FMS Harmonielehre
FMS Harmonielehre
Harmonielehre
Teil 1
Theorie und bungen
Inhaber:
Sven H. Kehrein-Seckler
Inhaltsverzeichnis
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Der Quintenzirkel.............................................................................................................................. 18
8.
8.2
Der Dur-Dreiklang:................................................................................................................. 20
8.3
8.4
8.5
9.
10.
Die Stufendreiklnge..................................................................................................................... 24
11.
11.1
Moll:....................................................................................................................................... 27
11.2
Vermindert: ........................................................................................................................... 27
11.3
bermig: ............................................................................................................................ 27
12.
13.
13.1
14.
1. Das Notensystem
Bevor wir in die Welt der Harmonielehre einsteigen, brauchen wir zuerst noch ein
paar wichtige Grundlagen. Das Notensystem ist ideal geeignet, um Musik
aufzuschreiben. Es besteht aus 5 Notenlinien. Das gute am Notensystem: Anhand
der Lage einer Note im System erkennt man unmittelbar die Hhe des Tons. Hohe
Tne stehen im Notensystem oben, tiefe Tne stehen unten.
Die Noten selbst stehen im Notensystem. Sie haben Kpfe und Hlse. Die Form der
Notenkpfe bzw. der Notenhlse gibt Aufschluss ber die Lnge einer Note. Somit
erkennt man im Notensystem auf einen Blick, welche Note wie lange gespielt werden
soll, perfekt, oder?!
Schauen wir uns das Notensystem an:
Man kann das Notensystem auch mit einer Leiter vergleichen. Links stehen die
Noten noch am Fue der Leiter, sind also noch ganz tief. Gehen wir weiter nach
rechts, dann sehen wir, wie die Noten langsam die Leiter hinaufsteigen. Sie werden
also immer hher.
Doch wie heien die Noten? Hier hilft uns der Notenschlssel am Anfang des
Notensystems. Wir sehen hier den Violinschlssel oder G-Schlssel. Der GSchlssel umkreist auf der zweiten Notenlinie von unten die Note G.
Jetzt knnen wir mit folgender Regel alle Noten benennen:
Der Violinschlssel zeigt uns auf der zweiten Linie von unten die Note G.
Jede Note auf oder zwischen den Linien bekommt einen eigenen Namen.
Die Noten werden alphabetisch von A bis G benannt.
Eine Ausnahme bildet das B, dieses wird im Deutschen als H bezeichnet
(hierzu mehr in einem der folgenden Kapitel).
Alles klar? Prima! Denn mithilfe dieser Regeln lassen sich die Noten wie folgt
benennen:
2. Die Stammtonreihe
Wenn wir nun unser frisch gelerntes Notensystem mit Noten auffllen, d. h. auf jeder
Linie und in jedem Zwischenraum eine Note eintragen (nach oben und nach unten
mit Hilfslinien fortgefhrt), erhalten wir die Stammtonreihe. Diese entspricht genau
den weien Tasten am Klavier.
Wie wir hier am Beispiel sehen wiederholen sich immer wieder die Notennamen
C-D-E-F-G-A-H.
Es lohnt also diese nher anzusehen, denn sie bilden die Grundlage unseres
Notensystems. Betrachtet man nur das obige Notensystem, so knnte man meinen
alle Noten haben den gleichen Abstand zueinander. Nun, der Schein trgt. Das wird
klar, wenn wir uns eine Klaviertastatur genauer anschauen.
Nicht zwischen jeder weien Taste befindet sich auch eine schwarze Taste.
Zwischen E und F und zwischen H und C ist keine schwarze Taste. Der Abstand
zwischen unseren Stammtnen ist offensichtlich nicht berall gleich.
An dieser Stelle mchte ich den Begriff des Halbtons bzw. des Halbtonschrittes
einfhren. Ein Halbtonschritt ist die kleinste in der Musik verwendete Toneinheit. Wie
wir sehen liegen E und F direkt nebeneinander, sie haben den Abstand eines
Halbtons. Man sagt auch der Abstand von E zu F ist ein Halbtonschritt.
