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Ene Bene Tintenfass...

Das Dokument enthält eine Sammlung von Kinderreimen aus dem ungardeutschen Sprachraum. Es werden verschiedene Arten von Kinderreimen vorgestellt und Beispiele in Originalsprache und Übersetzung gegeben. Die Reime werden in Gruppen wie Wiegenlieder, Schaukelreime und Spottreime eingeteilt.

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Das Dokument enthält eine Sammlung von Kinderreimen aus dem ungardeutschen Sprachraum. Es werden verschiedene Arten von Kinderreimen vorgestellt und Beispiele in Originalsprache und Übersetzung gegeben. Die Reime werden in Gruppen wie Wiegenlieder, Schaukelreime und Spottreime eingeteilt.

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ENE BENE TINTENFASS GEH ZUR SCHUL UND LERNE WAS!

Zusammengestellt und geschrieben von va Mrkus

ENE BENE TINTENFASS GEH ZUR SCHUL UND LERNE WAS!

Eine Text-und Aufgabensammlung zur Ungarndeutschen Kinderliteratur fr die Studenten der NationalittenkindergrtnerInnen- und grundschullehrerInnenbildung

Zusammengestellt und geschrieben von va Mrkus

TREZOR KIAD
Budapest, 2007

Kzreadja az Etvs Lornd Tudomnyegyetem Tant- s vkpz Fiskolai Karnak Idegen Nyelvi s Irodalmi Tanszke A ktet az OKM tmogatsval kszlt el.

ISBN 978 963 8144 18 8

Kiadja a Trezor Knyv- s Lapkiad, Terjeszt Bt. 1149 Budapest, Egressy kz 6. Telefon: 363-0276 Fax: 221-6337 E-mail: [email protected] Internet: http://www.trezorkiado.fw.hu Felels kiad: dr. Benczik Vilmosn

Einfhrung

Kinderreime und Kinderlieder Die Kinderreime und Kinderlieder wurden genauso wie die Volkslieder und Mrchen jahrhundertlang von einer Generation der anderen mndlich weitergegeben. Ihre systematische Aufzeichnung begann auf deutschem Sprachgebiet erst am Ende des 18. Jahrhunderts. Die erste Sammlung deutscher Kinderreime erschien im Anhang zum dritten Band der groen Volksliedsammlung Des Knaben Wunderhorn, verffentlicht zwischen 1806-1808. Die Kinderreime haben verschiedenen Ursprung. Unter ihnen finden wir Kunstlieder, die der kindlichen Mentalitt besonders entsprechen, genauso wie alte Volkslieder, Scherzfragen oder Rtsel. Viele Kinderreime gehen auf Studenten-, Soldaten- und Tanzlieder sowie Schlager zurck, die mit der Zeit, der kindlichen Vorstellungswelt entsprechend, umgeformt wurden. Selbst die Kinder sind Schpfer von Reimen. Aus ihrem Vergngen am Spielen mit der Sprache entstanden viele Abzhl- und Spottreime, die fr die Erwachsenen oft unverstndlich sind. Andere Arten von Reimen wie Wiegenlieder, Kniereiter- und Schaukelreime wurden wiederum von Erwachsenen erfunden. Die Kinderreime sind beweglich, sie knnen erweitert und verndert werden. Selten sind Reime nur in einer Fassung lebendig: meist kennt jede Gegend eine eigene Variante, nicht selten hat derselbe Reim sogar innerhalb eines Ortes zwei oder mehrere Varianten. Bei den Ungarndeutschen gehren die Kinderreime zu den heute noch relativ lebendigen Bereichen ihrer Volkskultur. Hier waren diese berlieferungen lnger als auf dem deutschen Sprachgebiet, und zwar bis ins 20. Jahrhundert, fast ausschlielich aufs Weitersagen angewiesen. Ihre Weitergabe geschieht auch heute noch vorwiegend mndlich, meist durch die Generation der Groeltern, obwohl seit einigen Jahren schon gut brauchbare Sammlungen vorliegen (Patsch Handel zsamm..., Ringel ringel Reihe, Hoppe, hoppe Reiter). Der grte Teil der ungarndeutschen berlieferungen ist auch in anderen deutschsprachigen Gebieten, oft mit abgewandelter Form und Melodie, bekannt und nicht als ursprnglich ungarndeutsch anzusehen. Auch wenn sie nicht hier entstanden oder gar aus der alten Heimat mitgebracht worden sind, bilden sie ein Stck Kultur

Die ungarndeutsche Kinderliteratur


der Ungarndeutschen. Sie enthalten wie alle Kinderreime die Erfahrungen vieler Jahrhunderte und geben diese weiter. Deshalb sind sie geneigt, dem Kind beim Kennenlernen seiner Umwelt zu helfen und das Erlernen der Sprache zu untersttzen. Die Texte der bei den Ungarndeutschen bekannten Kinderreime lassen sich auf Grund ihrer sprachlichen Fassung wie es den bereits vorliegenden Sammlungen zu entnehmen ist in drei Gruppen einteilen:

1. Der berwiegende Teil der Reime ist in der Mundart berliefert. Dabei handelt es sich vermutlich um solche Texte, die aus der alten Heimat stammen oder die hier bei den Ungarndeutschen entstanden sind. kikeriki:! tr fotar is in kri:k, ti motar is to:t. wea kit mr a stek pro:t? Kikeriki Der Vater ist im Krieg, Die Mutter ist tot. Wer gibt mir ein Stck Brot?

2. Ein betrchtlicher Teil der berlieferungen ist in einer umgangssprachlichen Form lebendig. Bei den meisten dieser Texte ist nachweisbar, dass sie erst in der ersten Hlfte des 20. Jahrhunderts durch Schulbcher und Kalender bekannt geworden sind. Liebe, liebe Sonne Komm ein wenig runter! Lass den Regen oben, Dann wollen wir dich loben! Einer schliet den Himmel auf, Da guckt die Liebe Sonne raus. 3. Gering ist die Zahl der gemischtsprachigen Texte, in denen neben der dominierenden Umgangssprache auch mehr oder weniger mundartliche Wrter und Wortformen enthalten sind. Auch bei diesen Texten handelt es sich wahrscheinlich um sptere berlieferungen. Hopp hopp hopp, Pferdchen, lauf Galopp, 6

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iwer Stock und iwer Stein: Gib nur acht und brich kein Bein! Hopp hopp hopp, Jetzt foa mr in die Stodt! Die Gruppierung der Kinderreime erfolgt in den greren Sammlungen meist nach Inhalt und Gebrauch der Reime. Im Folgenden sollen diese Gruppen auf Grund ungarndeutscher berlieferungen kurz vorgestellt werden. Die Mundarttexte der Kinderreime in unserer Zusammenstellung wurden auch in eine Sprachform bertragen, die sich nach dem Gebrauch im heutigen Hochdeutsch richtet.

