Mathematik
Mathematik
Preprint 2012-03
Melanie Nentwich, Alina Ruziyeva
Mathematische Grundlagen zur Vorbereitung
des Studiums an der Technischen Universitt
Bergakademie Freiberg
ISSN 1433-9307
Mathematische Grundlagen
zur Vorbereitung des Studiums an der Technischen
Universitt Bergakademie Freiberg
TU Bergakademie Freiberg
Fakultt fr Mathematik und Informatik
Prferstrae 9
09596 FREIBERG
[Link]
Herstellung:
Mathematische Grundlagen
zur Vorbereitung des Studiums an der Technischen
Universitt Bergakademie Freiberg
Melanie Nentwich, Alina Ruziyeva
6. August 2012
Bemerkungen
Das folgende Heft dient der selbstndigen Wiederholung des mathematischen Schulstoffes anhand von
praktischen Aufgaben.
Der Inhalt ist durch farbige Boxen kodiert: wichtige theoretische Sachverhalte in blau, mgliche Fehlerquellen in rot und die Beispielaufgaben in grn. Dies ermglicht eine selektive Bearbeitung des Heftes.
Wer nur die Theorie wiederholen mchte, kann sich auf die blauen Boxen beschrnken. Wer sich stattdessen zum Einstieg an einer Aufgabe probieren mchte, richtet seine Aufmerksamkeit auf die grnen
Boxen.
Mit orange markierten Zahlen sind Links markiert, die bei Klick auf entsprechende Zahl zur zugehrigen
Referenz fhren.
Die vorgestellten Aufgaben wurden teilweise aus den folgenden Bchern entlehnt:
Mathematik fr Ingenieure und Naturwissenschaftler Anwendungsbeispiele, Lothar Papula, 5.
Auage, 2004, Vieweg Verlag
Mathematik fr Wirtschaftswissenschaftler Basiswissen mit Praxisbezug, Knut Sydsaeter, Peter
Hammond, 2. Auage, 2006, Pearson Studium
Mathematik in der Biologie, Annika EickhoffSchachtebeck, Anita Schbel, 2009,
[Link]
1
Arithmetik
1.1
Proportion (Dreisatz)
Eine Sonderstellung unter den linearen Gleichungen mit einer Variablen (vgl. Abschnitt 3.1.1) nehmen
die Proportionen ein. Eine Proportion ist eine Verhltnisgleichung a : b = c : d bzw. in Bruchschreibweise
a/b = c/d (gesprochen: a verhlt sich zu b wie c zu d, vgl. Abschnitt C.4). Diese Proportion lsst sich
verschieden umformen. quivalente Formen sind:
b
d
=
c
a
a
b
=
c
d
d
c
=
b
a
b
d
=
a
c
a d = b c,
x
4
=
(x = 1) 4(x + 1) = 5x 4x + 4 = 5x x = 4.
5
x+1
Aus der Proportion a/b = c/d lassen sich weitere Proportionen ableiten, etwa durch Addition oder
Subtraktion von 1 auf beiden Seiten. Solche Umformungen der Proportion werden korrespondierende
Addition oder korrespondierende Subtraktion genannt:
a
c
=
a+b
c+d
a
c
=
ab
cd
c+d
a+b
=
b
d
ab
cd
=
b
d
AB
ZA
ZB
=
=
B
A
ZA
ZB
B
B
ZA
ZB
=
AA
BB
A
A
Z
1.2
Potenzen
Eine Zahl der Form an (gesprochen: a hoch n) wird Potenz genannt. Dabei wird a als Basis und n als
Exponent bezeichnet. Fr a R\{0} (gleichbedeutend mit a R, a = 0) und n N gilt:
an = a a a .
n Faktoren
am
= amn
an
an
a n
=
n
b
b
(1.2.1)
(1.2.2)
(1.2.3)
(1.2.6)
(1.2.5)
1
an
:= 0
an :=
(1.2.7)
a := a
(1.2.4)
0m
(1.2.8)
(1.2.9)
Die Ausdrcke 0 und 0 sind fr n N nicht deniert.
Allgemein sind Potenzen auch fr Exponenten n R deniert. Speziell fr n Q \ Z ist von Wurzeln
die Rede, vgl. Abschnitt 1.3. Diese sind jedoch nur fr a 0 deniert.
0
an bn = (a b)n
am an = amn
an + an = 2an = a2n
Eine wichtige Hilfe beim Berechnen von Potenzen von Summen sind die
Binomischen Formeln:
(a + b)2 = a2 + 2ab + b2
2
(a b) = a 2ab + b
2
(a + b)(a b) = a b
(1.2.10)
(1.2.11)
(1.2.12)
1
1
1
1
1
1
1
1
3
4
5
2
6
10
15
1
4
10
20
1
5
15
1
6
Mit ihm kann eine beliebige Potenz n eines Binoms (a b)n schnell berechnet werden. Aus Zeile n = 4
resultiert beispielsweise
(a b)4 = 1 a4 4 a3 b1 + 6 a2 b2 4 a1 b3 + 1 b4 .
3
1. 35 = 3 3 3 3 3 = 243
1
1
2. 35 = 5 =
3
243
3. 30 = 1
5. a2 b2 + b2 b4 a2 a2 = (ab)2 + b6 1
an = (an )
Hug treten Fehler beim Potenzieren von negativen Zahlen auf. Beachte daher 24 = (2)4 , denn es
gilt 24 = (24 ) = 16 aber (2)4 = (2) (2) (2) (2) = 16.
Potenzen (mit negativer Basis und) geradem Exponenten sind immer positiv!
Beispiel: (2)4 = +16
Potenzen mit negativer Basis und ungeradem Exponenten sind immer negativ!
Beispiel: (2)3 = 8
1.3
Wurzeln
Die Umkehroperation des Potenzierens ist das Radizieren (Wurzelziehen). Der Ausdruck
a 0, n = 0
a = an ,
wird nte Wurzel aus a genannt. Es gilt b = n a bn = a. Die Zahl a heit hierbei Radikand, die Zahl
n ist der Wurzelexponent.
Konventionen:
a := 2 a
0=0
mn
n
n
n
m
a na=
am+n
a b = ab
m
n
b
a
a
mn
=
= n
bnm
n
n
b
b
b
n m
a = mn a
1
n
a = an
m
n
am = ( n a)m = a n
fr a 0, n = 0. Eine Wurzel ist daher nichts anderes als eine Potenz mit rationalem Exponenten. Die
Wurzelgesetze sind aus den Potenzgesetzen herleitbar.
n
n
n
n
a+ b= a+b
a + m a = n+m a
n
mn
m
a b=
ab
c n a + d n a = (c + d) n a
Zahlen unter die Wurzel bringen oder herausziehen:
Allgemein gilt fr a, b > 0:
n
n
n
an b = n an b = a b
Beispiel 1.4. Rechnen mit Wurzeln
x0
1. 4x = 4 x = 2 x,
2. 3 27 = 3
a, b, c R
3. 5 a5 + b5 5 c = 5 (a5 + b5 ) c,
3
4. 5 3 y 2 = 53 3 y 2 = 3 53 y 2 = 3 125y 2 ,
yR
5. 2 4 3 + 5 4 3 4 23 5 = (2 + 5) 4 3 4 8 5 = 7 4 3 4 3 = 6 4 3
1
4
1
13
4
10
10
6. a0,5 a0,8 = a 2 a 5 = a 2 + 5 = a 10 =
a13 = a a3 ,
a0
Beim Rechnen mit Wurzeln empehlt es sich aus Grnden der Genauigkeit und bersichtlichkeit, diese
nicht in Dezimalbrche umzuwandeln, sondern mglichst lange als Wurzeln zu schreiben.
1.4
Logarithmen
Will man den Exponenten c einer Potenz b = ac ber die Basis a ausdrcken, so geschieht dies ber
den Logarithmus
c = loga b ac = b
(1.4.1)
(gesprochen: c ist der Logarithmus von b zur Basis a). Die Variable c ist also die Zahl, mit der a
potenziert werden muss, um b zu erhalten. Logarithmen sind nur deniert fr a, b R+ , a = 1.
Logarithmengesetze mit a R, a > 0, a = 1, r R und x, y > 0:
(1.4.2)
(1.4.3)
(1.4.4)
loga a := 1,
denn a = 1
loga 1 := 0,
a
loga b
(1.4.5)
(1.4.6)
(1.4.7)
= b.
Der Ausdruck loga 0 ist nicht deniert, denn ac = 0 ist fr a = 0 mit keinem c zu erreichen und fr a = 0
kann c beliebig gewhlt werden, ist also nicht eindeutig bestimmt.
Spezielle Logarithmen: Ihrer Hugkeit und Wichtigkeit entsprechend gibt es fr Logarithmen zu den
Basen 2, 10 und e (Eulersche Zahl) spezielle Namen (vgl. Abschnitt 2.3.6, Abb. 2.14).
ldx := log2 x
lg x := log10 x
ln x := loge x
Die Eulersche Zahl e ist eine mathematische Konstante mit dem Wert 2,718 281 828 459 045 235. . .
Um den Logarithmus einer Zahl zu einer beliebigen Basis auszurechnen, kann die folgende Formel
genutzt werden:
logc b =
loga b
loga c
(1.4.8)
Der Quotient zweier Logarithmen zur gleichen Basis a ist unabhngig von der gewhlten Basis a.
loga b
ln b
lg b
=
=
loga c
ln c
lg c
(1.4.9)
Weil die Logarithmen fr die Basis a = 10 und a = e bekannt sind (aus Logarithmentabellen bzw.
Taschenrechner), werden vorwiegend diese genutzt.
Beispiel 1.5. Logarithmieren einer Gleichung
12x = 100
x = log12 100
ln 100
=
ln 12
4, 60517 . . .
1, 8532
2, 48490 . . .
| Gl. (1.4.1)
| Gl. (1.4.8)
Wird stattdessen der dekadische Logarithmus verwendet, so entsteht natrlich das gleiche Ergebnis
x=
lg 100
2
=
1, 8532.
lg 12
1, 07918 . . .
oder gar
Weitere Fehlerquellen:
falsch: loga (3a) = 3 loga a = 3
(1.4.2)
(1.4.5)
ln 4
= ln 4 ln 2 = ln(4/2) = ln 2
ln 2
6
ln x
= lx
n
richtig:
ln 4
= log2 4 = 2 (siehe Basiswechsel (1.4.8))
ln 2
richtig:
log2 4 2
ln 4
=
= /1 = 2 (siehe Basiswechsel (1.4.9))
ln 2
log2 2
(1.2.1)
2. log6 362
(1.4.5)
(1.4.4)
(1.4.4)
(1.4.5)
(1.2.8)
(1.4.5)
(1.4.5)
5. ln ex = x ln e = x loge e = x 1 = x
6. loga
n+1
n2
(1.4.4)
(1.4.3)
(1.4.8)
7. ln x + lg x = ln x +
1.5
ln x
1
= ln x 1 +
ln 10
ln 10
Trigonometrische Funktionen
Gegeben sei ein rechtwinkliges Dreieck mit den Katheten a und b sowie der Hypothenuse c und den
Winkeln und = 90 . ber die trigonometrischen Funktionen lassen sich die Zusammenhnge
der Seitenverhltnisse mit den Winkeln darstellen, vgl. Abb. 1.1.
B
A
b
Abbildung 1.1: Katheten und Hypothenuse am rechtwinkligen Dreieck
a
Gegenkathete
=
c
Hypothenuse
Ankathete
b
cos() := =
c
Hypothenuse
sin() :=
b
sin() = ,
c
a
sin()
=
b
cos()
Gegenkathete
=
Ankathete
(1.5.1)
tan() :=
(1.5.2)
cos() =
a
,
c
tan() =
b
sin()
=
a
cos()
(1.5.3)
Ein weiterer wichtiger Zusammenhang wird durch den Satz des Pythagoras beschrieben.
Satz des Pythagoras:
Die Summe der Quadrate der Katheten ist gleich dem Quadrat Hypothenuse.
Am Dreieck aus Abb. 1.1 bedeutet das
a 2 + b2 = c 2 .
(1.5.4)
Die trigonometrischen Funktionen sind 2periodisch, was leicht zu erkennen ist, wenn der Einheitskreis
zu Hilfe genommen wird, vgl. Abb. 1.2. Das bedeutet, dass ein Winkel von 0 gleichbedeutend ist mit
einem Winkel von 2, 4, . . . oder 1/2 gleichbedeutend mit 5/2, 9/2, . . ..
1
x
arc()
3
2
Abbildung 1.2: Verdeutlichung von Sinus und Kosinus am Einheitskreis. Die Beschriftungen in der linken
Abbildung bezieht sich auf den zugehrigen Winkel, nicht auf die x, yKoordinaten.
Die Hypothenuse des eingezeichneten Dreiecks in Abb. 1.2 betrgt c = 1, damit ergibt sich die Kreisgleichung
a 2 + b2 = 1
bzw
x2 + y 2 = 1.
Auerdem folgt mit Gl. (1.5.1) und (1.5.2) a = sin und b = cos , also
sin2 () + cos2 () = 1.
Tabelle 1.1: Eigenschaften der trigonometrischen Funktionen (k Z)
Merkmal
sin(x)
Denitionsbereich
Wertebereich
Nullstellen
Minima
Maxima
cos(x)
tan(x)
cot(x)
R
[1, 1]
k
3/2 + 2k
/2 + 2k
R
[1, 1]
/2 + k
+ 2k
2k
x = /2 + k
R
k
x = k
R
/2 + k
Additionstheoreme:
sin (x y) = sin(x) cos(y) cos(x) sin(y)
cos (x y) = cos(x) cos(y) sin(x) sin(y)
2
Funktionen
2.1
2.1.1 Denition
Eine Funktion f ist eine Zuordnung, die jedem Element x einer gegebenen Menge X (oft Zahlenmenge
X R) ein eindeutiges Element y einer Menge Y (oft Zahlenmenge Y R) zuordnet.
Schreibweise: y = f (x) oder f : X Y oder manchmal auch x f (x). Man nennt f (x) das Bild
von x und umgekehrt x das Urbild von f (x).
Beispiel 2.1.
1. X = {1, 1, 2}, Y = {0, 1}, f (1) = 1, f (1) = 0, f (2) = 0
Dies ist eine Funktion (vgl. Abb. 2.1a).
