassung
Laufzeit: 1.6.2002 - der auf unterschiedlichen regionalen Bedingungen beruhenden zahl-
31.12.2003
reichen Jurten-Varianten im Verhältnis zu den vorhandenen Termi-
Förderer:
Deutsche Forschungsge- nologien mit dem Ziel einer grundlegenden Typologie. Aufbauend
meinschaft DFG auf einer weitgehend schon erstellten Beschreibung der Jurten-For-
Kontakt: men sollen die Charakteristika der lokalen Varianten herausgestellt
Prof. Dr. Klaus Kreiser werden. Ihre Konstruktion, Ausstattung, Handhabung, sozialer Kon-
Tel.: 0951/863 2181,
Fax: 0951/863 5182, E-
text und Symbolik sollen in diese Zuordnungen einbezogen, und ihre
Mail: lskreiser@[Link]- Vokabulare einem Vergleich unterzogen werden. Die Scherengitter-
[Link] jurte ist offensichtlich von einem Prototyp abgeleitet, dem örtliche,
weitgehend innerhalb ethnischer Grenzen verbreitete, auf verschie-
denen Ebenen gebildete Untertypen zugeordnet werden können, die
sich gegenseitig beeinflußt haben. Die geschichtliche Entwicklung
der Variationen kann vor allem durch das Verhältnis zwischen struk-
tureller Form und Wort erhellt werden. Diese Themenausrichtung,
welche die Turkologin A. v. Gabain "die Beziehung zwischen Wort,
Idee und Ding" genannt hat, verlangt ein interdisziplinäres Zusam-
menwirken von Architekturforschung, ethnischer Geschichte, und
altaischer Philologie.
Publikationen
1. Andrews, Peter Alford: 0XX
Nomad Tent Types in the Middle East . Wiesbaden : Reichert, 1997
Seite 451
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Eine internationale Nation: Zur Erfolgsgeschichte der wolgatatarischen Diaspora
Projektleitung: Ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert konstituierte sich eine tatari-
Prof. Dr. Klaus Kreiser sche Diaspora, die sowohl in ihrer geographischen Verbreitung von
Beteiligte: Sibirien bis an den Amu Darya und vom Fernen Osten über die Tür-
Dr. Michael Friederich
Laufzeit: 1.3.2002 - kei bis nach Finnland, als auch in der Zahl ihrer Angehörigen unter
28.2.2004 den türkischen Völkern einzigartig ist. Die Tatarische Diaspora war
Förderer: wirtschaftlich sehr erfolgreich und entfaltete in ihren jeweiligen neu-
Deutsche Forschungsge- en "Heimaten" rege kulturelle Aktivitäten, die sich nicht nur auf die
meinschaft
eigene Volksgruppe beschränkten, sondern einheimische Bevölke-
Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Kreiser rungsgruppen mit einbezogen. Die tatarischen Diasporagemeinden
Tel.: 0951/863 2181, verfügten offensichtlich über so viel ökonomisches, kulturelles und
Fax: 0951/863 5182, E- soziales Kapital, dass es ihnen möglich war, in ihren jeweiligen Le-
Mail: lskreiser@[Link]- bensumgebungen eine wichtige, oft sogar herausragende Rolle zu
[Link]
spielen, an der auch der politisch-ideologische Systemwechsel im
Gefolge der Oktoberrevolution wenig änderte - auch unter den real-
sozialistischen Bedingungen der Sowjetunion blieben die Diaspora-
tataren erfolgreich. Grundlegendes Ziel des Projektes ist es, die
Gründe ausfindig zu machen, die diese Erfolgsgeschichte ermöglich-
ten oder zumindest den Mythos der Erfolgsgeschichte schufen. In ei-
ner vergleichenden Untersuchung zweier Zielgebiete tatarischer
Migration (Usbekistan und die Türkei) sollen anhand von zwei kon-
kreten Fallbeispielen (Taschkent und Istanbul) für einen Zeitraum,
der etwa die letzten 120 Jahre umfasst, folgende Themenbereiche
untersucht werden:
• die lokale Aufnahmegesellschaft
• die dortigen tatarischen Diasporagemeinden als Ganzes
• herausragende Angehörige der jeweiligen Diaspora
Forschungsstelle türkisches Recht
Projektleitung: Die Forschungsstelle für türkisches Recht beruht auf einem Projekt
Rumpf, Christian des Lehrstuhls Prof. Kreiser in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt
Prof. Dr. Klaus Kreiser Dr. Christian Rumpf, das der europäischen und deutschen Wissen-
Stichwörter:
Türkisches Recht schaft und Praxis den Zugang zum türkischen Recht erleichtern soll.
Beginn: 1.11.1996 Die Forschungsstelle versteht sich als Bindeglied zwischen deut-
scher bzw. europäischer und türkischer Rechtswissenschaft und -
praxis. Die Forschungsstelle beteiligt sich nicht nur an Lehre und
Forschung, sondern soll auch der Förderung wissenschaftlichen
Nachwuchses dienen. Darüberhinaus steht sie Wirtschaft, Politik
und Justiz mit Dienstleistungen wie Gutachten und Fachübersetzun-
gen zur Verfügung.
Publikationen
1. Rumpf, Christian: Anerkennung
0XX eines ausländischen Scheidungsurteils und rechtliches Ge-
hör (Türkischer Kassationshof, Urt. v. 21.9.1998, mit Anmerkung) . In: Zeitschrift für das
gesamte Familienrecht (1999), S. 523f
2. Rumpf, Christian: Das merkwürdige Ende der Strafbarkeit des Ehebruchs . In: Zeitschrift
für Türkeistudien (1999), S. 119-124
3. Rumpf, Christian: Ehre und Würde - was die türkische Rechtsordnung davon hält .
In: Körber-Stiftung (Hrsg.) : Ehre und Würde (Deutsch-Türkisches Symposium 1999 Ham-
burg). 1999, S. 349-360.
Seite 452
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Rumpf, Christian: Laizismus, Fundamentalismus und Religionsfreiheit in der Türkei in Ver-
fassung, Recht und Praxis . In: Verfassung und Recht in Übersee (1999), Nr. 2, S. 161-190
5. Rumpf, Christian: Zur Entwicklung der türkischen Rechtsordnung seit der Reformperiode
im Osmanischen Reich . In: Zeitschrift für Türkeistudien (1999), S. 199-224
Öffentliche Skulpturen in der islamischen Welt
Projektleitung: Während dieses Forschungssemesters lag der Arbeitsschwerpunkt
Prof. Dr. Klaus Kreiser insbesondere auf den Skulpturen der Türkei im 20. Jahrhundert,
Laufzeit: 1.4.1999 - nachdem in der vorangegangenen Forschungsphase Ägypten und
31.10.1999
Förderer: das osmanische Reich im 19. Jahrhundert im Mittelpunkt der Arbeit
Deutsche Forschungsge- gestanden hatten. Die Literaturarbeit wurde verhältnismäßig gleich-
meinschaft mäßig für die meisten anderen geographisch - historischen Einhei-
ten vorangetrieben. Zunehmend wurden systematische Fragen ins
Auge gefaßt (u.a. Regimentsfriedhöfe und Kriegerdenkmäler, Denk-
mäler für Dichter, die Grabplastik der Nichtmuslime).
Wie von Anfang an angenommen, stellt sich bei den meisten Denk-
malskategorien vor allem die Frage nach der Art und Weise der Auf-
tragserteilung. Ihre Einflußnahme auf das entstehende Denkmal ist
in unserem Zusammenhang wesentlicher als ästhetische Gesichts-
punkte. Nicht ausgeführte Monumente sind mindestens so stark zu
berücksichtigen wie solche, die verwirklicht werden konnten. Die
Aufnahme der Denkmäler in der Öffentlichkeit kann oft gut verfolgt
werden. Im 20. Jahrhundert läßt sich in der Türkei eine verzögerte,
dann aber um so raschere Übernahme der Denkmäler durch den
konservativen Sektor der Gesellschaft verfolgen, während in der
arabischen Welt mit bemerkenswerten Ausnahmen (u. a. Irak, Tu-
nesien) antropomorphe Monumente abgelehnt werden. In Zentrala-
sien wurde in sowjetischer Zeit eine massive Grundlage geschaffen,
auf der die neuen "Nationalstaaten" aufbauen.
Publikationen
1. Kreiser, Klaus: Public Monuments
0XX in Kemalist and Post-Kemalist Turkey . In: International
Journal of Turkologie. Cambridge/Mass. : noch unbekannt, 2001, S. noch nicht bekannt.
2. Kreiser, Klaus: Public Monuments in Turkey and Egypt, 1840-1916 . In: Muqarnas. An An-
nual on the Visual Culture of the Islamic World (1997), Nr. 14, S. 103-117
Projektunabhängige Publikationen
1. Kreiser, Klaus: Kleines 0XX
Türkeilexikon . München : Beck, 1992 (Beck’sche Reihe. Aktuelle
Länderkunden)
2. Tezcan, Semih: Bir Ziyafet Defteri (Das Registerbuch eines Staatsbanketts) . In: Kreiser,
Klaus ; Neumann, Christoph K. (Hrsg.) : Das Osmanische Reich in seinen Archivalien und
Chroniken. Festschrift Nejat Göyünc.. Stuttgart : Steiner, 1997, (Beiruter Texte und Studi-
en: Türkische Welten Bd. 1), S. 261-297.
3. Tezcan, Semih: Bir Ziyafet Defteri.(Das Registerbuch eines Staatbanketts) . Istanbul : o.A.,
1998. - 59 Seiten.
4. Kreiser, Klaus: The Place of Jerusalem in Ottoman Perception . In: Auld, Sylvia ; Hillen-
brand, Robert (Hrsg.) : Ottoman Jerusalem. The Living City: 1517-1917. London : Altajir
World of Islam Trust, 2000, S. 53-56.
Seite 453
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
5. Bartsch, Patrick: Der fremde Blick - das Christentum aus islamischer Sicht .
In: Religionsunterricht 31 (2001), S. 70-72
6. Friederich, Michael: Taghlik und Türkmen bzw. Türk - Zu einer (einer?) wenig bekannten
ethnischen Gruppe in Xinjiang . In: Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes
(2001), Nr. 91, S. 105-159
7. Kreiser, Klaus: Troia und die homerischen Epen. Von Mehmet II bis Ismet Inönü . In: Troia
- Traum und Wirklichkeit, Begleitband zur Ausstellung. Stuttgart : Konrad Theiss, 2001,
S. 282-288.
8. Kreiser, Klaus (Hrsg.): The Beginnings of Printing in the Near and Middle East: Jews, Chri-
stians and Muslims . Wiesbaden : Harrassowitz, 2001. - 102 Seiten.
9. Kreiser, Klaus: Karl Süßheim <1878-1947> . In: Turkish Studies Association Bulletin
25 (2001), Nr. 1, S. 61-66
10. Kreiser, Klaus: Drei Wissenschaften. Drei Optionen. . In: Kemal Çiçek (Hrsg.) : (Kreiser)
Pax ottomana. Studies in memoriam Prof. Dr. Nejat Göyünc.. Ankara : Yeni Türkiye, 2001,
S. 531-542.
11. Kreiser, Klaus: Istanbul. Ein literarisch-historischer Reiseführer . München : Beck, 2001
12. Kreiser, Klaus: Der osmanische Staat 1300-1922 . München : Oldenbourg, 2001 (Olden-
bourg Grundriß der Geschichte Bd. 30)
13. Reinkowski, Maurus: Enver Ziya Karal (1906-1982). Ein türkischer Mandarin .
In: Schild,Hartmut ; Wild, Stefan (Hrsg.) : Norm und Abweichung. Akten des 27. Deut-
schen Orientalistentages (Bonn, 28.9. - 2.10.1998) (27. Deutscher Orientalistentages
(Bonn, 28.9. - 2.10.1998) Bonn 28.9. - 2.10.1998). Würzburg : Ergon, 2001, S. 743-748.
(Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften Bd. 1)
14. Rumpf, Christian: Turkish Law and Europe . In: Ganino, Mario ; Venturini, Gabriella (Hrsg.)
: L’Europa di Domani: Verso l’Allargamento dell’Unione. Milano : ---, 2001, S. 435-443.
15. Tezcan, Semih: Dede Korkut Oguznameleri Üzerine Notlar . Istanbul : Yapi Kredi Kültür Sa-
nat Yayincilik, 2001. - 395 Seiten.
16. Tezcan, Semih ; Boeschoten, Henrik: Dede Korkut Oguznameleri -Onarilmis Metinler .
Istanbul : Yapi Kredi Kültür Sanat Yayinciklik, 2001. - 325 Seiten.
17. Friederich, Michael: Uyghurisch Lehrbuch . Wiesbaden : Reichtert, 2002. - 256 Seiten.
ISBN 3-89500-299-2
18. Kreiser, Klaus: Women in the Ottoman World: a bibliographical essay . In: (Kreiser) Islam
and Christian-Muslim Relations 13 (2002), Nr. 2, S. 197-206
19. Rumpf, Christian: Vollstreckung ausländischer Urteile und Schiedssprüche in der Türkei
(Zwangsvollstreckungsrecht) . In: Insolvenz und Vollstreckung (2002), S. 305-313
20. Rumpf, Christian: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Übersetzung ins Tür-
kische) . Berlin : Bundeszentrale für politsche Bildung, 2002
21. Rumpf, Christian: Vollstreckung ausländischer Urteile und Schiedssprüche in der Türkei
(Anerkennung und Vollstreckbarerklärung) . In: Insolvenz und Vollstreckung (2002),
S. 261-270
22. Rumpf, Christian: Internationale Schiedsgerichtsbarkeit in der Türkei . In: Recht der inter-
nationalen Wirtschaft (2002), S. 843-851
23. Rumpf, Christian: Das neue türkische Zivilgesetzbuch . In: Das Standesamt (2002), S. 97-
99
24. Tezcan, Semih: Epsem . In: Ölmez, Mehmet ; Raschmann, Christiane-Simone (Hrsg.) :
Splitter aus der Gegend von Turfan, Festschrift für Peter Zieme. Istanbul/Berlin : ---, 2002,
(Türk Dilleri Arastirmalari Dizisi Bd. 35), S. 385-394.
Seite 454
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
25. Dawletschin-Lindner, Camilla: Diener seines Staates. Celal Bayar 1883-1986 . Wiesbaden :
Harrassowitz, 2003 (Turkologie und Türkeikunde Bd. XV) . - 293 Seiten.
26. Kreiser, Klaus: Sterngucker, Hofärzte und gelehrte Kapitäne. . In: Damals. Das Magazin für
Geschichte und Kultur. 35 (2003), Nr. 9, S. 28-35
27. Kreiser, Klaus ; Neumann, Christoph K.: Kleine Geschichte der Türkei . Stuttgart : Reclam,
2003. - 518 Seiten.
28. Kreiser, Klaus: Die Revolution im Museum. Wie modern ist die türkische Kultur im 20. Jahr-
hundert? In: Neue Zürcher Zeitung 8./9. Februar 2003 (2003), S. 50
29. Kreiser, Klaus: Istanbul im Spiegel historischer Reiseführer. . In: Geographische Rund-
schau 55 (2003), Nr. 4, S. 46-49
30. Kreiser, Klaus ; Fragner, Bert G. ; Friederich, Michael: Holiday Courses. Focus on Central
Asia - Languages and Area Studies . In: Horst Kopp (Hrsg.) : Area Studies, Business and
Culture. Results of the Bavarian Research Network forarea. Münster : LitVerlag, 2003,
S. 410-413. - ISBN 3-8258-6623-8
31. Kreiser, Klaus: Süleyman der Prächtige: Krieger, Staatsmann, Patron der Künste. .
In: Damals. Das Magazin für Geschichte und Kultur. 35 (2003), Nr. 9, S. 22-27
32. Rumpf, Christian: Citizenship and Multiple Citizenship in Turkish Law . In: Martin, David A.
; Hailbronner, Kay (Hrsg.) : Rights and Duties of Dual Nationals. The Hague/London/New
York : ---, 2003, S. 361-373.
33. Rumpf, Christian ; Odendahl, Hanswerner: Türkei . In: Internationales Ehe- und Kind-
schaftsrecht September (2003), S. 153. Lieferung
34. Rumpf, Christian: Die türkische Verfassungsentwicklung auf dem Weg zur EU-Mitglied-
schaft . In: Zippel, Wulfdiether (Hrsg.) : Spezifika einer Südosterweiterung der EU. Baden-
Baden : ---, 2003, S. 90-116.
35. Kreiser, Klaus: Weltreisender und Gesellschafter . In: Damals. Das Magazin für Geschichte
und Kultur 36 (2004), Nr. 2, S. S.74-79
36. Rumpf, Christian ; Steinbach, Udo: Das politische System der Türkei . In: Ismayr, Wolf-
gang (Hrsg.) : Die politischen Systeme Osteuropas. 2. Aufl. Opladen : Leske u. Budrich,
2004, S. 847-886.
37. Rumpf, Christian ; Tekinalp, Ünal: Türkisches Bankrecht . In: Derleder, Peter ; Knops, Kai-
Oliver ; Bamberger, Hans Georg (Hrsg.) : Handbuch zum deutschen und europäischen
Bankrecht. Berlin : Springer, 2004, S. 1895-1912.
38. Rumpf, Christian: Türkisches Erbrecht und gemischtnationale Ehen, Teil I und Teil II .
In: Zeitschrift für Familien- und Erbrecht (2004), S. 71-80 und 110-113
Seite 455
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Iranistik: Sprachen, Geschichte und Kultur
Anschrift: An der Universität 11, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2179 Fax.: (0951) 863-5179
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: [Link]
Prof. Dr. Lutz Rzehak
[Leitung bis 31.03.2003:
[Link]. Dr. Bert G. Fra-
gner]
Angestellte:
Roswitha Braun
wiss. Mitarbeiter:
Dr. Roxane Haag-Higuchi
Dr. Reza Hajatpour
Lektoren:
Dr. Hüseyin Aguicenoglu
Mitra Sharifi-Neystanak,
Dipl.-Germ.
Intensivkurs Persisch:
Dr. Faramarz Behzad
Mitra Sharifi-Neystanak,
Dipl.-Germ.
Gastwissenschaftlerin,
DAAD-Promotionssti-
pendium:
Fatemeh Pira
Forschungsschwerpunkte
• Moderne iranische Sprachen (Tadschikisch, Dari, Persisch, Paschto,
Belutschi): Rzehak
• Ethnographie und Kulturgeschichte iranischsprachiger Völkerschaf-
ten: Rzehak
• Neuere und Moderne Geschichte Irans (19. und 20. Jhdt): Fragner,
Haag-Higuchi
• Moderne persische Literatur: Haag-Higuchi, Sharifi-Neystanak
• Historische Hilfswissenschaften auf dem Gebiet der iranisch-islami-
schen Geschichte: Fragner
• Vormoderne Geschichte Irans und Zentralasiens (Mittelalter, frühe
Neuzeit): Fragner
• Persische Geschichtsschreibung (Chroniken): Fragner
• Kulturgeschichte Irans und Zentralasiens: alle Wissenschaftler des
Lehrstuhls Iranistik
• Religion und Gesellschaft im modernen Iran: Haag-Higuchi
• Moderne persische Sprache und Sprachwissenschaft: Sharifi-Ney-
stanak
Kooperationsbeziehungen
• Mitwirkung bei gesellschaftsrelevanter und politikbegleitender For-
schung (Kooperation mit "Stiftung Wissenschaft und Politik" / Eben-
hausen, "Bundesinstitut für Internationale und Ost-Studien" / Köln,
"Geisteswissenschaftliches Zentrum Islam und Moderne" / Berlin
u.a.)
• politische und kulturelle Bildung auf Bundes- und Freistaatsebene
• Zusammenarbeit mit internationalen orientalistischen Forschungs-
einrichtungen, z.B. Budapest, Prag, Uppsala, Manchester, Rom/Na-
poli, Paris, Teheran, Samarkand, Moskau, Nanjing, Tokio
Seite 456
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• DAAD-Stipendienprogramm ISAP: Universität Teheran (Info unter
[Link] )
• Kooperation mit dem Landesspracheninstitut NRW in Bochum zur
Einrichtung von Persisch-Intensivkursen für Anfänger ( http://
[Link] )
Wissenschaftliche Tagungen
"Ortsansichten - Raumbilder. Funktion und Repräsentanz
von Räumen und Orten in Literaturen der Islamischen Welt"
15.-17. Juli 1999
Organisation: Dr. Roxane Haag-Higuchi
Iranistik 2000 - Impulse und Perspektiven iranistischer For-
schung
4.-6. Oktober 2000
Symposium für Nachwuchswissenschaftler
Organisation: Dr. Christoph Werner
Deutscher Orientalistentag
26.-30. März 2001
Fourth International Round Table on Safavid Studies
2.-6. Juli 2003
Workshop zur Vorbereitung des Intensivkurses Persisch
8./9. Mai 2004
Abschlussbericht: [Link]
[Link]
Veröffentlichungsreihen
IRAN-TURAN, Wiesbaden: Reichert Verlag (Herausgeber: Prof. Dr.
Bert G. Fragner gemeinsam mit Prof. Dr. Ingeborg Baldauf, Hum-
boldt-Universität Berlin)
Forschungsprojekte
Bibliographisch-quellenkundliche Erfassung persischer Periodika (1890 - 1925)
Projektleitung: Zu den wichtigsten und umfangreichsten Quellen für die politische
Prof. Dr. Bert G. Fragner und ideengeschichtliche Entwicklung Irans im späten 19. und frühen
Beteiligte: 20. Jahrhundert zählen Zeitungen und Zeitschriften. Das For-
Marcus Burmeister, M.A.
Dr. Tim Epkenhans, M.A. schungsprojekt hat zum Ziel, einige der gezielt ausgewählten Peri-
Stichwörter: odika, die in dem für die Entwicklung der persischen Presse
Iran; Presse; Bibliogra- richtungsweisenden Zeitraum zwischen 1890 und 1925 erschienen
phie; Moderne; sind, nach einem integrierten Muster systematisch und quellenkri-
Laufzeit: 1.2.2000 -
tisch zu erfassen. Im Rahmen dieses Musters werden formale
31.1.2003
Förderer: Aspekte (Chronologie, Distribution, Publizität, Zensur und Finanzie-
DFG rung), die personelle Zusammensetzung der Redaktionen und der
Inhalt der jeweiligen Periodika kommentiert zusammengefasst und
herausgearbeitet. Diese, mit ausführlichen, analytischen Registern
versehenen Bibliographien sollen für die Erforschung der frühen ira-
nischen Moderne erstmals einen gezielten und effektiven Umgang
mit dem umfangreichen Medium Presse ermöglichen und inhaltliche
wie formale Entwicklungslinien aufzeigen.
Seite 457
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Epkenhans, Tim: Die iranische
0XX Moderne im Exil. Bibliographie der Zeitschrift Kave, Berlin
1916-1922 . Berlin : Klaus Schwarz, 2000 (Islamwiss. Quellen und Texte aus deutschen
Bibliotheken Bd. 9) . - 210 Seiten. ISBN 3-87997-108-0
Das soziale und kulturelle Austauschsystem am Persischen Golf (persisch-arabi-
sche Beziehungen)
Projektleitung: Die Provinz Hormozgan an der nordöstlichen Küste des Persischen
Prof. Dr. Bert G. Fragner Golfes liegt am Rande der unmittelbaren Einfluss- und Kontrollsphä-
Beteiligte: re des Machtapparats der Islamischen Republik Iran. Die empirische
Dr. Shahnaz Nadjmabadi,
Heidelberg Untersuchung des gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsprozesses
Laufzeit: 1.7.1992 - ermöglichte die Erfassung und die Analyse dieses Prozesses auf der
15.2.1999 Mikroebene. Hierdurch wurde gezeigt, dass der Mangel an staatli-
Förderer: cher Kontrolle seitens der auf ihre zentralen Gebiete konzentrierten
DFG
Nationalstaaten das Fortbestehen solcher traditioneller Elemente
bewirkt, die als stabilisierende und integrierende Kräfte auf den Zu-
sammenhalt ethnisch, religiös und sprachlich unterschiedlicher Be-
völkerungsgruppen positiven Einfluss nehmen. Die Einheit der die
staatlichen und sonstigen Grenzen überschreitenden Region und die
verbindende Rolle des Persischen Golfes, wie sie von der hier leben-
den Bevölkerung erlebt und gesehen werden, bildeten den Kern der
Untersuchung. Die Arbeit hat einen interdisziplinären Beitrag zur
Theoriebildung und für die Kenntniserweiterung auf dem Gebiet der
gegenwartsbezogenen Erforschung orientalischer/islamischer Ge-
sellschaften im allgemeinen und der am Persischen Golf gelegenen
Länder im Besonderen geleistet.
Publikationen
1. Nadjmabadi, Shahnaz: 0XX
Closing of the Persian Gulf Area . In: Yarshater, Ehsan (Hrsg.) : En-
cyclopaedia Iranica, Vol V. Bd. V. New York : University Press, 1992, S. 848-850.
2. Nadjmabadi, Shahnaz: Aufbau ohne fremde Hilfe. Die iranische Aufbauorganisation Gehad-
e Sazandegi . In: Sociologus 43 (1993), Nr. 2, S. 168-182
3. Nadjmabadi, Shahnaz: Bedürfnislosigkeit macht stark. Eine Reise in den Iran . In: Arkaden.
Interkulturelle Zeitschrift 2 (1993), Nr. 2, S. 105-107
4. Nadjmabadi, Shahnaz: Soziale Integration und kultureller Pluralismus am Persischen Golf
. In: Institut für politische und internationale Studien, Teheran (Hrsg.) : Beiträge der zwei-
ten Konferenz zur Übersicht über die Probleme am Persischen Golf 1992. Teheran : nicht
bekannt, 1993, S. 305-314.
5. Nadjmabadi, Shahnaz: Soziale Einheit trotz kultureller Vielfalt (in persischer Sprache) .
In: Monatliche Zeitschrift des Instituts für politische und internationale Studien, Teheran
(Auswärtiges Amt) (1994), S. 87-93
Die Briefmarken Irans als Mittel der politischen Bildpropaganda
Projektleitung: Gegenstand des Projekts sind Funktion und Inhalte politischer Pro-
Prof. Dr. Bert G. Fragner paganda in einer sich modernisierenden Gesellschaft am Beispiel
Beteiligte: Irans und der in diesem Land in den vergangenen 130 Jahren aus-
Siebertz, Roman, M.A.
Laufzeit: 1.7.2000 - gegebenen Briefmarken. Untersucht werden soll dabei, wie sich die
31.1.2003 verschiedenen politischen Systeme bis in die jüngste Vergangenheit
Förderer: vor der Öffentlichkeit dargestellt und ihre Herrschaft zu legitimieren
DFG versucht haben. Das Medium Briefmarke bietet sich als Quelle be-
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sonders an, da Postwertzeichen als offizielles Medium direkte Ein-
blicke in politische Prozesse und das Weltbild der jeweiligen
herrschenden Klasse ermöglichen.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Analyse der Bildmotive
der Briefmarken im Hinblick auf ihre Aussage und die durch sie ver-
mittelte politische Botschaft. Da Bildpropaganda in erster Linie mit
Zeichen und Symbolen arbeitet, sollen Bedeutung und Aussage die-
ser Symbole erschlossen werden. Die Untersuchung folgt dabei ei-
nem semiotischen Ansatz; es soll ermittelt werden, welche Bedeu-
tung den verwendeten Zeichen im Weltbild ihrer Urheber und in der
damaligen politischen Kultur zukam und in welcher Absicht sie aus-
gewählt worden sind. Daher soll zugleich unter Berücksichtigung
anderer Studien zur modernen Geschichte Irans und - soweit mög-
lich - durch die vergleichende Betrachtung anderer Medien wie Zei-
tungen und Plakate das politisch-gesellschaftliche Umfeld
rekonstruiert werden, in dem solche Darstellungen veröffentlicht
wurden und wirksam sein konnten. Ziel des Projektes ist es, sich der
neueren iranischen Geschichte anhand seiner politischen Ikonogra-
phie anzunähern. Dieser Ansatz soll es ermöglichen, politische und
geistige Entwicklungen aufzeigen und rekonstuieren zu können.
Nicht zuletzt soll dabei ermittelt werden, wo sich im modernen
Staatsverständnis Irans Paradigmenwechsel feststellen lassen und
wo sich auf lange Sicht Kontinuitäten ausmachen lassen.
Intensivkurs Persisch
Projektleitung: Ziel ist die Entwicklung eines Sprachlernangebots für Persisch, das
Prof. Dr. Lutz Rzehak sich in Form von Intensivkursen zugleich an ein universitäres wie
Beteiligte: außeruniversitäres Publikum richten soll. Die Lernzielerwartungen
Mitra Sharifi-Neystanak,
Dipl.-Germ. dieser heterogenen Zielgruppen werden analysiert, um vereinbare
Behzad, Faramarz Lernziele definieren zu können. Anschließend wird ein Lehrpro-
Beginn: 1.4.2004 gramm mit geeigneten Lehr- und Übungsmaterialien ausgearbeitet,
Förderer: das sich in Lexik und Grammatik an typischen Kommunikationssi-
Europäisch-Iranische Han-
tuationen orientieren soll, um die Lernenden zu befähigen, über
delsbank, Hamburg
ASOTEC Ahwaz Steel handfeste, lebensweltliche Sachverhalte Informationen geben und
Commerce & Technical einholen zu können. Didaktik und Methodikkonzepte sollen nach
Service GmbH, Düsseldorf dem Prinzip einer kommunikativ orientierten Minimalgrammatik be-
TARA Steel Trading GmbH, stimmt werden, wobei grammatische Kenntnisse immer dann zu be-
Düsseldorf
Technology Transfer Insti-
handeln sind, wenn sie für eine zu vermittelnde kommunikative
tute (TTI), Teheran Struktur notwendig erscheinen, und nur in einem solchen Umfang
Mitwirkende Institutio- vermittelt werden, wie es für die Aneignung dieser kommunikativen
nen: Struktur erforderlich ist. Insgesamt sollen Minimalgrammatik und
Landesspracheninstitut Grundwortschatz ein in sich geschlossenes und ausbaufähiges
NRW, Bochum
Kontakt: strukturanalytisches Grundwissen umfassen. Eine Erprobung im
Roswitha Braun Herbst 2004 soll zeigen, ob das Sprachlernangebot in die universi-
Tel.: 0951/863 2179, täre Ausbildung in den Fächern Iranistik und Orientalistik integriert
Fax: 0951/863 5179, E- werden und zugleich den Lernzielerwartungen der intendierten Ziel-
Mail: [Link]@spli gruppe aus dem nichtuniversitären Bereich entsprechen kann.
[Link]
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Quellen zur lokalen und tribalen Geschichte Irans vom 17. zum 19. Jahrhundert:
Kritische Edition der Tazkirat ad-Dunabila von Muhammad Husain Ishtihardi (Hs.
Majlis 8345)
Projektleitung: Iranische Lokal- und Regionalgeschichte der frühen Neuzeit ist ein
Prof. Dr. Bert G. Fragner Forschungsgebiet, das trotz seiner reichen Ausbeute für zahlreiche
Beteiligte: Aspekte historischer und kulturhistorischer Fragestellungen immer
Dr. Christoph Werner
Laufzeit: 1.1.2000 - noch vergleichsweise wenig bearbeitet wird. Eine Ursache dafür ist
31.12.2001 nicht zuletzt der Mangel an problemlos zugänglichen Quellen regio-
Förderer: naler Geschichtsschreibung, die in vielen Fällen nur in schwer er-
Universität Bamberg reichbaren Handschriften zu konsultieren sind. Das vorliegende For-
schungsprojekt setzt sich zum Ziel, durch die kritische Edition der
"Tazkirat ad-Dunabila" ein in der Mitte des 19. Jahrhunderts ent-
standenes Schlüsselwerk zu lokalen Geschichte der iranischen Pro-
vinz Ascherbaidschan der Forschung zugänglich zu machen und
zugleich einen Beitrag zur Regional- und Stammesgeschichte Irans
zu leisten. Insbesondere die Frage nach der Rolle vom Stämmen in
den neuzeitlichen Prozessen von Staatsbildung und Zentralisierung
spielt hier eine Rolle.
Sozial- und Kulturgeschichte Kaschmirs und des Karakorum-Raums vor der briti-
schen Eroberung im Spiegel persischer Archivalien aus Kaschmir (1841-1891)
Projektleitung: Über mehrere Jahrhunderte hinweg diente bis zum frühen 20. Jahr-
Prof. Dr. Bert G. Fragner hundert im Hochgebirgsland Kaschmir-Karakorum Persisch als Ver-
Beteiligte: waltungs-, Hof-, Prestige-, Literatur- und Handelssprache. Hier soll
Weber, Siegfried
Laufzeit: 1.5.2001 - ein Korpus persischer Archivalien aus Kaschmir aus der Zeit von
30.4.2004 1841-1891 zum ersten Mal diplomatisch und sprachlich analysiert
Förderer: werden. In inhaltlicher Hinsicht wurden einzelne dieser Dokumente
DFG bisher allenfalls für ereignisgeschichtliche Sachverhalte herangezo-
gen. Davon abgesehen wurden sie bis heute weder in Indien bzw.
Pakistan noch im Westen bearbeitet. Bearbeiter und Antragsteller
erwarten sich von der Analyse der Dokumente grundlegende Auf-
schlüsse über soziokulturelle Verhältnisse Kaschmirs vor der Ein-
gliederung in die Britische Herrschaft (Verwaltung, Hofleben,
Interaktion unterschiedlicher ethnolinguistischer Gruppen im Hoch-
gebirgsland etc.)
Sprachverhalten der Tadschiken von Samarkand
Projektleitung: Untersuchungsgegenstand ist das Sprachverhalten der tadschi-
Prof. Dr. Lutz Rzehak kischsprachigen Bevölkerung in der Stadt Samarkand und in ihrem
Beteiligte: Umland unter Berücksichtigung der veränderten Sprachsituation in
Wohidow, Abduwahob
Beginn: 1.9.2003 postsowjetischer Zeit. Es soll gezeigt werden, welchen strukturellen
Förderer: Wandlungen eine Sprache unterliegt, die im multilingualen Milieu
DAAD Transoxaniens Jahrhunderte lang als Hochsprache und überregiona-
Mitwirkende Institutio- le Lingua Franka dominieren konnte, wenn ihr Gebrauch als Ergeb-
nen:
nis einer grundlegend veränderten Sprachsituation in wachsendem
Staatliche Universität Sa-
markand Maße auf den Bereich der mündlichen Kommunikation reduziert
Kontakt: wird. Die veränderte Sprachsituation wird darin gesehen, dass das
Prof. Dr. Lutz Rzehak Usbekische als proklamierte Nationalsprache in vielen Domänen des
Tel.: (0951) 863-2178, mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauchs heute erfolgreich mit
Fax: (0951) 863-5179, E-
Mail: [Link]@[Link]
dem Russischen konkurriert, während das Tadschikische in Samar-
[Link] kand außerhalb und weitgehend isoliert von jenem Raum fortbe-
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
steht, in dem diese Sprache als Nationalsprache Tadschikistans eine
eigenständige Weiterentwicklung erfährt. Das Projekt beinhaltet
Quellenstudien zur Sprachgeschichte des Tadschikischen in Samar-
kand sowie Feldstudien, bei denen das Verhalten seiner Sprecher in
verschiedenen kommunikativen Situationen in Bezug auf erkennba-
re Präferenzen bei der Wahl der als Selektionsvarianten zur Verfü-
gung stehenden Ausdrucksmittel analysiert werden soll.
Wandel im vorkolonialen Gebirgsraum. Quellenstudien zur islamischen Geschich-
te und Geschichtsschreibung im Karakorum und im östlichen Hindukusch
Projektleitung: Das Projekt wurde im Rahmen des DFG-Schwerpunktes "Kultur-
Prof. Dr. Bert G. Fragner raum Karakorum" als ein Beitrag im Bereich der historischen Grund-
Beteiligte: lagenforschung konzipiert. Er konzentrierte sich auf die
Dr. Wolfgang Holzwarth
Laufzeit: 1.9.1993 - Erschließung schriftlicher, vorwiegend persischsprachiger Quellen.
31.1.1998 Thematisiert wurde die Islamisierung der heute nordpakistanischen
Förderer: Gebirgsgebiete. Mit einer Studie über eine bislang wenig untersuch-
DFG te Periode der Regionalgeschichte hat das Projekt zum Verständnis
kulturgeschichtlicher und -geographischer Prozesse im Gebirgsraum
zwischen Mittel- und Südasien beigetragen. Ergänzend dazu wurde
untersucht, wie sich der kulturelle Umbruch in der lokalen Ge-
schichtsüberlieferung niedergeschlagen hat.
Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse von Dr. Holzwarth
als Monographie ist in der Reihe "IRAN-TURAN" (Reichert Verlag,
Wiesbaden) vorgesehen!
Publikationen
1. Holzwarth, Wolfgang: Materialien
0XX zur Geschichte des Karakorum und östlichen Hindukusch
1500-1800. Abschlussbericht des DFG-Projekts "Wandel im vorkolonialen Gebirgsraum:
Quellenstudien zur islamischen Geschichte und Geschichtsschreibung im Karakorum und
im östlichen Hindukusch . Bamberg : Otto-Friedrich-Universität. 1999. - Forschungsbe-
richt. 241 Seiten
Projektunabhängige Publikationen
1. Fragner, Bert G.: Historische
0XX Wurzeln neuzeitlicher iranischer Identität: zur Geschichte des
politischen Begriffs "Iran" im späten Mittelalter und in der Neuzeit . In: Macuch, Maria ;
Müller-Kessler, Christa ; Fragner, Bert G. (Hrsg.) : Studia Semitica necnon Iranica Ru-
dolpho Macuch septuagenario ab amicis et descipulis dedicata. Wiesbaden : -, 1989, S. 70-
100.
2. Fragner, Bert G.: Probleme der Nationswerdung der Usbeken und Tadshiken . In: Kappeler,
Andreas ; Simon, Gerhard ; Brunner, Georg (Hrsg.) : Die Muslime in der Sowjetunion und
in Jugoslawien - Identität Politic Widerstand. Köln : -, 1989, S. 19-34.
3. Fragner, Bert G.: Aktuelle Fragen der historischen Erforschung der spätmittelalterlichen
und neuzeitlichen islamischen Welt . In: saeculum 40 (1989), Nr. 2, S. 161-165
4. Fragner, Bert G.: Die Sowjetrepublik Tadschikistan - ein Forschungsschwerpunkt der Bam-
berger Iranistik . In: Forschungsforum - Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bam-
berg (1990), Nr. 2, S. 8
5. Fragner, Bert G.: Vorbemerkung zu Heinz-Georg Migeod, Die Persische Gesellschaft unter
Nasir a-Din Schah (1484-1896) . In: Islamkundliche Untersuchungen. Berlin : Klaus
Schwarz, 1990, S. VIII-XII.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
6. Fragner, Bert G.: Iranische Kultur, Geschichte und Sprachen in islamischer Zeit vom Mit-
telalter bis zur Gegenwart: ein Forschungsbericht aus den deutschsprachigen Länder
(Deutschland, Österreich, Schweiz) . In: Forschungsforum - Berichte aus der Otto-Fried-
rich-Universität Bamberg (1990), Nr. 2, S. 101-116
7. Fragner, Bert G.: Caravans . In: Encyclopaedia Iranica. Bd. IV. London - New York : -,
1990, S. 795-798.
8. Fragner, Bert G.: Die "Wiederentdeckung" des Persischen in Mittelasien: Sprachpolitik und
Sprachentwicklung in der Sowjetrepublik Tadschikistan in den Achtziger Jahren .
In: Tworuschka, Udo (Hrsg.) : Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident. Festschrift für
Agdoljavad Falaturi zum 65. Geburtstag. Köln - Wien : -, 1991, S. 249-261.
9. Fragner, Bert G.: Tadschikistans Probleme sind Armut und Nationalismus . In: Der Über-
blick (1992), Nr. 1, S. 26-30
10. Fragner, Bert G.: Ein Privilegium aus Goldkonda für die Niederländische Ostindische Kom-
panie . In: Fragner, Christa ; Schwarz, Klaus (Hrsg.) : Festgabe an Josef Matuz Osmanistik
- Turkologie - Diplomatik. Berlin : Klaus Schwarz, 1992, (Islamkundliche Untersuchungen
Bd. 150), S. 57-76.
11. Fragner, Bert G.: Central Asia aspects of pre-modern Iranian history (14th to 19th century)
. In: Central Asian Survey 12 (1993), Nr. 4, S. 465-471
12. Fragner, Bert G.: Iran, Zentralasien und die Seidenstraße - universalgeschichtliche Überle-
gungen . In: Spektrum Iran 6 (1993), Nr. 4, S. 34-62
13. Fragner, Bert G.: Tradition, Legitimität und Abgrenzung: formale Symbolaussagen per-
sischsprachiger Herrscherurkunden . In: Slaje, Walter ; Zinko, Christian (Hrsg.) : Akten des
Melzer-Symposiums 1991. Veranstaltet aus Anlaß der Hundertjahrfeier indo-iranistischer
Forschung in Graz (13-414. November 1991). Graz : -, 1993, S. 84-113.
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Iran and Central Asia . In: Zubaida, Sami ; Tapper, Richard (Hrsg.) : Culinary Cultures of
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15. Fragner, Bert G. ; Hoffmann, Birgitt (Hrsg.): Bamberger Mittelasienstudien . (- Bamberg
15.-16.06.1990) Berlin : -, 1994
16. Fragner, Bert G.: The Nationalization of the Uzbeks and the Tajiks . In: Kappeler, Andreas
; Simon, Gerhard ; Brunner, Georg ; Allworth, Edward (Hrsg.) : Muslim Communities Ree-
merge. Historical Perspectives on Nationality, Politics and Opposition in the Former Sovjet
Union and Yugoslavia. Durham & London : -, 1994, S. 13-32.
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; Hollbach, Beate (Hrsg.) : Die Welt am Wochenende. Entwicklungsperspektiven der Wo-
chenruhetage - ein interkultureller Vergleich. Bochum : -, 1994, S. 168-181.
18. Fragner, Bert G.: From the Caucasus to the Roof of the World: a culinary adventure .
In: Zubaida, Sami ; Tapper, Richard (Hrsg.) : Culinary Cultures of the Middle East. London
- New York : -, 1994, S. 49-62.
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Bd. IV. Stuttgart : Anton Hiersemann Verlag, 1995, S. s.v..
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In: Bode, Christoph (Hrsg.) : West meets East. Klassiker der britischen Orient-Reiselitera-
tur. Heidelberg : Universitätsverlag C. Winter, 1997, (Anglistische Forschungen Bd. 246),
S. 167-183. - ISBN 3-8253-0521-X
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of the Assassins and other Persian Travels . In: Bode, Christoph (Hrsg.) : West meets East.
Klassiker der britischen Orient-Reiseliteratur. Heidelberg : Universitätsverlag C. Winter,
1997, (Anglistische Forschungen Bd. 246), S. 135-147. - ISBN 3-8253-0521-X
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multiple Biographie . In: SGMOIS/SSMOCI-bulletin - rencontres littéraires/Literaturen im
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
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and his Travel-Writing . In: Haag-Higuchi, Roxane ; Szyska, Christian (Hrsg.) : Erzählter
Raum in Literaturen der islamischen Welt / Narrated Spaces in the Literature of the Islamic
World. Wiesbaden : Harrassowitz, 2001, S. 149-160.
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weise afghanischer Chroniken . In: Haag-Higuchi, Roxane ; Szyska, Christian (Hrsg.) : Er-
zählter Raum in Literaturen der islamischen Welt. Wiesbaden : Harrassowitz, 2001, S. 131-
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56. Fragner, Bert G.: Große Spieler und Kalte Krieger: Von der Wahrnehmung Mittelasiens im
Wandel der Zeit . In: Brunner, Rainer ; Gronke, Monika ; Laut, Jens Peter ; Rebstock, Ulrich
(Hrsg.) : Islamstudien ohne Ende. Festschrift für Werner Ende zum 65. Geburtstag.
Würzburg : -, 2002, (Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes Bd. 65.1), S. 79-86.
57. Fragner, Bert G.: Der Islam in Zentralasien: viel mehr als eine Religion . In: Strasser, An-
drea ; Haas, Siegfried ; Mangott, Gerhard ; Heuberger, Valeria (Hrsg.) : Zentralasien und
Islam - Central Asia and Islam. Hamburg : -, 2002, S. 21-29.
58. Fragner, Bert G.: Kulturkontakt und Kulturtransfer entlang der Seidenstraße. Ein Langzeit-
phänomen der eurasiatischen Geschichte . In: Malvetti, Massimo ; Schroeder, Prosper ; Si-
mon-Schaefer, Roland (Hrsg.) : 1ères Rencontres de l’IST. Luxembourg : -, 2002, S. 103-
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Herrschafts- und Staatsdenken im 20. Jh. . Wiesbaden : Reichert, 2002 (IRAN - TURAN
Bd. 4) . Zugl.: Bamberg, Otto-Friedrich-Universität, Diss., 2000. - ISBN 3-89500-264-X
60. Aguicenoglu, Hüseyin: Dobruca Müslüman Basininda Alevilik . In: Bülten akademi. Alevi
Akademisi Yayin Organi (2003), Nr. Haziran-Temmuz, S. 8-10
61. Aguicenoglu, Hüseyin: Drei Phasen des kurdischen Nationalismus . In: Kurden heute. Hin-
tergründe, Aspekte, Entwicklungen. Bonn : -., 2003, S. 273-291.
62. Aguicenoglu, Hüseyin: ’Ak Toprak’la Dobruca Arasinda. Dobruca Müslüman Türk Basininda
Hicret Konusunda Yapilan Tartismalar . In: Osmanli Arastirmalari XXII. Istanbul : -, 2003,
S. 61-75.
63. Behzad, Faramarz ; Divshali, Soraya: Sprachkurs Persisch. Eine Einführung in die persische
Sprache der Gegenwart . 4. Aufl. Bamberg : Logos, 2003
64. Behzad, Faramarz: Deutsch-Persisches Wörterbuch . Tehran, Iran : Kharazmie Publication
and Distribution, 2003
65. Haag-Higuchi, Roxane: Historical Events in Persian Novels . In: Oriente Moderno (2003),
Nr. 22, S. 131-144
66. Rzehak, Lutz: Some Thoughts and Material on Balochi in Afghanistan . In: Jahani, Carina ;
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lochistan in Historical and Modern Times. Wiesbaden : Reichert Verlag, 2003, S. 259-276.
67. Aguicenoglu, Hüseyin: Yakup Kadri Karaosmanoglu’nun Nur Baba romaninda Bektasilik .
In: Bülten akademi. Alevi Akademisi Yayin Organi (2004), Nr. Ocak, S. 33-37
68. Aguicenoglu, Hüseyin: Die Turko-Tatarische Presse der Dobrudscha 1897-1940 . Frankfurt/
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69. Hajatpour, Reza: Elemente der Aufklärung in John Lockes Essays . In: Drost-Abgarjan, Ar-
menuhi ; Tubach, Jürgen (Hrsg.) : Sprache, M ythen, Mythizismen. Festschrift für Walter
Beltz zum 65. Geburtstag am 25. April 2000. Bd. II. Halle (Saale) : -, 2004, S. 305-311.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Islamische Kunstgeschichte und Archäolo-
gie
Anschrift: An der Universität 11, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2189 Fax.: 863-5233
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Kunst und materielle Kultur der islamischen Welt vom 7. Jahrhun-
Prof. Dr. Lorenz Korn dert unserer Zeitrechnung bis in die Gegenwart sind Gegenstand
[Leitung bis 30.09.2003: des Fachs „Islamische Kunstgeschichte und Archäologie", das als ei-
Prof. em. Dr. Barbara Fin-
ster] gener Studiengang in Deutschland allein in Bamberg vertreten ist.
Innerhalb eines geographischen Rahmens, der sich über die Länder
der islamischen Welt vom Mittelmeerraum bis Indien und Zentrala-
sien erstreckt, umfasst es die verschiedensten Kunstgattungen: Ar-
chitektur, Malerei und Kleinkunst.
Aufgabe der islamischen Kunstgeschichte ist es, Zeugnisse der je-
weiligen Gattungen zu dokumentieren, Objekte in ihrer formalen
Gestaltung zu erfassen und im Rahmen einer Stilgeschichte einzu-
ordnen, sowie ihre Gestaltung „inhaltlich" zu interpretieren, d. h.
aus den kulturellen Bedingungen ihrer Entstehungszeiten und -orte
heraus zu erklären. Die islamische Archäologie untersucht histori-
sche Prozesse - insbesondere kulturellen Wandel - in der islami-
schen Welt anhand materieller Zeugnisse, die nicht unbedingt
künstlerisch gestaltet sein müssen.
Eine praxisnahe Ausbildung soll es den Studierenden ermöglichen,
Erfahrungen durch Grabungen, Surveys und Museumsvolontariate
zu sammeln, um sie so auf einen Beruf im Wissenschafts- und Kul-
turbetrieb vorzubereiten.
Forschungsschwerpunkte
• Islamische Kunst des Jemen und der Arabischen Halbinsel; Islami-
sche Architektur des Iran; Umayyadische Kunst im großsyrischen
Raum und Iraq (B. Finster)
• Islamische Architektur des 11.-15. Jh. in Ägypten, Syrien und Iran;
Islamische Metallarbeiten aus dem iranischen Raum; Kultur der Oa-
sensiedlungen in Oman; Islamische Numismatik (L. Korn)
Kooperationsbeziehungen
Zusammenarbeit mit dem Departamento de Prehistoria y Arqueolo-
gia/ Universidad Autonoma de Madrid.
Bei der Sammlung und Archivierung von Bildmaterial besteht eine
Kooperation mit der Université de Paris IV (Sorbonne).
Exkursionen werden z. T. in Zusammenarbeit mit dem Institut für
Kunstgeschichte der LMU München und mit verschiedenen Museen
(Museum für Islamische Kunst - SMPK Berlin; Linden-Museum
Stuttgart) durchgeführt.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wissenschaftliche Tagungen
• Kunst und Kunsthandwerk im Islam. 2. Bamberger Symposium 25.-
27. Juli 1996
• 4. Colloquium: Die Arabische Halbinsel zur Zeit Muhammads, in Zu-
sammenarbeit mit dem Institut für Außereuropäische Sprachen und
Kulturen der Universität Erlangen 1997
• 5. Colloquium: Die Arabische Halbinsel zur Zeit Muhammads
30.06.1999
• 6. Colloquium: Die Arabische Halbinsel zur Zeit Muhammads
01.07.2000
• 28. Deutscher Orientalistentag 26.-30. März 2001
• 7. Colloquium: Die Arabische Halbinsel zur Zeit Muhammads
29.06.2002
Forschungsprojekte
Die umayyadische Architekturornamentik von ‘Angar/ Libanon
Projektleitung: Die umayyadische Anlage ‘Angar im Libanon wurde in den Sechziger
Prof. Dr. Barbara Finster Jahren teilweise ausgegraben, blieb dann aber in Folge der Kriegs-
Beteiligte: wirren liegen. Ziel des Unternehmens ist, einen Katalog der Orna-
MA Archäologin Franziska
Bloch mentik zu erstellen und die Formen kunsthistorisch einzuordnen.
Architekt Arnold Kreisel Gleichzeitig können damit Architekturdetails rekonstruiert werden,
Architektin Michaela Denk die unter Umständen, einer späten Restaurierung dienlich sein kön-
Laufzeit: 22.9.2000 - nen. Geplant ist ferner den Grundriß der Anlage zu überprüfen und
22.10.2000
zu ergänzen.
Förderer:
Fritz Thyssen Stiftung
Forschungsprojekt/Bildarchiv "Mashreq - Maghreb"
Projektleitung:
Prof. Dr. Barbara Finster
Beginn: 1.10.1997
Spätantike und Islam: Kontinuität und Diskontinuität in der frühislamischen
Kunst
Projektleitung: Im Zentrum der Untersuchungen steht die Frage, ob die umayyadi-
Prof. Dr. Barbara Finster sche Kunst ihre Vorbilder aus der zeitgenössischen Kunst bezieht
Beteiligte: oder Denkmäler der Antike als Vorbild verstanden werden konnte.
Architektin Michaela Denk
Studentin Bamberg Meike Welche Vermittlerrolle kommt dabei der Dynastie der Gassaniden
Gruel zu, die als Vorgängerdynastie der Umayyaden im großsyrischen
Beginn: 22.3.2000 Raum herrschte. Ein Survey längs der Via Diocletiana in der Nähe
Förderer: von Palmyra/ Syrien wurde mit dem Ziel durchgeführt, zu prüfen,
Gerda Henkel-Stiftung
ob eine Kontinuität der Besiedlung in den römischen Kastellen fest-
gestellt werden kann oder ob vorbildhafte Bauten zu ermitteln sind.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Islamkunde und Arabistik
Anschrift: An der Universität 11, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2187 Fax.: 2188
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Gegenstände des Faches Islamkunde (=Islamwissenschaft) sind
Prof. Dr. Rotraud Wielandt u.a. die Entstehung des Islam, die grundlegenden Glaubensvorstel-
wiss. Mitarbeiter: lungen und Gottesdienstformen von Muslimen, die von ihnen ent-
Ines Weinrich, M.A.
wickelte Theologie, das islamische Recht, die religiöse Volkskunde
islamischer Länder, die von der islamischen Religion geprägten oder
mit ihr legitimierten politischen Ideen, Strukturen und Entwicklun-
gen und die gesellschaftlichen Lebensmuster und Organisationsfor-
men, die als spezifisch islamisch anzusprechen sind. An der
Universität Bamberg wird die Islamkunde mit eindeutig religions-
wissenschaftlicher Ausrichtung betrieben, d.h. primär als Wissen-
schaft von der islamischen Religion verstanden; der Islam wird
dabei historisch und phänomenologisch, also nicht vom Bekenntnis-
standpunkt aus betrachtet. Daneben kommen philosophische, kul-
tur- und sozialwissenschaftliche sowie ideologiegeschichtliche
Fragestellungen zum Tragen, die Entwicklungen in der islamischen
Welt betreffen. Der Schwerpunkt liegt dabei in Bamberg auf der
Neuzeit und der Gegenwart.
Arabistik ist eine sprach- und literaturwissenschaftliche Disziplin in
Analogie zu Fächern wie z.B. Germanistik, Anglistik oder Romani-
stik. An der Universität Bamberg ist die Forschungstätigkeit in die-
sem Fach literaturwissenschaftlich ausgerichtet und in erster Linie
auf neuere und neueste arabische Literatur bezogen.
Forschungsschwerpunkte
• Entwicklungen der islamischen Theologie vom 19. Jahrhundert bis
zur Gegenwart (Wielandt)
• Theologische Anthropologie im Islam (Wielandt). Auch drei der sechs
gegenwärtig von der Professur für Islamkunde und Arabistik betreu-
ten Dissertationsprojekte betreffen Fragen des Menschenbildes bei
muslimischen und/oder arabischen Autoren. Sie wurden von Thomas
Hildebrandt, Duran Terzi und Steffi Redmann innerhalb des Gradu-
iertenkollegs "Anthropologische Grundlagen und Entwicklungen im
Christentum und Islam" in Angriff genommen. Zu diesen Projekten
s. [Link]
• Neuzeitliche Kulturgeschichte und zeitgenössische ideologische Strö-
mungen islamischer, insbesondere arabischer Länder (Wielandt,
Weinrich)
• Moderne arabische Literatur (Wielandt, Weinrich)
• Neuzeitliche Entwicklungen der arabischen Musik und ihr Verhältnis
zu übergreifenden gesellschaftlichen und kulturellen Transformati-
onsprozessen zwischen Tradition und Moderne (Weinrich)
• Arabisch-deutsche Literaturbeziehungen (Ragab)
• Vergleichende Erforschung arabischer und europäischer Reisebuch-
literatur (Ragab)
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kooperationsbeziehungen
• Zusammenarbeit mit Fachvertretungen der Katholischen und Evan-
gelischen Theologie und der Philosophie an den Universitäten Bam-
berg und Erlangen sowie den Professuren für Islamwissenschaft an
den Universitäten Erlangen und Jena im Rahmen des Graduierten-
kollegs "Anthropologische Grundlagen und Entwicklungen im Chri-
stentum und Islam"; dazu [Link]
• Mitarbeit im fakultätsübergreifenden Zentrum für Interreligiöse Stu-
dien (ZIS) an der Universität Bamberg (zusammen mit Fachvertre-
tern und -vertreterinnen u.a. der Katholischen und der
Evangelischen Theologie, der Politologie und verschiedener orienta-
listischer Disziplinen)
• Zusammenarbeit mit internationalen Forschungseinrichtungen im
Bereich der Islamwissenschaft, Islamischen Theologie und Arabistik,
im Nahen Osten z.B. mit der (Islamisch-)Theologischen Fakultät der
Universität Ankara, verschiedenen Fachvertretungen der al-Azhar-
Universität Cairo und der Abt. Arabistik der Literaturfakultät der Uni-
versität Cairo
• Zusammenarbeit mit Institutionen der politischen, kulturellen und
kirchlichen Bildung in Bayern und bundesweit
Wissenschaftliche Tagungen
• Symposium "Freiheit und Verantwortung in der christlichen und der
islamischen Theologie" (9.-11. März 2000) im Rahmen des Graduier-
tenkollegs "Anthropologische Grundlagen und Entwicklungen im
Christentum und Islam", s. [Link] ,
Organisation: Prof. Dr. Rotraud Wielandt, Angela Parvanta M.A. und
Prof. Dr. Volker Eid
• XXVIII. Deutscher Orientalistentag 26.-30. März 2001 http://
[Link]/split/dot/islamwissenschaft
• Christlich-islamisches Symposium "Menschenwürde zwischen reli-
giösem Bekenntnis und gesellschaftlichem Diskurs. Zur Tragfähig-
keit eines anthropologischen Konzepts angesichts der aktuellen
bioethischen Debatte" (8.-9. April 2002) im Rahmen des Graduier-
tenkollegs "Anthropologische Grundlagen und Entwicklungen im
Christentum und Islam", s. [Link] ,
Organisation: Prof. Dr. Rotraud Wielandt und Prof. Dr. Marianne
Heimbach-Steins
Veröffentlichungsreihen
• literaturen im kontext. arabisch - persisch - türkisch (herausgegeben
von Rotraud Wielandt zusammen mit Birgit Embaló, Priska Furrer,
Angelika Neuwirth und Renate Würsch, Reichert Verlag Wiesbaden)
• Mitteilungen zur Sozial- und Kulturgeschichte der islamischen Welt
(herausgegeben von Rotraud Wielandt zusammen mit Rahul Peter
Das, Werner Ende, Erika Glassen, Angelika Hartmann, Jens Peter
Laut, Stefan Leder und Ulrich Rebstock, Ergon Verlag Würzburg)
• Christentum und Islam. Anthropologische Grundlagen und Entwick-
lungen (herausgegeben von Rotraud Wielandt zusammen mit Mari-
anne Heimbach-Steins, Ergon Verlag Würzburg)
• Islamic History and Civilization (herausgegeben von Rotraud Wie-
landt zusammen mit Wadad Kadi, Brill Verlag Leiden)
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Religiöse Sozialisation junger türkischer Muslime in der Bundesrepublik Deutsch-
land
Projektleitung: Das Projekt untersuchte die Vorstellungen von religiöser Sozialisati-
Prof. Dr. Rotraud Wielandt on und die diesbezüglichen Praktiken in türkisch-muslimischen Fa-
Beteiligte: milien Nürnbergs, und zwar anhand von offenen Interviews mit
Dr. Yalcin-Heckmann, Lale
Laufzeit: 1.1.1990 - Eltern, Kindern und Jugendlichen sowie türkischen Lehrern, aber
15.4.2000 auch mittels teilnehmender Beobachtung in Familien, Moscheen und
Förderer: Schulen. Den Schwerpunkt des Interesses bildete dabei die Frage,
DFG inwieweit Eltern und Kinder den Islam ähnlich oder unterschiedlich
wahrnehmen und leben und in welcher Relation die zwischen Eltern-
und Kindergeneration beobachtbaren Kontinuitäten oder Verände-
rungen des Religionsverständnisses und der religiösen Praxis zu
Faktoren wie der Familienstruktur, der Geschwisterkonstellation,
den Kontakten zu weiteren relevanten Verwandten, der Migrations-
geschichte der Familie, der schulischen Situation oder Erfahrungen
in der Nachbarschaft und der ethnischen Kolonie stehen.
Die Arbeit an diesem Projekt war aus bei der Mitarbeiterin liegenden
Gründen von April 1994 bis April 1999 unterbrochen. Inzwischen ist
das Manuskript der Gesamtpublikation abgeschlossen und wird zum
Druck vorbereitet.
Publikationen
1. Yalcin-Heckmann, Lale:0XX Are Fireworks Islamic? Towards an Understanding of Turkish Mi-
grants and Islam in Germany . In: Stewart, C. ; Shaw, R. (Hrsg.) : Syncretism/Anti-syn-
cretism: The Politics of Religious Synthesis. London und New York : Routledge, 1994,
S. 178-195.
Projektunabhängige Publikationen
1. Wielandt, Rotraud: Wurzeln
0XX der Schwierigkeit innerislamischen Gesprächs über neue her-
meneutische Zugänge zum Korantext . In: Wild, Stefan (Hrsg.) : The Qur’an as Text.
Leiden : Brill, 1996, S. 257-282.
2. Wielandt, Rotraud: Mystische Tradition und zeitgenössische Wirklichkeitserfahrung in Ga-
mal al-Ghitanis "Kitab at-tagalliyat" . In: Asiatische Studien / Études Asiatiques (1996),
Nr. 2, S. 491-523
3. Wielandt, Rotraud: "Arabian Sands" oder der Mythos von der autonomen Männlichkeit .
In: Bode, Christoph (Hrsg.) : West Meets East. Klassiker der britischen Orient-Reiselitera-
tur. Heidelberg : C. Winter, 1997, S. 205-217.
4. Weinrich, Ines: Der Jemen im Spiegel jemenitischer Kurzgeschichten: "Günther Orth: Die
Farbe des Regens. Entstehung und Entwicklung der modernen jemenitischen Kurzgeschich-
te" (Rezension) . In: Jemen-Report (1998), Nr. 1/2, S. 45-46
5. Wielandt, Rotraud: Theologie und Islamwissenschaft als Nachbarn an der Universität. Eini-
ge Gedanken zu den Chancen ihrer Beziehung . In: Kraus, Georg (Hrsg.) : Theologie in der
Universität. Wissenschaft - Kirche - Gesellschaft. Festschrift zum Jubiläum: 350 Jahre
Theologie in Bamberg. Frankfurt : Lang, 1998, (Bamberger Theologische Studien Bd. 10),
S. 267-280.
Seite 470
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
6. Wielandt, Rotraud: Die Würde des Stellvertreters Gottes. Zur Interpretation eines Koran-
worts bei zeitgenössischen muslimischen Autoren . In: Bucher, Rainer ; Fuchs, Ottmar ;
Kügler, Joachim (Hrsg.) : In Würde leben. Interdisziplinäre Studien zu Ehren von Ernst Lud-
wig Grasmück. Luzern : Edition Exodus, 1998, S. 170-187.
7. Weinrich, Ines: Fairuz und der Umgang mit der Vergangenheit . In: INAMO. Berichte und
Analysen zu Politik und Gesellschaft des Nahen und Mittleren Ostens 20 (1999), Nr. 4,
S. 15-17
8. Weinrich, Ines: Église Syriaque Orthodoxe d’Antioche. Chants liturgiques de Carême et du
Vendredi Saint (Rezension) . In: Yearbook for Traditional Music 31 (1999), S. 208
9. Wielandt, Rotraud: Mystical and Mythical Journeys in Two Novels by Gamal al-Ghitani .
In: Neuwirth, Angelika ; Embaló, Birgit ; Günther, Sebastian ; Jarrar, Maher (Hrsg.) :
Myths, Historical Archetypes and Symbolic Figures in Arabic Literature: Towards a New Her-
meneutical Approach (Proceedings of the International Symposium Beirut June 25th - June
30th, 1996). Beirut und Stuttgart : in Kommission bei Franz Steiner, 1999, S. 467-480.
(Beiruter Texte und Studien Bd. 64)
10. Wielandt, Rotraud: Fundamentalismus: II. Religionsgeschichtlich, 4. Islam . In: Religion in
Geschichte und Gegenwart. Bd. 3, 4. Aufl. Tübingen : J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 2000,
S. 837.
11. Wielandt, Rotraud: Gesellschaft: VII. Islam . In: Religion in Geschichte und Gegenwart.
Bd. 3, 4. Aufl. Tübingen : C. B. J. Mohr (Paul Siebeck), 2000, S. 419-420.
12. Wielandt, Rotraud: Gott: X. Islam . In: Religion in geschichte und Gegenwart. Bd. 3, 4.
Aufl. Tübingen : J. C. B. Mohr Verlag (Paul Siebeck), 2000, S. 1138-1141.
13. Wielandt, Rotraud: Gottebenbildlichkeit: III. Islam . In: Religion in Geschichte und Gegen-
wart. Bd. 3, 4. Aufl. Tübingen : J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 2000, S. 1163-1164.
14. Wielandt, Rotraud: Kulturelle Pluralität und Globalisierung in der Sicht zeitgenössischer
muslimischer Intellektueller . In: Jahrbuch für christliche Sozialwissenschaften 41 (2000),
S. 74-86
15. Weinrich, Ines: Fayruz . In: Friedrich Blume ; Ludwig Finscher (Hrsg.) : Die Musik in Ge-
schichte und Gegenwart. Personenteil. Bd. 6, 2. Aufl. Kassel, Stuttgart : Bärenreiter, Metz-
ler, 2001, S. 856-857.
16. Weinrich, Ines: Cat Stevens; Fernsehen; Homosexualität; Internet; Jazz; Kino; Musik;
Presse; Puppenspiel; Rai; Tanz; Umm Kulthum . In: Elger, Ralf (Hrsg.) : Kleines Islam-Le-
xikon. München : C.H. Beck, 2001, S. s. Stichworte.
17. Weinrich, Ines: Notes of Salvation and Joy. Reflections on the Repertory of Fayruz and the
Rahbani Brothers . In: Angelika Neuwirth ; Andreas Pflitsch (Hrsg.) : Crisis and Memory in
Islamic Societies. Proceedings of the Third Summer Academy of the Working Group Moder-
nity and Islam held at the Orient Institute of the German Oriental Society in Beirut. Beirut :
Ergon, 2001, S. 483-497.
18. Wielandt, Rotraud: Der säkulare Staat in der aktuellen innerislamischen Debatte .
In: Religiöses Bekenntnis und politisches Interesse. Bamberg : Universitas, 2002, (Bam-
berger Hegelwoche Bd. 2002), S. 49-65.
19. Wielandt, Rotraud: Dschihad: Krieg um des Glaubens willen? Grundlagen und neuere Ent-
wicklungen der Anschauungen zum Dschihad im Islam . In: Una Sancta 57 (2002), Nr. 2,
S. 114-121
20. Wielandt, Rotraud: Mensch: IX. Islam . In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Bd. 5,
4. Aufl. Tübingen : J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 2002, S. 1077-1079.
21. Wielandt, Rotraud: Menschenrechte: II. Geschichtlich, 3. Islam . In: Religion in Geschichte
und Gegenwart. Bd. 5, 4. Aufl. Tübingen : J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 2002, S. 1093-
1094.
Seite 471
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
22. Wielandt, Rotraud: Exegesis of the Qur’an: Early Modern and Contemporary . In: McAuliffe,
Jane Dammen (Hrsg.) : Encyclopaedia of the Qur’an. Bd. 2. Leiden : Brill, 2002, S. 124-
142.
23. Weinrich, Ines: Ideologie und religiöse Symbolik im Libanon: Die Sängerin Fayruz .
In: Heimbach-Steins, Marianne ; Kerkhoff-Hader, Bärbel ; Ploil, Eleonore ; Weinrich, Ines
(Hrsg.) : Genderforschung in Bamberg. 1. Aufl. Bamberg : Universitätsverlag Bamberg,
2003, (Forschungsforum. Berichte aus der Universität Bamberg Bd. 11), S. 58-64. -
ISBN 3-933463-14-9. ISSN 0937-0722
24. Wielandt, Rotraud: Ist die Einheit von Religion und Staat im Islam unverzichtbar?
In: Munawwarow, Z. I. ; Schneider-Deters, W. (Hrsg.) : Islam und säkularer Staat (Islam
und säkularer Staat Samarkand 5.-6. Juni 2002). Taschkent : International Fund of Imam
al-Bukhari und Friedrich Ebert Stiftung, 2003, S. 209-220.
25. Heimbach-Steins, Marianne ; Kerkhoff-Hader, Bärbel ; Ploil, Eleonore ; Weinrich, Ines
(Hrsg.): Strukturierung von Wissen und die symbolische Ordnung der Geschlechter. Gen-
der-Tagung Bamberg 2003 . (Strukturierung von Wissen und die symbolische Ordnung der
Geschlechter Bamberg 10.-11. Januar 2003) Münster : LIT, 2004. - 195 Seiten. ISBN 3-
8258-7251-3
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2301 Fax.: 0951/863 2302
E-Mail: dekanat@[Link]
Dekan: In der 1975 gegründeten Fakultät Geschichts- und Geowissenschaf-
Prof. Dr. Ingolf Ericsson ten arbeiten die Fächer Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit,
Prodekan: Bauforschung und Baugeschichte, Denkmalpflege, Geographie, Ge-
Prof. Dr. Wilfried Krings
Dekanatssekretariat: schichte, Kunstgeschichte, Restaurierungswissenchaft in der Bau-
Ursula Hafner denkmalpflege, Volkskunde/Europäische Ethnologie, Ur- und
Studiendekan: frühgeschichtliche Archäologie zusammen. In der Ausrichtung der
Prof. Dr. Hartwin Brandt Disziplinen sind Raum-/Zeitbezüge und kulturbestimmende Fakto-
ren vorherrschend. Im Anwendungsbezug liegt eine - von mehreren
Fächern mitgetragene - Besonderheit in der wissenschaftlich-theo-
retischen Fundierung von Erhaltungsstrategien in Bezug auf das
Kulturerbe. Die Angewandte Informatik in den Kultur-, Geschichts-
und Geowissenschaften ist strukturell und studienordnungsmäßig in
der Fakultät GGeo eingebunden. Sie übernimmt eine wichtige Quer-
schnittfunktion bei der angestrebten Informatisierung der Fakultät.
Es bestehen zahlreiche Forschungsverbünde innerhalb der Fakultät
und über die Fakultätsgrenzen hinaus - insbesondere im Rahmen
des Zentrums für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität.
Eine enge wissenschaftliche Kooperation mit nationalen und inter-
nationalen Partnern ist selbstverständlich, wird aber seit einiger Zeit
deutlich intensiviert. Wissenschaftler der Fakulktät (insbes. aus dem
Institut für Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege) werben
beträchtliche Drittmittel ein. Professoren der Fakultät betreuen zwei
Graduiertenkollegs der DFG "Kunstwissenschaft - Bauforschung -
Denkmalpflege" (gemeinsam mit TU Berlin) und "Generationenbe-
wußtsein und Generationenkonflikte in Antike und Mittelalter".
Ergebnisse aus den Fächern der Fakultät werden regelmäßig auch
der Allgemeinheit vorgestellt, im Rahmen von Vorträgen, Aufsätzen,
Poster- und Internetpräsentationen sowie insbesondere durch Aus-
stellungen in und außerhalb von Bamberg, die zumeist in Verbin-
dung mit Lehrveranstaltungen vorbereitet und durchgeführt
werden. Eine besonders rege Ausstellungstätigkeit ist in der Volks-
kunde/Europäischen Ethnologie und den Fächern des Institut für Ar-
chäologie, Bauforschung und Denkmalpflege, aber auch in der Alten
Geschichte zu verzeichnen.
Neben den Lehramtstudiengängen prägen bewährte Magister- und
Diplomstudiengänge die Lehre. Angeboten werden aber auch neue
Bachelor- und Masterstudiengänge Denkmalpflege - Heritage Con-
servation, Geschichte und Interdisziplinäre Mittelalterstudien /Me-
dieval Studies. In Vorbereitung ist u.a. ein Bachelor Archäologie.
An der Fakultät sind etwa 700 Studierende im Hauptfach inmatriku-
liert. Die Lehrstühle und Professuren sind in der Innenstadt, in hi-
storischen Gebäuden untergebracht - insbesondere Am Kranen 12
und 14, d.h. in unmittelbarer Nachbarschaft der relevanten Teilbi-
bliothek.
