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2011 RostfreieEdelstaehl

Das Dokument beschreibt verschiedene Arten von rostfreiem Stahl, darunter ferritischen, martensitischen und austenitischen Stahl. Es erklärt die chemische Zusammensetzung und die Eigenschaften dieser Stahlsorten. Des Weiteren werden Herstellungsverfahren, Wärmebehandlung, Korrosionsbeständigkeit und Normen behandelt.

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Behandelte Themen

  • Toleranzen,
  • Wärmebehandlung,
  • Chemische Elemente,
  • Herstellungsverfahren,
  • Anwendungsbereiche,
  • Instandhaltung,
  • Kalkablagerungen,
  • Korrisionsarten,
  • Korrisionsverhalten,
  • Dekontamination
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2011 RostfreieEdelstaehl

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Acciai

inossidabili
Stainless steels
Rostfreie Edelsthl
On CD-ROM

Domenico Surpi

INHALTSVERZEICHNIS
GRUNDBEGRIFFE..................................................................................................................................................................................... 5
FERRITISCHER STAHL............................................................................................................................................................................. 6
MARTENSITISCHER STAHL................................................................................................................................................................... 8
AUSTENITISCHER STAHL. .................................................................................................................................................................. 13
SCHMELZE UND HERSTELLUNG DER NICHTROSTENDEN STHLE................................................................................ 21
CHEMISCHE ELEMENTE..................................................................................................................................................................... 24
BEARBEITUNGEN UND OBERFLCHENENDBEHANDLUNGEN. ...................................................................................... 27
KALTWALZEN.......................................................................................................................................................................................... 31
OBERFLCHENBEHANDLUNGEN.................................................................................................................................................. 32
Oberflchenbeschaffenheit von nichtrostenden Sthlen............................................................................... 33
KALTBEARBEITUNG............................................................................................................................................................................. 34
SCHWEISSEN. ......................................................................................................................................................................................... 36
WRMEBEHANDLUNG. .................................................................................................................................................................... 38
OBERFLCHENBEHANDLUNGEN............................................................................................................................................. .... 48
PASSIVIERUNG....................................................................................................................................................................................... 51
KORROSION. ........................................................................................................................................................................................... 52
INSTANDHALTUNG DER OBERFLCHEN. .................................................................................................................................. 56
LAGERUNG.............................................................................................................................................................................................. 58
EMPIRISCHE FORMELN...................................................................................................................................................................... 59
BERGANGSKURVEN......................................................................................................................................................................... 60
Normenvergleich.......................................................................................................................................................................... 61
BEFESTIGUNGSELEMENTE............................................................................................................................................................... 62
BEZUGSNORMEN................................................................................................................................................................................. 64

GRUNDBEGRIFFE
Beim so genannten rostfreien Stahl handelt es sich um Stahl mit erhhtem Chromanteil, was zu einer hheren Bestndigkeit gegen die verschiedenen Korrosionsformen fhrt. Diese Metalle und Legierungen verfgen ber die besondere
Eigenschaft, sowohl gegen den so genannten trockenen Korrosionsangriff (an der Luft oder bei hoher Temperatur)
als auch gegen die feuchte Korrosionswirkung bestndig zu sein. Man pflegt zwischen der so genannten Trockenkorrosion (auch Hochtemperaturkorrosion oder Oxidation genannt) und der Feuchtkorrosion zu unterscheiden, die
in feuchten oder atmosphrischen Umgebungen auftritt. Allgemein kann man feststellen, dass die Bestndigkeit gegen
die Hochtemperaturkorrosion (Warmkorrosion) des rostfreien Stahls mit der Bildung und der Aufrechterhaltung einer
feinen, kompakten und haftenden Oxidschutzschicht in Zusammenhang steht, welche die Funktion einer Barriere erfllt
und einen weiteren Korrosionsangriff auf das Grundmaterial verhindert. Dagegen handelt es sich bei der Feuchtkorrosion um einen elektrochemischen Prozess und die Korrosionsbestndigkeit des nichtrostenden Stahls verdankt sich der
Bildung einer Passivschicht an der Oberflche, fr die ein Chromgehalt von mindestens 10,5 % erforderlich ist.
Bei jeder Art von nichtrostendem Stahl muss ein solcher durchgehender und an der Oberflche haftender, nicht porser
und unlslicher Film vorhanden sein, der ber die Eigenschaft verfgt, sich neu zu bilden, sobald er der Luft und dem
Einfluss von Rostumgebungen ausgesetzt und dadurch beschdigt wird. Die Strukturen dieser metallischen Materialien
sind daher auerordentlich wichtig, was man auch an der Tatsache erkennt, dass sie als Grundlage zur Einteilung in
folgende Stahlklassen dienen: ferritisch, martensitisch, austenitisch, austeno-ferritisch und ausscheidungshrtbar.

EVOLUTIONSSTUFEN
DER EISENLEGIERUNGEN

Eisen
Fe
Gusseisen
grau, wei, Temperguss,
Sphroguss, Karbonlegierungen
min. 2 %

Kohlenstoffstahl
< 2%

Legierter Stahl
Cr, Mo, Ni, V, W...
Duplexstahl und
ausscheidungshrtbarer Stahl

Nichtlegierter Stahl und mikrolegierter


Strukturstahl, Dualphasenstahl, TRIP-Stahl...
Nichtrostender Stahl

Superlegierungen
Hastelloy, Incoloy, Inconel, Monel, Udimar
In Entwicklung
Kompositmaterialien, Flssigmetall,
Formgedchtnislegierungen

Austenitischer Stahl
Fe + Cr +Ni
C%
0.03 - 0.10
Cr%
16.0 - 20.0
Ni%
8.0 - 13.0

Ferritischer Stahl
Fe + Cr
C%
0.03 - 0.08
Cr%
16.0 - 19.0

Martensitischer Stahl
Fe + Cr
C%
0.06 - 1.20
Cr%
11.5 - 19.0

Die Werte C Cr Ni der nichtrostenden Stahlarten beziehen sich auf die im vorliegenden Katalog behandelten Typen.

FERRITISCHER STAHL
Dieser Stahltyp verfgt ber keine kritischen Punkte. Die Struktur wird durch einen hohen Chrom- und einen niedrigen
Kohlenstoffanteil gewhrleistet. Nach dem Prozess des Rekristallisationsglhens ist dieser Stahl somit einsatzfertig.
Dieser Stahl weist eine ferritische Struktur auf, unabhngig davon, bei welcher Temperatur das Material erhitzt wird.
Nach der Warmbearbeitung kann man das Material auch an der Luft abkhlen lassen, da es nicht verhrtet und keine
besondere Spannungsgefahr besteht.
Die Warmformung muss bei 850 - 900 C beendet werden, denn bei ca. 1150 C besteht das Risiko des Kornwachstums, wobei eine Erholung durch keine Art der thermischen Behandlung mehr mglich wre. Schadensabhilfe wrde
in diesem Fall die Kaltumformung bieten, bei der das Korn zersplittert und das Material einer thermischen Rekristallisationsbehandlung unterzogen wird. Das abgestimmte Verhltnis Cr/C sorgt dafr, dass das Material keinen Transformationspunkt aufweist: Es ist nicht mglich, durch irgendeine Art der thermischen Behandlung die mechanischen
und physischen Eigenschaften zu verndern.

EIGENSCHAFTEN UND CHARAKTERISTISCHE ELEMENTE:


C % 0,01 - 0,12 / Cr % 10,5 - 30,0
Korrosionsbestndigkeit von moderat bis gut bei steigendem Chromgehalt
gute Bestndigkeit gegen Spannungskorrosion
Bestndigkeit gegen Hitze bis zu 1175 C, Abbltterungsbestndigkeit bis zu 750 800 C
begrenzte mechanische Eigenschaften, die durch thermische Behandlung nicht und durch Kaltverfestigung kaum
verbessert werden knnen; im Vergleich dazu erweist sich der Verfestigungsprozess bei austenitischem Stahl als
hherwertig.
Rapide Abnahme der Bruchfestigkeit (Kerbschlagzhigkeit Kv) bei Temperaturen nahe 0 C bzw. unter 0 C.
gute Verschleibestndigkeit
gute Kaltverformbarkeit
mittelmige Schweifhigkeit; das Schweien kann eine Spannungsversprdung verursachen.
Aufgrund der magnetischen Permeabilitt werden diese Werkstoffe als ferromagnetisch klassifiziert.
Die Werkstofftypen, die ber eine bessere Bearbeitbarkeit verfgen, besitzen eine im Vergleich zum Ausgangsstahl
verringerte Korrosionsbestndigkeit.
Sie weisen auch bei kurzer Exposition bei Temperaturen zwischen 400 und 600 C eine betrchtliche Versprdungstendenz auf; es ist mglich, dieses Phnomen durch Zugabe von Stabilisatoren whrend der Gussphase abzumildern.


STAHLSORTEN IM KATALOG:
STAHL WNR. 1.4016 EN X6Cr17 AISI 430

Nicht fr Wrmebehandlung des Temperns geeignet.


Leichte Kaltverformbarkeit, zur Steigerung der Hrte-, Bruch- und Dehnwerte.
Bei Blechstrken ber 3 mm empfiehlt es sich, vor dem Kaltziehen oder dem Kaltwalzen das Material auf 100 300

C zu erhitzen. Bei Werkteilen, die keiner besonderen Beanspruchung unterworfen sind, reicht in den meisten Fllen ein
fertig ausgeglhtes Material mit ferritischer Struktur aus, unabhngig davon, welcher Temperatur es ausgesetzt wird.
Feinschleifen und sorgfltiges Polieren tragen dazu bei, die Korrosionsbestndigkeit zu erhhen.
Empfohlen fr Verwendung bei hohen Temperaturen; nicht geeignet fr Umgebungen mit Temperaturen von weniger
als 0 C, da hohe Versprdungstendenz.
Verwendungsgebiete: Besteck, Haushaltsgertebereich (z. B. Splbecken und Trommeln fr Waschmaschinen bzw.
Geschirrsplerkrbe), petrochemische Industrie bzw. Waschmittelindustrie, Endfertigung im Autosektor, Auspufftpfe, Benzinbehlter, Anlagen zur Herstellung von Salpetersure und Kchenutensilien, Magnetsensoren, Elektroinjektoren, Brennstoffbehlter, Diesel-Verbrennungskammern, Scharniere, Speiseeisbehlter, Stickstofffixierungsgerte, Naphtabrenner, Industriegasabzugshauben, Rublser, Metallvorhnge und Metallgewebe, Magnetventile, Sanitr- und
Abwasserleitungen, Bolzen und Schrauben.
Verwendungsgebiete der Flachprodukte: Abdeckungen, Dachtraufen, Regenwasserabflsse, Blechabdeckungen,
Trgerelemente fr Abdeckungen, Lift-Verkleidungen, Lftungs- und Klimakanle; bei den Anlagen zur Erzeugung
alternativer Energie Verwendung bei der Zusammensetzung der Solarpaneele und Photovoltaik-Module; die optimale
Poliereignung macht diesen Werkstoff fr Dekorationen in Innenrumen ideal.


STAHL WNR. 1.4105 EN X6CrMoS17 STAHL AISI 430FMo
Nicht fr die Wrmebehandlung des Temperns geeignet.
Aufgrund des hohen Schwefelgehalts fr die maschinelle Bearbeitung geeignet.
Um die durch die Zugabe von Schwefel und den Einschluss von Sulfiden verursachte leichte Verringerung der Korrosionsbestndigkeit auszugleichen, wird entsprechend kalibriertes Molybdn beigefgt.
Gute Bestndigkeit gegen Spannungskorrosion.
Verwendungsgebiete: Salpeterindustrie, Erdlindustrie, Architektur, Dekor-Bereich, Auto-Sektor, Bolzen, Muttern und
Schrauben; Magnetbremsen, Bimetallthermometer (Temperatur- und Feuchtigkeitsmesser), Naphtabrenner, Kchenutensilien, Magnetventile, Sanitrteile, Injektoren, Mobiliar, Bergbau und Landwirtschaft, Komponenten fr Grabungen, Magnetrotoren, Magnetventil-Spulen, Temperaturregler.
Geringe Bestndigkeit gegen intergranulare Korrosion. Nicht empfohlen fr unter Druck stehende Gefe oder
Behlter.


STAHL WNR. 1.4106 MOD X2CrMoSiS18-2-1

Stahl mit erhhtem Bearbeitbarkeitsfaktor. Nicht fr die Wrmebehandlung des Temperns geeignet. Die Korrosionsbestndigkeit wird durch den hohen Schwefelgehalt verringert. Durch einen hohen Molybdn-Gehalt kann man eine
optimale Bestndigkeit gegen die Korrosion durch Suren und Chloride erreichen. Die spezielle chemische Zusammensetzung ermglicht eine Optimierung der magnetischen Eigenschaften dieses Werkstoffs; der Silizium-Gehalt sorgt
fr eine hohe magnetische Permeabilitt und eine konsistenten elektrischen Widerstandsfaktor. Verwendungsgebiete: Magnetventile fr Korrosionsumgebungen, Kolben, Erdungskomponenten, Abschirmungen, unter Druck stehende
Hochtemperaturbehlter in Korrosionsumgebungen, Magnetkerne von Transformatoren, Lichtmaschinenpole, Flussregler, Relais, Teile von Industrie- und Haushaltsfen.

MARTENSITISCHER STAHL
Diese Stahlarten werden so bezeichnet, weil sie als einzige unter den nichtrostenden Stahlsorten ber kritische Punkte
verfgen (Ac1, Ac3) und daher nach dem Tempern eine martensitische Struktur annehmen.
Durch den Chromanteil wird eine starke Verlagerung der isothermischen und aninsothermischen Kurven nach rechts
verursacht, weswegen diese Struktur auch durch Abkhlung an der Luft erreicht wird.
Wie beim Vergtungsstahl werden die besten Eigenschaften nach Tempern und Anlassen erzielt; dabei muss besonderes Augenmerk auf diese letzte Verarbeitung gelegt werden, da sich Chromkarbide an den Korngrenzen sammeln
und die Korrosionsbestndigkeit beeintrchtigen knnen. Bei martensitischem Stahl ist von einer Verwendung im
ausgeglhten Zustand abzuraten.

EIGENSCHAFTEN UND CHARAKTERISTISCHE ELEMENTE:


C % 0,08 - 1,2 / Cr % 11 - 19
moderate Korrosionsbestndigkeit: Die gewhnliche Exposition in stdtisch-industrieller Atmosphre kann zu einer
Beschdigung des Materials fhren
gute Verschleibestndigkeit
geringe Bruchfestigkeit, insbesondere bei Temperaturen unter 0 C
mittlere Schweieignung
Sorgfltiges Polieren (auf Hochglanz) trgt zu einer besseren Korrosionsbestndigkeit bei.
Aufgrund der hohen magnetischen Permeabilitt werden diese Werkstoffe als ferromagnetisch klassifiziert.
Die Werkstofftypen, die ber eine bessere Bearbeitbarkeit verfgen, besitzen eine im Vergleich zum Ausgangsstahl verringerte Korrosionsbestndigkeit.


STAHLSORTEN IM KATALOG:
STAHL WNR. 1.4005 EN X12CrS13 AISI 416
Dieser Werkstoff wird normalerweise im so genannten Vergtungszustand verwendet, bei dem die mechanischen
Eigenschaften und die Korrosionsbestndigkeit verbessert sind. Niedrigkohlenstoffstahl mit Schwefelzusatz zur Verbesserung der Bearbeitbarkeit. Vom Schweien wird abgeraten: Falls dies jedoch unbedingt erforderlich sein sollte,
fhren Sie ein Vorglhen und ein Entspannungsglhen durch. Durch Tempern und Anlassen knnen die mechanischen
Eigenschaften je nach Nutzungserfordernissen verndert werden.
Verwendungsgebiete: Turbinen fr die Energieerzeugung, Hydraulikventile, Motoren und Pumpen fr Swasser,
Sportgerte, Verwendung in chemisch-aggressiven Umgebungen in der Chemieindustrie; Schrauben - Muttern - Ngel; Bolzen, Stiftschrauben, Ventilschfte, Gerste, Flugzeug-Zubehr, Feuerlscher, Schmiedeformen. Nicht geeignet
fr Anwendungen, bei denen Verschleigefahr oder Kolbenfresser-Risiko besteht.


STAHL WNR. 1.4006 EN X12Cr13 AISI 410
Geeignet fr Tempern und Entspannen oder Anlassen.
Kann auch im ausgeglhten Zustand verwendet werden. Ideal fr das Kaltziehen.

Der beste Korrosionsbestndigkeitszustand wird nach Tempern und Entspannungsglhen bei 200 C und nicht ber
430 C erzielt. Ein bei Temperaturen zwischen 430 und 700 C durchgefhrtes Anlassen verursacht eine Verringerung
der Korrosionsbestndigkeit. Die besten Zugfestigkeitswerte werden bei Stahlwerkstoffen erzielt, die im Temperaturintervall zwischen 600 und 760 C angelassen wurden.
Optimale Umformbarkeit aufgrund der rekristallisierten oder ausgeglhten warmgewalzten Struktur, schwierige Anwendung auf Materialien, die zuvor einer Kaltumformung unterzogen wurden und bei denen man eine weitere Umformung durchfhren will (Beispiel: Tiefziehen etc.).
Verwendungsgebiete: Verkleidungen von Ventilsitzen, Deckel, Pumpenkomponenten, Flansche und Verbindungsstcke
fr die Erdlindustrie bzw. petrochemische Industrie, Ventilgehuse, Wellen, Kurbelstangen, Schrauben und Muttern,
Bgel, Armaturen, Speichen und Felgen bei Fahrrdern und Motorrdern, Gasbrenner, Reiwlfe fr Papierfabriken,
Rutschen und Verkleidungen fr Kohlebunker, Schlssel, Feinmesser (Mikrometer), Karabinerkomponenten, Scheren,
Laternen, Dampfturbinen, Metallvorhnge und Metallgewebe, Schrnke, Innenraumdekor, Lautsprecherbden, Waschmaschinen, Dekorationen und Profile fr Auenbereiche, Wasserabflusssysteme; als Kontroll- und Steuerstbe
sowie Sicherheitsventile in Atomkraftwerken.


STAHL WNR 1.4021 EN X20Cr13 AISI 420A
Dieser Werkstoff wird fr gewhnlich in vergtetem Zustand verwendet.
Er verfgt ber selbsttempernde Eigenschaften (Tempern erfolgt durch Abkhlung an der Luft).
Empfohlen fr Anwendungen, bei denen ein hoher Kraftaufwand erforderlich ist und keine allzu intensiven Korrosionskrfte wirksam sind.
Verwendungsgebiete: Mechanismen, die der Korrosion durch Meerwasser ausgesetzt sind, Messer, chirurgische und
zahnmedizinische Instrumente; Lager, bei denen kein Schutz durch Antirost-le mglich ist; Hydraulik- und Gasturbinen, Sport- und Landwirtschaftsgerte, Formen fr Glas, Turbinenschaufeln, Pumpenwellen, leichte Waffen, Fe und
Verankerungen, Ventile, Magnete, Mixstbe fr Obst und Gemse; Gerte fr das Tempern von Federn; in Atomkraftwerken als Steuerstbe.


STAHL WNR. 1.4028 EN X30Cr13 AISI 420B
Erreicht nach der Vergtung einen hohen Hrtegrad und eine gute Korrosionsbestndigkeit.
Selbsttempernd.
Geeignet fr Fototzung.
Optimale Korrosionsbestndigkeit nach Tempern und Entspannungsglhen bei 200 C.
Wenn das Material poliert oder fotogetzt werden muss, empfiehlt es sich, Stahl mit S % 0,015 max. zu verwenden.
Verwendungsgebiete: Fotokameras, Formen fr Glas, Innenarchitekturkomponenten, Kchenmesser, Ventilsitze, konische Ventile, Federn, Schrauben, chirurgische Instrumente, Formen fr Kunststoffmaterialien, Wellen fr Pumpen,
Flansche und Verbindungsstcke.


STAHL WNR. 1.4031 EN X39Cr13
Geeignet fr Tempern und Anlassen.
Gute Hitze- und Korrosionsbestndigkeit.

Die maximale Korrosionsbestndigkeit wird durch Tempern und Entspannungsglhen bei niedrigen Temperaturen (ca.
180 C) erreicht. Das Schweien ist schwierig, weswegen davon abgeraten wird: Falls dies aber unbedingt erforderlich sein sollte, glhen Sie bei 250-300 C vor und nehmen Sie nach Beendigung des Schweiverfahrens sofort das
Ausglhen bei 700-750 C vor.
Sorgfltiges Polieren (auf Hochglanz) trgt zu einer besseren Korrosionsbestndigkeit bei.
Wenn das Material fotogetzt werden muss, empfiehlt sich die Verwendung von Stahl mit S % 0,015 max.
Verwendungsgebiete: Klingen fr Hobbymesser, Messinstrumente wie Kalibriergerte-Vergleicher, Mikrometer; Formen fr Kunststoffmaterialien, Federn, chirurgische Instrumente, Armaturen, Pumpen und Filter fr Dieselmotoren;
Komponenten, die einem durch Trink- und Gebrauchswasser verursachten Verschlei ausgesetzt sind.


STAHL 1.4034 EN X46Cr13 AISI 420C
STAHL 1.4034 de mit verbesserter bearbeitbarkeit
Geeignet fr Tempern und Anlassen.
Das Schweien ist schwierig, weswegen im Allgemeinen davon abgeraten wird.
Gute Umformbarkeit im gewalzten Zustand.
Die maximale Korrosionsbestndigkeit erzielt man durch Hrtung und Entspannung.
Gute Hitze- und Korrosionsbestndigkeit.
Abbltterungsbestndig bis zu 650 C.
Verwendungsgebiete: Behlter fr Obst und Gemse, Federn, Formen fr Kunststoffmaterialien, Antireibungslager,
Scheren und Messer, mechanische Industrie, chirurgische Instrumente, Schaber, Pumpenkomponenten fr DieselMotoren, Fixierungselemente, Ventilkugeln, Auto-Sektor, Haushaltsgerte, Messinstrumente (z. B. Kalibratoren und
Vergleicher).