2. A = {0, 100}, B = {2, 5}, g(0) = 5, g(100) = 2, g(100) = 5
Dies ist keine Funktion (vgl. Abb. 2.1b), da x = 100 nicht eindeutig ein y zugewiesen wird.
100
0
1
1
1
X
(a) Funktion f
0
Y
5
B
y
4
3
2
1
x
2
2.1.2 Darstellung
Funktionen knnen durch Schaubilder (Graphen) oder Wertepaare (Wertetabelle) dargestellt werden.
Dabei stellt die Wertetabelle keine eindeutige oder vollstndige Umschreibung dar. Der Graph einer
Funktion f mit dem Denitionsbereich X ist die Menge der geordneten Zahlenpaare
f = {(x, y) | y = f (x), x X und y Y }.
Geordnet bedeutet, dass in (x, y) = (x, f (x)) die Reihenfolge von x und y wichtig ist: (x, y) ist im
Allgemeinen nicht gleich (y, x).
In einem kartesischen, 2dimensionalen Koordinatensystem ist die waagerechte Achse die xAchse
oder Abszissenachse, die senkrechte Achse ist die yAchse oder Ordinatenachse. Die Zahl x ist die
Abszisse und y die Ordinate eines Punktes (x, y).
Auch mittels einer Wertetabelle kann eine Funktion dargestellt werden. In einer Wertetabelle werden
fr einige ausgewhlte Argumente x die geordneten Zahlenpaare (x, y) fr eine Funktion y = f (x)
eingetragen. Dabei mssen die ausgewhlten Werte fr x Elemente des Denitionsbereichs X der
Funktion sein (in Zeichen: x X).
Eine elementare Funktion ist eine Funktion, deren Funktionsgleichung durch einen geschlossenen analytischen Ausdruck dargestellt werden kann.
Elementare Funktionen sind durch Formeln deniert, die nur endlich viele mathematische Operationen
mit der unabhngigen Variablen x und den Koefzienten enthalten.
Beispiel 2.3. lineare Funktionen (vgl. Abschnitt 2.3.1):
1. y = 2x + 3, X = Y = R (vgl. Abb. 2.3b)
Wertetabellen:
x
y
3/2
0
3
u
v
10
0
0
1
2
1
x
1
u
2
Zum Zeichnen linearer Funktionen gengt es, die Funktionswerte von zwei Stellen zu berechnen.
Beispiel 2.4. y = 2/x, X = (; 0) (0; +), Y = (; 0) (0; +) (siehe Abb. 2.4 blau und
Abschnitt 2.3.5)
Wertetabelle:
x
y
4
1/2
2
1
1
2
1
2
2
1
4
1/2
0
0
1
1
4
2
Beispiel 2.6. y = x2 , X = R, Y = [0; +) Quadratische Funktion (siehe Abb. 2.5a und Abschnitt 2.3.3)
Wertetabelle:
x
y
0
0
1
1
2
4
Beispiel 2.7. y = 2/3 x3 , X = R, Y = R Kubische Funktion (siehe Abb. 2.5b und Abschnitt 2.3.4)
Wertetabelle:
x
y
2.2
2
8
1
1
0
0
1
1
2
8
Eine ausfhrlichere Behandlung folgt im Abschnitt 6.3. Hier sollen nur ein paar grundlegende Begriffe
erklrt werden, die im nchsten Abschnitt von Bedeutung sind.
Es sei y = f (x). Die Stelle x0 heit die Nullstelle der Funktion f (x), wenn f (x0 ) = 0 gilt. Es kann mehr
als eine Nullstelle geben.
11
y
5
4
3
2
1
x
5
1
2
3
4
5
x (rot)
x B
x B
4. f (x) = x ist streng monoton wachsend im Denitionsbereich X = [0; +) (vgl. Bsp. 2.5)
12
y
2
x
2
1
x
2
1
2
2.3
Spezielle Funktionstypen
f (x) = a + bx,
ist eine afn lineare Funktion (ganzrationale Funktion 1. Grades). Wenn b = 0, d. h. f (x) = a, ist die
Funktion f (x) unabhngig von x, f (x) wird in diesem Fall eine konstante Funktion genannt (Abb. 2.6,
blau).
Die konstante Funktion ist monoton wachsend und monoton fallend zugleich.
Der Graph einer linearen Funktion ist eine Gerade (daher der Name lineare Funktion), und zwar die
Gerade mit dem Anstieg (auch Hhenzuwachs oder Steigung) b und dem Achsenabschnitt a auf der
Ordinatenachse.
Ist a = 0, so wird die lineare Funktion y = bx auch lineare Funktion genannt. Der Graph einer linearen
Funktion ist eine Gerade durch den Koordinatenursprung mit der Steigung b (Abb. 2.6 rot). Der
Parameter b wird auch Proportionalittsfaktor der Gleichung genannt, denn es gilt y = bx, b = y/x (vgl.
Anstieg einer Funktion Abschnitt 6.2).
Fr b > 0 ist die Funktion streng monoton wachsend (Abb. 2.6 rot), fr b < 0 ist sie streng monoton
fallend (Abb. 2.6 grn).
Den Schnittpunkt des Graphen der linearen Funktion mit der xAchse (die Nullstelle) kann leicht gefunden werden: Dazu wird die Gleichung a + bx0 = 0 nach x0 aufgelst. Addition von a auf und
Division durch b = 0 auf beiden Seiten fhrt zu x0 = a/b. So konnte die Lsung x0 dieser linearen
Gleichung gefunden werden.
Der Schnittpunkt des Graphen der linearen Funktion mit der yAchse ist a, vgl. Abb. 2.6. Bei dem roten
Graph der Abbildung ist a gleich Null, im grnen Graph ist a negativ und im blauen ist a positiv.
13
3
2
1
x
3
1
2
3
Abbildung 2.6: Monotonie linearer Funktionen: konstante Funktion (blau), monoton wachsende Funktion (rot), monoton fallende Funktion (grn)
2.3.2 Betragsfunktionen
In der Mathematik ordnet die Betragsfunktion einer reellen Zahl ihren Abstand zur Null zu. Dieser so
genannte absolute Betrag, Absolutwert oder auch schlicht Betrag ist immer eine nichtnegative reelle
Zahl. Der Betrag einer Zahl x wird mit |x| bezeichnet. Fr eine reelle Zahl x gilt:
|x| =
x 0,
x < 0.
x,
x,
(2.3.1)
Beispiel 2.9.
1. |5| = 5
2. | 4| = 4
3
2
1
x
3
14
a, b, c R, c = 0
b
,f
2c
b
2c
b
b2
,a
2c
4c
Jede Funktion 2. Grades lsst sich mit Hilfe des Prinzips der quadratischen Ergnzung in die Scheitelpunktform umschreiben:
f (x) = c(x u)2 + v.
(2.3.2)
=c
=c x+
b
2c
b
2c
+a
b
b2
= c x + + a
2c
4c
xu
15
+a
(2.3.3)
b
2c
b
2c
b
2c
b
2c
+a
(2.3.4)
(2.3.5)
(2.3.6)
Beispiel 2.11. Fr die Funktion y = 1/2 x2 x + 6/5, vgl. Abb. 2.8, ist der Scheitel:
1
b
= 1 = 1
2c
2 /2
v = f (u)
u=
1
=
p D ,
2
D = p2 4q
D = 0: genau eine
D < 0: keine
Mit Hilfe des Satzes von Vieta lsst sich ein Zusammenhang zwischen den Nullstellen einer quadratischen Funktion und den Parametern der Normalform herstellen.
Satz von Vieta:
Sind x1 und x2 die Nullstellen einer quadratischen Funktion f (x), dann resultieren die Parameter der
Normalform aus
p = (x1 + x2 ),
q = x1 x2 .
Beispiel 2.12. x1 = 2, x2 = 3 p = (2 + 3) = 5, q = 2 3 = 6
f (x) = x2 5x + 6 = (x 2)(x 3)
Mit den Koefzienten p = q = 0 resultiert die Gleichung der Normalparabel (f (x) = x2 Abb. 2.5a).
Der Punkt (0, 0), also der Koordinatenursprung, ist der Scheitelpunkt der Normalparabel. Die Normalparabel ist symmetrisch zur yAchse und nach oben geffnet.
a, b, c, d R, d = 0
16
4
3
2
1
x
2
1
2
3
4
nQ
heien Potenzfunktionen. Dabei ist n der Exponent oder auch Grad der Potenzfunktion. Meist wird
fr n Z von Potenzfunktionen und speziell fr n Q \ Z von Wurzelfunktionen (siehe dazu Abschnitt 2.3.5) gesprochen. Bei Wurzelfunktionen ist jedoch zustzlich x 0 zu beachten.
Fall 1: Ganzzahlig positiver Exponent Der Graph einer Potenzfunktion mit natrlichem Exponenten
n N \ {0} wird Parabel nten Grades genannt.
In Abb. 2.10 ist erkennbar, dass der Graph einer Potenzfunktion mit geradem, positivem Exponenten
(n = 2, 4, 6, . . .) symmetrisch zur yAchse ist, die Funktion ist gerade. Auerdem sind ale Funktionswerte
nicht negativ. Bei ungeradem, positivem Exponenten (n = 1, 3, 5, . . .) ist der zugehrige Funktionsgraph
punktsymmetrisch zum Koordinatenursprung (vgl. Abb. 2.11), die Funktion ist daher ungerade (vgl.
Abschnitt 6.3.4).
Denitionsbereich: Df = R
Nullstellen: x0 = 0 je nach Grad n der Potenzfunktion ist es eine nfache Nullstelle
Monotonie:
gerader Exponent: monoton fallend fr x 0, monoton wachsend fr x 0
17
1
x
x
2
18
10
10
2
x
1
2
x
3
1
2
10
10
1
f (x) = x /2 = x,
x 0,
vgl. Abschnitt 1.3 und Abb. 2.12.
y
2
1
x
1
Abbildung 2.12: Wurzelfunktionen (blau zweite Wurzel, rot dritte Wurzel, gren fnfte Wurzel
x:
Denitionsbereich: Df = [0, +)
Nullstellen: x0 = 0
Monotonie: monoton wachsend
19
Krmmung: konkav
a R, a > 0, a = 1
1
x
x
2
Logarithmusfunktionen
Funktionen mit einer Funktionsgleichung der Form
a R, a > 0, a = 1
f (x) = loga x,
1
x
1
1
2
3
Abbildung 2.14: Logarithmusfunktionen mit verschiedenen Basen b (blau b = e, cyan b = 10, grn
b = 2)
2.4
Graphentransformation
2.4.1 Verschiebung
Horizontalverschiebung
f (x) = f (x + a)
Verschiebung entlang der xAchse um a, nderung des Denitionsbereichs: X = X + a, keine nderung des Wertebereichs.
21
Beispiel 2.13. Die Funktion f (x) = 2x2 wird in f (x) = f (x 3) = 2(x 3)2 transformiert. Der
Parameter a = 3 ist negativ, Verschiebung des Graphen nach rechts (Abb. 2.15, blau).
Vertikalverschiebung
f (x) = f (x) + b
Beispiel 2.14. Die Funktion f (x) = 2x2 wird in die Funktion f (x) = f (x)2 = 2x2 2 transformiert.
Der Parameter b = 2 ist negativ, Verschiebung des Graphen nach unten (Abb. 2.15, rot).
Beispiel 2.15. Die Funktion f (x) = 2x2 wird in die Funktion f (x) = f (x + 1) 3 = 2(x + 1)2 3
transformiert.
Schritt 1: f (x) = f (x + 1) = 2(x + 1)2 : a = 1 ist positiv, Verschiebung des Graphen nach links
Schritt 2: f (x) = f (x) 3 = 2(x + 1)2 3: b = 3 ist negativ, Verschiebung des Graphen nach oben
(Abb. 2.15, grn).
y
4
3
2
1
x
3
1
2
3
f (x) = c f (x)
22
Transformation in f1 (x) = 1/2 f (x) = 1/2 x2 . Wegen c1 = 1/2 (0, 1) Stauchen des Graphen
(Abb. 2.16a rot).
Transformation in f2 (x) = 2 f (x) = 2x2 . Wegen c2 = 2 > 1 Strecken des Graphen (Abb. 2.16a
blau).
y
2
1
x
2
2
x
2
f (x) = f (dx)
Stauchen um den Faktor d, falls d > 1
Transformation in f1 (x) = f (2x) = (2x)2 = 4x2 . Wegen d1 > 1 Stauchen des Graphen.
Transformation in f2 (x) = f (1/2 x) = (1/2 x)2 = 1/4 x2 . Wegen 0 < d2 < 1 Strecken des
Graphen.
23
1. Transformation in f1 (x) = 2f (x) = 2 sin(x). Wegen c > 1 Strecken des Graphen entlang y
Achse (siehe Abb.2.17 rot).
2. Transformation in f2 (x) = 1/2 f (x) = 1/2 sin(x). Wegen 0 < c < 1 Stauchen des Graphen
entlang yAchse (siehe Abb. 2.17 orange).
3. Transformation in f3 (x) = f (2x) = sin(2x). Wegen d > 1 Stauchen des Graphen entlang
xAchse. (siehe Abb. 2.17 blau).
4. Transformation in f4 (x) = f (1/2 x) = sin(1/2 x). Wegen 0 < d < 1 Strecken des Graphen
entlang xAchse. (siehe Abb. 2.17 grn).
y
2
1
x
1
2
Abbildung 2.17: Stauchen und Strecken am Sinus (schwarz f (x) = sin (x), rot f1 (x) = 2 sin (x),
orange f2 (x) = 1/2 sin (x), blau f3 (x) = sin (2x), grn f4 (x) = sin (1/2 x))
2.4.3 Betrag
Funktion eines Betrages
f (x) = f (|x|) =
f (x),
f (x),
x0
x < 0.
Beispiel 2.19. Die Funktion f (x) = x + 1 wird in die Funktion f (x) = f (|x|) = |x| + 1 transformiert
(siehe Abb. 2.18 blau).
Betrag einer Funktion
f (x) = |f (x)| =
f (x),
f (x),
f (x) 0
f (x) < 0.
Beispiel 2.20. Die Funktion f (x) = x + 1 wird in die Funktion |f (x)| = |x + 1| bzw. f (|x|) = |x + 1
transformiert (siehe Abb. 2.18 rot bzw. blau).