Seite 473
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Geschichte
Anschrift: Am Kranen 12, Fischstraße 5-7, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-0
Lehrstuhl für Alte Geschichte
Anschrift: Fischstraße 5-7, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2347 Fax.: (0951) 863-2348
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Lehrstuhl für Alte Geschichte; Lehrstuhlinhaber seit [Link] 2002:
Prof. Dr. Hartwin Brandt Prof. Dr. Hartwin Brandt; Tel: 0951-863-2347; email: hart-
wiss. Mitarbeiter: [Link]@[Link]. - Die Alte Geschichte behandelt
Dr. Ralf Behrwald
Sekretariat: die Geschichte der griechisch-römischen Welt zwischen ca. 1500
Helga Ferch [Link]. - 600 [Link], auf der Basis literarischer Quellen, dokumenta-
rischer Texte (Inschriften, Münzen, Papyri) und archäologischer Mo-
numente. Interdisziplinarität und Internationalität sind daher
besondere Merkmale althistorischen Forschens und Lehrens.
Forschungsschwerpunkte
• Pednelissos in Pisidien: Epigraphisch-archäologische Feldforschun-
gen (DFG-gefördert seit 2000)
• Die "Historia Augusta" und die spätantike Geschichtsschreibung
• Generationenbeziehungen in der griechisch-römischen Antike (im
Rahmen des DFG-geförderten Graduiertenkollegs "Generationenbe-
wußtsein und Generationenkonflikte in Antike und Mittelalter")
Kooperationsbeziehungen
• Universität Tübingen (Feldforschungen in Kleinasien)
• Universitäten Perugia/Barcelona/Paris-Nanterre/Genf ("Historia Au-
gusta")
Wissenschaftliche Tagungen
• "Steine und Scherben". DFG-finanziertes Symposion am 14.7. 2003
an der Universität Bamberg
• Historia-Augusta-Colloquium 5.-8. Mai 2005, gefördert durch die
Fritz-Thyssen-Stiftung
Veröffentlichungsreihen
KLIO. Beihefte zur Alten Geschichte. Neue Folge (zusammen mit
Martin Jehne/Dresden)
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Die "Historia Augusta" und die spätantike Geschichtsschreibung
Projektleitung: Im Rahmen der internationalen "Historiae-Augustae-Colloquia"
Prof. Dr. Hartwin Brandt (HAC) werden seit vielen Jahren auf regelmäßig stattfindenden Col-
Stichwörter: loquien Vorarbeiten für einen in Teilmonographien zu erstellenden
Historia Augusta
Beginn: 1.1.1985 Gesamtkommentar der spätantiken Sammlung von Kaiserbiogra-
Förderer: phien geleistet. Diese Vorarbeiten werden in Einzelbänden publiziert
Fritz-Thyssen-Stiftung (bisher: HAC I-VIII, 1991-2003).
Publikationen
1. Brandt, Hartwin: "De mortibus
0XX principum et tyrannorum". Tod und Leichenschändung in
der Historia Augusta . In: Bonamente, G. (Hrsg.) : Historiae Augustae Colloquium VIII.
Bari : Edipuglia, 2002, S. 67-75.
Pednelissos in Pisidien
Projektleitung: Die Stadt Pednelissos in Pisidien (heutige Südtürkei) wird im Rah-
Prof. Dr. Hartwin Brandt men archäologisch-epigraphischer Surveys komplett und detailliert
Beteiligte: erforscht: Ein Siedlungsplan wurde erstellt, einzelne Monumente im
Vandeput, Lugarde
Dr. Ralf Behrwald Detail erforscht, Inschriften aufgenommen etc. Es wird angestrebt,
Stichwörter: eine umfassende Siedlungsgeschichte von der hellenistischen Zeit
Pednelissos; Pisidien; Sur- (4./3. [Link].) bis in die byzantinische Zeit zu erstellen.
vey; Epigraphik; Archäolo-
gie
Laufzeit: 1.1.2000 -
31.12.2004
Förderer:
Deutsche Forschungsge-
meinschaft (DFG)
Publikationen
1. Brandt, Hartwin: Adada0XX- eine pisidische Kleinstadt in hellenistischer und römischer Zeit .
In: Historia 51 (2002), Nr. 4, S. 385-413
Ptolemaios, Geographie VI
Projektleitung: Die Zielsetzung des Forschungsprojektes besteht in der Edition und
PD Dr. Klaus Geus Übersetzung des 6. Buches (Afrika) der "Geographie" des Klaudios
Beteiligte: Ptolemaios (lat. Ptolemaeus).
Prof. Dr. Alfred Stückel-
berger (Bern) Das Projekt soll Teil der zweibändigen Gesamtausgabe der "Geogra-
Stichwörter: phie" des Ptolemaios sein, die unter der Leitung von Prof. Dr. Alfred
Ptolemaios; Geographie;
Stückelberger (Univ. Bern) entsteht.
Nordafrika (antik)
Beginn: 1.1.2001
Förderer:
Otto-Friedrich-Universität
Bamberg (beantragt)
Mitwirkende Institutio-
nen:
Ptolemaios-Forschungs-
stelle Bern
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Geus, Klaus: Eratosthenes
0XX. In: Hübner, Wolfgang (Hrsg.) : Geographie und verwandte
Wissenschaften. Stuttgart : Steiner, 2000, (Geschichte der Mathematik und der Naturwis-
senschaften Bd. 2), S. 75-92.
2. Geus, Klaus: Die Welt in antiken Karten und Globen . In: Die Alten Sprachen im Unterricht
46 (1999), Nr. 4, S. 7-18. 23-28
Urbs Roma in der Spätantike. Das spätantike Rom zwischen Bewahrung und
Neuerung
Projektleitung:
Dr. Ralf Behrwald
Stichwörter:
Rom; Spätantike; Urbani-
stik; Christianisierung
Beginn: 1.1.1999
Kontakt:
Dr. Ralf Behrwald
Tel.: 0951/863-2349,
Fax: 0951/863-2348, E-
Mail: [Link]@ggeo.
[Link]
Projektunabhängige Publikationen
1. Geus, Klaus: "... beim Hund"!
0XX Historische Anmerkungen zum Eid des Sokrates .
In: Gymnasium 107 (2000), S. 97-107
2. Geus, Klaus: Hohle Welten: eine literarische Spurensuche . In: Sagittarius (2000), Nr. 31,
S. 40-53
3. Brandt, Hartwin: "Wird auch silbern mein Haar." Geschichte des Alters in der Antike .
München : [Link], 2002. - 302 Seiten.
4. Brandt, Hartwin: Adada - eine pisidische Kleinstadt in hellenistischer und römischer Zeit .
In: Historia 51 (2002), Nr. 4, S. 385-413
5. Brandt, Hartwin: Das Ende der Antike . 1. Aufl. München : [Link], 2002. - 118 Seiten.
6. Brandt, Hartwin: "Die Krönung des Alters ist das Ansehen." Die Alten in der römischen Re-
publik . In: Gutsfeld, A./Schmitz, W. (Hrsg.) : Am schlimmen Rand des Lebens? Altersbilder
in der Antike. Köln : Böhlau, 2003, S. 141-160.
7. Brandt, Hartwin: Die Rede "Peri basileias" des Synesios von Kyrene - ein ungewöhnlicher
Fürstenspiegel . In: Chausson,F./Wolff,E. (Hrsg.) : "Consuetudinis amor". Fragments d’hi-
stoire romaine offerts à Jean-Pierre Callu. Rom : Bretschneider, 2003, S. 57-70.
Seite 476
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte unter Einbezie-
hung der Landesgeschichte
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2305 Fax.: 0951/863 2306
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung/Vertretung:
Prof. Dr. Klaus van Eickels
[Leitung bis 30.09.2003:
Prof. Dr. Bernd Schneid-
müller]
wiss. Mitarbeiter:
Dipl.-Hist. Markus Schütz
Sekretariat::
Elisabeth Christmayr
Forschungsschwerpunkte
Geschichte Westeuropas im Mittelalter
Vorbemerkung: Die aus den Forschungsschwerpunkten entstande-
nen Publikationen sind unter "projektunabhängige Publikationen"
zusammengestellt.
a) Nationsbildung im mittelalterlichen Frankreich
Die Entstehung aus dem Zerfall des fränkischen Großreichs gilt als
Modellbeispiel der europäischen Nationsbildung, obwohl es sich tat-
sächlich um einen Sonderfall handelt. Das langfristig angelegte Vor-
haben untersucht Verlaufsformen der französischen Nationsbildung
vom 9. bis zum 13. Jahrhundert und die spezifischen Elemente der
mittelalterlichen Nation.
b) Vergleichende Wahrnehmung politischer Ordnung im Mittelalter
Das seit 1999 laufende Vorhaben untersucht die mittelalterliche
Wahrnehmung politischer Ordnung im europäischen Vergleich. Ziel
ist eine größere Arbeit zu den Ordnungskonfigurationen des 12.-14.
Jahrhunderts.
c) Englisch-französische Beziehungen im 11.-13. Jahrhundert (van
Eickels)
Für fast vier Jahrhunderte herrschten die Könige von England nicht
nur über ihr insulares Königreich, sondern auch über Territorien auf
dem französischen Festland. Ihr Verhältnis zu den französischen Kö-
nigen ist in der Forschung bislang traditionell als lehenrechtliche Un-
terordnung gedeutet worden, die die französischen Könige auch
über lange Perioden politischer Machtlosigkeit hinweg aufrechter-
hielten und aus der sich die englischen Könige im 12. und 13. Jahr-
hundert vergeblich zu befreien versuchten. Neue Forschungen der
letzten Jahrzehnte zur Funktion rechtlicher Maßnahmen in politi-
schen Konflikten, zu Ritualisierung und Inszenierung herrschaftli-
cher Interaktion, zur Bedeutung und Entwicklung der Freundschaft
als Konzept personaler Bindung und sozialer Ordnung, zur Bedeu-
tung der Ehre in der Ranggesellschaft des Mittelalters und nicht zu-
letzt die grundsätzliche Infragestellung der Bedeutung lehenrecht-
licher Normen vor dem Ende des 12. Jahrhunderts haben diese Deu-
tung jedoch fragwürdig werden lassen. Am Beispiel der englisch-
französischen Beziehungen soll daher untersucht werden, anhand
welcher Deutungsmuster die beiden wichtigsten Könige Westeuro-
Seite 477
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
pas im 12. Jahrhundert ihr Verhältnis zueinander strukturierten, wie
die Grundlagen dieses Verhältnisses in der Historiographie wahrge-
nommen wurden und welchen Wandlungen diese Wahrnehmungs-
und Deutungsmuster an der Wende vom Hoch- zum Spätmittelalter
unterworfen waren.
d) Die Grafen von Holland und das Reich (van Eickels)
Die Beziehungen der Grafen von Holland zum Königtum haben in
der deutschen und der niederländischen Forschung der letzten Jahr-
zehnte kaum Beachtung gefunden. Dies lag nicht in erster Linie an
der Lage der Grafschaft im äußersten Nordwesten des Reiches, son-
dern vor allem an den seit dem Zweiten Weltkrieg auf beiden Seiten
bestehenden nationalen Vorbehalten. Am Beispiel der Grafen von
Holland im 12. und 13. Jahrhundert läßt sich jedoch exemplarisch
aufzeigen, wie sich im Westen des Reiches Ausrichtung auf das rö-
mische Königtum grenzüberschreitend mit der Integration in die
westeuropäische Adelsgesellschaft verband. Die doppelte Einbin-
dung in die Strukturen des Reiches und Westeuropas wird beispiel-
haft deutlich in der Wahl Wilhelms von Holland zum römischen König
während des Interregnums und dem Anspruch Floris V. auf den
schottischen Thron zwei Generationen später, läßt sich jedoch bis in
das 11. und 12. Jahrhundert zurückverfolgen.
Vergleichende Adelsgeschichte des Mittelalters
Im Mittelpunkt der Forschungen zur Adelsgeschichte standen drei
Adelsfamilien/-geschlechter: die Andechs-Meranier (van Eickels,
Schneidmüller), die Brunonen (Brüsch) und die Welfen (Schneid-
müller). Aufbauend auf notwendigen datenreichen Studien zur Be-
sitzgeschichte, Genealogie/Prosopographie und politischen
Geschichte konnte durch die bewußte Konzentration auf einzelne
Adelsfamilien eine bemerkenswerte Erkenntnisdichte erreicht wer-
den, die die Basis für die vergleichende Perspektive schuf. Dabei
blieb der Blick jedoch nicht allein auf den Vergleich mit anderen
Adelsgeschlechtern beschränkt, sondern drang auch und gerade in
den Bereich der strukturgeschichtlichen Fragestellungen vor. Diese
kreisten wiederholt um "Ordnungen und Ordnungsvorstellungen"
vom 11. bis 13. Jahrhundert. Weitere Ergebnisse verspricht die in
Vorbereitung befindliche Dissertation von Jonathan Reed Lyon über
die Andechs-Meranier. Herr Lyon ist als Fulbright-Stipendiat für ein
Jahr Gast an der Universität Bamberg.
Das Reich im Zeitalter der Karolinger und Ottonen
Im Rahmen dieses Schwerpunkts wird die Publikation zweier Über-
blicksdarstellungen/ Lehrbücher zur Geschichte des Karolinger-
reichs und zu Wandlungsprozessen des 10. Jahrhunderts vorberei-
tet (Schneidmüller). Abgeschlossen sind mehrere Publikationen zur
Geschichte Ottos des Großen und zur Geschichte der Liudolfinger im
Zusammenhang mit den historischen Großausstellungen "Otto der
Große, Magdeburg und Europa" und "Europas Mitte um 1000". Lau-
fende Studien gelten der historischen Bedeutung Kaiser Heinrichs
II. für die Geschichte von Reich und Region (insbesondere seit der
Gründung des Bistums Bamberg); die Arbeiten dienen der wissen-
schaftlichen Vorbereitung der bayerischen Landesausstellung 2002
"Kaiser Heinrich II." und des 1000. Jubiläums der Bamberger Bis-
tumsgründung.
Seite 478
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Europa - Begriff und Idee im Mittelalter
Das Wachsen und Werden der Europäischen Union sowie die großen
politischen Umwälzungen der 80er und 90er Jahre haben das öffent-
liche Interesse an "Europa" wachgerufen und folglich auch in der
Geschichtswissenschaft ein Echo gefunden. Auch die Mittelalterliche
Geschichte ist als wissenschaftliche Disziplin gefragt, wenn von po-
litischer Seite Karl der Große als "erster Europäer" und das Karolin-
gerreich als die "Wiege des modernen Europa" gefeiert werden. Dies
ist nur ein Ansatzpunkt, der am Lehrstuhl zu einer intensiveren Aus-
einandersetzung mit dem Begriff und der Idee von "Europa" geführt
hat. Die Sammlung konkreter Nennungen und ihre Analyse erbrach-
te einen mittelalterlichen Europa-Begriff, der außerordentlich flexi-
bel gehandhabt werden konnte und der verschiedenste Konstruk-
tionen zuließ (Schneidmüller). Diese mündeten aber bis in das Spät-
mittelalter hinein nie in konkret politischen Konzepten, dennoch
sind zahlreiche Annäherungen an ein politisches, religiöses oder kul-
turelles Umfeld nicht von der Hand zu weisen. Die Beschäftigung mit
diesem Thema fand ihren Niederschlag in einer Magisterarbeit
(Klaus Oschema), die in gekürzter Fassung gedruckt erscheinen
wird.
Fränkische Landesgeschichte des Mittelalters in vergleichen-
der Perspektive
Im Bereich der mittelalterlichen Fränkischen Landesgeschichte zielt
die Arbeit am Lehrstuhl in zwei Richtungen: Zum einen werden in
verschiedenen Themenbereichen sowohl unmittelbare Vergleiche
mit den Ergebnissen der Landesgeschichte anderer "Reiche" und
Regionen gesucht als auch Fragestellungen aufgearbeitet, die im Er-
gebnis bei späteren vergleichenden Arbeiten herangezogen werden.
Zum anderen wurde und wird gerade in diesem Bereich der Kontakt
zu Stadt und Umland gesucht und damit an das erfolgreiche Wirken
des früheren Lehrstuhlinhabers (Prof. Dr. Gerd Zimmermann) ange-
knüpft. Die wissenschaftliche Arbeit wird einem breiten Publikum
nicht nur in Form von Publikationen, sondern auch durch einzelne
Vorträge, Ringvorlesungen (z.B. zur hl. Kunigunde) und Tagungen
(z.B. zu den Andechs-Meraniern) präsentiert. Die enge Zusammen-
arbeit mit anderen Institutionen in der Stadt Bamberg wie dem Di-
özesanmuseum oder der Staatbibliothek wirkt hier zusätzlich
befruchtend. Thematisch und institutionell laufen diese Fäden in ei-
ner Ausstellung zu Heinrich II. zusammen, die das Haus der Baye-
rischen Geschichte im Jahr 2002 in Bamberg zeigen wird: Arbeiten
zur mittelalterlichen Heiligenlandschaft und Kirchenpatrozinien
(Zimmermann), neuste Überlegungen zu Bamberger Altarweihen
(Baumgärtel-Fleischmann/Diözesanmuseum; Schneidmüller), zur
politischen Geschichte und Ordnungsvorstellungen am Beginn eines
neuen Jahrtausends (Schneidmüller; Weinfurter/Universität Heidel-
berg), bis hin zu Diplom- und Zulassungsarbeiten über die Vita
Heinrichs II. von Adalbold von Utrecht (Markus Schütz) und über die
Kaiserin Kunigunde (Sven Pflefka), die veröffentlicht werden konn-
ten. Die Breite der am Lehrstuhl behandelten Themen spiegelt sich
nicht zuletzt in den Dissertationsprojekten wider: Derzeit befindet
sich eine Dissertation zu den Beginen im mittelalterlichen und früh-
neuzeitlichen Bamberg (Christina Festerling) in Vorbereitung, eine
Dissertation über Nürnberg im Städtekrieg 1388/89 (Alexander
Schubert) steht kurz vor ihrem Abschluß.
Seite 479
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Personale Bindungen im Mittelalter
Personale Bindungen bestimmen die mittelalterliche Wahrnehmung
sozialer Beziehungen weit mehr als die Ausrichtung an abstrakten
Normen oder kollektiven Institutionen. Anders als die herrschaftli-
chen Strukturen haben jedoch diejenigen Personenbeziehungen, die
in der Neuzeit dem persönlich-privaten Bereich zugeordnet wurden
(Freundschaft, Liebe, Verwandtschaft und Ehe), erst seit kurzem
vermehrt das Interesse der historischen Forschung gefunden. Dabei
wurde deutlich, daß diese Begriffe keineswegs überzeitliche
menschliche Grunderfahrungen bezeichnen, sondern als soziale
Konstrukte historischem Wandel unterliegen. Im Rahmen dieses
Forschungsprojekts (van Eickels)soll untersucht werden, inwieweit
Ehe, Liebe, Freundschaft und Lehenstreue als unterschiedliche Er-
scheinungsformen reziproker Bindung miteinander kompatibel wa-
ren und sich in ihrer Entwicklung wechselseitig beeinflußten. Einige
Aspekte konnten im Februar 2000 auf der Tagung "Freundschaft
und Liebe, Verwandtschaft und Ehe. Konstruktion und Repräsenta-
tion personaler Bindungen im Mittelalter" an der Universität Bam-
berg im interdisziplinären Rahmen diskutiert werden.
Kaiser Friedrich II. in der Wahrnehmung mittelalterlicher
Autoren
Friedrich II. gehört zu den in der Öffentlichkeit bekanntesten mittel-
alterlichen Herrschern. Sein Bild wird durch zahlreiche ältere wis-
senschaftliche Studien, populäre und journalistisch aufbereitete
Darstellungen in verschiedenen Medien und literarisch gefärbte, ro-
manähnliche Biographien beherrscht. In äußerst effektiver, von
Studierenden mitgetragener Teamarbeit wurde eine Reihe von The-
men zu Friedrich II. ausgewählt, die zentralen, für das Friedrich-Bild
entscheidenen Quellen ermittelt und kommentiert. Das Ergebnis
präsentiert sich in einer "Quellenbiographie" (Brüsch, van Eickels):
Übersetzte Quellen wurden - auf wissenschaftlicher Basis erläutert
und mit allgemeinverständlichen Einleitungen versehen - einem in-
ner- wie außeruniversitären Publikum zugänglich macht.
Domschule
Handschriftenkunde und Fragmentforschung. Kommunikationsge-
schichte in Mittelalter und früher Neuzeit (Schrift und Schriftlichkeit
als Ausdrucksformen menschlicher Kommunikation). Überliefe-
rungsgeschichte, Textkritik und Editionsphilologie. Geschichte der
Identitätsfindung im Spiegel hagiographischer und liturgischer Tex-
te.
Wissenschaftliche Tagungen
1. "Otto III. -Heinrich II. - eine Wende"; internationale Tagung;
Bamberg; 6.-8. Juni 1996; Prof. Dr. Bernd Schneidmüller zusam-
men mit Prof. Dr. Stefan Weinfurter (Universität München).
2. "Die Andechs-Meranier in Franken und Europa"; internationale
Tagung; Kloster Banz; 2.-5. Juni 1998; Prof. Dr. Bernd Schneidmül-
ler zusammen mit Gisela Schmirber (Hanns-Seidel-Stiftung, Mün-
chen), Prof. Dr. Peter Segl (Universität Bayreuth).
3. "Regionalität und Bewußtseinsbildung in der Vormoderne: Okzi-
dent und Orient im Kulturvergleich"; internationale Tagung; Herzog
Seite 480
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
August Bibliothek Wolfenbüttel; 11.-14. November 1998; Prof. Dr.
Bernd Schneidmüller zusammen mit Prof. Dr. Bert Fragner (Univer-
sität Bamberg).
4. "Ottonische ’Neuanfänge’"; internationale Tagung zur Vorberei-
tung der Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa"; Kul-
turhistorisches Museum Magdeburg; 12.-15. Mai 1999; Prof. Dr.
Bernd Schneidmüller zusammen mit Prof. Dr. Stefan Weinfurter
(Universität München).
5. "Freundschaft und Liebe, Verwandtschaft und Ehe. Konstruktion
und Repräsentation personaler Bindungen im Mittelalter"; interna-
tionale Tagung; Universität Bamberg; 19.-20.02.2000; Dr. Klaus
van Eickels zusammen mit Dr. Markus Sanke (Universität Bam-
berg).
6. "Kaiserin Kunigunde. Konstruktion von Herrschaft und Weiblich-
keit am Beginn eines neuen Jahrtausends"; Ringvorlesung; Univer-
sität Bamberg; SS 2000; Prof. Dr. Bernd Schneidmüller zusammen
mit Prof. Dr. Ingrid Bennewitz (Universität Bamberg).
7. "Methoden vergleichender mittelalterlicher Landesgeschichte in
alten und neuen Bundesländern / Ordnung im Hochmittelalter: Vor-
stellungen, Inszenierungen, Formen"; Nachwuchsgespräch; Univer-
sität Bamberg; 19.-20. Mai 2000; Prof. Dr. Bernd Schneidmüller
zusammen mit Prof. Dr. Klaus Herbers (Universität Erlangen), Prof.
Dr. Matthias Werner (Universiät Jena).
8. "Bamberger Wissenschaften vom Mittelalter"; Werkstattgesprä-
che; Universität Bamberg; WS 1999/2000; Dr. Klaus van Eickels zu-
sammen mit Dr. Markus Sanke (Universität Bamberg).
Veröffentlichungsreihen
"Historische Studien" [Link]
forsch/[Link] ; Matthiesen Verlag, Husum; Herausgeber: Jo-
hannes Hahn (Münster), Grete Klingenstein (Wien), Helmut Neu-
haus (Erlangen), Klaus Erich Pollmann (Magdeburg), Gerhard A.
Ritter (München), Bernd Schneidmüller (Bamberg), Wolfram Sie-
mann (München), Stephan Skalweit (Bonn), Eberhard Weis (Mün-
chen), Ernst Walter Zeeden (Tübingen).
"Mittelalter-Forschungen" [Link]
forsch/[Link] ; Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart; Herausge-
ber: Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter.
Forschungsprojekte
Die Bamberger Domschule im Hochmittelalter (1150-1250)
Projektleitung: Die Erforschung der Dom- und Stiftsschulen des Hochmittelalters
Dr. Matthias Tischler steckt noch in den Anfängen. Dabei sind sie eine zentrale Erschei-
Laufzeit: 1.8.1999 - nung der europäischen Schulgeschichte. Historisch sind sie zwi-
31.7.2001
Förderer: schen den Klosterschulen des Früh- und den Universitäten des
Deutsche Forschungsge- Spätmittelalters anzusiedeln. Bislang haben nur wenige Studien
meinschaft versucht, das Profil des dort praktizierten Schulunterrichts auf der
Grundlage der schriftlichen Hinterlassenschaften, der in ihren oder
fremden Schreibstuben entstandenen und im Unterricht benutzten
Seite 481
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Handschriften, zu beschreiben. Die Bamberger Domschule ist viel-
leicht die bedeutendste Einrichtung ihrer Art im hochmittelalterli-
chen Deutschland. Entscheidende Impulse empfing sie aus den
nordfranzösischen, maas- und rheinländischen Schulzentren und
leitete diese weiter an die fränkischen bzw. bayerischen Bistumsorte
Eichstätt, Regensburg und Salzburg. Für die Erforschung eines sol-
chen "intellektuellen" Zentrums in seiner gesamteuropäischen Ver-
netzung bietet die Bamberger Domschule einzigartige Vorausset-
zungen. Hierzu ist aufgrund seines Umfangs, seiner Geschlossenheit
und seiner Internationalität vor allem der durch ein vorzügliches Ka-
talogwerk erschlossene, weitestgehend vor Ort verbliebene Bam-
berger Handschriftenbestand zu zählen. Keine zweite deutsche
Institution des 11. und 12. Jahrhunderts hat zudem in ihren Räumen
so viele prominente Autoren beherbergt und ausgebildet wie die
Schule am Bamberger Dom.
Publikationen
1. Tischler, Matthias: Knotenpunkt
0XX im Kommunikationsnetz des Mittelalters. Postdoktorand
untersucht die Bamberger Domschule . In: Universitätszeitung der Otto-Friedrich-Univer-
sität Bamberg 15 (2000), Nr. 3, S. 20
2. Tischler, Matthias: Bambergs ältestes Buch. Neue Fragmente der spätantiken Bamberger
Livius-Handschrift . In: Scriptorium 54 (2000), S. XXX
3. Tischler, Matthias: Bambergs antiker Glanz. Neue spätantike Livius-Fragmente in der
Staatsbibliothek . In: Bibliotheksforum Bayern 28 (2000), S. XXX
4. Tischler, Matthias: Bildung im Wandel der Zeiten. Die Bamberger Domschule in der Ära der
Staufer (1150-1250) . In: Forschungsforum der Universität Bamberg, Heft 10. Bamberg :
Universitätsverlag Bamberg, 2001, S. 18-21.
5. Tischler, Matthias: Hort der Bücher. Drei Studien zur Bamberger Domschule im Hochmit-
telalter (1150-1250) . Bamberg : XXX, 2001. - XXX Seiten.
Europa oder Region? Formen der mittelalterlichen Bewußtseinsbildung (am Bei-
spiel der Welfen).
Projektleitung: Die Entstehung sozialen, politischen und kulturellen Bewußtseins
Prof. Dr. Bernd Schneid- gehört zu den bevorzugten Arbeitsfeldern der Kultur- und Sozialwis-
müller senschaften, und im Mittelalter wurden wesentliche Wurzeln euro-
Laufzeit: 1.1.1998 -
31.12.1999 päischer Identität ausgebildet. Im Forschungsprojekt wurden
Förderer: unterschiedliche Stufungen des politischen und kulturellen Bewußt-
Forschungsmittel der Uni- seins am Beispiel eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter Euro-
versität Bamberg pas, der Welfen, herausgearbeitet. Die Welfen eigneten sich auf
Mitwirkende Institutio-
Grund ihrer Heiratsverbindungen und ihrer Machtentfaltung beson-
nen:
Das Projekt war Bestand- ders gut, um exemplarisch die unterschiedlichen Facetten von euro-
teil des an der Universität paweiten und regionalen Bewußtseinsbildungen in den Blick zu
Bamberg eingerichteten nehmen und die historisch-politischen Voraussetzungen von Identi-
Forschungsschwerpunk- tät herauszuarbeiten. Die in Bamberg hervorragend funktionieren-
tes "Integration und
Transformation in Euro-
den interdisziblinären Kontakte zu den Nachbarfächern kamen der
pa". Untersuchung außerordentlich zugute.
Publikationen
1. Schneidmüller, Bernd: 0XX
Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819-1252) . Stuttgart/Ber-
lin/Köln : Kohlhammer, 2000 (Urban Taschenbücher Bd. 465)
Seite 482
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Herrscherbegegnungen und Gesandtenverkehr. Ritualisierung und Konzeptuali-
sierung interfeudaler Beziehungsformen am Beispiel der Entwicklung des eng-
lisch-französischen Verhältnisses im 12. und 13. Jahrhundert
Projektleitung: Das Projekt baute auf dem 1996 von der Universität Bamberg ge-
Prof. Dr. Klaus van Eickels förderten Projekt "Verträge und Vertragsverhandlungen im hoch-
Laufzeit: 1.1.1997 - mittelalterlichen Westeuropa" auf und diente auf der Basis der
31.12.1998
Förderer: damals erstellten Quellensammlung der systematischen Erfassung
Forschungsmittel der Uni- der Herrschertreffen und des Gesandtenverkehrs. Die Auswertung
versität Bamberg ergab, dass die im 12. Jahrhundert noch flexibel angewandte "Spra-
che der Rituale" durch die zunehmende Systematisierung des
Rechtsdenkens und die daraus erwachsende Notwendigkeit der Ver-
balisierung seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert zunehmend er-
starrte, so dass die bis dahin polysemen Rituale wie z.B. die
Lehnshuldigung (homagium) inhaltlich enggeführt und zu rechts-
symbolischen Handlungen wurden, deren Bedeutungsgehalt recht-
lich präzise und unabhängig vom jeweiligen Kontext definiert war.
Publikationen
1. van Eickels, Klaus: Vom freundschaftlichen Konsens zum lehenrechtlichen Konflikt. Die
0XX
englisch-französischen Beziehungen und ihre Wahrnehmung im Wandel an der Wende vom
Hoch- zum Spätmittelalter . In: Berg, Dieter ; Kintzinger, Martin ; Monet, Pierre (Hrsg.) :
Auswärtige Politik und internationale Beziehungen im Mittelalter (13.-16. Jahrhundert).
Bochum : Winkler, 2001, S. 100-120.
Kaiser Heinrich II. und die Formierung Europas an der Jahrtausendwende
Projektleitung: Im Projekt wurden Konzeptionen und Integrationsleistungen Kaiser
Prof. Dr. Bernd Schneid- Heinrichs II. in der Neuformierung Europas um die Jahrtausendwen-
müller de untersucht. Dabei wurden sowohl die Politik gegenüber dem al-
Laufzeit: 1.1.2000 -
31.12.2001 ten Westen (Frankreich, England) wie gegenüber dem neuen Osten
Förderer: (Polen, Ungarn, Böhmen) vergleichend in den Blick genommen als
Forschungsmittel der Uni- auch die zeitgenössischen Wahrnehmungen der gewaltigen Ver-
versität Bamberg schiebung des Kräftegleichgewichts untersucht. Vorrangiges Ziel
Mitwirkende Institutio-
des noch laufenden Projekts war und ist die quellenkritische Siche-
nen:
Haus der bayerischen Ge- rung der historischen Überlieferung und die Erarbeitung neuer hi-
schichte storischer Beurteilungen. Zugleich sollen gut ausgebildete
Universität Heidelberg studentische Hilfskräfte an die spätere Ausstellungspraxis herange-
führt werden, um die an der Universität erfolgende wissenschaftli-
che Ausbildung um den Praxisbezug zu ergänzen. Erste Erfolge in
dieser Hinsicht zeigen sich in der Anstellung (ehemaliger) Studenten
beim Haus der Bayerischen Geschichte (z.T. mit Werkverträgen),
das im Jahr 2002 eine Landesausstellung zu Heinrich II. in Bamberg
zeigen wird.
Publikationen
1. Schneidmüller, Bernd: 0XX
Jahrtausendwende. Ein Magdeburger Vortrag über Vorstellungen
und Wirklichkeiten im Mittelalter . Magdeburg : Kulturhistorisches Museum, 2000 (Magde-
burger Museumshefte, Nr. 12)
2. Schneidmüller, Bernd: Das Herrscherbild, zwei Kaiser und die Bamberger Kirchengründun-
gen . In: Suckale-Redlefsen, Gude ; Schemmel, Bernhard (Hrsg.) : Die Bamberger Apoka-
lypse. Kommentar zur Faksimile-Ausgabe der Handschrift Msc. Bibl. 140 der
Staatsbibliothek Bamberg. Luzern : Faksimile-Verlag, 2000, S. 11-30.
Seite 483
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Otto III. - Heinrich II.: Eine Wende?
Projektleitung: Die für das universitätsübergreifende Projekt genehmigten Gelder
Prof. Dr. Bernd Schneid- wurden zur Vorbereitung und Durchführung einer Tagung verwen-
müller det. Diskutiert wurden traditionelle Lehrmeinungen, die einen weit-
Prof. Dr. Stefan Weinfur-
ter, München reichenden Neuanfang Heinrichs II. gegenüber der Politik seines
Laufzeit: 1.1.1995 - Vorgängers Ottos III. vertraten. Durch das Zusammentreffen aus-
1.1.1997 gewiesener Spezialisten aus dem In- und Ausland konnten vorhan-
Förderer: dene Erkenntnisse in den Bereichen der Ostpolitik, der
Bayerisches Staatsmini-
Kirchengeschichte, des Konfliktverhaltens sowie des Herrschafts-
sterium für Unterricht,
Kultus, Wissenschaft und verständnisses, der Herrschaftsstruktur und -praxis in wesentlichen
Kunst Fragen differenziert werden. Die Ergebnisse des Symposiums wur-
Metropolitankapitel Bam- den in einem Tagungsband veröffentlicht.
berg und München-Frei-
sing
Forschungsmittel der Uni-
versität Bamberg
Mitwirkende Institutio-
nen:
Universität München
Publikationen
1. Schneidmüller, Bernd (Hrsg.)
0XX ; Weinfurter, Stefan: Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?
2. Aufl. Stuttgart : Thorbecke, 1997 (Mittelalter-Forschungen 1)
Verträge und Vertragsverhandlungen im hochmittelalterlichen Westeuropa
Projektleitung: Ziel des Projektes war es, einen Überblick über die erhaltenen eng-
Prof. Dr. Klaus van Eickels lisch-französischen Verträge bis zum Hundertjährigen Krieg zu ge-
Laufzeit: 1.1.1996 - winnen und sie als Grundlage für weitergehende Forschungen zu
13.12.1996
Förderer: verzeichnen. Die vergleichende Zusammenstellung der Vertragstex-
Forschungsmittel der Un- te führte zu der Erkenntnis, dass im 12. Jahrhundert der Freund-
viersität Bamberg schaftsdiskurs die Formulierung der Vertragstexte bestimmte,
Konzepte lehensrechtlicher Unterordnung dagegen erst seit dem
Ende des 12. Jahrhunderts in die Sprache der Verträge eindrangen.
Publikationen
1. van Eickels, Klaus: Homagium
0XX and Amicitia. Rituals of peace and their significance in the
Anglo-French negotiations of the 12th century . In: Francia 24 (1997), Nr. 1, S. 133-140
Verzeichnis der Bamberger Bischofsurkunden
Projektleitung: Ziel des Projekts war die vollständige Erfassung der Bamberger Bi-
Prof. Dr. Bernd Schneid- schofsurkunden, da für einen großen Teil der ungedruckten Urkun-
müller den nicht einmal Hilfsmittel der Erschließung vorlagen. Durch die
Laufzeit: 1.1.1995 -
31.12.1998 Anlage eines Verzeichnisses mit Hinweisen auf die Überlieferung,
Förderer: auf Drucke und Regesten konnte ein für jegliche landesgeschichtli-
Forschungsmittel der Uni- che Forschung unentbehrliches Arbeitsinstrument geschaffen wer-
versität Bamberg den, das sowohl die mediävistische Weiterarbeit an der Universität
Bamberg als auch die angestrebte Kooperation mit Nachbarfächern
an der Universität Bamberg ermöglicht.
Seite 484
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Zimmermann, Gerd: Die Gangolfskirche als Spiegel der Frömmigkeit seit über 925 Jahren
0XX
. In: Pfarrkirche St. Gangolf Bamberg. Festschrift. Bamberg : Kath. Pfarramt St. Gangolf,
1990, S. 20-33.
2. Zimmermann, Gerd: Kilian und seine Gefährten im Vergleich mit den Schutzheiligen der
Nachbarbistümer . In: Berichte des Historischen Vereins Bamberg 1126 (1990), S. 393-
404
3. Zimmermann, Gerd: St. Georg als Schutzpatron am Dom, in der Stadt und im Bistum Bam-
berg . In: Kleiner, Michael (Hrsg.) : St. Georg. Ritterheiliger, Nothelfer, Bamberger Dom-
patron. Bamberg : Fruhauf, 1992, S. 99-109. (Schriften des Historischen Museums
Bamberg Bd. 25)
4. Zimmermann, Gerd: Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen, der Begründer des Je-
suitenkollegs... . In: Baumgärtel-Fleischmann, Renate (Hrsg.) : 300 Jahre Jesuitenkirche /
St. Martin Bamberg 1693 - 1993. Bamberg : XXX, 1993, S. 13-23.
5. Schneidmüller, Bernd: Die Entstehung Frankreichs (9. Jahrhundert - 1270) . In: Hinrichs,
Ernst (Hrsg.) : Kleine Geschichte Frankreichs. Stuttgart : Reclam, 1994, (Reclam Univer-
sal-Bibliothek 9333), S. 13-62.
6. Zimmermann, Gerd: Einführung in die Problematik und Geschichte der Zisterzienser in
Oberfranken . In: Bayer. Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.) : Kloster Langheim.
München : Zipp, 1994, S. 17-22.
7. Schneidmüller, Bernd (Hrsg.): Die Welfen und ihr Braunschweiger Hof im hohen Mittelalter
. Wiesbaden : Harrassowitz, 1995 (Wolfenbütteler Mittelalter-Studien Bd. 7)
8. Schneidmüller, Bernd ; Ehlers, Joachim ; Müller, Heribert (Hrsg.): Die französischen Könige
des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498 . München : Beck, 1996
9. van Eickels, Klaus: Große Schiffe, kleine Fässer. Der Niederrhein als Schiffahrtsweg im
Spätmittelalter . In: Geuenich, Dieter (Hrsg.) : Der Kulturraum Niederrhein von der Antike
bis zum 18. Jahrhundert. Bottrop/Essen : Pomp, 1996, S. 43-66.
10. van Eickels, Klaus: Die Grafen von Holland und das Reich im 12. und 13. Jahrhundert .
In: Rheinische Vieteljahrsblätter 60 (1996), S. 65-87
11. Schneidmüller, Bernd: Die mittelalterlichen Konstruktionen Europas. Konvergenz und Dif-
ferenzierung . In: Duchhardt, Heinz ; Kunz, Andreas (Hrsg.) : "Europäische Geschichte" als
historiographisches Problem. Mainz : Zabern, 1997, (Veröffentlichungen des Instituts für
Europäische Geschichte Mainz. Abteilung Universalgeschichte. Beiheft Bd. 42), S. 5-24.
12. Schneidmüller, Bernd: Otto III. - Heinrich II. Wende der Königsherrschaft oder Wende der
Mediaevistik? In: Schneidmüller, Bernd ; Weinfurter, Stefan (Hrsg.) : Otto III. - Heinrich
II. Eine Wende?. Stuttgart : Thorbecke, 1997, S. 9-46. (Mittelalter-Forschungen Bd. 1)
13. van Eickels, Klaus ; Kunde, Holger: Die Herrschaft Friedburg in Oberösterreich als Bamber-
ger Außenbesitz: Ein neuentdecktes Urbar aus dem 14. Jahrhundert . In: Berichte des Hi-
storischen Vereins Bamberg 133 (1997), S. 199-260
14. Schneidmüller, Bernd: Konsensuale Herrschaft. Ein Essay über Formen und Konzepte poli-
tischer Ordnung im Mittelalter . In: Heinig, Paul-Joachim ; Jahns, Sigrid ; Schmidt, Hans-
Joachim ; Schwinges, Rainer Christoph ; Wefers, Sabine (Hrsg.) : : Reich, Regionen und
Europa in Mittelalter und Neuzeit. Festschrift für Peter Moraw. Berlin : Duncker & Humblot,
2000, (Historische Forschungen Bd. 67), S. 53-87.
15. Schütz, Markus ; van Eickels, Klaus: Kaiser Friedrich II. Leben und Persönlichkeit in Quellen
des Mittelalters . Düsseldorf/Zürich : Artemis & Winkler, 2000
16. Schneidmüller, Bernd ; Weinfurter, Stefan (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposion zur
Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" . Mainz : Philipp von Zabern, 2001
Seite 485
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
17. van Eickels, Klaus: Domestizierte Maskulinität. Die Integration der Normannen in das west-
fränkische Reich in der Sicht Dudos von St-Quentin . In: Bennewitz, Ingrid ; Kasten, Ingrid
(Hrsg.) : Geschlechterdifferenz und Mediaevistik. XXX : XXX, 2001, S. im Druck.
18. van Eickels, Klaus: Die Grafen von Holland und ihre Entwicklungsmöglichkeiten an der
Wende vom Hoch- zum Spätmittelalter: Landesherren, Reichsfürsten, Kurfürsten? In: Ius
commune. ? : ?, 2001, S. im Druck.
Seite 486
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Neuere Geschichte
Anschrift: Fischstr. 5-7, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2357 Fax.: 0951/863 2358
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Mark Häberlein
[Leitung bis 31.03.2004:
Prof. em. Dr. Eberhard
Schmitt]
wiss. Mitarbeiter:
Dr. Thomas Beck, Akad.
Oberrat
Christof Jeggle, M.A.
Dr. Irmgard Schwanke
Sekretariat:
Angelika Glodeck
Forschungsschwerpunkte
Geschichte der europäischen Expansion, ihrer Auswirkungen
und ihrer Rückwirkungen
Der wirkungsmächtigste Prozeß der jüngeren Weltgeschichte ist die
Expansion Europas, die alle Kulturkreise der Erde berührte, die mei-
sten wenigstens zeitweise nachhaltig beeinflußte, viele überformte
und manche völlig untergehen ließ. Ein vorläufig beständiges Erbe
dieses Prozesses scheint die Existenz internationaler Netzwerke
(politische, wirtschaftliche und zivil-humanitäre Systeme und Orga-
nisationen) zum regionalen bzw. weltweiten Konfliktausgleich und
zur langfristigen Hebung der materiellen und kulturellen Verhältnis-
se zu sein.
Der Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Universität Bamberg
widmet sich der vergleichenden Erforschung von Genese, Verlauf
und bisher erkennbaren Ergebnissen dieser europäischen Expansi-
on. Sowohl der historische Prozeß, der über die klassisch angenom-
menen Epochengrenzen der Historie hinweggreift, als auch der
vergleichende Ansatz, der eine breite Kompetenz erfordert, zwingen
kontinuierlich zur Hinzuziehung von ausgewiesenen Fachspeziali-
sten. Daher arbeitet der Lehrstuhl eng mit der Forschungsstiftung
für vergleichende europäische Überseegeschichte zusammen.
Geschichte des 18. Jahrhunderts, insbesondere der Franzö-
sischen Revolution von 1789; Geschichte des Übergangs von
der ständischen Monarchie zum modernen Verfassungsstaat
Im Zentrum des Forschungsinteresses steht die Frage nach den Vor-
aussetzungen, Ursachen und Bedingungen sowie dem Verlauf des
Übergangs von der ständischen Monarchie des Ancien Régime in
West- und Mitteleuropa zur Repräsentativdemokratie des Frühkon-
stitutionalismus. Im Zuge der Revolution von 1789 holt Frankreich
einen Rückstand seiner Verfassungsentwicklung (Partizipation der
Bürger am eigenen Gemeinwesen) gegenüber insbesondere Eng-
land, aber auch gegenüber den Territorien des Alten Reiches auf.
Diese reagieren durch Reformen und setzen ihrerseits zu einem Mo-
dernisierungsschub an. Die Restauration nach 1815 vermag den
Übergang zum dauerhaft konstitutionellen Staat in unterschiedli-
cher Weise zwar zu hemmen, aber nicht zu verhindern.
Seite 487
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kooperationsbeziehungen
Es findet ein reger wiss. Austausch mit dem Förderverein For-
schungsstiftung für vergleichende europäische Überseegeschichte
e.V. mit Wirkung auch in die allgemeine Öffentlichkeit hinein statt.
In Zusammenarbeit zwischen dem Lehrstuhl und dem Förderverein
Forschungsstiftung für vergleichende europäische Überseegeschich-
te e.V. werden Praktikanten (insb. im Rahmen des Diplom-Studien-
gangs Geschichte an der Univ. Bamberg) betreut.
Wissenschaftliche Tagungen
Jahrestagungen des Lehrstuhls für Neuere Geschichte in Zusam-
menarbeit mit dem Förderverein Forschungsstiftung für verglei-
chende europäische Überseegeschichte an der Universität Bamberg
1990
"1492 - Die Entdeckung der Neuen Welt Voraussetzung und
Folgen"
17. November 1990:
Dr. Thomas Beck (Universität Bamberg): Rassismus als Problemlö-
sungsstrategie: Die ideologische Bewältigung indianisch-europäi-
scher Konflikte im 17. Jahrhundert.
Dr. Marília dos Santos Lopes-Hanenberg (Universität Bamberg):
Zwischen erzwungener Seßhaftigkeit und Vertreibung: Die Stellung
der Khoikhoi und der Khoisan in der Kapkolonie.
Dr. Thomas Schleich (Universität Bamberg): Vom Mitbewohner zur
"Gelben Gefahr": Die Rolle der Chinesen in europäischen Handels-
metropolen in Asien.
Andrea Wolf (Universität Bamberg): Von der Lohnarbeit zur
Zwangsarbeit: Die Ausgrenzung der körperlichen Arbeit aus der
Welt karibischer Plantokraten.
1991
"Bildquellen als Forschungsgegenstand I"
20. November 1991
PD [Link]. Georg Heller (Bamberg): Elektronische Übertra-
gungs- und Speichermedien. Ihr Einsatz in der Geschichtswissen-
schaft.
Prof. Dr. Bernd Hucker (Universität Osnabrück/Vechta): Zur Kritik
historischer Bildquellen- und Vorüberlegungen zu einer historischen
Bildkunde.
Dr. Annerose Menninger (Universität der Bundeswehr München):
Die Kannibalin Amerika: Zur Rezeption eines Bild-Topos in den Erd-
teilallegorien Jost Ammans und Hans Weigels (1577).
Prof. Dr. Urs Bitterli (Universität Zürich): Das Bild des schwarzen
Afrikaners in der Kunst.
Seite 488
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
1992
"Bildquellen als Forschungsgegenstand II"
20. und 21. November 1992
Prof. Dr. Arthur E. Imhof (Berlin): Im Bildersaal der Geschichte -
oder: ein Historiker sieht Bilder an.
Wolfgang Schmitt (München): Elektronische Bildbearbeitung auf
dem Personal Computer. Stand der Technik, Ausblick, Demonstrati-
on.
Dr. Martin Warnke und Carmen Wedemeyer (Lüneburg): Digitale
Bild-Text-Archivierung - zwei Projektbeispiele: die Ebstorfer Welt-
karte und das künstlerische Werk von Anne Oppermann.
Dr. Detlef Haberland (Bonn): Die Erfahrung der Fremde: Der Orient
im Werk Engelbert Kaempfers, des "größten Reisenden der Barock-
zeit".
Dr. Gita Dharampal-Frick (Augsburg): Indien in der "Asia" des Theo-
dor de Bry.
1995
"Neue Konfliktforschungen: das Beispiel Spanisch-Amerika
im 16. und 17. Jahrhundert"
17. und 18. November 1995
Eberhard Schmitt (Bamberg): Widersetzliche Wirklichkeiten - vom
Umgang mit der Vergleichenden europäischen Überseegeschichte.
Horst Pietschmann (Universität Hamburg): Die Anfänge der spani-
schen Expansion in Amerika: Zwei Gesellschaftsmodelle im Wider-
streit.
Götz Simmer (Universität Bamberg): Eroberer, Sklavenhändler, Be-
amte: Die Provinz Venezuela während der Welser-Statthalterschaft.
Armin Reese (Pä[Link] Heidelberg): Diplomatie der Interes-
sensphären: Der Zugang zu Mexiko in der frühen Neuzeit.
Gerhard Kruip (Akademie Odenthal): Die Kontroverse der Kirche in
Mexiko zur 500-Jahr-Feier der Auffindung Amerikas.
1999
Tagung mit Festakt anläßlich der Errichtung der "For-
schungsstiftung für vergleichende europäische Überseege-
schichte" in der Orangerie von Schloß Seehof
Festvortrag: Prof. Dr. mult. Hans Maier, Kultusminister a. D.:
"Streit der Kulturen?"
"Vergleichende europäische Überseegeschichte - Bilanzen
der Forschung seit dem Zweiten Weltkrieg"
1. bis 3. Oktober 1999
PD Dr. Reinhold Krüger (Berlin): Die Erde eine Scheibe? Abschied
von einem Geschichtsmythos
Prof. Dr. Horst Gründer (Münster): Christliche Mission und westli-
cher Imperialismus. Entwicklungslinien und Forschungsperspekti-
ven
Seite 489
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Prof. Dr. Klaus Koschorke (München): Außereuropäische Christen-
tumsgeschichte (Asien, Afrika, Lateinamerika) - Forschungsstand
und Perspektiven einer neuen Disziplin
PD Dr. Markus A. Denzel (Göttingen): Bargeldloser Zahlungsverkehr
im europäischen Überseehandel von der Europäischen Expansion
bis zum Ersten Weltkrieg. Versuch einer Synopse
Prof. Dr. Wilfried Wagner (Bremen): Deutsche in Hinterindien. Eine
Bilanz der deutschen Südostasienforschung
Prof. Dr. Dieter Brötel (Ludwigsburg): Neuere Forschungsergebnis-
se zum französischen Empire in Indochina: Kolonialherrschaft und
Dekolonisation
Prof. Dr. Rolf-Harald Wippich (Tokio): Deutsch-Japanische Bezie-
hungen im 19./20. Jahrhundert
Prof. Dr. Piet Emmer (Leiden): Die westeuropäisch-atlantische Ex-
pansion im Überblick
Prof. Dr. Jürgen Osterhammel (Konstanz): Theorien über den Impe-
rialismus - eine Bilanz
Veröffentlichungsreihen
Eberhard Schmitt:
(Hg.) Dokumente zur Geschichte der europäischen Expansion. Bis-
her 4 Bde. München: C.H. Beck 1984-1988
(Geschäftsführender Hg.) Jahrbuch zur europäischen Überseege-
schichte. Wiesbaden: Harrassowitz (1. Bd. erscheint 2001)
(Hg. zus. m. Rudolf von Albertini) Beiträge zur Kolonial- u. Übersee-
geschichte. Stuttgart: Franz Steiner seit 1986
(Hg. zus. m. Géza Alföldy, Hans Mommsen, Ferdinand Seibt u. a.)
Geschichte und Gesellschaft. Bochumer Historische Studien. Düs-
seldorf: Pädagogischer Verlag Schwann 1973-1977
(Hg. zus. m. Hermann Kellenbenz u. Jürgen Schneider) Beiträge zur
Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Wiesbaden: Franz Steiner 1978-
1988
(Hg. zus. m. Jürgen Schneider) Vorträge zur Wirtschafts- und Sozi-
algeschichte. Erlangen-Nürnberg: Selbstverlag des Zentralinstituts
06, Sektion Lateinamerika der Universität Erlangen-Nürnberg 1979-
1989
(Hg. zus. m. Rolf Reichardt) Ancien Régime, Aufklärung und Revo-
lution. München: Oldenbourg 1978-1991
Thomas Beck:
(Hg.) Kleine Beiträge zur europäischen Überseegeschichte. Bam-
berg: Förderverein der Forschungsstiftung für vergleichende euro-
päische Überseegeschichte 1989-1995
(Hg. zus. m. Horst Gründer, Roderich Ptak u. Folker Reichert) Kleine
Beiträge zur europäischen Überseegeschichte. Bamberg: Förderver-
ein der Forschungsstiftung für vergleichende europäische Übersee-
geschichte 1996-1997
Seite 490
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Biographie des Ritters Philipp von Hutten, Generalkapitän von Venezuela wäh-
rend der Welser-Verwaltung der Provinz (1528-1556)
Projektleitung: 1997 regte Prof. Dr. Eberhard Schmitt beim Landrat des Landkreises
Prof. Dr. Mark Häberlein Haßberge, Rudolf Handwerker, die Finanzierung einer Maßnahme
Beteiligte: an, deren Ziel die Ordnung und Verzeichnung des Depositums "Hut-
Dr. Götz Simmer
Dr. Thomas Beck, Akad. tenarchiv" in Staatsarchiv Würzburg war: Aus der Bestandsaufnah-
Oberrat me konnten sich ggfs. weitere Hinweise auf Philipp von Hutten
Stichwörter: ergeben, zu dessen Biographie der Lehrstuhl für Neuere Geschichte
Welser-Statthalterschaft der Universität Bamberg seit 1990 recheriert. Über seinen Lebens-
über Venezuela; Philipp
abschnitt in Europa 1505-1534, u.a. als Mitglied der "militia aurata"
von Hutten; Reichsritter-
schaft; eques auratus; Kaiser Karls V., wissen wir bisher wenig.
Konquista; El Dorado; Karl Der Landkreis Haßberge kam der Anregung nach. Von 1998-2000
V.
Beginn: 1.3.1990
sichtete der Archivar Thomas Schindler M.A. das Depositum in mü-
hevoller Kleinarbeit, er ordnete und verzeichnete den Großteil der
Bestände in einem computererstellten Findbuch: Dies ist das erste
auf diese Weise erstellte Repertorium eines bayerischen Staatsar-
chivs. Das Findbuch ermöglicht über Querverweise rasch Auskunft
zu vielen Sachverhalten. Insgesamt konnte Schindler 6.665 Akten,
Risse und Pläne aus 106 Archivregalmetern erfassen. Rd. 400 wei-
tere Kartons enthalten noch einzelne, bisher ungeordnete oder nicht
zuordenbare Blätter, ca. 400 weitere Akten harren noch der Er-
schließung und Einordnung, außerdem sind noch sämtliche Rech-
nungsbücher - ein riesiger Bestand von 90 laufenden Regalmetern -
zu verzeichnen.
Seit 1965 befindet sich das "Huttenarchiv" - es handelt sich um das
Familienarchiv des fränkischen Zweigs des Freiherrengeschlechts
der Hutten (= Hutten zu Birkenfeld bzw. seit 1555 Hutten zu Fran-
kenberg-Birkenfeld) - als Dauerleihgabe der Grafen zu Ortenburg
(Tambach, Ofr.) im Staatsarchiv Würzburg. Die Frankenberg-Bir-
kenfelder Hutten waren 1783 mit dem ansbachischen Minister Jo-
hann Philipp Friedrich von Hutten ausgestorben. Das Erbe hatten
über mehrere Erbwechsel hinweg Mitte des 19. Jahrhunderts die
Grafen zu Ortenburg angetreten. Dieses Familienarchiv des fränki-
schen Zweigs der Hutten war wenigstens seit 1783 in Schloß Birken-
feld im heutigen Landkreis Haßberge verwahrt. Dort wurde es in den
Jahren 1938 bis ca. 1946 durch kriegsbedingte abrupte Aus- und
Umlagerungen in seiner Ordnung fast ganz zerstört, zum Teil
schwer beschädigt und auch im Umfang gemindert.
Es handelt sich trotzdem noch immer um eines der bedeutendsten
Adelsarchive Frankens. Es umfaßt Materialien vom 14. bis zum 19.
Jahrhundert, von Lehensbriefen und Genealogien des Geschlechts
über persönliche Briefe, Heiratserklärungen, Testamente, Prozeßak-
ten und Stammbücher einzelner Familienangehöriger bis zu reichen
Materialien zur Alltagsgeschichte der Dörfer und Weiler, in denen die
Frankenberg-Birkenfelder Hutten Besitz hatten.
Das Huttenarchiv birgt u.a. auch bisher unveröffentlichtes Material
zu dem fränkischen Konquistador Philipp von Hutten (1505-1546),
der während der Statthalterschaft der Augsburger Welser-Compa-
gnie über Venezuela (1528-1556) Generalkapitän der Provinz, d.h.
Seite 491
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
ihr oberster Militärbefehlshaber, war. Von Philipp stammen die er-
sten Briefe eines Deutschen aus der Amerika (ab 1535), die 1996
aus dem Familienarchiv der Stolzenberger Hutten (des hessischen
Zweigs des Geschlechts) heraus erstmals ediert wurden. Die Origi-
nale konnte die Bayerische Sparkassenstiftung noch im gleichen
Jahr ankaufen. Sie übergab sie der Forschungsstiftung für verglei-
chende europäische Überseegeschichte (Bamberg) als Leihgabe, die
ihrerseits die Verwahrung im hochmodern gesicherten Stadtarchiv
Bamberg veranlaßte. Stücke aus diesem Bestand waren im Jahr
2000 in den Austellungen über Karl V. in Bonn, Wien, Schweinfurt
und Bamberg zu sehen.
Im Zuge der Bestandsaufnahme Schindlers fand sich im Würzburger
Huttenarchiv ein weiterer unbekannter Brief des Philipp von Hutten
vom 17. Januar 1526, der über das Leben am kaiserlichen Hof in
Talavera in Spanien berichtet. Er wird zu gegebener Zeit mit weite-
ren, bereits aufgefundenen Philipp-Originalen und vielen ergänzen-
den Materialien von Eberhard Schmitt und Klaus Frhr. von Andrian-
Werburg in dem in Vorbereitung befindlichen Band "Kaiserdienst
und Ritterehre. Philipp von Hutten an den Höfen Europas 1516-
1534" veröffentlicht werden.
Publikationen
1. Häberlein, Mark ; Hutten,
0XXFriedrich Karl von (Hrsg.): Das Gold der Neuen Welt. Die Papiere
des Welser-Konquistadors und Generalkapitäns von Venezuela Philipp von Hutten . 1. Aufl.
Hildburghausen : Verlag Frankenschwelle, 1996
2. Häberlein, Mark: Philipp von Hutten. . In: Wendehorst, Alfred (Hrsg.) : Fränkische Lebens-
bilder. Bd. XVI. Neustadt (Aisch) : Degener, 1996, S. 57-78.
3. Häberlein, Mark: The Aims of the Welser Company in Venezuela, 1528-1556: Trade, con-
quest, or colonization? In: Everaert, John ; Parmentier, J. (Hrsg.) : International Confe-
rence on Shipping, Factories and Colonization (International Conference on Shipping,
Factories and Colonization Brussels 24-26 November 1994). Brussels : n, 1996, S. 223-
238.
4. Häberlein, Mark ; Simmer, Götz (Hrsg.): Tod am Tocuyo. Die Suche nach den Hintergrün-
den der Ermordung Philipps von Hutten 1541-1549 . 1. Aufl. Berlin : Berlin Verlag, 1999. -
224 Seiten.
5. Simmer, Götz : Gold und Sklaven: Die Provinz Venezuela während der Welser-Verwaltung
(1528-1556) . Berlin : Wissenschaft und Technik Verlag, 2000. Zugl.: Bamberg, Universität
Bamberg, Diss., 1999. - XI + 884 Seiten.
Seite 492
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die frühneuzeitliche europäische Expansion nach Übersee
Projektleitung:
Prof. Dr. Mark Häberlein
Beteiligte:
Dr. Thomas Beck, Akad.
Oberrat
Stichwörter:
Europäisierung der Erde;
europäische Expansion;
Überseegeschichte; Kolo-
nialgeschichte; Entdek-
kungszeitalter; Erstes
Kolonialzeitalter
Beginn: 1.1.1978
Eine Initiative des Lehrstuhls für Neuere Geschichte der Universität Bamberg:
Verzeichnung der Bestände des "Huttenarchivs" im Staatsarchiv Würzburg
Projektleitung: 1997 regte Prof. Dr. Eberhard Schmitt beim Landrat des Landkreises
Staatsarchiv Würzburg Haßberge, Rudolf Handwerker, die Finanzierung einer Maßnahme
Beteiligte: an, deren Ziel die Ordnung und Verzeichnung des Depositums "Hut-
Schindler, Thomas M.A.
Prof. Dr. Mark Häberlein tenarchiv" in Staatsarchiv Würzburg war: Aus der Bestandsaufnah-
Stichwörter: me konnten sich ggfs. weitere Hinweise auf Philipp von Hutten
EdV-gestützte Ordnung ergeben, zu dessen Biographie der Lehrstuhl für Neuere Geschichte
und Verzeichnung von Ar- der Universität Bamberg seit 1990 recheriert. Über seinen Lebens-
chivalien; Franken 14. -
abschnitt in Europa 1505-1534, u.a. als Mitglied der "militia aurata"
19. Jahrhundert; Adelsar-
chiv; Hutten; Militia aura- Kaiser Karls V., wissen wir bisher wenig.
ta; Gerichtsherren; Der Landkreis Haßberge kam der Anregung nach. Die alsbald einge-
Grundherren; Leibherren
Beginn: 1.1.1998
leitete Maßnahme wurde vom Landkreis Haßberge, dem Regie-
Förderer: rungsbezirk Unterfranken und der Kreissparkasse Unterfranken-
Landkreis Haßberge West mit rd. 100.000 DM finanziert. Von 1998-2000 sichtete der Ar-
Regierungsbezirk Unter- chivar Thomas Schindler M.A. das Depositum in mühevoller Kleinar-
franken beit, er ordnete und verzeichnete den Großteil der Bestände in
Kreissparkasse Unterfran-
ken-West einem computererstellten Findbuch: Dies ist das erste auf diese
Weise erstellte Repertorium eines bayerischen Staatsarchivs. Das
Findbuch ermöglicht über Querverweise rasch Auskunft zu vielen
Sachverhalten. Insgesamt konnte Schindler 6.665 Akten, Risse und
Pläne aus 106 Archivregalmetern erfassen. Rd. 400 weitere Kartons
enthalten noch einzelne, bisher ungeordnete oder nicht zuordenba-
re Blätter, ca. 400 weitere Akten harren noch der Erschließung und
Einordnung, außerdem sind noch sämtliche Rechnungsbücher - ein
riesiger Bestand von 90 laufenden Regalmetern - zu verzeichnen.
Seit 1965 befindet sich das "Huttenarchiv" - es handelt sich um das
Familienarchiv des fränkischen Zweigs des Freiherrengeschlechts
der Hutten (= Hutten zu Birkenfeld bzw. seit 1555 Hutten zu Fran-
kenberg-Birkenfeld) - als Dauerleihgabe der Grafen zu Ortenburg
(Tambach, Ofr.) im Staatsarchiv Würzburg. Die Frankenberg-Bir-
kenfelder Hutten waren 1783 mit dem ansbachischen Minister Jo-
hann Philipp Friedrich von Hutten ausgestorben. Das Erbe hatten
über mehrere Erbwechsel hinweg Mitte des 19. Jahrhunderts die
Grafen zu Ortenburg angetreten. Dieses Familienarchiv des fränki-
schen Zweigs der Hutten war wenigstens seit 1783 in Schloß Birken-
feld im heutigen Landkreis Haßberge verwahrt. Dort wurde es in den
Jahren 1938 bis ca. 1946 durch kriegsbedingte abrupte Aus- und
Seite 493
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Umlagerungen in seiner Ordnung fast ganz zerstört, zum Teil
schwer beschädigt und auch im Umfang gemindert.
Es handelt sich trotzdem noch immer um eines der bedeutendsten
Adelsarchive Frankens. Es umfaßt Materialien vom 14. bis zum 19.
Jahrhundert, von Lehensbriefen und Genealogien des Geschlechts
über persönliche Briefe, Heiratserklärungen, Testamente, Prozeßak-
ten und Stammbücher einzelner Familienangehöriger bis zu reichen
Materialien zur Alltagsgeschichte der Dörfer und Weiler, in denen die
Frankenberg-Birkenfelder Hutten Besitz hatten.
So gibt das Huttenarchiv Auskünfte über die Funktion der Hutten als
Gerichts-, Grund- und Leibherren des "gemeinen Mannes" vor allem
in den Orten Arnstein, Büchelberg, Birkenfeld, Bullenheim, Dippach,
Ermershausen, Frankenberg, Ippesheim, Kraisdorf, Michelfeld, Nen-
zenheim, Oberlauringen, Reusch, Scholley, Schwarzenberg,
Schweinshaupten, Serrfeld, Üschersdorf, Walchenfeld, Wildenstein
und Winhausen i.w. in den Landkreisen Haßberge, Rhön-Grabfeld,
Arnstein-Karlstadt sowie Uffenheim. Es enthält u.a. Materialien zum
Bauernkrieg, zu militärischen Einquartierungen, zu Diebstahl, Mord
und Türkensteuer, zu Themen wie "Jagdfrevel", "uneheliche Kin-
der", "Schutzjuden", etc. etc.
Quellenedition "Regierung und Verwaltung der Kolonialreiche"
Projektleitung: So unterschiedlich die Zielsetzungen der europäischen Kolonial-
Dr. Thomas Beck, Akad. mächte in Übersee waren, wie Territorialherrschaft über eroberte in-
Oberrat digene Herrschaftsgebilde, Sicherung des Handels über Emporien
Prof. Dr. Mark Häberlein
Stichwörter: und Monopolgebiete, Plantageproduktion mittels Sklavenarbeit oder
Geschichte der europäi- Neubesiedlung durch Verdrängung indigener Raumbeherrschung,
schen Expansion; Rechts- so unterschiedlich waren die Anforderungen an die Konzeptionen
und Kulturkonflikte in zur Herrschaftssicherung für die europäischen Metropolen. Neben
Übersee; Kolonialherr-
den spezifischen Mitteln und Möglichkeiten der Institutionen in den
schaftskonzepte; Kolonial-
verwaltung in der frühen einzelnen Metropolen bestimmten vielschichtige Konflikte die Ver-
Neuzeit waltungs- und Herrschaftsgeschichte der Kolonialreiche, Konflikte
Beginn: 1.3.1998 mit "altem", d. h. vorgefundenem indigenem Recht, Konflikte mit
dem Selbstverständnis und der Selbstregelungskompetenz der eu-
ropäischen Kolonisten und nicht zuletzt Konflikte konkurrierender
Herrschaftsansprüche zwischen den einzelnen Kolonialmächten und
mit benachbarten Mächten der jeweiligen Regionen.
Mit einem vergleichenden Ansatz sollen die sich im Prozeß der Herr-
schaftssicherung entwickelnden Ähnlichkeiten und Spezifika der Re-
gierungs- und Verwaltungspraxis der europäischen Kolonialmächte
dokumentiert werden. Jedes Dokument wird in deutscher Überset-
zung präsentiert und kommentiert.
Zeit und Leben des Chinamissionars Ignaz Kögler SJ (1680-1746).
Projektleitung:
Stücken, Christian
Beginn: 1.3.1998
Seite 494
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte unter Einbe-
ziehung der Landesgeschichte
Anschrift: Fischstraße 5-7, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2366 Fax.: 0951/863-5365
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Der Lehrstuhl
Prof. Dr. Karl Möckl
wiss. Mitarbeiter: Profil des Lehrstuhls
Alexander Kropp, M.A. Der Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte unter Einbezie-
Sekretariat::
hung der Landesgeschichte wurde im Zuge der Umwandlung der
Anneliese Christian
Gesamthochschule zur Universität Bamberg im Jahre 1978 einge-
richtet und mit Prof. Dr. Karl Möckl besetzt. Als Wiss. Oberassistent
fungiert derzeit Priv.-Doz. Dr. Stefan Kestler. Ferner ist am Lehr-
stuhl das Fach "Osteuropäische Zeitgeschichte" angesiedelt, das
von apl. Prof. Dr. Gerd Wehner vertreten wird. Das Studium der
Neueren und Neuesten Geschichte kann an der Uni Bamberg sowohl
im Magister-, Lehramts- als auch im Diplomstudiengang absolviert
werden. Die angebotenen Lehrveranstaltungen decken vornehmlich
die Geschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts ab, wobei das Themen-
spektrum weit gefasst ist. Angeboten wird für alle Studierenden eine
dreistündige Vorlesung von Prof. Möckl; thematisch wird parallel
hierzu eine Übung veranstaltet, die sich in der Hauptsache mit Quel-
len und deren Interpretation beschäftigt. Für Studierende des
Grundstudiums besteht jedes Semester ferner die Möglichkeit zum
Besuch von Proseminaren und Übungen. Studienbegleitend sind seit
dem Wintersemester 1996/97 Tutorien, die von ausgewählten Stu-
dierenden des Hauptstudiums durchgeführt werden. Ziel dieser Tu-
torien soll vor dem Hintergrund von Studienzeitverkürzungen im
wesentlichen die Vertiefung des im Proseminar gelehrten Propädeu-
tikums sein. Für Examenskandidaten von Prof. Möckl besteht die
Möglichkeit des Besuchs eines Oberseminars, wo am Lehrstuhl ent-
stehende Abschlussarbeiten vorgestellt und diskutiert werden.
Forschungsschwerpunkte
Die Forschung am Lehrstuhl
Forschungsschwerpunkte
1. Prof. Dr. Karl Möckl (Leitender Wissenschaftler):
Arbeitsgebiete
Geschichte der Neuzeit
Publikationen aus folgenden Teilgebieten wurden veröffentlicht:
1. Europa - Föderalismus - Regionalismus
2. Landesgeschichte - Bayern
3. Verfassungsgeschichte - Bayern
4. Parteiengeschichte
5. Studien zu König Ludwig I. von Bayern und seiner Zeit
6. Geschichte deutscher Führungsschichten
7. Universitätsgeschichte - Bamberg
2. Priv.-Doz. Dr. Stefan Kestler (Oberassistent)
Arbeitsgebiete
Geschichte der Neuzeit
Publikationen aus folgenden Teilgebieten wurden veröffentlicht:
1. Fränkische Landesgeschichte
2. Militärgeschichte
Seite 495
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Lokalgeschichte Bamberg
4. Außenpolitik Drittes Reich
5. Freimaurertum
3. apl. Prof. Dr. Gerd Wehner (Fachvertreter für Osteuropäische
Zeitgeschichte):
Arbeitsgebiete
Osteuropäische Zeitgeschichte
Publikationen aus folgenden Teilgebieten wurden veröffentlicht:
1. Außenpolitik Großbritannien - Polen (1938 - 1939)
2. Verfassungsgeschichte - Gründung der Bundesrepublik Deutsch-
land
3. Wirtschaftsgeschichte Großbritannien - Polen
4. Studien zu politischen Handlungsträgern
Eine komplette Auflistung der am Lehrstuhl entstandenen Publika-
tionen finden Sie unter: [Link]
[Link]
Forschungsprojekte
Einzelstudien zur 48er-Revolution in Franken.
Beteiligte:
PD Dr. Stefan Kestler
Tapken, Kai Uwe
Beginn: 1.1.1997
Publikationen
1. Kestler, Stefan: "...was0XX
werden diese Gutes stiften?" Kritische Betrachtungen zur politi-
schen Haltung und Stimmung der Bamberger Bevölkerung vor dem Hintergrund der "48er"-
Revolution in Oberfranken. . In: Dippold, Günter ; Wirz, Ulrich (Hrsg.) : Die Revolution von
1848/49 in Franken.. Bayreuth : Schmidt Verlag, 1998, (Schriften zur Heimatpflege in
Oberfranken. Bd. 2), S. 249-267.
2. Kestler, Stefan: Das Jahr 1848 in Bamberg. Personen - Mächte - Ereignisse. .
In: Frankenland 3 (1998), S. 156-160
3. Kestler, Stefan: Bedeutung und Ausprägung der deutschen Revolution von 1848/49 in der
bayerischen Provinz. Radikaldemokratischer Protest und liberal-konstitutionelle Gegenbe-
wegung in der oberfränkischen Mittelstadt Bamberg. . In: Haus der Bayerischen Geschichte
(Hrsg.) : Die Einheits- und Freiheitsbewegung und die Revolution von 1848/1849 in Fran-
ken. Kolloquiumsbericht.. Augsburg : Haus der Bayerischen Geschichte, 1999, S. 34-42.
(Materialien zur Bayerischen Geschichte und Kultur. Bd. 8/99)
4. Kestler, Stefan ; Tapken, Kai Uwe: Bamberg und die Revolution von 1848/49. Begleitband
zur Ausstellung "Bamberg und die Revolution von 1848/49" vom 28. April bis 12. Juni im
Stadtarchiv Bamberg(=Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bamberg, Nr. 7) . Bamberg :
Stadtarchiv Bamberg, 1998
Entwicklungsgeschichte des deutschen Freimaurertums.
Beteiligte:
PD Dr. Stefan Kestler
Beginn: 1.1.1997
Publikationen
1. Kestler, Stefan: Genese0XX
und Niedergang der freimaurerischen Idee in Europa, dargestellt
am Beispiel Deutschlands (1737-1935). . In: Segebrecht, W. (Hrsg.) : Europavisionen im
19. Jahrhundert. Vorstellungen von Europa in Literatur und Kunst, Geschichte und Philoso-
phie.. Würzburg : Ergon, 1999, (Literatura. Wissenschaftliche Beiträge zur Moderne und ih-
rer Geschichte. Bd. 10), S. 205-226.
