2011 RostfreieEdelstaehl
Behandelte Themen
2011 RostfreieEdelstaehl
Behandelte Themen
inossidabili
Stainless steels
Rostfreie Edelsthl
On CD-ROM
Domenico Surpi
INHALTSVERZEICHNIS
GRUNDBEGRIFFE..................................................................................................................................................................................... 5
FERRITISCHER STAHL............................................................................................................................................................................. 6
MARTENSITISCHER STAHL................................................................................................................................................................... 8
AUSTENITISCHER STAHL. .................................................................................................................................................................. 13
SCHMELZE UND HERSTELLUNG DER NICHTROSTENDEN STHLE................................................................................ 21
CHEMISCHE ELEMENTE..................................................................................................................................................................... 24
BEARBEITUNGEN UND OBERFLCHENENDBEHANDLUNGEN. ...................................................................................... 27
KALTWALZEN.......................................................................................................................................................................................... 31
OBERFLCHENBEHANDLUNGEN.................................................................................................................................................. 32
Oberflchenbeschaffenheit von nichtrostenden Sthlen............................................................................... 33
KALTBEARBEITUNG............................................................................................................................................................................. 34
SCHWEISSEN. ......................................................................................................................................................................................... 36
WRMEBEHANDLUNG. .................................................................................................................................................................... 38
OBERFLCHENBEHANDLUNGEN............................................................................................................................................. .... 48
PASSIVIERUNG....................................................................................................................................................................................... 51
KORROSION. ........................................................................................................................................................................................... 52
INSTANDHALTUNG DER OBERFLCHEN. .................................................................................................................................. 56
LAGERUNG.............................................................................................................................................................................................. 58
EMPIRISCHE FORMELN...................................................................................................................................................................... 59
BERGANGSKURVEN......................................................................................................................................................................... 60
Normenvergleich.......................................................................................................................................................................... 61
BEFESTIGUNGSELEMENTE............................................................................................................................................................... 62
BEZUGSNORMEN................................................................................................................................................................................. 64
GRUNDBEGRIFFE
Beim so genannten rostfreien Stahl handelt es sich um Stahl mit erhhtem Chromanteil, was zu einer hheren Bestndigkeit gegen die verschiedenen Korrosionsformen fhrt. Diese Metalle und Legierungen verfgen ber die besondere
Eigenschaft, sowohl gegen den so genannten trockenen Korrosionsangriff (an der Luft oder bei hoher Temperatur)
als auch gegen die feuchte Korrosionswirkung bestndig zu sein. Man pflegt zwischen der so genannten Trockenkorrosion (auch Hochtemperaturkorrosion oder Oxidation genannt) und der Feuchtkorrosion zu unterscheiden, die
in feuchten oder atmosphrischen Umgebungen auftritt. Allgemein kann man feststellen, dass die Bestndigkeit gegen
die Hochtemperaturkorrosion (Warmkorrosion) des rostfreien Stahls mit der Bildung und der Aufrechterhaltung einer
feinen, kompakten und haftenden Oxidschutzschicht in Zusammenhang steht, welche die Funktion einer Barriere erfllt
und einen weiteren Korrosionsangriff auf das Grundmaterial verhindert. Dagegen handelt es sich bei der Feuchtkorrosion um einen elektrochemischen Prozess und die Korrosionsbestndigkeit des nichtrostenden Stahls verdankt sich der
Bildung einer Passivschicht an der Oberflche, fr die ein Chromgehalt von mindestens 10,5 % erforderlich ist.
Bei jeder Art von nichtrostendem Stahl muss ein solcher durchgehender und an der Oberflche haftender, nicht porser
und unlslicher Film vorhanden sein, der ber die Eigenschaft verfgt, sich neu zu bilden, sobald er der Luft und dem
Einfluss von Rostumgebungen ausgesetzt und dadurch beschdigt wird. Die Strukturen dieser metallischen Materialien
sind daher auerordentlich wichtig, was man auch an der Tatsache erkennt, dass sie als Grundlage zur Einteilung in
folgende Stahlklassen dienen: ferritisch, martensitisch, austenitisch, austeno-ferritisch und ausscheidungshrtbar.
EVOLUTIONSSTUFEN
DER EISENLEGIERUNGEN
Eisen
Fe
Gusseisen
grau, wei, Temperguss,
Sphroguss, Karbonlegierungen
min. 2 %
Kohlenstoffstahl
< 2%
Legierter Stahl
Cr, Mo, Ni, V, W...
Duplexstahl und
ausscheidungshrtbarer Stahl
Superlegierungen
Hastelloy, Incoloy, Inconel, Monel, Udimar
In Entwicklung
Kompositmaterialien, Flssigmetall,
Formgedchtnislegierungen
Austenitischer Stahl
Fe + Cr +Ni
C%
0.03 - 0.10
Cr%
16.0 - 20.0
Ni%
8.0 - 13.0
Ferritischer Stahl
Fe + Cr
C%
0.03 - 0.08
Cr%
16.0 - 19.0
Martensitischer Stahl
Fe + Cr
C%
0.06 - 1.20
Cr%
11.5 - 19.0
Die Werte C Cr Ni der nichtrostenden Stahlarten beziehen sich auf die im vorliegenden Katalog behandelten Typen.
FERRITISCHER STAHL
Dieser Stahltyp verfgt ber keine kritischen Punkte. Die Struktur wird durch einen hohen Chrom- und einen niedrigen
Kohlenstoffanteil gewhrleistet. Nach dem Prozess des Rekristallisationsglhens ist dieser Stahl somit einsatzfertig.
Dieser Stahl weist eine ferritische Struktur auf, unabhngig davon, bei welcher Temperatur das Material erhitzt wird.
Nach der Warmbearbeitung kann man das Material auch an der Luft abkhlen lassen, da es nicht verhrtet und keine
besondere Spannungsgefahr besteht.
Die Warmformung muss bei 850 - 900 C beendet werden, denn bei ca. 1150 C besteht das Risiko des Kornwachstums, wobei eine Erholung durch keine Art der thermischen Behandlung mehr mglich wre. Schadensabhilfe wrde
in diesem Fall die Kaltumformung bieten, bei der das Korn zersplittert und das Material einer thermischen Rekristallisationsbehandlung unterzogen wird. Das abgestimmte Verhltnis Cr/C sorgt dafr, dass das Material keinen Transformationspunkt aufweist: Es ist nicht mglich, durch irgendeine Art der thermischen Behandlung die mechanischen
und physischen Eigenschaften zu verndern.
STAHLSORTEN IM KATALOG:
STAHL WNR. 1.4016 EN X6Cr17 AISI 430
C zu erhitzen. Bei Werkteilen, die keiner besonderen Beanspruchung unterworfen sind, reicht in den meisten Fllen ein
fertig ausgeglhtes Material mit ferritischer Struktur aus, unabhngig davon, welcher Temperatur es ausgesetzt wird.
Feinschleifen und sorgfltiges Polieren tragen dazu bei, die Korrosionsbestndigkeit zu erhhen.
Empfohlen fr Verwendung bei hohen Temperaturen; nicht geeignet fr Umgebungen mit Temperaturen von weniger
als 0 C, da hohe Versprdungstendenz.
Verwendungsgebiete: Besteck, Haushaltsgertebereich (z. B. Splbecken und Trommeln fr Waschmaschinen bzw.
Geschirrsplerkrbe), petrochemische Industrie bzw. Waschmittelindustrie, Endfertigung im Autosektor, Auspufftpfe, Benzinbehlter, Anlagen zur Herstellung von Salpetersure und Kchenutensilien, Magnetsensoren, Elektroinjektoren, Brennstoffbehlter, Diesel-Verbrennungskammern, Scharniere, Speiseeisbehlter, Stickstofffixierungsgerte, Naphtabrenner, Industriegasabzugshauben, Rublser, Metallvorhnge und Metallgewebe, Magnetventile, Sanitr- und
Abwasserleitungen, Bolzen und Schrauben.
Verwendungsgebiete der Flachprodukte: Abdeckungen, Dachtraufen, Regenwasserabflsse, Blechabdeckungen,
Trgerelemente fr Abdeckungen, Lift-Verkleidungen, Lftungs- und Klimakanle; bei den Anlagen zur Erzeugung
alternativer Energie Verwendung bei der Zusammensetzung der Solarpaneele und Photovoltaik-Module; die optimale
Poliereignung macht diesen Werkstoff fr Dekorationen in Innenrumen ideal.
STAHL WNR. 1.4105 EN X6CrMoS17 STAHL AISI 430FMo
Nicht fr die Wrmebehandlung des Temperns geeignet.
Aufgrund des hohen Schwefelgehalts fr die maschinelle Bearbeitung geeignet.
Um die durch die Zugabe von Schwefel und den Einschluss von Sulfiden verursachte leichte Verringerung der Korrosionsbestndigkeit auszugleichen, wird entsprechend kalibriertes Molybdn beigefgt.
Gute Bestndigkeit gegen Spannungskorrosion.
Verwendungsgebiete: Salpeterindustrie, Erdlindustrie, Architektur, Dekor-Bereich, Auto-Sektor, Bolzen, Muttern und
Schrauben; Magnetbremsen, Bimetallthermometer (Temperatur- und Feuchtigkeitsmesser), Naphtabrenner, Kchenutensilien, Magnetventile, Sanitrteile, Injektoren, Mobiliar, Bergbau und Landwirtschaft, Komponenten fr Grabungen, Magnetrotoren, Magnetventil-Spulen, Temperaturregler.
Geringe Bestndigkeit gegen intergranulare Korrosion. Nicht empfohlen fr unter Druck stehende Gefe oder
Behlter.
STAHL WNR. 1.4106 MOD X2CrMoSiS18-2-1
Stahl mit erhhtem Bearbeitbarkeitsfaktor. Nicht fr die Wrmebehandlung des Temperns geeignet. Die Korrosionsbestndigkeit wird durch den hohen Schwefelgehalt verringert. Durch einen hohen Molybdn-Gehalt kann man eine
optimale Bestndigkeit gegen die Korrosion durch Suren und Chloride erreichen. Die spezielle chemische Zusammensetzung ermglicht eine Optimierung der magnetischen Eigenschaften dieses Werkstoffs; der Silizium-Gehalt sorgt
fr eine hohe magnetische Permeabilitt und eine konsistenten elektrischen Widerstandsfaktor. Verwendungsgebiete: Magnetventile fr Korrosionsumgebungen, Kolben, Erdungskomponenten, Abschirmungen, unter Druck stehende
Hochtemperaturbehlter in Korrosionsumgebungen, Magnetkerne von Transformatoren, Lichtmaschinenpole, Flussregler, Relais, Teile von Industrie- und Haushaltsfen.
MARTENSITISCHER STAHL
Diese Stahlarten werden so bezeichnet, weil sie als einzige unter den nichtrostenden Stahlsorten ber kritische Punkte
verfgen (Ac1, Ac3) und daher nach dem Tempern eine martensitische Struktur annehmen.
Durch den Chromanteil wird eine starke Verlagerung der isothermischen und aninsothermischen Kurven nach rechts
verursacht, weswegen diese Struktur auch durch Abkhlung an der Luft erreicht wird.
Wie beim Vergtungsstahl werden die besten Eigenschaften nach Tempern und Anlassen erzielt; dabei muss besonderes Augenmerk auf diese letzte Verarbeitung gelegt werden, da sich Chromkarbide an den Korngrenzen sammeln
und die Korrosionsbestndigkeit beeintrchtigen knnen. Bei martensitischem Stahl ist von einer Verwendung im
ausgeglhten Zustand abzuraten.
STAHLSORTEN IM KATALOG:
STAHL WNR. 1.4005 EN X12CrS13 AISI 416
Dieser Werkstoff wird normalerweise im so genannten Vergtungszustand verwendet, bei dem die mechanischen
Eigenschaften und die Korrosionsbestndigkeit verbessert sind. Niedrigkohlenstoffstahl mit Schwefelzusatz zur Verbesserung der Bearbeitbarkeit. Vom Schweien wird abgeraten: Falls dies jedoch unbedingt erforderlich sein sollte,
fhren Sie ein Vorglhen und ein Entspannungsglhen durch. Durch Tempern und Anlassen knnen die mechanischen
Eigenschaften je nach Nutzungserfordernissen verndert werden.
Verwendungsgebiete: Turbinen fr die Energieerzeugung, Hydraulikventile, Motoren und Pumpen fr Swasser,
Sportgerte, Verwendung in chemisch-aggressiven Umgebungen in der Chemieindustrie; Schrauben - Muttern - Ngel; Bolzen, Stiftschrauben, Ventilschfte, Gerste, Flugzeug-Zubehr, Feuerlscher, Schmiedeformen. Nicht geeignet
fr Anwendungen, bei denen Verschleigefahr oder Kolbenfresser-Risiko besteht.
STAHL WNR. 1.4006 EN X12Cr13 AISI 410
Geeignet fr Tempern und Entspannen oder Anlassen.
Kann auch im ausgeglhten Zustand verwendet werden. Ideal fr das Kaltziehen.
Der beste Korrosionsbestndigkeitszustand wird nach Tempern und Entspannungsglhen bei 200 C und nicht ber
430 C erzielt. Ein bei Temperaturen zwischen 430 und 700 C durchgefhrtes Anlassen verursacht eine Verringerung
der Korrosionsbestndigkeit. Die besten Zugfestigkeitswerte werden bei Stahlwerkstoffen erzielt, die im Temperaturintervall zwischen 600 und 760 C angelassen wurden.
Optimale Umformbarkeit aufgrund der rekristallisierten oder ausgeglhten warmgewalzten Struktur, schwierige Anwendung auf Materialien, die zuvor einer Kaltumformung unterzogen wurden und bei denen man eine weitere Umformung durchfhren will (Beispiel: Tiefziehen etc.).
Verwendungsgebiete: Verkleidungen von Ventilsitzen, Deckel, Pumpenkomponenten, Flansche und Verbindungsstcke
fr die Erdlindustrie bzw. petrochemische Industrie, Ventilgehuse, Wellen, Kurbelstangen, Schrauben und Muttern,
Bgel, Armaturen, Speichen und Felgen bei Fahrrdern und Motorrdern, Gasbrenner, Reiwlfe fr Papierfabriken,
Rutschen und Verkleidungen fr Kohlebunker, Schlssel, Feinmesser (Mikrometer), Karabinerkomponenten, Scheren,
Laternen, Dampfturbinen, Metallvorhnge und Metallgewebe, Schrnke, Innenraumdekor, Lautsprecherbden, Waschmaschinen, Dekorationen und Profile fr Auenbereiche, Wasserabflusssysteme; als Kontroll- und Steuerstbe
sowie Sicherheitsventile in Atomkraftwerken.
STAHL WNR 1.4021 EN X20Cr13 AISI 420A
Dieser Werkstoff wird fr gewhnlich in vergtetem Zustand verwendet.
Er verfgt ber selbsttempernde Eigenschaften (Tempern erfolgt durch Abkhlung an der Luft).
Empfohlen fr Anwendungen, bei denen ein hoher Kraftaufwand erforderlich ist und keine allzu intensiven Korrosionskrfte wirksam sind.