Beispiel 2.21. Die Funktion f (x) = x2 + 2x 1, 5 wird in die Funktion |f (x)| = |x2 + 2x 1, 5| bzw.
f (|x|) = |x|2 + 2|x| 1, 5 transformiert (siehe Abb. 2.19 rot bzw. blau).
24
y
4
|x| + 1
3
2
|x + 1|
1
x
2
x+1
1
2
Abbildung 2.18: Betrge und Funktionen: dargestellt sind f (x) = x+1 (schwarz), sowie f (|x|) = |x|+1
(blau) und |f (x)| = |x + 1| (rot)
f (|x|)
3
|f (x)|
2
1
x
f (x)
1
2
Abbildung 2.19: Betrge und Funktionen: dargestellt sind f (x) = x + 1 (schwarz), sowie f (|x|) =
|x|2 + 2|x| 1, 5 (blau) und |f (x)| = |x2 + 2x 1, 5| (rot)
25
3
Gleichungen, Ungleichungen und Systeme
3.1
a=0
(b) Zusammenfassen: 6 = 4x
Grundstzlich sollte eine Probe durchgefhrt werden. Dabei ist jede Seite der Gleichung einzeln auszurechnen. Der berechnete Wert fr x sollte stets in die Ausgangsgleichung eingesetzt werden. Nach
Einsetzen der Lsung sollen nicht die gleichen Umformungen wie bei der Hauptrechnung vorgenommen
werden, da sonst leicht ein mglicher Fehler wiederholt werden kann.
Fehlerwarnung: Lsen von 2x = x:
Dividieren durch x ist nur fr x = 0 zulssig, Null ist aber hier gerde die Lsung. Richtig ist den Ausdruck
zu 2x x = 0 zusammenzufassen und x = 0 als Lsung zu erhalten.
L = (, a/b)
L = (a/b, )
26
Durch die Wahl von bzw. wird der Punkt a/b teil der Lsungsmenge.
Beispiel 3.2. Lsen von (2x + 1) < 5:
1. Ausung der Klammer: 2x 1 < 5
2. Zusammenfassen: 0 < 2x + 6
3. Ausen nach x: 3 < x
4. Lsungsmenge: L = {x | x > 3} = (, 3).
Beispiel 3.3. Lsen von 3x + 4 5x:
1. Zusammenfassen: 4 2x
2. Ausen nach x: 2 x
3. Lsungsmenge: L = {x | x 2} = [2, ).
Alternative Rechnung:
1. Zusammenfassen: 2x 4
2. Ausen nach x (Division durch negativ Zahl 2, dadurch Wechsel des Relationszeichens): x 2
3. Lsungsmenge: L = {x | x 2} = [2, ).
(3.1.1)
Die Lsung eines solchen Gleichungssystems umfasst alle Werte, die fr alle Gleichungen gleichzeitig
eine Lsung darstellen. Sie besteht im Fall von zwei Gleichungen und zwei Variablen aus einer Menge
von Wertepaaren.
Ein Gleichungssystem heit linear, wenn alle Gleichungen des Systems lineare Gleichungen sind. Ein
lineares Gleichungssystem (LGS) ist durch die Koefzienten der Variablen und durch die Absolutglieder
(die Terme, die die Variablen nicht enthalten) bestimmt.
Fr die Lsbarkeit eines LGS knnen drei Flle auftreten (vgl. Abb. 3.1):
das lineare Gleichungssystem hat keine Lsung,
das lineare Gleichungssystem hat genau eine Lsung,
das lineare Gleichungssystem hat unendlich viele Lsungen.
Es gibt verschiedene Methoden, solche LGS zu lsen. Die einfachsten Verfahren sind das Einsetzungsverfahren (Substitutionverfahren), das Additionsverfahren und das Gleichsetzungsverfahren.
Beispiel 3.4. Gleichung I: x y = 0 und Gleichung II: 2x + y = 2, vgl. Abb. 3.2
27
y0
I=II
x
x0
II
II
(b) unendlich viele Lsungen
I
1
x0
1
y0
1
2
Abbildung 3.2: Lsungsskizze fr das System I: x y = 0, II: 2x + y = 2
Einsetzungsverfahren
Eine der Gleichungen wird umgestellt, so dass eine der Variablen (z. B. y) einzeln auf einer Seite steht
und durch die ander Variable beschrieben wird.
Nun wird die manipulierte Gleichung in die zweite eingesetzt. Gleichung zwei ist nun nur noch von
einer Variablen abhngig und kann nach Umstellen wie gewohnt gelst werden.
Die erhaltene Lsung fr die zweite Variable wird nun in eine der Ausgangsgleichungen eingesetzt. Es
resultiert die zugehrige Lsung der ersten Variablen.
Beispiel 3.5. System aus Bsp. 3.4
Umstellen von II nach y: y = 2 2x (II)
28
Additionsverfahren
Das Vielfache einer Gleichung wird auf die zweite Gleichung so aufaddiert, dass eine der Variablen eliminiert werden kann. Die resultierende Gleichung hngt also nur noch von einer Variablen ab und kann
wie gewohnt gelst werden. Die erhaltene Lsung wird in eine der Ursprungsgleichungen eingesetzt, es
folgt die zugehrige Lsung fr die zweite Variable.
Beispiel 3.6. System aus Bsp. 3.4
II= II + (2) I: (2x + y) + (2) (x y) = 2 + (2) 0
Berechnen von II: 2x + y 2x + 2y = 3y = 2
Lsung: y = 2/3
Einsetzen in I: x + 2/3 = 0
Lsung: x = 2/3
L = {2/3, 2/3}
Gleichsetzungsverfahren
Die Gleichungen werden so umgestellt, dass die rechten Seiten identisch sind und nur eine Variable
enthalten. Das bedeutet, dass auch die linken Seiten identisch sein mssen. Diese werden gleich gesetzt
und die resultierende Gleichung gelst. Die Lsung wird in eine der beiden Ausgangsgleichungen
eingesetzt und diese gelst.
Beispiel 3.7. System aus Bsp. 3.4
Gleichung I+y: y = x (I)
Lsen: x = 2/3
L = {2/3, 2/3}
b1
b2
(3.1.2)
Anstelle von knnen natrlich auch die Symbole , < bzw. > platziert werden.
Eine graphische Lsung ist mglich, wenn statt der Ungleichungen die Gleichungen betrachtet und
als lineare Funktionen aufgetragen werden. Jede solche Funktion teilt die Ebene in zwei Hlften, in
der einen ist die Ungleichung erfllt, in der anderen nicht. Zr Prfung wird ein Punkt, der nicht auf
der Geraden liegt, in die Ungleichung eingesetzt und der Wahrheitswert geprft. Zum Schluss wird der
gltige Bereich markiert und vermerkt, ob die Geraden mit zur Lsungsmenge gehren, oder nicht.
29
Beispiel 3.8.
5
5x + 4y
x 2y
>
0
4
<
1, 25x
0, 50x + 2
=
=
y = 0, 5x + 2
y = 1, 25x
1
x
1, 25x
0, 50x + 2
Ein mglicher Punkt, der in beide Ungleichungen eingesetzt werden kann, ist (0, 1):
?
5 0 + 4 1 < 0
0 2 1 > 4
4<0
falsche Aussage
(0, 1) Lsungsmenge
/
2 > 4
wahre Aussage
(0, 1) Lsungsmenge
Die orange Flche und der rote Rand bilden die Lsungsmenge.
3.2
(3.2.1)
gelst werden. Dazu gehren natrlich auch alle Ungleichungen mit <, oder statt >.
Zunchst werden die Nullstellen x1 , x2 von f (x) bestimmt, vgl. Abschnitt 2.3.3. Anschlieend wird eine
von den Nullstellen unabhngige Stelle gewhlt, diese wird in f eingesetzt und der Wahrheitswert der
Ungleichung (3.2.1) geprft. Die entstehende Lsungsmenge L ist ist abhngig vom Ungleichheitszeichen und der Wahl von p und q:
fr D < 0 (keine Lsung):
ganz R oder
R\{x1 },
hnliches gilt fr Ungleichungen mit bzw. statt < bzw. >. Bei Betrachtung der Lsung mssen hier
offene und abgeschlossene Intervallgrenzen vertauscht werden.
Sollen die Schnittpunkte von zwei quadratischen Gleichungen bzw. von einer quadratischen Gleichung
mit einer linearen bestimmt werden, werden diese gleich gesetzt. Durch Umformung wird eine neue
(quadratische) Gleichung in Nullstellenform erzeugt und diese wie bisher gelst.
Beispiel 3.9. Seien f (x) = 0, 75x 0, 5 und g(x) = x2 0, 25x 2, 5. Es soll der Bereich bestimmt
werden, in dem g(x) f (x) gilt (also auch h(x) := g(x) f (x) 0).
Nullstellen bestimmen:
3
y
g(x)
0 = x2 x 2
1
x1,2 =
(1) 9
2
1
= (1 3)
2
x1 = 1,
x2 = 2
x
3
1
1
f (x)
Test: h(x0 = 0) 0?
02 0 2 0
wahre Aussage
L = [1, 2]
3.3
|f (x)| = g(x).
Nun wird die Denition der Betrge Gl. (2.3.1) (Abschnitt 2.3.2) beansprucht. Es folgt
g(x) = |f (x)| =
f (x),
f (x),
falls f (x) 0
falls f (x) < 0.
Es resultieren zwei Gleichungen mit einer Variablen und Nebenbedingungen. Diese sind unabhngig
voneinander zu lsen. Falls die Nebenbedingungen erfllt sind, ergibt die Vereinigung der Einzellsungen die Gesamtlsungsmenge L.
Beispiel 3.10. Es sei |x + 2| 3 = 4x gegeben und die Lsungemenge fr x gesucht. Nach Addition
von 3 folgt die Normalform (3.3.1) |x + 2| = 4x + 3
4x + 3 = x + 2,
4x + 3 = x 2,
x = 1/3,
x = 1,
falls x + 2 0
falls x + 2 < 0
3x = 1,
5x = 5,
falls x 2
falls x < 2
L = {1/3}
31
falls x 2
falls x < 2
Beispiel 3.11. |x 100| = 5 ist unlsbar, da der Betrag stets nicht negativ ist. Es kann jedoch auch
nachgerechnet werden.
5 = |x 100| =
x = 95,
x = 105,
x 100,
x + 100,
falls x 100 0
falls x 100 < 0
5 = x 100,
5 = 100 x,
falls x 100
falls x < 100
falls x 100
falls x < 100
erzeugt. Dabei muss natrlich gelten g(x) 0. Diese wird ebenfalls mit Hilfe der Denition des Betrages
aufgesplittet, dieses mal jedoch in zwei Ungleichungen. Diese werden wie in Abschnitt 3.1.2 gelst und
die Resultate mit den Nebenbedingungen abgeglichen.
32
4
Vektorrechnung
Das in Abbildung 4.1 dargestellte Fachwerk wird durch die Krfte F1 , F2 und F3 in der angegebenen
Weise belastet. Im Punkt A bendet sich das Festlager und in Punkt B das Gleitlager. Beim Aufbau des
Fachwerks kommt es zu einer Ausgleichsbewegung, der Punkt B bewegt sich entlang der xAchse, bis
sich ein Gleichgewicht einstellt. Daher wirkt im Punkt B lediglich eine Kraft in yRichtung. Wie gro sind
die Auagerkrfte FA und FB und deren Betrge |FA | und |FB | im statischen Gleichgewichtszustand?
a = 5m
|F1 | = 20 kN
= 30
|F3 | = 10 kN
b = 4m
|F2 | = 30 kN
F2
F1
a
FA
F3
a
x
Festlager A
b
4.1
2c
FB
Gleitlager B
b
b
b
Abbildung 4.1: Krfte am Fachwerk
Denition
Ein Vektor
x1
.
x= .
.
oder
x = (x1 , . . . , xn )
xn
ist mathematisch gesehen ein Tupel von n reellen Zahlen xi Rn (i = 1, . . . , n). In der Physik ist er
eine Gre mit Betrag und Richtung. Der physikalische Vektor ist ein Spezialfall des mathematischen:
es wird n = 2 oder n = 3 gewhlt.
Wird eine Kraft ausgebt, besitzt diese immer eine Richtung und einen Betrag. Damit kann sie als Vektor
dargestellt werden.
Als Koordinatensystem wird meist das kartesische gewhlt, bei dem alle Basisvektoren die Lnge Eins
besitzen und im rechten Winkel zueinander stehen
|x| = |y| = |z| = 1,
x y,
33
x z,
yz
x2 + . . . + x2 .
n
1
|x| :=
Rechenregeln
Das Fachwerk soll sich im Gleichgewicht benden. Das bedeutet, dass sowohl die Summe der Krfte
als auch die Summe der Momente verschwinden mssen.
Um dies rechnerisch umsetzen zu knnen, muss die Summe von Vektoren deniert werden.
Mit Hilfe des Kreuzproduktes x y (Gl. (4.1.5)) lsst sich ein Vektor z bestimmen, der senkrecht auf
der Ebene steht, die von den Vektoren x und y aufgespannt wird. Der Betrag von z entspricht dem
Flcheninhalt des Parallelogramms mit den Seiten x, y
|x y| = |x| |y| sin ( (x, y)) .
Das Skalarprodukt von zwei Vektoren x, y ist Null, wenn diese Senkrecht aufeinander stehen.
Rechnen mit Vekoren x = (x1 , . . . , xn ) Rn bzs. y = (y1 , . . . , yn ) Rn und dem Skalar c R:
Addition:
x 1 + y1
y1
x1
. .
.
.
x+y = . + . =
.
.
.
x n + yn
yn
xn
c x1
x1
. .
cx=c . = .
.
.
xn
Skalarprodukt:
(4.1.2)
(4.1.3)
c xn
y1
x1
. .
x y = . . = x 1 y1 + + x n yn
.
.
xn
yn
(4.1.4)
Kreuzprodukt
x 2 y3 x 3 y2
y1
x1
x y = x2 y2 = x3 y1 x1 y3
x 1 y2 x 2 y1
y3
x3
(4.1.5)
CauchySchwarzUngleichung:
|x y| |x| |y|
34
(4.1.6)
0
0
|F3 |
10
F1 = |F1 | = 20 ,
F3 = 0 = 0 .
0
0
0
0
Der Vektor F2 besitzt Komponenten in die Richtungen x und y, um hier die Zahlenwerte bestimmen zu
knnen, werden die trigonometrischen Funktionen (vgl. Abschnitt 1.5) bentigt
26
30 cos (30 )
|F2 | cos
F2 = |F2 | sin = 30 sin (30 ) 15 .