Seite 496
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Garnisonsgeschichte Bamberg.
Beteiligte:
PD Dr. Stefan Kestler
Tapken, Kai Uwe
Beginn: 1.1.1998
Publikationen
1. Kestler, Stefan ; Tapken,
0XXKai Uwe: "Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt..." Ein
historisch-photographischer Streifzug durch die Bamberger Garnisonsgeschichte 1871-
1939(=Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bamberg, Nr. 8) . Bamberg : Fränkischer Tag,
1998
Politische Geistliche in den deutschen Staaten des 19. und 20. Jahrhunderts
Projektleitung:
Prof. Dr. Karl Möckl
Beginn: 1.8.1998
Sparkassengeschichte im 20. Jahrhundert
Projektleitung:
Prof. Dr. Karl Möckl
Beginn: 2.5.1999
Studien zur deutschen Rußlandpolitik während der Kaiserzeit.
Beteiligte:
PD Dr. Stefan Kestler
Beginn: 1.1.1994
Tschechen und Deutsche
Projektleitung:
Prof. Dr. Karl Möckl
Beginn: 2.11.1999
Übergriffe amerikanischer GIs auf die bayerische Bevölkerung nach 1945.
Beteiligte:
PD Dr. Stefan Kestler
Beginn: 1.1.2000
Vertriebenenforschung.
Beteiligte:
PD Dr. Stefan Kestler
Penzel, Götz Ulrich
Beginn: 1.1.1999
Publikationen
1. Kestler, Stefan ; Penzel,
0XXGötz Ulrich: Bamberg. Zufluchtsort für Vertriebene, Flüchtlinge
und Heimatlose. . Bamberg : Babenberg Verlag, 1999
Seite 497
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Möckl, Karl: Föderalismus
0XX und Regionalismus im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts .
In: Esterbauer, F. u.a. (Hrsg.) : Von der freien Gemeinde zum föderalistischen Europa.
Festschrift für Adolf Gasser zum 80. Geburtstag. Berlin : Duncker & Humblot, 1983, S. 529-
549.
2. Möckl, Karl: Der deutsche Adel und die fürstlich-monarchischen Höfe 1750-1918 .
In: Wehler, H.-U. (Hrsg.) : Europäischer Adel 1750 - 1950. Göttingen : Vandenhoeck & Ru-
precht, 1990, S. 96-111.
3. Möckl, Karl (Hrsg.): Hof und Hofgesellschaft in den deutschen Staaten im 19. und begin-
nenden 20. Jahrhundert . (Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte Büdingen) Boppard
am Rhein : Boldt, 1990 (Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit Bd. 18)
4. Möckl, Karl: Conditions structurelles de l’emergence de la conscience européenne .
In: Rovan, J./Krebs, G. (Hrsg.) : Identités nationales et conscience européenne. Tours : La
Riche, 1992, S. 122-125.
5. Möckl, Karl: Quel ordre politique pour l’europe . In: Rovan, J./Krebs, G. (Hrsg.) : Identités
nationales et conscience européenne. Tours : La Riche, 1992, S. 196-201.
6. Kestler, Stefan: "Vaterländischer Unterricht" als Teilaspekt der deutschen Truppenaufklä-
rung während des Ersten Weltkrieges. . In: Historische Mitteilungen 7 (1994), Nr. 2,
S. 228-243
7. Kestler, Stefan: Die deutsche Auslandsaufklärung und das Bild der Ententemächte im Spie-
gel zeitgenössischer Propagandaveröffentlichungen während des Ersten Weltkrieges(=Eu-
ropäische Hochschulschriften, Reihe III, Bd. 589). . Frankfurt am Main : Peter Lang, 1994
8. Kestler, Stefan: Franzoseneinfall und "Franzosenzeit" in Franken 1796-1815. Ein Überblick
unter Berücksichtigung des Hochstifts Bamberg. . Bayreuth : ohne, 1996 (Heimatbeilage
zum Amtlichen Schulanzeiger des Regierungsbezirks Oberfranken. Bd. 236)
9. Kestler, Stefan: Frühneuzeitliche Hexenverfolgungen in Bayern und Franken. Bemerkungen
zu einem historischen Problembereich. . In: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 58
(1996), S. 171-180
10. Kestler, Stefan: Hitler, Ante Pavelic und der "Unabhängige Staat Kroatien". Anmerkungen
zu Totalitarismus, Verfolgung und Massenmord in Südosteuropa 1941-1945. .
In: Aufklärung und Kritik 2 (1997), S. 118-135
11. Kestler, Stefan: "Sabbatfeier" - "Teufelsbuhlschaft" - "Schadzauber". Hexenwahn und He-
xenprozesse als kulturgeschichtliches Phänomen. . Nürnberg : ohne, 1998 (Franken inten-
siv. Baustein Vortragsreihen - Fränkische Geschichte Bd. 2)
12. Möckl, Karl: Die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg: "Nachkriegsuniversität" - vierte
bayerische Landesuniversität?" - Ostuniversität" . In: Machilek, Franz (Hrsg.) : Haus der
Weisheit. Vo der Academia Ottoniana zur Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Katalog der
Ausstellungen aus Anlaß der 350-Jahrfeier. Bamberg : Universitätsverlag, 1998, S. 245-
259.
13. Möckl, Karl: Europavorstellungen im konservativen politischen Denken des 19. Jahrhun-
derts . In: Segebrecht, W. (Hrsg.) : Europavisionen im 19. Jahrhundert. Vorstellungen von
Europa in Literatur und Kunst, Geschichte und Philosophie. Würzburg : Ergon, 1999, (Lite-
ratura Bd. 10), S. 21-32.
Seite 498
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2323 Fax.: 0951/863 5324
Leitung bis 31.03.2004: Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte ist
Prof. em. Dr. Jürgen Herr Prof. Dr. Dr. habil. Jürgen Schneider. Herrn Prof. Schneider ob-
Schneider lag 1988 die Organisation des 37. Historikertages in Bamberg. Er
war Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages
"Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozeß der deutschen
Einheit". Seit 1997 ist er Vorsitzender der Gesellschaft für Sozial-
und Wirtschaftsgeschichte. Forschungsaufenthalte in Frankreich,
Mexiko, Brasilien, Argentinien und Japan.
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter ist Herr Christian Kestel M.A. am
Lehrstuhl tätig.
Im Rahmen eines viersemestrigen Vorlesungszyklus wird das Fach
Wirtschafts- und Sozialgeschichte, vornehmlich konzentriert auf Eu-
ropa, epochenübergreifend zeitlich vom Mittelalter bis in die Gegen-
wart (europäische Integration, Euro) behandelt:
1. Mittelalter bis 1914
2. 1914-1945
3. 1945-2001
4. Europäische Integration (Weltwirtschaftliche Integration; Desin-
tegration 1914-1945; Europäische Integration und Globalisierung)
Forschungsschwerpunkte
Die Komplexität historischer Erscheinungen und ihre Bewertungen
führte zum Forschungsansatz des Denkens in Ordnungen, das als
grundsätzliches Denken den Zugang zur Erfassung der Lebenswelt
ermöglicht. Mit der Bildung adäquater Begriffe und Denksysteme
kann auch die Vielfalt der realisierten und der möglichen Organisa-
tionsformen gesellschaftlichen Wirtschaftens wissenschaftlich
durchdrungen werden.
Wirtschaften bedeutet mit den knappen Gütern möglichst sorgfältig
umzugehen. Von zentraler Bedeutung ist die Wirtschaftsordnung: in
ihr muß eine Ratio zur Geltung kommen, die es ermöglicht, Knapp-
heit so gut wie möglich zu mindern.
Die Wirtschaft wird als Teilbereich der Lebensordnung einer politi-
schen Gemeinschaft verstanden. Die Wirtschaftsordnung kann defi-
niert werden als die Gesamtheit der für den Aufbau und Ablauf des
Wirtschaftslebens geltenden Normen, Organisationsprinzipien und
Institutionen und ist ein in die ganzheitliche Lebensordnung einer
politischen Gemeinschaft integrierter Bereich. Die Ordnung setzt
Unterschiedenes in eine Beziehung (ratio ordinis).
Der auf antiken und christlichen Grundlagen basierende Begriff "or-
do" ist ein Grundbegriff der mittelalterlichen Theologie und Philoso-
phie und "aller Reflexion über politisch-soziale Ordnung" (O. G.
Oexle, in: LexMA, Bd. VI, 1993, Sp. 1436).
Seit dem Feudalismus (Grund-, Gutsherrschaft, Zunft) haben sich
die Ordnungsstrukturen mit der Bauernbefreiung und der Gewerbe-
freiheit (1. Hälfte 19. Jh.) radikal geändert. Mit dem ersten Welt-
Seite 499
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
krieg (1914/18) beginnt die Wirtschaftspolitik der Experimente, die
in der gütergelenkten NS Wirtschaft und der sozialistischen Zentral-
planung in der SBZ/DDR fortgesetzt werden (1945-90). Die Wirt-
schaftsordnungspolitik der Bundesrepublik Deutschland wird seit
1948 im Zeichen der Sozialen Marktwirtschaft geführt.
Mit dem Forschungsansatz der Wirtschaftsordnung liegt eine Kon-
zeption vor, wie die SBZ/DDR als Teil einer deutschen Geschichte
verortet werden kann.
Ziel der Forschung ist die Herausarbeitung sowie die Berücksichti-
gung der der jeweiligen Ordnung eigenen Logik, aber auch die In-
terdependenzen der Teilordnungen, der Wirtschaftsordnung und der
politischen Gesamtordnung (Demokratie/Marktwirtschaft - Totalita-
rismus/Sozialistische Zentralplanung).
Kooperationsbeziehungen
• Association Francaise des Historiens Economistes (Kooperation mit
dem Ziel, die nationalen Gesellschaften für Wirtschafts- und Sozial-
geschichte in Europa zu vernetzen)
• ITE: Integration und Transformation in Europa (Forschungsschwer-
punkt der Universität Bamberg)
• Ethikzentrum der Universität Bamberg
Wissenschaftliche Tagungen
Arbeitstagungen der Gesellschaft für Sozial- und Wirtschaftsge-
schichte (2jährig):
• Öffentliches und privates Wirtschaften in sich wandelnden Wirt-
schaftsordnungen (Innsbruck, April 1999)
• Natürliche und politische Grenzen als soziale und wirtschaftliche Her-
ausforderung (Aachen, April 2001)
2002: Gemeinsame Tagung mit den französischen Wirtschaftshisto-
rikern in Paris mit dem Titel "Öffentliche Schulden"
Veröffentlichungsreihen
Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Franz Steiner Ver-
lag, Stuttgart (1978-2000: 92 Bände).
Forschungsprojekte
Hamburger Handelsstatistik im 18. Jahrhundert
Projektleitung: Die Admiralitäts- und Convoygeld-Einnahmebücher sind für die Jah-
Prof. em. Dr. Jürgen re 1733 bis 1798 erhalten geblieben. Sie sind die wichtigste statisti-
Schneider sche Quelle für den Hamburger Handel im 18. Jahrhundert. Die
Beginn: 1.1.1985
Quellen werden 2001 ediert.
Währungen der Welt
Projektleitung: Im Rahmen des Schwerpunktprogrammes der Deutschen For-
Prof. em. Dr. Jürgen schungsgemeinschaft "Historische Statistik von Deutschland" wurde
Schneider u.a. der Themenbereich Geld- und Wechselkurse behandelt. Seit
Beginn: 1.1.1983
1983 arbeitete eine Forschungsgruppe unter meiner Leitung an-
Seite 500
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
fangs in Nürnberg und ab 1985 in Bamberg an den historischen
Geld- und Wechselkursen. Es zeigte sich bald, daß die deutschen
Geld- und Wechselkurse nicht isoliert bearbeitet werden konnten.
Die Erhebungen und Publikationen der Wechsel- bzw. Devisenkurse
wurden auf ganz Europa, auf Amerika, Asien und Australien sowie
Afrika ausgedehnt. Zwischen 1990 und 1999 erschienen 16 Bände
der "Währungen der Welt" mit 6.589 Seiten. 2001 wird von Markus
A. Denzel und mir in einem englischen Verlag das "Handbook of
World Exchange Rates, 1590-1914" publiziert. Später soll das
"Handbook" für die Zeit von 1914 bis 2001 fortgesetzt werden.
Wechsel-/Devisenkurse zeigen in einzigartiger Weise die Vernet-
zung, die im Spätmittelalter in Westeuropa beginnt und sich mit der
europäischen Expansion auf außereuropäische Regionen ausweitet.
Mit der Industrialisierung verstetigen und intensivieren sich die De-
visen-Netzwerke in Europa und mit der außereuropäischen Welt,
insbesondere mit Nordamerika. Die Globalisierung setzte im Wäh-
rungsbereich sehr früh ein.
Projektunabhängige Publikationen
1. Schneider, Jürgen: Die neuen Getränke: Schokolade, Kaffee und Tee (16.-18. Jahrhundert)
. In: Cavaciocchi, Simonetta (Hrsg.) : Prodotti e Tecniche d’Oltremare nelle Economiee Eu-
ropee Secc. XIII-XVIII (Prodotti e Tecniche d’Oltremare nelle Economiee Europee Secc.
XIII-XVIII Prato). Firenze : -, 1998, S. 541-590.
2. Schneider, Jürgen: Francesco Carlettis Reise um die Welt 1594-1602 . In: Beck, Thomas
(Hrsg.) : Überseegeschichte. Beiträge der jüngeren Forschung. Stuttgart : -, 1999, S. 137-
151.
3. Schneider, Jürgen: Kenntnisstand in Westdeutschland und wechselseitige Wahrnehmung
der ökonomischen Lage in Ost und West . In: - (Hrsg.) : Enquete-Kommission, Wirtschafts-
, Sozial- und Umweltpolitik (Enquete-Kommission "Überwindung der Folgen der SED-Dik-
tatur im Prozeß der deutschen Einheit", 29. Sitzung Baden-Baden). Baden-Baden : -, 1999,
S. 185ff.
4. Schneider, Jürgen ; Schwarzer, Oskar ; Kluge, Ulrich: Markt gegen Plan . In: Schäfer, Her-
mann (Hrsg.) : 50 Jahre Deutschland. Ploetz. Ereignisse und Entwicklungen. Deutsch-deut-
sche Bilanz in Daten und Analysen. Einleitung von Helmut Kohl.. Freiburg : Ploetz, 1999,
S. 28-39.
5. Schneider, Jürgen: Der Beitrag von Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek zur
deutschen Wirtschaftsordnung und Wirtschaftspolitik nach 1945 . In: Krohn, Claus-Dieter
; Schumacher, Martin (Hrsg.) : Exil und Neuordnung. Beiträge zur verfassungspolitischen
Entwicklung in Deutschland nach 1945. Düsseldorf : Droste, 2000, S. 335-350.
6. Schneider, Jürgen: Nürnberg und die Rückwirkungen der europäischen Expansion (16.-18.
Jahrhundert) . In: Neuhaus, Helmut (Hrsg.) : Nürnberg. Eine europäische Stadt im Mittel-
alter und Neuzeit. Nürnberg : -, 2000, S. 293-359.
7. Denzel, Markus A. ; Schneider, Jürgen: Handbook of World Exchange Rates, 1590-1914 .
Aldershot, Hampshire, UK : Ashgate, 2001. - 400 Seiten.
8. Schneider, Jürgen: Öffentliches und privates Wirtschaften in sich wandelnden Wirtschafts-
ordnungen . In: Schneider, Jürgen (Hrsg.) : Öffentliches und privates Wirtschaften in sich
wandelnden Wirtschaftsordnungen (Arbeitstagung der Gesellschaft für Sozial- und Wirt-
schaftsgeschichte Innsbruck 7.4.1999-9.4.1999). Stuttgart : Franz Steiner, 2001, S. 5-18.
- ISBN 3-515-07868-1
Seite 501
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Historische Hilfswissenschaften
Anschrift: Fischstraße 5-7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2352 Fax.: 0951/863 2353
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Historischen Hilfswissenschaften sind diejenigen Teildsiziplinen
Prof. Dr. Horst Enzensber- der Geschichtswissenschaft, die sich in besonderem Maße mit der
ger Erschließung und Aufbereitung des Quellenmaterials befassen. Sie
sind das "Werkzeug des Historikers" (Ahasver von Brandt)
In der akademischen Praxis sind die Hilfswissenschaften meist en-
ger mit der Mediävistik verbunden, obwohl eine Beschränkung auf
das Mittelalter sachlich nicht sinnvoll ist.
Forschungsschwerpunkte
Geographischer Schwerpunkt meiner Forschungsinteressen ist Itali-
en, vor allem das Regno (Mezzogiorno), sachlich die normannisch -
staufische Diplomatik , Papsturkunden des Spätmittelalters, Er-
scheinungen der lateinischen Urkundensprache , die Kirchenge-
schichte und Verwaltungsgeschichte Süditaliens und Siziliens und
die wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen Deutschlands
und Italiens in der Neuzeit .
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Lesegerät mit Großbildschirm
Kooperationsbeziehungen
Università degli Studi Chieti ; Soprintendenza Archivistica per la Si-
cilia, Palermo; Istituto Siciliano di Studi Bizantini e Neoellenici, Pa-
lermo.
Forschungsprojekte
Quellenkunde der Abruzzen im Mittelalter
Projektleitung: In Zusammenarbeit mit dem Kollegen Luigi Pellegrini von unserer
Prof. Dr. Horst Enzensber- Partneruniversität Chieti und seinen Mitarbeitern entstehen Beiträge
ger zur Quellenkunde der Abruzzen im Mittelalter. Ein besonderes Pro-
Prof. Luigi Pellegrini
Stichwörter: blem ist die starke Streuung der Überlieferung, vor allem in Biblio-
Landesgeschichte; Abruz- theken und Archiven außerhalb der Region. Bei der Sammlung von
zen; Kirchengeschich- Materialien für Datenbanken in Chieti haben auch Bamberger Aus-
te;Mittelalter tauschstudenten mitgewirkt. Ziel ist die Erschließung und Zusam-
Beginn: 1.6.1994
menfassung der historischen Quellen für den Nordosten des Regno
in Regesten und Editionen.
Publikationen
1. Enzensberger, Horst: Bausteine
0XX zur Quellenkunde der Abruzzen im Mittelalter .
In: Pellegrini, Luigi ; Pacciocco, Roberto (Hrsg.) : Contributi per una storia dell’Abruzzo
adriatico nel medioevo. Chieti : -, 1992, (Studi e fonti di storia medioevale, moderna e con-
temporanea Bd. 1), S. 133 - 190.
Seite 502
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Enzensberger, Horst: «Quoniam ut ait apostolus». Osservazioni su lettere di indulgenza nei
secoli XIII e XIV . In: Studi Medievali e Moderni. arte letteratura storia 1 (1999), Nr. 1,
S. 57-100
Spätmittelalterliche Papsturkunden aus Messina
Projektleitung: In internationaler Zusammenarbeit soll dieser Bestand von über
Prof. Dr. Horst Enzensber- 1400 Dokumenten aus dem Archiv der Herzöge von Medinaceli der
ger Forschung zugänglich gemacht werden. Grundlage ist die Inventa-
Aldo Sparti, Palermo
Beteiligte: risierung durch Aldo Sparti (Palermo). 1994 war eine Auswahl von
Martino Federico , Messina Urkunden auf einer Ausstellung in Messina (danach auch im Castel
Vera von Falkenhausen, Sant’Angelo in Rom) der Öffentlichkeit vorgeführt worden. In Kürze
Rom wird eine Datenbank mit Regesten und archivalischen Beschreibun-
André Guillou, Paris
gen den Bestand online erschliessen. Eine sukzessive Veröffentli-
Marina Scarlata, Palermo
Stichwörter: chung der Urkundentexte im Netz ist geplant.
Medinaceli, Messina, Sizili-
en,
Beginn: 1.3.1999
Förderer:
Ministero per i Beni cul-
turali ed Ambientali, Rom
Mitwirkende Institutio-
nen:
Soprintendenza Archivisti-
ca per la Sicilia, Palermo
Publikationen
1. Enzensberger, Horst: «Quoniam
0XX ut ait apostolus». Osservazioni su lettere di indulgenza nei
secoli XIII e XIV . In: Studi Medievali e Moderni. arte letteratura storia 1 (1999), Nr. 1,
S. 57-100
2. Enzensberger, Horst: Der Archimandrit zwischen Papst und Erzbischof: der Fall Messina .
In: Bollettino della Badia Greca di Grottaferrata 54 (2000), S. 209 - 225
3. Enzensberger, Horst: Zu den Papsturkunden für Messina im Archiv der Stiftung der Herzöge
von Medinaceli . In: Cuozzo Errico (Hrsg.) : Studi in onore di Salvatore Tramontana. Ariano
Irpino : Sellino, 2003, (Medievalia Bd. 5), S. 167 - 180.
Torre Alemanna
Projektleitung: Eine Gruppe Studierender des Masterstudiengangs Denkmalpflege
Prof. Dr. Horst Enzensber- hat im März in der ehemaligen Deutschordensniederlassung Torre
ger Alemanna bei Cerignola (Apulien) die Einritzungen in der ehemali-
Stichwörter:
Epigraphik gen Kapelle dokumentiert und erste Leseversuche vorgenommen.
Beginn: 1.3.2004 Ziel ist die vollständige Transkription und, soweit möglich, Kom-
Förderer: mentierung.
EU-Programm Culture
2000
Mitwirkende Institutio-
nen:
Comune Cerignola
Projektunabhängige Publikationen
1. Enzensberger, Horst: Roberto
0XX il Guiscardo: documenti e cancelleria . In: Fonseca, Cosimo
Damiano (Hrsg.) : Roberto il Guiscardo tra Europa, Oriente e Mezzogiorno. Atti del Conve-
gno internazionale di studio promosso dall‘Università degli Studi della Basilicata in occasio-
Seite 503
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
ne del IX centenario della morte di Roberto il Guiscardo (Potenza - Melfi - Venosa, 19 - 23
ottobre 1985 ). Galatina : Congedo, 1990, S. 61 - 81. (Università degli Studi della Basili-
cata - Potenza. Atti e memorie)
2. Enzensberger, Horst: Minoriten auf den Bischofsstühlen Apuliens (13.-15. Jahrhundert) .
In: Laurentianum 31 (1990), S. 441 - 484
3. Enzensberger, Horst: La cancelleria normanno- sveva tra unità monarchica e tendenze re-
gionali . In: Fonseca, Cosimo Daqmiano (Hrsg.) : Unità politica e differenze regionali nel
Regno di Sicilia (Convegno Internazionale di Studio in occasione dell’VIII Centenario della
morte di Guglielmo II re di Sicilia, Lecce- Potenza, 19 - 22 aprile 1989). Galatina : -, 1992,
S. 105 - 118.
4. Enzensberger, Horst: La Germania e la scoperta colombiana . In: Giunta, Francesco ; Cen-
tro di Cultura Scientifica "[Link]" di Erice. Scuola superiore di Archeologia e civiltà me-
dievali. (Hrsg.) : Atti del Convegno Internazionale su La Scoperta Colombiana e la cultura
europea contemporanea (Erice 22 - 27 aprile 1992). Palermo : -, 1993, S. 169 - 201.
5. Enzensberger, Horst: Messina e i re . In: Fallico, Grazia ; Balistreri , Umberto ; Sparti, Aldo
(Hrsg.) : MESSINA . IL RITORNO DELLA MEMORIA. Mostra sotto l‘Alto Patronato del Presi-
dente della Repubblica Italiana On. Oscar Luigi Scalfaro e di S.M. il Re di Spagna Don Juan
Carlos I. Messina, Palazzo Zanca - 1 marzo / 28 aprile 1994. Palermo : -, 1994, S. 331 -
336.
6. Enzensberger, Horst: La riforma basiliana . In: Fallico, Grazia ; Sparti, Aldo ; Balistreri, Um-
berto (Hrsg.) : MESSINA . IL RITORNO DELLA MEMORIA. Mostra sotto l‘Alto Patronato del
Presidente della Repubblica Italiana On. Oscar Luigi Scalfaro e di S.M. il Re di Spagna Don
Juan Carlos I. Messina, Palazzo Zanca - 1 marzo / 28 aprile 1994. Palermo : -, 1994, S. 53
- 56.
7. Enzensberger, Horst: Società, cultura e religione a Bamberga e in Franconia ai tempi di
Christoph Clavius . In: Ugo Baldini (Hrsg.) : Christoph Clavius e l‘ attività scientifica dei ge-
suiti nell‘ età di Galileo. Atti del Convegno Internazionale (Chieti, 28 - 30 aprile 1993 ).
Roma : -, 1995, (Università degli Studi "G. D‘Annunzio" di Chieti. Collana dell‘istituto di fi-
losofia, nuova serie Bd. 7), S. 223 - 241.
8. Enzensberger, Horst: Fondazione o "rifondazione" ? Alcune osservazioni sulla politica ec-
clesiastica del conte Ruggero . In: Zito, Gaetano (Hrsg.) : Chiesa e società in Sicilia. L‘ età
normanna. Atti del I Convegno internazionale organizzato dall‘ arcidiocesi di Catania, 25 -
27 novembre 1992. Torino : ---, 1995, S. 21 - 49.
9. Enzensberger, Horst: Le cancellerie normanne : materiali per la storia della Sicilia musul-
mana . In: Scarcia Amoretti (Hrsg.) : Giornata di studio. Del nuovo sulla Sicilia musulmana.
Roma, 3 maggio 1993. (Del nuovo sulla Sicilia musulmana. Roma 3 maggio 1993). Roma :
Accademia dei Lincei, 1995, S. 51 - 67. (Accademia dei Lincei. Fondazione Leone Caetani
Bd. 26)
10. Enzensberger, Horst: Guillelmi I regis diplomata . Köln - Wien : Böhlau, 1996 (Codex di-
plomaticus Regni Siciliae. Series prima Bd. 3) . - XVIII, 238 Seiten.
11. Enzensberger, Horst: Heinrich II. und seine Urkunden . In: Bericht des Historischen Vereins
Bamberg 133 (1997), S. 61 - 82
12. Enzensberger, Horst: « Non populus parvus » . Versifizierte Zeugenfirmen und Notarsun-
terschriften im Urkundenwesen Süditaliens . In: Pellegrini, Luigi ; Pacciocco, Roberto ; Ap-
pignani, Antonio (Hrsg.) : Aspetti della cultura dei laici in area adreatica. Saggi sul tardo
medioevo e sulla prima età moderna. Napoli : ESI, 1998, (Biblioteca di « Studi Medievali e
Moderni» Sezione Medievale Bd. 2), S. 11 - 148.
13. Enzensberger, Horst: Die Gründung der Akademie . In: Machilek, Franz (Hrsg.) : Haus der
Weisheit. Bamberg : -, 1998, S. 82 - 86.
Seite 504
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
14. Enzensberger, Horst: La cancelleria normanna . In: Fonseca, Cosimo Damiano ; Comitato
Nazionale per le celebrazioni dell’VIII centenario della nascita di Federico II (Hrsg.) : Mez-
zogiorno - Federico II - Mezzogiorno (Convegno internazionale di Studio promosso dall’Isti-
tuto Internazionale di Studi Federiciani Potenza u.a. 18 - 23. 10. 1994). Bd. 1. Roma :
Edizioni De Luca, 1999, S. 79 - 98. (Atti di Convegni Bd. 4) - ISBN 88-8016-363-9
15. Enzensberger, Horst: Enrico VI e Celestino III . In: Nicolaus. Studi storici 10 (1999), Nr. 1,
S. 17 - 35
16. Enzensberger, Horst: I greci nel regno di Sicilia. Aspetti della loro vita religiosa, sociale,
economica alla luce del diritto canonico latino e di altre fonti latine. . In: Medioevo Italiano.
Rassegna storica online 1 (2000), Nr. 1, S. 1-47
17. Enzensberger, Horst: Die lateinische Kirche und die Bistumsgründungen in Sizilien zu Be-
ginn der normannischen Herrschaft. . In: Medioevo Italiano. Rassegna storica online 1
(2000), Nr. 2, S. 1-40
18. Enzensberger, Horst: La chiesa greca: organizzazione religiosa, culturale, economica e rap-
porti con Roma e Bisanzio . In: Placanica, Augusto (Hrsg.) : Storia della Calabria medieva-
le. I quadri generali.. Roma : Gangemi Editore, 2001, (Storia della Calabria Bd. 1), S. 263
- 287. - ISBN 88-492-0206-7
19. Enzensberger, Horst: Chanceries, Charters and Administration in Norman Italy . In: Loud,
Graham A. ; Metcalfe, Alex (Hrsg.) : The Society of Norman Italy. Leiden - Boston - Köln :
Brill, 2002, (The Medieval Mediterranean Bd. 38), S. 117 - 150.
20. Enzensberger, Horst: Nec ero in consilio ut studium huius civitatis minuatur ... Gedanken-
splitter zur Geschichte der Universitäten .Vortrag: Marathonvorlesung als Protest gegen die
Mittelkürzungen, Studentenvertretung der Universität Bamberg, Bamberg, 3.12..2003
21. Enzensberger, Horst: Sigillografia bizantina e regno normanno .Vortrag: Città e vita citta-
dina nei Paesi dell’area mediterranea: secoli XI - [Link] Internazionale in onore del
prof. Salvatore Tramontana, Centro Internazionael di Studi Mediterranei - F. Giunta, Adra-
no, 22.11..2003
22. Enzensberger, Horst: I Veneziani a Costantinopoli nel periodo ottomano .Vortrag: Istituto
Siciliano di Studi bizantini e neoellenici "Bruno Lavagnini", Palermo, 31.03..2004
23. Enzensberger, Horst: Der "furor normannicus" und seine Folgen .Vortrag: "1054 -1204:
Vom Schisma zur offenen Konfrontation". Symposium des Lehrstuhls für Kirchengeschich-
te., Bamberg, 02.07.2004
Seite 505
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Didaktik der Geschichte
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2311 Fax.: 0951/863 2327
Leitung:
Prof. Dr. Wolfgang Protz-
ner
wiss. Mitarbeiter:
Forschungsprojekte
"Kerschensteiner" Multimedia-Lehrsystem
Projektleitung: Wissenschaftlicher Projektleiter bei Entwicklung, Erprobung, Ver-
Prof. Dr. Wolfgang Protz- triebsbegleitung und Weiterentwicklung seit 1996: Wolfgang Protz-
ner ner
Beginn: 1.10.1997
Mitwirkende Institutio- Weitere Informationen: [Link]
nen:
Loewe AG
Grundig AG
Bertelsmann Lexikothek
Opticom GmbH
German Culinary Institute e. V. (GCI)
Projektleitung: Die gegenwärtigen Probleme im Feld: Landwirtschaft, Nahrungsmit-
Prof. Dr. Wolfgang Protz- telverarbeitung, Verbraucherverhalten, Gastronomie usw. sind ins
ner Irrationale abgeglitten. Rationales Gegensteuern allein hilft nicht!
Beginn: 1.10.2000
Das GCI will durch Rückbesinnung auf und Erforschung der Kultur-
geschichte des Essens dem durch virtuelle Informationsangebote,
Seminare, einem B.A.-Studiengang an der Otto-Friedrich-Universi-
tät Bamberg gegensteuern. Hinter dem GCI stehen renommierte
Wissenschaftler, global players der Nahrungsmittelindustrie und
Starköche. Sitz des GCI soll das drittgrößte Lebensmittelzentrum
Bayerns = Kulmbach werden.
Mitarbeit bei Gründung, Konzeptionierung und Umsetzung in ver-
netzten Lernstrukturen durch Wolfgang Protzner.
Weitere Informationen: ab 1. Juli 2001 im www.
[Link]
Projektleitung: Idee, wissenschaftliche Begleitung der Plattform und der Inhalte:
Prof. Dr. Wolfgang Protz- Wolfgang Protzner
ner
Beginn: 1.4.2000 Die Plattform steht im Netz ([Link]). Das Internet-Ju-
gendradio ist ein Netzwerk jugendlicher Internetinitiativen aus den
Regionen Europas (Euregiones).
Thematische Schwerpunkte: Stärkung regionaler Strukturen, Ver-
ständnis für Regionalität und Abwehr rechtsextremistischer Tenden-
zen (für letzteres läuft ein Förderantrag nach dem gleich-namigen
Programm der Bundesregierung und der Aktion "Gesicht zeigen!",
deren Schirmherr der Bundespräsident ist. [Link] wird neben
anderen Internet-Radioinitiativen aus Europa auf Einladung der BLM
Seite 506
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
(Bayerische Landeszentrale für neue Medien) am 5. April 2001 in
München präsentiert.
Bei [Link] werden im Mai 2001 ein wissenschaftlicher Aufsatz,
Grafiken sowie eine fertige Unterrichtseinheit zum Thema: "Rechts-
extreme Auffälligkeiten in der Bundesrepublik Deutschland (1949
bis heute)" eingestellt.
Projektarbeit an der Otto-Friedrich-Universität unter Leitung von
Prof. Dr. Wolfgang Protzner und Dr. Christel Schuster.
Weitere Informationen: [Link].
Seite 507
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Kunstgeschichte
Anschrift: Fleischstraße 2, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 0
Lehrstuhl für Kunstgeschichte I, insbesondere für Mittel-
alterliche Kunstgeschichte
Anschrift: Fleischstraße 2, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2398 Fax.: 0951/863 5398
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Frank Olaf Bütt-
ner
wiss. Mitarbeiter:
Dr. Bernd Mohnhaupt
außerplanmäßige Pro-
fessur:
apl. Prof. Dr. G. Ulrich
Großmann
apl. Prof. Dr. Thomas
Korth
Forschungsschwerpunkte
Prof. Dr. F. O. Büttner:
Schwerpunkte der Forschung
Inhalte und Programme der christlichen Ikonographie im
Mittelalter
Einen Schwerpunkt der Forschung hat der Lehrstuhl bei der Erfor-
schung von Werken aus der Gattung darstellender Kunst, deren
Zeugnisse sich für die gesamte Spanne des Mittelalters kontinuier-
lich in größter Dichte erhalten haben. Das ist die Buchmalerei. Hier
sind Bestände großen Umfangs noch nicht erschlossen und noch un-
publiziert. Untersucht werden Bildgegenstände repräsentativen
Charakters sowie Sujets der narrativen Ikonographie und Praktiken
des Narrativen. Die Werke der Buchmalerei befinden sich allgemein
noch im ursprünglichen Zusammenhang von Zyklus oder Ensemble.
Nicht weniger wichtig ist der gattungsspezifische Wirkungszusam-
menhang mit Text. In der Buchmalerei erhielten narrative Zyklen
der christlichen Ikonographie im größten Umfang Ausgestaltungen
zu komplexen Programmen (Bible moralisée; komposite Stunden-
buchikonographie).
Tendenzen des Realismus
Realistische Züge traten insbesondere als Mittel zur Aktualisierung
der traditionellen Stoffe auf. Die Artikulation realistischer Züge war
zeitbedingt, aber sie hatten auch gattungsspezifische Voraussetzun-
gen. Das wurde im Rahmen dieses Forschungssschwerpunkts für
Werke der Buchmalerei und Werke der Druckgraphik um 1500 un-
tersucht und wird mit Studien zum Christusbild weitergeführt. Im
Druck befindet sich eine Studie zu Ausdruck und Wirkung des Rea-
lismus in Darstellungen der Sepulkralikonographie.
Seite 508
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projekte
Als Projekt internationaler Zusammenarbeit hat Lehrstuhl I Anfang
Oktober 1999 in Bamberg ein Kolloquium veranstaltet, das u. a. von
der DFG gefördert wurde. Das Thema war: Der illuminierte Psalter.
Darstellungsinhalte, Bildgebrauch Zieraussatttung. Unter Mitwir-
kung von Prof. Dr. Jeffrey Hamburger, Harvard University, der be-
reits an der Durchführung des Kolloquiums beteiligt war, wird nun
die Herausgabe der Akten vorbreitet. Autoren und Themen sind auf
der Homepage des Lehrstuhls zu finden.
Literatur zur Erforschung der Buchmalerei. Der Lehrstuhl ist an der
Redaktion des ?Bulletin codicologique" beteiligt, das als Anhang der
Zeitschrift Scriptorium zweimal jährlich Anzeigen von Fachliteratur
veröffentlicht und durch einen Index erschließt. - In regelmäßigen
Abständen veröffentlicht der Lehrstuhl eine internationale Bibliogra-
phie der Disserationen zur Buchmalerei. Der jüngste Teil galt dem
Zeitraum 1991-98 und wurde veröffentlicht in Scriptorium 53
(1999) S. 160-66. Demnächst auch auf der Homepage des Lehr-
stuhls.
Literatur
Buchtitel:
Imitatio pietatis. Motive der christlichen Ikonographie als Modelle
der Verähnlichung. Berlin 1983.
Aufsätze:
"Ikonographisches Eigengut der Randzier in spätmittelalterlichen
Handschriften: Inhalte und Programme" - Scriptorium 39 (1985) S.
197-233.
"Komposite Programme der Stundenbuchikonographie in den südli-
chen Niederlanden bis gegen 1480" - Miscellanea Neerlandica. Op-
stellen voor Jan Deschamps, hg. von E. Cockx-Indestege, F.
Hendrickx , 3 Bde, Löwen 1987, Bd 1, S. 311-341.
"Zu Bildform, Stilmitteln und Ikonographie der Tafelmalerei um
1400" - Kunsthistorisches Jahrbuch Graz 24 (1990) S. 62-87.
"Die Illumination mittelalterlicher Andachtsbücher"- Ausstellungs-
katalog Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Mittelalterliche An-
dachtsbücher, hg. von H. P. Geh. u. G. Römer, Karlsruhe 1992, S.
11-54.
"Andachtsbuch und Andachtsbild. Flämische Beispiele einer nicht-
narrativen Ikonographie in Psalter, Stundenbuch und Gebetbuch" -
A. Raman, E. Manning (Hg.): Miscellanea Martin Wittek. Album de
codicologie et de paléographie offert à Martin Wittek, Löwen-Paris
1993, S. 27-63.
"Extreme Züge des Christusbildes in der deutschen Druckgraphik zu
Beginn des 16. Jahrhunderts in Deutschland. Die unheroische Situa-
tion in Bewegung und Raum" - S. Glaser, A. Kluxen (Hg.): Musis et
Litteris. Festschrift für Bernhard Rupprecht zum 65. Geburtstag,
München 1993, S. 69-92.
"Das Christusbild auf niedrigster Stilhöhe. Ansichtigkeit und Körper-
sichtigkeit in narrativen Passionsdarstellungen der Jahrzehnte um
1300" - Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte 46/47 (1993/94) S.
99-130; Abb. auf S. 397-400.
Seite 509
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
"Christologische Bildzyklen der mittelalterlichen Buchmalerei. Die
spezifischen Funktionsweisen einer narrativen Ikonographie gegen-
über Text und Textgebrauch" - Mitteilungen des Österreichischen
Kunsthistorikerverbandes 10 (1993, erschienen 1995), S. 34-44.
"Reiecta sindone nudus profugit (Mc 14:52). Das Entweichen unter
Zurücklassung der Hülle. Ikonographische Redaktionen des marki-
nischen Erzählsplitters." - Kunst-Politik-Religion. Studien zur Kunst
in Süddeutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei. Fest-
schrift für Franz Matsche zum 60. Geburtstag, hg. von M. Hörsch u.
E. Oy-Marra, Petersberg b. Fulda 2000, S. 9-25.
"’Ce sera moy.’ Realitätsgehalt und Rhetorik in Darstellungen der
Toten- und Vergänglichkeitsikonographie des Stundenbuchs" - ’Als
ich can’. Liber Amicorum in Memory of Professor Dr. Marits Smey-
ers, hg. von Bert Cardon u.a., Peeters Publishers, Löwen 2002, S.
243-315.
"Sehen - verstehen - erleben. Besondere Redaktionen narrativer
Ikonographie im Stundenbuch" - Images of Cult and Devotion, hg.
von S. Kaspersen, Museum Tusculanum Press, University of Copen-
hagen, Kopenhagen 2004, S. 89-148.
"Der illuminierte Psalter im Westen" - The Illuminated Psalter, hg.
von F.O. Büttner, Brepols Publishers, Turnhout 2004.
Besprechungsaufsätze:
"Ein Jahrhundert englischer Buchmalerei: 1285-1385" - Scriptorium
41 (1987) S. 311-25. Zu Lucy F. Sandler, Gothic Manuscripts, 1285-
1385, London-Oxford 1986.
"Buchmalerei und illuminierte Handschrift im England des 13. Jahr-
hunderts" - Scriptorium 44 (1990) S. 319-29. Zu N. Morgan, Early
Gothic manuscripts II, London 1988.
Rezensionen:
H. Engelhart: Die Würzburger Buchmalerei im hohen Mittelalter. 2
Bde, Würzburg 1987. In: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschich-
te 54 (1991) S. 829-32.
Der Landgrafenpsalter. Vollständige Faksimile-Ausgabe im Original-
format der Handschrift HB II 24 der Württembergischen Landesbi-
bliothek Stuttgart. Kommentarband, hg. von F. Heinzer, Graz 1992.
In: Scriptorium 49 (1995) S. 148-52.
H. Fillitz, R. Kahsnitz, U. Kuder: Zierde für ewige Zeit. Das Periko-
penbuch Heinrichs II.. Frankfurt am Main 1994. In: Scriptorium 50
(1996) S. 218-25.
Bibliographien von Dissertationen zur Buchmalerei:
"Dissertationen zur Buchmalerei (1973-1976). Bundesrepublik
Deutschland, England, Österreich, Schweiz" - Scriptorium 31 (1977)
S. 119-21.
"Dissertationen zur Buchmalerei. I: Bundesrepublik Deutschland,
Großbritannien, Niederlande, Österreich, Schweiz (1977-1981). II:
Mikrofilme von Dissertationen aus den USA (1959- 1980) in der Uni-
versitätsbibliothek Heidelberg" - Scriptorium 36 (1982) S. 326-32.
"Dissertationen zur Buchmalerei, Europa und USA, 1982 bis 1990"
- Scriptorium 46 (1992) S.136-44 (unter Mitwirkung von R. Sangl).
Seite 510
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
"Dissertationen zur Buchmalerei. Europäische Länder und Nordame-
rika, 1991-1998." - Scriptorium 53 (1999) S.160-66 (unter Mitwir-
kung von I. Knöpfel).
Dr. Bernd Mohnhaupt:
Projekte
Typologische Kunst
Das theologisch legitimierte Verfahren, eine alt- und eine neutesta-
mentarische Szene nebeinanderzustellen, wird im Mittelalter zu
Bildsystemen von höchster Komplexität weiterentwickelt. Dabei
sind solche Beziehungsgeflechte keineswegs in allen Fällen theolo-
gisch eindeutig zu entschlüsseln. Vielmehr können Ambivalenz und
Polysemie in den Vordergrund treten: die Bilder entwickeln so ein
ästhetisches Eigenleben. Mit dieser Problematik beschäftigt sich
meine 2000 erschienene Marburger Dissertation ?Beziehungsge-
flechte?.
Bilderzählungen ? Kunsthistorische Narrativik
Erzählung als eine der wichtigsten menschlichen Kulturtechniken
manifestiert sich nicht nur in gesprochenen und geschriebenen Tex-
ten, sondern auch in Bildern. Bilderzählungen werden aber immer
noch häufig als einfache Bebilderungen geschriebener Texte bewer-
tet. Dieses Problem stellt sich besonders für das Mittelalter: Mit wel-
cher Variabilität einer begrenzten Anzahl narrativer Sujets ? zumeist
aus Bibel und Hagiographie ? unzählige bildliche Umsetzungen ab-
gewonnen wurden, ist bisher nur unzureichend erforscht. Hier zeigt
sich aber, dass Bilderzählungen eigene Versionen des narrativen
Stoffs entwickeln und individuelle Bedeutungen erzeugen ? mit einer
hochentwickelten Erzähltechnik, die keine Vergleiche zu scheuen
braucht. In diesem Kontext engagiert sich meine 2000 erschienene
Marburger Dissertation ?Beziehungsgeflechte?. Im September 2004
leite ich auf der vom DAAD und der Thyssen-Stiftung geförderten
Internationalen Sommerakademie ?Narrative Sinnbildung? an der
Universität Greifswald ein Seminar ?Wie Bilder erzählen? und halte
dort einen Vortrag zum gleichen Thema.
Methodologie der Kunstgeschichte (Rezeptionsästhetik, Text-Bild-
Forschung, visuelle Metaphern, Semiotik)
Zu verschiedenen zusammenhängenden Schwerpunkten der kunst-
historischen Methodendiskussion habe ich Beiträge geleistet. In ei-
nem Aufsatz über ?Ottonische Bilder und ihre Betrachter? geht es
um eine Anwendung und Weiterentwicklung der von Wolfgang
Kemp in die Kunstgeschichte eingeführte Methode der Rezeptions-
ästhetik. Die Technik der ?visuellen Metapher? ist ein individuelles
künstlerisches Verfahren, das gegenüber dem konventionalisierten
Symbol immer vernachlässigt worden ist. Ihr widmet sich ein Auf-
satz über ?Visuelle Metaphern der Sexualität in der christlichen
Kunst des Mittelalters?. Um Möglichkeiten und Grenzen einer wer-
kimmanenten Analyse und das Problem des Biographismus geht es
in einer Studie über Artemisia Gentileschis Tafelbild ?Susanna und
die Alten? von 1610. Grundsätzlichen Problemen der interdisziplinä-
ren Zusammenarbeit zwischen den Philologien und der Kunstge-
schichte habe ich in einem Vortrag auf der Bamberger Tagung
?Englische Sprachwissenschaft und Mediävistik ? Standpunkte und
Seite 511
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Perspektiven? erörtert, dessen Publikation geplant ist. Dem speziel-
len Aspekt der Text-Bild-Beziehungen wird ein Vortrag auf der von
der Thyssen-Stiftung geförderten Tagung ?Ikonotexte? an der Uni-
versität Leipzig gewidmet sein.
Italienische Kommunen zwischen sakraler und profaner Bildproduk-
tion und ?rezeption 1250-1500
Die Etablierung einer profanen Bildsprache galt gerade für Italien
immer als eines der Paradigmen des Wandels vom Mittelalter zur
Renaissance. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Problem noch
nie systematisch behandelt wurde. Bei dem vorliegenden For-
schungsprojekt handelt es sich um meine entstehende Habilitati-
onsschrift. Ihr Anliegen ist es, die zentrale Rolle der Interaktion
zwischen sakralen und profanen Vorstellungs- und Bildwelten in
ausgewählten italienischen Kommunen des Spätmittelalters und der
Frührenaissance nachzuweisen (Florenz, Siena, Mailand, Verona,
Padua, Venedig). Dabei geht es keineswegs nur um ikonographische
Fragen, sondern um alle Ebenen der Bildproduktion und ?rezeption,
auf der sich die sakrale und profane Sphäre immer stärker ausdiffe-
renzieren und zugleich miteinander vermischen. Die Arbeit wird sich
nach einer methodischen und begrifflichen Klärung zunächst Kon-
texten, Themen und Medien der ?gespaltenen Bildwelten? widmen,
um dann in zahlreichen Fallstudien die Differenzierung zwischen
?öffentlicher? und ?privater? Ebene zu analysieren.
Literatur:
Beziehungsgeflechte. Typologische Kunst des Mittelalters (=Vesti-
gia Bibliae, 22), Bern 2000.
Typologisch strukturierte Heiligenzyklen. Die Adalbertsvita der Gne-
sener Bronzetür, in: G. Kerscher (ed.), Hagiographie und Kunst. Der
Heiligenkult in Schrift, Bild und Architektur, Berlin 1993, S. 357-
368.
?Das Ähnliche sehen? ? Visuelle Metaphern von Sexualität in der
christlichen Kunst des Mittelalters. In: David Ganz/Thomas Lentes
(Hg.), Ästhetik des Unsichtbaren. Bildtheorie und Bildgebrauch in
der Vormoderne, Berlin 2004 (erscheint Oktober 2004).
Auf Augenhöhe ? Ottonische Bilder und ihre Betrachter. In: Achim
Hubel/Bernd Schneidmüller (Hg.), Aufbruch ins zweite Jahrtausend.
Innovation und Kontinuität in der Mitte des Mittelalters (= Mittelal-
ter-Forschungen, Bd. 16), Ostfildern 2004 (erscheint Juli 2004).
Heimliche und unheimliche Botschaften ? Zur Interpretation von Ar-
temisia Gentileschis ?Susanna und die Alten? (1610). In: Jahrbuch
für internationale Germanistik, 18, 2004 (im Druck)
Artikel "Mittelalter, Bildende Kunst", in: Historisches Wörterbuch der
Rhetorik, Bd. 5, Tübingen 2000.
Projektunabhängige Publikationen
1. Büttner, Frank Olaf: Imitatio
0XX pietatis. Motive der christlichen Ikonographie als Modelle der
Verähnlichung. . Berlin : Gebr. Mann, 1983
2. Büttner, Frank Olaf: Das Christusbild auf niedrigster Stilhöhe. Ansichtigkeit und Körpersich-
tigkeit in narrativen Passionsdarstellungen der Jahrzehnte um 1300 . In: Wiener Jahrbuch
für Kunstgeschichte. Bd. 46/47. Wien : -, 1993, S. 99-130.
Seite 512
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Büttner, Frank Olaf: Extreme Züge des Christusbildes in der deutschen Druckgraphik zu Be-
ginn des 16. Jahrhunderts in Deutschland. Die unheroische Situation in Bewegung und
Raum . In: Glaser, S. ; Kluxen, A. (Hrsg.) : Musis et Litteris. Festschrift für Bernhard
Rupprecht zum 65. Geburtstag. München : -, 1993, S. 69-92.
4. Büttner, Frank Olaf: Andachtsbuch und Andachtsbild. Flämische Beispiele einer nichtnarra-
tiven Ikonographie in Psalter, Stundenbuch und Gebetbuch . In: Raman, A. ; Manning, E.
(Hrsg.) : Miscellanea Martin Wittek. Album de codicologie et de paléographie offert a Martin
Wittek. Löwen-Paris : -, 1993, S. 27-63.
5. Mohnhaupt, Bernd: Typologisch strukturierte Heiligenzyklen. Die Adalbertsvita der Gnese-
ner Bronzetür. . In: Kerscher, Gottfried (Hrsg.) : Hagiographie und Kunst. Der Heiligenkult
in Schrift, Bild und Architektur (Hagiographie und Kunst. Der Heiligenkult in Schrift, Bild
und Architektur Marburg 06.-09.10.1992). Berlin : Reimer, 1993, S. 357-368. - ISBN 3-
496-01107-6
6. Büttner, Frank Olaf: Reiecta sindone nudus profugit (Mc 14:52). Das Entweichen unter Zu-
rückhaltung der Hülle. Ikonographische Redaktionen des markinischen Erzählsplitters .
In: Hörsch, M. ; Oy-Marra, Elisabeth (Hrsg.) : Studien zur Kunst in Süddeutschland, Öster-
reich, Tschechien und der der Slowakei. Festschrift für Franz Matsche zum 60. Geburtstag.
Petersberg b. Fulda : Michael Imhof Verlag, 2000, S. 9-25.
7. Mohnhaupt, Bernd: Beziehungsgeflechte. Typologische Kunst des Mittelalters. . Bern : Pe-
ter Lang, 2000 (Beziehungsgeflechte. Typologische Kunst des Mittelalters (= Vestigia Bi-
bliae) Bd. 22) . Zugl.: Marburg, Philipps-Universität Marburg, Diss., 1998. - 201 Seiten.
8. Mohnhaupt, Bernd: Mittelalter. Bildende Kunst . In: Ueding, Gert (Hrsg.) : Historisches
Wörterbuch der Rhetorik. Bd. 5. Tübingen : Niemeyer, 2000, S. XX.
Seite 513
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Kunstgeschichte II, insbesondere für Neue-
re und Neueste Kunstgeschichte
Anschrift: Fleischstraße 2, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2392 Fax.: 0951/863 5392
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Leitender Wissenschaftler: Prof. Dr. Franz Matsche
Prof. Dr. Franz Matsche
Sekretariat: Mitarbeiter: Wissenschaftliche Assistentin (1.6.2004 bis 31.3.2005)
Monika Wollschläger Hanna Strzoda M.A.
Forschungsschwerpunkte
Prof. Dr. Franz Matsche
Architektur und Bildkünste der Neuzeit, vor allem des Barock (Auf-
gaben der Kunst im Dienst der Kirche, der Fürsten und der Volks-
frömmigkeit; Deckenmalerei als Raumausstattung hinsichtlich
Themenwahl und Gestaltungsweise (Illusionismus); Kirchen- und
Wallfahrtsarchitektur (böhmische Ambiten- Anlagen); höfische
Festkultur (Festgerüste, Illuminationen); Heiligenverehrung und
Herrscherkult in den Bildkünsten; die politischen Absichten fürstli-
cher Auftraggeber in Kunstwerken bei den Habsburgern, besonders
Kaiser Leopold I. und Karl VI., den Reichsfürsten, besonders den
Schönborn)
Bildende Kunst und Humanismus (Mythologische Darstellungen von
Lucas Cranach d.Ä. und ihr Zusammenhang mit humanistischen
Vorstellungen, vor allem bei Konrad Celtis)
Körpersprache in der bildenden Kunst (ausgewählte Motive zur vi-
suellen Mitteilung von Affekten und Intentionen bei Personendar-
stellungen und ihrer situativen Charakterisierung; deren Tradierung
in der Regel seit der Antike)
Der Sakralbau in Oberfranken im 19. und 20. Jahrhundert - zusam-
men mit Dr. Betka Matsche-von Wicht (Feldstudien zum Landkir-
chenbau einer Region Bayerns bei zentraler Steuerung durch die
Oberste Baubehörde in München; zum künstlerischen Phänomen
von Zentrum und Peripherie; Stilwahl im historistischen Kirchen-
bau)
Die Malerei im 19. und 20. Jahrhundert (ausgewählte Aspekte der
Themenwahl und der Gestaltungsweise bei Malern des 19. und 20.
Jahrhunderts (Eugène Delacroix, Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirch-
ner)
PROJEKTE
Prof. Dr. Franz Matsche
Hans Reichles Statuenzyklus des Habsburger-Stammbaums in der
fürstbischöflichen Hofburg zu Brixen (1596-1601). Seine Stellung in
der Entwicklung der bildlichen Fürstengenealogie und sein künstle-
rischer Rang. Mit Anhang der zugehörigen erhaltenen 30 Impresen-
Scheiben (Manuskript weitgehend druckfertig)
Bellona und Astraea. Zwei allegorische Huldigungen an die Gemah-
lin Karls VI., Kaiserin Elisabeth Christine, als Kriegs- und Friedens-
Seite 514
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
göttin in Ölskizzen von Johann Michael Rottmayr. Ein Beitrag zur
weiblichen Herrscherikonographie am Wiener Hof im frühen 18.
Jahrhundert (Manuskript weitgehend druckfertig)
Das ursprüngliche Ovalsaal-Projekt für Schloß Pommersfelden und
sein Vorbild. Zur Rolle des Bauherrn im Planungsprozeß der Inven-
tionsgemeinschaft mit dem Architekten (Manuskript weitgehend
druckfertig)
Der Planungsprozeß der Würzburger Residenz bis zur Grundsteinle-
gung 1720 - die Synthese zweier unterschiedlichr Baukonzepte. Zur
"kollektivistischen" Planung (Manuskript weitgehend druckfertig)
Die Darstellung historischer Krönungen in der europäischen Kunst
des Mittelalters und der Neuzeit. Versuch eines Überblicks (Manu-
skript weitgehend druckfertig)
Das Castrum doloris und seine Symbolik (im Druck)
Caesar et Imperium. Die Darstellung des Verhältnisses von Kaiser
und Reich im Deckenfresko von Johann Rudolf Byß im ehemaligen
Reichskanzleisaal in der Wiener Hofburg (Manuskript druckfertig)
Typologie und Historie - Die Konzeption der Deckenfresken Cosmas
Damian Asams in der Benediktinerklosterkirche zu Wahlstatt in
Schlesien (Manuskript in Arbeit)
Der Mainzer Kurfürst und Reichserzkanzler Lothar Franz von Schön-
born huldigt dem Römischen König Joseph I. in einem Deckenbild
seiner neuen Residenz in Bamberg. Mit einem Beitrag zum Typus
der Bildnisapotheose (Manuskript weitgehend druckfertig)
Paul Trogers Rezeption der Wiener Barockmalerei seit seiner Nieder-
lassung in Wien. Zur Synthese des von Troger geprägten "Einheits-
stils" der Wiener Barockmalerei im 18. Jahrhundert (Manuskript in
Arbeit)
Sprechen im Bild: Ingres’ "Tu Marcellus eris" (Manuskript in Arbeit)
Das Symbol des Absolutismus: Die Devise Ludwigs XIV. (Manuskript
in Arbeit)
Der "Leopoldinische Barock". Die Kunst in Österreich unter Kaiser
Leopold I. als Pendant zum Ludovicianischen Barock Ludwigs XIV. in
Frankreich (Manuskript in Arbeit)
Wallfahrtsarchitektur. Die Ambitenanlagen böhmischer Wallfahrts-
stätten und ihre architekturgeschichtliche Wurzel (Manuskript in Ar-
beit)
Joseph Matthias Götz (1696-1760), ein Barockbildhauer des Donau-
gebietes aus Bamberg (Manuskript in Arbeit)
Festilluminationen für die Habsburger in Wien und im Deutschen
Reich. Die Herrschaft der Habsburger in der "Sicht von unten" (Ma-
terialsammlung weitgehend abgeschlossen)
Der Devisengebrauch bei den Habsburgern (laufende Material-
sammlung)
Klassizismus und Historismus im Kirchenbau Oberfrankens. Eine
Fallstudie zur Sakralarchitektur des 19. Jahrhunderts (Manuskript
weitgehend abgeschlossen)
Eugène Delacroix’ "Sardanapal" - eine politische Kritik? (Manuskript
in Arbeit)
Seite 515
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Japonistische Elemente bei Edvard Munch (Manuskript in Arbeit)
Ausgewählte Motive der Körpersprache in der bildenden Kunst (lau-
fende Materialsammlung)
Kolonnadensäle in den verschiedenen Ländern Europas und in un-
terschiedlichen Ausformungen (u.a.: Die Anfänge des Kolonnaden-
und Kaisersaales in Prag im 16. und 17. Jahrhundert / Kolonnaden-
säle in Österreich / Kolonnadensäle in Italien / Kolonnadensäle in
Frankreich) (laufende Materialsammlung)
Mythos und Moderne. Die Rezeption der antiken Mythologie in der
Kunst des 20. Jahrhunderts (Manuskript in Arbeit)
Antikenrezeption auf dem Gebiet des neuzeitlichen Portraits (der
Typus des römischen Epitaphportraits) (laufende Materialsamm-
lung)
Der Architekt Fritz Fuchsenberger (laufende Materialsammlung)
Zur Baukunst Christoph Dientzenhofers. Die Schloßkirche in Smirice
und deren Stellung in der Gruppe der kurvierten Kirchenbauten des
böhmischen Barock (Manuskript in Arbeit)
Der Illusionismus in der Barockarchitektur und speziell bei Christoph
Dientzenhofer (Manuskript in Arbeit)
Die Kirche St. Niklas auf der Kleinseite in Prag von Christoph Dient-
zenhofer und die Klosterkirche in Banz von Johann Dientzenhofer
(Manuskript in Arbeit)
Forschungsschwerpunkte
Hanna Strzoda M.A.
Ernst Ludwig Kirchner und die Künstlergemeinschaft „Brücke"
Der Einfluß außereuropäischer Kulturen auf die Kunst der Klassi-
schen Moderne (indische Ajanta, Palau, Neuseeland, Indonesien,
Japan, Ägypten, Kamerun, Nigeria, Benin, nordamerikanische und
brasilianische Indianerstämme, frühe ethnographische Literatur
(um 1900) als Quelle für den „Primitivismus" des Deutschen Expres-
sionismus)
Expressionistische Druckgraphik
Lebensreformistische Ansätze in der Kunst um 1900
Künstlerateliers
Wechselwirkungen zwischen „freier" und „angewandter" Kunst im
frühen 20. Jahrhundert
Laufende und beendete Projekte
Hanna Strzoda M.A.
div. Katalogtexte zu Atelierbildern Ernst Ludwig Kirchners in: Die
Brücke" in Dresden 1905-1911. Hg. v. Birgit Dalbajewa und Ulrich
Bischoff. Ausstellungskatalog Galerie Neue Meister Dresden, Staat-
liche Kunstsammlungen Dresden. Dresden 2001. S. 36-37, 95, 100,
189, 195, 199, 200-205.
div. Katalogtexte in: »In Momenten größten Rausches«. Ernst Lud-
wig Kirchner. Zeichnungen, Druckgraphik. Der Bestand der Graphi-
schen Sammlungen der Staatlichen Museen Kassel. Hg. v. Michael
Eisenhauer. Ausstellungskatalog Staatliche Museen Kassel. Wolf-
ratshausen 2002. S. 48-49, 76-77, 142-147.
Seite 516
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
div. Katalogtexte zur deutschen Graphik der Moderne in: Ein Blick in
die Sammlung. Das Kupferstichkabinett der Kunstsammlungen der
Veste Coburg. Hundert ausgewählte Werke. Hg. v. Christiane Wie-
bel/Kristin Wiedau. Schweinfurt 2002. S. 118-137.
Rezension: Wolfgang Henze: Die Plastik Ernst Ludwig Kirchners.
Monographie mit Werkverzeichnis. Wichtrach/Bern 2002. In: Jour-
nal für Kunstgeschichte, 7. Jg., Heft 2, 2003, S. 156-159.
Skizzen aus dem Indianerleben - Ein Beispiel für Ernst Ludwig Kirch-
ners Auseinandersetzung mit außereuropäischer Kunst. In: Baes-
sler-Archiv. Beiträge zur Völkerkunde, Bd. 50, 2002. S. 87 104.
Kirchners Ateliers in Dresden und Berlin. Mit Ausblick auf die
Schweizer Jahre. In: Ernst Ludwig Kirchner. „Erstes Sehen". Das
Werk im Berliner Kupferstichkabinett. Hg. v. Anita Beloubek-Ham-
mer. Ausstellungskatalog Kupferstichkabinett Berlin. München/Lon-
don/Berlin/New York 2004. S. 26-31.
Ernst Ludwig Kirchners Spiegelrahmen - Ein Beispiel für die Ausein-
andersetzung des Künstlers mit der frühen ethnographischen Lite-
ratur. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Nürnberg
2004. (im Druck)
Primitivismus im Privaten Raum - Ernst Ludwig Kirchners erstes Ate-
lier in Dresden. In: Magazin V. Kirchner Museum Davos. (Veröffent-
lichung geplant für Winter 2004/5.)
Die Ateliers Ernst Ludwig Kirchners. Eine Studie zur Rezeption „pri-
mitiver" europäischer und außereuropäischer Kulturen. [Diss.].
(Veröffentlichung geplant für Frühjahr 2005)
Die Brücke-Ateliers in Dresden und Berlin. In: Ausstellungskatalog
zur Jubiläumsausstellung der Brücke im Brücke-Museum und Kup-
ferstichkabinett Berlin. (Veröffentlichung geplant für Frühjahr 2005)
Die „Feinhals-Textilien" Ernst Ludwig Kirchners für die Kölner Werk-
bundausstellung 1914. (Manuskript in Arbeit)
Seite 517
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bereich Volkskunde/Europäische Ethnologie
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-0
Lehrstuhl für Volkskunde/ Europäische Ethnologie
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: (0951) 863-2329 Fax.: (0951) 863-2330
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Bärbel Kerkhoff-
Hader
wiss. Mitarbeiter:
Dr. phil. Peter Hörz, M.A.
Dr. Marina Scheinost
Forschungsschwerpunkte
Regionale Kultur
• Museologie
• Handwerk
• Sachzeugnisse
• Bildkultur
• Mediale Vermittlung
Kooperationsbeziehungen
Kooperationsbeziehungen bestehen zur Zeit mit:
• Verwaltung der Nichtstaatlichen Museen, München
• Landeskunde / Universität Trier
• Bayerische Denkmalpflege / Außenstelle Schwaben,
• Hochschule Bremen
• Keramikmuseum Frechen
Wissenschaftliche Tagungen
32. Internationales Hafnerei-Symposion des Arbeitskreises für Ke-
ramikforschung
Veröffentlichungsreihen
Bamberger Beiträge zur Volkskunde
Seite 518
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Bildquellen textiler Arbeit
Projektleitung: EDV-gestützte Dokumentation von Bildwerken zur textilen Arbeit
Prof. Dr. Bärbel Kerkhoff- (Material, Technik, Sozialform)
Hader
Stichwörter:
Bildquellen; Textilgewerbe
Beginn: 1.1.1990
Förderer:
In der Anfangsphase DFG-
Mittel, danach Eigenfinan-
zierung
Kontakt:
Prof. Dr. Bärbel Kerkhoff-
Hader
Tel.: 0951/863 2328, E-
Mail: [Link]-ha-
der@[Link]-bam-
[Link]
Geschichte der Töpferscheiben in Europa
Projektleitung: Im Mittelpunkt dieses Projektes steht die Geschichte der Töpfer-
Prof. Dr. Bärbel Kerkhoff- scheiben in Mitteleuropa nach Aufkommen, Verbreitung und Nut-
Hader zung (a) sowie ihre Konstruktion und Klassifikation (b).
Stichwörter:
Töpferscheiben, Drehge-
räte, Drehmaschinen, Me-
chanisierung,
Motorisierung
Beginn: 1.1.1990
Förderer:
Eigenmittel
Mitwirkende Institutio-
nen:
Interdisziplinärer Arbeits-
kreis (Volkskunde, Ar-
chäologie, Technologie)
Kontakt:
Prof. Dr. Bärbel Kerkhoff-
Hader
Tel.: 0951/863 2328, E-
Mail: [Link]-ha-
der@[Link]-bam-
[Link]
Kartographische Darstellung des Töpfergewerbes im Rheinland nach 1600
Projektleitung: Die kartographische Darstellung erfolgt nach Gattungen (Steinzeug,
Prof. Dr. Bärbel Kerkhoff- Irdenware, Fayence, Porzellan) in mehreren Zeitschnitten seit der
Hader frühen Neuzeit.
Stichwörter:
Töpfergewerbe
Laufzeit: 1.1.2000 -
1.1.2005
Förderer:
Die Drittmittelfinanzierung
liegt bei der Universität
Trier
Seite 519
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Religiöse Male (Bildbaum, Bildstock, Wegkapelle) in der Stadt- und im Landkreis
Bamberg. Qualitativ-serielle Auswertung aufgrund digitaler Bild- und Textinven-
tarisierung.
Projektleitung: Die Erfassung des Bestandes an religiösen Malen (Bildbaum, Bild-
Prof. Dr. Bärbel Kerkhoff- stock, Wegkapelle) in der Stadt- und im Landkreis Bamberg ist ver-
Hader knüpft mit der Erarbeitung einer beispielhaften Bild- und
Beteiligte:
N.N. Textdatenbank, d. h. eines digitalen Sachinventars mit anschließen-
Schäfer, Annette der qualitativ-serieller Auswertung hinsichtlich
Stichwörter: • Form
Religiöse Mal; Bildbaum;
Bildstock; Wegkapelle; Di- • Funktion
gitale Bilddatenbank; • Bedeutung
Beginn: 1.1.1996
Förderer:
Interne Forschungsförde-
rung der Universität Bam-
berg, Landkreis Bamberg,
Verband für Ländliche Ent-
wicklung Bamberg; Baye-
risches Staatsministerium
für Wissenschaft, For-
schung und Kunst, Mün-
chen.
Seite 520
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsstelle "Landjudentum"
Anschrift: Weidendamm 60, 96047 Bamberg
Tel.: 0951/863 2331, 2411 Fax.: 0951/863 1245
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Forschungsstelle besteht seit 1985 und war Voraussetzung, um
Prof. em. Dr. Klaus Guth Archiv- und Feldforschung zu betreiben. Schwerpunkt der Forschun-
Projektmitarbeit: gen waren Dokumentation und Darstellung der Geschichte des
Svenja Droste
Franz Fichtl Landjudentums des 18. bis 20. Jahrhunderts in Franken. Das
Dr. Eva Groiss-Lau, i.R. schließt Vergleiche mit anderen deutschen Regionen nicht aus. Die
Barbara Spies, M.A. unterschiedlichen Projekte wurden von der Universität Bamberg,
wiederholt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der
VW-Stiftung finanziert.
Forschungsschwerpunkte
Regionale jüdische Kultur: Synagogale Architektur • Friedhofsanla-
gen • Realien im Haus • Auswanderung im 19. Jahrhundert nach
Übersee • Hausbesitz in Posen im 19./20. Jahrhundert • Historische
Landeskunde
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Spezialbibliothek zum Judentum und zu seinem historischen Umfeld
unter der Signatur UB Bamberg 592/
Kooperationsbeziehungen
Prof. Dr. Friedrich Battenberg, Darmstadt • Prof. Dr. Arno Herzig,
Hamburg • Prof. Dr. Aliza Cohen-Mushlin, Jerusalem • Prof. Dr.
Manfred Schuller, Bamberg
Veröffentlichungsreihen
Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur, hg. von
Klaus Guth, 1988 bis 2004.
Projektunabhängige Publikationen
1. Guth, Klaus: Louis Mark - Konsul der Vereinigten Staaten von Nordamerika für das König-
0XX
reich Bayern (1844). Bayerisch-amerikanische Wirtschafts- und Kulturkontakte in der er-
sten Hälfte des 19. Jahrhunderts . In: Berichte des Historischen Vereins Bamberg 116
(1980), S. 191-208
2. Guth, Klaus: Alltag und Fest. Aspekte und Probelme gegenwärtiger Festkulturforschung .
In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 81 (1985), S. 59-78
3. Guth, Klaus: Landjudentum in Franken. Lebensform einer Minderheit im 18. Jahrhundert .
In: Archiv für Geschichte von Oberfranken 65 (1985), S. 363-378
4. Guth, Klaus (Hrsg.): Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800-1942). Ein historisch-
topographisches Handbuch . Bamberg : Bayer. Verl.-Anst., 1988 (Landjudentum in Ober-
franken. Geschichte und Volkskultur Bd. 1)
5. Guth, Klaus: Wanderungsbewegungen in und aus Franken im 19. Jahrhundert .
In: Jahrbuch für fränkische Landesforschung. Bd. 49. Kallmünz : Lassleben, 1989, S. 109-
133.
Seite 521
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
6. Guth, Klaus: Jüdische Religionsschulen auf dem Land 1804-1870 . In: Ortner, A. ; Ortner,
J. (Hrsg.) : Grundschulpädagogik. Wissenschaftorientierende Beiträge. Donauwörth : Auer,
1990, S. 284-291.
7. Guth, Klaus: Jüdisches Schulwesen auf dem Land. Religions-, Elementar- und Feiertags-
schulen in Franken (1804-1870) . In: Archiv für Geschichte von Oberfranken 70 (1990),
S. 231-249
8. Guth, Klaus: Erinnern, Erzählen, Vergessen. Über den Umgang mit Erinnerungen an den
jüdischen Alltag auf dem Land während des Dritten Reiches . In: Bönisch-Brednich, B.
(Hrsg.) : Vorträge des 27. Deutschen Volkskunde-Kongresses Göttingen 1989. Göttingen :
Univ., 1991, S. 305-321.
9. Guth, Klaus: Alltagsleben auf dem Land. Zum Zusammenleben von Juden und Christen am
Ausgang der Weimarer Republik . In: Vorarlberger Landesarchiv Dornbirn (Hrsg.) : For-
schungen zur Geschichte Vorarlbergs. Bd. 11. Dornbirn : x, 1992, S. 190-196.
10. Guth, Klaus: Jüdisches Leben auf dem Land. Erinnerungen und Zeugnisse aus Franken im
19./20. Jahrhundert . In: Archiv für Geschichte von Oberfranken 72 (1992), S. 483-502
11. Guth, Klaus: Erinnerungen auf dem Dorf an die Feier von Sabbat und Hochzeit in jüdischen
Landgemeinden Frankens . In: Frankenland. Zeitschrift für fränkische Landeskunde und
Kulturpflege 45 (1993), S. 259-269
12. Guth, Klaus: Daily life in the country. The coexistence of Jews and Christians at the end of
the Weimar Republic . In: History of European Ideas 18 (1994), S. 25-31
13. Guth, Klaus (Hrsg.) ; Groiss-Lau, Eva: Jüdisches Kulturgut auf dem Land. Synagogen, Rea-
lien und Tauchbäder in Oberfranken . München/Berlin : Deutscher Kunstverlag, 1995
(Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur Bd. 2)
14. Roth, Elisabeth (Hrsg.) ; Guth, Klaus: Kultur als Lebensform. Volkskultur an der Grenze .
St. Ottilien : EOS Verlag, 1995 (Kultur als Lebensform. Aufsätze und Vorträge Bd. 1)
15. Roth, Elisabeth (Hrsg.) ; Guth, Klaus: Kultur als Lebensform. Kontinuität und Wandel . St.
Ottilien : EOS Verlag, 1997 (Kultur als Lebensform. Aufsätze und Vorträge Bd. 2)
16. Guth, Klaus: Wallfahrten im Christentum. Zur Kulturgeschichte, Phänomenologie und
Theologie eines religiösen Brauchs . In: Roth, Elisabeth (Hrsg.) : Kultur als Lebensform.