Wiegenlieder Wenn die Mutter ihr Kind einschlfern will, singt sie ihm lustige oder stimmungsvolle Lieder vor. Die ruhigen Melodien dieser Lieder passen sich dem Rhythmus des Wiegens an. tra:m, pi:wal tra:m! ti haifal san fui ra:m, poid noscht ti kots, poid noscht ti tian, to wiad uns kinderlan schnuapoat kri:gn. tra:m, pi:wal tra:m! Trume, Bblein, trume! Die Haferl sind voll Rahm. Bald nascht die Katz, bald nascht das Dirndl, Da wird unser Kindlein en Schnurrbart kriegen. Trume, Bblein, trume! (Wandorf/Sopronbnfalva) haio, popeio, pis somar kcemt tr maio. ale me:drje spile ken, iX mus pai tr wi:ga sten. meXt ti wi:ga knik-knak, slof, tu teker tulsak!

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Heio popeio, Bis Sommer kommt der Maio Alle Mdchen spielen gehn, Ich muss bei der Wiege stehn. Macht die Wiege knick-knack, Schlaf, de dicker Dudlsack! (Bawaz/Babarc) Schaukel- und Kniereiterreime Der Erwachsene setzt das kleine Kind auf seine Knie und lsst es im Rhythmus eines Reimes reiten und am Ende in den Graben fallen. Das Nachnahmen des Gehrten erleichtert dem Kind das Erfassen der Worte. Manche dieser Reime sind auch als Lieder bekannt. trol trol triksje, pauer hot a fiksje, kcon net la:we: mus fekca:we, rait er, rait er iwen kro:we, pums, lets tren. Troll troll Trichschen, Bauer hat ein Fchschen, Kann nicht laufen Mus verkaufen. Reit, er, reit er bern Graben, Bums, liegts drinn. (Bohl/Bly) hutschi hutschi raide, se:wel in de saide, kelt in de tosch, wai in de flosch, pie in kruk, schlime pewe kirs kenuk!

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Hutsche hutsche reite Sbel an der Seite, Geld in de Tasche , Wein in der Flasche, Bier im Krug Schlimme Buben Gibts genug (Potsch/Pcsa) Reime mit erzieherischem Inhalt Mit diesen Reimen belehrt oder ermahnt man die kleinen Kinder. Sie tragen dazu bei, dass sich die Kleinen das richtige Benehmen aneignen. meisa, kop, schea un liXt kcean fir kloani kcinda nid. Messer, Gabel, Schere und Licht, Gehrt fr kleine Kinder nicht: (Wandorf/Sopranbnfalva) Beim Suppenessen Darfst das Blasen nicht vergessen. (Aus: Patsch Handel zsamm...) Reime ber die Natur Besonders die Kinder auf dem Lande kommen sehr eng mit Natur in Verbindung. Sie erleben den Wechsel der Jahreszeiten und des Wetters, sie kennen Tiere und Pflanzen, und zu vielen Gelegenheiten knnen sie einen Reim sagen oder ein Lied singen, zum Beispiel, um ein Tier anzurufen, um den Frhling zu begren oder auch, um den Regen fort- und die Sonne hervorzuwnschen. heapi kuis, flui in prun, pring uns moang a woami sun! Marienkfer, flieg in Brunnen Bring uns morgen eine warme Sonne! (Wandorf/ Sopronbnfalva) 9

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stilitsje, stilitsje, wu hoste tai ne:stje? tuet tro:we, tuet trone, wus waser ropla:wt. Stieglitzchen1, Stieglitzchen, wo hast du dein Nestchen? Dort oben, dort unten, wos Wasser nablauft. (Sier/Szr) Sonne, Sonne, daher, Rege, Regen, weit fort! (Bawaz/Babarc) Spottreime Die meisten dieser Reime sind von Kindern erfunden worden. Wenn es whrend ihres gemeinsamen Spieles zu kleineren Meinungsunterschieden kommt, wird die so entstandene Spannung mit Reimen, die auf Namen gedichtet sind, gesteigert und schlielich aufgelst. Die Kinder wiederholen solche Reime zuerst immer schneller und lauter, nach kurzer Zeit hren sie aber mit dem Spotten auf und spielen friedlich und eintrchtig weiter. Manche dieser Reime haben auch eine Melodie. anemari:, fiter ti kci:, anemari:, fiter ti sai! Annemarie, fttre die Kh, Annemarie, fttre die Su! Na:ni, Milch gibt sie ka:ni (keine)! (Bawaz/Babarc) Mit dem folgenden Lied werden Mdchen, die einen Freund oder sogar schon einen Verlobten haben, verspottet:

tengelice

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aiaiai, iX fraie miX, wal pis foschie haien iX, wal pis foschie kep iX a praut, iX hon schon in kalener keschaut. Aiaiai, ich freue mich, weil bis Fasching heirat ich, weil bis Fasching werd ich e Braut, ich hab schon im Kalender geschaut. (Sier/Szr) amal pin iX uf kare ksprue, hew iX mr a hant fol kwetsche knume, hen si: mr siweni runrkschmiert. aiaiai, tes tot so we:, neXstmal wil iX ka kwetsche me:. Einmal bin ich nach Gara gelaufen, hab ich mir eine Handvoll Zwetschgen genommen, haben sie mir sieben runtergeschmiert. Aiaiai, Aiaiai, das tut so weh, nchstes Mal will ich keine Zwetschgen mehr. (Nadwar/Nemesndudvar) Man kann auch ber Zungenbrecher lachen und sie zum Anla nehmen fr neuen Spott: Hintern Herrn, hintern Huschen Hackt der Hans Holz. Htte Hnnchen hbschen Hannchen Holz hacken hren, htte Hnnchen hbschen Hannchen Holz hacken helfen.

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Abzhlreime Die Abzhlreime sind mit dem Spiel aufs engste verbunden. Sie knnen als wichtiges Mittel, als Einleitung des Spiels, betrachtet werden, denn durch sie werden die Verteilung der Rollen und die Ordnung im Anfangen bestimmt. Der berwiegende Teil dieser Reime entstand auch unter den Kindern aus Freude am Spiel mit dem Reim, deshalb sind Wrter, Zeilen, sogar ganze Reime unverstndlich. 1 2 3, pike, poke, hai, pike, poke ha:wenstro:, pfaift ta ni:gel, tauntst ta flo:. 1 2 3, picke, pocke Heu, picke, pocke Haferstroh, pfeift der Igel, tanzt der Floh. (Wandorf/Sopronbnfalva) ans, tswa:, tox, es pipje hot e lox. ma:nst, iX kcon net tswantsiX tse:le? tswantsiX tse:l iX tox. Eins zwei doch, das Piepchen hat ein Loch. Meinst ich kann nicht zwanzig zhlen? Zwanzig zhl ich doch. (Gronarad/Nagynyrd) a, be:, tse:, paize mi ti fle:, paize mi ti wantsa, kcon i ni mr tantsa, paize mi ti muka, kcon i ni mr kuka. 12

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A,b, c, beien mich die Flh, beien mich die Wanzen, kann ich nicht mehr tanzen, beien mich die Mucken, kann ich nicht mehr gucken. (Elek) eli meli mink mank pink pank ose pose aka daia aia baia weg.