Genauso verhlt es sich bei H und C. Dies ist ebenso ein Halbtonschritt. Was ist aber
zum Beispiel mit C und D? Der Abstand vom C zur nchsten schwarzen Taste ist ein
Halbtonschritt und von der schwarzen Taste zum D ist es ebenso ein Halbtonschritt.
Also 1/2 + 1/2 = 1, zwei Halbtonschritte zusammengezhlt ergeben einen
Ganztonschritt (oder einen Ganzton).
3. Die C-DurTonleiter
Nun sind wir soweit um unsere erste Tonleiter etwas genauer zu betrachten:
In diesem Harmonielehrekurs werde ich das H als H und das B immer als Bb
bezeichnen, um Verwechslungen auszuschlieen.
Eis ist also der gleiche Ton wie F aber nicht die gleiche geschriebene Note. Das
heit: Den Unterschied zwischen Eis und F kann man nicht hren. Nur auf dem
Notenblatt gibt es diesen Unterschied.
Rechts nun die bersicht ber die mit einem b erniedrigten Noten.
Hier ist nun E der gleiche Ton wie Fes und H der gleiche Ton wie Ces.
Kleine Ausnahme: Das erniedrigte A heit As und wie schon oben gesagt, das
erniedrigte H heit Bb.
Jedem normalem Menschen drngt sich an dieser Stelle natrlich die Frage nach
dem Sinn auf, der hinter diesen "Schikanen" steckt.
Nun, bei dem jetzigen Kursfortschritt ist dies auch schwierig zu erklren. Hinter der
ganzen Geschichte steckt ein logisches System. Um alle Tonleitern, Akkordverbindungen und logischen Zusammenhnge sinngem zu beschreiben, ist es
eben manchmal notwendig zu E Fes, zu Eis F usw. zu sagen.
In den nchsten Kapiteln werden wir darauf noch gelegentlich eingehen. Aber keine
Panik, das Vorkommen dieser Noten ist nicht besonders hufig.
Genauso verhlt es sich mit den Doppelvorzeichen. Wem es an dieser Stelle zuviel
wird, der kann gerne zum nchsten Kapitel springen und den letzten Absatz spter
nachlesen.
Hier nochmal die beiden bersichten:
Vor die Noten wird ein Doppelkreuz geschrieben (sieht aus wie ein "x") und die Silbe
"isis" angehngt. Vor die Noten werden zwei b geschrieben und die Silbe "eses"
angehngt.
5. Die Intervalle
Ein Intervall gibt uns den Abstand zwischen zwei Tnen an. Dabei spielt es keine
Rolle, ob die Tne nacheinander oder gleichzeitig klingen. Es ist auch egal ob der
zweite Ton hher oder tiefer ist als der erste. Das Intervall ist sozusagen ein
absolutes Abstandsma fr Tne.
Betrachten wir wieder mal unsere (hoffentlich) mittlerweilen vertraute C-Dur Tonleiter:
Wollen wir nun den Abstand zwischen den Noten C und D ausdrcken, so tun wir
das mit Hilfe eines Intervalls. Die Namen der Intervalle werden aus dem Lateinischen
abgeleitet:
Lateinische Namen
Deutsche Intervallnamen
primus
der Erste
Prime
secundus
der Zweite
Sekunde
tertius
der Dritte
Terz
quartus
der Vierte
Quarte
quintus
der Fnfte
Quinte
sextus
der Sechste
Sexte
septus
der Siebte
Septime
oktavus
der Achte
Oktave
Um ein Intervall zu bestimmen werden wir die Tonschritte abzhlen und dann das
Intervall entsprechend benennen. Als Grundlage dient uns hierzu die Dur-Tonleiter
des Ausgangstons.
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Das Intervall C - E ist eine Terz (E ist der dritte Ton in C-Dur),
C - F ist eine Quarte (F ist der vierte Ton in C-Dur),
C - G ist eine Quinte (G ist der fnfte Ton in C-Dur),
C - A ist eine Sexte (A ist der sechste Ton in C-Dur),
C - H ist eine Septime (H ist der siebte Ton in C-Dur),
C - C ist eine Oktave, wenn das C der achte Ton ist oder
C - C ist eine Prime, wenn es beide Mal der gleiche Ton ist.