Bd. 2. St. Ottilien : EOS, 1997, S. 281-289.
17. Guth, Klaus ; Groiss-Lau, Eva (Hrsg.): Jüdisches Leben auf dem Dorf. Annäherungen an die
verlorene Heimat Franken . Petersberg : Michael Imhof Verlag, 1999 (Landjudentum in
Oberfranken. Geschichte und Volkskultur Bd. 3)
18. Guth, Klaus: Religionsgespräche im Mittelalter. Peter Abaelards Dialogus . In: Freiburger
Zeitschrift für Philosophie und Theologie 50 (2003), Nr. 117, S. 136-149
19. Guth, Klaus (Hrsg.): Deutsche - Juden - Polen zwischen Aufklärung und Drittem Reich .
Petersberg : Michael Imhof Verlag, 2004 (Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und
Volkskultur Bd. 4)
Seite 522
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Institut für Geographie
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: 0951-863 2316 Fax.: 0951-863 2317
E-Mail: [Link]@[Link]
Lehrstuhl für Geographie I (Kulturgeographie mit Schwer-
punkten im Bereich der Sozial-, Bevölkerungs- und Wirt-
schaftsgeographie)
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2316 Fax.: 0951/863 5316 oder 0951/863 2317
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Boris Braun
wiss. Mitarbeiter:
Dipl.-Geogr. Alexander
Bloechl
Dr. Daniel Göler
Dr. Anke Schüttemeyer
Priv.-Doz. Dr. phil. Harald
Standl
Dipl.-Geogr. Mark Star-
manns
Kartographie:
Herbert Sohmer
Heinrich Steffgen-Belz
Sekretariat:
Monika Stöcker
Forschungsschwerpunkte
Thematische Forschungsschwerpunkte:
• Wirtschaftsgeographie
• Bevölkerungsgeographie
• Stadtgeographie
• Ländlicher Raum
• Regionale Transformationsforschung
• Umwelt- und Ressourcenmanagement
• Naturrisiken
Regionale Forschungsschwerpunkte:
• Deutschland
• Westeuropa
• Baltikum
• Albanien
• Russische Föderation
• Türkei
• Nordafrika
• Australien
• Süd- und Ostasien
Seite 523
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kooperationsbeziehungen
• University of Technology Sydney, Faculty of Design, Architecture and
Building, Australia
• Hosei University, Faculty of Social Sciencies, Faculty of Economics,
Tokyo, Japan
• Rajshahi University, Department of Geography an Environmental
Studies, Bangladesh
• Staatl. Universität Jakutsk, Russische Föderation
• Universität Lettlands, Fakultät für Geographie, Riga
• Universität Vilnius, Lehrstuhl für Regionale Geographie, Litauen
• Institut für Ökologie, Tallinn, Estland
• Middle East Technical University, Department of Urban and Regional
Planning, Ankara, Turkey
• Universität Tirana, Departement für Geographie, Albanien
• Albanische Akademie der Wissenschaften, Tirana
• Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig
• Geographisches Institut der Universität Bonn
Veröffentlichungsreihen
Bamberger Geographische Schriften
Forschungsprojekte
Fortschritt oder Rückentwicklung? Disparitäten in der jüngeren und zukünftigen
Regionalentwicklung im ‘Hohen Norden’ Sibiriens
Projektleitung: Die Auflösung der Sowjetunion hatte in den Nachfolgestaaten sozio-
Dr. Daniel Göler ökonomische Umwälzungen zur Folge, die in den meisten Fällen Re-
Beginn: 1.1.2000 sultate eines nur wenig strukturierten Transformationsprozesses
Förderer:
Forschungförderung der sind. Innerhalb der Russischen Föderation haben sich enorme Dis-
Universität Bamberg; paritäten aufgetan, und zwar in ökonomischer, in gesellschaftlich-
Eigenmittel sozialer und in regionaler Hinsicht.
Im Zug der resultierenden räumlichen Disparitäten zeichnen sich an
der Peripherie eine Reihe bedenklicher und zugleich faszinierender
Erscheinungen ab: Im Hohen Norden Sibiriens z.B. ist die Existenz-
sicherung in den 90er Jahren zunehmend durch einen Neo-Traditio-
nalismus charakterisiert, dessen langfristige Tragfähigkeit zu
bezweifeln ist. Die Migrationsmuster der Sowjetzeit werden umge-
kehrt, was bis hin zur Auflösung gegenwärtiger Siedlungsstrukturen
führt. Es deuten sich neue räumliche Muster mit punktueller städti-
scher Restrukturierung und flächenhaftem Rückzug aus peripheren
Räumen an.
Hinsichtlich einer Bewertung der Prozesse stellt sich die Frage, in-
wieweit es sich bei den genannten Tendenzen im Hohen Norden Si-
biriens um einen echten gesellschaftlichen Fortschritt oder aber um
eine Rückbesinnung auf tradierte (Über-) Lebensstrategien handelt.
Seite 524
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Gentrification in Vilnius (Litauen)
Projektleitung: Auf der Basis eines sozialgeographischen Geländepraktikums, das
Priv.-Doz. Dr. phil. Harald unter Leitung der Bearbeiter im Ju-li/August 2003 mit Geographie-
Standl stundenten der Universität Vilnius durchgeführt wurde, konnten ca.
Beteiligte:
Dr. Krupickaite, Dovile 260 Haushalte in zwei Gebieten des historischen Stadtkerns befragt
Stichwörter: werden, wobei der Untersuchungs-schwerpunkt in der mittelalterli-
Stadtsoziologie; Gentrifi- chen Vorstadt Uzupis lag. Die Fragen richteten sich v.a. auf die Le-
cation; Vilnius bensbedingungen der Einwohner sowie auf den sozio-ökonomischen
Beginn: 1.3.2003
Wandel der seit 1991 eintrat, dem Jahr als Litauen seine politische
Förderer:
Eigenmittel Unabhängigkeit von der ehemaligen Sowjetunion erringen konnte
Mitwirkende Institutio- und die Marktwirtschaft eingeführt wurde. Des weiteren wurde der
nen: Einfluss des "Vilnius Old Town Revita-lisation Program" auf die Er-
Universität Vilnius folge bei der Renovierung des Gebäudebestands analysiert. Beim
Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. phil. Harald
Vergleich des Aufwertungsprozesses in Uzupis mit denjenigen Er-
Standl kenntnissen zur Gentrification, die man aus an-deren mittel- und
Tel.: 0951/863-2314, westeuropäischen Städten bislang gewonnen hat, ergeben sich so-
Fax: 0951/863-2317, E- wohl zahlreiche Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede zu den
Mail: [Link]@ggeo. hier vorgefundenen Determinanten und Mustern des Wandels. Die
[Link]
Ergebnisse der Studie befinden sich in Druckvorbereitung für das
englischsprachige IGU-Sonderheft der Zeitschrift „Europa Regional"
(Leipzig).
Interkulturelles Risikomanagement gesellschaftlicher Ansprüche in transnatio-
nalen Netzwerken
Projektleitung: Hintergrund des Projekts ist die Tatsache, dass kleine und mittlere
Prof. Dr. Boris Braun Unternehmen (KMU) zunehmend Geschäftschancen in Entwick-
Beteiligte: lungs- und Schwellenländern nutzen können, jedoch durch hohe Ge-
Dipl.-Geogr. Mark Star-
manns schäftsrisiken häufig abgeschreckt werden. Risiken für KMU
Stichwörter: entstehen aufgrund der interkulturellen Situation im Ausland, aber
Risikomanagement; Sta- auch durch gesellschaftliche Anspruchsgruppen (Stakeholder), die
keholder; Netzwerke; Zi- über transnationale Netzwerke zunehmend Druck gegen Unterneh-
vilgesellschaft; KMU;
men aufbauen. Ein dialogorientiertes interkulturelles Risikomanage-
Indien; Bangladesch
Beginn: 1.10.2003 ment gesellschaftlicher Anspruchsgruppen in transnationalen
Förderer: Netzwerken kann diese Geschäftsrisiken reduzieren. Damit ein in-
Forschungsförderung der terkulturelles Risikomanagement erfolgreich ist, müssen jedoch die
Universität Bamberg transnationalen Vernetzungen zwischen Unternehmen und Stake-
Kontakt:
Dipl.-Geogr. Mark Star-
holdern sowie zwischen Stakeholdern untereinander besser ver-
manns standen werden. Das Projekt betrachtet diese Vernetzungen
Tel.: 0951/863 2311, akteurs- und netzwerkorientiert und verwendet einen Methodenmix
Fax: 0951/863 2317, E- von qualitativen, halbstandardisierten Interviews, postalischen Be-
Mail: [Link]@gg fragungen und Fallstudien. Empirische Erhebungen werden biper-
[Link]
spektivisch sowohl in Deutschland als auch in Indien und
Bangladesch stattfinden.
Seite 525
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
InterRISK Assess (Ökonomische Bewertung von Naturrisiken aus kollektiver und
individueller Perspektive)
Projektleitung: Angesichts zunehmender Schadensummen ist die Analyse und Be-
Prof. Dr. Boris Braun wertung von Naturrisiken in den letzten Jahren weltweit ein zuneh-
Beteiligte: mend wichtigeres Thema geworden. Dies gilt nicht nur für die
Dipl.-Geogr. Alexander
Bloechl Wissenschaft, sondern auch für die Politik, die Raumplanung, den
InterRISK-Projektverbund Katastrophenschutz oder die Versicherungswirtschaft. Ein umfas-
Stichwörter: sendes Risikomanagement, das neben der unmittelbaren Nothilfe
Naturgefahren und Ha- bereits frühzeitig auf Vorsorge und Risikoverminderung setzt, wird
zard-Forschung; Wirt-
heute als unabdingbar angesehen. Das Projektpaket InterRISK, in
schaftsgeographie
Laufzeit: 1.10.2003 - welches das Teilprojekt InterRISK Assess eingebunden ist, verfolgt
30.9.2005 das Ziel, für ein ausgewähltes Gebiet (Schwäbische Alb) und eine
Förderer: ausgewählte Prozessgruppe (Hangrutschungen) eine möglichst um-
Deutsche Forschungsge- fassende Naturrisikobetrachtung aus verschiedenen Wissenschafts-
meinschaft
Mitwirkende Institutio-
perspektiven durchzuführen. InterRISK Assess konzentriert sich in
nen: diesem Zusammenhang auf die ökonomische Risikoanalyse und -
Geographisches Institut bewertung. Dabei sollen regionale Schadenpotenziale erfasst, kol-
Universität Bonn lektive und individuelle Muster der Risikobewertung erforscht und
Kontakt: Handlungsempfehlungen für ein pro-aktives Risikomanagement ab-
Dipl.-Geogr. Alexander
Bloechl geleitet werden. Neben einer regionalen Risikoanalyse werden hier-
Tel.: 0951/863 2313, zu umfangreiche Befragungen mit relevanten Akteursgruppen
Fax: 0951/863 2317, E- (Experten in Politik und Verwaltung, Privathaushalte, Unternehmen,
Mail: [Link]@g Grundeigentümer usw.) durchgeführt. Die Ergebnisse des For-
[Link] schungsprojekts sollen in Zukunft einen informierteren, effiziente-
ren und nachhaltigeren Umgang mit Naturpotenzialen und -risiken
ermöglichen sowie einen Beitrag zur methodischen Weiterentwick-
lung der Risikoforschung liefern.
Ökologischer Umbau der deutschen Industrie (Teilprojekt Nationalatlas der Bun-
desrepublik Deutschland)
Projektleitung: Um die Umweltbelastung zu reduzieren, hat die deutsche Industrie
Prof. Dr. Boris Braun erhebliche finanzielle, organisatorische und technologische Anstren-
Beginn: 1.1.2001 gungen zum Schutz der natürlichen Umwelt unternommen. Das Pro-
Förderer:
IfL Leipzig jekt arbeitet Daten zu gewerblichen Umweltschutzinvestitionen und
zur Beteiligung von Unternehmen am EMAS-System statistisch und
kartographisch auf
Regionalmanagement in Europäischen Entleerungsräumen
Projektleitung: Räumliche Entleerungsprozesse sind ein wesentliches Element der
Dr. Daniel Göler jüngeren Regionalentwicklung in Europa. Das Problem degressiver
Beginn: 1.6.2004 räumlicher Entwicklung ist mit den gängigen Ansätzen regionaler
Förderer:
DAAD Polarisationstheorien nicht zu greifen, denn „Schrumpfung" ist so-
Kontakt: wohl in städtischen Agglomerationen als auch in ländlich-peripheren
Dr. Daniel Göler Gebieten zu beobachten. Es läßt sich auch nicht auf einzelne Natio-
Tel.: 0951/863 2410, nen oder bestimmte Ländertypen begrenzen, denn Entleerungsräu-
Fax: 0951/863 2317, E-
me finden sich sowohl in den Industriestaaten Mittel- und West-
Mail: [Link]@ggeo.
[Link] europas als auch in Transformationsgesellschaften Ostmittel- und
Südosteuropas. Regionales Marketing und Managment sind wichtige
Instrumente der bundesdeutschen Raumordnung und Landespla-
nung, um den spezifischen Problemen strukturschwacher Regionen
zu begegnen. Zahlreiche Regionalinitiativen, Marketingverbände
Seite 526
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und Regionalmanager wirken damit auf die Aktivierung endogener
Potentiale hin. Die Erfolge sind fallweise sehr unterschiedlich zu be-
werten und stellen sicherlich kein universal einsetzbares Allheilmit-
tel der Regionalförderung dar. Genau an diesem Punkt setzt das
Projekt an: Welche Instrumente scheinen sich zu bewähren, welche
Ideen sind ggf. auch in Albanien durchsetzbar, wie kann die Vision
einer auf sogenannten „weichen" Maßnahmen beruhenden Regio-
nalförderung dort aussehen? Ziel des beantragten Projektes ist es,
die spezifischen Rahmenbedingungen, die regionalen bzw. lokalen
raumstrukturellen Auswirkungen sowie die jeweiligen Handlungsan-
sätze am Beispiel der „Entleerungsräume" Norbayern und Nordalba-
nien vergleichenden Untersuchungen zu unterziehen. Die notwen-
digen Geländeerhebungen werden in zwei Projektphasen mit geeig-
neten sozialwissenschaftlichen Methoden erhoben. Da aus amtli-
chen Datenbeständen nur bedingt verwertbare Ergebnisse zu
erwarten sind, fokussieren die auf eine Potentialanalsye gerichteten
Erhebung stark auf die kommunale Ebene (Bürgermeister und an-
dere opinion leaders als Ansprechpartner) sowie auf Bewohnerinter-
views. Alle Geländeerhebungen werden von Kleingruppen mit
albanischen und deutschen Teilnehmern durchgeführt.
Siedlungsentwicklung im peripheren ländlichen Raum Oberfrankens
Projektleitung: Im nordöstlichen Teil des bayerischen Regierungsbezirks Oberfran-
Priv.-Doz. Dr. phil. Harald ken findet seit der deutschen Wie-dervereinigung und dem Auslau-
Standl fen der Zonenrandförderung ein ausgeprägter Strukturwandel statt,
Beteiligte:
Dipl.-Geogr. Kiefert, Chri- der sich unter anderem in Form einer ausgeprägten Bevölkerungs-
stian schrumpfung, einer drastischen demogra-phischen Alterung und
Stichwörter: dem vermehrten Auftreten von Wohnungsleerständen äußert. Spä-
Siedlungsgeographie, Be- testens seit Ende der 1990er Jahre hat diese Entwicklung die Region
völkerungsentwicklung,
quasi flächendeckend erfasst.
Ländlicher Raum,
Schrumpfung Besonders die zwei im Landkreis Wunsiedel (Fichtelgebirge) gelege-
Beginn: 1.4.2001 nen Kleinstädte Selb (17.500 Ein-wohner) und Hohenberg an der
Förderer:
Eigenmittel
Eger (1.800 Einwohner) haben unter den Auswirkungen des Struk-
Kontakt: tur-wandels zu leiden. Beide Städte waren zentrale Standorte der
Priv.-Doz. Dr. phil. Harald mittlerweile fast zur Gänze zusammenge-brochenen Porzellanindu-
Standl strie, Selb wurde in der Vergangenheit sogar der Beiname „Porzel-
Tel.: 0951/863-2314, lanhaupt-stadt" verliehen. Allerdings ist es an beiden Orten bereits
Fax: 0951/863-2317, E-
Mail: [Link]@ggeo. in den letzten Jahrzehnten zu empfindlichen Bevölkerungsverlusten
[Link] gekommen. So hat die Große Kreisstadt Selb in den letzten 30 Jah-
ren etwa ein Viertel ihrer Einwohner verloren, seit Mitte der 1990er
Jahre hat sich der Bevölkerungsverlust noch beschleunigt. Da sich
bis heute kaum Kompensationspotentiale für den massenhaften
Verlust von Ar-beitsplätzen im produzierenden Gewerbe ergeben
haben, hat überdies eine unverhältnismäßig starke Abwanderung
jüngerer, erwerbsfähiger Jahrgänge stattgefunden. Dies hat einen
entscheidenden Beitrag zur ausgeprägten demographischen Alte-
rung der ansässigen Bevölkerung geleistet.
Aufgrund einer gleichzeitigen Ausweitung des Wohnungsangebots
ist es in Selb seit der Jahrtausend-wende zu einer massiven Zunah-
me des Leerstands von Wohnraum gekommen. Derzeit stehen ca.
neun bis zehn Prozent aller Selber Wohnungen leer. Davon betroffen
sind in erster Linie die peripheren Standorte des sozialen Woh-
Seite 527
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
nungsbaus, aber auch die dichtbebauten zentralen Stadtquartiere
weisen überdurchschnittlich hohe Leerstandsquoten auf. Im ländlich
geprägten Hohenberg a.d.E. ist eine gleichartige Problematik v.a.
im historischen Ortskern sowie im Bereich einer Durchgangsstraße
zu verorten. Sehr alte, vernachlässigte Bausubstanz und E-missi-
onsbelastungen durch den Schwerlasttransitverkehr mit der Tsche-
chischen Republik sorgen in den genannten Bereichen für eine
Konzentration von Leerständen.
Auch in Zukunft ist nicht mit einer Verbesserung der Situation zu
rechnen. Im Gegenteil: In Selb ist für den Zeitraum der nächsten 20
Jahre sogar zu befürchten, dass sich der Anteil der leerstehenden
Woh-nungen auf fast ein Viertel des Gesamtbestandes ausweiten
wird. Schlimmstenfalls wird im Jahr 2023 außerdem fast jeder zwei-
te Einwohner von Selb ein Alter von 60 oder mehr Jahren erreicht
haben.
Die genannten Aspekte zeigen, dass - zwar noch regional begrenzt
- derzeit empfindliche Veränderun-gen in Bevölkerungsstruktur und
-entwicklung vor sich gehen, die schon heute tiefgreifende Auswir-
kungen auf die Siedlungsentwicklung haben, in der Zukunft jedoch
umwälzenden Charakter annehmen könnten. Die Folgen für die
Siedlungsstruktur im peripheren ländlichen Raum, aber auch für das
ge-samte Siedlungssystem sind in der Gänze noch nicht abzusehen.
Mit umso mehr Nachdruck sollte ein Durchbrechen der Abwärtsspi-
rale betrieben werden, um den betroffenen Regionen die Lebensfä-
higkeit auch in Zukunft zu erhalten.
Sämtliche Daten wurden im Rahmen eines Projektseminars (Gelän-
depraktikum für Fortgeschrittene) in Hohenberg / Eger bzw. einer
Diplomarbeit zu Selb (Dipl.-Geogr. Hans-Christian Kiefert) zwischen
2001 und 2003 erhoben. Weitere Feldstudien werden in Kürze fol-
gen.
Erste Publikationen zur Thematik befinden sich derzeit in Druckvor-
bereitung.
Projektunabhängige Publikationen
1. Braun, Boris ; Schulz, C.
0XX; Soyez, D.: Konzepte und Leitthemen einer ökologischen Moder-
nisierung der Wirtschaftsgeographie . In: Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie 47 (2003),
Nr. 3-4, S. 231-248
2. Braun, Boris: Stadtpolitik durch Großereignisse. Das Beispiel der Olympischen Spiele von
Sydney . In: Bremer Geographische Blätter 3 (2003), S. 21-34.
3. Braun, Boris: Unternehmen zwischen ökologischen und ökonomischen Zielen. Konzepte,
Akteure und Chancen des industriellen Umweltmanagements aus wirtschaftsgeographi-
scher Sicht. . Münster, Hamburg, London : LIT-Verlag, 2003 (Wirtschaftsgeographie
Bd. 25)
4. Göler, Daniel: Raumstruktureller Wandel im sibirisch-fernöstlichen Norden. Regionale Frag-
mentierung der nördlichen Peripherie Russlands. . In: Geographische Rundschau 55
(2003), Nr. 12, S. 26-33.
5. Standl, Harald: Die Integration der baltischen Staaten in den internationalen Tourismus-
markt: Potentiale - Strukturen - Perspektiven. . In: Becker, Chr. ; Hopfinger, H. ; Steinek-
ke, A. (Hrsg.) : Geographie der Freizeit und des Tourismus. Bilanz und Ausblick.. München :
Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2003, S. 592-603..
Seite 528
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
6. Standl, Harald: Byzanz - Konstantinopel - Istanbul. Struktur- und Funktionswandel einer
Weltstadt am Schnittpunkt zwischen Orient und Okzident . In: Zur Debatte. Themen der
Katholischen Akademie in Bayern 35 (2003), Nr. 1, S. 16-17
7. Standl, Harald: Tourismus in Entwicklungsländern unter dem Einfluss politischer Konflikte
- das Beispiel Ägypten . In: BECKER, Chr. ; HOPFINGER, H. ; STEINECKE, A. (Hrsg.) : Geo-
graphie der Freizeit und des Tourismus. Bilanz und Ausblick. München : Oldenbourg Wis-
senschaftsverlag, 2003, S. 641-651.
8. Standl, Harald: Trinkwasser für die Megacity Istanbul. Probleme und Lösungsstrategien .
In: Geographische Rundschau 55 (2003), Nr. 4, S. 10-16
9. Standl, Harald: Vilnius’ Long Way in Forming a Modern City-Centre. . In: Geografija / Geo-
graphy. Vilnius: Lithuanian Academy of Sciences, 39 (2003), Nr. 1, S. 46-54.
10. Braun, Boris: Umweltmanagement in der Wirtschaft. Rahmenbedingungen, Diffusionspro-
zesse und Erfolgsfaktoren auf globaler und regionaler Ebene . In: Petermanns Geographi-
sche Mitteilungen 148 (2004), S. 54-63
11. Schüttemeyer, Anke ; Föbker, S. ; Ramatschi, G. ; Grotz, R.: Elderly people on the road:
an approach to a more sustainable leisure mobility . In: Erdkunde 58 (2004), S. 17-30
Seite 529
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Geographie II - Physische Geographie und
Landschaftskunde
Anschrift: Am Kranen 1, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2379 Fax.: 0951/863 5379
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Gerhard Schell-
mann
wiss. Mitarbeiter:
Dr. Helga Liebricht
Dr. Heike Schneider
Dr. Franziska Whelan
Technische Angestell-
te::
Roland Beer
Dipl.-Geogr. Silke Schwie-
ger
Sekretariat:
Annette Behr
Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte QUARTÄRFORSCHUNG Vergletscherungs-
und Landschaftsgeschichte Südpatagoniens (Argentinien), Talent-
wicklung deutscher Mittelgebirgstäler (Weser, Isar, Donau), Vege-
tations- und Siedlungsgeschichte deutscher Siedlungskammern
(Werratal, Ostmecklenburg) KÜSTENFORSCHUNG Patagonien (Ar-
gentinien), Barbados, Curacao, Zypern, Kreta, Spitzbergen GEO-
CHRONOLOGIE ESR-Datierung aragonitischer Molluskenschalen und
Korallen NATURGEFAHREN Tsunami-Forschung (Ostpazifik, Mittel-
meer), Murereignisse (Südtirol) GEOGRAPHISCHE INFORMATIONS-
SYSTEME (GIS) GIS-Anwendungen in der physischen Geographie
und Hydrologie PALYNOLOGIE Pollenanalytische Untersuchungen im
Rahmen vegetationskundlicher, archäologischer, paläoklimatischer
und geomorphologischer Fragestellungen
Wissenschaftliche Tagungen
Wissenschaftliche Tagungen U. RADTKE (Universität zu Köln) & G.
SCHELLMANN (Universität Bamberg): Barbados 2002 - Internatio-
nal Field-Conference on „Quaternary Sea-Level Changes". 26. Octo-
ber - 2. November 2002 on Barbados (W.I.). - 4th Annual Meeting
of IGCP Project 437 „Coastal Environmental Change during Sea-Le-
vel Highstands in the Late Quaternary", INQUA Commission on
Coastlines, IGU Commission on Coastal Systems.
Seite 530
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Analysis of tsunami wave dynamics based on large megaclasts deposited on the
Hawaiian Islands
Projektleitung:
Dr. Franziska Whelan
Dr. Galen Gisler (Los Ala-
mos National Laboratory,
USA)
Beginn: 1.4.2003
Kontakt:
Dr. Franziska Whelan
Tel.: 0951/863-2382,
Fax: 0951/863-5379, E-
Mail: [Link]@g
[Link]
Dendrogeomorphologische und sedimentologische Untersuchungen zum Sedi-
menteintrag von Murgängen in einen Hochgebirgssee
Projektleitung:
Prof. Dr. Roland Mäusba-
cher (Universität Jena)
Beteiligte:
Dr. Heike Schneider
Beginn: 1.6.2000
Förderer:
DFG
Kontakt:
Dr. Heike Schneider
Tel.: 0951/863-2378,
Fax: 0951/863-1193 od.
5379, E-
Mail: [Link]@gg
[Link]
Geomorphologische Kartierung und chronostratigraphische Gliederung holozäner
und letztinterglazialer Küstenterrassen an der mittel- und südpatagonischen At-
lantikküste (Argentinien).
Projektleitung:
Prof. Dr. Gerhard Schell-
mann
Prof. Dr. Ulrich Radtke
(Universität zu Köln)
Beginn: 1.11.2002
Förderer:
DFG
Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Schell-
mann
Tel.: 0951/863-2380,
Fax: 0951/863-5379, E-
Mail: [Link]
@[Link]
Seite 531
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Geomorphologische und sedimentologische Belege für Tsunamis auf den Hawai-
ianischen Inseln
Projektleitung:
Dr. Franziska Whelan
Beginn: 1.1.2004
Förderer:
DFG
Kontakt:
Dr. Franziska Whelan
Tel.: 0951/863-2382,
Fax: 0951/863-5379, E-
Mail: [Link]@g
[Link]
Kartographische Erfassung des volkskundlichen Sachinventars „Religiöse Male"
mit Hilfe von geographischen Informationssystemen (GIS)
Projektleitung:
Prof. Dr. Bärbel Kerkhoff-
Hader
Dr. Franziska Whelan
Beginn: 1.1.2003
Förderer:
Universität Bamberg
Kontakt:
Dr. Franziska Whelan
Tel.: 0951/863-2382,
Fax: 0951/863-5379, E-
Mail: [Link]@g
[Link]
Möglichkeiten der Rekonstruktion spätglazialer und früh-letztglazialer Meeres-
spiegel- und Umweltveränderungen im Bereich des Golfo San José (Peninsula
Valdés/Argentinien) mit Hilfe von Kernsondierungen.
Projektleitung:
Prof. Dr. Roland Mäusba-
cher (Universität Jena)
Prof. Dr. Gerhard Schell-
mann
Prof. Dr. Helmut Brückner
(Universität Marburg)
Beginn: 1.1.2004
Förderer:
DFG
Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Schell-
mann
Tel.: 0951/863-2380,
Fax: 0951/863-5379, E-
Mail: [Link]
@[Link]
Seite 532
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Paläo-Tsunamis an der nordamerikanischen Pazifikküste - Möglichkeiten ihrer Er-
fassung über geomorphologisch/sedimentologische Geländemethoden und
Fernerkundungsverfahren
Projektleitung:
Dr. Franziska Whelan
Beginn: 12.2.2004
Förderer:
Universität Bamberg
Kontakt:
Dr. Franziska Whelan
Tel.: 0951/863-2382,
Fax: 0951/863-5379, E-
Mail: [Link]@g
[Link]
Paläo-Tsunamis auf den Hawaii-Inslen - Möglichkeiten ihrer Erfassung über geo-
morphologisch/sedimentologische Geländemethoden und Fernerkundungsver-
fahren
Projektleitung:
Dr. Franziska Whelan
Beginn: 1.1.2001
Förderer:
Universität Bamberg
Kontakt:
Dr. Franziska Whelan
Tel.: 0951/863-2382,
Fax: 0951/863-5379, E-
Mail: [Link]@g
[Link]
Verbreitung und Altersstellung der Tsunami-Ablagerungen am Kap Trafalgar,
Südwestküste Spanien
Projektleitung:
Dr. Franziska Whelan
Prof. Dr. Dieter Kelletat
Beginn: 1.1.2002
Förderer:
Universität Bamberg
Kontakt:
Dr. Franziska Whelan
Tel.: 0951/863-2382,
Fax: 0951/863-5379, E-
Mail: [Link]@g
[Link]
Projektunabhängige Publikationen
1. Igl, M. ; Mäusbacher, R. ; Schneider, Heike ; Baade, J. : Sensitivity of Fluvial System to
0XX
Climate Change and Human Impact - A Case Study from Central Europe. - In: Slaymaker,
O. [ed.] . In: Geomorphology and Global Environmental Change 7 (2000), S. 215-233;
Chichester (Wiley)
2. Kelletat, D. ; Schellmann, Gerhard: Untersuchungen zur absoluten Altersstellung pleisto-
zäner Meeresspiegelstände auf Rhodos und Zypern . In: Bremer Beiträge zur Geographie
u. Raumordnung; 36 (2000), S. 1-21; Bremen.
Seite 533
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Schellmann, Gerhard ; Wenzens, G. ; Radtke, U. ; Trombotto, D. ; M. Zarate ; Schnack,
E.: Landscape evolution of Southern Patagonia . In: Zeitschrift für Angewandte Geologie
(2000), Nr. Sonderheft 1, S. 63 - 68; Hannover (BGR).
4. Schellmann, Gerhard: Tektonik und Meeresspiegelveränderungen an der patagonischen At-
lantikküste seit dem jüngeren Mittelpleistozän. - In: Blotevogel, H.H., Ossenbrügge, J.
& G. Wood (Hrsg.): Lokal verankert - Weltweit vernetzt . In: Verhandlungsband des
52. Deutschen Geographentages, Hamburg 4. - 9. Oktober 1999 (2000), S. 101 - 110;
Stuttgart (Steiner Verlag).
5. Schellmann, Gerhard ; Radtke, U.: ESR dating stratigraphically well-constrained marine
terraces along the Patagonian Atlantic coast (Argentina) . In: Quaternary International
(2000), S. 261-273.
6. Garleff, K. ; Liebricht, Helga ; Schäbitz, F. : Landschaftsgliederung und Landschaftsent-
wicklung im Bamberger Raum (Fahrradexkursion), in: Bender, O., Fiedler,Chr., Göler, D.,
Jahreiß, A., Roppelt, T. & H. Standl (Hrsg.) . In: Bamberger Extratouren. Ein geogra-
phischer Führer durch Stadt und Umgebung. Bamberg : Selbstverlag, 2001, S. 336-349.
7. Kelletat, D. ; Schellmann, Gerhard: Sedimentologische und geomorphologische Belege
starker Tsunami-Ereignisse jung-historischer Zeitstellung im Westen und Südosten Zy-
perns . In: Essener Geographische Arbeiten 32 (2001), S. 1-74.
8. Mäusbacher, R. ; Igl, M. ; Schneider, Heike: Influence of Late Glacial Climate Changes on
Sediment Transport in the River Werra (Thuringia, Germany) . In: Quaternary Internatio-
nal 79 (2001), S. 101-109.
9. Schellmann, Gerhard ; Radtke, U.: Neue Ergebnisse zur Verbreitung und Altersstellung ge-
hobener Korallenriffterrassen im Süden von Barbados . In: Bamberger Geographische
Schriften 20 (2001), S. 201-224; Bamberg.
10. Schellmann, Gerhard ; Radtke, U.: Progress in ESR dating of Pleistocene corals - a new ap-
proach for DE determination . In: Quaternary Science Reviews 20 (2001), S. 1015-1020.
11. Schellmann, Gerhard: Von der Nordseeküste bis Neuseeland . In: Beiträge zur 19. Jahres-
tagung des Arbeitskreises „Geographie der Meere und Küsten" vom 24. - 27. Mai 2001 in
Bamberg. Bd. 20. Bamberg : Selbstverlag, 2001, (Bamberger Geographische Schriften
Bd. 20), S. 299.
12. Schellmann, Gerhard ; Kelletat , D.: Chronostratigraphische Untersuchungen litoraler und
äolischer Formen und Ablagerungen an der Südküste von Zypern mittels ESR - Altersbe-
stimmungen an Mollusken- und Landschneckenschalen . In: Essener Geographische Arbei-
ten 32 (2001), S. 75-98; Essen.
13. Brückner, H., ; Schellmann, Gerhard ; & K. Van der Borg: Uplifted beach ridges in Northern
Spitsbergen as Indicators for Glacio-Isostasy and Palaeo-Oceanography . In: Z. f. Geomor-
phologie, N.F 46 (2002), S. 309-336; Berlin, Stuttgart.
14. Daut, G. ; Andres, Th. ; Henkel, K. ; Mäusbacher, R ; Scharf, B. ; Schneider, Heike: Ent-
wicklung von Subrosionssenken in SW-Thüringen - Analyse quartärer Seesedimente .
In: Beiträge zur Geologie von Thüringen 9 (2002), S. 301-324.
15. Kelletat, D. ; Whelan, Franziska ; Bartel, P ; Scheffers, A. : New Tsunami Evidences in
Southern Spain - Cabo de Trafalgar and Mallorca Island . In: Volume dedicated to V.M. Ros-
sello. Seccio’n de Geografia. (2002), S. Spain (in press).
16. Kelletat, D. ; Schellmann, Gerhard: Tsunamis on Cyprus: Field Evidences and 14C dating
results . In: Z. f. Geomorphologie, N.F. 46 (2002), S. 19-34; Berlin, Stuttgart.
17. Schellmann, Gerhard ; Radtke, U.: with contributions by F. Whelan: The coral reef terraces
of Barbados - a guide. - Barbados 2002 - International Conference on "Quaternary Sea Le-
vel Change" with field trips and 4th annual meeting of IGCP Project 437 " Coastal Environ-
mental Change during sea level highstands: A global synthesis with implications for
Seite 534
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
management of future coastal change". INQUA Commission on Coastlines, IGU Commission
on Coastal Systems. 26. October - 2. November 2002, Barbados (W.I.) . Bamberg : Exkur-
sionsführer, 2002. - 118 Seiten.
18. Schellmann, Gerhard ; Radtke, U. ; Whelan, Franziska: General geology and physical geo-
graphy of Barbados - an overview. In: The coral reef terraces of Barbados - a guide. Bar-
bados 2002 - International Conference on "Quaternary Sea Level Change" and Fourth
Annual Meeting of IGCP Project 437 "Coastal Environmental Change During Sea Level High-
stands: A Global Synthesis with Implications for Management of Future Coastal Change",
26 Oct - 2 Nov 2002, Barbados, W.I . In: The coral reef terraces of Barbados - a guide.
Bamberg : Exkursionsführer, 2002, S. 17-40.
19. Schellmann, Gerhard ; Whelan, Franziska ; Radtke, U.: Introduction. In: The coral reef ter-
races of Barbados - a guide. Barbados 2002 - International Conference on "Quaternary Sea
Level Change" and Fourth Annual Meeting of IGCP Project 437 "Coastal Environmental
Change During Sea Level Highstands: A Global Synthesis with Implications for Management
of Future Coastal Change", 26 Oct - 2 Nov 2002, Barbados, W.I . In: The coral reef terraces
of Barbados - a guide. Bamberg : Exkursionsführer, 2002, S. 1-16.
20. Schneider, Heike: Die spät- und postglaziale Vegetationsgeschichte des oberen und mitt-
leren Werratals. Paläobotanische Untersuchungen unter besonderer Berücksichtigung an-
thropogener Einflüsse . Jena : Dissertation, 2002
21. Schneider, Heike ; Stebich, M.: Die quartäre Micro- und Macroflora Thüringens (Mittel-
deutschland) . In: Beiträge zur Geologie von Thüringen 9 (2002), Nr. Neue Folge, S. im
Druck.
22. Schneider, Heike ; Daut, G. ; Henkel, K. ; Höfer, D. ; Igl, M. ; Mäusbacher, R. ; Van der
Borg, K. : Untersuchungen an Subrosionssenken des mittleren Werratals . In: Beiträge zur
Geologie von Thüringen (2002), Nr. Neue Folge 9, S. 325-340.
23. Stebich, M. ; Schneider, Heike: The Quaternary micro- and macro floras of Thuringia (Cen-
tral Germany). - In: Meyrick, R.A., Schreve, D.C. [Eds.] . In: The Quaternary of Central
Germany (Thuringia & Surroundings) - Field Guide, (2002), S. ***
24. Whelan, Franziska: GIS-Based Watershed Delineation Using the Spatial Analyst Hydrologic
Modeling Extension . In: GIS - Journal for Spatial Information and Decision Making 6
(2002), S. 16-23.
25. Whelan, Franziska ; Kelletat , D.: Geomorphic Evidence and Relative and Absolute Dating
Results for Tsunami Events on Cyprus . In: Science of Tsunami Hazards 20 (2002), Nr. 1,
S. 3-18.
26. Brückner, H. & ; Schellmann, Gerhard: Late Pleistocene and Holocene Shorelines of An-
dréeland (Spitsbergen, Svalbård) . In: Journal of Coastal Research 19 (2003), S. 971-982.
27. Eitel, B. ; Brückner, H. ; Mäusbacher, R. ; Schellmann, Gerhard: Deglaziation am Nordrand
des Barents-Eisschilds: Das Beispiel Nordspitzbergen . In: Geographische Rundschau
(2003), Nr. 2, S. 34-39; Braunschweig.
28. Radtke, U. ; Schellmann, Gerhard ; Scheffers, A. ; Kelletat, D ; Kasper, H.U. ; Kromer, B.
: Electron Spin Resonance and Radiocarbon dating of coral deposited by Holocene tsunami
events on Curaçao, Bonaire and Aruba (Netherlands Antilles) . In: Quaternary Science Re-
views 22 (2003), S. 1309-1315.
29. Schellmann, Gerhard ; Radtke, U. : Coastal terraces and Holocene sea-level changes along
the Patagonian Atlantic coast . In: Journal of Coastal Research 19 (2003), S. 983-996.
30. Schellmann, Gerhard: Südpatagonien - Gletschergeschichte in einem Trockengebiet der
südhemisphärischen Mittelbreiten . In: Geographische Rundschau (2003), Nr. 2, S. 22-27;
Braunschweig.
Seite 535
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
31. Schellmann, Gerhard ; Radtke, U.: Die Datierung litoraler Ablagerungen (Korallenriffe,
Strandwälle, Küstendünen) mit Hilfe der Elektronen-Spin-Resonanz-Methode (ESR) .
In: Essener Geogr. Arb. 35 (2003), S. 95-113; Essen.
32. Whelan, Franziska ; Kelletat , D.: Submarine Slides on Volcanic Islands - a Source for
Mega-Tsunamis in the Quaternary . In: Progress in Physical Geography 27 (2003), Nr. 2,
S. 198-216.
33. Whelan, Franziska ; Kelletat , D.: Analysis of Tsunami Deposits at Cabo de Trafalgar, Spain,
Using GIS and GPS Technology . In: Essener Geographische Arbeiten 35 (2003), S. 11-25;
Essen.
34. Keating, B. ; Whelan, Franziska ; Bailey-Brock, J. : Tsunami Deposits at Queen’s Beach,
Oahu, Hawaii - Initial Results and Wave Modeling . In: Science of Tsunami Hazards 22
(2004), Nr. 1, S. 22-43.
35. Schellmann, Gerhard ; Radtke, U. ; Potter, E.-K. ; Esat, T.M., ; & M.T. McCulloch : Compa-
rison of ESR and TIMS U/Th dating of marine isotope stage (MIS) 5e, 5c, and 5a coral from
Barbados - implications for palaeo sea-level changes in the Caribbean . In: Quaternary In-
ternational 120 (2004), S. 41-50.
36. Schellmann, Gerhard ; Radtke, U.: A revised morpho- and chronostratigraphy of Late and
Middle Pleistocene coral reef terraces on Southern Barbados (West Indies) . In: Earth-Sci-
ence Reviews 64 (2004), Nr. 3/4, S. 157-187.
37. Schneider, Heike: Palynologische Untersuchungen an Sedimenten eines Niedermoores im
Thüringischen Grabfeld (Raum Sülzdorf) . In: Weimarer Monographien zur Ur- und Frühge-
schichte 40 (2004), S. (Langenweißbach), im Druck..
38. Siebert, A. ; Schneider, Heike ; Dietrich, H. : Palynologische Untersuchungen in Ostthürin-
gen -ein Beitrag zur Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte . In: Hausknechtia (im
Druck) (2004), S. *
39. Whelan, Franziska: Kartographische Erfassung und Auswertung des volkskundlichen Sa-
chinventars „Religiöse Male" mit Hilfe von geographischen Informationssystemen (GIS) .
In: Submitted to: University of Bamberg. Department of Ethnology, Bamberg (2004), S. *
40. Whelan, Franziska ; De Jong, C.: Mountain Hydrology . In: Special Issue of Hydrological
Processes. (2004), S. im Druck
41. Whelan, Franziska ; Keating, B. : Tsunami Deposits on the Island of Oahu, Hawai’i .
In: Coastline Reports 1 (2004), S. 77-82.
Seite 536
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Wirtschaftsgeographie
Anschrift: Fischstraße 5-7, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2316 Fax.: 0951/863 2364
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Prof. Dr. Erhard Treude:
Prof. Dr. Erhard Treude
Sekretariat: • Seit 1972 Co-Schriftleiter der von der Deutschen Gesellschaft für Po-
Monika Stöcker larforschung (seit 1988 gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Insti-
tut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven)
herausgegebenen Zeitschrift "Polarforschung"
• Seit 1976 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Ge-
sellschaft für Polarforschung
• Seit 1979 Leiter der Forschungsstelle für die Geographie der Polar-
länder beim Fach Geographie der Universität Bamberg
Forschungsschwerpunkte
• Thematische Arbeitsbereiche: Jagd/Wildbewirtschaftung, Agrargeo-
graphie/Geographie der Forstwirtschaft/Geographie der Fischerei-
wirtschaft
• Regionale Arbeitsgebiete: Arktis, Kanada
Veröffentlichungsreihen
Herausgabe der Reihe "Bamberger Wirtschaftsgeographische Arbei-
ten", zur Fortsetzung, seit 1985 10 Hefte
Forschungsprojekte
Aligator-Bewirtschaftung (insbes. Ranch- bzw. Farmhaltung) im SE der USA
Projektleitung:
Prof. Dr. Erhard Treude
Beginn: 1.1.2000
Bewirtschaftung der ostkanandischen Sattelrobben-Population
Projektleitung:
Prof. Dr. Erhard Treude
Beginn: 1.1.2000
Harzgewinnung in Deutschland
Projektleitung:
Prof. Dr. Erhard Treude
Beginn: 1.1.2000
Jagd bzw. Haltung von Karibu / Rentier und Moschusochse
Projektleitung:
Prof. Dr. Erhard Treude
Beginn: 1.1.2000
Seite 537
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kommerzielle Nutzung erneuerbarer Ressourcen durch eskimo-eigene Unterneh-
men in der kanadischen Arktis
Projektleitung:
Prof. Dr. Erhard Treude
Beginn: 1.1.2000
Siedlungs- und Wirtschaftswandel der nordamerikanischen Eskimo (Inuit)
Projektleitung:
Prof. Dr. Erhard Treude
Beginn: 1.1.2000
Seite 538
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Historische Geographie
Anschrift: Am Kranen 1, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2316 Fax.: 0951/863 2362
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Sekretariat:
Monika Stöcker
Forschungsschwerpunkte
• Historische Stadtgeographie, Schwerpunkt West- und Mitteleuropa
• Historische Agrar-, Industrie-, Handels- und Verkehrsgeographie,
Industriearchäologie
• Kulturlandschaftsgeschichte, Geschichte der Raumordnung, Landes-
und Stadtplanung, Grünplanung
• Landschaftswahrnehmung
• Fachgeschichte: Historische Geographie, geschichtliche und geogra-
phische Landeskunde (Regionalforschung)
• Kartographiegeschichte und kartographische Quellenkunde
• Historische Stadtgeographie von Bamberg, UNESCO-Weltkulturerbe
Kooperationsbeziehungen
• Niederlande, Amsterdam: Universiteit van Amsterdam, Historisch
Geografisch Seminarium
• Niederlande, Wageningen: Staring Centrum, Instituut voor Onder-
zoek van het Landelijk Gebied (SC-DLO)
• Belgien, Löwen: Katholieke Universiteit te Leuven, Instituut voor So-
ciale en Economische Geografie
• Belgien, Gent: R. U. G., Seminarie Menselijke en Ekonomische Aar-
drijkskunde
• England, Birmingham: The University of Birmingham, School of Geo-
graphy
• Georgien: Staatl. Universität Tbilissi u. Georgische Akademie der
Wissenschaften
Wissenstransfer, Wissenschaftsberatung, Weiterbildung
• regional: Franken
• Branche, Ressort: Gymnasium, Lehrerfortbildung
• Gegenstand: Exkursionen, Vorträge
Zu mehreren Exkursionen wurden Führer erarbeitet, die ein Ablauf-
konzept (Zeiteinteilung, Routenplan) sowie für die jeweilige Thema-
tik einschlägige Info-Materialien umfassen.
Schlagworte
• Historische Geographie, Stadtgeographie, Wirtschaftsgeographie,
Industriearchäologie, Kulturlandschaftsgeschichte, Planungsge-
schichte
• Fachgeschichte, Altkarten/Geschichte der Kartographie
• Regional: Westeuropa (Frankreich, Benelux-Länder, Großbritanni-
en), Mitteleuropa, Rheinlande, Franken, Thüringen/Sachsen -
Transkaukasien (insbesondere Georgien)
Seite 539
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsergebnisse in Arbeitsgebieten und in Projekten
Während des Berichtszeitraums konnten zu den Arbeitsgebieten Er-
gebnisse erzielt und größtenteils auch publiziert werden. Wo
Schwierigkeiten oder Verzögerungen in der Drucklegung auftraten,
lagen sie außerhalb der Verantwortung des Bearbeiters.
Forschungsprojekte
Allmenden in West- und Mitteleuropa. Funktionen und Entwicklungen
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Laufzeit: 1.1.1990 - Allmenden (commons, gemeene gronden, communaux, beni comu-
1.1.2006 nali)
Forschungsstand:
Materialsammlung noch nicht abgeschlossen; langwierig, da zahl-
reiche Titel in nur regional verbreiteten, teilweise fremdsprachigen
Publikationen enthalten sind.
Vorarbeiten:
seit 1990; Publikationen.
Hypothesen:
Die Allmende wurde in der Siedlungsgeographie gegenüber der Flur
und der Ortslage, die beide formal-genetischen Analysen unterzo-
gen werden können (Ziel: Erklärung der Flur- bzw. Ortsformen),
stark vernachlässigt; die gesamte Thematik ist dementsprechend in
den einschlägigen Hand- und Lehrbüchern unterrepräsentiert. Im
Hinblick auf die große sozialökonomische Bedeutung, die den viel-
fältigen Allmendnutzungen in der Vergangenheit zukam, insbeson-
dere für die ländlichen und z.T. auch städtischen Unterschichten,
und auch wegen der aktuell gewordenen Aufgabe der Nutzungsex-
tensivierung in der europäischen Agrarlandschaft erscheint eine ge-
nauere Kenntnis des Phänomens in seiner großräumigen
Verbreitung wünschenswert.
Methoden:
Auswertung weit gestreuter regionaler Fallstudien, Beschreibung
und Erklärung räumlicher Differenzierungen hinsichtlich der Ausprä-
gung der Allmenden sowie hinsichtlich der Teilungsprozesse
Der Atlas des Zisterzienserklosters Langheim (Diplomarbeit)
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Beteiligte: Erfassung und Bearbeitung eines umfangreichen Bestands an groß-
Steffen Simmler maßstäbigen handgezeichneten Karten des 18. Jahrhunderts, die
Laufzeit: 1.1.1998 - den Bereich des ehem. Zisterzienserklosters Langheim (Oberfran-
1.1.2001 ken) abdecken. Da es sich - wie in der Zeit üblich - um Inselkarten
Mitwirkende Institutio-
handelt, besteht eine wichtige Teilaufgabe darin, aus den einzelnen
nen:
Direktion für Ländliche "Mosaiksteinen" ein zusammenhängendes, flächendeckendes Bild
Entwicklung Bamberg; der historischen Kulturlandschaft im näheren und weiteren Umkreis
Staatsbibliothek Bamberg des Klosters zu rekonstruieren.
Seite 540
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Vorarbeiten:
Diplomarbeit abgeschlossen
Methoden:
Literatur- u. Archivrecherchen
Laufzeit:
Vorarbeiten 1998-2000; Vorbereitung einer Publikation 2001-2006
Der Zweidler-Plan der Stadt Bamberg von 1602. Kommentar der Nachdruck-Aus-
gabe durch den Historischen Verein Bamberg
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Laufzeit: 1.1.2000 - die älteste kartenartige Darstellung der Stadt Bamberg
1.1.2002 Forschungsstand:
Mitwirkende Institutio-
nen: in Bearbeitung
Staatsbibliothek Bamberg;
Historischer Verein Bam-
Vorarbeiten:
berg Ausstellung
Methoden:
Literaturrecherchen
Dorfbefestigungen in Franken
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Laufzeit: 1.1.2001 - Erfassung der Verbreitung der Dorfbefestigungen, Klärung der Ent-
1.1.2006 stehung und Entwicklung im größeren raum-zeitlichen Kontext, Er-
Mitwirkende Institutio- fassung der vorhandenen Relikte, Bewertung und Behandlung der
nen: Anlagen durch die staatliche Denkmalpflege
Bayerisches Landesamt
für Denkmalpflege Forschungsstand:
in Bearbeitung
Vorarbeiten:
Gutachten
Hypothesen:
Dorfbefestigungen waren in der Theorie nicht vorgesehen: Das
Recht der Befestigung war ein Privileg der Städte. Mit der "Entdek-
kung" der mittelalterlichen Stadt durch die Romantik richtete sich
das Interesse auf die Stadtmauern und -tore als den wichtigsten ar-
chitektonischen Beweisstücken für den Stadtcharakter. Demgegen-
über wurden bloße Erdwerke - wie etwa auch die Landwehren - nicht
selten bewußt der Parzellierung und Privatisierung überantwortet.
Sie verschwanden auf diese Weise in einer Vielzahl von Einzelmaß-
nahmen und meist undokumentiert. Für die Dorfbefestigungen, die
überwiegend nicht in besonderen architektonischen Strukturen be-
standen, sondern von Wällen und Gräben, Heckenpflanzungen u.a.
gebildet wurden, waren die Überlebenschancen noch geringer. Die
heute noch vorhandenen Reste verdienen daher besondere Auf-
merksamkeit. Die förmliche Unterschutzstellung allein erscheint,
wie das Beispiel Eggolsheim gezeigt hat, nicht ausreichend. Es muß
gelingen, die Grundbesitzer von der Notwendigkeit der Maßnahme
Seite 541
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
zu überzeugen. Dazu ist es erforderlich, die dörflichen Anlagen, die
kaum Niederschlag in schriftlichen Quellen gefunden haben, gut zu
dokumentieren, was archäologische Untersuchungen einschließt.
Methoden:
Literatur- u. Archivrecherchen
Grünpotentiale im Stadtensemble. Historisch-geographische Inventarisation
städtischer Freiflächen und Grünelemente und deren Bedeutung für die Denkmal-
pflege (Dissertation)
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Dipl.-Geogr. Volkmar Eid-
loth städtische Freiflächen, Grünflächen u. Grünelemente
Beginn: 1.1.1989 Forschungsstand:
Förderer:
in Anfangsphase: Gradu- Abschluß durch Berufstätigkeit verzögert
iertenförderung
Vorarbeiten:
mehrere Publikationen
Hypothesen:
Bei der Erfassung und Bewertung historischer Freiflächen und Grü-
nelemente in der Stadt bestehen erhebliche Defizite, nicht zuletzt,
weil sich keine Disziplin so ganz mit dem komplexen und differen-
zierten Gegenstand zu identifizieren vermag: Die Kunstgeschichte
fühlt sich fast ausschließlich für künstlerisch gestaltete Grünanlagen
(Parks) verantwortlich, Botanik und (Stadt-) Ökologie fanden kei-
nen rechten Zugang zur Geschichtlichkeit der städtischen Grünflä-
chen, die Geographie wiederum, im Ansatz oft funktionalistisch
ausgerichtet, tat sich schwer, ästhetisch-gestalterische Aspekte
wahrzunehmen und zu bewerten. Dies führte zu der Idee, der übli-
chen denkmalpflegerischen Inventarisation baulicher Objekte und
Anlagen etwas Entsprechendes für das Stadtgrün in seiner vielfälti-
gen, historisch bedingten Erscheinungsform an die Seite zu stellen.
Methoden:
Geländeaufnahmen, Literatur- u. Archivrecherchen
Historische Kulturlandschaft Reichsstadt Nürnberg
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Laufzeit: 1.1.1998 - Die Kulturlandschaft der Reichsstadt Nürnberg im Spiegel von Kar-
1.1.1999 ten des 16. bis 19. Jahrhunderts (u.a. "Pfinzing-Atlas")
Mitwirkende Institutio-
Forschungsstand:
nen:
Bayerisches Landesamt abgeschlossen; Publikation (1999)
für Denkmalpflege, Au-
ßenstelle Nürnberg Vorarbeiten:
u.a. 2 Diplomarbeiten
Methoden:
Literatur- u. Archivrecherchen
Seite 542
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Historische Stadtgeographie von Bamberg
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Laufzeit: 1.1.2000 - Entwicklung und Differenzierung der Stadtgestalt
1.1.2006 Vorarbeiten:
2 Projektseminare; mehrere Publikationen
Kulturlandschaft Transkaukasien
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Laufzeit: 1.1.2000 - Etappen der kulturlandschaftlichen Entwicklung Transkaukasiens im
1.1.2006 Spiegel heutiger Erscheinungsformen
Mitwirkende Institutio-
Forschungsstand:
nen:
Universität Tbilissi Materialsammlung begonnen, bisher zwei Informationsreisen nach
Georgien (1995: Imeretien u. Raum Tbilissi, 1997: Raum Tbilissi)
Vorarbeiten:
(Ausstellung:) "Geographisch-kartographische Landesaufnahme
Georgiens im 18. Jahrhundert. Das Werk des Prinzen Wachuschti
Bagrationi."
Methoden:
angelehnt an Helmut Jäger: Großbritannien. Darmstadt 1976, Kap.
IV.1 Inwertsetzung des naturgeographischen Potentials durch den
Menschen - das Erbe vergangener Kulturlandschaften; Literatur-
und Archivrecherchen, kartographische Darstellung
Vergleichende Studien über die mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadtgestalt
in Großbritannien und Deutschland
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Laufzeit: 1.1.1994 - Einzelbeiträge
1.1.2006 (a) Aus deutscher Sicht bieten die britischen Städte, vor allem auf
Förderer:
der mittleren und unteren Stufe der Hierarchie, neben offensichtli-
DAAD im Rahmen von ARC
(British-German Academic chen Ähnlichkeiten auch mancherlei abweichende Erscheinungsfor-
Research Collaboration men, die nicht ohne weiteres erklärbar sind. Hier versprach die
Programme), Programm vergleichende Analyse wesentliche neue Einsichten. Zu prüfen war
zur projektbezogenen För- dabei, inwieweit das historische Quellenmaterial aus beiden Ländern
derung des wissenschaftli-
chen Austauschs mit
übereinstimmt, oder ob unterschiedliche Zielsetzungen bei seiner
Großbritannien Entstehung (z.B. bei kartographischen Aufnahmen) den wechselsei-
Mitwirkende Institutio- tigen Vergleich erschweren. Dies sollte für einige ausgewählte Städ-
nen: te in Mittelengland geklärt werden. Die abgeschlossenen und
The University of Birming- laufenden Arbeiten der britischen Urban Morphology Research
ham, School of Geography
Group stellten dafür hervorragende Einstiegsmöglichkeiten bereit.
(b) Städtische Wirtschaftsflächen und ihre kartographische Wieder-
gabe
Die frühe gewerblich-industrielle Orientierung der britischen Städte
bietet für diesen Aspekt außerordentlich eindrucksvolle Beispiele,
ohne daß davon heute noch nennenswerte Spuren zu finden wären.
Die Forschung hat das Phänomen gegenüber den baulichen Erschei-
nungsformen stark vernachlässigt. Die eigene breitgefächerte Be-
Seite 543
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
schäftigung mit miteleuropäischem Quellenmaterial wurde auf
britische Städte ausgedehnt, um Gemeinsamkeiten und Unterschie-
de herauszufinden. Eine Teilfrage ist dabei, wie stark britische
Stadtdarstellungen von bedeutenden kontinentalen Publikationsun-
ternehmen (Braun-Hogenberg, Merian usw.) beeinflußt worden
sind.
(c) In beiden Ländern gibt es seit dem Mittelalter geplante Stadtan-
lagen, darunter auch etwa solche, die von kirchlicher Seite initiiert
worden sind. Dabei stellt sich die Frage, ob es zeitweise vergleich-
bare Planungsprinzipien gegeben hat, die sich in ähnlichen Anlage-
mustern der Baublöcke oder Plätze oder in vergleichbar
strukturierten Parzellierungen niedergeschlagen haben. Zu klären
ist ferner, ob die späteren Veränderungen in ähnlicher Weise gegrif-
fen haben, so daß die exakten Kartenaufnahmen des 19. Jahrhun-
derts, die für beide Länder verfügbar sind, zur Rekonstruktion der
ursprünglichen Stadtgestalt herangezogen werden und als Hilfsmit-
tel für beispielsweise gezielte archäologische Untersuchungen die-
nen können.
Forschungsstand:
Geländearbeiten 1994-96, Endbericht in Bearbeitung
Hypothesen:
Die städtische Flächennutzung, insbesondere die Nutzung der Frei-
flächen, spiegelt eine Ausprägung der Gesellschaft wider, die von
derjenigen in Deutschland verschieden war und noch ist. Äquivalen-
te zu den deutschen Reichsstädten oder den landesherrlichen Resi-
denzstädten hat es in England nicht gegeben. Auch für die jüngere
Entwicklung im 19./20. Jahrhundert, etwa die Erschütterungen der
gesellschaftlichen Kontinuität nach dem Ende der beiden Weltkrie-
ge, gibt es keine unmittelbare Entsprechung. Ein wesentlicher Fak-
tor für die Flächennutzung war und ist noch heute in den Städten
und ihren Randbereichen der private geschlossene Großgrundbe-
sitz. Daneben ist der Kommunalbesitz zu beachten, der auf 75 bis
99 Jahre verpachtbar ist, nach H. JÄGER (1976, S.124) neben den
planungsrechtlichen Grundlagen "eine weitere Voraussetzung für
Großzügigkeit der Planung". Speziell an den Freiflächen wird der Ef-
fekt dieser über einen langen Zeitraum wirksamen Besonderheit
englischer Stadtgestaltung analysiert. Nach den Erfahrungen der
durchgeführten Reisen erscheint ein zuverlässiges Überblicksergeb-
nis erreichbar. Für eine vertiefende quellengestützte Analyse einzel-
ner Fallbeispiele muß allerdings erheblich mehr Zeit aufgewendet
werden, als es der Rahmen des Programms erlaubte.
Methoden:
Auswertung von historischen Plänen u. Ansichten sowie Schriftquel-
len
Laufzeit:
Projekt 3 Jahre (1994-1995-1996), Auswertung des Materials und
Publikation 1997-2006
Seite 544
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wirtschaftsräumliche Verflechtungen zwischen Franken und Thüringen in der
Vergangenheit
Projektleitung: Forschungsgegenstand:
Prof. Dr. Wilfried Krings
Laufzeit: 1.1.2001 - Ausprägung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen zwei Nachbarre-
1.1.2006 gionen, Grundlagen, Motive, Veränderungen
Forschungsstand:
begonnene Materialsammlung fortgeführt, zur Zeit konzentriert auf
die Frage des Anbaus von und des Handels mit Hirse und Buchwei-
zen
Vorarbeiten:
Publikationen
Hypothesen:
Die Unterschiede in der Ausstattung mit natürlichen Ressourcen las-
sen rege interregionale Austauschbeziehungen erwarten. Solche
Beziehungen sind auch vielfältig nachweisbar, doch stehen ihnen
konkurrierende Beziehungen mit anderen Regionen gegenüber. Auf
diese Weise ergibt sich ein ebenso komplexes wie kompliziertes Ge-
flecht, das zwar in manchen Teilaspekten bereits behandelt wurde,
das aber in seiner Gesamtheit noch unzureichend bekannt ist.
Methoden:
Literatur- und Archivrecherchen, kartographische Darstellung
Seite 545
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Institut für Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege, (Ar-
chäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Bauforschung, Denkmal-
pflege, Restaurierungswissenschaft, Vor- und Frühgeschichte)
Professur für Bauforschung und Baugeschichte (Inst. Ar-
chäologie, Bauforschung, Denkmalpflege, Abteilung I)
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2344 Fax.: 0951/863 5344
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr.-Ing. Manfred
Schuller
Dendrolabor:
Georg Brütting, M.A.
Dipl.-Holzwirt Thomas Ei-
ßing
Susanne Schödel
Forschungsschwerpunkte
Bei der Bauforschung handelt es sich um eine Methode, die die
Entschlüsselung historischer Bauten als Ziel hat, wobei die Quellen
der Erkenntnis die Bauwerke selbst sind. Die Methode greift beson-
ders dann, wenn andere Quellengattungen wie etwa schriftliche
oder bildliche Zeugnisse fehlen, was bei vielen Architekturen der An-
tike und des Mittelalters und bei den meisten anonymen Bauten, wie
etwa Bürgerhäusern, der Fall ist. Grundlage zum Verständnis bietet
eine genaue Kenntnis des zu behandelnden Bauwerkes, die in aller
Regel über eine maßhaltige, alle wahrnehmbaren Details genau do-
kumentierende Zeichnung, die Bauaufnahme, erreicht wird. Dabei
ist es prinzipiell gleich, ob es sich um ein Bauwerk der Antike oder
der Barockzeit, ob es sich um eine monumentale Kathedrale oder
um ein schlichtes Bauernhaus handelt. So zählten in den letzten 15
Jahren zu den persönlichen Forschungsschwerpunkten sowohl grie-
chische Tempel der Kykladen aus spätarchaischer Zeit, Kathedralen
des Mittelalters in Deutschland, Bauten der Früh- und Hochrenais-
sance in Venedig und Rom, sowie Gartenarchitekturen der Barock-
zeit.
Baugeschichte versucht dagegen neben der sehr einzelobjektbe-
zogenen Bauforschung auch Gesamtzusammenhänge zu beleuch-
ten. Im Unterschied zur kunsthistorischen Architekturgeschichte
beschäftigt sich die Baugeschichte mit allen Facetten des Bauens,
nicht nur mit den Spitzenleistungen der Baukunst. Es interessiert
also nicht nur die Kathedrale, sondern auch das Bauernhaus des
Mittelalters. Die Bautechnik spielt eine große Rolle; Fragen nach
dem "wie" sind wichtig.
Spezialgebiete der Forschung:
• Großbauten des Mittelalters
• Mittelalterliche Profan- und Sakralarchitektur in Venedig
• Bauwerke der Früh- und Hochrenaissance in Venedig und Rom
• Historische Bautechnik
Seite 546
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Historische Dachwerke
• Historische Gartenarchitektur
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
komplette Photogrammetrie- und Dendrochronologieeinrichtung
moderner Vermessungsgerätepark für Aufgaben jeden Schwierig-
keitsgrades (u.a. Theodoliten mit verschiedenen Distanzmeßtech-
nologien, Computerauswertung und Ausgabe über großformatigen
Flachbettplotter, spezieller Großformatscanner, Laser)
Kooperationsbeziehungen
Zusammen mit der Professur für Denkmalpflege (Prof. Dr. Achim
Hubel) als Hauptaufgabe in der Lehre das Aufbaustudium "Denk-
malpflege" als zweisemestriges Postgraduiertenstudium für ein-
schlägige Berufe.
Seit SS 2000 mit den Fächern Archäologie des Mittelalters, Denk-
malpflege, Vor- und Frühgeschichte und Restaurierungswissen-
schaften zum Institut für "Archäologie, Bauforschung und
Denkmalpflege" zusammengeschlossen.
Mitglied des Graduiertenkollegs "Kunstwissenschaft - Bauforschung
- Denkmalpflege" der Universität Bamberg und der Technischen
Universität Berlin für die Betreuung interdisziplinär forschender
Doktoranden.
Mitglied des Zentrums für Mittelalterstudien
Ständige Kooperation außerhalb der Universität Bamberg mit:
• Bayerischem Landesamt für Denkmalpflege
• Denkmalpflege der Stadt Venedig
• Universität Venedig
• Bibliotheca Hertziana Rom (Kunsthistorisches Max-Planck-Institut)
• Deutschem Archäologischem Institut
• Dombauhütten in Deutschland
Forschungsprojekte
Aufbau von Regionalchronologien für Mitteldeutschland und Franken
Projektleitung: Die Dendrochronologie ist in den letzten Jahren zu einer wichtigen
Dipl.-Holzwirt Thomas Ei- Hilfswissenschaft für die Bauforschung geworden. Sie vermag jahr-
ßing genau das Fälljahr des verbauten Holzes zu bestimmen, so daß ne-
Beteiligte:
Susanne Schödel ben den archivalischen oder inschriftlichen Überlieferungen eine
Stichwörter: naturwissenschaftliche Methode zur exakten Datierung vorliegt. Da-
Dendrochronologie für sind sogenannte Standardchronologien nötig, die für jede Region
Beginn: 1.11.1997 und jede Bauholzart seperat aufgebaut werden müssen. Der Datie-
Mitwirkende Institutio-
rungserfolg ist umso größer, je kleinräumiger eine solche Standard-
nen:
Bayerisches Landesamt chronologie erstellt werden kann. In den zurückliegenden etwa
für Denkmalpflege, Thü- sieben Jahren wurden über 20 Regionalchronologien für Sachen-An-
ringisches Landesamt für halt, Thüringen und Franken aufgebaut. Es wurden aus 600 meist
Denkmalpflege, Landes- mittelalterlichen Objekten mehr als 8000 Proben entnommen. Über
amt für Denkmalpflege
Sachsen-Anhalt
die am verbauten Holz erhaltenen Befunde kann die Flößerei und
damit der Holztransport direkt nachgewiesen werden. Der Holzhan-
del über die Flüsse im Mittelgebirgsraum ist durch derartige Befunde
Seite 547
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
seit dem 12. Jahrhundert belegt und geht damit häufig vor die bis-
her durch Archivalien bekannten Daten zur Flößerei zurück. Der
Holzhandel stellt andererseits ein Problem für die Erstellung von Re-
gionalchronologien dar. Durch den Holzhandel ist die direkte Zuord-
nung von Objektstandort und Waldstandort nicht mehr möglich.
Dies ist für den Aufbau von Regionalchronologien zu berücksichti-
gen.
Bamberg virtuell
Projektleitung: Die Altstadt von Bamberg trägt seit einigen Jahren den Titel
Prof. Dr.-Ing. Manfred "Welterbe". Die Folge ist eine deutliche Zunahme der kulturinteres-
Schuller sierten Touristen. Doch was ist die Bamberger Altstadt? Im Gegen-
Beteiligte:
Dipl. Ing. (FH) Arnold Krei- satz etwa zu Nördlingen mit seinem klaren, kreisrunden Grundriß
sel mit klar ablesbaren Jahresringen, wirkt Bamberg zerrissen und un-
Beginn: 1.8.2002 übersichtlich. Dazu trägt die topographische Situation entscheidend
Förderer: bei: Die Lage auf mehreren Bergausläufern einerseits und in einem
Forschungsförderung der
flachen Flußsystem zwischen zwei Flußarmen andererseits. Die ent-
Universität
scheidenden Gründungen von Bischofsburg mit Dom und Klöstern
auf den Bergausläuferern unter Heinrich II. und das Entstehen der
bürgerlichen Stadt in der Flußebene prägen noch heute die Haupt-
struktur der Stadt. Doch selbst für den Fachmann ist die genaue
Entwicklung nur äußerst schwer nachzuvollziehen, da sie sich aus
einem Konglomerat verschiedenster Beiträge unterschiedlichster
Zeiten zusammensetzt. Das Forschungsziel ist, wichtige Etappen
der Stadtentwicklung virtuell in dreidimensionalen Vogelschauen
darzustellen. Die wissenschaftlichen Voraussetzungen dafür wurden
von uns in mehr als zehnjähriger Arbeit zwischen Forschung und
Lehre zusammengetragen. Die enge Zusammenarbeit mit der Mit-
telalterarchäologie und dem Bayerischen Landesamt für Denkmal-
pflege erschließt uns auch die archäologischen Quellen. Seit August
2002 verfügen wir nach Genehmigung des WAP-Antrages über die
notwendige Hard- und Software, um ein solches Projekt angehen zu
können. Das Fehlen adäqater Geräte erschwerte den Ablauf bis
dorthin deutlich. Geplant ist zunächst der Ausschnitt eines Zeitfen-
sters, der Möglichkeiten und Grenzen des späteren Gesamtprojekts
aufzeigen soll. Wir wollen das Stadtbild Bambergs um 1600 erarbei-
ten. Dargestellt werden sollen die Topographie (Berge, Flußsystem
etc.), die wichtigsten Bauten als Solitäre (Dom, Domkapitelhäuser,
Rathaus, Klöster, Kirchen), alle Straßenzüge, die Wege, Brücken
und die Stadtmauer. Die Zeit um 1600 ist durch die historische
Stadtansicht von Petrus Zweidler bestens dokumentiert und kann
durch viele Forschungsergebnisse ergänzt werden. Einzelne Gebäu-
de, beispielsweise ein ausgesuchtes Gärtnerhaus, oder eine Kirche
sollen im Zustand der Zeit um 1600 herausgezoomt werden können.
Fernziel des angestrebten Forschungsprojektes ist die Darstellung
des historischen Bamberger Stadtgeflechts mit seinem Wachstum in
mehreren Zeitebenen, beginnend mit dem frühen 11. Jh. und fort-
laufend über das 13., 15., 17., 18. bis ins 19. Jahrhundert. Stellver-
tretend für die Zeiten sollen typische Bauwerke hohen und
niedrigeren Anspruchs graphisch aufrufbar sein. So etwa im 15. Jh.
die Dominikanerkirche, ein Bürger- und ein Gärtnerhaus. Wir erhof-
fen uns auf der einen Seite neue wissenschaftliche Erkenntnisse
über den Stadtentwicklungsprozess in Bamberg. Andererseits glau-
Seite 548
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
ben wir, durch die anspruchsvolle dreidimensionale Darstellung
auch Laien, im Fernziel auch interessierte Laien ansprechen zu kön-
nen.