STAHL WNR. 1.4035 EN X46CrS13 (AISI 420C+S)
Aufgrund der konsistenten Zugabe von Schwefel leicht maschinell bearbeitbar.
Die charakteristischen mechanischen Eigenschaften werden durch die thermische Vergtungsbehandlung erzielt.
Durch den Schwefel wird die Korrosionsbestndigkeit verringert.
Aufgrund des hohen Schwefelgehalts sind Schweiarbeiten sehr schwierig, weswegen wir davon abraten.
Verwendungsgebiete: Zapfen (Pivot pins), kleine Formen fr Kunststoffmaterialien, Schneideinstrumente wie Klingen fr Rasierer, Kchenmesser, Scheren, Schaber, chirurgische Instrumente, Schraubengewinde, Sitze fr Lager, Nadelventile und Dsen. Nicht empfohlen fr Behlter mit Flssigkeiten oder Gasen, die unter Druck stehen.

STAHL WNR. 1.4057 EN X17CrNi16-12 AISI 431


Fr gewhnlich wird dieser Werkstoff aufgrund der hohen Dehnwerte und der optimalen Schlagfestigkeit im vergteten Zustand verwendet.
Durch die Vergtung knnen die mechanischen Eigenschaften je nach Anwendungserfordernissen verndert werden.
Gute Ermdungsfestigkeit. Optimale Umformbarkeit im ausgeglht warmgewalzten Zustand, schwierige Anwendung
auf Materialien, die zuvor einer Kaltumformung unterzogen wurden und bei denen man eine weitere Umformung
durchfhren will (Beispiel: Tiefziehen etc.)

10

Optimales Verhalten in Meerwasser und salziger Atmosphre.


Wird normalerweise nicht fr Anwendungen verwendet, bei denen ein Schweien erforderlich ist.
Verwendungsgebiete: Unterwassergerte, Kolbenschfte; Teile, die surehaltigem Grubenwasser ausgesetzt sind,
Schiffskonstruktionen, Schrauben und Muttern fr die Strke-Industrie und die Papierherstellung, Ventilkomponenten,
kleine Schraubenwellen fr Swasser, Schleifsteine fr Glas, Zentrifugenkrper fr die Bereiche Kseherstellung und
Vergrung, im Allgemeinen verwendet fr Fixierungsvorrichtungen; in Atomkraftwerken Verwendung als Druckbehlter des Reaktors und im Kern.


STAHL WNR. 1.4104 EN X14CrMoS17 AISI 430F
Besser bearbeitbare Version des Stahls X14CrMo17.
Geeignet fr die thermische Vergtungsbehandlung.
Gute Bestndigkeit gegen mittlere Korrosion (Luft, Swasser, Salpetersure zu 90 % kalt und zu 10 % warm, schwache organische Suren).
Durch die Zugabe von Schwefel wird die Bestndigkeit gegen die punktuelle Korrosion bzw. gegen die ZwischenraumKorrosion leicht verringert.
Geeignet fr die serienmige maschinelle Hochgeschwindigkeitsverarbeitung.
Von Anwendungen, bei denen Schweiarbeiten vorgesehen sind, ist abzuraten.
Verwendungsgebiete: Erdl- und Salpeterindustrie, Auendekorationen im Bauwesen, Dekorprofile und Dekorschablonen im Auto-Bereich; Bolzen, Muttern und Schrauben, Besteck, Sanitrleitungen, Temperaturregler, Temperaturund Druckregler, Komponenten fr die Luftfahrt.
Aufgrund des hohen Schwefelgehalts (der im Inneren des Werkstcks Porositt verursachen kann) wird von einer



STAHL WNR. 1.4112 EN X90CrMoV18 AISI 440B

Verwendung fr Druckbehlter abgeraten.

Dieser Werkstoff verfgt ber eine hohe Verschleibestndigkeit und eine bemerkenswerte Formbestndigkeit.
Durch Tempern und Entspannen erreicht er eine solide Hrte.
Im getemperten und entspannten Zustand (300 C) gute Bestndigkeit in einer Umgebung mit mittlerer Korrosion.
Aufgrund der hohen Hrtbarkeit muss der Werkstoff in der Schweiphase vorgeglht und entspannt werden.
Das Kaltwalzen und Kaltziehen ist bei dieser Legierung nicht ganz einfach.
Die beste Korrosionsbestndigkeit erzielt man mit Anlassen bei einer Temperatur von weniger als 430 C.
Verwendungsgebiete: Werkzeuge fr die Erzeugung von Zinnfolien, chirurgische Instrumente, Lager, Komponenten
fr Motoren mit Innenverbrennung, Lebensmittelbehlter, Messer, Scheibenklingen fr Kaltsgen, gehrtete Kugeln,
Permanentmagnete, Verschleiteile.


STAHL WNR. 1.4116 EN X50CrMoV15
Aufgrund seiner selbsthrtenden Eigenschaften lsst sich dieser Werkstoff nicht leicht schweien.
Schlecht geeignet fr die Kaltumformung. Optimale Verschleibestndigkeit.
Eine bestmgliche Bearbeitbarkeit mit Werkzeugenerzielt man mit ausgeglhtem Material unter Zuhilfenahme von
Spanteilern.

11

Gute Oxidations- und Hitzebestndigkeit bis zu 760 C.


Verwendungsgebiete: Schneideklingen mit unterschiedlichen Formen, reinigungsmittelbestndiges Besteck, Formen
und Matrizen fr synthetische Harze, Ringe fr Lager, Kugeln, Ventilkomponenten, Messinstrumente, Drahtzieheisen
und Zugmatrizen, zahnmedizinische und chirurgische Instrumente, Permanentmagnete, Gelenkzapfen.


STAHL WNR. 1.4122 EN X39crMo17-1

Durch eine thermische Vergtungsbehandlung wird diesem Stahlwerkstoff eine optimale Bestndigkeit gegen Korrosion, Verschlei bzw. gegen die eigenen Antireibungseigenschaften verliehen. Vom Schweien wird abgeraten: Falls
dies unbedingt erforderlich sein sollte, wenden Sie nach dem Vorglhen auf 300-400 C die TIG-Technik an.
Verwendungsgebiete: Komponenten fr Kompressoren; Muttern und Bolzen; Wasserdampfventile, chirurgische Messer und Profi-Messer, Formen fr korrosive Kunststoffmaterialien und synthetische Harze, Hochqualittsbesteck, Pumpenkomponenten, Meeranlagen, Rumwerkzeuge, Schweifden fr harte Auflagen; in Atomkraftwerken Verwendung als Kern und Druckgef.


STAHL WNR. 1.4125 EN X105CrMo17 AISI 440C
Geeignet fr Tempern und Entspannen zur Erzielung hoher Hrtegrade.
Hohe Verschleibestndigkeit.
Dieser Werkstoff darf bei einer Temperatur ber 425 C nicht verwendet werden, da er unter den Auswirkungen des
Anlassens leidet und seine Korrosionsbestndigkeit gesenkt wird; bei 750 C oxidiert er merklich.
Vom Schweien wird aufgrund der hohen Hrtbarkeit dieses Werkstoffs abgeraten: Falls dies unumgnglich notwendig ist, glhen Sie bei 200-150 C vor und glhen Sie nach Beendigung des Schweiens bei 780 C aus.
Verwendungsgebiete: Hochwiderstandsspezialmesser, Schneidescheiben, Rasierklingen, chirurgische Instrumente,
Lager, Dsen, Ventilkomponenten und Pumpen fr Erdlfelder, Ruabscheider bei Dieselmotoren.

12

AUSTENITISCHER STAHL
Die austenitische Struktur, die bei Umgebungstemperatur stabil bleibt, wird durch das gleichzeitige Vorhandensein von
Chrom und Nickel und durch den niedrigen Kohlenstoffgehalt gewhrleistet. Austenitischer Stahl wird in zahlreichen
aggressiven Umgebungen bei niedriger und hoher Betriebstemperatur verwendet.
Die gngigste thermische Behandlung fr alle diese Werkstofftypen ist das so genannte Lsungsglhen oder Homogenisieren (Khlung in Wasser bei 1050 C).
Durch das Ziehen wird dem Werkstoff die gewnschte Kaltumformung verliehen, wobei den Bruch- und Dehneigenschaften eine besondere Bedeutung zukommt.
Um diese Kaltbearbeitung zu erleichtern und keine bermige Kaltumformung durchzufhren, werden Behandlungen
mit Oxalaten ausgefhrt, das als Schmiermittel zwischen den Metalloberflchen und den Drhten fungiert und auf
diese Weise die Reibung auf ein Minimum reduziert.
Die mechanische Bestndigkeit kann durch die Zugabe von Schwefel und Molybdn verbessert werden.
Durch eine glatte und einheitliche Oberflche (mit sehr geringer Rauheit) kann die Korrosionsbestndigkeit merklich
verbessert werden.

EIGENSCHAFTEN UND CHARAKTERISTISCHE ELEMENTE:


C % 0,015 - 0,15 / Cr % 16,0 - 28,0 / Ni % 6,0 - 32,0
Durch das Molybdn wird eine hhere Korrosionsbestndigkeit gewhrleistet (Crevice und Pitting), jedoch kann
Korrosion unter Spannung in einer Chlorid-Umgebung auftreten
hohe Bestndigkeit gegen das Phnomen des Kriechens (Retardation), also die zeit- und temperaturabhngige
plastische Verformung unter Last
gute Verschleibestndigkeit
hohe Bestndigkeit gegen Wrmeoxidation bis zu 925 C und fr feuerfeste Materialien (Cr % > 20, Ni % ~ 20, Si
% > 1) bis zu 1150 C
gute Ermdungsfestigkeit
aufgrund ihrer guten Dehnbarkeit eignen sich diese Stahlwerkstoffe ausgezeichnet fr das Kaltumformen
gute Schweieignung
die uerst geringe magnetische Permeabilitt (vergleichbar dem Vakuum) ermglicht einen stabilen amagnetischen
Zustand
Die Werkstofftypen, die ber eine bessere Bearbeitbarkeit verfgen, besitzen eine im Vergleich zum Ausgangsstahl
verringerte Korrosionsbestndigkeit.
Von Schutzanstrichen mit Bewuchsschutz-Lacken (TBT-Lacken) wird abgeraten, da diese nutzlos und sogar schdlich
sind; wir empfehlen ein grndliches Polieren, um eine Beschdigung der Passivschicht zu vermeiden.
Im Falle einer Beschdigung der Schutzschicht empfehlen wir die Anwendung geeigneter Beiz- und/oder Passivierungsverfahren; dabei kommt es zu einer schnellen und effizienten Neubildung der Passivschicht.
Diese Stahlwerkstoffe sind im lsungsgeglhten Zustand gegen Sprdbruch resistent; sie eignen sich auch fr die
Verwendung bei kryogenischen Temperaturen (-160 C)

13

STAHLTYPEN IM KATALOG:
STAHL WNR 1.4301 EN X5CrNi18-10
Stahl mit verbesserter Bearbeitbarkeit. Klassisch im Bereich der nichtrostenden Stahlwerkstoffe: 18-10.
Nicht fr Tempern geeignet; die mechanischen Eigenschaften R und Rp0.2 knnen durch Ziehumformung verbessert
werden.
Optimale Bruchfestigkeit bei niedrigen Temperaturen. Benutzen Sie, falls ein Schweien vorgesehen ist, Elektroden
E308 L.
Gute Korrosionsbestndigkeit im lsungsgeglhten Zustand.
Vermeiden Sie ein langsames Erhitzen und Abkhlen im Temperaturintervall zwischen 450 und 850 C, um eine Ausscheidung von Chromkarbiden zu vermeiden (Sensibilisierungsphnomen).
Gute Schwei- und Tiefzieheignung.
Wenn der Ferritgehalt ber 1, 5 % liegt, besteht ein Bruchrisiko in der Ziehphase. Als Lsung fr dieses Problem empfehlen wir, den Nickelanteil so hoch wie durch die entsprechenden Vorschriften erlaubt zu halten, um auf diese Weise
einen Ferritanteil von nicht mehr als 0,5 % zu erzielen.
Verwendungsgebiete: pharmazeutische Industrie; Anlagen fr die Chemie-, Textil-, Frberei-, Lebensmittel- und
Goldschmiedeindustrie; Architekturdekor, Tanks und Autoindustrie, Wrmetauscher, Ventile und Dsen, Lawinenschutzdcher; Wassersektor (Gitter, Schleusen, Buchsen fr Netzfilter und selbstreinigende Filter, Sedimentatoren,
Rhrmaschinen, Unterwasserpumpen, Insufflatoren fr Belftungswannen, Frderanlagen und Kanalleitungen fr
Jauche und Glle); mittelgroe und tiefe Formen; Anlagen fr die Behandlung von Milch, Kse, Butter, Fruchtsaft und
Brennereiprodukten; Behlter und Gerte fr die Verarbeitung von Kakao; schalldmpfende Barrieren fr Eisenbahnen
und Autobahnen.
Verwendungsgebiete der Flachprodukte: Abdeckungen, Dachtraufen, Regendcher, Blechabdeckungen, Verriegelungen, Trgerelemente fr Abdeckungen, Liftverkleidungen, Straenplatten, Gitter, Einfassungen, begehbare Platten
und Gitter, Platten fr Bgeleisen;
in Atomkraftwerken Verwendung als Flansche, Federn, Bolzen und Muttern, Ventile, Leitungen, Heizkessel;
bei Anlagen zur Erzeugung alternativer Energie Verwendung bei der Zusammensetzung der Solarpaneele und Parabolspiegel.
Im sensibilisierten Zustand keine Gewhrleistung gegen die so genannte interkristalline Korrosion (durch Lsungsglhen verbesserbar); geringe Korrosionsbestndigkeit bei Vorhandensein von Chloriden.


STAHL WNR. 1.4305 EN X8CrNiS18-9 AISI 303
Automatenstahl, der fr gewhnlich im lsungsgeglhten und ziehumgeformten Zustand verwendet wird.
Optimale Bruchfestigkeit bei niedrigen Temperaturen und gute Korrosionsbestndigkeit, wenn keine Chloride oder
reduzierende Suren vorhanden sind.
Der Sureangriff fhrt zu einer punktuellen Korrosion bzw. zu Zwischenraum-Korrosion. Beim Drehen knnen die Schmiermittel verwendet werden, die fr gewhnlich in der allgemeinen Mechanik Anwendung finden. Dieser Stahlwerkstoff lsst sich, falls keine adquaten Manahmen und Vorkehrungen getroffen, nur mhsam schweien.
Je nach Grad der Kaltverformung, der dieser unterzogen wird, weist er leichte ferromagnetische Eigenschaften auf.
Verwendungsgebiete: Schrauben und Stiftschrauben, Muttern, in groem Umfang maschinell produzierte Bolzen, Verbindungsstcke, Zapfen, Zugstangen, Buchsen, Angelspulen; Inneneinrichtung, Haushaltsgerte, Transportbereich,
elektronische Gerte.

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STAHL WNR. 1.4306 EN X2CrNi19-11


Chrom-Nickel-Stahl, aushrtbar mittels Kaltumformung (Beispiel: Ziehen und Tiefziehen).
Bestndig gegen intergranulare (interkristalline) Korrosion.
Der hohe Nickelgehalt ermglicht die Erzielung einer hohen Bruchfestigkeit bei kryogenischen Temperaturen (niedrige
Temperaturen).
Die Ermdungsfestigkeitsgrenze an der Luft fr geschliffene Produkte liegt bei ca. 250 N/mm2, ein Wert, der in korrosiven Umgebungen entsprechend sinkt.
Keine Bestndigkeit gegen Chloridkorrosion.
Vermeiden Sie eine Anwendung bei Temperaturen ber 550 C.
Verwendungsgebiete: Frberei-, Papier, Chemie-, Pharmazeutik-, Lebensmittel-, Nuklear-, Dngemittel- und Salpeterindustrie;
geschweite Gerte, Tanks, kryogenische Gerte, Zisternen.

STAHL WNR. 1.4307 EN X2CrNi18-9


Nicht fr Tempern geeignet, die mechanischen Eigenschaften knnen durch Kaltumformung verbessert werden.
Im lsungsgeglhten Zustand ist der Werkstoff gegen die interkristalline Korrosion bestndig.
Fr gewhnlich zur Verbesserung der Bearbeitbarkeit mit Kalziumbehandlung hergestellt.
Dieser Werkstoff magnetisiert in der Kaltumformungsphase (Kaltziehen oder Kaltwalzen) leicht. Optimale Tiefzieheignung. Auch ohne Vorglhen und Enddehnung leicht schweibar.
Es wird empfohlen, die Schweistelle mechanisch oder chemisch zu beizen und sie im Anschluss daran mit Salpetersure (25 %) zu passivieren.
Verwendungsgebiete: Behlter und Gerte fr Nahrungsmittel, Textil- und Erdlsektor, kryogenische Verwendung
(niedrige Temperaturen); Kohletrichter, Dngemittel-Tanks, Gerte zur Herstellung von Salpetersure, Behlter fr Tomatenkonzentrat, Abschirmungen und Metallvorhnge bzw. Metallgewebe, architektonisches Dekor, Leitungen und
Kanle fr Heizkessel;
in Atomkraftwerken Verwendung als Plattierungen fr Schweien und Primrkreislufe.

Stahl WNR. 1.4310 EN X10CrNi18-8 AISI 302


Einer der am hufigsten eingesetzten austenitischen Chrom-Nickel-Sthle, uerst bestndig und duktil, wird kaltgewalzt und kaltgezogen eingesetzt. Dieser Stahl weist einen etwas hheren Kohlenstoffgehalt auf als der Typ 1.4301
und zeichnet sich durch optimale Ermdungsfestigkeit aus. Die Korrosionsbestndigkeit ist ein wenig hher als beim
Stahltyp AISI 301.
Durch die einfache Kaltverformung steigt die Hrte dieses Materials deutlich an, beim Ziehen ist jedoch ein mglicher
strkerer Magnetismus zu bercksichtigen.
Bei der Bearbeitung mit Werkzeugmaschinen empfiehlt sich aufgrund der hohen Plastizitt die Verwendung von
Spanbrechern.
Verwendungsgebiete: Federn, Uhrenkomponenten, Verbindungsteile, Tierkfige, Kochgeschirr, Behlter zum Abfllen von Getrnken und Bier, architektonische Elemente fr den Auenbereich, Kessel, Waschmaschinentrommeln,
Kchengerte, Schmuck, Pharma-, Molkerei- und Lebensmittelindustrie, Benzintanks.

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STAHL WNR. 1.4401 EN X5CrNiMo17-12-2 AISI 316

Verwendung bei hohen Temperaturen mit guter Bestndigkeit gegen Korrosion durch verschiedene Suren, Salze, Salzwasser und chemische Substanzen. Aufgrund des hohen Molybdn-Gehalts kann dieser Werkstoff in reduzierenden
Umgebungen bzw. berall dort eingesetzt werden, wo eine Kriechbestndigkeit erforderlich ist.
Bestndigkeit gegen Lochfrakorrosion (Crevice und Pitting); in sensibilisiertem Zustand wenig empfnglich fr
interkristalline Korrosion.
Bei in oxidierender Umgebung erhitztem Material ist die Anwendung eines chemischen Beizverfahrens erforderlich,
um eine maximale Korrosionsbestndigkeit zu erzielen.
Verwendungsgebiete: Chemische Industrie, Nahrungsmittel, Textil- (Kunstseide-), Papier- und Zelluloseindustrie, Fotografie, chirurgischer Bereich, Tanks fr Schiffe; Besteck, Arzneimittel-, Auto-, Sanitrindustrie; Behlter fr Lebensmittel und Getrnke, Wasserrinnen, Wrmetauscher und Herdkomponenten; Laufrder, Pumpenwellen und Membrane fr Entsalzungsanlagen; Treppen, Brcken und Stege; Schornsteine, Behlter fr Wasserenthrtung, Wasserkocher,
Gerte fr die Maisveredelung, Brandweinbottiche; bei Anlagen zur Erzeugung alternativer Energie Verwendung als
Solarpaneele und Parabolpaneele.


STAHL WNR. 1.4404 EN X2CrNiMo17-12-2 AISI 316L
Nicht fr Tempern geeignet, die mechanischen Eigenschaften knnen nur durch Kaltumformung verbessert werden.
Geeignet fr starke Kaltumformungen.
Gute Bestndigkeit gegen interkristalline Korrosion, gegen Salzwasser sowie gegen Lebensmittelerzeugnisse.
Bei in oxidierender Umgebung erhitztem Material ist die Anwendung eines chemischen Beizverfahrens erforderlich,
um eine maximale Korrosionsbestndigkeit zu erzielen.
Verwendungsgebiete: Schweikomponenten, chemische Industrie; Lebensmittel-, Textil- (Kunstseide-), Rauchabzugs-, Kamin-, Papier- und Zelluloseindustrie; Fotografie, chirurgischer Bereich, Tanks fr Schiffe, Besteck, Zugstangen; Arzneimittel-, Auto- und Sanitrindustrie; Behlter fr Lebensmittel und Getrnke; Gefe und Kvetten fr den
petrochemischen Bereich; Teile, die mit Schwefeltrioxid in Kontakt geraten; im Bereich von Klranlagen Verwendung
als Flockungsmitteldosierer sowie in Verbrennungsanlagen, Ventilatoren, Ventile und Dsen, Metallmaschen, Wrmeaustauscher; bei Atomkraftwerken Verwendung als Wrmegeneratoren und Pumpen; Verwendung findet dieser Werkstoff auch auf dem Juwelier- und Brillenmarkt, auch wenn aufgrund der jngsten Vorschriften ber Nickelfreisetzung
durch Schwei eine Tendenz zu weniger allergischen Titaniumlegierungen festzustellen ist; im Bereich der alternativen
thermischen Solarenergie Verwendung bei der Ausfhrung von Speichertanks.
Falls Schweiteile vorhanden sind, darf dieser Werkstoff nicht bei Temperaturen von mehr als 400 C verwendet werden.

