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Simon Kilikien

Das Dokument diskutiert die griechische Präsenz in Kilikien während der Eisenzeit. Es untersucht Beweise für griechische Herrscher in der Region und argumentiert, dass griechische Einwanderer aus Zypern nach Kilikien kamen. Das Dokument analysiert auch den Gebrauch der phönizischen Sprache in Kilikien und die möglichen Gründe dafür.

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Simon Kilikien

Das Dokument diskutiert die griechische Präsenz in Kilikien während der Eisenzeit. Es untersucht Beweise für griechische Herrscher in der Region und argumentiert, dass griechische Einwanderer aus Zypern nach Kilikien kamen. Das Dokument analysiert auch den Gebrauch der phönizischen Sprache in Kilikien und die möglichen Gründe dafür.

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Vlker und Sprachen

Mnchen, 21. November 2015.

Zsolt Simon (zsltsimon@[Link])


Institut fr Assyriologie und Hethitologie, LMU

Die Griechen und das Phnizische in Kilikien: die zyprische Verbindung


1. Griechen in Hiyawa: jngst Yakubovich 2015b: 36-39:
1.

Hiyawa Name des Staates < Ahhiyawa die hethitische Bezeichnung der Griechen

2.

griechische Herrschernamen in Hiyawa: warikus <-wa/i+ra/i-ku-> & Warikas <wa/i+ra/i-i-ka-> =


/Awarkas/ & /Wraykas/ = gr. & Wroikos (seit Krahmalkov 2000: 38-39 bzw. Lipiski 2004: 121-122)

3.

Der Begrnder der Herrscherdynastie, Mopsos: griechischer Name

4.

Griechischer Beiname der Hauptgottheit in der phnizischen Fassung der KARATEPE-Inschrift: KRNTRY =
*koryntrios korynts Mann mit Keule (Schmitz 2009b)

Zum Punkt 1.: nicht mglich: keine Aphrese im Luwischen (Gander 2010: 51-53, 2012: 282-290; Simon 2011: 259-260)
Oreshko 2013: Ahhiyawa ist in KARATEPE belegt (gefolgt von Yakubovich 2015a, 2015b: 39):

hier.-luw. Zeichen *306 <h> als <hiya>: keine zwingenden Argumente (Simon im Druck);

*429 als die Fortsetzung von *306: graphisch nicht mglich (Woudhuizen 2014: 114; Hawkins 2015: 54; Simon
im Druck)

=> -*429-wa/i- in der KARATEPE-Inschrift als Ahhiyawa: nicht mglich;

-*429-wa/i- muss nach 37 -TANA-wa/i- sein: dieser Satz beschreibt den Staat als die Hauptstadt und ihr
Land: -*429-wa/i-s(URBS) mit einem Adjektiv adanawazza/i- (Simon im Druck; hnlich Hawkins 2015: 55)

Hawkins 2015: 54: The *429 (URBS/REGIO) put me to the stick and I overcame, I turned to / routed the land
hi-ya-wa/i-ha(REGIO) (ARSUZ 1 & 2, 11-13): it would be difficult to read sign *429 as a logogram
Hiya(wa), then followed by also Hiyawa (phonetic), though no doubt Oreshko would try (sic) (~Yakubovich
2015a: 56) warum nicht?
Oreshko 2015: ARSUZ 2 h[i-ya-wa/i-s]a, *429 = Hiyawa- *429 (verm. Adana): URBS, h[i-ya-wa/i-s]a:
REGIO

Zum Punkt 2.:


abgelehnt von Hawkins 2013: 16 und Novk 2010: 407-408, beide ohne Begrndung, daher wertlos
Euarchos Awarkas (vgl. Wroykos > Wraykas, Simon 2014: 93-95), ist warikus Luwisch? (vgl. Simon demnchst).
Zum Punkt 4.:
unbelegtes griechisches Wort (Lawson Younger 2009: 16): aber regelmig (Yakubovich 2015: 39)
die Statue der Gottheit in Karatepe zeigt keine schlagende Position zeigt ist es ntig?
Vgl. noch:

5. Herodot VII.91: die Kilikier hieen frher Hypachaioi;


6. eventuell griechische Namen auf der 7. Tafel aus Tarsus (Schmitz 2009a, z. B. Ipparunate / Hipparonats,

zwischen 708-658; bzw. auf einem Siegel aus Karaman (Lipiski 2004: 121: rkby Archibios).
griech. Herrschernamen (Mopsos, Wraykas), Hypachaioi, griech. Personennamen (+ ?Beiname) => Griechen in
Hiyawa
aber wann und woher sind diese Griechen angekommen?