(Sier/Szr)

Ringelspiele Schon die ganz kleinen Kinder haben Freude an einem einfachen Ringelspiel, bei dem sie, an den Handen gefasst, im Kreise gehen und sich zuerst noch der Melodie anvertrauen, die von den Erwachsenen vorgesungen wird. Sobald sie mitsingen knnen, machen sie es mit Begeisterung. Bei der letzten Zeile der Ringelspiele gehen sie meistens in die Hocke. ringel ringel re:sje, pauer hot e he:sje, hokt es he:sje henen pusch, max me ali husch, husch, husch! Ringel ringel Reschen, Bauer hat ein Hschen. Hockt das Hschen hinterm Busch, machn wir alle husch, husch, husch! (Lack) Die Spiele der greren Kinder enthalten schon solche Elemente, die in den Tnzen der Erwachsenen wieder erscheinen: lisje, fisje, tap tap tap! hentje, hentje, patsch patsch patsch! 13

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tu, tu, tu, krikst re schon, tre tiX rem un tants tetsu! tu, tu, tu, schlimer pu, lest te mderja koa kca: ru! Lieschen, Fchen, tapp tapp tapp! Hndchen, Hndchen, patsch patsch patsch! Du, du, du, kriegst es schon, dreh dich rum und tanz dazu! Du, du, du, schlimmer Bu, lt den Mdchen gar kein Ruh! (Bawaz/Babarc) Spielbeschreibung: Zeile 1-2: Die Kinder stehen paarweise einander gegenber und fhren die im Lied genannten Bewegungen aus. Zeite 3 und 5: Je zwei Kinder drehen sich zueinander und drohen sich zuerst mit dem rechten, dann mit dem linken Zeigefinger. Zeile 4 und 6: Die Paare fassen sich an den Hnden und drehen sich umeinander.

Andere Spiele Auer den Spielen, die nach einer Melodie gespielt werden, gibt es auch zahlreiche solche, die Schnelligkeit, Geschicklichkeit oder auch geistige Beweglichkeit fordern. Z. B.: Alo, alo, Gnschen. (s. spter!) Kontrollfragen 1. 2. 3. 4. Welchen Ursprung haben die ungarndeutschen Kinderreime und Kinderlieder? Wie viele Fassungen der Kinderreime und Kinderlieder sind uns bekannt? Welche Kinderreim-, Kinderlied-Sammlungen kennen Sie? Welche drei Gruppen der Kinderreime und Kinderlieder unterscheidet man auf Grund ihrer sprachlichen Fassung? 5. Wie werden die Kinderreime und Kinderlieder nach Inhalt und Gebrauch gruppiert? 6. Bringen Sie jeweils auch Beispiele! 14

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Literatur Manherz, Karl Wild, Katharina (2002): Zur Sprache und Volkskultur der Ungarndeutschen. Lehrbuch zur Minderheitenkunde. Budapest. (= Ungarndeutsches Archiv 3.)

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Kapitel 1: Die Sammlung Hoppe, hoppe Reiter

1. Zu den gesammelten Texten Alle nachfolgenden Reime, Lieder und Spiele stammen aus der Baranya. Aus zehn Drfern wurden ltere Leute gefragt nach den Liedern und Spielen aus ihrer Kindheit. In bunter Reihe stehen anonyme alte Schpfungen aus dem Volke neben wertvollen Dichtungen aus neuerer Zeit. Der grte Teil davon ist auch in anderen deutschsprachigen Gebieten, oft mit abgewandelter Sprachform oder Melodie, bekannt und nicht als ursprnglich ungarndeutsch anzusehen. Alles zusammen enthlt aber ein Stck Kultur der Deutschen in Ungarn; und auch wenn es nicht hier entstanden oder gar aus der alten Heimat mitgebracht worden ist, gibt es doch die Erfahrungen vieler Jahrhunderte weiter. Deshalb ist es geeignet, nicht nur das Erlernen der Sprache zu untersttzen, sondern dem Kind auch zu helfen, sich in seiner Umwelt zurechtzufinden.

2. Zur Sprache der Texte Die Texte der Sprche und Lieder lassen sich auf Grund ihrer sprachlichen Fassung in drei Gruppen einteilen: 1. Der berwiegende Teil der Dichtungen ist in der Mundart berliefert. Dabei handelt es sich vermutlich um solche Texte, die aus der alten Heimat stammen oder die hier bei den Ungarndeutschen entstanden sind. Die befragten Personen hatten diese Texte zumeist von den Eltern oder Groeltern erlernt. 2. Ein betrchtlicher Teil des Materials ist in einer umgangssprachlichen Fassung lebendig. Bei den meisten dieser Texte ist nachweisbar, dass sie erst in der ersten Hlfte dieses Jahrhunderts durch Schulbcher und Kalender bekannt geworden sind. Auer Dichtungen der neueren Zeit gehren auch zahlreiche alte Schpfungen hierher, wie zum Beispiel "Liebe, liebe Sonne" oder "Backe, backe Kuchen". 3. Gering ist die Zahl der gemischtsprachlichen Texte, in denen neben der dominierenden Umgangssprache auch mehr oder weniger mundartliche Wrter und Wortformen enthalten sind. Auch bei diesen Texten handelt es sich wahrscheinlich um sptere berlieferungen. 16

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Bei der schriftlichen Wiedergabe der mundartlichen Texte entstanden gewisse Schwierigkeiten. Die Texte wurden nach dem Gehr und mit den normalen Buchstaben des Alphabets so aufgeschrieben, wie sie klingen. Die lautlichen Unterschiede, die eventuell von Dorf zu Dorf in ein und demselben Text bestehen, sind unbercksichtigt geblieben. Wichtig fr das richtige Lesen ist die Schreibweise mit einem umgestrzten e () fr ein getrennt zu sprechendes i-e, zum Beispiel in Stian (Stirn). Dagegen wurden die inhaltlichen Unterschiede, die es bei einigen Texten in den verschiedenen Drfern gibt, in den meisten Fllen aufgeschrieben, und sie erscheinen im Druck als Varianten. Hochsprache oder Mundart ? Fr diejenigen, die keine Mundart sprechen und diese Sammlung fr das Erlernen der modernen deutschen Hochsprache nutzen mchten, sind alle Mundarttexte oder auch einzelne Mundartwrter in den gemischtsprachlichen Texten in eine Sprachform bertragen worden, die sich nach dem Gebrauch im heutigen Hochdeutsch richtet. Fr die Ungarndeutschen ist Deutsch die Muttersprache, und nirgends lsst sich ein innigeres Verhltnis zur deutschen Muttersprache herstellen als gerade in einer ihrer Mundarten. Natrlich sollen die Kinder der Ungarndeutschen nicht nur die Mundart ihrer engeren Heimat lernen. Es ist notwendig, dass sie die lebendige deutsche Hochsprache beherrschen, um spter Kontakt und Anschluss zu finden an die deutschsprachige Kultur aus Vergangenheit und Gegenwart.