Stahl WNR. 1.4435 EN X2CrNiMo18-14-3 (AISI 316LMo)


Sein Gefge ist vollstndig austenitisch, und der Ferritgehalt liegt nach dem Lsungsglhen bei weniger als 0,5%. Er hnelt
dem Stahl 1.4404, weist jedoch einen niedrigeren Silliciumgehalt und einen hheren Molybdnanteil auf.
Aufgrund des vollstndig austenitischen Mikrogefges kann dieser Stahl problemlos kaltverformt werden, mit Hilfe des
hheren Molybdngehalts knnen bestndigere Gerte hergestellt werden als mit dem Stahl 1.4404.
Das vollstndig austenitische Gefge kann aber das Phnomen der Warmrissbildung hervorrufen.
Dieser Stahltyp kann mit den meisten Schweiverfahren geschweit werden: WIG, Plasma, MIG, SMAW, SAW usw. unter
Anwendung von Parametern zur Vermeidung von Karbid- und Nitridausscheidungen sowie von Rissbildung.

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Glanzpolierte Oberflchen eignen sich am besten, um Korrosion zu verhindern.


Verwendungsgebiete: wie beim Stahl 1.4404, wo eine hhere mechanische Festigkeit erforderlich ist.

STAHL WNR. 1.4541 X6CrNiTi18-10 AISI 321

Hufig wird dieser Werkstoff auch als nichtrostender feuerfester Stahl bezeichnet.
Durch Titaniumzugabe stabilisierter Stahl.
Gute Bestndigkeit gegen intergranulare Korrosion.
Falls dieser Werkstoff in einer oxidierenden Umgebung lsungsgeglht wird, ist eine chemische Beizung erforderlich,
um eine maximale Korrosionsbestndigkeit zu erzielen.
Nicht sensibilisierbar.
Relative magnetische Permeabilitt bei -196 C ~ 2 r.
Sehr leitungsfhiger Stahl.
Verwendungsgebiete: Bei thermischer Behandlung fr Krbe, Wannen, Schmelztiegel, Erhitzungsplatten, Gitter, Ketten, Haken, Rollen und Walzen, Kolben, Ventilatoren, Dsen fr Brenner, Schrauben und Muttern; Ringkollektoren fr
Flugzeuge, Komponenten von Reaktionsmotoren, Boilermantel; Verkleidungen fr Pfeiler, Druckgefe, Brandplatten
und Brandtren, Heizkessel fr den Hausgebrauch, Kollektoren.
Die gute Bruchfestigkeit bei niedrigen Temperaturen macht diesen Werkstoff ideal fr die Herstellung von stickstoffhaltigem Industriednger.

STAHL WNR. 1.4567 EN X3CrNiCu18-9-4 (~ AISI 304Cu)


Nichtrostend durch Zusatz von Kupfer, der das Austenit stabilisiert und dieses fr schwere Kaltumformungsttigkeiten
(Pressen, Falzen, Ziehen und Verarbeitungen mit Werkzeug).
Durch das Kupfer wird darber hinaus die Korrosionsbestndigkeit verbessert.
Fr kryogenische Anwendungen geeignet.
Gute Gewinde- und Bohreignung durch Verhindern der entsprechenden Kaltverformung.
Verwendungsgebiete: Auto-Bereich, chemische Industrie, Nahrungsmittel- und Getrnkeindustrie, Dekorationen,
elektronische Komponenten, Schiffssektor, Weinbau, Wandhaken, Kabel, Ngel, Metallvorhnge und Metallgewebe.

STAHL WNR. 1.4570 EN X6CrNiCuS18-9-2 AISI 303K


Nichtrostender Automatenstahl, dessen mechanische Eigenschaften sich durch Tempern nicht verndern. Aufgrund des hohen Schwefelanteils knnen whrend der Kaltumformung (Ziehen, Pressen etc.) Mikrorisse entstehen.
Stahl mit Schwefel- und Kupferzugabe zur Steigerung der Bearbeitungsfhigkeit mit Werkzeugmaschinen.
Durch die Kupferzugabe wird die Bestndigkeit gegen die durch Kunststoff verursachte Korrosion verbessert.
Das Profil der Werkstcke sollte einfach sein und darauf abzielen, eine Neuverzinnung der korrosiven Produkte zu vermeiden.
Durch die bei einem Temperaturintervall von 450 bis 800 C ausgefhrte Sensibilisierung wird dieser Werkstoff der
interkristallinen Korrosion ausgesetzt.
Verwendungsgebiete: In allen Sektoren bei denen eine im Vergleich zum Grundstahl ASTM 303 hhere Korrosionsbestndigkeit erforderlich ist; Komponenten, die serienmig auf Hochgeschwindigkeitsmaschinen hergestellt werden
wie Zapfen, Schrauben, Muttern, Zugstangen und Buchsen.

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STAHL WNR. 1.4571 EN X6CrNiMoTi17-12-2 AISI 316Ti


Mit Titanium stabilisierter Stahl mit guter Bestndigkeit gegen interkristalline, einheitliche und Lochfra-Korrosion
(Pitting/Crevice). Dieser Werkstoff besitzt eine betrchtliche Beschichtungsbestndigkeit (beschrnkte Bildung von
Chromkarbiden) aufgrund der Betriebstemperaturen. Gute mechanische Eigenschaften bei Umgebungstemperatur
und bei hohen Temperaturen mit betrchtlicher Kriechbestndigkeit. Bei hohen Temperaturen und einer Atmosphre
stagnierender Luft hohe Oxidationstendenz. Optimale Kaltpress- und Zieheignung. Problemlos schweibar.
Verwendungsgebiete: geschweite Strukturen, See- und Schiffsindustrie; petrochemische Industrie; Lebensmittel-, Pharmazeutik-, Papier- und Textilindustrie; Wrmetauscher, Haushalts- und Industriefen, Windungen fr Durchlauferhitzer.

AUSTENITISCHER-FERRITISCHER STAHL (gemeinhin als Duplex-Stahl bezeichnet)


Er enthlt Chrom, Nickel, Molybdn und Stickstoff in entsprechenden Anteilen und besitzt ein Zweiphasen-Gefge,
das aus Austenit-Inseln gebildet wird, welche etwa zu gleichen Teilen in die ferritische Matrix integriert werden.
Dieser Stahlwerkstoff zeichnet sich in erster Linie durch optimale Spannungskorrosions-Bestndigkeit und eine hohe
Dehngrenze aus. Die ferritische Struktur hlt vor allem Spannungskorrosion stand, die austenitische Struktur der allgemeinen Korrosion, insofern ist das Interesse der Industrie an solchen Zweiphasen-Sthlen leicht nachvollziehbar.
Die charakteristischen chemischen Elemente dieser Verbindung sind Cr, Mo (ferritbildend) und Ni, C, N (austenitbildend).
Der Stickstoff mit einem prozentuellen Gehalt von 0,10 0,20 erhht zudem die Stabilitt der austenitischen Struktur
im Rahmen von Wrmebehandlungen und verbessert die mechanische Festigkeit sowie die Bestndigkeit hinsichtlich
lokal auftretender Korrosion.
Bei nichtrostenden Zweiphasen-Sthlen gibt es zwei kritische Temperaturintervalle, einerseits bei 800C (zwischen
600 und 950 ~), wo es zur Karbid- und Nitridausscheidung kommen kann, und andererseits bei 475C, wo sich das
Ferrit mit Chrom anreichern kann, dadurch hrter wird und zu Sprdigkeit neigt.
Die Zhigkeit wird auch durch den Sauerstoffgehalt und das Vorhandensein intermetallischer Phasen herabgesetzt.
Duplex-Stahl zeichnet sich durch ein besseres Ermdungsverhalten im Vergleich zu Austenit-Stahl aus. Dies wurde
anhand des Verhltnisses Lf/R zwischen 0,5 - 0,6 fr Duplex-Stahl und 0,45 - 0,50 fr Austenitstahl getestet und
festgestellt (Lf = theoretische Ermdungsgrenze im Umlaufbiegeversuch und R = Zugfestigkeit des Materials).
Dieser Stahl eignet sich nicht fr die Vergtungs-Wrmebehandlung, die Prozentanteile der Struktur knnen jedoch
durch Lsungsglhen verndert werden, d.h. durch hhere Temperaturen kann nach dem Hrten etwa ein hherer
Ferritanteil erzielt werden.

Stahl WNR 1.4362 EN X2CrNiN23-4 UNS 32304


Dieser Stahl wird in Umgebungen mit Spannungskorrosion, Pitting und Spaltkorrosion eingesetzt. Er bietet durch den
Zusatz von Stickstoff (N) optimale mechanische Festigkeit.
Gute Zhigkeit und Duktilitt (zwischen austenitischem und ferritischem Stahl). Fr die Warmverformung gilt T ~
0,6T Schmelzvorgang ,feinkrnig und niedrige Reduktionsgeschwindigkeit. Der Stahl darf nicht ber einen lngeren
Zeitraum Temperaturen von ber 300C ausgesetzt werden, da die Gefahr des Verlusts der mechanischen Festigkeit
und der Versprdung besteht.
Er ist leicht schweibar, wobei darauf zu achten ist, die Aufnahme von Wasserstoff zu verhindern. Durch perfekte
Oberflchenbehandlung (Lppen mit Ra 0,10-0,20 m) kann die Pitting-Bestndigkeit deutlich erhht werden.
Verwendungsgebiete: Druckbehlter, Heiwassertanks, Schrauben, Ventilatoren, Wrmetauscher, Abwasserbehan-

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dlung, Schnecken, Mischer, Papier- und Zelluloseindustrie, Bleichanlagen, Lebensmittel- und Getrnkeindustrie, Brandschutzwnde, Offshore-lfrderinseln.

Stahl WNR 1.4462 EN X2CrNiMoN22-5-3 UNS 31803


Dieser Stahlwerkstoff hnelt dem Stahl 1.4362, ist aber hher legiert und enthlt Molybdn (Mo). Die Pitting- und Spaltkorrosionsbestndigkeit ist gleich oder hher als beim Stahl AISI 317L. Die mechanische Festigkeit liegt hher als beim
austenitischen Stahl. Er ist nicht vllig unempfindlich gegenber Spannungskorrosion, wird aber im Baubereich im Kontakt
mit Natriumchlorid und Brackwasser am hufigsten eingesetzt. Dieser Stahl darf nicht bei Temperaturen ber 340 C eingesetzt werden. Das Vorhandensein von Molybdn und Stickstoff kann zu Schwierigkeiten bei der Behandlung mit Werkzeugmaschinen fhren. Die mechanischen Eigenschaften hngen vom Ferrit-/Austenitverhltnis ab, und die Zhigkeit
steht im Zusammenhang mit dem Ferritgehalt. Ein hherer Ferritgehalt bedeutet geringere Zhigkeit, ein hherer Austenitgehalt bedeutet geringere mechanische Festigkeit. Nach Kaltverformungen mit Reduktionen von mehr als 10% empfiehlt
sich ein Lsungsglhen. Wie alle Duplex-Sthle hlt auch dieser kryogenen Temperaturen (unter -180C) stand.
Verwendungsgebiete: Wrmetauscher, Essigsure-Destillatoren, Abgasfilter, chemische Druckbehlter, industrielle
Gas- und lgerte. Als Richtwert fr den Einsatz bei niedrigen Temperaturen von nichtrostendem Stahl kann bei der
chemischen Analyse der Nickelanteil herangezogen werden.
Bei Ni ~ 9% Einsatz bei -196 C, Ni ~ 3,5% Einsatz bei -101 C, Ni ~ 2,25% Einsatz bei -59 C.
Als Richtwert fr die Bestndigkeit gegen Zunderbildung bei hohen Temperaturen kann der Cr-Ni-Gehalt herangezogen werden. Bei Cr ~ 13% Einsatz bis 760 C, Cr ~ 18% und Ni ~ 9% Einsatz bis 850 C, Cr ~ 25% und Ni ~ 20%
Einsatz bis 1150 C, Cr ~ 28% Einsatz bis 1175 C.

AUSSCHEIDUNGSHRTBARE STAHLWERKSTOFFE
Diese Stahltypen sind besser unter der Bezeichnung PH-Stahl (PH = Precipitation Hardening = Ausscheidungshrtung)
bekannt. Dieser Werkstoff wird durch aufeinander folgende Temperverfahren bei nicht zu hohen Temperaturen (480600 C) gehrtet. Seine wichtigste Eigenschaft ist eine ziemlich gute Korrosionsbestndigkeit, begleitet von optimalen
mechanischen Eigenschaften. Bei den zumeist zur Hrtung dieser Stahltypen verwendeten Elementen handelt es sich
um folgende: Titanium (Ti), Niobium (Nb), Stickstoff (N), Aluminium (Al), Kupfer (Cu). Auch bei den ausscheidungshrtbaren Stahlwerkstoffen unterscheidet man zwischen martensitischen, austenitischen und semiaustenitischen
Typen. Angesichts der Rohstoffkosten eignet sich dieser Werkstoff vor allem fr jene Sektoren (Luft- und Raumfahrt
sowie Energieproduktion), bei denen eine hohe Bestndigkeit und eine optimale Dehnbarkeit erforderlich sind.
Beispiel: Martensitischer Typ 17-4 PH nach Lsungsglhen und einstndiger thermischer Alterung bei 480 C: R =
1250 N/mm2; A % = 13

WEITERE ANMERKUNGEN ZU NICHTROSTENDEN STAHLTYPEN


Es kann vorkommen, dass eine gewisse Entkohlungsstufe fr ferritische und austenitische Stahlwerkstoffe nicht
schdlich ist, fr martensitische Typen aber schon; eine Kohlenstoffanreicherung ist jedenfalls fr alle Werkstoffarten
schdlich. Wenn bei Behandlungen Gas vorhanden ist, mssen alle notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, um
eine Wasserstoffabsorption zu vermeiden (aufgrund des bekannten Versprdungseffekts). Die ferritischen und austenitischen Typen sind aufgrund des Fehlens der kritischen Punkte nicht hrtbar und knnen mittels Kaltumformung die
Ermdungs- und Bruchlast verndern. Die martensitischen Typen bieten die besten mechanischen Eigenschaften.

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In der Tabelle werden die ungefhren Eigenschaften fr gewalzte Produkte gegenbergestellt.


Kategorie
R
des Stahls
N/mm2
Duplex
1070 - 1270
Austenit. Stahl 500 - 700
Ferrit. Stahl
450 - 650
Martensitisch
650 - 850

Rp 0,2
N/mm2
800
220
280
500

A
%
13
50
22
14

Kv +20 C
J
25
140
25
30

Kv -150 C
J
100

Magnetisch
ja
nein
ja
ja

Bestndigkeit
(Temperaturen)
gut
gut
gut
Durchschnittlich Cr % < 16
gut Cr% > 20

Ungefhre Tabelle der Korrosionsbestndigkeit der Familie der nichtrostenden Stahltypen


maximal
Duplex

Austenit. Stahl

minimal
Martensitisch

Ferrit. Stahl

Darstellung des Verhltnisses Bearbeitbarkeit an der Werkzeugbank - Korrosionsbestndigkeit


Korrosionsbestndigkeit

316
316L
304
303
430
430F
410
416

Bearbeitbarkeit
Klassifizierung der nichtrostenden Stahltypen
Klassifizierung
serie 500
serie 400
serie 300
serie 200

UNS
S5xxxx
S4xxxx
S4xxxx
S2xxxx

AISI
4xx
3xx

EN
Xxx
Xxx
Xxx

Nichtrostende martensitische Stahltypen


Nichtrostende martensitische und ferritische Stahltypen
Austenitische nichtrostende Stahltypen
Austenitische nichtrostende Stahltypen

Die Serie 200 (Cr-Mn) wird hauptschlich in den asiatischen Lndern verwendet, wo die Tendenz besteht, Ni durch einen hohen Anteil von Mn zu ersetzen. Diese besonderen chemischen Analysen knnen den Stahl in der Phase des Ziehens oder des Kaltpressens
fr Rissbildungen empfnglich machen.

Anwendungsfelder einiger Materialien


Einsatztemperatur
Einsatztemperatur

Nichtrostend Cr

Legierungen

Stahl
Ferritisch - Ni Gewhnl. Baustahl C-Mn

Leichtlegierungen
Kupferlegierungen

Feinkornbaustahl

Legierungen Cr-Mo
Nickellegierungen

Nichtrostend Cr-Ni

Benutzungsintervalle bei hohen und tiefen Temperaturen

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SCHMELZE UND HERSTELLUNG DER NICHTROSTENDEN STHLE


Die ersten Materialien, die imstande waren, dem aggressiven Sureangriff zu widerstehen, wurden im Jahre 1821 entdeckt, als man Eisenoxide und Chrom mischte und schmolz. In jenen Zeiten enthielt diese Legierung einen Chromanteil von ca. 1,5 % und sehr hohe Kohlenstoffwerte. Mit der Entwicklung des Bessemer-Ofens (1855), des Martin-Ofens
(18659 und des Martin-Siemens-Ofens (1892) begann die Produktion von Chrom-Kohlenstoff-Stahl, aber erst ab dem
Jahr 1895 begannen einige schwedische und deutsche Stahlwerke damit, Eisen-Chrom-Legierungen mit niedrigem
Kohlenstoffgehalt zu produzieren, Werkstoffe, die in Folge von einer immer ausgeklgelteren ElektrometallurgieIndustrie perfektioniert wurde. Von 1904 bis 1909 wurde nichtrostender martensitischer Stahl mit einem Chromgehalt
von 13 % und ferritischer Stahl mit einem Chromgehalt von 17 % definiert (mit Kohlenstoffwerten von 0,12 % bis 1
%. Ebenfalls im Jahr 1909 wurde der erste austenitische Stahl mit Eisen-Chrom-Nickel-Legierung entwickelt. Im Jahre
1925, zu einem Zeitpunkt, als man bereits ber entsprechende Erfahrung mit diesen Technologien verfgte, begann
Italien mit der Produktion von nichtrostendem Stahl.

STAHLERZEUGUNG AUS MINERALSTEINVERARBEITUNG

Mineral

Kohle

VORBEREITUNG DES MINERALS


Zertrmmerung - Anreicherung Trocknung Kalzination (Brennen) - Sintern

Koksproduktion
durch Destillation
der Kohle

Gicht

Schacht

Kohlensack
Rast
Gestell
flssiges
Gusseisen

Roheisen
mit Kohlenstoff > 4 %

Herstellungsverfahren aus Mineralstein


HOCHOFEN

Im Hochofen erhlt man Roheisen mit einem Kohlenstoffgehalt von 4-6 %; dieses noch flssige Roheisen wird in einen
Konverter genannten Behlter gefllt, um den Anteil von unerwnschten und oxidierbaren Begleitelementen wie
Phosphor, Schwefel, Kohlenstoff, Silizium etc. zu reduzieren.
Nach diesem Entkohlungsprozess wird Eisen-Chrom zugefgt und eine Transformation in metallisches Chrom durchgefhrt, um zu einer chemischen Analyse zu gelangen, die bereits sehr nahe am nichtrostenden Stahl liegt. Die Flssigkeit
wird dann in den AOD-Anlagen (schnelles und gnstiges Verfahren, das meist fr Inox-Stahl verwendet wird) bzw.
durch VOD (Verfahren fr jene Stahlwerke, die neben Inox-Stahl Legierungen, Werkzeuge, etc. herstellen) affiniert,
und durch Oxidation (meist unter Vakuum) wird eine Verringerung des Kohlenstoffgehalts bis zum gewnschten Anteil
erzielt. In diesen letztgenannten fen wird auch die chemische Analyse durchgefhrt und nach Zugabe von Ausgleichs- und Verbesserungsmitteln (Cr, Ni, Mo, Ti, Cu, etc.) erreicht man die endgltigen Anteile. Durch die Kombination
der Verfahren AOD + VOD kann man Stahl herstellen, dessen Kohlenstoffgehalt sogar nur 0,005 % betrgt.

Konverter

Herstellungsverfahren Aus Schrott


ausgewhlter Schrott
AOD
ofen

VOD
ofen

Nichtrostender Stahl
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HERSTELLUNGSVERFAHREN AUS SCHROTT


Bei der Herstellung der ersten nichtrostenden Stahlwerkstoffe wurden dieselben elektrischen fen verwendet, die
auch fr herkmmlichen Stahl benutzt wurden.
Nach dem Schmelzen von gewhnlichem Schrott wurden Eisenlegierungen (Eisen-Chrom) in die Flssigkeit gefllt,
womit man den Chromgehalt auf einen Anteil von ca. 12 % brachte.
Die Kohlenstoffmenge war ziemlich hoch (teilweise aufgrund der drei Graphitelektroden, die dieses Element freisetzten).
In der Folge wurde Schrott von nichtrostendem Stahl, geschmolzen bei hoher Temperatur mit Reduktion durch Eisenlegierungen (Eisen-Silizium und Eisen-Chrom-Silizium) verwendet, wobei eine Technik angewendet wurde, die als
sekundrmetallurgische Behandlung auerhalb des Ofens bezeichnet wird.
Fr diese Systeme waren bis zum Jahre 1960, als man damit anfing, die Verfahren AOD und VOD bei der Produktion
zu verwenden, lange Bearbeitungszeiten und ein hoher Energieverbrauch erforderlich.
AOD = Argon - Oxygen - Decarburization (Entkohlung durch Argon und Sauerstoff).
VOD = Vacuum - Oxygen - Decarburization (Entkohlung unter Vakuum durch Sauerstoff).


