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Gutowski

Nonvaleurs-Katalog: Historische Wertpapiere für Sammler, Historiker, Heimatforscher, Kunstliebhaber und Kapitalanleger, ein faszinierendes Hobby mit den besten Zukunftsaussichten

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55.

Auktion
Historischer Wertpapiere
am 27. Januar 2014

- Fernauktion -
Veranstalter:

Auktionshaus Gutowski
Leiferder Weg 19
38304 Wolfenbüttel
Telefon 0 53 31 / 97 55 24 • Telefax 0 53 31 / 97 55 55
E-Mail gutowski@[Link]
Liebe Sammlerfreunde, Inhaltsverzeichnis
mit dem hier vorliegenden Katalog Ägypten 1 - 4
des Auktionshauses Vladimir
Gutowski präsentieren wir Ihnen ein Algerien 5
hervorragendes Angebot an seltenen Andorra 6
und gesuchten Objekten, die – unse- Argentinien 7 - 8
rer „Philosophie" entsprechend –
sehr günstig ausgerufen werden. Belgien 9 - 17
Unsere Ausrufpreise bzw. Startpreise Brasilien 18 - 20
sind Limitpreise. Gebote unter die- Bulgarien 21 - 23
sen Preisen werden nicht angenom- China 24 - 26
men.
Ihre Schriftgebote werden protokol- Cuba 27
liert und am Auktionstag berücksichtigt, als wären Sie per- Deutschland 28 - 1040
sönlich im Saal anwesend. Den Zuschlag bekommt das Frankreich 1041 - 1073
höchste Gebot, aber nur um ca. 5 -10% über dem zweit-
höchsten Gebot. Griechenland 1074 - 1076
Großbritannien 1077 - 1093
Ihre Schriftgebote können Sie an unsere Adresse in 38304
Wolfenbüttel, Leiferder Weg 19, per E-Mail oder per Telefax Guatemala 1094
senden. Indien 1095 - 1097
Island 1098 - 1099
Rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben. Wir stehen Ihnen
gerne jederzeit zur Verfügung. Und denken Sie bitte daran, Israel 1100
Ihre Gebote rechtzeitig abzuschicken! Italien 1101 - 1109
Japan 1110 - 1111
Die Kataloggebühr beträgt 10,00 EUR. Mit der Überweisung
des Betrages sichern Sie sich die Zusendung des nächsten Kanada 1112 - 1114
Auktionskataloges, außerdem erhalten Sie automatisch die kgl. und kaiserl. Monarchie 1115 - 1120
Ergebnisliste zugeschickt. Kolumbien 1121
Viel Erfolg bei Ihren Geboten wünschen Ihnen Lettland 1122
Vladimir Gutowski
Mexiko 1123 - 1147
und die Mitarbeiter Niederlande 1148 - 1149
Norwegen 1150 - 1153
Österreich 1154 - 1159
Erhaltungshinweise Polen 1160 - 1164
UNC = Druckfrisch Portugal 1165 - 1166
EF = Tadellos, leichte Knickspuren Rumänien 1167 - 1168
VF = Normaler Erhaltungszustand mit
Rußland 1169 - 1207
Umlaufspuren und Einrissen
F = Stark beschädigt, sammelwürdig
Schweden 1208 - 1211
Spanien 1212 - 1222
Südafrika 1223 - 1224
Veranstalter: Tschechoslowakei 1225 - 1227
Auktionshaus Gutowski Türkei 1228 - 1229
Leiferder Weg 19 • 38304 Wolfenbüttel Tunesien 1230
Telefon: 0 53 31 / 97 55 24 • Fax: 0 53 31 / 97 55 55
Ungarn 1231
E-Mail gutowski@[Link]
USA 1232 - 1341
Auktionshaus Gutowski ist eine Marke der
„Deutsche Wertpapierauktionen GmbH“ Die Versteigerungsbedingungen finden Sie auf
Salzbergstraße 2, 38302 Wolfenbüttel Seite 241.
Geschäftsführer:
Michael Weingarten (Vors.), Vladimir Gutowski
Handelsregister: Amtsgericht Braunschweig HRB 7872 Die Besichtigung der Auktionsware
Ust-Id-Nr. DE 811 574 119
ist vom 20.1. bis zum 24.1.
Bankverbindung:
Auktionshaus Gutowski in den Räumen der Bürogemeinschaft
Konto Nr. 500 715 508 • BLZ 370 100 50 Salzbergstrasse 2 in Wolfenbüttel möglich.
IBAN: DE36 3701 0050 0500 7155 08 Bitte vereinbaren Sie
BIC: PBNKDEFF einen Besichtigungstermin mit mir!
Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Ägypten
Nr. 1 Schätzpreis: 2.400,00 EUR
Startpreis: 800,00 EUR
Cie. Universelle du Canal Maritime
de Suez S.A.
Action 250 FF (mit 5% Vorzugsdivdende),
Nr. 104734
Paris, 2.6.1924 EF
Erste Arbeiten an einem Kanal zur Durchschnei-
dung des Istmus von Suez werden den Pharaonen
Sethos I. und Ramses II. (um 1400 vor Christi)
zugeschrieben. Im 18. Jhd. kam erstmals die Idee
eines Kanals vom Mittelmeer zum Roten Meer auf.
Eine von Kaiser Napoleon eingesetzte Kommissi-
on hielt das Projekt für durchführbar. 1856 erhielt
Ferdinand de Lesseps vom ägyptischen Vizekönig
Said Pascha die Konzession, 1858 wurde die Suez-
Kanalgesellschaft gegründet (deren Dauer bis
2050 vorgesehen war). 1859 erfolgte bei Port Said
der erste Spatenstich, 1869 wurde der 161 km
lange Kanal mit einer glänzenden Feier einge-
weiht. Eigens zu diesem Anlass komponierte Gui-
seppe Verdi für den Vizekönig von Ägypten die
Oper Aida. Die Verstaatlichung der Suez-Kanalge-
sellschaft am 26.7.1956 durch den ägyptischen
Präsidenten Nasser löste Ende Oktober des glei-
Nr. 1
chen Jahres den Suez-Krieg mit England, Frank-
reich und Israel aus - ein unnötiger Konflikt, wenn
man bedenkt, daß die Konzession im Jahr 1968
ohnehin auch regulär abgelaufen wäre. Hochdeko-
rativ mit Darstellung des Kanals, umgeben von
Pyramiden, Zierumrandung mit altägyptischen
Motiven. Aktientext vorderseitig französisch,
rückseitig arabisch/deutsch/englisch/italienisch.
Originalsignaturen. Maße: 22 x 30,2 cm. Anh.
Kupons. Rarität.

Nr. 2 Schätzpreis: 750,00 EUR


Startpreis: 125,00 EUR
Cie. Universelle du Canal Maritime
de Suez S.A.
Action 10.000 FF, Nr. 354922
Paris, ca. 1950 VF
Firmenname auf der Aktie überdruckt mit “Cie.
Financière de Suez”. Hübsche Umrandung, Abbil-
dung eines kleinen Skarabäus. Rückseitig Text
auch in englisch. Maße: 13,3 x 27 cm. Mit angehef-
teten zwei letzten Kupons. Nicht entwertet. Wirt-
schaftsgeschichtlich hochbedeutend und Nr. 2
äußerst selten.
vom ‘Abbas II. Hilmi, dem Khediven von Ägypten, Nr. 4 Schätzpreis: 350,00 EUR
genehmigt. Der Kreis der Gründer war internatio- Startpreis: 200,00 EUR
nal besetzt: Otto Sterzing aus Deutschland, Geor-
ges Pangalo aus Griechenland, Oscar Emsheimer
S.A. des Eaux du Caire
aus USA, Henri H. de Vries aus Holland, Henri Bou- Action de Jouissance, Nr. 36381
tigny aus Grossbritannien, Gustave Lantié aus Kairo, 9.3.1905 VF
Frankreich und Paul Vereecken aus Belgien. Herr- Auflage 272.000. Wasserwerke von Kairo, gegrün-
liche Vignette mit Abbildung eines typischen Tou- det 1865 mit französischem Kapital. Die Konzessi-
risten-Nildampfers. Die mehrstöckigen Dampfer on lief an sich bis 1969, doch wurde die Ges. 1958
waren speziell für den Einsatz in den stellenweise unter Nasser verstaatlicht. Sehr dekorativ mit
sehr flachen Nilgewässern konstruiert. Eine Ori- großem Stadttor, dahinter Prachtbau, Passanten,
ginalsignatur. Maße: 35,5 x 25,2 cm. Mit komplett ornamentale Verzierungen, im Unterdruck die
anhängenden Kupons. Sphinx. Äußerst selten, nur ein einziges weiteres
(2009 bei FHW versteigertes) Stück ist uns
bekannt. Unentwertet, Restkupons ab 1958 anhän-
gend (in dem Jahr unter Nasser verstaatlicht).

Algerien
Nr. 5 Schätzpreis: 145,00 EUR
Nr. 3
Startpreis: 50,00 EUR
Imprimerie - Papeterie Baconnier
Nr. 3 Schätzpreis: 250,00 EUR Freres S.A.
Startpreis: 75,00 EUR Action 1.000 FF, Nr. 3210
Express Nile Steamers Co. Alger, 25.3.1932 EF
Part de Fondateur o.N., Nr. 80 Auflage 1.400. Gründung der Druckerei im Dezem-
Kairo, 20.4.1906 EF/VF ber 1929. Sehr schöne Abb. von Druckerei-Maschi-

Nr. 4
Auflage 2.000. Die Gründung der Nil-Express- nen. Faksimile-Unterschrift Baconnier. Maße: 23,3
x 31,5 cm. Anhängende Kupons.
Dampfschifffahrts-Gesellschaft wurde am 7.4.1906

3
Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Ges. betrieb in den Anden die Bergwerke La Con- Nr. 9 Schätzpreis: 500,00 EUR
cordia, La Virginia, El Progreso und La Libertad. Startpreis: 250,00 EUR
Quadratisches Großformat, große Abb. der Über-
tage-Anlagen eines Bergwerks. Originalunter-
Automobiles Juwel S.A.
schrift von L. Loewenthal als Direktor. Maße: 33,3 Action 250 Frs., Nr. 4674
x 33,7 cm. Äußerst selten! Herstal (Liége), von 1924 VF+
Gründeraktie, Auflage 4.800. Die Firmenleitung
hatte hochfliegende Pläne: Die Massenproduktion
eines 1100-ccm-Tourenwagens war in der Automo-
bilfabrik Juwel in der Rue Petite Voie in Herstal bei
Lüttich geplant. Am Ende aber erschien 1926 ein
frontgetriebener Sportwagen, der am Markt
erfolglos blieb. 1927 musste die Produktion wie-
der eingestellt werden. Ausgesprochen dekorative
Gestaltung, Unterdruck in kräftiger Farbgebung
Andorra mit Frontansicht eines Juwel-Automobils, Spei-
chenräder in allen vier Ecken der Umrahmung.
Maße: 34,9 x 25,2 cm. Mit kpl. anh. Kupons. Eine
der weltweit schönsten Automobilaktien! Seit
vielen Jahren weniger als 10 Stück bekannt!

Nr. 8

Nr. 8 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Ehlert Nash Motors S.A. de Automoviles
Accion Serie B 100 Pesos, Nr. 2279
Buenos Aires, 1.7.1930 EF
Nr. 6
Charles W. Nash hatte eigentlich schon alles im
Leben erreicht: 1912 wurde er Präsident von Gene-
Nr. 6 Schätzpreis: 300,00 EUR ral Motors. Doch noch größerer Ehrgeiz packte
Startpreis: 120,00 EUR ihn, und so verließ er GM, kaufte 1916 die Jeffery-
Werke und brachte 1917 den ersten Wagen unter
Société Anonyme Andorrane seinem eigenen Namen “Nash” heraus. 1922/24
Action 100 FF Nr. 8170 übernahm er die Wettbewerber LaFayette und
von 1868 EF Mitchell, 1923 wurde Ehlert-Nash in Argentinien
gegründet. Ein Produktionsrekord jagte den ande-
Gründeraktie, Auflage 20.000. Die Gesellschaft
ren, 1934 lief der millionste Nash vom Band. 1954
hoffte, eine Spielbanklizenz in dem Freistaat
übernahm Nash die Hudson Motor Co. und wurde
Andorra zu bekommen. Man berief sch dabei auf
American Motors. Doch das Ende nahte: 1957, die
die Erfolge der Spielbanken in Baden-Baden, Spa,
Jahresproduktion war auf unter 10.000 Autos
Monaco, Homburg etc. Die Konzession sollte sich
gefallen, war Schluß. Sehr großformatiger mehr-
auf 90 Jahre belaufen. Trotz der angebotenen Mil-
farbiger Druck mit riesigem Nash-Firmenzeichen
lionen, wurde das Ansinnen vom Senat entrüstet
im Unterdruck. Maße: 37,8 x 28,3 cm. Mit anh. rest-
zurückgewiesen. Originalsignaturen. Maße: 22 x
lichen Kupons. Nur 3 Stücke wurden 2003 gefun-
27,4 cm. Mit kpl. anh. Kupons. Äußerst selten!
Nr. 10
den!

Argentinien Belgien Nr. 10 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Startpreis: 450,00 EUR
Cie. d’Assurance maritime et d’Incendie
de l’Escaut
Action 1.000 fl., Nr. 142
Antwerpen, 20.3.1821 VF
Gründeremission, Auflage 2.000. Seeschiffahrts-
und Feuerversicherungs-Gesellschaft der Schelde,
gegründet am 3.3.1821. Die Ziele der Gesellschaft
bestanden darin, Kriegs- und Seeschaden an Schif-
fen und Ladungen zu versichern. Gegen Ende des
letzten Jahrhunderts wurde die Gesellschaft von
der englischen “Prudential Assurance” übernom-
men. Das Kapital der Ges. betrug 2 Mio. fl. Auf
diese Aktie waren zunächst 250 fl eingezahlt.
Schönes großformatiges Stück mit allegorischer
Vignette. Originalunterschriften, u.a. des Grün-
ders Charles H. Diercxsens und des späteren Ant-
werpener Bürgermeisters Gerard J. A. Le Grelle.
Maße: 41,2 x 25,8 cm. Knickfalten.

Nr. 7 Nr. 11 Schätzpreis: 1.500,00 EUR


Startpreis: 400,00 EUR
Nr. 7 Schätzpreis: 150,00 EUR Cie. d’Assurances Maritimes
Startpreis: 60,00 EUR Le Cercle d’Assureurs
Compania Minera S.A. Nueva Concordia Action 5.000 Frs., Nr. 51
Acción Serie C 100 x 10 Pesos, Nr. 2579 Antwerpen, 1.3.1854 VF+
Buenos Aires, 5.11.1910 EF/VF Gründeraktie, Auflage 160. Rückversicherungsge-
Nr. 9
Gründeraktie, Auflage 785. Die ganz offensichtlich sellschaft, gegründet am 1.3.1854 unter maßgebli-
von deutschstämmigen Einwanderern gegründete cher Beteiligung der Familie Engels, ursprünglich

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

auf die Seetransport-Assekuranz spezialisiert, ab betrieben. Herausragende Jugendstil-Gestaltung


1900 auch Feuerversicherer, 1935 aufgegangen in durch den damals 26-jährigen Pariser Illustrator
Lloyd Belge, an der die Antwerpener Familie Edmond André Rocher (in der Platte signiert).
Engels ebenfalls stark beteiligt war. Mehrere Ori- Maße: 38,6 x 25,8 cm. Mit komplett anh. Kupons.
ginalunterschriften, u.a. Flemmich als Directeur. Ein herrliches Papier!
Maße: 40 x 31 cm. Hochinteressant und äußerst
selten.

Nr. 15
Nr. 15 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
S.A. des Ateliers de Construction,
Forges & Aciéries de Bruges
Nr. 13
1/5 Action Primitive 500 Frs., Nr. 36
24.8.1896 EF/VF
Nr. 13 Schätzpreis: 240,00 EUR Die Gesellschaft übernahm von der Vorgängerfir-
Startpreis: 100,00 EUR ma J. De Jaegher an vier Standorten in Brügge ein
Nr. 11 Jardin Zoologique de Bruxelles S.A. Eisenwerk mit Siemens-Martin-Ofen, eine Eisen-
und Kupfergießerei, ein Bolzen- und Schrauben-
5,5% Obligation 500 Frs., Nr. 1664 werk sowie eine Werkstätte für Waggon- und
Brüssel, 1.4.1935 EF Brückenbau, außerdem den firmeneigenen Bahn-
Auflage 1.000. Nachdem Brüssel 1878 den ersten hof an der Eisenbahnlinie Brügge-Blankenberghe
Zoologischen Garten wegen Unrentabilität sowie schließlich eine Schiffswerft in Saint-Pierre
schließen mußte, war die belgische Hauptstadt sur la Digue. Eine außergewöhnlich schöne Aktie,
lange Jahre ohne Tiergarten. 1934 wurde der Jar- die Umrahmung ist als filigrane gußeiserne Kon-
din Zoologique de Bruxelles gegründet. Er lag im struktion gestaltet. Maße: 37,4 x 27,8 cm. Mit
Norden der Stadt an der Stelle des heutigen Bota- anhängenden restlichen Kupons.
nischen Gartens. Originalsignaturen. Rückseitig
Statuten. Maße: 32,4 x 20 cm. Mit anh. restlichen
Kupons ab 1938.

Nr. 16
Nr. 12
Nr. 16 Schätzpreis: 175,00 EUR
Nr. 12 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
Nr. 14
Startpreis: 60,00 EUR
Startpreis: 325,00 EUR
Cie. Générale d’Éditions S.A. du Charbonnage
Lyon-Claesen S.A. Nr. 14 Schätzpreis: 180,00 EUR
de Longterne-Ferrand
Action ordinaire o.N., Nr. 1385 Startpreis: 75,00 EUR Action Privilégiée 500 Frs., Nr. 1532
Brüssel, Mai 1899 EF/VF Pècheries Blankenbergeoises Élouges, 1.7.1863 VF+
Auflage 5.000. Konstituiert 1856, autorisiert durch
Gründeraktie, Auflage 6000. Die Verlagsanstalt à Moteur AURORA S.A. königliches Dekret von 1863. Bergbau im Arron-
wurde 1899 mit Sitz in Brüssel von Herrn Lyon-Cla- Action 250 Frs., Nr. 7200 dissement de Mons. Mehrere Originalsignaturen.
esen gegründet. Eine 50%-ige Beteiligung an dem
Brügge, 8.8.1924 EF Maße: 30,6 x 22,4 cm. Mit anhängenden restlichen
Unternehmen übernahm die Verlagsgesellschaft
Auflage 8.000. Gegründet am 25.1.1924, am Kupons ab 1874.
“Soc. d’Etudes et d’Editions Geographiques Elisee
Reclus”. Im Gegenzug erhielt Editions Lyon-Clae- 8.8.1924 reorganisiert. Die Fischfangflotte, behei-
sen das alleinige Recht zur Veröffentlichung der matet in dem bekannten Seebad Blankenberge in
bisher von der Soc. d’Etudes et d’Editions Geo- Westflandern, bestand aus den Dampfschiffen Historische Wertpapiere
graphiques Elisee Reclus herausgegebenen karto- “Carpe Diem”, “Zeebonk”, “Neptune”, “Antinèa”,
graphischen Werke. Darüber hinaus wurden “Speranza” und “Remember”. Sehr dekorative Das junge Sammelgebiet
Aktiengestaltung mit Unterdruckabbildung eines
Bücher verlegt und eine Kunstdruckerei für die
Reproduktion von Graphiken und Zeichnungen der gesellschaftseigenen Dampfschiffe. Rückseitig mit großer Zukunft!
Statuten. Maße: 35 x 25,3 cm. Mit anh. Kupons.

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Schiffen, Hafenansicht. Die kunstvolle Gestaltung


stammt von dem belgischen Maler und Graphiker
Gustave Fraipont. Fraipont, 1849 in Brüssel gebo-
ren, wirkte hauptsächlich in Paris, wo er sich als
Aquarellist betätigte. Auf vortreffliche Lithogra-
phien folgten dann Illustrationen zu Zeitschriften
wie “Paris Illustré” und “Univers Illustré”,
Umschlagzeichnungen, Plakate usw. Originalsig-
naturen. Maße: 25 x 35,8 cm. Mit anhängenden
restlichen Kupons.

Nr. 17 Nr. 20
Nr. 17 Schätzpreis: 2.500,00 EUR
Startpreis: 800,00 EUR Nr. 20 Schätzpreis: 200,00 EUR
S.A. pour l’Exploitation des
Brasilien Startpreis: 60,00 EUR
Etablissements de John Cockerill Etat de Maranhao Emprunt Extérieur
à Seraing & à Liège Nr. 18 Schätzpreis: 200,00 EUR 5% Or 1910
Action 1.000 Fcs., Nr. 11418 Startpreis: 60,00 EUR 5% Obligation 20 £ = 500 FF, Nr. 16299
Liège, 18.4.1846 VF Abbaye de Notre-Dame de l’Assomption Paris, 1.1.1911 VF+
Gründeremission, 12.500. Dieses, bereits 1817 in (Monastère de Saint-Benoit) Auflage 40.000. Teil einer in Europa aufgelegten
Seraing nahe Lüttich von den Brüdern Charles- Goldanleihe von 8 Mio. £ oder 20 Mio. FF. Küsten-
7% Obligation 100 SFr., Nr. 1620
James und John Cockerill errichtete, Unterneh- staat Nord-Brasiliens mit der Hauptstadt Sao Luis.
Sao Paolo, 7.3.1931 EF/VF Haupterzeugnisse sind Baumwolle und Zucker,
men wurde 1842 in eine AG umgewandelt. Es war
Auflage 2.000. Teil einer von der Banque Saint- Kaffee, im Binnenland Viehzucht. Maße: 49,4 x
die Geburtsstunde des wichtigsten belgischen
Phalle & Co. in Zürich vermittelten Anleihe von 6,5 33,5 cm. Mit anhängenden Kupons 1929-1941,
Industrieunternehmens. John Cockerill (1790-
Mio. Schweizerfranken, hypothekarisch abgesi- keine Entwertung.
1840), dessen Bruder Charles-James bereits 1823
chert auf dem Grundbesitz des Klosters im Zen-
aus dem Unternehmen ausschied, errichtete mit
trum von Sao-Paolo, außerdem mit einer Garantie
finanzieller Hilfe des holländischen Königs und
einem Darlehen der Société Générale in rascher
der Kongregation der Benediktiner in Brasilien
versehen. Großformat, hübscher Sicherheits-
Bulgarien
Reihenfolge eine Dampfkessel- und Maschinenfa-
druck von Orell Füssli. Maße: 42 x 27,4 cm. Nicht
brik, ein Eisen- und Walzwerk sowie Hochöfen, fer-
entwertet, Kupons 1934-56 anhängend.
ner kaufte er Kohlenbergwerke und Erzgruben.
Die Gründung und Unabhängigkeit Belgiens im
Jahr 1831 als konstitutionelle Monarchie und die
damit einhergehende Trennung von den Nieder-
landen führten zu schweren finanziellen Engpäs-
sen, die 1834 mit Unterstützung des belgischen
Staats behoben werden konnten. Ab 1835 baute
Cockerill die ersten Dampflokomotiven und
errichtete Betriebe in Frankreich, Deutschland,
Spanien und Polen. Während einer Reise durch
Polen verstarb er 1840 in Warschau. Seine Unter-
nehmungen flossen 1842 in die mit 12,5 Mio. F neu-
gegründete AG “John Cockerill S.A.” ein. Großak-
tionär war unter anderem die Banque de Belgique.
Durch Fusionen in den Jahren 1970 und 1981
Nr. 19
wuchs das Unternehmen zum größten belgischen
Stahlkonzern heran. Es befindet sich mehrheitlich
im Besitz der französischen USINOR und firmiert
heute als Cockerill-Sambre S.A. Der Gesellschaft Nr. 19 Schätzpreis: 500,00 EUR
gehört auch die EKU Stahl AG in Eisenhüttenstadt. Startpreis: 150,00 EUR
Mit Originalunterschrift Gustave Pastor, erster Compagnie du Port de Rio de Janeiro
Direktor der Banque Belgique und der John Action privilégiée 500 FF, Nr. 5929
Cockerill S.A. Ein Titel von allergrößter wirt-
schaftshistorischer Bedeutung. Maße: 29 x 33,2
Paris, 25.9.1910 EF
cm. Trotz der Gebrauchsspuren (Knickfalten, klei- Gründeraktie. Mit französischem Kapital 1910
ne Randeinrisse, leichte Papierverfärbungen) ist gegründete Betreibergesellschaft für den Hafen
das Stück überdurchschnittlich gut erhalten von Rio de Janeiro, der zu dieser Zeit jährlich von
(nicht hinterklebt!) Die Keimzelle der Industriali- fast 3.000 Seeschiffen angelaufen wurde und vor

Nr. 21
sierung auf dem europäischen Kontinent. Museale allem für die brasilianische Kaffeeausfuhr wichtig
Rarität, sehr günstig angeboten! war. Herrlicher Druck in Blau mit Leuchttürmen,

6
Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 21 Schätzpreis: 480,00 EUR Nr. 23 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 200,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR
Sofioter Volksbank Swoboden Theater AG
Aktie 50 Gold-Lewa, Nr. 21097 Aktie 1.000 Lewa, Nr. 2675
Sofia, 4.2.1920 VF+ Sofia, September 1918 EF/VF
Die bulgarischen Volksbanken wurden nach dem Gründeraktie, Auflage 3.000. Das “Freie Theater”
Muster von Kreditgenossenschaften errichtet. Das wurde gegründet 1918 mit einem Kapital von 3
Stammkapital wurde durch Zeichnung von Antei- Mio. Lewa. Die Gesellschaft besaß ein eigenes
len der Mitglieder aufgebracht. Kredite wurden Theatergebäude in Sofia. Die feierliche Eröffnung
nur an diese vergeben. Der Generalverband der des Spielbetriebs fand im Dezember 1918 mit der
Volksbanken war das Kontrollorgan und übte Vorführung der Operette “Czardas Queen” statt,
durch die Bulgarische Landwirtschafts- und enthusiastisch von den Kritikern gefeiert. Am
Genossenschaftsbank Aufsicht und Kontrolle aus. 10.2.1923 zerstörte ein Feuer das “National Thea-
Großformatig. Maße: 42 x 29,6 cm. Die Aktie ter” in Sofia, weswegen die “Sofia National Opera”
gehört zu den schönsten und kunstvollsten Wert- in das Haus des “Swoboden Theaters” ihre Vor-
papieren überhaupt, sie ist zum Teil im Golddruck stellungen verlegte. Die deutsche Minderheit in
ausgeführt und hat sowohl türkisch-osmanische Bulgarien hielt ihre kulturellen Veranstaltungen in

Nr. 25
als auch Jugendstil-Elemente. Links unten Künst- den 30er und 40er Jahren dort ab. Auch das jüdi-
lersignatur in der Druckplatte (Lazarow). Ein sche Volkstheater gastierte in den 30er Jahren im
herrliches Papier! “Swoboden Theater”. Hochdekorativ mit Abbil-
dung des Theaters bei einer Abendvorstellung:
die Theatergäste strömen herein, auf der Straße
rechts wartet ein Fiaker, links eine Limousine. Ori-
ginalsignaturen.

China

Nr. 26

Nr. 22
Nr. 26 Schätzpreis: 400,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR
Schantung-Eisenbahn-Gesellschaft
Nr. 22 Schätzpreis: 150,00 EUR Genuss-Schein, Nr. 43793
Startpreis: 80,00 EUR Berlin, 31.5.1900 VF/F
Sofioter Volksbank Auflage 54.000. Gründung 1899 als deutsch-chine-
Aktie 10 x 50 Lewa, Nr. 4156 sische AG mit Sitz in Tsingtau. Bau und Betrieb
Sofia, 11.8.1925 EF/VF Nr. 24 der 434 km langen Bahn von Tsingtau über Kiaut-
Die bulgarischen Volksbanken wurden nach dem schou, Tschangling, Weihsin, Kungschan bis
Muster von Kreditgenossenschaften errichtet. Das Nr. 24 Schätzpreis: 750,00 EUR Tsinanfu mit Abzweig nach Poschan. In Teilab-
Stammkapital wurde durch Zeichnung von Antei- Startpreis: 350,00 EUR schnitten zwischen 1901 und 1904 eröffnet. Außer-
len der Mitglieder aufgebracht. Kredite wurden dem wurde 1913 die Schantung-Bergbau-Gesell-
Banque Industrielle de Chine S.A. schaft (Kohlenbergbau) übernommen. 1914
nur an diese vergeben. Der Generalverband der
Volksbanken war das Kontrollorgan und übte Action de Fondateur 500 FF, Nr. 1589 beschlagnahmten die Japaner mit der Besetzung
durch die Bulgarische Landwirtschafts- und Paris, 15.3.1913 EF Tsingtaus die gesamten Bahnanlagen sowie die
Genossenschaftsbank Aufsicht und Kontrolle aus. Gründeraktie, Auflage 3.000. Die 1913 gegründete Kohlenbergwerke, die allerdings von der Verwal-
Wie fast alle osteuropäischen Papiere sehr farben- Bank versuchte, im Anleihe- und Kreditgeschäft tung vorher unter Wasser gesetzt wurden. Der Ver-
froh, mit mehreren Vignetten u.a. Abb. des gewal- mit China gegen die Vormachtstellung der eng- sailler Vertrag erzwang dann die endgültige Abtre-
tigen, beeindruckenden Gebäudes der Bank. lisch beeinflussten Hongkong and Shanghai Ban- tung des Schantung-Besitzes an Japan. Mit den
Maße: 26 x 29,2 cm. Mit anh. Kupons. Erstmals king Corporation anzukämpfen. Doch die Zeiten geringen Entschädigungen wurde ein bescheide-
überhaupt angebotene Stückelung, Einzelstück für gute Geschäfte in Fernost unter dem Schutz ner Wiederanfang in Form von Beteiligungen an
beim Einlieferer. Linker Rand mit Abheftlochung. von Kolonialmächten neigten sich dem Ende zu: Sisalpflanzungen in Deutsch-Ostafrika versucht.
Mit dem Zusammenbruch des chinesischen Kai- 1930 Umfirmierung in Schantung Handels-AG.
serreichs ging auch diese Bank unter. Einer der Dekorativer Druck der Reichsdruckerei, Flügelrä-
schönsten Bankentitel. Herrliche mehrfarbige der in allen vier Ecken. Maße: 27,4 x 36 cm. Mit
Gestaltung mit “blühenden Landschaften” und restlichem Kuponbogen. Fleckig, Randeinriß.
fernöstlicher Symbolik. Zweisprachig franzö-
sisch/chinesisch. Maße: 27,5 x 33,8 cm. Mit anh.
restlichen Kupons #9-25. Die (blaue) Action de Cuba
Fondateur ist im Gegensatz zur (gelben) Action
Ordinaire äußerst selten!
Nr. 27 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 25 Schätzpreis: 1.500,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 800,00 EUR Empresa del Ferro-Carril de
Chinese Government Guantanamo
6% Internal Loan Accion 100 Pesos, Nr. 1661
6% Bond 10 $, Nr. 265215 Santiago de Cuba, 31.12.1877 EF/VF
18.11.1919 VF+ Die Gesellschaft baute im Südosten der Insel Kuba
die knapp 100 km lange Eisenbahn von Santiago
8th Year of the Republic of China. Bereits 1916
de Cuba nach Guantanamo (ein Zentrum des
genehmigte Anleihe von 20 Mio. $, abgesichert
Zuckerrohr- und Kaffeeanbaus mit heute knapp
durch die Einnahmen der Verbrauchssteuern auf
200.000 Einwohnern). Die Bucht von Guantanamo
Tabak und Wein (die zu dieser Zeit rd. 11,7 Mio. $
wurde 1903 von den USA als Flottenstützpunkt
jährlich betrugen). Einzelstück aus einer alten
gepachtet. Bis heute fordert die Regierung Castro
Sammlung, auf einer europäischen Auktion noch
vergeblich die Rückgabe - denn den USA-Militärs
Nr. 23
nie zuvor angeboten gewesen! Uncancelled, two
paßt es sehr in den Kram, über ein exterritoriales
remaining coupons for 1922 attached.
Gefangenenlager zu verfügen, wo man außerhalb

7
Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

der eigenen Rechtsordnung Gefangene nach Gut- Feuer-Versicherungs-Gesellschaft. Als die Gesell-
dünken behandeln kann. Mit Eisenbahn-Vignette. schaft 1834 ihren Geschäftsbetrieb auf Bayern
Ein geschichtlich besonders interessantes Stück. ausdehnte, regte König Ludwig I. persönlich die
Maße: 28,5 x 26,3 cm. Umfirmierung in “Aachener und Münchener
Feuer-Versicherung” an. Erst 136 Jahre später
(1970) erneute Umfirmierung in Aachener und
Münchener Versicherung AG und 1979 anläßlich
der Neuordnung der Aachener und Münchener
Gruppe in Aachener und Münchener Beteiligungs-
AG. Nunmehr Holding für die ganze Gruppe, der
Versicherungsbestand wurde auf die Cosmos All-
gemeine Versicherungs-AG übertragen, die gleich
im Anschluß neu als Aachener und Münchener
Versicherung AG firmierte. 1998 erlangte im Zuge
eines Ringtausches mit der Allianz und der fran-

Nr. 29
zösischen AGF die italienische Generali-Versiche-
rung die Aktienmehrheit. Umfirmiert 2001 in AMB
Generali Holding AG und 2009 in Generali
Nr. 29 Schätzpreis: 175,00 EUR Deutschland Holding AG. Maße: 21 x 29,5 cm.
Startpreis: 40,00 EUR Rückseitig zwei Übertragungen. Keine Entwer-
Aachener Kleinbahn-Gesellschaft tung!
Actie 1.200 Mark, Nr. 5380
Aachen, 5.6.1896 VF
Auflage 1.500. Gründung 1880 als Aachener und
Burtscheider Pferdeeisenbahn, Dampfbetrieb ab

Nr. 27
1884, elektrischer Betrieb ab 1895. Zeitweise über
200 km Betriebslänge. 1894 Umfirmierung in

Seltenheits-Schlüssel
Aachener Kleinbahn, seit 1942 (die bis heute bör-
sennotierte) Aachener Straßenbahn- und Energie-

Deutschland
versorgungs-AG. Großaktionäre sind seit langer
Zeit Stadt und Landkreis Aachen. Maße: 26,7 x
34,2 cm. Lochentwertet im Prägesiegel.

R 12 = 1 Stück bekannt
R 11 = 2 Stücke bekannt Nr. 31
R 10 = 3-5 Stücke bekannt
R 9 = 6-10 Stücke bekannt
R 8 = 11-25 Stücke bekannt
R 7 = 26-50 Stücke bekannt
R 6 = 51-100 Stücke bekannt

Nr. 30

Deutschland Nr. 30 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Aachener Rückversicherungs-Ges.
Namens-Aktie 1.200 Mark, Nr. 9759
Aachen, 1.1.1921 VF
Auflage 4.000 (R 7). Gründung 1853 durch die
Aachener und Münchener Feuer-Versicherung als
älteste Rückversicherungs-Gesellschaft der Welt.
Neben einer Mehrheitsbeteiligung an der Atlas
Lebensversicherungs-AG in Ludwigshafen (Rhein)
wurde 1938 fast die Hälfte des Kapitals der Volks-
hilfe Lebensversicherungs-AG in Berlin erworben.
Nach Verkauf der Aktienmehrheit an eine US-
Nr. 32
Gesellschaft zunächst Umfirmierung in AM Kon-
zern-Rückversicherung, 1997 ging der traditions-
reiche Name durch Verschmelzung unter. Ausge-
Nr. 32 Schätzpreis: 250,00 EUR
Nr. 28
stellt auf Frl. Irma von Pfannenberg in Weimar,
rückseitig übertragen 1951 auf den Hotelier Kurt Startpreis: 70,00 EUR
Brenner in Baden Baden, 1953 auf das Bankhaus C. Accumulatoren- und Electricitäts-
Nr. 28 Schätzpreis: 300,00 EUR G. Trinkaus in Düsseldorf und 1954 auf die Aache- Werke AG vormals W. A. Boese & Co.
Startpreis: 100,00 EUR ner und Münchener Feuer-Versicherung. Maße: 24 4,5% Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 1148
A. Zalewski AG x 36,4 cm.
Berlin, März 1901 EF/VF
Aktie Lit. C 100 RM, Nr. 1749 Nr. 31 Schätzpreis: 450,00 EUR Auflage 2.000 (R 8). Gründung 1897 unter Über-
Honnef am Rhein, 30.9.1940 EF nahme der Firma “W.A. Boese & Co.” in Berlin und
Startpreis: 150,00 EUR der Zweigniederlassung “Süddeutsche Electri-
Auflage 260 (R 9). Gründung 1923. Herstellung und
Vertrieb chemisch-pharmazeutischer Erzeugnis-
Aachener und Münchener Feuer- citätsgesellschaft Augsburg W.A. Boese & Co.”.
se. Spezialität: Erzeugung von Lebertran-Emulsion Versicherungs-Gesellschaft 1897 erfolgte ebenfalls die Übernahme der Alt-
für human-arzneiliche Zwecke (“Zalewski” Marke Namens-Aktie 1.000 RM, Nr. 18989 dammer Electricitätswerke GmbH. Herstellung
Dorschkopf) und Trenn-Emulsion für das Brot- von Accumulatoren, elektrotechnischen und
Aachen, 1.7.1930 EF/VF mechanischen Utensilien. Spezialität: stationäre
und Backgewerbe. Ab 1953 als GmbH fortgeführt. Auflage 20.000, komplette Neustückelung des Akti-
Maße: 20,8 x 29,8 cm. Prägesiegel lochentwertet. und transportable Accumulatoren für alle Zwecke,
enkapitals (R 8). Gründung 1825 als Aachener

Bitte beachten Sie: die Mehrzahl der Auktionsstücke wird zu Preisen zwischen 40% und 60% der aktuellen Marktpreise
ausgerufen, teilweise noch niedriger. Damit Ihre Gebote eine Chance auf Zuschlag haben, empfehlen wir,
die Gebotshöhe entsprechend hoch über dem Ausrufpreis zu bemessen!

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

besonders für elektrische Waggonbeleuchtung, nissen aus Kunstharz und anderen Kunststoffen. Nr. 36 Schätzpreis: 750,00 EUR
für Telegraphie und Telephonie sowie Bau elektri- Zweigniederlassungen in Gleiwitz und Königsberg. Startpreis: 275,00 EUR
scher Centralen und Strassenbahnen, Fabrikation Heute ist die ACLA-Werke GmbH, Köln einer der
von Traktions-, Boots- und stationären Batterien. führenden europäischen Hersteller von techni-
Actien-Darre Bahnhof Sudenburg
1899 Erwerb des englischen Patents Stone für schen Artikeln aus Polyurethan-Elastomeren. Actie 500 Mark, Nr. 110
elektrische Beleuchtung von Eisenbahnwagen. Lochentwertet. Maße: 21,2 x 29,8 cm. Magdeburg-Sudenburg, Jan. 1891 VF
1906 bis 1908 baute die Gesellschaft im Auftrag Gründeraktie, Auflage 200 (R 8),. Die Darre am
der “Deutsche Ultramobil Gesellschaft mbH” aus Bahnhof Sudenburg (heute ein Stadtteil von Mag-
Berlin ein Automobil, das als der erste und letzte deburg) war eine Gründung von Landwirten aus
eigens entworfene PKW der Berliner Vertriebsfir- der Umgebung, die hier vor dem Weitertransport
ma in die Automobilgeschichte einging. (Vorher mit der Bahn Flachs, Getreide, Malz und Zuckerrü-
vertrieb die 1904 gegründete Deutsche Ultramobil ben trocknen (darren) ließen. Dekorativ, mit Ori-
Gesellschaft das sog. in Eisenach gebaute und in ginalunterschriften. Mehrfach Reichsadler im
Lizenz für die Firma Oldsmobile vertriebene Unterdruck. Maße: 34,3 x 24 cm. Mehrere kleine
“Ultramobil”, Typ Curved Dash). Eine 1909/10 ver- Randverletzungen, linker Rand mit Abheftlo-
suchte Sanierung mißlang und konnte den späte- chung.
ren Konkurs nicht mehr verhindern. Großformati-
ges Papier, dekorativ gestaltet mit einer floralen
Zierumrandung. Maße: 38 x 24,8 cm. Doppelblatt,
Prägesiegel lochentwertet. Nur 13 Stücke sind bis
heute erhalten geblieben (10 entwertete und 3
unentwertete).

Nr. 35

Nr. 35 Schätzpreis: 400,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR
Actien-Bierbrauerei in Essen a. d. Ruhr
Prior.-St.-Actie 2.000 Mark, Nr. 3126-3130
Essen, 31.1.1896 VF+
Auflage 60 (R 7). Gründung 1872. Übernommen
wurden später die Phönix-Brauerei GmbH in Essen
(1931), die Kronen-Brauerei AG in Essen-Borbeck

Nr. 37
(1932), die Dortmunder Stifts-Brauerei Carl Funke
AG (1936). 1939 Erwerb der Aktienmehrheit bei
der Dom-Brauerei Carl Funke AG und der Hitdor-
fer Brauerei AG in Köln-Hitdorf, gleichzeitig Umfir- Nr. 37 Schätzpreis: 500,00 EUR
Nr. 33
mierung in Essener Aktien-Brauerei Carl Funke Startpreis: 125,00 EUR
AG. 1963 erneute Umfirmierung in Stern-Brauerei
Carl Funke AG. 1969 Erwerb der Brauerei zum Actien-Zucker-Fabrik Lehrte
Nr. 33 Schätzpreis: 350,00 EUR Schiff J. Peter Wahl GmbH in Kaufbeuren. 1998 Actie 300 Mark, Nr. 1800
Startpreis: 80,00 EUR Sitzverlegung nach Köln, umfirmiert in Dom- Lehrte, 19.7.1909 EF/VF
Accumulatoren- und Electricitäts- Brauerei AG, Spezialitäten sind DOM Kölsch und Auflage 100 (R 9). Gründung 1884. Übernommen
Rats Kölsch. Bis 1934 in Essen, danach in Düssel-
Werke AG vormals W. A. Boese & Co. dorf börsennotiert. Seit 2008 nach Insolvenz als
wurden die Zuckerfabrik Equord (1898), später
auch Hohenhameln (1951), Clauen und Algermis-
4,5% Schuldv. 500 Mark, Nr. 2108 GmbH weitergeführt. Eigenhändig unterschrie- sen (1962), Burgdorf (1968) und Peine (1969). 1962
Berlin, März 1901 EF/VF ben von dem bedeutendem Unternehmer Carl Umfirmierung in “Lehrter Zucker AG”. 1990 Über-
Auflage 1.000 (R 9). Großformatiges Papier, deko- Funke (1855-1912), Gründer der Essener Steinkoh- tragung des gesamten Vermögens auf die “Zucker-
rativ gestaltet mit einer floralen Zierumrandung. lenbergwerke AG. Maße: 36,2 x 24,7 cm. Kleine verbund Nord AG” in Braunschweig. Die Zuckerfa-
Maße: 38 x 24,8 cm. Doppelblatt, Prägesiegel loch- Lochentwertung unten rechts. brik in Lehrte (direkt neben dem Bahnhof) wurde
entwertet. Nur 8 Stücke sind bis heute erhalten 2001/02 stillgelegt und abgebrochen. Dekorativ,
geblieben (6 entwertete und 2 unentwertete). mit ovaler Fabrikansicht. Maße: 36,6 x 23,2 cm.
Doppelblatt. Zwei Knickfalten, sonst tadellose
Erhaltung. Sehr niedriger Startpreis!

Nr. 34

Nr. 34 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
ACLA Rheinische Maschinenleder-
und Riemenfabrik AG
Aktie Lit. A 1.000 RM, Nr. 233
Köln-Mülheim, Oktober 1934 EF+
Auflage 250 (R 6). Gründung bereits 1829, AG seit
1916. Herstellung und Vertrieb von Leder, Riemen, Nr. 36 Nr. 38
technischen Leder- und Rohhautartikeln, Erzeug-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 38 Schätzpreis: 150,00 EUR Geschäftslokale, Privatwohnungen) Leipziger


Startpreis: 60,00 EUR Strasse 75/67 (Geschäftshaus, die Hälfte hatte
Wertheim inne), Leipziger Strasse 77 und Jeru-
Actien-Zuckerfabrik salemer Strasse 21 (Restaurant, Geschäftsräume
Niederndodeleben und das Reichshallentheater) sowie Behrensstr.
Aktie 500 RM, Nr. 712 53/54 (Läden, Restaurants, das Palais de danse,
Niederndodeleben, 20.11.1929 EF/VF Pavillon Mascotte, Metropol-Cabaret). 1919 trat
Auflage 90. Erbaut wurde die bei Magdeburg gele- die Firma in Liquidation, 1923 erlosch sie. Rechts-
gene Fabrik 1872 von der Fürstl. Stolberg’schen nachfolgerin war die “Leipzigerstr. 75/76 Grund-
Maschinen-Fabrik. 1943 beteiligt an der Zuckerfa- stücks-GmbH”, die die noch in Umlauf befindli-
brik Magdeburg AG, Magdeburg-Sudenburg. Diese chen Teilschuldverschreibung von 1906 einlöste.
nahm die Gesellschaft 1945 neben 8 weiteren Maße: 37 x 26,1 cm. Doppelblatt, lochentwertet.
Zuckerfabriken auf, 1950/51 Zusammenschluss

Nr. 41
zur VVB Zuckerraffinerie Magdeburg. Die letzte
Kampagne in Niederdodeleben fand im Herbst
1956 statt. Danach diente das Betriebsgelände als
Wirtschaftshof der LPG Clement Gottwald, seit Nr. 41 Schätzpreis: 350,00 EUR
1990 Agro Bördegrün GmbH und Co. KG. Lochent- Startpreis: 175,00 EUR
wertet. Maße: 27,5 x 21,3 cm. Doppelblatt. Adolph Ihle AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 165
Wittgensdorf bei Chemnitz, 19.3.1927 EF
Auflage 300 (R 10). Schon 1800 begann die Ent-
wicklung von Wittgensdorf (heute ein Stadtteil
von Chemnitz) zum großen Fabrikdorf, wobei die
Herstellung von Trikotagen, Seidenwäsche,
Strümpfen und Handschuhen dominierte. In die-
sem Zusammenhang siedelten sich auch mehrere
Bleichereien und Färbereien an. Gründung dieser
AG 1927 zur Übernahme und Weiterführung der
unter der Firma Adolph Ihle in Wittgensdorf
betriebenen Färberei, Bleicherei und Mercerisier-
anstalt. Eine reine Familien-AG, die nur wenige

Nr. 39
Jahre Bestand hatte: Bereits Mitte 1937 wurde das
Vermögen unter Ausschluß der Abwicklung auf

Nr. 43
den Hauptaktionär, den Kaufmann Arthur
Nr. 39 Schätzpreis: 350,00 EUR Schmiedgen in Wittgensdorf übertragen, die AG
Startpreis: 180,00 EUR wurde Anfang 1938 im Handelsregister wieder
Ada-Ada-Schuh AG gelöscht. Die Wittgensdorfer Textilbetriebe wur- Nr. 43 Schätzpreis: 300,00 EUR
den nach dem Krieg enteignet und im VEB Triko- Startpreis: 100,00 EUR
Aktie 100 RM, Nr. 41 tex zusammengefasst, dem größte Trikotagenher-
Frankfurt a.M.-Hoechst, Dez. 1941 VF+ steller der DDR, nach der Wende von der Schies- AG Bad Homburg
Auflage 600 (R 9). Gründung 1900 als “R. & W. Nat- ser AG übernommen, 1999 stillgelegt. Maße: 21 x Aktie 1.000 Mark, Nr. 1442
han oHG”, AG seit 1937. In der Fabrik Leverkuser 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet. Bad Homburg v.d.H., 1.4.1918 EF+
Str. 31 und Ludwigshafener Str. 59 wurden (wört- Gründeraktie, Auflage 1.500 (R 8). Die Gesellschaft
lich:) Kinder-, Backfisch- und Damenschuhe her- übernahm unter der Leitung des Kurdirektors
gestellt. Börsennotiz Frankfurt. 1945 beschäftigte
Richard Feldsieper die Kur- und Badeeinrichtun-
die Fabrik 200 Mitarbeiter und produzierte reine
Gebrauchsware. Ende der 1950er galt Ada-Ada als gen der Stadt Bad Homburg. Innerhalb von nur
einer der führenden Schuhhersteller Deutsch- zwei Jahren verwirtschaftete Feldsieper das
lands. Das Unternehmen existierte bis 1966. gesamte Aktienkapital. Ein Sanierungsversuch des
Maße: 21,1 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet. Aufsichtsrats unter Führung des Oberbürgermei-
sters hatte keinen Erfolg mehr, am 24.12.1920
wurde das Konkursverfahren eröffnet. Maße: 33,2
x 25 cm.

Nr. 44 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 240,00 EUR
AG Bad Salzschlirf
4,5% Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 438
Salzschlirf, 15.6.1904 VF
Auflage 500 (R 12). Die 1900 gegründete AG über-
nahm das seit 1838 bestehende Bad Salzschlirf mit
Quellen und Bergwerksgerechtsamen (Kur- und
Hotelbetrieb mit Theaterhalle und Musiktempel,
Nr. 40 Abfüllung des Wassers aus dem Bonifaziusbrun-
nen). Die drei gesellschaftseigenen Hotels Bade-
Nr. 42
Nr. 40 Schätzpreis: 175,00 EUR hof, Kurhaus und Großes Gartenhaus wurden
Startpreis: 75,00 EUR 1939 für Lazarettzwecke beschlagnahmt und erst
Adolf Döbel & Co. Mechanische ab 1949/50 zu den alten Zwecken wieder eröffnet.
Woll- und Wirkwaren Fabrik AG Nr. 42 Schätzpreis: 150,00 EUR Die Krise des deutschen Gesundheitswesens
Startpreis: 75,00 EUR zwang die im Frankfurter Telefonverkehr notierte
Aktie 1.000 Mark, Nr. 88900 AG 2002 in die Knie, aus dem Börsenmantel wurde
AG Actien-Bau-Verein Unter den Linden
Berlin, 17.5.1923 EF die im Unternehmenssanierungsgeschäft erfolg-
Auflage 76.000 (R 7). Gründung im März 1923 4% Teilschuldv. Lit. A. 4.000 Mark, Nr. 468 reiche Arques AG. 2010 beschloss Arques, das
zwecks Fortführung der oHG Adolf Döbel & Co. Berlin, April 1906 EF/VF Beteiligungsgeschäft aufzugeben und widmet sich
Sehr kurzlebiges Berliner Unternehmen, bereits Auflage 500. Gründung 1872. Die Ges. besaß die nunmehr der Herstellung und dem Vertrieb von
im August 1924 Eröffnung des Konkursverfahrens. Grundstücke Unter den Linden 17/18 (früher ein Telekommunikationseinrichtungen unter der Fir-
Maße: 18 x 26,8 cm. Kleine Lochentwertung unten Hotel, dann vermietet an die Z.E.G und vermietete mierung Gigaset AG. Maße: 37,7 x 25 cm. Doppel-
mittig. Läden), Behrenstr. 55/57 (Metropol-Theater, blatt. Unikat!