Bramantes Tempietto in S. Montorio in Rom
Projektleitung: Ein von der Größe des Bauwerkes gesehen kleines Projekt ist die
Prof. Dr.-Ing. Manfred Untersuchung des Tempiettos im Klosterhof von [Link] in Mon-
Schuller torio in Rom. Von der Bedeutung her ist der Winzling allerdings ein
Beteiligte:
Dipl.-Ing. (FH) Tillman Riese. Er wurde von dem führenden Architekten der Hochrenais-
Kohnert sance, Donato Bramante, als dorisches Rundtempelchen über der
Dipl.-Ing. Katarina Papa- vermeintlichen Kreuzigungsstelle Petri errichtet und zählt zu den In-
janni kunabeln der Architekturgeschichte. Er war schon kurz nach seiner
Dipl.-Ing. (FH) Sabine
Errichtung so bekannt, daß ihn die berühmtesten Architekten der
Gress
Michael Hässler Zeit in eigenhändigen Bauaufnahmen studierten und sowohl Serlio
Beginn: 1.1.1995 wie Palladio ihn als Beispiel für gute Baukunst neben die Werke der
Förderer: Antike in ihren Traktaten stellten. So bekannt der Bau ist, die um-
Deutsche Forschungsge- fangreiche kunst- und architekturgeschichtliche Forschung stützt
meinschaft
Max-Planck-Gesellschaft
sich bis heute auf zwar für ihre Zeit hervorragende, aber idealisie-
Forschungsförderung der rende Bauaufnahmen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. In Zu-
Universität Bamberg sammenarbeit mit einem der führenden Erforscher römischer
Mitwirkende Institutio- Renaissancearchitektur, Christoph Luitgart Frommel, dem Direktor
nen: des kunsthistorischen Max-Planck-Instituts Bibliotheca Hertziana in
Bibliotheca Hertziana,
Rom (Max Planck Institut) Rom, haben wir 1995 mit der großzügigen Erlaubnis des spanischen
Staates, dem Eigentümer des Baus, den Tempietto vollständig neu
vermessen und zeichnen können. Die komplette Aufnahme des
Baus konnte innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen werden. In
unseren Händen liegt die weitere Bauuntersuchung, L. Frommel
wird auf der Basis unserer Bauaufnahme die Proportionierung des
Bauwerks im Vergleich zu anderen Bauten Bramantes unter die
Lupe nehmen. An unscheinbaren Indizien sind kleine, aber bedeut-
same Planänderungen und frühe Umbaumaßnahmen nachweisbar,
die das Bild dieses Baus nicht vollständig revidieren, aber verdeut-
lichen werden. Bislang noch nie untersucht wurde die Bautechnik,
die überraschende Unsicherheiten und Ungenauigkeiten zeigt. Die
Bauhandwerker waren anscheinend mit den erstmals seit der Antike
wieder verwendeten dorischen Formen nicht vertraut. Dagegen
zeigt die Analyse des Entwurfes, die auf der Basis der neuen Ver-
messung erstmals gesicherte Unterlagen hat, zeigt, welch überra-
gender Entwerfer Bramant war. Er versuchte seine antiken
Vorgänger zu übertreffen. Kein Wunder, dass der ebenso berühmte
Andrea Palladio dem kleinen Bauwerk in seinem Architekturtraktat
die Ehre zukommen läßt, es unter den antiken Werken aufzuführen.
Da bislang moderne wissenschaftliche Bauforschung an Renais-
sancearchitekturen kaum durchgeführt wurde, kommt dem Projekt
Modellcharakter zu.
Seite 549
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Dom zu Bamberg
Projektleitung: Bereits 1992 wurde ein besonders wichtiger Ausschnitt des Domes
Prof. Dr.-Ing. Manfred aus dem 13. Jahrhundert, das "Fürstenportal", exemplarisch mit
Schuller Methoden der Bauforschung untersucht. Neben Fragen der exakten
Beteiligte:
Dipl.-Ing. (FH) Tillman Datierung und der Bautechnik stand die enge Verknüpfung von Ar-
Kohnert chitektur und Skulptur im Zentrum des Interesses, eine Fragestel-
Dipl.-Ing. (Univ.) Ernst lung, die in den folgenden Jahren auf das "Adamsportal" mit seinen
Schneider seit 1942 ausgebauten Monumentalskulturen ausgeweitet wurde.
Dipl.-Ing. (FH) Thomas
Zur Zeit arbeiten drei Promoventen unterschiedlicher Fachgebiete -
Eck
Beginn: 1.1.1993 Denkmalpflege, Restaurierungswissenschaft, Bauforschung - an
Förderer: Themen zum Bamberger Dom und zu dem Spannungsfeld Architek-
Domkapitel des Erzbis- tur und Skulptur. Das neugegründete Zentrum für Mittelalterstudien
tums Bamberg an der Universität Bamberg war Anlaß, die Forschungen am Dom in
Forschungsförderung der
Universität Bamberg
Hinblick auf die Jubiläen der Jahren 2002 und 2007 auf breiterer Ba-
sis zu intensivieren. Eine Zusammenarbeit der Professoren Hubel
(Denkmalpflege), Schneidmüller (Mittelalterliche Geschichte) und
Sage (em. Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit) ist bereits
eingeleitet. Die Bauforschung wird sich insbesondere dem Ostchor
des bestehenden Baus aus dem 13. Jahrhundert, den erhaltenen
Resten des Baus aus dem 11. Jahrhundert und den mittelalterlichen
Resten im Gebiet der ehemaligen Bischofspfalz, aber auch, im Aus-
tausch mit den anderen Fächern, den Skulpturen widmen.
Publikationen
1. Schuller, Manfred: Das0XX
Fürstenportal des Bamberger Domes . Bamberg : Bayerische Ver-
lagsanstalt, 1993
2. Schuller, Manfred: Architektonisches Nebenwerk und Befund - Am Beispiel der Bamberger
Adamspforte . In: Beiträge zur Fränkischen Kunstgeschichte (Hrsg. M. Hörsch, P. Ruderich)
(1996), S. 49-81
3. Hans-Schuller, Christine: Das Adamsportal des Bamberger Domes, Ergebnisse der Bauauf-
nahme . In: Beiträge zur Fränkischen Kunstgeschichte (Hrsg. M. Hörsch, P. Ruderich)
(1996), S. 35-47
4. Zerbes, Maren: Bauforschung am Grabmal Papst Clemens II. im Bamberger Dom .
In: Festschrift zum 950. Todestag am 9. Oktober 1997. Bamberg : *, 1997, S. -.
Festung Rosenberg in Kronach
Projektleitung: Im Jahr 1998 begann an der Festung Rosenberg in Kronach ein in-
Prof. Dr.-Ing. Manfred terdisziplinäres Projekt zwischen Naturschutz und Denkmalschutz
Schuller zur Vorbereitung einer Instandsetzung und Sanierung der zum Teil
Dr. Caston, Philip S.C.
Beginn: 1.1.1998 stark geschädigten Wallmauern der Festungsanlage. In dieser Form
Förderer: hat das Projekt Pilotcharakter, da hier die Staatliche Denkmalpflege
Deutsche Bundesstiftung eng mit der Naturschutzbehörde sowie botanischen, biologischen
Umwelt und chemischen Instituten zusammenarbeitet. Die Finanzierung
Mitwirkende Institutio-
übernahm die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Der Teilbereich der
nen:
Statliche Denkmalpflege Bauforschung wurde der Universität Bamberg übertragen und stand
Naturschutzbehörde unter der örtlichen Leitung von Dr. Philip Caston. Seine Aufgabe war
Staatliches Hochbauamt es, die Bau-, Restaurierungs- und Rezeptionsgeschichte der Festung
botanische, biologische als Voraussetzung für eine dem Bau gerechte Denkmalpflege zu re-
und chemische Institute
konstruieren.
Die riesige Festung mit ihren Vorwerken ist noch weitgehend in ihrer
originalen Substanz erhalten und stellt einen Höhepunkt barocker
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Festungsbaukunst dar. Die Baugeschichte der Wallmauern war bis-
her nur in groben Zügen bekannt. Das Kernpentagon entstand nach
dem 30jährigen Krieg als neue Wehranlage um die mittelalterliche
Burg und wurde bis Ende des 17. Jahrhunderts weitgehend fertigge-
stellt. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage auf der nördli-
chen Angriffsseite durch weitere Vorwerke und Verteidigungs-
anlagen verstärkt, die unter der Leitung Balthasar Neumanns und
Johann Jacob Michael Küchels errichtet wurden. Außer ihrem Vertei-
digungszweck hatte die Festung immer auch große Bedeutung
durch ihre repräsentative Wirkung auf die Stadt. Der Schwerpunkt
der bauforscherischen Untersuchungen lag jedoch vor allem auf der
Analyse der Konstruktion und der inneren Zusammensetzung der
Festungsmauern, die in ausgewählten Bereichen mit Hilfe verfor-
mungsgerechter Bauaufnahmen und archäologischer Suchschnitte
genauer betrachtet wurden. Die Bautechnik, Verformungen und
Schäden sowie frühere Reparaturmaßnahmen wurden dokumen-
tiert, so daß auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse Ent-
scheidungen über eine vernünftige Sanierungsstrategie getroffen
werden können, um dem natürlichen Zerfall der Wallmauern entge-
genzuwirken.
Publikationen
1. Caston, Philip S. C.: Die erste bastionäre Verteidigungsanlage der Festung Rosenberg .
0XX
In: 1000 Jahre Kronach (1999), Nr. 25, S. 6ff.
2. Caston, Philip S. C.: Verschollen im Kriegsarchiv . In: 1000 Jahre Kronach (1999), Nr. 23,
S. 5ff.
3. Caston, Philip S. C.: Eine Untersuchung an der Festung Rosenberg (Teil 1) . In: 1000 Jahre
Kronach (2000), Nr. 27, S. 28ff.
Forchheim, sog. Kaiserpfalz
Projektleitung: 1995 bekamen wir die Bauaufnahme und Bauuntersuchung der so-
Prof. Dr.-Ing. Manfred genannten Kaiserpfalz in Forchheim angetragen, die in Zukunft ein
Schuller kunst- und landesgeschichtliches Museum bergen soll. Da im Muse-
Beteiligte:
Dipl.-Ing. (FH) Tillman umskonzept der gut erhaltenen Architektur eine besondere Rolle zu-
Kohnert kommt, ist eine genaue baugeschichtliche Kenntnis besonders
Beginn: 1.1.1995 wichtig. Dipl.-Ing. (FH) Tillman Kohnert hat diese Untersuchung fe-
Förderer: derführend im Rahmen einer Dissertation übernommen. Zu den er-
Stadt Forchheim
sten Ergebnissen zählt die Identifikation einer in der Substanz selten
Forschungsförderung der
Universität Bamberg gut erhaltenen mittelalterlichen Warmluftheizung, deren System
zwar von Klöstern und aufwendigen Schloßanlagen bekannt war, im
fränkischen Raum aber bisher nicht nachgewiesen werden konnte.
Gekoppelt wird dieses Projekt mit Untersuchungen des Lehrstuhls
für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, so daß hier die be-
sondere Verflechtung dieser beiden sonst in der universitären Land-
schaft nicht zusammen vertretenen Fächer exemplarisch verdeut-
licht werden kann.
Publikationen
1. Kohnert, Tillman: Die mittelalterliche
0XX Warmluftheizung im Forchheimer Schloß (sog. Kai-
serpfalz) . In: Ritter Burgen Dörfer, Katalog zur Ausstellung "Mittelalterliches Leben in
Stadt und Land". Tüchersfeld : *, 1997, S. 217-222.
Seite 551
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Historische Dachwerke
Projektleitung: Dieser Forschungsschwerpunkt entwickelte sich aus dem Bereich
Prof. Dr.-Ing. Manfred der Lehre, da die Dokumentation historischer Dachwerke zum
Schuller Pflichtprogramm des Aufbaustudiengangs Denkmalpflege in den
Beteiligte:
Dipl.-Holzwirt Thomas Ei- Sommersemestern gehört. Unter der Dachlandschaft Bambergs
ßing sind eine Fülle historischer Dachwerke erhalten geblieben, so daß
Beginn: 1.1.1987 nach mittlerweile über 10 Jahren Arbeit mit den Studierenden eine
Förderer: flächendeckende Sammlung genauer Bauaufnahmen vorliegt, wie
Forschungsförderung der
sie in keiner anderen europäischen Stadt existiert. 1996 konnte
Universität Bamberg
über der Kirche St. Gangolf ein komplett erhaltenes mittelalterliches
Dachwerk dokumentiert und dendrochronologisch auf die Jahre kurz
nach 1180 datiert werden. Damit dürfte diese ebenso einfache wie
stabile Konstruktion das älteste vollständig erhaltene Dachwerk in
Franken sein und zu den ältesten in Deutschland überhaupt gehö-
ren. Die Bandbreite der in Bamberg untersuchten Dachkonstruktio-
nen erstreckt sich somit über einen Zeitraum von 800 Jahren und
erfaßt dabei auch konstruktionsgeschichtlich wichtige Riesendächer
des späten Mittelalters und der Barockzeit. Das Material der Bauauf-
nahmen wird durch Modelle ergänzt, die durch Studenten angefer-
tigt wurden und den Grundstock für eine in mittlerer Zukunft ins
Auge gefaßte Ausstellung mit dem Motto "Was verbirgt sich unter
meinem Dach?" bilden werden. Geplant ist außerdem eine umfas-
sende wissenschaftliche Publikation über dieses ebenso vergessene
wie für die Baugeschichte wichtige Thema. Einzelne Textbeiträge
herausragender Studentenarbeiten liegen bereits vor, ebenso Publi-
kationen zu Einzelbeispielen besonders wichtiger Bamberger Dä-
cher, die in Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum und dem
Staatshochbauamt Bamberg entstanden.
Publikationen
1. Schuller, Manfred: Bamberger
0XX Dachwerke von 1350-1800 . In: Haus, Hof, Landschaft:
Festschrift Karl Bedal. Hof : **, 1994, (Quellen und Materialien zur Hausforschung in Bay-
ern Bd. 7), S. 122-138.
Islamische Grabbauten des Mittelalters in Aserbaidschan
Projektleitung: Vorprojektierung mit baugeschichtlicher, statischer, gesamt-techni-
Prof. Dr.-Ing. Manfred scher, restauratorischer Untersuchung vor größerer Generalsanie-
Schuller rung. Mausoleum ?Mominekhatun? in Nakchichevan 1186-1187:
Beteiligte:
Lippsmeier und Partner: Statische Überprüfung der Schiefstellung des Grabturmes auf Erd-
Architekt Kazuo Oka bebensicherheit. Konstruktive Abdichtung der offenliegenden Kup-
Statik: Hermann Posselt pel. Restauratorische Behandlung der Oberflächen aus Backsteinen
Jürgen Giese (glasiert und unglasiert) und Stuck. Minarette der Moscheeruine
Christine Hans-Schuller
([Link].) und Gudi-Khatum Mausoleum (Ende 13./Anfang 14. Jh.) in
Harald Spitzner
Beginn: 1.1.2001 Karabaglar: Statische und konstruktive Sicherung der bei Erdbeben
Förderer: 1831 teileingestürzten und gerissenen Minarettschäfte unter Be-
Weltbank, Auftragsverga- wahrung der originalen Substanz und der weiteren Begehbarkeit
be nach internationalem durch an die historische Konstruktion genau angepaßtes, innenlie-
Wettbewerb
Mitwirkende Institutio-
gendes Stützkorsett aus dünnen Stahlstä[Link] des Grab-
nen: baus mit seinen selten authentisch erhaltenen Originaloberflächen,
Meßbildstelle Dresden innen Putze, außen glasierter und unglasierter Backstein, farbige In-
schriftenfriese. Oberste Prämisse: Bewahren der Originalsubstanz
bei völligem Verzicht auf rekonstruierender Ergänzung. Ziel: Re-
staurierung der Oberflächen durch einheimische Fachleute, zu-
Seite 552
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
nächst unter Leitung eines international erfahrenen Spezialisten an
einer Musterachse.
Kaskade in der Fantaisie Donndorf/Bayreuth, Gartenarchäologische Untersu-
chung
Projektleitung: Die ehem. Kaskadenanlage im Schlosspark Fantaisie (Donndorf bei
Prof. Dr.-Ing. Manfred Bayreuth) liegt östlich des Schlosses an dem nach Süden gerichte-
Schuller ten Steilhang des Schlossparkes und vermittelt zwischen der Ebene
Beteiligte:
Jürgen Giese (M.A.) der Gartenterrasse des Schlosses und der Ebene des tieferliegenden
Michael Kress (M.A.) Neptunbrunnens, der bereits nach Vorlage einer Abschlussarbeit
Dieter Hüttinger (M.A.) des Aufbaustudiums Denkmalpflege restauriert wurde. Die Anlage
Dipl. Ing. (FH) Claudia Bir- ist heutzutage teilweise verschüttet, die einstige Form zeichnet sich
ke
aber noch deutlich im Gelände ab: Auf der Ebene der Schlossterras-
Sara Keller (M.A.)
Heike Zech (M.A.) se nehmen zwei fächerförmig den Hang abwärts geführte Wasser-
Beginn: 1.1.2001 treppen ihren Ausgang (teilw. noch sichtbar), die eine ehemalige
Förderer: zentrale Treppe rahmen. Die Wassertreppen endeten einst im Osten
Staatliche Verwaltung der wie im Westen in einem Wasserbecken, neben denen ehem. ver-
Schlösser und Seen ver-
treten durch das Staats-
mutlich jeweils ein Rondell angelegt war. Ausgehend von diesen
hochbauamt Bayreuth Rondellen stieg der Besucher eine weitere Ebene auf eine gepfla-
sterte Terrasse hinab (gut erhalten), die auf der Seite des Neptun-
brunnens halbrund aus dem Hang vorkragt. Ihre gerundete
Stützmauer ist durch drei Nischen gegliedert. Die Verbindung zwi-
schen der Terrasse und der Ebene des Neptunbrunnens wird durch
vier ungefähr rautenförmig angelegte Treppen hergestellt. Die an-
gebotene Untersuchung soll die wissenschaftlichen Grundlagen für
eine vom Ministerium für Finanzen gewünschte Rekonstruktion ein-
schließlich funktionierender Wasserspiele erarbeiten. Dazu gilt es,
den jetzigen Zustand der Anlage zu dokumentieren sowie ihren Ur-
sprungszustand und die späteren Veränderungen detailliert zu er-
forschen. Dazu werden der erhaltene Bestand mit Hilfe archäolo-
gischer und bauforscherischer Untersuchungs- und Dokumentati-
onsmethoden erfasst sowie archivalische Quellen ausgewertet. In
der Auswertung werden die Ergebnisse der einzelnen Diszi-plinen
zusammengeführt, um Aussagen über die Baugeschichte und den
Erhaltungszustand des Denkmals zu gewinnen.
Mittelalterliche Palastarchitektur Venedigs
Projektleitung: Der Forschungsschwerpunkt besteht seit der Übernahme der Pro-
Prof. Dr.-Ing. Manfred fessur im Jahre 1986 und ging aus früheren Untersuchungen mit der
Schuller Hilfe eines DFG-Stipendiums hervor. Zwei Hauptschwerpunkte ha-
Beteiligte:
Dipl.-Ing. (Univ.) Ernst ben sich herauskristallisiert, die Klärung der mittelalterlichen Bau-
Schneider geschichte des Dogenpalastes über die Bearbeitung der weitge-
Dipl.-Ing. (FH) Thomas hend unberührt erhaltenen Fassaden und die Bearbeitung ausge-
Eck wählter Palastfassaden des Mittelalters vom 13. bis ins 15. Jahr-
Dipl.-Ing. (FH) Peter Dre-
hundert. Bei beiden Komplexen standen Fragen der Datierung, der
sen
Dipl.-Ing. Klaus-Peter ursprünglichen Gestalt einschließlich der originalen Farbigkeit, der
Wittwar Bautechnik, der Entwicklung der Formen im Zentrum. Für den Ein-
Dipl.-Ing. (FH) Kristian satz bauforscherischer Dokumentations- und Untersuchungsmetho-
Kaffenberger den war es notwendig, die Einrüstung der Objekte aus Sanierungs-
Beginn: 1.1.1986
Förderer:
gründen abzuwarten. Das vergangene Jahrzehnt erwies sich als be-
Deutsche Forschungsge- sonders günstig, da fast alle wichtigen Fassaden einschließlich ex-
meinschaft emplarischer Ausschnitte des Dogenpalastes eingerüstet worden
Forschungsförderung der sind. Die Ergebnisse mehr als zehnjähriger Forschung sind reichhal-
Universität Bamberg tig. So konnte erstmals eine schlüssige Klärung der stets umstritte-
Seite 553
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
nen Baugeschichte des spätmittelalterlichen Dogenpalastes vorge-
legt und die außerordentlich hohe Qualität dieser Architektur in Ent-
wurf und Bauausführung herausgestellt werden. Auch die anderen
mittelalterlichen Paläste Venedigs stehen in der Baugeschichte ein-
zigartig da. In der Lagunenrepublik ließen die führenden Familien im
Gegensatz zum sonstigen Bauen im Mittelalter keine festungsarti-
gen Häuser, sondern Paläste mit extrem offenen Fassaden bauen,
die den überlegenen Anspruch der Stadt zum Ausdruck brachten.
Trotz der heute noch fast märchenhaften Pracht muß man sich nach
unseren Ergebnissen sowohl am Anfang wie am Ende der Entwick-
lung des monumentalen Bauens die Fassaden aber noch prächtiger
vorstellen. So kann der Farbenreichtum der Fassaden des späten
Mittelalters nur mehr an kleinen Resten nachvollzogen werden, aus
denen sich aber ein Gesamtbild ermitteln läßt. Überraschend für die
starke Auswirkung der Fassadenarchitektur ist die Verglasungstech-
nik der Fenster, die selbst hier in der Stadt des Glasexports erst im
15. Jahrhundert für die Hauptfassaden selbstverständlich wird.
Über diese jahrelangen Arbeiten hat sich neben dem bewährten Zu-
sammenspiel mit dem in der venezianischen Forschung führenden
Kunsthistoriker Wolfgang Wolters (TU Berlin) eine besonders gute
Zusammenarbeit mit der venezianischen Denkmalpflege (Analisa
Bristot) und der Universität Venedig ( Prof. Mario Piana)herauskri-
stallisiert, die auch in Zukunft fortgesetzt werden soll.
Publikationen
1. Schuller, Manfred: Untersuchungen
0XX an venezianischen Palastfassaden . In: Bericht über die
34. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung 1986 (1988), S. 39-43
2. Schuller, Manfred: Die Ecke des Dogenpalastes . In: Forschungsforum der Otto-Friedrich-
Universität Bamberg (1989), Nr. 1, S. 103-108
3. Schuller, Manfred: Historische Bautechnik und Bauorganisation . In: Bauforschung und ihr
Beitrag zum Entwurf. Zürich : Verlag der Fachvereine u.a., 1993, S. 67-91.
4. Schuller, Manfred ; Eck, Thomas ; Schneider, Ernst: Phantasie der Maler oder ein Abbild
der Wirklichkeit? - Die Farbigkeit gotischer Palastfassaden in Venedig . In: Forschung, Mit-
teilungen der DFG 3 (1994), S. 4-7
Regensburger Dom
Projektleitung: Das großangelegte interdisziplinäre Forschungsprojekt wird seit
Prof. Dr.-Ing. Manfred 1986 zusammen mit Prof. Dr. Achim Hubel geleitet und in enger
Schuller Zusmmenarbeit mit zahlreichen Wissenschaftlern und dem hohen
Prof. Dr. Achim Hubel
Beteiligte: Einsatz studentischer Mitarbeiter durchgeführt. Der Regensburger
Prof. Dr. Peter Kurmann Dom ist das bedeutendste Bauwerk der Gotik in Süddeutschland,
(Schweiz) das dazu in einem ungewöhnlich guten Erhaltungszustand die Viel-
Dr. Renate Kroos schichtigkeit einer mittelalterlichen Bischofskirche in Architektur,
Dr Peter Morsbach
Skulptur, Glasmalerei, Altar- und sonstiger liturgischer Ausstattung
[Link] Fuchs
Dr. Jürgen Michler als Gesamtheit zeigen kann. Die Möglichkeit für einen Neuansatz in
Dr. Katarina Papajanni der Erforschung des Domes boten seine Innenrestaurierung in den
und zahlreiche wissen- Jahren von 1985-1988 und die seit 1989 betriebene Außenrestau-
schaftliche Mitarbeiter rierung mit der Aufstellung von Gerüsten. Das interdisziplinäre For-
Beginn: 1.11.1986
Förderer:
schungsprojekt erhielt eine hohe finanzielle Förderung durch die
Deutsche Forschungsge- deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bayerische Landesamt für
meinschaft Denkmalpflege, die Universität Bamberg und die Diözese Regens-
Bayerisches Landesamt burg. Zahlreiche Fachkollegen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen
für Denkmalpflege Spezialkenntnissen waren und sind an der Forschung beteiligt. Die
Universität Bamberg
Diözese Regensburg ersten Ergebnisse wurden bereits in verschiedenen Publikationen
Seite 554
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
vorgelegt. Im Jahr 2001 wird die riesige Materialsammlung abge-
schlossen werden. Die Einzelergebnisse der verschiedenen Fachge-
biete werden seit dem Jahr 2000 intensiv zusammengefügt und
vernetzt. Ziel ist die bisher nicht geleistete Gesamtdarstellung einer
gotischen Kathedrale als Kunstwerk, als technisch-logistische Lei-
stung und in ihrer vielfältigen Nutzung, die vorbildlich für die Erfor-
schung mittelalterlicher Kirchenbauten insgesamt werden könnte.
Der Bauforschung kommt in diesem Projekt die komplexe Aufgabe
der Entflechtung der komplizierten Baugeschichte über den Zeit-
raum von 1270 bis 1500, die Darstellung der historischen Bautech-
niken und der Bauorganisation einer mittelalterliche Großbaustelle
zu.
Publikationen
1. Schuller, Manfred: Bauforschung
0XX . In: Der Dom zu Regensburg, Ausgrabung, Restaurie-
rung, Forschung. 3. Aufl. München : Schnell und Steiner, 1990, S. 168-223.
2. Schuller, Manfred: Die Confessio des mittelalterlichen Hochaltars im Regensburger Dom .
In: Festschrift Walter Haas. München : Deutscher Kunstverlag, 1994, (architectura
Bd. 24), S. 225-238.
3. Schuller, Manfred ; Hubel, Achim: Der Dom zu Regensburg - Vom Bauen und Gestalten ei-
ner gotischen Kathedrale . Regensburg : Verlag Friedrich Pustet, 1995
4. Schuller, Manfred ; Hubel, Achim: Regensburger Dom. Das Hauptportal . Regensburg : Mit-
telbayerischer Verlag, 2000
5. Caston, Philip S.C.: Der Vierungsturm des Regensburger Domes . In: Ders. (Hrsg.) : Spät-
mittelalterliche Vierungstürme im deutschsprachigen Raum - Konstruktion und Bauge-
schichte. Petersberg : Imhof, 1997, S. -.
Sakralarchitektur der Renaissance in Venedig
Projektleitung: Santa Maria dei Miracoli: In mehreren Jahren konnte die bekann-
Prof. Dr.-Ing. Manfred te Renaissance-Kirche von Pietro Lombardo komplett mit allen
Schuller Grundrissen, Schnitten und Wandansichten als Dokumentations-
Beteiligte:
Dipl.-Ing. (FH) Maren Lüp- grundlage einer von der venezianischen Denkmalpflege beaufsich-
nitz tigten und durch Gelder einer amerikanischen Organisation zur
Dipl.-Ing. (FH) Elisabetta Rettung Venedigs (Save Venice) finanzierten Modellsanierung durch
Devoti Bamberger Absolventen vermessen werden. Die Kirche wurde 1997
Dipl.-Ing. (FH) Sabine
wieder eingeweiht. Zur Zeit ist die Vorbereitung einer umfangrei-
Gress
Dipl.-Ing. (FH) Julia Etzel chen Publikation aller Ergebnisse, angefangen von den restaurato-
Dipl.-Ing. (FH) Kristian rischen Arbeiten über die kunsthistorische Forschung zu Skulptur
Kaffenberger und Ornamentik bis zur Bau- und Restaurierungsgeschichte, ange-
Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Pet- laufen. Unser Beitrag betrifft über die Bauaufnahmearbeiten wichti-
zold
13 weitere Bamberger Ab-
ge Erkenntnisse zur Baugeschichte und Bautechnik. So wurde klar,
solventen daß fast alle die Kirche prägenden Marmorplatten der Inkrustation
Beginn: 1.1.1997 nicht mehr auf die Bauzeit um 1480 sondern auf eine umfassende
Förderer: Restaurierung des 19. Jahrhunderts zurückgehen, wobei deutliche
"Save Venice", amerikani- Modifikationen gegenüber dem ursprünglichen Zustand nachzuwei-
sche Organisation zur Ret-
tung Venedigs sen waren. Besondere Aufmerksamkeit legen wir auch auf die nor-
UNESCO malerweise nicht einsehbare Dachkonstruktionen über Langhaus
und Kuppel, die einmalig in der Geschichte der Baukonstruktion da-
steht. Zudem konnte die bisherige Meinung über den Bauablauf
komplett revidiert werden.
Seite 555
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
1997 erfolgte die Bauuntersuchung und -dokumentation der Capel-
la Gussoni, einer kleinen Seitenkapelle der Renaissance-Kirche
[Link] von 1480, sowie die ungewöhnliche Aufgabe der Rekonstruk-
tion des im 17. Jahrhundert abgebrochenen Lettners der Kirche
[Link]. Teile von ihm sind zu Seiten der Hauptchorwände der
Augustinerkirche Santo Stefano verbaut und zeigen selbst in den
Resten noch aufwendige architektonische Gestaltung und qualität-
volle Skulpturen aus der Frühphase der venezianischen Renais-
sance, trotz Interesse der Forschung kam man jedoch nie zu einer
Einigung über das ehemalige Aussehen. Erst ein Ausbau der Teile
unter Leitung der venezianischen Denkmalpflege eröffnete 1997 die
Chance zu einer genauen Untersuchung. Als überraschendes Ergeb-
nis konnte der Lettner schließlich als offene Kollonadenarchitektur
mit vollplastischen Säulen rekonstruiert und auch sein Standort in
der Kirche mit großer Sicherheit festgelegt werden, was das bislang
übliche Bild der Forschung erheblich revidiert. Die Arbeit erreicht
Modellcharakter in der Art des methodischen Vorgehens, was be-
reits durch die fachlichen Vertreter der Denkmalpflege und der
UNESCO bestätigt wurde.
Publikationen
1. Schuller, Manfred: Rilievi
0XXe risultati delle indagini della Bauforschung . In: Piana, Mario ;
Wolters, Wolfgang (Hrsg.) : Santa Maria dei miracoli a Venezia. Venezia : Istituto Veneto
di Scienze, Lettere e Arti, 2003, S. 327-384.
San Marco Venedig
Projektleitung: San Marco in Venedig gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten
Prof. Dr.-Ing. Manfred des Mittelalters. Dennoch ist die Baugeschichte trotz vielfacher An-
Schuller sätze in wesentlichen Punkten ungeklärt. Dies gilt insbesondere für
Beteiligte:
Dr. (des.) Karin Uetz die Entwicklung der Kirchenanlage des 11. Jhs. aus den in schriftli-
Beginn: 1.1.2002 chen Quellen und materiellen Zeugnissen fassbaren Vorgängerbau-
Förderer: ten, über die verschiedene Rekonstruktionshypothesen kursieren.
DFG seit 08.08.2003 Eine Schlüsselzone zur Klärung der hochkomplizierten Baugeschich-
te liegt im Bereich des Nordquerhauses, wo verschiedene Kapellen,
heute ungenutzte Nebenräume, sowie mehrere, auch künstlerisch
bedeutende Portale zu einem rätselhaften Architekturgebilde ver-
bunden sind. Hier soll vor dem 829 begonnenen Bau von San Marco
die Kirche des hl. Teodoro gestanden haben. Bisherige Untersu-
chungen hatten unter fehlenden Bauaufnahmen hoher Qualität so-
wie einer nicht konsequenten Einbeziehung aller schriftlicher
Unterlagen und Bildquellen zu leiden. Zudem blieben wichtige Be-
funde unter der praktisch vollflächigen Inkrustation der Wand- und
Pfeilerkonstruktionen verborgen. Seit 2002 sind auf Veranlassung
der Procuratoria di S. Marco der entscheidende Bereich der Nordfas-
sade außen und zusätzlich innen die wichtige Cappella di S. Isidoro
eingerüstet. Die geplanten restauratorischen Maßnahmen sehen
auch eine teilweise Entfernung der Inkrustationsplatten vor. Damit
bestehen beste Voraussetzungen und die auf sehr lange Zeit einma-
lige Möglichkeit, mit bewährten Methoden der Bauforschung einen
gesicherten Beitrag für die Bau- und Konstruktionsgeschichte von
San Marco zu erarbeiten.
Seite 556
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Projektunabhängige Publikationen
1. Schuller, Manfred: Die 0XX
dorische Architektur der Kykladen in spätarchaischer Zeit .
In: Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts 100 (1985), S. 319-398
2. Schuller, Manfred: Die Kaskade von Schloß Seehof . München : Lipp, 1986 (Arbeitsheft des
Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Nr. 29)
3. Schuller, Manfred: Historische Gärten: Schloß Oberschwappach und Orangerie Schloß See-
hof . In: Forschungsforum der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (1989), Nr. 1, S. 76-79
4. Schuller, Manfred: Bauforschung an der Universität Bamberg . In: Bericht über die 35. Ta-
gung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung 1988 (1990), S. 76-79
5. Schuller, Manfred ; Hubel, Achim: Der Regensburger Dom als Modellfall . In: Forschung,
Mitteilungen der DFG 2 (1990), S. 4-8
6. Schuller, Manfred: Der Artemistempel im Delion auf Paros . Berlin : De Gruyter, 1991
(Denkmäler antiker Architektur Bd. 18, Nr. 1)
7. Schuller, Manfred ; Badstübner, E. ; Dorgenloh, H. ; Gebeßler, A. ; Mader, G. ; Reichwald,
F. ; Wolters, W.: Das neue Museum in Berlin. Ein denkmalpflegerisches Plädoyer zur ergän-
zenden Wiederherstellung . In: Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin (1994), Nr. 1, S. 1-
8. Schuller, Manfred ; Borgmeyer, A. ; Diller, G. ; Spaenle, M.: Bauforschung am Neuen Mu-
seum . In: Berlins Museen, Geschichte und Zukunft. München : Deutscher Kunstverlag,
1994, S. -.
9. Schuller, Manfred: Die Arbeiten der Universität Bamberg an Schloß, Terrassenanlage und
Park von Oberschwappach . In: Die Restaurierung von Schloß Oberschwappach. München :
Lipp, 1996, (Arbeitsheft des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Nr. 71), S. 31-
55.
10. Schuller, Manfred: Mißachtet, Vergessen, Vernichtet .... Historische Bautechnik und die
Qualität des Details . In: Monumental. Festschrift für Michael Petzet zum 65. Geburtstag
am 12. April 1998. München : Lipp, 1998, (Arbeitsheft des Bayerischen Landesamtes für
Denkmalpflege, Nr. 100), S. 157-176.
Seite 557
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Denkmalpflege (Inst. Archäologie, Baufor-
schung, Denkmalpflege, Abteilung I)
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2402 Fax.: 0951/509437
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung: Die Professur für Denkmalpflege besteht seit 01.11.1981. Ihre
Prof. Dr. Achim Hubel Hauptaufgabe in der Lehre ist die Durchführung des Masterstudi-
Projektmitarbeiterin: engangs Denkmalpflege - Heritage Conservation. Er wird seit
Dipl.-Ing. Ingrid Brock
dem Wintersemster 2002/03 angeboten, verleiht den Absolventen
den Titel eines Master of Arts und löst das bisherige Aufbaustudi-
um Denkmalpflege ab, das ohne Verleihung eines akademischen Ti-
tels abschloß. Nach wie vor handelt es sich aber um einen Postgra-
duierten-Studiengang von zwei Semestern Dauer (zuzüglich der
Prüfungsphase), der von der Universität Bamberg und der Fach-
hochschule Coburg gemeinsam getragen wird. Seit der ersten Ab-
schlußprüfung 1983 haben bis jetzt über 750 Absolventen den
Postgraduierten-Studiengang erfolgreich abgeschlossen. Von der
Universität Bamberg sind außer der Professur für Denkmalpflege
auch die Professuren für Bauforschung und Baugeschichte so-
wie für Restaurierungswissenschaft in der Baudenkmalpflege
mit dem Großteil ihres Lehrdeputats am Aufbaustudium beteiligt.
Das Institut für Denkmalpflege und Bauforschung wurde im Som-
mersemester 2000 zum Institut für Archäologie, Bauforschung
und Denkmalpflege (Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit,
Bauforschung, Denkmalpflege, Restaurierungswissenschaft, Vor-
und Frühgeschichte) erweitert. Damit konnte im neuen Masterstu-
diengang auch die archäologische Denkmalpflege in das Lehrpro-
gramm aufgenommen werden.
Forschungsschwerpunkte
• Geschichte und Theorie der Denkmalpflege
• Denkmalkunde
• Wissenschaftliche Inventarisation
• Mittelalterliche Kunstgeschichte
• Stadterhaltung und Stadterneuerung, Theorie und Praxis, Geschich-
te 19./20. Jahrhundert (zusammen mit Frau Dipl.-Ing. Ingrid Brock)
Schlagworte:
• Denkmalpflege, Geschichte der Denkmalpflege, Theorie der Denk-
malpflege;
• Denkmalkunde, Inventarisation, Denkmaltopographie;
• Skulptur des Mittelalters; Glasmalerei des Mittelalters; Goldschmie-
dekunst;
• Stadterhaltung und Stadterneuerung: Stadtsanierung, Ensemble-
schutz, Stadtarchäologie, Freilegung, Rückbau, Rekonstruktion.
Kooperationsbeziehungen
Ständige Kooperation in Forschung und Lehre mit der Professur für
Bauforschung und Baugeschichte (Prof. Dr.-Ing. Manfred Schuller).
Seite 558
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Gemeinsames Institut für Archäologie, Bauforschung und
Denkmalpflege zusammen mit dem Lehrstuhl für Archäologie des
Mittelalters und der Neuzeit (Prof. Dr. Ingolf Ericsson) sowie den
Professuren für Bauforschung und Baugeschichte (Prof. Dr.-Ing.
Manfred Schuller), für Restaurierungswissenschaft in der Baudenk-
malpflege (Prof. Dr. Reiner Drewello) und für Vor- und Frühge-
schichte (Prof. Dr. Johannes Müller).
Mitglied (von 1996 - 1999 stellvertretender Sprecher, von 1999 -
2002 Sprecher) des Graduiertenkollegs Kunstwissenschaft -
Bauforschung - Denkmalpflege der Universität Bamberg und der
Technischen Universität Berlin, das 1996 von der DFG eingerichtet
worden ist und dessen Laufzeit nach der zweiten Verlängerung bis
zum 31. 3. 2005 bewilligt wurde. Antragsteller sind die Professoren
Rainer Drewello, Ingolf Ericsson, Achim Hubel, Bernd Schneidmül-
ler, Manfred Schuller (Universität Bamberg) sowie Adrian von Butt-
lar, Johannes Cramer, Dorothée Sack, Robert Suckale (TU Berlin).
Mitglied des Leitungsgremiums (von 1. 4. 2002 - 31. 3. 2004 ge-
schäftsführender Direktor) des Zentrums für Mittelalterstudien,
das am 1. 4. 1998 seine Arbeit aufgenommen hat. Das Zentrum ist
eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der mit Mittelalter-
forschung befaßten Fächer der Universität Bamberg. Es dient der fä-
cherübergreifenden Koordination und Organisation ihrer
mittelalterbezogenen Aktivitäten in Forschung, Lehre und Weiterbil-
dung.
Mitglied der Mittelalter-Kommission der Berlin-Brandenburgi-
schen Akademie der Wissenschaften, in dieser Funktion Pro-
jektleiter der Arbeitsstelle Potsdam des Corpus Vitrearum Medii
Aevi, einer Forschungsstelle, welche die erhaltenen mittelalterli-
chen Glasmalereien in den neuen Bundesländern dokumentiert und
wissenschaftlich bearbeitet.
Mitglied des Beirats des Hauses der Bayerischen Geschichte,
Augsburg.
Mitglied (von 1986 - 1998 1. Vorsitzender) des Arbeitskreises
Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. (Verband der Hoch-
schullehrer für Denkmalpflege).
Mitglied des Redaktionsbeirats der Zeitschrift "das münster - Zeit-
schrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft", Verlag Schnell
& Steiner, Regensburg.
Mitglied des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS (Internatio-
nal Council on Monuments and Sites)
Mitglied der ICOMOS-Expertengruppe für das Monitoring der
UNESCO-Welterbestätten in Deutschland (Berichterstatter für Bam-
berg). Seit 2003 Mitglied des Leitungsgremiums der ICOMOS-Ex-
pertengruppe.
Ständige Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denk-
malpflege, München
Seite 559
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wissenschaftliche Tagungen
"Ideenwerkstatt Denkmalkunde: Erfassen - Bewahren - Wei-
tergeben"
Kolloquium des Graduiertenkollegs "Kunstwissenschaft - Baufor-
schung - Denkmalpflege" der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und der Technischen Universität Berlin
Technische Universität Berlin, 21.-22. November 1997
"Ausbildung und Lehre in der Denkmalpflege"
Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmal-
pflege e.V.
Universität Bamberg, 16.-20. September 1998
"Hoch- und spätmittelalterlicher Stuck. Material - Verarbei-
tung - Erhaltung"
Kolloquium des Graduiertenkollegs "Kunstwissenschaft - Baufor-
schung - Denkmalpflege" der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und der Technischen Universität Berlin
Universität Bamberg, 16. - 18. März 2000
Internationales Kolloquium "Erhaltung und Erneuerung von
Stadtgefügen in antiken Großbauten, dargestellt am Beispiel
SPLIT/Kroatien, mit Vergleichen zu ROM und TRIER"
Institut für Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege der Uni-
versität Bamberg, mit Unterstützung durch das Zentrum für Mittel-
alterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Universität Bamberg, 10.-14. Oktober 2000
"Kunstgeschichte, Bauforschung, Restaurierungswissen-
schaften und Denkmalpflege im Dienst der Bau- und Kunst-
werke"
Kolloquium des Graduiertenkollegs "Kunstwissenschaft - Baufor-
schung - Denkmalpflege" der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und der Technischen Universität Berlin
Technische Universität Berlin, 16.-18. Februar 2001
Interdisziplinäres Kolloquium "Aufbruch ins zweite Jahrtau-
send"
veranstaltet vom Zentrum für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-
Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Haus der Bayeri-
schen Geschichte Augsburg
Universität Bamberg, 25.-27. September 2002
Gemeinsame Organisation der Tagung: Rolf Bergmann, Ingolf Eric-
sson, Achim Hubel und Bernd Schneidmüller
Veröffentlichungsreihen
• Bamberger Studien zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege, hrsg.
von Achim Hubel und Robert Suckale
• Publikationen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpfle-
ge e.V., hrsg. von Achim Hubel u.a.
• Beiträge zur Denkmalpflege und Bauforschung, hrsg. von Achim Hu-
bel und Manfred Schuller, LIT Verlag, Münster
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Forschungsprojekte
Bau-, Kunst- und Funktionsgeschichte des Regensburger Domes als Modellfall
Projektleitung: Der Regensburger Dom dürfte das bedeutendste gotische Bauwerk
Prof. Dr. Achim Hubel in Süddeutschland sein. Umso erstaunlicher ist, daß es bis heute
Prof. Dr.-Ing. Manfred keine übergreifende monographische Bearbeitung dieser Kathedrale
Schuller
Beteiligte: gibt. Entsprechend wird sie in der kunsthistorischen Literatur, aber
Dr. Renate Kroos, Mün- auch im allgemeinen Bewußtsein unterschätzt. Dabei liegt in Re-
chen gensburg ein seltener Fall vor: Die Architektur ist vom Fundament
Prof. Dr. Peter Kurmann, bis zum Dach vorzüglich erhalten; selbst mittelalterliche Fassaden-
Fribourg
risse befinden sich im Domschatz. Skulpturen, Glasmalereien, Altä-
Dr. Friedrich Fuchs, Re-
gensburg re und liturgische Ausstattung haben die Jahrhunderte in großer
Dr. Jürgen Michler, Alt- Fülle und in hoher Qualität überdauert. Erst das Zusammenspiel all
heim (Linzgau) dieser Gattungen verbunden mit den vielschichtigen Nutzungen ließ
Dr. Peter Morsbach, Re- das Phänomen einer mittelalterlichen Kathedrale möglich werden.
gensburg
Beginn: 1.7.1985
Während sonst wissenschaftliche Untersuchungen meist auf eine
Förderer: Gattung beschränkt bleiben und sich somit nur Teilaspekte klären
DFG lassen, ist unser Ziel eine übergreifende Gesamtschau.
Bayerisches Landesamt
für Denkmalpflege Die äußeren Möglichkeiten hierfür boten die 1985-1988 durchge-
Diözese Regensburg führte Innenrestaurierung und die seit 1989 betriebene Außenreini-
Universität Bamberg gung des Regensburger Domes. Sie ermöglichten es, von den
Gerüsten aus auch den entferntesten Schlußstein aus nächster Nähe
zu beurteilen und den Bau bis in den verstecktesten Winkel auszu-
spähen. Es gelang, ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der Uni-
versität Bamberg zu initiieren, das hohe finanzielle Förderung durch
die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bayerische Landesamt
für Denkmalpflege, die Universität Bamberg und die Diözese Re-
gensburg erhielt. Ein derartiges Unternehmen verlangt das Zusam-
menwirken vieler Fachkollegen und Mitarbeiter mit höchst
unterschiedlichen Spezialkenntnissen, von der liturgiewissenschaft-
lich orientierten Kunsthistorikerin (Renate Kroos) über Bauforscher
und Architekturhistoriker (Peter Kurmann) bis zu Naturwissen-
schaftlern, etwa dem Dendrochronologen. Zu ihnen gesellten sich
zahlreiche Studierende des Aufbaustudiums Denkmalpflege der Uni-
versität Bamberg. Aus dieser Verbindung von Forschung und Lehre
an einem praktischen Beispiel reifte in der Zwischenzeit ein hoff-
nungsvoller wissenschaftlicher Nachwuchs heran. So ist ein vielköp-
figes Team zusammengewachsen, ohne dessen Einsatz und
Idealismus das Gesamtprojekt nicht hätte entstehen können. Mitt-
lerweile nähert sich die Außenreinigung ihrem Ende, die Wandflä-
chen des Domes waren bis Ende 1999 alle eingerüstet und konnten
von uns untersucht werden. Als letztes steht noch das Hauptportal
der Westfassade an, dessen Konservierung und Reinigung gegen-
wärtig durchgeführt wird; die umfangreichen und schwierigen Ar-
beiten dürften bis 2006 abgeschlossen sein.
Im Rahmen des Forschungsprojektes soll die Entstehungsgeschich-
te des Domes vom Abbruch des romanischen Baus bis zur Einstel-
lung der Bauarbeiten am Ende des Mittelalters chronologisch
verfolgt werden. Man wird die Kathedrale buchstäblich von Jahr-
zehnt zu Jahrzehnt wachsen sehen. Die Persönlichkeiten besonders
engagierter Bischöfe und Baumeister sollen lebendig werden, aber
auch die Leistungen der anonym bleibenden Bauleute und Kunst-
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
handwerker. Während an der Baustelle noch um die technische und
formale Bewältigung gerungen und um Grundstücke gestritten wur-
de, entstanden bereits Skulpturen und Altäre, wurden Glasfenster
gestiftet, liturgische Geräte und Paramente beschafft. Da der Dom
nicht wie ein moderner Bau einheitlich von unten nach oben wuchs,
sondern in einzelnen Segmenten von Osten nach Westen, konnten
die jeweils fertiggestellten Raumteile sofort in die Gesamtnutzung
integriert werden. Zwar galt eine gotische Kathedrale schon immer
als ein auch technisches Wunderwerk, doch die Schwierigkeiten der
Realisierung und die gefundenen Lösungen waren bisher nicht so
genau bekannt.
Der Erfolg des Projektes beruht wesentlich auf der intensiven Ver-
netzung der verschiedenen Disziplinen und dem ständigen Aus-
tausch der beteiligten Wissenschaftler. Gerade bei einer Kathedrale
mit ihrer engen Verknüpfung von Architektur und Skulptur scheint
dies eine selbstverständliche Forderung zu sein, wurde aber in der
Praxis bisher nicht oder nur teilweise realisiert. Derzeit geht es dar-
um, die gewaltige Materialfülle der unterschiedlichen Disziplinen sy-
stematisch zusammenzuführen. Mittlerweile wurden alle Planzeich-
nungen und das gesamte Fotoarchiv des Projekts eingescannt und
in einer Datenbank systematisch erfasst, so dass sie für die Endpu-
blikation bereits als druckfertige Dateien vorliegen. In einem unmit-
telbar kooperierenden Forschungsprojekt, das vom Schweizer
Nationalfonds finanziert wird, untersucht gegenwärtig Peter Kur-
mann - unterstützt von Marc Carel Schurr und Katarina Papajanni -
die Architektur der europäischen Gotik um 1300, damit der Regens-
burger Dom in den Kontext der europäischen Baukunst seiner Zeit
eingeordnet werden kann. Außerdem gibt es im Bereich des Haupt-
portals noch offene Fragen. Die gegenwärtige Einrüstung und die
vorbereitenden Untersuchungen zur Restaurierung des Hauptpor-
tals geben die Gelegenheit, Klarheit zu verschaffen. Eine exakte
zeichnerische Bauaufnahme des gesamten Portalzusammenhanges
wird voraussichtlich die genaue Entstehungsgeschichte der Portal-
architektur klären. Außerdem fand vom 27. - 30. September 2000 -
in vielfältiger Zusammenarbeit mit uns - ein internationales Kollo-
quium statt, das die wissenschaftlichen und konservatorischen Fra-
gestellungen des Portals zum Thema hatte. Die Ergebnisse wurden
in einem Tagungsband publiziert. Nach Abschluß unserer Untersu-
chungen am Hauptportal wird unverzüglich die Vorbereitung der
mehrbändigen Endpublikation angegangen.
Publikationen
1. Hubel, Achim: Der Erminoldmeister
0XX und die deutsche Skulptur des 13. Jahrhunderts .
In: Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg 8 (1974), S. 53-241
2. Hubel, Achim: Domschatzmuseum Regensburg, Schnell Kunstführer Nr. 1040 . München-
Zürich : Verlag Schnell und Steiner, 1975. - 32 Seiten.
3. Hubel, Achim: Funktion und Geschichte des Hochaltars im Regensburger Dom .
In: Schwaiger, Georg (Hrsg.) : Der Regensburger Dom. Beiträge zu seiner Geschichte.
Regensburg : Verlag Schnell und Steiner, 1976, (Beiträge zur Geschichte des Bistums Re-
gensburg Bd. 10), S. 335-364.
4. Hubel, Achim: Der Regensburger Domschatz . München - Zürich : Schnell und Steiner,
1976 (Kirchliche Schatzkammern und Museen, hrsg. von Hugo Schnell und Paul Mai Bd. 1)
. - 504 Seiten. ISBN 3-7954-0411-8
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
5. Hubel, Achim: Die Glasmalereien des Regensburger Domes . München-Zürich : Verlag
Schnell und Steiner, 1981. - 156 Seiten. ISBN 3-7954-0428-2
6. Hubel, Achim: Die gotischen Baldachinaltäre in den Nebenchören des Regensburger Domes
. In: Festschrift für Norbert Lieb zum 80. Geburtstag. München : Verein für Christliche
Kunst in München, 1987, (Jahrbuch des Vereins für christliche Kunst Bd. XVI), S. 39-55,
331-337. - ISBN 3-925478-02-7
7. Hubel, Achim ; Kurmann, Peter: Der Regensburger Dom. Architektur - Plastik - Ausstattung
- Glasfenster . München - Zürich : Verlag Schnell & Steiner, 1989 (Große Kunstführer
Bd. 165) . - 112 Seiten. ISBN 3-7954-0689-7
8. Hubel, Achim: La fabrique de Ratisbonne . In: Recht, Roland (Hrsg.) : Ausstellungskatalog
"Les bâtisseurs des cathédrales gothiques". Strasbourg : Editions les Musées de la ville de
Strasbourg, 1989, S. 164-177.
9. Hubel, Achim: Rezensionsaufsatz zu Gabriela Fritzsche, Die mittelalterlichen Glasmalereien
im Regensburger Dom, Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Band 13,1 .
In: Kunstchronik 42 (1989), S. 358-383
10. Hubel, Achim ; Schuller, Manfred ; Eck, Thomas ; Fischer, Barbara ; Fuchs, Friedrich: For-
schungsprojekt "Bau-, Kunst- und Funktionsgeschichte des Regensburger Domes als Mo-
dellfall" . In: Forschungsforum. Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
(1989), Nr. 1, S. 37-75
11. Hubel, Achim: Das Forschungsprojekt "Bau-, Kunst- und Funktionsgeschichte des Regens-
burger Domes als Modellfall" . In: Ausstellungskatalog "Der Dom zu Regensburg. Ausgra-
bung - Restaurierung - Forschung" (Regensburg 1989 und Bonn-Bad Godesberg 1990). 3.
Aufl. München-Zürich : Verlag Schnell und Steiner, 1990, S. 158-167. - ISBN 3-7954-
0649-8
12. Hubel, Achim: Der Dom zu Regensburg: seine Erforschung und seine Restaurierungen seit
der Säkularisation . In: Ausstellungskatalog "Der Dom zu Regensburg. Ausgrabung - Re-
staurierung - Forschung" (Regensburg 1989 und Bonn-Bad Godesberg 1990). 3. Aufl. Mün-
chen-Zürich : Verlag Schnell und Steiner, 1990, S. 9-24. - ISBN 3-7954-0649-8
13. Hubel, Achim: Mittelalterliche Plastik in Kreuzgang und Kapitelhaus des Regensburger Do-
mes . In: Ausstellungskatalog "Der Dom zu Regensburg. Ausgrabung - Restaurierung - For-
schung" (Regensburg 1989 und Bonn-Bad Godesberg 1990). 3. Aufl. München-Zürich :
Verlag Schnell und Steiner, 1990, S. 53-72. - ISBN 3-7954-0649-8
14. Hubel, Achim ; Schuller, Manfred: Der Regensburger Dom als Modellfall: Detektivarbeit von
Bauforschern und Kunsthistorikern . In: forschung. Mitteilungen der Deutschen For-
schungsgemeinschaft (1990), Nr. 2, S. 4-8
15. Hubel, Achim: Der Erminoldmeister. Überlegungen zu Person und Werk . In: Emmerig,
Ernst ; Färber, Konrad M. (Hrsg.) : Regensburger Almanach 1993. Regensburg : Buchver-
lag der Mittelbayerischen Zeitung, 1993, (Regensburger Almanach Bd. 26), S. 197-207. -
ISBN 3-927529-21-4
16. Hubel, Achim: Die Glasmalereien des Regensburger Domes, Schnell Kunstführer Nr. 1299
. 2. Aufl. München-Zürich : Verlag Schnell und Steiner, 1994. - 40 Seiten.
17. Hubel, Achim ; Schuller, Manfred: Der Dom zu Regensburg. Vom Bauen und Gestalten einer
gotischen Kathedrale. Unter Mitarbeit von Friedrich Fuchs und Renate Kroos . Regensburg :
Verlag Friedrich Pustet, 1995. - 164 Seiten. ISBN 3-7917-1449-X
18. Hubel, Achim ; Schuller, Manfred: Regensburger Dom. Das Hauptportal . Regensburg : Mit-
telbayerischer Verlag, 2000. - 100 Seiten. ISBN 9-931904-75-X
19. Hubel, Achim: Kunstgeschichtliche Fragen zum Hauptportal des Regensburger Doms - Iko-
nographie und Stil . In: Domstiftung Regensburg (Hrsg.) : "Turm - Fassade - Portal" (Col-
loquium zur Bauforschung, Kunstwissenschaft und Denkmalpflege an den Domen von
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wien, Prag und Regensburg Regensburg 27.-30.09.2000). Regensburg : Verlag Schnell &
Steiner, 2001, S. 23-32. - ISBN 3-7954-1409-1
20. Hubel, Achim: Der Umgang mit der Lücke: Rekonstruktion - Neuschöpfung - Kopie - Abguß.
Historischer Rückblick und kritische Analyse . In: Domstiftung Regensburg (Hrsg.) : "Turm
- Fassade - Portal" (Colloquium zur Bauforschung, Kunstwissenschaft und Denkmalpflege
an den Domen von Wien, Prag und Regensburg Regensburg 27.-30.09.2000).
Regensburg : Verlag Schnell & Steiner, 2001, S. 171-181. - ISBN 3-7954-1409-1
21. Hubel, Achim ; Schuller, Manfred: Neue Erkenntnisse dank intensiver Vernetzung. Das For-
schungsprojekt "Bau-, Kunst- und Funktionsgeschichte des Regensburger Doms als Modell-
fall" . In: Forschungsforum. Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (2001),
Nr. 10, S. 68-73
22. Hubel, Achim: Die Glasmalereien des Regensburger Domes . 3., überarb. Aufl.
Regensburg : Schnell & Steiner, 2002 (Schnell Kunstführer, Nr. 1299) . - 40 Seiten.
ISBN 3-7954-5012-8
23. Hubel, Achim: Regensburg, Dom, Glasfenster Auferstehung Christi . In: Berlin-Branden-
burgische Akademie der Wissenschaften ; Österreichisches Bundesdenkmalamt Wien ;
Schweizerisches Zentrum für Forschung und Information zur Glasmalerei Romont (Hrsg.)
: Glasmalerei aus acht Jahrhunderten. 2. Aufl. Leipzig : Edition Leipzig, 1999, S. 44 f.. -
ISBN 3-361-00479-9
24. Hubel, Achim: Dom St. Peter Regensburg . 10. völlig neu bearb. Aufl. Regensburg : Verlag
Schnell & Steiner, 2003 (Schnell Kunstführer, Nr. 41) . - 50 Seiten. ISBN 3-7954-4100-5
Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Band Thüringen
Projektleitung: Das Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, eines der prominen-
Prof. Dr. Achim Hubel testen, für den Kunsthistoriker wie für den Denkmalpfleger unent-
Beteiligte: behrlichen Handbücher, wurde im Jahre 1900 vom "Tag für
Stephanie Eißing, Bam-
berg Denkmalpflege" begründet und in der ersten Auflage von Georg De-
Franz Jäger, Jena hio 1905 bis 1912 herausgegeben. Seitdem erscheinen regelmäßig
Laufzeit: 1.9.1992 - Neubearbeitungen und Neuauflagen in unterschiedlichen regionalen
1.4.1998 Aufteilungen. Die wichtigste Aufgabe der wissenschaftlichen Bear-
Förderer:
beiter besteht darin, sich einen möglichst vollständigen Überblick
Bundesministerium für
Forschung und Technolo- über den Denkmälerbestand einer Region zu verschaffen, dann das
gie Material zu sichten und die für die Aufnahme ausgewählten Objekte
Mitwirkende Institutio- zu beschreiben, aber auch zu würdigen und in ihren städtebauli-
nen: chen, sozial- und funktionsgeschichtlichen Zusammenhängen zu
Wissenschaftliche Vereini-
gung zur Fortführung des
charakterisieren. Gerade die Erweiterung des Denkmalbegriffs in
kunsttopographischen den letzten 30 Jahren, die Industrie- und Technikdenkmäler, Gar-
Werkes von Georg Dehio tendenkmäler und Bauten des 19. und 20. Jahrhunderts in den
e.V. Denkmälerkomplex einbezieht, verlangt nach grundlegenden Über-
Kontakt: arbeitungen.
Dr. Dieter Josef Martin
Tel.: 0951/863 2424 Für die neuen Bundesländer erwies sich die Aufgabenstellung als be-
sonders schwierig, da hier die wissenschaftliche Aktualität längst
nicht mehr gegeben ist. Beispielsweise war in Thüringen die erste,
1907 von Dehio erarbeitete Fassung des Handbuchs nie mehr er-
gänzt, geschweige denn überarbeitet worden. Es war seitdem auch
kein vergleichbares Handbuch über den Denkmälerbestand Thürin-
gens erschienen. Deshalb hat der Projektleiter, der an der Bearbei-
tung des 1991 erschienenen Dehio-Handbuchs Bayern
V:Regensburg und die Oberpfalz wesentlich beteiligt war, 1992
die wissenschaftliche Leitung der völligen Neubearbeitung des De-
hio-Bandes Thüringen übernommen. Außerdem bestellte die "De-
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
hio-Vereinigung" (Wissenschaftliche Vereinigung zur Fortführung
des kunsttopographischen Werkes von Georg Dehio e.V.) einen Re-
daktionsausschuß, dem außer dem Projektleiter die Kollegen Dr.
Hans Caspary (Mainz) und Prof. Dr. Hans-Herbert Möller (Hannover)
angehörten.
Dr. Dieter Martin (Institut für Archäologie, Bauforschung und Denk-
malpflege der Universität Bamberg) ist seit Jahren der Geschäfts-
führer der "Dehio-Vereinigung". Die Finanzierung des Forschungs-
projektes "Dehio Thüringen" ist seiner Initiative zu verdanken. Ent-
scheidend war dabei die Förderung durch das Bundesministerium
für Forschung und Technologie: Für den Zeitraum von vier Jahren
standen die Mittel zur Verfügung, um zwei wissenschaftliche Mitar-
beiter und 12 weitere, über Werkverträge beschäftigte Autoren zu
finanzieren. Da die vorhandenen Unterlagen, auch die Denkmalli-
sten des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege, völlig un-
zureichend waren, mußten die Mitarbeiter systematisch alle Orte
bereisen und den gesamten Denkmalbestand kennenlernen, um
dann die für das Dehio-Handbuch relevante, repräsentative Auswahl
zu treffen. Um hier den Überblick nicht zu verlieren, war ein exakter
Zeitplan erarbeitet worden, der für die gesamte Laufzeit des Projek-
tes galt und Zeitvorgaben für die Bearbeitung aller Bezirke Thürin-
gens gab. In regelmäßigen Arbeitssitzungen kam der Projektleiter
mit den Mitarbeitern zusammen, um aktuelle Fragen zu diskutieren,
fertige Texte in gemeinsamer kritischer Analyse zu besprechen und
die Bearbeitungskriterien untereinander abzustimmen. Mehrfach
wurden schwierig zu bearbeitende oder besonders komplexe Objek-
te direkt besucht, entweder zusammen mit dem Berichterstatter
oder mit dem Redaktionsausschuß, und die Texte vor den Originalen
diskutiert.
Erfreulicherweise konnte der gestellte zeitliche Rahmen weitgehend
eingehalten werden. Nach umfangreichen redaktionellen Arbeiten
gelang es, den fertigen Band anläßlich der Jahrestagung der Verei-
nigung der Landesdenkmalpfleger im Juni 1998 der Öffentlichkeit
vorzustellen. Der Band umfaßt 1.486 Seiten mit ca. 150 Grundris-
sen und Plänen und ist im Deutschen Kunstverlag München erschie-
nen.
Publikationen
1. Drexler, Jolanda ; Hubel,
0XX Achim: Georg Dehio - Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler
- Bayern V: Regensburg und die Oberpfalz . München - Berlin : Deutscher Kunstverlag,
1991. - 872 Seiten. ISBN 3-422-03011-5
2. Eißing, Stephanie ; Jäger, Franz: Georg Dehio - Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler:
Thüringen . München - Berlin : Deutscher Kunstverlag, 1998. - 1486 Seiten. ISBN 3-422-
03050-6
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Denkmaltopographien
Projektleitung: Das Forschungsvorhaben existiert als übergreifendes Projekt seit
Prof. Dr. Achim Hubel 1984, damals unter dem Namen "Fotothek Oberfranken" von Achim
Beteiligte: Hubel und Robert Suckale gegründet. In Ausweitung der Zielsetzung
Sitzmann, Katharina
Wenig, Barbara wurde 1988 die neue Bezeichnung "Denkmaltopographien" gewählt,
Borgmeyer, Anke da es längst nicht mehr nur um die fotografische Dokumentation
Wellnhofer, Angelika geht, sondern um die weitergehende und anspruchsvolle Arbeit der
Beginn: 1.1.1988 wissenschaftlichen Inventarisation. Ziel des Vorhabens ist die syste-
Förderer:
matische, gründliche und lückenlose Erfassung der Bau- und Kunst-
Bayerisches Landesamt
für Denkmalpflege denkmäler ausgewählter Städte bzw. Landkreise in Bayern. Hier
Arbeitsämter Bamberg, muß auf ein erhebliches Informationsdefizit hingewiesen werden.
Forchheim und Regens- Obwohl nämlich die Inventarisation der uns umgebenden Kulturgü-
burg ter seit der Institutionalisierung der Denkmalpflege im 19. Jahrhun-
Universität Bamberg
Rotary Club Regensburg
dert zu den wichtigsten Aufgaben konservatorischer Tätigkeit
Mitwirkende Institutio- gehört, sind weite Bereiche Bayerns bis heute überhaupt noch nicht
nen: nach wissenschaftlichen Methoden erfaßt; in anderen Gebieten liegt
Bayerisches Landesamt die Inventarisation so lange zurück (zwischen etwa 1890 und 1940),
für Denkmalpflege daß der - nach heutigen Begriffen erheblich erweiterte und verän-
derte - Denkmalbestand unbedingt neu aufgenommen werden muß.
In enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für
Denkmalpflege werden deshalb Einzelprojekte der systematischen
Inventarisation durchgeführt. Sie erfolgen nach den Richtlinien der
Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland. Dar-
über hinaus wurden die Untersuchungen anfangs noch ausgeweitet,
um in der Reihe der Baualterspläne zur Stadtsanierung eine
ausführlichere Analyse der bauhistorischen Substanz der behandel-
ten Altstädte zu leisten. Hingewiesen sei auf die ausführliche Dar-
stellung der Forschungsziele im Heft 1 des "Forschungsforum -
Berichte aus der Otto - Friedrich - Universität Bamberg. Erfolgreich
abgeschlossen werden konnte als erstes die von Katharina Sitzmann
verfaßte Denkmaltopographie der Stadt Forchheim. Im An-
schluß daran erarbeitete Barbara Wenig bis 1989 einen Baualters-
plan der Stadt Forchheim, der 1995 in Buchform erschien.
Ebenso konnte Katharina Sitzmann 1991 den Baualtersplan der
Stadt Bayreuth - Innenstadt und barocke Stadterweiterung
vorlegen; leider war eine Drucklegung bisher nicht möglich, da die
Reihe der "Baualterspläne zur Stadtsanierung" des Bayerischen
Landesamtes für Denkmalpflege nicht weitergeführt wird.
Das 1992 begonnene Vorhaben der Denkmaltopographie der
Stadt Regensburg konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die
Bearbeiter Achim Hubel, Anke Borgmeyer, Andreas Tillmann und
Angelika Wellnhofer legten das fertige Manuskript im Sommer 1995
vor. Unmittelbar danach begann die zeitraubende Arbeit der redak-
tionellen Bearbeitung und der Beschaffung der Fotos, die bei einem
Umfang von etwa 900 Druckseiten (im Großformat) und knapp
4.000 Abbildungen noch einmal größte Anstrengungen erforderten,
auch wenn wir tatkräftig vom Bayerischen Landesamt für Denkmal-
pflege unterstützt worden sind. Am 16. Mai 1997 konnte der fertige
Band der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die zweite, weitgehend
unveränderte Auflage erschien im Oktober 1997.
Jede Denkmaltopographie enthält eine lückenlose Erfassung und
Beschreibung aller Bau- und Kunstdenkmäler sowie der archäologi-
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
schen Denkmäler des zu behandelnden Bereichs. Dabei ist stets der
neueste Forschungsstand zu berücksichtigen; eigene Forschungser-
gebnisse sind unmittelbar einzuarbeiten. Die Texte müssen mit prä-
gnanten Formulierungen den Bestand beschreiben, kunsthistorisch
würdigen und strukturelle Zusammenhänge aufzeigen. Darüber hin-
aus sind sämtliche Denkmäler auch fotografisch zu erfassen, ein-
schließlich charakteristischer Innenansichten und besonders
hervorzuhebender Einzelkunstwerke der Ausstattung. Ausführliche
Einleitungskapitel zur Geschichte und Kunstgeschichte der behan-
delten Region sowie zur historischen Kulturlandschaft bzw. zur
Stadtgestalt sind zu erstellen. Innerhalb der Ortsbeschreibungen
haben einführende Beiträge zu den Straßen und Plätzen sowie zu
einzelnen Ortsteilen die topographischen Zusammenhänge herzu-
stellen und die übergreifende Bedeutung für die Ortsgestalt zu wür-
digen.
Publikationen
1. Hubel, Achim ; Suckale,0XX
Robert ; Sitzmann, Katharina ; Wenig, Barbara: Forschungsprojekt
"Denkmaltopographie Oberfranken" . In: Oppolzer, Siegfried (Hrsg.) : Interdisziplinäre
Siedlungs-, Bau- und Kunstgeschichte. Bamberg : Otto-Friedrich-Universität Bamberg,
1989, (Forschungsforum - Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg Bd. 1),
S. 91-102. ISSN 0937-0722
2. Sitzmann, Katharina: Stadt Forchheim. Ensembles - Baudenkmäler - Archäologische Ge-
ländedenkmäler . München - Zürich : Verlag Schnell & Steiner, 1989 (Denkmäler in Bayern,
hrsg. von Generalkonservator Prof. Dr. Michael Petzet, Bayerisches Landesamt für Denk-
malpflege Bd. IV.53/1) . - 168 Seiten. ISBN 3-7954-1006-1
3. Sitzmann, Katharina: Baualtersplan der Stadt Bayreuth - Innenstadt und barocke Stadter-
weiterung. Manuskript . Bayreuth : Stadt Bayreuth, 1991. - 664 Seiten.
4. Wenig, Barbara: Von Haus zu Haus. Ein Blick in die Geschichte Forchheimer Häuser .
Forchheim : Stadt Forchheim, 1995. - 648 Seiten.
5. Borgmeyer, Anke ; Hubel, Achim ; Tillmann, Andreas ; Wellnhofer, Angelika: Stadt Regens-
burg. Ensembles - Baudenkmäler - Archäologische Denkmäler . 2. Aufl. Regensburg : Mit-
telbayerische Druck- und Verlags-Gesellschaft, 1997 (Denkmäler in Bayern, hrsg. von
Generalkonservator Prof. Dr. Michael Petzet, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Bd. III.37) . - 890 Seiten. ISBN 3-927529-92-3
Der Bamberger Dom: Geschichte der Architektur und Skulptur bis um 1225
Projektleitung: Der Bamberger Dom ist in seiner Baugeschichte und in der relativen
Prof. Dr. Achim Hubel Chronologie der Bauabfolge recht gut erforscht. Dennoch hat sich
Beteiligte: gerade in jüngster Zeit herausgestellt, daß einige Fragen noch der
Prof. Dr.-Ing. Manfred
Schuller Klärung bedürfen. Vor allem ist der Kenntnisstand zum Dom höchst
Beginn: 1.1.1997 unterschiedlich: Während die Baugeschichte von etwa 1225 (Für-
Förderer: stenportal) bis zur Schlußweihe 1237 relativ gut bekannt ist und zu-
Universität Bamberg letzt durch die Forschungen von Manfred Schuller endgültig geklärt
Kontakt:
werden konnte, muß die Frage nach der Chronologie der östlichen
Prof. Dr. Achim Hubel
Tel.: 0951/863 2401, E- Bauteile neu durchdacht werden. Der bisher vermutete Baubeginn
Mail: [Link]@ggeo. um 1215 und die direkte Verbindung des Domneubaus mit dem
[Link] Bamberger Bischof Ekbert von Andechs-Meranien halten einer nä-
heren Überprüfung nicht stand. Bauherr wie Eigentümer einer Ka-
thedrale war nicht der Bischof, sondern das Domkapitel. Die vielen
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
nachweisbaren Planänderungen während des Baus, die auf konträr
gegeneinander stehende Konzepte zurückzuführen sind, weisen zu-
dem nicht auf eine einzelne Bauherrenpersönlichkeit hin, sondern
eher auf ein Kollektiv mit wechselnden Mehrheiten wie ein Domka-
pitel. Außerdem muß nach der dendrochronologisch nachgewiese-
nen Umdatierung des Wormser Domes die Geschichte der spät-
romanischen Architektur in Deutschland neu durchdacht werden.
Schließlich stellte sich heraus, daß der Dom von Worms nicht zwi-
schen etwa 1170 und 1220/30 entstanden ist, wie die Forschung
bisher annahm, sondern bereits um 1120/30 begonnen wurde und
mit dem überlieferten Datum einer Weihe von 1181 wahrscheinlich
fertig war. Da die Bauformen der Westteile in Worms mit denen der
Bamberger Ostteile deutliche Zusammenhänge aufweisen, ergeben
sich auch für Bamberg neue Datierungsmöglichkeiten.
In der Konsequenz wird es erforderlich sein, die östlichen Bauteile
des Bamberger Domes auf die Frage ihrer möglichen zeitlichen Ein-
ordnung und ihrer baulichen Abfolge hin zu untersuchen. Ebenso
muß man sich intensiv mit der Bauplastik der sog. "älteren" Stilpha-
se vor 1225 auseinandersetzen, vor allem mit ihren Stilformen, den
nachzuweisenden formalen wie technischen Unterschieden, der
möglichen Zuweisung an eine oder mehrere stilprägende Bildhauer-
persönlichkeiten und die im Vergleich mit stilistisch verwandten
Werken außerhalb des Domes denkbaren Datierungsvorschläge. Die
gründliche Analyse der Architektur und der Bauplastik bedarf der
ständigen interdisziplinären Abgleichung mit den Ergebnissen der
Bauforschung, die Manfred Schuller in einem parallel laufenden For-
schungsprojekt durchführt. Aus dem Vergleich der Ergebnisse zur
Bauabfolge, zu Zäsuren wie Planänderungen und zum ursprüngli-
chen Erscheinungsbild der Architektur mit dem kunsthistorisch er-
arbeiteten Kenntnisstand erhoffen wir eine weitgehend stringente
Klärung der oben skizzierten Forschungsdefizite.