Verwendungsgebiete: Mechanismen, die der Korrosion durch Meerwasser ausgesetzt sind, Messer, chirurgische und
zahnmedizinische Instrumente; Lager, bei denen kein Schutz durch Antirost-le mglich ist; Hydraulik- und Gasturbinen, Sport- und Landwirtschaftsgerte, Formen fr Glas, Turbinenschaufeln, Pumpenwellen, leichte Waffen, Fe und
Verankerungen, Ventile, Magnete, Mixstbe fr Obst und Gemse; Gerte fr das Tempern von Federn; in Atomkraftwerken als Steuerstbe.
STAHL WNR. 1.4028 EN X30Cr13 AISI 420B
Erreicht nach der Vergtung einen hohen Hrtegrad und eine gute Korrosionsbestndigkeit.
Selbsttempernd.
Geeignet fr Fototzung.
Optimale Korrosionsbestndigkeit nach Tempern und Entspannungsglhen bei 200 C.
Wenn das Material poliert oder fotogetzt werden muss, empfiehlt es sich, Stahl mit S % 0,015 max. zu verwenden.
Verwendungsgebiete: Fotokameras, Formen fr Glas, Innenarchitekturkomponenten, Kchenmesser, Ventilsitze, konische Ventile, Federn, Schrauben, chirurgische Instrumente, Formen fr Kunststoffmaterialien, Wellen fr Pumpen,
Flansche und Verbindungsstcke.
STAHL WNR. 1.4031 EN X39Cr13
Geeignet fr Tempern und Anlassen.
Gute Hitze- und Korrosionsbestndigkeit.
Die maximale Korrosionsbestndigkeit wird durch Tempern und Entspannungsglhen bei niedrigen Temperaturen (ca.
180 C) erreicht. Das Schweien ist schwierig, weswegen davon abgeraten wird: Falls dies aber unbedingt erforderlich sein sollte, glhen Sie bei 250-300 C vor und nehmen Sie nach Beendigung des Schweiverfahrens sofort das
Ausglhen bei 700-750 C vor.
Sorgfltiges Polieren (auf Hochglanz) trgt zu einer besseren Korrosionsbestndigkeit bei.
Wenn das Material fotogetzt werden muss, empfiehlt sich die Verwendung von Stahl mit S % 0,015 max.
Verwendungsgebiete: Klingen fr Hobbymesser, Messinstrumente wie Kalibriergerte-Vergleicher, Mikrometer; Formen fr Kunststoffmaterialien, Federn, chirurgische Instrumente, Armaturen, Pumpen und Filter fr Dieselmotoren;
Komponenten, die einem durch Trink- und Gebrauchswasser verursachten Verschlei ausgesetzt sind.
STAHL 1.4034 EN X46Cr13 AISI 420C
STAHL 1.4034 de mit verbesserter bearbeitbarkeit
Geeignet fr Tempern und Anlassen.
Das Schweien ist schwierig, weswegen im Allgemeinen davon abgeraten wird.
Gute Umformbarkeit im gewalzten Zustand.
Die maximale Korrosionsbestndigkeit erzielt man durch Hrtung und Entspannung.
Gute Hitze- und Korrosionsbestndigkeit.
Abbltterungsbestndig bis zu 650 C.
Verwendungsgebiete: Behlter fr Obst und Gemse, Federn, Formen fr Kunststoffmaterialien, Antireibungslager,
Scheren und Messer, mechanische Industrie, chirurgische Instrumente, Schaber, Pumpenkomponenten fr DieselMotoren, Fixierungselemente, Ventilkugeln, Auto-Sektor, Haushaltsgerte, Messinstrumente (z. B. Kalibratoren und
Vergleicher).
STAHL WNR. 1.4035 EN X46CrS13 (AISI 420C+S)
Aufgrund der konsistenten Zugabe von Schwefel leicht maschinell bearbeitbar.
Die charakteristischen mechanischen Eigenschaften werden durch die thermische Vergtungsbehandlung erzielt.
Durch den Schwefel wird die Korrosionsbestndigkeit verringert.
Aufgrund des hohen Schwefelgehalts sind Schweiarbeiten sehr schwierig, weswegen wir davon abraten.
Verwendungsgebiete: Zapfen (Pivot pins), kleine Formen fr Kunststoffmaterialien, Schneideinstrumente wie Klingen fr Rasierer, Kchenmesser, Scheren, Schaber, chirurgische Instrumente, Schraubengewinde, Sitze fr Lager, Nadelventile und Dsen. Nicht empfohlen fr Behlter mit Flssigkeiten oder Gasen, die unter Druck stehen.
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STAHL WNR. 1.4104 EN X14CrMoS17 AISI 430F
Besser bearbeitbare Version des Stahls X14CrMo17.
Geeignet fr die thermische Vergtungsbehandlung.
Gute Bestndigkeit gegen mittlere Korrosion (Luft, Swasser, Salpetersure zu 90 % kalt und zu 10 % warm, schwache organische Suren).
Durch die Zugabe von Schwefel wird die Bestndigkeit gegen die punktuelle Korrosion bzw. gegen die ZwischenraumKorrosion leicht verringert.
Geeignet fr die serienmige maschinelle Hochgeschwindigkeitsverarbeitung.
Von Anwendungen, bei denen Schweiarbeiten vorgesehen sind, ist abzuraten.
Verwendungsgebiete: Erdl- und Salpeterindustrie, Auendekorationen im Bauwesen, Dekorprofile und Dekorschablonen im Auto-Bereich; Bolzen, Muttern und Schrauben, Besteck, Sanitrleitungen, Temperaturregler, Temperaturund Druckregler, Komponenten fr die Luftfahrt.
Aufgrund des hohen Schwefelgehalts (der im Inneren des Werkstcks Porositt verursachen kann) wird von einer
STAHL WNR. 1.4112 EN X90CrMoV18 AISI 440B
Dieser Werkstoff verfgt ber eine hohe Verschleibestndigkeit und eine bemerkenswerte Formbestndigkeit.
Durch Tempern und Entspannen erreicht er eine solide Hrte.
Im getemperten und entspannten Zustand (300 C) gute Bestndigkeit in einer Umgebung mit mittlerer Korrosion.
Aufgrund der hohen Hrtbarkeit muss der Werkstoff in der Schweiphase vorgeglht und entspannt werden.
Das Kaltwalzen und Kaltziehen ist bei dieser Legierung nicht ganz einfach.
Die beste Korrosionsbestndigkeit erzielt man mit Anlassen bei einer Temperatur von weniger als 430 C.
Verwendungsgebiete: Werkzeuge fr die Erzeugung von Zinnfolien, chirurgische Instrumente, Lager, Komponenten
fr Motoren mit Innenverbrennung, Lebensmittelbehlter, Messer, Scheibenklingen fr Kaltsgen, gehrtete Kugeln,
Permanentmagnete, Verschleiteile.
STAHL WNR. 1.4116 EN X50CrMoV15
Aufgrund seiner selbsthrtenden Eigenschaften lsst sich dieser Werkstoff nicht leicht schweien.
Schlecht geeignet fr die Kaltumformung. Optimale Verschleibestndigkeit.
Eine bestmgliche Bearbeitbarkeit mit Werkzeugenerzielt man mit ausgeglhtem Material unter Zuhilfenahme von
Spanteilern.
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STAHL WNR. 1.4122 EN X39crMo17-1
Durch eine thermische Vergtungsbehandlung wird diesem Stahlwerkstoff eine optimale Bestndigkeit gegen Korrosion, Verschlei bzw. gegen die eigenen Antireibungseigenschaften verliehen. Vom Schweien wird abgeraten: Falls
dies unbedingt erforderlich sein sollte, wenden Sie nach dem Vorglhen auf 300-400 C die TIG-Technik an.
Verwendungsgebiete: Komponenten fr Kompressoren; Muttern und Bolzen; Wasserdampfventile, chirurgische Messer und Profi-Messer, Formen fr korrosive Kunststoffmaterialien und synthetische Harze, Hochqualittsbesteck, Pumpenkomponenten, Meeranlagen, Rumwerkzeuge, Schweifden fr harte Auflagen; in Atomkraftwerken Verwendung als Kern und Druckgef.
STAHL WNR. 1.4125 EN X105CrMo17 AISI 440C
Geeignet fr Tempern und Entspannen zur Erzielung hoher Hrtegrade.
Hohe Verschleibestndigkeit.
Dieser Werkstoff darf bei einer Temperatur ber 425 C nicht verwendet werden, da er unter den Auswirkungen des
Anlassens leidet und seine Korrosionsbestndigkeit gesenkt wird; bei 750 C oxidiert er merklich.
Vom Schweien wird aufgrund der hohen Hrtbarkeit dieses Werkstoffs abgeraten: Falls dies unumgnglich notwendig ist, glhen Sie bei 200-150 C vor und glhen Sie nach Beendigung des Schweiens bei 780 C aus.
Verwendungsgebiete: Hochwiderstandsspezialmesser, Schneidescheiben, Rasierklingen, chirurgische Instrumente,
Lager, Dsen, Ventilkomponenten und Pumpen fr Erdlfelder, Ruabscheider bei Dieselmotoren.
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AUSTENITISCHER STAHL
Die austenitische Struktur, die bei Umgebungstemperatur stabil bleibt, wird durch das gleichzeitige Vorhandensein von
Chrom und Nickel und durch den niedrigen Kohlenstoffgehalt gewhrleistet. Austenitischer Stahl wird in zahlreichen
aggressiven Umgebungen bei niedriger und hoher Betriebstemperatur verwendet.
Die gngigste thermische Behandlung fr alle diese Werkstofftypen ist das so genannte Lsungsglhen oder Homogenisieren (Khlung in Wasser bei 1050 C).
Durch das Ziehen wird dem Werkstoff die gewnschte Kaltumformung verliehen, wobei den Bruch- und Dehneigenschaften eine besondere Bedeutung zukommt.
Um diese Kaltbearbeitung zu erleichtern und keine bermige Kaltumformung durchzufhren, werden Behandlungen
mit Oxalaten ausgefhrt, das als Schmiermittel zwischen den Metalloberflchen und den Drhten fungiert und auf
diese Weise die Reibung auf ein Minimum reduziert.
Die mechanische Bestndigkeit kann durch die Zugabe von Schwefel und Molybdn verbessert werden.
Durch eine glatte und einheitliche Oberflche (mit sehr geringer Rauheit) kann die Korrosionsbestndigkeit merklich
verbessert werden.
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STAHLTYPEN IM KATALOG:
STAHL WNR 1.4301 EN X5CrNi18-10
Stahl mit verbesserter Bearbeitbarkeit. Klassisch im Bereich der nichtrostenden Stahlwerkstoffe: 18-10.
Nicht fr Tempern geeignet; die mechanischen Eigenschaften R und Rp0.2 knnen durch Ziehumformung verbessert
werden.
Optimale Bruchfestigkeit bei niedrigen Temperaturen. Benutzen Sie, falls ein Schweien vorgesehen ist, Elektroden
E308 L.
Gute Korrosionsbestndigkeit im lsungsgeglhten Zustand.
Vermeiden Sie ein langsames Erhitzen und Abkhlen im Temperaturintervall zwischen 450 und 850 C, um eine Ausscheidung von Chromkarbiden zu vermeiden (Sensibilisierungsphnomen).
Gute Schwei- und Tiefzieheignung.
Wenn der Ferritgehalt ber 1, 5 % liegt, besteht ein Bruchrisiko in der Ziehphase. Als Lsung fr dieses Problem empfehlen wir, den Nickelanteil so hoch wie durch die entsprechenden Vorschriften erlaubt zu halten, um auf diese Weise
einen Ferritanteil von nicht mehr als 0,5 % zu erzielen.
Verwendungsgebiete: pharmazeutische Industrie; Anlagen fr die Chemie-, Textil-, Frberei-, Lebensmittel- und
Goldschmiedeindustrie; Architekturdekor, Tanks und Autoindustrie, Wrmetauscher, Ventile und Dsen, Lawinenschutzdcher; Wassersektor (Gitter, Schleusen, Buchsen fr Netzfilter und selbstreinigende Filter, Sedimentatoren,
Rhrmaschinen, Unterwasserpumpen, Insufflatoren fr Belftungswannen, Frderanlagen und Kanalleitungen fr
Jauche und Glle); mittelgroe und tiefe Formen; Anlagen fr die Behandlung von Milch, Kse, Butter, Fruchtsaft und
Brennereiprodukten; Behlter und Gerte fr die Verarbeitung von Kakao; schalldmpfende Barrieren fr Eisenbahnen
und Autobahnen.
Verwendungsgebiete der Flachprodukte: Abdeckungen, Dachtraufen, Regendcher, Blechabdeckungen, Verriegelungen, Trgerelemente fr Abdeckungen, Liftverkleidungen, Straenplatten, Gitter, Einfassungen, begehbare Platten
und Gitter, Platten fr Bgeleisen;
in Atomkraftwerken Verwendung als Flansche, Federn, Bolzen und Muttern, Ventile, Leitungen, Heizkessel;
bei Anlagen zur Erzeugung alternativer Energie Verwendung bei der Zusammensetzung der Solarpaneele und Parabolspiegel.
Im sensibilisierten Zustand keine Gewhrleistung gegen die so genannte interkristalline Korrosion (durch Lsungsglhen verbesserbar); geringe Korrosionsbestndigkeit bei Vorhandensein von Chloriden.
STAHL WNR. 1.4305 EN X8CrNiS18-9 AISI 303
Automatenstahl, der fr gewhnlich im lsungsgeglhten und ziehumgeformten Zustand verwendet wird.
Optimale Bruchfestigkeit bei niedrigen Temperaturen und gute Korrosionsbestndigkeit, wenn keine Chloride oder
reduzierende Suren vorhanden sind.
Der Sureangriff fhrt zu einer punktuellen Korrosion bzw. zu Zwischenraum-Korrosion. Beim Drehen knnen die Schmiermittel verwendet werden, die fr gewhnlich in der allgemeinen Mechanik Anwendung finden. Dieser Stahlwerkstoff lsst sich, falls keine adquaten Manahmen und Vorkehrungen getroffen, nur mhsam schweien.
Je nach Grad der Kaltverformung, der dieser unterzogen wird, weist er leichte ferromagnetische Eigenschaften auf.
Verwendungsgebiete: Schrauben und Stiftschrauben, Muttern, in groem Umfang maschinell produzierte Bolzen, Verbindungsstcke, Zapfen, Zugstangen, Buchsen, Angelspulen; Inneneinrichtung, Haushaltsgerte, Transportbereich,
elektronische Gerte.
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Verwendung bei hohen Temperaturen mit guter Bestndigkeit gegen Korrosion durch verschiedene Suren, Salze, Salzwasser und chemische Substanzen. Aufgrund des hohen Molybdn-Gehalts kann dieser Werkstoff in reduzierenden
Umgebungen bzw. berall dort eingesetzt werden, wo eine Kriechbestndigkeit erforderlich ist.
Bestndigkeit gegen Lochfrakorrosion (Crevice und Pitting); in sensibilisiertem Zustand wenig empfnglich fr
interkristalline Korrosion.
Bei in oxidierender Umgebung erhitztem Material ist die Anwendung eines chemischen Beizverfahrens erforderlich,
um eine maximale Korrosionsbestndigkeit zu erzielen.