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

in der Niederlausitz die Gruben Clara in Welzow Nr. 47 Schätzpreis: 350,00 EUR
(Kr. Spremberg), Henriette (1932 wegen Erschöp- Startpreis: 175,00 EUR
fung der Vorräte stillgelegt) und Louise in Doms-
dorf b. Beutersitz sowie in der Oberlausitz die
AG für Radio Telephonie
Grube Werminghoff (Kreis Hoyerswerda) und Aktie 10.000 Mark, Nr. 994
Clara III bei Zeißholz (1934 wegen Erschöpfung Berlin, 1.4.1923 VF
der Vorräte stillgelegt). Außerdem Betrieb von 9 Gründeraktie, Auflage 3.000 (R 10). Gründung im
Brikettfabriken. Die zuletzt zum tschechischen April 1923 durch Privatinvestoren. Fabrikation
Petschek-Konzern gehörende Gesellschaft wurde und Vertrieb von Empfangsstationen für drahtlose
1939 auf Beschluß des Treuhänders des Reichs- Telephonie und Telegraphie sowie Teilbau dafür
wirtschaftsministers aufgelöst, den Aktionären (Sitz: Berlin W 57, Bülowstr. 106). Bereits ab 1925
wurde von Bankseite ein Ankaufsangebot zu 185% wieder in Liquidation. Lochentwertet. Maße: 25 x
gemacht (Börsennotiz bis dahin Berlin und Leip- 31,2 cm. Randeinrisse (nicht hinterklebt).
zig). Großformatiges Papier, dekorativ gestaltet.
Maße: 26,5 x 38 cm. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 44
Nr. 48

Nr. 48 Schätzpreis: 300,00 EUR


Nr. 46 Startpreis: 70,00 EUR
AG für Tiefbohr-
und bergbauliche Unternehmungen
Aktie 1.000 Mark, Nr. 400
Berlin, 1.6.1907 EF/VF
Auflage 350 (R 6). Gegründet 1905 als Konkurrenz
zur 1899 ebenfalls in Berlin gegründeten Deutsche
Tiefbohr-AG (der späteren Deutsche Erdöl-AG).
Die Ges. bezweckte die Ausführung von Tief- und
Horizontalbohrungen einschliesslich Schachtboh-

Nr. 45
rungen für fremde und eigene Rechnung, sowie
Herstellung und Verwertung von Bohrgeräten und
Maschinen. Erhebliche Verzögerungen bei den
Nr. 45 Schätzpreis: 150,00 EUR von der Gesellschaft durchgeführten Gebirgsboh-
Startpreis: 75,00 EUR rungen führten bei der kapitalmäßig ohnehin zu
AG der Gerresheimer Glashütten- knapp ausgestatteten Ges. 1908 zu finanziellen
Engpässen und Verlusten, die eine Kapitalzusam-
werke vorm. Ferd. Heye menlegung 4:1 erforderten. Die Einwerbung von
Aktie 100 DM, Nr. 104021
Nr. 47
frischem Kapital schlug fehl, 1911 musste Konkurs
Düsseldorf, Januar 1961 EF+ angemeldet werden. Großformatiges Papier, deko-
Auflage 5.000 (R 8). Gründung 1888 unter Über- rativ verziert, lochentwertet. Maße: 25 x 35 cm.
nahme der seit 1864 bestehenden Glashüttenwer-
ke der Firma Ferd. Heye in Gerresheim. Hinzuge-
kauft wurden 1898 die Glasfabrik F. A. Meyer &
Söhne in Porta mit Berghütte vorm. A. Kuhlmann,
1901 die Glashütte Teutoburg W. Gössling & Sohn
in Brackwede, 1902 die Glasfabrik Gernheim und
1904 die Glasfabrik Wittekind in Minden. 1932 Stil-
legung des Zweigwerkes Hörstel. 1972 Umfirmie-
rung von AG der Gerresheimer Glashüttenwerke
vorm. Ferd. Heye in Gerresheimer Glas AG. Heute
Managementholding des größten deutschen Hoh-
lglasproduzenten. Maße: 21,1 x 29,7 cm. Prägesie-
gel lochentwertet.

Nr. 46 Schätzpreis: 160,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
AG Eintracht Braunkohlenwerke
und Briketfabriken
Aktie 1.000 Mark, Nr. 4232
Neu-Welzow N.-L., 30.11.1905 EF
Auflage 1.000. Gründung 1887 unter Übernahme
der früheren Gewerkschaft Eintracht I (letztere
gegründet 1881 auf dem verliehenen Bergwerk
Gustav Ferdinand bei Bennfeld im Mansfelder See-
kreis). Zunächst Erwerb der Grube Louise bei
Domsdorf (Kreis Liebenwerda), hinzu kamen 1883
die Grube Emilie in Hennersdorf und 1886 die
Grube Henriette in Sallgast. 1887 Umwandlung in
eine AG, danach 1892 Erwerb der Kohlenfelder in
Welzow und Aufschluß der Grube Clara-Welzow.

Nr. 49
Hier entstanden die Hauptbetriebe, deshalb 1905
Sitzverlegung nach Neu-Welzow, N.-L. Zuletzt
waren mit über 3.000 Mann Belegschaft in Betrieb

11
Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 49 Schätzpreis: 1.250,00 EUR an der Ahnfeldstr. belegene frühere Textilfabrik


Startpreis: 600,00 EUR wurde abgebrochen und das wertvolle Terrain zu
Bauplätzen parzelliert. 1924 Beschluß der Liqui-
AG Portland-Cement-Fabrik dation. Zur Sicherheit der Anleihe war nach der in
Cammin-Gristow Händen der Deutschen Nationalbank verbleiben-
Aktie 500 Thaler, Nr. 240 den Hypothekenurkunde eine Hypothek an erster
Cammin, 1.1.1874 EF/VF Stelle in Höhe von M 1 Mio auf die der Gesellschaft
(R 10) Bedeutende Zementfabrik auf der Insel Gri- gehörigen Grundstücke einschließlich Gebäude
stow im Camminer Haff, wurde von dem Stettiner mit Maschinen und Fabrikanlage eingetragen.
Großindustriellen Johannes Quistorp übernom- Maße: 33 x 21 cm. Mit Auszug aus dem Protokoll
men. Auf dem Gelände der ehemaligen Zementfa- über Versammlung der Besitzer von Teilschuldv.
brik befindet sich heute ein Sanatorium. Laut von 1908. Doppelblatt, inwendig Bedingungen. Mit
Kupons, auf die Düsselkämpchen Bau-AG lautend.
Handbuch betrug das Aktienkapital der Ges. im
Einrisse unschön mit Tesafilm hinterklebt (alt).
Jahre 1879 600.000 Mark. Dekorative Gestaltung
mit zwei kreisrunden Vignetten, links eine Adels-
frau, rechts ein Greif. Maße: 25,6 x 34,2 cm. Präge-
siegel lochentwertet. Foto auf Seite 11.

Nr. 51
Nr. 51 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
AG Sächsische Werke
7% Gold Bond 1.000 $, Specimen
Dresden, 2.2.1925 VF
Nullgeziffertes Specimen (R 8). Gründung 1923. In
die Gesellschaft brachte das Land Sachsen seine

Nr. 50
Kohlen- und Elektrizitätsunternehmen ein, blieb
aber alleiniger Aktionär. Neben den Braunkohlen-
und Großkraftwerken Böhlen und Hirschfelde
auch Betrieb von acht Wasserkraftwerken an der
Nr. 50 Schätzpreis: 600,00 EUR Mulde und der Elster. Über 95% aller sächsischen
Startpreis: 300,00 EUR Haushalte wurden mit Energie versorgt. Der
AG Porzellanfabrik Weiden
Nr. 53
umfangreiche Beteiligungsbesitz umfasste u.a.
Gebrüder Bauscher Anteile bei der Sächsischen Elektrizitäts-Liefe-
rungs-Gesellschaft (100%), der Landkraftwerke
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3755
Leipzig AG (30%), der Energie-Versorgung Groß-
Weiden, 15.4.1922 EF/VF Dresden AG (50%), der Thüringer Gas-Gesellschaft
Nr. 53 Schätzpreis: 1.200,00 EUR
Auflage 5.000 (R 9). 1881 begannen die Brüder (30%), der Gasversorgung Ostsachsen AG (28%) Startpreis: 175,00 EUR
August und Conrad Bauscher in Weiden in Bahn- und der Leipziger Außenbahn AG (25%). Teil einer AG Thonwerke Kandern
hofsnähe mit 70 Mitarbeitern mit der Porzellan- Anleihe von 15 Mio. $. Im Jahr 1972 im Konkurs- Namens-Actie 1.000 Mark, Nr. 75
herstellung. Von Anfang an spezialisierten sie sich verfahren über das Westvermögen (Verwertung
dabei auf robuste, funktionelle und langlebige Kandern, 10.2.1889 EF/VF
der Thüringer-Gas-Beteiligung) Ausschüttung
Erzeugnisse für das Hotel- und Gaststättengewer- einer Konkursquote. Herrlicher ABNC-Stahlstich Gründeraktie, Auflage 238 (R 9). Gründung 1889,
be. Ab 1887 werden alle Schiffe des Norddeut- mit weiblicher Allegorie des Lichts. Maße: 38,4 x hervorgegangen aus der schon seit 1837 im badi-
schen Lloyd mit Bauscher-Porzellan ausgestatten. 25 cm. Mit anh. Kupons. Eingerissene Knickfalte schen Kandern bestehenden Firma Wolman,
Bereits 1895 eröffnete Bauscher seine erste Filiale fachgerecht restauriert. Dewitz & Co. In zwei Werken in Kandern mit rd.
in New York, 1900 zwei weitere in London und 150 Mann Belegschaft wurden in drei Brennöfen
Luzern (heute exportiert Bauscher die Hälfte sei- Dachziegel aller Art und Backsteine hergestellt.
ner Gesamtproduktion in über 120 Länder). Das Großaktionär war mit zuletzt über 80% die Badi-
zunächst als Einzelfirma, dann als oHG betriebene sche Bank, Karlsruhe. 1954 Umwandlung in die
Unternehmen wurde 1907 in eine GmbH und 1911 Tonwerke Kandern Georg Gott GmbH. 1998
in eine AG umgewandelt. Ebenfalls 1911 Gründung schließlich wurde der Betrieb stillgelegt. Umrah-
mung im Historismus-Stil, sehr schöne Kapitäl-
einer Porzellan-Kunstmanufaktur und (bis 1920)
chen. Maße: 40 x 25 cm. Nicht entwertetes Stück
Aufnahme der Produktion von Telegra-
in einem guten Erhaltungszustand, sehr günstig
phenglocken und Isolatoren. Die Firmengründer
angeboten!
sterben 1910 (Conrad) bzw. 1917 (August), die AG-
Mehrheit landet dann beim Strupp-Konzern, Mei-
ningen (zurückgehend auf das 1742 gegründete
Bankhaus B. M. Strupp, ab 1905 Bank für Thürin-
gen). Über 1.200 Beschäftigte fertigen nun für illu-
stre Kunden wie “Auerbachs Keller” in Leipzig und
das “Waldorf Astoria” in New York. Bausch steht
für 98% aller Hotelporzellan-Einfuhren in die USA
(u.a. auch an die acht größten Eisenbahngesell-
schaften). Nach Zerfall des Strupp-Konzerns 1927
per Fusion Zusammenschluß mit der Porzellanfa-
brik Lorenz Hutschenreuther, Selb (heute BHS
tabletop, innerhalb der Firma wird Bauscher bis

Nr. 52
heute als eigenständige Spezialmarke für Hotel-
und Gastronomie-Porzellan geführt). Das 1959 auf
den Markt gebrachte System B1100, tauglich für Nr. 54
die modernen Formen der Betriebs- und System- Nr. 52 Schätzpreis: 150,00 EUR
verpflegung, wird das meistgekaufte Geschirrsy- Startpreis: 60,00 EUR Nr. 54 Schätzpreis: 150,00 EUR
stem der Welt. Auf der anderen Seite stattet auch Startpreis: 50,00 EUR
Maitre Bocuse 1963 sein Restaurant mit Bauscher-
AG Textilwerk
Geschirr aus. 2008/09 werden auf einen Schlag vormals E. Matthes & Co. AIG Altmark Industrie AG
AIDA Cruises, TUI-Cruises (Mein Schiff) und Costa Antheilschein 1.000 Mark, Nr. 962 Aktie 20 x 50 DM, Nr. 109321
Crociere als Kunden gewonnen. Großes Querfor- Düsseldorf, 1.10.1896 VF Stendal, Januar 1995 EF+
mat mit dekorativer Umrahmung. Lochentwertet. Auflage 1.000 (R 7). Gründung 1891, ab 1899 AG (R 9) Gründung 1990 als Verwertungsgesellschaft
Maße: 26,2 x 36,8 cm. Textilwerk, ab 1908 Düsselkämpchen Bau-AG. Die des Geländes und der Anlagen eines im Bau

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

befindlichen und dann nicht mehr in Betrieb wichtigen Magdeburg-Köthen-Halle-Leipziger Brauerei zum Hasen ist aus einer schon im Jahre
genommenen Kernkraftwerkes. 1993 Privatisie- Eisenbahn liegende Gebäude zu einer Malzfabrik 1464 bestehenden Braustätte in der Augsburger
rung, 1994 Gründung der AG. Anlagen: Entsor- umbaute. 1917 kaufte die Gesellschaft die Eisen- Bäckergasse hervorgegangen, die sich erst “drey
gung- und Recyclingcentrum, Gewerbepark Alt- giesserei Saalhütte in Könnern, 1918 die Aktien- Glaß” und später “Zum Hasen” nannte. Seit 1890
mark, Ingenieurbüro, Immobilienwirtschaft. Malzfabrik Niemberg und erwarb 1918 sämtliche AG als “Aktienbrauerei zum Hasen vorm. J. M.
Maße: 21 x 29,7 cm. Entwertet. Hausgrundstücke, Fabrikanlagen und Inventar der Rösch”. 1920 Fusion mit der Brauerei Lorenz Stöt-
Schlossmälzerei AG von Th. Schmidt & Co. in ter AG in Augsburg zur “Aktienbrauerei zum
Nienburg (Saale). 1931/32 Umwandlung einer Hasen und Lorenz Stötter”, 1921 Fusion mit der
großen Forderung an die Bierbrauerei Gebr. AG Kronenbräu vorm. M. Wahl zur “Aktienbraue-
Müser AG in Bochum-Langendreer in eine maß- rei zum Hasen Lorenz Stötter und Kronenbräu”,
gebliche Beteiligung. Börsennotiz in Halle (Saale), 1924 Fusion mit der Aktienbrauerei Augsburg
seit 1934 im Freiverkehr Leipzig. Die AG wurde vorm. J. M. Vogtherr und Umfirmierung in “Aktien-
1961 zwecks Abwicklung verlagert nach Hamburg, brauerei zum Hasen”. 1942 wurde die gesamte
1962 aufgelöst, 1971 im Handelsregister gelöscht. Bierherstellung in der Betriebsstätte Hasenbräu in
Das Werk in Könnern wurde 1948 enteignet und der Armenhaus-Gasse konzentriert. 1980 Umfir-
als VEB Malzfabrik Könnern weitergeführt, nach mierung in Hasen-Bräu AG. 1996 verkaufte die
der Wende 1993 stillgelegt. Die Ruine, für deren Bayerische Vereinsbank die Aktienmehrheit an
Abriss sich die Stadt Könnern aktuell um Förder- den Brauerei-Magnaten Inselkammer, der den
gelder bemüht, ist heute ein Schandfleck im Brauereibetrieb 1997 an die ebenfalls ihm
Stadtzentrum, der zudem den Zugang zum histo- gehörende Tucher-Bräu übertrug. Die im Gegen-

Nr. 55
risch bedeutenden alten Klosterhof versperrt. Ori- zug erhaltene 25-%-Beteiligung an der Tucher Bräu
ginalunterschriften. Lochentwertet. Maße: 35 x KG wurde 2002 an den Hauptgesellschafter ver-
25,1 cm. äußert. Seitdem nur noch mit der Verwertung des
Nr. 55 Schätzpreis: 350,00 EUR Brauereiareals direkt am Augsburger Hauptbahn-
Startpreis: 150,00 EUR hof, der Verwaltung zahlreicher weiterer Liegen-
Aktien-Bierbrauerei Falkenkrug schaften und dem Bauträgergeschäft befaßt. In
diesem Zuge umfirmiert in Hasen-Immobilien AG,
Aktie 1.000 RM, Blankette als solche bis heute in München börsennotiert.
Detmold, 30.9.1941 EF Maße: 21 x 29,6 cm. Nicht entwertetes Stück in
(R 9) Die Brauerei besteht seit 1667, AG seit 1872. einem guten Erhaltungszustand, mit beiliegendem
Neben der Brauerei und Mälzerei wurden auf dem kpl. Kuponbogen. Extrem niedriger Startpreis!
50 ha großen Grundbesitz auch ein Restaurant
und eine Landwirtschaft mit Meierei betrieben.
1911 Neubau des Sudhauses mit 60.000 hl Lei-
stungsfähigkeit. 1916/18 Übernahme der Brauerei
Neuer Krug in Detmold und der Lemgoer Brauerei
vorm. P. M. Thaler’s Söhne, außerdem wurden im

Nr. 57
Laufe der Jahre 6 Hotels und Gaststätten in der
Region erworben. 1945 Übernahme der Mineral-
wasser- und Limonadenfabrik F. H. Sigges in Det-
mold. Früher in Hannover börsennotiert. In den Nr. 57 Schätzpreis: 200,00 EUR
60er Jahren erwarb die Brauerei Felsenkeller in Startpreis: 75,00 EUR
Herford die Aktienmehrheit. 1972 in eine GmbH Aktienbrauerei Eisenach
umgewandelt. Zuletzt wurde Falkenkrug von der
Herforder Brauerei noch für den Vertrieb von Erfri- Aktie 300 RM, Nr. 1510
schungsgetränken genutzt. Maße: 21,1 x 29,7 cm. Eisenach, 31.1.1942 VF+
Mit Kupons. Nur 7 Stücke wurden 2006 gefunden. Auflage 492 (R 9). Gründung 1886, Zweck war Bier-
brauerei und Mälzerei sowie Herstellung und Ver-
kauf von Mineralwasser, Limonaden und Spirituo-
sen. 1918 Erwerb der Ver. Eisenacher Brauereien
Petersberger und Schloßbrauerei. 1923 Interes-
sengemeinschaft mit der Steigerbrauerei AG in
Erfurt. 1939 Verkauf der Petersberger Brauerei.
Die Braustätten in Eisenach, Berka an der Werra
(Brauerei Feigenspan), Salzungen (Klosterbraue-
rei) sowie die Malzfabrik Louis Horenburg in
Gotha wurden 1948 durch Befehl Nr. 64 der SMAD Nr. 59
enteignet. Der AG blieb aber die Braustätte in Bad
Hersfeld/Hessen (frühere Bierbrauerei Engel-
hardt), wohin 1949 der Sitz verlegt wurde. 1972 Nr. 59 Schätzpreis: 250,00 EUR
auf die Mainzer Aktien-Bierbrauerei (Konzern der Startpreis: 90,00 EUR
Binding-Brauerei) verschmolzen. Maße: 21 x 30
cm. Nicht entwertet!
Albertus Magnus-Verein
Diözesanstelle Paderborn
4% Schuldschein über 750 Mark,
Tübingen 15.11.1920 VF
(R 10) 1898 wurde in Trier als Hilfswerk für katho-
lische Studenten der Albertus Magnus-Verein
gegründet, der sich 1925 mit der Deutschen Cari-
tas für Akademiker und dem Hildegardis-Verein
zum “Hilfswerk für katholische Studierende”
Nr. 56 zusammenschloß. Noch heute bietet der Albertus-
Magnus-Verein e.V. der Diözese Paderborn (inzwi-
Nr. 56 Schätzpreis: 150,00 EUR schen natürlich ganz modern per Internet-Seite)
Startpreis: 60,00 EUR zinslose Darlehn an zum Erwerb eines qualifizier-
ten Studienabschlusses für katholische - vorran-
Aktien-Malzfabrik Könnern gig deutsche und männliche - Studierende in und
Nr. 58
Aktie 1.200 Mark, Nr. 1354 aus dem Erzbistum Paderborn, die zurückzuzah-
Könnern, 7.10.1918 EF len sind, sobald die Einkommensverhältnisse des
Auflage 600. Gegründet 1872. Die Malzfabrik hat Darlehnsnehmers es gestatten. Die selbständigen
Nr. 58 Schätzpreis: 350,00 EUR Albertus-Magnus-Vereine der einzelnen Diözesen
eine überraschend interessante Baugeschichte: Startpreis: 45,00 EUR
Einst ein mächtiges Kloster, das von Otto II. (955- sind heute wieder im Deutschen Albertus-Magnus-
983) sogar zum Reichskloster erhoben wurde, Aktienbrauerei zum Hasen Verein (DAMV) mit Sitz in Trier zusammenge-
kam die Anlage 1563 an die Fürsten von Anhalt- Aktie 100 RM, Nr. 1870 schlossen. Geschichtlich hochinteressant: Über
Köthen, die die Klausurgebäude in ein Schloß 80 Jahre bevor der Begriff “Studienkredit” aufkam
Augsburg, 14.3.1935 EF/VF hatten diese Darlehn schon eine nahezu identi-
umbauten. Später Witwensitz, 1871 an einen Indu-
Auflage 9.000 (R 9), kompletter Neudruck wegen sche Ausstattung! Maße: 35,4 x 22,2 cm. Knickfal-
striellen verkauft, der das direkt am Bahnhof der
Sanierung und Kapitalherabsetzung 5:2. Die ten, sonst tadellose Erhaltung.

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

anlagen, Aufzüge, Hebezeuge, Schmelzöfen, Zer- Mai 1945 ein Außenlager des KZ Dachau, in dem
kleinerungsmaschinen, Wasserfilter. Ab 1998 800 Häftlinge für die Bayerischen Motorenwerke
mehrfacher Besitzerwechsel, zuletzt, 2004 an die U-Boot-Motoren bauten. Letzter Großaktionär war
Wheelabrator mit Sitz in Köln. Die letzten Produk- die Textilfirma Ulrich Gminder AG, Reutlingen.
tionsstandorte der vormaligen Alfred Gutmann 1960 Auflösung der AG und Verkauf aller Werke
Ges. für Maschinenbau GmbH wurden 2006 einschließlich der Wasserkraftanlagen an die
geschlossen. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm. Robert Bosch GmbH für die Produktion von Zünd-
verteilern. Die Beschäftigten wurden größtenteils
umgeschult. Heute ein wichtiger Bosch-Standort
mit 2400 Mitarbeitern, gefertigt werden elektroni-
sche Komponenten (ABS und ESP) für die Auto-
mobilindustrie. Großes Hochformat, schöne
Umrahmung im Historismus-Stil mit Fabelwesen.
Lochentwertet. Maße: 38 x 25,1 cm. Doppelblatt.
Nr. 60
Nr. 60 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 175,00 EUR
Alex Zink Filzfabrik AG
Aktie 100 RM, Nr. 60
Roth b. Nürnberg, 4.3.1942 EF/VF
Auflage 195 (R 9). Gründung 1878 als offene Han- Nr. 62
delsgesellschaft, AG seit 1923. Hergestellt wurden
in der Fabrik in Roth (Münchener Str. 35-37) Haar-
filze, Sohlenfilze, technische Filze und Teppichun-
terlagsfilze. Noch 1965 Eröffnung eines weiteren
Werkes in Roth, 1973 Anschlußkonkurs. Lochent-
wertet. Maße: 20,9 x 29,6 cm. Nur 6 Stücke sind bis
heute erhalten geblieben (3 entwertete und 3
unentwertete).

Nr. 64

Nr. 61
Nr. 61 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Alexanderwerk A. von der Nahmer Nr. 63
Aktie 100 RM, Nr. 7984
Remscheid, August 1937 EF Nr. 63 Schätzpreis: 300,00 EUR
Auflage 10.000 (R 10). Gründung 1885 als GmbH, Startpreis: 150,00 EUR
AG seit 1899. Hergestellt wurden mit bis zu 2.000
Beschäftigten Haushaltsmaschinen, Küchenma- Alfred Krebs & Co. AG
schinen, Großküchen, Fleischverarbeitungs- und Aktie 20 RM, Nr. 133
Aufschnittschneidemaschinen. 1917/18 Übernah- Arnstadt, 1.8.1924 VF+
me der Schneidemaschinenfabrik Graff &Stein Auflage 4.000 (R 11). Gründung im Dezember 1921 Nr. 65
GmbH in Witten [Link] und Weiterführung als zur Herstellung und zum Vertrieb von Wäsche und
Zweigwerk. 1926 Einführung der Fließbandpro- Schürzen. 1926 Konkurs. Lochentwertet. Maße: Nr. 65 Schätzpreis: 350,00 EUR
duktion. Ab 1927 Zusammenarbeit mit Siemens- 33,5 x 24,5 cm. Kleine Randeinrisse fachmännisch Startpreis: 200,00 EUR
Schuckert bei elektrischen Haushaltsmaschinen. restauriert.
1931 Fusion mit der Ernst Alb. Steffens GmbH in Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt
Burg [Link], 1941 Übernahme des Konkur-
Nr. 64 Schätzpreis: 350,00 EUR
Aktie Lit. B 100 RM, Nr. 85273
renten Eschebach-Werke AG in Radeberg bei Dres- Leipzig, 8.3.1928 EF/VF
den. Nach dem Wiederaufbau der am 31.7.1943 bei Startpreis: 175,00 EUR
Auflage 20.000 (R 9). Die ADCA entstand 1858
einem Luftangriff fast vollständig zerstörten Rem- Allgäuer Baumwollspinnerei und nach dem Vorbild des französischen Credit Mobi-
scheider Fabrik wieder der führende Hersteller Weberei Blaichach vorm. Heinrich Gyr lier auf Initiative seinerzeit maßgeblicher Kaufleu-
auf seinem Spezialgebiet. Noch heute börsenno-
tierte AG. Maße: 21,1 x 29,8 cm. In dieser Form
Actie 1.000 Mark, Nr. 3157 te und Politiker wie Gustav Harkort und A. Dufour-
Blaichach, 29.12.1920 VF+ Feronce. Sie war die erste Aktienbank moderner
(nicht entwertet und mit restlichem Kuponbo- Prägung in ganz Deutschland. Anfangs stand das
gen) äußerst selten: Nur 4 Stücke wurden 2002 im Auglage 1.500 (R 8). 1850 gründeten die Schweizer
Unternehmer Heinrich Gyr und Rudolf Zellweger Gründungs- und Beteiligungsgeschäft im Vorder-
Tresor einer Berliner Privatbank gefunden! grund. So gehörte die ADCA z.B. zu den Mitgrün-
(Zellweger Uster ist ein noch heute bekannter Tex-
tilmaschinenhersteller) in Blaichach unter Aus- dern der Lübecker Handelsbank (heute Deutsche
Nr. 62 Schätzpreis: 150,00 EUR Bank Lübeck) und der Schweizerischen Creditan-
Startpreis: 50,00 EUR nutzung der Wasserkraft des Schwarzenbach eine
Spinnerei und Weberei. Zweigwerke bestanden in stalt in Zürich. Bis nach der Jahrhundertwende
Alfred Gutmann AG für Maschinenbau Oberstdorf, Vorderhindelang und Oberdorf b. dehnte sie sich durch stetige Übernahme anderer
Institute soweit aus, dass sie zu den Großbanken
Aktie 100 RM, Nr. 1011 Vorderhindelang. 1896 Umwandlung des Unter-
gezählt wurde. Nach 1945 wurde der ADCA ihre
Hamburg, März 1937 EF nehmens in eine AG. In guten Zeiten beschäftigte
das Unternehmen über 1.100 Mitarbeiter. 1906 schwerpunktmäßige Betätigung in Mitteldeutsch-
Auflage 1.280. Gründung 1898 unter Übernahme land zum Verhängnis. Erst 1964 konnte, aufbauend
Neubau der Weberei in Blaichach. “1939-45 Inan-
der 1885 gegründeten Firma Alfred Gutman, Alto- auf der einzig verbliebenen Berliner Niederlas-
spruchnahme großer Teile der Fabrikationsstät-
na-Ottensen. Erzeugnisse: Sandstrahlgebläse für sung, ein Neuanfang versucht werden. Nach glück-
ten durch verlagerte Rüstungsbetriebe”, steht im
alle Zweige der Industrie, Formmaschinen, loser Entwicklung und mehrfachem Aktionärs-
AG-Handbuch. Konkret hieß das auch: Im Bereich
Kupolöfen, Misch- und Mahlmühlen, Begichtungs- wechsel (u.a. Wells Fargo und die NORD/LB)
der Spinnerei Blaichach bestand von Juli 1944 bis

14
Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

wurde die ADCA schließlich Anfang der 1990er Nr. 67 Schätzpreis: 250,00 EUR
Jahre von der niederländischen Rabobank über- Startpreis: 70,00 EUR
nommen und entsprechend umbenannt. Lochent-
wertet. Maße: 21 x 29,7 cm.
Allgemeine Torfkohlen-Gesellschaft
mbH
Anteilschein 500 Mark, Nr. 325
Berlin, September 1901 EF
(R 6) Die Gesellschaft erwarb am 6.9.1902 das
Patent von 1896 über ein Verfahren zur Herstel-
lung von Kohlen aus Torf. Großformatiges Papier,
dekorativ von G&D gedruckt. Lochentwertet.
Maße: 35,3 x 25,5 cm.

Nr. 69

Nr. 70

Nr. 66 Nr. 70 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Nr. 66 Schätzpreis: 350,00 EUR Nr. 68 Amperwerke Elektricitäts-AG
Startpreis: 150,00 EUR Aktie 1.000 Mark, Nr. 4912
Allgemeine Maschinenbau- Nr. 68 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR München, 1.1.1913 EF/VF
Gesellschaft AG Auflage 1.000. Gründung 1908 unter Übernahme
Aktie 10.000 Mark, Nr. 616
Altmärkische Bergwerks-AG der “Industrielle Unternehmungen GmbH” und
Chemnitz, 1.10.1923 EF Aktie 1.000 Mark, Nr. 11405 der “Süddeutsche Wasserwerke AG”. Zwei Was-
Gründeraktie, Auflage 900, nach Kapitalzusam- Braunschweig, Mai 1923 EF/VF serkraftwerke und ein Dampfkraftwerk versorgten
menlegung 1928 nur noch 90 Stücke (R 9). Her- Gründeraktie, Auflage 24.000 (R 8). Gründung 1923 damals 24 Ortschaften mit rd. 3.000 Stromkunden.
vorgegangen 1923 aus der Allgemeine Maschinen- durch Landwirte des Braunschweiger Landes zum 1909/10 Inbetriebnahme der Wasserkraftwerke
bau-Ges. mbH i. L., Chemnitz. Zunächst Herstel- Abbau von Braunkohle im Helmstedter/Harbker Unterbruck und Kranzberg, 1923 Gründung der
lung von Maschinen aller Art, insbesondere von Revier. Dass ein Bergwerk jemals in Betrieb ging, “Neue Amperkraftwerke AG, München” zum Bau
elektrischen Maschinen, von Kleinmotoren sowie lässt sich nicht feststellen, obwohl die Aktien im des Wasserkraftwerks Haag. Diese AG ging 1932
von von Spezialantrieben für Textil-, Papier- und Freiverkehr der Braunschweiger Börse notierten ebenso wie die “Bayerische Überlandzentrale AG,
Werkzeugmaschinen. Später in den 1930er Jahren und 1925 in Amsterdam sogar eine 1,25-Mio.-RM- München” durch Fusion in den Amperwerken auf,
mit lediglich noch 14 Mitarbeitern nur noch Her- Anleihe durch Vermittlung der N.V. Bank- en Han- deren Großaktionär die Gesellschaft für elektri-
stellung von Federn aller Art sowie Vertrieb von delsvereeniging v.h. A. J. Fortuin platziert wurde. sche Unternehmungen (Gesfürel) in Berlin war.
Stahl. Weiterer Firmenzweck war die Verwaltung 1928 unter Verlegung des Firmensitzes nach Gar- 1955 Fusion mit der Isarwerke AG (gegr. 1921) zur
des ehemaligen Reichsverpflegungsamtes in delegen umfirmiert in Vereinigte Braunkohlen- Isar-Amperwerke AG. 1954-56 Ausbau der Dampf-
Chemnitz, Planitzstr. 105-107. Schöne Art-Deko- bergwerks-AG. Erst 1936 aus den AG-Hand-
kraftwerke Höllriegelskreuth und Zolling-Angl-
Gestaltung. Höchst bemerkenswert: Rückseitig für büchern verschwunden, nachdem zuvor schon
berg. Ferner gingen in Betrieb das Dampfkraftwerk
vier Dividendenzahlungen 1955-1958 abgestem- über 10 Jahre lang keine aktuellen Bilanzen mehr
Irsching (1969), das Kernkraftwerk Essenbach bei
pelt, als Ort nennen die Dividendenstempel nun veröffentlicht worden waren. Sehr dekorative
Umrandung mit Bergmann und Merkur. Maße: 29,2 Landshut (1977, mit Partner Bayernwerk) das
Karl-Marx-Stadt! Zeitgeschichtlich hochinteres-
x 22,8 cm. Mit kpl. anh. Kupons. Kernkraftwerk Isar I (1979) und das Kernkraftwerk
sant und außergewöhnlich. Maße: 26 x 17,2 cm.
Isar II (1988). Zunächst über 3/4, später noch
Mit Kuponbogen.
knapp 50% des Kapitals der Isar-Amperwerke hiel-
Nr. 69 Schätzpreis: 250,00 EUR
ten die Isarwerke GmbH (die wiederum zu 45%
Startpreis: 30,00 EUR
dem Bankhaus Merck, Finck & Co. in München, zu
Ammendorfer Papierfabrik 25% dem RWE und zu 10% der Allianz-Versiche-
Aktie 1.000 RM, Nr. 21272 rung gehörten). Im Jahr 2000 fusionierten das Bay-
Ammendorf b. Halle (Saale), Okt. 1928 EF ernwerk und die PreußenElektra zur [Link] Energie
Auflage 2.000 (R 9). Die Gründung 1897 war wegen AG. Diese besaß nun direkt und indirekt eine Drei-
der Nähe zu Kohle und Wasser besonders begün- viertelmehrheit der Isar-Amperwerke AG, die 2001
stigt. 1898 wurde der Betrieb auf dem 272.000 qm in [Link] Bayern AG umbenannt wurde. Gleichzeitig
großen Werksgelände mit zwei Papiermaschinen wurden die bisherigen großen Bayernwerk-Beteili-
und zugehöriger Holzschleiferei aufgenommen. gungen (u.a. Überlandwerk Unterfranken, Energie-
1923 Erwerb der Gebr. Dietrich GmbH in Merse- versorgung Ostbayern, Energieversorgung Ober-
burg zur Sicherung des Zellstoffbedarfs. Zuletzt franken, Großkraftwerk Nürnberg u.a.) in die [Link]
wurden auf vier Papiermaschinen täglich 110 t Bayern AG eingebracht. Umrandung im geometri-
Papier und Karton hergestellt. Börsennotiz Berlin schen Jugendstil. Außerdem diverse Stempel
und Halle (später Leipzig). Beteiligt an der Papier- bezüglich Ausübung des Bezugsrechts. Lochent-
Harz und der Tapetenrohpapier GmbH (beide Ber- wertet. Maße: 26,4 x 39,2 cm.
lin-Charlottenburg). Großaktionäre waren Del-
brück, Schickler & Co. und die Dresdner Bank. Das Nr. 71 Schätzpreis: 200,00 EUR
Werk Ammendorf wurde 1946 von den Sowjets
Startpreis: 75,00 EUR
restlos demontiert, die Grundstücke und das Zell-
stoffwerk Merseburg wurden enteignet. Die AG Amperwerke Elektricitäts-AG
verlegte ihren Sitz 1950 nach Berlin, wurde dort Aktie 5.000 Mark, Nr. 1060
abgewickelt und 1962 im Handelsregister München, 10.10.1923 EF
gelöscht. Maße: 21 x 29,8 cm. Mit kpl. Kuponbogen
Nr. 67
Auflage 2.000 (R 8). Lochentwertet. Maße: 24,2 x
von 1943. Nicht entwertetes Stück in einem sehr
18,8 cm. Foto auf Seite 16.
guten Erhaltungszustand!

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 72 Schätzpreis: 650,00 EUR der Dreimännerkommission für lieferbar erklärt


Startpreis: 300,00 EUR worden.“ Lochentwertet. Maße: 38 x 26,3 cm.
Knickfalten, Einrisse. Unikat!
Anhaltische Kohlenwerke
Vorzugs-Actie 1.000 Mark, Nr. 505
Frose in Anhalt, 22.5.1902 / 6.4.1936 VF
Auflage 1.000 (R 12). 1867 wurden die Abbaurech-
te für die Froser Kohlenfelder durch das Bergamt
zu Bernburg verliehen, es folgte die Gründung der
Froser Braunkohlen-Bergbau AG mit der Braun-
kohlengrube Ludwig (später Umwandlung in
Zeche Anhalt). 1881 Umwandlung der Gewerk-
schaft Zeche Anhalt in eine AG (Anhaltische Koh-
lenwerke). 1908 Sitzverlegung von Frose nach
Halle a.S. und 1940 nach Berlin. Die Betriebe in der
Sowjetzone wurden nach 1945 entschädigungslos

Nr. 73
enteignet. 1950 verlagert nach Berlin (West), 1983
umgewandelt in AK-Vermögensverwaltungs-
GmbH, Berlin (West), heute mit Geschäftssitz in
Düsseldorf. 1936 als Ersatz für die beschädigte Nr. 73 Schätzpreis: 300,00 EUR
und eingezogene Vorzugs-Aktie mit gleicher Num- Startpreis: 150,00 EUR
mer ausgefertigt. Mit angeheftetem Vermerk Anhaltisches Eisenmoorbad Lindau
„Diese Vorzugs-Aktie ist trotz des Fehlens der ...
Nr. 71
Unterschrift des Kontrollbeamten am 16.4.36 von
Aktie 1.000 RM, Nr. 184
Lindau in Anhalt, 08.04.1927 EF
Auflage 25 (R 9). Gegründet 1909 in Zerbst zwecks
Ausnutzung der in den Lindauer Feldmarken gele-
genen Moorlager zu Heilzwecken. 1924 unmittel-
bar neben dem Badehaus Errichtung eines Logier-
hauses zur Unterbringung von 24 Gästen und
(allerdings nur für zwei Jahre) Verpachtung des
Moorbades. 1933 wurde noch das Kurhaus in Lin-
dau (Anhalt) erworben. 1935 ging die AG in Liqui-
dation. Übrigens entnehmen wir dem Verzeichnis
der Aufsichtsratsmitglieder, daß es in Anhalt-
Zerbst in der fürstlichen Familie mit der Zahnge-
sundheit nicht sonderlich gut bestellt war, denn
es gab dort den ehrbaren Beruf des “Hofzahn-
technikers”. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.

Nr. 74
Nr. 74 Schätzpreis: 400,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Anthrazitgrube Carl Friedrich AG
für Bergbau und verwandte Industrien
Aktie 100 RM, Nr. 24054
Richterich bei Aachen, 1.7.1925 EF/VF
Auflage 12.000 (R 10), ab 1933 nach Kapitalherab-
setzung 5:1 noch 2.400. Gründung 1921 in
Bochum, 1924 Sitzverlegung nach Richterich bei
Aachen. Die Ges., deren Mehrheitsaktionär der
Eschweiler Bergwerks-Verein war, besaß 95% der
Kuxe der Gewerkschaft “Carl Friedrich” Anthracit-
grube im Wurmrevier (bei Aachen) und die Kuxen-
mehrheiten der Gewerkschaften Langendorf,
Lohn, Altdorf, Altenburg und Pier. Alle diese Betei-
ligungen entwickelten sich ganz schlecht: Die
Grube “Carl Friedrich” wurde 1927 stillgelegt und
die Gewerkschaft 1943 liquidiert. 1951 stellte die
völlig bedeutungslos gewordene AG das Kapital
auf nur noch 60.000 DM um, 1954 wurde sie wegen
Vermögenslosigkeit von Amts wegen gelöscht.
Maße: 21 x 29,7 cm.

Einlieferungen für die


nächsten Auktionen
werden ständig angenommen
Nr. 72

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tauscht wurden. Nur 3 wohl schon dabei verges-


sene Stücke dieser bis dahin völlig unbekannten
Aktie wurden 2007 in Privatbesitz gefunden.

Nr. 79
Nr. 79 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Autogen Gasaccumulator AG

Nr. 77
Sammelaktie 10 x 100 RM, Nr. 25771-80
Nr. 75 Berlin, November 1941 EF
(R 8) Gründung 1915. Herstellung und Vertrieb
Nr. 75 Schätzpreis: 175,00 EUR Nr. 77 Schätzpreis: 250,00 EUR
von autogenen Schweiss- und Schneidanlagen,
Startpreis: 45,00 EUR Startpreis: 90,00 EUR Acetylen-Stahlflaschen. Besonderheiten: Automo-
Anton Reiche AG Atlantik-Werke AG Industrie für bil-, Waggon-, Signal- und See-Beleuchtung. Fabrik-
Namensaktie 1.000 Mark, Nr. 843 Inneneinrichtungen betriebe in Berlin, Johanniterstr. 6, Berlin-Adlers-
Dresden, 28.12.1912 EF Aktie 1.000 Mark, Nr. 4141 hof, Rothenstein bei Königsberg, Oberlichtenau
bei Chemnitz, Gross-Mochbern bei Breslau und
Gründeraktie, Auflage 2.750. Gründung Dezember Niederwalluf a. Rh., Oktober 1921 EF/VF Gelsenkirchen. Entwickelt wurde unter der Lei-
1912 zur Weiterführung der gleichnamigen Scho- Auflage 4.000 (R 9). Gründung 1921 in Eltville. tung von Nobelpreisträger Gustaf Dalen ein
koladenformen-, Blechemballagen- und Blechpla- Fabrikation von Wohnungseinrichtungen und Beleuchtungssystem für Leuchttürme (AGA-
katfabrik. Ferner Vertrieb von Kunstharzgegen- Holzwaren aller Art. 1925 in Zahlungsschwierig- Fryen), das auf Gas basierte. Dalen entwickelte
ständen und Maschinen. Die Ges. besaß Grund- keiten, 1926 Konkurseröffnung. Dekorativ verziert. auch einen Gasherd, den AGA-Herd. Der Schwede
stücke in Dresden, Plauen und Dölzschen und war Maße: 34,7 x 22,5 cm Mit Kupons. wirkte in der schwedischen Aktiebolaget Gas-
zu 100% im Familienbesitz. Die europaweit größ- Accumulator, die seit 2000 zum Linde-Konzern
te Fabrik für Gebäck- und Schokoladenformen aus gehört. Kleine Vignette mit Leuchtturm. Maße: 21
Weißblech beschäftigte bis zu 900 Arbeiter. Das x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Werk wurde in der DDR vom Kombinat NAGEMA
übernommen (nach 1990 geschlossen). Großfor-
matiges Papier, dekorativ gestaltet. Lochentwer-
tet. Maße: 38 x 25,9 cm. Doppelblatt.

Nr. 78
Nr. 80
Nr. 78 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 200,00 EUR Nr. 80 Schätzpreis: 400,00 EUR
Atlas AG Chemische Fabrik Startpreis: 200,00 EUR
Nr. 76 Aktie 1.000 Mark, Nr. 208 Babcock Borsig AG
Mölkau b. Leipzig, 16.12.1921 EF/VF Globalaktie 500.000 Stückaktien, Nr. 8190001-
Nr. 76 Schätzpreis: 150,00 EUR Gründeraktie, Auflage 3.000, davon nach Umstel- 8690000
Startpreis: 60,00 EUR lung auf 600 Goldmark nur 400 Stück in Umlauf Oberhausen, September 2000 EF
Arterner Elektrizitätswerke AG geblieben (R 10). Gegründet 1921 von der Holz- (R 10) Die Mutterfirma wurde bereits 1881 von
verkohlungs-Industrie AG in Konstanz durch Ver- den Amerikanern George H. Babcock und Stephen
Aktie 1.000 RM, Nr. 1053
selbständigung der seit 1916 bestehenden chemi- Wilcox gegründet. Sie erfanden 1867 den paten-
Artern, 1.1.1928 EF schen Fabrik in Mölkau (Industriestraße 18), die tierten Hochdruck-Dampfkessel. Die Deutsche
Auflage 100 (R 6). Bis zur Schiffbarmachung im 18. zuvor Teil der in Leipzig-Stötteritz ansässigen Babcock & Wilcox-Dampfkessel-Werke AG wurde
Jh. floss die Unstrut ungehindert durch die Stadt Atlas-Werke Pöhler & Co. Schuhmaschinen & che- im Oktober 1898 durch Übernahme des Berliner
Artern. Dann wurde sie aufgestaut und mit einer mische Fabrik war. Hergestellt wurden mit 250 Zweigwerks der Babcock & Wilcox Ltd., London
1791-93 erbauten Schleuse versehen (2007 rekon- Beschäftigten chemisch-technische Erzeugnisse gegründet. Die Gesellschaft erhielt das Fabrikati-
struiert). Die Wasserkraft der Unstrut trieb nicht insbesondere für die Schuhfabrikation sowie ons- und Verkaufsrecht für das Deutsche Reich
nur die Mühlräder der grossen Wassermühle an, Nitrolacke und Kunstleder. Die Produkte hatten so und dessen Kolonien. Wenig später wurde in
sondern später auch die Wasserturbine des 1893 phantasiereiche Namen wie “Schuhdoktor”, “Soh- Oberhausen ein großes neues Werk errichtet. Der
gegründeten Elektrizitätswerkes. Später wurde lenheil” und “Schuster in der Tube”. 1924 umbe- bedeutendste europäische Hersteller auf dem
das Werk um drei Dampfkolbenmaschinen nannt in Atlas Ago Chemische Fabrik AG. Ende der Gebiet des konventionellen Dampferzeugerbaus
ergänzt. Nach dem 1908 abgeschlossenen neuen 1920er Jahre wurde die Deutsche Gold- und Silber- erweiterte ab 1966 das Angebot auf 10 Produktli-
Konzessionsvertrag konnte die Stadtgemeinde Scheideanstalt vormals Roessler in Frankfurt a.M. nien des Maschinen- und Industrieanlagenbaus
Artern das E-Werk und das Versorgungsnetz jeder- Alleinaktionär. 1949 enteignet und als VEB Schuh- einschließlich vieler Firmen-Übernahmen. Umfi-
zeit zum Taxwert erwerben - was aber nicht so chemie Mölkau bzw. Kolloidchemie Leipzig wei- miert 1976 in Deutsche Babcock AG, 2000 in Bab-
dringlich war, denn die Stadt war gleichzeitig tergeführt. Nach der Wende als MÖKO Klebstoff cock Borsig AG. Zuletzt Holding für über 200 Toch-
sowieso der Großaktionär des E-Werkes. 1941 GmbH reprivatisiert; vor allem bei Modellbauern tergesellschaften, darunter die weltbekannte U-
umbenannt in Städtische Elektrizitätswerke ist der 1947 als Markenzeichen geschützte Kleb- Boot-Werft HDW. Nach deren umstrittenem Ver-
Artern AG. Nach 1945 enteignet, seit der Wende stoff “Kittifix” weit über Sachsen hinaus bekannt. kauf kam Mitte 2002 die spektakuläre Insolvenz.
ein Standort der Mitteldeutsche Energie AG. Loch- Maße: 25 x 33 cm. Eine absolute Rarität, da die Maße: 21 x 29,7 cm. Lochentwertet, Abheftlo-
entwertet. Maße: 21 x 29,6 cm. 600-RM-Aktien 1930 in solche zu 1.000 RM umge- chung.

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eGmbH” und 1999 in “BBBank eG”. Die Bank hat


heute über 330.000 Mitglieder, rd. 1.400 Mitarbei-
ter und 93 Filialen in acht Bundesländern. Sehr
hübsche Umrahmung mit badischem Wappen.
Maße: 21,2 x 16,8 cm. Von dieser frühen Emission
sind uns nur zwei weitere Stücke bekannt.