Zudem muß den bisher vernachlässigten Fragen zu der ikonologi-
schen Bedeutung des Domneubaus nachgegangen werden. Zu erin-
nern ist etwa daran, daß bald nach dem Brand 1185 zwei
spektakuläre Heiligsprechungen stattfanden: die des hl. Bischofs
Otto von Bamberg (1189) und - von ganz besonderer Bedeutung -
die der hl. Kunigunde (1200). Die Tatsachen, daß im Scheitel des
neuen Bamberger Ostchors ein Kunigundenaltar stand, daß man in
einem Wandschrank dahinter, der nach außen durch ein Rundfen-
ster markiert ist, die goldene Reliquienbüste der hl. Kunigunde auf-
bewahrte und daß der Dom noch im 16. Jahrhundert als "St.
Kunigundens Werk" bezeichnet wurde, müssen bei der Analyse des
Baus gebührend berücksichtigt werden. Die enge Verbindung roma-
nischer Sakralarchitektur mit dem Heiligenkult werden wohl we-
sentliche Erkenntnisse zur Verbindung von Baugestalt, Funktion,
Geschichte und Liturgie bringen.
Darüber hinaus können weitere, noch ungeklärte Fragestellungen
aufgezeigt werden, denen im Rahmen von Dissertationen unter der
Betreuung des Projektleiters bzw. Manfred Schullers nachgegangen
wurde. So konnten vom Gerüst aus die im Dominneren befindlichen
Skulpturen der sog. "jüngeren" Bildhauerwerkstatt untersucht wer-
den. Bei Manfred Schuller promoviert die Bauforscherin Maren Zer-
bes, die alle technischen Befunde zu den ursprünglichen Stand-
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
orten, zu den verwendeten Bildhauer- und Versatztechniken, zu den
Baldachinen, den Bearbeitungsspuren und Veränderungen aus spä-
terer Zeit sammelt, um hier zu konkreteren Ergebnissen zu kom-
men. Parallel dazu entsteht eine weitere Dissertation, in der den
Spuren der farbigen Fassungen auf diesen Skulpturen nachgegan-
gen wird. Auch wenn im 19. Jahrhundert die farbigen Bemalungen
entfernt wurden, blieben an unzugänglichen Stellen Farbpartikel er-
halten, die bei systematischer Erfassung unter dem Technoskop und
damit verbundener naturwissenschaftlicher Analyse aber doch er-
staunliche Schlüsse zulassen. Der Kunsthistoriker und Restaurator
Walter Hartleitner hat dieses von mir betreute Dissertationsthema
übernommen, dessen Ergebnisse unser Bild von der "jüngeren"
Bildhauerwerkstatt des Doms entscheidend korrigieren werden.
Zusammenfassende Ergebnisse der oben genannten, von Manfred
Schuller und mir bearbeiteten Fragestellungen konnten jüngst in ei-
nem Sonderheft der Zeitschrift "das münster" publiziert werden,
ebenso wie zwei Aufsätze zu den Dissertationsprojekten von Maren
Zerbes und Walter Hartleitner.
Als weiterer Schwerpunkt, welcher der Aufarbeitung bedarf, muß
die Restaurierungsgeschichte des Bamberger Doms genannt wer-
den. Zahllose Maßnahmen haben seit der Säkularisation den Innen-
raum verändert und umgestaltet. Am Außenbau müssen ständig
Wartungs- und Reparaturmaßnahmen durchgeführt werden. Die
Fülle aller Maßnahmen steht häufig in umgekehrtem Verhältnis zur
Sorgfalt der wissenschaftlichen Begleitung und Dokumentation. In
einer jüngst abgeschlossenen, von mir betreuten Dissertation hat
Christine Hans-Schuller die Restaurationsphase von 1826 - 1831
herausgegriffen, die unter der Leitung Friedrich Karl Rupprechts
stand, und umfassend gewürdigt. Die weitere - in ähnlicher Sorgfalt
bearbeitete - Restaurierungsgeschichte des Bamberger Doms im
19. und 20. Jahrhundert gehört zu den Desideraten, die für das Ziel
einer umfassenden Kenntnis dieses monumentalen Baudenkmals
noch geleistet werden müssen.
Publikationen
1. Hubel, Achim: Die beiden
0XXRestaurationen des Bamberger Domes. Zur Geschichte der Denk-
malpflege im frühen 19. Jahrhundert. . In: 121. Bericht des Historischen Vereins Bamberg
(1985), S. 45-90
2. Hubel, Achim: Überlegungen zur Datierung der Ostteile des Bamberger Domes . In: Struck,
Olaf (Hrsg.) : Internationale Tagung der Dombaumeister, Münsterbaumeister und Hütten-
meister Bamberg 1996 - Dokumentation (Internationale Tagung der Dombaumeister, Mün-
sterbaumeister und Hüttenmeister Bamberg 10.-14.09.1996). Bamberg : Staatliches
Hochbauamt Bamberg, 1997, S. 39-52.
3. Hubel, Achim: Die Chorschrankenreliefs im Georgenchor des Bamberger Doms . In: Göller,
Luitgar (Hrsg.) : Ausstellungskatalog "Hans Loew - Ode an Bamberg. Entwürfe - Druckstök-
ke - Drucke". Bamberg : Druckerei und Verlag K. Urlaub GmbH, 1998, (Veröffentlichungen
des Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg, Hauptabteilung Kunst und Kultur Bd. 5), S. 7-
27. - ISBN 3-9804772-7-4
4. Hubel, Achim: Reliquienschränke in Kirchenräumen des 13. Jahrhunderts. Überlegungen zu
Funktion und Typus . In: Wozniak, Michal (Hrsg.) : Architectura et historia. Studia Mariano
Arszynski septuagenario dedicata. Torun : Zaklad Poligraficzno-Wydawniczy POZKAL,
1999, S. 37-61. - ISBN 83-231-1100-6
Seite 569
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
5. Hans-Schuller, Christine: Der Bamberger Dom. Seine >Restauration< unter König
Ludwig I. von Bayern (1826-31) . Petersberg : Michael Imhof Verlag, 2000. - 224 Seiten.
ISBN 3-932526-69-4
6. Hubel, Achim: Katalogbeiträge über Bamberg, Ják und Alba Julia (Gyulafehérvár) .
In: Jahn, Wolfgang ; Lankes, Christian ; Petz, Wolfgang ; Brockhoff, Evamaria (Hrsg.) :
Bayern - Ungarn Tausend Jahre. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2001, Ober-
hausmuseum Passau. Augsburg : Haus der Bayerischen Geschichte, 2001, S. 137-141. -
ISBN 3-927233-78-1
7. Hubel, Achim: Überlegungen zum Bamberger Dom. Studien zur Bau- und Restaurierungs-
geschichte sowie zu den Skulpturen . In: Forschungsforum. Berichte aus der Otto-Fried-
rich-Universität Bamberg (2001), Nr. 10, S. 74-79
8. Hubel, Achim ; Schuller, Manfred: Abteilungstext und Katalogbeiträge zum Bamberger
Dom als Erinnerungsort . In: Kirmeier, Josef ; N. N. ; Weinfurter, Stefan ; Brockhoff, Eva-
maria (Hrsg.) : Kaiser Heinrich II. (1002 - 1024). Katalog zur Bayerischen Landesausstel-
lung 2002 in Bamberg. Augsburg : Haus der Bayerischen Geschichte, 2002, S. 388-408.
9. Hubel, Achim ; Schuller, Manfred: Überlegungen zur frühen Baugeschichte des Bamberger
Doms . In: das münster - Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 56 (2003),
Nr. 5: Sonderheft Bamberger Dom, S. 310-325
10. Hubel, Achim: Die ältere Bildhauerwerkstatt des Bamberger Doms . In: das münster - Zeit-
schrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft 56 (2003), Nr. 5: Sonderheft Bamber-
ger Dom, S. 326-346
Figurenzyklen mit Ecclesia und Synagoge an mittelalterlichen Kirchenportalen.
Wandlungen der Erzählform und der Deutung vom 12. bis zum 14. Jahrhundert
Projektleitung: Als Repräsentanten des Alten und des Neuen Bundes sind die alle-
Prof. Dr. Achim Hubel gorischen Figuren von Ecclesia und Synagoge in der mittelalterli-
Laufzeit: 1.1.2004 - chen Kunst sehr häufig dargestellt. Sie erscheinen auch an Kirchen-
31.12.2005
Förderer: portalen, wobei auffällt, dass sich ihr Vorkommen auf Beispiele in
Universität Bamberg Frankreich und im deutschsprachigen Raum beschränkt. Außerdem
Kontakt: bleiben die Skulpturen in Frankreich eher kleinformatig, während sie
Prof. Dr. Achim Hubel in Deutschland auch in monumentaler Gestalt an den Portalgewän-
Tel.: 0951/863 2401, E-
den vorkommen. Außer dieser Aufwertung im Format wurden in der
Mail: [Link]@ggeo.
[Link] deutschen Skulptur Kombinationen mit anderen Figurenallegorien
erfunden, z. B. mit den Klugen und Törichten Jungfrauen, dem
Himmlischen Bräutigam, dem Fürst der Welt, mit Tugenden und La-
stern usw. Damit verknüpft ist ein auffälliger Bedeutungswandel,
der das ursprünglich "gleichberechtigte" Auftreten der Vertreterin-
nen des Alten und Neuen Bundes in eine Gegenüberstellung um-
funktioniert, bei der in unterschiedlichen Varianten sowohl morali-
sierende als auch antisemitische Tendenzen einfließen, die natürlich
immer zu Ungunsten der Synagoge zu interpretieren sind. Die Deu-
tungen scheinen letztlich hinauszulaufen auf eine Gleichsetzung der
Ecclesia mit der Tugend der Keuschheit, während die Synagoge zur
Vertreterin der Unkeuschheit wird. Die ikonographischen Konse-
quenzen für die Deutung solcher Figurenzyklen hat der Antragsteller
schon 1974 in einem Aufsatz über die Figuren in der Vorhalle des
Freiburger Münsters (um 1280/90) darzustellen versucht (Achim
Hubel: Das ursprüngliche Programm der Skulpturen in der Vorhalle
des Freiburger Münsters, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsamm-
lungen in Baden-Württemberg 11, 1974, S. 21-46). Ausgangspunkt
war dabei die These, dass die Freiburger Figuren während einer Re-
Seite 570
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
staurierung - wohl der Barockzeit - in ihrer Reihenfolge vertauscht
worden sind und in ihrer heutigen Position keinen rechten Sinn mehr
ergeben. In einer Rekonstruktion der ursprünglichen Aufstellung
habe ich versucht, das ikonographische Programm zu eruieren,
auch im Vergleich mit anderen Zyklen des späten 13. Jahrhunderts.
Da die Vorhalle des Freiburger Münsters wegen einer Restaurie-
rungskampagne gegenwärtig eingerüstet ist, ergibt sich erstmals
die Möglichkeit, die Figuren vor Ort zu untersuchen und nach Indi-
zien für die Richtigkeit der damaligen Thesen zu suchen. Darüber
hinaus machte ich bei der Beschäftigung mit dem Fürstenportal des
Bamberger Doms (um 1225/30) Beobachtungen, die im Gegensatz
zur gängigen Forschungsmeinung darauf hindeuten, dass der be-
schriebene Wandel der Interpretation bei Ecclesia und Synagoge
viel früher einsetzt als bisher angenommen wurde. In Bamberg
macht sich diese Tendenz nur in subtilen Details bemerkbar, z.B. in
den Blickbeziehungen, in der Gewandung sowie in der Körper- und
Gebärdensprache zwischen Ecclesia und Synagoge. Weitere Hinwei-
se zur Interpretation liefern attributive Beifügungen und die bewuß-
te Einbindung in das von der sog. Jüngeren Bildhauerwerkstatt für
das Fürstenportal erweiterte Programm (vgl. meinen Vortrag bei der
Generalversammlung der Görres-Gesellschaft in Bamberg am
27.09.2003). Ähnliche Beobachtungen scheinen bereits für den Zy-
klus der Klugen und Törichten Jungfrauen an der Basler Galluspforte
(um 1185/90) zuzutreffen. Die moralisierende Umdeutung setzt an-
fangs vorsichtig an und lässt sich nur durch genaue Betrachtung al-
ler Details aufzeigen, so dass sie zunächst nur dem gut informierten,
theologisch gebildeten Betrachter aufgefallen sein dürfte. Die Ge-
gensätze zwischen Ecclesia und Synagoge werden jedoch im folgen-
den systematisch verhärtet und in zunehmend drastischen
Erzählformen präsentiert, wozu sicherlich die damals weit verbrei-
teten geistlichen Schauspiele gleicher Thematik ihren Anteil beige-
tragen haben. Die Distanzierung vom Alten Bund (= Judentum) und
seine Gleichsetzung mit einem unreinen, sündigen Leben scheint
immer mehr instrumentalisiert worden zu sein zur Vorbereitung
bzw. vorauseilenden Rechtfertigung des wachsenden Antisemitis-
mus bis hin zu den Judenvertreibungen um die Mitte des 14. Jahr-
hunderts. Es dürfte sich meines Erachtens lohnen, alle Zyklen mit
Figuren von Ecclesia und Synagoge an den deutschen Kirchenporta-
len noch einmal sorgfältig auf ihre Erzählform und die daraus zu er-
schließenden Interpretationen hin zu untersuchen.
Publikationen
1. Hubel, Achim: Das ursprüngliche
0XX Programm der Skulpturen in der Vorhalle des Freiburger
Münsters . In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg 11
(1974), S. 21-46
Geschichte der Denkmalpflege
Projektleitung: Ziel des Projekts ist eine systematische Darstellung der Geschichte
Prof. Dr. Achim Hubel der Denkmalpflege in den deutschen Ländern von der Mitte des 18.
Beginn: 1.1.1999 Jahrhunderts bis heute. Dabei sollen die theoretischen Grundlagen
Förderer:
Universität Bamberg denkmalpflegerischer Maßnahmen mit ihren führenden Vertretern
ebenso vorgestellt werden wie die praktischen Auswirkungen der
formulierten Prinzipien bei der Restaurierung von Bau- und Kunst-
Seite 571
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
denkmälern. Nachdem die Architekturtheoretiker der Aufklärung die
Qualität mittelalterlicher Baukunst erkannt hatten und diese Wert-
schätzung weithin Zustimmung fand (z.B. Goethe: Von deutscher
Baukunst, 1773), wurde die Frage nach dem sachgerechten Um-
gang, der Erhaltung und Pflege dieser Baudenkmäler nicht nur leb-
haft diskutiert, sondern auch direkt am Objekt selbst umgesetzt.
Seitdem gab und gibt es kritische Analysen, Widerstände, Reform-
versuche, Grundsatzdebatten, - ebenso wie unzählige Denkmäler
restauriert, saniert, umgebaut oder rekonstruiert worden sind. Na-
türlich gibt es zur Theorie und Praxis der Denkmalpflege eine Fülle
von Literatur; es fehlt jedoch bis heute der Versuch einer zusam-
menfassenden Darstellung. Der Bedarf für eine kritische Analyse der
bisherigen denkmalpflegerischer Leistungen scheint überfällig zu
sein, zumal Denkmalpflege seit den letzten Jahrzehnten einen stei-
genden Stellenwert in der Gesellschaft erlangte, jährlich sehr hohe
Investitionen für den Erhalt des gebauten kulturellen Erbes getätigt
werden und es höchste Zeit geworden ist, grundsätzlich ein Resü-
mee über den Sinn wie den Erfolg der Maßnahmen zu ziehen. Der
Projektleiter hat sich durch Lehrveranstaltungen zu allen Themen
der Geschichte der Denkmalpflege so eingearbeitet, dass er glaubt,
den Versuch einer Gesamtdarstellung angehen zu können. Darüber
hinaus hat er eine Reihe von Aufsätzen zu Einzelbereichen des The-
mas publiziert, von denen die wichtigsten unten angeführt sind. Au-
ßerdem betreute er eine Reihe von Dissertationen, die sich mit
Einzelthemen aus der Geschichte der Denkmalpflege befaßten: Jan
Friedrich Hanselmann, Die Denkmalpflege in Deutschland um 1900.
Zum Wandel der Erhaltungspraxis und ihrer methodischen Konzep-
tion, Frankfurt am Main 1996; Susanne Fleischner, "Schöpferische
Denkmalpflege" - Kulturideologie des Nationalsozialismus und Posi-
tionen der Denkmalpflege. Beiträge zur Denkmalpflege und Baufor-
schung, hrsg. von Achim Hubel und Manfred Schuller, Band 1,
Münster 1999; Burkhard Körner, "Zwischen Bewahren und Gestal-
ten" - Denkmalpflege nach 1945, Petersberg 2000; Christine Hans-
Schuller, Der Bamberger Dom. Seine "Restauration" unter König
Ludwig I. von Bayern (1826-31), Petersberg 2000. Auf der Basis
dieser Vorarbeiten scheint es realistisch, das Projekt beginnen zu
können. Als erste zusammenfassende Publikation ist der Band "Klei-
ne Einführung in die Denkmalpflege" geplant, der - unter Mitwirkung
von Rainer Drewello, Dieter Martin und Manfred Schuller - im Früh-
jahr 2005 in der Reihe "Universal-Bibliothek" des Reclam-Verlags
Stuttgart erscheinen soll. Bei allen Fragestellungen, die sich mit frü-
heren Theorien und Maßnahmen beschäftigen, muß jedoch klar
sein, dass eine wesentliche Motivation auch dem Blick in die Zukunft
gilt: Kann man aus der historischen Analyse Maximen herausfiltern,
die als richtungweisend für die Denkmalpflege des 21. Jahrhunderts
gelten können?
Publikationen
1. Hubel, Achim: Die beiden
0XXRestaurationen des Bamberger Domes. Zur Geschichte der Denk-
malpflege im frühen 19. Jahrhundert. . In: 121. Bericht des Historischen Vereins Bamberg
(1985), S. 45-90
2. Hubel, Achim: Die Ansichten des Bamberger Domes und die Anfänge der Denkmalpflege im
19. Jahrhundert . In: Symbol - Objekt - Motiv. Der Bamberger Dom und seine Darstellung
Seite 572
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
in Malerei, Graphik und Kunsthandwerk vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Ausstellung
im Historischen Museum Bamberg. Bamberg : Sankt Otto-Verlag, Bamberg, 1987, S. 151-
159.
3. Hubel, Achim: Vom Umgang mit dem Original: Überlegungen zur Echtheit musealer Objek-
te . In: Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, Red. Stäbler, Wolfgang (Hrsg.) : "Um-
gang mit Dingen", 6. Bayerischer Museumstag 1991 ("Umgang mit Dingen" Regensburg).
München : xxx, 1992, S. 34-46.
4. Hubel, Achim: Denkmalpflege zwischen Restaurieren und Rekonstruieren . In: Hubel,
Achim (Hrsg.) : Dokumentation der Jahrestagung 1989 in Hildesheim - Thema: Denkmal-
pflege zwischen Konservieren und Rekonstruieren (Jahrestagung des Arbeitskreises Theo-
rie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Hildesheim 03.-06.10.1989). Bamberg : Arbeitskreis
Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., 1993, S. 81-105. (Publikationen des Arbeits-
kreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bd. 6) - ISBN 3-9802427-2-2
5. Hubel, Achim: Denkmalpflege zwischen Restaurieren und Rekonstruieren . In: Zeitschrift
für Kunsttechnologie und Konservierung 7 (1993), Nr. 1, S. 134-154
6. Hubel, Achim: Noch einmal: Denkmalpflege zwischen Restaurieren und Rekonstruieren .
In: Lindinger, Christine ; Hellmayr, Nikolaus (Hrsg.) : Vergangenheit in der Gegenwart -
Gegenwart in der Kunstgeschichte? (8. Österreichischer Kunsthistorikertag Krems/Stein
26.-29.10.1995). Wien : Springer Verlagsauslieferung, 1996, S. 24-43. (Kunsthistoriker.
Mitteilungen des österreichischen Kunsthistorikerverbandes Bd. 11/12)
7. Hubel, Achim: Überlegungen zum Wiederaufbau der romanischen Kirchen in Köln .
In: Hubel, Achim ; Wirth, Hermann (Hrsg.) : Dokumentation der Jahrestagung 1996 in Köln
- Thema: Wiederaufgebaute und neugebaute Architektur der 1950er Jahre. Tendenzen ih-
rer "Anpassung" an unsere Gegenwart (Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre
der Denkmalpflege e.V. Köln 24.-28.09.1996). Weimar : Bauhaus-Universität Weimar, Uni-
versitätsverlag, 1997, S. 64-87. (Publikationen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der
Denkmalpflege Band 5 = Thesis - Wissenschaftliche Zeitschrift der Bauhaus-Universität
Weimar Heft 5)
8. Hubel, Achim: Vom Umgang mit dem Original. Überlegungen zur Echtheit von Kunstwerken
. In: Hellwig, Friedemann (Hrsg.) : Vom Umgang mit dem Original. Denkmalpflege und Re-
staurierung in Theorie und Praxis. München : Anton Siegl GmbH Fachbuchhandlung, 1998,
(Kölner Beiträge zur Restaurierung und Konservierung von Kunst- und Kulturgut Bd. 8),
S. 7-38. - ISBN 3-9804227-7-1
Kritische Analyse der Restaurierung von Baudenkmälern
Projektleitung: Forschungsgegenstand sind Baudenkmäler von besonderer Qualität
Prof. Dr. Achim Hubel und Bedeutung, die in jüngerer Zeit einer umfassenden Restaurie-
Beginn: 1.1.1995 rung unterworfen worden sind. Dabei sollte die Restaurierungsmaß-
Förderer:
Universität Bamberg nahme mit besonderer Sorgfalt und unter Beteiligung der
zuständigen Denkmalfach- und Denkmalschutzbehörden durchge-
führt worden sein. Der Zustand des Objekts vor und nach der Re-
staurierung soll kritisch miteinander verglichen werden. Hinzuzu-
ziehen sind das schriftlich formulierte Restaurierungskonzept und
alle faßbaren Beschlüsse und Entscheidungen während der Durch-
führung der Maßnahme.
Es gibt zwar viele Publikationen zu Restaurierungsmaßnahmen; die-
se werden aber regelmäßig von den beteiligten Behörden (z.B. Lan-
desämter für Denkmalpflege, Untere Denkmalschutzbehörden) oder
den Eigentümern der Objekte (z.B. Kirchengemeinden, Banken,
Stiftungen, Instituten usw.) herausgegeben. Von daher entbehren
Seite 573
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
diese Publikationen der kritischen Distanz, die für eine objektive Be-
urteilung und Bewertung der Maßnahmen erforderlich wäre. Wäh-
rend andere öffentliche Aufgaben wie Neubauten oder städte-
bauliche Lösungen in großem Umfang Gegenstand der kritischen
Analyse durch - nicht beteiligte - Fachleute sind, fehlt eine derartige
Auseinandersetzung nahezu gänzlich bei Restaurierungsmaßnah-
men, obwohl die Kosten bei bedeutenden Objekten erheblich sind
und nicht selten zweistelligen Millionenbeträge erfordern. Die kriti-
sche "Rezension" aufwendiger Restaurierungen muß als echtes
Desiderat der Forschung im Bereich Denkmalpflege angesehen wer-
den.
Die Praxis restauratorischer Maßnahmen läßt heute in vielen Fällen
eine Diskrepanz gegenüber den Prinzipien denkmalpflegerischen
Handelns erkennen, wie sie in der Charta von Venedig aus dem Jah-
re 1964 formuliert sind. Dies fällt umso mehr auf, als von den ver-
antwortlichen Fachbehörden, z.B. von der Vereinigung der Landes-
denkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland, stets die Ver-
bindlichkeit der Charta von Venedig betont wird. Während es nach
den offiziellen Verlautbarungen die vornehmste Pflicht des Denk-
malpflegers sei, die "Spuren der Geschichte" zu erhalten, den vor-
gefundenen Bestand zu konservieren und nicht verändernd einzu-
greifen, zeigt die Erfahrung, daß in nahezu allen Fällen der Restau-
rierung prominenter Baudenkmale während der letzten Jahre ande-
re Absichten verfolgt wurden. Fast immer bemühte man sich darum,
das Objekt ästhetisch zu "verschönern" und eigenen künstlerischen
Vorstellungen anzupassen. Die Rechtfertigung dafür liefert die be-
hauptete Rückführung in den "originalen" Zustand, d. h. in die für
die Entstehungszeit des Objekts vermutete Erscheinungsform.
Verfolgt man diese Praxis, scheinen die gegenwärtig durchgeführten
Restaurierungsmaßnahmen - abgesehen von vielen im Detail unter-
schiedlichen Einzelentscheidungen - in den grundsätzlichen Konzep-
ten auf ähnlichen Maximen zu beruhen, die im Endergebnis zu
verwandten Zuständen führen, auch wenn sie nicht mit den offiziell
behaupteten Prinzipien übereinstimmen. Nach einem - nicht zuge-
standenen - Konsens dürften sich also zunehmend Tendenzen be-
merkbar machen, wie sie auch im letzten Drittel des 19. Jahrhun-
derts vertreten worden waren. Die damals angewandten Prinzipien
der sog. Stilreinheit und der versuchten Rekonstruktionen ur-
sprünglicher Zustände werden aber in der Fachliteratur stets eher
negativ beurteilt und als Fehlentwicklung bezeichnet. Es gibt bisher
keinen Versuch, die gegenwärtige Diskrepanz zwischen Theorie und
Praxis aufzuzeigen und nach den Gründen hierfür zu fragen, obwohl
die heute angewandten Grundlagen denkmalpflegerischen Handelns
auf keinen Fall mehr mit den öffentlich vertretenen Theorien erklärt
werden können. Nur aus der Analyse der nachgewiesenen, typi-
schen Vorgehensweisen kann der Versuch unternommen werden,
die in der Praxis üblich gewordenen, offenbar gewandelten Prinzipi-
en gegenwärtiger Denkmalpflege herauszuschälen.
Nach dem Beginn der Arbeiten an diesem Forschungsprojekt zeigte
sich bald, daß Maßnahmen in den neuen Bundesländern während
der letzten Jahre offensichtlich eine weitere Verschiebung einzelner
Schwerpunkte zur Folge hatten. Die öffentlichkeitswirksam durch-
geführte Diskussion über die Rekonstruktion von Baudenkmälern,
Seite 574
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren, jetzt aber - nach
mehr als 50 Jahren - wiederaufgebaut wurden bzw. werden (z. B.
Frauenkirche Dresden, Dresdner Schloß, Schauspielhaus Dresden),
führt m.E. zu einem wesentlichen Wandel denkmalpflegerischer
Prinzipien, auch wenn dies von den meisten Fachkollegen anders
dargestellt wird. Bei Rekonstruktionen geht es nicht um Substanzer-
haltung, sondern um die Erstellung eines Abbildes in einem ästhe-
tisch perfekten "Neuheitswert". Scharfe Diskussionen zwischen
Denkmalpflegern in den alten und in den neuen Bundesländern las-
sen erkennen, daß es nicht nur - wie oben beschrieben - eine grund-
sätzliche Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis gibt, sondern auch
unterschiedliche Anschauungen zwischen Ost und West, die sich seit
der Wiedervereinigung Deutschlands merkwürdigerweise nicht ein-
ander angenähert haben.
Untersucht wurden eine repräsentative Reihe bedeutender Bau-
denkmale aus unterschiedlichen Epochen, die in letzter Zeit grund-
legend restauriert worden sind und zu denen umfangreiche
Dokumentationen vorliegen. Die Art und Weise der Eingriffe, Gestal-
tungen, Rekonstruktionen usw. mußte - im Vergleich zum Vorzu-
stand - sorgfältig analysiert werden. Vor allem war auf verwandte
oder heterogene Strukturen der Vorgehensweise zu achten, aus de-
nen eine gültige, auf die Gegenwart anwendbare, grundsätzliche
Theorie des denkmalpflegerischen Handelns erarbeitet werden soll.
Das 1995 begonnene Projekt fand eine zusammenfassende Darstel-
lung in der Tagung: "Dokumente und Monumente - Positionsbestim-
mungen für die Denkmalpflege", die vom 10.-14. September 1997
an der Technischen Universität Dresden abgehalten worden ist. Ver-
anstalter war der Arbeitskreis für Theorie und Lehre der Denkmal-
pflege e.V., in Zusammenarbeit mit dem Institut für Baugeschichte,
Architekturtheorie und Denkmalpflege der Technischen Universität
Dresden. Organisiert vom Projektleiter und mehreren Dresdner
Fachkollegen konnten grundsätzliche Fragen zur gegenwärtigen Po-
sition der Denkmalpflege und zur Praxis des Restaurierens diskutiert
werden. Die Ergebnisse der Tagung wurden in einem Sammelband
publiziert.
Darüber hinaus wird die kritische Auseinandersetzung mit dem Fra-
genkomplex des Forschungsprojekts immer zu den speziellen Inter-
essensgebieten des Berichterstatters gehören, so daß das Thema
auch zukünftig aufgegriffen und diskutiert werden wird.
Publikationen
1. Hubel, Achim: Denkmäler0XXals Geschichtsdokumente - Irritationen für die Ästhetik einer hei-
len Welt? In: Hubel, Achim ; Wirth, Hermann (Hrsg.) : Dokumentation der Jahrestagung
1994 in Weimar - Thema: Denkmale und Gedenkstätten (Jahrestagung des Arbeitskreises
Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Weimar 28.09.-01.10.1994). Weimar : Hoch-
schule für Architektur und Bauwesen Weimar - Universität, 1995, S. 167-178. (Publikatio-
nen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege Band 7 = Wissenschaftliche
Zeitschrift der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar - Universität - Jahrgang
41, Heft 4/5)
2. Hubel, Achim: Die Gratwanderung zwischen Bewahren und Erneuern. Über das Berufsethos
des Denkmalpflegers . In: Denkmalschutz-Informationen, hrsg. vom Deutschen National-
komitee für Denkmalschutz 19 (1995), Nr. 3, S. 77-82
Seite 575
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
3. Hubel, Achim: Bemerkungen und grundsätzliche Überlegungen zur Stellungnahme des
Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege . In: Denkmalschutz-Informationen 20
(1996), Nr. 2, S. 73-76
4. Hubel, Achim: Die Gratwanderung zwischen Bewahren und Erneuern. Über das Berufsethos
des Denkmalpflegers . In: Wohlleben, Marion (Hrsg.) : Die Klosterkirche Rheinau - Der Bau
und seine Ausstattung. Zürich und Egg : Kommissionsverlag Fotorotar AG, 1997, (Zürcher
Denkmalpflege - Monographien Denkmalpflege Bd. 2), S. 15-21. - ISBN 3-905647-71-0
5. Hubel, Achim: Die Gebäude der Universität in der Altstadt. Baugeschichtliche und denkmal-
pflegerische Aspekte . In: Machilek, Franz (Hrsg.) : Haus der Weisheit - Von der Academia
Ottoniana zur Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Katalog der Ausstellungen aus Anlaß der
350-Jahrfeier. Bamberg : Universitäts-Verlag, 1998, S. 410-436. - ISBN 3-933463-00-9
6. Hubel, Achim: Über die kontinuierliche Anpassung der Denkmale an den jeweiligen Zeitge-
schmack . In: Hammerschmidt, Valentin ; Schmidt, Erika ; Will, Thomas (Hrsg.) : Doku-
mente und Monumente. Positionsbestimmungen in der Denkmalpflege (Jahrestagung des
Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Dresden 09.-13.09.1997).
Dresden : Michel Sandstein Grafischer Betrieb und Verlagsgesellschaft, 1999, S. 89-103.
(Publikationen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bd. 10) -
ISBN 3-930382-41-5
7. Hubel, Achim: Der Umgang mit der Lücke: Rekonstruktion - Neuschöpfung - Kopie - Abguß.
Historischer Rückblick und kritische Analyse . In: Domstiftung Regensburg (Hrsg.) : "Turm
- Fassade - Portal" (Colloquium zur Bauforschung, Kunstwissenschaft und Denkmalpflege
an den Domen von Wien, Prag und Regensburg Regensburg 27.-30.09.2000).
Regensburg : Verlag Schnell & Steiner, 2001, S. 171-181. - ISBN 3-7954-1409-1
Stadterhaltung Split
Projektleitung: Zielsetzung des Forschungsprojekts war es, die Entwicklung von
Prof. Dr. Achim Hubel Stadterhaltung, Stadterneuerung, Denkmalpflege und (Stadt)-Ar-
Dipl.-Ing. Ingrid Brock chäologie in ihren gegenseitigen Interferenzen während des 19. und
Beteiligte:
Dr. Dieter Josef Martin [Link] kritisch an ausgewählten Beispielen (Städte oder
Beginn: 1.10.1992 Stadtteile in Primärstrukturen) zu beleuchten.
Förderer:
Für die Auswahl des Hauptbeispiels Split sprachen:
Projekt: DFG
Kolloquium: DFG; a) Die spezielle baugeschichtliche und städtebauliche Bedeutung
Zentrum für Mittelalter- des Ensembles.
studien der Universität
Bamberg; b) Das damit verbundene Interesse, das ihm einzelne Fachgebiete,
Bayerisches Staatsmini- besonders Architekturgeschichte, Archäologie, Bauforschung und
sterium für Wissenschaft, Denkmalpflege, aber auch Stadtgestaltung und Stadterneuerung,
Forschung und Kunst;
Universitätsbund Bamberg seit mehr als 200 Jahren entgegenbringen. Hier kollidieren Freile-
Kontakt: gung (Entfernung von Bausubstanz aus nachantiken Perioden mit
Dipl.-Ing. Ingrid Brock purifizierender Wiederherstellung eines sogenannten ursprüngli-
Tel.: 0951/863 2436 chen Zustandes) und substanzerhaltende Schutzmaßnahmen für
den Gesamtbestand in einer einzigartigen Weise. Andererseits wur-
de die Spliter Altstadt auch - wie viele andere seit der napoleoni-
schen Ära - durch Umbau oder Einfügung moderner Architektur und
ersten Erweiterungen auf dem abgetragenen venezianischen Fe-
stungsgürtel verändert.
c) Split stellt ein Beispiel par excellence für die Verflechtungen und
Auswirkungen von Ideen auf die Realität dar: die Prozesse vollzogen
sich in einem vorgegebenen Rahmen (Primärstruktur); logischer-
weise verdichteten sich hier - bis heute - Auseinandersetzungen und
Seite 576
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Handlungszwänge. Sie fanden/finden zudem in einem kulturell und
politisch spannungsreichen Kontext statt.
Zum Vergleich wurden bestimmte Bereiche in der Innenstadt von
Rom und Trier untersucht, die in den letzten zwei Jahrhunderten
ähnlichen Veränderungsprozessen unterworfen waren.
Wegen der Unzugänglichkeit Splits während der Kriegsereignisse
(1992-95) im früheren Jugoslawien ergab sich eine stärkere Akzent-
verschiebung bzw. Erweiterung in der Projektbearbeitung zugun-
sten Roms (Area Archeologica centrale - Piazza Augusto Impera-
tore); dort sind - wie in Split und z.T. auch in Trier - einige der pro-
jektbezogenen Fragestellungen (wieder) von höchster Aktualität.
Das internationale und interdisziplinäre Abschlußkolloquium zum
DFG-Projekt fand vom 10.-14. Oktober 2000 in Bamberg statt. Es
bot eine ausgezeichnete Gelegenheit, unsere Forschungsergebnisse
zu vertiefen und auf ihre Allgemeingültigkeit hin zu überprüfen, so-
wohl durch die Analyse von weiteren Fallbeispielen, als auch durch
die Erörterung von heutiger Erhaltungs-, Restaurierungs- und Er-
neuerungspraxis aus der Sicht der Disziplinen, die hauptsächlich für
das Geschehen im historischen Stadtgefüge verantwortlich sind.
Eine Arbeitsgruppe, die zunächst aus dem Projektleiter Achim Hu-
bel, der Projektbearbeiterin und -koordinatorin Ingrid Brock und
Dieter Martin bestand (alle Institut für Archäologie, Bauforschung
und Denkmalpflege der Universität Bamberg), hatte die Vorberei-
tungen übernommen. Sie wurde später ergänzt durch die Archäolo-
gen Prof. Dr. Angelika Geyer, Universität Jena, und Prof. Dr. Hugo
Brandenburg, Universität Münster, und durch Prof. Dipl.-Ing. Tho-
mas Will, Technische Universität Dresden. Mit Kolloquiumsbeiträgen
nahmen aktiv teil die Bamberger Professoren Ingolf Ericsson (Ar-
chäologie des Mittelalters und der Neuzeit) und Wilfried Krings (Hi-
storische Geographie), sowie die Bamberger Stadtheimatpflegerin
Dr. Karin Dengler-Schreiber.
Unserer Einladung folgten 33 Referenten von Universitäten und
Fachbehörden, davon 11 aus Deutschland, 22 aus dem Ausland. Mit
Hilfe eines Sonderprogramms der DFG konnte die zusätzliche Teil-
nahme von 6 FachkollegInnen aus Bosnien-Herzegowina, Estland,
Polen, Rumänien und der Slowakei finanziert werden. Die Dokumen-
tation des Kolloquiums wird so bald wie möglich veröffentlicht wer-
den. Die Darstellung der Forschungsergebnisse wird in einer
Monographie folgen.
Publikationen
1. Brock, Ingrid ; Roberti,0XX
Sergio: Il centro antico di Korcula in Jugoslavia. (1) Proposta per
la conservazione e la rivitalizzazione edilizia del complesso architettonico (I.B.). (2) Piano
particolareggiato di salvaguardia e di riqualificazione del tessuto urbano (S.R.) . In: Dieci
tesi di Restauro (1970-1981). Università degli Studi di Roma "La Sapienza", Scuola di Spe-
cializzazione per lo studio ed il restauro dei monumenti. Roma : Università degli Studi di
Roma "La Sapienza", 1986, S. 10-49, 56 Abb..
2. Brock, Ingrid ; Diemer, Peter: Kriegszerstörungen in Bosnien und Herzegowina .
In: Kunstchronik 46 (1993), Nr. 11, S. 645-656, 673-677
3. Brock, Ingrid: Das faschistische Erbe im Herzen Roms - Das Beispiel Piazza Augusto Impe-
ratore . In: Hubel, Achim ; Wirth, Hermann (Hrsg.) : Dokumentation der Jahrestagung
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
1994 in Weimar - Thema: Denkmale und Gedenkstätten (Jahrestagung des Arbeitskreises
Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Weimar 1994). Weimar : Hochschule für Archi-
tektur und Bauwesen Weimar - Universität, 1995, S. 129-156. (Publikationen des Arbeits-
kreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Band 7 = Wissenschaftliche Zeitschrift
der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar - Universität - Jahrgang 41, Heft 4/
5)
4. Brock, Ingrid ; Mayer, Wolfgang: Restaurierung von kriegszerstörtem Kulturerbe in Kroa-
tien. Internationaler Workshop "Postwar Reconstruction in the Light of Cultural Heritage
(20.-31.08.1997 in Cavtat, Kroatien) . In: UNESCO heute 1 (1998), Nr. 1, S. 35-36
5. Brock, Ingrid: Split - Ein Beispiel par excellence. Erhaltung und Erneuerung von Stadtge-
fügen in antiken Großbauten: Das Beispiel Split (Kroatien), mit Vergleichen zu Altstadtbe-
reichen in Rom und Trier . In: Forschungsforum. Berichte aus der Otto-Friedrich-
Universität Bamberg (2001), Nr. 10, S. 80-84
Untersuchungen zur wachsenden Diskrepanz zwischen Denkmaltheorie und -pra-
xis in den deutschsprachigen Ländern zwischen 1900 und 1945
Projektleitung: Mit der Absage an den Historismus wurde um 1900 die Denkmal-
Prof. Dr. Achim Hubel pflege auf eine völlig neue theoretische Basis gestellt. Vor allem
Stichwörter: durch Kunsthistoriker wie Georg Dehio und Alois Riegl erhielt die
Denkmalpflegetheorie;
Denkmalpflegepraxis; Ar- Konservierung der Baudenkmäler oberste Priorität. Künstlerischen
chitektur 20. Jahrhundert Eingriffen und "stilreinen" Überformungen alter Substanz wurde
Laufzeit: 1.1.2002 - eine rigorose Absage erteilt. Musterrestaurierungen im ersten Jahr-
31.12.2003 zehnt des 20. Jahrhunderts machten die neuen Tendenzen bekannt
Förderer:
und wurden weitgehend akzeptiert. Unter dem Einfluß des 1904 ge-
Otto-Friedrich-Universität
Bamberg gründeten Bundes Heimatschutz und prominenter Kunsthistoriker
wie Max Dvorák setzte sich jedoch bald eine Ausnahme von der -
eben erst entwickelten - Regel durch: Bauwerke, Ausstattungen und
Restaurationen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (also des
Historismus) wurden von der Forderung nach Konservierung ausge-
nommen, - im Gegenteil, man forderte ihre Zerstörung, zumindest
ihre Purifizierung, da man dieser Epoche insgesamt jede künstleri-
sche Eigenleistung absprach. Die durch die Umsetzung solcher For-
derungen ihrer historistischen Dekoration und Ausstattung beraub-
ten Kirchen, Schlösser, Burgen usw. benötigten aber nun eine meue
Einrichtung, die hierfür entworfen werden mußte. Nach der Unter-
brechung durch den Ersten Weltkrieg nahmen derartige Maßnah-
men systematisch zu: In den Landesdenkmalämtern wurden eigens
sogenannte Künstlerkonservatoren eingestellt, deren Hauptaufgabe
darin bestand, Erneuerungskonzepte für Baudenkmäler zu entwer-
fen, deren Ausstattung des 19. Jahrhunderts man zuvor entfernt
hatte. Um 1930 entwickelte man hierfür den Begriff der "Schöpferi-
schen Denkmalpflege" und bezeichnete diese "künstlerische, neu-
schöpferische Tätigkeit als die wichtigste Aufgabe des
Denkmalpflegers". Dies verwundert umso mehr, als man nach wie
vor die theoretischen Grundlagen von Dehio und Riegl zitierte und
behauptete, exakt nach deren Prinzipien zu handeln.
In der Zeit des Dritten Reichs erlebte die Denkmalpflege einen ge-
waltigen Aufschwung. Finanziert wurden aber nur Projekte, die
ideologisch verwertbar waren, etwa die weitere Zerstörung des als
"dekadent" abqualifizierten Historismus (sog. Entschandelungen)
oder die Freilegung von - in der Barockzeit verputzten - Fachwerk-
fassaden, die als "germanisch" bzw. "urdeutsch" die Hauslandschaft
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
in Deutschland zunehmend prägen sollten. Die Eingriffe in die Bau-
denkmäler wurden immer radikaler und entwickelten durch den
Zwang der Anpassung an die vorhandene Architektur eine neue
Form des Historismus, die sich nicht prinzipiell von den Lösungen
des 19. Jahrhunderts unterschied. Dennoch verachtete man nach
wie vor die Leistungen dieser Epoche und wähnte sich in einer neuen
Ära der Denkmalpflege auf der Basis der Theoretiker von 1900.
Ziel des Projekts ist ein grundsätzlicher Vergleich der wissenschaft-
lichen Publikationen und der Theorie-Diskussionen auf den Denk-
malpflege-Tagungen mit der gleichzeitigen Praxis der Bau- und
Kunstdenkmalpflege. Eine kritische Analyse der hier deutlich wer-
denden Diskrepanzen soll der Klärung der Frage dienen, wie es zu
dieser Entwicklung kommen konnte und welche Rolle konservative
bis nationalistische Wortführer (z.B. Paul Clemen, Paul Schultze-
Naumburg oder Rudolf Esterer) hierbei spielten, - auch bei der be-
reitwilligen Aufnahme nationalsozialistischen Gedankenguts für die
Begründung denkmalpflegerischer Maßnahmen.
In jüngster Zeit bin ich verstärkt diesem Thema nachgegangen: Der
Theoriebildung um 1900 widmete ich mich im Rahmen des DFG-For-
schungsprojekts "Stadterhaltung Split" (siehe dort); einige Ergeb-
nisse hieraus stellte ich bei dem Wissenschaftlichen Kolloquium
"Kunstgeschichte, Bauforschung, Restaurierungswissenschaft und
Denkmalpflege im Dienst der Bau- und Kunstwerke" an der Techni-
schen Universität Berlin (16./17. Februar 2001 vor, veranstaltet
vom Graduiertenkolleg "Kunstwissenschaft - Bauforschung - Denk-
malpflege"). Die ersten, noch summarischen Gedanken zu den
Wandlungen zwischen 1900 und 1945 skizzierte ich in einem Vor-
trag bei der Tagung "Denkmäler als Zeitgenossen - Ihre Rolle in der
Baukultur der Gegenwart" an der Technischen Universität Graz
(13.-16. September 2001, veranstaltet vom Arbeitskreis Theorie
und Lehre der Denkmalpflege e.V.), unter dem Titel: "Moderne Ar-
chitektur und Denkmalpflege - Gemeinsame und getrennte Wege
1900 - 1945" (Die Publikation hierüber befindet sich im Druck). Ei-
nen weiteren Vortrag mit dem Thema "Der Generalkonservator Alois
Riegl. Verdichtung des Denkmalbegriffs durch die Erfahrungen in
der Praxis" hielt ich am 15. März 2003 beim XXVII. Deutschen
Kunsthistorikertag in Leipzig, innerhalb der Sektion "Der Streitwert
der Denkmalpflege" (Publikation ist vorgesehen).
Projektunabhängige Publikationen
1. Hubel, Achim: Der Kunsthistoriker
0XX Franz Winzinger . In: Ausstellungskatalog "Franz Win-
zinger: Maler - Forscher - Sammler. Arbeiten aus fünfzig Jahren". Regensburg : Stadt Re-
gensburg, 1980, S. 7-17.
2. Hubel, Achim ; Nitz, Genoveva: Vorwort, Katalog der Albertitafeln . In: Genoveva Nitz, Al-
bertus Magnus in der Volkskunst. Die Alberti-Tafeln. München-Zürich : Verlag Schnell und
Steiner, 1980, S. 6f., 85-88. - ISBN 3-7954-0823-7
3. Hubel, Achim: Der Skulpturenzyklus in der Kapelle der Burg Trausnitz zu Landshut .
In: Glaser, Hubert (Hrsg.) : Wittelsbach und Bayern. Die Zeit der frühen Herzöge - Von Otto
I. zu Ludwig dem Bayern. Beiträge zur Bayerischen Geschichte und Kunst 1180-1350.
Bd. I,1. München - Zürich : Hirmer Verlag - R. Piper & Co. Verlag, 1980, S. 437-444. -
ISBN 3-7774-3180-X
Seite 579
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Hubel, Achim: Katalogbeiträge . In: Glaser, Hubert (Hrsg.) : Wittelsbach und Bayern. Die
Zeit der frühen Herzöge - Von Otto I. zu Ludwig dem Bayern. Katalog der Ausstellung auf
der Burg Trausnitz in Landshut. Bd. I/2. München - Zürich : Hirmer Verlag - [Link] & Co
Verlag, 1980, S. 5, 7, 65, 67, 76, 82, 86, 100, 108, 124, 192, 193, 195, 244, 248-250,
257. - ISBN 3-7774-3180-X
5. Hubel, Achim ; Mai, Paul: Kirchliche Denkmalpflege und die Kunstsammlungen des Bistums
Regensburg . In: Mai, Paul (Hrsg.) : Dienen in Liebe. Festschrift für Rudolf Graber, Bischof
von Regensburg. München-Zürich : Verlag Schnell und Steiner, 1981, S. 345-366. -
ISBN 3-7954-0825-3
6. Hubel, Achim: Albrecht Altdorfer als Maler - Beobachtungen zu Form, Farbe und Licht. .
In: Henrich, Dieter (Hrsg.) : Albrecht Altdorfer und seine Zeit. Regensburg : Mittelbayeri-
sche Druckerei- und Verlagsgesellschaft, 1981, (Schriftenreihe der Universität Regensburg
Bd. 5), S. 21-59. - ISBN 3-921114-54-3
7. Hubel, Achim: Einführung . In: Ausstellungskatalog "Rudolf Koller. Plastiken und Zeichnun-
gen". Regensburg : Galerie Marion Grcic-Ziersch, 1982, S. 3 f..
8. Hubel, Achim: Rezension zu Franz Winzinger: Wolf Huber - Das Gesamtwerk. München-Zü-
rich 1979 . In: Pantheon XL (1982), S. 264 f.
9. Hubel, Achim: Kapitel "Gotik": Architektur, Skulptur, Malerei (zusammen mit Doris Vogel-
Köhn), Goldschmiedekunst und Ornamentik . In: Keysers Großes Stil-Lexikon Europa 780-
1980. München : Keysersche Verlagsbuchhandlung, 1982, S. 77-131. - ISBN 3-87405-
150-1
10. Hubel, Achim: Heilige und Dämonen. Die Bilderwelt des Mittelalters in Regensburg, .
2. Aufl. München : Bayerische Vereinsbank, 1983 (Bavaria antiqua - Verborgene Kostbar-
keiten der Bayerischen Kulturgeschichte Bd. 10) . - 56 Seiten.
11. Hubel, Achim: Einführung und Katalogbeiträge . In: Ausstellungskatalog "750 Jahre Domi-
nikanerinnenkloster Heilig Kreuz Regensburg". München-Zürich : Verlag Schnell und Stei-
ner, 1983, (Kunstsammlungen des Bistums Regensburg - Diözesanmuseum Regensburg.
Kataloge und Schriften Bd. 1), S. 11-16, 86-105, 126-131. - ISBN 3-7954-0486-x
12. Hubel, Achim: Oberpfalz: Das Ruhrgebiet des Mittelalters. - Von der Domstadt zum Kloster
St. Emmeram . In: Regensburg und die Oberpfalz. Hamburg : HB Verlags- und Vertriebs-
Gesellschaft, 1984, (HB-Kunstführer, Nr. 6), S. 6-13, 24-35.
13. Hubel, Achim: Einführung . In: Hiraki Ukiyo-e Stiftung (Hrsg.) : Katalog der Ausstellung
"Graphik der Dürerzeit - Sammlung Franz Winzinger" im Riccar Art Museum Tokyo. Tokyo :
Riccar Art Museum, 1984, S. 1 f..
14. Hubel, Achim: Die Ulrichskirche in Regensburg. Gestalt - Geschichte - Funktion .
In: Emmerig, Ernst (Hrsg.) : Regensburger Almanach 1986. Regensburg : Walhalla und
Praetoria Verlag, 1986, S. 59-74.
15. Hubel, Achim ; Nitz, Genoveva: Diözesanmuseum St. Ulrich Regensburg . München-
Zürich : Verlag Schnell und Steiner, 1986 (Schnell Kunstführer, Nr. 1587) . - 40 Seiten.
16. Hubel, Achim: Berthold Furtmeyr und die Regensburger Buchmalerei des ausgehenden Mit-
telalters . In: Regensburger Buchmalerei - Von frühkarolingischer Zeit bis zum Ausgang des
Mittelalters. Ausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Museen der
Stadt Regensburg. München : Prestel Verlag, 1987, S. 111-123. - ISBN 3-7913-0802-5
17. Hubel, Achim: Ausstellungskatalog "Goldschmiedearbeiten aus St. Jakob in Straubing".
Sonderausstellung Gäubodenmuseum Straubing . Straubing : Cl. Attenkofer´sche Buch-
und Kunstdruckerei Straubing, 1989 (Kataloge des Gäubodenmuseums Straubing Bd. 15)
. - 102 Seiten.
18. Hubel, Achim: Das Aufbaustudium Denkmalpflege der Universität Bamberg und der Fach-
hochschule Coburg . In: Hubel, Achim (Hrsg.) : Dokumentation der Jahrestagung 1987 in
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Bamberg - Thema: Bauforschung und Denkmalpflege (Jahrestagung des Arbeitskreises
Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bamberg 1987). Bamberg : Arbeitskreis Theorie
und Lehre der Denkmalpflege e.V., 1989, S. 53-59. (Publikationen des Arbeitskreises Theo-
rie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bd. 3) - ISBN 3-9802427-0-6
19. Hubel, Achim: Der spätgotische Reliquienschrein in St. Emmeram zu Regensburg .
In: Morsbach, Peter (Hrsg.) : Ausstellungskatalog "Ratisbona sacra - Das Bistum Regens-
burg im Mittelalter". München-Zürich : Verlag Schnell und Steiner, 1989, S. 51-55, 328-
331. - ISBN 3-7954-0647-1
20. Hubel, Achim (Hrsg.): Dokumentation der Jahrestagung 1987 in Bamberg - Thema: Bau-
forschung und Denkmalpflege . (Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der
Denkmalpflege e.V. Bamberg 16.-19.09.1987) Bamberg : Arbeitskreis Theorie und Lehre
der Denkmalpflege e.V., 1989 (Publikationen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der
Denkmalpflege e.V. Bd. 3) . - 80 Seiten. ISBN 3-9802427-0-6
21. Hubel, Achim: Konservierung und Restaurierung: Möglichkeiten und Methoden der Vermitt-
lung an der Hochschule . In: Petzet, Michael (Hrsg.) : Konservierung und Restaurierung
von verputzten Mauerflächen. München : xxx, 1990, S. 54-60. (Arbeitshefte des Bayeri-
schen Landesamtes für Denkmalpflege Bd. 45)
22. Drexler, Jolanda ; Hubel, Achim ; Debold-Kritter, Astrid: Regensburg und die Oberpfalz .
München-Berlin : Deutscher Kunstverlag, 1991 (Georg Dehio, Handbuch der Deutschen
Kunstdenkmäler, Bayern Bd. V) . - 872 Seiten. ISBN 3-422-03011-5
23. Hubel, Achim: Einführung . In: Ausstellungskatalog "Richard Triebe. Skulptur - Plastik -
Grafik". Schwandorf : xxx, 1991, S. 7 f..
24. Hubel, Achim: Einführung . In: Schmidt, Isolde ; Wendland, Ulrike (Hrsg.) : Ein vergesse-
nes Stück Straubing? Der Straubinger Petersfriedhof und seine Grabdenkmäler. Ergebnisse
einer Bestandsaufnahme. Straubing : Cl. Attenkofer´sche Buch- und Kunstdruckerei Strau-
bing, 1991, S. 9-11.
25. Hubel, Achim: Stiftsbasilika Waldsassen . 30. Aufl. München-Zürich : Verlag Schnell und
Steiner, 1992 (Schnell Kunstführer, Nr. 2) . - 32 Seiten.
26. Hubel, Achim (Hrsg.): Dokumentation der Jahrestagung 1989 in Hildesheim - Thema:
Denkmalpflege zwischen Konservieren und Rekonstruieren . (Jahrestagung des Arbeitskrei-
ses Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bamberg 03.-06.10.1989) Bamberg : Ar-
beitskreis Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., 1993 (Publikationen des
Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bd. 6) . - 120 Seiten. ISBN 3-
9802427-2-2
27. Hubel, Achim ; Wirth, Hermann (Hrsg.): Dokumentation der Jahrestagung 1994 in Weimar
- Thema: Denkmale und Gedenkstätten . (Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie und
Lehre der Denkmalpflege e.V. Weimar 28.09.-01.10.1994) Weimar : Hochschule für Archi-
tektur und Bauwesen Weimar - Universität, 1995 (Publikationen des Arbeitskreises Theorie
und Lehre der Denkmalpflege e.V. BAnd 7 = Wissenschaftliche Zeitschrift der Hochschule
für Architektur und Bauwesen Weimar - Universität - Jahrgang 41, Heft 4/5) . - 188 Seiten.
ISSN 0863-0712
28. Hubel, Achim: Figur und Gebärde. Zu den Arbeiten von Hermann Leber .
In: Ausstellungskatalog "uni pro arte - Kunst aus der Universität Regensburg".
Regensburg : Universitätsverlag, 1995, S. 38-52. - ISBN 3-930480-63-8
29. Hubel, Achim: Stadtpfarrkirche St. Josef in Weiden, Schnell Kunstführer Nr. 56 . 3. Aufl.
München-Zürich : Verlag Schnell und Steiner, 1995. - 40 Seiten.
30. Hubel, Achim: Die nördliche Portalwand von St. Emmeram in Regensburg. Kunstgeschichte
- Denkmalpflege - Ikonologie . In: Reupert, Ute ; Trajkovits, Thomas ; Werner, Winfried
(Hrsg.) : Denkmalkunde und Denkmalpflege - Wissen und Wirken. Festschrift für Heinrich
Magirius zum 60. Geburtstag am 1. Februar 1994. Dresden : Karl M. Lipp Verlag, 1995,
S. 119-147. - ISBN 3-87490-519-5
Seite 581
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
31. Hubel, Achim: Die nördliche Portalwand von St. Emmeram in Regensburg. Kunstgeschichte
- Denkmalpflege - Ikonologie . In: Paulus, Helmut-Eberhard ; Reidel, Hermann ; Winkler,
Paul W. (Hrsg.) : Romanik in Regensburg. Kunst, Geschichte, Denkmalpflege (Regensbur-
ger Herbstsymposion zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege Regensburg 18.-
20.11.1994). Regensburg : Verlag Schnell & Steiner, 1996, S. 124-146. (Regensburger
Herbstsymposion zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege Bd. 2) - ISBN 3-7954-1095-9
32. Hubel, Achim ; Wirth, Hermann (Hrsg.): Dokumentation der Jahrestagung 1996 in Köln -
Thema: Wiederaufgebaute und neugebaute Architektur der 1950er Jahre. Tendenzen ihrer
"Anpassung" an unsere Gegenwart . (Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre
der Denkmalpflege e.V. Köln 24.-28.09.1996) Weimar : Bauhaus-Universität Weimar, Uni-
versitätsverlag, 1997 (Publikationen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmal-
pflege e.V. Band 8 = Thesis. Wissenschaftliche Zeitschrift der Bauhaus-Universität Weimar,
43. Jahrgang, Heft5) . - 198 Seiten. ISSN 1433-5735
33. Hubel, Achim: Die Schöne Maria von Regensburg. Überlegungen zu den bildlichen Darstel-
lungen und zum Ort der Wallfahrt . In: Paulus, Helmut-Eberhard ; Reidel, Hermann ; Wink-
ler, Paul W. (Hrsg.) : Regensburg im Licht seines geschichtlichen Selbstverständnisses.
Bildliche Selbstdarstellung einer historischen Stadt durch Kunst, Literatur und Denkmal-
pflege in Geschichte und Gegenwart (Regensburger Herbstsymposion zur Kunstgeschichte
und Denkmalpflege Regensburg 24.-26.11.1995). Regensburg : Schnell & Steiner, 1997,
S. 85-100. (Regensburger Herbstsymposion zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege
Bd. 3) - ISBN 3-7954-1135-1
34. Hubel, Achim ; Gerlach, Christoph: Bericht über die Tagung "Dokumente und Monumente
- Positionsbestimmungen in der Denkmalpflege" vom 11.-14. September 1997 in Dresden
. In: Denkmalschutz-Informationen, hrsg. vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmal-
schutz 21 (1997), Nr. 4, S. 23-28
35. Hubel, Achim: Studien zum Reichssaalbau des Alten Rathauses in Regensburg . In: Böning-
Weis, Susanne ; Hemmeter, Karlheinz ; Langenstein, York (Hrsg.) : Monumental - Fest-
schrift für Michael Petzet zum 65 Geburtstag am 12. April 1998. München : Karl M. Lipp
Verlag, 1998, (Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege Bd. 100),
S. 530-547.
36. Hubel, Achim: Wallfahrtskirche Weißenregen . 12. Aufl. Regensburg : Verlag Schnell &
Steiner, 1998 (Schnell Kunstführer, Nr. 924) . - 16 Seiten.
37. Hubel, Achim ; Jolley, Robert (Hrsg.): Dokumentation der Jahrestagung 1993 in Manche-
ster und Liverpool - Thema: Erhaltung und Umnutzung von Industriebauten des 19. Jahr-
hunderts in Nordwestengland . (Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der
Denkmalpflege e.V. Manchester-Liverpool 20.-26.09.1993) Bamberg : Arbeitskreis Theorie
und Lehre der Denkmalpflege e.V., 1998 (Publikationen des Arbeitskreises Theorie und
Lehre der Denkmalpflege e.V. Bd. 9) . - 102 Seiten. ISBN 3-9802427-3-0
38. Hubel, Achim ; Gerlach, Christoph: Bericht über die Tagung "Ausbildung und Lehre in der
Denkmalpflege" vom 16. bis 20. September 1998 in Bamberg . In: Denkmalschutz-Infor-
mationen, hrsg. vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz 23 (1999), Nr. 1,
S. 12-18
39. Hubel, Achim ; Gerlach, Christoph: Ausbildung und Lehre in der Denkmalpflege. Jahresta-
gung 1998 des "Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V." (Verband der
Hochschullehrer des Fachgebiets Denkmalpflege), Bamberg, 16.-20. September 1998 .
In: Kunstchronik 52 (1999), Nr. 8, S. 352-357
40. Hubel, Achim ; Traeger, Jörg: Vermarktung statt Verpflichtung? St. Emmeram in Regens-
burg - Reichsabtei, Fürstenschloß, Kongreßzentrum? In: Kunstchronik 53 (2000), Nr. 8,
S. 353-360
Seite 582
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
41. Hubel, Achim: Die Ulrichskirche in Regensburg. Überlegungen zum Stand der Forschung .
In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 140 (2000),
S. 85-104
42. Hubel, Achim: Rezension zu Ulrich Merkl: Buchmalerei in Bayern in der ersten Hälfte des
16. Jahrhunderts. Spätblüte und Endzeit einer Gattung . In: Journal für Kunstgeschichte 4
(2000), Nr. 4, S. 338-345
43. Hubel, Achim: Rudolf Koller. Malerei - Zeichnung - Plastik . Regensburg : Mittelbayerischer
Verlag, 2000. - 168 Seiten. ISBN 3-931904-71-7
44. Hubel, Achim: Gotik in Regensburg: Stadttopographie und städtebauliche Entwicklung vom
13. bis zum frühen 16. Jahrhundert . In: Schmid, Peter (Hrsg.) : Geschichte der Stadt Re-
gensburg. Bd. 2. Regensburg : Friedrich Pustet, 2000, S. 1106-1140. - ISBN 3-7917-
1682-4
45. Wolters, Wolfgang ; Hubel, Achim (Hrsg.): Forschungen zum Merseburger Dom. Ergebnisse
eines Arbeitsprojektes im Rahmen des Graduiertenkollegs Kunstwissenschaft - Baufor-
schung - Denkmalpflege . Halle an der Saale : Verlag Janos Stekovics, 2000. - 112 Seiten.
ISBN 3-932863-41-0
46. Hubel, Achim: Das Berufsbild des Denkmalpflegers - ein Rückblick und Ausblick . In: Hubel,
Achim (Hrsg.) : Ausbildung und Lehre in der Denkmalpflege. Ein Handbuch (Jahrestagung
des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bamberg 16.-20.09.1998).
Petersberg : Michael Imhof Verlag, 2001, S. 21-32. (Veröffentlichungen des Arbeitskreises
Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bd. 11) - ISBN 3-935590-23-7
47. Hubel, Achim (Hrsg.): Ausbildung und Lehre in der Denkmalpflege. Ein Handbuch . (Jah-
restagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bamberg 16.-
20.09.1998) Petersberg : Michael Imhof Verlag, 2001 (Veröffentlichungen des Arbeitskrei-
ses Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bd. 11) . - 208 Seiten. ISBN 3-935590-23-7
48. Hubel, Achim ; Schuller, Manfred: Das Aufbaustudium Denkmalpflege der Otto-Friedrich-
Universität Bamberg und der Fachhochschule Coburg - Erfahrungen und Konzepte .
In: Hubel, Achim (Hrsg.) : Ausbildung und Lehre in der Denkamlpflege. Ein Handbuch (Jah-
restagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpfleg e.V. Bamberg 16.-
20.09.1998). Petersberg : Michael Imhof Verlag, 2001, S. 90-95. (Veröffentlichungen des
Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bd. 11) - ISBN 3-935590-23-7
49. Hubel, Achim: Das Gnadenbild der Alten Kapelle . In: Schiedermair, Werner (Hrsg.) : Die
Alte Kapelle in Regensburg. Regensburg : Verlag Schnell & Steiner, 2002, S. 219-244, 381-
384. - ISBN 3-7954-1496-2
50. Hubel, Achim: Regensburg und Lorsch. Neue Überlegungen zur Lorscher Tor- oder Königs-
halle . In: Ericsson, Ingolf ; Sanke, Markus (Hrsg.) : Aktuelle Forschungen zum ehemaligen
Reichskloster Lorsch (Aktuelle Forschungen zum ehemaligen Reichskloster Lorsch - Wis-
senschaftliches Kolloquium Lorsch 10.-11.12.1998). Bamberg : Lehrstuhl für Archäologie
des Mittelalters und der Neuzeit, 2004, S. im Druck. (Bamberger Beiträge zur Archäologie
des Mittelalters und der Neuzeit Bd. 1)
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Restaurierungswissenschaft in der Bau-
denkmalpflege (Inst. Archäologie, Bauforschung, Denk-
malpflege, Abteilung I)
Anschrift: Am Kranen 12, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2402
E-Mail: [Link]@[Link]
Leitung:
Prof. Dr.-Ing. Rainer
Drewello
Forschungsprojekte
Digitales Dombauarchiv
Projektleitung: Das von der DBU geförderte Forschungsvorhaben "Digitales Dom-
Prof. Dr.-Ing. Rainer Dre- bauarchiv" dient der Entwicklung neuer Methoden für das Monito-
wello ring umweltrelevanter Gebäudeschäden. Im Bamberger Teilprojekt
Beteiligte:
Prof. Dr. Christoph Schlie- "Mobile Mapping System" wird eine neuartige Software für die mo-
der bile Kartierung von Umweltschäden und restauratorischen Maßnah-
Dipl.-Inf. (FH) Christian men an Baudenkmälern konzipiert und entwickelt .
Wendt
Bellendorf, Paul Projekthomepage: [Link]
Stichwörter:
Digitales Dombaurachiv
Laufzeit: 1.7.2003 -
30.6.2004
Förderer:
Deutsche Bundesstiftung
für Umwelt
Mitwirkende Institutio-
nen:
Universität Passau, Insti-
tut für Informationssyste-
me und Softwaretechnik
(IFIS)
Staatliches Hochbauamt
Passau - Ltd. Baudirektor
Günter Albrecht
Staatliche Dombauhültte -
Leiter Michael Hauck
Seite 584
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Pomologisches Kabinett des Naturkundemuseums in Bamberg
Projektleitung:
Prof. Dr. Christoph Schlie-
der
Beteiligte:
Prof. Dr.-Ing. Rainer Dre-
wello
Stichwörter:
Das Pomologische Kabi-
nett des Naturkundemu-
seums in Bamberg:
Digitale Archivierung drei-
dimensionaler Objekte
Laufzeit: 1.3.2004 -
30.12.2005
Förderer:
Universität Bamberg -
Ständige Kommission für
Forschung und wissen-
schaftlichen Nachwuchs
Seite 585
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit
(Inst. Archäologie, Bauforschung, Denkmalpflege, Abtei-
lung II)
Anschrift: Am Kranen 14, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2387 Fax.: 0951/863 5387
E-Mail: [Link]@[Link]
Leiter des Lehrstuhls: Besonderheiten: Der 1981 eingerichtete Lehrstuhl ist der einzige
Prof. Dr. Ingolf Ericsson Lehrstuhl in Deutschland für Archäologie des Mittelalters und der
wiss. Assistent: Neuzeit.
Dr. Hauke Kenzler, M.A.
Privatdozent:
PD Dr. Hans Losert
Projektmitarbeiter:
Rainer (bis 2003) Atzbach,
M.A.
Dr. Christian Forster
Mathias Klefenz
Christina König, M.A.
Dr. Luitgard Löw
Dr. Thomas Platz
Dr. Markus Sanke
Sekretariat:
Ingrid Hösch
Grabungstechniker:
Werner Feil
Forschungsschwerpunkte
• Archäologie und Baugeschichte im Kloster Lorsch
• Ländliche Siedlungsarchäologie
• Stadtkernarchäologie
• Depotfunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit aus Gebäuden in
Zentraleuropa (insb. Kempten/Allgäu)
• Ethnizität / Slawische Archäologie
• Bestattungen des Mittelalters und der Neuzeit
• Befestigte Siedlungen des Mittelalters und der Neuzeit
• Sachkultur
• Neuzeitarchäologie
• Geschichte, Theorie und Methodik der Archäologie des Mittelalters
und der Neuzeit im internationalen Verbund
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Der Lehrstuhl verfügt über alle Geräte und Instrumente, die zur
Durchführung auch anspruchsvoller moderner Ausgrabungen und
archäologischer Prospektionen erforderlich sind, wobei auch die
Technik für die Aufbereitung und Auswertung der Daten, die Fund-
bearbeitung und Publikation zur Verfügung steht. Ein eigener Gra-
bungstechniker wirkt bei der Betreuung von Ausgrabungsprojekten
für Forschung und Lehre mit.
Kooperationsbeziehungen
Gemeinsames "Institut für Archäologie, Bauforschung und Denk-
malpflege" mit der Professur für Ur- und frühgeschichtliche Archäo-
logie (Prof. Dr. J. Müller), der Professur für Bauforschung und
Baugeschichte (Prof. Dr. Ing. M. Schuller), der Professur für Denk-
Seite 586
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
malpflege (Prof. Dr. A. Hubel) und der Professur für Restaurierungs-
wissenschaft (Prof. Dr. Drewello).
Intensive, interdisziplinäre Zusammenarbeit im Fächerverbund des
Zentrums für Mittelalterstudien.
Gemeinsam mit der TU Berlin ausgerichtetes Graduiertenkolleg
"Kunstwissenschaft - Bauforschung - Denkmalpflege"
Im Archäologischen Kolloquium Zusammenarbeit der archäologi-
schen Fächer an der Universität Bamberg.
Ständige Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denk-
malpflege, insbesondere mit der Außenstelle Schloß Seehof. Enge
Zusammenarbeit mit Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Staat-
liche Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen und Landesamt
für Archäologie des Freistaates Sachsen.
Wissenschaftliche Tagungen
"Mittelalterliche Wüstungen im Steigerwald", Tagung in Verbindung
mit dem Zentrum für Mittelalterstudien der Universität Bamberg,
Bamberg 3.2.2001. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Prof. Dr. Hans Becker.
"Aktuelle Forschungen zum ehemaligen Reichskloster Lorsch III:
Lorsch und die Region", Lorsch, 14.12.2001. Prof. Dr. Ingolf Erics-
son/Dr. Markus Sanke, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung der
Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und dem Museumszen-
trum Lorsch
"Aktuelle Forschungen zum ehemaligen Reichskloster Lorsch IV: Ar-
chäologie - Bauforschung - Präsentation", Lorsch, 12.-13.12.2002.
Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Dr. Markus Sanke, in Zusammenarbeit mit
der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und
dem Museumszentrum Lorsch
"5. Europatagung der Hochschullehrer für Archäologie des Mittelal-
ters / 5^th^ European Symposium for Teacher of Medieval Ar-
chaeology (ESTMA)", Bamberg, 10.-14.04.2002. Prof. Dr. Ingolf
Ericsson in Verbindung mit dem Zentrum für Mittelalterstudien der
Universität Bamberg.
"Aufbruch ins zweite Jahrtausend" Ein interdisziplinäres Kolloquium
des Zentrums für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität
Bamberg, in Zusammenarbeit mit dem Haus der Bayerischen Ge-
schichte (Augsburg), Bamberg, 25.-27.09.2002. Prof. Dr. Ingolf
Ericsson/Prof. Dr. Rolf Bergmann/Prof. Dr. Achim Hubel/Prof. Dr.
Bernd Schneidmüller.
"... und war begraben in großer Wirdigkait..." Archäologische For-
schungen zum ’christlichen Grab’ in Mittelalter und Neuzeit, Bam-
berg, 17.-18.07.2003. Dr. Markus Sanke, in Verbindung mit dem
Zentrum für Mittelalterstudien der Universität Bamberg.
"Jahrestagung des Mittel- und Ostdeutschen Verbandes für Alter-
tumsforschung e.V.", u.a. mit Jahrestagung der Deutschen Gesell-
schaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Bamberg,
24.-28.03.2003. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Prof. Dr. Johannes Müller.
"Mittelalterliche Depotfunde aus Gebäuden in Zentraleuropa / Me-
dieval Concealed Finds from Buildings in Central Europe", Bamberg,
24.-25.09.2003. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Dr. Rainer Atzbach, in
Seite 587
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Verbindung mit dem Zentrum für Mittelalterstudien der Universität
Bamberg.