Einige Merkmale der ungarndeutschen Mundarten in den Sammelorten

In den meisten Orten, die fr diese Sammlung aufgesucht worden sind, spricht man rheinfrnkische Mundarten. Von deren wichtigsten Besonderheiten werden im Folgenden diejenigen genannt, die auch in den meisten mundartlichen Texten vorkommen: 1. Auffallend ist eine starke Vernderung der Selbstlaute, besonders vor r: Stirn erscheint als Stian hrt erscheint als hiat, Wurst erscheint als Wuescht 17

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Hier geht das r beim Sprechen verloren. Es entsteht eine Verbindung des r mit dem vorhergehenden Selbstlaut (i, , u). Steht das r nach a oder o, so wird zwar auch eine neue Lautverbindung gebildet, aber das r bleibt meistens erhalten: arm erscheint als oarm Korb erscheint als Kuerb 2. Entgegengesetzt ist es oft bei ei und au: Kleid erscheint als Klaad Frau erscheint als Fraa 3. An bestimmten Stellen steht das hochsprachliche a als o: Gabel erscheint als Koowel acht erscheint als ocht Kasten erscheint als Koste 4. Das i und das u sind in einigen Stellungen verndert zu e beziehungsweise zu o: singen erscheint als senge spinnen erscheint als spenne Zunge erscheint als Zonge Mutter erscheint als Motter 5. Die Laute und sind berhaupt nicht zu finden. Sie werden als e beziehungsweise i gebraucht: Lffel erscheint als Leffel Glck erscheint als Kleck hten erscheint als hiide 6. Kennzeichnend ist weiterhin, dass pf am Wortanfang als ph und in der Mitte oder am Ende des Wortes als pp beziehungsweise als p erscheint: Pfanne erscheint als Phann Apfel erscheint als ppel Kopf erscheint als Kop

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7. An Stelle von f spricht man zwischen Selbstlauten oft ein w: Ofen erscheint als Owe Hafer erscheint als Hoower 8. Auch fr das b steht an mehreren Stellen ein w: Stube erscheint als Stuwe Silber erscheint als Silwer Arbeit erscheint als Oarweit 9. Statt t hrt man in einigen Fllen ein d: Winter erscheint als Wender roter erscheint als roder 10. Die st-Verbindung steht vor r als scht: hrst erscheint als hiascht Wurst erscheint als Wuescht 11. Die ungebeugten Formen der Verben enden auf -e, nicht auf -en: schreiben erscheint als schreiwe spielen erscheint als spiele Ausnahmen von dieser 11. Regel sind die Verben, deren Stammsilbe auf -r endet, zum Beispiel: fahren erscheint als foan hren erscheint als hian Auch die folgenden Verben bilden eine Ausnahme, weil das -n erhalten bleibt: gehen erscheint als gehn stehen erscheint als stehn tun erscheint als tun sein erscheint als sen 19

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Besonderheiten gibt es auch, wenn mehrere zusammengehrige Verben in einem Satz gebraucht werden: Nach "knnen" und "mgen" wird die ungebeugte Verbform ohne Endung, aber mit der Vorsilbe ge- gebraucht: Ich konn kekeh. Ich mok net kekeh. Stehen die Verben "mssen", "wollen", "drfen" und "sollen" sowie "lassen" im Satz, so hat das nachfolgende Verb ebenfalls keine Endung: Ich muss, well, teaf, soll in ti Schul keh. Ich lo mr e Klaad mach. 12. Die Verkleinerungsform wird mit -chen gebildet, das in der Mundart als -je erscheint, z. B.: Mdchen erscheint als Mtje Blmchen erscheint als Blimje

3. Wie knnen Eltern und Erzieher die Texte als Erziehungshilfe nutzen?

Neben den beiden Mglichkeiten, das Erlernen der Sprache zu frdern und gleichzeitig Sprache und Kultur der Ungarndeutschen zu pflegen, kann die vorliegende Sammlung wichtige Erziehungsziele erreichen helfen. 1. Eins davon ist, den Schnheitssinn der Kinder zu wecken und zu entwickeln. Ein lustiges Gedicht oder eine stimmungsvolle Melodie wirken auf Gefhl und Phantasie der Kinder und regen sie dazu an, die Umwelt genauer zu betrachten. Ein kleiner Vogel zum Beispiel wird fr das Kind noch interessanter, wenn man ihm das Liedchen vom Stieglitz (ung. tengelice) vorsingt: Stieglitzchen, Stieglitzchen, wo hast du dein Nestchen

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2. Eine weitere erzieherische Mglichkeit bietet das Material durch die Bewegungsspiele. Mit ihrer Hilfe knnen Rhythmus-Empfinden und Musikalitt der Kinder gefrdert werden. Schon ein Einjhriges, das man zu dem Spruch Hoppe, hoppe Reiter" auf den Knien reiten lsst, wird besonderen Spa haben, wenn es zum Schluss in den Graben fllt, und es wird bald selbst versuchen, im richtigen, gleichmigen Rhythmus mitzureiten. Das Kind hrt also nicht nur die Worte, die es lernen soll, sondern es erlebt etwas dabei, nmlich das Reiten und das Fallen in den Graben. Das gesprochene Wort und die Bewegung wirken bei diesem Erlebnis gemeinsam, und deswegen prgt sich das Kind die Worte viel tiefer ein. Dasselbe kann man auf einer hheren Entwicklungsstufe mit den Tanzspielen und Volkstnzen erreichen, sobald die Kinder alt genug sind, sich in einer Tanzgruppe mit den einfachsten Tanzformen zu beschftigen.

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3. Noch eine Mglichkeit fr die Erziehung der Kinder ergibt sich aus der Tatsache, dass die Lieder und Spiele zumeist in der Gemeinschaft gespielt werden. Jedes einzelne Kind muss sich den anderen anpassen, wenn es das Lied oder Spiel nicht stren will. 4. Und schlielich soll noch darauf hingewiesen werden, dass auch der Inhalt der Lieder, Sprche und Spiele einen erzieherischen Einfluss ausben kann. Sagt man zum Beispiel einem greren Kind, das sich gerade fr nichts interessiert, das sich langweilt und zu nichts so richtig Lust hat, den Mahnreim von "Hans, Hans im Schneckenloch", so wird es vielleicht nachdenken und doch noch etwas finden, womit es sich beschftigt. Hans, Hans im Schneckenloch Hot alles, wos r well. Wos r well, tes hotr net, wos r hot, tes wellr net. Hans, Hans im Schneckenloch Hat alles, was er will. Was er will, das hat er nicht, was er hat, das will er nicht.