Verwendungsgebiete: Chemische Industrie, Nahrungsmittel, Textil- (Kunstseide-), Papier- und Zelluloseindustrie, Fotografie, chirurgischer Bereich, Tanks fr Schiffe; Besteck, Arzneimittel-, Auto-, Sanitrindustrie; Behlter fr Lebensmittel und Getrnke, Wasserrinnen, Wrmetauscher und Herdkomponenten; Laufrder, Pumpenwellen und Membrane fr Entsalzungsanlagen; Treppen, Brcken und Stege; Schornsteine, Behlter fr Wasserenthrtung, Wasserkocher,
Gerte fr die Maisveredelung, Brandweinbottiche; bei Anlagen zur Erzeugung alternativer Energie Verwendung als
Solarpaneele und Parabolpaneele.
STAHL WNR. 1.4404 EN X2CrNiMo17-12-2 AISI 316L
Nicht fr Tempern geeignet, die mechanischen Eigenschaften knnen nur durch Kaltumformung verbessert werden.
Geeignet fr starke Kaltumformungen.
Gute Bestndigkeit gegen interkristalline Korrosion, gegen Salzwasser sowie gegen Lebensmittelerzeugnisse.
Bei in oxidierender Umgebung erhitztem Material ist die Anwendung eines chemischen Beizverfahrens erforderlich,
um eine maximale Korrosionsbestndigkeit zu erzielen.
Verwendungsgebiete: Schweikomponenten, chemische Industrie; Lebensmittel-, Textil- (Kunstseide-), Rauchabzugs-, Kamin-, Papier- und Zelluloseindustrie; Fotografie, chirurgischer Bereich, Tanks fr Schiffe, Besteck, Zugstangen; Arzneimittel-, Auto- und Sanitrindustrie; Behlter fr Lebensmittel und Getrnke; Gefe und Kvetten fr den
petrochemischen Bereich; Teile, die mit Schwefeltrioxid in Kontakt geraten; im Bereich von Klranlagen Verwendung
als Flockungsmitteldosierer sowie in Verbrennungsanlagen, Ventilatoren, Ventile und Dsen, Metallmaschen, Wrmeaustauscher; bei Atomkraftwerken Verwendung als Wrmegeneratoren und Pumpen; Verwendung findet dieser Werkstoff auch auf dem Juwelier- und Brillenmarkt, auch wenn aufgrund der jngsten Vorschriften ber Nickelfreisetzung
durch Schwei eine Tendenz zu weniger allergischen Titaniumlegierungen festzustellen ist; im Bereich der alternativen
thermischen Solarenergie Verwendung bei der Ausfhrung von Speichertanks.
Falls Schweiteile vorhanden sind, darf dieser Werkstoff nicht bei Temperaturen von mehr als 400 C verwendet werden.
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Hufig wird dieser Werkstoff auch als nichtrostender feuerfester Stahl bezeichnet.
Durch Titaniumzugabe stabilisierter Stahl.
Gute Bestndigkeit gegen intergranulare Korrosion.
Falls dieser Werkstoff in einer oxidierenden Umgebung lsungsgeglht wird, ist eine chemische Beizung erforderlich,
um eine maximale Korrosionsbestndigkeit zu erzielen.
Nicht sensibilisierbar.
Relative magnetische Permeabilitt bei -196 C ~ 2 r.
Sehr leitungsfhiger Stahl.
Verwendungsgebiete: Bei thermischer Behandlung fr Krbe, Wannen, Schmelztiegel, Erhitzungsplatten, Gitter, Ketten, Haken, Rollen und Walzen, Kolben, Ventilatoren, Dsen fr Brenner, Schrauben und Muttern; Ringkollektoren fr
Flugzeuge, Komponenten von Reaktionsmotoren, Boilermantel; Verkleidungen fr Pfeiler, Druckgefe, Brandplatten
und Brandtren, Heizkessel fr den Hausgebrauch, Kollektoren.
Die gute Bruchfestigkeit bei niedrigen Temperaturen macht diesen Werkstoff ideal fr die Herstellung von stickstoffhaltigem Industriednger.
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dlung, Schnecken, Mischer, Papier- und Zelluloseindustrie, Bleichanlagen, Lebensmittel- und Getrnkeindustrie, Brandschutzwnde, Offshore-lfrderinseln.
AUSSCHEIDUNGSHRTBARE STAHLWERKSTOFFE
Diese Stahltypen sind besser unter der Bezeichnung PH-Stahl (PH = Precipitation Hardening = Ausscheidungshrtung)
bekannt. Dieser Werkstoff wird durch aufeinander folgende Temperverfahren bei nicht zu hohen Temperaturen (480600 C) gehrtet. Seine wichtigste Eigenschaft ist eine ziemlich gute Korrosionsbestndigkeit, begleitet von optimalen
mechanischen Eigenschaften. Bei den zumeist zur Hrtung dieser Stahltypen verwendeten Elementen handelt es sich
um folgende: Titanium (Ti), Niobium (Nb), Stickstoff (N), Aluminium (Al), Kupfer (Cu). Auch bei den ausscheidungshrtbaren Stahlwerkstoffen unterscheidet man zwischen martensitischen, austenitischen und semiaustenitischen
Typen. Angesichts der Rohstoffkosten eignet sich dieser Werkstoff vor allem fr jene Sektoren (Luft- und Raumfahrt
sowie Energieproduktion), bei denen eine hohe Bestndigkeit und eine optimale Dehnbarkeit erforderlich sind.
Beispiel: Martensitischer Typ 17-4 PH nach Lsungsglhen und einstndiger thermischer Alterung bei 480 C: R =
1250 N/mm2; A % = 13
19
Rp 0,2
N/mm2
800
220
280
500
A
%
13
50
22
14
Kv +20 C
J
25
140
25
30
Kv -150 C
J
100
Magnetisch
ja
nein
ja
ja
Bestndigkeit
(Temperaturen)
gut
gut
gut
Durchschnittlich Cr % < 16
gut Cr% > 20
Austenit. Stahl
minimal
Martensitisch
Ferrit. Stahl
316
316L
304
303
430
430F
410
416
Bearbeitbarkeit
Klassifizierung der nichtrostenden Stahltypen
Klassifizierung
serie 500
serie 400
serie 300
serie 200
UNS
S5xxxx
S4xxxx
S4xxxx
S2xxxx
AISI
4xx
3xx
EN
Xxx
Xxx
Xxx
Die Serie 200 (Cr-Mn) wird hauptschlich in den asiatischen Lndern verwendet, wo die Tendenz besteht, Ni durch einen hohen Anteil von Mn zu ersetzen. Diese besonderen chemischen Analysen knnen den Stahl in der Phase des Ziehens oder des Kaltpressens
fr Rissbildungen empfnglich machen.
Nichtrostend Cr
Legierungen
Stahl
Ferritisch - Ni Gewhnl. Baustahl C-Mn
Leichtlegierungen
Kupferlegierungen
Feinkornbaustahl
Legierungen Cr-Mo
Nickellegierungen
Nichtrostend Cr-Ni
20
Mineral
Kohle
Koksproduktion
durch Destillation
der Kohle
Gicht
Schacht
Kohlensack
Rast
Gestell
flssiges
Gusseisen
Roheisen
mit Kohlenstoff > 4 %
Im Hochofen erhlt man Roheisen mit einem Kohlenstoffgehalt von 4-6 %; dieses noch flssige Roheisen wird in einen
Konverter genannten Behlter gefllt, um den Anteil von unerwnschten und oxidierbaren Begleitelementen wie
Phosphor, Schwefel, Kohlenstoff, Silizium etc. zu reduzieren.
Nach diesem Entkohlungsprozess wird Eisen-Chrom zugefgt und eine Transformation in metallisches Chrom durchgefhrt, um zu einer chemischen Analyse zu gelangen, die bereits sehr nahe am nichtrostenden Stahl liegt. Die Flssigkeit
wird dann in den AOD-Anlagen (schnelles und gnstiges Verfahren, das meist fr Inox-Stahl verwendet wird) bzw.
durch VOD (Verfahren fr jene Stahlwerke, die neben Inox-Stahl Legierungen, Werkzeuge, etc. herstellen) affiniert,
und durch Oxidation (meist unter Vakuum) wird eine Verringerung des Kohlenstoffgehalts bis zum gewnschten Anteil
erzielt. In diesen letztgenannten fen wird auch die chemische Analyse durchgefhrt und nach Zugabe von Ausgleichs- und Verbesserungsmitteln (Cr, Ni, Mo, Ti, Cu, etc.) erreicht man die endgltigen Anteile. Durch die Kombination
der Verfahren AOD + VOD kann man Stahl herstellen, dessen Kohlenstoffgehalt sogar nur 0,005 % betrgt.
Konverter
VOD
ofen
Nichtrostender Stahl
21
AOD-HERSTELLUNGSVERFAHREN
Die Schmelze wird in einem herkmmlichen Ofen durchgefhrt; die Flssigkeit wird dann in den Konverter gefllt, in
dessen Innerem das Stahlbad durch Oxid-Reduktions-Reaktionen einer chemischen Feinanalyse und Affination (Veredelung) unterzogen wird.
Durch das Einblasen von Argon und Sauerstoff ber Rohre wird das Bad stndig neu durchmischt und durch die OxidReduktions-Reaktionen wird die Temperatur selbststndig auf ca. 1650 C gesteigert.
Die wichtigste Reaktion ist die Entkohlung, bei der sich der bermig vorhandene Kohlenstoff mit Sauerstoff und
anderen eingeblasenen trgen Gasen verbindet, um Kohlenstoffoxid zu bilden, das nach Ausscheidung aus dem Bad
zur Erzielung von Kohlenstoffanteilen im Bereich von 0,015 % beitrgt.
Der Oxidations-Verlust des Elements Chrom wird durch das spezielle Verhltnis von Sauerstoff und Argon beschrnkt.
Nach Zentrierung der chemischen Analyse wird der Stahl stranggegossen oder in Kokillen gegossen.
VOD-HERSTELLUNGSVERFAHREN
Die Schrottschmelze luft genauso ab wie beim VOD-Verfahren, mit dem Unterschied, dass der flssige Stahl in eine
Gietrommel umgefllt wird, die ihrerseits in eine Anlage (Tank) integriert ist, die imstande ist, ein Anfangsvakuum
von 3 mbar zu erzeugen, um sich dann bei 0,6 mbar (Millibar) zu stabilisieren.
Durch das Vakuumverfahren wird die Entkohlungsreaktion verstrkt und Chrom aus beroxidation gewonnen.
Vom Boden der Gietrommel aus wird ber Glasfilterfritten Argon zugefhrt, um das Stahlbad bewegt zu halten.
Von oben wird ber eine spezielle Lanze Sauerstoff eingefhrt, der sich auf der Oberflche der Schmelze verbreitet, die
Bildung von Kohlenstoffoxid beschleunigt und den Vorgang der Entkohlung ermglicht, wobei der Kohlenstoffwert in
den Grenzbereich von 0,015 % gebracht wird.
Nachdem die vorgesehenen spezifischen Kohlenstoffwerte erreicht wurden, erfolgt die Anpassung der anderen chemischen Elemente wie z. B. Chrom, die durch Eisen-Chrom-Zustze korrigiert werden kann.
22
Einen konomisch interessanten Aspekt dieses Verfahrens bildet die Tatsache, dass bei der Entkohlungsreaktion (Kohlenstoffoxidation) Wrme erzeugt wird und daher eine geringere Menge elektrischer Energie zur Aufrechterhaltung
der fr das Verfahren notwendigen hohen Temperaturen erforderlich ist.
Danach erfolgt das Gieen in Kokillen oder Giewannen fr das Stranggussverfahren.
Weitere industrielle Verfahren fr die Herstellung von nichtrostenden Stahlwerkstoffen mit besonderen Anforderungen, z. B. hoher Reinheit:
VIM Herstellung im Induktionsofen unter Vakuum
VAD Verfahren, das hufig mit dem VOD-Verfahren kombiniert wird, wobei eine tief gehende Entgasung erfolgt
(Wasserstoff < 1,2 ppm)
VDG Entgasung unter Vakuum mit Argon-Einblasung
VAR Umschmelzung im Bogenofen unter Vakuum
ESR Umschmelzung mit Elektroschlacken
EBR Vakuumumschmelzung einer Verbrauchselektrode durch Elektronenbombardement
Kombinierte Verfahren VIM + VAR, VIM + ESR, ASLD + WIR etc.
Stromversorgung
(Gleichstrom)
Vakuumanschluss
Elektrodenstange
Elektrode (Block)
austretendes Wasser
Elektrischer Lichtbogen
Flssiger Metallsumpf
Erstarrter Fertigblock
Wassergekhlte Standkokille
Grundplatte
Wasserzulauf
23
CHEMISCHE ELEMENTE
Austenitischer Stahl
Ferritischer Stahl
Martensitisch
Kohlenstoff %
0,015 - 0,15
0,01 - 0,12
0,08 - 1,20
Chrom %
16,0 - 28,0
10,5 - 30,0
11,0 - 19,0
Nickel %
6,0 - 32,0
......
......
STICKSTOFF
Dieser verhindert bei austenitischem Stahl die Bildung von Delta-Ferrit und stabilisiert Austenit. Er verbessert die Bruchlastgrenzwerte R und die Ermdungsbestndigkeit Rp. Bei Stahlwerkstoffen mit niedrigem Kohlenstoffgehalt trgt
er zur Steigerung der Dehngrenzwerte bei. Bei ferritischen Stahlwerkstoffen ist er bei einer berschreitung des Werts
von 10 ppm unerwnscht. Dieses Element steigert die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion.
KALZIUM
Dieses Element wird hinzugefgt (z. B. bei Stahl AISI 316L) um die Bearbeitbarkeit durch Werkzeugmaschinen zu
verbessern.
KOHLENSTOFF
Kohlenstoff bildet bei einem Chromanteil von mehr als 10 verschiedene Karbide, die fr die mechanische Hitzebestndigkeit sowie fr eine allgemeine Korrosionsbestndigkeit, insbesondere aber fr die Bestndigkeit gegen intergranulare
Korrosion ntzlich sind. Er verringert die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion (insbesondere im sensibilisierten Zustand).
CHROM
Stahl nimmt nichtrostende Eigenschaften an, wen in der Matrix eine feste Chromlsung mit einem Anteil von mehr als
10,5 % vorhanden ist, die unter Absorption von Sauerstoff eine sehr dnne Oberflchenschicht erzeugt, die fhig ist,
das Grundmetall zu passivieren und die Korrosion zu stoppen. Optimaler Ferritstabilisator. Dieses Element steigert die
Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion.
Mangan
Fr gewhnlich wird bei nichtrostenden Stahlwerkstoffen ein Mengenanteil von 2 % nicht berschritten, weswegen
dieses Element nicht als Legierungselement betrachtet wird.
MOLYBDN
Als Zusatz fr austenitische Stahlwerkstoffe trgt dieses Element zur Aufrechterhaltung einer stabilen austenitischen
24
Struktur auch bei Umgebungstemperatur bei. Durch Zugabe von 2-3 % dieses Elements in den Austenitstahl AISI 304
wird die Stabilitt der Passivschicht in Umgebungen mit hoher Chloridkonzentration gesteigert.