2. Ahhiyawa-Griechen unter der Fhrung von Mopsos? jngst Yakubovich 2015: 36-39, vgl. noch:
1. 12.-11. Jh., LHIIIC-Keramik: die Mehrheit der dekorierten Keramik in Kilikien, s. auch die Amuq-Ebene und bei den
Philistern (Lehmann 2007: 512) beweist an sich selbst nichts, bemerkenswerter Parallellismus zwischen der Geographie
der Eindringlinge und der Verbreitung dieser Keramik;
2. Der phnizische Name der Bevlkerung, DNNYM ~ Danaoi / Denyen (Seevlker)? Danaoi, Danna (Simon im
Druck)

helfen nicht, weil die Sprache(n) der Ankmmlinge unbekannt ist/sind

bestenfalls gische Einwanderung, sprachliche Zugehrigkeit weitgehend unklar;

3. Griechen aus Zypern?

griechische Namen in der Herrscherdynastie seit der Mitte des 8. Jh. belegt (vgl. die chronologische bersicht in

Simon 2014: 101)

Gro-Hiyawa: KAI 24, Inschrift Kilamuwas, Herrscher von Samal (c. 840-810): das Phnizische auch in Samal

(Lemaire 1991: 137, 2001: 189) => vor der Mitte des 9. Jh.
die Ankunft der Griechen: sptestens 900-850 => gis / Pamphylien / Zypern Pamphylien: vermutlich ein Teil
von Gro-Hiyawa (mit Mopsos verbundene Grndungslegenden einiger lokalen Stdte (z. B. Perge, Aspendos <
Azatiwadiya)

Verbindungen mit Zypern:

1. Wraykas: typisch zyprisch-griechischer Knigsname (Wo-ro-i-ko /Wroykos/, klass. Rhoikos, Knige von Amathus in
Zypern aus den 5-4. Jh. [460-450 bzw. c. 391 /360-351, Egetmeyer 2010, 41 mit Lit.])
2. Ausgehend von der Keramik knnte man fast von einer koin zwischen dem Ebenen Kilikien und Zypern sprechen
(Novk 2010: 408, vgl. auch Lehmann 2008: 143-156, 161)
3. eine kypro-griechische Inschrift aus Kilikien, aus der zweiten Hlfte des 8. Jh. (Egetmeyer 2001; Casabonne Egetmeyer
2002); eine kypro-minoische Inschrift aus Kilise Tepe aus dem 8. Jh. (Egetmeyer Steele 2010)
4. DNNYM von Kilikien ~ der Name Zyperns in den neuassyrischen Quellen (Bagg 2007: 121-122): Adnana / Yadnana /
Yadanana: Zusammenhang angenommen seit dem Anfang der Forschung, aber Grund unbekannt
=> aus Zypern nach Kilikien einwandernde Griechen

4. Korollar: der Gebrauch des Phnizischen in Hiyawa und die Griechen

Phnizisch in Hiyawa: warum? Genannte Grnde: die Verbeugung gegenber dem Bundesgenossen, die

bernahme von Gottheiten, Akkulturation aus wirtschaftlichen Grnden (alle Rllig 2004: 212); Prestigesprache bzw.
lingua franca, einfacheres bzw. entwickelteres Schriftsystem (Payne 2006; Lehmann 2008: 162); nicht-luwische Sprache
(Yakubovich 2015b: 48-50) Simon 2015

zyprische Griechen sptestens um 900-850: noch schriftlos: die kypro-minoische Schrift nach 1000 nicht mehr

benutzt (Steele 2013; Egetmeyer 2014: 105-106) & vor 750 keine kypro-griechische Inschriften (Egetmeyer 2010: 30)

Opheltau-Inschrift (HoChyMin ##170 Palaiopaphos: o-pe-le-ta-u, Gen., Arkado-Kypriotisch), um 1050-950, noch

in kypro-minoischer Schrift => Periode des Experimentierens (Egetmeyer 2013; Steele 2013: 90-97)

Zypern: vielsprachige Insel (zumindest Eteokyprisch, Golgisch [Egetmeyer 2012], Griechisch und Phnizisch),

inselbergreifend nur die Griechen und die Phnizier

im Norden Zyperns Region mit griechischer Bevlkerung unter phnizischer Administration, bilinguale

Inschriften seit dem 7. Jh.


=> die zyprischen Griechen kannten die Phnizier und das Phnizische

5. Fazit

die unter Mopsos in Hiyawa einwandernden Ahhiyawa-Griechen nach dem Zusammenbruch des hethitischen

Reiches: bestenfalls gische Einwanderer, ohne gesicherte sprachliche Zugehrigkeit

Hypothese einer griechischen Einwanderung aus Zypern nach Hiyawa sptestens in der ersten Hlfte des 9. Jh.:

erklrt viele Umstnde: der zyprische Herrschername in Hiyawa, die materielle Koine beider Regionen, die praktisch
identischen Benennungen beider Vlkerschaften (und ggf. den Gebrauch des Phnizischen in Hiyawa)
Ausgewhlte Literatur
Bagg, Ariel M. (2007): Die Orts- und Gewssernamen der neuassyrischen Zeit 1. Die Levante. RGTC 7/1. Wiesbaden
Casabonne, Olivier Egetmeyer, Markus (2002): A propos du sceau de Diweiphilos. Anatolia Antiqua 10: 177-181.
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