4. Wie kann man mit dem Material lernen? Fr die Behandlung von Reimen, Liedern und Spielen knnen wir nur Ratschlge, aber keine allgemeingltigen Regeln und methodischen Hinweise geben. Denn der Erzieher muss bei der Auswahl der Texte von seiner eigenen pdagogischen Situation ausgehen und zum Beispiel den Entwicklungsstand der Kinder, ihre Sprachkenntnisse, Inhalt und Sprache des Textes und anderes bercksichtigen. ber die Auswahl der Methoden und ber den zu vermittelnden Stoff muss der Erzieher selbst entscheiden.

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Fragen und Aufgaben zum Text: 1. Woher stammen die Reime, Lieder und Spiele der Sammlung Hoppe, hoppe Reiter? A) Tolnau B) Branau C) Umgebung von Bp. D) Sathmar 2. Was wissen Sie ber die Sprache der Texte? A) Hochdeutsch B) Mundart C) Umgangssprache 3. Was versehen Sie unter gemischtsprachigen Texten? A) Umgangssprache und Mundart C) Mundart und Ungarisch B) Hochdeutsch und Ungarisch D) Umgangssprache und Hochdeutsch 4. Ordnen Sie die Dialektwrter den hochdeutschen Entsprechungen zu! i. Wurst ii. Korb iii. Kleid iv. Gabel v. Kasten vi. Lffel vii. Glck viii. Apfel ix. Kopf x. Hafer xi. Stube xii. Arbeit xiii. Mdchen xiv. Blmchen Wuescht ________ Kop ________ D) Ungarisch

Koste ________ Stuwe ________ Oarweit ________ ppel ________ Blimje ________ Leffel ________ Kuerb ________ Mtje ________ Klaad ________ Koowel________ Hoower ________ Kleck ________

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5. Was kann man mit dem Spruch Hoppe, hoppe Reiter" entwickeln? A) den Schnheitssinn der Kinder B) das Rhythmus-Empfinden und die Musikalitt C) den Gemeinschaftssinn der Kinder D) die Moral der Kinder

Reime Fr die Arbeit am Gedicht (auch Reim, Vers, Spruch genannt) schlagen wir die komplexe Methode vor, die aus folgenden Abschnitten besteht: 1. Am Anfang steht eine Einfhrung, in der die Kinder sowohl sachlich als auch emotional auf die Aufnahme des Reims vorbereitet werden. 2. Danach spricht der Erzieher den Reim ausdrucksvoll vor. Das Vortragen des Reims sollte ein- bis zweimal wiederholt werden. Dabei versuchen schon einige Kinder, das Reimwort zu ergnzen oder ganze Zeilen mitzusprechen. 3. Zum Schluss geschieht das Einprgen des Reims. Der Erzieher muss dabei unter anderem auch auf den richtigen Vortrag und das richtige Sprechen der Kinder achten. Es muss betont werden, dass die hier vorgeschlagene Methode kein starres Schema sein darf, sondern sie soll und muss auch verndert werden, wenn Ziel und Situation es erfordern. Wichtig ist nur, die einzelnen Abschnitte abwechslungsreich und interessant zu gestalten, denn nur so kann die Freude am Erlernen von Versen aufrechterhalten und auch gesteigert werden. Die einzelnen Abschnitte der komplexen Methode werden nun etwas ausfhrlicher behandelt: 1. Einfhrung Soll ein Vers vermittelt werden, ist es am besten, wenn der Erzieher von einem Erlebnis der Kinder ausgeht, das mit dem Inhalt des Verses in einem engen Zusammenhang steht. Solche Erlebnissituationen knnen sich zum Beispiel auf einem Spaziergang von selbst ergeben, sie knnen aber auch vom Erzieher bewusst geschaffen werden. 25

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Fr die Vermittlung von Reimen in einer natrlichen Situation bieten der Tagesund der Jahreslauf zahlreiche Mglichkeiten an. So knnen z. B. die Reime "Es regnet, es regnet" und "Sonne, Sonne daher" vorgesprochen werden, wenn die Kinder am Fenster sitzen und darauf warten, dass der Regen aufhrt, damit sie in den Hof gehen knnen. Es regnet, es regnet, es regnet seinen Lauf. Und wenns genug geregnet hat, dann hrts auch wieder auf. Sonne, Sonne, daher! Regen, Regen, weit fort! Wenn die Kinder whrend eines Spaziergangs im Frhling den ersten Sauerampfer erblicken, knnen sie lernen "Bschchen, Bschchen Sauerampfer", und hren sie den Ruf des Kuckucks, dann ist es mglich, den Reim "Kuckucksknecht, sag mir recht" vorzutragen. Puschje, Puschje, Saurampel, sauer wie Essich, ti ess ich. Bschchen, Bschchen, Sauerampfer, sauer wie Essig, das ess ich.

Kukucksknecht, sag mir recht, wie viel Jahr darf ich noch in Acker fahrn? Auf diese Weise erleben die Kinder, was sie hren und sehen, erfassen den Inhalt des Gesagten vielseitiger und emotional tiefer, und dadurch prgen sie sich den Text schneller und fester ein. Besonders bei jngeren Vorschulkindern, deren Erfahrungen noch gering sind, empfiehlt es sich, das Anhren des Reimes mit dem Geschehen in der Wirklichkeit zu verbinden. Die Arbeit am Reim in solcher Situation kann nicht immer geplant und vorbereitet werden. Deshalb wre es gut, wenn sich die Erzieher vor allem die Kindergrtnerinnen eine groe Anzahl von Reimen aneignen, die sie immer dann anwenden, wenn es sich aus der Situation ergibt. 26

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Fr Verse, deren Behandlung sich nicht aus einer natrlichen Situation ergibt, braucht der Erzieher eine gut durchdachte Einfhrung. Ziel der Einfhrung ist es, die Aufmerksamkeit der Kinder anzuregen und sie auf die Aufnahme des Reims vorzubereiten. In solchen Fllen ahmt man mit Hilfe von Anschauungsmitteln die im Vers enthaltene Wirklichkeit nach und ruft dabei Erlebnisse der Kinder in ihr Gedchtnis zurck, die sie mit einem bestimmten Geschehen, mit Lebewesen oder Gegenstnden hatten. So kann zum Beispiel der Reim "Hopp hopp hopp, Pferdchen, lauf galopp" (s. S. 6!) beim Betrachten eines Bildes, auf dem ein Pferd zu sehen ist, gesprochen werden. Dieser Vers kann auch in Form einer Sprechbung eingefhrt werden, indem Erzieher und Kinder ein kurzes Gesprch ber die Erlebnisse des letzten Spaziergangs fhren. Die Aufmerksamkeit der Kinder wird anhand von Zeichnungen oder Dias auf die gesehenen Tiere, besonders aber auf das Pferd gelenkt. Dabei knnen sie die Tiernamen sowie auch Handlungen und Eigenschaften, die sie im Zusammenhang mit diesen Tieren gelernt haben, wiederholen und das entsprechende Sprachmaterial festigen. Beim Betrachten des Bildes mit dem Pferd spricht dann der Erzieher den Reim vor. Der Literaturunterricht der Unterstufe kann sich auf die Kenntnisse sttzen, die die Kinder in den heimatkundlichen (kologischen) Beschftigungen erworben haben. Will man zum Beispiel den Spruch "Muh muh muh" vermitteln, wiederholt man vorher mit Hilfe von Bildern, auf denen zum Beispiel eine Kuh, Milch, Butter oder Futter zu sehen sind, das ber die Kuh Gelernte. Auch die eigenen Erlebnisse der Kinder mit Khen knnen in ihre Erinnerung zurckgerufen und erzhlt werden. Damit hat man zugleich den Inhalt des Reims besprochen und den Kindern das Lernen erleichtert. Muh, muh, muh, so schreit im Stall die Kuh. Wir geben ihr das Futter, sie gibt uns Milch und Butter. Muh, muh, muh, so schreit im Stall die Kuh. In den lteren Gruppen des Kindergartens und in der Grundschule ist es auch mglich, Reime durch ein lngeres Gesprch einzufhren, wie es zum Beispiel bei Nikolaus, komm in unser Haus denkbar ist. Der Erzieher kann das Interesse der Kinder auf den bevorstehenden Nikolaustag lenken und sie danach fragen, welche Geschenke sie im vorigen Jahr vom Nikolaus bekommen haben, was sie sich in 27