Nr. 81

Nr. 83
Nr. 81 Schätzpreis: 750,00 EUR enverbindung Mannheim-München eröffnet, der
Startpreis: 400,00 EUR Nachfolger Arcus Air Logistic (ab 1997: Cosmos
Air) startet am 10.11.1988 außerdem eine Linien-
Badisch-Pfälzische Luft-Hansa AG verbindung Mannheim-Hamburg. Seit November Nr. 83 Schätzpreis: 175,00 EUR
Aktie (Interimsschein) 1.000 RM, Nr. 448 1991 gibt es auch Linienflüge nach Leipzig und Startpreis: 60,00 EUR
Mannheim, 31.12.1927 EF/VF Dresden. Weitere Linienflüge nach Prag und Bern Badische Essigwerke AG
Auflage 800 (R 8). Das Unternehmen hat zwei Wur- werden 1994/95 nur kurzzeitig angeboten. Im Mai
1997 stellt Cosmos Air eine Dornier 328 in Dienst,
Aktie 1.000 Mark, Nr. 522
zeln: 1919 wird die Badische Luftverkehrsgesell-
schaft mbH in Karlsruhe gegründet. Sie eröffnet mit der dreimal täglich (so hatte es in Mannheim Kehl, 13.2.1922 EF
1920 den Flugpostdienst Frankfurt-Mannheim-Kar- 1925 mal angefangen!) die Route Mannheim-Berlin Auflae 1.100 (R 8). Gründung 1920. 1929 Sitzverle-
lsruhe-Lörrach. 1925 wird zur Förderung der badi- bedient wird. 1999 wird Cosmos von der Cirrus gung nach Kehl. Fabrikanlagen bzw. Zweignieder-
schen und pfälzischen Luftverkehrsinteressen die Airline (Saarbrücken) übernommen, im gleichen lassungen in Lahr und Kork. 1943 Umwandlung in
Badisch-Pfälzische Luftverkehrs-AG gegründet. Jahr geht am Flughafen Mannheim-Neuostheim eine GmbH. Für die Zeit ungewöhnlich dekorative
Sie eröffnet noch im Gründungsjahr eine Flugver- das lange geforderte Instrumentenanflugsystem in Gestaltung, Säulenbogen mit Früchten und Engel,
bindung Mannheim-Berlin vom gerade eingeweih- Betrieb. Seit dem 26.3.2000 gehört Cirrus zum im Unterdruck eine große Vignette des Götterbo-
ten Flugplatz Mannheim-Sandhofen. Weitere Lini- Team Lufthansa: Auch hier schließt sich damit der ten Hermes. Maße: 38,2 x 24,6 cm. Doppelblatt.
enflüge von dort führen täglich nach Baden- Kreis. Lochentwertet. Maße: 18 x 25 cm. An zwei Kleine Lochentwertung unten mittig.
Baden, Dortmund, Frankfurt/Main, Hamburg, Kon- Stellen am unteren Rand leicht rostfleckig, sonst
stanz, Kopenhagen, München, Stuttgart, Villingen tadellose Erhaltung.
und Zürich. Beide Unternehmen fusionieren im
Mai 1926 zur Badisch-Pfälzische Luft-Hansa AG. Im
gleichen Jahr wird in Neuostheim der Flughafen
Mannheim-Heidelberg-Ludwigshafen eröffnet, den
die Luft-Hansa nunmehr mit ihren Linienflügen
bedient. 1933 Zusammenschluß mit der Luftver-
kehrsgesellschaft Konstanz GmbH. 1937 umfir-
miert in Badisch-Pfälzische Flugbetrieb-AG,
zugleich Ausgliederung der Flugzeugwerft in die
Badisch-Pfälzische Flugzeugreparaturwerft
GmbH, Karlsruhe. Die Ges. war nunmehr Betreiber
der Verkehrsflughäfen Mannheim, Karlsruhe, Frei-
Nr. 84
burg, Konstanz, Villingen und Baden Baden. Zuvor
war schon 1926 auf Forderung der damaligen
Reichsregierung nach einer Einheitsluftverkehrs-
gesellschaft durch Zusammenschluß der Deut- Nr. 84 Schätzpreis: 400,00 EUR
sche Aero-Lloyd AG und der Junkers Luftverkehrs- Startpreis: 300,00 EUR
AG die “Deutsche Lufthansa” entstanden. Die Flug- Badische Landesgewerbebank AG
häfen der Ges. erlitten im 2. Weltkrieg schwere Aktie 500 RM, Nr. 936
Bombenschäden. Ab 1945 waren sie überwiegend
von der amerikanischen Besatzungsmacht Karlsruhe, Oktober 1924 EF/VF

Nr. 82
beschlagnahmt. Der Neubeginn ist mühselig: 1960 Auflage 900 (R 9). Gegründet 1923 als Zentralbank
nimmt die Taxi-Flug GmbH Mannheim auf dem sämtlicher im unter- und oberbadischen Verband
Flughafen Neuostheim ihren Sitz, der 1957 vom vereinigten Genossenschaftsbanken. Gründer
Baden-Württ. Innenministerium wieder zum Lan- waren die Landeswirtschaftsstelle für das badi-
Nr. 82 Schätzpreis: 250,00 EUR sche Handwerk AG, die Handwerkswirtschaftsges.
deplatz 1. Ordnung erklärt worden war. Großak- Startpreis: 125,00 EUR
tionäre waren zuletzt der Bund (als Rechtsnach- mbH, die Karlsruher Lebensversicherungsbank
folger des Reichsluftfahrtministeriums, 22,5%), Badische Beamten- AG (alle Karlsruhe) und die Frankfurter Allgemei-
die Stadt Mannheim (39,3%) und das Land Baden- Genossenschaftsbank eGmbH ne Versicherungs-AG. Diese heute merkwürdig
Württemberg (9,5%). 1962 Umwandlung in die anmutende Zusammensetzung hatte historische
Anteilschein 200 Mark, Nr. 593
Rhein-Neckar Flugplatz GmbH. Ab 1977 gibt es Ursachen: Im Bereich der Genossenschaftsbanken
Karlsruhe i.B., von 1922 EF kam die Bildung von Zentralkassen spät und unsy-
erstmals wieder Linienflüge ab Mannheim: Die
Gründeremission (R 10). Die Badische Beamten- stematisch in Gang. In Baden beispielsweise hatte
Firma Air-Supply startet am 24.5.1977 einen
Genossenschaftsbank wurde am 12.11.1921 als bis dahin die Karlsruher Lebensversicherungs-
Zubringerdienst zum Flughafen Frankfurt Rhein-
Selbsthilfeeinrichtung für Beamte gegründet und bank AG als Hinterlegungskasse der Genossen-
Main, der allerdings schon nach acht Wochen
nahm zum 1.1.1922 ihren Geschäftsbetrieb auf. schaftsbanken fungiert. 1924 Angliederung der
mangels Passagieren wieder eingestellt wird. Am
Umbenannt 1934 in “Badische Beamtenbank “Fiducia” Revisions- und Treuhandinstitut AG, im
25.4.1984 wird vom Flugdienst Pegasus eine Lini-

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gleichen Jahr wurde auch eine Versicherungsab- (R 10) Gründung im Mai 1923. Die Fabrik für Ton-
teilung eingerichtet. 1939 umbenannt in Zentral- waren, Steingut und Porzellan war in der Zährin-
kasse Südwestdeutscher Volksbanken AG. 1971 gerstr. 101. Schon Ende 1925 wieder aufgelöst.
Verschmelzung mit der Raiffeisen-Zentralbank Maße: 16,7 x 20,9 cm. Mit kpl. Kuponbogen.
Baden AG zur “Südwestdeutsche Genossen-
schafts-Zentralbank AG”. Schließlich in der heuti-
gen DZ-Bank in Frankfurt/M. als genossenschaftli-
chem Spitzeninstitut aufgegangen (deren erst
1959 rechtlich verselbständigte Frankfurter Keim-
zelle übrigens 1925 einmal als Zweigniederlassung
für Hessen der “Südwestdeutschen” gegründet
worden war). Lochentwertet. Maße: 20,8 x 29,7
cm.

Nr. 89
Nr. 89 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Bank für Mittelsachsen AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 51079
Nr. 87
Mittweida, 21.12.1922 VF+
Auflage 40.000 (R 10). Gründung 1879 als Spar-
und Kredit-Bank Mittweida, 1920 umbenannt in
Nr. 87 Schätzpreis: 350,00 EUR Bank für Mittelsachsen. Filialen in Chemnitz, Fran-
Startpreis: 150,00 EUR kenberg und Waldheim. Zuletzt eng an die Sächsi-
Bahnbedarf AG sche Staatsbank angelehnt. Börsennotiz: Chem-
5% Teilschuldv. Lit. B 1.000 Mark, Nr. 693 nitz, später Leipzig. 1945 auf Grund eines SMAD-

Nr. 85
Befehls geschlossen. Die Liquidation der Bank für
Darmstadt, Dezember 1921 EF/VF
Mittelsachsen führte die Sächsische Landesbank
Auflage 10.500 (R 10). Gegründet 1920 durch durch. Maße: 29 x 22,5 cm. Prägesiegel lochent-
Umwandlung der Bahnbedarf GmbH. Auf dem wertet.
Nr. 85 Schätzpreis: 250,00 EUR 80.000 qm großen Werksgelände Blumenthal- und
Startpreis: 75,00 EUR Landwehrstraße wurden Güter- und Spezialwagen
Badische Maschinenfabrik hergestellt, Lokomotiven repariert und normal-
und Eisengießerei vormals G. Sebold spurige Bahnanlagen sowie Feld-, Industrie- und
Kleinbahnen projektiert. Börsennotiz in Berlin
Aktie 1.000 Mark, Nr. 260 und Frankfurt a.M. 1926 von der Aquila AG für
Durlach, Dezember 1885 VF Handels- und Industrieunternehmungen in Frank-
Gründeraktie, Auflage 550. Gründung 1885. Spezia- furt a.M. per Aktientausch übernommen worden.
lität: Maschinen und Einrichtungen für Eisen-, Hübsche Umrahmung in kräftigem orange/
Stahl-, Temper- und Metallgiessereien, Sandstrahl- schwarz. Originalunterschriften des Vorstands,
gebläse für verschiedene Zwecke, Maschinen und Faksimileunterschrift Max Rothschild als AR-Vor-
Einrichtungen für Zündholzfabriken, Gerbereien sitzender. Maße: 37,2 x 27,7 cm. Doppelblatt,
und Lederfabriken. Mit eigenem Eisenbahnan- inwendig Anleihebedingungen.
schluss. Ab 1949 Badische Maschinenfabrik AG

Nr. 90
Seboldwerke, Karlsruhe. Die BMD Badische
Maschinenfabrik Durlach GmbH stellte 2002 ihre
Produktion ein. Großformatiges Papier, dekorativ
im Historismusstil gestaltet, mittig Unterdruck- Nr. 90 Schätzpreis: 300,00 EUR
abb. mit Darstellung von Maschinen und Maschi- Startpreis: 140,00 EUR
nenteilen. Originalsignaturen. Lochentwertet.
Maße: 38 x 25,4 cm. Doppelblatt. Bank für Realbesitz AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 11306
Berlin, September 1937 EF
Auflage 2.000 (R 10). Gründung 1909 als “Neufin-
kenkrug AG”, 1923 Umfirmierung in “Neue Realbe-
sitz AG”. Die eigenen Terrains wurden 1922/23 ver-
kauft, danach Verwaltung der 37 Berliner Grund-
Nr. 88 stücke der Deutsche Immobilien-Verkehrs-AG
nebst Tochterfirmen (1931 wurde dieser Grundbe-
sitz fusionsweise direkt der Bank für Realbesitz
Nr. 88 Schätzpreis: 350,00 EUR übertragen). Ebenfalls 1931 Verschmelzung mit
Startpreis: 150,00 EUR der Leipziger Central-Theater AG (diese gegrün-
Bamberger Kalikofabrik AG det 1900; auf dem 4.386 qm großen Areal Thomas-
Aktie 1.000 RM, Nr. 752 ring/Bosestraße/ Gottschedstraße wurde ein
prachtvolles Theater mit grossen Sälen, Gesell-
Bamberg, 30.6.1928 VF+
schafts- und Restaurationsräumen sowie Läden
Auflage 805 (R 10). Gründung 1863 als Bleicherei,
Nr. 86
im Erdgeschoß erbaut und 1902 eröffnet. Der Wirt-
Färberei und Appreturanstalt Bamberg AG, 1917 schafts- und Theaterbetrieb war verpachtet, die
umbenannt in Bamberger Kalikofabrik-AG. In dem Läden im Erdgeschoß wurden vermietet. Mitglied
Werk Mußstraße 1-13 wurden mit 300-400 Mitar- des Aufsichtsrates war später u.a. der sächsische
Nr. 86 Schätzpreis: 250,00 EUR beitern insbesondere Bucheinbandstoffe, Baum- Finanzminister Dr. Dehne). In diesem Zusammen-
Startpreis: 60,00 EUR woll- und Zellwollrohgewebe sowie Kunstleder hang Umfirmierung in Bank für Realbesitz AG.
hergestellt. Großaktionär: The Winterbottom
Badische Porzellan- Book Cloth Co. Ltd., Manchester.1965 in eine
1932 Mitgründung der “Leipziger Neues Operet-
und Tonwaren-Fabrik AG ten-Theater GmbH”. Ein weiteres Juwel im Portfo-
GmbH umgewandelt. Lochentwertet. Maße: 21 x lio war die Maschinenfabrik Kießling AG: Nicht so
Aktie 5.000 Mark, Nr. 13829 29,7 cm. Oberer Rand links mit leichter Rostspur sehr wegen des kränkelnden Holzbearbeitungs-
Freiburg im Breisgau, 1.10.1923 EF von einer Büroklammer. maschinenbaus, sondern als Eigentümer des

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

großen, immens wertvollen Kaufmannshof in Liquidation dauerte bei Kriegsende noch an. Bör-
Hamburg (1937 dann auch in “Kaufmannshaus” sennotiz: Freiverkehr Bremen. Lochentwertet.
Hamburg Grundstücks-AG umfirmiert). 1948 Maße: 20,9 x 29,5 cm.
Umfirmierung in Neue Realbesitz AG und 1951
Sitzverlegung von Berlin nach Hamburg. 1956-60
Umschichtung des Immobilienbesitzes durch
Erwerb von zwei Grundstücken, Verkauf von acht
Ruinengrundstücken und Beteiligung am Bau
eines Hochhauses. 1962 wurde der Leipziger
Grundbesitz auch formell enteignet. Bis zuletzt
börsennotiert im Freiverkehr Berlin, obwohl es
die AG fertigbrachte, mehr als ein halbes Jahrhun-
dert lang keine Dividende zu zahlen. Großaktionär
war das Bankgeschäft Mertz & Co. in Hamburg,
seit den 1980er Jahren dann die Hanseatische
Finanzierungsgesellschaft mbH zur Vermittlung
von Real- und Industriekrediten. 1993/94 in Nach-

Nr. 93
tragsliquidation (Liquidator: Rainer Salb, Ham-
burg). Maße: 21 x 29,6 cm. Prägesiegel lochent-
wertet.

Nr. 95
Nr. 93 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Basalt-AG Nr. 95 Schätzpreis: 250,00 EUR
Aktie 20 RM, Nr. 78038 Startpreis: 125,00 EUR
Linz a. Rhein, 14.11.1924 EF/VF Bast AG
Auflage 100.000 (R 10). Gründung 1888 in Köln mit Vorzugs-Aktie 1.000 Mark, Nr. 15036
der Filiale Basalt-Maatschappij in Rotterdam, 1892
Nürnberg, 23.2.1922 EF
Sitzverlegung nach Linz am Rhein. Die Gesell-
schaft beschäftigte über 4.000 Arbeiter und besaß Auflage 1.000 (R 7). Gründung 1855, AG seit 1896
rd. 80 Steinbrüche (Basalt-Steinbrüche im Wester- als “Preßhefen- und Spiritusfabrik AG vorm. J. M.
wald, in der Pfalz, in der Eifel und in Mittel- Bast” mit Sitz in Buch. Fusioniert 1901 mit der
deutschland, Grauwackebrüche in den Kreisen Nürnberger Spritfabrik und 1908 mit weiteren
Gummersbach und Olpe, Diorit- und Melaphyr- Wettbewerbern in Berlin-Lichtenberg und Breslau
Steinbrüche in der Pfalz, Granit-Steinbrüche in zur “Vereinigte Nord- und Süddeutsche Spritwerke
Sachsen). Mehr als ein Dutzend Beteiligungen an und Preßhefefabrik AG”, seit 1922 dann kurz “Bast
anderen Steinbrüchen und Wegebaugesellschaf- AG”. 1937/38 Bau moderner Werkstätten, einer
ten in Deutschland, Holland und Schweden, Werksiedlung, eines Schwimmbades und eines
außerdem gehörten der Basalt-AG über 90% der Sportplatzes, deshalb ab 1938 fünf Jahre in Folge
Aktien der Rhein-Sieg Eisenbahn-AG in Beuel. Bör- als “nationalsozialistischer Musterbetrieb” ausge-
sennotiz Berlin und Köln. 1967 Abschluß eines zeichnet. Bis 1941 in Berlin, dann in München bör-
sennotiert. Das Werk Nürnberg-Buch erlitt nur
Nr. 91
Gewinngemeinschaftsvertrages mit der Strabag
Bau-AG sowie Erwerb der Aktienmehrheit der geringe Kriegsschäden und konnte nach nur weni-
Dolerit-Basalt AG in Köln. Heute mit der Werhahn- gen Wochen Stillstand im April 1945 die Produkti-
Gruppe als Alleinaktionär Marktführer in Deutsch- on von Preßhefe und Spiritus wieder aufnehmen.
Nr. 91 Schätzpreis: 400,00 EUR 1965 in die “Bast Hefe- und Spirituswerke GmbH”
Startpreis: 120,00 EUR land als Produzent von Baustoffen. Maße: 21 x
29,2 cm. Prägesiegel lochentwertet. umgewandelt. Großformatiges Papier, sehr deko-
Bank Walther Goldschmidt & Co. AG rativ verziert. Originalsignaturen. Maße: 35 x 25,5
cm. Prägesiegel lochentwertet.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2218
Bonn, 26.6.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 100.000 (R 8). Fortführung
des bis dahin als Kommanditgesellschaft geführ-
ten Instituts, zu den Gründern gehörte auch die
Berliner Handels-Gesellschaft. Wegen ungenügen-
der Mittelausstattung und äußerst riskanter Kre-
ditpolitik geriet die Bank schon 1924 in Konkurs.
Maße: 28,6 x 22,4 cm. Mit beiliegendem Kuponbo-
gen (nur ein Kupon wurde abgetrennt). Seit Jah-
ren kaum mehr als 10 Stück bekannt.

Nr. 94

Nr. 94 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 96


Startpreis: 60,00 EUR
Basbecker Portland Zement- Nr. 96 Schätzpreis: 150,00 EUR
und Tonwerke AG Startpreis: 75,00 EUR
Aktie 1.000 RM, Nr. 624 Baufinanzierung AG
Basbeck, Kreis Neuhaus a. Oste, Juli 1929 EF Aktie 1.000 RM, Nr. 80
Auflage 740. Gründung 1922 im heutigen Landkreis Berlin, März 1927 EF+
Cuxhaven als Basbecker Tonwerke, 1929 umbe-
Auflage 115 (R 8). Gründung 1925. Umfirmierung
nannt wie oben. Herstellung und Vertrieb von Ton-
Nr. 92
1935 in Fehrbelliner Platz Grundstücks AG. Der
waren aller Art (Mauersteine, Dachziegel, Drain-
Gesellschaft gehörten zuletzt 21 Wohnhäuser mit
röhren [Link].). 1938 Verschmelzung mit der 1905
391 Wohnungen, 4 Läden und 19 Garagen. Loch-
Nr. 92 Schätzpreis: 300,00 EUR gegr. Beton- und Tiefbaugesellschaft Mast mbH in
entwertet. Maße: 20 x 27 cm. Mit kpl. anh. Kupons.
Startpreis: 100,00 EUR Berlin. Heute Beton- und Tiefbau Mast Hermann
Hein AG, Berlin. Der Ursprungsbetrieb in Basbeck
Barther Lederfabrik AG nahm seine Tätigkeit 1948 unter dem Namen “Bas- Nr. 97 Schätzpreis: 500,00 EUR
Aktie 100 RM, Nr. 642 becker Baustoffindustrie, Zweigniederlassung der Startpreis: 180,00 EUR
Barth an der Ostsee, Oktober 1928 VF+ Beton- und Tiefbau Mast AG” wieder auf, in den Baugesellschaft Kaiser Wilhelm-Strasse
Auflage 5.000 (R 9). Gründung 1921 als “Bremer 1960er Jahren Stilllegung. Heute ist das Areal ein
Wohngebiet. Lochentwertet. Maße: 21,1 x 29,9 cm.
Actie 500 Mark, Nr. 10754
Lederfabrik AG” mit Sitz in Bremen. Im Handelsre- Berlin, 25.3.1885 VF
gister eingetragen am 24.9.1921, nur drei Tage spä-
ter Umfirmierung wie oben und Sitzverlegung Gründeraktie, Auflage 12.000 (R 9). Die Gesell-
nach Barth an der Ostsee. Die 1929 beschlossene Kataloggebühr 10,- Euro schaft trat in einen 1884 zwischen der Stadt Berlin
und der Berliner Handels-Gesellschaft geschlosse-

20
Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

nen Vertrag ein. Eine der größten Unternehmun-


gen zur Verbesserung des Straßenverkehrs sowie
zur Beseitigung schmutziger und elender Gassen
in der Altstadt kam damit in Gang. Es wurde viel
entkernt, um mit der Kaiser Wilhelm-Straße eine
neue Straßenflucht entstehen zu lassen sowie die
Neue Friedrichstraße und die Burgstraße weiter-
zuentwickeln. Diesem Sanierungsdrang fiel neben
vielen alten Gebäuden auch die Kavaliersbrücke
zum Opfer, die sog. Sechserbrücke, weil für die
Überquerung ein 6er (= 5 Reichspfennig) gezahlt
werden mußte. Das Wirken dieser Gesellschaft,
die in unmittelbarer Nähe der Börse zeitweise 32
Häuser besaß, ist nach den Bombennächten des
II. Weltkrieges und über 40 Jahren sozialistischer
Stadtbildreorganisation kaum noch zu erkennen.
Börsennotiz Berlin. Ab 1914 in Liquidation, 1923
Firma erloschen. Originalunterschriften. Maße:
25,3 x 33,5 cm. Ecken leicht abgerundet, die verti-
kale Knickfalte mittig am Rand verletzt und fach-
männisch restauriert.

Nr. 97
nen und Geweben aus Baumwolle, Zellwolle und Auflage 350 (R 10). Eine Gründung holländischer
Kunstseide. 1927 Fusion mit der “Oberfränkisches Geschäftsleute (1890). 1898 Errichtung eines zwei-
Nr. 98 Textilwerk AG” und der “Mech. Baumwoll-Spinne- ten und 1911 eines dritten Werkes. 1947 Fusion
rei und Weberei Bamberg AG” zur Baumwollindu- mit der benachbarten “Westfälische Baumwoll-
Nr. 98 Schätzpreis: 250,00 EUR strie Erlangen-Bamberg AG. Spinnereien und spinnerei”. 1987 Übernahme der “Textilwerke
Startpreis: 125,00 EUR Webereien in Erlangen, Wangen (mit Ausrüstungs- Ahaus AG”. Der Dauerkrise der deutschen Tex-
betrieb) und Bamberg, außerdem Webereien in tilindustrie hat dieses Unternehmen noch mit am
Baumwollspinnerei am Stadtbach Schwarzenbach (Saale) und Zeil (Main). Zuletzt längsten getrotzt - doch im Mai 1999 kam auch
Aktie 400 RM, Nr. 3819 als ERBA firmierend und erst vor wenigen Jahren hier das Insolvenzverfahren. Maße: 22,6 x 29 cm.
Augsburg, 1.6.1932 EF in Konkurs gegangen. Lochentwertet. Maße: 33 x
Auflage 9.500 (R 8). Gründung 1851. Herstellung 21 cm. Doppelblatt. Nr. 101 Schätzpreis: 750,00 EUR
von rohen einfachen Garnen: Baumwollgarne, Zell- Startpreis: 250,00 EUR
wollgarne, Baumwollmischgarne und Flockenbast- Nr. 100 Schätzpreis: 500,00 EUR Baumwollspinnerei Gronau
mischgarne. Werke Stadtbach, Wertach und Sen- Startpreis: 240,00 EUR
kelbach. Großaktionär war seit 1929 die Christian Aktie 1.000 Mark, Nr. 40a
Baumwollspinnerei Gronau Kirchspiel Epe b. Gronau i. W., 15.4.1904 VF
Dierig AG im schlesischen Langenbielau, die nach
dem Krieg ihren Sitz nach Augsburg verlegte Aktie 1.000 Mark, Nr. 550 Auflage 350 (R 11). Originalunterschriften. Loch-
(heute: Dierig Holding AG) und sich die Baum- Kirchspiel Epe b. Gronau i. W., 1.7.1897 EF entwertet. Maße: 22,6 x 28,9 cm. Große Rarität!
wollspinnerei am Stadtbach 1951 vollständig ein-
gliederte. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.

Nr. 99

Nr. 99 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Baumwollspinnerei Erlangen
Aktie 1.000 Mark, Nr. 477
Erlangen, März 1899 EF/VF
Nr. 100
Auflage 800. Gründung 1880 als “Spinnerei und
Weberei Erlangen”. Herstellung von Garnen, Zwir-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 104 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 250,00 EUR
Bayerische Brauerei-Schuck-
Jaenisch AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 359
Kaiserslautern, März 1942 VF
Auflage 500 (R 9). Die Brauerei in Kaiserslautern
(Kantstr. 7) besteht bereits seit 1857. 1873 wurde
dann die Aktienbrauerei Kaiserslautern gegründet
(Barbarossa Bräu), aus der 1883 die Bayerische
Brauereigesellschaft hervorging. 1920/21 Umfir-
mierung wie oben nach Übernahme der Brauerei
Jaenisch AG sowie der Kundschaft der Brauerei C.
Schuck GmbH. Hergestellt wurden untergärige
Biere, Spezial- und Exportbiere, Bockbiere, ferner
Eis, z.T. Natureis auf eigenem Weiher. Zuletzt vor
allem für das Kaiser Pilsener bekannt. Biernieder-
lagen in Winnweiler, Alsenz, Waldmohr, Bad Dürk-
heim, Odernheim, Schifferstadt, Ludwigshafen,
Mannheim, Mainz sowie diverse Eigentumswirt-
schaften. Ab 1955 in Frankfurt börsennotiert. Seit
2006 eine 100%-Tochter der Radeberger-Gruppe.
Schönes blau-weißes Wappen der Bayerischen
Brauereigesellschaft Kaiserslautern in der oberen
Umrahmung. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.

Nr. 101
Mannheim und Frankfurt. 1970 wird die Brauerei
stillgelegt und die Produktion der weiter vertrie-
benen Marke “Storchen” in drei Braustätten der
Eichbaum-Gruppe verlagert. 1971 durch Fusion in
der Eichbaum-Werger-Brauereien AG aufgegan-
gen. Großformatiges Papier, sehr dekorativ ver-

Nr. 105
ziert. Lochentwertet. Maße: 37,6 x 27,9 cm. Dop-
pelblatt.

Nr. 105 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Bayerische Elektrizitäts-Werke
Aktie 1.000 RM, Nr. 4853
Nr. 102 München, November 1941 EF+
Auflage 1.349 (R 6). Gründung 1898. Die Gesell-
Nr. 102 Schätzpreis: 150,00 EUR schaft übernahm die der AG für Elektricitäts-Anla-
Startpreis: 60,00 EUR gen in Köln erteilten Konzessionen und die bereits
Bayer AG errichteten Anlagen für die Versorgung mit elek-
trischer Energie in einem Teil des Bezirksverban-
Aktie 50 DM, Specimen des Schwaben und Neuburg. 1899 wurde die Kon-
Leverkusen, von 1986 EF+ zession zur Versorgung der Stadt Neu-Ulm
American Depository Receipt (R 10). Die Firma (Donau) erworben und ein Kraftwerk an der Iller
Friedr. Bayer et comp. wurde 1863 in Wuppertal- errichtet. 1902 übernahm dei Gesellschaft das Ver-
Barmen gegründet. 1881 Umwandlung in eine AG mögen der Bayerischen Elektricitäts-Gesellschaft
als “Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.” Helios. Die Städte Freising, Tauberbischofsheim,
1912 Verlegung des Hauptsitzes von Elberfeld Ochsenfurt wurden versorgt. Außerdem Grundbe-
nach Leverkusen. 1925 verlor Bayer mit der I.G. sitz in Landshut, wo zeitweilig das Zentralbüro
Farben-Fusion vorerst die Selbständigkeit. Als die war. Großaktionär 1943: Elektrische Licht- und
I.G. Farbenindustrie AG auf alliierte Anordnung Kraftanlagen AG, Berlin. Börsennotiz Berlin und
zerschlagen wurde, kam es 1951 zur Neugründung München. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.
als Farbenfabriken Bayer AG. 1972 Umfirmierung
in Bayer AG. Heute einer der weltgrößten Chemie-
und Pharmakonzerne. Maße: 20,5 x 30,5 cm.

Nr. 103 Schätzpreis: 350,00 EUR Nr. 103


Startpreis: 150,00 EUR
Bayerische Bierbrauerei-
Gesellschaft, vormals H. Schwartz
Aktie 1.000 Mark, Nr. 493
Speyer, 15.5.1886 EF
Gründeraktie, Auflage 600. Gründung 1886 als
Bayerische Bierbrauerei-Gesellschaft vorm. H.
Schwartz in Speyer. 1914 fusionsweise Übernahme
Nr. 106
der Brauerei zum Storchen AG und Umfirmierung
in “Brauerei Schwartz-Storchen AG”. Die beiden
Braustätten wurden daraufhin durch einen unter-
irdischen Gang verbunden. 1922 Fusion mit der Nr. 106 Schätzpreis: 150,00 EUR
Brauereigesellschaft zur Sonne vorm. H. Weitz Startpreis: 60,00 EUR
(diese hatte 1908 schon die AG Speyerer Brauhaus Bayerische Handelsbank
Nr. 104
vorm. Schultz und 1921 die Löwenbrauerei vorm. Aktie 100 DM, Blankette
I. Busch in Annweiler übernommen). Börsennotiz
München, 20.6.1963 UNC/EF

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(R 9) 1869 Gründung der Bayerischen Handels- Nr. 109 Schätzpreis: 250,00 EUR
bank als Kreditbank. 1871 Angliederung einer Startpreis: 100,00 EUR
Bodencreditanstalt. 1921 Übertragung der
Geschäftsbank auf die Bayerische Vereinsbank,
Bayerische Motoren Werke AG
seitdem reine Hypothekenbank. Börsennotiert bis Aktie 1.000 RM, Nr. 8078
2002, als die Bayerische Handelsbank mit den München, April 1927 EF
anderen Realkredit-Töchtern der HypoVereins- Auflage 5.000 (R 6). Ursprung sind die “Gustav
bank fusioniert wurde. Letztlich Teil der heute Otto Flugmaschinenwerke”, deren Gründer ein
skandalumwitterten Hypo Real Estate geworden. Sohn des Erfinders des Viertaktmotors Nicolaus
Maße: 21 x 29,7 cm. August Otto war. Seit 1916 AG als “Bayerische
Flugmotorenwerke AG”. 1922 Erwerb der Moto-
renbau-Sparte von der Firma Knorr-Bremse und
Umfirmierung in “Bayerische Motoren Werke AG”.
1925/1926 gehörte BMW zu den Gründern der
Deutschen Luft Hansa. 1928 erwarb BMW von der Nr. 112
Gothaer Waggonfabrik die Fahrzeugfabrik
Eisenach (Dixi-Werke, gebaut wurde der 3/15-PS- Nr. 112 Schätzpreis: 400,00 EUR
Dixi-Wagen nach einer Lizenz der Austin Motor Startpreis: 150,00 EUR
Co.) Der im 2. Weltkrieg erneut boomende Bau Bayerische Vereinsbank
von Flugmotoren brachte die Auto- und Motorrad-
Sparte ins Hintertreffen, mit andauernden Folgen Stammaktie 1.000 RM, Nr. 6947
nach dem Krieg: 1959 stand BMW vor der Pleite, München, 16.3.1928 VF+
der Konkurrent Daimler-Benz legte ein Übernah- Auflage 11.000 (R 11). Gründung 1869 als Kredit-
meangebot vor. Als “Weißer Ritter” stieg damals und Hypotheken-Bank (sog. gemischte Bank).

Nr. 107
die Industriellenfamilie Quandt ein. In den folgen- 1920 Interessengemeinschaft mit der Bayerischen
den Jahrzehnten blühte BMW zu einem weltweit Handelsbank und der Vereinsbank in Nürnberg,
führenden Premium-Hersteller auf. Mit BMW- die dabei das reguläre Bankgeschäft abgaben,
Nr. 107 Schätzpreis: 150,00 EUR Emblem im Trockensiegel. Maße: 21 x 29,8 cm. aber das Realkreditgeschäft behielten (bis 2002,
Startpreis: 60,00 EUR Nicht entwertetes Stück in einem sehr guten wo sie dann in der HVB Real Estate Bank aufgin-
Bayerische Handelsbank Erhaltungszustand! gen). 1971 Übernahme der Bayerische Staatsbank
AG. 1999 mit dem Erz-Lokalrivalen Bayerische
Aktie 1.000 DM, Teilblankette, Nr. 465093 Hypotheken- und Wechselbank zur Bayerische
München, 10.7.1964 EF Hypo- und Vereinsbank AG verschmolzen. Heute
(R 9) Maße: 21 x 29,7 cm. Lochentwertet. zum italienischen Unicredit-Konzern gehörend.
Maße: 20,9 x 29,8 cm. In dieser Form (nicht ent-
wertet und mit Kupons) extrem selten, mit
Kupons sind seit vielen Jahren überhaupt nur
zwei Stücke bekannt.

Nr. 110
Nr. 110 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Bayerische Motoren Werke AG
Nr. 113
Aktie 1.000 RM, Nr. 97068
München, Juni 1944 EF+
Auflage 7.000 (R 10), außerdem 28 Sammelurkun-
den zu 1000 x 1.000 RM. Mit BMW-Emblem im Nr. 113 Schätzpreis: 200,00 EUR
Trockensiegel. Maße: 21 x 29,8 cm. Mit beiliegen- Startpreis: 45,00 EUR

Nr. 108
dem restlichen Kuponbogen. Bayerische Warenkreditbank AG
Aktie 3.000 Mark, Nr. 4201
Nr. 108 Schätzpreis: 200,00 EUR München, 7.4.1923 EF/VF
Startpreis: 60,00 EUR Gründeraktie, Auflage 5.000 (R 9). Gegründet am
13.2.1923 u.a. durch die Warenkreditbank-AG in
Bayerische Kreis-Haupt- Berlin, v. Schirach & Co. KG, Konsul Carl A. Lue-
und Universitätsstadt Würzburg deritz u.v.m. zwecks Beleihung und Bevorschus-
10% Schuldv. 5.000 Mark, Nr. 6511 sung von Waren. Trotz der illustren Beteiligten
20.2.1923 EF (AR-Vorsitzender Heinrich Königbauer war Präsi-
dent des Bayerischen Landtags, AR-Mitglied Fr.
(R 9) Teil einer Anleihe von 200 Mio. Mark. Groß-
Warschauer war einer der bekanntesten Berliner
formatiges Papier, dekorative breite Umrahmung
Privatbankiers, Mitgründer und AR-Mitglied Frie-
mit Putti und Füllhörnern. Maße: 37,7 x 25,7 cm.
drich v. Schirach war der Vater des späteren
Mit kpl. Kuponbogen.
“Reichsjugendführers” Baldur von Schirach) reüs-
sierte die Bank nicht und ging bereits im Juli 1924
wieder in Liquidation. Lochentwertet. Maße: 14,7
x 23 cm.

Nr. 114 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Nr. 111 Bayerischer Lloyd Schiffahrts-AG
Nr. 111 Schätzpreis: 150,00 EUR Aktie 1.000 RM, Nr. 14912
Startpreis: 75,00 EUR Regensburg, Januar 1931 EF
Bayerische Motoren Werke AG Auflage 4.000 (R 7). Gründung 1913. Nachdem die
Süddeutsche Donau-Schiffahrts-Gesellschaft 1911
Sammel-VZ-Aktie 20 x 50 DM, Muster in österreichischen Besitz übergegangen war, ent-
München, Juli 1989 EF+ sprach die Gründung des Bayerischen Lloyd dem

Nr. 109
Nullgeziffertes Muster. Schöner Druck von Giesecke Wunsch, wieder eine eigene nationale Schiff-
& Devrient mit BMW-Emblem. Maße: 29,7 x 21 cm. fahrtsgesellschaft auf der Donau zu betreiben. Ab

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

1927 Betriebsgemeinschaft mit der Donau-Dampf- 1939/40 von Schilling auf RM und dann 1956 wie-
schiffahrts-Gesellschaft. 1978 übernahm die Rhe- der 1:4 auf Schilling umgestellt. Lochentwertet.
nus-WTAG die Aktienmehrheit, nennenswerte Maße: 21 x 29,8 cm.
Anteile liegen noch beim Bund und beim Freistaat
Bayern. Börsennotiz München. Sehr dekorativ,
Abb. Bavaria vor Flusslandschaft. Maße: 21 x 29,7
cm. Nicht entwertetes Stück in einem sehr guten
Erhaltungszustand!

Nr. 117
Nr. 117 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR
Benno Schilde Maschinenbau-AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 1683
Hersfeld, Dezember 1941 EF/VF

Nr. 114
Auflage 1.600 (R 9). Die Gesellschaft ging aus der
1874 gegründeten Maschinen- und Apparatebau-
anstalt von Benno Schilde hervor, die sich bis zum
Ableben des Begründers in dessen Privatbesitz
befand und dann als Familien-GmbH weitergeführt
Nr. 119
wurde. Am 12.4.1922 erfolgte die Gründung der
AG. Fabrikation von Ventilatoren, Schlackenaufbe-
reitungsanlagen, Heizungs- und Lüftungsanlagen
sowie Waschmaschinen, Lackieranlagen und Indu- Nr. 119 Schätzpreis: 350,00 EUR
strieöfen. Übernommen wurden 1922 die Maschi- Startpreis: 150,00 EUR
nenfabrik Imperial in Meissen, die Imperial-För-
ster-Werke in Magdeburg sowie Gelände und Anla- Bergbau- und Hütten-AG
gen der Reichsflugzeugwerke Schwerin-Görries. FRIEDRICHSHÜTTE
1969 verschmolzen mit der Friedrich Haas GmbH Actie 1.000 Mark, Nr. 216
und der Rheinische Dampfkesselfabrik Büttner & Neunkirchen Bez. Arnsberg, 9.9.1896 EF+
Cie. in Krefeld zur Büttner-Schilde-Haas AG (BSH).
Gründeraktie, Auflage 2.480 (R 8). Übernahme der
Ab 1977: Babcock-BSH AG, ab 1995 Turbo Luft-
Hochofenanlage “Friedrichshütte” von den Erben
Nr. 115
technik. Anfang 2003 Übernahme durch den Fran-
des Kommerzienrats Schneider. 1906 Sitzverle-
kenthaler Maschinenbaukonzern AG Kühnle,
gung nach Herdorf. Betrieben wurde die Eisen-
Kopp & Kausch. Firmierung als eigenständge
Nr. 115 Schätzpreis: 200,00 EUR steingrube San Fernando im Siegerland, Hoch-
Gesellschaft unter dem Namen TLT-Turbo GmbH,
Startpreis: 100,00 EUR ofenwerke, ein Siemens-Martin-Stahlwerk und ein
Zweibrücken. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.
Blechwalzwerk. 1930 Abschluss eines Gewinn-
Beil & Voss Musik-Instrumenten-AG Gemeinschaftsvertrages mit dem Großaktionär
Aktie 1.000 RM, Nr. 10 Vereinigte Stahlwerke AG. Börsennotiz Berlin und
Berlin, 1.1.1926 EF Frankfurt. 1955 Auflösung der Fa. Maße: 34,5 x
Auflage 350 (R 7). Gegründet 1923 zwecks Handel 24,5 cm. Nicht entwertetes Stück in einem sehr
mit Musikinstrumenten aller Art. Geschäftsansäs- guten Erhaltungszustand!
sig Berlin C 25, Prenzlauerstrasse 52. 1930 Kon-
kurseröffnung, 1931 erloschen. Lochentwertet.
Maße: 21 x 29,7 cm.

Nr. 118
Nr. 118 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 140,00 EUR
Bergbahn AG St. Anton am Arlberg
Aktie 100 RM, Nr. 271 Nr. 120
Innsbruck, September 1940 EF
Nr. 116
Auflage 500 (R 8). Gründung 1937, zunächst kon-
zessioniert für die Seilschwebebahn von St. Anton
Nr. 120 Schätzpreis: 750,00 EUR
am Arlberg auf den Galzig. Die Seilbahn wurde Startpreis: 200,00 EUR
Nr. 116 Schätzpreis: 250,00 EUR nach dem System Zuegg-Bleichert erbaut und am Bergbau-AG Ewald-König Ludwig
Startpreis: 75,00 EUR 19.12.1937 eröffnet. Die Zahl der Fahrgäste stieg Aktie 200 RM, Nr. 31346
Bender & Co. AG beständig von rd. 100.000 in den Jahren nach der Herten i.W., Juli 1935 EF
Aktie 100 RM, Nr. 1884 Eröffnung bis knapp 300.000 in den 1960er Jahren.
1953-60 Errichtung von vier Skiliften in St. Chri- Auflage 2.500 (R 12). Gründung der AG 1935 durch
Kaiserslautern, Oktober 1928 EF+ stoph sowie vom Feldherrnhügel auf den Galzig. Fusion der 1871 bzw. 1872 gegründeten Gewerk-
Auflage 6.000 (R 8). Gründung 1922 als “Baum- 1962 Verleihung der eisenbahnrechtlichen Kon- schaften Ewald in Herten und König Ludwig in
wollspinnerei und -Weberei Kaiserslautern”. Die zession für die Gampbergbahn (Seilbahn von St. Recklinghausen. Der gewaltige Betrieb, dessen 7
Aktien notierten im Freiverkehr der Börse Mann- Anton a.A. auf den Gampberg). Zu den Beteiligun- Zechen zusammen 19 Schachtanlagen besaßen,
heim. 1929 Eröffnung des Konkursverfahrens, gen gehört auch ein Anteil von 26% an der Zug- hatte eine fast 100 Mio. qm große Berechtsame,
1930 wurden Teile der Fabrikanlagen zwangsver- spitzbahn AG, Ehrwald. Das Kapital wurde unter der Kohlenvorräte von 350 Mio. t anstan-
steigert. Maße: 21 x 29,8 cm. den. Bei der damaligen Jahresförderung von in der
Spitze über 4 Mio. t hätte das trotzdem noch fast
100 Jahre gereicht. Großaktionär der in Berlin und
im Freiverkehr Düsseldorf notierten AG waren die
Die Zuschläge erfolgen zum niedrigst möglichen Preis, Reichswerke AG “Hermann Göring”, mit 33% hatte
auch wenn Sie schriftlich höher geboten haben. Garantiert! aber auch die Gruppe Thyssen großen Einfluß
und stellte den AR-Vorsitzenden. 1959 Verschmel-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

zung auf die Salzgitter Industriewerke AG, die Gründung 1920 die Aufschlußarbeiten in den Gru- ehoffnung der Werlauer Gewerkschaft in St. Goar,
ihren Namen zugleich in Ewald-Kohle AG änderte ben “Fürstenzeche” und “Silberne Rose” voran, das schon fast 100 Jahre in Betrieb war und aus
(die Zeche König Ludwig war inzwischen stillge- brachte bis März 1922 den 200 m tiefen Ludwig- zwei Gangzügen förderte. Der im März 1908
legt, auf Ewald waren jetzt noch 7 Schächte und Wittmann-Schacht bei Goldmühl nieder (benannt getätigte Kauf des Zinkerzbergwerkes Laura bei
auf Ewald-Fortsetzung 5 Schächte in Betrieb). nach dem AR-Vorsitzenden Kommerzienrat Lud- Mehlen (Verkäufer: R. Mannesmann) wurde später
1965 fusionsweise Aufnahme der Gewerkschaft wig Wittmann vom Bankhaus L. Wittmann & Co. wegen unbefriedigender Erzförderung rückgängig
des Steinkohlenbergwerks Haus Aden, Reckling- aus Stuttgart, wo der überwiegende Teil des Kapi- gemacht. Obwohl die Ges. zu der Zeit schon defi-
hausen mit ihren 3 Schächten. 1968 Mitbegründer tals eingeworben worden war), richtete von hier zität und chronisch kapitalschwach war, plante
der Ruhrkohle AG, auf die der Bergwerksbetrieb aus auf zwei Sohlen den Abbau des goldhaltigen man nahe der Grube Friedrichssegen noch 1912
übertragen wurde. Die Zeche Ewald wurde 1997 “Spiesglasganges” her und stellte am Schacht ein die Errichtung einer Zinkhütte und einer Schwe-
mit der Zeche Hugo vereinigt und 2002 endgültig Krupp’sches Stempelpochwerk auf. Im Juli 1923 felsäurefabrik. Ebenfalls 1912 löste man die Grube
geschlossen. Mit Faksimile-Unterschrift Fritz verließen die ersten Goldbarren das Bergwerk. Friedrichssegen, deren teure weitere
Thyssen als AR-Vorsitzender. Maße: 21 x 29,8 cm. Der 2. Weltkrieg setzte dem Bergbau im Fichtelge- Erschließung nicht mehr finanzierbar war, in Form
Das einzige bekannte Stück ohne Entwertung! birge ein endgültiges Ende. Der 1981 unternom- einer neuen tausendteiligen Gewerkschaft heraus.
mene Versuch einer Nürnberger Explorationsfir- Der AG blieb danach nur noch die profitable
ma, die Förderung der Erze mit einem Goldgehalt Grube Werlau. Aber zu spät: 1913 ging die AG in
von 11 Gramm pro Tonne wieder aufzunehmen, Konkurs. Die Zwangsversteigerung des Berg-
scheiterte. Aber noch heute finden in Goldkro- werkseigentums (ein erster Termin im November
nach jährliche Goldsuchertreffen statt und die 1914 war mit Rücksicht auf den gerade begonne-
“Deutsche Goldsuchervereinigung e.V.” hat hier nen 1. Weltkrieg abgesagt worden) fand im Okto-
ihren Sitz. 1924 umgestellt auf 20 Gold-Mark. ber 1918 statt. Die Grube Werlau wurde dann wie-
Maße: 33 x 21 cm. Doppelblatt, lochentwertet. der in der Form einer bergrechtlichen Gewerk-
schaft betrieben, ging 1934 an die AG für Bergbau,
Nr. 122 Schätzpreis: 850,00 EUR Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg und in West-
Startpreis: 450,00 EUR falen (Stolberger Zink AG) und stellte erst 1961 die
Förderung ein. Die immer noch metallreiche Halde
Bergbau-AG Friedrichssegen der Grube Friedrichssegen wurde schließlich von
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1731 (zuerst geän- 1950 bis 1957 noch einmal mittels Haldenflotation
dert in 765, dann 427) ausgebeutet. Lochentwertet. Maße: 24,8 x 35 cm.
Friedrichssegen/Lahn, 5.2.1904 VF Randeinrisse fachmännisch restauriert.
Gründeraktie, Auflage urspr. 1.000, (R 10). Ab 1912
Vorzugs-Aktie. Der Abbau von Blei- und Silberer-
zen im Gebiet von Bad Ems wurde schon von den
Römern betrieben. Vorläufer von Friedrichssegen
sind erstmals 1209 urkundlich erwähnt. Nach
einer 1768 vom Mainzer Fürstbischof erteilten
Schürferlaubnis im Lahnsteiner Wald gründete
sich erstmals 1853 eine AG unter der Firma “Ges.
des Silber- und Bleibergwerks Friedrichssegen”.
Nr. 121 1900 bis 1903 dann eine bergrechtliche Gewerk-
schaft. 1903 auf Betreiben von Berliner Privatban-
Nr. 121 Schätzpreis: 150,00 EUR kiers erneut in eine AG umgemodelt und in Berlin
Startpreis: 75,00 EUR an die Börse gebracht. Das auf Silber, Blei, Kupfer,
Nickel, Eisen, Mangan, Schwefelkies und Dach-
Bergbau-AG Fichtelgold schiefer verliehene Bergwerk Friedrichssegen,
Aktie 1.000 Mark, Nr. 4505 das auch alle diese Mineralien förderte, lag an der
Brandholz, November 1921 EF/VF Lahn 7 km von Bad Ems und 10 km von Koblenz
Auflage 3.400 (R 10). Gründung 1920 zur Ausbeu- entfernt. Gefördert wurde über den Inneren
tung von Gold-, Silber-, Antimon-, Arsen- u. Schwe- Schacht mit 195 m Teufe und den Hauptmaschi-
felkiesgruben im Fichtelgebirge, wobei Dir. Otto nenschacht mit 484 m Teufe. Zu den Übertagean-
Heer in Steinach die ihm gehörenden sämtlichen lagen gehörte auch eine Kirche und eine Schule.
Kuxe der Gewerkschaften “Fürstenzeche”, Die Grubenbahn zum Bahnhof Friedrichssegen
“Schickung Gottes” sowie die sechs Bergwerke war als kombinierte Adhäsions- und Zahnradbahn
Nr. 123
der “Gew. für Antimon- und Goldgewinnung im die erste dieser Art in ganz Preußen. Anfang 1907
Fichtelgebirge” einbrachte. Dazu kamen vier Gold- ferner Ankauf des Blei- und Zinkerzbergwerks Gut-
, Silber- und Arsen-Gruben im Kreis Löwenberg
(Schlesien) und die Manganerzfelder der sächsi-
schen Gewerkschaft “Adelma” bei Geyer im Erzge-
birge. Weiter hinzuerworben wurde 1922 das Gru-
benfeld Markus Röhling unter den erzgebirgi-
schen Städten Annaberg und Buchholz. Nachweis-
lich bereits im 6. Jh. wurde im Weißmaintal bei
Bad Berneck Waschgold gefunden. Beim Verfolgen
des Waschgoldes im Fluß entdeckten die Bergleu-
te schließlich die Erzgängen des “Goldberges” bei
Goldkronach. Der Bergbau gelangte dort zu einer
solchen Blüte, daß Kaiser Otto der Große 968
einen Stamm fränkischer Bergleute nach Goslar
verpflanzen konnte, wo sie das später 1000 Jahre
lang betriebene Bergwerk im Rammelsberg grün-
deten. Bei Goldkronach unterlag der Bergbau
großen Schwankungen und kam in den Hussitten-
kriegen ganz zum Erliegen. 1792 fielen die Für-
stentümer Ansbach und Bayreuth an Preußen,
1793 wurde der Universalgelehrte Alexander von
Humboldt preußischer Bergbeamter für die Revie-
re Goldkronach, Naila und Wunsiedel. Er bereiste
das Revier ausgiebig, steigerte Abbau und Verhüt-
tung erheblich und sammelte hier für das Berliner
Mineralienkabinett. Nach einer weiteren Periode
des Darniederliegens wurde um 1850 der Bergbau
vom Bayerischen Staat auf der Fürstenzeche wie-
der begonnen, wo auch ein Stempelpochwerk
errichtet wurde. Wegen Unrentabilität hatten auch
diese Aktivitäten nur sehr kurzen Bestand.

Nr. 122
Schließlich verzichtete der Staat auf seine Rechte.
Die Bergbau-AG “Fichtelgold” trieb nach ihrer

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 123 Schätzpreis: 200,00 EUR spätere Hauptschacht abgeteuft, auf dem in Spit- der Kapitaleigner blieb dabei unverändert, die
Startpreis: 35,00 EUR zenjahren o,5 Mio. t Kohle gefördert wurden. 1955 Schulden war man los. 1925 gründete Dahlbusch
wurde noch ein zweiter Wetterschacht in Betrieb die “Deutsche Libbey-Owens-Gesellschaft für
Bergina Bergwerk- und Industrie-AG genommen. 1961 übernahm die Raab-Karcher maschinelle Glasherstellung AG” (Delog), die heu-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 18194 GmbH (ARAL) die Kuxenmehrheit. Maße: 35 x 25 tige Flachglas AG. Diese Beteiligung sicherte der
München, April 1922 EF cm. börsennotierten Dahlbusch weit über die Zeit der
Auflage 6.000 (R 7). Gründung 1882 als “Immobili- Steinkohle hinaus die Existenz, zuletzt als deut-
en-Bank zu Dresden”. Nachdem das eingezahlte sche Zwischenholding des englischen Pilkington-
Kapital bis zur Jahrhundertwende völlig aufge- Glaskonzerns. Der starke belgische Einfluss zeigt
zehrt war, sollte 1902 die Auflösung der AG sich auch darin, dass alle Aktien, sogar noch die
beschlossen werden, was aber nicht durchgeführt 1951 ausgegebenen DM-Papiere, als Doppelblätter
wurde. Fast zwei Jahrzehnte später nahmen sich mit deutschem und französischem Text gedruckt
neue Aktionäre der im Dämmerschlaf liegenden wurden. Eine der bekanntesten Gesellschaften des
AG an und nutzten den AG-Mantel für den Erwerb Reviers und die einzige, die heute noch börsenno-
eines Eisenerzvorkommens in Tirol, dessen tiert ist. Übrigens: Hermann J. Abs gehörte ihrem
Metallgehalt von 65% sogar schwedischen Erzen Aufsichtsrat über 50 Jahre lang an. Dekoratives
überlegen sein sollte. 1920 dann Umfirmierung Doppelblatt, Rückseite in französisch. Umstel-
wie oben und Sitzverlegung nach München, ab Juli lungsstempel auf 400 Goldmark. Maße: 31,6 x 23,7
1923 in München auch börsennotiert. Zuletzt cm. Nicht entwertetes Stück in einem guten Erhal-
besaß die AG fünf Kalk- und Talkumwerke sowie tungszustand!
Speckstein-Bergwerke in Hohlenbrunn i. Ofr.,
Erbendorf i. Opf., Schwarzenbach a.d.S., Thiers-
heim und Schacht Rabenwald bei Graz sowie ein
Laboratorium in München (Liebigstr. 22). Nach
dem Konkurs Ende 1925 erwarb die Bayerische
Girozentrale als Hauptgläubigerin in der Zwangs-
versteigerung das Werk Hohlenbrunn, die übrigen
Gläubiger und die Aktionäre gingen leer aus. Deko-
rativ, großes Hochformat, mit Hammer und Schle-
gel in allen vier Ecken. Maße: 36,8 x 24,8 cm. Mit

Nr. 125
restlichem Kuponbogen.