Fr Verwendungen, bei denen ein Kontakt mit Schwefel-, Phosphor- und Salzsure erfolgt, werden austenitische
Stahlwerkstoffe mit einem Mo-Anteil von bis zu 5 % verwendet.
Ferritisierendes Element. Erhht die Bestndigkeit gegen Spaltkorrosion (Crevice) und Spannungskorrosion.
Mit Chrom wird auch die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion gesteigert.
NicKel
Ein erhhter Anteil dieses Elements fhrt bei Umgebungstemperatur zu stabilen austenitischen Legierungen, die sich
durch optimale Dehnbarkeit, hohe Bruchfestigkeit auch bei kryogenischen Temperaturen, gute mechanische Hitzebestndigkeit, gute Schweieignung und gute Korrosionsbestndigkeit in wenig oxidierenden Umgebungen auszeichnen. Falls der Ni-Anteil bei 4 % liegt, kommt es whrend des Erhitzens zu einer Phasentransformation und es ist
mglich, eine martensitische Hrtung whrend der Abkhlung durchzufhren. Wenn der Nickelanteil bei nicht mehr
als 20 % liegt, kann man eine martensitische Hrtung auch mit Abkhlung an der Luft erzielen.
Bei einem Nickelgehalt von mehr als 30 % erhlt der Stahl eine optimale Bestndigkeit gegen Spannungskorrosion.
Dieses Element steigert die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion.
NiobIUM
Dieses Element bildet stabile Karbide, die dazu beitragen, die mechanische Bestndigkeit bzw. die Bestndigkeit gegen
das Phnomen des Warmkriechens zu verbessern. Es handelt sich um ein stabilisierendes Element, das dazu dient, das
Ansammeln von Chromkarbiden whrend der thermischen Behandlung bzw. whrend des Schweiens zu verhindern.
KUPFER
In einigen Fllen trgt Kupfer zur Wirkungssteigerung des Nickels bei. Bei den Austeniten verbessert Kupfer die Korrosionsbestndigkeit auch bei Vorhandensein von 10-prozentiger Schwefelsure bei einer Temperatur von 80 C. Bei
den austenitischen Stahltypen verbessert es auch die Kaltumformbarkeit.
SILIZIUM
Element, das imstande ist, Wrmeoxidationsbestndigkeit zu verleihen (Zunder). Diese wird hufig bei feuerfestem
Stahl verwendet (Cr > 20 %, Ni ~ 20 %, Si ~ 1 % und Kohlenstoff durchschnittlich hher im Vergleich zum herkmmlichen Inox-Stahl). Die Eigenschaft dieses Elements, sich in der Flssigphase in der Matrix aufzulsen, ohne dass es
dabei zur Bildung von Karbiden kommt, verbessert die Bestndigkeit (f. Hrtung durch feste Lsung). Dieses Element
verringert die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion, wobei diese durch Beifgung von Molybdn auch erhht werden
kann. Verbessert die Eigenschaften der magnetischen Permeabilitt und des elektrischen Widerstands.
Selen
Kann Schwefel ersetzen, denn es besitzt eine globularere Morphologie, die zur Zersplitterung des Stahlspans in der
Phase der mechanischen Verarbeitung beitrgt. Im Vergleich zum Schwefel wirkt sich dieses Element weniger negativ auf die Bruchfestigkeit und den Grad der Oberflchenendbehandlung aus. Es globulisiert Mangansulfide, aber
aufgrund der hohen Kosten wird es nur in Sonderfllen verwendet (z. B. wenn gute mechanische Eigenschaften in
25
Querrichtung erforderlich sind). Aufgrund der hohen Toxizitt dieses Elements kommt es (wenn berhaupt) nur zu
einer beschrnkten Nutzung.
SCHWEFEL
Dieses Element wird zugegeben (z. B. bei Stahl AISI 303), um die Zerspanbarkeit zu verbessern, trgt aber dazu bei,
die Korrosionsbestndigkeit zu verringern. Es verringert die Reibung zwischen Stahlspan und Werkzeug und verhindert
so Kolbenfresser-Probleme.
TitaniUM
Es handelt sich um ein stabilisierendes Element, das dazu dient, das Ausscheiden von Chromkarbiden whrend der
thermischen Behandlung bzw. whrend des Schweiens zu verhindern. Dieses Element trgt zum Schutz gegen intergranulare Korrosion bei.
WOLFRAM
Dieses Element dient als Zusatz bei einigen austenitischen Stahltypen, um die mechanischen Wrmeeigenschaften zu
verbessern.
VANADIUM
Dieses Element verfgt ber dieselben Eigenschaften wie Wolfram.
Graphit (Kohlenstoff)
Chrom
26
Titanium
Nickel
Molybdn
Schwefelkristalle
Silizium
KALTBEARBEITUNGEN
Die martensitischen Stahltypen werden manchmal kalt bearbeitet, mit dem alleinigen Ziel, Profile und Kanten zu erzeugen, da diese ihre mechanischen Eigenschaften durch Umformung nicht wesentlich verndern.
Sie reagieren hauptschlich auf Tempern.
Ferritische Stahlwerkstoffe verfgen ber eine niedrige Kaltumformungsrate, weswegen sie sich besser fr Komprimierung als fr Zugbelastung eignen.
Austenitische Stahlwerkstoffe weisen die beste Kaltumformungsrate auf. Ihre Bruch- und Ermdungswerte werden
deutlich nach oben verndert, die guten Ermdungs- und Kerbschlagzhigkeitswerte beibehalten.
Diese nichtrostenden Stahltypen verlieren einen Teil ihrer Bruchfestigkeit, wenn sie unter Zugabe von Schwefel oder
Kupfer hergestellt werden.
27
Beachten Sie, dass durch Vorhandensein von Titankarbiden, Niobium und nichtmetallischen Einschlsse die Formbarkeit der nichtrostenden Stahltypen verringert wird.
Die Steigerung der magnetischen Permeabilitt, die sich parallel zur Zunahme des Reduktionsverhltnisses erhht,
stellt einen weiteren Faktor dar, den es zu beachten gilt. Aufgrund dieser Tatsache besteht eine mangelnde Eignung
fr amagnetische Anwendungen.
Ausgehend von Warmwalzprodukten ist es mglich, das so genannte Kaltwalzen auszufhren (z. B. von Rundstahl
in Rollen oder Stangen).
Das Ausgangsmaterial aus ferritischem oder austenitischem Stahl wird enthrtet (Ausglhen oder Lsungsglhen) und
einem chemischen Beizverfahren unterzogen.
Die maximal anwendbaren Reduktionen liegen bei 75 % fr Austenite und bei 85 % fr Ferrite.
Falls mehrere Walzdurchlufe erforderlich sind, werden die Ferrite zuerst einer thermischen Rekristallisationsbehandlung und die Austeniten einer Lsungsglhung unterzogen.
Fr diesen Vorgang ist es auerordentlich wichtig, dass Material und Gerte sorgfltig gereinigt wurden.
Fr die Schmierung werden Flssigkeiten verwendet, die fr hohen Druck geeignet sind (meist handelt es sich um die
gleichen Produkte, die fr Kohlenstoffstahl oder Legierungen verwendet werden).
Bekanntlich kann durch Unterkhlung auf Temperaturen unter 0 C Restaustenit in Martensit umgewandelt werden.
Diesen Umstand kann man mit Kaltumformungen kombinieren, um den mechanischen Widerstand der austenitischen
Stahlwerkstoffe zu steigern, die im lsungsgeglhten Zustand ber moderate Bruch- und Ermdungswerte verfgen.
Im Folgenden einige Grafiken mit Hinweisen zu einigen nichtrostenden austenitischen Stahltypen.
Bruchlast N/mm2
Vernderung des Bruchlastgrenzwertes, der durch Kombinationseffekt erzielt wird: Durch Kaltwalzen und Materialtemperatur
in der Walzphase erzielte Umformung.
28
Beim Ziehen geht man wie beim Kaltwalzen von behandeltem und gebeiztem Material aus.
Der Walzdraht in Rollen bzw. das warmgewalzte Material in Stangen erhalten eine Oxalatbehandlung, wobei das
Oxalat als Haftgrund fr die spezifischen Schmierle fungiert. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit beim Ziehen muss
niedriger sein als bei gewhnlichem Kohlenstoffstahl bzw. Legierungen.
Das Reduktionsverhltnis schwankt zwischen 20 und 30 %, wobei der maximale Wert, je nach mechanischen Werten,
auf die man abzielt, bei 50 % liegt. Aus diesem Grund sind die Kaltumformungstabellen, die auf einigen Produktdatenblttern angegeben sind, manchmal sehr ntzlich.
Die grten Schwierigkeiten beim Ziehen der austenitischen Stahlwerkstoffe treten bei den Typen mit hohem Kohlenstoffgehalt sowie jenen Materialien auf, deren Bearbeitbarkeit durch Zugabe von Schwefel verbessert wurde bzw.
aufgrund von Sprdigkeit, die durch Wasserstoffabsorption in der Phase der chemischen Beizung verursacht wurde.
Mithilfe des Ziehens lassen sich ISO-Abweichungstoleranzwerte von H11 und H10 erzielen. Durch Verwendung spezieller Drahtzieheisen, die fr nichtrostende Stahltypen konzipiert wurden, sind auch Profile mit ISO-Toleranzwerten
von H9 mglich. Oft wird der gezogene Stahl mit Toleranzwerten von H8, H7, h6, g..f..js geschliffen.
Fr das Schleifen werden Schleifsteine des Typs 1 mit zylindrischer Form verwendet: Fr die Endbearbeitung bestehen
diese aus verglastem Gemisch und fr das Walzschleifen mit grerer Materialabtragung aus Bakelitgemisch.
Fr die Formung des Schraubengewindes verwendet man das so genannte Rollverfahren, dessen Aufgabe auch
darin besteht, die Hrte des Materials zu verbessern. Dieses hauptschlich bei austenitischen Stahltypen verwendete
Verfahren dient darber hinaus auch dazu, Verfestigungen gezielt zu berichtigen, zu gltten, zu kalibrieren bzw. diese
je nach der Kraft, die von den Walzen ausgebt wird, zu pressen. Bei den Schmiermitteln handelt es sich um le oder
Emulsionen, die ber die Fhigkeit verfgen, starkem Druck standzuhalten.
Die sogenannte Prgung erfolgt mit Hilfe von Prgeformen mit bestimmten Maserungen, mit denen man das Material presst. Das Ausgangsmaterial sollte soweit wie mglich enthrtet sein (geringste mgliche Hrte) und frei von
Gussnhten, Riefelungen und Oxid etc. sein.
Besondere Sorgfalt muss auch auf das Gewicht des zwischen die Pressformen einzufhrenden Materials gelegt werden; dieses muss dem Endvolumen des Prgestcks entsprechen. Bei der Prgung werden blicherweise keine Schmiermittel verwendet, da ein etwaiges berma an Flssigkeit die gute Haftung zwischen Material und Formschablone beeintrchtigen knnte. Einige spezifische Produkte werden je nach Erfahrungswert im entsprechenden Sektor
verwendet.
Das Profilieren von nichtrostenden Stahlwerkstoffen erfolgt hauptschlich auf Bndern. Die diversen Profile oder
Wellen werden im Kaltverfahren erzielt, indem man das Material durch Walzgerste zieht, die ber Schablonenwalzen
fr die optimale Oberflchenendbearbeitung (oft auch verchromt) verfgen. Bei diesem Vorgang ist eine krftige
Schmierung erforderlich. Als Schmiermittel dienen diverse Emulsionen, die die Eigenschaft besitzen, starkem Druck
standzuhalten.
Um keine Schden wie z. B. Risse zu verursachen, empfehlen wir die Anwendung entsprechender Falzradien, speziell
fr jene Ausgangsmaterialien, die bereits einer starken Kaltumformung unterzogen wurden.
Fr das Profilieren werden vorzugsweise austenitische nichtrostende Stahlwerkstoffe verwendet. Bei hohen sthetischen Anforderungen werden die Bnder mit einem Kunststofffilm bedeckt, der nach beendeter Arbeit entfernt
werden kann.
Die austenitischen Stahltypen sind jene Werkstoffe, die am meisten in den Sektoren verwendet werden, in denen ein
Falzen vorgesehen ist, unabhngig davon, ob es rechtwinkelig zur Walzrichtung (gnstigere Bedingung) oder parallel
zur Walzrichtung erfolgen soll.
29
Wenn sich das Material im kaltumgeformten Zustand befindet (kaltgewalzt oder kaltgezogen) kann es ntzlich sein, es
bei ca. 200 C vor dem Falzverfahren vorzuglhen, wobei spezifische Falzradien zu bercksichtigen sind.
Vergewissern Sie sich, dass die Kanten der Platten keine Schden oder Mngel aufweisen, die Risse oder Sprnge
verursachen knnen.
Die Oberflchen aller Werkzeuge und Maschinen mssen ber eine gute Endbearbeitung verfgen und drfen keine
Rostflecken aufweisen, um galvanische Reaktionen zu vermeiden, welche die Korrosion beschleunigen knnen.
Das Sandstrahlen oder Kugelstrahlen wird mit trgem Stahlsand oder mit kleinen nichtrostenden Stahlkugeln mit
groem Hrtegrad durchgefhrt. Dieser Vorgang kann z. B. auf den aus Austenitstahl hergestellten Schleifsteinen zur
Kaltumformung der Oberflchenschicht ausgefhrt werden.
Als Feinschleifen wird eine Oberflchenbehandlung der Werkstoffe bezeichnet, bei der ganz dnne Metallschichten
durch ein Schleifmittel abgetragen werden, das durch ein Bindemittel fixiert wird. Die wichtigste Funktion dieser
Verarbeitung besteht in der Abtragung schdlicher Substanzen wie Oxide und berflssige Rauheiten und Unebenheiten, die z. B. durch das Schweien verursacht wurden. Whrend dieses Verfahrens mssen die Druckparameter der
Schleifsteine und die Wrmeeinbringung auf die Werkstcke kontrolliert werden, um Deformationen zu vermeiden.
Unter Polieren versteht man die Feinbearbeitung, bei der die Oberflche zu sthetischen oder Dekorationszwecken
geglttet wird. Fr gewhnlich ergeben feinkrnigere Schleifmittel glattere Oberflchen. Als typische feinkrnige Mittel fr Endbehandlungen weisen wir auf die Typen 320/400 und fr das Feinschleifen von warmgewalzten nichtrostenden Stahlwerkstoffen auf die Typen 36760 hin. Beachten Sie auch, dass falls mehrere Arbeitsgnge oder Durchlufe
erforderlich sind, die Geschwindigkeit der Schleifwerkzeuge stufenweise gesenkt werden muss (vom grbsten bis zum
feinsten Grad).
Auch beim Brsten handelt es sich um eine Schleifttigkeit, die aber schwcher ist als die oben genannten und deren
Haupteigenschaft darin besteht, das die Frbung der Oberflche zu vereinheitlichen, z. B. wenn eine fein geschliffene
Schweischnur vorhanden ist. Das Brsten erfolgt mit Bndern, Tupfern oder Mikrofaserblttern.