AOD-HERSTELLUNGSVERFAHREN
Die Schmelze wird in einem herkmmlichen Ofen durchgefhrt; die Flssigkeit wird dann in den Konverter gefllt, in
dessen Innerem das Stahlbad durch Oxid-Reduktions-Reaktionen einer chemischen Feinanalyse und Affination (Veredelung) unterzogen wird.
Durch das Einblasen von Argon und Sauerstoff ber Rohre wird das Bad stndig neu durchmischt und durch die OxidReduktions-Reaktionen wird die Temperatur selbststndig auf ca. 1650 C gesteigert.
Die wichtigste Reaktion ist die Entkohlung, bei der sich der bermig vorhandene Kohlenstoff mit Sauerstoff und
anderen eingeblasenen trgen Gasen verbindet, um Kohlenstoffoxid zu bilden, das nach Ausscheidung aus dem Bad
zur Erzielung von Kohlenstoffanteilen im Bereich von 0,015 % beitrgt.
Der Oxidations-Verlust des Elements Chrom wird durch das spezielle Verhltnis von Sauerstoff und Argon beschrnkt.
Nach Zentrierung der chemischen Analyse wird der Stahl stranggegossen oder in Kokillen gegossen.


VOD-HERSTELLUNGSVERFAHREN
Die Schrottschmelze luft genauso ab wie beim VOD-Verfahren, mit dem Unterschied, dass der flssige Stahl in eine
Gietrommel umgefllt wird, die ihrerseits in eine Anlage (Tank) integriert ist, die imstande ist, ein Anfangsvakuum
von 3 mbar zu erzeugen, um sich dann bei 0,6 mbar (Millibar) zu stabilisieren.
Durch das Vakuumverfahren wird die Entkohlungsreaktion verstrkt und Chrom aus beroxidation gewonnen.
Vom Boden der Gietrommel aus wird ber Glasfilterfritten Argon zugefhrt, um das Stahlbad bewegt zu halten.
Von oben wird ber eine spezielle Lanze Sauerstoff eingefhrt, der sich auf der Oberflche der Schmelze verbreitet, die
Bildung von Kohlenstoffoxid beschleunigt und den Vorgang der Entkohlung ermglicht, wobei der Kohlenstoffwert in
den Grenzbereich von 0,015 % gebracht wird.
Nachdem die vorgesehenen spezifischen Kohlenstoffwerte erreicht wurden, erfolgt die Anpassung der anderen chemischen Elemente wie z. B. Chrom, die durch Eisen-Chrom-Zustze korrigiert werden kann.

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Einen konomisch interessanten Aspekt dieses Verfahrens bildet die Tatsache, dass bei der Entkohlungsreaktion (Kohlenstoffoxidation) Wrme erzeugt wird und daher eine geringere Menge elektrischer Energie zur Aufrechterhaltung
der fr das Verfahren notwendigen hohen Temperaturen erforderlich ist.
Danach erfolgt das Gieen in Kokillen oder Giewannen fr das Stranggussverfahren.

Weitere industrielle Verfahren fr die Herstellung von nichtrostenden Stahlwerkstoffen mit besonderen Anforderungen, z. B. hoher Reinheit:
VIM Herstellung im Induktionsofen unter Vakuum
VAD Verfahren, das hufig mit dem VOD-Verfahren kombiniert wird, wobei eine tief gehende Entgasung erfolgt
(Wasserstoff < 1,2 ppm)
VDG Entgasung unter Vakuum mit Argon-Einblasung
VAR Umschmelzung im Bogenofen unter Vakuum
ESR Umschmelzung mit Elektroschlacken
EBR Vakuumumschmelzung einer Verbrauchselektrode durch Elektronenbombardement
Kombinierte Verfahren VIM + VAR, VIM + ESR, ASLD + WIR etc.

Stromversorgung
(Gleichstrom)
Vakuumanschluss

Elektrodenstange

Elektrode (Block)

austretendes Wasser

Elektrischer Lichtbogen
Flssiger Metallsumpf
Erstarrter Fertigblock

Wassergekhlte Standkokille

Grundplatte

Schematische Darstellung VAR-Vakuumumschmelzung

Wasserzulauf

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CHEMISCHE ELEMENTE

Austenitischer Stahl
Ferritischer Stahl
Martensitisch

Kohlenstoff %
0,015 - 0,15
0,01 - 0,12
0,08 - 1,20

Chrom %
16,0 - 28,0
10,5 - 30,0
11,0 - 19,0

Nickel %
6,0 - 32,0
......
......

AUSWIRKUNGEN DER LEGIERUNGSELEMENTE AUF DIE NICHTROSTENDE STHLE:


ALUMINIUM
Steigert die Bestndigkeit gegen die so genannte Warmoxidation und begrenzt die Bildung von Oxid (Zunder). Bei Kombination mit Nickel werden intermetallische Verbindungen erzeugt, die fr die Ausscheidungshrtung geeignet sind.

STICKSTOFF
Dieser verhindert bei austenitischem Stahl die Bildung von Delta-Ferrit und stabilisiert Austenit. Er verbessert die Bruchlastgrenzwerte R und die Ermdungsbestndigkeit Rp. Bei Stahlwerkstoffen mit niedrigem Kohlenstoffgehalt trgt
er zur Steigerung der Dehngrenzwerte bei. Bei ferritischen Stahlwerkstoffen ist er bei einer berschreitung des Werts
von 10 ppm unerwnscht. Dieses Element steigert die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion.

KALZIUM
Dieses Element wird hinzugefgt (z. B. bei Stahl AISI 316L) um die Bearbeitbarkeit durch Werkzeugmaschinen zu
verbessern.

KOHLENSTOFF
Kohlenstoff bildet bei einem Chromanteil von mehr als 10 verschiedene Karbide, die fr die mechanische Hitzebestndigkeit sowie fr eine allgemeine Korrosionsbestndigkeit, insbesondere aber fr die Bestndigkeit gegen intergranulare
Korrosion ntzlich sind. Er verringert die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion (insbesondere im sensibilisierten Zustand).

CHROM
Stahl nimmt nichtrostende Eigenschaften an, wen in der Matrix eine feste Chromlsung mit einem Anteil von mehr als
10,5 % vorhanden ist, die unter Absorption von Sauerstoff eine sehr dnne Oberflchenschicht erzeugt, die fhig ist,
das Grundmetall zu passivieren und die Korrosion zu stoppen. Optimaler Ferritstabilisator. Dieses Element steigert die
Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion.

Mangan
Fr gewhnlich wird bei nichtrostenden Stahlwerkstoffen ein Mengenanteil von 2 % nicht berschritten, weswegen
dieses Element nicht als Legierungselement betrachtet wird.

MOLYBDN
Als Zusatz fr austenitische Stahlwerkstoffe trgt dieses Element zur Aufrechterhaltung einer stabilen austenitischen

24

Struktur auch bei Umgebungstemperatur bei. Durch Zugabe von 2-3 % dieses Elements in den Austenitstahl AISI 304
wird die Stabilitt der Passivschicht in Umgebungen mit hoher Chloridkonzentration gesteigert.
Fr Verwendungen, bei denen ein Kontakt mit Schwefel-, Phosphor- und Salzsure erfolgt, werden austenitische
Stahlwerkstoffe mit einem Mo-Anteil von bis zu 5 % verwendet.
Ferritisierendes Element. Erhht die Bestndigkeit gegen Spaltkorrosion (Crevice) und Spannungskorrosion.
Mit Chrom wird auch die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion gesteigert.

NicKel
Ein erhhter Anteil dieses Elements fhrt bei Umgebungstemperatur zu stabilen austenitischen Legierungen, die sich
durch optimale Dehnbarkeit, hohe Bruchfestigkeit auch bei kryogenischen Temperaturen, gute mechanische Hitzebestndigkeit, gute Schweieignung und gute Korrosionsbestndigkeit in wenig oxidierenden Umgebungen auszeichnen. Falls der Ni-Anteil bei 4 % liegt, kommt es whrend des Erhitzens zu einer Phasentransformation und es ist
mglich, eine martensitische Hrtung whrend der Abkhlung durchzufhren. Wenn der Nickelanteil bei nicht mehr
als 20 % liegt, kann man eine martensitische Hrtung auch mit Abkhlung an der Luft erzielen.
Bei einem Nickelgehalt von mehr als 30 % erhlt der Stahl eine optimale Bestndigkeit gegen Spannungskorrosion.
Dieses Element steigert die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion.

NiobIUM
Dieses Element bildet stabile Karbide, die dazu beitragen, die mechanische Bestndigkeit bzw. die Bestndigkeit gegen
das Phnomen des Warmkriechens zu verbessern. Es handelt sich um ein stabilisierendes Element, das dazu dient, das
Ansammeln von Chromkarbiden whrend der thermischen Behandlung bzw. whrend des Schweiens zu verhindern.

KUPFER
In einigen Fllen trgt Kupfer zur Wirkungssteigerung des Nickels bei. Bei den Austeniten verbessert Kupfer die Korrosionsbestndigkeit auch bei Vorhandensein von 10-prozentiger Schwefelsure bei einer Temperatur von 80 C. Bei
den austenitischen Stahltypen verbessert es auch die Kaltumformbarkeit.

SILIZIUM
Element, das imstande ist, Wrmeoxidationsbestndigkeit zu verleihen (Zunder). Diese wird hufig bei feuerfestem
Stahl verwendet (Cr > 20 %, Ni ~ 20 %, Si ~ 1 % und Kohlenstoff durchschnittlich hher im Vergleich zum herkmmlichen Inox-Stahl). Die Eigenschaft dieses Elements, sich in der Flssigphase in der Matrix aufzulsen, ohne dass es
dabei zur Bildung von Karbiden kommt, verbessert die Bestndigkeit (f. Hrtung durch feste Lsung). Dieses Element
verringert die Bestndigkeit gegen Pitting-Korrosion, wobei diese durch Beifgung von Molybdn auch erhht werden
kann. Verbessert die Eigenschaften der magnetischen Permeabilitt und des elektrischen Widerstands.

Selen
Kann Schwefel ersetzen, denn es besitzt eine globularere Morphologie, die zur Zersplitterung des Stahlspans in der
Phase der mechanischen Verarbeitung beitrgt. Im Vergleich zum Schwefel wirkt sich dieses Element weniger negativ auf die Bruchfestigkeit und den Grad der Oberflchenendbehandlung aus. Es globulisiert Mangansulfide, aber
aufgrund der hohen Kosten wird es nur in Sonderfllen verwendet (z. B. wenn gute mechanische Eigenschaften in

25

Querrichtung erforderlich sind). Aufgrund der hohen Toxizitt dieses Elements kommt es (wenn berhaupt) nur zu
einer beschrnkten Nutzung.

SCHWEFEL
Dieses Element wird zugegeben (z. B. bei Stahl AISI 303), um die Zerspanbarkeit zu verbessern, trgt aber dazu bei,
die Korrosionsbestndigkeit zu verringern. Es verringert die Reibung zwischen Stahlspan und Werkzeug und verhindert
so Kolbenfresser-Probleme.

TitaniUM
Es handelt sich um ein stabilisierendes Element, das dazu dient, das Ausscheiden von Chromkarbiden whrend der
thermischen Behandlung bzw. whrend des Schweiens zu verhindern. Dieses Element trgt zum Schutz gegen intergranulare Korrosion bei.

WOLFRAM
Dieses Element dient als Zusatz bei einigen austenitischen Stahltypen, um die mechanischen Wrmeeigenschaften zu
verbessern.

VANADIUM
Dieses Element verfgt ber dieselben Eigenschaften wie Wolfram.

Graphit (Kohlenstoff)

Chrom

26

Titanium

Nickel

Molybdn

Schwefelkristalle

Silizium

BEARBEITUNGEN UND OBERFLCHENENDBEHANDLUNGEN


WARMBEARBEITUNG
Beim Schmieden und Walzen der martensitischen und ferritischen Stahltypen werden Temperaturen zwischen 900
und 1100 C angewendet. Weitere diesbezgliche Details entnehmen Sie den technischen Produktdatenblttern.
Das Vorglhen von Barren, Blcken und Knppeln wird langsam bis zu ca. 800 C durchgefhrt, um dann die zuvor
festgelegte Temperatur zu erreichen, bei der sehr kurze Haltezeiten empfohlen werden.
Bei den Ferriten empfiehlt es sich, die Warmumwandlung zu beenden, wenn die Werkstcke eine Temperatur von
750-700 C erreicht haben.
Diese Kaltumformung und die darauf folgende Rekristallisierung ermglichen die Erzielung feinkrniger Strukturen.
Bei den Martensiten sollte die Temperatur nicht unter 900 C sinken; wenn diese Temperatur berschritten wird, lassen Sie ganz langsam abkhlen, um so Brche und Risse zu vermeiden.
Bei den austenitischen Stahltypen, die im Vergleich zu den ferritischen und martensitischen Stahlwerkstoffen ber eine
geringere thermische Leitfhigkeit verfgen, werden lngere Anwrmzeiten empfohlen.
Ebenso wird empfohlen, die Endbearbeitung nicht unter 900 C vorzunehmen, um Risse bzw. eine Kaltumformung zu
vermeiden. Wiederholen Sie das Anwrmen in Brennstoff- oder Schwefelumgebung nicht zu oft.
Den beiden Werkstofffamilien gemeinsam ist die Tatsache, dass zu lange Pausen und ein wiederholtes Erhitzen vermieden werden sollten, da dies zu einem Anschwellen des Korns und zum Verlust der Korrosionsbestndigkeit fhrt.
Die Verfahrenstechnik der Extrusion gelangt dann zur Anwendung, wenn es nicht mglich ist, komplexe Strukturen,
Kanten und Profile durch einfaches Walzen zu erzielen.
Das Material wird gepresst und fliet ins Innere der Formwerkzeuge.
Bei gleichem Querschnitt ist der auf nichtrostendes Material ausgebte Druck grer als jener, der bei Kohlenstoffstahl
und legierten Stahl verwendet wird.
Die Kltze, die in Spezialfen hnlich wie beim Schmieden und Walzen vorgeglht werden, werden von einer Punze ins
Innere eines Behlters gedrckt, der aus Mantel und Panzer besteht. Auf der Oberflche des Materials, das der Extrusion
unterzogen werden soll, wird ein Schmiermittel als Reibungsschutz aufgetragen um die Gleitfhigkeit zu verbessern.
In der so genannten Pulvermetallurgie wird der nichtrostende Stahl geschmolzen und im Anschluss daran mit
unterschiedlicher Krnung zu Pulver zerstubt. Dieses Pulver wird mit Bindemitteln gemischt, mit einem Druck von ~
1000 bar komprimiert und bei 1200-1400 C gesintert.

KALTBEARBEITUNGEN
Die martensitischen Stahltypen werden manchmal kalt bearbeitet, mit dem alleinigen Ziel, Profile und Kanten zu erzeugen, da diese ihre mechanischen Eigenschaften durch Umformung nicht wesentlich verndern.
Sie reagieren hauptschlich auf Tempern.
Ferritische Stahlwerkstoffe verfgen ber eine niedrige Kaltumformungsrate, weswegen sie sich besser fr Komprimierung als fr Zugbelastung eignen.
Austenitische Stahlwerkstoffe weisen die beste Kaltumformungsrate auf. Ihre Bruch- und Ermdungswerte werden
deutlich nach oben verndert, die guten Ermdungs- und Kerbschlagzhigkeitswerte beibehalten.
Diese nichtrostenden Stahltypen verlieren einen Teil ihrer Bruchfestigkeit, wenn sie unter Zugabe von Schwefel oder
Kupfer hergestellt werden.

27

Beachten Sie, dass durch Vorhandensein von Titankarbiden, Niobium und nichtmetallischen Einschlsse die Formbarkeit der nichtrostenden Stahltypen verringert wird.
Die Steigerung der magnetischen Permeabilitt, die sich parallel zur Zunahme des Reduktionsverhltnisses erhht,
stellt einen weiteren Faktor dar, den es zu beachten gilt. Aufgrund dieser Tatsache besteht eine mangelnde Eignung
fr amagnetische Anwendungen.
Ausgehend von Warmwalzprodukten ist es mglich, das so genannte Kaltwalzen auszufhren (z. B. von Rundstahl
in Rollen oder Stangen).
Das Ausgangsmaterial aus ferritischem oder austenitischem Stahl wird enthrtet (Ausglhen oder Lsungsglhen) und
einem chemischen Beizverfahren unterzogen.
Die maximal anwendbaren Reduktionen liegen bei 75 % fr Austenite und bei 85 % fr Ferrite.
Falls mehrere Walzdurchlufe erforderlich sind, werden die Ferrite zuerst einer thermischen Rekristallisationsbehandlung und die Austeniten einer Lsungsglhung unterzogen.
Fr diesen Vorgang ist es auerordentlich wichtig, dass Material und Gerte sorgfltig gereinigt wurden.
Fr die Schmierung werden Flssigkeiten verwendet, die fr hohen Druck geeignet sind (meist handelt es sich um die
gleichen Produkte, die fr Kohlenstoffstahl oder Legierungen verwendet werden).
Bekanntlich kann durch Unterkhlung auf Temperaturen unter 0 C Restaustenit in Martensit umgewandelt werden.
Diesen Umstand kann man mit Kaltumformungen kombinieren, um den mechanischen Widerstand der austenitischen
Stahlwerkstoffe zu steigern, die im lsungsgeglhten Zustand ber moderate Bruch- und Ermdungswerte verfgen.
Im Folgenden einige Grafiken mit Hinweisen zu einigen nichtrostenden austenitischen Stahltypen.

Walzen bei ....

Walzen bei ....

Bruchlast N/mm2

Walzen bei ....

Strkereduktion beim Kaltwalzen

Vernderung des Bruchlastgrenzwertes, der durch Kombinationseffekt erzielt wird: Durch Kaltwalzen und Materialtemperatur
in der Walzphase erzielte Umformung.

28

Beim Ziehen geht man wie beim Kaltwalzen von behandeltem und gebeiztem Material aus.
Der Walzdraht in Rollen bzw. das warmgewalzte Material in Stangen erhalten eine Oxalatbehandlung, wobei das
Oxalat als Haftgrund fr die spezifischen Schmierle fungiert. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit beim Ziehen muss
niedriger sein als bei gewhnlichem Kohlenstoffstahl bzw. Legierungen.
Das Reduktionsverhltnis schwankt zwischen 20 und 30 %, wobei der maximale Wert, je nach mechanischen Werten,
auf die man abzielt, bei 50 % liegt. Aus diesem Grund sind die Kaltumformungstabellen, die auf einigen Produktdatenblttern angegeben sind, manchmal sehr ntzlich.
Die grten Schwierigkeiten beim Ziehen der austenitischen Stahlwerkstoffe treten bei den Typen mit hohem Kohlenstoffgehalt sowie jenen Materialien auf, deren Bearbeitbarkeit durch Zugabe von Schwefel verbessert wurde bzw.
aufgrund von Sprdigkeit, die durch Wasserstoffabsorption in der Phase der chemischen Beizung verursacht wurde.
Mithilfe des Ziehens lassen sich ISO-Abweichungstoleranzwerte von H11 und H10 erzielen. Durch Verwendung spezieller Drahtzieheisen, die fr nichtrostende Stahltypen konzipiert wurden, sind auch Profile mit ISO-Toleranzwerten
von H9 mglich. Oft wird der gezogene Stahl mit Toleranzwerten von H8, H7, h6, g..f..js geschliffen.
Fr das Schleifen werden Schleifsteine des Typs 1 mit zylindrischer Form verwendet: Fr die Endbearbeitung bestehen
diese aus verglastem Gemisch und fr das Walzschleifen mit grerer Materialabtragung aus Bakelitgemisch.
Fr die Formung des Schraubengewindes verwendet man das so genannte Rollverfahren, dessen Aufgabe auch
darin besteht, die Hrte des Materials zu verbessern. Dieses hauptschlich bei austenitischen Stahltypen verwendete
Verfahren dient darber hinaus auch dazu, Verfestigungen gezielt zu berichtigen, zu gltten, zu kalibrieren bzw. diese
je nach der Kraft, die von den Walzen ausgebt wird, zu pressen. Bei den Schmiermitteln handelt es sich um le oder
Emulsionen, die ber die Fhigkeit verfgen, starkem Druck standzuhalten.
Die sogenannte Prgung erfolgt mit Hilfe von Prgeformen mit bestimmten Maserungen, mit denen man das Material presst. Das Ausgangsmaterial sollte soweit wie mglich enthrtet sein (geringste mgliche Hrte) und frei von
Gussnhten, Riefelungen und Oxid etc. sein.
Besondere Sorgfalt muss auch auf das Gewicht des zwischen die Pressformen einzufhrenden Materials gelegt werden; dieses muss dem Endvolumen des Prgestcks entsprechen. Bei der Prgung werden blicherweise keine Schmiermittel verwendet, da ein etwaiges berma an Flssigkeit die gute Haftung zwischen Material und Formschablone beeintrchtigen knnte. Einige spezifische Produkte werden je nach Erfahrungswert im entsprechenden Sektor
verwendet.
Das Profilieren von nichtrostenden Stahlwerkstoffen erfolgt hauptschlich auf Bndern. Die diversen Profile oder
Wellen werden im Kaltverfahren erzielt, indem man das Material durch Walzgerste zieht, die ber Schablonenwalzen
fr die optimale Oberflchenendbearbeitung (oft auch verchromt) verfgen. Bei diesem Vorgang ist eine krftige
Schmierung erforderlich. Als Schmiermittel dienen diverse Emulsionen, die die Eigenschaft besitzen, starkem Druck
standzuhalten.
Um keine Schden wie z. B. Risse zu verursachen, empfehlen wir die Anwendung entsprechender Falzradien, speziell
fr jene Ausgangsmaterialien, die bereits einer starken Kaltumformung unterzogen wurden.
Fr das Profilieren werden vorzugsweise austenitische nichtrostende Stahlwerkstoffe verwendet. Bei hohen sthetischen Anforderungen werden die Bnder mit einem Kunststofffilm bedeckt, der nach beendeter Arbeit entfernt
werden kann.
Die austenitischen Stahltypen sind jene Werkstoffe, die am meisten in den Sektoren verwendet werden, in denen ein
Falzen vorgesehen ist, unabhngig davon, ob es rechtwinkelig zur Walzrichtung (gnstigere Bedingung) oder parallel
zur Walzrichtung erfolgen soll.