Nr. 124

Nr. 124 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 127


Startpreis: 100,00 EUR Nr. 127 Schätzpreis: 300,00 EUR
Bergschlößchen-Aktien-Bier-Brauerei Startpreis: 120,00 EUR
Aktie 1.000 RM, Nr. 367 Bergwerks-Gesellschaft
Braunsberg, Februar 1929 EF/VF Georg von Giesche’sche Erben
Auflage 400 (R 8). Gründung 1871 unter Übernah- Namens-Anteilschein über 1/10.000 Anteil,
me der Privat-Brauerei von Carl Mückenberger in
Braunsberg, Gartenstraße 10. Herstellung von
Nr. 1897
Nr. 126
Bier, Malz, Eis, Selters und Limonaden. Börsenno- Breslau, 1.1.1926 VF+
tiz Königsberg, ab 1935 Berlin. Mehrheitsaktionär Der Kaufmann und Industriegründer Georg von
war der Stettiner Rückforth-Konzern. 1948 Sitzver- Giesche (1653-1716) legte den Grundstein für
legung nach Mülheim/Ruhr, 1951 in eine GmbH Nr. 126 Schätzpreis: 200,00 EUR eines der größten Unternehmen östlich der Elbe.
umgewandelt. 1953 verschmolzen auf die Ferd. Startpreis: 60,00 EUR 1704 ließ er sich und seine leiblichen Erben für 20
Rückforth Nachfolger AG. Lochentwertet. Maße: Bergwerks-Gesellschaft Dahlbusch Jahre vom Kaiser Leopold I. von Österreich das
20,9 x 29,8 cm. ausschließliche Recht des Bergbaus auf Galmei
Aktie 1.200 Mark, Nr. 43715 und des Handels damit für ganz Schlesien sichern.
Nr. 125 Schätzpreis: 350,00 EUR Rotthausen Kreis Essen, Juli 1920 EF/VF Das war die Geburtsstunde der Gesellschaft, die
Startpreis: 140,00 EUR Auflage 20.000 (R 8). Ursprung ist die 1847 gegrün- bemerkenswerter Weise 270 Jahre in unveränder-
dete “Englisch-Belgische Gesellschaft der Rheini- ter Rechtsform geführt wurde! Nach dem Verlust
Bergwerk ver. Klosterbusch schen Bergwerke”. 1848 weigerten sich, wegen der der schlesischen Besitzungen in Folge des 2. Welt-
Kuxschein über 10 von 1.000 Kuxen, Nr. 62 Revolution in Deutschland, die ausländischen krieges wurde der Sitz nach Hamburg verlegt,
Herbede-Ruhr, 10.10.1930 EF Investoren, weitere Einzahlungen zu leisten: der zuletzt befaßte sich die Ges. mit Brenn- und Bau-
Auflage maximal 100 (R 8). Das Eisensteinberg- Mutungsschacht König Leopold musste aus Geld- stoffhandel. 1974 in Konkurs gegangen. Mehrseiti-
werk Vereinigte Klosterbusch ging 1857 aus der mangel eingestellt werden. Das Festhalten belgi- ge Urkunde mit dekorativem Titelblatt. Lochent-
Konsolidierung (Fusion) der Bergwerke Marcus scher Aktionäre (allen voran Joseph Chaudron, wertet. Maße: 33 x 21,1 cm. 6 Blätter, davon 9 Sei-
und Klosterbusch in der Gemeinde Bredeney her- bis zu seinem Tod 1905 AR-Vorsitzender von Dahl- ten beschriftet. Mehrere Übertragungsvorgänge,
vor. Die Tiefbauanlage, die über eines der wenigen busch) an dem Unternehmen führte 1849 zur Neu- u.a. 1933 auf Seine Durchlaucht Prinz Gustav Biron
abbauwürdigen Eisensteinflöze im Ruhrtal verfüg- gründung als “S.A. der Belgisch-Rheinischen Koh- von Curland auf Schloß Groß-Wartenburg in Schle-
te, lag in (Essen-)Werden unmittelbar an der Ruhr. lenbergwerke an der Ruhr”. Statt des bis dahin sien, 1934 übertragen auf die Prinzessin Helene
Mehrheitsgewerke war damals die Phoenix AG für üblichen Abteufens von Hand wurde erstmals das Biron von Curland. Zahlreiche Originalsignaturen.
Bergbau und Eisenhüttenbetrieb, die 1854 in Kind-Chaudron-Schachtbohrverfahren ange-
Essen-Kupferdreh mit dem Bau eines Hüttenwer- wandt, 1857 wurde das oberste Gaskohlenflöz Nr. 128 Schätzpreis: 250,00 EUR
kes begonnen hatte. Die Eisensteinzeche wurde erreicht. Die Mittelbeschaffung zur Errichtung Startpreis: 120,00 EUR
1878 stillgelegt. 1918 erwarb die Gewerkschaft einer dringend nötigen Doppelschachtanlage
scheiterte am Einspruch der Anleihegläubiger, die Bergwitzer Braunkohlen AG
Vereinigte Klosterbusch die Steinkohlengewerk-
schaften Sonnenschein, Johann-Diedrich und in manchen Jahren nicht einmal Zinsen bekom- 5% Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 115
Buchwald in Bochum-Querenburg und nahm zwei men hatten. Man entledigte sich der Gläubiger Bergwitz, November 1921 EF-
tonnlägige Schächte in Betrieb. 1923 wurde der durch Verkauf aller Aktiva an die 1873 neugegrün- Auflage 4.000 (R 10). Bei der Gründung 1905 als
dete Bergwerks-Gesellschaft Dahlbusch. Der Kreis “Gniest-Bergwitzer Braunkohlenwerke zu Witten-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

berg” wurden die Braunkohlenwerke und Dampf-


ziegelei Gniest GmbH bei Kemberg erworben. Auf
einem 400 ha großen Gelände am Rande des
Urstromtals der Elbe wurde ein Braunkohlentage-
bau betrieben. Bis zu 700 Mitarbeiter förderten
bis in die 1950er Jahre zuletzt über 2 Mio. t Braun-
kohle im Jahr. Mehrheitlich beteiligt an der (1935
stillgelegten) Braunkohlen-Abbaugesellschaft
Friedensgrube AG in Meuselwitz und der Klein-
bahn Bergwitz-Kemberg, die vor allem der Abfuhr
der Kohle zur Anhalter Bahn Berlin-Wittenberg-
Bitterfeld-Halle-Leipzig diente. Großaktionäre
waren die Dresdner Bank und die Reichselektro-
werke. Seit der Stilllegung Anfang der 1950er Jahre
füllt sich der Tagebau, in dem bis Ende der 1980er
Jahre noch bedeutende Funde aus der Bronzezeit
gemacht wurden, mit Wasser. Heute erinnert an
die Bergbauperiode nur noch der im Tagebau ent-
standene Bergwitzsee. Wunderschöne Mäander-
Umrahmung, Schlegel und Eisen im Unterdruck
ausgespart. Maße: 35,9 x 27 cm. Doppelblatt,
inwendig Anleihebedingungen. Prägesiegel loch-
entwertet.

Nr. 130
Nr. 130 Schätzpreis: 750,00 EUR teilen, insbesondere von Kühlern für Kraftfahrzeu-
Startpreis: 240,00 EUR ge und jegliche Art von Verbrennungsmaschinen.
Von November 1925 bis Mai 1926 unter Geschäfts-
Berlin-Charlottenburger Bauverein aufsicht. 1930 dann in Konkurs gegangen. Maße:
Actie 200 Thaler, Nr. 7694 19,5 x 26 cm. Mit kpl. anhängenden Kupons.
Berlin, 1.4.1872 VF/F
Gründeraktie, Auflage 9.874 (R 8). Die Gesellschaft
erschloß Terrains südlich vom Bahnhof Halensee
am Grunewald sowie zwischen Wilmersdorf und

Nr. 128
Friedenau. Eine für die Gründerzeit typische Ent-
wicklung: Im ersten Jahr noch 12% Dividende,
dann wegen des drastischen Preisverfalls bei
Immobilien in Folge des Gründerkrachs 12 Jahre
lang nichts. Der Kurs sank bis auf 13% vom Nenn-
wert, um sich dann binnen 10 Jahren wieder auf
145% zu erholen, als wirtschaftliche Besserung
eintrat. Nach Verkauf aller Grundstücke und
Abschluß der Liquidation erhielten die Aktionäre
schließlich doch noch mehr als das dreifache des
Nennwertes ausbezahlt. Viele ganz unterschied-
lich gestaltete Liquidationsraten-Stempel. Maße:
Nr. 132
26,8 x 33,5 cm. Lochentwertet. Knickfalte, Rand
fingerfleckig, mehrere Einrisse hinterklebt.

Nr. 132 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Berliner AG für Eisengiesserei
und Maschinenfabrikation
Actie 300 Mark, Nr. 1559
Charlottenburg, 1.6.1882 VF
Auflage 4.000 (R 8). Gründung 1871 unter Über-
nahme der Eisengießerei “J. C. Freund & Co.”.
Durch den Gründerkrach wurde die Gesellschaft
schwer in Mitleidenschaft gezogen: 1881 wurden
zwei alte Aktien zu 600 M in eine neue Aktie zu 300
M zusammengelegt. Hergestellt wurden Dampfma-
schinen, Pumpmaschinen für Wasserwerke und
Nr. 129 Nr. 131
Kanalisation, Asphaltaufbereitungsmaschinen,
bewegliche Brücken, Motorpflüge und Kältema-
schinen. Ende 1922 wurde noch eine Stahlgießerei
Nr. 129 Schätzpreis: 350,00 EUR Nr. 131 Schätzpreis: 300,00 EUR in Betrieb genommen. Während der Inflationszeit
Startpreis: 175,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR brach der Absatz der Gesellschaft derart ein, daß
Berlin-Oberurseler Industriewerke AG 1927 die Produktion eingestellt werden mußte. Bis
Berlin (City of Berlin) 1929 in Berlin börsennotiert. 1928/30 Umfirmie-
6,5% Gold Bond 1.000 $, Specimen Aktie 1.000 Mark, Nr. 35097 rung in Freund-Stahl-AG. Die Ges. hatte eine Stahl-
Berlin, 1.4.1925 VF+ Berlin, Oktober 1923 EF- sorte von besonders grosser Streckgrenze erfun-
Nullgeziffertes Specimen (R 10). Durch Speyer & Gründeraktie, Auflage 50.000, ab 1924/26 nach den (den Siliciumstahl), jedoch blieben grössere
Co. in New York plazierte Anleihe von 15 Mio. $. Umstellung auf 500 RM lediglich noch 200 Stück Aufträge des größten Abnehmers (der Deutschen
Orange/schwarzer ABNC-Stahlstich, tolle Vignette (R 10). Gegründet im Oktober 1923 durch Berliner Reichsbahn) auf Jahre hinaus aus. Statt dessen
mit zwei Mädchen und Berliner Bär. Maße: 38,4 x Privatbankiers, Fabriken in Berlin und Oberursel wurde das Verfahren von Konkurrenten kopiert.
25,2 cm. Mit anhängenden Kupons. am Taunus zwecks Herstellung von Kraftfahrzeug- Ein Finanzkonsortium unter Führung der Deut-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

schen Bank und Disconto-Gesellschaft finanzierte


der Ges. ihre Patentverletzungsklagen, verweiger-
te aber weitere Mittel, nachdem schon 2 Mio. RM
in die Prozesse investiert waren, ehe es zu einer
Entscheidung des Reichsgerichts kam.
Schlußendlich gingen die Patente an das Finanz-
konsortium, mit Unterstützung früherer Freund-
Stahl-Mitarbeiter wurden sie von US-Firmen ver-
wendet, die AG selbst ging 1932 in Liquidation.
Lochentwertet. Maße: 24,1 x 31 cm. Knickfalte am
oberen Rand eingerissen und hinterklebt.

Nr. 133

Nr. 133 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Berliner AG für Eisengiesserei Nr. 134
und Maschinenfabrikation
Aktie 1.200 Mark, Nr. 15087 (geändert in
9239)
Charlottenburg, Januar 1923 VF+
Auflage 4.500 (R 9). Maße: 24,8 x 31,8 cm.

Nr. 134 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Startpreis: 350,00 EUR
Berliner Cementbau-AG
Actie 200 Thaler, Nr. 1320
Berlin, 1.3.1874 VF
Gründeremission, Auflage urspr. 2.500, nach Akti-
enrückkäufen 1875 und 1877 noch 1578 (R 9).
Gegründet 1872 zwecks Erwerb, Parzellierung,
Bebauung und Veräußerung von Grundstücken in
Berlin und Umgegend. Anfänglich auch Aus-
führung von Bauunternehmungen, namentlich
von Cementhäusern. Die Gesellschaft besaß in
Lichtenberg an der Ostbahn sowie in Rummels-
burg die Terrains A und B von ursprünglich
zusammen 12.000 Quadratruten (altes Flächen-
maß, 1 qR preußisch entspricht rd. 14,2 qm).
Nachdem Terrain B in Rummelsburg 1898 restlos
verkauft war, beschloß die Gen.-vers. am 23.3.1898
die Auflösung der Gesellschaft. Zwischen 1904
und 1912 wurden 12 Liquidationsraten in Höhe
von insgesamt 160% des Aktiennennwertes ausge-
kehrt. Zudem hatten die Aktionäre bis zum Liqui-
dationsbeschluß regelmäßig Dividenden erhalten,
die in den letzten Jahren durchgehend 12% p.a.
betragen hatten. Das Geheimnis des Erfolgs dieser
in Berlin börsennotierten Gesellschaft war, daß
sie im Gegensatz zu vielen Parallelgründungen der
sog. “Gründerzeit” nur mit Eigenkapital arbeitete
und nicht versuchte, über Bankschulden einen
Hebel einzusetzen. So konnte sie in Ruhe den
jeweils günstigsten Zeitpunkt für Verkäufe abwar-
ten und erzielte nach der Jahrhundertwende bei
den letzten aktenkundigen Grundstücksverkäufen
im Schnitt das 3-fache des Buchwertes. Letzte
größere Grundstücksverkäufe waren 1922 zu ver-
zeichnen, 1924 wurde die AG im Handelsregister
gelöscht (erstand aber 1925 im Wege der Nach-
tragsliquidation wieder auf, da nach der Hyperin-
flation Ansprüche aus Aufwertung von Restkauf-
geldhypotheken entstanden). Vorderseitig ganz-
flächig mit Liquidationsstempeln, welche sich
rückseitig noch fortsetzen (insgesamt 12 Raten).

Nr. 135
Maße: 22,8 x 29,5 cm. Eingerissene Mittelknickfal-
te fachgerecht restauriert.

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 135 Schätzpreis: 1.000,00 EUR kontierungsverein” zwecks gegenseitiger Unter- versammlung zu diesem Zweck die Erhöhung des
Startpreis: 450,00 EUR stützung in Kreditfragen zusammen, nachdem im Grundkapitals von 6.000 RM auf 1 Mio. RM, gleich-
Revolutionsjahr 1848 der Kredit des Einzelkauf- zeitig umbenannt wie oben. Mit der technischen
Berliner Elektricitäts-Werke manns stark eingeschränkt war. Aus dem Diskon- Durchführung der Geschäfte der Berliner Lom-
4,5% Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 5785 tierungsverein entstand 1851 der “Berliner Holz- bardkasse AG wurde zunächst die Bank des Berli-
Berlin, 31.5.1908 EF/VF händler-Verein” und 1857 das “Berliner Holz- ner Kassen-Vereins, später die Liquidationskasse
Auflage 10.000 (R 11). Ursprünglich 1884 gegrün- Comptoir” als Kommenditgesellschaft auf Aktien AG betraut. Ab 1.5.1938 erfolgte die Geschäftsbe-
det als “Städtische Elektricitäts-Werke AG” durch (1872 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt). sorgung wieder durch Angestellte der Bank des
die Deutsche Edison Gesellschaft für angewandte 1869-79 Baute die Ges. den Bromberger Holzhafen, Berliner Kassen-Vereins (ab 1943: Deutsche
Elektricität (also die spätere AEG), 1897 umbe- der 1899 dem Preußischen Fiskus überlassen Reichsbank Wertpapiersammelbank) in der Ober-
nannt wie oben. Seit 1923 die stadteigene “Berli- wurde. Durch Erwerb und Anlage von Schnei- wallstraße. Damit im Ostsektor Berlins verblie-
ner Städtische Elektrizitätswerke AG” (Bewag). demühlen sowie Erwerb neuer großer Waldgüter ben, wo nach Angaben der Banken-Kommission
Während der Weltwirtschaftskrise befand sich das in Rußland, Polen und Rumänien wurde das sämtliche Geschäftsunterlagen abhanden kamen.
ohnehin finanzschwache Berlin in einer nahezu Geschäft auch sonst bedeutend erweitert, für das 1951 wurde in Wilmersdorf in der Privatwohnung
ausweglosen Lage und brauchte dringend Geld. Exportgeschäft wurden um 1880 Filialen in Danzig des Vorstands Rudolf Kastner eine Verwaltungs-
Nach erbitterten politischen Auseinandersetzun- und Memel errichtet. Der Verlust aller dieser stelle eingerichtet. 1959 entsprach die Bankenauf-
gen wurde die Bewag schließlich 1931 für 560 Mio. Betriebe als Folge des 1. Weltkrieges wurde durch sicht dem Antrag auf Neuzulassung. 1961 Verle-
RM an die neugegründete Berliner Kraft- und Neuerrichtung von Sägewerken in Pommern, gung des Verwaltungssitzes nach Frankfurt/Main
Licht-AG (Bekula) verkauft. Deren A-Aktien (2/3 Westpreußen und Schlesien kompensiert. Größter und Umfirmierung in “Lombardkasse AG”. Seit-
des Kapitals) übernahm ein internationales Inve- Betrieb war seit 1874 die 10-gattrige Wilhelm- dem stellt den Aufsichtsratsvorsitzenden die
storen-Konsortium. Die B-Aktien lagen zu knapp Mühle in Oderberg i.M., der 1890 auf dem Gelände Deutsche Bank, die bis heute wie eh und je mit
48% bei der Stadt Berlin, je 26% bekamen die Elek- der Victoria-Mühle eine Holzimprägnieranstalt 17,32% größter Aktionär ist. Gründung von Nie-
tro-Werke und die (dann zum VEBA-Konzern angeschlossen wurde. 1901 Erwerb der Meyer’- derlassungen in Düsseldorf (1970), Berlin und
gehörende) Preußenelektra. Letzter Bewag-Mehr- schen Holzbearbeitungsfabrik am Küstriner Platz Hannover (1985) sowie München und Stuttgart
heitsaktionär war deren Rechtsnachfolger [Link] in Berlin, der man auf dem 5,55 ha großen Areal (1988). 1990 fusionsweise Übernahme der Liqui-
AG. 2001/02 verkauft an den schwedischen Vatten- Frankfurter Allee 132/133 einen Holzhandelsplatz dations-Casse in Hamburg AG. Hektographierte
fall-Konzern und zusammen mit den HEW, der angliederte. Nach dem 2. Weltkrieg verlor die AG Ausfertigung auf hellblauem Karton, rückseitig
VEAG und der LAUBAG zur heutigen Vattenfall erneut alle ihre Betriebsstätten und musste mit Dividendenstempel bis 1942 und Umschreibun-
Europe AG zusammengeführt. Sehr schöner G&D- einem Holzhandelsplatz in Berlin-Charlottenburg gen. Lochentwertet. Ausgestellt auf die Herren
Druck, zwei kleine Vignetten mit Hermesköpfen in (Kaiserin-Augusta-Allee 25/28) noch einmal bei Salomon & Oppenheim, Berlin. Maße: 26 x 20,5
der Umrahmung, mit Originalunterschriften. Maße: Null anfangen. Eine 1948 errichtete Filiale in Düs- cm. Nur 3 Stücke sind bis heute erhalten geblie-
36 x 26 cm. Nur 2 Stücke wurden 2006 im Elsaß in seldorf befaßte sich mit dem Handel von Schnit- ben!
alten Bankunterlagen entdeckt. Doppelblatt. tholz vor allem für die Deutsche Bundesbahn.
1972 Konkursantrag, Verfahren mangels Masse
nicht eröffnet. Maße: 21,1 x 29,7 cm. Mit kpl.
Kuponbogen.

Nr. 136
Nr. 136 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Berliner Hausbesitz AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 3
Berlin, Juli 1927 EF
Gründeraktie, Auflage 50 (R 10). Gründung zwecks
Verwaltung von Hausbesitz in Gross-Berlin. Einzi-
ges Objekt der Ges. war die “Motzenmühle” im
Südosten des Berliner Speckgürtels. 1932 in Kon-
Nr. 138
kurs gegangen. Sehr hübsche Gestaltung, zwei

Nr. 139
Eckvignetten mit Hochhäusern. Maße: 21 x 29,5
cm. Mit kpl. Kuponbogen. Nr. 138 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 175,00 EUR Nr. 139 Schätzpreis: 450,00 EUR
Berliner Lombardkasse AG Startpreis: 200,00 EUR
Aktie 2 x 1.000 RM, Nr. 56 Berliner Schlossbrauerei AG
Berlin, August 1931 EF/VF Global-Aktie 10 x 1.000 RM, Nr. 2931-2940
Zwischenschein (R 10). Gründung 1923 als Berli- Berlin-Schöneberg, 28.5.1934 EF
ner Makler-Verein AG durch Mitglieder der Verei- Auflage 7 (R 9). Gründung 1871. Produktion: Hel-
nigung von Berliner Banken und Bankiers (Stem- les Bier nach Pilsener Art, dunkles Bier nach Mün-
pelvereinigung) und der Interessengemeinschaft chner Art, obergäriges Karamelbier, Exportbier.
der Berliner Privatbankfirmen. Die Gründung 1921 durch Fusion auf die Lindener Aktien-Braue-
erfolgte zunächst lediglich zum Zwecke des rei in Hannover-Linden übergegangen. Seit 1926
Namensschutzes, nachdem der “alte” 1877 als als Schloßbrauerei AG wieder eine eigenständige
zweitälteste deutsche Maklerbank gegründete AG. 1934 umfirmiert in “Berliner Schloßbrauerei
Berliner Makler-Verein 1923 in eine normale AG”. Zu dem umfangreichen Gaststätten- und
Nr. 137
Geschäftsbank umgewandelt und in Berliner Bank- Hotelbesitz zählten u.a. das Restaurant “Zum
verein AG umbenannt worden war. Im Juli 1931 Prälaten” in 9 Stadtbahnbogen am Alexanderplatz,
äußerte die Interessengemeinschaft der Berliner das “Prälaten am Zoo”, das “Cafe Corso”, das Golf-
Nr. 137 Schätzpreis: 175,00 EUR Privatbankfirmen den Wunsch, eine Lombardstel-
Startpreis: 65,00 EUR Hotel Berlin-Charlottenburg (Hardenbergstraße
le zu schaffen, bei der ihre Mitglieder gegen Hin- 27a/28 und Kantstraße 2 und 2a), das “Prälaten in
Berliner Holz-Kontor AG terlegung von Wertpapieren Lombardkredit erhal- Schöneberg” sowie die Goldener Schlüssel Restau-
Aktie 100 DM, Nr. 5318 ten konnten. Damit sollte der Abzug von Kunden- rant-Betriebsges. mbH, die Gaststätten-Gesell-
geldern auf dem Höhepunkt der damaligen Ban- schaft Zentrum mbH und die Friedrichstadt Gast-
Berlin, November 1951 EF kenkrise kompensiert werden können. Am
Auflage 1.500 (R 8). Holzhändler in Berlin und stätten GmbH mit dem Spezialausschank “Bären-
31.7.1931 beschloß eine außerordentliche Haupt- schänke” in der Friedrichstr. 124 sowie die Kron-
Charlottenburg schlossen sich 1848 zu einem “Dis-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

prinzengarten Bornstedt bei Potsdam GmbH. 1960 meinden in Berlin. Ihre wichtigste Aufgabe war nen die Gebrüder Bing selbst mit der Produktion,
Übernahme durch die Berliner Kindl Brauerei AG der Finanzausgleich zwischen den reichen und 1895 Umwandlung in die “Nürnberger Metall- und
und Weiterführung als Bärenbier-Brauerei mit den ärmeren Kirchengemeinden. Außerdem Lackierwarenfabrik AG”. In drei Fabriken in Nürn-
300.000 hl Absatz. 1975 Schließung der Braustätte, erwarb die Stadtsynode größere Flächen im Berli- berg und zwei Fabriken im sächsischen Grünhain
Weiterführung der Marke Bärenpils durch die ner Umland zur Anlage von Friedhöfen. Im Rah- wurden Haus- und Küchengeräte, Badeöfen, Eis-
Kindl-Brauerei. Maschinenschriftlich ausgeführt. men seiner Tätigkeit gab der Synodalverband schränke, Korbmöbel, Porzellan, Büromaschinen,
Originalunterschriften Erich Niemann für den Auf- Anfang des 20. Jh. auch Anleihen aus. Nach der optische, mechanische und elektrische Spielwa-
sichtsrat und Richard Müller für den Vorstand. Hyperinflation 1923 wurden die Altgläubiger wie ren, Modelleisenbahnen, Puppen sowie Kinderfil-
Lochentwertet. Maße: 32,9 x 22,2 cm. Doppelblatt. bei allen öffentlichen Anleihen dieser Zeit mit me hergestellt. Vor dem 1. Weltkrieg waren die
Ablösungs-Schuldverschreibungen abgefunden, Bing-Werke mit bis zu 5.000 Mitarbeitern der
die bis zum Erlöschen der deutschen Reparati- größte Spielzeughersteller der Welt, die Bing-
onsverpflichtungen aus dem 1. Weltkrieg nicht zu Modelleisenbahnen rangierten bis zur Produkti-
verzinsen waren. Im Ostteil von Berlin bestand onseinstellung 1932 noch vor Märklin. In der Welt-
der Stadtsynodalverband noch bis zur Wende wirtschaftskrise geriet Bing - frühes Opfer der
1990. Seitdem arbeiten die Berliner Gemeinden in “Globalisierung” - nach Problemen bei der US-
Kirchenkreisen zusammen, der Finanzausgleich amerikanischen Vertriebstochter selbst in Zah-
wird durch ein Zuweisungsgesetz der Landeskir- lungsschwierigkeiten, 1932 kam es zu einem
che geregelt. Drei Originalunterschriften u.a. vom Zwangsvergleich. Die Spielzeugproduktion wurde
damaligen Generalsuperintendenten von Berlin D. eingestellt, um andere Firmenteile zu retten, sie
Georg Burghart (1865-1954). Lochentwertet. lebt heute nur noch im Spielzeugmuseum in Nürn-
Maße: 29,5 x 20,9 cm. berg fort. Die beiden Werke im sächsischen Grün-
hain wurden 1933 in der von österreichischen
Nr. 142 Schätzpreis: 125,00 EUR Industriellen gegründeten “Bing-Emaillier-Werke
Startpreis: 20,00 EUR AG” verselbständigt. Die Nürnberger Spielwaren-
hersteller Karl Bub und Kraus erwarben Maschi-
Bezugsvereinigung nen und Werkzeuge und fertigten Teile der Bing-
Deutscher Brauereien AG Eisenbahn weiter, die dann von 1932 bis 1937 als
Aktie 50 DM, Muster Karl Bub Miniatur Eisenbahn vertrieben wurde.
Bad Soden am Taunus, März 1991 UNC Der frühere Bing-Konstrukteur Hermann Müller
erlangte Weltruf mit den Modellautos seiner Firma
Nullgeziffertes Muster (R 10). Bei der Gründung
Schuco. Stephan Bing, Sohn des Firmengründers,
1916/24 beteiligten sich fast alle namhaften Braue-
wurde 1932 Mitbegründer der Modelleisenbahnfir-
reien Deutschlands an dieser Zentral-Einkaufsge-
ma Trix (musste aber als Jude 1938 nach England
sellschaft für alle Rohstoffe und Bedarfsgegen-
emigrieren). 1937 wurde die Produktion des Bing-
stände für die Brauindustrie. Außerdem Handel
Vergasers aufgenommen. Die Fritz Hintermayr
mit Mobiliar für Hotels und Gaststätten. Großak-
GmbH Bing-Vergaser-Fabrik wurde 2001 in “Bing
tionäre waren in den 50er Jahren das Hofbrauhaus
Power Systems GmbH” umbenannt, sie fertigt
Wolters AG (Braunschweig), die Brauerei Wulle
heute u.a. die Vergaser für die gerade von AUDI
AG (Stuttgart) und die Schultheiss-Brauerei AG
Nr. 140
übernommene Motorrad-Kultmarke Ducati, für
(Berlin). 1976/78 Sitzverlegung nach Bad Soden
BMW und Horex. Die AG selbst hatte 3 Monate
[Link]. Heute Anaconda Holding & Dienstleistungs
nach dem Zwangsvergleich im August 1932 Kon-
Nr. 140 Schätzpreis: 500,00 EUR AG mit Sitz in Frankfurt a.M. Im Jahre 2005 Insol-
kurs anmelden müssen. Sie wurde von neuen
Startpreis: 250,00 EUR venz und Löschung der Gesellschaft. Maße: 21 x
Aktionären 1934/35 mit Reichsmitteln saniert und
29,6 cm. Mit Kuponbogen.
Berliner Schlossbrauerei AG fortgesetzt, 1936 wurde in verkleinerten Fabri-
kräumen in der Adam-Klein-Str. 141 auch wieder
Vorzugs-Aktie 100 RM, Nr. 3004 eine Spielwarenabteilung eröffnet, die aber die
Berlin-Schöneberg, 28.5.1934 EF frühere Bedeutung nie wieder auch nur
Auflage 10 (R 10). Maschinenschriftlich ausge- annähernd erreichte. 1941 umfirmiert in “Nowag”
führt. Originalunterschriften Erich Niemann für Noris-Werke AG, kurz nach 1945 erneut in Kon-
den Aufsichtsrat und Richard Müller für den Vor- kurs. Im großen früheren Bing-Gebäudekomplex
stand. Lochentwertet. Maße: 32,9 x 22,2 cm. Dop- in der Stephanstraße befindet sich heute die
pelblatt. Hauptverwaltung der bekannten Rüstungs- und
Elektronikfirma Diehl. Maße: 37,9 x 25 cm. Dop-
pelblatt, inwendig Anleihebedingungen. Prägesie-
gel lochentwertet. Nur 3 Stücke sind bis heute
erhalten geblieben!

Nr. 143

Nr. 143 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 180,00 EUR
Bielitzer Verkehrsbetriebe AG
Aktie 100 RM, Nr. 956
Bielitz (Oberschlesien), Juni 1944 EF+
Gründeraktie (R 10). Gründung am 31.5.1944 nach
Übernahme der Strassenbahn- und Autobus
Gesellschaft Bielitz. Die Ursprünge der Gesell-
schaft datieren 1895 mit der Gründung der Bileitz-
Bialaer Local-Eisenbahngesellschaft in der k.u.k.
Monarchie. 1945 umbenannt in Bielska Kolej Elek-
tryczna. Druck von Giesecke & Devrient. Maße: 21
x 29,8 cm. Mit kpl. Kuponbogen. Nur 3 Stücke
wurden 2012 gefunden.
Nr. 141
Nr. 144 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 145,00 EUR
Nr. 141 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Bing Werke vorm. Gebrüder Bing AG
Berliner Stadtsynodalverband 4,5% Teilschuldv. 2.000 Mark, Nr. 149
Ablösungs-Schuldv. Lit. A 12,50 RM, Nr. 1 Nürnberg, 31.12.1919 VF+
Auflage 2.250 (R 10). Gegründet 1860 in Nürnberg
Charlottenburg, 31.12.1928 EF durch die Brüder Adolf und Ignaz Bing als
Auflage 5 (R 10). Die Berliner Stadtsynode wurde Großhandlung für Haushaltswaren und Spielzeug,

Nr. 144
Ende des 19. Jh. gegründet als gemeinsame welches im damals bettelarmen ländlichen Fran-
Finanzverwaltung der evangelischen Kirchenge- ken in Heimarbeit hergestellt wurde. 1879 began-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 145
Nr. 145 Schätzpreis: 400,00 EUR
Startpreis: 200,00 EUR
Bitterfelder Actien-Bierbrauerei
vormals A. Brömme
Aktie 1.000 Mark, Nr. 513
Bitterfeld, 10.12.1906 VF
Auflage 200 (R 10). Gründung 1880 durch den
Brauereibesitzer Albert Brömme, seit 1891 AG. Die
Brauerei lag an der Inn. Zörbiger Straße 25, auch
eigene Mälzerei. 1920 Erwerb der Uhlemann’schen
Dampfbierbrauerei in Delitzsch. Ab 1946 Aktien-
brauerei, 1972 als Werk Brauerei Bitterfeld zum
VEB Getränkekombinat Dessau gekommen. 1990
als Brauerei Bitterfeld reprivatisiert, aber ohne
anhaltenden Erfolg: 1995 Einstellung der Produkti-
on, wenig später wurde die Brauerei abgerissen.
Originalunterschriften von Vorstand (Dr. Bröm-
me) und Aufsichtsrat. Maße: 35,5 x 26,2 cm. Knick-
falten, lochentwertet.

Nr. 147
Nr. 147 Schätzpreis: 750,00 EUR Druck mit schöner Umrandung und reichverzier-
Startpreis: 375,00 EUR ten Kapitälchen. Maße: 32,5 x 21,2 cm. Doppel-
blatt, inwendig mehrere Übertragungen, die letzte
Blei-, Kupfer- und Eisenerz- auf A. Schaffhausen‘schen Bankverein AG. Ledig-
Bergwerk Rudolphus lich 6 Stücke wurden 2001 gefunden.
Nr. 146 Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 20
Köln, 15.6.1903 EF/VF Nr. 148 Schätzpreis: 300,00 EUR
Nr. 146 Schätzpreis: 250,00 EUR Auflage 100 (R 9). Ursprünglich 1903 gegründet Startpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR als 100-teilige Gewerkschaft des Blei-, Kupfer- und Bodengesellschaft Machnow
Blancke-Werke GmbH Eisenerz-Bergwerkes Rudolphus bei Hoffnungst-
Aktie Lit. A 2.000 Mark, Nr. 10
hal, Gemeinden Bleifeld, Menzlingen und Lüghau-
5% Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 6624 sen im Bergrevier Deutz-Ründeroth. 1905 über- Berlin, Dezember 1909 EF
Berlin und Merseburg, 13.12.1921 EF nahm der A. Schaaffhausen’sche Bankverein alle Gründeraktie, Auflage 500 (R 8). Theodor Fontane
Auflage 10.000 (R 9). Gegründet bereits 1867. Fer- Kuxe und nutzte den Mantel (nunmehr als 1.000- beschrieb Kleinmachnow in seinen Wanderungen
tigung von Maschinen- und Dampfkessel-Armatu- teilige Gewerkschaft mit Sitz in Hannover) zur durch die Mark Brandenburg als “reizend gele-
ren wie Schlammpumpen, Kesselarmaturen, Filter- Übernahme von Gerechtsamen im Kreis Verden gen”, es werde aber “über kurz oder lang vor die
pressen, Vakuumpumpen, Centrifugen für die beidseitig der Aller, die zuvor der Kali- und Oel- Tore Berlins gerückt sein”. So kam es auch: Der
Zuckerindustrie, Automobilzylinder. Zu den Wer- werke Verden sowie den Kalibohrgesellschaften Bau des Teltowkanals mit der Kleinmachnower
ken gehörte auch die Wohnhaus-Kolonie der Petershall und Margarethenhall gehörten. Schleuse (1901-06) beschleunigte die Sied-
Blancke-Werke in Merseburg. Lochentwertet. Ori- Ursprünglich bohrte man nach Erdöl, traf aber auf lungstätigkeit, wobei noch bis zur Zerstörung
ginalunterschriften. Maße: 36 x 25 cm. Doppel- Salz -und Kalilager. Trotz der sehr kleinen Auflage 1945 Gutshof, Schloss und Burg den Mittelpunkt
blatt, inwendig Anleihebedingungen. ausgesprochen aufwendig gestaltet: Mehrfarbiger des Ortes bildeten. Die Gutsherren, die Vettern

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Georg und Dietloff von Hake (deren Familie seit


1400 hier saß) verkauften bereits 1895 gut 200
Morgen Land westlich des Zehlendorfer Damms
an den Kgl.-Preussischen Baurat Carl Gérard. 1903
erwarb die Zehlendorf-Kleinmachnower Terrain-
AG weitere 264 Morgen auf der gegenüberliegen-
den Straßenseite und errichtete hier 21 Villen.
Schließlich lockte der Ort auch hohe Militairs und
Bankiers an, die die Bodengesellschaft Machnow
gründeten. Doch illustre Namen unter den Grün-
dern waren keine Erfolgsgarantie: Es gelang der
Gesellschaft für das erworbene 51 ha große
Grundstück des Ritterguts Machnow keine end-
gültige Finanzierung. Wegen der Zwangsversteige-
rung dieses Grundstücks geriet sie bereits 1911 in

Nr. 152
Konkurs. Lachender Dritter war der Gutsherr Diet-
loff von Hake, der mit den Landverkäufen so reich
geworden war, daß er sich auf dem Seeberg die
“Neue Hakeburg” erbauen lassen konnte. Diesen Nr. 152 Schätzpreis: 150,00 EUR
Prachtbau erwarb 1937 die Reichspost, nach 1945 Startpreis: 75,00 EUR
wurde er von der SED genutzt, noch heute thront Bohr-Brunnenbau- und
Nr. 150
er als Wahrzeichen der Gemeinde über dem Mach- Wasserversorgungs-AG
nower See. Hochwertiger Druck von Giesecke &
Devrient. Maße: 27 x 35,3 cm. Kleine Lochentwer- Aktie 1.000 Mark, Nr. 344
tung unten links. Nr. 150 Schätzpreis: 250,00 EUR Grünberg i. Schl., Dezember 1921 EF
Startpreis: 60,00 EUR Auflage 300. Lochentwertet. Maße: 23,5 x 30 cm.
Bohr- und Schürfgesellschaft
Jung-Vreden
Antheil-Schein über 1 Anteil, Nr. 696
Essen, 1.6.1890 EF
Gründeranteil, Auflage 1.000 (R 8). Vreden (kurz
vor der holländischen Grenze westlich von
Ahaus) liegt außerhalb der förderwürdigen Kohle-
flöze des Ruhrgebiets, weshalb dieser Bohrgesell-
schaft, wie wir heute wissen, kein Erfolg beschie-
den sein konnte. Sehr schöne Umrandung im
Historismus-Stil, Hammer und Schlegel im Unter-
druck. Mit fünf Faksimile-Unterschriften u.a. Wil-
helm Kerckhoff und Carl Grüneisen (auf den das
Stück auch ausgestellt ist). Ausgestellt auf den
Nr. 148
Kaufmann und Vorstand der Gesellschaft Carl Nr. 153
Grüneisen zu Altendorf. Maße: 33,7 x 25,5 cm.
Doppelblatt. Seit vielen Jahren nur ca. 20 Stück Nr. 153 Schätzpreis: 200,00 EUR
bekannt. Startpreis: 60,00 EUR
Bohrgesellschaft Bergfrei
Namens-Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 881
Berlin, 9.1.1907 EF/VF
Auflage 1.000. Gründung 1905. Bohrungen auf Kali
bei Lauterbach in Hessen blieben ohne Erfolg.
Lochentwertet. Maße: 26,8 x 36,7 cm.

Nr. 149

Nr. 149 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR Nr. 151
“BOHEMIA” Keramische Werke AG Nr. 151 Schätzpreis: 300,00 EUR
Aktie 1.000 RM, Nr. 488 Startpreis: 80,00 EUR
Neurohlau (bei Karlsbad), Januar 1941 EF Bohr-Brunnenbau- und
Nr. 154
Auflage 500 (R 10). Gegründet 1921, hervorgegan- Wasserversorgungs-AG
gen aus der Bohemia, Karlsbader Keramische
Werke GmbH. Hergestellt wurden hochwertige Aktie 1.000 Mark, Nr. 252
Tafel-, Kaffee- und Teeservice aus Porzellan sowie Grünberg i. Schl., 31.12.1919 EF Nr. 154 Schätzpreis: 200,00 EUR
Hotelgeschirr. 1939 wurde die Satzung dem deut- Auflage 100 (R 6). Gründung der Maschinenfabrik Startpreis: 80,00 EUR
schen Aktiengesetz angepasst und neu gefasst. und Brunnenbau-Anstalt 1907 in Bremen als Bohrgesellschaft Philippshall
Während des 2. Weltkrieges entstand in Neu Rohl- “Bohr-Brunnenbau- und Wasserversorgungs-AG
au ein Konzentrationslager. Dieses war bis 1943 vorm. L. Otten” mit Zweigniederlassung in Berlin. Namens-Anteilchein über 1 Anteil, Nr. 507
ein Außenlager des KZ Ravensbrück und danach 1919 Sitzverlegung nach Grünberg in Schlesien. Magdeburg, 25.8.1907 EF
des KZ Flossenbürg. Die Häftlinge mussten in dem Bau von Brunnen und Wasserversorgungsanlagen, Auflage 1.000 (R 6). Kalibohrgesellschaft, verliehe-
von der SS beschlagnahmten Unternehmen Bohe- Fabrikation von Pumpen, Enteisenungs- und Fil- ne Konzession in Bermuthshain (Vogelsberg) in
mia-Keramische Werkstätten AG arbeiten. Auch trationsanlagen. 1950 verlagert nach Berlin, dort Hessen. Die Bohrungen hatten aber keinen Erfolg.
für die Messerschmidt AG wurde gearbeitet u.a. noch heute als Bohr-, Brunnenbau- und Wasser- Großformatiges Papier. Sehr dekorative Umran-
für die Montage von Elektroverteilern für die Jagd- versorgungs-AG mit dem Arbeitsschwerpunkt dung, Hammer und Schlegel in allen vier Ecken.
flugzeuge Me 109 und Me 262. Heute ist die Bohe- Baugrunduntersuchung und Grundwasserhaus- Lochentwertet. Eingetragen auf die Kommandit-
mia Bestandteil der Firma Thun Karlsbader Por- halt tätig. Maße: 22,7 x 29,3 cm. Doppelblatt, loch- ges. auf Aktien Max Ullrich & Co., Berlin. Maße:
zellan AG. Lochentwertet. Maße: 20,9 x 30 cm. entwertet. 29,5 x 38,4 cm.

Für meine große Auktion am 21. Juli 2014 suche ich noch Einlieferungen
von guten Einzelstücken oder kompletten Sammlungen

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 159

Nr. 157 (Ausschnitt)


Nr. 159 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Nr. 157 Schätzpreis: 250,00 EUR Brauerei Cluss
Startpreis: 75,00 EUR Aktie 1.000 DM, Nr. 40
Brauerei am Kreuzberg AG Heilbronn a.N., September 1952 EF
Vorzugs-Aktie 1.000 Mark, Nr. 144 (geän- Auflage 613 (R 9). Gründung 1865, ab 1898 AG.
Seinerzeit die größte Brauerei des württembergi-
dert in 543)
schen Unterlandes. Mehrheitsaktionär war zwi-
Meiningen, 26.8.1892 EF
Nr. 155
schenzeitlich die später in der Baden-Württem-
Gründeraktie, Auflage 550. Brauerei-Betrieb bergischen Bank aufgegangene Handels- und
bereits seit 1850, seit 1892 AG. 1908 Ankauf der Gewerbebank Heilbronn AG (über 50%). 1988 zur
Nr. 155 Schätzpreis: 500,00 EUR Brauerei von G. Völler und Umfirmierung in “Ver- Cluss-Wulle AG fusioniert, gehört heute über die
Startpreis: 150,00 EUR einigte Brauereien AG”. Die Gesellschaft besaß ein Dinkelacker AG in Stuttgart zur Münchener Spa-
gutes Dutzend Gastwirtschaften sowie auswärtige ten-Franziskaner-Bräu. Maße: 21 x 29,7 cm. Präge-
Bonner Bürger-Verein Bierniederlagen. Nach der Wende von der damals siegel lochentwertet.
Namensaktie Lit. D 300 Mark, Nr. 1785 noch zur Schickedanz-Quelle-Gruppe gehörenden
Bonn, 1.7.1908 VF/F Nürnberger Patrizier-Bräu übernommen. Vier Ori- Nr. 160 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
Auflage 1.000 (R 10), ausgestellt auf Carl Wenger, ginalunterschriften. Maße: 34,8 x 22,4 cm. Doppel-
Startpreis: 400,00 EUR
Civil-Ingenieur, Bonn. Gründung 1873. Betrieb blatt. Nicht entwertetes Stück in einem sehr
eines Gesellschaftshauses, verbunden mit Wein- guten Erhaltungszustand! Brauerei Ganter AG
handlung. Das Gesellschaftshaus Kronprinzenstr. Aktie 1.000 RM, Nr. 7147
2/2.a beherbergte Konferenz- und Festsäle für bis Freiburg i.B., 30.4.1935 EF+
zu 700 Teilnehmer, eine Gaststätte, ein Theater Auflage 2.000 (R 9). Gründung 1886 als Ganter’-
mit 850 Sitzplätzen und eine Brunnenanlage. Hart sche Brauerei-Gesellschaft AG zur Übernahme der
getroffen wurde der Weinhandel 1945 beim Vor- früher Ludwig Ganter’schen Brauerei in der
marsch der Alliierten: In der Firmenchronik lesen Schwarzwaldstr. 37. Hauptsächlich wurden unter-
sich die Plünderungen vornehm als “Räumung der gärige Biere hergestellt, daneben auch Malz, Eis
Lager und Vorräte durch die Besatzung”. Nach und alkoholfreie Getränke (Ganter Nährtrunk). Bis
beendeter Liquidation im Jahr 1969 im Handelsre- 1934 in Mannheim börsennotiert, 1943 in eine
gister gelöscht. Dekorativ verziertes Papier, als GmbH umgewandelt. 1980 wurde die ebenfalls in
Lithographie gedruckt. Lochentwertet. Maße: 29,2 Freiburg ansässige Löwenbrauerei vollständig
x 21,2 cm. Doppelblatt. Stellenweise etwas rost- übernommen. Noch heute regional sehr erfolgrei-
fleckig, inwendig vom Pilz befallen. Nur 5 Stücke che Brauerei. Außergewöhnliche Gestaltung in
sind bis heute erhalten geblieben! kräftigem schwarz und rot, großer heraldischer
Adlerkopf (bis heute das Markenzeichen der
Brauerei) im Unterdruck. Mit der obligatorischer
Entwertung durch Abschnitt der linken unteren
Ecke. Maße: 21 x 29,7 cm. Foto auf Seite 34.

Nr. 158

Nr. 158 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Brauerei Beckmann AG
5% Teilschuldv. 100 DM, Nr. 494
Solingen, November 1955 EF
Auflage 880 (R 9). Gründung 1907 zur Übernahme

Nr. 161
der Brauerei von Carl Beckmann in der Schützen-
straße. 1972 Verschmelzung mit der (1899 gegrün-
deten) Aktien-Brauerei Ohligs zur “Aktien-Braue-
rei Beckmann AG”. 1991 Einstellung des Braube- Nr. 161 Schätzpreis: 200,00 EUR
triebes und Umfirmierung in Beckmann Beteili- Startpreis: 60,00 EUR
Nr. 156
gungs-AG, 1996 Sitzverlegung nach Düsseldorf. Brauerei Kleinlein AG
Geschäftszweck der jetzt von der Familie Clop-
penburg beherrschten AG war nunmehr das Aktie 500 RM, Nr. 1236
Nr. 156 Schätzpreis: 250,00 EUR Betreiben von Autohäusern in Deutschland und Heidelberg, 17.11.1942 EF
Startpreis: 150,00 EUR Frankreich sowie die Vermietung von Einzelhan- Auflage 2.000 (R 7). Hervorgegangen aus der seit
delsimmobilien. Die Teilschuldverschreibungen 1753 bestehenden Brauerei “Zum Goldenen
Brackweder Metallwerk AG gehen noch auf eine schon 1930 aufgelegte Anlei- Schaaf”. AG seit 1884 als “Heidelberger Aktien-
Aktie Serie B 10.000 Mark, Nr. 18922 he von ursprünglich 3 Mio. RM zurück, die durch brauerei vorm. Kleinlein”. 1916 Erwerb der Kro-
Brackwede, 1.10.1923 EF+ 1. Hypothek auf der Brauerei abgesichert war. nenbrauerei GmbH und 1919 der Schroedl’schen
Auflage 50.000 (R 8). Gründung 1923. Herstellung Maße: 29,8 x 21,1 cm. Abheft- und Entwertungslo- Brauerei-Ges. Umfirmiert 1934 in Brauerei Klein-
von Teilen für Fahrräder. Schon 1924 wieder in chung, Aktiennummer strichentwertet. Die einzige lein AG und 1951 in Schlossquellbrauerei Kleinlein
Konkurs. Lochentwertet. Maße: 28,8 x 22,5 cm. Mit Nachkriegs-Brauerei-Anleihe, die uns bekannt ist. AG (der Zusatz Kleinlein fiel 1966 weg). Börsenno-
komplett anh. Kupons. Nur 10 Stücke wurden vor Jahren gefunden. tiz: Mannheim, ab 1934 Frankfurt. Großaktionär

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

war später die Schultheiss-Brauerei AG, die ihren


Aktienbesitz ständig weiter ausbaute und sich die
Schlossquellbrauerei 1985 schließlich ganz ein-
gliederte. Vignette mit Heidelberger Schloss.
Maße: 21 x 29,8 cm. Nicht entwertetes Stück in
einem sehr guten Erhaltungszustand!