Beim Glanzpolieren geht es nicht um das Abtragen von Material, es wird hauptschlich ausgefhrt, um die mit
nichtrostendem Stahl hergestellten Erzeugnisse zu gltten und deren Oberflche glnzend zu machen. Das kann mit
Hilfe von Baumwolltuchscheiben, Filz oder Lamellenscheiben geschehen, die mit Scheuerpasten oder Scheuerflssigkeiten imprgniert wurden, welche dazu beitragen, den Glanz des Stahls zu erhhen.
30
KALTWALZEN
Stufenanzahl fr austenitischen oder ferritischen Stahl von einem Warmband mit 5 mm Strke ausgehend
Reduktion
Anz. Umwandlungen
Anschlieende Behandlungen
Von mm
Auf mm
(Reduktionen)
5
4
1
Weichglhen
Beizen
3
Stufenweise, erste
5
3
Weichglhen
Beizen
Reduktion grer als die
anderen zwei
5
5
2
Stufenweise Reduktion der
-Beizen
Strke
Insgesamt darf die hchste Reduktion der Strke ohne Weichglh-Zwischenbehandlungen nicht 75%
(austenitisch) oder 85% (ferritisch) der ursprnglichen Warmbandstrke berschreiten.
Spezifischer Druck
N/mm2
880
1000
1120
1150
1250
1310
1440
1500
1630
1690
1760
1870
1930
1980
2030
2060
2125
2190
2220
Reduktion
%
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
70
75
80
85
90
Ferritischer Stahl
einige Stahlsorten: AISI 429 - 430 - 434
Austenitischer Stahl
einige Stahlsorten: AISI 301 - 302 - 303 - 304 - 316
Spezifischer Druck, der abhngig von der angewandten Strkereduktion fr das Kaltwalzen erforderlich ist.
Spezifischer Druck
N/mm2
815
890
1000
1060
1125
1190
1250
1315
1375
1440
1490
1510
1550
1560
1580
1630
1640
1660
1700
Reduktion
%
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
70
75
80
85
90
Ausgegangen wird beim Kaltwalzen von Warmbndern, die (je nach Art der rostfreien Stahltypen durch Lsungsglhen, Rekristallisationsglhen oder Glhen) entsprechend weichgeglht und gebeizt worden sind.
31
OBERFLCHENBEHANDLUNGEN
Arbeitsparameter fr elektrolytisches Polieren (Blanktzen)
Zusammensetzung des Bades
300 cm3 Orthophosphorsure
530 cm3 Glyzerin
90 cm3 Wasser
125 cm3 Schwefelsure
650 cm3 Orthophosphorsure
225 cm3 Wasser
110 cm3 Schwefelsure
600 g. Zitronensure
250 cm3 Methylalkohol oder
Butyl-, Propyl- oder thylalkohol
(1)
fr neues Bad
Kathodenmaterial
Austenitstahl
AISI 304
Spannung (1)
V
Stromdichte
A/cm2
Dauer
Minuten
Temperatur
des Bades C
4-5
0.08
15
100
Kupfer
8 - 15
0.08 - 0.20
5 - 10
85
Austenitstahl
AISI 304
6-8
0.08 - 0.55
1-3
50 - 125
Orientative Lsungen fr Dekontamination, Eisenspuren oder Verunreinigung durch Kontakt mit anderen Metallen
Art des rostfreien Stahls
Volumen %
Temperatur C
Austenitisch, ferritisch,
austenitisch-ferritisch,
Salpetersure (10 - 16)
25
Ausscheidungshrtbar
Reihe AISI 400 mit Cr < 16%
Salpetersure (8 - 12)
25
und bei verbesserter Bearbeitbarkeit
Die Lsungen sind auf die Massenkonzentration bezogen: Salpetersure 67%.
Zeit in Minuten
10 - 60
10 - 60
Reinigungsmittel
32
Anwendung
Mit Schwmmen,
sauberen Tchern,
weichen Brsten.
Reichlich absplen.
Bemerkungen
Siehe oben.
Siehe oben.
Siehe oben.
Keine Brsten oder
Siehe oben.
Metallwolle benutzen.
Stark befleckte Stellen
Eventuell kleine Schleifintensiv behandeln.
filzstcke aus Kunststoff
benutzen.
Auf satinierten
Oberflchen nur in der
Satinierrichtung reiben.
Warmgeformt
(2)
Ober-flchenbeschaffenheit
(1)
Erzeugnisform
A
1U
Warmgeformt,
nicht wrmebehandelt,
nicht entzundert.
1C
Warmgeformt,
wrmebehandelt (3),
nicht entzundert.
1E
Warmgeformt,
wrmebehandelt (3)
mechanisch entzundert.
--
1D
1X
Warmgeformt,
wrmebehandelt (3),
vorbearbeitet
2H
--
Bei durch Kaltziehen ohne anschlieende Wrmebehandlung gefertigten Erzeugnissen ist die
Zugfestigkeit wesentlich erhht. Insbesondere
-bei austenitischen Gefgen ist dies vom Grad der
Kaltumformung abhngig. Die Hrte kann an der
Oberflche hher sein als im Kern.
2D
--
2B
--
1G
--
--
2G
--
2P
--
Erzeugnis zeigt eine gepflegte Oberflchenbe-- schaffenheit. Die Oberflchenrauheit muss bei
der Anfrage und Bestellung vereinbart werden.
Kurz- Ausfhrungsart
zeichen
33
KALTBEARBEITUNG
Beispiele einiger Schden, die an Schneidplttchen feststellbar sind, die fr die Spanbeseitigung an rostfreiem Stahl benutzt
wurden, mgliche Ursachen und eventuelle Abhilfe.
FEHLER
URSACHE
Plastische
Verformung
Aufbauschneide
Beschdigung der
Schneidkante
Einsatz zu brchig.
Einsatz mit schwachen geometrischen Eigenschaften.
Bildung der Aufbauschneide.
Einschlagen des
Spans
ABHILFE
Hrteren Einsatz whlen.
Geschwindigkeit verringern.
Vorschub reduzieren.
Schnittgeschwindigkeit erhhen oder
einen Einsatz mit Positivspanwinkeln whlen.
Einen widerstandsfhigeren Einsatz whlen.
Einen Einsatz mit krftigerer Schneidkante whlen.
Schnittgeschwindigkeit erhhen oder
einen Einsatz mit Positivspanwinkeln whlen.
Vorschub leicht ndern.
Eine andere Schnittgeometrie whlen.
Einstellwinkel der Halterung ndern.
Bearbeitbarkeitsindexe fr rostfreien Stahl (Bezugsgrundlage entspricht 100 von AISI-Stahl B 1112 - DIN 10S20)
AISI - STAHL
STRUKTUR
BEARBEITBARKEITS-INDEX
403
410
416
420 (C = 0.30%)
431
405
430
430 F
201
302
303
304
304 L
305
316 L
Martensitisch
Martensitisch
Martensitisch
Martensitisch
Martensitisch
Ferritisch
Ferritisch
Ferritisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch
58
58
97 (1)
58
46
58
58
90 (1)
49
49
70 (1)
49
49
49
43
(1)
Verbesserte Bearbeitbarkeit. Um dort, wo dies mglich ist, die Zerstckelung des Spans zu begnstigen, wird mit Hilfe einer Kaltumformung
die plastische Kaltformnderung (Ziehen) durchgefhrt.
34
Hrte
HB
Umfangsgeschw. des
Stcks
M/Min.
15
15
15
15
15
15
Schnitt-Tiefe
mm
35
SCHWEISSEN
Indikative Spannungs- und Stromwerte fr manuelles Lichtbogenschweien mit Mantelelektroden
Elektrodendurchmesser
mm
Spannung
1,6
2
2,5
3,2
4
5
6
20 - 22
20 - 23
22 - 25
23 - 26
23 - 26
24 - 27
25 - 28
Stromstrke in A
Cr-Ni-Elektroden
Schweiposition
Eben
Senkrecht berkopf
20 - 35
15 - 25
20 - 30
30 - 50
25 - 35
30 - 45
40 - 65
35 - 50
40 - 60
65 - 100
55 - 75
65 - 85
95 - 145 80 - 105 90 - 120
125 - 190 105 - 135 125 - 155
200 - 280
Cr-Elektroden
Schweiposition
Eben
Senkrecht berkopf
50 - 75
80 - 115
115 - 160
155 - 210
40 - 55
50 - 65
65 - 80
75 - 95
90 - 110 110 - 130
125 - 145 145 - 160
Elektrodendurchmesser
MaterialStrke
Anzahl
der
mm
mm
Durchgnge
1,6
2
2,5
3,25
4
5
5
1,5
2
3
5 (1)
7 (1)
10 (1)
1
1
1
2 (2)
2 - 3 (2)
3 - 4 (2)
(1)
(2)
Stumpfschweien
Abstand zwischen
den Kanten
mm
0
0,5
0,8
1,5
1,5
1,5
2
Durchschn. Elektrodenanzahl
pro Schweimeter
Stumpf-sch- Eck-schweien
weien Nr.
Nr.
5,5
8,5
3,7
6
2,9
4,8
2,9
4
3,1
3,1
4,1
4,1
5
5,7
Mantelelektrode
Kurzschlusszndung
(Aus Dokumentation Inox-Zentrum)
36
37
3
9
4
4
4
4
4
6
6
4-6
4-6
4-6
4-6
4-6
4-6
5-6
5-6
3-7
E309
3-7
3-7
E309
3-7
CrMo
8
4
4
5
4
4
6
6
4-6
4-6
4-6
4-6
4-6
4-6
5-6
5-6
8-7
E309
8-7
8-7
E309
8-7
301
2
E308
E312
E308
E308
E308
E308
E312
E308
E308
E308
E308
E308
E312
E308
4
4
4
4
4
4
AISI
303
1
302B
E312
E308
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
4
4
4
4
4
4
AISI
302
E308
E312
E308
E308
E308
E308
E312
E308
E308
E308
E308
E308
E312
E308
4
4
4
4
4
4
AISI
E308L
E308
E308
E312
E308L
E308L
E308
E308L
E308L
E312
E308L
4
4
4
4
4
4
AISI
E310
E310
E312
E316
E316
E317
15
E308
E312
E347
4
4
4
4
4
4
AISI
E310
E312
E316
E316
E317
15
E308
E312
E347
4
4
4
4
4
4
AISI
E312
E316
E316
E308
E317
E308
E312
E308
4
4
4
4
4
4
AISI
11
E316
E316
E316
E308
E312
11
4
4
4
4
4
4
AISI
E316L
E316
E316L
E308L
E312
E316L
4
4
4
4
4
4
AISI
E317
E317 15
E308 E308L E347
E312 E308 E312 E330
11 E308L E347 E312 E347
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
AISI AISI AISI AISI AISI AISI
E309
E309 7
E309 7
7
E309 7 E309
E309 7
7
AISI AISI AISI
410
304 304 L 310 310 S 314 316 316 L 317 317 L 321 330 347 403 416 420 430
14
E308
E308
E308
E312
E308
E312
E308
E312
E308
E312
E308
4
4
4
4
4
4
AISI
12
AISI
E309
7
AISI
Grundmetalle
C-Stahl
CrMo-Stahl
AISI 301
AISI 302 - 302 B
AISI 303 (1)
AISI 304
AISI 304 L
AISI 310
AISI 310 S
AISI 314
AISI 316
AISI 316 L
AISI 317
AISI 317 L
AISI 321
AISI 330
AISI 347
AISI 403-405-410
AISI 416 (1)
AISI 420
AISI 430
AISI 430 F (1)
AISI 431
Indikative Wahl des mit rostfreiem Stahl umhllten Elektrodentyps fr Aneinanderschweien von rostfreiem Stahl sowie Schweien mit Kohlenstoffstahl und
mit legiertem Stahl.
SCHWEISSMATERIAL
WRMEBEHANDLUNG
Fr die untereinander sehr unterschiedlichen Gruppen von rostfreiem Stahl ist es wichtig zu wissen, welche Eigenschaften durch Wrmebehandlung erzielt werden knnen und welche davon die zweckmigsten sind.
WRMEOXIDATION
Gewichtsabnahme
Bei Temperaturen, die hher als 250 - 300 C sind, beginnen die Materialien aus rostfreiem Stahl zu oxidieren,
wenn sie behandelt oder in einer sauerstoffhaltigen Atmosphre (Luft) in Betrieb genommen werden. Bei steigender Temperatur nimmt auer der gelblichen Frbung auch die Oxiddicke (Glhspan/Zunder) mit daraus folgendem
Gewichtsverlust zu. Stahl, der am wenigsten davon betroffen ist, ist derjenige mit hohen Chrom-Nickel-Prozentstzen und stabilisierter Stahl.
Gewichtsverlustschema bei Vernderung der Aussetzungsdauer von Stahl 316Ti an der Luft bei unterschiedlichen Temperaturen
38
GEREGELTE ATMOSPHRE
Um die Zugabe von Sauerstoff zum rostfreien Erzeugnis zu verhindern oder auf ein Minimum zu beschrnken, setzen sich die trockenen Atmosphren in den fen normalerweise aus Gasen wie Argon und Stickstoff zusammen.
Mangels Sauerstoff wird kein Oxid gebildet, wodurch der Stahl seinen anfnglichen Glanz beibehalten kann.
Fr Behandlungen in Schutzatmosphre oder unter Vakuum (geregelt) der fertigen Werkstcke wird eine grndliche Reinigung mit flssigen oder zerstubten Lsungsmitteln empfohlen.
AUFKOHLUNG
Ist die Anreicherung mit Kohlenstoff, die an der Oberflche auftreten kann, wenn das Material mit Atmosphren
oder Material, das Kohlenstoff abgeben kann, in Berhrung kommt. Die Kohlenstoffanreicherung ist in der Regel
fr alle rostfreien Materialen schdlich und beraubt sie hufig ihrer ursprnglichen Eigenschaften.
ENTKOHLUNG
Erscheinung, die genau so schdlich wie die Aufkohlung ist; reduziert den Kohlenstoffgehalt an der Oberflche der
Erzeugnisse und verndert deren natrliche Eigenschaften. Ferrit- und Austenitstahl werden nicht beeintrchtigt,
jedoch schdlich fr Martensitstahl.
ROSTFREIER MARTENSITSTAHL
1.4005 - 1.4006 - 1.4021 - 1.4028 - 1.4031 - 1.4034 - 1.4035 - 1.4057 - 1.4101 - 1.4112 - 1.4116 - 1.4122 - 1.4125
Es handelt sich um den einzigen nichtrostenden Stahl, dessen mechanische Eigenschaften durch Tempern gendert
werden knnen.
Diese Stahlsorten besitzen die Umwandlungspunkte A1 und Austenitisierungspunkte A3, weshalb ihre Bruchwerte
(R N/mm2) und Fliewerte (Rp0.2 N/mm2) durch Tempern erhht werden knnen.
Ac1 Temperatur, bei der in der Anwrmphase die Bildung von Austenit beginnt.
Ac3 Temperatur, bei der in der Anwrmphase die Umwandlung von Ferrit in Austenit beendet ist.
Ms Temperatur, bei der in der Abkhlphase die Martensit-Start genannte Umwandlung von Austenit zu Martensit
abgeschlossen ist.