29

Wenn sich das Material im kaltumgeformten Zustand befindet (kaltgewalzt oder kaltgezogen) kann es ntzlich sein, es
bei ca. 200 C vor dem Falzverfahren vorzuglhen, wobei spezifische Falzradien zu bercksichtigen sind.
Vergewissern Sie sich, dass die Kanten der Platten keine Schden oder Mngel aufweisen, die Risse oder Sprnge
verursachen knnen.
Die Oberflchen aller Werkzeuge und Maschinen mssen ber eine gute Endbearbeitung verfgen und drfen keine
Rostflecken aufweisen, um galvanische Reaktionen zu vermeiden, welche die Korrosion beschleunigen knnen.
Das Sandstrahlen oder Kugelstrahlen wird mit trgem Stahlsand oder mit kleinen nichtrostenden Stahlkugeln mit
groem Hrtegrad durchgefhrt. Dieser Vorgang kann z. B. auf den aus Austenitstahl hergestellten Schleifsteinen zur
Kaltumformung der Oberflchenschicht ausgefhrt werden.
Als Feinschleifen wird eine Oberflchenbehandlung der Werkstoffe bezeichnet, bei der ganz dnne Metallschichten
durch ein Schleifmittel abgetragen werden, das durch ein Bindemittel fixiert wird. Die wichtigste Funktion dieser
Verarbeitung besteht in der Abtragung schdlicher Substanzen wie Oxide und berflssige Rauheiten und Unebenheiten, die z. B. durch das Schweien verursacht wurden. Whrend dieses Verfahrens mssen die Druckparameter der
Schleifsteine und die Wrmeeinbringung auf die Werkstcke kontrolliert werden, um Deformationen zu vermeiden.
Unter Polieren versteht man die Feinbearbeitung, bei der die Oberflche zu sthetischen oder Dekorationszwecken
geglttet wird. Fr gewhnlich ergeben feinkrnigere Schleifmittel glattere Oberflchen. Als typische feinkrnige Mittel fr Endbehandlungen weisen wir auf die Typen 320/400 und fr das Feinschleifen von warmgewalzten nichtrostenden Stahlwerkstoffen auf die Typen 36760 hin. Beachten Sie auch, dass falls mehrere Arbeitsgnge oder Durchlufe
erforderlich sind, die Geschwindigkeit der Schleifwerkzeuge stufenweise gesenkt werden muss (vom grbsten bis zum
feinsten Grad).
Auch beim Brsten handelt es sich um eine Schleifttigkeit, die aber schwcher ist als die oben genannten und deren
Haupteigenschaft darin besteht, das die Frbung der Oberflche zu vereinheitlichen, z. B. wenn eine fein geschliffene
Schweischnur vorhanden ist. Das Brsten erfolgt mit Bndern, Tupfern oder Mikrofaserblttern.
Beim Glanzpolieren geht es nicht um das Abtragen von Material, es wird hauptschlich ausgefhrt, um die mit
nichtrostendem Stahl hergestellten Erzeugnisse zu gltten und deren Oberflche glnzend zu machen. Das kann mit
Hilfe von Baumwolltuchscheiben, Filz oder Lamellenscheiben geschehen, die mit Scheuerpasten oder Scheuerflssigkeiten imprgniert wurden, welche dazu beitragen, den Glanz des Stahls zu erhhen.

Mikrofasern fr das Brsten.


Fr Reinigungs-, Entkrustungs- und Passivierungskriterien siehe ASTM A 380.
Fr die chemische Passivierungsbehandlung siehe ASTM A 967.

30

KALTWALZEN
Stufenanzahl fr austenitischen oder ferritischen Stahl von einem Warmband mit 5 mm Strke ausgehend
Reduktion
Anz. Umwandlungen
Anschlieende Behandlungen
Von mm
Auf mm
(Reduktionen)
5
4
1
Weichglhen
Beizen
3
Stufenweise, erste
5
3
Weichglhen
Beizen
Reduktion grer als die
anderen zwei
5
5
2
Stufenweise Reduktion der
-Beizen
Strke
Insgesamt darf die hchste Reduktion der Strke ohne Weichglh-Zwischenbehandlungen nicht 75%
(austenitisch) oder 85% (ferritisch) der ursprnglichen Warmbandstrke berschreiten.

Spezifischer Druck
N/mm2
880
1000
1120
1150
1250
1310
1440
1500
1630
1690
1760
1870
1930
1980
2030
2060
2125
2190
2220

Reduktion
%
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
70
75
80
85
90

Ferritischer Stahl
einige Stahlsorten: AISI 429 - 430 - 434

Austenitischer Stahl
einige Stahlsorten: AISI 301 - 302 - 303 - 304 - 316

Spezifischer Druck, der abhngig von der angewandten Strkereduktion fr das Kaltwalzen erforderlich ist.

Spezifischer Druck
N/mm2
815
890
1000
1060
1125
1190
1250
1315
1375
1440
1490
1510
1550
1560
1580
1630
1640
1660
1700

Reduktion
%
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
70
75
80
85
90

Ausgegangen wird beim Kaltwalzen von Warmbndern, die (je nach Art der rostfreien Stahltypen durch Lsungsglhen, Rekristallisationsglhen oder Glhen) entsprechend weichgeglht und gebeizt worden sind.

31

OBERFLCHENBEHANDLUNGEN
Arbeitsparameter fr elektrolytisches Polieren (Blanktzen)
Zusammensetzung des Bades
300 cm3 Orthophosphorsure
530 cm3 Glyzerin
90 cm3 Wasser
125 cm3 Schwefelsure
650 cm3 Orthophosphorsure
225 cm3 Wasser
110 cm3 Schwefelsure
600 g. Zitronensure
250 cm3 Methylalkohol oder
Butyl-, Propyl- oder thylalkohol
(1)
fr neues Bad

Kathodenmaterial
Austenitstahl
AISI 304

Spannung (1)
V

Stromdichte
A/cm2

Dauer
Minuten

Temperatur
des Bades C

4-5

0.08

15

100

Kupfer

8 - 15

0.08 - 0.20

5 - 10

85

Austenitstahl
AISI 304

6-8

0.08 - 0.55

1-3

50 - 125

Orientative Lsungen fr Dekontamination, Eisenspuren oder Verunreinigung durch Kontakt mit anderen Metallen
Art des rostfreien Stahls
Volumen %
Temperatur C
Austenitisch, ferritisch,
austenitisch-ferritisch,
Salpetersure (10 - 16)
25
Ausscheidungshrtbar
Reihe AISI 400 mit Cr < 16%
Salpetersure (8 - 12)
25
und bei verbesserter Bearbeitbarkeit
Die Lsungen sind auf die Massenkonzentration bezogen: Salpetersure 67%.

Zeit in Minuten
10 - 60
10 - 60

Indikative Lsungen fr das Beizen


Art des rostfreien Stahls
Volumen %
Temperatur C
Zeit in Minuten
Austenitisch, ferritisch,
Salpetersure (10 - 25)
Austenitisch-ferritisch,
25 - 60
5 - 50
Fluorwasserstoffsure (1 - 8)
Ausscheidungshrtbar
Reihe AISI 400 mit Cr < 16%
Salpetersure (10 - 15)
20 - 50
5 - 20
und bei verbesserter Bearbeitbarkeit
Fluorwasserstoffsure (0.5 - 2)
Die Lsungen sind auf die Massenkonzentration bezogen: Salpetersure 67% und Fluorwasserstoffsure 40%.

Einige Systeme fr die Oberflchenreinigung von rostfreiem Stahl


Zustand

Reinigungsmittel

Leicht verschmutzte Oberflchen,


regelmig gereinigt

Wasser und Seife oder

Mittelstark verschmutzte Oberflchen,


gelegentliche Reinigung.
Sehr schmutzige Oberflchen in
industrieller Umgebung.

32

Anwendung
Mit Schwmmen,
sauberen Tchern,
weichen Brsten.
Reichlich absplen.

Bemerkungen

Siehe oben, eventuelle Zugabe


von belftetem Bimsstein. Handelsprodukte ohne Chlor.

Siehe oben.

Siehe oben.

Wasser und Seife mit Zugabe


von Schleifpulvern wie belfteter
Bimsstein und Tonerde.

Siehe oben.
Keine Brsten oder
Siehe oben.
Metallwolle benutzen.
Stark befleckte Stellen
Eventuell kleine Schleifintensiv behandeln.
filzstcke aus Kunststoff
benutzen.

Auf satinierten
Oberflchen nur in der
Satinierrichtung reiben.

Oberflchenbeschaffenheit von nichtrostenden Sthlen


Walzdraht, Stbe, Draht und Profilen EN 10088-3

Fertigstellen der endgltigen besondere

Fertigstellen der endgltigen besondere

Warmgeformt

(2)

Ober-flchenbeschaffenheit

(1)

Erzeugnisform
A

Empfohlene Anwendung und Erfahrungen

1U

Warmgeformt,
nicht wrmebehandelt,
nicht entzundert.

Mit Zunder bedeckt (rtlich


geschliffen, falls erforderlich).
Nicht ohne Oberflchenfehler.

Geeignet fr warm weiterzuverarbeitende


Erzeugnisse.

1C

Warmgeformt,
wrmebehandelt (3),
nicht entzundert.

Weitgehend zunderfrei (aber


vereinzelte schwarze Stellen
knnen vorhanden sein).
Nicht ohne Oberflchenfehler

Geeignet fr weiterzuverarbeitende Erzeugnisse


(warm oder kalt)

1E

Warmgeformt,
wrmebehandelt (3)
mechanisch entzundert.

Per gran parte esente


da scaglia (sporadiche macchie
nere possono essere presenti).
Non esente da difetti
superficiali.

--

Geeignet fr weiterzuverarbeitende Erzeugnisse


(warm oder kalt)

1D

Warmgeformt, wrmebehandelt (3), gebeizt,


beschichtet (optional)

Zunderfrei (rtlich geschliffen,


falls erforderlich). Nicht ohne
Oberflchenfehler.

Erzeugnisse, die im vorliegenden Zustand


-- verwendet oder weiterverarbeitet werden
(warm oder kalt)

1X

Warmgeformt,
wrmebehandelt (3),
vorbearbeitet

Zunderfrei (aber einige Eindrcke von der Bearbeitung knnen


-zurckbleiben). Nicht ohne
Oberflchenfehler.

Erzeugnisse, die im vorliegenden Zustand


-- verwendet oder weiterverarbeitet werden
(warm oder kalt)

2H

1C, 1D, oder 1X, kalt


weiterverarbeitet (4)
beschichtet (optional)
rivestito (opzione).

Glatt und matt oder blank.


Nicht notwendigerweise poliert.
Nicht ohne Oberflchenfehler.

--

Bei durch Kaltziehen ohne anschlieende Wrmebehandlung gefertigten Erzeugnissen ist die
Zugfestigkeit wesentlich erhht. Insbesondere
-bei austenitischen Gefgen ist dies vom Grad der
Kaltumformung abhngig. Die Hrte kann an der
Oberflche hher sein als im Kern.

2D

2H, wrmebehandelt (3),


gebeizt und nachgewalzt
(optional), beschichtet
(optional).

Glatt und matt oder blank.


Nicht ohne Oberflchenfehler.

--

Die Nachbearbeitung erlaubt die Wiederherstellung der mechanischen Eigenschaften nach


-- der Kaltumformung. Erzeugnisse mit guter
Umformbarkeit (Fliepressen) und speziellen
magnetischen Eigenschaften.

2B

1C, 1D oder 1X, kalt


weiterverarbeitet (4)
mechanisch geglttet.

Glatt, gleichmig und blank.


Ohne Oberflchenfehler.

--

Erzeugnisse, die im vorliegenden Zustand


verwendet werden oder fr eine verbesserte
Ausfhrungsart bestimmt sind. Bei durch Kaltziehen ohne anschlieende Wrmebehandlung
-- gefertigten Erzeugnissen ist die Zugfestigkeit wesentlich erhht. Insbesondere bei austenitischem
Gefgen ist dies vom Grad der Kaltumformung
abhngig. Die Hrte kann an der Oberflche
hher sein als im Kern.

1G

Warmgeformt, wrmebehandelt (3) entzundert,


vorbearbeitet (4) oder
geschlt bei Walzdraht.
Nachbearbeitung durch
Materialabtrag.

Aussehen mehr oder weniger


einheitlich und blank.
Ohne Oberflchenfehler.

--

--

2G

2H, 2D, oder 2B, sauber


geschliffen, mechanisch
geglttet (optional)

Glatt, gleichmig und blank.


Ohne Oberflchenfehler.

--

Ausfhrungsart fr enge Grenzabmae.


-- Falls nichts anderes vereinbart wurde,
muss die Oberflchenrauheit Ra < 1,2 sein.

2P

2H, 2D, 2B oder 2G,


glnzend poliert

Glatter und blanker als Ausfhrung 2B oder 2G.


Ohne Oberflchenfehler

--

Erzeugnis zeigt eine gepflegte Oberflchenbe-- schaffenheit. Die Oberflchenrauheit muss bei
der Anfrage und Bestellung vereinbart werden.

Geeignet fr besondere Anwendungen


(Fliepressen und/oder
Kalt- oder Warmstauchen).
Oberflchenrauheit kann festgelegt werden.

A = Walzdraht B = Stbe, Profile C = Halbzeug


1) Nicht Oberflchenbeschaffenheiten und Ausfhrungsarten sind fr alle Sthle verfgbar. 2) Erste Stelle: 1 = warmgeformt; 2 = kalt weiterverabeitet. 3) Bei ferritischen, austenitischen und
austenitisch-ferritischen Sorten kann die Wrmebehandlung entfallen, falls die Bedingungen fr das Warmumformen und anschlieende Abkhlen so sind, dass die Anforderungen an die
mechanischen Eigenschaften des Erzeugnisses und die Bestndigkeit gegen interkristalline Korrosion eingehalten werden. 4) Die Art der Kaltweiterverarbeitung (Kaltziehen, Drehen, Schleifen,
Schaben, ...) bleibt dem Hersteller berlassen, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Kurz- Ausfhrungsart
zeichen

33

KALTBEARBEITUNG
Beispiele einiger Schden, die an Schneidplttchen feststellbar sind, die fr die Spanbeseitigung an rostfreiem Stahl benutzt
wurden, mgliche Ursachen und eventuelle Abhilfe.
FEHLER

URSACHE

Plastische
Verformung

Zu hohe Temperatur des Einsatzes verbunden mit


hohem Druck.

Aufbauschneide

Das bearbeitete Material neigt dazu sich am Einsatz


zu verschweien.

Beschdigung der
Schneidkante

Einsatz zu brchig.
Einsatz mit schwachen geometrischen Eigenschaften.
Bildung der Aufbauschneide.

Einschlagen des
Spans

Der Span ist zu lang und neigt dazu sich in Richtung


der Schneidkante zu verbiegen.

ABHILFE
Hrteren Einsatz whlen.
Geschwindigkeit verringern.
Vorschub reduzieren.
Schnittgeschwindigkeit erhhen oder
einen Einsatz mit Positivspanwinkeln whlen.
Einen widerstandsfhigeren Einsatz whlen.
Einen Einsatz mit krftigerer Schneidkante whlen.
Schnittgeschwindigkeit erhhen oder
einen Einsatz mit Positivspanwinkeln whlen.
Vorschub leicht ndern.
Eine andere Schnittgeometrie whlen.
Einstellwinkel der Halterung ndern.

Bearbeitbarkeitsindexe fr rostfreien Stahl (Bezugsgrundlage entspricht 100 von AISI-Stahl B 1112 - DIN 10S20)
AISI - STAHL

STRUKTUR

BEARBEITBARKEITS-INDEX

403
410
416
420 (C = 0.30%)
431
405
430
430 F
201
302
303
304
304 L
305
316 L

Martensitisch
Martensitisch
Martensitisch
Martensitisch
Martensitisch
Ferritisch
Ferritisch
Ferritisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch
Austenitisch

58
58
97 (1)
58
46
58
58
90 (1)
49
49
70 (1)
49
49
49
43

(1)
Verbesserte Bearbeitbarkeit. Um dort, wo dies mglich ist, die Zerstckelung des Spans zu begnstigen, wird mit Hilfe einer Kaltumformung
die plastische Kaltformnderung (Ziehen) durchgefhrt.

Orientative Werte fr das spitzenlose Schleifen an Stcken aus rostfreiem Stahl


Winkel
Umfangsge-schw.
zwischen
der Fhrungsden
scheibe
Achsen
M/Min
Martensitisch
135 - 275
28 - 33
0,12
0,03
3
30
Martensitisch
> 275
28 - 33
0,12
0,03
3
30
Ferritisch
135 - 185
28 - 33
0,12
0,03
3
30
Austenitisch
135 - 275
28 - 33
0,12
0,03
3
30
Ausscheidungshrtbar 150 - 200
28 - 33
0,12
0,03
3
30
Ausscheidungshrtbar
> 200
28 - 33
0,12
0,03
3
30
Schleifscheiben
mit
Korngre
70
Schleifscheiben mit Korngre 46 fr Grobschleifen
Schleifscheiben mit Korngre 60 fr Zwischenzge fr Fertigbearbeitung
Schleifscheiben aus Harz zum Polieren
Khlflssigkeit: l-in-Wasser-Emulsionen
Stahl

34

Hrte
HB

Umfangsge-schwindigkeit der Schleifscheibe M/Sek.

Umfangsgeschw. des
Stcks
M/Min.
15
15
15
15
15
15

Schnitt-Tiefe
mm

35

SCHWEISSEN
Indikative Spannungs- und Stromwerte fr manuelles Lichtbogenschweien mit Mantelelektroden

Elektrodendurchmesser
mm

Spannung

1,6
2
2,5
3,2
4
5
6

20 - 22
20 - 23
22 - 25
23 - 26
23 - 26
24 - 27
25 - 28

Stromstrke in A
Cr-Ni-Elektroden
Schweiposition
Eben
Senkrecht berkopf
20 - 35
15 - 25
20 - 30
30 - 50
25 - 35
30 - 45
40 - 65
35 - 50
40 - 60
65 - 100
55 - 75
65 - 85
95 - 145 80 - 105 90 - 120
125 - 190 105 - 135 125 - 155
200 - 280

Cr-Elektroden
Schweiposition
Eben
Senkrecht berkopf

50 - 75
80 - 115
115 - 160
155 - 210

40 - 55
50 - 65
65 - 80
75 - 95
90 - 110 110 - 130
125 - 145 145 - 160

Indikative Parameterwerte fr manuelles Lichtbogenschweien mit Mantelelektroden

Elektrodendurchmesser

MaterialStrke

Anzahl
der

mm

mm

Durchgnge

1,6
2
2,5
3,25
4
5
5

1,5
2
3
5 (1)
7 (1)
10 (1)

1
1
1
2 (2)
2 - 3 (2)
3 - 4 (2)

(1)
(2)

Stumpfschweien
Abstand zwischen
den Kanten
mm
0
0,5
0,8
1,5
1,5
1,5
2

Durchschn. Elektrodenanzahl
pro Schweimeter
Stumpf-sch- Eck-schweien
weien Nr.
Nr.
5,5
8,5
3,7
6
2,9
4,8
2,9
4
3,1
3,1
4,1
4,1
5
5,7

Beim Stumpfschweien wird ab Strke 4 die Abschrgung der Kanten empfohlen.


Fr den ersten Schliedurchgang des Kantenbodens wird ein Elektrodendurchmesser von 1,6 oder 2 empfohlen.
Elektrodenhalter

Mantelelektrode

Kurzschlusszndung
(Aus Dokumentation Inox-Zentrum)

36

37

3
9
4
4
4
4
4
6
6
4-6
4-6
4-6
4-6
4-6
4-6
5-6
5-6
3-7
E309
3-7
3-7
E309
3-7

CrMo

8
4
4
5
4
4
6
6
4-6
4-6
4-6
4-6
4-6
4-6
5-6
5-6
8-7
E309
8-7
8-7
E309
8-7
301

2
E308
E312
E308
E308
E308
E308
E312
E308
E308
E308
E308
E308
E312
E308
4
4
4
4
4
4
AISI
303
1

302B

E312
E308
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
E312
4
4
4
4
4
4
AISI

302

E308
E312
E308
E308
E308
E308
E312
E308
E308
E308
E308
E308
E312
E308
4
4
4
4
4
4
AISI
E308L
E308
E308
E312
E308L
E308L
E308
E308L
E308L
E312
E308L
4
4
4
4
4
4
AISI
E310
E310
E312
E316
E316
E317
15
E308
E312
E347
4
4
4
4
4
4
AISI
E310
E312
E316
E316
E317
15
E308
E312
E347
4
4
4
4
4
4
AISI
E312
E316
E316
E308
E317
E308
E312
E308
4
4
4
4
4
4
AISI
11
E316
E316
E316
E308
E312
11
4
4
4
4
4
4
AISI
E316L
E316
E316L
E308L
E312
E316L
4
4
4
4
4
4
AISI

E317
E317 15
E308 E308L E347
E312 E308 E312 E330
11 E308L E347 E312 E347
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
4
4
4
5
4
7
AISI AISI AISI AISI AISI AISI

E309
E309 7
E309 7
7
E309 7 E309
E309 7
7
AISI AISI AISI

410

304 304 L 310 310 S 314 316 316 L 317 317 L 321 330 347 403 416 420 430

14
E308
E308
E308
E312
E308
E312
E308
E312
E308
E312
E308
4
4
4
4
4
4
AISI

12
AISI

430F (1) 431

E309
7
AISI

[TECHNISCHE BIBLIOTHEK HOEPLI ROSTFREIER STAHL VIERTE AUFLAGE - G. DI CAPRIO]


1. Das Schweiverfahren wird fr keine Stahlart mit verbesserter Bearbeitbarkeit empfohlen. 2. Das abgelagerte Metall E308 hat eine niedrigere mechanische Festigkeit als diejenige des Grundmetalls.
3. Jede beliebige fr C-Stahl (E60 XX; E70 XX) geeignete Elektrode. 4. Den weniger stark legierten Stahl mit E309 bestreichen und die Naht mit E308 vervollstndigen. 5. Den weniger legierten Stahl
mit E309, den anderen mit E312 bestreichen und die Naht mit E308 fertigstellen. 6. E-Stahl NiCrFe3 ist vor allem fr Nhte, die bei hohen Temperaturen in wenig schwefliger Atmosphre in Betrieb
sind, vorzuziehen. 7. Ist eine Zwischenzusammensetzung im abgelagerten Metall erforderlich, knnen E309 und E310 benutzt werden. 8. Elektroden fr niedrig legierten Stahl E8015-B2, E8016-B2,
E8018-B2. 9. Elektroden fr C-Stahl E7015, E7016, E7018, E7028. 10. Den CrNi-Stahl mit E312 bestreichen und die Naht mit E310 fertigstellen. 11. E16-8-2 fr weniger Brchigkeit benutzen,
wenn der Stahl anhaltend hohen Temperaturen ausgesetzt ist. 12. E309 das abgelagerte Metall muss nach der Vergtung dieselbe Hrte wie das Grundmetall aufweisen. 13. Typische Analyse des
abgelagerten Metalls C = 0.10%, Mn = 1.0%, Si = 0.50%, Cr = 29%, N = 0.12%. 14. Fr kryogenische Anwendungen E308L benutzen. 15. E317L nicht AWS-klassifizierte Elektrode. L bedeutet
0.04% C max (E317 enthlt 0.08% C max).