"Aktuelle Forschungen zum ehemaligen Reichskloster Lorsch V",
Herbst 2004. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Dr. Markus Sanke, in Zusam-
menarbeit mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten
Hessen und dem Museumszentrum Lorsch.
"Archäologie in Deutschland (Berlin/Bonn 2002/2003)" Eine Aus-
stellung veranstaltet vom Verband der Landesarchäologen in Zu-
sammenarbeit mi dem Museum für Ur- und Frühgeschichte Berlin.
Prof. Dr. Ingolf Ericsson. Mitarbeit am Begleitband (Einleitung zum
Hauptkapitel "Mittelaler und Neuzeit")
"Alltag im Mittelalter" (Arbeitstitel). eine Ausstellung zum Jubiläum
25 Jahre Archäologie de Mittelalters und der Neuzeit an der Univer-
sität Bamberg. Historisches Museum bamberg, Mai bis Oktober
2006 (in Planung). Prof. Dr. Ingolf Ericsson / Dr. Hauke Kenzler
Veröffentlichungsreihen
Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neu-
zeit.
Band 1: Aspekte der Archäologie des Mittelalters und der Neuezeit.
Festschrift für Walter Sage, hrsg. von Ingolf Ericsson und Hans Lo-
sert (Bonn 2003).
Band 2: Atzbach, Rainer: Leder und Pelz am Ende des Mittelalters
und zu Beginn der Neuzeit. Die Funde aus dem Mühlberg-Ensemble
in Kempten/Allgäu. (Bonn 2005, in Druckvorbereitung).
Bamberger Beiträge zur Archäologie des Mittelalters und der Neu-
zeit.
Band 1: Neue Forschungen zum ehemaligen Reichskloster Lorsch
(zugleich Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission 24),
hrsg. von Ingolf Ericsson und Markus Sanke (Darmstadt 2004).
Forschungsprojekte
Ausstellungen
Stichwörter: "Mittelalterliches Leben in Stadt und Land", Pfalzmuseum Forch-
Ausstellungen, Mittelalter- heim, 16.3.-28.10.1997. Prof. Dr. Ingolf Ericsson (Universität Bam-
archäologie, Neuzeitar- berg)
chäologie
Laufzeit: 1.1.1997 - "AusGrabungen. Schicht für Schicht ins Mittelalter. Ausstellung des
31.12.2006 Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Histori-
sches Museum Bamberg, 26.7.-27.9.1998; Universität Augsburg,
Zentralbibliothek, 2.12.1998-15.1.1999; Germanisches National-
museum Nürnberg, 3.2.-11.4.1999; Prähistorische Staatssamm-
lung München, Burg Grünwald, 27.4.-30.11.1999. Prof. Dr. Ingolf
Ericsson / Dr. Markus Sanke (Universität Bamberg).
Weiterhin Mitarbeit an folgenden Ausstellungen:
"Europas Mitte um 1000" Deutsche, Slawen, Ungarn und das latei-
nische Abendland. Ein deutsch-polnisch-slowakisch-tschechisch-un-
garisches Ausstellungsprojekt. (Budapest, Berlin, Mannheim,
Preßburg, Krakau 2000-2002). Prof. Dr. Ingolf Ericsson.
Seite 588
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
"Heinrich II. und seine Zeit". Landesausstellung vom Haus der
Bayerischen Geschichte in Bamberg [Link]. Dr. Ingolf Ericsson /
Dr. Markus Sanke.
"Archäologie in Deutschland (Berlin/Bonn 2002/2003" Eine Ausstel-
lung veranstaltet vom Verband der Landesarchäologen in Zusam-
menarbeit mit dem Museum für Ur- und Frühgeschichte Berlin, Prof.
Dr. Ingolf Ericsson. Mitarbeit am Begleitband (Einleitung zum
Hauptkapitel "Mittelalter und Neuzeit")
"Alltag im Mittelalter" (Arbeitstitel). Eine Ausstellung zum Jubiläum
25 Jahre Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an der Univer-
sität Bamberg. Historisches Museum Bamberg, Mai bis Oktober
2006 (in Planung). Prof. Dr. Ingolf Ericsson, Dr. Hauke Kenzler
Publikationen
1. Gebietsausschuß Fränkische
0XX Schweiz (Hrsg.): Ritter Burgen Dörfer. Katalog zur Ausstellung
"Mittelalterliches Leben in Stadt und Land" Sonderausstellung zum 650. Todestag Konrads
II. von Schlüsselberg, Fränkische-Schweiz-Museum Tüchersfeld, Pfalzmuseum Forchheim,
Burg Waischenfeld, 16. Mai bis 28. Oktober 1997 . Tüchersfeld : Selbstverlag, 1997
2. Ericsson, Ingolf (Hrsg.): AusGrabungen. Schicht für Schicht ins Mittelalter. Begleitheft zur
Ausstellung des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit im Historischen
Museum Bamberg, Uniuversität Augsburg Zentralbibliothek, Germanisches Nationalmuse-
um Nürnberg, Prähistorische Staatssammlung München, Außenstelle Burg Grünwald .
2. Aufl. Bamberg : -, 1998. - 167 Seiten.
3. Ericsson, Ingolf ; Sanke, Markus: Bericht über ein Ausstellungsprojekt des Lehrstuhls für
Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Bamberg, AusGrabungen.
Schicht für Schicht ins Mittelalter . In: Universitätsbund Bamberg, Bericht über das Ge-
schäftsjahr 1998 (1999), S. 26-31
Auswertung der Ausgrabungen an der katholischen Pfarrkirche St. Kunibert in
Zülpich-Sinzenich
Projektleitung: Im Jahre 1997 wurden an der Kirche St. Kunibert im Zülpicher Orts-
Dr. Markus Sanke teil Sinzenich Sanierungs- und Trockenlegungsmaßnahmen erfor-
Stichwörter: derlich. Bei Freilegung der Fundamente rund um den heute stehen-
Kirche; Baugeschichte;
Merowingerzeit; Karolin- den, gotischen Bau konnten an verschiedenen Stellen die Abgänge
gerzeit; Bestattung; älterer Mauerzüge festgestellt werden. Im Nordwestbereich waren
Rheinland die Anzeichen für ältere Bausubstanz dabei so dicht, daß sich das
Laufzeit: 1.1.1997 - Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Nideggen-
31.12.2001
Wollersheim, zu einer großflächigen Ausgrabung entschloß, die von
Förderer:
Denkmalförderprogramm Juni bis Oktober 1997 unter der Leitung des Berichterstatters statt-
Nordrhein-Westfalen fand.
Mitwirkende Institutio-
nen:
Bereits in den sechziger Jahren konnte bei Sanierungsarbeiten im
Rheinisches Amt für Bo- Innenraum der Kirche festgestellt werden, daß diese nicht nur auf
dendenkmalpflege, Bonn den Fundamenten einer römischen Anlage errichtet ist, sondern bis
Justus-Liebig-Universität in eine Höhe von 12 m im aufgehenden Bau ungestörtes römisches
Giessen, Anthropologie Mauerwerk im Originalverband beinhaltet. Der Befund im Boden
Kontakt:
Dr. Markus Sanke deutet auf eine Bade- oder Thermenanlage vor den Toren des römi-
E- schen Hauptortes Zülpich-Tolbiacum hin. Die ältesten Daten für den
Mail: [Link]@ggeo Bau der Kirche stammen von Eichenbalken im Turmobergeschoss,
.[Link] sie konnten dendrochronologisch auf 1031 datiert werden.
Die Ausgrabung im Außenbereich hat für alle Epochen der Geschich-
te des Platzes Daten liefern können. Neben vereinzelten vorge-
Seite 589
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
schichtlichen Objekten werden die römischen Keramik-, Ziegel- und
Glasfunde, die aus dem Fundament der massiven römischen Guß-
mörtelmauern unter dem Kirchturm stammen, eine Datierung des
Bauwerks erlauben. Eine Nord-Süd-orientierte Körperbestattung in
enger Anlehnung an einen römischen Mauerzug könnte eine unmit-
telbar nachrömische Nutzung des Areals, eventuell in der Völker-
wanderungs- oder Merowingerzeit, andeuten. Ein massiver Fund-
niederschlag ist erst wieder für das 8., verstärkt dann für das 9.
Jahrhundert zu verzeichnen. In diesem Zeitabschnitt ist mit einer
ersten, groß angelegten Bautätigkeit zu rechnen, dem bestimmte
Teile der Kirchenfundamente zugeordnet werden können. Nach die-
ser Bauphase, sicher aber vor dem 13. Jahrhundert, kamen an pro-
minenter Stelle vier aufwendig gebaute Körpergräber in den Boden.
Es handelt sich um drei steinerne Sarkophage und eine aus Ziegel-
steinen gemauerte Gruft mit Innenverputz, die jeweils einen er-
wachsenen Toten in gestreckter Rückenlage mit Kopf im Westen
enthielten. Bei den Steinsarkophagen handelt es sich um Kopfni-
schengräber, bei denen auf dem Sarkophagboden stehengelassene
Stege den Kopf des Bestatteten einfassten. Auffällig ist, daß in drei
der vier Bestattungen zu einem späteren Zeitpunkt Säuglinge bei-
gesetzt worden sind, in zwei Fällen deutlich erkennbar in einem höl-
zernen Kasten. Die Ausstattung der vier Grablegen läßt an die
Beisetzung von adligen Angehörigen der Stifterfamilie denken. Ein
weiterer, deutlicher Fundniederschlag ist dann mit zahlreichen Fun-
den des späten 13. und 14. Jahrhunderts zu verzeichnen. Dieser
Zeit ist eine Verlängerung der Kirche nach Westen ("Nonnenchor")
im Zuge der Ansiedlung eines Franziskanerinnenkonvents in Sinze-
nich zuzuordnen, von der auch urkundliche Belege vorliegen. Bei
dieser Baumaßnahme wurde ein älteres Seitenschiff niedergelegt,
das mehrere Kapellen enthielt. In einer der Kapellen konnte ein sehr
sorgfältig gesetztes Altarfundament entdeckt werden. Aus der Ba-
rockzeit ist als letzte archäologische Phase die Bestattung eines Kle-
rikers zu nennen, der mit dem Kopf im Osten und Blick nach Westen
in seinem Ornat (Seidengewebe, Gold- und Silberbrokat) und einem
qualitävollen Bronzekruzifix mit Rosenkranzanhängern auf der Brust
bei seiner Kirche beigesetzt wurde.
Die derzeit durchgeführte Auswertung der Grabungsergebnisse ist
um die vollständige Rekonstruktion der Baugeschichte dieser rhei-
nischen Dorfkirche bemüht. Insbesondere für die Zeit nach Abzug
der römischen Truppen aus dem Rheinland sind unsere Kenntnisse
äußerst dünn gesät, eine sorgfältige Analyse des Fundstoffes könnte
über die Nutzung des Geländes im 4. bis 7. Jahrhundert Auskunft
geben. Für die Zeit ab dem 8. Jahrhundert wird eine Detailanalyse
des Fundstoffs Licht in die einzelnen Bauvorgänge geben. Die Vor-
lage der geborgenen Bestattungstypen wird zur Kenntnis des mit-
telalterlichen und neuzeitlichen Begräbniswesens bei herausgeho-
benen Bevölkerungsgruppen (Landadel, Dorfklerus) beitragen.
Dazu sollen auch die derzeit laufenden anthropologischen Vollunter-
suchungen der zum Teil sehr gut erhaltenen Skelettüberreste bei-
tragen. Insgesamt könnte die Kirchengrabung in Zülpich-Sinzenich
für das Rheinland eine Neubelebung der in den fünfziger und sech-
ziger Jahren stark geförderten, danach jedoch wenig intensiv fort-
gesetzten Kirchenarchäologie darstellen.
Seite 590
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Sanke, Markus: Zülpich-Sinzenich,
0XX Pfarrkirche St. Kunibert (Grabungsvorbericht) .
In: Bonner Jahrbücher 199 (1999), S. 479-482
Baugestalt, Wirtschaftsleben und Sachkultur des ehemaligen Reichsklosters
Lorsch an der Bergstraße (Weltkulturerbe der UNESCO). Auswertung der Altgra-
bungen und neue archäologische Untersuchungen.
Projektleitung: Das im Jahr 764 von dem Rupertiner Grafen Cancor und seiner Mut-
Prof. Dr. Ingolf Ericsson ter Williswinda in einer Weschnitzniederung gegründete Benedikti-
Dr. Markus Sanke nerkloster Lorsch wuchs rasch zu einem bedeutenden monastischen
Beteiligte:
Dr. Thomas Platz Zentrum heran, weshalb es ab 767 auf eine nahegelegene Sanddü-
Dr. Christian Forster ne verlegt wurde. Nach einer Epoche höchster Bedeutung in der Ka-
Stichwörter: rolingerzeit begann seit dem 12. Jahrhundert der Niedergang des
Kloster Lorsch; Benedikti- Klosters. Mit der Einführung der Reformation in der Kurpfalz endete
ner; Prämonstratenser;
1556 das monastische Leben in Lorsch. Nach schweren Zerstörun-
Sakraltopographie; Raum-
nutzung im Kloster; Wirt- gen im Dreißigjährigen Krieg und einer jahrhundertelangen Nutzung
schaftsleben im Kloster; der Ruinen als Steinbruch sind von den Baulichkeiten neben dem
Handwerk; Keramik; Glas; Torso der romanischen Vorkirche nur noch die sogenannte Königs-
Bautechnik; Architektur- halle erhalten geblieben, deren Bedeutung als Zeuge karolingischer
fragmente, Baugeschichte
Beginn: 1.6.1998
Architektur 1991 mit der Eintragung in die Weltkulturerbeliste der
Förderer: UNESCO gewürdigt wurde.
Verwaltung der Staatli- Nach ersten wissenschaftlichen Untersuchungen durch R. Adamy im
chen Schlösser und Gärten
Hessen Jahr 1890 wurde die Klosteranlage zwischen 1927 und 1937 durch
Museumszentrum Lorsch den für die Region zuständigen Bodendenkmalpfleger F. Behn un-
Kuratorium Weltkultur- tersucht. Es gelang ihm, anhand der erhaltenen Ausbruchgruben
denkmal Kloster Lorsch der Fundamente sowohl die Kirche als auch die Klausurbauten in ih-
Universität Bamberg ren Grundrissen zu rekonstruieren; auf die Bergung von Fundmate-
Deutsche Forschungsge-
meinschaft rial wurde jedoch weitgehend verzichtet.
Kommission für Archäolo- Während die Untersuchungen in der Kirche monographisch veröf-
gische Landesforschung
fentlicht wurden, sind die Ausgrabungen Behns im übrigen Kloster-
Hessen
Mitwirkende Institutio- gelände nur in knappen Vorberichten vorgelegt. Da die Feldzeich-
nen: nungen der Grabungsdokumentation im Zweiten Weltkrieg vernich-
Universität Göttingen, In- tet wurden, sind seine Ergebnisse nicht nachzuprüfen. Damit blei-
stitut für Geochemie (Prof. ben wesentliche Fragen sowohl zur Bau- als auch zur Siedlungsge-
Dr. Wedepohl)
Institut für Hessische Lan-
schichte des ehemaligen Reichsklosters bislang unbeantwortet.
deskunde, Marburg Zur Vorbereitung neuer Ausgrabungen wurde das Klosterareal
Landesamt für Denkmal- 1995/97 von der Gesellschaft für Geophysikalische Untersuchungen
pflege Hessen, Außenstel-
le Darmstadt (Dr. H. mbH, Karlsruhe (Dipl.-Ing. B. Illich) durch Georadarmessungen auf
Göldner) noch im Boden vorhandene Baureste untersucht. Von der Verwal-
Kontakt: tung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessens (Dr. H. Sche-
Dr. Markus Sanke fers) wurde eine CD-ROM mit den Schwarz-Weiß-Fotos der
E- Grabungen Friedrich Behns zur Verfügung gestellt; daneben wurden
Mail: [Link]@ggeo
.[Link] die neu aufgefundenen Manuskripte aus dem Nachlass Friedrich
Behns gesichtet.
Friedrich Behn hat sich in seinen Veröffentlichungen zu Lorsch fast
ausschließlich mit der Baugestalt der Klosterkirche beschäftigt. Das
Forschungsprojekt des Bamberger Lehrstuhls für Archäologie des
Mittelalters und der Neuzeit strebt die notwendige Ergänzung dieser
Ergebnisse um Kenntnisse zu den übrigen Klosterbauten, insbeson-
dere im Bereich der Klausur und der östlich angrenzenden Bereiche
an. Das Kloster wird nicht mehr nur als Baukörper, sondern als Le-
Seite 591
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
bens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum für eine Vielzahl von Menschen
betrachtet, entsprechend sind die Fragestellungen auf den monasti-
schen Alltag, die Verbindungen des Klosters mit der Außenwelt, die
Versorgung mit notwendigen Gütern usw. ausgedehnt. Anders als
zur Zeit Behns wird in der modernen Archäologie auch den Kleinfun-
den aller Materialgruppen ein hoher Quellenwert für die soziale,
wirtschaftliche und ideelle Realität im Kloster beigemessen, daher
kommt der Bergung und Bearbeitung von Fundmaterial im For-
schungsprojekt eine hohe Bedeutung zu.
Von 1998 bis 2004 wurde an 13 verschiedenen Stellen im Kloster-
gelände gegraben. Die Fortsetzung archäologischer Maßnahmen in
den kommenden Jahren ist fest vereinbart. Gegenwärtig wird die
Auswertung der Grabungen seit 2000 betrieben. Seit Mai 2003 kön-
nen zudem im Rahmen eines DFG-geförderten Projekts das von
Behn gefundene Architekturmaterial sowie dessen unveröffentlichte
Dokumentation ausgewertet werden. Über 450 Stück mehr oder
weniger stark fragmentierter Bauskulptur werden im Lorscher Lapi-
darium seit seiner Einrichtung 2000 aufbewahrt. Ziel der wissen-
schaftlichen Analyse ist die Datierung möglichst vieler Einzelstücke,
mit deren Hilfe sich die Klosterbaugeschichte fortschreiben lässt. So
lassen sich Baumaßnahmen, die im Lorscher Codex erwähnt wer-
den,erstmals durch das Fundmaterial stützen. Andererseits belegt
eine größere Anzahl von Dekorformen der Wormser Bauschule, dass
um 1180-1200 Bauten errichtet wurden, von denen wir aus den
Quellen nichts wüssten.
Gegenstand des von der DFG geförderten Projekts ist ferner die ar-
chäozoologische Analyse der äußerst umfangreichen Tierknochen-
funde sowie die Publikation, Auswertung und archäologische
Kommentierung aller bildlichen und schriftlichen Unterlagen der Alt-
grbungen Behns. Bauforscherische Untersuchungen am so gen. Kir-
chenrest im Jahre 2003 auf der Grundlage eines seit längerem
vorliegenden steingerechten Aufmaßes erwiesen die bislang gelten-
de Baugeschichte der Lorscher Klosterkirche als erheblich korrek-
turbedürftig und lieferten die entscheidenden Beobachtungen für
eine neue These zur Bauentwicklung.
Publikationen
1. Ericsson, Ingolf ; Sanke, Markus: Archäologische Forschungen im ehemaligen Kloster
0XX
Lorsch. Vorbericht zur ersten Ausgrabungskampagne des Bamberger Lehrstuhls für Ar-
chäologie des Mittelalters und der Neuzeit im Sommer 1998 . In: Froschkönige und Dorn-
röschen. Einblicke in die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen 1998/99 (2000), S. 36-
39
2. Müller, Jakob ; Sanke, Markus: Stichwort "Lorsch, Archäologisches" . In: Reallexikon der
germanischen Altertumskunde Bd. 18. Göttingen (2003), S. 611-615
3. Müller, Jakob ; Sanke, Markus: Neue Ausgrabungen im ehemaligen Reichskloster Lorsch
1998-2000 . In: Denkmalpflege und Kulturgeschichte in Hessen 2000 2 (2001), S. 23-27
4. Müller, Jakob ; Sanke, Markus: Neue Ausgrabungen im Klostergelände . In: Weltkulturerbe
der UNESCO: Kloster Lorsch, Vernissage 22 (2000), S. 24-31
5. Sanke, Markus: Archäologische Forschungen im ehemaligen Kloster Lorsch. Ein Projekt des
Bamberger Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit zu Baugestalt, Wirt-
schaftsleben und Alltagskultur der Reichs- und Königsabtei . In: Forschungsforum der Uni-
versität Bamberg (2001), S. 38-45
Seite 592
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
6. Sanke, Markus ; Wedepohl, Karl Hans ; Kronz, Andreas: Glas aus dem Kloster Lorsch .
In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 30, 2002 (2003), S. 37-75
7. Ericsson, Ingolf ; Sanke, Markus (Hrsg.): Aktuelle Forschungen zum ehemaligen Reichs-
und Königskloster Lorsch . Darmstadt : Hessische Historische Kommission, 2004 (Bamber-
ger Beiträge zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit Bd. 1) . - VI+327 Seiten.
8. Sanke, Markus: Archaeological and architectural research in the Carolingian monastery of
Lorsch . In: McNeil, John (Hrsg.) : The British Archaeological Association, Conference Tran-
sactions (Power and Authority Leeds 14.-[Link] 2003). Leeds : British Archaeological As-
sociation, 2004, S. im Druck.
9. Hiebel, Andrea ; Müller, Jakob: Auf den Spuren der Baugeschichte. Wichtige Vorarbeit: Re-
cherchen in Quellen und Literatur . In: Vernissage 22 (2000), S. 18-23
10. Müller, Jakob: Ein Puzzle mit tausend Teilen... Architekturfragmente des Klosters Lorsch .
In: Vernissage 22 (2000), S. 32-35
11. Ericsson, Ingolf ; Sanke, Markus: Neue archäologische Forschungen im ehemaligen Kloster
Lorsch. Vorbericht zur ersten Ausgrabungskampagne des Bamberger Lehrstuhls für Ar-
chäologie des Mittelalters und der Neuzeit im Sommer 1998 . In: Jahrbuch der Verwaltung
der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen 2, 1998/1999 (2000), S. 36-39
12. Atzbach, Rainer: Tagungsbericht "Aktuelle Forschungen zum ehemaligen Reichkloster -
Lorsch und die Region" . In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 30/2002 (2003),
S. 231f.
Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Altenerding und die Ethnogenese der Bai-
ern
Projektleitung: Die Nekropole von Altenerding wurde 1965 im Verlauf eines begin-
Losert, Hans nenden Gro8bauvorhabens entdeckt und danach in fünf insgesamt
Stichwörter: etwa 16 Monate dauernden Kampagnen während der Jahre 1966 -
Merowingerzeit; Bajuwa-
ren; Ethnizität; Gräber- 1969 und 1973 von Prof. Dr. Walter Sage archäologisch untersucht.
feld; Das Gräberfeld von Altenerding, dessen Nutzung etwa 150 Jahre vor
Laufzeit: 1.1.1995 -
der ersten urkundlichen Erwähnung der Baiern begann, ist das größ-
1.1.2002
Mitwirkende Institutio- te frühmittelalterliche bzw. merowingerzeitliche Gräberfeld auf süd-
nen: deutschen Boden und eines der größten Mitteleuropas. Der Anteil alt
Slowenische Akademie der beraubter Bestattungen ist außergewöhnlich gering, die Ausstattun-
Wissenschaften Ljubljana gen der Toten mit Trachtbestandteilen und Beigaben zum Teil
(Laibach)
durchaus überdurchschnittlich. Die Nekropole schien daher, nicht
zuletzt wegen des frühen Belegungsbeginns spätestens am gber-
gang von der Spätantike zum frühen Mittelalter, ganz besonders ge-
eignet, im Zusammenhang mit nachwievor von der historischen
Forschung kontrovers diskutierten, die Ethnogenese der Baiern an-
gehenden Fragestellungen, untersucht zu werden.
Einen ersten Schwerpunkt der Arbeit bildet die Diskussion der ver-
schiedenen Standpunkte und Modelle zu der aus den Schriftquellen
erschlossenen historischen Entwicklung, vornehmlich in den alten
römischen Provinzen Raetia secunda und Noricum ripense (Uferno-
ricum) sowie in den Nachbargebieten. Dabei wurde vor allem die
Phase vom gbergang der Spätantike zum frühen Mittelalter bis hin
zu den ersten Erwähnungen der Baiern bei Jordanes und Venantius
Fortunatus besonders berücksichtigt. Es zeigt sich ganz deutlich,
daß die Schriftquellen durchaus geeignet sind, ein Bild über be-
stimmte Ereignisse während dieses Zeitraums nördlich der Alpen zu
vermitteln, diese das bairische Kernland bis in die Zeit um 550 je-
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
doch weitgehend aussparen. Nur die Ereignisse der Vita Sancti Se-
verini aus der Zeit von um 476 bis 482 spielen sich wenigstens zum
Teil im später als bairisch bezeichneten Bereich ab. Die in dieser ein-
zigartigen Quelle geschilderten Zustände wirken trotz der literari-
schen Gattung einer Heiligenvita im Vergleich ungewöhnlich de-
tailliert und konkret. Umsomehr verwundert es, daß hier ein eindeu-
tiger Hinweis auf die Baiern völlig fehlt. Allein über die politische Zu-
gehörigkeit des bairischen Alpenvorlands können auch für die Zeit
nach der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers bis zur er-
sten Nennung der Baiern einige Aussagen gemacht werden, die
Überlegungen der Historiker hierzu sind freilich auch nicht gerade
einheitlich.
Das Gräberfeld liegt im Bereich einer römischen Nekropole mit
Brandgräbern, die durch zahlreiche verbrannte Keramikscherben
und einzelne verbrannte Menschenknochen in den Grabverfüllungen
der frühmittelalterlichen Bestattungen nachgewiesen ist. Sekundär
verbrannte Scherben der Hallstattzeit machen zudem wahrschein-
lich, daß hier auch vorgeschichtliche Brandgräber lagen. Einzelne
Körpergräber könnten durchaus noch einer spätantiken Phase ange-
hören. So liegt etwa aus einem zerstörten Grab eine vollständig er-
haltene Sigillataschale aus den Argonnen vor. Dazu kommen
zahlreiche "Altstücke", vornehmlich des 4. Jahrhunderts, in den me-
rowingerzeitlichen Gräbern. Die Nekropole lag mit Sicherheit in un-
mittelbarer Nähe einer bis in die Spätantike bestehenden römischen
Siedlung.
Die Belegung des frühmittelalterlichen Gräberfeldes begann in einer
Zeit, als die Provinz Raetia Prima nominell noch zum weströmischen
Reich bzw. zur Diözese Italia gehörte, wohl deutlich vor 450. Dies
setzt das Bestehen einer offenen Siedlung, die ohne bestimmte po-
litische Rahmenbedingungen nicht denkbar ist, voraus. Während
der zweiten Hälfte des 5. und der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts
bestattete hier eine Gemeinschaft, die offenbar über weitreichende
Beziehungen verfügte und während der Frühphase der Merowinger-
zeit wohl auch durch Zuzug von verwandten Familienverbänden,
auch aus Regionen, die nicht zum römischen Reich gehörten, ver-
größert wurde. Dabei dürfte es sich bei der "Gründergeneration" zu-
mindest zum Teil um Gruppen gehandelt haben, die gewöhnlich als
foederati oder besser dediticii bezeichnet werden. Dieser oder ein
ähnlicher Status könnte durchaus auch noch (oder wieder) zu Zeiten
Theoderichs, aber auch, unter anderem politischen Vorzeichen, zu
Lebzeiten Theudeberts gegolten haben. Daß es darunter anfangs
auch Personen mit einem gewissen "Romanisierungsgrad" gab, ist
wegen der Verhältnisse während der Spätantike durchaus anzuneh-
men.
Der Name Baiern wurde während der ersten Hälfte des 6. Jahrhun-
derts möglicherweise von einem "akademisch" gebildeten Schreiber
einer ostgotischen oder fränkischen Kanzlei deswegen gewählt, weil
dieser darüber Kenntnis hatte, daß zu seiner Zeit immer noch Grup-
pen aus Böhmen in das vergleichsweise nicht allzu dicht besiedelte
Alpenvorland einwanderten, was die Relevanz älterer elbgermani-
scher Funde vom Typus "Friedenhain-Prestovice" für die Namenge-
bung, zumindest in ihrer Verallgemeinerung, freilich etwas
relativieren würde. Für die spätantik-frühmittelalterliche Siedlungs-
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geschichte im Voralpenland spielten zunächst die politischen und
strategischen Interessen der Ostgoten unter Theoderich, die unter
anderem auf eine Wiederherstellung der spätantiken Verwaltungs-
strukturen abzielten, eine gewichtige Rolle. Infolge des veränderten
Mächtegleichgewichts in Europa nach mit dem Tode Theoderichs ge-
riet diese Region unter fränkischen Einfluß, aus dem sich die Baiern
bis in die Zeit Karls des Großen immer wieder mit unterschiedlichem
Erfolg zu lösen versuchten.
Publikationen
1. Losert, Hans ; Pleterski, Andrej (Hrsg.): Altenerding in Oberbayern. Struktur des frühmit-
0XX
telalterlichen Gräberfeldes und Ethnogenese der Bajuwaren . Berlin, Bamberg, Ljubljana :
x, 2004
2. Losert, Hans: Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Altenerding, in Oberbayern, und die
Ethnogenese der Bajuwaren . In: Losert, Hans ; Pleterski, Andrej (Hrsg.) : Altenerding in
Oberbayern. Struktur des frühmittelalterlichen Gräberfeldes und Ethnogenese der Bajuwa-
ren. Berlin, Bamberg; Ljubljana : x, 2004, S. 9-497.
Das Mühlberg-Ensemble in Kempten/Allgäu. Sachkultur und Sozialtopographie
einer Stadt des Spätmittelalters im Spiegel neu entdeckter archäologischer und
schriftlicher Quellen
Projektleitung: Ein überregional bedeutsamer Fundkomplex spätmittelalterlicher
Prof. Dr. Ingolf Ericsson Alltagsgegenstände und Handwerksabfälle wurde 1996/97 von der
Beteiligte: Stadtarchäologie Kempten aus dem sog. Mühlberg-Ensemble im
Atzbach, Rainer M.A.
(wiss. Mitarbeiter bis Kern der alten Reichsstadt geborgen. Außergewöhnlich sind Menge,
2003) Vielfalt und Zustand der Funde, die über 500 Jahre unter günstigen
Birgit Kata M.A. (wiss. Mit- Lagerungsbedingungen in Hohlräumen der Häuser verborgen wa-
arbeiterin) ren. Besonders organische Materialien - Leder, Textilien, Holz und
Prof. Dr. Helmut Maurer
Papier als größte Gruppen - blieben so erhalten. Viele der beschrif-
(Mitantragsteller)
Dr. Gerhard Weber (Mitan- teten Papier- und Pergamentstücke betreffen Quellengattungen, die
tragsteller) in üblichen Überlieferungssituationen kaum vorhanden sind. Zur ar-
Stichwörter: chäologischen Auswertung dieses einmaligen Fundinventars tritt die
Archäologie; Fehlboden; historische Untersuchung des Fundzusammenhangs und der Sozial-
Leder; Pelz; Geschichte;
Schuhe; 15./16. Jahrhun-
topographie der Häuser, die an der Nahtstelle eines kirchlichen Son-
dert derbezirks im Spannungsfeld zwischen städtischen und kirchlichen
Laufzeit: 1.10.2000 - Autoritätssphären liegen. Das Forschungsprojekt beinhaltet die in-
31.12.2003 terdisziplinäre Auswertung des europaweit in Zusammensetzung,
Förderer: Qualität und Quantität einzigartigen Fundensembles. Es wird exem-
Deutsche Forschungsge-
meinschaft ER 306/1-1 plarische Erkenntnisse zur städtischen Sach- und Alltagskultur, zur
Mitwirkende Institutio- Handwerks- und Kostümgeschichte, zur Sozialtopographie und zur
nen: Wirtschaftsgeschichte sowie zum Verhältnis von Stadt und Kirche an
Stadtarchäologie Kempten der Wende vom Spätmittelalter zur frühen Neuzeit erbringen.
Universität Konstanz,
Fachgruppe Geschichte
Publikationen
1. Atzbach, Rainer (bis 2003):
0XXMedieval and Postmedieval Turnshoes from Kempten (Allgäu),
Germany. New Aspects of shoemaker technique at about 1500 . In: Congress Transactions
to the International Conference "Historical Shoes" in Zlin (2001), S. im Druck
2. Atzbach, Rainer (bis 2003): Concealed Leather and Fur Finds from Kempten/Allgäu (Ger-
many) . In: Guido Helmig ; Barbara Scholkmann ; Matthias Untermann (Hrsg.) : Centre -
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Region - Periphery, Medieval Europe 2002 (Preprinted papers Vol. 3). Hertingen : x, 2002,
S. 233-238.
3. Elser, Anja: Eisen und Buntmetallfunde des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neu-
zeit aus dem "Mühlberg-Ensemble" in Kempten/Allgäu. Ungedruckte Magisterarbeit am
Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit . Bamberg, Otto-Friedrich-Uni-
versität, Mag-Arb., 2002. - x Seiten.
4. Derschka, Harald: Fundmünzen aus Kempten. Zwischenbericht zu einem laufenden For-
schungsvorhaben . In: Allgäuer Geschichtsfreund 102 (2002), S. 105-116
5. Lohwasser, Cornelia: Holzfunde des Mühlberg-Ensembles, Ungedruckte Magisterarbeit am
Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit . Bamberg, Otto-Friedrich-Uni-
versität, Mag-Arb., 2002. - x Seiten.
6. Kata, Birgit: Neue Funde zur Sachkultur des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit aus
dem Mühlberg-Ensemble in Kempten, Allgäu . In: Busset, Thomas (Red.) (Hrsg.) : La cul-
ture materiélle - sources et oriblèmes / Die Sachkultur - quellen und Probleme (Histoire des
Alpes - Storia delle Alpi - Geschichte der Alpen. Bd. 7. Zürich : x, 2002, S. 151-170.
7. Kata, Birgit: Schwesternhäuser im spätmittelalterlichen Kempten . In: Allgäuer Geschichts-
freund 102 (2002), S. 117-140
8. Atzbach, Rainer (bis 2003): Verborgene Depotfunde aus Bürgerhäusern in Kempten (All-
gäu), Online-Version der Posterpräsentation zur Nacht der Forschung der Universität Bam-
berg 27.11.2002 . Bamberg : Otto-Friedrich-Universität. 2002. - Interner Bericht
9. Rast-Eicher, Antoinette ; Tidow, Klaus: Die Textilien aus dem Mühlberg-Ensemble (Kemp-
ten) . Neumünster : x. 2003. - Interner Bericht
10. Atzbach, Rainer (bis 2003): Leder und Pelz am Ende des Mittelalters und zu Beginn der
Neuzeit. Die Funde aus dem Mühlberg-Ensemble in Kempten/Allgäu . Bamberg, Otto-Fried-
rich-Universität, Diss., 2003
11. Mika, Robert: Podological Studies on Historical Shoes from a Concealment in Kempten (All-
gäu), Ungedruckte Diplomarbeit . Zlìn (CZ), Tomas-Bat’a-Universität, Dipl-Arb., 2003
12. Kata, Birgit: Texte im Schutt und zwischen den Balken. Schriftquellen aus archäologischen
Fundsituationen in Kempten (Allgäu) . In: Brunner, Karl ; Jaritz, Gerhard (Hrsg.) : Text als
Realie (Österr. Akademie der Wiss., Phil.-hist. Klasse, Sitzungsberichte; 704 = Veröffentli-
chungen des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit; 18. Wien :
x, 2003, S. 193-228.
13. Atzbach, Rainer ; Elser, Anja: Spätmittelalterliche Fragmente einer Plattenpanzerung aus
Kempten im Allgäu . In: Spindler, Konrad ; Stadlter, Harald (Hrsg.) : Das Brigantinensym-
posium auf Schloss Tirol (Das Brigantinensymposium Schloss Tirol 2003). Bd. 3.
Innsbruck : Universitätsverlag, 2004, S. 32-39. (= Nearchos Sonderheft 9)
14. Ericsson, Ingolf ; Atzbach, Rainer : Depotfunde aus Gebäuden in Zentraleuropa/Concealed
Finds from Buildings in Central Europe. . In: Ericsson, Ingolf ; Atzbach, Rainer (Hrsg.) :
Bamberger Kongressberichte zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Bd. 1.
Berlin : (im Druck), 2005, S. x.
15. Atzbach, Rainer: Leder und Pelz am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit. Die
Funde aus dem Mühlberg-Ensemble in Kempten/Allgäu. . Bd. 2 Bonn : Habelt, 2005 (Bam-
berger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit) . - (in Druckvorberei-
tung) Seiten.
16. Löw, Luitgard: Ein renaissancezeitlicher Fayencefund aus Kempten/Allgäu. . In: Ericsson,
Ingolf ; Losert, Hans (Hrsg.) : Aspekte der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit..
Bonn : Habelt, 2003, (Bamberger Schr. Arch. Mittelalter u. Neuzeit Bd. 1), S. 293 - 297.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Der Burgstall „Hundheim" bei Heidelberg
Projektleitung: Die lediglich als Bodendenkmal erhaltene Burg „Hundheim" befindet
Prof. Dr. Ingolf Ericsson sich in fortifikatorisch günstiger Lage auf einem Bergsporn, der den
Beteiligte: darunter vorbeifließenden Neckar um etwa 170 m überragt. Der un-
Mathias Klefenz
Beginn: 1.1.2004 tere Neckarverlauf zeichnet sich durch eine sehr hohe Burgendichte
Förderer: aus, die zum einen in den verschiedenen territorialen Interessen,
Forschungsförderungsmit- die in diesem Gebiet vorherrschten, und zum anderen in der Bedeu-
tel der Universität Bam- tung des Flusses als Wasserstraße begründet liegt. Aus den Schrift-
berg
quellen lässt sich erschließen, dass ein Großteil der Burgen bis in das
12. oder 13. Jahrhundert zurückreicht. Für frühere Burganlagen,
welche sicherlich im Zuge des Siedlungsausbaues der noch weithin
unbesiedelten Odenwaldtäler gegründet wurden, finden sich jedoch
in den Schriftquellen kaum Hinweise. Die Errichtung der Burg Hund-
heim ist wahrscheinlich mit einer Erschließung der Odenwaldtäler im
Laufe des 11./12. Jahrhunderts in Verbindung zu bringen. Dieser
Datierungsansatz stützt sich bislang lediglich auf typologische Ver-
gleiche, die letztendlich keine sichere Basis für die historische Ein-
ordnung bieten können. Ausschließlich archäologische Untersu-
chungen könnten erste Belege zur Frühphase der Burg und deren
Zeitstellung liefern. Einen Hinweis auf das Ende der Burg gibt eine
Urkunde aus dem 12. Jahrhundert, in der um 1150 eine Schenkung
an den Zisterzienserorden erwähnt wird, als das umliegende Gebiet
offensichtlich zur Grangie erhoben wurde. Wenn es sich hier tat-
sächlich um eine Anlage des 11. Jahrhunderts handelt, wie der ty-
pologische Vergleich vermuten lässt, müsste sie daher nur eine
kurze Zeitspanne existiert haben. Die genaue zeitliche Einordnung
dieser Burganlage, ihre Gründung, Entwicklung und Aufgabe sind
bisher ungeklärt geblieben. Ebenfalls unklar ist der Ursprung des in
den 1840er Jahren wüstgefallenen Dorfes Michelbuch, das sich
oberhalb der Burg, auf der Hochfläche des Odenwaldes befindet. Die
topographische Lage der Siedlung und ihre Nähe zur Burg legt einen
siedlungsgeographischen Zusammenhang mit der Burganlage nahe.
Ziel des 2004 eingeleiteten Forschungsprojektes ist es, den
Burgstall „Hundheim" anhand gezielt angelegter, kleiner Grabungs-
flächen erstmals archäologisch zu erfassen. Die durch die Grabung
gewonnen Erkenntnisse können einen wichtigen Beitrag zur Besied-
lungsgeschichte und zur historischen Entwicklung des dortigen Nek-
kartalabschnittes und seiner Täler leisten, insbesondere in der sehr
frühen, in der Literatur kaum berücksichtigten Zeitepoche des 11./
12. Jahrhunderts. Für die Archäologie ergibt sich ferner die Möglich-
keit, eine sehr kurz besiedelte Burganlage des frühen Hochmittelal-
ters zu untersuchen, die durch spätere Um- und Ausbauten nicht
verändert worden ist.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die Oberpfalz und ihre Nachbarregionen im frühen bis hohen Mittelalter
Projektleitung: Im Sommersemester 2002 fand eine Lehrgrabung für Studierende
PD Dr. Hans Losert des Instituts für Ur und Frühgeschichte der Universität Wien in einer
Prof. Dr. Erik Szameit Wüstung unbekannten Namens bei Dietstätt östlich von Schwandorf
Beginn: 1.8.2002
Förderer: statt (Losert 2003, Losert & Szameit 2003). Auf einer Fläche von
Otnant Gesellschaft etwa 1100 m2 wurden zahlreiche Gruben dokumentiert. Die zuge-
Mitwirkende Institutio- hörigen Kulturschichten fielen wohl erst in den letzten Jahren weit-
nen: gehend dem Pflug zum Opfer. Einige Pfostengruben lagen zwar in
Bayer. Landesamt für
Denkmalpflege Regens-
Reihen, eine Ergänzung zu ebenerdigen Holzhäusern ist bislang aber
burg nicht möglich. Bemerkenswert ist eine große, bis auf den Sandstein
Universität Wien, Institut eingetiefte Grube mit Keramik des 7./8. Jahrhunderts, in die nach-
für Ur- und Frühgeschichte träglich eine dichte Steinpackung eingebracht wurde. Zahlreiche
Kontakt: verziegelte Lehmstücke, teils mit glatt gestrichener Außenseite und
PD Dr. Hans Losert
Tel.: 0951/202135, E- Holzkohlebrocken weisen die ovale Struktur (Länge 2,2 m, Breite
Mail: loshans@[Link] 1,1 m) als ursprünglich vielleicht überwölbten Ofen aus. Da hier kei-
nerlei Metallspuren vorlagen, ist Zusammenhang mit Eisenverarbei-
tung auszuschließen. Es handelte es sich entweder um einen großen
Backofen oder um eine Getreide- bzw. Flachsdarre. Auf der Sohle ei-
ner kleinen Grubenhütte (Länge 3m, Breite 2,6m) befand sich eine
dichte Steinlage, jedoch enthielt die tiefschwarze Verfüllung mit
frühslawischer Keramik keine Reste verziegelten Lehms. An einer
Stelle bestand Verbindung zu einem benachbarten Bau entspre-
chender Zeitstellung, der aber wegen Zeitmangel nicht vollständig
freigelegt werden konnte. Zwei etwa nord-süd orientierte längliche
Gruben (Länge der größeren 5,5m, Breite um 1,2m) mit Analogien
im großmährischen Zentrum von BÍeclav-Pohansko in Südmähren,
enthielten ebenfalls frühslawische Scherben. Die über eine große
Fläche streuenden Funde und Befunde, darunter mehrere Bruch-
stücke von Mahlsteinen aus Granit und Eisenschlacke, sprechen für
lockere Bebauung durch wenige Gehöfte, in denen hier direkt anste-
hendes Eisenerz verarbeitet wurde. Das keramische Spektrum des
frühen Mittelalters entspricht bezüglich Formen und Warenarten
völlig dem aus den ältesten Kulturschichten unter dem ehemaligen
Wasserschloss zu Pfreimd im mittleren Naabtal (Lohwasser & Losert
2002), die erstmals durch kalibrierte C-14 Daten (644-692 (68,1%)
oder 617-776 (98,6%)) eine genauere Datierung entsprechender
Erzeugnisse in die spätere Merowinger- und frühe Karolingerzeit er-
laubten. C-14 Daten zahlreicher am Atominstitut Wien untersuchter
Proben aus Befunden der Wüstung bestätigen das Ergebnis von Pf-
reimd, belegen hier aber eine möglicherweise kontinuierliche Be-
siedlung seit der jüngeren Latènezeit. Der Schwerpunkt von Funden
und Befunden liegt zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert, danach
wurde die Siedlung aufgegeben. Für 2005 ist die Fortführung der
Untersuchung geplant. Im Sommer 2003 folgte eine Grabung im
Bereich des schon seit 1921 bekannten Gräberfeldes zwischen Mok-
kersdorf und Neustadt am Kulm in der nördlichen Oberpfalz (Losert
& Szameit 2004). Mit etwa 40 undokumentierten und ebenso vielen
im letzten Jahr entdeckten Bestattungen ist die Grenze der karolin-
gerzeitlichen Nekropole im Osten sicher noch nicht erreicht. Unge-
wöhnlich und von überregionaler Bedeutung ist die große Anzahl
von Sonderbestattungen. So wurden einige Tote auf dem Bauch lie-
gend bestattet, Teile des Skeletts entnommen oder die Körper mit
zahlreichen Steinen beschwert. In einem Fall wurde der Schädel auf
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
dem Unterarm aufgespießt. Fast alle Gräber, die nicht durch land-
wirtschaftliche Tätigkeit oder Wegebau beeinträchtigt waren, ent-
hielten für nordbayrische Nekropolen dieser Zeitstellung typische
Trachtbestandteile. Bemerkenswert ist Frauengrab 14 mit zwei sil-
bernen Kopfschmuckringen, einer mit mehr als 300 kleinen Glasper-
len bestickten Kopfbedeckung oder einem Stirnband, Messer sowie
bronzenem Fingerring. Dem jungen Knaben in Grab 18 hatte man in
einer Gürteltasche ein Feuerzeug, Messer, zwei geflügelte Pfeilspit-
zen und einen hier bislang einzigartigen feinen Schleifstein mit
Durchbohrung mitgegeben. Das Gräberfeld auf der Flur Bühl doku-
mentiert zusammen mit den benachbarten Nekropolen von Eichel-
berg, Wirbenz, dem insgesamt etwas jüngeren Friedhof mit
nachträglich errichteter Kirche auf dem Barbaraberg und den Fun-
den der Befestigung auf dem Rauhen Kulm den zunächst überwie-
gend von Slawen getragenen frühmittelalterlichen Landesausbau in
der Flednitz, der Siedlungskammer um den Rauhen Kulm. In den
Sommersemesterferien 2004 soll der Rest der Nekropole im Rah-
men einer Lehrgrabung mit Studierenden aus Bamberg und Wien
ausgegraben werden. Zur Zeit bereite ich die Vorlage eines im
Herbst 2003 entdeckten Brandgräberfeldes bei Großprüfening, ei-
nem Vorort von Regensburg vor. Die Gräber des letzten Drittels des
6. Jahrhunderts mit frühslawischen Urnen und für frühestawarisch-
gepidische, aber auch germanische Gräber typischen, gut datierba-
ren Trachtbestandteile n sprechen für Herkunft der in Sichtweite der
antiken Mauern von Regensburg bestatteten aus dem slawisch-awa-
rischen Bereich an der mittleren Donau (Eichinger & Losert 2004).
Ein direkter Zusammenhang mit der awarischen Landnahme in Pan-
nonien ab 568 ist wahrscheinlich. Die Bedeutung dieses kleinen Be-
stattungsplatzes für die bairische Landesgeschichte und benach-
barte Regionen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, er-
gibt sich hier doch die Möglichkeit genauerer Datierung frühslawi-
scher Urnenbestattungen und eine konkretere Antwort auf die Frage
nach dem Herkunftsgebiet jener Gruppen, die uns später als Naab-
, Main- und Regnitzwenden überliefert sind. Die archäologischen
Untersuchungen werden zur Zeit fortgeführt. In den nächsten Jah-
ren sollen weitere Objekte im Gebiet zwischen Fichtelgebirge und
Donau archäologisch untersucht werden. Die Beteiligten erhoffen
sich durch grenzüberschreitenden Meinungsaustausch das Zusam-
menwachsen einer neuen archäologischen Generation und Erkennt-
nisse zur Entwicklung einer Region, die seit der Spätantike kom-
plexen und dynamischen Prozessen ausgesetzt war, die ohne inter-
nationale Zusammenarbeit nicht zu klären sind. Das Projekt wird
von aktuellen Publikationen, Studienaufenthalten, Vorträgen sowie
Ausstellungen begleitet und durch eine Veröffentlichung zum frühen
Mittelalter in der Oberpfalz und ihren Nachbarregionen abgeschlos-
sen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Untersuchung chronologi-
scher, typologischer und kultureller Beziehungen während der
Merowinger- und Karolingerzeit im Kontaktbereich von Slawen,
Awaren, Romanen und Germanen zwischen der deutschen Mittelge-
birgszone und den Ostalpen bzw. Pannonien. Die Finanzierung des
Projekts erfolgte bislang ausschließlich durch Drittmittel. Bei einem
für das Wintersemester 2005 geplanten internationalen Kolloquium
an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg zu Slawen und Germa-
nen in Nordbayern und den Nachbarregionen sollen die neuen For-
schungsergebnisse vorgestellt und diskutiert werden.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Losert, Hans ; Lohwasser,
0XXCornelia: Frühmittelalterliche Siedlungsspuren unter dem ehe-
maligen Wasserschloß zu Pfreimd. Landkreis Schwandorf, Oberpfalz . In: Das Archäologi-
sche Jahr in Bayern 2001 (2002), S. 125-128
2. Losert, Hans: Bajuwaren und Slawen im frühen Mittelalter in der mittleren und nördlichen
Oberpfalz . In: Sulzach und das Land zwischen Naab und Vils im frühen Mittelalter. Tagung
vom 13.-14. Juni 2002 in Sulzbach-Rosenberg. Bd. 19. Sulzbach : x, 2003, (Schriftenreihe
des Stadtmuseums und Stadtarchivs Sulzbach-Rosenberg), S. 155-162.
3. Losert, Hans: Eine Wüstung unbekannten Namens bei Dietstätt in der mittleren Oberpfalz
. In: Ericsson, Ingolf ; Losert, Hans (Hrsg.) : Aspekte der Archäologie des Mittelalters und
der Neuzeit. Festschrift für Walter Sage. Bonn : Habelt, 2003, (Bamberger Schriften zur Ar-
chäologie des Mittelalters und der Neuzeit Bd. 1), S. 279-291.
4. Losert, Hans ; Szameit, Erik: Österreichisch-deutsche Ausgrabungen in einer Wüstung des
frühen Mittelalters bei Dietstätt. Gemeinde Schwarzach b. Nabburg, Lkr. Schwandorf,
Oberpfalz . In: Das Archäologische Jahr in Bayern 2002 Stuttgart (2003), S. 102-104
5. Eichinger, Wolfgang ; Losert, Hans: Ein merowingerzeitliches Brandgräberfeld östlich-do-
nauländischer Prägung bei Großprüfening-An den Klostergründen. Stadt Regensburg,
Oberpfalz . In: Das Archäologische Jahr in Bayern 2003 (2004), S. (im Druck)
6. Losert, Hans: Aspekte der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Festschrift für Wal-
ter Sage . In: Losert, Hans (Hrsg.) : Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters
und der Neuzeit. Bd. 1. Bonn : Habelt, 2003, S. 279-291.
7. Losert, Hans ; Szameit, Erik: Archäologische Untersuchungen im wieder entdeckten früh-
mittelalterlichen Gräberfeld von Mockersdorf. Stadt Neustadt am Kulm, Landkreis Neustadt
a.d. Waldnaab, Oberpfalz . In: Das Archäologische Jahr in Bayern 2003. Stuttgart (im
Druck) (2004), S. x
Grab und Begräbnis, Tod und Sterben von der Karolingerzeit bis zum Dreißigjäh-
rigen Krieg
Projektleitung: Nachdem sich in verschieden Regionen Mitteleuropas zu unter-
Dr. Markus Sanke schiedlicher Zeit das Christentum durchgesetzt hatte, endete die
Stichwörter: Vielfalt der "heidnisch" motivierten oder einem Synkretismus ent-
Grab; Friedhof; Bestat-
tungswesen; Toten- stammenden Grabbräuche. Neben dem Erlöschen der Beigabensitte
brauchtum; zeichnet sich das christliche Grab durch eine Lokalisierung am
Jenseitsfürsorge; Grabbei- Standort der Kirche, durch weitgehende Beigabenlosigkeit sowie
gaben; Jenseitstopogra- eine Vereinheitlichung des Grabbaus aus. Dieser Umstand hat die
phie; Totenbehältnis;
Auffassung entstehen lassen, das christliche Grab sei allein durch
Kircheninnenbestattung;
Aberglaube; die Heilserwartung der zugrundeliegenden Religion zu erklären und
Laufzeit: 1.1.1999 - daher im Gegensatz zu älteren Grabformen keine brauchbare Quelle
30.9.2002 einer ideengeschichtlich interessierten Altertumskunde. Bei nähe-
Kontakt: rem Hinsehen stellt sich heraus, daß neben einheitlichen, beigaben-
Dr. Markus Sanke
E-
losen, schlichten, auf Kirchenfriedhöfen angeordneten Gräbern in
Mail: [Link]@ggeo allen Zeiten auch von diesem Schema abweichende Bestattungen
.[Link] auftreten. Dies betrifft Merkmale des Leichenbehältnisses, der Gra-
bausstattung sowie die Lage der Bestattungsplätze und der Gräber
innerhalb der Bestattungsplätze. Auch Merkmale, die prinzipiell an
allen archäologisch erforschten Gräbern beobachtet werden kön-
nen, unterliegen einem zeitlichen Wandel und möglicherweise auch
einer räumlichen Differenzierung. Hier ist die Position des Leich-
nams im Grab, die Position des Grabes innerhalb des Bestattungs-
platzes sowie die Position des Bestattungsplatzes als Ganzes zu
Seite 600
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
nennen. Die Habilitationsschrift will den Quellenwert von Gräbern
des Mittelalters und der Neuzeit für eine Rekonstruktion ideen- und
mentalitätsgeschichtlicher Prozesse untersuchen. Sie geht von ar-
chäologischen Beobachtungen an Gräbern eines langen Zeitraums
und einer großen geographischen Region aus. Der Ansatz einer "lon-
gue durée" und die Behandlung eines großen geographischen Ge-
bietes ist notwendig, da einer Vielzahl von quellenkundlich wenig
ergiebigen Gräbern eine sehr viel geringere Zahl von aussagekräfti-
gen Befunden gegenüberstehen und somit eine fundierte Analyse
schon aus statistischen Gründen eine große Zahl von archäologi-
schen Beobachtungen zum Grabbrauch erfordert. Das Arbeitsgebiet
der Studie umfaßt das Territorium der Bundesrepublik Deutschland
unter Einbeziehung der benachbarten Regionen der angrenzenden
Staaten. Der Zeitraum der Untersuchung beginnt in der Epoche, in
der im Westen des Untersuchungsgebietes die weitgehende Durch-
setzung des Christentums angenommen werden darf, also in der
Karolingerzeit. Das Ende des Untersuchungszeitraums ist mit dem
dreißigjährigen Krieg eher willkürlich gewählt. Möglicherweise wird
es sich als sinnvoll erweisen, die etwa anderthalb bis zwei Jahrhun-
derte nach diesem Termin, in denen die Quantität archäologischer
Belege dann rapide abnimmt, mit in die Studie aufzunehmen. Das
erste Erkenntnisinteresse der Studie liegt in der Frage, ob und in-
wieweit sich die an Gräbern im Untersuchungsraum und -zeitraum
beobachteten materiellen Merkmale zu einer Interpretation der die-
se bedingenden ideellen Motive eignen: Lassen sich - unterhalb ei-
ner allgemein verbindlichen Ebene christlicher Vorstellungen von
Tod, Sterben und Jenseits - Motive ermitteln, die kollektiven oder in-
dividuellen, zeitlichen und räumlich variablen Motiven der bestat-
tenden Gemeinschaften entstammen?
Der methodische Ansatz der Studie ist im wesentlichen derjenige ei-
ner Quellenkritik. Aus der Materialbasis und der übergeordneten
Fragestellung folgt als Methode der Auswertung ein Vergleich der
archäologischen Befunde mit der nichtarchäologischen zeitgenössi-
schen Überlieferung. Im Einzelnen erscheint die wissenschaftliche
Auswertung folgender vier Themenkomplexe aus archäologischer
Perspektive mentalitätsgeschichtlich besonders ergiebig:
• Lassen sich im Zeitverlauf sowie in der regionalen Verteilung Diffe-
renzierungen bei der Ortswahl von Gräbern innerhalb der Bestat-
tungsplätze ausmachen? Dies betrifft besonders die
Kircheninnenbestattungen. Wenn ja: lassen diese Änderungen Rück-
schlüsse auf veränderte Vorstellungen über eine "Topographie der
jenseitigen Welt" zu (Stichwort: Fegefeuerkonzeption)?
• Lassen sich im Zeitverlauf sowie in der regionalen Verteilung Diffe-
renzierungen bei der Position des Leichnams im Grab erkennen? Fin-
den die Totenhaltungen Analogien bei der Darstellung lebender
Personen in der bildenden Kunst und lassen sich solche "Gesten"
deuten, etwa als Zeugnisse für Haltungen wie Demut, Andacht,
Standesbewußtsein etc.?
• Lassen sich im Zeitverlauf sowie in der regionalen Verteilung Diffe-
renzierungen bei der Wahl des Leichenbehältnisses feststellen? Kön-
nen bestimmte Grabformen als Ausdruck für spezifische
Vorstellungen von der "Zeit im Grab" gewertet werden? Welche ide-
engeschichtliche Bedeutung können bestimmte, häufig zu beobach-
tende Grabdetails gehabt haben?
Seite 601
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
• Lassen sich im Zeitverlauf sowie in der regionalen Verteilung Diffe-
renzierungen bei der Deponierung von Grabbeigaben ermittelt wer-
den? Wie verändert sich die Frequenz der Grabbeigaben insgesamt
und einzelner Gattungen im Zeitverlauf, welche Vorstellungen könn-
ten bei der Mitgabe bestimmter Objekte eine Rolle gespielt haben?
Zusätzlich zu einer zeitlichen und räumlichen Differenzierung der
genannten Merkmale wird, wo möglich, auch die personale Kompo-
nente der Bestatteten, angefangen bei Alter und Geschlecht bis hin
zur Zuordnung zu bestimmten Ständen und Gruppen, zu berück-
sichtigen sein.
Publikationen
1. Sanke, Markus: Grab und0XXBegräbnis, Tod und Sterben von der Karolingerzeit bis zum Drei-
ßigjährigen Krieg. Studien zur materiellen Reflexion von Jenseitsvorstellungen und ihrem
Wandel . In: Forschungsforum der Universität Bamberg 10 (2001), S. 46f.
Herman Wirth und die deutsche Archäologie im Umfeld des Nationalsozialismus
Projektleitung: Der holländische Privatgelehrte Herman Wirth (1885 - 1981) ist
Prof. Dr. Ingolf Ericsson heute weitgehend vergessen. Zu seinen Lebzeiten hat er aber viele
Beteiligte: Menschen mit Vorträgen, Artikeln und Büchern bewegt und noch
Dr. Luitgard Löw
Stichwörter: kurz vor seinem Tod entbrannte eine Diskussion um seine Rolle im
völkischer Kontext, nordi- Nationalsozialismus. Durch seine Anhänger wird das Gedankengut
scher Gedanke, Laienfor- bis heute weiter getragen.
schung, Archäologie, SS-
Organisation Ahnenerbe, Ab 1921 betrieb der promovierte Volkskundler prähistorische,
NS-Expeditionen, Felsbil- volkskundliche und religionsgeschichtliche Forschungen, ließ sie bis
der, Skandinavien, zu seinem Tod nicht mehr los und veröffentlichte die Theorien in
Laufzeit: 1.1.2003 - zahlreichen Publikationen. Spätestens 1934 traf Wirth auf Heinrich
31.12.2004
Förderer:
Himmler, den er mit seinen Ideen begeistern konnte. Dies mündete
HWP-Stipendium der Uni- 1935 in die Gründung der „Studiengesellschaft für Geistes-Urge-
versität Bamberg schichte Deutsches Ahnenerbe" unter Himmlers Ägide. Diese SS-
Kontakt: Forschungseinrichtung widmete sich unter politischem Vorzeichen
Prof. Dr. Ingolf Ericsson zunächst der germanischen Frühgeschichte und beanspruchte
Tel.: 0951/863 2386,
Fax: 0951/863 5387, E- schließlich kulturpolitische Herrschaftsfunktionen. Damit besaß
Mail: [Link]@gge Wirth für wenige Jahre eine herausragende Stellung in der Kultur-
[Link] politik des NS-Staates. Auch nach dem Ende des Dritten Reiches
machte er als völkischer Vordenker keine Konzessionen in Bezug zu
diesen Gedanken. Die Laienzuhörer konnte er mitreißen, die Gelehr-
tenkreise hingegen verweigerten ihm die Anerkennung. Vor allem
bei den Prähistorikern stieß er auf starke Kritik und heftige Ableh-
nung. Höhepunkt von Wirths Karriere in „Ahnenerbe" bildeten die
Forschungsreisen 1935 und 1936 nach Skandinavien, wo er bronze-
zeitliche Felsbilder studierte und abgoss. Diese Symbole bildeten die
Grundlage der „Urgeistesgeschichte", einer von ihm begründeten
neuen Wissenschaft. Überzeugt von einer „Dauerüberlieferung"
sammelte er Sinnbilder und Zeichen für eine „Ursinnbildschrift", die
Aufschluss über das Denken der vorgeschichtlichen Menschen bis in
die Altsteinzeit geben sollte.
Als Vertreter des Nordischen Gedankens sah er im Norden Europas
die Quelle aller Kultur. 1928 erschien sein Buch „Der Aufgang der
Menschheit", in dem er sich für eine polare Hochkultur aussprach,
die sich als Folge von Völkerwanderungen in ganz Europa bis nach
Seite 602
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Sibirien und Nordamerika ausgebreitet hätte. In den Bereich dieser
Hochkultur, in dem die Frau eine überragende, kultisch-soziale Rolle
besessen haben soll, ordnete er auch das sagenhafte Atlantis ein.
Wirth war bestrebt, das „Urgeisteserbe" des zirkumpolaren Nordens
wiederzubeleben und zu einer neuen Blüte zu bringen. Den Zugang
zu dieser vergangenen Kultur erschloss er mit seiner „Ursymbolge-
schichte" und berief sich dabei auf archäologische Funde. Die skan-
dinavischen Felsbilder bildeten einen zentralen Punkt in seinen
Arbeiten. Wirth sammelte Symbole, unabhängig von Raum und Zeit,
und setzte sie zueinander in Beziehung. Es ging ihm dabei nicht nur
um ihre Darstellung, sondern auch um die Vermittlung von Inhalten.
Dies brachte Wirth den Ruf ein, als Begründer einer völkischen Er-
satzreligion zu agieren. In Wirths Theoriesystem besaßen die Motive
der skandinavischen Felsbilder eine besondere Bedeutung, vor al-
lem die auf dem Felsen von Fossum, Gem. Tanum. Dabei konzen-
trierte er sich nur auf einzelne Motive. Diese geben Einblick in das
Denken und Arbeiten eines Privatgelehrten im völkischen Kontext,
in sein System und Vorstellungswelt um eine bronzezeitliche „mo-
notheistische Urreligion" und deren Ideographie.
Darüberhinaus spiegelt sich Wirths Biografie ein spannender Ab-
schnitt deutscher Wissenschaftsgeschichte wieder, nämlich das
Streben der deutschen Prähistoriker um ihre Anerkennung als eige-
nes akademisches Fach und ihre allmähliche Etablierung an den Uni-
versitäten.
Stadtarchäologie Seligenstadt
Projektleitung: Die interdisziplinäre Auswertung archäologischer, baugeschichtli-
Prof. Dr.-Ing. Johannes cher und schrifthistorischer Quellen im Rahmen des Forschungspro-
Cramer jekts ergab ein neues Bild der Ortsgeschichte von Seligenstadt: Die
Prof. Dr. Ingolf Ericsson
Stichwörter: Siedlung geht auf ein römisches Limeskastell zurück, das um 250 n.
Schlossbau; Kirche; 12./ Chr. aufgelassen worden war. In der Nähe seiner Ruinen entstand
13. Jahrhundert; Staufer; der frühmittelalterliche Ort Mulinheim superior, der mit der Unter-
Hessen; Architektur werfung des Thüringerreiches unter fränkische Herrschaft kam. 815
Laufzeit: 1.1.1996 -
gelangte er als königliche Schenkung in den Besitz Einhards, des
31.12.2004
Förderer: Biographen Karls des Großen. Wegen der verkehrsgünstigen Lage
Förderkreis Historisches am Main gründete Einhard hier ein Benediktinerkloster, das mit den
Seligenstadt e.V. aus Rom entwendeten Reliquien der Märtyrer Marcellinus und Petrus
Otto-Friedrich-Universität ausgestattet wurde. Die Verehrung dieser Heiligen führte zum neu-
Bamberg
Mitwirkende Institutio-
en Ortsnamen "Seligenstadt. In rascher Folge sind aus dieser Zeit
nen: insgesamt drei Kirchenbauten bezeugt, von denen nur die bekannte
Institut für Baugeschichte, Einhardbasilika bis heute erhalten und sicher identifiziert ist. Im
Architekturtheorie und späten 12. Jahrhundert beginnt die zweite Blütezeit der Siedlung:
Denkmalpflege, Fachge- Die strategisch wichtige Lage als Brückenkopf im sonst mainzischen
biet Bau- und Stadtbauge-
schichte, TU Berlin Herrschaftsbereich zwischen den fränkischen und wetterauischen
Besitzungen der staufischen Könige führen zum zügigen Ausbau des
Ortes unter Friedrich I. Barbarossa und Friedrich II.: mit der er-
schlossenen Stadterhebung einher geht die Errichtung des Vogtei-
gebäudes (Romanisches Haus), die Aufwertung eines Königshofes
zu einem repräsentativen Schloss nach italienischem Vorbild und
der Bau von zwei neuen Kirchen. Der mainzische Klosterbereich wird
so regelrecht umzingelt. Obwohl Friedrich II. 1237 die Lehnsober-
hoheit des Mainzer Erzbischofs bestätigen muss, kann Seligenstadt
Seite 603
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
im 13. Jahrhundert als "Quasi-Reichsstadt" bezeichnet werden. Erst
ab 1309 gewinnt der Erzbischof die volle Stadtherrschaft zurück.
Publikationen
1. Atzbach, Rainer (bis 2003):
0XX Das Palatium in Seligenstadt. Ein Schlossbau Friedrichs I. Bar-
barossa . Münsterschwarzach : -, 1997
2. Atzbach, Rainer (bis 2003): Das Palatium in Seligenstadt - Ein "Schloss" Friedrichs I. und
Friedrichs II. . In: Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern in
Verbindung mit dem Germanischen Nationalmuseum (Hrsg.) : Schloss Tirol. Saalbauten
und Burgen des 12. Jahrhunderts in Mitteleuropa. Berlin/München : -, 1998, S. 189-196.
3. Atzbach, Rainer (bis 2003): Die St. Laurentius-Kapelle in Seligenstadt. Ergebnisse der Aus-
grabung von 1997 zur Bau- und Siedlungsgeschichte (hg. v. Förderverein historisches Se-
ligenstadt e.V.) . Münsterschwarzach : -, 1998. - 32 Seiten.
4. Ericsson, Ingolf: Das Palatium in Seligenstadt. Archäologische Untersuchungen zur Entste-
hung und Entwicklung eines stadtnahen Herrschersitzes . In: Cramer, Johannes (Hrsg.) :
Das Palatium in Seligenstadt, Kreis Offenbach. Bauforschung und Archäologie. x : x, 2005,
S. im Druck.
Stadtkernarchäologie in Bamberg
Projektleitung: Die von Prof. Dr. Walter Sage initiierten Forschungsvorhaben in
Prof. Dr. Ingolf Ericsson Bamberg sollen zu einem Abschluß gebracht werden und durch wei-
Beteiligte: tere, neue Ausgrabungen und Baustellenbeobachtungen ergänzt
Werner Feil
PD Dr. Hans Losert werden. Die erfolgreichen feldarchäologischen Tätigkeiten von
Stichwörter: Herrn Sage haben ein beträchtliches Material an Funden, Feldzeich-
Bamberg, Stadtkernar- nungen, Fotos und Proben verschiedenster Art geliefert. Einen
chäologie, Stadtentste- Schwerpunkt unserer Tätigkeit ist deshalb der Abschluß der Aufar-
hung,
beitung des vom Vorgänger des Berichterstatters ergrabenen Mate-
Siedlungskeimzellen
Laufzeit: 1.1.1988 - rials (abgesehen von seinem DFG-Projekt Babenburg), zu erreichen.
31.12.2006 Übergeordnetes Ziel der archäologischen Forschungen ist die Klä-
Förderer:
Stadt Bamberg
rung der Entstehung der Stadt Bamberg und ihre Entwicklung bis in
Sparkasse Bamberg die frühe Neuzeit hinein, und zwar primär auf der Grundlage archäo-
Eigenmittel des Lehr- logischer Quellen. Einen besonderen Stellenwert wird die Lokalisie-
stuhls; Bezuschussung rung weiterer frühmittelalterlicher Keimzellen(neben dem
durch Bauträger Domberg/der Babenburg) beigemessen.
Mitwirkende Institutio-
nen: Der Forschungsstand ist bereits mehrmals veröffentlicht worden,
Bayerisches Landesamt zuletzt als Kurzfassung in der Monographie "Oberfranken in vor- und
für Denkmalpflege, Au- frühgeschichtlicher Zeit" (Bayreuth, 2. Aufl. 1996) von Björn-Uwe
ßenstelle Schloß Seehof
Abels, Walter Sage und Christian Züchner.
Neue großflächige archäologische Untersuchungen fanden seit 1995
nicht mehr statt. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Aufarbeitung
des "Altmaterials". Als Grabungen der Jahre 1995 und 1996 sind
hervorzuheben die ehemalige Mang’sche Wachsbleiche, Letzengas-
se 5, und der Bereich Sutte-Teufelsgraben. Im Jahr 2000 wurde eine
kombinierte archäologische und bauforscherische Untersuchung des
Hauses Pfarrgasse 1 durchgeführt. Für 2001 stand die Untersu-
chung eines Abschnitts der mittelalterlichen Stadtwehr im Bereich
des Burgershof auf dem Forschungsprogramm.
Seite 604
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Sage, Walter: Die Ausgrabungen
0XX in den Domen zu Bamberg und Eichstätt 1969-1972 .
In: Jahresbericht d. Bayer. Bodendenkmalpfl. 17/18, 1976/77 (1978), S. 178-234
2. Sage, Walter: Notuntersuchungen im Bereich der ehemaligen Martinskirche zu Bamberg im
Jahr 1969 . In: Bericht d. Hist. Ver. Bamberg 120 (1984), S. 61-78
3. Losert, Hans: Stadtkerngrabung in Bamberg, Oberfranken . In: Das Archäologische Jahr in
Bayern 1985 (1986), S. 138-140
4. Sage, Walter ; Losert, Hans: Ausgrabungen an der Schranne in Bamberg . In: Archäol. Kor-
respondenzbl. (1987), Nr. 17, S. 375-386
5. Losert, Hans: Grabungen im Bereich der ehemaligen Franziskanerkirche an der Schranne
in Bamberg, Oberfranken . In: Das Archäologische Jahr in Bayern 1986 (1987), S. 151-154
6. Sage, Walter: Der Bamberger Domberg, zentrales Objekt der archäologischen Siedlungs-
forschung am Obermain . In: Forschungsforum - Berichte d. Otto-Friedrich-Universität
Bamberg 1 (1989), S. 15-21
7. Losert, Hans: Die Keramikfunde der Grabungen von 1969 bis 1972 unter dem Bamberger
Dom. Ein Vorbericht. . In: Forschungsforum. Berichte aus der Otto-Friedrich-Universität
Bamberg (1989), Nr. 1, S. 21-29
8. Sage, Walter: Neue Funde vom Bamberger Domberg. Festschrift Berthold Schmitt . In: =
Jahresschr. Mitteldeutsche Vorgeschichte 72 (1989), S. 239-250
9. Sage, Walter: Zur Bedeutung des Bamberger Domberges für die Geschichte des Obermain-
gebietes im frühen Mittelalter . In: Onomastica Slavogermanica = Festschr. Hans Walther.
x : x, 1990, S. 39-50.
10. Löw, Luitgard: Funde aus einem Töpferofen um 1500 in Bamberg . In: Spindler, Konrad
(Hrsg.) : Beiträge vom 25. Hafnerei-Symposium in Lienz/Osttirol. (25. Internationales Haf-
nereisymposium. Lienz/Osttirol Oktober 1992). Bd. 1. Innsbruck : x, 1992, S. 143 - 155.