Mf: Temperatur, bei der die Umwandlung von Austenit zu Martensit abgeschlossen ist (Martensit-Finish).
Abhngig vom Kohlenstoff- und Chromgehalt lassen sich deshalb vollkommen gehrtete Strukturen erzielen, die
wie im Fall von Stahl 1.4021 (AISI 420) aus Martensit oder wie bei Stahl 1.4125 (AISI 440C) aus Martensit + Karbiden zusammengesetzt sind.
WEICHGLHEN
Diese Wrmebehandlung ist eine der preisgnstigsten und ermglicht es, Materialstrukturen zu erzielen, die leicht
zerspanbar und ebenso leicht kalt verformbar sind.
Fr niedriggekohlten Stahl kann die Abkhlung, nach der Haltedauer bei den fr jeden Stahl typischen Temperaturen, in ruhender Luft erfolgen.
Fr Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt gelten dieselben Modalitten, die erreichbare Hrte ist im Vergleich zum
vorhergehenden Fall aber hher.
39
Fr Stahl mit Nickelgehalt kann ein doppeltes Glhen, fr 1.4057 zum Beispiel ein erstes Glhen bei 770 C und
ein zweites Glhen bei 650-670 C durchgefhrt werden. Hochgekohlter Stahl erfordert Glhtemperaturen von
750-850 C, bei denen Hrten von maximal 280 HB erzielt werden knnen.
VOLLSTNDIGES GLHEN
Diese Wrmebehandlung wird angewandt, wenn ein hoher Kaltumformbarkeitswert erreicht werden soll. Die Temperaturen sind die typischen, die in den Produktblttern angegeben.
Fr niedriggekohlten Stahl mit beschrnkter Wrmeleitfhigkeit mssen langsame Anwrmzeiten und Durchwrmungszeiten von mindestens 2 Stunden pro Zoll an Strke angewendet werden. Die anschlieende Abkhlung muss
bei einer Geschwindigkeit von 15-25 C/St. bis 590 C und danach bis zur Raumtemperatur an der Luft erfolgen.
Fr Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt knnen dieselben Parameter wie oben angewendet werden.
Bei Nickelstahl > 1% wird diese Wrmebehandlungsart nicht angewendet.
Fr hochgekohlten Stahl sind die Temperaturen im Vergleich zu den fr die vorhergehenden Stahltypologien benutzten in der Regel hher. Die Abkhlung muss bis zu 790-760C im Ofen erfolgen, der eine Haltezeit abhngig
von der Gre des Werkstcks und eine Abkhlung bis 590 C bei einer Geschwindigkeit von 15-25C/St. folgt,
abschlieend in ruhender Luft abblasen.
ISOTHERMGLHEN
TEMPERN
Diese Wrmebehandlung wird fr den martensitischen Typ angewandt.
Sie besteht aus einer kontrollierten Anwrmzeit bis zur typischen Temperatur von jedem Stahl, einer Haltezeit, die
von der Masse des Stcks abhngt und einer raschen Abkhlung, welche die Umwandlung von Austenit in Martensit ermglicht.
Fr die Haltedauer betrgt die Zeit pro 25 mm Strke des zu behandelnden Stcks 30 bis 35 Minuten.
Nach dem Tempern muss, je nachdem welche Eigenschaften gewnscht werden (mechanische, Rostbestndigkeit
etc.) ein Anlassen oder eine Entspannung durchgefhrt werden.
Im Wrmebehandlungsjargon werden die Temper- und Anlassvorgnge mit einem einheitlichen Ausdruck bezeichnet: Vergtung.
Als Khlmittel wird Wasser meistens ausgeschlossen, weil seine rasche Wirkung die Bildung von Rissen verursa-
40
chen kann. In den meisten Fllen wird Folgendes benutzt: Feuchte Luft, auf 40-90 C erhitztes l und Polymere.
Die Khlgeschwindigkeit muss auch wegen des Umstandes, dass Martensitstahl hufig selbsthrtend ist, niedrig
gehalten werden.
Whrend der langsamen Vorwrmphase und vor Erreichen der Tempertemperatur werden Haltezeiten bei 740760C empfohlen, um den Temperaturausgleich im Werkstoff und die Gleichgewichtseinstellung herbeizufhren
und eventuelle, durch Kaltumformungen oder starke mechanische Bearbeitungen verursachte Spannungen zu beseitigen. Anschlieend muss man rasch auf die festgelegte Temperatur zurckzukehren.
Wie bei Kohlenstoffstahl und bei legiertem Stahl gilt die Regel, dass die Hrte im Verhltnis zum Anstieg des Kohlenstoffanteils zunimmt.
Jeder Kohlenstoffgehalt ist an einen Hrtbarkeitsindex gebunden. Als praktisches Beispiel knnen wir anfhren,
dass der maximal durchhrtbare Durchmesser fr Stahl 1.4006 200 mm betrgt und bei Stahl 1.4021 300 mm
erreicht werden knnen.
Um ganz sicherzugehen, dass das gesamte Austenit anschlieend in Martensit umgewandelt wird, sollte in der
Temperphase bis 180-200C gekhlt werden.
ANLASSEN
Wird am getemperten Material durchgefhrt, um dem Werkstoff Stabilitt zu verleihen.
Bei Martensitstahl ermglicht das Anlassen gute Bruch-, Streck-, und Dehnungseigenschaften sowie eine ausreichende Zhigkeit. Es wird darauf hingewiesen, dass die beste Zhigkeit dem Austenitstahl eigen ist.
Fr die Haltedauer betrgt die Zeit pro 25 mm Strke des zu behandelnden Werkstcks 50 bis 60 Minuten.
Bei niedrigen Temperaturen werden gewhnlich lange und bei den hohen kurze Haltezeiten eingesetzt.
Bei niedriggekohltem Stahl und Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt sollten keine Anlasstemperaturen zwischen
400 und 570C benutzt werden, weil sie die Zhigkeit und die Korrosionsbestndigkeit senken knnten. Die blicherweise eingesetzten reichen von 600 bis 780 C. Fr hochgekohlten Stahl (z. B. Messerschmiedewaren), bei
dem maximale Hrte erwnscht ist, wird bei 250 C eine Entspannung vorgenommen.
Die Abkhlung nach dem Anlassen wird in ruhender Luft durchgefhrt.
ENTSPANNUNG
Wrmebehandlung, die im Vergleich zu denjenigen, die fr das Anlassen benutzt werden, bei niedrigeren Temperaturen durchgefhrt wird, um eventuelle durch Khlung nach dem Tempern verursachte Restspannungen zu
beseitigen oder die negative Wirkung des im festen Zustand im Material gelsten Wasserstoffs abzuschwchen.
Die Temperaturen variieren zwischen 150 und 300 C und knnen in einigen Fllen 430 C erreichen.
Dieser Vorgang muss unmittelbar nach Abschluss des Temperns, wenn die Temperatur der Werkstcke noch 60100 C betrgt, durchgefhrt werden.
Fr die Haltedauer kann man die fr das Anlassen benutzten anwenden.
Fr die Khlung werden bewegte oder ruhende Luft und in einigen Fllen l oder Polymere benutzt.
41
ROSTFREIER FERRITSTAHL
1.4016 - 1.4105 - 1.4106 MOD - ASI 430 FMo
Fr diese Kategorie lassen sich die mechanischen Eigenschaften nicht durch Tempern erhhen.
Die wichtigste Behandlung, der sie unterzogen wird, ist Rekristallisationsglhen.
Dieser Stahl hat, egal welcher Temperatur er ausgesetzt wird, stets eine stabile ferritische Struktur.
REKRISTALLISATION
ASTM
405
409
430
430 F
442
446
42
NR.
1.4002
1.4512
1.4016
1.4104
1.4762 ~
REKRISTALLISATIONSTEMPERATUR C
810 - 700
900 - 870
810 - 700
790 - 710
830 - 760
820 - 780
ABKHLUNG
Luft
Luft
Luft
Luft
Luft
Luft
ROSTFREIER AUSTENITSTAHL
1.4301 - 1.4305 - 1.4307 - 1.4401 - 1.4404 - 1.4541 -1.4567 - 1.4570
Dieser Stahl eignet sich nicht zur Erhhung der mechanischen Eigenschaften durch Tempern, kann nach Lsungsglhen
und plastischer Kaltverformung (z. B. Ziehen) aber gute Bruch-, Streck-, Dehnungs- und Zhigkeitswerte vorweisen.
Die Werkstoffe aus dieser Familie weisen auch bei Raumtemperatur eine austenitische Struktur auf.
LSUNGSGLHEN
Die Behandlung ist dem Tempern hnlich, im Vergleich zu den fr Vergtungsstahl benutzten werden aber viel hhere
Temperaturen angewandt.
Die Temperatur ist normalerweise hher als 1000C (die klassische Temperatur betrgt 1050 C), so dass die Materialstruktur homogenisiert und die Kohlenstoffe in der Matrize verbreitet werden. Die Abkhlung erfolgt in der Regel
rasch durch Eintauchen in Wasser, um die Haltezeit im Bereich 450-850C zu begrenzen, in dem hufig die auch
Sensibilisierung genannte Kohlenstoffausscheidung stattfindet.
Wenn die ausgeschiedenen Chromkarbide in der Schmiede-, Warmwalz- oder Schweiphase nicht wieder in die Lsung getaucht werden, um den richtigen Prozentsatz (mind. 12%) wieder herzustellen, hat dies den Verlust der
Rostbestndigkeit zur Folge. Die Ausscheidung der Karbide erfolgt im Bereich zwischen 450 und 850 C. Durch das
Lsungsglhen nimmt der Stahl einen Zustand maximaler Enthrtung und optimaler Verformbarkeit an.
Angesichts der hohen Temperatur, die sowohl am Rand als auch im Zentrum des Werkstoffs unerwnschte Wirkungen
erzielen kann, werden je 3 mm Strke kurze Haltezeiten von 3-5 Minuten empfohlen. Das Lsungsglhen wird auch
zwischen zwei Kaltverformungsvorgngen wiederholt, um dem Material ohne die Bildung von Brchen die Mglichkeit zu geben, erneut die Eignung zur Dehnung (Verformbarkeit) zu erlangen.
43
ASTM
LSUNGSGLH-TEMPERATUR C
ABHLUNG
201, 202
1120 - 1010
Wasser
1120 - 1035
Wasser
1120 - 1010
Wasser
304L
1120 - 1010
Wasser
309, 309S
1120 - 1035
Wasser
310, 310S
1080 - 1035
Wasser
314
1120 - 1040
Wasser
316
1120 - 1035
Wasser
317
1120 - 1065
Wasser
316L, 317L
1105 - 1040
Wasser
321
1080 - 905
Wasser
347, 348
1100 - 980
Wasser
SENSIBILISIERUNG
Sensibilisierungstemperatur
Hierbei handelt es sich um keine qualitativ hochwertige Wrmebehandlung, weshalb sie vermieden werden sollte. Sie
wird ausschlielich zu dem Zweck benutzt, die Neigung von nichtrostendem Stahl zur Korrosion an den Korngrenzen
nach einer Wrmebehandlung oder nach dem Schweien zu berprfen.
Wie bereits beim Lsungsglhen erwhnt, kann die Chromverarmung zwischen 450 und 850 C auftreten, wenn im
Stahl keine stabilisierenden Elemente (z. B. Nb, Ti) enthalten sind. Bei diesen Temperaturen werden die verschiedenen
Prfungen durchgefhrt. Die Prftemperaturen fr stabilisierten Stahl betragen zwischen 1250 und 1300 C.
Um die Gefahr der Sensibilisierung zu senken, wird niedriggekohlter Stahl aus der Serie L low carbon (C% < 0.03,
z. B. AISI 304L, 316L...) und mit Ti, Nb, Ta (z. B. AISI 321, 317) stabilisierter Stahl benutzt.
Ausscheidungsphase Chromkarbide
Sensibilisierungszeit
44
VERLAUF
der Ausscheidungserscheinung
von Chromkarbiden
abhngig vom
Prozentsatz
der in Austenitstahl
vorhandenen
Kohlenstoffe
ENTSPANNUNG
Diese Behandlung wird aus den genannten Grnden der Chromverarmung bei Temperaturen unter 450 C fr Austenitstahl durchgefhrt. Die Anwrmtemperatur wird auf circa 350-430 C gebracht, die Haltezeit hngt von der Strke
ab, um einen Temperaturausgleich herzustellen, und anschlieend findet die Abkhlung an der Luft statt.
Das Ergebnis dieses Vorgangs besteht in der Beseitigung von Spannungen, die durch mechanische Bearbeitungen,
Kaltverformungen, Schweien oder drastische Abkhlung bertragen wurden und um der Entstehung von Spannungskorrosion vorzubeugen.
All diese Spannungen knnen, wenn sie nicht abgeschwcht werden, zur Rissbildung fhren. In einigen Texten wird
der Ausdruck Entspannung bei 800-850 C nach dem Schweien benutzt, die Bezeichnung Glhen ist jedoch
korrekter.
STABILISIERUNG
Ist der Entspannung hnlich und hat dieselben Wirkungen, wird aber bei Temperaturen zwischen 900 und 800 C
(klassische Temp. 885 C) durchgefhrt. Durch diese Behandlung wird die Ausscheidung der Chromkarbide verhindert
und maximale Korrosionsbestndigkeit von Austenitstahl erzielt.
Austenitische Strukturen
Stahl 1.4401
Gewalzt lsungsgeglht und anschl.
gezogen
Stahl 1.4404
gewalzt lsungsgeglht und anschl.
gezogen
45
Nr.
1.4301
1.4401
1.4021
1.4057
ASTM
(304)
316
420A
431
Durchfhrbarkeit
[]
[]
[]
[]
46
ORIENTIERUNGSPARAMETER
Strke
Geschwindigk.
mm
mm / s
6
86
13
42
25
21
51
9
76
7
102
3
(1)
Die Leistung des Plasmagases hngt vom Dsendurchmesser und vom benutzten Gas ab und variiert von 47 dm3/
Min
Fr Durchmesser von 3,02 mm bis 94 dm3/Minute fr Durchmesser von 4,08 mm.
In der Regel werden Gase wie Stickstoff und Argon mit Wasserstoffzustzen bis 35% benutzt.
47
OBERFLCHENBEHANDLUNGEN
Alle warm durchgefhrten Vorgnge (Schmieden, Walzen, Schweien, Wrmebehandlungen) verursachen Oberflchenoxidation an Kohlenstoffstahl, legiertem und rostfreiem Stahl.
Die gemeinhin Zunder genannte Oxidschicht muss entfernt werden, weil sie in der Gesenkschmiede- und Ziehphase Probleme bereitet und vor allem die Korrosionsbestndigkeit verschlechtern kann.
Die bekanntesten Reinigungssysteme sind Surebeizen, Beizen mit geschmolzener Soda, Sandstrahlen und Schruppen.
ENTFETTUNG
Vor Beiz- und Schweivorgngen mssen Fette oder an der Materialoberflche vorhandene Schmierstoffe unbedingt
beseitigt werden. Diese beispielsweise beim Tiefziehen und Ziehen verwendeten Verbindungen knnen mit Kohlenstofftetrachlorid, Trichlorthylen oder Alkalimischungen und feinen Schleifpulvern entfernt werden.