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diesem Jahr wnschen, wie sie den Nikolaus im vorigen Jahr empfangen haben, welche Sprche sie kennen usw. Nach einer kurzen Ankndigung kann der Erzieher den Spruch dann vortragen. Nikolaus, komm in unser Haus und pack deine groe Tasche aus! Sitzt ein Schimmel unterm Tisch, Heu und Hafer frisst er nicht. Heu und Hafer frisst er nicht, Zuckerbretzchen kriegt er nicht. Das einstimmende Gesprch kann auch ein Rtsel sein. Zum Beispiel kann man bei dem Reim Schnecke, streck dein' Hrner raus das Tier erraten lassen, indem man es beschreibt und die Kinder an ein Erlebnis mit einer Schnecke erinnert. Durch das Erraten werden die Kinder angeregt, den Vers zu lernen. Schnecke, streck tei Hiener raus, werf se iwe 'sch Halteschhaus! Werf se iwe 'n Kroowe, noch fresse tich ti Ritze un ti Ratze un ti Roowe! Schnecke, streck dein' Hrner raus, wirf sie ber 's Hirtenhaus! Wirf sie ber 'n Graben, dann fressen dich die Ritzen und die Ratzen und die Raben!

Eine weitere Mglichkeit fr die Einfhrung von Reimen ist die Arbeit mit Bildserien, die dem Inhalt des Reims entsprechen. Zum Beispiel kann man bei dem Reim Mein Vater kaufte sich ein Haus in einer Frage- und Antwortbung Bilder beschreiben lassen, auf denen die im Gedicht genannten Gegenstnde zu sehen sind. So bespricht man zugleich den Inhalt des Reims, und die Kinder knnen sich alles besser vorstellen. Deshalb prgen sie sich den Reim besser ein. Mein Vater kaufte sich ein Haus, bei dem Haus war ein Garten, in dem Garten war ein Baum, auf dem Baum war ein Nest, in dem Nest war ein Ei, in dem Ei war ein Dotter, in dem Dotter war 'ne Maus, eins zwei drei, und du bist draus! 28

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Gut zeichnende Erzieher knnen diesen Reim auch zeichnen, das heit, sie sprechen ihn Zeile fr Zeile vor und zeichnen zugleich die genannten Gegenstnde an die Tafel. Bei der ersten Wiederholung zeichnet der Erzieher alles noch einmal, die Kinder passen auf und versuchen, den Text zuende- oder mitzusprechen. Bei der zweiten Wiederholung knnen die Kinder schon mitzeichnen und so den Text lernen. Neckverse und solche, die einen Dialog enthalten, knnen mit Hilfe von Spielfiguren dargestellt und dabei gelernt werden. 2. Das ausdrucksvolle Vortragen des ganzen Verses Der Einfhrung folgt als zweiter Abschnitt das ausdrucksvolle Vortragen des ganzen Verses, auf das sehr groer Wert gelegt werden muss. Das Kind kann den Inhalt des Reims, seine Gedanken und Gefhle, seine Schnheit nur dann verstehen und miterleben, wenn dieser durch den Erzieher ausdrucksvoll und mglichst frei gesprochen wird. Das ausdrucksvolle Sprechen eines Verses muss allmhlich auch bei den Kindern entwickelt werden. Nach der Darbietung des ganzen Reimes wird er noch ein- oder zweimal vorgesprochen. Schon bei der ersten Wiederholung beginnen die Kinder, die Reime zu ergnzen, die sie sich zuerst merken. Spter sprechen sie Wrter, Ausdrcke und auch ganze Zeilen mit, und damit beginnt eigentlich schon der 3. Abschnitt der Arbeit am Reim: das Einprgen durch abwechslungsreich wiederholtes Sprechen Das Einprgen darf auf keinen Fall eintnig und mechanisch sein, sondern es soll sinnvoll und mechanisch zugleich erfolgen, und zwar innerhalb oder auerhalb der Beschftigung beziehungsweise der Stunde. Wenn das Kind die Situation wieder erlebt, in der es den Reim kennen gelernt hat, beginnt es ihn immer wieder zu sprechen. Der Erzieher vor allem die Kindergrtnerin sollte diese Mglichkeit nutzen und dadurch das Erlernen des Reims beschleunigen. Fr das Einprgen von Versen innerhalb der Beschftigung folgen nun einige Beispiele:

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Das Erlernen eines Reims wird vor allem bei den jngeren Kindern durch Verbindung mit Spielbewegungen erleichtert. Das Wichtigste bei diesem Verfahren ist, dass die Kinder den Text sprechen und dabei die jeweils genannten Handlungen ausfhren. Auf diese Weise lernen sie den Reim spielend. Als Beispiel soll der Reim Morgens frh um sieben stehen. Nachdem man ihn zwei- bis dreimal vorgesprochen hat, whlt man mindestens drei Kinder aus, die den Hirten, die Schafe und die Schweine darstellen. Die anderen, die so genannten Sprechkinder, sitzen im Halbkreis und sprechen mit dem Erzieher den Text. An entsprechender Stelle kommen die ausgewhlten Kinder in die Kreismitte, ahmen dabei die Handlungen nach (das Hinaustreiben der Tiere, das Laufen und die Stimmen der Schafe und der Schweine) und setzen sich dann in der Kreismitte nieder. In spteren Wiederholungen knnen die einzelnen Zeilen von diesen Kindern gesprochen werden. Morgens frh um sieben kommen sie getrieben, um acht kommen die Schaf, um neun kommen die Schwein, um zehn ist alles geschehn. Hut-hut, Khe raus, Schweine raus, Schafe raus! Geh du naus! Ich mag nicht naus. Hut-hut! Endlich bietet sich noch eine Mglichkeit an: Ein Kind spricht den Text, die anderen sind in Gruppen aufgeteilt und fhren die Handlungen aus. Auch der Reim "Bauer, bind den Pudel an" kann in einer Spielform eingebt werden. In der Kreismitte kann sich die folgende Szene abspielen: Ein Kind ist der Pudel. Es luft auf allen Vieren zu einem Wanderer, der durch einen Spazierstock gekennzeichnet ist. Daraufhin kann der Wanderer mit dem Stock drohen und zu dem Bauern hingehen, dem der Hund gehrt. Der Bauer hat zum Beispiel einen Hut auf. Unterdessen sprechen die anderen Kinder, die im Kreis sitzen, den Text. Bauer, bind den Pudel an, dass er mich nicht beien kann! Beit er mich, verklag ich dich, tausend Taler kost' es dich. Verse, die einen Dialog enthalten oder aus mehreren Strophen bestehen, knnen auch mit verteilten Rollen eingebt werden. Die Rollen sollen einmal in Gruppen, 30