0
0
0
Wie in Abb. 4.1 angedeutet, weist FA in eine gemischt Richtung und FB entlang einer ausgewiesenen
Richtung
0
FAx
FB = FBy .
FA = FAy ,
0
0
Gleichgewichtsbedingung (Krfte):
Die Summe ber alle wirkenden Krfte muss Null ergeben.
FA + FB + F1 + F2 + F3 = 0
10
26
0
0
FAx
FAy + FBy + 20 + 15 + 0 = 0
0
0
0
0
0
FAx + 16
0
(4.1)
FAy + FBy 35 = 0
0
0
(4.1.7)
c=
a 2 b2 =
25 16 = 9 = 3
In diesem Fall wird nur die positive Lsung genutzt, da es sich bei c um einen Abstand handelt.
35
Die Vektoren ri knnen durch Abgleich mit der Skizze (vgl. Abb. 4.1) erhalten werden.
b
4
r1 = c = 3 ,
0
0
12
3b
r3 = c = 3 ,
0
0
2b
8
r2 = 2c = 6 ,
0
0
16
4b
rB = 0 = 0 ,
0
0
0
4
M1 = r1 F1 = 3 20 = 0 0
4 (20)
0
0
8
26
0
M2 = r2 F2 = 6 15 = 0 ,
0
0
276
12
10
0
M3 = r3 F3 = 3 0 = 0 ,
0
0
30
0
0
16
MB = rB FB = 0 FBy = 0
16 FBy
0
0
0
0 (20)
4 0 = 0 ,
80
30
Gleichgewichtsbedingung (Momente):
Die Summe ber alle wirkenden Momente muss Null ergeben.
M1 + M2 + M3 + MB = 0
0
0
0
0
0
0 + 0 + 0 + 0 = 0
0
16 FBy
30
276
80
0
0
= 0
0
0
326 + 16 FBy
Aus Gl. (4.1.7) und (4.1.8) resultieren die drei skalaren Bedingungen
FAx + 16 = 0
FAy + FBy 35 = 0
FAx = 16
16 FBy 326 = 0
FAy = 35 FBy
2
2
FAx + FAy + 02 =
FB =
2
02 + FBy + 02 = FBy = 20, 375.
36
(4.1.8)
4.2
Geradengleichungen
In Abb. 4.2 ist zu sehen, wie auf dem Dach eine Antenne am Punkt Q angebracht ist. Die Antenne
weist 2,5 m senkrecht nach oben. Paralleles Licht (gelb) fllt in Richtung v auf die Antenne, sodass ein
Schatten auf dem Dach erscheint.
Welche Koordinaten hat die Spitze des Antennenschattens S?
2
10
v = 3, 5
Q = 4, 5 ,
2
5
P
y
Q
H
S
x
B
z
Ziel ist es eine Geradengleichung g fr den Lichstrahl zu nden, der die Antennenspitze streift. Auerdem
muss eine Gleichung fr die Dachebene E bestimmt und beide zum Schnitt miteinander gebracht
werden.
g : x = p + t v,
tR
(4.2.1)
10
p = P 0 = 7 .
5
10
2
g : x = 7 + t 3, 5
5
2
(4.2.2)
g : x = p + t (q p) ,
tR
x1
x2
n=
g : n (x p) = 0,
x2
x1
P g
(4.2.3)
Der Vektor p ist dabei ein beliebiger Punkt auf der Geraden.
n
.
|n|
38
4.3
Ebenengleichungen
s, t R
Fr die Ebenengleichung werden drei Punkte der Ebene bentigt. Einer davon ist Q, der Verankerungspunkt der Antenne auf dem Dach. Ein zweiter ist Punkt B aus dem ersten Teil der Aufgabe. Ein dritter
mglicher Punkt ist der Giebel H, ebenfalls in Abb. 4.1 ablesbar.
10
16
8
Q = 4, 5 = q,
B = 0 = b,
H = 6 = h
5
0
0
Eine Mglichkeit, die Richtungsvektoren zu bestimmen, ist folgende
6
2
v1 = b q = 4, 5
v2 = h q = 1, 5
5
5
2
6
10
E : x = 4, 5 + s 4, 5 + t 1, 5 ,
5
5
5
s, t R.
pE
(4.3.1)
Eine andere Mglichkeit ist die Lsung eines nichtlinearen Gleichungssystems. Hieraus resultiert sogar
39
n2 + n2 + n2 = 1
3
2
1
n2 + n2 + n2 = 1
1
2
3
2
6
= 4, 5 1, 5
5
5
30
= 40
0
Bei Normalenvektoren geht es nicht um deren Lnge, sondern nur um die Richtung, daher darf der
Vektor skaliert werden:
3
30
3
40 = 10 4 4
0
0
0
40
(4.3.2)
Der Schnittpunkt S der Geraden g (Gl. (4.2.2)) mit der Ebene E (Gl. (4.3.2)) wird durch Einsetzen von
g in E bestimmt:
3
10
2
16
1
E(g) : 4 7 + t 3, 5 0 = 0
5
0
5
2
0
3
6 + 2t
1
4 7 3, 5t = 0
5
0
5 2t
1
(18 + 6t + 28 14t) = 0
|5
5
10 8t = 0
| + 8t
8t = 10
|:8
t = 1, 25
10
2
S = g(t = 1, 25) = 7 + 1, 25 3, 5
5
2
10
2, 5
= 7 + 4, 375
5
2, 5
12, 5
= 2, 625
7.5
4.4
Weitere Aufgaben
1. Ein Unternehmen hat zwei Fabriken, die als Output drei verschiedene Gter produzieren. Die
gesamte Arbeitskraft ist fest. Wenn ein Anteil der Arbeitskraft der ersten Fabrik und der Anteil
1 (mit 0 1) der zweiten Fabrik zugewiesen wird, so ist der gesamte Output der drei
Gter gegeben durch den Vektor
6 + 2
2
8
4 + (1 ) 6 = 2 + 6 .
6 + 10
10
4
(a) Ist es dem Unternhmen mglich, einen der zwei Outputvektoren a = (5, 5, 7)T und b =
(7, 5, 5)T zu produzieren, wenn kein Output vernichtet werden darf?
(b) Wie ndern sich Ihre Antworten, wenn Output vernichtet werden darf?
(c) Wie wird die den Erls maximierende Wahl des Anteils von dem Verkaufspreis (p1 , p2 , p3 )
dieser drei Gter abhngen? Welche Bedingung mssen die Preise erfllen, damit beide
Fabriken in Betrieb bleiben sollen?
2. In dem in Abb. 4.3 dargestellten Dreibein, dessen Stbe gelenkig gelagert sind, greift im Gelenk S eine Gewichtskraft G vom Betrag |G| = 18 kN an. Welche Reaktionskrfte (Zug- bzw.
Druckkrfte) FA , FB und FC treten in den drei Stben auf?
2
1
1
0
A = 1 ,
B = 1 ,
C = 2 ,
S = 0
0
0
0
2
41
Lsungshinweis: Setzen Sie die Reaktionskrfte in der aus Abb. 4.3 ersichtlichen Weise zunchst
als Zugkrfte an. Das Eigengewicht der Stbe bleibt unbercksichtigt.
z
S
FC
G
FB
FA
C
O
A
Abbildung 4.3: Dreibein
3. Ein Bauunternehmen hat einen Auftrag fr mehrere Huser von drei verschiedenen Typen: 5 vom
Typ A, 7 vom Typ B und 12 vom Typ C. Schreiben Sie einen 3dimensionalen Vektor x, dessen
Koordinaten die Anzahl der Huser von jedem Typ angeben. Nehmen Sie an, dass fr Huser
vom Typ A je 20 Einheiten Holz gebraucht werden, fr Typ B je 18 Einheiten und fr Typ C
je 25 Einheiten. Schreiben Sie einen Vektor u auf, der die verschiedenen Holzmengen angibt,
die fr je ein Haus von jedem der drei Typen A, B und C bentigt werden. Bestimmen Sie die
Gesamtmenge an Holz, die bentigt wird, indem Sie das innere Produkt u x berechnen.
4. Ein Unternehmen produziert nichtnegative Outputmengen z1 , z2 , . . . , zn von n verschiedenen
Gtern und benutzt als Input die nichtnegativen Mengen x1 , x2 , . . . , xn derselben n Gter.
Konkret produziert das Unternehmen zwei Gter: dabei wird das zweite Gut als Input genutzt und
das erste ist der Output. Sein NettoOutputvektor y = z x ist (2, 1). Der Preisvektor p ist
(1, 3). Bestimmen Sie
(a) den Outputvektor z und den Inputvektor x
Lsungen
1.
(a) Wenn kein Output vernichtet werden darf, kann der Outputvektor a mit = 1/2 produziert
werden. Der Outputvektor b ist nicht produzierbar.
(b) Wenn Output vernichtet werden darf, ist b trotzdem nicht produzierbar.
(c) f () = (6p1 2p2 6p3 ) + 2p1 + 6p2 + 10p3 max
Die Funktion f () = m + n ist linear. Damit beide Fabriken bestehen bleiben, muss
m = 6p1 2p2 6p3 = 0
gelten. Fr m > 0 lge das Maximum bei = 1 und fr m < 0 lge das Maximum bei
= 0.
42
FA
|FA |
2
1,
2
3,
FB
|FB |
5
5,
10
12, 25,
FC
|FC |
3
6,
6
9.
(a) Da das erste Gut nur als Output dient und das zweite nur als Input gilt
z = s (1, 0),
x = t (0, 1),
s, t R.
(b) Die Kosten ergeben sich als Produkt von Preis der Gter und Anzahl des Inputs (k = (1, 3)
(0, 1) = 3).
(c) Die Einnahmen ergeben sich als Produkt von Preis der Gter und Anzahl des Output (e =
(1, 3) (2, 0) = 2).
43
5
Folgen und Reihen
Zu Jahresbeginn wird ein Kredit in Hhe von 125 000 e ausgereicht. Beginnend mit Ende des gleichen
Jahres soll durch Zahlung von jhrlich nachschssigen Raten jeweils gleicher Hhe die Tilgung des
Kredits nach 25 Jahren abgeschlossen sein. Wie hoch mssen die Raten sein, wenn jhrliche Verzinsung
mit Zinseszins bei einem Zinssatz von 4 % vereinbart wird?
Um die Aufgabe zu bearbeiten werden die beiden Zahlungsstrme
1. Einmalzahlung K0 = 125 000 e zur Zeit k = 0
2. 25 Raten jeweils zu den Zeiten k = 1, . . . , 25 der noch zu bestimmenden Hhe r
getrennt betrachet. Das quivalenzprinzip verlangt die Gleichheit der Endwerte beider Zahlungsreihen
nach 25 Jahren im entsprechenden Zinsmodell, das ist hier die Verzinsung mit Zinseszins mit Zinssatz
i = 4 % = 0, 04, d. h. mit Aufzinsungsfaktor p = i + 1 = 1, 04. Der Endwert der 2. Zahlungsreihe ergibt
sich als Summe der Endwerte von 25 Einmalzahlungen der Hhe r mit einer Laufzeit von 25 k Jahren,
k = 1, . . . , 25. Mit n = 25 resultiert allgemein:
K0 pn = r pn1 + r pn2 + + r p1 + r.
5.1
(5.0.1)
Folgen
bzw.
n1
Z k = r pk ,
k = 0, . . . , n 1
(5.1.1)
Das Symbol k heit Index, ak heit ktes Glied der Folge und ak+1 heit Folgeglied oder nachfolgendes
Glied von ak .
44
Es kann aber auch jeder andere Startindex gewhlt werden. Statt einer Aufzhlung aller (bei endlich
vielen) oder der ersten Glieder der Folge ist es oft vorteilhafter und prziser eine Folge durch ein
Bildungsgesetz oder eine Bildungsvorschrift zu charakterisieren. Man unterscheidet dabei:
implizite Bildungsvorschrift: sie gibt an, wie das Glied ak+1 aus ak erzeugt werden kann, bei einem
Startwert a0 ,
Beispiel 5.1. ak+1 = 2ak + 3, a0 = 0
{0, 3, 9, 21, 45, . . .}
explizite Bildungsvorschrift: sie gibt an, wie jedes beliebige Glied der Folge direkt berechnet werden
kann, bei einem Startwert a0 ,
Beispiel 5.2. ak = k 2 , a0 = 0
0, 1, 4, 9, . . .
Beispiel 5.3. Darstellungsformen unendlicher Zahlenfolgen durch
Aufzhlung: Folge der Quadratzahlen {ak }kN = {0, 1, 4, 9, 16, 25, . . .}
Wertetabelle: Zuordnung von Kapital auf einem verzinsten Konto jeweils am Ende des nten
Jahres.
0
100,00 e
105,00 e
110,25 e
115,76 e
121,55 e
127,62 e
explizite Bildungsvorschrift:
Folge der geraden Zahlen: ak = 2k, k N
{0, 2, 4, 6, . . .}
weitere Folge: an =
3k2 4
,
k
k N \ {0}
45
1
x
2 1
1
x
2 1
1
Der Abstand kann beliebig klein sein, d. h., dass die Folgeglieder ab dem Index k0 beliebig nah am
Grenzwert a liegen mssen. Da der Index vom gewhlten abhngt, wird auch k0 () geschrieben.
Besitzt eine Zahlenfolge einen Grenzwert, so heit sie konvergent.
Schreibweise:
lim ak = a
gilt. Das heit, die Glieder der Folge wachsen ber jede Schranke C hinaus. Entsprechend heit eine
Zahlenfolge mit ak < C, k k0 , C R bestimmt divergent gegen .