Nr. 162
Nr. 162 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Brauhaus Wülfel AG
Namensaktie 50 DM, Nr. 305
Hannover, September 1992 EF
Nr. 160
(R 8) Gegründet wurde die Brauerei am Südrand
des heutigen Stadtteils Laatzen schon 1859, spä-
ter die Rittergutsbrauerei Armand Fonatine.
Sodann formten 111 Gastwirte der Stadt für den
Brauereibetrieb eine Genossenschaft, die 1906 für
den späteren Neubau der Brauerei das Grund-
stück Hildesheimer Straße 420 erwarb. Erst 1929
konnte der Brauereineubau dann realisiert wer-
den. Die Lagerbierbrauerei Wülfel eGmbH (für
eine norddeutsche Brauerei war zu dieser Zeit die
Rechtsform der Genossenschaft einmalig) wurde
1977 in die Brauerei Wülfel AG umgewandelt, 1991
dann umbenannt wie oben. 1992 übernahm der
Lokalrivale Gilde Brauerei AG die Aktienmehrheit.
1997 wurde die Wülfel-Braustätte geschlossen und
bis auf erhalten gebliebene Teile der monumenta-
Nr. 164 Nr. 165
len Fassade abgerissen. Auf dem Areal entstand
dann ein Einkaufszentrum. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit
Kuponbogen. Nr. 164 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 165 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Braunschweigische AG Breitenburger Portland-Cement-Fabrik
für Jute- und Flachs-Industrie Aktie 1.000 DM, Nr. 15215
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1806 Lägerdorf und Hamburg, August 1960 EF+
Braunschweig, 1.11.1889 EF/VF Auflage 2.000. Gründung 1884 in Hamburg. 1905
Auflage 2.517. Gründung 1868 als erste Jute-Spin- wurde die Lägerdorfer Portland-Cement-Fabrik
nerei und Weberei auf dem europäischen Konti- (bei Itzehoe) hinzuerworben. Ab 1972 nur noch
nent, außerdem bedeutende Sacknäherei. Bereits Vermögensverwaltung, das operative Geschäft
1874 beschäftigte der Betrieb 400 Leute. 1920 wurde auf Betreiben der schweizerischen Holder-
wurde die riesige Fabrik an der Spinnerstraße bank AG als Großaktionär auf die ALSEN-BREI-
(von der heute nur noch das imponierende, fast TENBURG Zement- und Kalkwerke GmbH übertra-
15 m hohe Eingangsportal steht) durch einen gen. 1997 aufnehmende Gesellschaft bei der Ver-
Brand völlig zerstört: 2400 Braunschweiger wur- schmelzung von Alsen/Breitenburg mit der Nord-
den von heute auf morgen arbeitslos. Auch die cement AG in Hannover, anschließend Umfirmie-
Zweigwerke Potsdam-Babelsberg und Vechelde rung in Alsen AG. Heute werden Zementfabriken in
mußten 1926 wegen Arbeitsmangel stillgelegt wer- Lägerdorf (Itzehoe), Höver, Hardegsen, Salzgitter,
den. 1932 Verschmelzung mit der “Deutsche Jute- Bremen (Hansa) und Rostock betrieben. Maße: 21
Spinnerei und -Weberei” in Meißen, deren Aktien x 29,7 cm. Rückseitig als ungültig abgestempelt.
aus dem Besitz der Darmstädter und National-
Bank übernommen wurden. 1944 wurden die Nr. 166 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 163
Braunschweiger Werksanlagen bei einem Bom- Startpreis: 35,00 EUR
benangriff erneut schwer beschädigt, nur ein ganz
bescheidener Neubeginn gelang nach dem Krieg; Bremen-Besigheimer Oelfabriken
Nr. 163 Schätzpreis: 150,00 EUR über die bauliche Nutzung des Trümmergeländes Aktie 300 RM, Nr. 6613
Startpreis: 60,00 EUR wird in Braunschweig bis heute diskutiert. Das Bremen, März 1936 EF
Braunkohlenbergwerk Pallas Werk Meißen, in seiner Größe Braunschweig Auflage 1.200. Gründung 1889 unter der Firma Oel-
ebenbürtig, wurde nach 1945 enteignet. 1990 fabrik Besigheim vorm. Fr. Kollmar in Besigheim,
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 204 erwarben die Brüder Rothenberger aus Frankfurt ab 1895 Bremen-Besigheimer Oelfabriken AG. Die
Erkelenz / Berlin, 11.6.1912 EF die Aktienmehrheit, danach Umbenennung in Fabrikanlage befand sich in Bremen am Holz- und
Auflage 1.000. Dieses geplante Braunkohlenberg- “Rothenberger AG” und Sitzverlegung nach Frank- Fabrikhafen, Zweigniederlassung in Harburg-Wil-
werk sollte in der damaligen preussischen Provinz furt/Main. Noch heute börsennotiert. Lochentwer- helmsburg. 1929 I.-G.-Vertrag mit der F. Thörl’s
Westpreussen in der Gemeinde Orlowo in der tet. Maße: 23 x 33,4 cm. Vereinigte Harburger Oelfabriken AG, Hamburg-
Nähe der Stadt Hohensalza im Weichseldelta
errichtet werden. Die Vorkommen erwiesen sich
jedoch als wenig ergiebig, daher ist davon auszu-
gehen, dass auch die Tätigkeit der Gewerkschaft
Rufen Sie mich an, wenn Sie Fragen haben.
Pallas nicht erfolgreich war. Originalsignaturen. Ich bin immer für Sie da! Telefon: 0 53 31 / 97 55 24
Lochentwertet. Maße: 33,7 x 23,5 cm.

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Harburg. 1937 Beteiligung an dem im Rahmen des Nr. 168 Schätzpreis: 600,00 EUR Jahrzehnte alle deutschen Konkurrenten (Nord-
Vierjahresplanes gegründeten “Oelmühlen-Wal- Startpreis: 185,00 EUR wolle, Bremer Wollwäscherei, Kämmerei Döhren)
fang-Konsortium” zur Ausübung des Walfanges aufgeben mussten, ist die noch heute börsenno-
und Verarbeitung der gewonnenen Produkte. 1954
Bremer Strassenbahn tierte Bremer Woll-Kämmerei das größe Unterneh-
Verschmelzung mit der Schwesterfirma F. Thörl’s Aktie 1.200 Mark, Nr. 424 men seiner Branche in ganz Europa. Kürzlich auch
Vereinigte Harburger Oelfabriken AG. 1959 Über- Bremen, 1.7.1891 EF/VF erhebliche Investitionen in Australien, mit denen
tragung des Vermögens unter Ausschluss der Auflage 167 (R 8). Mit Abb. eines Straßenbahnwa- man den Woll-Erzeugern räumlich näherrückte -
Abwicklung auf die Hauptgesellschafterin “Marga- gens mit Stromabnehmer. Maße: 27,7 x 22,2 cm. im Gegenzug beteiligte sich ein australischer Woll-
rine-Union GmbH” in Hamburg. Die AG erlosch. Doppelblatt, nicht lochentwertet. konzern mit einem größeren Anteil an der Bremer
Maße: 20,9 x 29,6. Prägesiegel lochentwertet. Wolle. Maße: 22,4 x 30,2 cm. Prägesiegel lochent-
wertet.

Nr. 166
Nr. 171

Nr. 171 Schätzpreis: 600,00 EUR


Startpreis: 400,00 EUR
Breslauer Actien-Malzfabrik
Aktie 300 RM, Nr. 2241
Breslau, Dezember 1933 VF-
Nr. 169 Auflage 240 (R 10). Gründung 1872 zwecks Erwerb
und Fortführung der Malzfabrik von Theodor Gae-
bel (Alte Sandstr. 11). 1891 wurde eine große neue
Nr. 169 Schätzpreis: 600,00 EUR Mälzerei an der Hundsfelder Chaussee errichtet.
Startpreis: 250,00 EUR 1906/07 Aufnahme der Malzkaffeefabrikation. 1926
Bremer Strassenbahn erwarb im Zuge einer Kapitalerhöhung die
Actie 1.200 Mark, Nr. 502 Kathreiners Malzkaffee-Fabriken GmbH in Berlin
Bremen, 20.4.1895 EF/VF eine Schachtelbeteiligung. Zuletzt befand sich das
Aktienkapital (Börsennotiz in Breslau 1934/35 ein-
Auflage 250 (R 8). Eröffnung der Bremer Pferde- gestellt) fast vollständig im Besitz der Berliner
bahn 1876, elektrischer Betrieb ab 1.5.1892. Nor- Schultheiss-Brauerei, die den Breslauer Betrieb
malspurige Strecken von zusammen 67 km Länge. als Lohnmälzerei ausschließlich für den eigenen
Noch heute als Bremer Strassenbahn AG börsen- Bedarf führte. Maße: 21 x 29,6 cm. Kleine Rand-
notiert. Diese Emission ausgegeben nach der Elek- verletzungen fachmännisch ausgebessert, Verfär-
trifizierung des Bahnbetriebs. Neben dem neuen bungen am rechten Rand. Prägesiegel lochentwer-
Firmennamen auch an der Vignette erkennbar: tet. Nur 3 Stücke sind bis heute erhalten geblie-
Statt des alten Pferdebahnwagens ist nun der ben!
Straßenbahnwagen No. 35 mit Stromabnehmer
und Oberleitung abgebildet. Maße: 27,8 x 22 cm.
Nr. 167 Doppelblatt. Knickfalten, sonst tadellose Erhal-
tung. Keine Entwertung!
Nr. 167 Schätzpreis: 750,00 EUR
Startpreis: 200,00 EUR
Bremer Pferde-Bahn
Actie 1.200 Mark, Nr. 290
Bremen, 1.10.1889 VF+
Auflage 166 (R 7). Gründung 1876 (Neuausgabe
der Aktien 1886). Eröffnet am 4.6.1876 als Pferde-
bahn, elektrischer Betrieb ab 1.5.1892. Normal-
spurige Strecken von zus. 67 km Länge. Noch
heute als Bremer Strassenbahn börsennotiert.
Mit Abb. des Pferdebahnwagens No. 8 (auf später Nr. 172
ausgegebenen Aktien nach der Elektrifizierung
dann durch eine “Elektrische” ersetzt). Maße: 27,8
Nr. 172 Schätzpreis: 350,00 EUR
Nr. 170
x 22 cm. Doppelblatt. Unten rechts etwas wasser-
randig (wie bei den meisten bekannten Stücken). Startpreis: 90,00 EUR
Breslauer Messe- und Ausstellungs-AG
Nr. 170 Schätzpreis: 160,00 EUR Namens-Aktie 100 RM, Nr. 49
Startpreis: 60,00 EUR Breslau, Februar 1939 EF
Bremer Woll-Kämmerei Auflage 400 (R 9). Gründung 1917 als GmbH, seit
Aktie 1.000 Mark, Nr. 508 1923 die “Breslauer Messe AG”, 1928 dann wie
Bremen / Blumenthal, 1.1.1907 EF/VF oben umfirmiert. Förderung von Industrie, Han-
del, Handwerk und Landwirtschaft durch Veran-
Gründung 1883. Werk in Bremen-Blumenthal,
staltung von Messen und Ausstellungen war
außerdem 1932 Übernahme einer 45-%-Beteiligung
Zweck der Gesellschaft, deren Großaktionär die
bei der Gründung der Hamburger Wollkämmerei
Stadtgemeinde Breslau war. Das Messegelände
GmbH in Hamburg-Wilhelmsburg. Das Werk erlitt
war 300.000 qm groß, davon 36.100 qm bebaut.
so gut wie keine Kriegsschäden, wurde allerdings Maße: 21 x 29,8 cm. Nicht entwertetes Stück in
nach dem Einmarsch der Alliierten größtenteils
Nr. 168 (Ausschnitt)
einem sehr guten Erhaltungszustand und mit bei-
von der US-Besatzung genutzt und erst im März liegendem kompletten Kuponbogen!
1947 wieder freigegeben. Nachdem im Laufe der

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Nr. 173 Schätzpreis: 150,00 EUR Teer, Teerprodukten, Rohpappe und anderen Bau-
Startpreis: 60,00 EUR stoffen. 1943 bestanden Zweigniederlassungen in
Berlin, Breslau, Eberswalde, Essen, Elbing, Halle
Breslauer Messe- und Ausstellungs-AG (Saale), Königsberg (Pr.), Mainz, München, Nürn-
Namens-Aktie 1.000 RM, Nr. 47 berg, Regenstauf (Bayern). 1950 Übernahme
Breslau, Februar 1939 EF+ durch die Firma F. Joh. Kwizda Chemische Fabrik,
Auflage 100 (R 6). Gleiche graphische Gestaltung Wien. Heute ist die Büsscher & Hoffmann GmbH
wie das Los davor. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 mit Sitz in Enns Marktführer in Österreich für Bitu-
cm. men- und Polymerbitumenbahnen. Lochentwer-
tet. Maße: 21,1 x 29,6 cm. Oberer Rand ungerade
nach dem Abschneiden der Kupons. Exakt nur 3
Stücke sind bis heute erhalten geblieben!

Nr. 176
Nr. 176 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 175,00 EUR
Broschierweberei AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2597
Elsterberg, 18.1.1922 EF/VF
Auflage 1.500 (R 10). Gründung 1920. Zweck war
die Herstellung und Verarbeitung von Textilwaren
und ähnlichen Artikeln sowie der Handel mit sol-

Nr. 179
chen und Beteiligung an ähnlichen Unternehmen.
1935 Zahlungseinstellung, 1936 Auflösung, 1938
erloschen. Lochentwertet. Maße: 25,8 x 35,3 cm.
Exakt nur 3 Stücke sind bis heute erhalten
geblieben!

Nr. 174

Nr. 174 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Brieger Stadtbrauerei AG
Actie 1.000 Mark, Nr. 1104
Brieg, 30.9.1896 EF/VF

Nr. 180
Auflage 900 (R 8). Gründung 1895 zwecks Über-

Nr. 177
nahme der Brieger Aktien-Dampfbrauerei Thiel,
Güttler & Co. 1897 Kapazitätsverdoppelung durch
Errichtung einer völlig neuen Brauerei in Tich- Nr. 180 Schätzpreis: 300,00 EUR
au/Oberschlesien. 1920 Umfirmierung in “Bürgerli- Nr. 177 Schätzpreis: 300,00 EUR Startpreis: 80,00 EUR
ches Brauhaus AG” und Sitzverlegung nach Tich- Startpreis: 100,00 EUR
au. Während der Zugehörigkeit Oberschlesiens zu
Büttner-Werke AG
Polen auf 1.250 Zloty umgestellt, letzter Nennwert
Buchholz Schokoladenfabrik-AG Aktie 1.000 RM, Nr. 934
dann wieder 2.400 RM. Die Stempelaufdrucke Aktie 5.000 Mark, Nr. 1221 Uerdingen am Rhein, Juli 1929 EF
dokumentieren die wechselvolle Geschichte Ober- Berlin, Juli 1923 EF/VF Auflage 1.000 (R 10). Gründung 1874 als “Rheini-
schlesiens. Recht dekorativ gestaltet. Maße: 29 x Gründeraktie, Auflage 6.000 (R 9). Gründung zur sche Dampfkessel- und Maschinenfabrik Büttner
22,8 cm. Nicht entwertet! Übernahme und Fortführung der Schokoladenfa- GmbH”, AG unter obigem Namen seit 1920. Her-
brik von Walter Buchholz in Berlin N 65, Lieben- stellung von Maschinen und Anlagen zum Trock-
walder Strasse 34. Die Firma überstand die Hyper- nen, Kühlen, Zerkleinern, Sichten, Mischen und
inflation nicht und ist 1928 erloschen. Dekorative Entstauben. 1929 Abtretung des Dampfkesselbaus
Zierumrandung. Maße: 22,8 x 34,6 cm. Mit beilie- an L. & C. Steinmüller in Gummersbach. Börsen-
gendem kpl. Kuponbogen. Zwei ganz kleine Einris- notiz: Berlin und Freiverkehr Düsseldorf. 1969 ver-
se am rechten Rand hinterklebt, sonst tadellose schmolzen auf die Büttner-Schilde-Haas AG (BSH).
Erhaltung. Umfirmiert 1977 in BABCOCK-BSH AG, 1995
Umwandlung in die BABCOCK-BSH GmbH. Nach
Nr. 178 Schätzpreis: 300,00 EUR dem Zusammenbruch des Babcock-Konzerns
Startpreis: 90,00 EUR 2002 übernommen durch die Firma Grenzebach,
danach Grenzebach BSH GmbH, Bad Hersfeld.
Bürstenfabrik Dionys Pruckner AG Maße: 21,1 x 29,7 cm. Nicht entwertetes Stück in
Aktie 20 RM, Nr. 1512 einem sehr guten Erhaltungszustand, mit beilie-
Rosenheim, 13.6.1925 EF genden restlichen Kupons.
Nr. 175 Auflage 4.800 (R 11). Gegründet am 19.9.1921
zwecks Fortführung des von der Dyonis Pruckner Nr. 181 Schätzpreis: 250,00 EUR
GmbH in Rosenheim erworbenen Unternehmens. Startpreis: 30,00 EUR
Nr. 175 Schätzpreis: 125,00 EUR Es wurden Bürsten aller Art hergestellt. Dem Auf-
Startpreis: 50,00 EUR Burbach-Kaliwerke AG
sichtsrat der Ges. gehörte u.a. Konsul Karl
Bronzefarbenwerke AG Maschmeyer und Bankier Friedrich Pregler, Mün- Aktie 1.000 RM, Nr. 49662
vorm. Carl Schlenk chen. Maße: 21,1 x 29,5 cm. Mit beiliegendem Magdeburg, April 1941 EF
Kuponbogen (nur ein Kupon wurde abgetrennt). Auflage 9.000 (R 10). Gründung 1905 als Kaliwerke
Aktie 1.000 RM, Nr. 1288
Krügershall AG mit Sitz in Halle an der Saale. 1928
Barnsdorf bei Nürnberg, 30.3.1939 EF umbenannt in Burbach-Kaliwerke AG. Im Burbach-
Nr. 179 Schätzpreis: 250,00 EUR
Auflage 460 (R 6). Gründung 1879, AG seit 1897. Konzern gingen 28 selbständige Kali-Bergwerke
Startpreis: 150,00 EUR
Sitz der Gesellschaft bis 1907 in Roth, dann in auf. Als Folge der Weltwirtschaftskrise gelang dem
Barnstorf bei Nürnberg. Herstellung von Metall- Büsscher & Hoffmann AG verhaßten Konkurrenten Wintershall AG 1934 der
pulvern, Metallfolien, Christbaumschmuck. 1957 Aktie 1.000 RM, Nr. 493 Erwerb von über 45% der Burbach-Aktien. Mit der
Carl-Schlenk-AG. Heute Zulieferer der weiterverar- Berlin, 28.11.1924 EF/VF Teilung Deutschlands verlor der überwiegend in
beitenden Industrie mit Aluminium- und Gold- der späteren SBZ tätige Burbach-Kali-Konzern 80%
Auflage 600 (R 10). Gegründet 1852 als oHG, 1895
bronzepulver, Pasten, Granulaten und Suspensio- seiner Vermögenswerte durch Enteignung. Sitz-
umgewandelt in eine GmbH, AG seit 1923. Herstel-
nen, Metallfolien. Lochentwertet. Maße: 20,9 x verlegungen erfolgten daraufhin 1946 nach Witt-
ler von Dachpappen, Asphalt und Asphaltplatten,
29,7 cm. mar (an der Asse) und 1951 nach Wolfenbüttel.

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1955 erreichte die Wintershall AG die Aktienmehr- lee, Erwerb 1933) und Eidelstedt (Schnackenbur-
heit, indem sie den Burbach-Gläubigern die Bank- gallee, erbaut 1952). Nachdem die Schering AG
schulden abkaufte (auch das ist also lange schon inzwischen Alleinaktionär war, wurde dieFirma
einmal dagewesen), gleich anschließend Sitzverle- 1973 in “Asche AG” und 1998 in “Schering
gung nach Kassel in die Hauptverwaltung von Deutschland Holding AG” umbenannt. Vorange-
Wintershall / Kali und Salz. Zu den in der Nach- gangen war 1997 die Ausgründung der ASCHE
kriegszeit von den Burbach-Kaliwerken betriebe- Beteiligungsverwaltungs-AG, die 1998 wieder den
nen Kalibergwerken gehörte auch die inzwischen alten Firmennamen Asche AG annahm. Heute vor
bundesweit als Atommülllager zu trauriger allem auf Magen-/Darmpräparate, Haut-Therapeu-
Berühmtheit gelangte Schachtanlage Asse bei tika und Gynäkologika spezialisiert. Maße: 21,1 x
Wolfenbüttel. 1988 kippte Wintershall (Kali und 29,8 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Salz) die wenigen freien Burbach-Aktionäre fast
alle mit einem drastischen Kapitalschnitt heraus. Nr. 184 Schätzpreis: 750,00 EUR
Ganze sieben Kleinaktionäre blieben danach übrig Startpreis: 375,00 EUR
Nr. 183
(darunter ein gewisser Jörg Benecke), mit denen
man sich nach mehreren familiären und sehr C. & G. Müller Speisefettfabrik AG
(feucht-)fröhlichen Hauptversammlungen schließ- Aktie 1.000 Mark, Nr. 1193
lich auch in Freundschaft einigte. Wie das genau Berlin, Mai 1898 VF
gelaufen ist, da fragen Sie Herrn Benecke am Auflage 500 (R 11). Gründung 1872 durch Carl und
besten selbst. Maße: 21 x 29,7 cm. Ungelochtes Gottfried Müller, 1894 Umwandlung in eine AG.
Stück, mit Stempel „Kraftlos lt. W.B.G.“. Herstellung von Margarine, Schmalz u. Fett,
Import und Weiterbearbeitung amerikanischer
Fleischwaren. Beteiligung an der Ölwerke “Teuta-
nie” in Harburg, der Margarinewerke Dr. Schröder
AG in Berlin und der Dresdner Speisefettfabrik AG.
Filialen in Königsberg und Stettin. Eines der
unzähligen Opfer der Weltwirtschaftskrise: 1932 in
Liquidation gegangen. Lochentwertet. Maße: 24,4
x 34 cm. Exakt nur 2 Stücke sind bis heute erhal-
ten geblieben!

Nr. 185 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 185


Startpreis: 100,00 EUR Nr. 186 Schätzpreis: 400,00 EUR
C. Hugo Eidner & Co. AG Startpreis: 180,00 EUR

Nr. 181
Aktie 1.000 RM, Nr. 496 C. Lorenz AG
Göppersdorf b. Burgstädt [Link]., Aktie 1.000 RM, Nr. 22290
31.12.1925 EF Berlin, 20.9.1928 EF
Auflage 1.200 (R 9). Aus armen Verhältnissen Auflage 2.700 (R 9). 1880 gründete Carl Lorenz in
stammend, kaufte C. Hugo Eidner 1890 zwei Berlin eine Telegraphenbauanstalt. Die Herstel-
mechanische Wirkstühle und meldete in der lung von Morseapparaten und Streckenläutwer-
Gemeinde Göppersdorf die Gründung einer Fabri- ken für die Eisenbahn wuchs bald rasant, doch
kation an. Nach dem Hinzuerwerb einiger Wirk- nur 10 Jahre nach der Gründung starb Lorenz.
stühle mietete er eine Werkstatt an der Chemnit- Seine Witwe verkaufte das Unternehmen, das
zer Straße (heute Don Bosco). 1922 wurde seine dann 1906 in die “C. Lorenz AG, Telephon- und
Fabrik in eine AG eingebracht. Als letzter großer Telegraphenwerke Eisenbahnsignal-Bauanstalt”
Bau erfolgte 1927 die Aufstockung der mittleren umgewandelt wurde. Ab 1908 werden auch draht-
Fabrik. Danach gab das Werk ca. 1200 Arbeitern lose Sendeanlagen für Marine und Heer gebaut,
mit der Produktion von Handschuhen, Strümpfen 1909 richtet die Firma eine Versuchsfunkstelle in
und Wirkwaren Lohn und Brot. 1949 enteignet und Eberswalde ein (aus der ab 1919 probeweise auch
zusammen mit fünf weiteren Textilbetrieben (u.a. Rundfunk gesendet wird), 1917 wird der neue Fir-
Schmidt & Wahrig) 1953 zum VEB Textilwerke menkomplex in Tempelhof bezogen. 1922 werden
Clara Zetkin mit 1900 Beschäftigten zusammenge- die ersten Rundfunksender und -Empfänger herge-
schlossen. Dekorative Gestaltung mit dem Mar- stellt, 1940 erfolgt zur Verstärkung dieses Berei-
kenzeichen. Maße: 21 x 29,4 cm. ches die Übernahme des Konkurrenten G. Schaub

Nr. 182
Nr. 182 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 120,00 EUR
Burggarten-Kellerei
Ernst Boigk & Co. AG
Aktie 10.000 Mark, Nr. 3823
Jena, November 1923 EF+
Auflage 27.650 (R 9). Gründung 1923 zwecks Her-
stellung und Vertrieb von Spirituosen, Fruchtwei-
nen und Fruchtsäften sowie Großhandel mit Weinen
aller Art. Maße: 25 x 16 cm. Mit kpl. anh. Kupons.

Nr. 183 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
C. F. Asche & Co. AG
Aktie 400 DM, Nr. 1426
Hansestadt Hamburg, November 1956 EF+
Auflage 800 (R 9). Gegründet 1877, AG seit 1923. In
der AG wurden die frühere C. F. Asche & Co., die
Gehag-Ges. der Hamburg-Altonaer Apotheker AG
und die Pharmazeutische Werke Kaban GmbH
Nr. 184
zusammengefaßt. Eigene Fabriken für Pharmazeu-
tika und Körperpflegemittel in Altona (Fischersal-

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Apparatebau GmbH in Pfornheim. Schon 1930 siegel lochentwertet. Rechter Rand mit leichter mengründer Carl Bücklers war außerdem seit
hatte zuvor die International Telephone & Tele- Verletzung (kleine Fehlstelle), trotzdem überduch- 1872 an der Flachsspinnerei Schöller, Mevissen &
graph Corporation (ITT) in New York die Aktien- schnittlich guter Erhaltungszustand. Bücklers in Düren beteiligt. 1930 trat die AG in
mehrheit erworben und hielt schließlich 98%. Liquidation. Faksimilesignatur des bedeutenden
1956-1958 verschmelzen die Standard Elektrizi- Tuchfabrikanten Arnold Schoeller als Aufsichts-
täts-Gesellschaft AG, die C. Lorenz AG, die Mix & ratsmitglied. Vorder- und rückseitig mehrere
Genest AG, die Telephonfabrik Berliner AG, die Liquidationsstempel. Maße: 31,4 x 23,5 cm. Keine
Süddeutsche Apparate-Fabrik GmbH und die G. Entwertung!
Schaub Apparatebau-GmbH zur Standard Elektrik
Lorenz AG (SEL). Diese steigt mit der Übernahme
der Graetz KG 1961 auch in die Fernsehgerätepro-
duktion ein. 1987 verkauf ITT die Beteiligung an
die französische Cie. Générale d’Electricité (CGE),
die zusammen mit eigenen Telekommunikations-
aktivitäten daraus die Alcatel N.V. formt. 1993 wird
die Standard Elektrik Lorenz AG umbenannt in
Alcatel SEL AG. Nach der Fusion von Alcatel und
Lucent Technologies 2006 ermeute Umfirmierung

Nr. 188
in Alcatel-Lucent Deutschland AG. Der Bereich
Bahnsicherungstechnik, der über ein Jahrhundert
lang Stellwerke, Signale, Weichenantriebe und
Zugbeeinflussungssysteme geliefert hatte, wird Nr. 188 Schätzpreis: 500,00 EUR
2007 an den Thales-Konzern verkauft, der zuvor Startpreis: 200,00 EUR
1996 auch schon die Bereiche Alcatel Air Navigati-
Nr. 191
on Systems und SEL Verteidigungssysteme über-
Capito & Klein AG
nommen hatte. Maße: 21 x 29,6 cm. Prägesiegel Aktie 1.000 Mark, Nr. 2439
lochentwertet. Nur 7 Stücke sind bis heute erhal- Benrath am Rhein, Mai 1920 EF Nr. 191 Schätzpreis: 850,00 EUR
ten geblieben! Auflage 3.000 (R 10). Gründung 1876 als oHG, seit Startpreis: 200,00 EUR
1906 AG. Betrieben wurde am Bahnhof Benrath Carl Lindström AG
ein Feinblechwalzwerk, das über fünf Blech-
straßen verfügte. Seinerzeit eines der bedeutend- Aktie 1.000 Mark, Nr. 4879
sten deutschen Unternehmen dieser Branche. In Berlin, November 1913 VF
Berlin börsennotiert. 1938 Betriebsüberlassungs- Auflage 1.500 (R 9). Carl Elöf Lindström (geboren
vertrag mit der Fried. Krupp AG (1953 wieder auf- am 26.6.1869 im schwedischen Södertälje, gestor-
gelöst). 1962 Übertragung des Vermögens unter ben am 29.12.1932 in Berlin) schuf in Deutschland
Ausschluss der Liquidation auf die Hauptgesell- einen der ersten international operierenden und
schafterin “Bochumer Verein für Gußstahlfabrika- den zeitweise größten Schallplatten-Konzern in
tion AG”. Die Feinblechfertigung im Walzwerk I an ganz Europa. Er verließ seine Heimat 1892
der Benrather Telleringstraße wurde erst 1976 zunächst Richtung Stettin und gründete dann
eingestellt. Erst im Juli 2010 fiel das Walzwerk der 1897 in Berlin eine mechanische Werkstätte, die
Abrissbirne zum Opfer. Lochentwertet. Maße: 25,2 bald vornehmlich Phonographen herstellte, fer-
x 33,8 cm. Nur 4 Stücke sind bis heute erhalten ner Diktiergeräte der Marke Parlograph. Den

Nr. 186
geblieben! ersten Apparat zur Wiedergabe von Schallplatten
nach dem Prinzip des Grammophons von Emil
Berliner brachte Lindström unter dem Namen
Lynophone heraus. Der Betrieb expandierte
rasend schnell, 1904 nahm Lindström die bereits
in der Branche als weniger erfolgreiche Wettbe-
werber tätigen Bankiers Max Straus und Heinrich
Zuntz als Kapitalgeber auf und gründete die Carl
Lindström GmbH. Nicht ganz freiwillig, denn die
Bankiers hatten Lindström in der Hand, weil er
sich zuvor bei einem Großauftrag für Salon-Kine-
matographen verkalkuliert hatte. 1905 brachte die
Firma den “Record-Plattenapparat” heraus, wes-
wegen Carl Lindström als Erfinder des Grammo-
phons mit beweglichem Tonarm und fest montier-

Nr. 189
tem Trichter gilt. 1908 erfolgte die Umwandlung in
eine AG. 1911 Erwerb der International Talking
Machine Company mit der Plattenmarke Odeon,
Nr. 189 Schätzpreis: 250,00 EUR einem der bekanntesten Labels der Vorkriegs-
Startpreis: 100,00 EUR Schellack-Zeit. Dazu kamen die Labels Jumbo,
Carl Borg AG Jumbola, Fonotipia, Beka, Lyraphon, Dakapo und
Favorit durch Übernahme der Dr. Grünbaum &
Aktie 20 Goldmark, Nr. 165 Thomas AG, Berlin (1913), der Favorite-Record
Leipzig, 28.1.1925 EF AG, Hannover (1915) und der Beka-Rekord AG,
Auflage 2.000 (R 10). Gegründet im Januar1922 Berlin (1917). Fabriken bestanden in Berlin SO 33
unter der Firma AG für Isolierungs- und Hoch- (Schlesische Str. 26/27), Neukölln (Heidelberger
spannungsmaterial, im März 1922 geändert in Carl Str. 75/76), Weissensee (Lehder Str. 20/25), die
Borg AG. Sitz ab 1926 in Hannover. Herstellung große Schallplattenfabrik war in Treptow
und kaufmännische Verwertung von elektrotech- (Bouchéstr. 35/36). Bis zu 3.000 Mitarbeiter waren
nischem Material. 1927 Beschluß der Auflösung beim “Schallplattenkönig” beschäftigt. Hergestellt
und Liquidation, 1928 gelöscht. Maße: 21 x 29,6 wurden Phonographen, Sprechmaschinen, Schall-

Nr. 187
cm. Prägesiegel lochentwertet. Nur 4 Stücke sind platten, Rechenmaschinen und Kinematographen.
bis heute erhalten geblieben! Zweigwerke befanden sich in Clichy bei Paris und
Hartford bei London, die aber ebenso wie die
Nr. 190 Schätzpreis: 500,00 EUR Agenturen in vielen europäischen Hauptstädten,
Nr. 187 Schätzpreis: 500,00 EUR in Rußland, Südamerika, den USA und Kanada als
Startpreis: 300,00 EUR Startpreis: 120,00 EUR
Folge des 1. Weltkrieges verloren gingen. 1917 war
C. Lorenz AG Telephon- Carl Bücklers & Co. AG Lindström einer der Mitbegründer der UFA. 1921
und Telegraphen-Werke Aktie 1.000 Mark, Nr. 245 schied Carl Lindström als technischer Direktor
Eisenbahnsignal-Bauanstalt Düren, Juli 1912 EF aus der Firma aus, während sein Kompagnon der
Gründeraktie, Auflage 1.050 (R 10). Gegründet ersten Stunde, Max Straus, kaufmännischer Vor-
Aktie 10.000 Mark, Nr. 65940 stand blieb (und als Jude erst 1931 in den Auf-
1912, Übernahme der 1885 errichteten Komman-
Berlin, 7.12.1922 VF+ dit-Ges. Carl Bücklers & Co. in Düren, Eschweiler sichtsrat überwechseln musste, bevor er 1936
Auflage 2.000 (R 8). Ungewöhnlich schöne Umran- und Heimbach. Betrieben wurde eine mechani- nach England emigrierte). Im Aufsichtsrat der bis
dung mit Blattwerk. Maße: 35,8 x 24,8 cm. Präge- sche Weberei für Leinen und Halbleinen. Der Fir- 1935 (danach Einsetzung eines Treuhänders für
das Feindvermögen) in Berlin börsennotierten AG

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

saßen nun auch der spätere Reichsfinanzminister lande aus Blumen und Früchten. Originalunter-
und Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht schriften. Geschichtlich hochinteressant! Maße:
sowie der Vorstandssprecher der Deutschen Bank 35,4 x 24,8 cm. Doppelblatt, mit beiliegendem rest-
Emil Georg von Stauss. 1925 Abschluß eines Inter- lichen Kuponbogen.
essenvertrages mit der Columbia Graphophone
Comp. in London, die 1926 auch die Aktienmehr- Nr. 193 Schätzpreis: 200,00 EUR
heit der in Berlin börsennotierten AG übernahm. Startpreis: 80,00 EUR
Die Tagesleistung der Fabrik an der Schlesischen
Strasse betrug nun 150.000 Schallplatten und Central Torfkohlen-Gesellschaft mbH
1.000 Sprechmaschinen. Columbia ging 1931 im Anteilschein 1.000 Mark, Nr. 289
EMI-Konzern auf. Die Weltwirtschaftskrise brachte Berlin, 8.4.1902 EF
Lindström an den Rand des Ruins, das Unterneh- (R 7) Die Gesellschaft erwarb im September 1902
men musste saniert werden, die Fabrik in Treptow das Patent zur Herstellung von Kohlen aus Torf.
wurde ebenso verkauft wie grosse Teile des Titel- Lochentwertet. Hochwertiger Druck von Giesecke
bestandes. 1936 Ausgründung der Sprechmaschi- & Devrient. Maße: 35 x 25,3 cm.
nenfabrikation in die neugegründete 100% Toch-
ter Brandenburgische Metallverarbeitungs-GmbH,
auch Radiogeräte wurden seit 1930 hergestellt. Im
Nr. 194 Schätzpreis: 350,00 EUR
Dritten Reich stand die Gesellschaft wegen des Startpreis: 60,00 EUR
britischen Großaktionärs unter Feindvermögens- Centralheizungswerke AG
verwaltung, hinterher übernahmen die Alliierten 4,5% Teilschuldv. 2.000 Mark, Nr. 146
die Kontrolle. Trotz starker Kriegsschäden konnte
Hannover-Hainholz, 1.9.1905 EF
die im amerikanischen Sektor liegende Fabrik
Nr. 193
schon wenige Monate nach Kriegsende die Pro- Auflage 300 (R 10). Gründung 1884 als “Hannover-
duktion von Schallplatten und Plattenspielern sche Centralheizungs- und Apparate-Bau-Anstalt”,
wieder aufnehmen. 1949 Gründung einer Zweig- 1903 umbenannt wie oben. Hergestellt wurden
niederlassung in Nürnberg. 1951 Umwandlung in
eine GmbH, 1953 Sitzverlegung nach Köln-Brauns-
feld. Den Markennamen Lindström benutzte der
EMI-Konzern weiter bis 1972, als die CarlLind-
ström GmbH und die Electrola GmbH zur EMI Elec-
trola GmbH verschmolzen wurden. Die bedeu-
tendste Firma in der deutschen Unterhaltungs-
Industrie der Vorkriegszeit! Hübscher G&D-Druck,
in der Umrandung kleine Vignette mit einem
Grammophon. Maße: 26,4 x 35 cm. Die nach der
Inflation 1924 zunächst auf 200 RM und einer
Sanierung mit Kapitalherabsetzung 1934 auf 20
RM herabgesetzten Mark-Aktien wurden 1941 in
neu gedruckte Stücke zu 100 RM und 1.000 RM
umgetauscht, kriegsbedingt konnte die Aktion
scheinbar aber nicht vollständig abgeschlossen
werden.

Nr. 192 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Startpreis: 300,00 EUR
Casino im Frankfurter Hof
Antheilschein 100 Mark, Nr. 413
Mainz, 1.4.1889 EF/VF
(R 9) Das Gasthaus “Zum Frankfurter Hof” in der
Augustinerstraße im Herzen der Mainzer Altstadt
bekam seinen Namen von dem ursprünglichen
Besitzer, dem Bartholomäusstift in Frankfurt am
Main. 1834 erwarb der Wirt Konrad Falck das
Gasthaus und baute einen Saal an, um den immer
größer werdenden Bedarf an Versammlungsstät-
ten für den Mainzer Karneval zu decken. Mainz
war zu dieser Zeit “die republikanischste, revolu-
tionärste deutsche Stadt, ja ein Vorort von Paris”
(Heinrich von Treitschke). Die Politik dominierte
besonders nach 1848 das öffentlichen Leben. Der
Frankfurter Hof wurde zur politischen Versamm-
lungsstätte und Treffpunkt des engagierten Bür-
gertums. Im Mai 1848 wurde im Frankfurter Hof
der erste Demokratische Verein gegründet mit
dem Ziel der Verwirklichung der deutschen
“Sozialen Republik”. 1864 kauften Johann Falck
und Andreas Schmidt das Gebäude für den 1863
gegründeten Katholischen Leseverein, der sich im
Juni 1864 in “Casino-Gesellschaft im Frankfurter
Hof” umbenannte. 1865 bat der Mainzer Carneval
Verein die Casinogesellschaft um Überlassung des
Saales für die Veranstaltungen der Kampagne. Die
Gesellschaft antwortete mit einer Zusage, jedoch
mit der Bedingung, daß “bei den Sitzungen alles
fern bleibe, was Religion und Sitte sowie den Cha-
rakter der Gesellschaft verletzen könne.” 1890
wurde im Frankfurter Hof eine der größten Orga-
nisationen innerhalb der Kirche Deutschlands,
der Volksverein für das Katholische Deutschland,
ins Leben gerufen. 1938 diente der Frankfurter Hof
unter anderem als Auffanglager für jüdische
Flüchtlinge aus den rheinhessischen Dörfern. 1989
erfolgte die Grundsteinlegung für die Sanierung

Nr. 192
des Frankfurter Hofes nach langen politischen Dis-
kussionen und mit großem Einsatz einer Bürgeri-
nitiative. Dekorativ, Umrahmung durch eine Gir-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Heizungs-, Ventilations-, Trocken-, Verdampf-, Peter Sciegiennego St.) Nach dem Tod von Max ten Platz. Die deutsche Danone GmbH mit Sitz in
Bade- und verwandte Anlagen, ferner Fabrikation Hübner 1913 wurde das Unternehmen, inzwischen München ist einer der Top-Anbieter von Molkerei-
von Rippenrohren, Kesseln und Radiatoren. Die der größte Industriebetrieb in Liegnitz, in eine AG produkten wie Fruchtzwerge, Dany Sahne und
Jahresproduktion betrug ca. 9 Mio. kg Eisenguss. umgewandelt. Hergestellt wurden nun in Serie Gervais Obstgarten. Maße: 21 x 29,8 cm.
Zweigwerk in Mährisch-Ostrau, Niederlassungen Dreschmaschinen, Futterschneidemaschinen,
in Berlin, Köln, Frankfurt a.M., Leipzig, Mannheim, Kartoffelkulturgeräte, Milch-Separatoren, Göpel-
Görlitz, Saarbrücken und Amsterdam. Börsenno- werke und Motorlokomobile zum Antrieb von Dre-
tiz Berlin und Hannover. Ruinöser Wettbewerb in schmaschinen sowie für den Export Mais-Entkör-
der Branche erzwang 1925 die Produktionseinstel- nungsmaschinen. Als Reaktion auf rückläufige
lung, nur das Installationsgeschäft wurde Nachfrage in Folge des 1. Weltkrieges wurde
zunächst weitergeführt. 1926 Vergleichsverfahren danach ein größerer Teil der noch 660 Beschäftig-
mit anschließender Liquidation. Das Grundstück ten mit Eisenbahnwaggon-Reparaturen beschäf-
in Hannover-Hainholz (Hüttenstr. 23) ging 1927 in tigt. Nach weiteren schweren Absatzeinbrüchen
der Versteigerung an die AG für Heizung und Lüf- wurde 1926 ein Teil des Fabrikgrundstücks ver-
tung, Hannover (vorm. Fritz Kaeferle). Teil einer kauft, nur die Gießerei blieb zunächst erhalten.
von der Dresdner Bank in Hannover vermittelten 1927 ging die AG in Liquidation. Die Produktion
Anleihe von 1,5 Mio. Mark, die auf den Fabrik- wurde in geringem Umfang von einer Firma J. Gro-
grundstücken in Hannover-Hainholz und lich fortgesetzt. Großes Querformat mit dekorativ-

Nr. 198
Mährisch-Ostrau an erster Stelle hypothekarisch kräftiger Umrahmung. Maße: 26 x 36 cm. Mit
abgesichert war. Mit Originalunterschriften. Kupons.
Maße: 36,5 x 26,5 cm. Doppelblatt, inwendig Anlei-
hebedingungen, mit beiliegendem Erneuerungs-
schein. Lochentwertet.

Nr. 196
Nr. 199
Nr. 196 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR Nr. 199 Schätzpreis: 275,00 EUR
“CERES” Maschinenfabrik AG Startpreis: 145,00 EUR
vorm. Felix Hübner Chemische Fabrik
Vorzugs-Aktie 1.000 Mark, Nr. (421) 13421 für Hüttenprodukte AG
Liegnitz, 7.4.1922 EF/VF Aktie 100 RM, Nr. 332
Auflage 1.000, am 15.8.1922 umgewandelt in Düsseldorf-Oberkassel, Juli 1926 EF
Stamm-Aktie (R 10). Großes Querformat mit deko- Auflage 1.125 (R 9). Gründung 1909 in Neuss. Das
Nr. 194
rativ-kräftiger Umrahmung. Maße: 26 x 35,7 cm. Fabrikgelände besaß eigenen Bahnanschluß.
Werk mit modernen Einrichtungen zur Herstellung
von Sulfat, Salzsäure und Schwefelnatrium, Chlor-
zink fest und in Lauge. Die Ges. lieferte ferner aus
ihren Phonolithbrüchen in Engeln, Station der
Brohltalbahn, Phonolith für die Glasfabrikation.
Die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse in
1925 zwangen die Gesellschaft den Gesamtbetrieb
stillzulegen. Die Anlagen wurden 1927/28 abge-
stoßen. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.

Nr. 197
Nr. 195 Nr. 197 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Nr. 195 Schätzpreis: 400,00 EUR “Ceres” Maschinenfabrik AG
Startpreis: 80,00 EUR vorm. Felix Hübner
“CERES” Maschinenfabrik AG Aktie 1.000 Mark, Nr. 11012
vorm. Felix Hübner Liegnitz, 15.8.1922 EF
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3296 Auflage 6.000 (R 9). Maße: 25,4 x 35 cm.
Nr. 200
Liegnitz, 19.1.1920 VF+
Auflage 2.000 (R 10). 1856 erhielt der Konstruk- Nr. 198 Schätzpreis: 175,00 EUR
teur Joseph Rupprecht von der preußischen Startpreis: 75,00 EUR
Regierung die Konzession zur Errichtung einer Nr. 200 Schätzpreis: 300,00 EUR
Eisengießerei und Maschinenfabrik in Liegnitz.
Ch. Gervais AG Startpreis: 125,00 EUR
Nach mehrfachen Eigentümerwechseln erwarben Namens-Aktie 1.000 DM, Nr. 7411 Chemische Fabrik v. Westernhagen
1875 Felix Hübner und Wilhelm Gubisch (der aber München, November 1965 EF Aktie 5.000 Mark, Nr. 2568
schon 1879 wieder ausschied) die Firma. Mit ihren Auflage 4.000 (R 6). Gründung 1920. Heute die
landwirtschaftlichen Maschinen erwarb sich das
Hannover, Juli 1923 EF+
französische Danone S.A., 1999 mit ca. 26 Mrd. DM
Unternehmen im Osten Deutschlands bis an die Umsatz und 80.000 Mitarbeitern der drittgrößte Gründeraktie, Auflage 6.000 (R 8). Gegründet 1923
russische Grenze einen excellenten Ruf. Felix Hüb- europäische Nahrungsmittelhersteller. Danone zur Übernahme der Chem. Fabrik v. Westernhagen
ner starb 1888, danach übernahm sein Bruder S.A. ist Weltmarktführer bei Milchprodukten & Co. GmbH. Hergestellt wurden Waschmitteln
Max Hübner die Leitung und verlegte die Fabrik, (Danone, Galbani) und Keksen (De Beukelaer Lu). aller Art. Bereits 1924 wieder in Liquidation gegan-
die inzwischen 800 Beschäftigte hatte, von der Im internationalen Mineralwassermarkt belegte gen. Lochentwertet. Maße: 22,2 x 28,3 cm. Exakt
Lindenstr. 6 (Liban St.) in die Hedwigstr. 11 (Fr. der Konzern 1999 mit Evian und Volvic den zwei- nur 2 Stücke sind bis heute erhalten geblieben!

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 205 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Chr. Adt. Kupferberg & Co. KGaA
Namensaktie 300 RM, Nr. 3145
Mainz, 2.1.1937 EF+
Auflage 4.700 (R 7). Gründung 1872 zur Übernah-
me der schon seit 1850 bestehenden Sektkellerei.
Eine der bekanntesten deutschen Sektmarken.
Erst nach über 1 1/4 Jahrhunderten wurde dem
Börsendasein dieser Aktie im Jahr 2002 durch
Squeeze-Out des Großaktionärs ein Ende bereitet.
Rückseitig mehrere Übertragungsvorgänge. Maße:
21,1 x 29,7 cm. Nicht entwertetes Stück in einem

Nr. 201 Nr. 203


sehr guten Erhaltungszustand!

Nr. 201 Schätzpreis: 350,00 EUR Nr. 203 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 180,00 EUR Startpreis: 260,00 EUR
Chemische Werke Lubszynski & Co. Chemnitzer Actien-Spinnerei
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2645 Aktie 5.000 Mark, Nr. 98
Berlin-Lichtenberg, 8.5.1920 EF Chemnitz, 27.4.1923 VF+
Aiuflage 1.500 (R 10). Gegründet 1885. AG seit Auflage 2.200 (R 10). Altes, bereits 1857 gegründe-
1912 mit Sitz anfangs in Berlin, 1931 dann Sitzver- tes Textilunternehmen, das in Alt-Chemnitz zwei
legung nach Köln-Braunsfeld. Herstellung von Spinnereien neu errichtete. Hergestellt wurden
Putz- und Konservierungsmitteln für Schuhe und Garne und Zwirne, außerdem auf weiteren Verar-
Leder, Lederfette, Metallputzmittel aller Art. beitungsstufen vorzugsweise Unterwäsche.
Bekannte Produkte der Firma waren Amor, Servus, Bereits 1913 wurde wegen aufgelaufener Verluste
Kaol. 1941 wurde die Auflösung der Gesellschaft eine Sanierung mit einem Kapitalschnitt 5:1 erfor-
Nr. 206
beschlossen. Lochentwertet. Hochwertiger Druck derlich, dessen Durchführung sich wegen kriegs-
von Giesecke & Devrient. Maße: 25,3 x 34,4 cm. bedingter Pausen bis 1919 hinzog. Eine ungezügel-
Exakt nur 5 Stücke sind bis heute erhalten te Beteiligungspolitik in den 1920er Jahren hatte
erneut hohe Verluste zur Folge und erzwang Nr. 206 Schätzpreis: 500,00 EUR
geblieben!
schließlich 1929 die Liquidation der Firma. Loch- Startpreis: 200,00 EUR
entwertet. Maße: 26 x 36,4 cm. Exakt nur 4 Stücke Coblenzer Handelsbank AG
sind bis heute erhalten geblieben! Aktie 100 Goldmark, Nr. 1018
Coblenz, 31.10.1924 VF
Auflage 197 (R 11). Gründung 1922/23 zwecks
Betrieb von Bankgeschäften aller Art, insbesonde-
re Übernahme und Fortsetzung des zu Koblenz
unter der Firma “Coblenzer Handelsbank, Schütz
& Co.” bestehenden Bankhauses, ansässig Neu-
stadt 9 (später: Hindenburgstrasse). Die Banken-
und Weltwirtschaftskrise ab 1930 überlebte die
Bank nur dank staatlicher Stützung. 1951 in Liqui-
dation gegangen. Lochentwertet. Maße: 20,9 x 29,6
cm. Stellenweise etwas rostfleckig. Exakt nur 2
Nr. 202
Stücke sind bis heute erhalten geblieben!

Nr. 202 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR Nr. 204
Chemische Werke Schönebeck AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 570 Nr. 204 Schätzpreis: 300,00 EUR
Schönebeck/Elbe, 10.4.1930 VF+ Startpreis: 200,00 EUR
Auflage 400 (R 8). Gründung 1927 zur Übernahme Chemnitzer Wirkwarenfabrik AG
der Werkanlagen der in Konkurs befindlichen Her-
mania AG vorm. Kgl. Preußische chemische
vorm. Weicker & Hempfing
Fabrik. Als die 1772 gegründete Preußische See- Aktie 300 RM, Nr. 1418
handlung (später: Preußische Staatsbank) 1795 Chemnitz, August 1929 EF
bis auf den Salzhandel alle Monopole verlor, Auflage 3.100 (R 9). Gründung 1922. Die zunächst
wurde ihr als Ausgleich gestattet, “allenthalben auch betriebene Trikotagen- und Wäschefabrikati-
Comptoire zu errichten”. So gründete die See- on wurde später eingestellt, zuletzt nur noch
handlung bereits 1797 als älteste chemische Strumpffabrikation. Eines der zahllosen Opfer der
Fabrik in Deutschland überhaupt in Schönebeck Weltwirtschaftskrise: Ende 1930 wurde der
a.E. die Kgl. Preussische chemische Fabrik. In den Betrieb stillgelegt, ein Konkursantrag im Novem-
40er Jahren des 19. Jh. zwangen liberale Kreise die ber 1932 wurde mangels Masse abgelehnt. Loch-
Seehandlung zum Rückzug aus fast allen ihren entwertet. Maße: 21 x 29,6 cm. Exakt nur 7 Stücke
industriellen Unternehmungen, die als unzulässi- sind bis heute erhalten geblieben!
ge staatliche Konkurrenz zum privaten Unterneh-
mertum begriffen wurden. So gelangte die Fabrik
in Schönebeck später in den Besitz des Rittmei-

Nr. 207
sters O. Hermann, wurde 1873 gänzlich neu erbaut
und 1877 in eine AG umgewandelt. Das Werk in der
Königstraße (nach 1945: Geschwister-Scholl-
Straße) Nr. 127 stellte Schwerchemikalien, Metall- Nr. 207 Schätzpreis: 750,00 EUR
salze sowie Farben für die Emaille- und kerami- Startpreis: 200,00 EUR
sche Industrie her. Letzter Großaktionär war der
Possehl-Konzern in Lübeck. Maße: 21x 29,7 cm.
Commanditgesellschaft Höndorf,
Industriegeschichtlich besonders interessant! Becker & Co.
Anteil (Quittung) 1.000 Mark, Nr. 505
Historische Wertpapiere: Magdeburg, 3.7.1889 EF/VF
Geschichte zum Anfassen, Gründeranteil (R 9), ausgestellt auf Commerzien-
rath Friedrich Franz Wandel, Dessau. Gegründet
Nr. 205
Liebhaberstücke, Sammel- und
1889 zur “Ausbeutung und Verwerthung unserer
Kunstobjekte, Kapitalanlage Barytpatente und Patentrechte”. Dieses Deutsche

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Reichspatent 77 002 ist 1894 in der (noch heute Nr. 208 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
erscheinenden) “Zeitschrift für Angewandte Che- Startpreis: 450,00 EUR
mie” beschrieben. Damals war die Entzuckerung
der Melasse in den reihenweise entstandenen
Corfou-Company GmbH
Zuckerfabriken, auch in der Magdeburger Börde, Anteil-Schein 1.000 Mark, Nr. 131
ein schwierig zu lösendes Problem. Als Katalysa- Berlin, 7.12.1905 VF
tor verwendete man zunächst Strontianit, doch (R 11) Die Gesellschaft betrieb vermutlich die
das gab es damals weltweit nur in einer einzigen Erschließung und Bewirtschaftung von Länderei-
Lagerstätte im Münsterland bei Beckum. Das en im fruchtbaren Nordteil der seit 1864 griechi-
Barytverfahren von Höndorf und Becker erlangte schen Insel Korfu. Großer Reichsadler im Unter-
dann als Alternative große praktische Bedeutung druck, schöne Säulenrankwerk-Umrahmung. Zwei-
und ist (neben dem Steffenprozess) das einzige sprachig deutsch/französisch. Maße: 33,5 x 24 cm.
bis heute in vier Fabriken in den USA, Deutschland Doppelblatt, inwendig Übertragung aus dem Jahr
und Italien angewandte Verfahren. Dreifarbiger 1906. Knickfalten. Nur 2 Stücke sind seit Jahr-
Nr. 209
Druck auf Wasserzeichenpapier, schöne Umrah- zehnten bekannt!
mung, Originalunterschriften Julius Höndorf und
Ferdinand Becker. Maße: 33,8 x 21,4 cm. Nur 7 Nr. 209 Schätzpreis: 175,00 EUR
Stück wurden Mitte 2009 in süddeutschem Privat- Startpreis: 80,00 EUR
besitz gefunden (Commerzienrath Wandel starb
1902 in Dessau, sein Sohn Friedrich Franz starb
Coseler Bankverein AG
1952 am Starnberger See). Aktie 100 RM, Nr. 711
Cosel O/S., Juli 1934 EF
Bitte schicken Sie uns Ihre Schrift- Auflage 500 (R 7). Gründung 1861, AG seit 1924 zur
Fortführung des bisher vom Bankverein Cosel
gebote frühzeitig zu. Das erleich- eGmbH in Cosel betriebenen Bankgeschäfts. 1950
tert uns die Arbeit sehr! treuhänderische Verwaltung von Westvermögen.
Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.

