Epochen - Deutsche Literatur
Epochen - Deutsche Literatur
(innerhalb der großen – d.h. fettgedruckten – Epochen sind die Entwicklungen und Kennzeichen sowie Datierungen fließend!)
althoch- 750 – 1050 Lehre und Missionarsgeist der Kirche Der Heliand
deutsche Übersetzung lateinischer Psalmen und Gebete
Dichtung
altgermanische Zaubersprüche, Heldendichtungen Merseburger
in Stabreimen; althochdeutsch = versch. Sprachen Zaubersprüche
Stadt- 1300 – 1470 Höhepunkt geistlicher Literatur: Mystik; derb Meister Eckhard
bürgertum
Literatur von Adel zu Stadtbürgertum: Meistersang
der Zünfte, Volkslieder; Theater: Drama, Satire…
Barock 1600 – 1720 Dreißigjähriger Krieg, Hexenverfolgung, Elend der Martin Opitz:
Bevölkerung im Gegensatz zu Absolutismus Buch von der
prunkvoll, repräsentativ; höfisch-pathetisch Teutschen
Poeterey
Dualismus: Todesangst & Lebenslust zugleich;
irdisches Leben nutzlos & einziger Sinn des
Lebens in der Hinwendung zum Jenseits Shakespeare:
Romeo & Julia
Dichtung: virtuose Kunstfertigkeit und als
humanistisch - gebildet verstanden:
soll erfreuen, lehren und zu etwas bewegen! Hans Jakob
Christoffel von
Bildlichkeit: Allegorie; Wiederholung ähnlicher
Grimmelshausen:
Motive; Vielfalt der Klang/Wortfiguren als
Der
Schmuckelemente; Antithetik und Hyperbolik
abentheuerliche
Fremdwörtersucht; Sonett, Lyrik, Poethik, Roman Simplicissimus
Aufklärung 1700 – 1800 Empirismus und Rationalismus mit Ziel Vernunft Kant
und Tugend; angeborene Humanität; Wissen ist
Voltaire
Macht; ich denke, also bin ich; geistige Freiheit…
nüchtern, trocken Kunst wird menschlicher, d.h.
zugänglicher aber auch anspruchsloser;
Heldentum wird relativiert
Lehrdichtung, Fabeln, Parabeln, Essays, Dialoge, Gotthold Ephraim
Gespräche, Dramen, Bildungsromane & Lessing:
Abhandlungen sollen den bürgerlichen Nathan der Weise
Leser/Theaterbesucher aufklären
Sturm und 1765 – 1789 statt vernünftiger nun natürlicher und unverbildeter Friedrich Schiller:
Drang Mensch mit seiner Individualität & Ich-Bewusstsein Kabale und Liebe
trotzdem Weiterentwicklung der Aufklärung:
schrankenlose Selbstentfaltung (das Genie schafft
sich seine eigenen künstlerischen Normen) Johann Wolfgang
Goethe:
pathetisch, formlos; freiheitlich revolutionär;
Willkommen und
kraftgenialisch, schwärmerisch; wieder
Abschied,
Spontaneität des produktiven Künstlers
Urfaust,
Erlebnislyrik; Briefromane (Die Leiden des jungen Die Leiden des
Werther); Ballade, Ode, Hymne, Drama; jungen Werther
Epoche Zeit Erläuterung: Hintergrund, Merkmale, Stil… Vertreter, Werke
Weimarer 1786 – 1832 bezeichnend für antike Kunstideale kultureller Johann Wolfgang
Klassik Höhepunkt (in Deutschland mit der Weimarer K.) Goethe:
Faust,
allseitig gebildeter Mensch Humanität, Aus-
Iphigenie auf
gleich und Maß: Harmonie von Geist und Körper
Tauris
Mensch vermag Handeln aus freiem Willen heraus
gestalten & Triebe und Neigungen unterdrücken
ausgeglichen: statt grenzenlos selbst entfalten, in
Maßen; unabhängiges Moralgesetz
Wirklichkeit nicht naturalistisch wiedergegeben, Friedrich Schiller:
sondern von umgangssprachlichen, dialektalen, Maria Stuart,
individuellen und ironischen Ausdrücken gefiltert Wilhelm Tell
edel, ausgewogen; Lied, Ballade, Gedankenlyrik,
Drama; antiker Form sich nähernd, formstreng
Drama in geschlossener Form und Blankvers
Symbolismus Spiel mit dem Wort: zweckfreie Darstellung, weder Thomas Mann:
in Bezug zu objekt. Realität noch subjektivem Ich Die Buddenbrooks
Literatur der 1919 – 1933 zunächst expressionistisch (siehe oben)… eine Kurt Tucholsky:
Weimarer Vielzahl konkurrierender Stile und lit. Ansätze Deutschland,
Republik Deutschland über
geprägt durch: Reaktion auf den Krieg; Gefühl des
alles
Bruches mit verlorenen/überholten Traditionen;
Hinwendung zu Problemen der „kleinen Leute“
sowie dem Bemühen, den Übergang in einer neue
Hans Fallada:
Zeit zu artikulieren
Kleiner Mann –
Neue Sachlichkeit: Abwendung vom Emotionalen, was nun?