Anders als bei Funktionen wird immer das Verhalten fr n gegen unendlich betrachtet. Eine Folge kann
daher nicht zwischendurch gegen unendlich streben und spter gegen einen Grenzwert.
lim (ak bk ) = a b
k
lim (ak bk ) = ab
k
lim
ak/bk
Einige wichtige Grenzwerte, die bekannt sein sollten (fr eine Konstante c R, b R, b 0):
1
=0
k k
lim k c = 1
lim c = c
lim
lim 1 +
k
lim
lim 1 +
k=1
1 k
k
=e
c k
k
Beispiel 5.6. Ausgehend von obigen Rechenregeln und der Kenntnis einiger Grenzwerte lassen sich
Grenzwerte fr weitere Folgen berechnen, beispielsweise so:
lim
1
= lim
k
k2
1 1
k k
= lim
1
1
lim
=00=0
k k k
lim 4
4k
4k
k
= lim
=
k k + 1
k k(1 + 1 )
lim 1 + lim
k
lim
1
k k
4
=4
1+0
1
x
1
y
6
5
5
x
1
48
y
3
2
1
x
1
1
x
1
Abbildung 5.4: Beschrnktheit, Monotonie und Konvergenz; monotone Folgen in rot und nicht monotone in blau; die einzige konvergente Folge ist die rote in Abb. 5.4a
k N
lim ak = c.
Alternierende Folgen sind Zahlenfolgen, deren Glieder abwechselnd das Vorzeichen wechseln. Eine
typische alternierende Folge ist die Folge mit der Bildungsvorschrift ak = (1)k .
Die Folgen {ak }kN mit ak = (1)2k oder ak = (1)k + 4 hingegen sehen zwar hnlich aus, sind
jedoch keine alternierenden Folgen, da sich die Vorzeichen nicht ndern.
Nullfolgen sind Zahlenfolgen {ak }kN mit dem Grenzwert Null, d. h. lim ak = 0. Da sie einen Grenzk
wert besitzen, sind Nullfolgen stets konvergent. Fr die Berechnung von Grenzwerten und Reihen sind
Nullfolgen von besonderer Bedeutung.
Beispiel 5.8. Beispiele fr Nullfolgen:
49
1. ak =
1
1
=
k!
k (k 1) 2 1
1
= 0, 5k
2k
3. ak = k 4 1
2. ak =
y
3
1
x
1
1
1
, rot k , grn k 4 1
k!
2
Harmonische Folge nennt man die Folge der Kehrwerte der natrlichen Zahlen, {ak }kN mit ak = 1/k.
Die harmonische Folge ist eine Nullfolge.
Arithmetische Zahlenfolgen
Arithmetische Zahlenfolgen sind Folgen, bei denen die Differenz d zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Gliedern immer konstant ist. Es gilt also:
ak+1 ak = d,
ak+1 = ak + d
k N
(rekursive Bildungsvorschrift).
Nach Zusammenfassen dieser Eigenschaft lsst sich fr arithmetische Folgen die explizite Bildungsvorschrift formulieren:
ak = a0 + kd
ak = a1 + (k 1)d
Mit dieser expliziten Bildungsvorschrift lsst sich jedes Glied der Folge sofort aus der Differenz d und
dem Startglied a0 berechnen.
Eigenschaften:
d = 0: konstante Folge, beschrnkt (durch das Startglied)
konvergent.
d > 0: monoton wachsend, nicht beschrnkt
bestimmt divergent gegen +.
d < 0: monoton fallend, nicht beschrnkt
bestimmt divergent gegen .
50
Geometrische Zahlenfolgen
Geometrische Zahlenfolgen sind Folgen, bei denen der Quotient q zweier aufeinanderfolgender Glieder
konstant ist. Es gilt also:
ak+1
,
ak
= ak q
q=
ak+1
(5.1.2)
k N
(rekursive Bildungsvorschrift).
(5.1.3)
n1
Die aufeinander folgenden Glieder der Folge {Zk }k=0 des zweiten Zahlungsstroms unterscheiden sich
um den Faktor p. Es gilt
(5.1.2) Zk+1 (5.1.1) r pk+1
= p.
q :=
=
Zk
r pk
n1
Die Folge {Zk }k=0 ist also eine geometrische Folge mit
a0 = Z0 = r.
Ein Glied der Folge lsst sich folglich aus dem vorhergehenden durch Multiplikation mit q ermitteln.
Die explizite Bildungsvorschrift lautet:
ak = a0 q k
ak = a1 q
k1
51
Eigenschaften:
q = 1: konstante Folge monoton nicht wachsend und fallend, beschrnkt
konvergent
Nullfolge
Nullfolge
Nullfolge
divergent
q = 1: alternierend, beschrnkt
divergent
n1
{Zk }k=0
|q| < 1
5.2
Reihen
sn =
k=0
ak = a1 + a2 + + an ,
nte Partialsumme der Zahlenfolge {ak } . Die Partialsumme ist eine reelle Zahl.
k=0
Die rechte Seite aus Gl. (5.0.1) stellt die Summe ber den Folgenwerten aus (5.1.1) dar. Diese Summe
ist also eine Reihe
n1
rp
n1
+rp
n2
+ + r p + r = r + r p + + r p
52
n2
+rp
n1
=
k=0
r pk .
y
1
y
x
1
x
1
s = lim sn = lim
n
ak =:
ak
k=0
k=0
Dementsprechend heit eine Reihe mit einem Grenzwert konvergent, andernfalls divergent. Fr Reihen
gelten ebenso die Begriffe bestimmt divergent gegen .
Damit eine Reihe konvergiert, mssen ihre Glieder eine Nullfolge bilden.
Der Ausdruck
ak ist zum Einen der Wert bzw. Grenzwert einer Reihe, zum Anderen wird er aber
k=0
akl
ak =
k=m+l
k=m
Erweitern der Reihe um Glieder, die danach wieder abgezogen werden mssen:
k=5
ak =
k=1
53
ak
ak
k=1
(5.2.1)
Indexverschiebung:
n1
n1
k=0
r pk =
k=0
(5.2.1)
Zk =
Zk1 =
k=1
k=1
r pk1
k=0
schnitt 5.1.6. Eine solche Reihe konvergiert, wenn {|ak |}kN eine Nullfolge ist.
Harmonische Reihe
Die Harmonische Reihe ist die Reihe basierend auf der Harmonischen Folge:
k=1
k=1
(1)k
k
1
k.
Arithmetische Reihen
Fr eine arithmetische Folge {ak }kN = {a0 , a1 , a2 , . . .} lautet die nte Partialsumme
n
sn =
k=0
k=0
n(n 1)d
.
2
trivialen Fall a0 = d = 0). Fr d > 0 ist sie bestimmt divergent gegen +, fr d < 0 bestimmt divergent
gegen . Fr d = 0 resultiert eine konstante Folge und somit die Reihe
Vorzeichen von a0 bestimmt divergent gegen + oder ist.
k=0
Geometrische Reihen
Fr eine geometrische Folge {ak }kN = {a0 , a1 , a2 , . . .} lautet die nte Partialsumme
n
sn =
k=0
a0 q k = a0
k=0
q n+1 1
,
q1
q = 1.
54
(5.2.2)
a0 q k = a0
k=0
1
,
1q
q = 1.
Fr q 1 ist die Reihe bestimmt divergent gegen +. Fr q 1 divergiert die Reihe unbestimmt.
n1
Wie in Abschnitt 5.1.6 festgestellt, ist die Folge {Zk }k=0 eine geometrische. Daher ist
n1
n1
Zk =
k=0
k=0
r pk
eine endliche geometrische Reihe, mit p = q = 1. Daher gilt fr die Partialsumme sn1 (beachte den
abweichenden Endwert der Summe)
(5.2.2)
sn1 = r
pn 1
.
p1
(5.2.3)
p1
.
pn 1
Mit den konkreten Daten n = 25, p = 1, 04, K0 = 125 000 e ergibt sich
r = 125 0001, 0425
= 8 001, 50
0, 04
1, 0425 1
Es sind also jhrlich nachschssig 25 Raten in Hhe von 8 001, 50 e zu zahlen, um die Schuld von
125 000 e zu tilgen.
5.3
Weitere Aufgaben
1. ber eine Bakterienkultur ist bekannt, dass die tgliche Wachstumsrate 6 % betrgt, jedoch sterben auch tglich 150 Bakterien durch Umwelteinsse. Zu Beginn bestand die Kultur aus 2 000
Bakterien. Wieviele Bakterien leben am nten Tag nach Start der Beobachtungen?
2.
(a) Als Mr. Barnes starb, erhielt seine Witwe 2/3 seines Vermgens, 1/4 teilten sich seine Kinder
und der Rest, 100 000 e ging an eine wohlttige Organisation. Wie gro war das Vermgen
von [Link]?
(b) Wenn die Witwe ihren Anteil zu 3 % Zinsen mit Zinseszins anlegt, wieviel Geld hat sie dann
nach 10 Jahren?
(c) Wann erfolgt eine Verdreifachung des eingezahlten Geldes?
55
3. Eine bestimmte Menge m0 einer organische Substanz sei in Wasser gelst und soll mit Benzen
extrahiert werden. Nach Zugabe des Benzens ergibt sich im Gleichgewichtszustand der Verteilungskoefzient k = c1/c2 = 0, 653 (c1 Konzentration des Stoffes in Wasser, c2 Konzentration in
Benzen).
(a) Wie oft muss man 200 ml der wssrigen Lsung mit jeweils 200 ml Benzen extrahieren, um
97 % der Substanz aus der wssrigen Lsung zu entfernen?
(b) Wie oft msste man mit jeweils 100 ml Benzen extrahieren, um dieselbe Abreicherung zu
erhalten?
Lsungen
1.
an+1 = 1, 06 an 150,
n+1
an+1 = 1, 06
a0 = 2 000
1, 06n+1 1
1, 06 1
(a) Mr. Barnes hatte insgesamt 1 200 000 e. Der Anteil der Witwe betrgt 800 000 e und der der
Kinder 300 000 e.
(b) Die Witwe erhlt nach angegebenem Modell nach 10 Jahren 1 075 133, 10 e.
(c) Die Verdreifachung erfolgt nach 38 Jahren.
3.
ln 0, 03
ln 0, 03
=
= 3, 775 483.
ln
ln 0, 395 039
ln 0, 03
ln 0, 03
=
= 6, 209 910.
ln
ln 0, 566 348
56
6
Differentialrechnung
Abbildung 6.1 zeigt einen vernderlichen Verbraucherwiderstand Ra , der von einer Spannungsquelle
mit der Quellenspannung U0 und dem Innenwiderstand Ri gespeist wird. Bei Kurzschluss (Ra = 0) und
Leerlauf (Ra ) erfolgt keine Leistungsaufnahme. Dazwischen gibt es fr den Verbraucherwiderstand
Ra einen Wert, bei dem er die grtmgliche Energie aufnimmt, die sogenannte Leistungsanpassung.
Bestimmen Sie diesen Extremwert.
Lsungshinweis: Stellen Sie zunchst die vom Verbraucherwiderstand Ra aufgenommene Leistung P
als eine Funktion von Ra dar und bestimmen Sie dann das Maximum dieser Funktion.
Ri
U0
Ra
U0
.
Ra + Ri
(6.0.1)
Die Maschenregel besagt, dass die Gesamtspannung U0 einer Reihenschaltung der Summe der Teilspannungen entspricht
U0 = U + Ri I
U = U0 Ri I.
(6.0.2)
U0
Ra + Ri
Ra U 0 + Ri U0 Ri U 0
Ra + Ri
2
U 0 Ra
(6.0.1),(6.0.2)
(C.4.2)
(C.4.3)
U 0 Ri
(Ra + Ri )
U0
Ra + Ri
U0
Ra + Ri
(6.0.3)
Die Quellspannung U0 , sowie der Innenwiderstands sind feste Gren. Damit hngt die Leistung nur
noch vom Auenwiderstand Ra ab (P = P (Ra )).
57
6.1
6.1.1 Grenzwert
Grenzwert an einer endlichen Stelle x0
Sei f : R R eine Funktion. Die Zahl a R heit Grenzwert der Funktion f an der Stelle x0 R,
wenn fr jede Folge {xn } mit xn R, xn = x0 , n N+ mit dem Grenzwert x0 die Folge der
n=1
zugehrigen Funktionswerte {f (xn )} gegen den Wert a konvergiert.
n=1
lim xn = x0
lim f (xn ) = a
Desweiteren werden auch sogenannte einseitige Grenzwerte betrachtet. Die Funktion f besitzt an der
Stelle x0 den linksseitigen Grenzwert al , wenn fr jede Folge {xn } , die sich von links an x0 ann=1
nhert (d. h. xn < x0 , n N+ ), die Folge der zugehrigen Funktionswerte den Grenzwert al hat:
lim f (xn ) = al .
Die Funktion f besitzt an der Stelle x0 den rechtsseitigen Grenzwert ar , wenn fr jede Folge {xn } ,
n=1
die sich von rechts an x0 annhert (d. h. xn > x0 , n), die Folge der zugehrigen Funktionswerte den
Grenzwert ar hat: lim f (xn ) = ar .
n
Schreibweise:
al
= lim f (x)
linksseitiger Grenzwert
ar
= lim f (x)
rechtsseitiger Grenzwert
xx0
xx0 +
x x0
x x0
x x0 +
x x0
x x0
+1,
sgn(x) =
0,
1,
lim sgn(x)
lim sgn(x)
+1
lim sgn(x)
= sgn(0) =
x0
x>0
x=0
x<0
x0+
x0
lim sgn(x)
x0+
Grenzwert im Unendlichen
Die Funktion f konvergiert fr unbeschrnkt wachsende bzw. fallende Argumente x gegen einen Grenzwert a, wenn fr jede Folge {xn } , die bestimmt gegen + bzw. divergiert, die zugehrige
n=1
Folge der Funktionswerte gegen a konvergiert, lim f (xn ) = a.
n
58
y
1
x
3
Schreibweise:
lim f (x) = a
wertstze fr Funktionen:
xx0
xx0
xx0
xx0
xx0
xx0
xx0
lim f (x)
lim
xx0
f (x)
xx0
,
=
g(x)
lim g(x)
xx0
Analoge Aussagen gelten auch fr einseitige Grenzwerte und das Verhalten im Unendlichen. Dazu setzt
man x0 = .
Besondere Bedeutung haben solche Betrachtungen fr Polstellen und Lcken, also an Stellen an denen
die Funktion nicht deniert ist.
Beispiel 6.3. Berechnung von Grenzwerten bei Funktionen.
1. lim (0.5x + 1.5) = 1, vgl. Abb. 6.3 blau
x1
x2 4x + 4
+1
x2
Diese Funktion ist an der Stelle x = 2 nicht deniert, der Grenzwert ist jedoch berechenbar.