Nr. 210
Nr. 210 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 240,00 EUR
Crimmitschauer Tricotagen-Fabrik
GmbH
Anteil-Schein 3.000 Goldmark
Crimmitschau-Leitelshain, 15.8.1934 VF
(R 11) Gegründet 1901 in Crimmitschau, damals
mit fast 100 Textilbetrieben eine der Hochburgen
der deutschen Textilindustrie. Denkwürdiges
spielte sich zu dieser Zeit hier ab: 1899 beantrag-
te die Arbeiterschaft beim Spinner- und Fabrikan-
ten-Verein Crimmitschau die Herabsetzung der
täglichen Arbeitszeit von 12 auf 10 Stunden. Als
dies 1901/02 in Meerane und Forst/Lausitz
erreicht war, die Crimmitschauer Fabrikanten
aber weiter ablehnten, kam es zu einem gewalti-
gen Arbeitskampf, der 1903 in der Aufforderung
des Fabrikantenverbandes an seine Mitglieder gip-
felte, sämtlichen Arbeitern zu kündigen. Dies zu
tun weigerte sich die Tricotagen-Fabrik, die
ohnehin nur 10 Stunden/Tag arbeiten ließ, wor-
aufhin ihr der Verband eine Klage wegen nicht sta-
tutengerechten Verhaltens androhte. Im
August/September werden 7.000 Arbeiter gekün-
digt, es kommt zu Streiks und Massenaussperrun-
gen, Clara Zetkin ruft im Odeum zur (tatsächlich
dann europaweiten) Unterstützung der Streiken-
den auf. Am 10.12.1903 hält August Bebel zum
Crimmitschauer Streik und der Behördenwillkür
eine große Rede im Reichstag. So hat der Große
Streik ungeahnte Folgen: Zwar brach er am
17.1.1904 zusammen, doch im Ergebnis sah sich
die Reichsregierung veranlaßt, die Arbeitszeit
gesetzlich zu regeln. Das entsprechende Gesetz
trat am 1.1.1908 in Kraft. 1925 sind von 27.000 Ein-
wohnern in Crimmitschau immer noch 12.000 in
der Textilindustrie beschäftigt. Ihr fortschrittli-
ches Verhalten im Streik nützte der Trikotagenfa-
brik (Betrieb: Leitelshain, Amselstr. 19) später

Nr. 208
nichts: Nach 1945 wie fast alle anderen Betriebe
der Stadt auch in Volkseigentum überführt. Hoch-
dekorative Umrahmung im Historismus-Stil mit

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Putten. Originalunterschriften Meyer und Fritz- Nr. 214 Schätzpreis: 500,00 EUR
sche. Lochentwertet. Maße: 32,4 x 24,2 cm. Knick- Startpreis: 250,00 EUR
falten am Rand eingerissen.
Dachschieferbergwerk “Bismarck”
Kux-Schein über 5 von 100 Kuxe, Nr. 16
Caub, 29.7.1874 EF/VF
Ausgegeben waren ca. 15 Kux-Scheine (R 10). Das
Dachschieferbergwerk in der Gemeinde Welterod
wurde von David Isaac Fuldauer gemutet (geboren
1830 im niederländischen Almelo, die Familie war
mit den niederländischen Rothschilds verschwä-
gert), der sich mit dem ebenfalls jüdischen
Amsterdamer Finanzier Benjamin Wolff als Kapi-
talgeber verband. Seit mehr als 2000 Jahren wird
aus dem Kauber Schieferzug, der den Rhein zwi-
schen Bacharach und Oberwesel in westöstlicher
Richtung durchquert, Schiefergestein gewonnen.

Nr. 211
Indem sich der Rhein tief ins Gebirge einschnitt,
ließ er die Schiefervorkommen zu Tage treten.
Schon die Römer beuteten die Dachschiefervor-
Nr. 211 Schätzpreis: 250,00 EUR kommen des Kauber Horizontes aus und verwen-
Startpreis: 60,00 EUR deten das Baumaterial u.a. zur Bedeckung des
Croning-Schloss AG berühmten Limes bei Xanten. Um 1300 werden
Schiefergruben im Kauber Schieferzug aktenkun-
Aktie Lit. A 5 Milliarden Mark, Nr. 7 dig, und Kaub (auf der rechten Rheinseite zwi-
Hamburg, Dezember 1923 EF+ schen Lorch und St. Goarshausen gelegen) ent-
Gründeraktie (R 7). Herstellung von Schlössern, wickelt sich zu einem Zentrum des rheinischen
insbesondere der patentgeschützten Croning- Schieferabbaus. 1889 werden hier die Gewin-
schlösser. Im Juni 1925 gelöscht. Ungewöhnlich nungsbetriebe als “Grube Rhein” zu einer Groß-
hoher Nennwert! Sehr dekorative Umrandung im grube zusammengeschlossen, die in 4 Etagen übe-
Art-Deko-Stil mit Sicherheitsschlüsseln. Maße: reinander aus Stollen Dachschiefer förderte. Mitte
Nr. 216
24,5 x 35,2 cm. Top-Erhaltung! der 1960er Jahre verursacht die Einführung von
Kunstschiefer ein großes Grubensterben am
Rhein. Die Grube Rhein begegnete dem durch den Nr. 216 Schätzpreis: 300,00 EUR
Bau eines Mineralmahlwerkes, das noch heute Startpreis: 140,00 EUR
von der Schieferwerk Bacharach GmbH betrieben
wird. Originalunterschriften, Übertragungsver- Dachschieferbergwerk “Hohenrain”
merke bis 1886. Maße: 33,2 x 21 cm. Doppelblatt. Kux-Schein über 1 von 100 Kuxe, Nr. 5
Nur 5 Stücke wurden Mitte 2007 in uralten hollän- Caub, 24.9.1886 EF-
dischen Erbschaftsunterlagen gefunden. (R 8) Das Dachschieferbergwerk in der Gemeinde
Bornich wurde ebenfalls von David Isaac Fuldauer
gemutet (siehe das Los Nr. 214). Originalunter-
schriften, Übertragungsvermerke bis 1891 (zuletzt
auf die Witwe D. I. Fuldauer-Rothschild zu Amster-
dam). Maße: 32,7 x 21 cm. Doppelblatt. Nur 11
Stück wurden Mitte 2007 in uralten holländischen
Erbschaftsunterlagen gefunden.

Nr. 212

Nr. 212 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Cuno Sievers Margarinewerke AG
Aktie Lit. A 1.000 Mark, Nr. 9820
Lübeck-Segeberg, 22.9.1923 EF
(R 9) Bei der Gründung 1923 brachte Cuno Sievers
in die Gesellschaft die von ihm betriebene Marga-
rinefabrik in Bad Segeberg ein. 1924 umbenannt in
Segeberger Margarinewerke AG, zugleich Sitzver-
legung nach Hamburg. 1925 von Amts wegen
gelöscht. Maße: 29,5 x 22,7 cm. Mit komplettem
Kuponbogen.

Nr. 215
Nr. 213 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Dachschiefer-Bergwerke Nr. 215 Schätzpreis: 500,00 EUR
Charlottenburg-Blücher in Gotha Startpreis: 250,00 EUR
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 461 Dachschieferbergwerk “Fuldauer I”
Bacharach, 18.10.1907 EF/VF Kux-Schein über 10 von 100 Kuxe, Nr. 13 Nr. 217
Auflage 1.000 (R 7). Im Laufe der Jahrhunderte hat Caub, 29.7.1874 EF/VF
es rund 1300 Schiefergruben in der Region auf Ausgegeben waren ca. 15 Kux-Scheine (R 10). Das Nr. 217 Schätzpreis: 500,00 EUR
dem Kauber Schieferzug, der den Rhein zwischen Dachschieferbergwerk in der Gemeinde Bornich Startpreis: 200,00 EUR
Bacharach und Oberwesel in westöstlicher Rich- wurde ebenfalls von David Isaac Fuldauer gemutet Dachschieferbergwerk “Louise I”
tung durchzieht, gegeben. Mit dem Einzug des (siehe das Los davor). Originalunterschriften,
Übertragungsvermerke bis 1886. Maße: 33 x 21,4
Kux-Schein über 20 von 100 Kuxe, Nr. 15
Kunstschiefers Mitte der 60er Jahre des 20. Jh.
begann der Niedergang der Schiefergruben. Maße: cm. Doppelblatt. Am Rand stellenweise etwas Caub, 29.7.1874 EF
32,8 x 20,9 cm. Doppelblatt. Kleine Lochentwer- angestaubt. Nur 4 Stücke wurden Mitte 2007 in Ausgegeben waren 16 Kux-Scheine (R 10). Das
tung unten mittig. uralten holländischen Erbschaftsunterlagen Dachschieferbergwerk in der Gemeinde Bornich
gefunden. wurde ebenfalls von David Isaac Fuldauer gemutet

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

(siehe das Los Nr. 214). Originalunterschriften, Nr. 221 Schätzpreis: 200,00 EUR
Übertragungsvermerke bis 1886. Maße: 33,2 x 21,5 Startpreis: 120,00 EUR
cm. Doppelblatt. Nur 5 Stücke wurden Mitte 2007
in alten holländischen Erbschaftsunterlagen
Danziger Hypotheken-Verein
gefunden. 4,5% Pfandbrief Lit. H. 2.000 Mark, Nr. 1984
Danzig, 2.1.1923 EF
(R 9) Die Stadt Danzig wurde über Jahrhunderte
von deutscher Kultur und deutschem Kommerz
geprägt. Die Organisation der Kreditwirtschaft
entsprach im wesentlichen den in Deutschland
üblichen Strukturen. So wurde als Selbsthilfe-Ein-
richtung Danziger Hausbesitzer auch 1882 der
Danziger Hypotheken-Verein gegründet. Die Her-
auslösung aus dem deutschen Reich verschaffte
Nr. 220 1920 dem quasi eigenstaatlichen (dem Völker-
bund unterstellten) Danzig eine einzigartige Stel-
Nr. 220 Schätzpreis: 150,00 EUR lung im östlichen Wirtschaftsraum. Viele ausländi-
Startpreis: 50,00 EUR sche Banken errichteten Filialen, zugleich wurde
Danzig das Dorado osteuropäischer Wechselstu-
Dampfschifffahrts-Gesellschaft benbesitzer und zählte 1922 rd. 350 Firmen, die
“Neptun” sich mit Bank- und Devisengeschäften befaßten.
Aktie 100 RM, Nr. 238 Bis zur “Wiedereingliederung” in das Deutsche
Bremen, Mai 1933 EF+ Reich war die Zahl schon auf 50 geschrumpft,
Auflage 325 (R 6). Gründung 1873 mit einer Flotte danach wurde weiter zentralisiert. So mussten
von 5 Schiffen für die Skandinavien-Fahrt. Später auch die Danziger Hypothekenbank AG, die
auch Verbindungen nach Holland, Riga, Spanien Staatsbank der Freien Stadt Danzig und der Danzi-
und Portugal, 1889 Aufnahme des unmittelbaren ger Hypotheken-Verein i.L. den größten Teil ihres
Rhein-See-Verkehrs ab Köln. Die auf 76 Schiffe Geschäftsbetriebes an die neu gegründete “Lan-
angewachsene Flotte ging als Folge des 1. Welt- desbank und Girozentrale Danzig-Westpreußen”

Nr. 218
krieges weitgehend verloren. In der Weltwirt- abgeben. Sehr schöne Gestaltung mit fünf Wap-
schaftskrise 1930 erwarb der Norddeutsche Lloyd pen. Bei der Gründung 1882 hatte der Hypothe-
die Aktienmehrheit (zuletzt 98%). Von der wieder- ken-Verein bei der Kunst- und Steindruckerei von
aufgebauten Flotte beließen die Alliierten nach Gebr. Zeuner offenbar mehr als reichlich Blanko-
Nr. 218 Schätzpreis: 250,00 EUR
dem 2. Weltkrieg der “Neptun” wieder nur 16 älte- Pfandbriefe bestellt: Auch 40 Jahre später fertigte
Startpreis: 80,00 EUR man die Pfandbriefe immer noch auf den allerer-
re Dampfer und 4 Leichter. Bis 1972 konnte die
Dachschiefergrube Helena Flotte ein drittes Mal auf dann 25 Schiffe neu auf- sten Vordrucken aus (auf denen als Ausgabejahr
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 7 gebaut werden. Neben der Linienschiffahrt in 18... vorgedruckt ist). Mit sechs Original-Unter-
Frankfurt a.M., 29.5.1886 EF Europa, nach Westafrika und Übersee spezialisier- schriften. Maße: 35,7 x 22,6 cm. Mit Kupons.
Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der te sich die Ges. ab 1970 besonders auf Flüssigga-
Gemarkung Reifenberg, Bergrevier Weilburg. Mit stanker und die Meeresforschung zur Auffindung
Originalunterschriften, Übertragungsvermerk von unterseeischer Rohstoffvorkommen. Inzwischen
1891. Maße: 33,2 x 21,1 cm. Doppelblatt. Lediglich hatten die Commerzbank AG in Hamburg und die
25 Stücke wurden im Jahr 1995 gefunden. Persil GmbH in Düsseldorf (später Henkel) je eine
Schachtel von über 25% erworben, Anfang der
70er Jahre kam die Bremer Landesbank mit einer
weiteren Schachtel hinzu. 1973/74 erwarb die Slo-
man-Gruppe über 75% der Aktien, zugleich Umfir-
mierung in SLOMAN NEPTUN Schiffahrts-AG.
Noch heute in Bremen und Hamburg börsenno-
tiert. Maße: 21,1 x 29,9 cm. Keine Entwertung!

Nr. 222

Nr. 222 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 180,00 EUR
Nr. 219 Danziger Verpackungsindustrie AG
Aktie 100 RM, Nr. 55
Nr. 219 Schätzpreis: 150,00 EUR Danzig, Juli 1942 EF
Startpreis: 60,00 EUR
Auflage 60 (R 8). Gründung 1922 zwecks Verarbei-
DaimlerChrysler AG tung von Papier, Pappe und sonstigen Materialien
1 Namens-Stückaktie, Nr. 10047401 zur Herstellung von Verpackungsmitteln. Haupter-
Stuttgart / New York, 20.12.2000 UNC/EF zeugnisse der Fabrik in der Weidengasse 35-38
waren Kartonnagen, Tüten und Beutel sowie Well-
Gültige Urkunde, die in eine neue Daimler-Aktie
pappe, die im Anilin-, Buch- oder Offsetdruck
umgetauscht werden könnte. Die Automobilfabri-
bedruckt werden konnten. Maße: 21 x 29,8 cm.
ken von Gottlieb Daimler und Carl Benz wurden
Prägesiegel lochentwertet.
1882 bzw. 1883 gegründet. Obwohl sie fast Nach-
barn waren, sind sich diese beiden Automobilpio-
niere übrigens zeitlebens nie persönlich begegnet. Nr. 223 Schätzpreis: 200,00 EUR
1926 fusionierten die Daimler-Motoren-Gesell- Startpreis: 100,00 EUR
schaft (Stuttgart/Berlin) und die Benz & Cie. Rhei- Dauerwäsche-AG
nische Automobil- und Motorenfabrik (Mann-
heim) zur Daimler-Benz AG. 1999 sorgte die Fusion
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1118
mit Chrysler für Furore. Außergewöhnlich dekora- Berlin, 30.6.1921 EF
tiver Sicherheitsdruck mit Hologramm, großen Old- Auflage 1.575 (R 8). Gründung 1910 unter Einbrin-
timer-Abb. im Unterdruck und den Porträts (mit gung der Geschäftsanteile der Dauerwäsche
faksimilierten Unterschriften) von Gottlieb Daimler, GmbH, Bernheim, Beer & Co. und 10.000 M
Nr. 221
Carl Benz und Walter P. Chrysler. Text zweisprachig Geschäftsanteile der Everclean Linen Co. GmbH.
deutsch/englisch. Maße: 20,3 x 30,5 cm. Herstellung/Vertrieb von Wäsche, insbesondere

Alle Wertpapiere sind bei uns in einer Bilddatenbank vorhanden. Es kann deshalb vereinzelt vorkommen, daß bei Abbildungen
auf Archivmaterial zurück gegriffen wurde und ein gleichwertiges Stück mit einer anderen Nummer abgebildet ist.
Bilder der Kataloglose im Internet betrachten: [Link]

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

abwaschbarer (Dauer-) Wäsche. Börsennotiz im Vertrieb chemischer Produkte. 1927 von Amts gkong, Yokohama, Kobe, Singapur, Hamburg und
Freiverkehr Berlin. 1925 ist die Firma erloschen. wegen gelöscht. Maße: 16,7 x 21,4 cm. Mit kpl. Kanton. Die Aktien waren an allen großen deut-
Lochentwertet. Maße: 26 x 35,8 cm. Mit Marken- Kuponbogen. schen Börsen notiert, wobei der Umrechnungs-
zeichen „Ever clean“. Nur 14 Stücke sind bis heute Kurs des Shanghai-Tael zur Mark zum Zwecke des
erhalten geblieben! Börsenhandels mit 2,50 festgesetzt war, Großak-
tionär war die Deutsche Bank. 1953 nahm die
Deutsch-Asiatische Bank die Aktivitäten in Ham-
burg wieder auf, unter Federführung der Deut-
schen Bank. Zusammen mit Partnerbanken der
EBIC-Gruppe wurde anschließend die
“Europäisch-Asiatische Bank” gegründet, in die
die Deutsch-Asiatische Bank aufging. Später
wurde diese Neugründung in “European Asian
Bank” umbenannt. Nachdem die meisten Partner-
banken sich aus der European Asian Bank zurück-
gezogen hatten, wurde diese 1986 in “Deutsche
Bank (Asia)” umbenannt, bevor sie 1987/88
zusammen mit ihren 14 Branchen mit der Deut-

Nr. 226
schen Bank verschmolzen wurde. Faksilime-Unter-
schrift von Hermann Josef Abs. Maße: 21,1 x 29,7
Nr. 223 cm. Mit restlichem Kuponbogen, nicht entwertet.
Nr. 226 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 300,00 EUR Nr. 228 Schätzpreis: 200,00 EUR
Dessauer Spar- und Bau- Startpreis: 40,00 EUR
Genossenschaft eGmbH Deutsch-Asiatische Bank
Anteil-Schein 200 Mark, Nr. 703 Aktie 100 DM, Nr. 10300
Dessau, 2.3.1916 EF Hamburg, Juli 1953 EF+
(R 9) Gegründet im Jahr 1900. Nach Planungen Auflage 6.250 (R 9). Faksilime-Unterschrift Abs.
von Hannes Meyer entstand 1929-30 mit den fünf Maße: 21,1 x 29,7 cm. Mit restlichem Kuponbogen,
Laubenganghäusern mit insgesamt 90 Wohnungen nicht entwertet.
ein besonderes Ensemble als “echte” Bauhaus-
bauten. Sie waren Teil der geplanten gemischten Nr. 229 Schätzpreis: 200,00 EUR
Bebauung, die Hannes Meyer für die Erweiterung Startpreis: 40,00 EUR
von Törten vorgesehen hatte. Zwischen mehrge-
schossigen Laubenganghäusern sollte eine einge- Deutsch-Asiatische Bank
Nr. 224
schossige Reihenhausbebauung entstehen. Die in Aktie 100 DM, Nr. 10202
Teilen realisierte Bebauung grenzte an die 1926-28 Hamburg, Juli 1953 EF+
von Walter Gropius konzipierte halbländliche Rei- Auflage 6.250 (R 9). Faksilime-Unterschrift Abs.
Nr. 224 Schätzpreis: 200,00 EUR henhaussiedlung. 1958 wurde die Spar- und Bau-
Startpreis: 100,00 EUR Maße: 21,1 x 29,7 cm. Nicht entwertet.
genossenschaft in “Dessauer gem. Wohnungsbau-
Demminer Brauerei AG genossenschaft eGmbH” (GWG) umbenannt. 1979
Namensaktie Lit. D 1.000 RM, Nr. 14 fusionierte die GWG mit der Arbeiterwohnungsge-
nossenschaft (AWG) Einheit, die 1965 aus dem
Demmin, März 1942 EF Zusammenschluß der AWG Waggonbau und der
Auflage 250 (R 8). Gründung bereits 1859 als Dem- AWG Elektromotorenwerk hervorgegangen war.
miner Bockbrauerei Johs. Kossow, seit 1874 Zuletzt dann 2008 umbenannt in “Wohnungsge-
Brauerei Vogt & Kossow. Der Betrieb wurde 1908 nossenschaft Dessau eG”. Diese setzte die Bau-
für 400.000 Mark an die neu gegründete AG ver- haus-Tradition zuletzt fort mit 2010 fertiggestell-
kauft. Der Ges. gehörte das Hotel “Reichspost” in ten Experimentalbauten und modernen Mietwoh-
Demmin. 1939 umfirmiert in Demminer Brauerei nungen am Rande von Törten. Ausgestellt auf die
AG. Die ersten Verstaatlichungswellen überstand Anhalt-Dessauische Landesbank. Schöne Jugend-
die AG, weil zu klein, und so lebte sie noch ein stil-Kapitälchen, Originalunterschriften. Lochent-
knappes Vierteljahrhundert weiter. Erst 1969 wertet. Maße: 19,5 x 26,3 cm.
wurde die Brauerei als VEB Demminer Brauerei in
Volkseigentum überführt, 1983 dann dem VEB
Getränkekombinat Neubrandenburg zugeschla- Nr. 230
gen. Erst kurz nach der Wende wurde der Betrieb
1991 stillgelegt. Maße: 20,9 x 29,7 cm. Prägesiegel
lochentwertet. Nr. 230 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR
Deutsch-Galizische Rohölproductions-
Gesellschaft Grube “Charlotte”
in Boryslaw
Anteil-Schein, Nr. 369
Verwaltungssitz Leipzig, 15.10.1918 EF/VF
Auflage 1.000 (R 9). Im ehemaligen Kronland Gali-
zien der Donaumonarchie (heute die Westukraine)
Nr. 227 wurden schon ab 1854 zahlreiche Schächte gegra-
ben, um daraus Erdöl zu schöpfen und Erdwachs
Nr. 227 Schätzpreis: 200,00 EUR abzubauen. Durch diese leicht zu erschließenden
Startpreis: 40,00 EUR Vorkommen war Österreich-Ungarn mit einer Jah-
resförderung von knapp 3 Mio. t zu Beginn des 1.
Deutsch-Asiatische Bank Weltkrieges das drittgrößte Ölförderland der
Aktie 100 DM, Nr. 10299 Erde. Dass man hier, wenige Tage vor Ende des 1.

Nr. 225
Hamburg, Juli 1953 EF+ Weltkrieges und bereits nach dem Zusammen-
Auflage 6.250 (R 9). Gründung 1889 zum Betrieb bruch der Donaumonarchie, noch Anteile an
von Bankgeschäften und Förderung des Handels- einem galizischen Erdölunternehmen an gutgläu-
Nr. 225 Schätzpreis: 350,00 EUR verkehrs zwischen Deutschland und Asien. Grün- bige Anleger verhökerte, das ist schon ein ziemli-
Startpreis: 90,00 EUR der waren u.a. die Kgl. Seehandlung (Preußische ches Husarenstück. Ausgestellt auf Frau Elisabeth
Baumbach, Niedertrebra [Link]. Lochentwertet.
Dessauer Kohlenwerke AG Staatsbank), Disconto-Gesellschaft, Deutsche
Maße: 24 x 33 cm.
Bank, Berliner Handels-Gesellschaft, M.A. von
Aktie 1.000 Mark, Nr. 19117 Rothschild & Söhne, Bayerische Hypotheken- und
Hannover, Oktober 1923 EF Wechselbank. 1906 erhielt die Bank das Recht zur
Gründeraktie (R 10). Gründung im Oktober 1923. Ausgabe von Banknoten im Schutzgebiet Kiaut- Kataloggebühr 10,- Euro
Betrieb von Bergwerken sowie Herstellung und schou und in China. Niederlassungen in Shanghai, inklusive Ergebnisliste
Tientsin, Kalkutta, Berlin, Hankow, Tsingtau, Hon-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 231
Nr. 231 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Deutsch-Westafrikanische
Handelsgesellschaft
Anteil 10 x 100 DM, Nr. 7311-7320
Hamburg, März 1961 UNC/EF
(R 8) Gegründet 1896 als GmbH, seit 1904 Deut-
sche Kolonial-Gesellschaft. Das Unternehmen
besaß Faktoreien im Kamerun, Nigeria, Togo und

Nr. 234
der Gold Coast Colony sowie die Plantagen Bonge
in Kamerun und Awewe in Togo. Als Folge des 1.
Weltkrieges gingen die meisten Besitzungen verlo-
ren, als Folge des 2. Weltkrieges dann auch die Nr. 233 Schätzpreis: 100,00 EUR dcredit-Bank Gotha und die Landwirtschaftliche
Startpreis: 50,00 EUR Pfandbriefbank (Roggenrentenbank) aufgegangen.
letzte über die Deweha Ltd. gehaltene 2.200 ha
Über Jahrzehnte hielt die Deutsche Bank eine
große Pflanzung in Togo einschließlich der Aufbe- Deutsche Bugsier-AG Mehrheitsbeteiligung an dieser ansonsten börsen-
reitungsanlagen, Feldbahnen, Motorboote und Aktie 20.000 Mark, Nr. 272 notierten Hypothekenbank. 2002 dann bei der
Fahrzeuge. Der Neuanfang nach dem Krieg mit
Handelsniederlassungen in Nigeria und Ghana
Hamburg, August 1923 EF Fusion der Realkreditinstitute der drei Großban-
Gründeraktie, Auflage 1.500 (R 8). See- und Fluss- ken in der heutigen Commerzbank-Tochter “Euro-
sowie Ex- und Importgeschäften nach Afrika,
Bugsierbetrieb, Schiffsan- und -verkäufe, Ree- hypo” aufgegangen. Originalunterschriften Dr.
Südamerika und Asien scheiterte: 1962 ging die im Karl Ernst Sippel (Vorstandsmitglied der Deut-
Freiverkehr Hamburg notierte Ges. in Konkurs. dereibetrieb. 1925 in Liquidation getreten, 1926
Konkurs. Maße: 24 x 30,2 cm. schen Bank) als AR-Vorsitzender sowie Hans
Maße: 21 x 29,6 cm. Mit kpl. Kuponbogen. Oesterlink und Dr. Joseph Wiehen für den Vor-
Nr. 234 Schätzpreis: 500,00 EUR stand. Lochentwertet. Maße: 20,8 x 29,7 cm. Exakt
nur 2 Stücke sind bis heute erhalten geblieben!
Startpreis: 240,00 EUR
Deutsche Centralbodenkredit-AG
Nr. 235 Schätzpreis: 500,00 EUR
Aktie 100 RM, Nr. 176967 Startpreis: 200,00 EUR
Berlin, 20.5.1944 EF/VF
(R 11) Maschinenschriftlich ausgefertigtes “Ersatz-
Deutsche Chemische Werke AG
stück für die durch Feindeinwirkung unbrauchbar Aktie 100 RM, Nr. 378
gewordene und von uns vernichtete Originalur- Berlin, September 1925 EF/VF
kunde”. Hervorgegangen im Jahr 1930 aus der Auflage 400 (R 12). Gründung 1921 zum Betrieb
Fusion der Preußischen Pfandbrief-Bank (gegr. einer chemischen Fabrik, einer Branntweinbren-
1862) und der Preußischen Central-Bodenkredit- nerei und einer Likörfabrik im brandenburgischen
AG. Schon zuvor waren in den Vorgängerinstituten Sommerfeld (Die Crossener Oderberge mit den
u.a. die Preußische Boden-Credit-Actien-Bank, die Städten Crossen und Sommerfeld als damals rich-
Nr. 232
Schlesische Boden-Credit-Actien-Bank, die Preußi- tigen Weinorten waren schon seit der Einwande-
sche Hypotheken-Actien-Bank, die Deutsche Grun- rung rheinischer Kolonisten im Jahr 1154 die

Nr. 232 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Deutsche Babcock & Wilcox AG
Aktie 50 x 50 DM, Nr. 10350
Oberhausen (Rheinl.), März 1974 EF
(R 9) Die Mutterfirma wurde bereits 1881 von den
Amerikanern George H. Babcock und Stephen Wil-
cox gegründet. Sie erfanden 1867 den patentierten
Hochdruck-Dampfkessel. Die Deutsche Babcock &
Wilcox-Dampfkessel-Werke AG wurde im Oktober
1898 durch Übernahme des Berliner Zweigwerks
der Babcock & Wilcox Ltd., London gegründet. Die
Gesellschaft erhielt das Fabrikations- und Ver-
kaufsrecht für das Deutsche Reich und dessen
Kolonien. Wenig später wurde in Oberhausen ein
großes neues Werk errichtet. 1909 Übernahme der
Oberschlesischen Kesselwerke in Gleiwitz. Der
bedeutendste europäische Hersteller auf dem
Gebiet des konventionellen Dampferzeugerbaus
erweiterte ab 1966 das Angebot auf 10 Produktli-
nien des Maschinen- und Industrieanlagenbaus
einschließlich vieler Firmen-Übernahmen. Umfi-
miert 1976 in Deutsche Babcock AG, 2000 in Bab-
cock Borsig AG. Zuletzt Holding für über 200 Toch-
tergesellschaften, darunter die weltbekannte U-
Boot-Werft HDW. Nach deren umstrittenem Ver-

Nr. 235
kauf kam Mitte 2002 die spektakuläre Insolvenz.
Maße: 21 x 29,8 cm. Mit Kupons, Prägesiegel loch-
entwertet.

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

nördlichste Weinbaugegend Deutschlands. Da in


kalten und nassen Jahren die Trauben jedoch
nicht recht reiften, prägte man den Vers: “Märki-
scher Erde Weinerträge - gehn durch den Hals wie
eine Säge”). Außerdem in Berlin beteiligt an der H.
Seemann GmbH und der Apotheker Dr. A. Uecker
GmbH (Herstellung chemisch-pharmazeutischer
Präparate). Die verschiedenen Berliner Betriebe
der Ges. wurden 1924 in den Fabrikräumen der
Noé & Sohn GmbH (Berlin, Saarbrücker Straße
23/24) zusammengelegt, während die Verwaltung
jetzt in der oberschlesischen Stadt Ratibor (Pol-
koplatz 5) residierte. 1934 umbenannt in “Coho”
Chemie-Vertriebs-AG. 1936 ist die AG erloschen,
ohne daß sie jemals einen Pfennig Dividende
gezahlt hätte. Lochentwertet. Maße: 17,4 x 25,9
cm. Unikat!

Nr. 236 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 200,00 EUR
Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft
Aktie 80 RM, Nr. 30000
Dessau, März 1925 EF/VF
Auflage 30.000 (R 10). Gründung 1855 als älteste
Gasgesellschaft Deutschlands. Seit 1886 auch in
der Elektrizitätswirtschaft tätig. In Dessau wurde
die nach Berlin älteste Elektrizitäts-Zentrale in
Deutschland errichtet. 1946 Sitzverlegung nach

Nr. 236
Düsseldorf, 1979 Umfirmierung in CONTIGAS
Deutsche Energie AG, eine noch heute börsenno-
tierte Holding für vielfältige Beteiligungen an Ener-
rung in Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteili- derlassungen in Lüneburg und Torgelow. Dem Auf-
gieversorgungsunternehmen. 1988 Sitzverlegung
gungsgesellschaft AG. 2000 Sitzverlegung nach sichtsrat der Ges. gehörten u.a. Dr. Hjalmar
nach München. Hochdekorativer G & D-Druck mit
Jena, heute als Tochtergesellschaft der von Lothar Schacht und Dr. Gustav Stresemann an. Lochent-
Abb. von stilisierten Lampen, Putten, Greifen und
Späth geführten JENOPTIK eine Holdinggesell- wertet. Maße: 21 x 29,6 cm.
Rocailles. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel loch-
schaft für deren Beteiligungen an jungen Techno-
entwertet. Die 80-RM-Aktien wurden bereits 1929
logie-Firmen. Maße: 21 x 29,8 cm. Lochentwertet
in solche zu 400 RM umgetauscht. Lediglich 3
(nicht aus der Reichsbank).
danach nicht vernichtete Exemplare sind bis
heute übrig geblieben!

Nr. 240

Nr. 240 Schätzpreis: 200,00 EUR

Nr. 238
Startpreis: 100,00 EUR
Deutsche Fensterglas-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 101
Berlin, 1.1.1910 VF
Gründeraktie, Auflage 2.250 (R 8). Gründung 1909.
Handel mit Flachglas. 1927 unter Geschäftsauf-
sicht, 1928 Beschluß der Liquidation. Lochent-
wertet. Maße: 25,1 x 39,8 cm. Rand leicht fleckig

Nr. 237
und etwas angestaubt. Nur 13 Stücke sind bis
heute erhalten geblieben!

Nr. 237 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 241 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR Startpreis: 125,00 EUR
Deutsche Destillerie AG Deutsche Fleischgrosshandels-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 24504 Zwischenschein zu einer Namensaktie
Nr. 239
Berlin, Februar 1923 VF+ 300 RM, Nr. 563
Auflage 32.850 (R 9). Gründung 1922. Herstellung Berlin, 6.12.1943 EF/VF
von Likören, Weinbrand und Spirituosen, außer-
Nr. 239 Schätzpreis: 300,00 EUR Auflage 619 (R 10). Gründung 1929 durch die Ein-
dem Weinhandel. 1924 Konkurs. Maße: 26,4 x 19
und Verkaufsgenossenschaft der Großschlächter
cm. Mit kpl. Kuponbogen. Keine Entwertung! Startpreis: 125,00 EUR Chemnitz, die Chemnitzer Fleischzentrale AG, den
Deutsche Evaporator-AG Bayrischen Großschlächter-Verband in Nürnberg,
Nr. 238 Schätzpreis: 125,00 EUR Aktie 20 RM, Nr. 52785 die Genossenschaft der Schweinegroßschlächter
Startpreis: 20,00 EUR von Hamburg-Altona, den Interessenverband der
Berlin-Wilmersdorf, Nov. 1924 EF/VF
Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank Auflage 95.000 (R 9). Gegründet 1857 unter der
Großschlächtervereine Berlins, die Ein- und Ver-
kaufsgenossenschaft vereinigter Großschlächter
Aktie 1.200 RM, Nr. 8180 Firma Lüneburger Eisenwerk in Lüneburg, errich-
zu Leipzig, die Frankfurter Fleisch- und Fettver-
Frankfurt/Main, 17.6.1927 EF tet 1844 von A. Wellenkamp & Co. Herstellung und
trieb GmbH und ca. 300 Großschlächter aus allen
Auflage 2.083 (R 10). Hervorgegangen aus dem Vertrieb aller zur Verbesserung wärmewirtschaft-
Teilen Deutschlands zwecks Durchführung aller
seit 1821 bestehenden Bankhaus L.A. Hahn. Seit lich Wirkungsgrade erforderlichen Anlagen und
Geschäfte auf dem Gebiet der Vieh- und
1872 AG als Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. Apparate. Betrieb einer Eisengießerei, Maschinen-
Fleischwirtschaft. Die Ges. war der wirtschaftliche
1929 Fusion mit der Deutschen Vereinsbank. 1969 bauanstalt, Kesselschmiede, Hüttenschloßerei
Arm des Reichsverbandes der Deutschen
Übertragung des Bankgeschäftes auf die neuge- und eines Emailierwerkes in Lüneburg. 1917
Großschlächter und wurde gegründet, um die
gründete Effectenbank-Warburg AG und Umfirmie- umbenannt in Deutsche Evaporator-AG. Zweignie-
Interessen der Großschlächter bei der künftigen

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polnischen Schweineeinfuhr nach Deutschland das Recht, zur Refinanzierung ihrer langfristigen duktion von chemischen Produkten, zunächst
gemeinsam zu vertreten. Auf dem Berliner Fleisch- Kommunalkredite die “Deutschen Kommunal- Cyansalzen, später auch Metall-Farben. An die
großmarkt war die Ges. trotz Protestes des Anleihen” aufzulegen. Die Bezeichnung der Deut- Henkel & Cie. GmbH wurden die Ausgangsstoffe
Großschlächtergwerbes mit einem eigenen Ver- schen Girozentrale wurde deshalb 1921 um den für das auch damals schon bekannte Persil gelie-
kaufsstand vertreten. Dagegen mißlang die Zusatz “Deutsche Kommunalbank” ergänzt. Im fert. 1931/32 Fusion mit dem “Verein für chemi-
Absicht, in Berlin eine vom Reich subventionierte sowjetisch besetzten Sektor von Berlin liegend, sche Industrie AG, Frankfurt a.M.”. 1933/34
Talg- und Fettschmelze einzurichten. Ausgestellt wurde die DGZ 1945 zunächst geschlossen, 1947 Erwerb der Mehrheit an der Auergesellschaft.
auf Hermann Israel Sommerfeld. Originalunter- mit Einschränkungen in Düsseldorf reaktiviert, 1980 wurde das Unternehmen in Degussa AG
schriften. Lochentwertet. Maße: 27 x 19,9 cm. Nur 1954 nahm sie ihre volle Geschäftstätigkeit wieder umbenannt. 1999 wurden die Degussa AG und die
3 Stücke sind bis heute erhalten geblieben! auf. 1965 Verlegung des Hauptsitzes nach Frank- VEBA-Tochter Hüls AG zur Degussa-Hüls AG fusio-
furt/Main, 1999 Fusion mit der DekaBank GmbH niert. Am 9.2.2001 Verschmelzung der Degussa-
zur “DekaBank Deutsche Girozentrale”. Rückseitig Hüls AG mit der SKW Trostberg AG zur “neuen”
Anleihebedingungen. Maße: 29,7 x 21 cm. Präge- Degussa AG. Heute eines der größten Spezialche-
siegel lochentwertet. Nur 6 Stücke sind bis heute mieunternehmen der Welt. Maße: 21 x 29,8 cm.
erhalten geblieben! Rückseitig als ungültig abgestempelt.

Nr. 243 Schätzpreis: 400,00 EUR


Startpreis: 240,00 EUR
Deutsche Glas- und Spiegelfabriken
Aktie 1.000 Mark, Nr. 25930
Fürth i.B., 15.12.1923 VF+
Auflage 6.000 (R 11). Gründung 1918 zwecks Über-
nahme und Fortbetrieb von Glas- und Spiegelfa-
briken in Fürth (Flössaustr. 1 b, mit angeschlosse-
ner Möbelfabrik) und in Fichtelberg mit über 500
Beschäftigten. Weitere Schleif- und Polierwerke
bestanden in Eisenhammer, Untermurrnthal,
Burgschleife, Jedesbach, Trutzhofmühle, Brun-
nenhaus, Schönhofen, Wärmensteinach, Hopfau,
Schneeberg, Warnthal und Wondrebhammer.
Beteiligt an der Glasfabrik Waldsassen GmbH, der
oHG Chamottewerke Fichtelberg und der Spiegel-
belege-Anstalt Capelle & Gaetschenberger in
Fürth. 1927 Liquidation, nachdem eine Kapitaler-
höhung fehlgeschlagen war. Die Spiegelabteilung
wurde an den Vorstand Gustav Schoen verkauft,
der Rest so liquidiert, daß auch für die Aktionäre
Nr. 241 noch zwei Raten von 20% und 10% übrig blieben.
Lochentwertet. Maße: 18,8 x 26,8 cm. Nur 2
Stücke sind bis heute erhalten geblieben!

Nr. 245
Nr. 244 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Deutsche Gold- und Silber- Nr. 245 Schätzpreis: 500,00 EUR
Scheideanstalt vormals Roessler Startpreis: 200,00 EUR
Aktie 100 DM, Nr. 46011 Deutsche Hartspiritus- und
Frankfurt am Main, April 1952 EF+ Chemikalien-Fabrik AG
Auflage 38.000 (R 10). Hervorgegangen aus den Vorrechts-Actie 1.000 Mark, Nr. 297
Firmen “Friedrich Roessler Söhne” und “Hector Berlin, 17.3.1902 VF
Roessler” übernahm die 1873 gegründete Deut- Auflage 510 (R 10). Gründung 1902. Die Grund-
sche Gold- und Silber-Scheideanstalt vormals stücke lagen am Teltow-Kanal. Maße: 34,3 x 25,5
Roessler zunächst das Edelmetallgeschäft der cm. Rückseitig Auszug aus dem Generalversamm-
Firma Ph. Abr. Cohen. Neben der Edelmetallschei- lungs-Beschluß vom 16.1.1902.
dung betrieb sie zunächst Handel, dann auch Pro-

Nr. 242

Nr. 242 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR
Deutsche Girozentrale -Deutsche
Kommunalbank-
Sammelschuldverschreibung Lit. D 2.000
x 500 RM = 1.000.000 RM, Nr. 207301-209300
Berlin, 1.7.1942 EF
(R 9) Gegründet wurde die Deutsche Girozentrale
1918 als Bankanstalt des Deutschen Zentralgiro-
verbandes für den zentralen Geldausgleich und
den Anschluss der Sparkassenorganisation an den
Geld- und Kapitalmarkt, zehn Jahre nachdem bei
den Sparkassen der Giroverkehr Einzug gehalten

Nr. 243
hatte. 1919 übernahm die DGZ auch die “Geldver-
mittlungsstelle der deutschen Städte” und erhielt

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Gestalt des Frankfurter OB Adickes als AR-Vorsit-


zender, weitere Mitglieder waren der Essener OB
Holle, der Düsseldorfer OB Oehler, Dr. Moencke-
berg (Hamburg) und der Kölner OB Wallraf.
Bekannte Industrievertreter waren Ernst Schiess
(Düsseldorf), Andreae-Passavant (Frankfurt), von
Guilleaume (Köln), Dr. Moenckeberg und Eduard
Siemers (Hamburg). Erste Hallen standen der
Gesellschaft in Frankfurt, Baden, Düsseldorf und
Hamburg zur Verfügung. Das erste bei der Luft-
schiffbau Zeppelin in Friedrichshafen fertiggestell-
te Luftschiff “Deutschland” wurde schon am
28.6.1910 fast völlig zerstört, eine Katastrophe
auch für das Image der Gesellschaft. 1912 wurden
Fahrten unternommen mit den Luftschiffen
“Hansa”, “Viktoria-Louise” und “Schwaben” (letz-
teres am 28.6.1912 bei Düsseldorf völlig zerstört).
Durch die beiden Totalverluste sowie daraus
resultierende Einnahmeausfälle war bereits Ende
1912 das halbe Grundkapital verloren. Zur Beseiti-
gung der Unterbilanz wurde daraufhin beschlos-
sen, 500 Aktien durch Zuzahlung von je M 3.000 in
Vorzugsaktien umzuwandeln. 1913 wurde die Flot-
te um das Luftschiff “Sachsen” erweitert. Bei Aus-
bruch des 1. Weltkrieges wurden die Luftschiffe
vom Reich übernommen. Ab August 1919 (gemein-
sam mit der Luftschiffbau Zeppelin) wieder regel-
mäßiger Luftverkehr vom Bodensee nach Berlin
zu Versuchs- und Propagandazwecken. Auf 103

Nr. 246
Luftreisen wurden 2380 Personen befördert. Der
Versailler Vertrag besiegelte das Schicksal der
Gesellschaft durch Enteignung der wertvollen
Rest der Länderbank-Aktien an die Dresdner Bank
Anlagewerte. Die DELAG trat in Liquidation, aus
ab, die danach 1981 die traditionsreiche Privat-
der dann 1936 51,50 RM pro Aktie für die Aktionä-
bank Hardy & Co. GmbH auf die Länderbank ver-
re übrig blieben. Mit Faksimile-Unterschrift des
schmilzt. Das Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel endet
Frankfurter OB Adickes als Aufsichtsratsvorsit-
1986, als die Länderbank an die SBG zurückver-
zender. Maße: 36,6 x 25,4 cm. Doppelblatt, mit bei-
kauft wird und in “Schweizerische Bankgesell-
liegendem kpl. Kuponbogen.
schaft (Deutschland) AG” umfirmiert. Um aber die
Verwirrung komplett zu machen: Unter dem
Namen “Deutsche Länderbank” betreibt die
Dresdner Bank weiterhin einige Niederlassungen
in Berlin. Maße: 20,9 x 29,7 cm. Prägesiegel loch-
entwertet. Nur 3 Stücke sind bis heute erhalten
geblieben!

Nr. 247 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 120,00 EUR
Deutsche Landesbankenzentrale
AG (Central Bank of German State
& Provincial Banks)
6% Gold Bond 500 $, Specimen
Berlin, 1.10.1927 VF
Nullgeziffertes Specimen (R 9). Gründung 1923.
Zweck: “Den im Verband deutscher öffentlich-
rechtlicher Kreditanstalten zusammengeschlosse-
nen Staatsbanken, Landesbanken und öffentlich-
rechtlichen Körperschaften und Kreditanstalten
für ihre wirtschaftlichen Aufgaben als Vermittler
zu dienen und sie auf ihrem Tätigkeitsgebiet zu
fördern.” 1950 Berliner Wertpapierbereinigung,
Nr. 247
seit 1955 Ablösung der Schuldverschreibungen
(von 1934 und 1941), 1960 volle bzw. quotale Ablö-
Nr. 246 Schätzpreis: 500,00 EUR sung der Auslandsanleihen (von 1927 und 1928),
heute Deutsche Landesbankenzentrale AG, eine
Startpreis: 240,00 EUR
100%ige Tochter der DekaBank. Anleihe von 10
Nr. 248
Deutsche Länderbank AG Mio. $, die höchsten Anteile hatten hier die Lan-
Sammel-Aktie 100 x 1.000 RM, Blankette desbank der Provinz Westfalen (20%), die Provin-
Berlin, November 1942 EF zialhilfskasse Niederschlesien (20%), die Provinzi-
albank Oberschlesien (12,5%) und die Kreditan- Nr. 249 Schätzpreis: 500,00 EUR
(R 10) Gründung 1909 als Kolonialbank AG, 1922 Startpreis: 150,00 EUR
stalt sächsischer Gemeinden (12,5%).
umbenannt wie oben. Ihr Bankgebäude Unter den
Linden 82 besaß die Bank über ihre Tochtergesell-
Orange/schwarzer Stahlstich. Maße: 38,3 x 25,5 Deutsche Luftschiffhallen-Bau-
cm. Mit anh. Kupons, lochentwertet. Gesellschaft “System Ermus” mbH
schaft Fugger Grundstücks-AG. 1924 wurde die
Badische Anilin- & Soda-Fabrik (BASF) größter Anteilschein 1.000 Mark, Nr. 233
Aktionär und damit später der I.G. Farben-Kon- Nr. 248 Schätzpreis: 750,00 EUR
Startpreis: 250,00 EUR Bremen-Berlin, 6.9.1913 EF+
zern. Das erklärt, warum die außerordentliche (R 8) Vor 1914 (dem Beginn des 1. Weltkriegs) war
verschwiegene Bank neben der Deutschen Bank Deutsche Luftschiffahrts-AG der Luftkrieg eine völlig unbekannte Form des
eine der beiden Hausbanken von I.G. Farben war. Aktie 1.000 Mark, Nr. 1606 Kampfes. Doch zu Beginn des 20. Jh. begannen
1945 Schließung der Bank durch die russische
Besatzungsmacht. 1953 Errichtung eines zweiten
Frankfurt a.M., 1.8.1910 EF sich die Streitkräfte für die militärischen Einsatz-
Gründeraktie, Auflage 3.000 (R 6). Gründung am möglichkeiten von Luftschiffen und Flugzeugen zu
Firmensitzes in Frankfurt/Main und bis 1960 vorü- interessieren. Die nun mögliche Überspannung
bergehend als Westdeutsche Handelsbank AG fir- 16.11.1909 in Frankfurt mit einer Zweigniederlas-
sung in Friedrichshafen. Gründer waren 260 an von Zeit und Raum und die aus der Luft bewirkba-
mierend. Alleinaktionärin wird 1965 die Schweize- ren schwersten Zerstörungen ausgewählter Ziele
rische Bankgesellschaft, Zürich, nach Übernahme der wirtschaftlichen Nutzung der Erfindung des
Grafen Zeppelin interessierte Privatpersonen, Fir- ganz losgelöst vom Frontverlauf veränderten die
des I.G. Farben-Ablegers Interhandel AG, Basel. Kriegsführung vollständig. Diese kurz vor Beginn
Die SBG gibt 1969 erst 75% und 1980 auch den men und Banken. Das Interesse größerer Städte
an diesem neuen Verkehrsmittel zeigte sich z.B. in des 1. Weltkriegs auf Anregung der Luftwaffe

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gegründete Firma entwickelte mobile Luftschiff- deutschen Mühlenindustrie eine große Rolle.
hallen, die in kürzester Zeit an jedem Ort einsatz- Auch diese Anleihe (Volumen 30 Mio. $) wurde in
fähig waren. Über ein Stahlskelett aus zusammen- den USA und Holland sowie in Schweden unterge-
klappbaren Elementen wurde eine Dachhaut gezo- bracht. Orange/schwarzer Stahlstich, andere Vig-
gen. Binnen 10 Minuten, so versprach die Wer- nette als die 1925er Emission. Maße: 38,5 x 25 cm.
bung der Firma, war eine solche Luftschiffhalle Mit anh. Kupons.
aufstellbar. Noch bis in die 30er Jahre übrigens
waren Luftschiffe in den Streitkräften aller großen
Nationen im Einsatz. Dekoratives Stück, Umran-
dung im Historismus-Stil. Originalsignatur von
Otto Buchwald. Maße: 34,6 x 24,9 cm.