(NEARCHOS Bd. 1)
11. Hennig, Lothar (Hrsg.): Geschichten aus Gruben und Scherben. Archäologische Ausgrabun-
gen auf dem Dombereg in Bamberg, Eine didaktische Ausstellung des Historischen Muse-
ums Bamberg und des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an der
Universität Bamberg. 20. Juni - 31. Oktober 1993 . Bamberg : x, 1993 (Schriften des Hi-
storischen Museums Bamberg, Nr. 26)
12. Vetterlin, Claus ; Regele, Günther: Anmerkungen zur archäologischen Stadtkernforschung
in Bamberg . In: Ericsson, Ingolf (Hrsg.) : AusGrabungen. Schicht für Schicht ins Mittelal-
ter. Begleitheft zur Ausstellung des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neu-
zeit imHistorischen Museum Bamberg, Universität Augsburg Zentralbibliothek,
Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Prähistorische Staatssammlung München, Au-
ßenstelle Burg Grünwald.. 2. Aufl. Bamberg : Fruhauf, 1998, S. 147-186.
13. Sage, Walter: Die Ausgrabungen im Bamberger Dom . In: J. Kirmeier (Hrsg.) : Kaiser Hein-
rich II: 1002-1024. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2002. Augsburg : x, 2002,
((= Veröffentlichungen zur bayerischen Geschichte und Kultur 44)), S. 93-109.
14. Losert, Hans ; Scherbaum, Jochen: Ausgrabungenn an der früh- bis hochmittelalterlichen
Umwehrung des Bamberger Domberges. Stadt Bamberg, Oberfranken . In: Das Archäolo-
gische Jahr in Bayern (2003), S. Stuttgart (im Druck)
15. Jemiiller, Elfi: Das ehemalige Clarissenkloster in Bamberg - Grabungen im Bereich der Klo-
sterkirche . In: Ericsson, Ingolf ; Losert, Hans (Hrsg.) : Aspekte der Archäologie des Mit-
telalters und der Neuzeit. Festschrift für Walter Sage. Bamberger Schriften zur Archäologie
des Mittelalters und der Neuzeit. Bd. 1. Bonn : Habelt, 2003, S. 201-209.
Seite 605
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
16. Zeune, Joachim: Die Babenburg - Ein Beitrag zur Erforschung frühmittelalterlicher Burgen
. In: Ericsson, Ingolf ; Losert, Hans (Hrsg.) : Aspekte der Archäologie des Mitelalters und
der Neuzeit. Festschrift für Walter Sage.. Bonn : Habelt, 2003, (Bamberger Schriften zur
Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit Bd. 1), S. 465-470.
17. Wintergerst, Magnus: Zwischen Schütt und Domstaffeln. Archäologische Beobachtungen in
Bamberg, Katzenberg 5, 1994 . In: Ericsson, Ingolf (Hrsg.) : Aspekte der Archäologie des
Mittelalters und der Neuzeit. Festschrift für Walter Sage. Bonn : Habelt, 2003, (Bamberger
Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit Bd. 1), S. 454-464.
Stadtkernarchäologie in Forchheim
Projektleitung: Übergeordnetes Ziel des 1989 eingeleiteten Forschungsvorhabens
Prof. Dr. Ingolf Ericsson ist die Klärung der Entstehung und der frühen Entwicklung der Stadt
Beteiligte: Forchheim auf Grundlage archäologischer Quellen. Einen besonde-
Christina König, M.A.
Werner Feil ren Stellenwert wird die Lokalisierung eines anzunehmenden karo-
Stichwörter: lingischen Königshofes und der schriftlich überlieferten Königspfalz
Stadtkernarchäologie, beigemessen; weiterhin die Erforschung der jüngeren Burg/des Ver-
Forchheim, Karolingerzeit, waltungssitzes der Bamberger Bischöfe im Bereich des heutigen
Königshof, Königspfalz,
"Pfalzmuseums".
Diedenhofener Kapitular
Laufzeit: 1.1.1989 - Die mittelalterliche Geschichte Forchheims wurde bislang fast aus-
31.12.2006 schließlich auf der Grundlage schriftlicher Quellen erforscht. Einen
Förderer:
Stadt Forchheim
Schwerpunkt stellt das 9. und frühe 10. Jahrhundert dar, wo Schrift-
Eigenmittel des Lehrstuhls quellen verhältnismäßig zahlreich zu Verfügung stehen. Aus ihnen
sowie Forschungsförde- geht hervor, daß Forchheim ein zentraler Ort der Region war, der
rungsmittel der Universi- sogar in der Reichsgeschichte zeitweilig eine bedeutende Rolle spiel-
tät Bamberg te. Hier bestand ein 805 im Diedenhofener Kapitular Karls des Gro-
Mitwirkende Institutio-
nen: ßen erwähnte Kontrollstation (mit Königshof) für den Slawenhandel.
Professur für Baufor- Spätestens ab Mitte des 9. Jahrhunderts ist in Forchheim eine kö-
schung (Prof. Dr. M. nigliche Pfalz schriftlich bezeugt. Es ist ebenfalls aus Schriftquellen
Schuller) bekannt, daß Ludwig der Deutsche, König des ostfränkischen Rei-
ches, sich mehrmals in Forchheim aufhielt, vermutlich bereits 849
und 852, sicher 858 sowie während des Reichstages 872 und der
Friedensverhandlungen 874. König Ludwig III. hielt sich 878 und
880 in Forchheim auf. Höhepunkte der (frühen) Stadtgeschichte
stellen Wahl und Krönung König Ludwigs IV. in der Pfalz im Jahre
900 sowie die Wahl Konrads I. zum König im Jahre 911 dar. Wenige
Jahre später verstarb König Konrad in der Pfalz. Anschließend ging
die Bedeutung Forchheims für die Reichsgeschichte verloren. Im ho-
hen und späten Mittelalter war Forchheim vor allem ein wichtiger
Verwaltungssitz der Bamberger Bischöfe.
Vor Beginn des Forschungsprojektes der Universität Bamberg sind
in Forchheim keine archäologischen Untersuchungen durchgeführt
worden.
In der Stadt Forchheim wurde die erste wissenschaftliche Ausgra-
bung 1989 durchgeführt. Die von Prof. Dr. Walter Sage initiierten
und bis 1994 geleiteten Grabungen in Forchheim wurden 1995 vom
Berichterstatter als neuem Lehrstuhlinhaber übernommen und wei-
tergeführt. Bislang wurden vom Bamberger Lehrstuhl an über 20
Stellen im Stadtgebiet wissenschaftliche Ausgrabungen bzw. Bau-
stellenbeobachtungen durchgeführt. Wegen der finanziellen Rah-
menbedingungen waren die untersuchten Flächen zumeist klein. Die
Bearbeitung der freigelegten Befunde und Funde ist eingeleitet wor-
den. Die Gesamtauswertung ist in Arbeit (Ch. König).
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Es wird erwartet, daß sich die Königspfalz mit archäologischen Mit-
teln im Bereich des heutigen Forchheim lokalisieren läßt und daß
sich im archäologischen Befund eine örtliche Siedlungskontinuität
von der Frühgeschichte bis heute nachweisen läßt.
Publikationen
1. Ericsson, Ingolf: Stadtkernarchäologie
0XX in Forchheim . In: Ritter, Burgen und Dörfer. Kata-
log zur Ausstellung "Mittelalterliches Leben in Stadt und Land". Tüchersfeld : x, 1997,
S. 170-174.
2. Ammon, Hermann (Hrsg.): Die Entwicklung Forchheims im frühen Mittelalter . Forchheim :
x, 1992 (Schriftenreihe der universitären Außenstelle Forchheim Bd. 1)
3. Sage, Walter: Ansätze zu stadtarchäologischen Untersuchungen in Oberfranken. Festschr.
Günter P. Fehring . In: Schriften d. Kulturhist. Mus. Rostock. Bd. 1. Rostock : x, 1993,
S. 129-136.
4. Sage, Walter: Archäologische Forschungen in Forchheim . In: Bericht d. Bayer. Bodendenk-
malpflege 1989/90 30/31 (1994), S. 336-351
5. Ericsson, Ingolf: Wenn Scherben sprechen... Zur Stadtarchäologie in Forchheim. .
In: Ammon, Hermann (Hrsg.) : Forchheim in Geschichte und Gegenwart. Zur 1200-Jahr-
feier 2005.. Bamberg : x, 2004, S. (im Druck).
6. Sage, Walter: Frühgeschichte und Frühmittelalter . In: B.-[Link] ; Sage, Walter ; Chr.
Züchner (Hrsg.) : Oberfranken in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. 2. überarbeitete und
erweiterte Auflage. Bamberg : x, 1996, S. 161-280.
7. Löw, Luitgard: Die spätmittelalterliche Keramik im Pfalzmuseum Forchheim . In: Ritter,
Burgen und Dörfer. Mitelalterliches Leben in Stadt und Land. Katalog der Sonderausstel-
lung zum 650. Todestag Konrads II. von Schlüsselberg. Tüchersfeld : Selbstverlag, 1997,
S. 197-200.
Wehrbaugenese des südwestlichen Ostseeraumes
Projektleitung: Das Forschungsprojekt behandelt Burgen/befestigte Siedlungen des
Prof. Dr. Ingolf Ericsson Mittelalters und der beginnenden frühen Neuzeit im südwestlichen
Stichwörter: Ostseegebiet. Schwerpunkt bildet eine Detailanalyse zur Genese der
Wehrbaugenese; Adels-
burg; Motte; Kemlade; Wehrbauten in der süddänischen Inselregion.
Dänemark; Schleswig- Die Fragestellung der allgemein als siedlungsgeschichtlich zu be-
Holstein
zeichnenden Untersuchung zur Entwicklung der befestigten Siedlun-
Laufzeit: 1.1.1983 -
31.12.2006 gen im südwestlichen Ostseeraum läßt sich in zwei Bereiche
Förderer: gliedern. Zum einen sind es Ziele, die sich ausschließlich auf die
Deutsche Forschungsge- Kernregion der Untersuchungen - die süddänische Inselregion - be-
meinschaft (MU 275/17-2) ziehen, zum anderen solche von überregionaler Natur.
Aarhus Universitets Fors-
kningsfond Um die anschließend vorzustellenden Hauptziele des Projektes
Mitwirkende Institutio- überhaupt erreichen zu können, ist bezüglich der süddänischen In-
nen: selregion zuerst eine umfassende Materialaufnahme sowie eine
Universität Kiel
Universität Aarhus Analyse erforderlich. Angestrebt wird die Aufnahme einer ausrei-
Stiftsmuseum Maribo chend großen Zahl von Belegen zu einzelnen Burgen/befestigten
Siedlungen um für möglichst viele Anlagen Aussagen bezüglich der
Datierung, des Typs, der Eigentümer, der gesellschaftlichen Funkti-
on sowie anschließend zu dem allgemeinen Verlauf der Entwicklung
in der Region und den dafür grundlegenden Ursachen zu ermögli-
chen.
Das Hauptziel des Forschungsvorhabens ist die Klärung der topogra-
phischen Verteilung und der typologischen Entwicklung mittelalter-
Seite 607
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
licher Burgen/befestigte Siedlungen (Stadtumwehrungen ausge-
nommen) im südwestlichen Ostseeraum bis zur Mitte des 16. Jahr-
hunderts. Schwerpunkte bilden vergleichende Analysen zwischen
den regionalen Teilbereichen sowie die Erörterung von Fragen be-
züglich der Ursachen der jeweiligen Burgenentwicklung.
Parallelen und Divergenzen in der regionalen Genese des dänisch-
deutsch-slawisch beeinflußten Untersuchungsgebietes sollen erfaßt
und begründet werden. Zu berücksichtigen sind chronologische, be-
sitzrechtliche, fortifikatorische und allgemein funktionale Aspekte.
Einen Schwerpunkt stellt der Versuch dar, den Einfluß der in ihrer
Stärke zeitlich und regional wechselnden politischen, wirtschaftli-
chen und sozialen Kräfte der Gesellschaft auf den Burgenbau zu er-
fassen. Hervorzuheben ist die Frage inwieweit sich in der
Burgenentwicklung unterschiedliche Machtstrukuren widerspiegeln.
Wer (König/Zentralmacht, weltlicher und geistlicher Adel, sonstige
Interessengemeinschaften...) ließ im Laufe des Mittelalters Burgen/
befestigte Siedlungen errichten und instand halten und warum wur-
de dies getan (zur Landesverteidigung, wegen innerer Unruhen, aus
administrativen Zwecken, aus Statusgründen...)?
Hervorzuheben ist, daß sich das Forschungsprojekt in der Zielset-
zung von bisherigen vergleichbaren Vorhaben im Untersuchungsge-
biet unterscheidet. Letztere haben sich vorwiegend auf die reine
Dokumentation von Burgen und/oder Herrenhöfen konzentriert, be-
ziehungsweise kleinräumigere mittelalterliche Siedlungsstrukturen
untersucht.
Publikationen
1. Ericsson, Ingolf: Burgen0XX und Herrenhöfe auf den süddänischen Inseln. Vorstellung und Teil-
ergebnisse eines Forschungsprojektes . In: A. Andrén u.a. (Red.), Medeltiden och arkeolo-
gin, Festskrift till Erik Cinthio. Lund Studies in Medieval Archaeology 1 (1986), S. 241-256
2. Ericsson, Ingolf: Wehrbauten des Mittellalters in der süddänischen Inselregion. . In: In Étu-
des de Castellologie médièvale, Château Gaillard XV (1992), S. 143-149
3. Ericsson, Ingolf: Nogle bemaerkninger om privatborge i Skåne og styltetårne i Danmark. .
In: Hikuin (1992), Nr. 19 (=Festschrift H. Stiesdal), S. 31-42
4. Ericsson, Ingolf: Wehrbauten des Mittelalters in Skandinavien und dem Gebiet südlich der
Ostsee. . In: H. Andersson ; J. Wienberg (Hrsg.) : The Study of Medieval Archaeology, Eu-
ropean Symposium for Teachers of Medieval Archaeology, lund 11-15 June 1990. Lund Stu-
dies in Medieval Archaeology. Bd. 13. Lund : x, 1993, S. 219-291.
5. Ericsson, Ingolf: Mittelalterliche Wehrbauten in Schleswig und Holstein . In: Castella Maris
Baltici 1 (1993), S. 67-78
6. Ericsson, Ingolf: Stadtbefestigungen des Mittelalters in Skandinavien . In: Isenberg, Ga-
briele ; Scholkmann, Barbara (Hrsg.) : Die Befestigung der mittelalterlichen Stadt. Köln,
Weimar, Wien : Böhlau, 1997, (Veröffentlichungen des Instituts für vergleichende Städte-
geschichte in Münster. Reihe A Bd. 45), S. 211-218.
7. Ericsson, Ingolf: Schleswig-Holstein. Frühe Burgen . In: Böhme, Horst-Wolfgang (Hrsg.) :
Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch II: Geschichte und Burgenlandschaften. Stuttgart :
Theiss, 1999, S. 110-114.
8. Ericsson, Ingolf: Südskandinavien . In: Böhme, Horst-Wolfgang (Hrsg.) : Burgen in Mittel-
europa. Ein Handbuch II: Geschichte und Burgenlandschaften. Stuttgart : Theiss, 1999,
S. 282-286.
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Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
9. Ericsson, Ingolf: Burgen des Mittelalters in Schleswig-Holstein . In: Plagemann, V. (Hrsg.)
: Das Mittelalter in Hamburg. Vorträge der Stiftung Denkmalpflege in Hamburg 1.
Hamburg : Dölling und Galitz, 2000, S. 70-77.
Projektunabhängige Publikationen
1. Löw, Luitgard: Der historische
0XX Stadtkern von Weißenburg. . In: Spindler, Konrad (Hrsg.) :
Landkreis Weißenburg - Gunzenhausen - Denkmäler und Fundstätten. (Jahrestagung des
West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumskunde Weißenburg). Bd. 15. Stuttgart :
Theiss, 1987, S. 224 - 234. (Führer zu archäologischen Denkmälern)
2. Löw, Luitgard: Keramik aus Oberkärnten. Zur Ausstellung im Museum für Volkskultur, Spit-
tal/Drau. . In: Jahrbuch für Volkskunde und Museologie des Bezirksheimatmuseums Spit-
tal/Drau 6 (1992), S. 124 - 129
3. Löw, Luitgard: "Bunzlauer" Keramik aus Duisburger Bodenfunden . In: Duisburger For-
schungen 38 (1992), S. 354-364
4. Löw, Luitgard: Keramik des Mittelalters und der Neuzeit. . In: Henning, Lothar (Hrsg.) : Ge-
schichte aus Gruben und Scherben. Ausgrabungen auf dem Domberg in Bamberg..
Bamberg : x, 1993, (Schriften d. Hist. Mus. Bamberg Bd. 26), S. 245 - 268.
5. Löw, Luitgard ; Karpf, Kurt: Passauer Schmelztiegel aus Villacher Bodenfunden. Zur Ge-
schichte des Gussstahlwerkes in der Unteren Fellach . In: Neues aus Alt-Villach. 31 (1994),
S. 25 - 54
6. Löw, Luitgard: Die keramischen Lesefunde von Burg Strassfried bei Arnoldstein/Kärnten. .
In: Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich. 10 (1994), S. 97 - 120
7. Löw, Luitgard: Aspekte zur Erforschung historischer Keramik in Oberfranken. Ein Beitrag
zur Geschichte des traditionellen Handwerks. . In: Jahrbuch für Volkskunde und Museologie
des Bezirksheimatmuseums Spittal/Drau. 8 (1994), S. 31 - 65
8. Löw, Luitgard: Töpfer und Hafner. . In: Prasch, Hartmut ; Ramoser, Monika (Hrsg.) : Mu-
seumsbegleiter. Der rote Faden durch das Museum für Volkskultur Spittal a.d. Drau. Spit-
tal/Drau : Selbstverlag des Museums, 1995, S. 52 - 54.
9. Löw, Luitgard: Einige spätmittelalterliche und neuzeitliche Keramikfunde aus der Coburger
Altstadt. . In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) : Zur Regionalität der Keramik
des Mittelalters und der Neuzeit. (26. Internationales Hafnereisymposium Soest Oktober
1993). Münster : Habelt, 1995, S. 81 - 87.
10. Löw, Luitgard: Die Untersuchungen der Abschnittsbefestigung am "Dabor" in Radenthein.
. In: Jahrbuch für Volkskunde und Museologie des Bezirksheimatmuseums Spittal/Drau 9
(1995), S. 137 - 147
11. Löw, Luitgard: Italienische Renaissancekeramik in Villach. . In: Neues aus Alt-Villach. 33
(1996), S. 41 - 64
12. Löw, Luitgard: Die keramischen Funde. . In: Stadt Coburg, Hochbauamt (Hrsg.) : Gra-
bungsmuseum Kirchhof. Archäologische Ausgrabungen im Bereich der Morizkirche in Co-
burg.. Coburg : x, 1996, S. 95 - 123.
13. Ericsson, Ingolf: Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Bamberg
. In: Ritter, Burgen und Dörfer. Katalog zur Ausstellung "Mittelalterliches Leben in Stadt
und Land". Tüchersfeld : -, 1997, S. 279-282.
14. Lobbedey, Uwe ; Sanke, Markus: Ein Töpferofen des 12. Jahrhunderts aus Neuenheerse
(Bad Driburg, Kr. Höxter) . In: Bérenger, Daniel (Hrsg.) : Archäologische Beiträge zur Ge-
schichte Westfalens. (Festschrift für Klaus Günther). Rahden : Marie Leidorf, 1997, (Inter-
nationale Archäologie, Studia honoraria Bd. 2), S. 271-298.
Seite 609
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
15. Löw, Luitgard: Die Geschichte der Folter. Museumskatalog. Das Foltermuseum Seeboden/
Millstättersee . Spittal/Drau : Verlag, 1997. - 34 Seiten.
16. Löw, Luitgard: Das ehemalige ortenburgische Hospital zu Spittal/Drau. Zu den Ergebnissen
einer Untersuchung. . In: Jahrbuch für Volkskunde und Museologie des Bezirksheimatmu-
seums Spittal/Drau e.V. 10 (1997), S. 195-200
17. Löw, Luitgard: Bunzlauer Keramik aus Erlanger und Duisburger Bodenfunden. . Bamberg,
Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Mag-Arb., 1997 (Nearchos Bd. 5)
18. Löw, Luitgard: Die Notbergung im Anwesen St. Martin-Straße 16 . In: Ritter, Burgen und
Dörfer. Mittelalterliches Leben in Stadt und Land. Katalog der Sonderausstellung zum 650.
Todestag Konrads II. von Schlüsselberg. Tüchersfeld : Selbstverlag, 1997, S. 182-187.
19. Löw, Luitgard ; Schäfer, Heiko ; Spindler, Konrad: Bodenfunde "Bunzlauer" Keramik der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Greifswald . In: Nearchos 5 (1997), S. 103-122
20. Ericsson, Ingolf: Slawen in der süddänischen Inselregion . In: Wesse, Anke (Hrsg.) : Stu-
dien zur Archäologie des Ostseeraumes. Von der Eisenzeit bis zum Mittelalter (Festschrift
M. Müller-Wille). Neumünster : Wachholz, 1998, S. 383-388.
21. Ericsson, Ingolf: Der Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an der Otto-
Friedrich-Universität Bamberg . In: Ericsson, Ingolf (Hrsg.) : AusGrabungen. Schicht für
Schicht ins Mittelalter. Begleitheft zur Ausstellung des Lehrstuhls für Archäologie des Mit-
telalters und der Neuzeit. 2. Aufl. Bamberg : -, 1998, S. 11-24.
22. Löw, Luitgard: Die Maschinenfabrik Julius Kinz, Kufstein . In: Knauss, J. und Voigtmann, J.
(Hrsg.), Mensch - Wirtschaft - Kulturlandschaft. Mitteilungen zur Geographie, Landes- und
Volkskunde 2: Technisierung des ländlichen Raumes. Landtechnik und technische Anlagen
im Freilichtmuseum (1998), S. 98-105
23. Löw, Luitgard: ICR/Regional Museums. . In: Neues Museum 3/4 (1998), S. 90 - 91
24. Sanke, Markus: Datierungsmethoden in der Mittelalterarchäologie . In: Ericsson, Ingolf
(Hrsg.) : AusGrabungen. Schicht für Schicht ins Mittelalter. Begleitheft zur Ausstellung des
Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. 2. Aufl. Bamberg : -, 1998,
S. 37-42..
25. Sanke, Markus: Archäologie in ländlichen Siedlungen . In: Ericsson, Ingolf (Hrsg.) : Aus-
Grabungen. Schicht für Schicht ins Mittelalter. Begleitheft zur Ausstellung des Lehrstuhls
für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. 2. Aufl. Bamberg : -, 1998, S. 43 f..
26. Ericsson, Ingolf: Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit als Universitätsdisziplin - Er-
fahrungen aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland . In: Decaens, J. ;
Flambard Héricher, A.-M. (Hrsg.) : ESTMA III. Actes du IIIe. Colloque Européen des Pro-
fesseurs d’Archéologie Médievale. Caen : -, 1999, S. 27-31.
27. Löw, Luitgard: "Sinn ist eine knappe und immer knapper werdende Ressource" (Jürgen Ha-
bermas). Das Museum Tiroler Bauernhöfe und der Tourismus. . In: Jahrbuch für Volkskun-
de und Museologie des Bezirksheimatmuseums Spittal/Drau. 12 (1999), S. 29-45
28. Sanke, Markus: „Wikingerschutt" aus Deventer und Zutphen. Zwei enddatierte Keramik-
komplexe mit rheinischer Importware aus den Niederlanden . In: Brather, Sebastian ; Bük-
ker, Christel ; Hoeper, Michael (Hrsg.) : Archäologie als Sozialgeschichte. Festschrift für
Heiko Steuer zum 60. Geburtstag. Rahden : Marie Leidorf, 1999, (Internationale Archäolo-
gie, Studia honoraria Bd. 9), S. 251-272.
29. Sanke, Markus ; Reinders, J. ; Hambach, U. ; Krumsiek, K. ; Strack, N.: An Archaeoma-
gnetic Study of Pottery Kilns from Brühl-Pingsdorf (Germany) . In: Archaeometry 41
(1999), Nr. 2, S. 413-412
30. Sanke, Markus: Ausgrabungen im Nürnberger Kreuzgassenviertel. Beiträge zur Siedlungs-
und Sozialgeschichte einer spätmittelalterlichen Erweiterung der Lorenzer Stadt .
In: Friedel, Birgit ; Frieser, Claudia (Hrsg.) : "...nicht eine einzige Stadt, sondern eine gan-
Seite 610
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
ze Welt..." Nürnberg - Archäologie und Kulturgeschichte. Nürnberg : Dr. Faustus, 1999,
S. 71-103. - ISBN 3-933474-03-5
31. Ericsson, Ingolf: Archäologie des Mittelalters - eine Kulturwissenschaft? In: Das Mittelalter.
Zeitschrift des Mediävistenverbandes 5 (2000), S. 141-147
32. Kenzler, Hauke: Münzschatz aus dem 30-jährigen Krieg . In: Archäologie in Deutschland
48 (2000), Nr. 2, S. 48
33. Kenzler, Hauke: Was war Breunsdorf? In: Oexle, Judith (Hrsg.) : Sachsen: archäologisch
12000 v. Chr. - 2000 n. Chr.. Dresden : Landesamt für Archäologie, 2000, S. 80-84.
34. Kenzler, Hauke: Breunsdorf - Kirche, Totenbrauch und Dorfentwicklung . In: Archäologie
aktuell 6 (2000), S. 114-121
35. Kenzler, Hauke ; Beutmann, Jens ; Zeischka, Annette: Die Entwicklung der Stadt Zwickau
im Mittelalter . In: Sächsiche Heimatblätter 4/5 (2000), S. 293-301
36. Löw, Luitgard: Das Museum Tiroler Bauernhöfe auf dem Weg ins neue Jahrtausend? Für
eine neue Museumskultur in Kramsach. . In: Jahrbuch für Volkskunde und Museologie des
Bezirksheimatmuseums Spittal/Drau. 13 (2000), S. 173 - 192
37. Löw, Luitgard: Ein Museumskonzept für das Museum Tiroler Bauernhöfe. . In: Tiroler Hei-
matblätter 1 (2000), S. 46-51
38. Sanke, Markus: Rezension zu: A. Heege, Hambach 500. Villa rustica und früh- bis hochmit-
telalterliche Siedlung Wüstweiler (Rheinische Ausgrabungen 41, Köln 1997) und R. Fried-
rich, Mittelalterliche Keramik aus Rheinischen Motten (Rheinische Ausgrabungen 44, Köln
1998) . In: Offa 54/55 (1997/98), (2000), S. (Festschrift für Kurt Schietzel), 621-625.
39. Ericsson, Ingolf ; Losert, Hans (Hrsg.): Aspekte der Archäologie des Mittelalters und der
Neuzeit . Bonn : Habelt, 2001 (= Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und
der Neuzeit Bd. 1) . - in Druckvorbereitung, etwa 600 Seiten.
40. Ericsson, Ingolf ; Bennewitz, Ingrid ; Bergmann, Rolf ; Schneidmüller, Bernd: Wozu Mittel-
alterforschung? Antworten an Politik und Gesellschaft . In: Forschungsforum 10 (2001),
S. 6-10
41. Ericsson, Ingolf: Weshalb eine Archäologie des Mittelalters? In: Forschungsforum der Otto-
Friedrich-Universität Bamberg. (2001), S. 14 f.
42. Ericsson, Ingolf: Slawen in Nordostbayern. Zu den Main-, Regnitz- und Naabwenden und
ihrer Bedeutung für den Landesausbau . In: Forschungsforum der Otto-Friedrich-Universi-
tät Bamberg (2001), S. 30-39.
43. Kenzler, Hauke: Archäologische Untersuchungen zum Kornmarkt in Zwickau. Keramikchro-
nologie - Platzgeschichte - Stadtgeschichte . Dresden : Landesamt für Archäologie, 2001
44. Kenzler, Hauke: Ein Dorf unter der Lupe. Ausgrabungen in Breunsdorf/Sachsen . In: Halle,
Uta ; Huismann, Frank ; Linde, Roland (Hrsg.) : Dörfliche Gesellschaft und ländliche Sied-
lung. Lippe und das Hochstift Paderborn in überregionaler Perspektive. Bielefeld : Verlag
für Regionalgeschichte, 2001, S. 45-60.
45. Löw, Luitgard ; Steeger, Wolfgang: Die Keramiksammlung des Oberbayerischen Freilicht-
museums an der Glentleiten. . In: Freundeskreis Freilichtmuseum Südbayern e.V. (Hrsg.),
Freundeskreisblätter 40 (2001), S. 170-175
46. Sanke, Markus: Die gelben Irdenwaren . In: Lüdtke, Hartwig ; Schietzel, Kurt (Hrsg.) : Die
mittelalterliche Keramik in Nordeuropa. Bd. 1. Neumünster : Wachholz, 2001, (Schriften
des Archäologischen Landesmuseums Bd. 6, Nr. (3 Bde., insg. 1556 S.)), S. Bd. 1, 271-
428; Bd.2 1143-1150; Bd. 3, Taf. 315-391. - ISBN 3-529-01818-X
47. Sanke, Markus: Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Typologie -
Technologie - Chronologie . Köln : Rheinland-Verlag, 2001 (Rheinische Ausgrabungen
Bd. 50) . - etwa 450 Seiten. ISBN 3-7927-1776-X
Seite 611
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
48. Ericsson, Ingolf: Neue Forschungen zu Mittelalter und Neuzeit. Der Aufstieg einer For-
schungsdisziplin. . In: Menghin, W. ; Planck, D. (Hrsg.) : Menschen - Zeiten - Räume. Ar-
chäologie in Deutschland. Berlin : Wiss. Buchg., 2002, S. 362-364.
49. Kenzler, Hauke: Die Kirche von Breunsdorf - Ergebnisse der archäologischen Untersuchun-
gen . In: Oexle, Judith (Hrsg.) : Beiträge zur Sakralarchitektur und zum Totenbrauch in ei-
nem Dorf südlich von Leipzig. Dresden : Landesamt für Archäologie, 2002, (Breunsdorf
Bd. 2), S. 105-123.
50. Kenzler, Hauke: Archäologische Untersuchungen zu Befunden und Funden des Hauses Kö-
nigstraße 9 in Lübeck . In: Lübecker Schriften zur Archäologie und Kulturgeschichte 26
(2002), S. 287-378
51. Kenzler, Hauke: Hausbau in Breunsdorf bei Leipzig - Von der "Kolonisation" bis in die frühe
Neuzeit . In: Klápste, Jan (Hrsg.) : Ruraila IV (The rural house from the migration period
to the oldest still standing buildings Bad Bederkesa 8.-13.10.2001). Prague : Institute of
Archeology, 2002, S. 101-110. (Památky archeologické - Supplementum Bd. 15)
52. Kenzler, Hauke: Der Friedhof von Breunsdorf - Ergebnisse der archäologischen Untersu-
chungen . In: Oexle, Judith (Hrsg.) : Beiträge zur Sakralarchitektur und zum Totenbrauch-
tum in einem Dorf südlich von Leipzig. Dresden : Landesamt für Archäologie, 2002,
(Breunsdorf Bd. 2), S. 147-300.
53. Löw, Luitgard: Der Mann im Eis. Die Mumie vom Hauslabjoch in den Ötztaler Alpen. .
In: Hofmann, Rainer ; Peek, Thomas (Hrsg.) : "Ötzi" - sein Leben, seine Zeit.. Tüchersfeld :
Museumsverlag, 2002, S. 6 - 16.
54. Sanke, Markus: Älteste Pingsdorfware aus einem Töpferofen in Brühl-Pingsdorf. Ein Beitrag
zur rheinischen Keramik des 10. Jahrhunderts . In: Bonner Jahrbücher 199, 1999 (2002),
S. 181-234
55. Sándor-Pröschold, Zsuzsanna ; Sanke, Markus: "Sepulturam ipsius loci liberam esse decer-
nimus". Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bestattungen im Prämonstratenserklo-
ster Speinshart. . In: Beiträge zur Archäologie in der Oberpfalz 5 (2002), S. 273-369
56. Ericsson, Ingolf: Weiblich und männlich im Quellenmaterial der Archäologie des Mittelalters
und der Neuzeit. Erfahrungen aus einem Hauptseminar . In: Forschungsforum. Berichte
aus der Otto-Friedrich-Universität 11 (2003), S. 52-54
57. Kenzler, Hauke: Wege durch das mittelalterliche Zwickau . In: Mitteilungen der Deutschen
Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 14 (2003), S. 107-111
58. Losert, Hans: Archäologie und Geschichte im Kronacher Land . In: Wich, Hermann (Hrsg.)
: Historisches Stadtlesebuch. Kronach - 1000 Jahre Geschichte einer Stadt und ihrer Be-
wohner. Kronach : x, 2003, S. 28-44.
59. Löw, Luitgard: Keramik des späten Mittelalters und der Neuzeit in Kärnten. . In: Spindler,
Konrad ; Endres, Werner (Hrsg.) : Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium
auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. (34. Internationales Hafnerei-Symposium
Schloß Maretsch bei Bozen Oktober 2001). Innsbruck : Golf-Verlag, 2003, S. 143 - 154.
(Nearchos Bd. 12) - ISBN 3-900773-33-5
60. Löw, Luitgard ; Manneby, Hans: Stone masonry in Bohuslän . In: CD-rom: "Tradition, A Pa-
thway to Technology." - Traditional crafts in four European Countries, Austria - Estonia -
Hellas - Sweden. Uddevalla : Museumsverlag, 2003, S. x.
61. Sanke, Markus: Stw. "Reliefbandamphoren" (Rezension) . In: Reallexikon der germani-
schen Altertumskunde. Bd. 23. Göttingen : x, 2003, S. 414-418.
62. Becker, Hans ; Ericsson, Ingolf (Hrsg.): Mittelalterliche Wüstungen im Steigerwald. Bericht
über ein Kolloquium des Zentrums für Mittelalterstudien der Universität Bamberg in Ver-
bindung mit dem Lehrstuhl I für Geographie und dem Lehrstuhl für Archäologie des Mittel-
alters und der Neuzeit . (Mittelalterliche Wüstungen im Steigerwald Bamberg 3.2.2001)
2004. - 140 Seiten.
Seite 612
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
63. Kenzler, Hauke: Dorfstruktur im Wandel . In: Archäologie in Deutschland 52 (2004), Nr. 1,
S. 52
64. Losert, Hans: Staatengründer in Nordafrika - Die Wandalen. Völker, Staaten und Kulturen
. In: Bertelsmann Lexikon. Gütersloh, München : Bertelsmann, 2004, S. 146-147.
65. Losert, Hans: Europäische Staatengründer - Die Goten. Völker, Staaten und Kulturen .
In: Bertelsmann Lexikon. Gütersloh, München : Bertelsmann, 2004, S. 152-153.
66. Losert, Hans: Der fränkische König Chlodwig. Faszination Weltgeschichte. Menschen und
Ideen. . In: Bertelsmann Lexikon. Gütersloh, München : Bertelsmann, 2004, S. 96-97.
67. Losert, Hans: Umwälzungen in Europa. Die Germanische Völkerwanderung. Völker, Staaten
und Kulturen . In: Bertelsmann Lexikon. Gütersloh, München : Bertelsmann, 2004, S. 144-
145.
68. Losert, Hans: Kriege und germanische Völkerwanderung. Kriege und Konflikte .
In: Bertelsmann Lexikon. Gütersloh, München : Bertelsmann, 2004, S. 58-59.
69. Losert, Hans ; Scherbaum, Jochenn: Neue Ausgrabungen im Bereich der Umwehrung des
Bamberger Domberges. . In: Oberfranken. Das Archäologische Jahr in Bayern 2003. Stutt-
gart (2004), S. im Druck
70. Losert, Hans: Die Wüstung Schlammersdorf. . In: Heimat Bamberg Land 16 (2004),
Nr. 1+2, S. x
71. Losert, Hans: Zur mittelalterlichen Siedlungsgeschichte im Steigerwald aus archäologischer
Sicht. Zentrum für Mittelalterstudien der Universität Bamberg in Verbindung mit dem Lehr-
stuhl I für Geographie und dem Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit
. In: Ericsson, Ingolf ; Becker, Hans (Hrsg.) : Mittelalterliche Wüstungen im Steigerwald
(Mittelalterliche Wüstungen im Steigerwald Bamberg 3.2.2001). Bamberg : x, 2004, S. 1-
46.
72. Losert, Hans: Die Kleinfunde der archäologischen Untersuchungen 1995-1997 . In: Karpf,
Kurt (Hrsg.) : Die Magdalenenkapelle bei Baldersdorf in Kärnten. die lange Geschichte einer
kleinen Kirche. Villach : x, 2004, S. im Druck.
Seite 613
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Professur für Ur- und frühgeschichtliche Archäologie
(Inst. Archäologie, Bauforschung, Denkmalpflege, Abtei-
lung II)
Anschrift: Am Kranen 14, 96045 Bamberg
Tel.: 0951/863 2387 Fax.: 0951/863 5387
E-Mail: [Link]@[Link]
Professoren: Die ur- und frühgeschichtliche Archäologie rekonstruiert die kultur-
Honorarprofessor Björn- historische Entwicklung des Menschen bis zum Beginn der schriftli-
Uwe Abels chen Zeit. Ausgrabungen, Prospektionen und Zufallsfunde bilden
Prof. Dr. Johannes Müller
wiss. Assistent: Quellen, die sowohl kultur- als auch naturwissenschaftliche Daten
Timo Seregély, M.A. liefern. Ur- und Frühgeschichte wirkt als eine Wissenschaft, die so-
Projektmitarbeiter: mit Ergebnisse unterschiedlichster Wissenschaftszweige in der Or-
Ingo Bürger, M.A. ganisation von Projekten koordinieren und in der Auswertung
Jutta Kneisel, M.A.
interpretieren muß. Berufsfelder bilden die Bodendenkmalpflege,
Sekretariat::
Ingrid Hösch Museen, Universitäten und die Kontraktarchäologie. Vgl. http://
[Link]/ggeo/praehistarch
Forschungsschwerpunkte
Die Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Neolithikums
und der Metallzeiten Europas. Methodisch stehen Landschafts- und
Sozialarchäologie im Vordergrund des Interesses. Hier werden ins-
besondere Geographische Informationssysteme und statistische
Auswertungsverfahren eingesetzt. In Zusammenarbeit mit der Phy-
sischen Geographie wird ein Arbeitsschwerpunkt Geoarchäologie
aufgebaut. Intensive Beziehungen bestehen zur Partneruniversität
Poznan, mit der in einem Gemeinschaftsprojekt Ausgrabungen
durchgeführt werden. In Oberfranken werden Prospektionen und
eine Forschungsgrabung zum Neolithikum durchgeführt. Vgl. http:/
/[Link]/~ba5vf99/[Link]
Forschungsrelevante apparative Ausstattung
Neben einem anthropologischen Labor liegt eine moderne Vermes-
sungsausrüstung vor.
Kooperationsbeziehungen
• Bayerisches Landesamt für Bodendenkmalpflege
• Landesamt für Archäologie, Sachsen Anhalt
• Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologi-
sches Landesmuseum
• Universität Poznan, Institut für Ur- und Frühgeschichte
• Universität Jena, Institut für Humangenetik und Anthropologie
• Universität Köln, Institut für Ur- und Frühgeschichte, 14C-Labor
• Universität Erlangen, Physikalisches Institut, AMS-Labor
• Universität Mainz, Institut für Anthropologie
• Universität Innsbruck, Institut für Botanik
• Dänisches Nationalmuseum Kopenhagen, Naturwissenschaftliche
Einheit
• Deutsches Archäologisches Institut, Dendro-Labor
• Polnische Akademie der Wissenschaften, Krakau
• Theorie-AG der Deutschen Altertumsverbände
• Institut für Botanik der Universität Innsbruck
Seite 614
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Wissenschaftliche Tagungen
• Internationale Tagung: "Archaeologies East - Archaeologies
West. Connecting Theory and Practice across Europe; Sektion
C - Zum Gebrauch von naturwissenschaftlichen und nicht-artifiziel-
len Daten in der archäologischen Interpretation". Organisatoren:
Professur für Vor- Und Frühgeschichte Bamberg, Institut für Ur- und
Frühgeschichte Poznan, Theorie-AG der Deutschen Altertumsver-
bände. Poznan, 14.-21.5.2000.
• Bamberger Kolloquium: "1. Geoarchäologisches Arbeitstreffen
Bamberg". Organisatoren: Lehrstuhl für Physische Geographie, Pro-
fessur für Vor- und Frühgeschichte. Bamberg, 5.12.2000
• Internationales Kolloquium: "Soziastrukturen am Übergang vom
mitteleuropäischen Endneolithikum zur Frühbronzezeit - Be-
funde, Modelle und Perspektiven". Organisator: Professur für
Vor- und Frühgeschichte Bamberg. Bamberg 15./16.6.2001.
• Internationale Tagung: "Archäoprognose und Landschaftsar-
chäologie - zur Anwendung geographischer Informationassy-
steme". Organisatoren: Brandenburgisches Landesamt für
Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Professur für
Vor- und Frühgeschichte Bamberg. Wünsdorf (Brandenburg) 22.-
27.10.2001.
• Internationale Tagung: "Alter und Geschlecht in der Ur- und Frühge-
schichte". Organisatoren: Professur für Ur- und frühgeschichtliche
Archäologie. 02.2004
• Jahrestagung des Mittel- und Ostdeutschen Verbandes für Alters-
tumsforschung e.V., Bamberg 24.-28.03.2003. Prof. Dr. Ingolf Eric-
sson/Prof. Dr. Johannes Müller/Prof. Dr. Björn-Uwe Abels
Veröffentlichungsreihen
• Universitätsforschungen zur Prähistorischen Archäologie
• Forschungen zur Archäologie Ostmitteleuropas
• jungsteinSite (online-Zeitschrift zur Archäologie)
Forschungsprojekte
Atlas des mitteleuropäischen Neolithikums
Projektleitung: Die U.I.S.P.P. veröffentlicht seit kurzem die Reihe "Atlanten zum eu-
Prof. Dr. Johannes Müller ropäischen Neolithikum". Band III soll das mitteleuropäischen Neo-
Stichwörter: lithikum mittels Kurzcharakteristika der entsprechenden neolithi-
Atlas; Archäologische In-
formatik; Geoarchäolo- schen Gruppen vorstellen. Die üblichen Prinzipien wie Verbreitung,
gie; Neolithikum interne Chronologie oder Fundkategorien bilden dabei den grund-
Laufzeit: 1.1.2000 - sätzlichen Rahmen zur Beschreibung der einzelnen Gruppen. Wei-
31.12.2005 terhin sollen spezifische Aspekte der neolithischen Wirtschafts- und
Förderer:
Lebensweise in Form von z.B. Karten zu Austauschsystemen, Grab-
U.I.S.P.P.
Forschungsmittel der Uni- formen oder zur Verteilung spezifischer Artefakttypen zur Geltung
versität Bamberg kommen. Kartographie-Programme und Geographische Informati-
Mitwirkende Institutio- onssysteme ermöglichen eine veränderte und leicht zugängliche
nen: räumliche Darstellung archäologischer Daten. Auf CD soll eine
Professur für Vor-und
Frühgeschichte der Otto-
Grundkarte des Neolithikums Mitteleuropas geliefert werden, die die
Friedrich-Universität im Buchteil zusammengestellten Fundstelleninformationen darstellt.
Kontakt: Diese Karte soll ein Zoomen von klein- zu großmaßstäbigem Format
Prof. Dr. Johannes Müller erlauben. Darüber hinaus können verschiedene Kartenlayer speziel-
Tel.: 0951/863-2384, le Informationen präsentieren, die mit einer Gesamtverbreitung ab-
Fax: 0951/863-5384, E-
Mail: [Link]@g fragbar sind. Dazu zählen neben paläoökologischen Karten auch
[Link] solche von Silexrohstoffquellen o.ä. Auch die gesammelten absolut-
chronologischen Daten sollen als Layer für diese Karte zur Verfü-
gung gestellt werden.
Seite 615
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Müller, Johannes: Zur räumlichen
0XX Darstellung von Radiokarbondaten: Zwei Beispiele aus
dem Endneolithikum . In: JungsteinSITE (elektronische Zeitschrift) 2 (2000), S. 1-20
2. Müller, Johannes: Soziale Grenzen - ein Exkurs zur Frage räumlicher Identitätsgruppen in
der Prähistorie . In: Kadrow, Slawek (Hrsg.) : A Turning of Ages. Krakau : Polnische Wis-
senschaft, 2001, S. 415-428.
Die frühe Bronzezeit im mittleren Odergebiet: die Ausgrabung in Bruszczewo
Projektleitung: Etwa 60km südlich von Poznan liegt in der Woiwodschaft Lezno der
Dr. Czebreszuk, Janusz Fundplatz Bruszczewo: ein etwa zwei Hektar großer Höhenrücken
Prof. Dr. Johannes Müller mit früh- und mittelbronzezeitlichen Siedlungshinterlassenschaften
Beteiligte:
Jutta Kneisel, M.A. grenzt sich als halbinselartige Landzunge vom torfigen Feuchtgebiet
Stichwörter: des Samica-Flusses ab. Im Gegensatz zu früheren Ausgrabungen,
Frühbronzezeit; Sied- die ausschließlich auf dem Höhenrücken in Bereichen mit Mineralbo-
lungsarchäologie; Feucht- denerhaltung stattfanden, werden im Gemeinschaftsprojekt erst-
bodenerhaltung
mals auch die feuchten Böden der Niederung sondiert. Insgesamt
Laufzeit: 1.1.2000 -
31.12.2005 konnten drei Areale des Fundplatzes identifiziert werden:
Förderer: • erstens die unter Mineralbodenbedingungen erhaltenen Aunjetitzer
Polnisch-deutsche Stiftung
und Lausitzer Siedlungshinterlassenschaften der halbinselartigen
Deutsche Forschungsge-
meinschaft Kuppe,
Archäologische Gesell- • zweitens ein breiter Graben mit einer frühbronzezeitlichen Doppelpa-
schaft Poznan lisade, die diese Kuppe inselartig vom "Hinterland" abtrennt,
Universität Bamberg • drittens ebenfalls frühbronzezeitliche Siedlungsreste im tieferliegen-
Mitwirkende Institutio-
nen:
den Torf des Samica-Feuchtgebietes, die -ähnlich den unteren Ni-
Universität Poznan, Insti- veaus des Grabens-Feuchtbodenerhaltung aufweisen.
tut für Ur- und Frühge-
schichte
Deutsches Archäologi-
sches Institut Berlin, Den-
dro-Labor
Universität Innsbruck, In-
stitut für Botanik
Dänisches Nationalmuse-
um Kopenhagen, Natural
Science Research Unit
Publikationen
1. Czebreszuk, Janusz ; Müller,
0XX Johannes: Vermittler am Nordrand der Aunjetitzer Kultur .
In: Archäologie in Deutschland 2 (2000), S. 58-59
2. Czebreszuk, Janusz ; Müller, Johannes: Bruszczewo 1. Ausgrabungen und Forschungen in
einer prähistorischen Fundregion Großpolens. Forschungsstand - Erste Ergebnisse - Das
östliche Feuchtbodenareal. . Poznan/Bamberg/Rahden : VML Rahden, 2004 (Studien zur
Archäologie in Ostmitteleuropa Bd. 2)
3. Czebreszuk, Janusz ; Müller, Johannes: Bruszczewo - eine frühbronzezeitliche Siedlung mit
Feuchtbodenerhaltung in Großpolen, Vorbericht zu den Ausgrabungen 1999-2001 .
In: Germania 81 (2004), S. 341-378.
4. Müller, Johannes: Im Jahre 1888 v. Chr. ... Bamberger Archäologen graben in Großpolen.
[Link]. . In: Das Magazin der Otto-Friedrich-Universität Bamberg 1 (2001), Nr. 1, S. 14f
5. Ducke, Benjamin: GIS-backed analysis and modeling for the Early Brtonze Age settlement
site at Bruszczewo (Poland). . In: Arch. Polona 39 (2001), S. 165-172
Seite 616
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Die Rekonstruktion ur- und frühgeschichtlichen Siedlungsverhaltens und anthro-
pogener Landschaftsgestaltung
Projektleitung: Rekonstruktionen urgeschichtlicher Lebensräume sind eng mit der
Prof. Dr. Jürgen Kunow ökologischen Gestalt einer Landschaft verbunden. Aus der Kombi-
Prof. Dr. Johannes Müller nation der archäologischen Funde in Verbindung mit den Qualitäten
Stichwörter:
Archäoprognose, Geogra- der Landschaften ist das potentielle Umweltverhalten der prähisto-
phische Informationssy- rischen Gesellschaften zu erschließen. Daraus lassen sich wiederum
steme, Archäologische Prognosen für nicht untersuchte Gebiete gewinnen und die Nutzung
Informatik der Landschaft durch die jeweiligen Gesellschaften in ihrer Komple-
Laufzeit: 1.2.2000 -
xität beschreiben. Ein solches Verfahren soll für Brandenburg ange-
31.12.2004
Förderer: wandt werden, da hier ein großes Fundaufkommen und die sehr
Fritz-Thyssen-Stiftung unterschiedliche moderne Nutzung der Flächen entsprechende Hin-
Mitwirkende Institutio- weise geben. Dabei sind sieben Testgebiete vorgesehen. Ziel ist die
nen: Rekonstruktion der kulturellen Landschaft inklusive des Siedlungs-
Professur für Vor- und
Frühgeschichte Bamberg
verhaltens in den unterschiedlichen Epochen der Ur- und Frühge-
Brandenburgisches Lan- schichte. Neben der kulturhistorischen Relevanz dieses diachronen
desamt für Denkmalpflege Vergleiches wird das denkmalpflegereische Potential für die Voraus-
und Archäologisches Lan- sage von Fundgebieten und damit der Einsatz im Rahmen aktuekller
desmuseum Landschaftsplanungen aktiviert. Somit kann in Zusammenarbeit
Kontakt:
Prof. Dr. Johannes Müller zwischen Universität und Landesbehörde eine optimale Quellenbe-
Tel.: 0951/863-2384, arbeitung getetstet werden, die sowohl methodisch-theoretische als
Fax: 0951/863-5384, E- auch denkmapflegerische Aspekte in sich vereinigt.
Mail: [Link]@g
[Link]
Publikationen
1. Zabel, Marco: Die urgeschichtliche
0XX Besiedlung der Neuenhagener Oderinsel und deren Um-
feld . In: Oderprojekt 5 (1999), S. 161-165
2. Zabel, Marco: Ein Raummodell für die neolithischen Keramikgruppen der Erfurter Mulde .
In: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 99 (1999), S. 99-108
3. Münch, Ulla: Das Forschungsprojekt ’Archäoprognose Brandenburg’: Fragestellung, Ziele,
Konzeption . In: Kunow, J. ; Müller, J. (Hrsg.) : Landschaftsarchäologie und Geographische
Informationssysteme: Prognosekarten, Besiedlungsdynamik und prähistorische Raumord-
nungen. The Archaeology of Landscapes and Geographic Information Systems: Predictive
Maps, Settlement Dynamics and Space and Territory in Prehistory (Int. Conference Wüns-
dorf 15.-19.10.2001). Brandenburg : Landesamt Brandenburg, 2004, S. 173-182. (Ar-
chäoprognose 1 (= Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg) Bd. 8)
4. Kunow, J. ; Müller, Johannes (Hrsg.): Landschaftsarchäologie und Geographische Informa-
tionssysteme: Prognosekarten, Besiedlungsdynamik und prähistorische Raumordnungen.
The Archaeology of Landscapes and Geographic Information Systems: Predictive Maps,
Settlement Dynamics and Space and Territory in Prehistory. Archäoprognose 1 . (Tagung
Wünsdorf Wünsdorf 2001) Brandenburg : Landesamt Brandenburg, 2004
5. El-Kassem, Marcel ; Müller, Johannes: Predictions for Iron Age Landscapes of Bornholm
(Denmark) . In: Kunow, Jürgen ; Müller, Johannes (Hrsg.) : Landschaftsarchäologie und
Geographische Informationssysteme: Prognosekarten, Besiedlungsdynamik und prähisto-
rische Raumordnungen. The Archaeology of Landscapes and Geographic Information Sy-
stems: Predictive Maps, Settlement Dynamics and Space and Territory in Prehistory.
Archäoprognose 1. Bamberg/Wünsdorf : Landesamt Brandenburg, 2004, S. 137-142.
6. Müller, Johannes: Settlement Areas, Landscape Archaeology and Predictive Mapping. .
In: Kunow, J[rgen ; M[ller, Johannes (Hrsg.) : Landschaftsarchäologie und Geographische
Informationssysteme: Prognosekarten, Besiedlungsdynamik und prähistorische Raumord-
nungen. The Archaeology of Landscapes and Geographic Information Systems: Predictive
Seite 617
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Maps, Settlement Dynamics and Space and Territory in Prehistory. Archäoprognose 1.
Wünsdorf/Bamberg : Landesamt Brandenburg, 2004, S. 23/30.
7. Ducke, Benjamin: Archaeological Predictive Modelling in Intelligent Network Structures. .
In: CAA 2002 The Digital Heritage of Archaeology. Proceedings of the 30th CAA conference
held at Heraklion, Crete, Greece, 2-6 April 2002, edited by Doerr, M. and Sarris, A., Athens
(2003), S. 267-273
8. Münch, Ulla: Conceptual Aspects of the ’Archaeoprognose Brandenburg’ Project: Archaeo-
logical Site prediction for Various Test Areas in Brandenburg. . In: Doerr, M. ; Sarris, A.
(Hrsg.) : The Digital Heritage of Archaeology. Proceedings of the 30th CAA conference held
at Heraklion, Crete, Greece, (CAA conference held at Heraklion. Heraklion 02.-
06.04.2002). Athen : Hellenic Ministry of Culture, 2003, S. 185-190.
9. Kunow, Jürgen ; Müller, Johannes: Unentdeckten Fundplätzen auf der Spur .
In: Archäologie in Deutschland , 4 (2003), S. 8-13
10. Kunow, Jürgen ; Müller, Johannes: Archäoprognose im Land Brandenbuerg - "Die Rekon-
struktion ur- und frühgeschichtlichen Siedlungsverhaltens und anthropogener Landschafts-
gestaltung" . In: Denkmalpflege im Land Brandenburg 1990 - 2000. Worms : Wernersche
Verlagsgesellschaft, 2001, S. 612f.
Endneolithikum-Frühbronzezeit: Beiträge zu Chronologie, sozialer Differenzie-
rung und überregionalen Beziehungen in Mitteleuropa
Projektleitung: Das Ende des Neolithikums und der Beginn der Bronzezeit (2700-
Prof. Dr. Johannes Müller 1500 [Link].) sind in Mitteleuropa von einschneidenden sozialen und
Stichwörter: technologischen Änderungen geprägt: die Einführung der Zinnbron-
Naturwissenschaftliche
Datierungen; Sozialar- ze findet auf dem Hintergrund grosser überregionaler Phänomene
chäologie; Kommunikati- (Glockenbecher, Schnurkeramik) statt; in der Frühbronzezeit ent-
on wickeln sich in betsimmten Regionen soziale Hierarchien einer neu-
Laufzeit: 1.2.2000 - en Qualität (Aunjetitzer "Fürstengräber"). Doch können sowohl
31.1.2005
Innovationsrichtungen als auch die damit verbundenen sozialen
Förderer:
Deutsche Forschungsge- Prozesse derzeit kaum beschrieben werden. Daher soll über neue
meinschaft Radiokarbondatierungen und anthroplogische Bestimmungen eine
Mitwirkende Institutio- verbreiterte Datenbasis geschaffen werden, um chronologische
nen: Gliederungen und sozialhistorische Bezüge erarbeiten bzw. über-
Professur für Vor- und
Frühgeschichte
prüfen zu können.
Institut für Anthropologie
und Humangenetik Jena
Physikalisches Institut der
Universität Erlangen-
Nürnberg, AMS-Labor
Leibniz-Labor für Altersbe-
stimmung und Isotopen-
forschung Kiel
Institut für Ur- und Früh-
geschichte Köln, 14C-La-
bor
Polnische Akademie der
Wissenschaften Krakau
Institut für Ur- und Früh-
geschichte Poznan
Lehrstuhl für Archäome-
trie Freyberg
Tschechische Akademie
der Wissenschaften Prag
Kontakt:
Prof. Dr. Johannes Müller
Tel.: 0951/863-2384,
Fax: 0951/863-5384, E-
Mail: [Link]@g
[Link]
Seite 618
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Publikationen
1. Müller, Johannes ; Bernbeck,
0XX Reinhard: Prestige - Prestigegüter - Sozialstrukturen. Beispie-
le aus dem europäischen und vorderasiatischen Neolithikum . Bonn : Holos, 1996 (Archäo-
logische Berichte Bd. 6)
2. Bruchhaus, H. ; Csaki, A. ; Neubert, A.: Probleme bei der Auswertung prähistorischer Grab-
funde (Anthropologie und Archäologie) . In: Archäologisches Nachrichtenblatt 4 (1999),
Nr. 1, S. 89-100
3. Müller, Johannes: Zeiten ändern sich . In: Archäologie in Deutschland 2 (1999), S. 20-25
4. Müller, Johannes: Zur absolutchronologischen Datierung und Interpretation der mitteldeut-
schen Aunjetitz-Inventare . In: Bátora, Jozef ; Peska, Jaroslav (Hrsg.) : Aktuelle Probleme
der Erforschung der Frühbronzezeit in Böhmen und Mähren und in der Slowakei. Nitra :
Zentrum des Archäologischen Institutes der Slowakischen Akademie, 1999, S. 113-126.
5. Müller, Johannes: Zur absoluten Chronologie der mitteldeutschen Schnurkeramik .
In: Archäologisches Nachrichtenblatt 4 (1999), Nr. 1, S. 77-88
6. Furholt, Martin: Die absolutchronologische Datierung dere Schnurkeramik in Mitteleuropa
und Südskandinavien. . Bonn : Habelt, 2003 (Universitätsforschungen zur Prähistorischen
Archäologie Bd. 101)
7. Müller, Johannes: Economic Continuity and political Discontinuity in Central Europe during
the Third Millennium BC . In: [Link] ; M. Szmyt (Hrsg.) : Northeast Frontier of Bell
Beakers. British Archaeological Reports, International Series. Bd. 1155. Oxford : Oxbow,
2003, S. 3-10.
8. Müller, Johannes: Kontinuitäten und Diskontinuitäten im dritten vorchristlichen Jahrtau-
send Mitteleuropas . In: Archäologisches Korrespondenzblatt (2003), Nr. 33, S. 39 - 50
9. Müller, Johannes: Zeichen eines neuen Zeitalters . In: Archäologie in Deutschland 5
(2003), S. 20-23
10. Müller, Johannes: Zur räumlichen Darstellung von Radiokarbondaten. Zwei Beispiele aus
dem Endneolithikum . In: J. Eckert ; U. Eisenhauer ; A. Zimmermann (Hrsg.) : Archäolo-
gische Perspektiven. Analysen und Interpretationen im Wandel (Festchrift J. Lüning).
Rahden : VML, 2003, S. 71-76.
11. Müller, Johannes: Zur Innovationsbereitschaft mitteleuropäischer Gesellschaften im 4. vor-
christlichen Jahrtausend. . In: M. Fansa (Hrsg.) : Rad und Wagen. Der Ursprung einer In-
novation. Begleitheft zur Ausstellung des Museums Oldenburg. Archäologische Mitteilungen
aus Nordwestdeutschland. Mainz : Zabern, 2004, S. 255-264.
12. Müller, Johannes (Hrsg.): Endneolithikum und Frühbronzezeit - Muster sozialen Wandels?
Tagungsband des Symposiums Bamberg 2001. Universitätsforschungen zur Prähistori-
schen Archäologie 90 . Bonn : Habelt, 2002
13. Müller, Johannes: Endneolithisch-frühbronzezeitliche Muster sozialen Wandels? Versuch ei-
ner Zusammenfassung . In: Müller, Johannes (Hrsg.) : Endneolithikum und Frühbronzezeit
- Muster sozialen Wandels?. Bonn : Habelt, 2002, S. 267 - 289.
14. Müller, Johannes: Modelle zur Einführung der Zinnbronzetechnologie und zur sozialen Dif-
ferenzierung der mitteleuropäischen Frühbronzezeit. . In: Endneolithikum und Frühbronze-
zeit - Muster sozialen Wandels? Bd. 9999. Bonn : Habelt, 2002, S. 267 - 289.
15. Furholt, Martin ; Müller, Johannes ; Raetzel-Fabian, Dirk ; Rinne, Christoph ; Wotzka, Hans-
Peter: RADON - Radiokarbondaten online. Datenbank mitteleuropäischer 14C-Daten für
das Neolithikum und die frühe Bronzezeit . In: jungsteinSite: Online-Zeitschrift zur Neoli-
thikum-Forschung (2002), S. 5-100
16. Furholt, Martin ; Müller, Johannes ; Raetzel-Fabian, Dirk ; Rinne, Christoph ; Wotzka, Hans-
Peter: RADON - Radiokarbondaten online. Datenbank mitteleuropäischer 14C-Daten für
Seite 619
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
das Neolithikum und die frühe Bronzezeit. . In: junsteinSite: Online-Zeitschrift zur Neoli-
thikum-Forschung (2002), S. 3-5
17. Fritsch, Barbara ; Mittag, Lothar ; Müller, Johannes: Scherben und Asche - ein Friedhof der
Einzelgrabkultur in Brunau. . In: Bock, Hartmut (Hrsg.) : Hünengräber - Siedlungen - Grä-
berelder. Archäologie in der Altmark I: Von der Altsteinzeit bis zum Frühmittelalter.
Oscherleben : Verlag Zielheim, Magdeburg, 2002, S. 78 - 81.
18. Matuschik, Irenäus ; Müller, Johannes ; Schlichtherle, Helmut: Technik, Innovationen und
Wirtschaftswandel in der späten Jungsteinzeit . In: Wilfried Menghin ; Dieter Planck (Hrsg.)
: Menschen - Zeiten - Räume. Archäologie in Deutschland. Begleitband zur Ausstellung der
Landesarchäologen Berlin. Stuttgart : Theiss, 2002, S. 73 - 90.
19. Müller, Johannes: Zur Belegungsabfolge des Gräberfeldes Trebur: Argumente der typolo-
gieunabhängigen Datierung . In: Prähistorische Zeitschrift (2002), Nr. 77, S. 148 - 158
20. Czebreszuk, Janusz ; Müller, Johannes (Hrsg.): Die absolute Chronologie in Mitteleuropa
3000-2000 v. Chr. The Absolute Chronology of Central Europe 3000-2000 BC. Studien zur
Archäologie in Ostmitteleuropa 1 . Poznan/Bamberg/Rahden : Leidorf, 2001
21. Müller, Johannes: Zum Verhältnis von Schnurkeramik und jüngeren Trichterbechergruppen
im Mittelelbe-Saale-Gebiet: Kontinuität oder Diskontinuität? In: Gohlisch, Harry ; Reisch,
Ludwig (Hrsg.) : Die Stellung der endneolithischen Chamer Kultur in ihrem räumlichen und
zeitlichen Kontext (Die Stellung der endneolithischen Chamer Kultur in ihrem räumlichen
und zeitlichen Kontext Erlangen 1999 und 2001). 2001, S. 120 - 136.
Franken als Kommunikationsraum im 4. und 3. vorchristlichen Jahrtausend
Projektleitung: Franken stellt beim Übergang von den Stein- zu den Metallzeiten ei-
Prof. Dr. Johannes Müller nen Kommunikationsraum dar, der die unterschiedlichen Elemente
Beteiligte: und Innovationen benachbarter Regionen vereint. Für diesen Zeit-
Timo Seregély, M.A.
Ingo Bürger, M.A. raum (4000-2000 [Link].) fehlen bisher systematische Prospektio-
Stichwörter: nen, Sondagen und Ausgrabungen. Die Professur für Vor- und
Spätneolithikum; Endneo- Frühgeschichte hat damit begonnen, erste Aktivitäten in dieser
lithikum; Oberfranken; Richtung durchzuführen. Neben Prospektionsübungen unter studen-
Fränkische Alb
tische Beteiligung in der Fränkischen Alb fand eine Sondage des
Laufzeit: 1.12.2000 -
31.1.2005 spätneolithischen Fundplatzes Baunach-Hahnleite statt. Weitere
Förderer: Sondagen sind u.a. am Fundplatz Voitmannsdorf-Strohholz geplant.
Oberfranken-Stiftung
Universität Bamberg
Mitwirkende Institutio-
nen:
Professur für Vor- und
Frühgeschichte
Bayerisches Amt für Bo-
dendenkmalpflege
Kontakt:
Prof. Dr. Johannes Müller
Tel.: 0951/863-2384,
Fax: 0951/863-5384, E-
Mail: [Link]@g
[Link]
Publikationen
1. Dürr, Alexa ; Müller, Johannes
0XX ; Riedrmüller, Alexander ; Schulz, Wilfried ; Seregély, Timo
; Tillmann, Andreas : Die endneolithische Siedlung Voitmannsdorf-Strohholz, Gde. Königs-
feld (Landkreis Bamberg) ? Ergebnisse der Lehr- und Forschungsgrabung 2001 .
In: jungsteinSite, Online-Zeitschrift zur Neolithikum-Forschung (2004), S. 1-50
Seite 620
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
2. Seregély, Timo: Radmodell und Votivaxt - außergewöhnliche Funde der Kultur mit Schnur-
keramik von der Nördlichen Frankenalb . In: M. Fansa (Hrsg.) : Rad und Wagen. Der Ur-
sprung einer Innovation. Begleitheft zur Ausstellung des Museums Oldenburg.
Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland. Mainz : Zabern, 2004, S. 315-320.
3. Müller, Johannes: Zur Innovationsbereitschaft mitteleuropäischer Gesellschaften im 4. vor-
christlichen Jahrtausend. . In: M. Fansa (Hrsg.) : Rad und Wagen. Der Ursprung einer In-
novation. Begleitheft zur Ausstellung des Museums Oldenburg. Archäologische Mitteilungen
aus Nordwestdeutschland. Mainz : Zabern, 2004, S. 255-264.
4. Müller, Johannes ; Hofmann, Rainer ; Peek, Thomas (Hrsg.): "Ötzi - sein Leben, seine Zeit".
Oberfranken am Ende der Jungsteinzeit . Tüchersfeld : Museumsverlag, 2002
5. Seregély, Timo ; Lohrke, Brigitte: Zwei endneolithische Fundorte in Oberfranken . In: Das
Archäologische Jahr in Bayern 2001 (2002), S. 31-33
Siedlungsarchäologie in Zentralbosnien
Projektleitung: In Bosnien haben die Prospektionen und Ausgrabungen der Rö-
Prof. Dr. Johannes Müller misch-Germanischen Kommission (Knut Rassmann) und der Otto-
Rassmann,Knut Friedrich-Universität (Johannes Müller) in Zusammenarbeit mit dem
Kujundicic, Zilka
Stichwörter: Bosnisch-Herzegovinischen Landesmuseum Sarajevo (Zilka Ku-
Neolithikum; Kupferzeit; jund?i?) begonnen. Etwa 50 km nördlich von Sarajevo wird im Kan-
Siedlungshügel; Bosnien ton Visoko ein Tell ausgegraben, der im Ort Okoli?te an der Bosna
Laufzeit: 1.3.2002 - liegt (445 m NN). Der Tell hat einen Durchmesser von ca. 400 m und
31.12.2006
gehört damit zu einer der größten Anlagen auf dem Balkan. Direkt
Förderer:
DAI unter der heutigen Oberfläche beginnen bereits die neolithischen
Mitwirkende Institutio- Siedlungsschichten, die im Zentrum eine Mächtigkeit von mehr als
nen: 3 m aufweisen. Bisher konnten verschiedene Herdplatten, eine
DAI Werkstatt zur Herstellung von Beilen und einzelne Lehmwände von
Bosnisch-Herzegowini-
sche Landesmuseum Sa-
mindestens zwei Häusern ergraben werden. Die Funde sind der But-
rajewo mir-Gruppe zuzuordnen, die von 5.500-4.800 [Link]. in Zentralbos-
nien existierte und eine wichtige Rolle im Kommunikationssystem
zwischen Zentralbalkan und Adria spielte. Geomagnetische Pro-
spektionen haben in Okoli?te und Nachbartells wichtige Informatio-
nen zu Siedlungsplänen geliefert.
Publikationen
1. Kujundzic, Zilka ; Müller,
0XXJohannes ; Rassmann, Knut ; Schüler, Tim: Okoliste - Grabung
und Geomagnetik eines zentralbosnischen Tells aus der ersten Hälfte des fünften vorchrist-
lichen Jahrtausends . In: jungsteinSite (2004), S. 1-10
2. Müller, Johannes ; Rassmann, Kurt: Steinzeit-Tells im Blickpunkt. . In: Archäologie in
Deutschland 1 (2004), S. 60-61
3. Müller, Johannes: Ausgraben nach dem Krieg. Bamberger Archäologen in Bosnien .
In: [Link]. Das Magazin der Otto-Friedrich-Universität Bamberg 4 (2003), S. 26-27
Projektunabhängige Publikationen
1. Abels, Björn-Uwe: Neue Ausgrabungen im Befestigungsbereich des Staffelberges, Stadt
0XX
Staffelstein, Oberfranken . In: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 28/29 (1988),
S. 143-180
2. Abels, Björn-Uwe: Die Heunischenburg bei Kronach . Kronach : Angles, 1988
3. Müller, Johannes: Arbeitsleistung und gesellschaftliche Leistung bei Megalithgräbern. Das
Fallbeispiel Orkney . In: Acta praehistorica et archaeologica 22 (1990), S. 9-35
Seite 621
Forschungsbericht der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
4. Müller, Johannes: Zur sozialen Gliederung der Nachbestattungsgemeinschaft vom Magda-
lenenberg bei Villingen . In: Prähistorische Zeitschrift 69 (1994), Nr. 2, S. 175-221
5. Müller, Johannes: Das ostadriatische Frühneolithikum . Berlin : Spiess, 1994 (Prähistori-
sche Archäologie in Südosteuropa Bd. 9)
6. Müller, Johannes: Altersorganisation und Westhallstatt: ein Vergleich . In: Ethnographisch-
Archäologische Zeitschrift 35 (1994), S. 177-198
7. Abels, Björn-Uwe ; Haberstroh, Jochen: Ausgrabungen und Funde in Oberfranken 9, 1993-
1994 . Memmelsdorf : Selbstverlag, 1996 (Geschichte am Obermain, Jahrbuch Colloquium
Historicum Wirsbernese Bd. 20)
8. Fritsch, Barbara ; Maute, Margot ; Matuschik, Irenäus ; Müller, Johannes ; Wolf, Claus: Tra-
dition und Innovation. Prähistorische Archäologie als historische Wissenschaft (Festschrift
Christian Strahm) . Espelkamp : Leidorf, 1997 (Studia honoraria Bd. 3)
9. Müller, Johannes ; Zimmermann, Andreas: Archäologie und Korrespondenzanalyse. Bei-
spiele, Fragen, Perspektiven. . Espelkamp : Leidorf, 1997 (Internationale Archäologie
Bd. 23)
10. Müller, Johannes: Neolithische und chalkolithische Spondylus-Artefakte. Anmerkungen zu
Verbreitung, Tauschgebiet und sozialer Funktion. . In: Becker, C. ; Dunkelmann, M.-L. ;
Metzner-Nebelsick, C. ; Peter-Röcher, H. ; Roeder, M. ; Terzan, B. (Hrsg.) : Chronos. Bei-
träge zur prähistorischen Archäologie zwischen Nord- und Südeuropa (Festschrift Bernhard
Hänsel). Espelkamp : Leidorf, 1997, (Studia honoraria Bd. 1), S. 91-106.
11. Abels, Björn-Uwe ; Haberstroh, Jochen: Ausgrabungen und Funde in Oberfranken 10,
1995-1996 . Memmelsdorf : Selbstverlag, 1998 (Geschichte am Obermain, Jahrbuch Col-
loquium Historicum Wirsbernse Bd. 21)
12. Müller, Johannes: Die latène- und späthallstattzeitliche Höhensiedlung der Boyneburg bei
Sontra-Wichmannshausen, Kreis Eschwege . In: Alt-Thüringen 33 (1999), S. 125-152
13. Müller, Johannes: Zur Entstehung der europäischen Megalithik . In: Beinhauer, Karl W. ;
Cooney, Gabriel ; Guksch, Christian E. ; Kus,Susan (Hrsg.) : Studien zur Megalithik. For-
schungsstand und ethnoarchäologische Perspektive (Studien zur Megalithik Mannheim
1993). Mannheim/Weißbach : Beier&Beran, 1999, S. 51-81.
14. Abels, Björn-Uwe ; Haberstroh, Jochen: Ausgrabungen und Funde in Oberfranken 11,
1997-1998 . Memelsdorf : Selbstverlag, 2000 (Geschichte am Obermain, Jahrbuch Collo-
quium Historicum Wirsbergense Bd. 22)
15. Müller, Johannes: "Earplugs", ceramics and sheep: examples of communication and bound-
aries in the Adriatic Early Neolithic . In: Società Presitoria Friuli-Venezia Giulia, Trieste 8
(2000), S. 151-159
Seite 622