Betrachtet wird dazu eine Folge {xn } , die gegen 2 konvergiert und fr die xn = 2 gilt.
n=1
x2 4xn +4
Die zugehrige Folge der Funktionswerte {f (xn )} heit dann f (xn ) = n xn 2 + 1 =
n=1
2. f (x) =
(xn 2)2
xn 2
6.1.2 Stetigkeit
Eine Funktion heit im Punkt x0 stetig, wenn die Funktion f im Punkt x0 deniert ist und der Grenzwert
in diesem Punkt mit dem Funktionswert f (x0 ) bereinstimmt:
lim f (x) = f (x0 )
xx0
59
y
2
1
x
1
1
2
x sin (1/x) ,
0,
x=0
x=0
ist stetig. Allerdings kann diese Funktion wegen der Oszillationen und der unendlich langen Kurve nahe
Null nicht durchgezeichnet werden. Im Intervall [1, 1] wird unendlich viel Tinte bentigt.
Beispiel 6.5. Stetige Funktionen:
Potenzfunktionen (vgl. Abschnitt 2.3.5): f (x) = xn , n N, stetig auf R, folglich auch Polynome
stetig
Exponentialfunktionen (vgl. Abschnitt 2.3.6): f (x) = ax , a > 0 stetig auf R+
Logarithmusfunktionen (vgl. Abschnitt 2.3.6): f (x) = loga x, a > 0 stetig auf R
Betragsfunktion (vgl. Abschnitt 2.4.3): f (x) = |x| stetig auf ganz R
Funktionen, die nicht in allen Stellen ihres Denitionsbereiches stetig sind, heien unstetig. Die entsprechenden Punkte Unstetigkeitsstellen.
Beispiel 6.6. Signumfunktion aus Abschnitt 6.1.1, Abb. 6.2
6.2
Ableitungen
Seien (x0 , y0 ) und (x1 , y1 ) zwei Punkte auf dem Graphen der Funktion f . Der Differenzenquotient
y
f (x1 ) f (x0 )
f (x0 + x) f (x0 )
=
=
x
x1 x0
x
(6.2.1)
ist der Quotient aus der Differenz der yWerte y = y1 y0 zu der Differenz der xWerte x =
x1 x0 . Er gibt den Anstieg der Sekanten zwischen den beiden Punktpaaren (x0 , y0 ) = (x0 , f (x0 )) und
(x1 , y1 ) = (x1 , f (x1 )) an (Vergleiche dazu Abb. 6.4).
60
y
Tangente
Sekante
y0 + y
Funktion
y
y0
x
x
x0
x0 + x
Abbildung 6.4: Zusammenhang von Tangente (rot), Sekante (grn) und Funktion f (blau). Durch Verkleinern des Abstands x 0 wird aus der Sekante eine Tangente, die den Anstieg der Funktion f im
Punkt x0 beschreibt.
Soll der Anstieg von f in einem bestimmten Punkt (x0 , y0 ) betrachtet werden, dann wird geometrisch
die Tangente in diesem Punkt an den Graphen der Funktion bentigt. Anschaulich wird der Abstand
der beiden Punkte (x0 , y0 ) und (x1 , y1 ) so nah zusammengefhrt, bis sie fast miteinander verschmelzen. Mathematisch wird also der Grenzwert x 0 des Differenzenquotienten (6.2.1) gebildet (vgl.
Abb. 6.4)
f (x0 + x) f (x0 )
x0
x
lim
(6.2.2)
gebildet werden. Existiert der Grenzwert, so heit Gleichung (6.2.2) Differentialquotient oder auch erste
Ableitung der Funktion f an der Stelle x0 . Die Funktion f heit dann differenzierbar an der Stelle x0 .
Schreibweise:
f (x0 ) =
df
f (x0 + x) f (x0 )
(x0 ) = lim
x0
dx
x
Fr lineare Funktionen (vgl. Abschnitt 2.3.1) sind Sekante und Tangente in jedem Punkt identisch und
y
es gilt x = b.
Ist die Funktion f an jeder Stelle ihres Denitionsbereiches differenzierbar, so heit die Funktion differenzierbar. Es entsteht eine Ableitungsfunktion f . Ist diese Funktion wiederum differenzierbar, resultiert die
zweiten Ableitung von f . Fortfhrend knnen so bei vorliegender Differenzierbarkeit hhere Ableitungen
vom Grad n gebildet werden.
Schreibweise:
d2 y
dx2
.
.
.
.
.
.
dn y
f (n) (x) =
dxn
f (x) =
zweite Ableitung
n-te Ableitung
61
xx0
cc
f (x) f (x0 )
= lim
= lim 0 = 0
xx0 x x0
xx0
x x0
lineare Funktionen: Fr jede lineare Funktion (vgl. Abschnitt 2.3.1) f (x) = a + bx mit a, b R,
b = 0 gilt:
f (x) = lim
xx0
a + bx a bx0
b(x x0 )
f (x) f (x0 )
= lim
= lim
=b
xx0
xx0 x x0
x x0
x x0
0,
2x + 1,
fr x 0
fr x > 0
Ableitungsregeln
Fr viele Funktionstypen vereinfacht sich die Bildung der ersten Ableitung durch die Formeln aus
Tab. 6.1.
Zusammenhnge:
Jede konstante Funktion kann als f (x) = c = c x0 aufgefasst werden. Jede lineare Funktion als
f (x) = a + bx = ax0 + bx1 . Zum Ableiten kann dann die Formel fr Potenzfunktionen verwendet
werden.
Wurzelfunktionen sind Potenzfunktionen mit rationalen Exponenten. Es empehlt sich fr die bersichtlichkeit vor dem Ableiten Wurzelfunktionen als Potenz zu schreiben und dann abzuleiten, vgl.
Abschnitt 2.3.5.
Sind die Funktionen f = f (x) und g = g(x) differenzierbar, so gelten folgende Differentiationsregeln:
Faktorregel:
(c f (x)) = c f (x)
62
(6.2.3)
f (x)
f (x)
Konstante Funktionen
Potenzfunktionen
Exponentialfunktionen
k
xa
ax
Logarithmusfunktionen
loga (x)
Sinusfunktion
Kosinusfunktion
sin(x)
cos(x)
Tangensfunktion
tan(x)
0
axa1
ax ln(a)
1
x ln(a)
cos(x)
sin(x)
Kotangensfunktion
cot(x)
1
= 1 + tan2 (x)
cos2 (x)
1
2
= 1 + cot2 (x)
sin (x)
1
1 x2
1
1 x2
1
1 + x2
1
1 + x2
arcsin(x)
arccos(x)
arctan(x)
arccot(x)
Bedingungen
k R, fest
a > 0, a = 1
a > 0, a = 1
x = (2n + 1)/2
x = n
|x| < 1
|x| < 1
Summenregel:
(f (x) g(x)) = f (x) g (x)
(6.2.4)
(6.2.5)
Produktregel:
Quotientenregel: g(x) = 0, x R
f (x)
g(x)
(6.2.6)
1. f1 (x) = 3x + 5, f1 (x) = 3
(Potenzfunktion Abschnitt 2.3.5, Faktor- und Summenregel)
63
(6.2.7)
6. f6 (x) =
3 3 (4x + 1)2
(Wurzel- bzw. Potenzfunktion Abschnitt 2.3.5, Summen- und Kettenregel)
Oftmals sind Kombinationen mehrerer Regeln ntig. Teils lassen sich auch verschiedene Regeln verwenden.
Fehlerwarnung: Fr f (x) = x ist die erste Ableitung f (x) = 1 und nicht f (x) = 0.
Viele Fehler beim Ableiten entstehen nur durch falsches Umstellen, Weglassen von Klammern, Krzen
oder Zusammenfassen (vgl. Anhang C)!
Fehlerwarnung: Beachte, wonach abgeleitet wird! Es gibt auch Funktionen mit mehr als einer Variablen
oder mit freien Paramtern.
Fr f (x) = 3y + 4z + 6 ist die Ableitung f (x) = 0 und nicht 3 oder 4! Die Symbole y und z sind hier
als Konstanten zu betrachten.
6.3
Kurvendiskussion
(Ra + Ri ) = 0
Ra = Ri ,
Da aber alle Widerstnde nicht kleiner als Null sein sollen, ist diese Bedingung stets erfllt.
DB(P ) = R+ = {Ra : Ra R, Ra 0} = [0, ).
0
Fr P auf [0, ) gilt
0
2
P (Ra ) = U0
Ra
0.
(Ra + Ri )2
64
Nullstellen:
2
P (Ra ) = 0 = U0
Ra
(Ra + Ri )
2
= U0 Ra
U0 = 0
oder
Ra = 0
Eine Funktion f besitzt an der Stelle x0 Df ein lokales Maximum, wenn es eine Umgebung von x0
gibt, in der kein Funktionswert grer ist als der im Punkt x0 :
> 0 :
f (x0 ) f (x),
x Df [x0 , x0 + ].
Gilt diese Bedingung fr den gesamten Denitionsbereich, kann also = gewhlt werden, dann ist
von einem globalen Minimum bzw. Maximum die Rede.
Notwendiges Kriterium fr Extrema
Ist die Stelle x0 ein lokales Extremum der differenzierbaren Funktion f , dann verschwindet die erste
Ableitung der Funktion an dieser Stelle
x0 ist Extremum
f (x0 ) = 0.
x0 ist Extremum.
(6.2.3)
P (Ra ) =
2
U0
Ra
(Ra + Ri )
1 (Ra + Ri )2 Ra 2 (Ra + Ri )
(Ra + Ri )4
2 (Ra + Ri ) ((Ra + Ri ) 2 Ra )
= U0
(Ra + Ri )4
Ra Ri
2
= U0
(Ra + Ri )3
(6.2.6)
2
= U0
65
(6.3.1)
Ra = Ri
(6.3.2)
Da es in dieser Aufgabe um die Anhngigkeit der Leistung P vom Auenwiderstand geht, ist nur
Ra = Ri von Interesse.
Allerdings ist nicht jede Stelle x mit der Eigenschaft f (x) = 0 ein Minimum oder Maximum (vgl.
Abschnitt 6.3.3). Die Bedingung ist daher notwendig, aber nicht hinreichend.
Abhngig von der zweiten Ableitung der Funktion (falls die entstandene Ableitungsfunktion ebenfalls
differenzierbar ist) lsst sich bestimmen, ob es sich um ein Minimum oder Maximum handelt.
Hinreichendes Kriterium
Es sei f (x0 ) = 0.
f hat an der Stelle x0 ein lokales Maximum, falls f (x0 ) < 0
f hat an der Stelle x0 ein lokales Minimum, falls f (x0 ) > 0
Bestimmung der zweiten Ableitung:
Ri Ra
(Ra + Ri )3
3
2
(6.2.6)
2 (1) (Ra + Ri ) (Ri Ra ) 3 (Ra + Ri )
= U0
6
(Ra + Ri )
2
2 (Ra + Ri ) ((Ra + Ri ) 3 (Ri Ra ))
= U0
(Ra + Ri )6
2 Ra Ri 3Ri + 3Ra
= U0
(Ra + Ri )4
Ra 2Ri
2
= 2U0
(Ra + Ri )4
(6.2.3)
2
P (Ra ) = U0
2
P (Ra = Ri ) = 2U0
Beispiel 6.10. Es sei die Funktion f (x) = 2/3 x3 4x auf Extremalstellen zu untersuchen.
Schritt 1: Bestimmung mglicher Extrema mittels erster Ableitung:
Bestimmung von f (x) und Nullsetzen (Nullstellenberechnung der ersten Ableitung).
0 = f (x) = 2x2 4
4 = 2x
2=x
|+4
|:2
x1,2 = 2
f (x1 ) = f
2 =4 2
>0
f (x2 ) = f 2 = 4 2
<0
Die Funktion f hat somit an der Stelle x1 = 2 ein lokales Minimum und an der Stelle x2 = 2
ein lokales Maximum. In Abb. 6.5 ist erkennbar, dass es sich tatschlich nur um lokale, nicht aber
um globale Extrema handelt. Globale Extrema existieren in diesem Falle nicht.
y f (x) f (x) f (x)
4
3
2
1
x
3
1
2
3
4
Abbildung 6.5: Die Funktion f (x) = 2/3 x3 4x (blau) mit der zugehrigen ersten (rot) und zweiten
(grn) Ableitung
Extremstellen markieren die nderung der Monotonie der Funktion (vgl. Abschnitt 5.1.5). Mit Hilfe der
ersten Ableitung knnen ebenfalls Aussagen ber die Monotonie getroffen werden.
Eine Funktion f heit in einem Intervall I
monoton wachsend, falls f (x) 0, x I,
monoton fallend, falls f (x) 0, x I.
67
Ra 2Ri
(Ra + Ri )4
= Ra 2Ri
Ra = 2Ri
(6.3.3)
Hinreichendes Kriterium
Sei f (xw ) = 0.
f hat an der Stelle x0 einen LinksrechtsWendepunkt, falls f (xw ) < 0
f hat an der Stelle x0 einen RechtslinksWendepunkt, falls f (xw ) > 0
Bestimmung der dritten Ableitung:
1 (Ra + Ri )4 (Ra 2Ri ) 4 (Ra + Ri )3
(Ra + Ri )8
3
2 (Ra + Ri ) (Ra + Ri 4 (Ra 2Ri ))
= 2U0
(Ra + Ri )8
2 9Ri 3Ra
= 2U0
(Ra + Ri )5
3Ri Ra
2
= 6U0
(Ra + Ri )5
2
P (Ra ) = 2U0
2
P (Ra = 2Ri ) = 6U0
(6.3.4)
Gilt jedoch
f (x) 0,
2
0 P (Ra ) = 2U0
Ra 2Ri
(Ra + Ri )4
0 Ra 2Ri
Ra 2Ri
1. f1 (x) = x2n , n N
2. f2 (x) = x + x
4
4. f4 (x) = |x|
3. f3 (x) = sin(x)
1. g1 (x) = x2n1 , n N
4. f4 (x) = x5 + tan(x)
2. g2 (x) = x3 + x
6.4
Weitere Aufgaben
(a) Unter welchem Ablenkwinkel (gegenber der Eintrittsrichtung gemessen) verlassen die
Elektronen den Kondensator?
(b) Im Abstand s hinter dem Kondensator bendet sich ein Auffangschirm fr die Elektronen.
Wie gro ist die seitliche Ablenkung b der Elektronen auf diesem Schirm, gemessen gegenber der ursprnglichen Flugbahn?