Fr die C-Dur Tonleiter haben wir nun alle Intervalle festgelegt. Nun wollen wir die
Intervalle der Tne die nicht aus der C-Dur Tonleiter stammen (in C-Dur eben die
schwarzen Tasten) bestimmen.
Betrachten wir beispielsweise das Intervall C - Es. Zhlen wir ab, C - D - Es, so
erhalten wir eine Terz. Es ist der dritte Ton von C aus gesehen. Nun gengt es nicht
zu sagen das Intervall C - Es sei eine Terz. Dies haben wir ja auch fr das Intervall
C - E festgelegt.
Wir mssen feiner unterscheiden. Beide Intervalle sind Terzen, aber C - Es ist ein
kleineres Intervall als C - E. Deswegen sagt man C - Es ist eine kleine Terz, C - E ist
eine groe Terz.
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Fhren wir dies nun fr die verbleibenden Tne fort, dann erhalten wir:
Bei der Quarte C - F, der Quinte C - G und der Oktave C - C ist es nicht mglich ein
kleines oder groes Intervall anzugeben. Deswegen spricht man hier von reinen
Intervallen.
Hier nochmal die reinen, kleinen und groen Intervalle in der bersicht:
12
6. Die 12 Tonarten
Was ist nun eine Tonart?
Zum Beispiel C-Dur. Bewegt man sich (weitlufig) in der C-Dur Tonleiter, so kann
man sagen die Tonart ist C-Dur.
Schauen wir uns doch nochmals die C-Dur Tonleiter etwas genauer an:
Bei genauerem Hinsehen stellt man einen symmetrischen Aufbau der Tonleiter fest.
Die ersten 4 Tne stehen in folgender Beziehung zueinander:
Ganzton - Ganzton - Halbton
Bei den zweiten 4 Tnen besteht die gleiche Beziehung.
Diese 4-Tonreihen nennt man Tetrachorde (aus dem griechischen, tetra = vier).
Beide Tetrachorde haben den Abstand eines Ganztons zueinander.
Nun werden wir die Tonleiter vom fnften Ton, dem G und zugleich der erste Ton des
zweiten Tetrachord, beginnen. Das sieht dann so aus:
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Betrachten wir nun die Halbtonschritte bei unserer neuen Tonleiter. Der erste
Tetrachord hat den richtigen Aufbau, Ganzton - Ganzton - Halbton.
Jedoch beim zweiten Tetrachord stimmt der Aufbau den wir fr eine Dur-Tonleiter
bentigen nicht mehr. Um den Halbtonschritt zwischen 7. und 8. Ton wiederherzustellen erhhen wir das F um einen Halbton zum Fis.
Nun sitzen die Halbtne an den richtigen Stellen und wir sehen die G-Dur Tonleiter
vor uns.
Dieses Spiel knnen wir nun weiterspielen. Wir nehmen wieder die zweiten 4 Tne
der G-Dur Tonleiter. Nun mssen wir das C zum Cis erhhen und erhalten somit die
D-Dur Tonleiter.
Und so weiter und so weiter...
Hier eine bersicht ber die Tonarten die sich auf diese Art und Weise von der
C-Dur Tonleiter ableiten lassen:
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Bei jeder neu gebildeten Tonart erhalten wir ein weiteres Kreuz.
C-Dur hat kein Vorzeichen. G-Dur hat ein Kreuz (ein Fis), D-Dur bereits zwei Kreuze
(Fis und Cis) usw.
Hier wre noch zu bemerken, dass die Vorzeichen auch immer in dieser Reihenfolge
aufgezhlt werden:
Fis - Cis - Gis - Dis - Ais - Eis
Machen wir uns anhand dieser bersicht nochmals klar, dass immer die letzten 4
Tne einer Tonart die ersten 4 Tne der nchsten Tonart sind. (Manchmal sind die
Noten eine Oktave tiefer geschrieben).