Nr. 253
Nr. 253 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Deutsche Steinindustrie AG
Aktie 10.000 Mark, Nr. 816
Reichenbach [Link]., 1.8.1923 EF
Gründung 1889 in Ludwigshafen (Rhein) mit

Nr. 251
Betrieben in Ludwigshafen und Reichenbach
(Odw.). 1899 Umwandlung in die “AG für Steinin-
dustrie” mit Sitz in Mannheim. 1900 Umfirmierung
Nr. 251 Schätzpreis: 350,00 EUR in “Deutsche Steinindustrie AG” und Sitzverlegung
Startpreis: 120,00 EUR nach Berlin, 1910 Sitzverlegung nach Reichenbach
Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt (Odw.). Gewinnung und Bearbeitung von Granit,
Syenit, Diabas und Marmor, speziell Herstellung
Landwirtschaftliche Zentralbank
Nr. 249
aller Arten von Grabmalen aus Hartgestein, außer-
6% Gold Bond 500 $, Specimen dem Großimporteur für Granit-Rohblöcke aus
Berlin, 15.10.1927 VF Südafrika, Skandinavien, Indien und Brasilien.
Nullgeziffertes Specimen (R 10). Man steigerte Großformatiges Papier, sehr dekorativ gestaltet,
sich: Diese Anleihe machte schon 50 Mio. $ aus, verschiedene Motive im Unterdruck, u.a. geflügel-
plaziert nunmehr in den USA, Holland, England, tes Rad. Maße: 35,7 x 25 cm. Doppelblatt, lochent-
Schweden und der Schweiz. Königsbau/schwarzer wertet.
Stahlstich, wiederum andere Vignette. Maße: 38,3
x 25,8 cm. Mit anh. Kupons, lochentwertet.

Nr. 254

Nr. 254 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 45,00 EUR
Nr. 250 Deutsche Textilwerke AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 7548
Nr. 250 Schätzpreis: 200,00 EUR Berlin, 14.6.1923 EF/VF
Startpreis: 75,00 EUR
Auflage 25.000 (R 10). Gründung im März 1921
Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt durch die Textilfabrikantenwitwe Laura Brück
Landwirtschaftliche Zentralbank geb. Löwenthal im Verein mit jüdischen Geschäfts-

Nr. 252
6% Gold Bond 1.000 $, Specimen leuten aus Berlin und der Lausitz. Geschäftszweck
war die Herstellung von Stoffen im eigenen
Berlin, 15.7.1927 VF Betrieb, der sich in Forst (Lausitz) befand. Die
Nullgeziffertes Specimen (R 9). Die 1949 neu for- Nr. 252 Schätzpreis: 250,00 EUR Gesellschaft residierte in Berlin unter der Adresse
mierte heutige Landwirtschaftliche Rentenbank Startpreis: 80,00 EUR Schlossplatz 1. Trotzdem oder deshalb? 1926 in
ist hervorgegangen aus der Deutschen Renten-
bank (gegründet 1923 als Währungsbank zur
Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt Konkurs gegangen. Maße: 26 x 34,5 cm. Mit beilie-
Landwirtschaftliche Zentralbank gendem kompletten Kuponbogen.
Bekämpfung der damaligen Hyper-Inflation) und
der Rentenbank-Kreditanstalt (gegründet 1925 als 6% Gold Bond 1.000 $, Specimen Nr. 255 Schätzpreis: 150,00 EUR
zentrales Refinanzierungsinstitut für den Berlin, 15.4.1928 VF
Agrarsektor). Durch Emission von vier Amerika- Startpreis: 75,00 EUR
Nullgeziffertes Specimen (R 9). Volumen 26 Mio. $,
Anleihen konnte sie in den 30er Jahren beträchtli- untergebracht in den USA, England, Schweden Deutsche Tonwaren-
che internationale Mittel zur Finanzierung des und der Schweiz. Hellviolett/schwarzer Stahlstich, und Steingutwerke AG
Kapitalbedarfs der deutschen Landwirtschaft auf-
nehmen. Heute spielt sie durch Übernahme von
tolle Vignette mit Landwirtschafts-Allegorie. Aktie 1.000 Mark, Nr. 2203
Maße: 38,4 x 25,5 cm. Mit anh. Kupons. Steinau [Link], 15.12.1922 EF
Beteiligungen besonders beim Strukturwandel der

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Auflage 3.000 (R 6). Gründung 1920 zum Erwerb land das Haupttätigkeitsgebiet wurde. 1930 dazu
und Betrieb von Tonwaren- und Steingutfabriken. Übernahme der “Revision” Treuhand AG. 1979/86
Hauptsitz zunächst in Pirna, dann in Steinau Fusion mit KPMG und Umfirmierung in KPMG
[Link]. 1928 Beschluß der Liquidation. Maße: Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG. Die Gruppe
31,7 x 24,6 cm. Kleine Lochentwertung unten mit- gehört mit über 150.000 Beschäftigten in über 150
tig. Ländern zu den „big four“ unter den internationa-
len Prüfungsgesellschaften. Für den Aufsichtsrat
original signiert. Lochentwertet. Maße: 25,5 x 34
cm. Anfang 2005 wurde aus dem Reichsbank-
Schatz ein Posten mit rd. 500 Stück versteigert,
der aber von der KPMG Deutsche Treuhand-
Gesellschaft für das eigene Archiv zurückerwor-
ben wurde. Dem Sammlermarkt zur Verfügung ste-
hen deshalb nur die 5 Stücke, die einzeln auf
Sammlerlots verteilt waren.

Nr. 259

Nr. 255

Nr. 257

Nr. 258
Nr. 260
Nr. 258 Schätzpreis: 300,00 EUR Nr. 260 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 120,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Nr. 256
Deutsche Treuhand-Gesellschaft Deutsche Vereinsbank
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1079 Aktie 5.000 Mark, Nr. 25629
Nr. 256 Schätzpreis: 250,00 EUR Berlin, 17.12.1901 EF
Startpreis: 70,00 EUR Frankfurt a.M., Juni 1923 EF/VF
Auflage 500. Original signiert von dem bedeu-
Auflage 40.000 (R 10). Großes Hochformat. Faksi-
Deutsche Torfkohlen-GmbH tenden Berliner Bankier Adolph vom Rath als
mile Hugo Metzler als AR-Vorsitzender. Maße: 38,7
Anteilschein 500 Mark, Nr. 163 Aufsichtsratsvorsitzender. Adolph vom Rath
x 25,9 cm. Unterschriften lochentwertet. Linke
(1832-1907) war ein preußischer Bankier, Mitbe-
Berlin, Juni 1901 EF untere Ecke minimal abgesplittert.
gründer und Vorstand der Deutschen Bank, ferner
(R 7) Schöner Sicherheitsdruck von Giesecke & ein enger Partner des großen Privatbankiers Wil-
Devrient. Lochentwertet. Maße: 34,5 x 24,7 cm. helm Ludwig Deichmann. Lochentwertet. Maße:
25,9 x 34,3 cm. Anfang 2005 wurde aus dem
Nr. 257 Schätzpreis: 300,00 EUR Reichsbank-Schatz ein Posten mit rd. 300 Stück
Startpreis: 100,00 EUR versteigert, der aber von der KPMG Deutsche
Deutsche Treuhand-Gesellschaft Treuhand-Gesellschaft für das eigene Archiv
zurückerworben wurde. Dem Sammlermarkt zur
Aktie 1.000 Mark, Nr. 517 Verfügung stehen deshalb nur die 5 Stücke, die
Berlin, 1.6.1900 EF einzeln auf Sammlerlots verteilt waren.
Gründer-Emission, Auflage 1.000. Gründung 1890
als „Deutsch-Amerikanische Treuhand-Gesell- Nr. 259 Schätzpreis: 400,00 EUR
schaft“ unter maßgeblicher Mitwirkung der Deut- Startpreis: 75,00 EUR
schen Bank. Ursprünglicher Geschäftszweck:
Übernahme des Amtes als Pfandhalter und
Deutsche Vereinsbank
Aktie 1.000 Mark, Nr. 32139
Nr. 261
Treuhänder, Ausstellung von Hinterlegungsbe-
scheinigungen für Wertpapiere, Vertretung in- und Frankfurt a.M., 9.12.1921 EF
ausländischer Gesellschaften bei Aktienregistrie- Auflage 40.000 (R 9). Gründung 1871, nach der
rungen und -umschreibungen, Vertretung der Jahrhundertwende Übernahme mehrerer Privat- Nr. 261 Schätzpreis: 250,00 EUR
Besitzer in- und ausländischer Wertpapiere, wobei bankhäuser in Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und Startpreis: 90,00 EUR
zeitweise auch eine starke Stellung als Fiskal- Hanau. Als Aktionäre waren in starkem Maße die
Agentur für südamerikanische Goldminen-Ges. bekannten Frankfurter Privatbankiers interes- Deutsche Wirtschaftsbank AG
bestand. Aus der Mitwirkung an der Reorganisati- siert. 1929 Verschmelzung mit der Deutschen Sammelaktie Lit. A 5 x 20 RM, Nr. 5156-60
on zusammengebrochener Unternehmen ent- Effekten- und Wechsel-Bank (aus der um 1990 die Berlin, November 1924 EF/VF
wickelte sich ab 1902 die eigene Buch- und Bilanz- SKA Deutschland wurde). Großes Hochformat. Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1923 zum Betrieb
prüfung, die schließlich 1931 mit der Einführung Faksimile Ed. v. Grunelius als AR-Vorsitzender. von Bankgeschäften aller Art. 1935 umfirmiert in
der aktienrechtlichen Pflichtprüfung in Deutsch- Maße: 38,6 x 25,9 cm. Doppelblatt.

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Zehlendorfer Boden AG, seitdem nur noch Ver- Nr. 265 Schätzpreis: 150,00 EUR
waltung der der Gesellschaft gehörenden Grund- Startpreis: 80,00 EUR
stücke. 1937 Verschmelzung auf den Hauptak-
tionär, die Vermögensverwaltung der Deutschen
Dinglerwerke AG
Arbeitsfront GmbH in Berlin. Lochentwertet. Aktie 100 RM, Nr. 1624
Maße: 19,2 x 26,3 cm. Zweibrücken, Februar 1936 EF/VF
Auflage 1.000 (R 7). Gründung 1827, AG seit 1897
als “Dingler’sche Maschinenfabrik AG”. Produk-
tionsprogramm der Werke Zweibrücken und Bier-
bach: Hüttenwerksausrüstungen, Armaturen,
Tanks, Kernreaktorgebäude, Straßenbaumaschi-
nen. Großaktionär war die (Mannesmann-)Demag,
Börsennotiz Frankfurt. Maße: 20,9 x 29,7 cm. Prä-
gesiegel lochentwertet.

Nr. 262
Nr. 262 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 120,00 EUR

Nr. 264
Deutscher Ring
Lebensversicherungs-AG
Sammel-Namensaktie Lit. B 1.000 x 100 RM, Nr. 264 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Nr. 266
Nr. 18001-19000
Hamburg, 1.10.1935 EF Deutschnationaler
Auflage 20 (R 8), ausgestellt auf die Treuhandges. Handlungsgehilfen-Verband
für wirtschaftliche Untermehmungen mbH, Berlin. Nr. 266 Schätzpreis: 200,00 EUR
3% Schuldv. 100 Mark, Nr. 128953 Startpreis: 80,00 EUR
Gründung 1913 als “Volksversicherungs-AG des
Hamburg, 1.7.1922 EF/VF
Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes”
Auflage 60.000 (R 8). Der 1898 gegründete Verband
Döring & Lehrmann AG
(Vorläufer der Gewerkschaft DAG), Umfirmierun- für Bergwerks-, Erd- und Bauarbeiten
gen 1919 in “Deutschnationale Versicherungs-AG” als Gewerkschaft männlicher Büroangestellter
und 1929 in “Deutscher Ring Lebensversiche- hatte bald über 100.000 Mitglieder. Aus der Arbeit Aktie 1.000 Mark, Nr. 10078
rungs-AG”. Das Unternehmen stand im III. Reich des Verbandes als Gewerkschaft der Kaufmanns- Helmstedt, 21.4.1923 EF/VF
unter den Einfluß der Deutschen Arbeitsfront und gehilfen ist vor allem bekannt, dass er bis zuletzt Auflage 2.450 (R 9). Gründung 1904 zur Fort-
erhielt deswegen die Bestände des Österreichen gegen die Beschäftigung von Frauen in Büros führung des Baugeschäfts von Döring & Lehrmann
Phoenix sowie der polnischen Vita-Kotwica einge- kämpfte. 1933 wurde der DHV von den Nazis in Helmstedt (1925 Sitzverlegung nach Halle a.S.).
gliedert. Wegen dieser politischen Vorbelastung gleichgeschaltet und zum 31.12.1934 aufgelöst. Bis Neben Hoch- und Tiefbauten jeder Art speziali-
1947 Neugründung als “Neue Welt Lebensversi- zu seiner Auflösung war der DHV mit 400.000 Mit- sierte sich die Firma bald auf den Bau von Brikett-
cherungs-AG”, 1953 wurde wieder der vorherige gliedern der größte gewerkschaftliche Angestell- fabriken und Abraumarbeiten zur Freilegung von
Name angenommen. Das Verwaltungsgebäude am tenverband. Er gehörte zum Block des christlich- Braunkohleflözen, wo sie bei Ausbruch des 1.
Holstenwall war damals das höchste Bürogebäu- nationalen Gesamtverbandes der deutschen Weltkrieges über 4.000 Arbeiter in 51 Baggerbe-
de in Hamburg. 1960 übernahm Rudolf August Angestellten-Gewerkschaften (Gedag), aus dem trieben beschäftigte. Weil die Mehrzahl der Arbei-
Oetker die Aktienmehrheit, heute ist Hauptak- neben dem AfA-Bund und dem GDA 1949 die Deut- ter zum Kriegsdienst einberufen wurden, kamen
tionär die Baloise Holding, Basel, über die Basler sche Angestellten-Gewerkschaft DAG enstand die Arbeiten zum Erliegen. Doch die Braunkohlen-
Versicherungs-Beteiligungs-GmbH. Maße: 20,9 x (2001 mit vier DGB-Gewerkschaften, u.a. der ÖTV, gesellschaften bestanden auf Erfüllung der mehr-
29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet. zur Dienstleistungsgesellschaft [Link] zusammen- jährigen Verträge und trieben Döring & Lehrmann
geschlossen). In den 1920er Jahren plante der Ver- damit in den Ruin. Fast alle Eimer- und Löffelbag-
band eines der größten und wichtigsten Hambur- ger sowie die Abraumzüge mit 50 Lokomotiven,
ger, das die Prinzipien des Kontorhauses konse- 700 Kastenkippwagen und 6 Gleisrückmaschinen
quent realisierte und bei seiner Fertigstellung mussten an die Bergwerke abgetreten werden.
1931 tatsächlich das erste Hochhaus in Hamburg Neuinvestitionen waren nicht mehr finanzierbar,
war: Das heutige DAG-Hochhaus am Karl-Muck- 1927 wurde die Auflösung der in Berlin börsenno-
Platz, das der als Nachfolger des DHV anerkann- tierten AG beschlossen. Maße: 25,9 x 34,8 cm.
ten DAG 1956 zurückerstattet wurde. Das Gesamt-
volumen der Anleihe von 50 Mio. Mark wurde als
“Kapitalschatz für deutsche Arbeit” in gemein-
wirtschaftliche Unternehmen des Verbandes und
des Deutschen Gewerkschaftsbundes gegeben.
Außergewöhnliche Gestaltung von dem Maler
Andreas Paul Weber, betrachtenswert vor allem

Nr. 263
die Kupons des anhängenden kpl. Kuponbogens,
von denen jeder in unterschiedlicher Gestaltung
das Kaufmannsleben vom Mittelalter bis zur Neu-
Nr. 263 Schätzpreis: 200,00 EUR zeit darstellt. Maße: 29 x 22,5 cm.
Startpreis: 65,00 EUR
Deutsches Schauspielhaus AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 1119
Hamburg, November 1931 EF+ Nr. 267
Auflage 200 (R 9). Gründung 1899 durch 84 Ham-
burger Bürger. Die Gesellschaft erwarb ein an der Nr. 267 Schätzpreis: 250,00 EUR
2. Helenenstraße und Kirchenallee im Stadtteil St. Startpreis: 60,00 EUR
Georg gelegenes Grundstück, wo das Schauspiel- Dolerit-Basalt AG
haus errichtet und am 15.9.1900 eröffnet wurde.
Die Aktien waren im Hamburger Freiverkehr Aktie 1.000 RM, Nr. 35529
notiert. 1943 Auflösung der Gesellschaft durch Köln, Januar 1928 EF/VF
Übertragung aller Aktiven und Passiven auf den Auflage 1.000 (R 9). Gründung 1921 durch Über-
Großaktionär Freie und Hansestadt Hamburg. Die nahme der Dolerit-Basalt GmbH und des Basalt-
AG gibt es seitdem nicht mehr, das Schauspiel- werkes Ottrau (beide Köln). 1924 Zusammen-

Nr. 265
haus selbst aber ist bis heute eine der großen schluß mit der Gewerkschaft Saxonia in Bonn. Die
Attraktionen Hamburgs. Maße: 20,9 x 29,7 cm. Ges. pachtete die Steinbrüche Dorndorf, Wilsen-
Lochentwertet.

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

roth, Wilmenrod, Eitorf (Sieg)., Obergrenzebach Dortmunder Kleinbahn und an den Dortmund- Nr. 273 Schätzpreis: 1.250,00 EUR
(Bez. Kassel), Forstamt Oberaula (Bez. Kassel) Ems-Kanal. Mitte 1923 Angliederung und ansch- Startpreis: 600,00 EUR
und Hartenfels (Westerwald). 1932 Übernahme ließender Ausbau des Borchener Zement- und
der Gewerkschaft Silberberg in Köln. 1947 Kalkwerks. 1926 in Konkurs gegangen. Großer
Dresdner Bank
Abstoßung des Werkes Wernswig. 1963 Einrich- Hochformat, sehr dekorative Umrahmung. Maße: Sammelaktie (Interimsschein) 100 x 1.000
tung des neuen Steinbruchs Kirschenwald (Bezirk 37 x 26 cm. RM, Nr. 35 Folio 2
Kassel). Die im Freiverkehr Düsseldorf börsenno- Berlin, 3.5.1937 VF
tierte AG wurde jahrzehntelang von der Neusser (R 9) Gründung 1872 unter Übernahme des altan-
Wilh. Werhahn KG und dem Kölner Bankhaus Sal. gesehenen Bankgeschäfts von Michael Kaskel in
Oppenheim beherrscht. Nach Abgabe der operati- Dresden. 1881 Errichtung einer Niederlassung in
ven Geschäfts an die Werhahn-Gruppe 1996 umbe- Berlin, wohin 1884 auch die Geschäftsleitung ver-
nannt in Dolerit-Basalt Grundwert- und Beteili- legt wurde. Verstärkt nach der Jahrhundertwende
gungs-AG. Grossaktionär war nun die ebenfalls schlug die Dresdner Bank, wie die anderen Groß-
zum Werhahn-Konzern gehörende Rheinland-Ver- banken auch, einen atemberaubenden Expan-
sicherung in Neuss. Da die Positionierung als sionskurs durch massenhafte Übernahme kleine-
Immobilien-Ges. nicht klappte, wurde schließlich rer Regional- und Privatbanken ein. 1931 in der
die Auflösung der AG beschlossen. Nach Über- Weltwirtschaftskrise musste die Dresdner Bank
gang der Aktienmehrheit auf eine neue Investo- vom Deutschen Reich gerettet werden, das dar-
rengruppe wurde der Auflösungsbeschluß 2006 aufhin (teils über die Deutsche Golddiskontbank)
aufgehoben und die Ges. als “Deutsche REIT AG” Mehrheitsaktionär wurde. Die de facto verstaat-
Nr. 270
fortgesetzt. Anschließend wurde ein Portfolio aus lichte Dresdner Bank nahm anschließend durch
ca. 2.500 Wohnungen und knapp 90.000 qm Gewer- Fusion die berühmt-berüchtigte Darmstädter und
befläche erworben. In der Finanzkrise 2008 kam Nationalbank auf, deren Zusammenbruch der Aus-
die erneut in “DR Real Estate AG” umbenannte Nr. 270 Schätzpreis: 150,00 EUR löser der Krise gewesen war. 1937 gab das Reich
Gesellschaft ziemlich unter die Räder und fristet Startpreis: 40,00 EUR seine Mehrheitsbeteiligung an der inzwischen sta-
seitdem an der Börse ein Dasein als “Penny Dortmunder Stifts-Brauerei bilisierten Bank wieder ab. Nach dem 2. Weltkrieg
Stock”. Maße: 21,2 x 29,7 cm. Nicht entwertetes wurde die Dresdner Bank von den Alliierten
Stück! Carl Funke AG
zunächst zerschlagen: durch Ausgründung gingen
Aktie 50 DM, Nr. 849 die süddeutschen Geschäfte auf die Rhein-Main
Dortmund-Hörde, April 1969 EF+ Bank über, die norddeutschen auf die Hamburger
Auflage 800. Gründung 1867 als Stiftsbrauerei Kreditbank und die nordrhein-westfälischen auf
Eduard Frantzen. 1900 Fusion mit der Wallrabe- die Rhein-Ruhr-Bank. Diese drei Institute fusio-
Brauerei, danach unzählige Umfirmierungen: 1903 nierten 1957 zur (neuen) Dresdner Bank AG. Dazu
in Stiftsbrauerei AG vormals Ed. Frantzen und Bür- erhielten die Aktionäre 1952 “Restquoten” genann-
gerliches Brauhaus, 1929 in Dortmunder Stifts- te Reichsmark-Aktien der bestehen bleibenden
Brauerei AG und 1940 in Dortmunder Stifts-Braue- “Altbank”, der die seinerzeit nicht realisierbaren
rei Carl Funke AG (nachdem 1936 die Stern-Braue- Ost-Ansprüche verblieben. 2001 mit hochfliegen-
rei Carl Funke AG in Essen die Mehrheit übernom- den Allfinanz-Plänen von der Allianz-Versicherung
men hatte). 1987 übernahm die Kronen Privat- übernommen, 2008/09 dann an die Commerzbank
brauerei Dortmund (eine Tochter der Dortmunder verkauft worden und mit dieser fusioniert. Ausge-
Actien-Brauerei, d.h. im Endeffekt über die Binding- stellt auf die Deutsche Golddiskontbank, Berlin.
Brauerei der Oetker-Konzern) 99,7% der Aktien. Eine Kapitalmaßnahme führte die Dresdner Bank

Nr. 268
1999 schließlich Umfirmierung in DBI Dortmunder 1937 nicht durch, vielmehr steht die Ausgabe
Beteiligungs- und Immobilien AG, 2000 Sitzverle- offenbar im Zusammenhang mit der 1937 durch-
gung zum Großaktionär IVG nach Bonn. Maße: 21 x geführten Reprivatisierung. Vordruck mit maschi-
Nr. 268 Schätzpreis: 250,00 EUR 29,7 cm. Rückseitig als ungültig abgestempelt. nenschriftlichen Ergänzungen zu Anzahl der Akti-
Startpreis: 90,00 EUR en und Gesamtnominalwert. Originalunterschrif-
Dolerit-Basalt AG Nr. 271 Schätzpreis: 240,00 EUR ten von Carl Goetz (1936-65 AR-Vorsitzender)
Aktie 100 RM, Nr. 200 Startpreis: 10,00 EUR sowie der beiden Vorstände Dr. Hans Schippel
(Reichsbankdirektor a.D., seit 1931 anläßlich der
Köln, Juni 1932 EF- Dr. Heinr. Abbes & Co. AG Rettung und weitgehenden Verstaatlichung der
Auflage 12.000 (R 9). Maße: 21 x 29,7 cm. Ebenfalls Aktie 1000 Mark, Nr. 9529 Bank durch das Deutsche Reich im Vorstand) und
ein nicht entwertetes Stück! Holzminden, 20.3.1923 EF Dr. Karl Rasche (Karriere-Nazi, vom Hitler-Regime
Auflage 12.000 (R 10). Gründung 1921 zur Herstel- bei der Reprivatisierung 1937 im Vorstand instal-
lung und zum Handel von Holzriemenscheiben liert, später in den Nürnberger Kriegsverbrecher-
und verwandten Artikeln. Im Oktober 1925 in Kon- Prozessen zu 7 Jahren Haft verurteilt). Endgültige
kurs. Maße: 29,8 x 22,5 cm. Mit Kupons. Extrem Aktien wurden für diese Interimsscheine nie aus-
niedriger Startpreis! gegeben: Rückseitig sind (jeweils mit Originalun-
terschriften) die Dividendenzahlungen ab 1937
Jahr für Jahr abgetragen. Lochentwertet. Maße:
29,5 x 20,8 cm. Kleine Randverletzungen (Einris-
se), vereinzelt etwas fleckig (aber nur leicht). Nur
7 Stücke dieser hochinteressanten und finanzge-
schichtlich bedeutenden Sammelaktie sind bis
heute erhalten geblieben! Foto auf Seite 54.

Nr. 274 Schätzpreis: 1000,00 EUR


Startpreis: 380,00 EUR
Dülkener Gewerbebank
Namens-Actie 300 Mark, Nr. 167
Dülken, 1.1.1887 EF/VF
Nr. 272
Gründeraktie, Auflage 500 (R 10). Gründung 1887
zur Weiterführung der bis dahin als Genossen-

Nr. 269
schaft geführten Gewerbebank. Mit nur 150.000
Nr. 272 Schätzpreis: 350,00 EUR Mark Eigenkapital (bei einer Bilanzsumme von
Startpreis: 150,00 EUR über 3 Mio. Mark, wobei die Passivseite fast nur
Nr. 269 Schätzpreis: 250,00 EUR Dresdener Nähmaschinenzwirn-Fabrik aus Spareinlagen bestand) war die Bank nicht
Startpreis: 40,00 EUR kapitalstark genug, um nach der Jahrhundertwen-
Aktie 1.000 RM, Nr. 5359 de eintretende Wertminderungen beim Effekten-
Dortmunder Cementwerk AG
Dresden, Juni 1933 EF konto und im Kreditportfolio aufzufangen. Eine
Aktie 1.000 Mark, Nr. 11254 Auflage 40 (R 10). Gründung 1872 durch Übernah- 1902 eilig durchgeführte Kapitalerhöhung rettete
Dortmund, 11.12.1922 EF me der Wilh. Eiselt’schen Fabrik. Zweigstellen in die Bank nicht mehr: 1905 mußte Konkurs ange-
Auflage 16.100 (R 8). Gründung 1913. Die im Gelän- Herrnskretschen (Böhmen), Nenzingen und meldet werden. Es stellte sich heraus, daß zu
de des Hardenberger Hafens (Kronprinzenstr. 41) Stockach. Nach 1949 nicht verlagert. Maße: 20,9 x großzügige Kredite an nur vier Fabriks-Firmen
1914 fertiggestellte Zementfabrik zur Herstellung 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet. Nur 4 Stücke Ursache der Schieflage waren. Vorstand und Auf-
von Hochofen-Zement hatte Anschluss an die sind bis heute erhalten geblieben! sichtsrat der Bank wurden nicht nur vom Kon-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

kursverwalter auf Schadenersatz verklagt, son- noch Zweigstellen in Schleiden(Eifel (1960), Lin- GmbH. Schöne Umrahmung mit Blumenrosetten,
dern im Straßprozeß im März 1907 auch zu Frei- nich (1963) sowie Birkesdorf und Dürwiß (1965) gedruckt auf eigenem Wasserzeichenpapier mit
heits- bzw. Geldstrafen verurteilt. Mit Originalun- hinzu. Börsennotiz im Freiverkehr Düsseldorf, dem Firmennamen als Wasserzeichen (der Initia-
terschriften. Umrandung aus Kettengliedern. Großaktionär war zuletzt die Dresdner Bank. 1970 tor der Bahn war ja immerhin Papierfabrikant),
Maße: 34 x 22,3 cm. Doppelblatt, mit Restkupons. vollständig in die Dresdner Bank eingegliedert. mit Originalunterschriften. Lochentwertet. Maße:
Maße: 21 x 29,8 cm. Nicht entwertet, kaum mehr 33,4 x 21 cm. Doppelblatt.
als 10 Stück sind in dieser Form bekannt.
Nr. 276 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
Startpreis: 400,00 EUR
Dürener Dampfstrassenbahn AG
Actie 1.000 Mark, Nr. 212
Düren, 1.1.1896 EF/VF
Auflage 30 (R 8). Gründer der Bahn im Jahr 1892
waren 8 Privatpersonen, darunter die Papierfabri-
kanten Felix Heinrich Schoeller und Walter Schüll
als Gründungsvorstände und die Fabrikanten
Felix Heinrich Schoeller und Jakob Bücklers als

Nr. 275
Gründungsaufsichtsräte, ferner die Firmen Felix
Heinrich Schoeller und Zellstofffabrik Hermann
Maria Schoeller und die oHG Gebrüder Schüll. Die
Nr. 275 Schätzpreis: 300,00 EUR meterspurige Dampfstraßenbahn Düren-Birkes-
Startpreis: 60,00 EUR dorf-Merken-Pier-Inden (11,1 km lang, abschnitt-
Dürener Bank weise 1893-1927 eröffnet) sollte vor allem den
Industriebetrieben im Nordwesten der Stadt
Aktie 1.000 RM, Nr. 127029 Düren Gleisanschlüsse verschaffen (angeschlos-
Düren, Oktober 1938 EF- sen wurden anfangs die Gebr. Schüll Kunstwollfa-
Auflage ca. 2.000 (R 9). Gründung 1898. In rascher brik und die Gebr. Schoeller Teppichfabrik in Bir-
Folge expandierte die Bank dann in die Region: kesdorf sowie die Felix Heinrich Schoeller Papier-
1901 Errichtung einer Filiale in Euskirchen, 1903 fabrik in Düren, später u.a. auch die Gaswerk
Angliederung der Euskirchener Volksbank, 1904 Düren (1898), die Dürener Metallwerke (1899) und
Errichtung einer Filiale in Jülich, 1905 Angliede- die Isola Werke AG (1910). Aber auch die anfäng-
rung der Jülicher Volksbank, 1909 Übernahme des lich gar nicht vorgesehene Personenbeförderung
Lechenicher Creditvereins, 1920 Interessenge- wurde bald aufgenommen: Immerhin hatten nicht
meinschaft mit der Dürener Volksbank (deren wenige Arbeiter bis dahin tägliche Fußmärsche
Aktienmehrheit und Kundengeschäft 1943 voll- von bis zu 2 1/2 Stunden zu ihrer Arbeitsstelle zu

Nr. 276
ständig übernommen wurde), 1925 Übernahme bewältigen. 1913/14 Umstellung auf elektrischen
der Zülpicher Volksbank, 1927 Errichtung einer Betrieb, 1939 Umfirmierung in Dürener Eisenbahn
Filiale in Eschweiler. In der Nachkriegszeit kamen AG. 1963-65 stillgelegt, 1971 Umwandlung in eine

Nr. 273 Nr. 274

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

onsfläche in der Landgrafenstr. 1 wieder aufge- menschluß mit der Peter Harkort & Sohn GmbH in
baut wurde. Lingel war jetzt vor allem bekannt für Wetter entstanden die Harkort-Eicken Edelstahl-
rahmengenähte Herrenschuhwaren, eine Spezia- werke GmbH, die dann 1925 von der Eisen- und
lität waren Dr. Lahmanns Gesundheitsstiefel. 1898 Stahlwerk Hoesch AG (gegr. 1873) übernommen
wandelte Lingel die Firma in eine AG um und zog wurde. Dadurch sicherte sich Hoesch die Liefe-
sich zu Beginn des 1. WK aus der Leitung zurück, rung des Eigenbedarfs an Edelstählen und die Ver-
nachdem kriegsbedingt jede Kreativität ver- sorgung der Drahtseilerei in Dortmund mit beson-
schwand und die Fabrik statt dessen nur noch ders hochwertigen Stahldrähten für Förderseile.
Militärstiefel produzierte. Nach Aufhebung der Zuletzt als Stahlwerk Hagen AG firmierend, 1951
Zwangswirtschaft 1919 ließ sich der Weltruf der auf alliierte Anordnung mit der Hüttenwerk Geis-
Lingel-Schuhe wieder herstellen, zudem konnten weid AG (vorm. Geisweider Eisenwerke AG) zur
1920 auch noch die lokalen Wettbewerber Mella Stahlwerke Südwestfalen AG zusammengeführt.
Schuhfabrik und Friedrich Metzler übernommen Originalunterschriften u.a. des Gesellschafters
werden. Dies begleitete Eduard Lingel als AR-Vor- Ewald Eicken. Maße: 33,2 x 21,4 cm. Doppelblatt,

Nr. 277
sitzender noch bis zu seinem Tod 1922. Mit 2000 inwendig Übertragung von 1918.
Mitarbeitern produzierte die Firma jetzt 2 Mio.
Paar Schuhe im Jahr und war eine der bedeu-
Nr. 277 Schätzpreis: 200,00 EUR tendsten Schuhfabriken in ganz Deutschland.
Startpreis: 100,00 EUR 1929 Aufbau eines eigenen Vertriebs mit 46 Ver-
E. H. Danziger & Co. AG kaufsstellen im ganzen Reich. Großaktionär der
AG war inzwischen das Bankhaus Adolf Stürcke in
Vorzugs-Aktie 1.000 Mark, Nr. 880 Erfurt. Im 2. Weltkrieg erneut Umstellung auf
Hamburg, Dezember 1921 EF Kriegsproduktion, u.a. wurden beheizbare Flieger-
Gründeraktie, Auflage 1000 (R 10). Gründung am stiefel hergestellt. 1948 enteignet und zusammen
15.12.1921 durch Hamburger Kaufleute und Ban- mit der Schuhfabrik Hess als “VEB Schuhfabrik
kiers zwecks Export und Import von Waren aller Thuringia” weitergeführt, nach weiteren Zusam-
Art, Durchführung von Kommissionsgeschäften in menschlüssen ab 1952 der “VEB Schuhfabrik Paul
Waren aller Art sowie Durchführung aller mit der Schäfer” (Schäfer war ein früherer Lingel-Beschäf-
Industrie und Finanz verknüpften Transaktionen, tigter und KPD-Politiker). Nach 1970 wurde die
wie auch der damit in Zusammenhang stehenden überalterte Bausubstanz modernisiert, nach 1980
Geschäfte banktechnischer Art. Am 22.6.1926 von verbesserte eine computergestützte Produktion
Amts wegen gelöscht. Maße: 26,2 x 35,3 cm. Qualität und Angebot. Beliefert wurde nun u.a. der
westdeutsche Hersteller “Salamander”. Bei der
Wende umfasste der Betrieb 12 Werke mit 28 Pro-
duktionsstandorten. 1990 als Lingel Schuhfabrik
GmbH reprivatisiert, doch eine Anpassung an die
veränderte Zeit mißlang. 1992 ging der Traditions-
betrieb in Liquidation. Lochentwertet. Maße: 27 x
36 cm. Mittig leichte Rostspur von einer Büro-
klammer. Nur 4 Stücke sind bis heute erhalten
geblieben! Nr. 280
Nr. 280 Schätzpreis: 450,00 EUR Nr. 281 Schätzpreis: 600,00 EUR
Startpreis: 120,00 EUR Startpreis: 300,00 EUR
Eicken & Co. oHG “Eigenhilfe”
Nr. 278 Anteilschein 3.000 Mark, Nr. 515 Feuer- und Sachversicherungs-AG
Hagen i/W., 1.1.1908 EF+ Interimschein über eine Aktie 1.000 RM,
(R 8) 1851 entstanden mit einem Puddel- und Nr. 1608
Nr. 278 Schätzpreis: 150,00 EUR Hammerwerk die ersten Eicken’schen Anlagen in
Startpreis: 60,00 EUR Hagen. Später kam ein Siemens-Martin- und Elek- Hamburg, 1.7.1926 EF
E. Macherauch, Weimarische Obst- trostahlwerk mit Walzwerk zur Herstellung von Gründeremission, Auflage 3.000 (R 9). Gründung
Halbzeug, Blechen, Stadtstahl und Walzdraht 1925 durch die Grosseinkaufs-Gesellschaft Deut-
kulturen und Konservenfabrik AG scher Consumvereine mbH, Hamburg und 33 Kon-
hinzu, seit 1870 auch Drahtzieherei. Durch Zusam-
Aktie 2.000 Mark, Nr. 5203
Weimar, 8.8.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 6.000 (R 10). Gründung
1923 zur Übernahme der KG E. Macherauch & Co.,
Obstkulturen und Obstverwertung in Legefeld bei
Weimar. 1925 in Liquidation. Maße: 15,5 x 22,5 cm.
Mit kpl. anh. Kupons.

Nr. 279 Schätzpreis: 600,00 EUR


Startpreis: 300,00 EUR
Eduard Lingel Schuhfabrik AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 8564
Erfurt, Januar 1920 VF
Auflage 3.500 (R 10). Georg Michael Eduard Lingel
(1849-1922) machte eine Kaufmannslehre in einem
Barmer Textilbetrieb, lernte drei Fremdsprachen
und beschloss im Alter von 23 Jahren, Unterneh-
mer zu werden. Im Haus “Zum Krummen Hecht”
am Fischersand 9 in der Erfurter Altstadt nahm
Lingel 1872 mit 5 Arbeitern die Schuhproduktion
auf. Ganze 36 Paar Zeugstiefel schaffte er damals
am Tag. Nur zwei Jahre später stellte Lingel statt
Zeugstiefeln jetzt Lederstiefel her, beschäftigte
bald 300 Arbeiter und kaufte für den stark gewach-
senen Betrieb das Haus Herrmannsplatz 5.
1877/78 sandte Lingel eine Delegation in die USA,
um die dortigen Fertigungsmethoden zu studie-
ren, anschließend stellte er seinen Betrieb von
Handarbeit auf mechanische Schuhfabrikation
um. Bald gingen große Exportaufträge aus Schwe-

Nr. 279
den, Holland sowie Nord- und Südamerika ein.
1887 zerstörte ein Feuer die Fabrik, die aber sofort
mit einer Vergrößerung auf 50.000 qm Produkti-

55
Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

sum-Vereine. Zweck war die Feuerversicherung stätte. 1920 brannte die Eisengießerei ab, wurde Nr. 284 Schätzpreis: 250,00 EUR
aller Art, Versicherung gegen Einbruchsdiebstahl aber bald wiederaufgebaut. Die Firma wurde ein Startpreis: 80,00 EUR
und Beraubung. Geschäftsgebiet: das Deutsche Opfer der Weltwirtschaftskrise: 1929 Vergleichs-
Reich sowie die Randstaaten Danzig und Memel. verfahren zur Abwendung des Konkurses, 1933
Eisen- und Stahlwerk Krone AG
Zum Aufsichtsrat gehörten Theodor Leipart und erloschen. Hochwertiger Druck von Giesecke & Aktie 1.000 Mark, Nr. 7685
Max Mendel, die auch im Aufsichtsrat der Volks- Devrient. Maße: 26,5 x 34,7 cm. Velbert, 25.8.1922 EF/VF
fürsorge waren. 1933 umbenannt in Volksfürsorge Auflage 8.000 (R 10). Gründung 1911 als “Eisen-
Allgemeine Versicherungs-AG. Die lange Zeit und Fittingswerke AG” durch Fusion der Eisenwerk
gewerkschaftsnahe Versicherung gehört heute Krone GmbH, Velbert und der Fittingswerk GmbH,
zum Konzern der AMB Generali. Maße: 22,2 x 28,5 Mettmann. 1915 Verkauf der Abteilung Mettmann
cm. an die Wagner & Englert GmbH, anschließend 1916
Umfirmierung wie oben. 1922 engere Anlehnung
durch Aktientausch an die “Vereinigte Eisenhüt-
ten- und Maschinenbau-AG” in Barmen, die zuletzt
Alleinaktionärin war. Im Oktober 1926 in Liquidati-
on gegangen. Maße: 34,4 x 24,6 cm. Mit Kuponbo-
gen.

Nr. 285 Schätzpreis: 400,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Eisenacher Ziegelei-AG
Aktie 2. Serie 1.200 Mark, Nr. 78
Eisenach, 1.1.1907 EF/VF
Auflage 183 (R 8). Gründung 1876. Erwerb und
Ausbeutung von Tonlagern, Kalk-, Gips- und Stein-

Nr. 281
brüchen in der Umgebung von Eisenach (die Zie-
gelei lag an der Mühlhauser Straße), auch Bebau-
ung eigener Grundstücke mit Wohngebäuden.
1924 wurde außerdem die benachbarte, schon
seit 1838 bestehende Ziegelei in Stregda hinzuge-
kauft. Dort waren 1873/74 bei der Tonförderung
Nr. 284 Reste einer bandkeramischen Siedlung aus der
Zeit 3500 v. Chr. entdeckt worden. 1953 wurde die
AG enteignet. Die Ziegeleien produzierten bis zur
Wende weiter (die eigene Grubenbahn für den
Materialtransport von den reichen Tonvorkom-
men im Norden von Eisenach war schon in den
1970er Jahren stillgelegt worden). Heute befinden
sich auf dem Gelände “An der alten Ziegelei” Ein-
kaufszentren und ein Heimwerkermarkt. Original-
unterschriften. Lochentwertet. Maße: 25 x 34,2 cm.

Nr. 282 Nr. 286 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Nr. 282 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Eisenacher Ziegelei-AG
Einbecker Brauhaus AG Aktie 1.200 Mark, Nr. 266
Aktie 50 DM, Nr. 20068 Eisenach, 21.3.1921 EF
Einbeck, April 1968 EF+ Nr. 285 Auflage 351 (R 8). Originalunterschriften. Loch-
entwertet. Maße: 24,8 x 34,2 cm.
Auflage 840 (R 10). Bereits seit 1794 begründete
die Städtische Gemeinschaftsbrauerei den Ruf des
Einbecker Bieres, das damals zu den bekannte-
sten in ganz Deutschland zählte. 1889 Umwand-
lung in die “Dampfbierbrauerei der Stadt Einbeck
AG”. 1921/22 Fusion durch Aktienumtausch 1:1
mit der Hildesheimer Aktienbrauerei (vormals
Brauerei Feustel, AG seit 1890) unter deren
Namen, seitdem Sitz in Hildesheim. 1967 Umfir-
mierung in “Einbecker Brauhaus AG” und Rück-
verlegung des Sitzes nach Einbeck. Zu den Beteili-
gungen zählen die Städtische Brauerei Goslar
GmbH (gegr. 1806, GmbH seit 1918), die Broyhan-
Brauerei GmbH in Hildesheim (gegr. 1903, stillge-
legt) und die Göttinger Brauhaus AG (gegr. 1889).
Großaktionär war die Elbschloß-Brauerei AG in
Hamburg, die ihre Beteiligung 1988 an die Dort-
munder Union-Schultheiss-Brauerei (heute Brau
und Brunnen AG) verkaufte. 1998 ging die Aktien-
mehrheit dann an eine private Investorengruppe.
Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig als ungültig abge-
stempelt.

Nr. 283 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Startpreis: 500,00 EUR
Eisen- und Emaillierwerk
Martinlamitz AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 6
Martinlamitz, 1.6.1903 VF+
Gründeraktie, Auflage 200 (R 10). Gründung 1903
unter Übernahme der oHG Anspach, Foerder-
reuther & Comp., 1912 Umfirmierung in Eisenwerk

Nr. 283
Martinlamitz AG. Betrieb einer Eisengiesserei und
einer Eisenkonstruktions- und Brückenbauwerk-

56
Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 288 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 140,00 EUR
Eisenerz-Grube Falkenberg
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 5
Betzdorf [Link], 1.6.1889 EF/VF
Auflage 100 (R 8). Kleines Eisenerzbergwerk in der
Gemeinde Schutzbach, Kreis Altenkirchen. Linker
Rand mit Abheftlochung. Maße: 33,2 x 21,2 cm.
Eingetragen auf den Banuier Dittmar Leipziger,
rückseitig Übertragungen bis 1917.

Nr. 291
Nr. 286

Nr. 292
Nr. 287 Nr. 292 Schätzpreis: 120,00 EUR
Nr. 289
Nr. 287 Schätzpreis: 250,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR Eisenmatthes Richard Gustav
Eisenbetonbau-AG Nr. 289 Schätzpreis: 350,00 EUR Matthes AG
Startpreis: 175,00 EUR Aktie 20 RM, Nr. 16945
vormals Vetterlein & Co.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 90 Eisenerzbergwerk Brelingerberg Magdeburg, Oktober 1925 VF+
Leipzig, 8.5.1922 VF+ 1/2000 Anteil-Schein, Teilblankette, Nr. 1935 Auflage 37.500 (R 10). 1909 als Einzelfirma gegrün-
Gründeraktie, Auflage 7.000 (R 9). Gründung 1922 Hannover, um 1910 EF/VF det, 1921 in eine AG umgewandelt. Betrieb von
zur Fortführung der Cementbaugesellschaft (R 10) Der Brelinger Berg ist ein 92 m hoher Berg Maschinenfabriken und Eisengießereien. Neben
Alban Vetterlein & Co. mbH. Zweigniederlassun- im Norden der Wedemark, an seinem Fuß liegt dem Werk I in Magdeburg-Sudenburg und Werk II
gen in Dresden, Erfurt, Chemnitz und Coburg. Die auch die Ortschaft Ögenbostel (Kreis Burgdorf), in Magdeburg-Neustadt bestanden Zweignieder-
Aktien notierten im Freiverkehr Leipzig. 1935 wo das Eisenerzbergwerk ansässig sein sollte. Der lassungen in Berlin, Bremen, Breslau, Essen,
nach Liquidation erloschen. Lochentwertet. Berg wurde durch das Gletschereis der Saaleeis- Frankfurt a.M., Hamburg, Hannover, Leipzig und
Hochwertiger Druck von Giesecke & Devrient. zeit vor etwa 230.000 Jahren zu einer Endmoräne Nürnberg. 1923 wurde die Dampfkesselfabrik
Maße: 26,3 x 34,5 cm. aufgetürmt. Tief unter dieser Endmoränenstaffel, Weinbrenner & Co. in Neunkirchen hinzuerwor-
die sich bis zu den Dammer Bergen im Oldenbur- ben. Börsennotiert in Berlin, Magdeburg und Köln.
ger Münsterland erstreckt, befinden sich große 1925 wurde durch Umwandlung ihrer Forderun-
Eisenerzvorkommen, so wie außerdem auch unter gen in Aktienkapital die Deutsche Merkurbank AG
den weiter südöstlich gelegenen ebenfalls als End- in Berlin Mehrheitsaktionär. Eines der unzähligen
moränen entstandenen Höhenzügen des Salzgit- Opfer der Weltwirtschaftskrise: 1932 in Vergleich
ter-Gebietes. Als aktiver Bergbau belegt ist am gegangen mit anschließender Liquidation. Maße:
Brelinger Berg aber nur ein intensiver Sand- und 21 x 29,7 cm. Mit kpl. Kuponbogen. Keine Entwer-
Kiesabbau, der tiefe Spuren in der Landschaft hin- tung!
terlassen hat. Sehr schöne Gestaltung mit Jugend-
stil-Umrahmung. Maße: 26 x 35 cm. Uns sind ledig-
lich die Stücke #1334 bis 1336 sowie 1935 bekannt.

Nr. 290 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR
Eisenerzbergwerk Wilhelmsglück
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 92
Schönborn, 20.6.1873 EF
Auflage 100 (R 9). Kleines Bergwerk in der Gemein-
de Schönborn, Kreis Unterlahn. Originalunter-
schriften. Maße: 34 x 21,5 cm. Linker Rand mit
Abheftlochung. Weniger als 10 Stücke bekannt!

Nr. 291 Schätzpreis: 17500 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Eisengießerei AG
vormals Keyling & Thomas
Aktie 100 RM, Nr. 303
Berlin, November 1929 EF
Auflage 500 (R 10). Gründung 1886. Erzeugnisse:
Nr. 288
Gußteile für Nähmaschinen und Schreibmaschi-
nen sowie für die Elektro-, Maschinenbau- und
Automobilindustrie, ferner Anthrazit-Dauerbran-
Noch Fragen? döfen “Cade”. 1931 Einstellung der Zahlungen und

Nr. 293
Eröffnung des Konkursverfahrens. Lochentwertet.
Telefon: 0 53 31 / 97 55 24 Maße: 21 x 29,7 cm.

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 293 Schätzpreis: 350,00 EUR Auflage 100 (R 10). Zur Firmengeschichte siehe zitäts- und Kleinbahn AG in Waldenburg. Zuletzt
Startpreis: 145,00 EUR bitte das Los Nr. 283. Hochwertiger Druck von wurden 1 Mio. Einwohner Mittelschlesiens in 654
Giesecke & Devrient. Maße: 26,5 x 34,8 cm. Nur 4 Gemeinden versorgt (das Hochspannungslei-
Eisenstein-Bergwerk Rex Stücke wurden 1999 gefunden. tungsnetz war 2.500 km lang), außerdem Betrieb
Kuxschein über 1 Kux von 100, Nr. 3 der Straßenbahn in Waldenburg (3 Linien, 24 km
Frankfurt a.M. / Obersdorf (Kr. Siegen), Gesamtlänge, 40 Motorwagen). Maße: 21,1 x 29,7
30.7.1914 EF cm. Mit restlichem Kuponbogen + Lieferbarkeits-
(R 9) Das Bergwerk lag in der Gemeinde Obers- bescheinigung. Nicht entwertet!
dorf, Kreis Siegen. 1916 wurden die Kuxe von den
Rheinischen Stahlwerken in Duisburg-Meiderich
übernommen. Jugendstil-Umrandung, Details
handschriftlich ergänzt, drei Originalunterschrif-
ten. Eingetragen auf den Chemiker Dr. Georg Popp
zu Frankfurt a.M. Maße: 34,8 x 21,4 cm. Abheftlo-
chung am linken Rand. Rückseitig 1916 übertragen
auf die Rheinische Stahlwerke AG.