Grundmetalle

C-Stahl
CrMo-Stahl
AISI 301
AISI 302 - 302 B
AISI 303 (1)
AISI 304
AISI 304 L
AISI 310
AISI 310 S
AISI 314
AISI 316
AISI 316 L
AISI 317
AISI 317 L
AISI 321
AISI 330
AISI 347
AISI 403-405-410
AISI 416 (1)
AISI 420
AISI 430
AISI 430 F (1)
AISI 431

Indikative Wahl des mit rostfreiem Stahl umhllten Elektrodentyps fr Aneinanderschweien von rostfreiem Stahl sowie Schweien mit Kohlenstoffstahl und
mit legiertem Stahl.

SCHWEISSMATERIAL

WRMEBEHANDLUNG
Fr die untereinander sehr unterschiedlichen Gruppen von rostfreiem Stahl ist es wichtig zu wissen, welche Eigenschaften durch Wrmebehandlung erzielt werden knnen und welche davon die zweckmigsten sind.

BETRACHTUNGEN BER DIE ATMOSPHRE DER FEN


Grundstzlich knnen alle l-, Gas-, Elektro-, Induktions- und mit Heizrhren betriebenen Industriefen verwendet
werden. Flammenfen (Gas und l) mssen mit einer Flammen-Rckschlagsicherung ausgerstet werden, um
lokale berhitzung oder Brnde zu vermeiden, und der Brennstoff darf nicht schwefelhaltig sein.
Alle Wrmefen mssen ber eine Anzahl an Thermoelementen verfgen, welche die vollkommene bereinstimmung zwischen eingestellter und tatschlicher Temperatur zu garantieren in der Lage sind. Dieses Delta darf 14
C nicht bersteigen und die Qualifikation der Wrmebehandlungsanlage muss gem der Norm API 6 erfolgen.


WRMEOXIDATION

Gewichtsabnahme

Bei Temperaturen, die hher als 250 - 300 C sind, beginnen die Materialien aus rostfreiem Stahl zu oxidieren,
wenn sie behandelt oder in einer sauerstoffhaltigen Atmosphre (Luft) in Betrieb genommen werden. Bei steigender Temperatur nimmt auer der gelblichen Frbung auch die Oxiddicke (Glhspan/Zunder) mit daraus folgendem
Gewichtsverlust zu. Stahl, der am wenigsten davon betroffen ist, ist derjenige mit hohen Chrom-Nickel-Prozentstzen und stabilisierter Stahl.

Aussetzungszeit bei verschiedenen Temperaturen in Stunden

Gewichtsverlustschema bei Vernderung der Aussetzungsdauer von Stahl 316Ti an der Luft bei unterschiedlichen Temperaturen

38

GEREGELTE ATMOSPHRE
Um die Zugabe von Sauerstoff zum rostfreien Erzeugnis zu verhindern oder auf ein Minimum zu beschrnken, setzen sich die trockenen Atmosphren in den fen normalerweise aus Gasen wie Argon und Stickstoff zusammen.
Mangels Sauerstoff wird kein Oxid gebildet, wodurch der Stahl seinen anfnglichen Glanz beibehalten kann.
Fr Behandlungen in Schutzatmosphre oder unter Vakuum (geregelt) der fertigen Werkstcke wird eine grndliche Reinigung mit flssigen oder zerstubten Lsungsmitteln empfohlen.

AUFKOHLUNG
Ist die Anreicherung mit Kohlenstoff, die an der Oberflche auftreten kann, wenn das Material mit Atmosphren
oder Material, das Kohlenstoff abgeben kann, in Berhrung kommt. Die Kohlenstoffanreicherung ist in der Regel
fr alle rostfreien Materialen schdlich und beraubt sie hufig ihrer ursprnglichen Eigenschaften.


ENTKOHLUNG

Erscheinung, die genau so schdlich wie die Aufkohlung ist; reduziert den Kohlenstoffgehalt an der Oberflche der
Erzeugnisse und verndert deren natrliche Eigenschaften. Ferrit- und Austenitstahl werden nicht beeintrchtigt,
jedoch schdlich fr Martensitstahl.


ROSTFREIER MARTENSITSTAHL

1.4005 - 1.4006 - 1.4021 - 1.4028 - 1.4031 - 1.4034 - 1.4035 - 1.4057 - 1.4101 - 1.4112 - 1.4116 - 1.4122 - 1.4125
Es handelt sich um den einzigen nichtrostenden Stahl, dessen mechanische Eigenschaften durch Tempern gendert
werden knnen.
Diese Stahlsorten besitzen die Umwandlungspunkte A1 und Austenitisierungspunkte A3, weshalb ihre Bruchwerte
(R N/mm2) und Fliewerte (Rp0.2 N/mm2) durch Tempern erhht werden knnen.
Ac1 Temperatur, bei der in der Anwrmphase die Bildung von Austenit beginnt.
Ac3 Temperatur, bei der in der Anwrmphase die Umwandlung von Ferrit in Austenit beendet ist.
Ms Temperatur, bei der in der Abkhlphase die Martensit-Start genannte Umwandlung von Austenit zu Martensit
abgeschlossen ist.
Mf: Temperatur, bei der die Umwandlung von Austenit zu Martensit abgeschlossen ist (Martensit-Finish).
Abhngig vom Kohlenstoff- und Chromgehalt lassen sich deshalb vollkommen gehrtete Strukturen erzielen, die
wie im Fall von Stahl 1.4021 (AISI 420) aus Martensit oder wie bei Stahl 1.4125 (AISI 440C) aus Martensit + Karbiden zusammengesetzt sind.


WEICHGLHEN
Diese Wrmebehandlung ist eine der preisgnstigsten und ermglicht es, Materialstrukturen zu erzielen, die leicht
zerspanbar und ebenso leicht kalt verformbar sind.
Fr niedriggekohlten Stahl kann die Abkhlung, nach der Haltedauer bei den fr jeden Stahl typischen Temperaturen, in ruhender Luft erfolgen.
Fr Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt gelten dieselben Modalitten, die erreichbare Hrte ist im Vergleich zum
vorhergehenden Fall aber hher.

39

Fr Stahl mit Nickelgehalt kann ein doppeltes Glhen, fr 1.4057 zum Beispiel ein erstes Glhen bei 770 C und
ein zweites Glhen bei 650-670 C durchgefhrt werden. Hochgekohlter Stahl erfordert Glhtemperaturen von
750-850 C, bei denen Hrten von maximal 280 HB erzielt werden knnen.


VOLLSTNDIGES GLHEN

Diese Wrmebehandlung wird angewandt, wenn ein hoher Kaltumformbarkeitswert erreicht werden soll. Die Temperaturen sind die typischen, die in den Produktblttern angegeben.
Fr niedriggekohlten Stahl mit beschrnkter Wrmeleitfhigkeit mssen langsame Anwrmzeiten und Durchwrmungszeiten von mindestens 2 Stunden pro Zoll an Strke angewendet werden. Die anschlieende Abkhlung muss
bei einer Geschwindigkeit von 15-25 C/St. bis 590 C und danach bis zur Raumtemperatur an der Luft erfolgen.
Fr Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt knnen dieselben Parameter wie oben angewendet werden.
Bei Nickelstahl > 1% wird diese Wrmebehandlungsart nicht angewendet.
Fr hochgekohlten Stahl sind die Temperaturen im Vergleich zu den fr die vorhergehenden Stahltypologien benutzten in der Regel hher. Die Abkhlung muss bis zu 790-760C im Ofen erfolgen, der eine Haltezeit abhngig
von der Gre des Werkstcks und eine Abkhlung bis 590 C bei einer Geschwindigkeit von 15-25C/St. folgt,
abschlieend in ruhender Luft abblasen.


ISOTHERMGLHEN

Die zu erreichenden Temperaturintervalle sind in den Produktblttern angegeben.


Fr niedriggekohlten Stahl muss nach der Haltezeit die kontrollierte Abkhlung bis 705-720C durchgefhrt werden. Bei diesen Temperaturen muss die Haltezeit je nach Masse des Stcks entsprechend lang sein. Nach Beendigung dieser zweiten Haltedauer kann man ihn in ruhender Luft bis zur Raumtemperatur khlen.
Fr Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt knnen dieselben Parameter wie oben angewandt werden.
Fr Nickelstahl, der einer sehr langsamen Abkhlung bedarf, wird Isothermglhen in der Regel nicht angewandt.
Fr hochgekohlten Stahl sind die Temperaturen hher als die der anderen Typologien und die erzielten Hrten
entsprechen ungefhr den hchsten, die durch vollstndiges Glhen erreichbar sind.

TEMPERN
Diese Wrmebehandlung wird fr den martensitischen Typ angewandt.
Sie besteht aus einer kontrollierten Anwrmzeit bis zur typischen Temperatur von jedem Stahl, einer Haltezeit, die
von der Masse des Stcks abhngt und einer raschen Abkhlung, welche die Umwandlung von Austenit in Martensit ermglicht.
Fr die Haltedauer betrgt die Zeit pro 25 mm Strke des zu behandelnden Stcks 30 bis 35 Minuten.
Nach dem Tempern muss, je nachdem welche Eigenschaften gewnscht werden (mechanische, Rostbestndigkeit
etc.) ein Anlassen oder eine Entspannung durchgefhrt werden.
Im Wrmebehandlungsjargon werden die Temper- und Anlassvorgnge mit einem einheitlichen Ausdruck bezeichnet: Vergtung.
Als Khlmittel wird Wasser meistens ausgeschlossen, weil seine rasche Wirkung die Bildung von Rissen verursa-

40

chen kann. In den meisten Fllen wird Folgendes benutzt: Feuchte Luft, auf 40-90 C erhitztes l und Polymere.
Die Khlgeschwindigkeit muss auch wegen des Umstandes, dass Martensitstahl hufig selbsthrtend ist, niedrig
gehalten werden.
Whrend der langsamen Vorwrmphase und vor Erreichen der Tempertemperatur werden Haltezeiten bei 740760C empfohlen, um den Temperaturausgleich im Werkstoff und die Gleichgewichtseinstellung herbeizufhren
und eventuelle, durch Kaltumformungen oder starke mechanische Bearbeitungen verursachte Spannungen zu beseitigen. Anschlieend muss man rasch auf die festgelegte Temperatur zurckzukehren.
Wie bei Kohlenstoffstahl und bei legiertem Stahl gilt die Regel, dass die Hrte im Verhltnis zum Anstieg des Kohlenstoffanteils zunimmt.
Jeder Kohlenstoffgehalt ist an einen Hrtbarkeitsindex gebunden. Als praktisches Beispiel knnen wir anfhren,
dass der maximal durchhrtbare Durchmesser fr Stahl 1.4006 200 mm betrgt und bei Stahl 1.4021 300 mm
erreicht werden knnen.
Um ganz sicherzugehen, dass das gesamte Austenit anschlieend in Martensit umgewandelt wird, sollte in der
Temperphase bis 180-200C gekhlt werden.


ANLASSEN
Wird am getemperten Material durchgefhrt, um dem Werkstoff Stabilitt zu verleihen.
Bei Martensitstahl ermglicht das Anlassen gute Bruch-, Streck-, und Dehnungseigenschaften sowie eine ausreichende Zhigkeit. Es wird darauf hingewiesen, dass die beste Zhigkeit dem Austenitstahl eigen ist.
Fr die Haltedauer betrgt die Zeit pro 25 mm Strke des zu behandelnden Werkstcks 50 bis 60 Minuten.
Bei niedrigen Temperaturen werden gewhnlich lange und bei den hohen kurze Haltezeiten eingesetzt.
Bei niedriggekohltem Stahl und Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt sollten keine Anlasstemperaturen zwischen
400 und 570C benutzt werden, weil sie die Zhigkeit und die Korrosionsbestndigkeit senken knnten. Die blicherweise eingesetzten reichen von 600 bis 780 C. Fr hochgekohlten Stahl (z. B. Messerschmiedewaren), bei
dem maximale Hrte erwnscht ist, wird bei 250 C eine Entspannung vorgenommen.
Die Abkhlung nach dem Anlassen wird in ruhender Luft durchgefhrt.


ENTSPANNUNG
Wrmebehandlung, die im Vergleich zu denjenigen, die fr das Anlassen benutzt werden, bei niedrigeren Temperaturen durchgefhrt wird, um eventuelle durch Khlung nach dem Tempern verursachte Restspannungen zu
beseitigen oder die negative Wirkung des im festen Zustand im Material gelsten Wasserstoffs abzuschwchen.
Die Temperaturen variieren zwischen 150 und 300 C und knnen in einigen Fllen 430 C erreichen.
Dieser Vorgang muss unmittelbar nach Abschluss des Temperns, wenn die Temperatur der Werkstcke noch 60100 C betrgt, durchgefhrt werden.
Fr die Haltedauer kann man die fr das Anlassen benutzten anwenden.
Fr die Khlung werden bewegte oder ruhende Luft und in einigen Fllen l oder Polymere benutzt.

41

STAHL 1.4006 AUSGEGLHT X 500


Angedeutete Ausscheidung von Kohlenstoffen an
der Korngrenze

STAHL 1.4006 VERGTET X 200


Angelassenes Martensit

ROSTFREIER FERRITSTAHL
1.4016 - 1.4105 - 1.4106 MOD - ASI 430 FMo
Fr diese Kategorie lassen sich die mechanischen Eigenschaften nicht durch Tempern erhhen.
Die wichtigste Behandlung, der sie unterzogen wird, ist Rekristallisationsglhen.
Dieser Stahl hat, egal welcher Temperatur er ausgesetzt wird, stets eine stabile ferritische Struktur.

REKRISTALLISATION

Fr Ferritstahl durchgefhrte Glhbehandlung, um eine Struktur mit gleichmiger Krnung zu erzielen.


Dieser Prozess erfolgt gewhnlich nach der Kaltverformung; stellt die Verformbarkeit wieder her und beseitigt die
durch das Walzen oder das Kaltziehen verursachte Kaltumformung der Matrize.
Die Rekristallisation ist unbedingt notwendig und muss eingeschoben werden, wenn mehrere Kaltumformungen vorgenommen werden mssen.
Die Haltedauer bei der zuvor festgelegten Temperatur betrgt pro Zoll an Strke 1 Stunde, und die kontrollierte
Khlung muss bei bis zu 300 C erfolgen, anschlieend kann an der Luft gekhlt werden.
Fr Stahl mit hohem Chromgehalt (Cr% 20 ~) sind im Bereich zwischen 570 und 400 C Haltedauern, auch nur kurze,
zu vermeiden, weil dadurch Brchigkeit entstehen knnte.
Sollte dieser ungewnschte Effekt auftreten, die Behandlung mit Schnellabkhlung bis 300 C wiederholen.

ASTM
405
409
430
430 F
442
446

42

NR.
1.4002
1.4512
1.4016
1.4104

1.4762 ~

REKRISTALLISATIONSTEMPERATUR C
810 - 700
900 - 870
810 - 700
790 - 710
830 - 760
820 - 780

ABKHLUNG
Luft
Luft
Luft
Luft
Luft
Luft

TYPISCHE STRUKTUREN VON ROSTFREIEM FERRITSTAHL

Stahl 1.4016 ausgeglht x 200; Ferritische Struktur


mit teilweiser Ausscheidung von Kohlenstoffen an
der Korngrenze

Stahl 1.4105 ausgeglht x 100


Ferritische Struktur mit Korngre 6-8

ROSTFREIER AUSTENITSTAHL
1.4301 - 1.4305 - 1.4307 - 1.4401 - 1.4404 - 1.4541 -1.4567 - 1.4570
Dieser Stahl eignet sich nicht zur Erhhung der mechanischen Eigenschaften durch Tempern, kann nach Lsungsglhen
und plastischer Kaltverformung (z. B. Ziehen) aber gute Bruch-, Streck-, Dehnungs- und Zhigkeitswerte vorweisen.
Die Werkstoffe aus dieser Familie weisen auch bei Raumtemperatur eine austenitische Struktur auf.


LSUNGSGLHEN
Die Behandlung ist dem Tempern hnlich, im Vergleich zu den fr Vergtungsstahl benutzten werden aber viel hhere
Temperaturen angewandt.
Die Temperatur ist normalerweise hher als 1000C (die klassische Temperatur betrgt 1050 C), so dass die Materialstruktur homogenisiert und die Kohlenstoffe in der Matrize verbreitet werden. Die Abkhlung erfolgt in der Regel
rasch durch Eintauchen in Wasser, um die Haltezeit im Bereich 450-850C zu begrenzen, in dem hufig die auch
Sensibilisierung genannte Kohlenstoffausscheidung stattfindet.
Wenn die ausgeschiedenen Chromkarbide in der Schmiede-, Warmwalz- oder Schweiphase nicht wieder in die Lsung getaucht werden, um den richtigen Prozentsatz (mind. 12%) wieder herzustellen, hat dies den Verlust der
Rostbestndigkeit zur Folge. Die Ausscheidung der Karbide erfolgt im Bereich zwischen 450 und 850 C. Durch das
Lsungsglhen nimmt der Stahl einen Zustand maximaler Enthrtung und optimaler Verformbarkeit an.
Angesichts der hohen Temperatur, die sowohl am Rand als auch im Zentrum des Werkstoffs unerwnschte Wirkungen
erzielen kann, werden je 3 mm Strke kurze Haltezeiten von 3-5 Minuten empfohlen. Das Lsungsglhen wird auch
zwischen zwei Kaltverformungsvorgngen wiederholt, um dem Material ohne die Bildung von Brchen die Mglichkeit zu geben, erneut die Eignung zur Dehnung (Verformbarkeit) zu erlangen.

43

ASTM

LSUNGSGLH-TEMPERATUR C

ABHLUNG

201, 202

1120 - 1010

Wasser

301, 302, 302B, 303

1120 - 1035

Wasser

304, 305, 308

1120 - 1010

Wasser

304L

1120 - 1010

Wasser

309, 309S

1120 - 1035

Wasser

310, 310S

1080 - 1035

Wasser

314

1120 - 1040

Wasser

316

1120 - 1035

Wasser

317

1120 - 1065

Wasser

316L, 317L

1105 - 1040

Wasser

321

1080 - 905

Wasser

347, 348

1100 - 980

Wasser


SENSIBILISIERUNG

Sensibilisierungstemperatur

Hierbei handelt es sich um keine qualitativ hochwertige Wrmebehandlung, weshalb sie vermieden werden sollte. Sie
wird ausschlielich zu dem Zweck benutzt, die Neigung von nichtrostendem Stahl zur Korrosion an den Korngrenzen
nach einer Wrmebehandlung oder nach dem Schweien zu berprfen.
Wie bereits beim Lsungsglhen erwhnt, kann die Chromverarmung zwischen 450 und 850 C auftreten, wenn im
Stahl keine stabilisierenden Elemente (z. B. Nb, Ti) enthalten sind. Bei diesen Temperaturen werden die verschiedenen
Prfungen durchgefhrt. Die Prftemperaturen fr stabilisierten Stahl betragen zwischen 1250 und 1300 C.
Um die Gefahr der Sensibilisierung zu senken, wird niedriggekohlter Stahl aus der Serie L low carbon (C% < 0.03,
z. B. AISI 304L, 316L...) und mit Ti, Nb, Ta (z. B. AISI 321, 317) stabilisierter Stahl benutzt.

Ausscheidungsphase Chromkarbide

Sensibilisierungszeit

44

VERLAUF
der Ausscheidungserscheinung
von Chromkarbiden
abhngig vom
Prozentsatz
der in Austenitstahl
vorhandenen
Kohlenstoffe

ENTSPANNUNG
Diese Behandlung wird aus den genannten Grnden der Chromverarmung bei Temperaturen unter 450 C fr Austenitstahl durchgefhrt. Die Anwrmtemperatur wird auf circa 350-430 C gebracht, die Haltezeit hngt von der Strke
ab, um einen Temperaturausgleich herzustellen, und anschlieend findet die Abkhlung an der Luft statt.
Das Ergebnis dieses Vorgangs besteht in der Beseitigung von Spannungen, die durch mechanische Bearbeitungen,
Kaltverformungen, Schweien oder drastische Abkhlung bertragen wurden und um der Entstehung von Spannungskorrosion vorzubeugen.
All diese Spannungen knnen, wenn sie nicht abgeschwcht werden, zur Rissbildung fhren. In einigen Texten wird
der Ausdruck Entspannung bei 800-850 C nach dem Schweien benutzt, die Bezeichnung Glhen ist jedoch
korrekter.