Nach der Entfettung muss sorgfltig abgesplt werden.
SANDSTRAHLEN
Diese Technik wird bei nichtrostenden Stahlerzeugnissen, auer bei einigen geschmolzenen oder geschmiedeten Stcken mit sehr fest haftenden Schuppen, selten angewendet.
Wenn dieser Vorgang unbedingt notwendig ist, muss sehr feiner Sand oder Kies benutzt und danach eine Dekontaminations-Passivierungsbehandlung durchgefhrt werden.
SUREBEIZEN
Vor dem Beizen muss eine sorgfltige Reinigung durchgefhrt werden, um mit Hilfe geeigneter Bder smtliche Spuren unlslicher Stoffe zu beseitigen. Als Beispiel fhren wir einige an.
Ferrit- und Martensitstahl in geglhtem Zustand
Bad bei 50 - 60 C oder bei Raumtemperatur, aber mit sehr langen Eintauchzeiten:
Salpetersure 52 % (36 B)
100 Liter
Fluorwasserstoffsure 65 %
10 Liter
Wasser
900 Liter
Fr schnelles Beizen oder Materialien, die sich schwierig reinigen lassen, ist ein Bad bei einer Temperatur nahe des
Siedepunktes mglich:
Soda 20 %
Gewichtsabhngig
Kaliumpermanganat 5%
Gewichtsabhngig
Wasser 75 %
Gewichtsabhngig
48
Niedriggekohlter Austenitstahl
Bad bei 50 - 60 C oder bei Raumtemperatur, aber mit sehr langen Eintauchzeiten:
Salpetersure 52 % (36 B)
100 Liter
Fluorwasserstoffsure 65 %
20 Liter
Wasser
900 Liter
Wenn Korngrenzenkorrosionsgefahr besteht, ist es blich die Werkstoffe so kurz wie mglich im Beizbad zu lassen.
BEIZEN MIT GESCHMOLZENER SODA
Wird manchmal vor dem Surebeizen durchgefhrt, um die Beseitigung von Zunder zu erleichtern.
A) 15 Minuten lang in das auf 450 C erwrmte Bad aus geschmolzener Soda mit Zusatz von Natriumnitrat oder
Kaliumnitrat (5 - 20%) tauchen. Nach der Eintauchzeit sofort und energisch in Wasser abkhlen, anschlieend zum
Surebeizen bergehen.
B) Einige Minuten lang in das auf 370 - 380C beheizte Bad aus geschmolzener Soda mit Zusatz von Natriumhydrid
(1-2%) tauchen. Nach der Eintauchzeit sofort und energisch in Wasser abkhlen, anschlieend zum Surebeizen
bergehen.
DEKONTAMINATION/ PASSIVIERUNG
49
50
PASSIVIERUNG
Chemische Behandlungen mit Salpetersurelsungen, die fr die unterschiedlichen Typen von rostfreiem Stahl empfohlen werden. Passivierung, Auszug aus ASTM A 967
EN
UNS
1.4372
1.4373 ~
1.4310 ~
1.4310 ~
1.4301 ~
1.4567
1.4315 ~
1.4303 ~
1.4303 ~
1.4828 ~
1.4842 ~
1.4841
1.4401
1.4404
1.4401 ~
1.4541
S20100
S20200
S30100
S30200
S30400
S30430
S30451
S30500
S30800
S30900
S31000
S31400
S31600
S31603
S31609
S32100
1.4002 ~
1.4512 ~
1.4001 ~
1.4016
1.4113
1.4526 ~
1.4749 ~
S40500
S40900
S42900
S43000
S43400
S43600
S44600
1.4305
S30300
NITRIC 1
NITRIC 2
AustenitiSCH
FerritiSCH
bessere verarbeitbarkeit
S30330
S30360
S34720
1.4104
S43020
S44020
1.4000 ~
1.4006
1.4005
1.4021
1.4057
1.4112
1.4125
S40300
S41000
S41600
S42000
S43100
S44003
S44004
1.4460 ~
S32900
1.4542
1.4568
S17400
S17700
S35500
NITRIC 1
NITRIC 2
NITRIC 3
NITRIC 4
NITRIC 3
NITRIC 4
MartensiTISCH
Duplex
ausscheidungshrter
51
KORROSION
Auer Gold und Platin werden alle Metalle in ihrem Primrzustand aus Mineralien mit verschiedenen chemischen
Verbindungen gewonnen. Die meisten dieser Metallverbindungen verndern sich bei Kontakt mit Wasser, Dampf oder
Luft und neigen dazu, zu ihrem ursprnglichen Zustand zurckzukehren.
Legierungen, die eigens entwickelt worden sind, um sich dieser Vernderung zu widersetzen, werden nichtrostender
Stahl mit Passivierungsvermgen bei Kontakt mit einem Oxidans genannt.
Die Passivierung ist eine hauchdnne, ziemlich fest haftende Oxidschicht (~ 0,01 Mikron), die sich von selbst an
der Oberflche bildet, das Fortschreiten der Korrosion verzgert und das Grundmetall rostfreier Stahlerzeugnisse
schtzt. Eines der wichtigsten chemischen Elemente fr die Bildung der Oxidschicht ist Chrom, ein Element, das den
rostfreien Stahl auszeichnet. Seine wichtigste Fhigkeit besteht darin, trockener (Oxidation) und feuchter chemischer
Beanspruchung (Korrosion) zu widerstehen, und zwar sowohl bei Raumtemperatur als auch bei hohen Temperaturen.
Wird die Oxidschicht wegen einer falschen Wahl des Materialtyps hinsichtlich der Arbeitsbedingungen angegriffen,
tritt Korrosion auf.
Passivierung: Eigenschaft einiger Metallelemente und -legierungen (nichtrostender Stahl), an der Oberflche zu
oxidieren; der dnne Film schtzt das Grundmetall vor Korrosion.
Korrosion: Chemisch-physikalisches Phnomen, das in der Einwirkung uerer Faktoren auf Metallmaterialien besteht.
Auch bei galvanischen Behandlungen kann Korrosion durch Berhrung von Materialien mit unterschiedlichen elektrochemischen Eigenschaften oder unter Spannung ausgelst werden. Die kombinierte Wirkung einer korrosiven Umgebung und mechanischer Beanspruchung in Zugrichtung fhrt zu Materialbruch.
EINHEITLICHE KORROSION
Wie man dem Namen entnehmen kann, tritt diese Korrosionsart durch einen gleichmigen Materialverlust auf der
gesamten Oberflche auf. Die Auswirkung wird in der Regel als Gewichtsverlust pro Stunde in Gramm pro Quadratmeter oder Dickeverlust in mm pro Jahr gemessen. Auf der Grundlage von Labor- und Forschungstests kann die Lebensdauer der Werkstcke in einer bestimmten korrosiven Umgebung und fr die unterschiedlichen Stahltypen berechnet
werden. Diese Korrosionsart tritt bei rostfreiem Stahl aber eher selten auf.
SPALTKORROSION - CREVICE
Tritt in sauerstoffarmen Bereichen und bei Vorhandensein aggressiver Stoffe auf. Die auch crevice corrosion
genannte Spaltkorrosion erfolgt bei Kontakt von Lsungen, die Chlor-Ion enthalten. Innerhalb ganz enger, durch Oberflchenkontakt zwischen verschiedenen Fabrikaten erzeugter Rume staut sich die eingedrungene Flssigkeit und lst
die Korrosion aus.
Pitting (Grbchenbildung)
Tritt lokal auf, und der grte Teil der Oberflche bleibt unversehrt.
Diese Korrosionsart entwickelt sich in der Tiefe und kann in Extremfllen Werkstoffe mit geringer Strke durchbohren.
Die Entwicklung dieser Korrosion kann wegen ihres punktuellen Charakters nicht durch Gewichtsabnahme gemessen
werden.
52
Lochfrakorrosion tritt in Lsungen mit eisenhaltigen Halogenen auf, vor allem mit lslichem Chlorid, Bromid und Jodid von Schwermetallen, die dazu neigen den passiven Oxidfilm zu entfernen und die Oberflche wieder in den aktiven
Zustand zu versetzen, wodurch die Korrosion die Mglichkeit erhlt, den Werkstoff anzugreifen. Dieser negative Effekt
ist irrefhrend und gefhrlich, weil er bei der Sichtprfung bersehen werden kann.
Seine Wirkung entwickelt sich unter zwei Umstnden:
1) Inkubation, bei der die aggressiven Ionen den passiven Film anfressen;
2) Wachstum der Grbchen aufgrund von Autokatalyse.
KORNGRENZENKORROSION
Sehr gefhrliche Korrosion, die nicht stabilisierten Austenitstahl und nicht niedriggekohlten Stahl gefhrdet.
Die individuelle Kohsion der Krner wird durch Korrosion beschdigt, die sich nach und nach entlang ihrer Grenzen
entwickelt und ihr Haftvermgen schwcht. Dieser Schaden wird durch Strukturnderungen des Stahls verursacht und
tritt whrend des Anwrmens (bei 400 bis 900 C, wo die Karbidausscheidung an den Korngrenzen auftreten kann)
in der Betriebsphase oder bei Vorgngen wie zum Beispiel dem Schweien auf. Um von dieser Korrosion verschont zu
werden, muss Austenitstahl immer bei 1.150-1.000 C, der Temperatur, bei der sich die Karbide auflsen, lsungsgeglht werden.
Fr Teile, die ber einen lngeren Zeitraum Temperaturen von 400-900 C ausgesetzt sind, ist ausschlielich stabilisierter Austenitstahl mit Zustzen von Titan und Niob oder niedriggekohlter Strahl zu verwenden.
ELEKTROLYTISCHE KORROSION
Tritt in Erscheinung, wenn ein als Kathode dienendes Element aus rostfreiem Stahl mit verunreinigenden Metallen oder
einem anderen, weniger edlen Metall (z. B. Aluminium, Zink etc.) innerhalb eines ausreichend aggressiven Elektrolyts
(z. B. Meeresambiente) in Berhrung kommt. Galvanische Bedingungen entwickeln sich leichter, wenn das Verhltnis
zwischen den in Kontakt stehenden Oberflchen hher ist, d.h. je grer die Oberflche von rostfreiem Stahl (Kathode) im Vergleich zu derjenigen des nicht so edlen Metalls (Anode) ist.
SPANNUNGSKORROSION ODER SPANNUNGSRISSKORROSION
Wirkt durch Entstehung dnner Risse, die in die Tiefe der Stahlmatrize dringen.
Die Risse knnen sich ber den gesamten Querschnitt des Werkstcks entwickeln.
Tritt bei stndigem Vorhandensein eines korrosiven Stoffes und bei Spannung (in Zugrichtung) an der Komponente auf.
Diese Korrosionsart entsteht zum Beispiel durch innere Spannungen, die durch Kaltverformungen oder statische Beanspruchung intensiviert werden. Typische Umgebungen, die diese Korrosion verursachen knnen, sind diejenigen mit
starken Alkalilsungen und chloridhaltigen Lsungen.
Unter bestimmten Bedingungen knnen auch Wasser und Dampf eine hnliche Wirkung haben.
Die Korrosion unter Spannung entsteht am hufigsten bei rostfreiem Austenitstahl und bei vergtetem Martensitstahl.
Ferritstahl und Duplexstahl reagieren nicht so empfindlich auf diesen negativen Effekt.
ATMOSPHRISCHE KORROSION
53
KONTAKTKORROSION
Lokal begrenzte Korrosion, die in dem Bereich auftritt, in dem zwei verschiedene Materialien miteinander in Berhrung
kommen.
TROCKENKORROSION
Korrosion eines Metallmaterials, die bei hohen Temperaturen ohne Wasser oder ein anderes Lsungsmittel auftritt.
KAVITATION
Auf die Einwirkung von Gas oder Flssigkeit in Bewegung zurckzufhrender Oberflchenfehler. Kavitationsschden
werden beschleunigt, wenn das Gas oder die Flssigkeit schnellen Drucknderungen unterliegt.
KORROSIONSKRATER
Hohlraum an der Oberflche mit einer Tiefe, die seinen Quermaen entspricht.
SPANNUNGSKORROSION
Beinhaltet sowohl die Korrosion durch Selbstspannung als auch die Korrosion unter Beanspruchung.
54
EINIGE KORROSIONSABBILDUNGEN
Einheitlich
Pitting
Korngrenze
Galvanisch
Unter Spannung
55
KALKABLAGERUNGEN
Um von Wasser hinterlassene Kalkablagerungen zu beseitigen, benutzen Sie eine Mehrzweck-Reinigungscreme
und ein weiches Tuch. Dickere Ablagerungen knnen durch Einweichen in eine Lsung aus sehr heiem Wasser
mit Essig gelst werden. Reichlich mit einer Lsung aus Wasser und Natriumbicarbonat und anschlieend mit
sauberem Wasser absplen. Sorgfltig trocknen.
L- UND FETTFLECKEN
Ein sanftes Reinigungsmittel in sehr heiem Wasser benutzen. Mit reichlich sauberem Wasser absplen und mit
einem Tuch abtrocknen. Fr hartnckigere Flecken thylalkohol, Aceton oder ein anderes, nicht halogeniertes
Lsungsmittel benutzen.
ABDRCKE
Ein sanftes Reinigungsmittel mit Wasser benutzen oder alternativ leicht mit einem weichen Tuch (z. B. Mikrofaser)
und Glasreiniger abreiben.
BRANDFLECKEN
Ein Tuch mit Mehrzweck-Reinigungscreme fr den Haushaltseinsatz benutzen. Unter flieendem Wasser absplen
und mit einem weichen Tuch abtrocknen.
OBERFLCHLICHE KRATZER
Spezialreiniger/Politur fr rostfreien Stahl mit einem weichen Tuch benutzen.
ROSTFLECKEN (Verunreinigung)
Rostflecken knnen nicht durch die Korrosion von rostfreiem Stahl, sondern durch alltgliche Gebrauchsgegenstnde aus gewhnlichem Stahl verursacht werden, die lngere Zeit auf der Oberflche aus rostfreiem Stahl liegen
gelassen werden oder Eisenpartikel bertragen knnen. Um diese Flecken zu beseitigen, leicht mit einem weichen,
angefeuchteten Tuch und Reinigungscreme abreiben. Sollte sich der Fleck nicht entfernen lassen, ein spezielles
Passivierungs- oder Beizmittel fr rostfreien Stahl anwenden.
56
NICHT BENUTZEN: Metallwolle, Brsten oder aus anderen Metallen oder Legierungen (z. B. gewhnlicher Stahl,
Aluminium, Messing etc.) hergestellte Schleifscheiben oder Werkzeuge, die zuvor fr die Bearbeitung oder Reinigung von anderen Metallen oder Legierungen benutzt worden sind, die auer die Oberflche zu verkratzen auch
unsthetische Rnder verursachen wrden.
Metallwolle und Brsten aus rostfreiem Stahl sind kompatibel, da sie die Oberflche nicht verunreinigen. Um eventuelle Kratzer zu vermeiden, sollte man aber trotzdem vorsichtig sein.