In der berschrift war die Rede von 12 Tonarten. In der bersicht sehen wir aber nur
7 Tonarten. Natrlich knnten wir unser System weiterfhren und wrden auch
tatschlich 12 verschiedene Tonarten erhalten. Die nchste Tonart wre Cis-Dur
(zustzliches Vorzeichen: Eis), gefolgt von Gis-Dur (zustzliches Vorzeichen Fisis),
usw.
Wir bekommen Tonleitern in denen jeder Ton ein Vorzeichen besitzt, manche sogar
Doppelvorzeichen. Das ist dann schon sehr anstrengend und kompliziert. Aber wie
wir schon gelernt haben, knnen wir zu Cis auch Des sagen und genauso auch von
diesem Ton aus die Tonleiter aufbauen.
Beginnen wir nochmals bei C-Dur.
Da die Tonleiter symmetrisch ist knnen wir genauso gut die ersten 4 Tne als Ende
der Tonleiter betrachten. Fhren wir die Tonleiter nach unten mit der Stammtonreihe
fort, so erhalten wir folgendes Bild:
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Diesmal stimmt der Halbtonschritt zwischen 7. und 8. Ton. Aber wie wir sofort sehen
liegt der zweite Halbtonschritt zwischen dem 4. und 5. Ton. Dies knnen wir
korrigieren indem wir das H zum Bb erniedrigen. Somit ist der Aufbau wieder richtig
und wir erhalten die F-Dur Tonleiter.
Wie vorher bei den Kreuz-Tonarten bilden wir auch hier weitere Tonarten indem wir
die ersten 4 Tne jeweils ans Ende stellen und die fehlenden Positionen nach unten
hin auffllen.
Hier die bersicht ber die b-Tonarten:
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7. Der Quintenzirkel
Der Quintenzirkel gibt uns eine bersicht ber alle Tonarten und wie sie
zusammenhngen.
Wir haben die verschiedenen Tonarten gebildet indem wir z.B. die C-Dur Tonleiter
beim G begonnen und das F zum Fis erhht haben. C-Dur und G-Dur haben also
noch 6 gemeinsame Tne. Sie sind sich also sehr hnlich.
Deshalb spricht man von einer Verwandtschaft der beiden Tonarten. Genau
genommen sagt man Quintverwandtschaft. G ist der fnfte Ton in der C-Dur
Tonleiter (lat. Quintus = der Fnfte; nheres dazu s. Intervalle).
Ordnen wir nun die Tonarten nach Ihrer Verwandtschaft (verwandte Tonarten liegen
jeweils beieinander) im Kreis an, so erhalten wir den Quintenzirkel:
In diesem Diagramm lassen sich die Verwandtschaftsgrade sehr schn ablesen. GDur ist mit C-Dur und D-Dur verwandt, As-Dur mit Es-Dur und Des-Dur, usw.
Je weiter die Tonarten voneinander entfernt sind, desto weniger sind sie miteinander
verwandt, desto weniger gemeinsame Tne haben sie. G-Dur und A-Dur haben nur
noch 5 gemeinsame Tne, G-Dur und Des-Dur haben nur einen gemeinsamen Ton.
Am unteren Ende des Kreises stehen Fis-Dur und Ges-Dur gemeinsam. Es handelt
sich um dieselbe Tonleiter. Nur sind einmal die Tne mit Kreuz und einmal mit b
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geschrieben. Dies nennt man enharmonische Verwechslung. Man kann also eine
Tonart oder einen Ton immer auf verschiedene Weisen aufschreiben. Beispiel: Zum
Ton Des kann man auch Cis sagen. Der Unterschied ist nicht hrbar, es handelt sich
um denselben Ton. Nur auf dem Notenpapier wird der Ton anders dargestellt.
Fhren wir das im Beispiel Fis-Dur an jedem Ton durch so erhalten wir:
Fis = Ges, Gis = As, Ais = Bb, H = Ces, Cis = Des, Dis = Es, Eis = F.
Also genau die Ges-Dur Tonleiter.