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einmal durch einzelne Kinder gesprochen werden. Durch den Wechsel zwischen Chor- und Einzelsprechen nehmen mehrere Kinder am Aufsagen teil, und das Einben wird so abwechslungsreicher. Beim Einstudieren des Spruchs "Zoff zoff zill" teilt man die Kinder zum Beispiel in drei Gruppen: Die erste Gruppe spricht die erste Strophe, die zweite und die dritte fhren den Dialog. Alle drei Teile, besonders der Dialog, knnen auch jeweils von nur einem Kind aus den Gruppen gesprochen werden. Zoff zoff zill! Fahrn wir in die Mhl, fahrn wir ber 's Glockenhaus, gucken drei Puppen raus. Die ein' spinnt Seide, die ein' spinnt Weide, die ein' spinnt 'en roten Rock fr unsren lieben Herrgott. Mutter, gib mir ein Ndlchen! Was willst mit dem Ndlchen machn? Ich will ein Sckchen flicken. Was willst mit dem Sckchen machn? Ich will ein Steinchen 'neintun. Was willst mit dem Steinchen machn? Ich will ein Sptzchen werfen. Was willst mit dem Sptzchen machn? Ich will 's braten, dass meine Pfeife gut soll geraten. Bei allen diesen Formen des Einbens mssen die Rollen fter gewechselt werden, denn nur so lernen alle Kinder alle Rollen und damit den ganzen Text. Fr das Einben des Textes sind Anschauungsmittel ebenfalls wieder wichtig. Deshalb werden sie auch hier vielfach verwendet. Meistens bedient man sich dabei derselben Mittel, die auch in der Einfhrung eingesetzt worden waren, mit dem Unterschied, dass zu ihrer Handhabung immer mehr Kinder herangezogen werden. Beim Einprgen des Reims "Eine Frau und ein Mann" zeigt der Erzieher in den ersten Wiederholungen die entsprechenden Bildpaare vor und spricht mit den 31

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Kindern den Text. In spteren Wiederholungen bernimmt ein Kind das Vorzeigen, die anderen sprechen den Text. Schlielich knnen einzelne Kinder die Bilder vorzeigen und dabei gleichzeitig den Text sprechen. Eine Frau und ein Mann, das Mrchen fngt an. Eine Kuh und ein Kalb, das Mrchen ist halb. Eine Katz und eine Maus, das Mrchen ist aus. Wenn man die Mglichkeit hat, Bildapplikationen zu verwenden, die an eine Magnettafel angeheftet und dort beliebig bewegt werden knnen, sollte man damit fr Abwechslung beim Lernen sorgen. Besonders leicht lassen sich mit diesem Mittel solche Reime wie "Mein Vater kaufte sich ein Haus" (s. S. 10!) oder "Eine Frau und ein Mann" (s. oben!) einprgen. Bei Versen, in denen mehrere Personen oder Gestalten auftreten, die einen Dialog fhren, bietet sich das Einben mit Hilfe von Spielfiguren an. Die Kinder bertragen hier die Rollen auf die Spielfiguren, sprechen fr diese und sind deshalb viel ungehemmter. Am Anfang des Einbens spricht der Erzieher den Text allein, und die Kinder spielen nur; spter verbinden sie das Spielen mit dem Sprechen des Textes. Am Ende der Beschftigung sollte der Erzieher als Zusammenfassung den ganzen Reim noch einmal vortragen. Fr den Erfolg des Lernens wre es am besten, wenn der Erzieher mglichst die ganze Beschftigung in deutscher Sprache hlt. Da aber die Kinder von zu Hause geringe und unterschiedliche Sprachkenntnisse mitbringen, kann auf die Verwendung der ungarischen Sprache lange nicht verzichtet werden. Sie sollte jedoch Schritt fr Schritt durch die deutsche Sprache ersetzt und nur noch ausnahmsweise verwendet werden. Solche Ausnahmen knnten zum Beispiel die Erklrung schwerer Begriffe oder die bersetzung von schwierigen Texten sein. Wenn in einem Text viele neue Wrter vorkommen, soll der Erzieher einige Tage vor der Einfhrung des Gedichtes geeignete Situationen schaffen fr die Vermittlung derjenigen Wrter, die fr das Verstndnis des Textinhaltes wichtig sind. Man 32

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muss aber nicht alle Wrter erklren, denn viele wurden ja aus dem Zusammenhang verstanden, besonders dann, wenn der Vers ausdrucksvoll vorgetragen wird. Dadurch erreicht man auch, dass bei der Behandlung der Reime (auch der Lieder und Spiele) nicht nur die Arbeit am Sprachlichen im Vordergrund steht, denn obwohl sie bedeutend zur Erweiterung der Sprachkenntnisse beitragen, sollen sie den Kindern doch hauptschlich als Dichtungen, als kleine Kunstwerke vermittelt werden.

Fragen und Aufgaben zum Text:

1. Ergnzen Sie die fehlenden Zeilen. Hoppe, hoppe Reiter, Wenn er fllt, dann _________________________ . Fllt er in ________________________________ fressen ihn ________________________________ . Fllt er in ________________________________ macht das Wasser __________________________ .