Lsungshinweis: Bestimmen Sie zunchst die Bahnkurve der Elektronen im Plattenkondensator.
y
v0
d
2
+
B
A
x
m0
d
2
E
-
2gh
berechneten Geschwindigkeit austritt. An welcher Stelle A des Gefes muss man dies ffnung
anbringen, damit der seitlich austretende Wasserstrahl den Boden an einer mglichst weit entfernten Stelle B (in horizontaler Richtung gemessen) trifft?
Lsungshinweis: Die Bewegung des Wasserstrahls kann in guter Nherung als ein waagerecher
Wurf im luftleeren Raum betrachtet werden.
h
v0
xW
x
y
Zylinder
mit
Wasser
H h
B
xW
3. Ein Unternehmen produziert in einer Zeitperiode x Einheiten einer Ware. Der Gewinn der Produktion (x) ist die Differenz aus dem Ertrag R(x) und den Produktionskosten C(x).
Die Grenzkosten sind deniert als die Ableitung der Kosten C(x). Sie geben die Kosten an,
die durch die Produktion einer zustzlichen Einheit eines Produktes entstehen. Analog ist der
Grenzertrag ist die Ableitung des Ertrags R(x), er beschreibt den Ertragszuwachs bei Verkauf
einer weiteren Produktionseinehit. Der Grenzgewinn ist natrlich die Ableitung des Gewinns (x).
Er gibt den erwarteten Gewinn fr eine (innitesimal kleine) weitere produzierte Einheit eines
Produktes an und kann Aufschluss darber geben, wieviele Einheiten produziert werden mssen,
um Gewinnschwelle zu erreichen.
Bestimmen Sie den Grenzertrag, die Grenzkosten und den Grenzgewinn sowie einen Wert x, so
dass der Grenzgewinn Null ist, fr
(a) R(x) = ax, C(x) = a1 x2 + b1 x + c1 ,
(b) R(x) = ax bx2 , C(x) = a1 x + b1 .
Lsungen
1.
y=
1 2
at ,
2
eU 2
1 2
at =
t .
2
2m0 d
f (x) =
x
v0
Im Punkt B verlassen die Elektronen den Kondensator und bewegen sich geradlinig auf der
Bahntangenten weiter auf den Schirm zu. Es gilt:
f (x) = tan
= arctan
eU l
2.
m0 dv0
eU l(l + 2s)
2 .
2m0 dv0
2. Die Wasserbewegung besteht aus zwei unabhngigen Teilen: Die Bewegung in xRichtung besitzt
die konstante Geschwindigkeit x = v0 t. In yRichtung geschieht eine Beschleunigung aufgrund
der Gravitation mit der Beschleunigung g, es folgt
y=
1 2
gt .
2
xW = 2 Hh h2 .
71
(a) (x) = a1 x2 + (a b1 )x c1 ,
R (x) = a,
C (x) = 2a1 x + b1 ,
(x) = 2a1 x + a b1 ,
a b1
(x) = 0 x =
2a1
72
7
Integralrechnung
Sei K(t) der Kapitalbestand einer Volkswirtschaft zur Zeit t. Dann ist die mit I(t) bezeichnete Netto
Investition zur Zeit t gegeben durch die Zuwachsrate K (t) von K(t). Es sei I(t) = 3t2 + 2t + 5,
t 0.
1. Wie hoch ist der gesamte Zuwachs im Kapitalbestand im Intervall [0, 5]?
2. Es sei K(t0 ) = K0 . Finden Sie einen Ausdruck fr den gesamten Zuwachs im Kapitalbestand im
Zeitintervall [t0 , T ].
7.1
Unbestimmtes Integral
Im vorhergegangenen Kapitel haben wir uns mit dem Differenzieren beschftigt. Hier betrachten wir
nun den umgekehrten Vorgang.
Sei eine Funktion f gegeben. Sollen nun zu f alle Funktionen F bestimmt werden, so dass F = f gilt,
dann ist von der Integralrechnung die Rede. Die Funktion f heit Integrand und eine Funktion F , die die
Voraussetzung erfllt, heit Stammfunktion. Die Menge aller Stammfunktionen wird als unbestimmtes
Integral bezeichnet und wird als f (x)dx geschrieben.
In der vorliegenden Aufgabe soll gelten I(t) = K (t) bei gegebener Funktion I. Damit ist ein Integral
von I gesucht.
Regeln (Konstanten c, c1 , . . . , cn ):
Linearitt:
(c1 f1 (x) + cn fn (x))dx = c1
Differentiation:
df (x)
dx = f (x) + c,
dx
f1 (x)dx + + cn
d
dx
fn (x)dx
(7.1.1)
f (x)dx = f (x)
I(t)dt =
(7.1.1)
= 3
t2 dt + 2
tdt + 5
1dt
1
1
1
t2+1 + 2
t1+1 + 5
t0+1 + c
2+1
1+1
0+1
= t3 + t2 + 5t + c
Potenzfkt.
73
(7.1.2)
F (x)
kx + c1
1
xa+1 + c1
a+1
1 x
a + c1
ln(a)
cos(x) + c1
sin(x) + c1
Konstante Funktion
Potenzfunktionen
Exponentialfunktionen
ax
Sinusfunktion
Kosinusfunktion
7.2
Bedingungen
f (x)
a
sin(x)
cos(x)
1
2
sin (x)
1
cos2 (x)
1
a + x2
1
1 x2
k R, fest
x > 0, a = 1
a > 0, a = 1
cot(x) + c1
x = n
tan(x) + c1
x = /2 + n
arctan(x) + c1 = arccot(x) + c2
arcsin(x) + c1 = arccos(x) + c2
|x| < 1
Bestimmtes Integral
Neben dem unbestimmten gibt es auch das bestimmte Integral, bei dem nur ber ein Intervall [a, b] integriert wird, dieses Intervall kann auch offen oder halboffen sein, vgl. Abb. 7.1. Es wird, wie gewohnt, die
Stammfunktion F bestimmt, dann werden die Integrationsgrenzen eingesetzt und die Differenz gebildet:
Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung:
b
b
(7.2.1)
y
f (x)
F (b) F (a)
x
a
74
In der vorliegenden Aufgabe soll der Zuwachs des Kapitalbestands in einem Zeitinvervall bestimmt
werden. Das bedeutet, dass das bestimmte Integral von I gesucht wird.
1. Intervall I = [0, 5]
5
I(t)
(7.2.1),(7.1.2)
t3 + t2 + 5t + c
5
0
0
(7.2.1)
53 + 52 + 5 5 + c 03 + 02 + 5 0 + c
= 125 + 25 + 25 + c c
= 175
Der gesamte Zuwachs betrgt 175 Einheiten.
Mit rot markiert ist die Konstante, die beim unbestimmten Integral vermekrt werden musste. Bei
der Berechnung des bestimmten Integrals wird diese Konstante jedoch stets gekrzt und muss
daher nicht angegeben werden.
2. Die Berechnung erfolgt analog zum ersten Teil, die Randbedingungen sind nur etwas allgemeiner
gefasst (Intervall I = [t0 , T ]).
T
(7.2.1)
I(t) =
t0
T 3 + T 2 + 5 T t3 + t2 + 5 t0
0
0
= (T 3 t3 ) + (T 2 t2 ) + 5(T t0 )
0
0
Das bestimmte Integral zwischen einer Funktion f (x) und der xAchse auf einem Intervall [a, b] kann
mit dem RiemannIntegral anschaulich beschrieben werden. Dafr wird das Intervall in n Bereiche der
Breite unterteilt. Es ergibt sich eine Zerlegung Z von [a, b] x0 = a < x1 < . . . < xn = b. Anschlieend
werden n Rechtecke gezeichnet, mit einer Breite dk = xk xk1 und einer Hhe hk =
max f (x),
x[xk1 ,xk ]
max
Of (Z) :=
k=1
n
=
k=1
x[xk1 ,xk ]
hk dk
Analog dazu kann die Untersumme (vgl. Ab. 7.2) deniert werden
n
min
Uf (Z) :=
k=1
x[xk1 ,xk ]
Je grer n gewhlt wird, umso besser passen sich die Rechtecke an die Funktion an, das Resultat wird
genauer. Fr n gilt
lim Uf (Z) = lim Of (Z) =
75
f (x)dx.
y
f (x)
x
a = x0
x1
x2
x3
b = x4
Abbildung 7.2: Veranschaulichung der Ober- (cyan) und Untersummen (blau) einer Funktion f (x)
Anschaulich: die Intervalle bk ziehen sich mit wachsendem n auf einen Punkt xk zusammen mit einer
innitesemalen (unendlich kleinen) Breite dk . An dieser Stelle hat die Funktion den Wert f (xk ). ber
alle Punkte xk wird aufsummiert. Das Symbol fr das Integral kann als stilisierte S fr Summe betrachtet
werden.
Es ergeben sich ein paar neue Regeln und die oben genannten Regeln gelten auch fr diese Form des
Integrals, nur die Schreibweise wird etwas abgewandelt:
Addition:
Differentiation:
f1 (x)dx + + cn
d
dx
df (x)
dx = f (x) + c,
dx
fn (x)dx
a
f (x)dx = f (x)
a
Aufspaltung:
b
d (a, b)
f (x)dx,
f (x)dx +
f (x)dx =
a
partielle Integration:
b
b
b
f (x)g(x)dx = [f (x)g(x)]a
f (x)g (x)dx
a
Substitution:
(b)
f ((s)) (s)ds
f (x)dx =
(a)
76
7.3
Der Flcheninhalt zwischen zwei Funktionen f (x) und g(x) auf einem Intervall [a, b] kann mit Hilfe der
Integralrechnung bestimmt werden.
Seien f (x), g(x) zwei Funktionen mit f (x) g(x), x [a, b], dann kann der Flcheninhalt A zwischen
beiden Funktionen auf [a, b] bestimmt werden durch
b
A=
a
(f (x) g(x)) dx =
f (x)dx
(7.3.1)
g(x)dx.
a
Beispiel 7.1. Sei f (x) = x2 + 5x 2 und g(x) = 2x2 7x + 7. Berechne den Flcheninhalt, der von
beiden Kurven eingeschlossen wird, vgl. Abb. 7.3.
Zunchst mssen die beiden Schnittpunkte der Funktionen bestimmt werden
f (x) = g(x)
2
x + 5x 2 = 2x2 7x + 7
0 = 3x2 12x + 9
0 = x2 4x + 3 = (x 1)(x 3)
x1 = 1,
x2 = 3
Nun kann Gl. 7.3.1 genutzt werden. Dafr muss geprft werden, ob f (x) g(x), x [x1 , x2 ] gilt.
Dies ist tatschlich der Fall. Sonst msste umdeniert werden.
5
y
g(x)
x2
A=
x1
f (x) g(x)dx
x2 + 5x 2 2x2 7x + 7 dx
=
1
f (x)
=
1
= 3 1/3 x3 + 12 1/2 x2 9x
= x3 + 6x2 9x
x
3
1
3
1
= 33 + 6 32 9 3 13 + 6 12 9 1
=4
7.4
1
Abbildung 7.3: Flche zwischen den
Funktionen f (x) = x2 + 5x 2 und
g(x) = 2x2 7x + 7
Rotationskrper entstehen durch Rotation einer Kurve um die x- bzw. yAchse. Im Weiteren soll die
Kurve durch eine Funktion f ber einem Intervall [a, b] erzeugt werden.
77
f 2 (x)dx
V =
a
Rotation der Funktion f um die yAchse, begrenzt von y = f (a) und y = f (b):
max(f (a),f (b))
2
f 1 (y)
V =
(7.4.1)
dy
=
a
x2 |f (x)| dx
Voraussetzung ist die Existenz der Umkehrfunktion f 1 , dies ist der Fall, wenn f stetig und streng
monoton ist (vgl. Abschnitt 6.1.2 und Abschnitt 2.2).
Rotation der Funktion f um die yAchse, begrenzt von x = a und x = b, sowie der xAchse:
b
V = 2
7.5
x f (x)dx
Weitere Aufgaben
y
1. Abbildung 7.4 zeigt einen homogenen Rotationskrper mit elliptischem Querschnitt. Er entsteht durch Drehung einer Ellipse mit den Halbachsen a und b um die yAchse.
(a) Berechnen Sie das Massentrgheitsmoment Jy dieses Krpers bezglich der Rotationsachse in Abhngigkeit vom Parameter h (2h ist die Hhe des Rotationskrpers; 0 h b). Wie gro ist das
Volumen dieses Krpers?
(b) Welche Werte ergeben sich aus dem ersten Teil fr die Massentrgheitsmomente
eines Rotationsellipsoids und einer Kugel
vom Radius R? Wie gro sind die Volumina dieser Krper?
b
h
x
a
Abbildung 7.4: Rotationsellipsoid
und Preis P dar. Wenn Angebot und Nachfrage gleich sind, wird von einem Gleichgewichtspreis
P gesprochen. Er tritt bei einer Menge Q ein. Mit Konsumentenrente CS wird der Betrag bezeichnet, der insgesamt von allen Konsumenten eingespart wird, wenn sie das Gut zu einem Preis
kaufen, der unter dem Preis liegt, den sie maximal zu zahlen bereit sind
Q
CS =
0
f (Q) P dQ.
Die Produzentenrente PS ist der Gesamtbetrag aller Produzenten, die einen hheren Preis erzielen, als der minimale Preis, zu dem sie ihr Gut verkaufen wrden
Q
PS =
0
P g(Q)dQ.
Lsungen
1.
2
r (r)dV.
Dieses Integral ist in diesem Rahmen zu schwer zu lsen. In Tafelwerken ist jedoch die
einfache Formel fr das Trgheitsmoment eines Zylinders mit Radius R und Masse m, bzw.
Volumen V
1
1 1
JZylinder = mR2 = V R2
2
2
zu nden. Diese Formel kann genutzt werden, wenn der Rotationskrper in Zylinderscheiben
zerteilt wird, die senkrecht zur yAchse stehen. Der Radius der Scheiben ist die xAuslenkung
der begrenzenden Funktion R = x = g(y). Die Zahl der Scheiben wird vergrert, sodass
sich deren Hhe H = y und damit auch das Volumen V auf innitesemale Gre verringert
(dy bzw. dV )
V = R2 y
dV = R2 dy.