Den Quintenzirkel sollte man sich sehr gut einprgen. Ich kann nur empfehlen alle
Tonarten und Ihre Vorzeichen auswendig zu lernen.
Als kleine Hilfe zwei Merkstze mit denen man die Vorzeichen abzhlen kann.
Kreuztonarten:
Geh Du Alter Esel Hole Fische
b-Tonarten:
Frische Brtchen Essen Asse Des Gesangs
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8. Die Dreiklnge
Nun haben wir uns lange genug mit den Abstnden zwischen zwei Tnen
beschftigt. Wie wir schon wissen, knnen bei einem Intervall auch beide Tne
gemeinsam erklingen. Natrlich erklingen in der Musik aber oft mehr als nur zwei
Tne gleichzeitig. Bei bestimmten Kombinationen von Tnen spricht man von
Akkorden.
Der einfachste Akkord ist der Dreiklang. Um einen Dreiklang zu bilden, mssen die
Einzeltne in einem bestimmten Verhltnis zueinander stehen. Sie mssen jeweils
eine Terz (gro oder klein) voneinander Abstand haben.
8.1
8.2
Der Dur-Dreiklang:
Wie wir sehen ist es ganz einfach: Die groe Terz zum Grundton C ist E. Dann noch
die kleine Terz G, fertig ist der Dreiklang. Betrachten wir das Intervall C - G, so
stellen wir fest, dass es sich um eine reine Quinte handelt.
Man kann auch sagen ein Durdreiklang besteht aus dem Grundton, der groen Terz
und der reinen Quinte, wenn man die Intervalle alle auf den Grundton bezieht.
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8.3
Der Moll-Dreiklang
Der Moll-Dreiklang besteht aus Grundton, der kleinen Terz und der reinen Quinte.
Der einzige Unterschied zwischen Dur- und Moll-Dreiklang ist die Terz. Beim DurDreiklang ist sie gro, beim Moll-Dreiklang ist sie klein.
Deswegen sagt man zur groen Terz auch Dur-Terz und zur kleinen Terz Moll-Terz.
8.4
8.5
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Analog zum bermigen Dreiklang ergibt sich hier eine verminderte Quinte. Der
verminderte Dreiklang hat den Aufbau Grundton, kleine Terz und verminderte Quinte.
Nun haben wir die 4 Familien der Dreiklnge kennen gelernt. Natrlich gibt es noch
weitere Akkorde mit drei Tnen, aber diese weisen keine Terzschichtung auf.
9. Die Akkordsymbole
Um Akkorde schnell zu notieren bedient man sich der Akkordsymbole.
Der Grundton des Akkords wird immer als Grobuchstabe geschrieben. Steht der
Buchstabe allein, so ist der zugehrige Dur-Dreiklang gemeint. Will man den MollDreiklang schreiben, so setzt man hinter den Akkordbuchstaben ein "kleines m". z. B.
Cm bedeutet C-Moll-Dreiklang. Fr den bermigen Dreiklang wird ein "plus" an
den Akkordbuchstaben angehngt und fr den verminderten Dreiklang eine kleine
"null".
In der Literatur wird man verschiedene Schreibweisen finden. Gerne genommen wird
das "minus" fr den Moll-Dreiklang.
Oft verwendet werden auch die internationalen Bezeichnungen:
Man sollte sich die verschiedenen Akkordbezeichnungen gut einprgen, da Sie alle
in der Literatur vorkommen, teilweise auch gemischt.
Zu beachten wre auch, dass bei Verwendung der internationalen Abkrzungen statt
dem Tonnamen H ein B geschrieben wird. Also Vorsicht, Verwechslungsgefahr!
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Eine bersicht:
In den weiteren Kapiteln werde ich die erste Zeile der Symbole verwenden.
23
Auf der ersten, vierten und fnften Stufe steht jeweils ein Dur-Dreiklang.
Auf der zweiten, dritten und sechsten Stufe steht jeweils ein Moll-Dreiklang.
Auf der siebten Stufe finden wir einen verminderten Dreiklang vor.