nüchterne und distanziert-kritische Betrachtungen
will Menschen an realistischer Literatur beteiligen
Carl Zuckermayer:
Reportage, Bericht, Glosse, Satire; Kabarett:
Der Hautmann von
Sketche; Lyrik: Bänkelsang, Moritat, Ballade,
Köpenick
Song; Montageroman
Theater: politisch-dokumentarische Dramaturgie;
soll Menschen bewegen: Stätte der Erkenntnis Thomas Mann:
episches Theater (Lehrstück); Total- & Antitheater Zauberberg
Wirtschafts- 50er, 60er Schriftsteller als kritische Beobachter und Mahner Ingeborg
wunder verstanden, da politische Kritiklosigkeit; im Bachmann
Theater bevorzugt franz./brit./amerik. Werke
Friedrich
Sinnfrage (Kalter Krieg): Tragikomödie (Physiker) Dürrenmatt:
Die Physiker,
Existenzialismus: Dasein ist absurd; Ich wird nicht
Der Richter und
mehr von einheitlicher Idee außerhalb gelenkt
sein Henker
Epoche Zeit Erläuterung: Hintergrund, Merkmale, Stil… Vertreter, Werke
Wirtschafts- 50er, 60er durch Romane von Grass, Böll etc. gewinnt dt. Günter Grass:
wunder Literatur Anschluss an Weltliteratur: Die Blechtrommel
(Fortsetzung)
distanzierte & skeptische Sichtweise;
Max Frisch:
Modelle humaner Verhaltensweisen
Homo Faber,
der Außenseiter wird Leitfigur Andorra
Literatur 1950 – 1990 Literatur: Instrument zum Aufbau des Sozialismus Ulrich Plenzdorf:
der DDR Sozialistischer Realismus: Instrumentalisierung Die neuen Leiden
des Realismus für sozialistische Zwecke des jungen W.
Schönfärberische Preislyrik auf Lenin und Stalin Christa Wolf:
sowie die Ideal des Arbeiter- und Bauernstaats Kassandra
einseitig-polemische Agitation gegenüber BRD Stefan Heym:
Auf Sand gebaut
thematisch ist die kritisch-konsequente Aus-
einandersetzung mit dem Faschismus bedeutend Reiner Kunze:
Die wunderbaren
Autoren: einerseits Bekennung zu sozialistischen
Jahre
Zielen, andererseits Humanisierung und Demo-
kratisierung bestimmter Zusammenhänge in DDR Bertolt Brecht:
Gefahr der Zensur, Gefängnis, Ausbürgerung… Buckower Elegien
Gegenwarts- ab 1990 Literatur zur Wiedervereinigung; oft verknüpft mit Bernhard Schlink:
literatur historischen Erinnerungen; Migrantenliteratur; Der Vorleser
Vielfalt an Schreibstilen und literarischen Formen,
Günter Grass:
sprachlicher Facettenreichtum;
Ein weites Feld,
Generationenwechsel: Abschied von Bezug des Mein Jahrhundert
Dichters in Vergangenheit; Kritik an Entwicklungen
Christa Wolf:
voriger Generationen: Sprache darf keine Funktion
Was bleibt
übernehmen, kann so nicht funktionalisiert werden
Renan Demirkan:
geprägt durch: Arbeitslosigkeit, Identitätskonflikte,
Schwarzer Tee mit
Verhalten gegenüber Ausländern, Ost-West-
drei Stück Zucker
Irritationen, neue Hauptstadt, Multimedia