JZylinder =
Fr den gesamten Rotationskrper wird nun ber alle unendlich dnnen Zylinder summiert,
es ndet eine Integration im Intervall [h, h] statt
h
JZylinder =
Jy :=
1 4
R dy =
2
2
R4 dy.
h
Der Krper ist symmetrisch zur x, zEbene, d. h. es gengt eine Hlfte des Krpers zu berechnen (0 y h statt h y h) und den errechneten Wert dann zu verdoppeln
h
Jy =
79
x4 dy.
0
1=
y2 2
, a
b2
(7.5.1)
Jy =
x2
dy =
2
1
a4
b4 h b2 h 3 + h 5
b4
3
5
Das Volumen wird mit Hilfe von Gl. (7.4.1) gelst, die Funktion x = g(y) wird dabei von
y = h und y = h begrenzt
h
V =
x2 dy
a2
b2
2
2b2 h h3
3
VEllipse =
4 2
a b
3
VKugel =
8
a4 b
15
4 3
R
3
8
R5
15
2. Gleichgewichtspreis:
f (Q) = g(Q)
200 0, 2 Q = 20 + 0, 1 Q
Q = 600
f (600) = P = 80
Konsumentenrente
Produzentenrente
600
CS =
0
600
200 0, 2 80 QdQ
PS =
0
= 36 000
80 20 0, 1 QdQ
= 18 000
80
A
Mengen
A.1
Denition
n2 + 1
|n N
n2 + n
3R
95
Wenn jedes Element einer Menge N auch Element einer Menge M ist, so wird N Teilmenge von M
genannt und es wird geschrieben N M (siehe Abb. A.1). Nach dieser Denition ist jede Menge
Teilmenge von sich selbst. Die Menge M ist in diesem Fall eine Obermenge von N . Wenn M zudem
weitere Elemente enthlt, die nicht in N enthalten sind, so heit N eine echte Teilmenge von M und
M eine echte Obermenge von N (N M ).
M
N
4. x Z gilt x Q
5. x Q gilt x R
3. x N gilt x Z
A.2
Mengenoperationen
Die Vereinigung C = A B zweier Mengen A und B besteht aus denjenigen Elementen, die in A oder
B, also in mindestens einer der beiden Mengen A, B enthalten sind (Abb. A.2):
Fr die Menge C = A B = {x | x A oder x B} gilt:
x C ist x A oder x B. Damit ist A C und B C.
Der Durchschnitt D = A B zweier Mengen A und B besteht aus denjenigen Elementen, die sowohl
in A als auch in B, also gleichzeitig in beiden Mengen A, B enthalten sind (Abb. A.2):
96
A B
A
A\B
A B
B
(a) Vereinigung A B
(b) Durchschnitt A B
97
B
Intervalle
Es seien a und b zwei reelle Zahlen mit a < b. Die Menge aller reeller Zahlen x, die die Ungleichung
a < x < b (a x b) erfllen, heit Intervall (Zahlenintervall) mit den Endpunkten (Randpunkten) a
und b.
Gehrt ein Randpunkt selbst nicht zum Intervall, so ist von einem offenen Intervallende die Rede, im
entgegengesetzten Fall von einem abgeschlossenen Intervallende. Die Angabe eines Intervalls erfolgt
durch seine Randpunkte a und b, indem diese in Klammern gesetzt werden. Eine eckige Klammer steht
fr ein abgeschlossenes Intervallende, eine runde fr ein offenes Intervallende.
Gehren beide Randpunkte zu dem Intervall, so heit es abgeschlossen:
[a, b].
Gehrt nur einer der Randpunkte (also entweder a oder b) zum Intervall, so heit es halboffen:
[a, b) oder (a, b].
Gehrt keiner der Randpunkte zum Intervall, so heit es offen:
(a, b).
Intervalle dienen der Beschreibung von Zahlenmengen. Man unterscheidet beschrnkte und nicht beschrnkte Intervalle. Bei einem beschrnkten Intervall sind die Intervallgrenzen a und b reelle Zahlen.
Das Symbol mit der Schreibweise heit unendlich und steht fr "beliebig gro". Das Symbol heit
entsprechend minus unendlich und steht fr "beliebig klein". Die Symbole und sind keine reellen
Zahlen; ist kleiner als jede reelle Zahl, ist grer als jede reelle Zahl. Bei einem unbeschrnkten
Intervall ist mindestens eine der Intervallgrenzen oder . Solche Intervalle knnen durch eine
Ungleichung beschrieben werden:
halboffenes Intervall, nach rechts unbeschrnkt:
[a, ) = {x | x R, a x}
(a, ) = {x | x R, a < x}
(, b] = {x | x R, x b}
(, b) = {x | x R, x < b}
(, ) = {x | x R}
Beispiel B.1.
I1 = [0, 10], I2 = (5, 2), I1 beschrnkt, abgeschlossen und I2 beschrnkt, offen
I1 I2 = [0, 2) ist ein beschrnktes halboffenes Intervall,
98
C
Grundlegende Rechenregeln
Wird eine mathematische Aussage formuliert, die nicht nur fr eine bestimmte Zahl, sondern fr einen
ganzen Zahlenbereich oder sogar fr alle Zahlen gilt, dann wird statt einer Zahl ein Buchstabe benutzt.
Der Buchstabe heit unbestimmte Zahl oder Variable.
Beispiel C.1.
1. (a + b)2 = a2 + 2ab + b2 (Binomische Formel, gilt fr alle reellen Zahlen a, b, vgl. Gl. (1.2.10)
bis (1.2.12))
2. (ab)c = a(bc) = abc (Assoziativgesetz bezglich der Multiplikation, gilt fr alle reellen Zahlen
a, b und c). Beachten Sie, dass wir hier eine Vereinbarung machen. Der Multiplikationspunkt
(Malpunkt) kann zwischen zwei Variablen, zwischen einer Zahl und einer Variablen, zwischen
einer Zahl und einer Klammer, zwischen einer Variablen und einer Klammer sowie zwischen zwei
Klammern weggelassen werden (vgl. Abschnitt C.2.2).
3. ab = a b, a, b 0
C.1 Teilbarkeitsregeln
Der Kehrwert oder reziproker Wert einer Zahl a = 0 ist die Zahl 1/a.
Beispiel C.2. Der Kehrwert von 5 ist 1/5, der Kehrwert von 10 ist 1/10, der Kehrwert von 1/4 ist 4, der
Kehrwert von 1/3 ist 1 : 1/3 = 3.
Die Quersumme einer Zahl ist die Summe ihrer Ziffern.
Beispiel C.3. Die Quersumme der Zahl 357 129 ist 3 + 5 + 7 + 1 + 2 + 9 = 27. Dies lsst sich weiter
zusammenfassen zu 2 + 7 = 9.
Die einzelnen Zeichen einer Zahl sind ihre Ziffern. Aus Eigenschaften der Ziffern lassen sich Teilbarkeitseigenschaften der Zahlen ableiten.
Eine ganze Zahl ist teilbar durch
2, wenn die letzte Ziffer durch 2 teilbar ist.
3, wenn die Quersumme der Zahl durch 3 teilbar ist.
5, wenn die letzte Ziffer durch 5 teilbar ist (also 0 oder 5 ist).
6(= 2 3), wenn die letzte Ziffer durch 2 und die Quersumme der Zahl durch 3 teilbar ist.
11, wenn die alternierende Quersumme der Zahl (also die Summe der Ziffern, die abwechselnd
positives und negatives Vorzeichen erhalten) durch 11 teilbar ist.
Kommutativgesetz:
a+b=b+a
ab = ba,
a(b + c) = ab + ac
Beispiel C.4.
1. 2 + 3 = 3 + 2 = 5 und 2 3 = 3 + 2
4. 2 3 = 3 2 = 6 und 2 : 3 = 3 : 2
3. (2 + 3) 7 = 2 7 + 3 7 = 35
6. (2 + 3) = 1 (2 + 3) = 2 3 = 5
2. (2 + 3) + 7 = 2 + (3 + 7) = 12
5. (1 3) 2 = (3 2) = 6
C.3 Konventionen
Um eine bersichtliche Schreibweise ohne allzu viele Klammern ermglichen zu knnen, werden einige
Konventionen hinsichtlich der Reihenfolge der Rechenoperationen verwendet:
K1 Klammern haben absoluten Vorrang (werden also stets zuerst berechnet).
K2 Danach werden alle Potenzen (ax bzw. xn ) berechnet und zwar bei fehlenden Klammern von
oben nach unten. Dasselbe gilt fr die Auswertung von anderen Funktionstermen wie z. B. loga .
K3 Danach werden alle Punktoperationen (Multiplikation und Division :) durchgefhrt, und zwar
von links nach rechts, falls keine Klammern stehen.
K4 Danach werden alle Strichoperationen (Addition + und Subtraktion ) durchgefhrt (bei
fehlenden Klammern ebenfalls von links nach rechts).
Das heit, die Rechenzeichen und : binden strker als + und , d. h. Multiplikation und
Division mssen vor Addition und Substraktion ausgefhrt werden. Potenzieren bindet strker als Multiplizieren und Dividieren,.
100
a + bc = a + (bc),
a b : c = a (b : c),
ab2 = a(b2 )
ab = (ab).
(a + b)(c + d) = ac + ad + bc + bd
C.4 Bruchrechnung
Ein Bruch ist eine Zahl, die durch einen Ausdruck m/n (m : n, d. h. m geteilt durch n) dargestellt wird.
Es gilt dabei n = 0, denn die Division durch Null ist nicht deniert.
Die Division von Null durch eine von Null verschiedenen Zahl ergibt Null: 0/n = 0.
Die Division einer von Null verschiedenen Zahl durch Null m/0, sowie Null durch Null 0/0 ist nicht
deniert.
Ein Bruch ist ein Quotient, der Zhler m heit Dividend und der Nenner n Divisor. Brche, deren Zhler
kleiner ist als der Nenner (m < n), heien echte Brche.
Beispiel C.6. 7/9, 1/2, 10/13
Brche, bei denen der Zhler grer ist als der Nenner (m > n), heien unechte Brche.
Beispiel C.7. 9/7, 2/1, 13/10
Ganzzahlige Anteile von Brchen knnen vorgezogen werden.
Beispiel C.8. 9/7 = 12/7, 13/10 = 13/10
101
a
a
a
=
=
,
b
b
b
a
a
=
b
b
b, d = 0.
Die Erweiterung von Brchen ist fast immer dann notwendig, wenn zwei Brche addiert werden sollen.
Beim Lsen von Bruchgleichungen ist meist ebenfalls eine Erweiterung (und zwar mit Termen) notwendig.
Es ist darauf zu achten, dass nur mit solchen Termen erweitert wird, die nicht Null werden drfen. Wird
dies nicht beachtet, knnen Lsungen erreicht werden, die die Ausgangsgleichung nicht erfllen!
Krzen heit, Zhler und Nenner eines Bruches durch dieselbe Zahl zu dividieren. Dabei bleibt der Wert
des Bruches unverndert.
a
ac
= ,
b, c = 0.
bc
b
Wird die Krzungsregel nur schematisch durchgefhrt, kann es zu unsinnigen Ausdrcken kommen
a
a
=
=?,
3a
3 a
a = 0.
a = 0.
Beispiel C.9.
1.
x2 49
(x 7)(x + 7)
1
=
= (x 7), dabei x + 7 = 0, d. h. x = 7
2x + 14
2(x + 7)
2
2.
ab2 b2
b2 (a 1)
b
=
= , dabei ab(a 1) = 0, d. h. a, b = 0 und a = 1.
2 b ab
a
ab(a 1)
a
102
a b
a+b
+ =
,
c
c
c
c=0
(C.4.1)
Beispiel C.10.
1. 1/9 + 7/9 = 8/9
2.
3.
2x + 3y
2x 3y
x y
=
+
= +
6
6
6
3
2
x2 6x
x2
6x
1 3
= 2 2 = , x = 0.
2
2x
2x
2x
2 x
Ungleichnamige Brche werden addiert oder subtrahiert, indem man sie auf den Hauptnenner bringt,
also durch Erweitern gleichnamig macht. Der Hauptnenner ist das kleinste gemeinsame Vielfache der
Nenner:
b
ad bc
a
=
,
c
d
cd
c, d = 0
Eine ganze Zahl a und ein Bruch b/c werden addiert, indem die Zahl a mit dem Nenner c = 0 erweitert
wird (vgl. Abschnitt C.4.1) und die beiden Brche nach Gl. (C.4.1) addiert werden
a+
b
ac b
ac + b
=
+ =
.
c
c
c
c
(C.4.2)
Beispiel C.11.
1.
3 9 1 7
27
7
27 + 7
34
3 1
+ = + =
+
=
=
7 9
7 9 9 7
63 63
63
63
2.
1 1y
y
(1 y)x
y x(1 y)
y x + xy
=
=
x
y
xy
xy
xy
xy
Fehlerwarnung: Der hugste Fehler beim Addieren (Subtrahieren) von Brchen besteht darin, sowohl
Zhler als auch Nenner separat zu addieren (subtrahieren):
a
2a
a a
+ =
=
b
c
b+c
b+c
sondern
ab + ac
a a
+ =
b
c
bc
103
a c
ac
=
b d
bd
(C.4.3)
Beispiel C.12.
1.
1 1
1
=
ab
a b
2.
a c
ac
=
b d
bd
3.
a
a c
ac
c= =
b
b 1
b
2+8
2+8
= 2 + 8 : 2 + 3 = 9, aber:
= (2 + 8) : (2 + 3) = 10 : 5 = 2
2+3
2+3
x8
1
=
(x 8) (d. h. die Klammern mssen geschrieben werden, wenn der Bruchstrich
2
2
entfllt).
Durch Brche wird dividiert, indem mit dem Kehrwert multipliziert wird
a d
ad
a b
: = =
.
c d
c b
bc
Im Doppelbruch D aus obiger Box deutet die Lnge der Bruchstriche an, in welcher Weise die vorkommenden Brche berechnet werden sollen, ohne dass eine Klammersetzung notwendig ist. Wren
nmlich die vorkommenden Bruchstriche gleich lang, so muss eine (hug unbersichtliche) Klammerung die Hierarchie der Berechnung verdeutlichen.
Fehlerwarnung: Unterschiede Erweitern und Multiplizieren:
a
a
ad
ad
Erweitern:
Multiplizieren: d =
=
, (b, d = 0),
,
b
bd
b
b
3
32
6
z. B. 3/4 2 = 6/4
z. B. =
=
4
42
8
104
(b = 0),