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In der Praxis wollen wir hauptschlich wissen aus welcher Tonart ein Akkord (bzw.
eine Akkordfolge) stammt. Im Falle eines verminderten Dreiklangs ist dies eindeutig.
Er kommt pro Tonart nur einmal vor (auf der VII. Stufe).
Beispiel: Gis vermindert ist die VII. Stufe aus A-Dur.
Beispiel: Der C-Dur Dreiklang kann die I. Stufe aus C-Dur, die IV. Stufe aus G-Dur
oder die V. Stufe aus F-Dur sein.
Beispiel: Der D-Moll Dreiklang kann die II. Stufe aus C-Dur, die III. Stufe aus Bb-Dur
oder die VI. Stufe aus F-Dur sein.
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Bei der ersten Umkehrung wird der unterste Ton (Grundton C) oktaviert, d. h. eine
Oktave hher gespielt. Der Charakter des Akkords bleibt erhalten. Es ist eindeutig
noch ein C-Dur Dreiklang.
Bei der zweiten Umkehrung wird wiederum der unterste Ton (jetzt die Terz E)
oktaviert. Wieder ist der Akkord eindeutig als C-Dur Dreiklang zu erkennen.
Kehren wir den Dreiklang ein drittes Mal um, so erhalten wir wieder den Ausgangsakkord.
Um die Dreiklnge zu bezeichnen sagen wir C-Dur Dreiklang in der Grundstellung
oder C-Dur Dreiklang in der ersten oder zweiten Umkehrung.
Alternativ werden Umkehrungen auch anhand Ihrer Lage bezeichnet. Hierbei richtet
man sich immer nach dem hchsten Ton im Akkord. In der Grundstellung ist der
hchste Ton G. Dies ist die Quinte des Akkords, deswegen sagt man Quintlage. Bei
der ersten Umkehrung ist C der hchste Ton. Also die Oktave zum (eigentlichen)
Grundton, deshalb Oktavlage. Genauso bei der zweiten Umkehrung, E ist die Terz,
also Terzlage.
Meint man die Grundstellung oder Quintlage, so reicht es auch C-Dur Dreiklang zu
sagen.
Manchmal werden die Umkehrungen auch als Sextakkord oder Quartsextakkord
bezeichnet.
Die erste Umkehrung nennt man Sextakkord, weil das Rahmenintervall immer eine
Sexte ist (bei Dur eine kleine Sexte, bei Moll eine groe).
Die zweite Umkehrung nennt man Quartsextakkord, weil das Intervall vom tiefsten
zum mittleren Ton eine Quarte ist und das Rahmenintervall wiederum eine Sexte ist.
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Nun werden wir die Umkehrungen auf die vier uns bekannten Dreiklangtypen
anwenden:
11.1 Moll:
Natrlich lsst sich ein Moll-Dreiklang genauso umkehren. Auch er bleibt immer
eindeutig als Moll-Dreiklang hrbar.
11.2 Vermindert:
Die Umkehrungen des verminderten Dreiklangs seien nur der Vollstndigkeit halber
erwhnt. In der Praxis haben sie weniger Bedeutung, da sie sich klanglich nicht so
stark unterscheiden wie ihre Dur- und Moll-Kollegen.
11.3 bermig:
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Dreiklang. Hrt man einen bermigen Dreiklang, so identifiziert unser Ohr den
tiefsten Ton als Grundton.
Es ist also nicht mglich eine Umkehrung eines bermigen Dreiklangs zu
hren.
Dem aufmerksamen Betrachter wird aufgefallen sein, dass ein E+ Dreiklang
eigentlich aus den Tnen E, Gis und His bestehen msste. Im obigen Beispiel
msste man also C zu His umdeuten um wieder die Terzschichtung zu erhalten.
Das ist aber nun wirklich eine rein theoretische Sache, ber die man sich weiterhin
keine Gedanken zu machen braucht. Hrbar ist das sowieso nicht.
Kleine Eselsbrcke:
Steht die obere Note einzeln, ist es die 1. Umkehrung.