Nr. 296

Nr. 296 Schätzpreis: 300,00 EUR

Nr. 298
Startpreis: 120,00 EUR
Eisenwerk Wülfel
Aktie 100 RM, Nr. 26719
Hannover-Wülfel, April 1941 EF
Auflage 2.500 (R 9). Gründung 1882 als “Hanno-
versche Messing- und Eisenwerke”, 1893 Umbe-
nennung in Eisenwerk Wülfel. Innerhalb von 20
Jahren entwickelte sich die Firma zum größten
Transmissions-Werk in Europa. Nach 1945 wurden
produziert: Transmissionsanlagen, Gleitlager,
Kupplungen, Zahnradgetriebe, Erdölfeld-Einrich-
tungen, Gießerei-Anlagen sowie Schleif- und
Poliermaschinen. 1975 Produktionseinstellung,
Teile des Produktionsprogramms und der Werke
wurden von der MAN-Tochter Zahnräderfabrik
RENK AG in Augsburg (als Zweigwerk Hannover)

Nr. 299
und der Roland Offsetmaschinenfabrik Faber &
Schleicher AG in Offenbach (heute MAN Roland)
übernommen. Seit 1977 in Konkurs. Lochentwer-
tet. Maße: 21 x 29,8 cm. Nr. 299 Schätzpreis: 500,00 EUR
Nr. 294
Startpreis: 200,00 EUR
Elite-Diamantwerke AG
Nr. 294 Schätzpreis: 250,00 EUR Aktie Lit. B 100 RM, Nr. 5570
Startpreis: 80,00 EUR Brand-Erbisdorf [Link]., 16.2.1927 EF
Eisensteinbergwerk Deutschland Auflage 7.500, schon 1930 nach Kapitalschnitt
ungültig geworden (R 9). Die 1884 gegründete
Kux-Schein, Nr. 2 Firma Gebr. Nevoigt in Reichenbrand wurde 1905
Dülmen i.W., 1.6.1898 EF/VF in eine AG umgewandelt, nachdem die Firma (u.a.
Auflage 1.000 (R 8). Eisensteinbergwerk in den 1895 Aufnahme der Serienproduktion der Dia-
Gemeinden Ochtrup, Wellbergen, Langenhorst, mant-Fahrräder) stark expandierte. 1912 umbe-
Metelen und Wettringen, Sitz der Gewerkschaft nannt in Diamantwerke Gebr. Nevoigt AG mit Sitz
war Burgsteinfurt. Die Größe des konsolidierten Siegmar bei Chemnitz. 1917 fusionsweise Über-
Feldes betrug 93 vereinigte Felder mit ca. 176 Mio. nahme durch die Elite-Motorenwerke AG in Brand-
Erbisdorf (gegr. 1913), die sich in Elitewerke AG
Nr. 297
Quadratmeter. Anfang der 20er Jahre von der
Gewerkschaft Gildehaus in Bentheim/Osnabrück umbenannte. Die beiden Werke blieben auch nach
übernommen, die selbst bis 1919 im Bergrevier der Fusion selbständig. Hergestellt wurden in
Hamm Eisenerz abgebaut hatte. Maße: 33,5 x 21,4 Nr. 297 Schätzpreis: 200,00 EUR Brand-Erbisdorf Personen- und Lastautomobile,
cm. Doppelblatt, inwendig mehrere Übertragun- Startpreis: 30,00 EUR Motorfahrräder und Maschinen für die Schokola-
gen bis 1921. Linker Rand mit Abheftlochung. deherstellung. Spitzenmodell im seit 1920 betrie-
Eisenwerke AG benen Automobilbau war ein luxuriöser Touren-
Aktie 20 RM, Nr. 1797 wagen mit 4600-ccm-6-Zylinder-Maschine. Das
Krieglach, November 1939 EF Werk Siegmar produzierte Fahr- und Motorräder
Auflage 25.000 (R 7). Gründung 1923 zur Übernah- und Strickmaschinen für Hand- und Motorbetrieb.
me der steiermärkischen Werke der tschechi- Beschäftigt waren zusammen etwa 1.500 Mitarbei-
schen Eisenwerk-AG Rothau-Neudeck (Blechwalz- ter. 1917 wurde außerdem die Fa. F. H. Holtzhau-
werk und mechanische Werkstätte in Krieglach, sen & Co. in Nossen [Link]. erworben, die
Hammerwerk in Hönigtal und Wasserkraftwerke in hauptsächlich Inneneinrichtungen für Mühlen
Freßnitz, Hönigtal und Feistritz). Börsennotiz herstellte. Die Elitewerke übernahmen 1921 ferner
Wien, 1946 verstaatlicht. Maße: 21 x 29,7 cm. die Produktion der Richard & Hering Werke im
thüringischen Ronneburg (die ihre Autos unter
Nr. 298 Schätzpreis: 90,00 EUR der Marke Rex-Simplex verkauften). 1927 umbe-
Startpreis: 10,00 EUR nannt in Elite-Diamantwerke AG. Auf den in Berlin,
Leipzig, Dresden und Chemnitz börsennotierten
Elektrizitätswerk Schlesien AG Konkurrenten wurden nun OPEL aufmerksam und
Aktie 1.000 RM, Nr. 195720 Fritz Opel kaufte 1928 die Aktienmehrheit auf.
Nr. 295 Breslau, Oktober 1926 VF+ Anschließend übernahm die ADAM OPEL AG die
Automobilwerke in Brand-Erbisdorf (Elite) und
Auflage 4.000 (R 9). Gründung 1909 als eine der
Ronneburg (Rex-Simplex), die Elite-Diamantwerke
größten Untergesellschaften der Gesfürel, erste
Nr. 295 Schätzpreis: 750,00 EUR konzentrierten sich auf den Motorradbau (ab 1932
Kraftwerke in Kraftborn (früher Tschechnitz) und
Startpreis: 350,00 EUR wurden die Motorräder unter der Marke EO Elite-
Mölke. 1927 Stromlieferungsvertrag mit der Elek-
Opel verkauft) und den Fahrradbau (in dem schon
Eisenwerk Martinlamitz AG trowerke AG und Verbindung des Mitteldeutschen
1926 ein Fahrrad komplett aus Leichtmetall ent-
Braunkohlenreviers mit dem Niederschlesischen
Aktie 1.000 Mark, Nr. 250 Steinkohlenrevier durch eine 100 kV-Fernleitung.
wickelt wurde). Zwischendurch hatte die Firma
Martinlamitz, 12.12.1912 EF/VF 1929/30 ein Vergleichsverfahren durchlaufen,
1922/31 Fusion mit der Niederschlesische Elektri-

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

nach dessen Abschluß Opel seine Beteiligung wie- Waren-Einkaufs-Verein, der für die in Leipzig (bis
der abstieß, die wohl nur die Beseitigung eines 1934 Dresden) börsennotierten Aktien auch eine
Konkurrenten im Automobilbau bezweckt hatte. Dividendengarantie übernahm. 1934 wurde der
1952 als “VEB Fahrradwerke Elite Diamant” ver- Vertrag wieder gelöst, zugleich schieden die Gör-
staatlicht. Alle DDR-Radrennfahrer fuhren auf Dia- litzer als Großaktionär aus. Maße: 21 x 29,8 cm.
mant-Rädern, so auch die Gewinner der Straßen- Nur 2 Stücke wurden 2009 gefunden!
Weltmeisterschaften 1959 (Täve Schur) und 1960
(Bernhard Eckstein). 1992 als DIAMANT Fahrrad-
werke AG reprivatisiert, seit 2003 zur amerikani-
schen Trek Bicycle Corp. gehörend. Lochentwer-
tet. Maße: 21 x 29,7 cm.

Nr. 304

Nr. 302
Nr. 304 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR

Nr. 300
Nr. 302 Schätzpreis: 250,00 EUR Erdöl-Bohrunternehmen Nienhagen-
Startpreis: 40,00 EUR Westercelle August Wiest & Co. KG
Emissions- und Kredit-AG Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 1015
Nr. 300 Schätzpreis: 200,00 EUR
Aktie 5.000 Mark, Nr. 13343 Hannover, 27.8.1934 EF
Startpreis: 90,00 EUR
Frankfurt a.M., 5.9.1923 EF/VF Auflage 2.100 (R 9). Als Nachfolgerin der Erdöl
Emil Busch AG Optische Industrie Bohrgesellschaft Westercelle (Gewerkschaft Adel-
Gründeraktie, Auflage 150.000 (R 9). Gegründet
Aktie 6.000 Mark, Nr. 35825 im Juli 1923, eingetragen im September Betrieb
heid) mit einem Kapital von 210.000 RM gegrün-
Rathenow, 15.9.1923 EF det. Die Gesellschaft besaß 80 Morgen Mutungs-
von Bankgeschäften aller Art, Übernahme von
Auflage 2.500 (R 7). Gründung bereits 1800 mit rechte im Nienhagener Revier. Persönlich haften-
Aktien- und Obligationsemissionen sowie insbe-
königlicher Konzession durch die beiden Pfarrer der Gesellschaft A. Wiest (Einlage von 49.200 RM).
sondere Unterstützung von Kleinindustrie und
Duncker und Wagener als “Optische Industrie- Das Stück wurde auch original von A. Wiest unter-
Kleinhandel durch Kreditgewährung. Bereits 1926
Anstalt Rathenow”. Mit 15 Arbeitern werden schrieben. Maße: 29,6 x 21,1 cm.
erloschen. Maße: 20,2 x 25,3 cm. Mit komplett
Mikroskope, Brillengläser und Brillen erzeugt. anhängendem Kuponbogen.
1845 übernimmt Emil Busch die Leitung, 1851
(inzwischen werden 130 Arbeiter beschäftigt) Ein-
führung der Opernglasfabrikation. 1872 Umwand-
lung in die “Rathenower optische Industrieanstalt
(vormals Emil Busch) AG”, 1908 Umfirmierung wie
oben. Tochterfirmen in Kopenhagen seit 1920,
London und Rio de Janeiro seit 1928. Börsennotiz
Berlin, Mehrheitsaktionär war zuletzt die Carl-
Zeiss-Stiftung in Jena. 1949 Sitzverlegung nach
Göttingen, 1953 Umwandlung in die Emil Busch
GmbH. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände in
Rathenow entstanden 1946 die Rathenower Opti-
schen Werke GmbH, ab 1948 volkseigener Betrieb.
Nach 1990 waren von ehemals 4000 Mitarbeitern
ca. 800 beschäftigt, die die gesamte Produktpalet-
Nr. 303
te anbieten. Lochentwertet. Maße: 25,8 x 37,4 cm.

Nr. 303 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Erdöl- und Kohle-Verwertung AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 951 Nr. 305
Berlin, 4.1.1919 EF
Auflage 750. Gründung 1914 als Erdöl-Verwer- Nr. 305 Schätzpreis: 250,00 EUR
tungs-AG. 1916 Sitzverlegung von Dresden nach Startpreis: 125,00 EUR
Berlin. Die Gesellschaft war ursprünglich eine For- Erdölgesellschaft “Dungelbeck”
schungsgesellschaft, deren Aufgabe darin
bestand, die Verfahren zur Gewinnung leichter
Anteilschein, Nr. 1111
Kohlenwasserstoffe aus schweren zu erproben Braunschweig, 7.7.1934 EF/VF
Nr. 301
und auszubilden. Auf diesem Gebiete begegneten Auflage 20.000 (R 8), eingetragen auf Gewerk-
sie den Arbeiten des Herrn Dr. Bergius, die den schaft “Hunsrück”, Braunschweig. In der Peiner
gleichen Zwecken dienten (Bergin-Verfahren). Gegend, die man damals auch “Preussisch Penn-
Nr. 301 Schätzpreis: 250,00 EUR Eine Vereinigung der Interessen führte zur Bildung sylvania” nannte, wurde seit 1880 Petroleum
Startpreis: 75,00 EUR des Konsortiums für Kohlechemie, welches ein erbohrt. Hunderte von Bohrtürmen standen bald
Emil Uhlmann AG Kapital von 30 Mill. RM zur Erforschung der Ver- dicht an dicht und der Anblick der Gegend unter-
fahren und der damit verbundenen Hochdruck- schied sich nicht von amerikanischen Ölfeldern.
Aktie 100 RM, Blankette technik zur Verfügung stellte und die Durch- Wegen der geringen Ergiebigkeit der Felder ließ
Chemnitz, Juni 1935 EF+ führung der Arbeiten und Verwertung der Erdöl- der Boom bald nach. Die Autarkiebestrebungen
(R 10) Gegründet 1869 als offene Handels-Gesell- und Kohle-Verwertung AG (Evag) übertrug. 1926 im 3. Reich brachten der Aufsuchung heimischer
schaft, umgewandelt 1912 in eine GmbH und 1920 Übernahme durch die I.G. Farbenindustrie AG. Rohstoffe neuen Auftrieb, so auch in der heute zu
in eine AG. Betrieb einer Brotfabrik, Handel mit Maße: 26,6 x 36,9 cm. Kleine Lochentwertung Peine eingemeindeten Ortschaft Dungelbeck.
Lebensmitteln, Landesprodukten, Getreide und unten rechts. Lochentwertet. Maße: 33,9 x 23,8 cm.
Futtermitteln. Die Großbäckerei und die Siloanla-
gen lagen auf einem 20.930 qm großen, mit 9 mas- Die Besichtigung der Auktionsware ist vom 20.1. bis zum 24.1. in den
siven Fabrikgebäuden bebauten Grundstück in
Chemnitz, Limbacher Str. 75. Außerdem wurden Räumen der Bürogemeinschaft Salzbergstrasse 2 in Wolfenbüttel möglich.
32 Verkaufsläden unterhalten. 1931 Verpachtung Bitte vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin mit mir!
des Betriebes an den Großaktionär, den Görlitzer

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 309
Nr. 309 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
ERLUS Baustoffwerke-AG
Aktie 1.000 DM, Nr. 50
München, Oktober 1974 EF
Auflage 500. Ein in der deutschen Baubranche
führender Hersteller von Dachziegeln und Schorn-
Nr. 306
steinsystemen. Bereits 1842 wurde die erste Ziege-
lei in Ergoldsbach gegründet. 1870 entstand aus
der Privatziegelei die Aktien-Ziegelei Ergoldsbach.
Nr. 306 Schätzpreis: 200,00 EUR
Nach Zahlungsschwierigkeiten erfolgte 1897 die
Nr. 308
Startpreis: 90,00 EUR Zwangsversteigerung und Umbenennung in Falz-
Erdölwerke Nienhagen-Wietze ziegel- und Dachplattenfabrik Ergoldsbach Max
Namens-Anteilschein 1 Anteil, Nr. 5004 Nr. 308 Schätzpreis: 600,00 EUR Weinschenk vorm. Aktienziegelei, welche wieder-
Hannover, 12.9.1929 EF/VF Startpreis: 275,00 EUR um sieben Jahre später in der Dachziegelwerke
Ergoldsbach AG aufgeht. Nach diversen Firmenü-
Auflage 6.000 (R 10). Werke in Wietze-Steinförde Erfurter Elektrische Straßenbahn bernahmen und Rückschlägen (Großbrand
und Nienhagen. Lochentwertet. Maße: 28,6 x 22,4 Interimsschein für 1 Aktie à 1.000 RM, Nr. 31 14.5.1962), erfolgte 1970 die Umbenennung in Erlus
cm. Firmenstempel lochentwertet. Nur 5 Stücke
Erfurt, 12.12.1929 VF Baustoffwerke AG, 2004 in die heutige Erlus AG.
sind bis heute erhalten geblieben! Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Auflage 500 (R 10). Gründung 1893 zur Übernah-
me der seit 1883 betriebenen Pferdebahn von der
Nr. 307 Schätzpreis: 600,00 EUR
Union-Elektricitäts-Ges. zu Berlin. Ab 1894 elektri-
Startpreis: 240,00 EUR
scher Betrieb auf den 4 meterspurigen Linien mit
Erfordia Maschinenbau-AG einer Gesamtlänge von 18 km. Im Mai 1938 umbe-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1112 nannt in Erfurter Verkehrs-AG. Ab 1951 als VEB
Meiningen, 28.6.1920 EF/VF Erfurter Verkehrsbetriebe (EVB) geführt, nach der
Auflage 1.000 (R 11). Gründung 1918. Betrieb einer Wende ab April 1990 die Erfurter Verkehrsbetrie-
Maschinenfabrik, speziell Herstellung von Säge- be AG (EVAG). Ende 1996 wurde die EVAG in die
werks- und Holzbearbeitungs-Maschinen, Trans- Stadtwerke Erfurt eingegliedert. Gedruckte Aus-
missionen, Werkzeugen. 1931 Übernahme der führung mit hübscher Umrahmung, Originalunter-
Selp-Werke vorm. Stoll & Elschner AG Leipzig schriften. Lochentwertet. Maße: 29,4 x 20,9 cm.
durch Fusion, was der Firma auf dem Höhepunkt Der eigentlich geplante Umtausch in eine gedruck-
der Weltwirtschaftskrise nicht so gut bekam: Ende te Aktie fand nie statt, deshalb eine Vielzahl Divi-
1931 Zahlungseinstellung und Zwangsvergleich. dendenstempel bis 1942. Nur 3 Stücke sind bis
Lochentwertet. Maße: 26,2 x 36,8 cm. Nur 2 heute erhalten geblieben!
Stücke sind bis heute erhalten geblieben!

Nr. 310

Nr. 310 Schätzpreis: 175,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Erste Kulmbacher
Actien-Exportbier-Brauerei
Aktie 1.000 Mark, Nr. 5431
Dresden und Kulmbach, 9.2.1920 EF/VF
Auflage 1.500. Gründung 1872 mit Sitz in Dresden
zur Übernahme der Exportbierbrauerei von Mich-
ael Taeffner in Kulmbach und der Eiskeller der
Frau Müller in Dresden. 1930 Sitzverlegung nach
Kulmbach. 1973 Übernahme der Aktienmehrheit
der Hofer Bierbrauerei AG Deininger Kronenbräu,
1980 Erwerb der Bad Windsheimer Heil- und Mine-
ralquellen GmbH, schließlich Erwerb der Aktien-
mehrheit der Brauhaus Amberg AG (1984) und der
Tucher Bräu AG Nürnberg (1986). 1990 Abschluß
eines Unternehmensvertrages mit dem Mehrheit-
saktionär Gebr. März AG, Rosenheim. 1990/91
Übernahme der Diamant Brauerei Magdeburg
Nr. 307 (gleich wieder an die Bavaria-St. Pauli-Brauerei
abgegeben) und der Meisterbräu GmbH in Halle

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

a.S. 1996 in Konkurs gegangen, nachdem der


Großaktionär März ebenfalls schwach geworden
war. Den Geschäftsbetrieb der EKU übernahm
1997 der Lokalrivale Reichelbräu AG (Schörghu-
ber-Gruppe) und firmierte dabei in Kulmbacher
Brauereien AG um. Großes Hochformat, sehr
dekorativ, große Ansicht der Brauerei mit Stadt
Kulmbach und Plassenburg im Hintergrund. Loch-
entwertet. Maße: 34,6 x 24,7 cm. Doppelblatt.

Nr. 313
Nr. 313 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Eschweiler Bank
Aktie 20 RM, Nr. 21327
Eschweiler, Dezember 1925 EF
(R 7) Gründung 1890. Betrieb des Bankgeschäfts
in allen Zweigen. Zweigstelle in Alsdorf (Rhl.)
unter der Firma Alsdorfer Bank, ferner in Linnich
und Weiden. Ab Juni 1927 unter Geschäftsauf-

Nr. 314
sicht. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit beiliegendem
Kuponbogen (nur ein Kupon wurde abgetrennt).
Nr. 315 Schätzpreis: 200,00 EUR
Nr. 314 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Eschweiler-Ratinger Metallwerke AG Eschweiler-Ratinger Metallwerke AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 36007
Aktie 1.000 Mark, Nr. 8872
Ratingen, Dezember 1923 EF+
Ratingen, Juni 1921 EF
Auflage 50.000 (R 7). Lochentwertet. Maße: 30 x
Auflage 9.000 (R 7). Gründung 1900. Die Gesell-
22,1 cm
schaft ging hervor aus der Maschinenfabrik Eng-
lerth & Cünzer und erwarb 1906 die oHG Ratinger
Eisengiesserei u. Maschinenfabrik Koch & Wellen- Nr. 316 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Nr. 311
stein. Durch Schwierigkeiten der Stahlwerke
Becker AG, mit der die Gesellschaft in enger Füh- Essener Steinkohlenbergwerke AG
lung stand, kam auch sie 1924 in finanzielle 5% Teilschuldv. 1.000 SFr., Nr. 3257
Nr. 311 Schätzpreis: 500,00 EUR Bedrängnisse, die aber durch Kreditgewährung
Startpreis: 150,00 EUR der Guyzeller-Bank in Zürich sowie einer durch- Essen, 1.3.1934 EF
greifenden Sanierung als behoben galten. Die Akti- Auflage 9.000 (R 8). Keimzelle ist die um 1850
Erz- und Eisenstein-Bergwerk angelegte Gewerkschaft Heisinger Tiefbau, deren
Lohmannsfeld en, die die Familie Becker hielten, sind in andere
Hände übergegangen. Lochentwertet. Maße: 30,8 Geschicke Fritz Funke, Wilhelm Sonnenschein und
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 98 x 22,5 cm. Jobst Waldthausen leiteten. 1889 Umwandlung in
Altenseelbach, 4.2.1911 VF+ die AG Rheinische Anthrazit-Kohlenwerke in
Auflage 100 (R 9). Nicht sehr großes, aber ergiebi-
ges Eisenerzbergwerk im Kreis Siegen. 1918 über-
nahm die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks-
und Hütten-AG die Kuxenmehrheit. Jugendstilum-
randung, Originalunterschrift. Text handchriftlich
ergänzt. Maße: 33,8 x 21,6 cm. Abheftlochung am
linken Rand, oberer Rand leicht tintenfleckig.
Rückseitig mehrere Übertragungen, die letzte
1918 auf die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks-
und Hütten-AG.

Nr. 312 Schätzpreis: 600,00 EUR


Startpreis: 300,00 EUR
Erzbergwerk Hoffnungsthal II
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 3
Essen, 8.1.1873 EF/VF
Auflage 100 (R 9). 1866 errichtet zum Betrieb des
Eisenerz-Bergwerkes im Hoffnungstal im Wester-
wald (zwischen der Kreisstadt Altenkirchen und
der Gemeinde Almersbach). Die Förderschächte
der Grube hatten eine Tiefe von über 700 m. Ende
des 19. Jh. machte ein verheerender Wasserein-
bruch dem Bergbau hier ein Ende. Etwa zeitgleich
mit dem Bergwerk wurde im Hoffnungstal,
ursprünglich zur Aufbereitung der hier gewonne-
nen Erze, von der Familie Jagenberg gegründet
“Jagenbergs Hammer” (bis 2009 eine zum finni-
schen Ahlstrom-Konzern gehörende Papierfabrik,
heute zu Inter Face Solutions gehörend). Ausge-
stellt auf Herrn Arend Schreiber zu Loga b/ Leer.
Großformatig, Umrahmung im Stil eines barocken
Bilderrahmens, Originalunterschriften. Maße: 30,2
x 36,8 cm. Kartonähnliches Papier.

Nr. 312
Gestern Nonvaleurs,
heute begehrte Sammelobjekte!

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Essen-Kupferdreh. 1906 Umfirmierung in Essener Gesellschaft beteiligte sich an kostenintensiven


Steinkohlenbergwerke AG anlässlich der Übernah- Büroimmobilien, Gewerbeparks usw. Im Juni 2001
me sämtlicher Kuxe der Gewerkschaften Hercules, stellte sie einen Antrag auf Eröffnung des Insol-
ver. Pörtingssiepen und ver. Dahlhauser Tiefbau. venzverfahrens. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit Kupons.
Betrieben wurden die Zechen Herkules-Katharina,
Dahlhauser Tiefbau, Pörtingssiepen, Carl Funke,
Gottfried Wilhelm, Dorstfeld und Oespel. 1930 in
die Gelsenkirchener Bergbau-AG eingegliedert.
1934 gab die Ges. eine interessante Doppel-
währungsanleihe heraus, eingeteilt in einen deut-
schen Abschnitt von 27 Mio. RM und einen
Schweizer Abschnitt von 11,1 Mio. SFr. Lochent-
wertet. Maße: 29,7 x 21 cm. Doppelblatt.

Nr. 316 Nr. 319


Nr. 319 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 120,00 EUR
Ettlingen-Maxau
Papier- & Zellstoffwerke AG Nr. 321
Aktie 1.000 RM, Nr. 3982
Ettlingen i. Baden, 23.4.1938 EF
Auflage 200 (R 9). Gegründet 1928 als Karlsruher
Papierfabrik AG mit Sitz in Karlsruhe. Umbenannt
am 16.10.1928 in Zellstoff- und Papierfabrik AG
und nur zwei Tage später am 18.10.1928 in Vogel &
Bernheimer Zellstoff- und Papierfabrik AG, am
9.4.1938 schließlich wie oben. Großaktionär war
ein Konsortium badisch-pfälzischer Papierfabri-
ken unter Führung der Firma Julius Glatz in Nei-
denfels, Pfalz. 1953 Übernahme durch die E. Holtz-
mann & Cie. AG. 1997 hat Enso Oyj (1998 zu Stora
Enso fusioniert) den mehrheitlichen Anteil der E.
Holtzmann & Cie. AG übernommen. Das Werk
Maxau produziert jährlich 700.000 Tonnen Papier.
Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit holländi-
schem Börsenstempel.
Nr. 317

Nr. 317 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Essener Steinkohlenbergwerke AG
5% Teilschuldv. 200 SFr., Nr. 9013
Essen, 1.3.1934 EF
Auflage 10.500 (R 9). Lochentwertet. Maße: 29,7 x Nr. 320
Nr. 322
21 cm. Doppelblatt.
Nr. 320 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 240,00 EUR
Nr. 322 Schätzpreis: 500,00 EUR
Eugen Hoffmann & Co. Startpreis: 200,00 EUR
Aussenhandels-AG Evangelisches Vereinshaus
Aktie 1.000 Mark, Nr. 13373 Namens-Actie 300 Mark, Nr. 28
München, 3.1.1923 EF Bielefeld, 23.6.1875 VF
Auflage 19.000 (R 9). Gründung 1922 zur Fort- Auflage 171 (R 10). Gegründet 1875 zum Bau und
führung des unter gleichem Namen bis dahin von Betrieb des Evangelischen Vereinshauses im
einer GmbH betriebenen Im- und Exportgeschäfts. Stadtzentrum von Bielefeld auf dem 2.044 qm
Vor allem wurde über die “Rogesa” AG in Bukarest großen Grundstück Bahnhofstr. 39. Noch vor der
der rumänische Markt mit deutschen Industrie- Jahrhundertwende wandelte sich das Unterneh-
Erzeugnissen beliefert, im Gegenzug wurden aus men zu einer rein weltlichen Gast- und Schank-
Rumänien Landesprodukte importiert. Auch im
Nr. 318
wirtschaft mit Hotelbetrieb (Hotel Vereinshaus),
Ungarn-Handel war die Ges. stark engagiert. Ab der Firmenzusatz “Evangelisch” fiel deshalb bald
1926 in Liquidation. Äußerst dekorativer pastell- nach der Gründung fort. In dem Gebäudekomplex
Nr. 318 Schätzpreis: 350,00 EUR farbiger Druck, zwei Vignetten mit Frachtdampfer war außerdem das große, 1935 noch auf 1.100 Sitz-
Startpreis: 175,00 EUR und Güterzug. Maße: 25,4 x 33,8 cm. plätze erweiterte “Universum”-Lichtspieltheater.
Etamine-Weberei AG 1937 Eröffnung des 220 Personen fassenden Spezi-
Nr. 321 Schätzpreis: 150,00 EUR alausschanks “Tucher-Stuben”, wofür die Nürn-
Aktie 100 RM, Nr. 16 Startpreis: 40,00 EUR berger Tucherbrauerei ein Darlehn gab. 1939
Thurm b. Glauchau, 11.3.1927 EF
Auflage 50 (R 10). Gegründet 1923 in Auerhammer
Europa-Haus Grundstücks-AG erwarb der Kaufmann Emil Schulte aus Bielefeld
fast alle Aktien. 1951 in eine GmbH umgewandelt.
b. Aue, Erzgebirge. 1927 Sitzverlegung nach Thurm Aktie 50 DM, Nr. 1009 Heute befindet sich auf dem Grundstück neben
bei Glauchau [Link]. Die AG hatte ein Monopol bei der Frankfurt a.M., September 1991 UNC/EF der Modefirma MM-fashion ein dm-drogeriemarkt
Herstellung von Madramé-Gewebe, da sie allein die Gegründet 1963 als GmbH, AG seit 1989, 1993 Ver- und eine Kaufhalle. Mit maschinenschriftlichem
dafür erforderlichen Webstuhlpatente besaß; sie legung des Firmensitzes von Frankfurt a.M. nach Vollzahlungs-Vermerk von 1905, kein RM-Umstel-
betrieb außerdem die Erzeugung von Etamine, Cro- Sinntal. Großaktionär: Westend Terrain und Betei- lungsstempel, 1933 auf 210 RM herabgesetzt.
chet und ähnlichen Stoffen sowie den Handel ligungsholding AG, Frankfurt a.M. (85%). Bekannte Lochentwertet. Maße: 34 x 21,2 cm. Von dieser
damit. Lochentwertet. Maße: 20,8 x 29,5 cm. Nur 4 Namen im Management, u.a. Peter Kronwald, Variante existieren nur 5 Stücke!
Stücke sind bis heute erhalten geblieben! Renate Fastnacht und Thomas H. Frank. Die

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Breslau, Nürnberg und Schneidemühl. Die Fabrik


in der Merseburger Str. 40 produzierte mit ca. 550
Beschäftigten Maschinen und Geräte für die Land-
wirtschaft, außerdem Betrieb einer Eisengiesse-
rei. Börsennotiert in Halle a.S. und Leipzig. Seit
1928 in Liquidation, 1929 Verkauf der gesamten
Fabrikanlagen in Halle und Ammendorf an die
Automobilfabrik Otto Kühn. Lochentwertet.
Maße: 37 x 24 cm. Unikat!

Nr. 323
Nr. 323 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 328
Startpreis: 80,00 EUR Nr. 328 Schätzpreis: 200,00 EUR
F. W. Strobel AG Startpreis: 80,00 EUR
Aktie 100 RM, Nr. 1020 Falk-Reklame AG
Grießbach, OT Wilischthal, 1.1.1929 EF Aktie 10.000 Mark, Nr. 266
Auflage 2.000 (R 10), kompletter Aktienneudruck Berlin, Oktober 1923 EF
nach Neustückelung des AK, nach Kapitalherab-
Auflage 300 (R 8). Gründung Januar/Februar 1923.
setzung 1934 Auflage noch 1950 mit Nennwert 20
Verlag und Vermittlung von Verkehrsreklame, Wer-
RM. Ausgesprochen traditionsreiche, bereits 1848
beberatung, Fahrscheinreklame, Reklamegraphik,
gegründete Firma mit einer Papierfabrik in Gries-
Anzeigengeschäft usw. Die Gesellschaft war
sbach und Holzschleifereien in Wolkenstein, Wie-
berechtigt, in die von Erich Falk in Berlin abge-
senthal und Scharfenstein. Hergestellt wurden
schlossenen Reklameverträge einzutreten. Loch-
Druck-, Streich- und Tapetenpapiere sowie Einla-
entwertet. Maße: 18,8 x 24,2 cm
gekartons. 1907 Umwandlung in eine AG mit Sitz
(bis 1923) in Chemnitz. Anfang 1935 kam der
Betrieb zum Erliegen, im März 1935 gerichtl. Ver-
gleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses,
ab Oktober 1935 in Liquidation. Maße: 21 x 29,7
cm. Nicht entwertet und mit kpl. Kuponbogen.

Nr. 326

Nr. 329
Nr. 329 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Faradit Rohr- und Walzwerk AG
Nr. 324 Aktie 100 RM, Nr. 1248
Chemnitz, 14.2.1934 EF
Nr. 324 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR Auflage 2.420 (R 9). Gründung 1912 als Faradit-Iso-
lierrohrwerk Max Haas AG, Chemnitz-Reichenhain.
F. W. Strobel AG Herstellung von Röhren, elektrotechnischen Instal-
Aktie 1.000 RM, Nr. 35 lationsmaterialien, Walzwerkerzeugnissen, ferner
Grießbach, OT Wilischthal, 1.1.1929 VF Maschinenbau. 1934 unter Führung eines neuen
Großaktionärs (Tüllfabrik Flöha AG) in die Auf-
Auflage 1.000 (R 10), kompletter Aktienneudruck
fanggesellschaft “Faradit-Rohr- und Walzwerk AG”
nach Neustückelung des AK, nach Kapitalherab-
überführt. 1951 verlagert nach Haltern in Westfa-
setzung 1934 Auflage noch 905 mit Nennwert 200
len, 1959 nach München, 1959 auf die Laupheimer
RM. Maße: 21 x 29,7 cm. Nicht entwertet und mit
Werkzeugfabrik GmbH, Laupheim, übergegangen,
kpl. Kuponbogen.
1991 Firma geschlossen. Maße: 21 x 29,7 cm. Nicht
entwertetes Stück in einem sehr guten Erhaltungs-
Nr. 327
Nr. 325 Schätzpreis: 150,00 EUR zustand!
Startpreis: 60,00 EUR
Fabrik für landwirtschaftliche Nr. 327 Schätzpreis: 500,00 EUR
Maschinen AG Startpreis: 120,00 EUR
Aktie 500 Franz. Franken, Nr. 25 Fabrik landwirtschaftlicher
Homburg (Saar), 5.2.1924 EF/VF Maschinen F. Zimmermann & Co. AG
(R 10) Die Gesellschaft befand sich 1931 in Liqui-
dation und ist 1936 erloschen. Maße: 29 x 22,8 cm.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 15687
Mit beiliegendem Kuponbogen (nur ein Kupon Halle a.S., 27.2.1923 VF+
wurde abgetrennt). Auflage 20.000 (R 10). Gegründet 1894 zur Über-
nahme und Weiterführung der KG F. Zimmermann
Nr. 326 Schätzpreis: 600,00 EUR & Co. mit Zweigniederlassungen auch in Berlin,
Startpreis: 275,00 EUR Breslau, Nürnberg und Schneidemühl. Die Fabrik
in der Merseburger Str. 40 produzierte mit ca. 550
Fabrik landwirtschaftlicher Beschäftigten Maschinen und Geräte für die Land-
Maschinen F. Zimmermann & Co. AG wirtschaft, außerdem Betrieb einer Eisengiesse-
rei. Börsennotiert in Halle a.S. und Leipzig. Seit Bonn, Schloß Kommende Ramersdorf, 1987
Aktie 1.000 Mark, Nr. 6596
1928 in Liquidation, 1929 Verkauf der gesamten Auktionshaus Vladimir Gutowski
Halle a.S., 16.3.1921 VF
Fabrikanlagen in Halle und Ammendorf an die
Auflage 3.600. (R 12) Gegründet 1894 zur Über- Automobilfabrik Otto Kühn. Maße: 36 x 24,3 cm. seit 1986 ununterbrochen
nahme und Weiterführung der KG F. Zimmermann
& Co. mit Zweigniederlassungen auch in Berlin,
Nicht entwertet und mit Restkupons! im Dienste des Sammlers !

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und Drehstiftfabrik bei der Hans Fischer GmbH,


Werk Nürnberg. Schließlich 1922/23 Übernahme
der Füllfederhalterfabrik Jean Walterscheid & Co.
GmbH in Bonn und Einrichtung einer Filiale auch
in Frankfurt a.M. Börsennotiz: Freiverkehr Chem-
nitz. 1926/27 Zwangsvergleich und Änderung des
Geschäftszwecks, nunmehr Textilgroßhandel. Seit
1929 Tochtergesellschaft der Unitas Wirkwaren-
Ges. mbH in Chemnitz. 1937 Umwandlung in die
KG Perl & Co. vorm. Fischer-Werke. Maße: 33,7 x
24,7 cm. Prägesiegel lochentwertet. Nur 3 Stücke
sind bis heute erhalten geblieben!

Nr. 332
Nr. 332 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Felten & Guilleaume Carlswerk AG
Actie 1.000 Mark, Nr. 34762
Mühlheim am Rhein, 1.1.1901 EF/VF
Auflage 6.000. Ursprüngliche Gründung 1826 in
Köln als Hanfseilerei. 1873 wurde für die Herstel-
lung von Draht, Drahtseilen und Kabeln in Mül-
heim am Rhein eine Niederlassung errichtet. Die-

Nr. 334
ses Zweigwerk wurde 1899 in einer AG verselbst-
ändigt. 1905 Angliederung der Frankfurter Maschi-
nenfabrik der “Elektrizitäts-AG vorm. W. Lahmeyer
& Co.” und zwischenzeitliche Umfirmierung in Nr. 334 Schätzpreis: 350,00 EUR
“Felten & Guilleaume-Lahmeyerwerke AG”. Bereits Startpreis: 150,00 EUR
Nr. 330
1910 wurde dieses Werk wieder abgestoßen und Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft
die alte Firmenbezeichnung wieder angenommen.
Großaktionär war lange Zeit der Luxemburger
Aktie 600 DM, Nr. 61
Nr. 330 Schätzpreis: 300,00 EUR Flensburg, 31.7.1951 EF
Arbed-Konzern. 1979 erwarb der Philips-Konzern
Startpreis: 125,00 EUR die Mehrheit und firmierte das Unternehmen in Auflage 4.400 (R 10). Gründung 1872. Das Werft-
Fawag Fahrrad-Werk-AG PKI Philips Kommunikations Industrie AG um. gelände befand sich unmittelbar an der für große
Aktie 10.000 Mark, Nr. 1660 Unter dem alten Namen wurde für das ursprüngli- Seeschiffe erreichbaren Flensburger Förde.
che Geschäft die Felten & Guilleaume Energie- Gebaut wurden Motor- und Dampfschiffe bis
Pößneck, August 1923 EF 50.000 tdw. Ab 1965 außerdem Reparaturbetrieb
technik AG 1986 aus der PKI herausgelöst und an
Gründeraktie, Auflage 30.000 (R 10). Fabrikation die Börse gebracht. Mit Originalunterschriften. für Kettenfahrzeuge (1967 in die Fahrzeugwerke
und Handel von Fahrrädern, Motorrädern und Maße: 26,5 x 38 cm. Prägesiegel lochentwertet. Nord, ein Gemeinschaftsunternehmen mit MAN,
Kraftfahrzeugen. Schon 1924 in Konkurs gegan- Wichtiger und sehr dekorativer Industrie-Wert! eingebracht). Erst in den 1970er Jahren als AG ein
gen. Ein Konsortium Berliner und Hamburger Opfer der Werften-Krise geworden, der Betrieb
Industrieller gründete anschließend eine GmbH selbst wurde in einer Auffanggesellschaft fortge-
als Auffanggesellschaft. Maße: 25,8 x 16,2 cm. Mit führt. Maße: 21 x 29,8 cm.
kpl. anh. Kupons.

Nr. 335
Nr. 331
Nr. 335 Schätzpreis: 250,00 EUR
Nr. 331 Schätzpreis: 100,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft
Feldmühle Nobel AG
Aktie 100 DM, Nr. 2711
Aktie 50 DM, Probedruck Flensburg, August 1959 EF
Düsseldorf, April 1986 EF Auflage 6.900 (R 8). Maße: 21 x 29,6 cm.
Nullgeziffertes Muster (R 10). Die Gesellschaft
wurde 1977 durch Umwandlung der VG-Verwal-
Nr. 333 Nr. 336 Schätzpreis: 400,00 EUR
tungsgesellschaft für industrielle Unternehmun-
gen Friedrich Flick GmbH auf die Friedrich Flick Startpreis: 150,00 EUR
Industrieverwaltung KGaA gegründet. 1985 nach Nr. 333 Schätzpreis: 500,00 EUR Flugplatz-Verkehr AG
Eigentümerwechsel Umfirmierung in Feldmühle Startpreis: 200,00 EUR Aktie 1.000 RM, Nr. 641
Nobel AG. Das Unternehmen fungierte als kon-
zernführende Holding, u.a. der Feldmühle AG
Fischer-Werke AG Gera, 1.6.1928 (überstempelt: 10.4.1929) EF
(einer der bedeutendsten Produzenten von Papie- Aktie 1.000 Mark, Nr. 9746 Auflage 100 (R 7). Gründung 1926. 1938 Umfirmie-
ren und Kartonnagen), Dynamit Nobel AG, Bude- Chemnitz, 25.9.1921 VF+ rung in “Flughafen Gera AG”. Die von örtlichen
rus AG und der Edelstahlwerke Buderus AG. Unternehmern und Politikern gegründete Gesell-
Gründeraktie, Auflage 12.000 (R 10). Gegründet schaft bezweckte die Eingliederung Ostthüringens
Maße: 21 x 29,7 cm. Muster-perforiert, mit Kupon- 1921 zwecks Übernahme von Beteiligungen bei
bogen. in den deutschen und internationalen Flugver-
den Firmen Martin & Fischer sowie Oskar Fischer kehr. 1934 wurde der alte, auf der Aktie abgebilde-
in Chemnitz und Hans Fischer in Dresden. Die te Flugplatz, von der neugebauten Reichsauto-
Fischer-Unternehmen fabrizierten Federhalter, bahn durchschnitten und durfte nicht mehr ange-
Kataloggebühr 10,- Euro Drehstifte und Geschenkbücher. 1922 Anschluß flogen werden. Die Flugzeughalle wurde deshalb
der Lederwarenfabrik Franz Hartung GmbH in verkauft, die Empfangshalle vermietet. Die Schaf-
inklusive Ergebnisliste Offenbach sowie Angliederung einer Federhalter- fung einer neuen Anlage fiel den Kriegsereignissen

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zum Opfer. 1954 Bau des Flugplatzes Gera-Leum- Nr. 337 Schätzpreis: 250,00 EUR mit Privilegium, Privatbanknoten auszugeben)
nitz, der ausschließlich als Segelflugplatz genutzt Startpreis: 45,00 EUR erfolgte 1854. Zu den Gründern zählten die Bank-
wurde. 1991 Gründung der FGG - Flugbetriebsge- häuser Gebrüder Bethmann, Grunelius & Co.,
sellschaft Gera mbH, 1999 eingegliedert in die Hol-
Fortunabetten-Fabrik-AG Rothschild & Söhne sowie die Frankfurter Ver-
ding der Stadtwerke Gera AG. Sehr interessanter Aktie 1.000 RM, Nr. 6059 einskasse. 1970 erfolgte die Fusion mit der “Berli-
deutscher Luftfahrt-Wert. Große fotografische Remse (Mulde), 14.4.1928 EF ner Handelsgesellschaft” zur BHF-Bank, das war
Abb. des Flughafens. Lochentwertet. Maße: 29,8 x Auflage 100 (R 10). Gründung 1923, Sitz ab 1939 in bis dahin der größte Bankenzusammenschluß der
21 cm. Oberer Rand links mit ganz leichter Rost- Waldenburg (Sachsen). Herstellung und Verkauf deutschen Nachkriegsgeschichte. 1998/99 Über-
spur von einer Büroklammer. von Eisen- und Holzmöbeln, Reformbettgestellen, nahme durch die niederländische ING-Gruppe.
Matratzen, Polsterauflagen und Steppdecken. 2005 Übernahme durch Sal. Oppenheim und Wei-
Maße: 22,2 x 30,4 cm. terführung als “BHF-Bank - Privat seit 1854”. Seit
Sal. Oppenheim 2010 von der Deutschen Bank auf-
Nr. 338 Schätzpreis: 150,00 EUR gefangen wurde sucht der neue Eigentümer für die
BHF-Bank schon wieder einen Käufer. Faksimile
Startpreis: 60,00 EUR
Frhr. von Bethmann als AR-Vorsitzender. Maße: 21
Fr. Burberg & Co. AG x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Aktie 1.000 RM, Nr. 1284
Mettmann, Oktober 1928 EF+
Auflage 300 (R 7). Gründung 1920 zur Fortführung
des seit 1880 bestehenden Burberg’schen
Fabrikunternehmens (Schwarzbachstr. 21). Herge-
stellt wurden Bestecke aller Art, Spezialität waren
rostfreie und versilberte Bestecke. 1960 in eine
GmbH umgewandelt. Lochentwertet. Maße: 20,8 x
29,6 cm.

Nr. 339 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 200,00 EUR
Fränkische Licht-
Nr. 341
und Kraftversorgung AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 479
Bamberg, 1.5.1928 EF
Auflage 500 (R 9). Gründung 1923 zur Übernahme
der gesamten (vorher der AG für Licht- und Kraft-
Nr. 336
versorgung Dresden/München gehörigen) Versor-
gungsanlagen des Überlandwerkes Bayerisches
Vogtland innerhalb der Bezirksämter Naila und
Münchberg. 1993 Umfirmierung in Frankenluk AG.
Großaktionär war jahrzehntelang mit zuletzt
99,21% die GAH Anlagentechnik AG in Heidelberg.
2004 in der [Link] Bayern aufgegangen. Lochent-
wertet. Maße: 21 x 29,5 cm.

Nr. 342

Nr. 342 Schätzpreis: 125,00 EUR


Startpreis: 10,00 EUR
Frankfurter Bank
Nr. 337 Aktie 100 RM, Nr. 19241
Frankfurt am Main, Dezember 1937 EF
Ausgegeben zum Umtausch der 20-RM-Aktien von
1932, Auflage 1.000. Faksimile Frhr. von Bethmann

Nr. 340
als AR-Vorsitzender. Maße: 21,2 x 29,8 cm. Präge-
siegel lochentwertet.

Nr. 340 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 35,00 EUR
Francke Werke AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 3844
Bremen, August 1942 EF/VF
Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1872 durch Carl
Francke. Hergestellt wurden Maschinen, Appara-
te, Gasbehälter, Großtankanlagen, Transportanla-
Nr. 338 gen, Hebezeuge, Einrichtungen für Gaswerke, che-
mische Fabriken und die Mineralöl- und Fettindu-
strie, außerdem Projektierung von Gas- und Was-
serwerken, Kanalisations- und Kläranlagen sowie
Instandsetzung von Lokomotivkesseln. Umgewan-
delt 1921 in eine KGaA, 1925 in eine AG. In der Spit-
ze beschäftigten die Francke-Werke fast 2.000
Leute. 1955 Konkurs. Maße: 21 x 29,8 cm. Nicht
entwertet und mit Lieferbarkeitsbescheinigung.

Nr. 341 Schätzpreis: 125,00 EUR


Startpreis: 10,00 EUR
Frankfurter Bank
Aktie 100 RM, Nr. 15026
Frankfurt am Main, November 1932 EF
Nr. 339
Auflage 9.000. Die Gründung der Frankfurter Bank Nr. 343
(als Notenbank der Freien Reichsstadt Frankfurt

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Nr. 343 Schätzpreis: 500,00 EUR Nr. 347 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 240,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR
Frankfurter Brauhaus eGmbH Freie und Hansestadt Hamburg
Geschäftsanteil-Schein 130 RM, Nr. 916 3,5% Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 6844
Frankfurt am Main, 28.1.1936 EF/VF Januar 1893 VF
(R 8) Gegründet 1923 als Genossenschaft, im glei- (R 9) Dekorativ gestaltet. Maße: 34,5 x 24 cm.
chen Jahr in eine AG umgewandelt, später wieder
in eine eGmbH zurückgewandelt, 1942 als GmbH Nr. 348 Schätzpreis: 400,00 EUR
unter Beteiligung der Dortmunder Union-Brauerei Startpreis: 75,00 EUR
AG erscheinend. Die Brauereiniederlage, zuletzt in
der Hanauer Landstraße ansässig, wurde 1987 Freie und Hansestadt Hamburg
geschlossen. Datum maschinenschriftlich, Ori- 3,5% Schuldv. 5.000 Mark, Nr. 764
ginalunterschriften. Lochentwertet. Maße: 29,3 Januar 1893 VF
mx 20,9 cm. Insgesamt nur 13 Stücke mit unter- (R 10) Maße: 34,6 x 24 cm.
schiedlichen Ausgabedaten zwischen 1936 und
1943 sind bis heute erhalten geblieben.

Nr. 346
Nr. 346 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg
3,5% Schuldv. 5.000 Mark, Nr. 1238
April 1891 VF
Nr. 344 (R 10) Teil einer Anleihe über 50 Mio. Mark. Maße:
34,7 x 24 cm. Mit Kupons.
Nr. 344 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR
Franz Seiffert & Co. AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 763
Berlin, Mai 1935 EF
Auflage 1.100 (R 10). Gegründet 1905 unter Über-

Nr. 349
nahme der seit 1893 bestehenden Firma Franz
Seiffert & Co. OHG. Herstellung und Vertrieb von
Rohrleitungen, Armaturen, Apparaten und Anla-
gen der Eisenverarbeitung. Mehrheitsaktionär Nr. 349 Schätzpreis: 150,00 EUR
(1943): Mannesmannröhren-Werke, Düsseldorf. Startpreis: 40,00 EUR
1953 verlagert nach Bochum, 1953 verschmolzen Freie und Hansestadt Hamburg
mit der Seiffert-Werk GmbH, Bochum zur Franz
Seiffert & Co. AG, 1956 verlagert nach Berlin, ab 3,5% Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 3186
1964 GmbH, zugehörig zur Mannesmann-Gruppe. Februar 1899 EF/VF
1997 ausgegliedert als FINOW Rohrleitungssy- (R 8) Teil einer Hamburgischen Staatsanleihe von
stem- und Apparatebau Serviceleistungs GmbH, 1899 über 40 Mio. Mark. Mit Faksimile-Unterschrif-
Eberswalde. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel loch- ten Mönckeberg, Otto E. Westphal und Wappen.
entwertet. Nur 5 Stücke sind bis heute erhalten Maße: 34,5 x 24,1 cm. Mit Kupons ab 1923.
geblieben!

Nr. 347

Nr. 350

Nr. 350 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Freien Grunder-Eisenbahn-AG
Aktie 300 DM, Nr. 2202
Nr. 345 Siegen, Oktober 1950 EF+
Nr. 345 Schätzpreis: 1200,00 EUR Auflage 2.700 (R 8). Gründung 1904. Normalspuri-
Startpreis: 75,00 EUR ge 8,2 km lange Bahn Herdorf-Unterwilden mit 5,5
km Anschlußgleisen zu den Gruben der Gewerk-
Freie Hansestadt Bremen schaften Pfannenberger Einigkeit und Bautenberg.
3,5% Schuldv. Lit. D 500 Mark, Nr. 2779 Ab 1949 Betriebsführung durch die Siegener Kreis-
1.11.1895 EF/VF bahn GmbH. 1965 in eine GmbH umgewandelt.
(R 9) Maße: 32 x 22,6 cm. Mit restlichem Kupon- Maße: 21 x 29,8 cm. Mit kpl. Kuponbogen. Die

Nr. 348
bogen von 1913. Seit Jahren nicht mehr angebo- wenigen bekannten Stücke kamen schon vor fast
ten! 20 Jahren in den Markt, danach nie wieder neu
aufgetaucht.

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Auktionshaus Gutowski • 55. Auktion Historischer Wertpapiere am 27. Januar 2014

Untermain zugesprochen. Teil einer von der Direc-


tion der Disconto-Gesellschaft vermittelten Anlei-
he von 1 Mio. Mark, sichergestellt durch Abtre-
tung der Renten-Ansprüche, die dem Fürstlichen
Hause nach dem Reichs-Deputations-Haupt-
schlusse vom 25.2.1803 aufgrund der Ablösung
des vormals Würzburgischen Amtes Homburg am
Main von der Kgl. Bayerischen Staatskasse
zustünden. Maße: 37,1 x 24,9 cm. Originalsignatu-
ren. Doppelblatt, inwendig Anleihebedingungen.

Nr. 353
Nr. 353 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Friedrichsfelde-Lichtenberg
Nr. 351 Terrain-AG
Nr. 351 Schätzpreis: 500,00 EUR Aktie 2.000 Mark, Nr. 1350
Startpreis: 200,00 EUR Berlin, April 1918 EF/VF
Freistaat Anhalt (R 8) Gegründet 1909 zur Parzellierung der vom A.
Schaafhausen’schen Bankverein in Köln einge-
8% Schuldv. Lit. A 50.000 RM, Nr. 2 brachten Grundstücke in den Berliner Stadtteilen
Dessau, 15.5.1928 EF/VF Friedrichsfelde und Lichtenberg. Maße: 34,6 x 24
Auflage 14 (R 12). Aus dem Herzogtum Anhalt cm. Mit Lieferbarkeitsbescheinigung.
wurde am 12.11.1918 eine Republik, nachdem der
Druck der Straße Prinzregent Aribert gezwungen

Nr. 355
hatte, im Namen des noch minderjährigen Her-
zogs Joachim Ernst von Anhalt und der gesamten
anhaltischen Fürstenfamilie auf den Thron zu ver-
zichten. Der Freistaat An