STABILISIERUNG
Ist der Entspannung hnlich und hat dieselben Wirkungen, wird aber bei Temperaturen zwischen 900 und 800 C
(klassische Temp. 885 C) durchgefhrt. Durch diese Behandlung wird die Ausscheidung der Chromkarbide verhindert
und maximale Korrosionsbestndigkeit von Austenitstahl erzielt.
Austenitische Strukturen

Stahl 1.4301 gewalzt lsungsgeglht

Stahl 1.4305 gewalzt lsungsgeglht

Stahl 1.4307 gewalzt lsungsgeglht

Stahl 1.4401 gewalzt lsungsgeglht

Stahl 1.4567 gewalzt unbehandelt

Stahl 1.4541 gewalzt lsungsgeglht


x200

Stahl 1.4541 gewalzt lsungsgeglht


Struktur mit
Titancarbid. X500

Stahl 1.4401
Gewalzt lsungsgeglht und anschl.
gezogen

Stahl 1.4404
gewalzt lsungsgeglht und anschl.
gezogen

45

BEHANDLUNGEN VON NICHTROSTENDEM STAHL IN GEREGELTER ATMOSPHRE


Dabei handelt es sich um das oben beschriebenen Verfahren des Glhens und Lsungsglhens, die jedoch in Spezialfen ausgefhrt werden, deren Schutzatmosphre von Inertgasen gebildet wird. Hierdurch wird die Oxidation verhindert, die sich in herkmmlichen fen mit Sauerstoffzirkulation bildet. Die von Wasserstoff gebildete Atmosphre kann
die Brchigkeit von Martensitstahl, vor allem des hochgekohlten verursachen, whrend diese Gefahr bei Austenitstahl
nicht besteht und bei Ferritstahl gering ist.

BEHANDLUNGEN FR DIE OBERFLCHENHRTUNG


Randinduktionshrten kann nur fr Martensitstahl erfolgen, die Vorgehensweise ist mit der fr Kohlenstoffstahl
und legierten Stahl benutzten identisch.
Einsatzhrten wird nicht empfohlen, weil die Korrosionsbestndigkeit durch die Zunahme von Kohlenstoff an der
Oberflche abnimmt.
Angesichts des hohen Chromgehalts ist Nitrieren mglich, wobei Chromnitride entstehen, mit denen sich Hrtewerte
bis 62-64 HRC erzielen lassen. Durch diese Hrte wird der Verschleiwiderstand von rostfreiem Martensit-, Ferrit- und
Austenitstahl erhht. Bei Martensitstahl wird Nitrieren auf zuvor vergtetem Werkstoff durchgefhrt. Fr Ferrit- und
Austenitstahl ist keine vorbereitende Wrmebehandlung erforderlich. Die Modalitten sind denjenigen, die fr legierten Stahl benutzt werden, hnlich. Fr Ferrit- und Austenitstahl ist bekannt, dass die Hrtung auch durch kontrollierte Kaltumformung mit Hilfe von plastischer Kaltverformung, Ziehen, Walzen, Rollen, Kugelstrahlen oder Sandstrahlen erfolgen kann. Abscheide-Behandlungen (PVD Physical Vapour Deposition = physikalische Abscheidung
aus der Dampfphase und die weniger hufig benutzte CVD Chemical Vapour Deposition = chemische Abscheidung
aus der Dampfphase) haben die Aufgabe, die Oberflchenhrte zu erhhen, Reibung zu verhindern und optimalen
Verschleiwiderstand zu erzeugen.


Nr.
1.4301
1.4401
1.4021
1.4057

ASTM
(304)
316
420A
431

Durchfhrbarkeit
[]

[]

[]

[]

PVD-Beschichtung mit berzugs-


temperatur (Schicht) von 420-450 C TiN, TiCN

Schichtdicken von 2 bis 5 m

[] PVD-Beschichtung mit berzugs-


Schichtdicken von 2 bis 5 m
temperatur von 280 C
PVD-Beschichtung mit berzugs-
Schichtdicken von 2 bis 5 m
temperatur von 280 C
CVD-Beschichtung mit berzugs-
temperatur von 90 bis 130 C

46

Schichtdicken von 6 bis 10 m

ORIENTIERUNGSPARAMETER
Strke
Geschwindigk.
mm
mm / s
6
86
13
42
25
21
51
9
76
7
102
3

FR PLASMASCHNEIDEN VON NICHTROSTENDEM STAHL


Dsendurchm.(1)
Stromstrke
Leistung
mm
A
kW
3.02
300
60
3.02
300
60
4.00
400
80
4.08
500
100
4.08
500
100
4.08
500
100

(1)

Die Leistung des Plasmagases hngt vom Dsendurchmesser und vom benutzten Gas ab und variiert von 47 dm3/
Min
Fr Durchmesser von 3,02 mm bis 94 dm3/Minute fr Durchmesser von 4,08 mm.
In der Regel werden Gase wie Stickstoff und Argon mit Wasserstoffzustzen bis 35% benutzt.

47

OBERFLCHENBEHANDLUNGEN
Alle warm durchgefhrten Vorgnge (Schmieden, Walzen, Schweien, Wrmebehandlungen) verursachen Oberflchenoxidation an Kohlenstoffstahl, legiertem und rostfreiem Stahl.
Die gemeinhin Zunder genannte Oxidschicht muss entfernt werden, weil sie in der Gesenkschmiede- und Ziehphase Probleme bereitet und vor allem die Korrosionsbestndigkeit verschlechtern kann.
Die bekanntesten Reinigungssysteme sind Surebeizen, Beizen mit geschmolzener Soda, Sandstrahlen und Schruppen.


ENTFETTUNG
Vor Beiz- und Schweivorgngen mssen Fette oder an der Materialoberflche vorhandene Schmierstoffe unbedingt
beseitigt werden. Diese beispielsweise beim Tiefziehen und Ziehen verwendeten Verbindungen knnen mit Kohlenstofftetrachlorid, Trichlorthylen oder Alkalimischungen und feinen Schleifpulvern entfernt werden.
Nach der Entfettung muss sorgfltig abgesplt werden.


SANDSTRAHLEN
Diese Technik wird bei nichtrostenden Stahlerzeugnissen, auer bei einigen geschmolzenen oder geschmiedeten Stcken mit sehr fest haftenden Schuppen, selten angewendet.
Wenn dieser Vorgang unbedingt notwendig ist, muss sehr feiner Sand oder Kies benutzt und danach eine Dekontaminations-Passivierungsbehandlung durchgefhrt werden.


SUREBEIZEN
Vor dem Beizen muss eine sorgfltige Reinigung durchgefhrt werden, um mit Hilfe geeigneter Bder smtliche Spuren unlslicher Stoffe zu beseitigen. Als Beispiel fhren wir einige an.

Ferrit- und Martensitstahl in geglhtem Zustand
Bad bei 50 - 60 C oder bei Raumtemperatur, aber mit sehr langen Eintauchzeiten:
Salpetersure 52 % (36 B)
100 Liter
Fluorwasserstoffsure 65 %
10 Liter
Wasser
900 Liter

Fr schnelles Beizen oder Materialien, die sich schwierig reinigen lassen, ist ein Bad bei einer Temperatur nahe des
Siedepunktes mglich:
Soda 20 %
Gewichtsabhngig
Kaliumpermanganat 5%
Gewichtsabhngig
Wasser 75 %
Gewichtsabhngig

48

Niedriggekohlter Austenitstahl
Bad bei 50 - 60 C oder bei Raumtemperatur, aber mit sehr langen Eintauchzeiten:
Salpetersure 52 % (36 B)
100 Liter
Fluorwasserstoffsure 65 %
20 Liter
Wasser
900 Liter
Wenn Korngrenzenkorrosionsgefahr besteht, ist es blich die Werkstoffe so kurz wie mglich im Beizbad zu lassen.



BEIZEN MIT GESCHMOLZENER SODA
Wird manchmal vor dem Surebeizen durchgefhrt, um die Beseitigung von Zunder zu erleichtern.
A) 15 Minuten lang in das auf 450 C erwrmte Bad aus geschmolzener Soda mit Zusatz von Natriumnitrat oder
Kaliumnitrat (5 - 20%) tauchen. Nach der Eintauchzeit sofort und energisch in Wasser abkhlen, anschlieend zum
Surebeizen bergehen.
B) Einige Minuten lang in das auf 370 - 380C beheizte Bad aus geschmolzener Soda mit Zusatz von Natriumhydrid
(1-2%) tauchen. Nach der Eintauchzeit sofort und energisch in Wasser abkhlen, anschlieend zum Surebeizen
bergehen.


DEKONTAMINATION/ PASSIVIERUNG

Erfolgt meistens, indem die rostfreien Stahlerzeugnisse in Salpetersure getaucht werden.


Die wenigen verunreinigenden Rckstnde sind hauptschlich auf Abrieb mit nicht rostfreiem Stahl, Kaltschneiden,
Eisenbrsten und Schleifscheiben zurckzufhren. Die Sure hat die Eigenschaft, diese verunreinigenden Partikel, die
hufig zu lokaler Korrosion fhren, zu lsen.
Fr Kaltumformungen, bei denen Eisenrckstnde abgegeben werden knnen, ist bei einer Eintauchzeit von einigen
Stunden ein wie folgt zusammengesetztes Dekontaminationsbad bei Raumtemperatur mglich:
Salpetersure 52% (36? B)
Liter 250
Wasser
Liter 750
Sorgfltig absplen
Bei rostfreiem Stahl mit Schwefelzusatz wird diese Behandlung nicht empfohlen und durch Reinigung mit Spezialpasten ersetzt.
Muss, falls notwendig, unmittelbar nach dem Beizen und Absplen oder nach einem Poliervorgang durchgefhrt
werden. Fr das Eintauchen des Materials kann dasselbe Bad, das bei der Dekontamination beschrieben ist, benutzt
werden.

49

50

PASSIVIERUNG
Chemische Behandlungen mit Salpetersurelsungen, die fr die unterschiedlichen Typen von rostfreiem Stahl empfohlen werden. Passivierung, Auszug aus ASTM A 967
EN

UNS

1.4372
1.4373 ~
1.4310 ~
1.4310 ~
1.4301 ~
1.4567
1.4315 ~
1.4303 ~
1.4303 ~
1.4828 ~
1.4842 ~
1.4841
1.4401
1.4404
1.4401 ~
1.4541

S20100
S20200
S30100
S30200
S30400
S30430
S30451
S30500
S30800
S30900
S31000
S31400
S31600
S31603
S31609
S32100

1.4002 ~
1.4512 ~
1.4001 ~
1.4016
1.4113
1.4526 ~
1.4749 ~

S40500
S40900
S42900
S43000
S43400
S43600
S44600

1.4305

S30300

NITRIC 1
NITRIC 2
AustenitiSCH

FerritiSCH

bessere verarbeitbarkeit

S30330

S30360

S34720

1.4104

S43020
S44020

1.4000 ~
1.4006
1.4005
1.4021
1.4057
1.4112
1.4125

S40300
S41000
S41600
S42000
S43100
S44003
S44004

1.4460 ~

S32900

1.4542
1.4568

S17400
S17700
S35500

NITRIC 1
NITRIC 2
NITRIC 3
NITRIC 4

NITRIC 3

NITRIC 4

MartensiTISCH

Duplex

ausscheidungshrter

20 - 25%-ige Salpetersurelsung und 2,5% + 0,5 gewichtsabhngiges Natriumdichromat.


Eintauchzeit mindestens 20 Minuten bei einer Temperatur von 49 bis 54 C.
20 - 45%-ige Salpetersurelsung. Eintauchzeit mindestens 30 Minuten bei einer Temperatur von 21 bis 32 C.
20 - 25%-ige Salpetersurelsung. Eintauchzeit mindestens 20 Minuten bei einer Temperatur von 49 bis 60 C.
45 - 55%-Salpetersurelsung. Eintauchzeit mindestens 30 Minuten bei einer Temperatur von 49 bis 54 C.

51

KORROSION
Auer Gold und Platin werden alle Metalle in ihrem Primrzustand aus Mineralien mit verschiedenen chemischen
Verbindungen gewonnen. Die meisten dieser Metallverbindungen verndern sich bei Kontakt mit Wasser, Dampf oder
Luft und neigen dazu, zu ihrem ursprnglichen Zustand zurckzukehren.
Legierungen, die eigens entwickelt worden sind, um sich dieser Vernderung zu widersetzen, werden nichtrostender
Stahl mit Passivierungsvermgen bei Kontakt mit einem Oxidans genannt.
Die Passivierung ist eine hauchdnne, ziemlich fest haftende Oxidschicht (~ 0,01 Mikron), die sich von selbst an
der Oberflche bildet, das Fortschreiten der Korrosion verzgert und das Grundmetall rostfreier Stahlerzeugnisse
schtzt. Eines der wichtigsten chemischen Elemente fr die Bildung der Oxidschicht ist Chrom, ein Element, das den
rostfreien Stahl auszeichnet. Seine wichtigste Fhigkeit besteht darin, trockener (Oxidation) und feuchter chemischer
Beanspruchung (Korrosion) zu widerstehen, und zwar sowohl bei Raumtemperatur als auch bei hohen Temperaturen.
Wird die Oxidschicht wegen einer falschen Wahl des Materialtyps hinsichtlich der Arbeitsbedingungen angegriffen,
tritt Korrosion auf.
Passivierung: Eigenschaft einiger Metallelemente und -legierungen (nichtrostender Stahl), an der Oberflche zu
oxidieren; der dnne Film schtzt das Grundmetall vor Korrosion.
Korrosion: Chemisch-physikalisches Phnomen, das in der Einwirkung uerer Faktoren auf Metallmaterialien besteht.
Auch bei galvanischen Behandlungen kann Korrosion durch Berhrung von Materialien mit unterschiedlichen elektrochemischen Eigenschaften oder unter Spannung ausgelst werden. Die kombinierte Wirkung einer korrosiven Umgebung und mechanischer Beanspruchung in Zugrichtung fhrt zu Materialbruch.


EINHEITLICHE KORROSION
Wie man dem Namen entnehmen kann, tritt diese Korrosionsart durch einen gleichmigen Materialverlust auf der
gesamten Oberflche auf. Die Auswirkung wird in der Regel als Gewichtsverlust pro Stunde in Gramm pro Quadratmeter oder Dickeverlust in mm pro Jahr gemessen. Auf der Grundlage von Labor- und Forschungstests kann die Lebensdauer der Werkstcke in einer bestimmten korrosiven Umgebung und fr die unterschiedlichen Stahltypen berechnet
werden. Diese Korrosionsart tritt bei rostfreiem Stahl aber eher selten auf.


SPALTKORROSION - CREVICE
Tritt in sauerstoffarmen Bereichen und bei Vorhandensein aggressiver Stoffe auf. Die auch crevice corrosion
genannte Spaltkorrosion erfolgt bei Kontakt von Lsungen, die Chlor-Ion enthalten. Innerhalb ganz enger, durch Oberflchenkontakt zwischen verschiedenen Fabrikaten erzeugter Rume staut sich die eingedrungene Flssigkeit und lst
die Korrosion aus.


Pitting (Grbchenbildung)
Tritt lokal auf, und der grte Teil der Oberflche bleibt unversehrt.
Diese Korrosionsart entwickelt sich in der Tiefe und kann in Extremfllen Werkstoffe mit geringer Strke durchbohren.
Die Entwicklung dieser Korrosion kann wegen ihres punktuellen Charakters nicht durch Gewichtsabnahme gemessen
werden.

52

Lochfrakorrosion tritt in Lsungen mit eisenhaltigen Halogenen auf, vor allem mit lslichem Chlorid, Bromid und Jodid von Schwermetallen, die dazu neigen den passiven Oxidfilm zu entfernen und die Oberflche wieder in den aktiven
Zustand zu versetzen, wodurch die Korrosion die Mglichkeit erhlt, den Werkstoff anzugreifen. Dieser negative Effekt
ist irrefhrend und gefhrlich, weil er bei der Sichtprfung bersehen werden kann.
Seine Wirkung entwickelt sich unter zwei Umstnden:
1) Inkubation, bei der die aggressiven Ionen den passiven Film anfressen;
2) Wachstum der Grbchen aufgrund von Autokatalyse.


KORNGRENZENKORROSION
Sehr gefhrliche Korrosion, die nicht stabilisierten Austenitstahl und nicht niedriggekohlten Stahl gefhrdet.
Die individuelle Kohsion der Krner wird durch Korrosion beschdigt, die sich nach und nach entlang ihrer Grenzen
entwickelt und ihr Haftvermgen schwcht. Dieser Schaden wird durch Strukturnderungen des Stahls verursacht und
tritt whrend des Anwrmens (bei 400 bis 900 C, wo die Karbidausscheidung an den Korngrenzen auftreten kann)
in der Betriebsphase oder bei Vorgngen wie zum Beispiel dem Schweien auf. Um von dieser Korrosion verschont zu
werden, muss Austenitstahl immer bei 1.150-1.000 C, der Temperatur, bei der sich die Karbide auflsen, lsungsgeglht werden.
Fr Teile, die ber einen lngeren Zeitraum Temperaturen von 400-900 C ausgesetzt sind, ist ausschlielich stabilisierter Austenitstahl mit Zustzen von Titan und Niob oder niedriggekohlter Strahl zu verwenden.


ELEKTROLYTISCHE KORROSION
Tritt in Erscheinung, wenn ein als Kathode dienendes Element aus rostfreiem Stahl mit verunreinigenden Metallen oder
einem anderen, weniger edlen Metall (z. B. Aluminium, Zink etc.) innerhalb eines ausreichend aggressiven Elektrolyts
(z. B. Meeresambiente) in Berhrung kommt. Galvanische Bedingungen entwickeln sich leichter, wenn das Verhltnis
zwischen den in Kontakt stehenden Oberflchen hher ist, d.h. je grer die Oberflche von rostfreiem Stahl (Kathode) im Vergleich zu derjenigen des nicht so edlen Metalls (Anode) ist.


SPANNUNGSKORROSION ODER SPANNUNGSRISSKORROSION
Wirkt durch Entstehung dnner Risse, die in die Tiefe der Stahlmatrize dringen.
Die Risse knnen sich ber den gesamten Querschnitt des Werkstcks entwickeln.
Tritt bei stndigem Vorhandensein eines korrosiven Stoffes und bei Spannung (in Zugrichtung) an der Komponente auf.
Diese Korrosionsart entsteht zum Beispiel durch innere Spannungen, die durch Kaltverformungen oder statische Beanspruchung intensiviert werden. Typische Umgebungen, die diese Korrosion verursachen knnen, sind diejenigen mit
starken Alkalilsungen und chloridhaltigen Lsungen.
Unter bestimmten Bedingungen knnen auch Wasser und Dampf eine hnliche Wirkung haben.
Die Korrosion unter Spannung entsteht am hufigsten bei rostfreiem Austenitstahl und bei vergtetem Martensitstahl.
Ferritstahl und Duplexstahl reagieren nicht so empfindlich auf diesen negativen Effekt.


ATMOSPHRISCHE KORROSION

Von atmosphrischem Kondenswasser auf der Metalloberflche verursachte Korrosion.

53

KONTAKTKORROSION
Lokal begrenzte Korrosion, die in dem Bereich auftritt, in dem zwei verschiedene Materialien miteinander in Berhrung
kommen.

TROCKENKORROSION
Korrosion eines Metallmaterials, die bei hohen Temperaturen ohne Wasser oder ein anderes Lsungsmittel auftritt.

KAVITATION
Auf die Einwirkung von Gas oder Flssigkeit in Bewegung zurckzufhrender Oberflchenfehler. Kavitationsschden
werden beschleunigt, wenn das Gas oder die Flssigkeit schnellen Drucknderungen unterliegt.


KORROSIONSKRATER

Hohlraum an der Oberflche mit einer Tiefe, die seinen Quermaen entspricht.

RISSKORROSION UNTER SPANNUNG, DIE DURCH WASSERSTOFF VERURSACHT WIRD


Durch Korrosionserscheinungen verursachter Riss, der bei durch Wasserstoff bedingtem Druck auftritt.

SPANNUNGSKORROSION
Beinhaltet sowohl die Korrosion durch Selbstspannung als auch die Korrosion unter Beanspruchung.

54

EINIGE KORROSIONSABBILDUNGEN

Einheitlich

Schweiung mit Spalt

Pitting

Korngrenze

Galvanisch

Unter Spannung

55

INSTANDHALTUNG DER OBERFLCHEN


[Aus Inox-Zentrum - Italienische Vereinigung fr die Entwicklung von rostfreiem Stahl]

KALKABLAGERUNGEN
Um von Wasser hinterlassene Kalkablagerungen zu beseitigen, benutzen Sie eine Mehrzweck-Reinigungscreme
und ein weiches Tuch. Dickere Ablagerungen knnen durch Einweichen in eine Lsung aus sehr heiem Wasser
mit Essig gelst werden. Reichlich mit einer Lsung aus Wasser und Natriumbicarbonat und anschlieend mit
sauberem Wasser absplen. Sorgfltig trocknen.

L- UND FETTFLECKEN

Ein sanftes Reinigungsmittel in sehr heiem Wasser benutzen. Mit reichlich sauberem Wasser absplen und mit
einem Tuch abtrocknen. Fr hartnckigere Flecken thylalkohol, Aceton oder ein anderes, nicht halogeniertes
Lsungsmittel benutzen.

ABDRCKE
Ein sanftes Reinigungsmittel mit Wasser benutzen oder alternativ leicht mit einem weichen Tuch (z. B. Mikrofaser)
und Glasreiniger abreiben.

BRANDFLECKEN

Ein Tuch mit Mehrzweck-Reinigungscreme fr den Haushaltseinsatz benutzen. Unter flieendem Wasser absplen
und mit einem weichen Tuch abtrocknen.

KAFFEE- ODER TEEFLECKEN


Eine Lsung aus Natriumbicarbonat und kochend heiem Wasser vorbereiten. Den befleckten Behlter 15 Minuten
lang darin einweichen, abtropfen lassen, sorgfltig absplen und mit einem weichen Tuch abtrocknen.