Stehen die oberen Noten zu zweit, so ist es die zweite Umkehrung.
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Wie wir sehen flieen hier alle vorherigen bungen mit ein. Natrlich knnten die
Akkorde alle in der Grundstellung stehen, aber das klingt ziemlich langweilig. In der
klassischen Harmonielehre ist das sogar verboten. Ich persnlich finde, in der Musik
ist nichts verboten, solange es gut klingt! Vergleichen wir einfach selbst: Wir spielen
die obige Hauptkadenz auf dem Klavier so wie sie geschrieben ist und spielen dann
alle Akkorde in Grundstellung na, wie klingts?
Betrachten wir nun nochmals die Stufendreiklnge in C-Dur:
Hier fllt auf, dass nur 3 Dur-Dreiklnge vorkommen. Diese sind sehr wichtig um die
Tonart auszudrcken. Es gibt sehr viele Musikstcke, die mit diesen 3 Hauptdreiklngen auskommen.
Bei genauerer Betrachtung fllt auch auf, dass die Akkorde in einem symmetrischen
Verhltnis zueinander stehen. Von Grundakkord C ist G eine Quinte (nach oben)
entfernt. Genauso ist es mit F. F ist von C ebenfalls eine Quinte (diesmal nach unten)
entfernt. Deswegen spricht man auch von Quintverwandtschaft.
Um nun die Kinder endlich beim Namen zu nennen:
29
C - F - G - C.
Beispiel G-Dur:
G - C - D - G.
Dies ist sehr einfach. Wenn wir die bungen zu den Stufendreiklngen
durchgearbeitet haben, sollten wir jetzt alle 12 Hauptkadenzen aus dem Kopf
aufsagen knnen.
Wie wir ganz oben am Beispiel C-Dur sehen knnen, wird dort mit Umkehrungen
gearbeitet. Jetzt ist die Frage, wann nimmt man welche Umkehrung?
Dazu muss ich etwas vorgreifen. Fr solche Flle gibt es eindeutige Regeln, genannt
Stimmfhrungsregeln. In der klassischen Harmonielehre sind diese sehr streng, in
der populren (oder auch Jazz-Harmonielehre) wird das nicht ganz so streng
gesehen.
Ich will an dieser Stelle nicht weiter auf die Stimmfhrungsregeln eingehen. Ich stelle
nur kurz die wichtigsten vor, die wir brauchen um die bungen richtig zu lsen.
30
Der Leitton lst sich immer nach oben in den Grundton der Tonika auf.
Der Leitton ist der siebte Ton der Tonleiter, in C-Dur also das h. Er heit
deswegen so, weil das h eine starke Auflsungstendenz zum c (in den
Grundton) hat. Es ist nur ein Halbtonabstand. Der Leitton ist gleichzeitig die
Terz der V. Stufe. In C-Dur ist das h die Terz des G-Dur - Akkord. Die
Auflsung von h nach c ist sehr wichtig fr den akustischen Eindruck der
Schlusswirkung.
Beispiel:
Wem das nun zu kompliziert ist, dem mchte ich noch ein paar Tipps geben, die die
Sache wesentlich vereinfachen.
Es gibt ein einfaches Schema, nach dem man Kadenzen aufbauen kann. Fngt man
mit der I. Stufe in der Grundstellung an, so ist die IV. Stufe immer die 2. Umkehrung,
die V. Stufe immer die 1. Umkehrung und die Auflsung in die I. Stufe wiederum die
Grundstellung.
Grundstellung - 2. Umkehrung - 1. Umkehrung - Grundstellung
Fangen wir mit der I. Stufe in der 1. Umkehrung an, so gilt:
1. Umkehrung - Grundstellung - 2. Umkehrung - 1. Umkehrung
31
32
33
34
14. bungen
bung Notennamen und Vorzeichen
Benenne die Noten:
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36
Es werden folgende Abkrzungen verwendet. Die Intervalle werden als Zahlen geschrieben, Prime =
1, Sekunde = 2, usw.; r, kl, gr bedeutet rein, klein, gro;
v = vermindert, = bermig.
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38
39
40