NICHT BENUTZEN: Chlorwasserstoffsure (Salzsure). Auch der zum Beispiel durch das Wischen von Bden
entstehende Kontakt mit Dmpfen von Chlorwasserstoffsure sollte vermieden werden. Im Allgemeinen sollten fr
Inoxstahl, auer fr kurze Zeitrume und wenn der Stahl danach grndlich abgesplt wird, keine Reinigungsmittel
mit Chloriden benutzt werden. Keine Chlorlaugen benutzen.
NICHT BENUTZEN: Scheuerpulver, die das Aussehen der Oberflchenbearbeitung (zum Beispiel Satinierung)
beschdigen knnten.
NICHT BENUTZEN: Stoffe, die normalerweise fr die Reinigung von Silber benutzt werden.
57
LAGERUNG
Fast alle Lager vertreiben unterschiedliche Qualitten von Materialien aus Metall, Kohlenstoff und legierten bis
hin zu rostfreien Materialien. Unter diesen Bedingungen sind Methoden erforderlich, die zur Vermeidung aller
Beschdigung der Erzeugnisse geeignet sind. Die hufigsten Fehler werden durch mechanische Schden und Rost
verursacht.
1) Um Kratzer oder Druckstellen, sowie Kontakt zu nicht rostfreiem Material zu verhindern, sollten rostfreie Stahlerzeugnisse mglichst durch Kunststoffbeschichtungen geschtzt werden. Diese Technik ermglicht die Erhaltung
der im Herstellungsbetrieb ausgefhrten Bearbeitungs- und Polierwerte.
2) Um direkte Verunreinigung durch Kontakt oder durch Ablagerung von Eisenpulver zu verhindern, mssen die
unterschiedlichen Metalltypen zumindest nach Zugehrigkeit (z. B. Kohlenstoff mit Kohlenstoff, Austenit mit
Austenit) gelagert werden.
3) Gabeln, Ketten, Wagen etc. mssen mit Gummi, Kunststoff oder Holz beschichtet sein. Hebezeug muss aus
Stoffseilen oder -gurten und nicht aus Stahlketten bestehen. Werkzeuge, Scheren, Hebebhnen, Pressen und
alle Gerte, die mit Kohlenstoffstahl in Berhrung gekommen ist, mssen vor dem Einsatz mit nichtrostendem
Stahl von verbleibenden Eisenpartikeln gesubert werden.
4) Bleche und Stangen aus rostfreiem Stahl drfen nicht mit fettverschmutzten Sohlen oder mit Sohlen getreten
werden, an denen Metallpulver anderer Stahlkategorien haftet.
5) Werden bei der Erstellung von Stapeln Umreifungsbnder aus Kohlenstoffstahl benutzt, mssen diese isoliert
werden und drfen nicht mit der Oberflche des rostfreien Materials in Kontakt kommen.
58
Empirische Formeln
MS Ferritisch - Martensitscher
bergangsbereichWalker-Gooch
MNA
Martensit-Zahl auf der Basis
von Md30 Angel-Nohara
MNK
Martensit-Zahl auf der Basis
des WRC-1992 Diagramms
Kotecki-Siewert
MS
Austenitisch - Martensitischer
bergangsbereich SINTEF
Welding handbook 1997
SM
Erstarrungsart auf der Basis
des WRC-1992
Diagramms Kotecki-Siewert
FNA
Ferrit-Zahlauf der Basis des
vervollstndigten
Schaeffler /de Long Diagramms
ASME III div. 1 NB-2433
IMP
Intermetallische Verbindungauf IMP = F - 0,23A - 20,2
der Basis von FNA
IMP = F + 1,25A - 32,8
quivalenten und
SINTEF Welding handbook 1997
PRE
WirksummeHerbsleb (30N)
-Truman (16N)
Ferritisch
FM = (A - 1,2) / (F - 8)
FM
Ferritisch - Martensitiscer Bereich fur
F = min 8mit:
im
= 1,5Si + Cr + Mo + 2Ti + 0,5NbA = 30C + 0,5Mn +
Schaeffler / de Long-Diagramm F30N
+ Ni + 0,5Cu + 0,5Co
Ferritisch falls:
FM = 0,00 - 0,30
Martensitisch
Anwendungsbereich
Ferritisch - Martensitischfalls:
FM = 0,30 - 1,0
Martensitisch falls:
FM = 1,00 - 4,00
Martensitisch falls:
MS = 100 - 300
Austenitisch-Martensitischfalls: MNA = 100 - 300
Metastabil austenitischfalls:
MNA = 0 - 100
oder MNK = (-2) 0
Austenitisch
Duplex
Gefgestruktur
Austenitisch falls:
MS = (-1000) - (-10)
Voll austenitisch
falls:
SM = (-30) - (-4)
Austenitisch falls:
FNA = (-40) - 20
Austenitisch-Ferritisch
(Duplex) falls:
FNA = 30 50oder
SM = 8 - 15
fr A = min 8,7
fr A = max 8,6
am hufigsten
gebrauchte Formel fr
super-austenitisch/
duplex/ferritisch
auch fr austenitische
Sthle mit Mo > 3%
bestndig
falls: PRE = 40 - 60
59
BERGANGSKURVEN
Die Grafik schematisiert das Festigkeitsverhalten in Joule (Arbeitskraft), das durch Kv-Kerbschlagzhigkeit bei unterschiedlichen Temperaturen und fr die drei Familien rostfreien Stahls bestimmt wird.
Kerbschlagzhigkeit
Dokumentation Inox-Zentrum
Temperaturen C
PROBE BEI C
R MPa / N/mm2
A%
C%
304
304
304
304L
304L
304L
310
310
310
347
347
347
24
-195,5
-254
24
-195,5
-254
24
-195,5
-254
24
-195,5
-254
227
393
439
193
241
233
310
585
796
241
284
313
586
1416
1685
586
1340
1516
658
1085
1223
620
1282
1450
60
43
48
60
42
41
60
54
56
50
40
41
70
45
43
60
50
57
65
54
61
60
32
50
Die Temperaturen -195,5 C und -254 C werden als kryogen bezeichnet (Quelle Key to Steel)
KERBSCHLAGZHIGKEITSTESTS AN KV-PROBEN
TYP ASTM
304
304L
310
347
60
24 C
209
160
192,5
163
-254 C
122
91
117
77
Normenvergleich
TRAFITEC
EN
USA
USA
CHINA
RUSSLAND
GOST
JAPAN
INDIEN
JIS
IS
KOREA
UNS
AISI
GB
m 1.4005
X12CrS13
S41600
416
Y1Cr13
m 1.4006
X12Cr13
S41000
410
1Cr12
12Ch13
SUS 410
X12Cr12
STS 410
f 1.4016
X6Cr17
S43000
430
1Cr17
12Ch17
SUS 430
X07Cr17
STS 430
m 1.4021
X20Cr13
S42000 420A
2Cr13
20Ch13
SUS 420J1
m 1.4028
X30Cr13
420B
3Cr13
30Ch13
SUS 420J2
m 1.4031
X39Cr13
4Cr13
(40Ch13)
m 1.4034
X46Cr13
m 1.4034
1.4034 DE
m 1.4035
420C+S
m 1.4057
X17CrNi16-2
S43100
431
1Cr17Ni2
m 1.4104
X14CrMoS17
S43020
430F
Y10Cr17
SUS 430F
STS 430F
f 1.4105
X6CrMoS17
f (1.4105)
AISI 430FMo
f (1.4106)
1.4106 MOD
m 1.4112
X90CrMoV18
90Cr18MoV
SUS 440B
STS 440B
420C
SUS 416
KS
STS 416
STS 420J1
(X30Cr13)
STS 420J2
(X40Cr13)
(4Ch13)
(420C)
S44003 440B
14Ch17N2
m 1.4116
X50CrMoV15
m 1.4122
X39CrMo17-1
m 1.4125
X105CrMo17
S44004 440C
108Cr17
95Ch18
a 1.4301
X5CrNi18-10
(304)
0Cr18Ni9
07Ch18N10
a 1.4305
X8CrNiS18-9
303
Y1Cr18Ni9
12Ch18N10E
a 1.4306
X2CrNi19-11
(304L)
022Cr19Ni10
(03Ch18N11)
00Cr19Ni10
03Ch18N11
1Cr17Ni7
07Ch16N6
(S23043)
03Cr23N6
0Cr17Ni12Mo2
(7Cr17)
50Ch14MF
SUS 431
15Cr16Ni2
STS 431
(SUS 440A)
40Ch16M
S30300
a 1.4307
X2CrNi18-9
a 1.4310
X10CrNi18-8
S30200
d 1.4362
X2CrNiN23-4
S32304
302
SUS 440C
(X108Cr17Mo)
STS 440C
X04Cr19Ni9
SUS 303
STS 303
X02CrNi19-10
X02Cr19Ni10
SUS 302
X07Cr18Ni9
STS 302
STS 316
316
08Ch17N13M2
SUS 316
X04Cr17Ni12Mo2
SUS 316L
a 1.4541
X6CrNiTi18-10
a 1.4567 X3CrNiCu18-9-4
S32100
(S22453)
321
S30430 304Cu
0Cr18Ni11Ti
06Cr18Ni9Cu3
06Ch18N10T
SUS 321
SUS XM7
(STS 329J3L)
X04Cr18Ni10Ti
STS 321
STS XM7
61
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Bolzen, Schrauben
Muttern
und Stiftschrauben
Gewindestifte
keinem Zug unterliegend
Selbstschneidende
Schrauben
Chemische Analyse %
GRUPPE
A
Austenitisch
C
Martensitisch
F Ferritisch
QUALIT.
C
A1
< 0,12
A2
< 0,1
A3
< 0,08
A4
< 0,08
A5
< 0,08
C1
0,09-0,15
C3
0,17-0,25
C4
0,08-0,15
F1
< 0,12
SI
<1
<1
<1
<1
<1
<1
<1
<1
<1
MN
< 6,5
<2
<2
<2
<2
<1
<1
< 1,5
<1
P
< 0,20
< 0,050
< 0,045
< 0,045
< 0,045
< 0,050
< 0,040
< 0,060
< 0,040
S
0,15-0,35
< 0,030
< 0,030
< 0,030
< 0,030
< 0,030
< 0,030
0,15-0,35
< 0,030
CR
MO
NI
CU
ANM
16-19 < 0,7
5-10 1,75-2,25 b)c)d)
e)
f) g)
15-20
8-19
<4
e)
h)
17-19
9-12
<1
g) i)
16-18,5 2-3
10-15
<1
h) i)
16-18,5 2-3 10,5-14
<1
i)
11,5-14
<1
16-18
1,5-2,5
b) i)
12-14 < 0,6
<1
e)
15-18
<1
Empfohlene Stahlarten
A1
A2
A3
A4
A5
C1
C3
C4
F1
EN
1.4305
1.4567
1.4541
1.4401
1.4571
1.4006
1.4057
1.4005
1.4016
AISI
303
304Cu
321
316
316Ti
410
431
416
430
Spreizdbel Typ C1
62
FERTIGUNGSTECHNIK
Drehen
Gesenkschmieden warm/kalt, Rollen
Drehen
Gesenkschmieden warm/kalt, Rollen
Drehen
Drehen, Gesenkschmieden, Rollen
Drehen, Stauchen/Rollen kalt
Drehen
Gesenkschmieden warm/kalt, Rollen
VERWENDUNG
Schrauben aus Holz, Metall, selbstschneidend, Muttern
Schrauben aus Holz, Metall, selbstschneidend, Muttern
Gestnge hohe Temperaturen max 800 C
Schrauben aus Holz, Metall, selbstschneidend, Muttern
Gestnge fr Anwendungen im Meer
Selbstschneidende Schrauben und Schrauben aus Metall
Spreizdbel
Selbstschneidende Schrauben, Schrauben aus Metall und Muttern
Schrauben aus Holz, Metall, selbstschneidend, Muttern
Schrauben
Mechanische Eigenschaften
HRTE
QUALITT
A1 - A2
A3 - A4
A5
C1
C3
C4
F1 4)
KLASSE
TYP VON
50
70
< M39
< M241)
BRUCH
R
N/mm2
> 500
> 700
80
< M241)
50
70
110 3)
80
50
70
45
60
HB
HRC
147-209
209-314 20-34
36-45
228-323 21-35
147-209
209-314 20-34
128-209
171-271
HV
155-220
220-330
350-440
240-340
155-220
220-330
135-220
180-285
STRECKUNG
DEHNUNG
RP0.2 N/mm
A 2) %
> 210
> 450
> 0,6 d
> 0,4 d
> 800
> 600
> 0,3 d
> 500
> 700
> 1100
> 800
> 500
> 500
> 450
> 600
> 250
> 410
> 820
> 640
> 250
> 410
> 250
> 410
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
ZUSTAND
erweicht
gehrtet
stark
gehrtet
erweicht
vergtet
vergtet
vergtet
erweicht
vergtet
erweicht
gehrtet
1) Fr Elemente mit einem Nenndurchmesser > 24 mm sind die mechanischen Eigenschaften abzustimmen
2) Der Mindestwert wird erzielt, indem man 0, mit dem Nenndurchmesser der Bolzen, Schrauben und Stifte multipliziert
3) Getempert und bei einer Temperatur von mindestens 275 C entspannt
4) Maximaler Nenndurchmesser 24 mm
Grad
B7
B8
B8M
B8
B8M
GRAD
B7
B8 cl. 1
B8M cl. 1
B8 cl. 2
B8M cl. 2
KLASSE
1
1
2
Rostfreier Stahl AISI 316 lsungsgeglht und kalt verfestigt (EN 1.4401)
DURCHM.
BRUCH
MIN
R N/mm2
STRECKUNG
MIN
RP0.2 N/mm2
DEHNUNG
MIN
A%
KONTRAKTION
MIN
C%
HRTE
MAX
HB
< M64
> M64 < M100
> M100 < M180
Alle
Alle
< M20
> M20 < M24
> M24 < M30
> M30 < M36
< M20
> M20 < M24
> M24 < M30
> M30 < M36
860
795
690
515
515
860
795
725
690
760
690
655
620
720
655
515
205
205
690
550
450
345
655
550
450
345
16
16
18
30
30
12
15
20
28
15
20
25
30
50
50
50
50
50
35
35
35
45
45
45
45
45
321
321
321
223
223
321
321
321
321
321
321
321
321
Anmerkungen
Die Kv-Schlagzhigkeitswerte mssen, falls erforderlich, in der Auftragsphase vereinbart werden.
63
BEZUGSNORMEN
Toleranzen UNI 6388/68 - ISO 286
Mae und Toleranzen fr Walzdraht, der zum Ziehen und/oder Kaltwalzen bestimmt ist UNI EN 10017:2005
Mae und Toleranzen fr warmgewalzte Erzeugnisse UNI EN 10059/10058
Mae und Toleranzen fr warm gewalzten Rundstahl UNI EN 10060:2004
Mae und Toleranzen fr warm gewalzte Sechsecke UNI EN 10061:2004
Mae und Abweichungen fr kalt bearbeitete Stahlerzeugnisse EN 10278
Oberflchenklassen EN 10088-3
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65
Marzo 2011
Lucefin S.p.A.
I-25040 Esine (Brescia) Italy
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Lucefin S.p.A.
I-25040 Esine (Brescia) Italy
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