OBERFLCHLICHE KRATZER
Spezialreiniger/Politur fr rostfreien Stahl mit einem weichen Tuch benutzen.

HARTNCKIGER SCHMUTZ UND EINGEBRANNTES FETT


Ein Tuch mit Mehrzweck-Reinigungscreme fr den Haushaltseinsatz benutzen.


ROSTFLECKEN (Verunreinigung)

Rostflecken knnen nicht durch die Korrosion von rostfreiem Stahl, sondern durch alltgliche Gebrauchsgegenstnde aus gewhnlichem Stahl verursacht werden, die lngere Zeit auf der Oberflche aus rostfreiem Stahl liegen
gelassen werden oder Eisenpartikel bertragen knnen. Um diese Flecken zu beseitigen, leicht mit einem weichen,
angefeuchteten Tuch und Reinigungscreme abreiben. Sollte sich der Fleck nicht entfernen lassen, ein spezielles
Passivierungs- oder Beizmittel fr rostfreien Stahl anwenden.

56

NICHT BENUTZEN: Metallwolle, Brsten oder aus anderen Metallen oder Legierungen (z. B. gewhnlicher Stahl,
Aluminium, Messing etc.) hergestellte Schleifscheiben oder Werkzeuge, die zuvor fr die Bearbeitung oder Reinigung von anderen Metallen oder Legierungen benutzt worden sind, die auer die Oberflche zu verkratzen auch
unsthetische Rnder verursachen wrden.
Metallwolle und Brsten aus rostfreiem Stahl sind kompatibel, da sie die Oberflche nicht verunreinigen. Um eventuelle Kratzer zu vermeiden, sollte man aber trotzdem vorsichtig sein.
NICHT BENUTZEN: Chlorwasserstoffsure (Salzsure). Auch der zum Beispiel durch das Wischen von Bden
entstehende Kontakt mit Dmpfen von Chlorwasserstoffsure sollte vermieden werden. Im Allgemeinen sollten fr
Inoxstahl, auer fr kurze Zeitrume und wenn der Stahl danach grndlich abgesplt wird, keine Reinigungsmittel
mit Chloriden benutzt werden. Keine Chlorlaugen benutzen.
NICHT BENUTZEN: Scheuerpulver, die das Aussehen der Oberflchenbearbeitung (zum Beispiel Satinierung)
beschdigen knnten.

NICHT BENUTZEN: Stoffe, die normalerweise fr die Reinigung von Silber benutzt werden.

57

LAGERUNG
Fast alle Lager vertreiben unterschiedliche Qualitten von Materialien aus Metall, Kohlenstoff und legierten bis
hin zu rostfreien Materialien. Unter diesen Bedingungen sind Methoden erforderlich, die zur Vermeidung aller
Beschdigung der Erzeugnisse geeignet sind. Die hufigsten Fehler werden durch mechanische Schden und Rost
verursacht.
1) Um Kratzer oder Druckstellen, sowie Kontakt zu nicht rostfreiem Material zu verhindern, sollten rostfreie Stahlerzeugnisse mglichst durch Kunststoffbeschichtungen geschtzt werden. Diese Technik ermglicht die Erhaltung
der im Herstellungsbetrieb ausgefhrten Bearbeitungs- und Polierwerte.
2) Um direkte Verunreinigung durch Kontakt oder durch Ablagerung von Eisenpulver zu verhindern, mssen die
unterschiedlichen Metalltypen zumindest nach Zugehrigkeit (z. B. Kohlenstoff mit Kohlenstoff, Austenit mit
Austenit) gelagert werden.
3) Gabeln, Ketten, Wagen etc. mssen mit Gummi, Kunststoff oder Holz beschichtet sein. Hebezeug muss aus
Stoffseilen oder -gurten und nicht aus Stahlketten bestehen. Werkzeuge, Scheren, Hebebhnen, Pressen und
alle Gerte, die mit Kohlenstoffstahl in Berhrung gekommen ist, mssen vor dem Einsatz mit nichtrostendem
Stahl von verbleibenden Eisenpartikeln gesubert werden.
4) Bleche und Stangen aus rostfreiem Stahl drfen nicht mit fettverschmutzten Sohlen oder mit Sohlen getreten
werden, an denen Metallpulver anderer Stahlkategorien haftet.
5) Werden bei der Erstellung von Stapeln Umreifungsbnder aus Kohlenstoffstahl benutzt, mssen diese isoliert
werden und drfen nicht mit der Oberflche des rostfreien Materials in Kontakt kommen.

58

Empirische Formeln

zur Einteilung der Stahlsorten nach ihrem Mikrogefge


Die in Tab. C.1 angegebenen Formeln werden fr die Charakterisierung der Stahlsorten und ihre Einteilung in Gruppen
[Link] knnten aktualisiert und an andere gebruchliche Formeln angepasst werden. Die blichen Gruppen
fr Ferrit, Martensit und Austenit werden durch die bergangsgruppen vervollstndigt, die fett gedruckt angegeben
sind. Die Basis bildet die mittlere

MS Ferritisch - Martensitscher
bergangsbereichWalker-Gooch
MNA
Martensit-Zahl auf der Basis
von Md30 Angel-Nohara
MNK
Martensit-Zahl auf der Basis
des WRC-1992 Diagramms
Kotecki-Siewert
MS
Austenitisch - Martensitischer
bergangsbereich SINTEF
Welding handbook 1997
SM
Erstarrungsart auf der Basis
des WRC-1992
Diagramms Kotecki-Siewert
FNA
Ferrit-Zahlauf der Basis des
vervollstndigten
Schaeffler /de Long Diagramms
ASME III div. 1 NB-2433

MS = 540 - 497C - 6,3Mn - 10,8Cr - 36,3Ni - 46,6Mo


MNA = 551 - 462(C+N) - 9,2Si - 8,1Mn - 13,7Cr 29(Ni+Cu) - 18,5Mo - 68Nb
MNK = 25 - F - 0,90A
MNK = 21 - 0,90F - A
fr Mn = max 2,4%
MNK = 13 - 0,42F - 1,3A
fr Mn = 2,5 - 6,9%
mit:
fr Mn = min 7,0%
F = Cr + Mo + 2Ti + 0,7Nb
A = 35C + 20N + Ni + 0,25Cu
MS = 502 - 810C - 13Mn - 1230N - 12Cr - 30Ni 46Mo - 54Cu
SM = F - 1,3A - 2,0
mit:
F = Cr + Mo + 2Ti + 0,7NbA = 35C + 20N + Ni +
0,25Cu
FNA = 3,34F - 2,46A - 28,6
fr FNA = max 5,9
FNA = 4,44F - 3,39A - 38,4
fr FNA = 6,0 -11,9
FNA = 4,06F - 3,23A - 32,2
fr FNA = min 12
mit:
F= 1,5Si + Cr + Mo + 2Ti + 0,5Nb
A= 30C + 0,5Mn +30N + Ni + 0,5Cu + 0,5Co

IMP
Intermetallische Verbindungauf IMP = F - 0,23A - 20,2
der Basis von FNA
IMP = F + 1,25A - 32,8
quivalenten und
SINTEF Welding handbook 1997
PRE
WirksummeHerbsleb (30N)
-Truman (16N)

PRE = Cr + 3,3Mo + 16N


PRE = Cr + 3,3Mo + 30N

Ferritisch

FM = (A - 1,2) / (F - 8)
FM
Ferritisch - Martensitiscer Bereich fur
F = min 8mit:
im
= 1,5Si + Cr + Mo + 2Ti + 0,5NbA = 30C + 0,5Mn +
Schaeffler / de Long-Diagramm F30N
+ Ni + 0,5Cu + 0,5Co

Ferritisch falls:
FM = 0,00 - 0,30

Martensitisch

Anwendungsbereich

Ferritisch - Martensitischfalls:
FM = 0,30 - 1,0
Martensitisch falls:
FM = 1,00 - 4,00
Martensitisch falls:
MS = 100 - 300
Austenitisch-Martensitischfalls: MNA = 100 - 300
Metastabil austenitischfalls:
MNA = 0 - 100
oder MNK = (-2) 0

Austenitisch

Formeln und Parameter

Duplex

Gefgestruktur

Austenitisch falls:
MS = (-1000) - (-10)
Voll austenitisch
falls:
SM = (-30) - (-4)
Austenitisch falls:
FNA = (-40) - 20
Austenitisch-Ferritisch
(Duplex) falls:
FNA = 30 50oder
SM = 8 - 15

fr A = min 8,7
fr A = max 8,6

anfllig fr die Bildung von IMP


falls: IMP = 4 - 10

am hufigsten
gebrauchte Formel fr
super-austenitisch/
duplex/ferritisch
auch fr austenitische
Sthle mit Mo > 3%

bestndig
falls: PRE = 40 - 60

Norm EN 10088-1: 2005 (E) Tabellen C.1

59

BERGANGSKURVEN
Die Grafik schematisiert das Festigkeitsverhalten in Joule (Arbeitskraft), das durch Kv-Kerbschlagzhigkeit bei unterschiedlichen Temperaturen und fr die drei Familien rostfreien Stahls bestimmt wird.

Kerbschlagzhigkeit

Dokumentation Inox-Zentrum

Temperaturen C

MECHANISCHE EIGENSCHAFTEN EINIGER AUSTENITSTHLE BEI UNTERSCHIEDLICHEN TEMPERATUREN


TYP ASTM

PROBE BEI C

Rp0.2 MPA / N/mm2

R MPa / N/mm2

A%

C%

304
304
304
304L
304L
304L
310
310
310
347
347
347

24
-195,5
-254
24
-195,5
-254
24
-195,5
-254
24
-195,5
-254

227
393
439
193
241
233
310
585
796
241
284
313

586
1416
1685
586
1340
1516
658
1085
1223
620
1282
1450

60
43
48
60
42
41
60
54
56
50
40
41

70
45
43
60
50
57
65
54
61
60
32
50

Die Temperaturen -195,5 C und -254 C werden als kryogen bezeichnet (Quelle Key to Steel)

KERBSCHLAGZHIGKEITSTESTS AN KV-PROBEN
TYP ASTM
304
304L
310
347

60

24 C
209
160
192,5
163

ABSORBIERTE ENERGIE (J)


-195,5 C
118
91
121
89

-254 C
122
91
117
77

Normenvergleich
TRAFITEC
EN

USA

USA

CHINA

RUSSLAND
GOST

JAPAN

INDIEN

JIS

IS

KOREA

UNS

AISI

GB

m 1.4005

X12CrS13

S41600

416

Y1Cr13

m 1.4006

X12Cr13

S41000

410

1Cr12

12Ch13

SUS 410

X12Cr12

STS 410

f 1.4016

X6Cr17

S43000

430

1Cr17

12Ch17

SUS 430

X07Cr17

STS 430

m 1.4021

X20Cr13

S42000 420A

2Cr13

20Ch13

SUS 420J1

m 1.4028

X30Cr13

420B

3Cr13

30Ch13

SUS 420J2

m 1.4031

X39Cr13

4Cr13

(40Ch13)

m 1.4034

X46Cr13

m 1.4034

1.4034 DE

m 1.4035

420C+S

m 1.4057

X17CrNi16-2

S43100

431

1Cr17Ni2

m 1.4104

X14CrMoS17

S43020

430F

Y10Cr17

SUS 430F

STS 430F

f 1.4105

X6CrMoS17

f (1.4105)

AISI 430FMo

f (1.4106)

1.4106 MOD

m 1.4112

X90CrMoV18

90Cr18MoV

SUS 440B

STS 440B

420C

SUS 416

KS
STS 416

STS 420J1
(X30Cr13)

STS 420J2

(X40Cr13)

(4Ch13)

(420C)

S44003 440B

14Ch17N2

m 1.4116

X50CrMoV15

m 1.4122

X39CrMo17-1

m 1.4125

X105CrMo17

S44004 440C

108Cr17

95Ch18

a 1.4301

X5CrNi18-10

(304)

0Cr18Ni9

07Ch18N10

a 1.4305

X8CrNiS18-9

303

Y1Cr18Ni9

12Ch18N10E

a 1.4306

X2CrNi19-11

(304L)

022Cr19Ni10

(03Ch18N11)

00Cr19Ni10

03Ch18N11

1Cr17Ni7

07Ch16N6

(S23043)

03Cr23N6

0Cr17Ni12Mo2

(7Cr17)

50Ch14MF

SUS 431

15Cr16Ni2

STS 431

(SUS 440A)

40Ch16M

S30300

a 1.4307

X2CrNi18-9

a 1.4310

X10CrNi18-8

S30200

d 1.4362

X2CrNiN23-4

S32304

302

SUS 440C

(X108Cr17Mo)

STS 440C

X04Cr19Ni9
SUS 303

STS 303
X02CrNi19-10
X02Cr19Ni10

SUS 302

X07Cr18Ni9

STS 302
STS 316

a 1.4401 X5CrNiMo17-12-2 S31600

316

08Ch17N13M2

SUS 316

X04Cr17Ni12Mo2

a 1.4404 X2CrNiMo17-12-2 S31603

316L 022Cr17Ni12Mo2 03Ch17N13M2

SUS 316L

X02Cr17Ni12Mo2 STS 316L

a 1.4435 X2CrNiMo18-14-3 (S31603) (316LMo) 00Cr18Ni15Mo3

03Ch17N14M3 (SUS 316L) (X02Cr17Ni12Mo2) (STS 316L)

d 1.4462 X2CrNiMoN22-5-3 S31803

02Ch22N5AM2 (SUS 329J3L)

a 1.4541

X6CrNiTi18-10

a 1.4567 X3CrNiCu18-9-4

S32100

(S22453)
321

S30430 304Cu

0Cr18Ni11Ti
06Cr18Ni9Cu3

06Ch18N10T

SUS 321
SUS XM7

(STS 329J3L)
X04Cr18Ni10Ti

STS 321
STS XM7

a 1.4570 X6CrNiCuS18-9-2 (S30331) (303K)


a 1.4571 X6CrNiMoTi17-12-2 S31635 316Ti 06Cr17Ni12Mo2Ti 08Ch17N13M2T SUS 316Ti X04Cr17Ni12Mo2Ti STS 316Ti
m = martensitisch
f = ferritisch
a = austenitisch
d = duplex

61

BEFESTIGUNGSELEMENTE (Gemss en iso 3506-1:2009)


Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Bolzen, Schrauben
Muttern
und Stiftschrauben

Gewindestifte
keinem Zug unterliegend

Selbstschneidende
Schrauben

Chemische Analyse %
GRUPPE
A
Austenitisch

C
Martensitisch
F Ferritisch

QUALIT.
C
A1
< 0,12
A2
< 0,1
A3
< 0,08
A4
< 0,08
A5
< 0,08
C1
0,09-0,15
C3
0,17-0,25
C4
0,08-0,15
F1
< 0,12

SI
<1
<1
<1
<1
<1
<1
<1
<1
<1

MN
< 6,5
<2
<2
<2
<2
<1
<1
< 1,5
<1

P
< 0,20
< 0,050
< 0,045
< 0,045
< 0,045
< 0,050
< 0,040
< 0,060
< 0,040

S
0,15-0,35
< 0,030
< 0,030
< 0,030
< 0,030
< 0,030
< 0,030
0,15-0,35
< 0,030

CR
MO
NI
CU
ANM
16-19 < 0,7
5-10 1,75-2,25 b)c)d)
e)
f) g)
15-20
8-19
<4
e)
h)
17-19
9-12
<1
g) i)
16-18,5 2-3
10-15
<1
h) i)
16-18,5 2-3 10,5-14
<1
i)
11,5-14
<1
16-18
1,5-2,5
b) i)
12-14 < 0,6
<1
e)
15-18
<1

b) Schwefel kann durch Selen ersetzt werden


c) Ist der Nickelgehalt niedriger als 8%, muss der Mindestgehalt an Mangan 5% betragen
d) Unter der Bedingung, dass der Nickelgehalt hher als 8% ist, besteht keine Mindestgrenze fr den Kupfergehalt
e) Nach Ermessen des Herstellers kann Molybden vorhanden sein
f)Wenn der Chromgehalt niedriger als 17% ist, muss der Nickelgehalt hher als 12% sein
g) Bei Austenitstahl mit Kohlenstoff von max. 0,03% kann ein Stickstoffgehalt von max. 0,22% vorhanden sein
h) Mit Titan oder mit Niob stabilisiertes Material
i) Zur Erzielung bestimmter mechanischer Eigenschaften ist ein hherer Kohlenstoffgehalt zulssig, er darf fr Austenitstahl
aber nicht hher als 0,12% sein

Empfohlene Stahlarten
A1
A2
A3
A4
A5
C1
C3
C4
F1

EN
1.4305
1.4567
1.4541
1.4401
1.4571
1.4006
1.4057
1.4005
1.4016

AISI
303
304Cu
321
316
316Ti
410
431
416
430

Spreizdbel Typ C1

62

FERTIGUNGSTECHNIK
Drehen
Gesenkschmieden warm/kalt, Rollen
Drehen
Gesenkschmieden warm/kalt, Rollen
Drehen
Drehen, Gesenkschmieden, Rollen
Drehen, Stauchen/Rollen kalt
Drehen
Gesenkschmieden warm/kalt, Rollen

VERWENDUNG
Schrauben aus Holz, Metall, selbstschneidend, Muttern
Schrauben aus Holz, Metall, selbstschneidend, Muttern
Gestnge hohe Temperaturen max 800 C
Schrauben aus Holz, Metall, selbstschneidend, Muttern
Gestnge fr Anwendungen im Meer
Selbstschneidende Schrauben und Schrauben aus Metall
Spreizdbel
Selbstschneidende Schrauben, Schrauben aus Metall und Muttern
Schrauben aus Holz, Metall, selbstschneidend, Muttern

Schrauben

Mechanische Eigenschaften
HRTE
QUALITT
A1 - A2
A3 - A4
A5

C1
C3
C4
F1 4)

KLASSE

TYP VON

50
70

< M39
< M241)

BRUCH
R
N/mm2
> 500
> 700

80

< M241)

50
70
110 3)
80
50
70
45
60

HB

HRC

147-209
209-314 20-34
36-45
228-323 21-35
147-209
209-314 20-34
128-209
171-271

HV

155-220
220-330
350-440
240-340
155-220
220-330
135-220
180-285

STRECKUNG

DEHNUNG

RP0.2 N/mm

A 2) %

> 210
> 450

> 0,6 d
> 0,4 d

> 800

> 600

> 0,3 d

> 500
> 700
> 1100
> 800
> 500
> 500
> 450
> 600

> 250
> 410
> 820
> 640
> 250
> 410
> 250
> 410

> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d
> 0,2 d

ZUSTAND
erweicht
gehrtet
stark
gehrtet
erweicht
vergtet
vergtet
vergtet
erweicht
vergtet
erweicht
gehrtet

1) Fr Elemente mit einem Nenndurchmesser > 24 mm sind die mechanischen Eigenschaften abzustimmen
2) Der Mindestwert wird erzielt, indem man 0, mit dem Nenndurchmesser der Bolzen, Schrauben und Stifte multipliziert
3) Getempert und bei einer Temperatur von mindestens 275 C entspannt
4) Maximaler Nenndurchmesser 24 mm

ASTM A 193/A 193M


Warm bearbeitete Erzeugnisse fr Schrauben aus legiertem und rostfreiem Stahl, die bei hoher Temperatur und hohem
Druck eingesetzt werden. Gilt auch fr Stiftschrauben.

Grad
B7
B8
B8M
B8
B8M
GRAD

B7
B8 cl. 1
B8M cl. 1
B8 cl. 2

B8M cl. 2

KLASSE

1
1
2

Legierter Stahl AISI 4140/4142 vergtet (EN 42CrMo4)


Rostfreier Stahl AISI 304 lsungsgeglht (EN 1.4301)
Rostfreier Stahl AISI 316 lsungsgeglht (EN 1.4401)
Rostfreier Stahl AISI 304 lsungsgeglht und kalt verfestigt (EN 1.4301)

Rostfreier Stahl AISI 316 lsungsgeglht und kalt verfestigt (EN 1.4401)

DURCHM.

BRUCH
MIN
R N/mm2

STRECKUNG
MIN
RP0.2 N/mm2

DEHNUNG
MIN
A%

KONTRAKTION
MIN
C%

HRTE
MAX
HB

< M64
> M64 < M100
> M100 < M180
Alle
Alle
< M20
> M20 < M24
> M24 < M30
> M30 < M36
< M20
> M20 < M24
> M24 < M30
> M30 < M36

860
795
690
515
515
860
795
725
690
760
690
655
620

720
655
515
205
205
690
550
450
345
655
550
450
345

16
16
18
30
30
12
15
20
28
15
20
25
30

50
50
50
50
50
35
35
35
45
45
45
45
45

321
321
321
223
223
321
321
321
321
321
321
321
321

Anmerkungen
Die Kv-Schlagzhigkeitswerte mssen, falls erforderlich, in der Auftragsphase vereinbart werden.
63

BEZUGSNORMEN
Toleranzen UNI 6388/68 - ISO 286
Mae und Toleranzen fr Walzdraht, der zum Ziehen und/oder Kaltwalzen bestimmt ist UNI EN 10017:2005
Mae und Toleranzen fr warmgewalzte Erzeugnisse UNI EN 10059/10058
Mae und Toleranzen fr warm gewalzten Rundstahl UNI EN 10060:2004
Mae und Toleranzen fr warm gewalzte Sechsecke UNI EN 10061:2004
Mae und Abweichungen fr kalt bearbeitete Stahlerzeugnisse EN 10278
Oberflchenklassen EN 10088-3

64

65

Marzo 2011

Lucefin S.p.A.
I-25040 Esine (Brescia) Italy
[Link]

Progetto grafico: parlatotriplo - Gianico (BS)


Stampa: la Cittadina - Gianico (BS)

Lucefin S.p.A.
I-25040 Esine (Brescia) Italy
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