Mein Vater kaufte sich ein __________________, bei dem H__________________ war ein _______________________, in dem G___________________ war ein ______________________, auf dem B__________________ war ein _____________________, in dem N___________________ war ein ____________, in dem E__________________ war ein _____________________,

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in dem D__________________ war 'ne _____________________, eins zwei drei, und du bist draus! 2. bertragen Sie den Mahnreim "Hans, Hans im Schneckenloch ins Hochdeutsche. Hans, Hans im Schneckenloch Hans, Hans im Schneckenloch Hot alles, wos r well. _____________________________________ Wos r well, tes hotr net, _____________________________________ wos r hot, tes wellr net. _____________________________________ 3. Stellen Sie die richtige Reihenfolge der Abschnitte der komplexen Methode fest. _____ Das Einprgen des Reims. Der Erzieher muss dabei unter anderem auch auf den richtigen Vortrag und das richtige Sprechen der Kinder achten. _____ Der Erzieher spricht den Reim ausdrucksvoll vor. Das Vortragen des Reims sollte ein- bis zweimal wiederholt werden. _____ Eine Einfhrung, in der die Kinder sowohl sachlich als auch emotional auf die Aufnahme des Reims vorbereitet werden. 4. Stellen Sie die richtige Reihenfolge der Zeilen der folgenden Reime fest. _____ es regnet seinen Lauf. _____ dann hrts auch wieder auf. _____ Es regnet, es regnet, _____ Und wenns genug geregnet hat, _____ sie gibt uns Milch und Butter. _____ Wir geben ihr das Futter, _____ Muh, muh, muh, so schreit im Stall die Kuh. _____ Muh, muh, muh, so schreit im Stall die Kuh. 34

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5. Wie fngt folgender Reim an? A) Caspar B) Melchior C) Nikolaus D) Balthasar

___________, komm in unser Haus und pack deine groe Tasche aus! Sitzt ein Schimmel unterm Tisch, Heu und Hafer frisst er nicht. Heu und Hafer frisst er nicht, Zuckerbretzchen kriegt er nicht. 6. In welcher Sprache sollte der Lehrer die Beschftigung mit den Reimen halten? A) Hochdeutsch B) Ungarisch C) Ortsdialekt D) Schwbisch

Lieder Im Groen und Ganzen gilt, was zu den Reimen gesagt wurde, auch fr die Lieder. Es gibt jedoch einige Besonderheiten. Ausgangspunkt fr das Erlernen eines Liedes sollte, wie bei den Reimen auch, immer ein Erlebnis der Kinder sein. Daran schliet sich eine musikalische Einfhrung an, die auf verschiedene Weise gestaltet werden kann: Zum Beispiel kann man das ausgewhlte Lied durch ein Spiel mit Schlaginstrumenten musikalisch vorbereiten. Man verteilt je nach den gegebenen Mglichkeiten Xylophon, Glockenspiel, Triangel, Trommel usw. und lsst einen Rhythmus schlagen, der zu dem spter zu singenden Lied passt. Eine andere Art der Vorbereitung ist das Rhythmus-Klatschen der Kinder, verbunden mit einer dazu und zum Lied passenden Bewegung. Diese Methode ist besonders dann geeignet, wenn an ein Lied mit darstellenden Bewegungen gedacht ist, zum Beispiel "Ich wollt, ich wr ein Schuster".

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Spielbeschreibung: Bei Ausflgen haben es die Kinder gesungen und dabei die entsprechenden Bewegungen nachgeahmt, so beim Schuster: das Nageln der Schuhe, indem man mit der rechten Faust wiederholt auf die linke schlgt, beim Schneider: das Schneiden mit der Schere, beim jungen Herrn: die Verbeugung und das Hutabnehmen, beim Frulein: das Schminken der Lippen, beim Lausbuben (ung. csibsz, csirkefog): das Lange-Nase-Machen.

Weiterhin kann zur Vorbereitung auf das Lied ein passendes Musikstck auf der CD oder vom Tonband vorgespielt werden. Dazu kann man die Kinder fragen, wie sie die Musik empfinden, ob sie schnell oder langsam, laut oder leise, lustig oder nicht lustig ist. Daraus kann man dann die Art des nachfolgenden Liedes erklren. Noch eine andere Mglichkeit ist das gemeinsame Singen eines bereits bekannten Liedes, zu dem man ein hnliches dazulernt. Das bekannte Lied wird so zum Ausgangspunkt fr das neue. Kennen die Kinder zum Beispiel das Lied Wir haben sechs Gns", dann singen sie es noch einmal, bevor sie "Bas Annegret" lernen.

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Es ist auch mglich, dass der Erzieher einfach ein Lied ankndigt, die Kinder zum Zuhren auffordert und es vorsingt. Dazu eignen sich vor allem lustige Lieder, die den Kindern sofort gefallen und die sie leicht nachsingen knnen, zum Beispiel "A b zinter c". 38

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Auf die Vorbereitungen folgt, wie bei den Reimen, als nchster Schritt das Vorsingen des ganzen Liedes. Der Erzieher muss das Lied ausdrucksvoll und der kindlichen Stimmlage angemessen vorsingen. Danach kann, in einem dritten Abschnitt, das Lied erarbeitet werden. Hufig wird es nach dem Schema Vorsingen Textlernen zeilenweise Melodielernen erarbeitet. Diese Reihenfolge ist mglich, aber nicht immer gut. Besser ist es, nach dem Vorsingen das Lied in Abschnitte einzuteilen und dann Text und Melodie gleichzeitig Abschnitt fr Abschnitt lernen zu lassen. Wie weit ein solcher Abschnitt reichen soll, kann man vom Text oder von der Melodie her bestimmen. Ist der Text schwieriger als die Melodie, wird man von Textabschnitten ausgehen. Ist aber die Melodie schwieriger, wird man die Abschnitte lieber nach der Melodie festlegen. Den Text ohne Melodie sollte man nur an schwierigen Stellen sprechen lassen, um die Kinder zu einer guten und richtigen Aussprache beim Singen anzuhalten. Spricht eine Gruppe den Text, sollte sie es leise und rhythmisch tun, eventuell mitklatschen. Niemals drfen die Kinder den Text laut und langweilig "herunterleiern". Handelt es sich um ein kurzes und leichtes Lied, braucht der Erzieher es nicht in

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Abschnitte einzuteilen. Er singt es einfach mehrere Male hintereinander vor, und jedes Kind darf mitsingen, was es behalten hat. Bei greren Kindern kann man auch zuerst die Melodie ohne Text erlernen lassen. Dabei geht man so vor, dass zuerst die Melodie auf Silben gesungen wird (la la oder na na, aber auch mal no no, wenn ein schnes rundes o gebt werden soll, weil es im Text vorkommt). Wenn alle Kinder die Melodie beherrschen, lernen sie den Text. Dabei muss nicht mit dem Anfang des Liedes begonnen werden. Man kann zum Beispiel schwierige Textstellen herausgreifen und zuerst lernen, oder man kann von besonders geeigneten Melodieabschnitten ausgehen. Zum Schluss muss das Lied von allen gemeinsam als Ganzes gesungen werden. Zusammenfassend werden nun einige Grundstze genannt, die beim Erarbeiten eines Liedes bercksichtigt werden sollten: Die Vorbereitung auf das Lied darf nicht nur vom Text ausgehen. Auch auf die Melodie mssen die Kinder eingestimmt werden, zum Beispiel durch das Singen bestimmter Tonschritte, die im Lied vorkommen, durch das Singen auffallender Melodieabschnitte oder durch das Klatschen beziehungsweise Klopfen des Rhythmus. Wenn der Erzieher das Lied vorsingt, kann er ein Begleitinstrument benutzen und auch einmal die Melodie nur vom Instrument hren lassen. Stndiges Begleiten auf dem Instrument ist aber nicht gnstig, da es das selbstndige Singen der Kinder hemmt. Das Singen sollte immer mit anderen musikalischen Ttigkeiten verbunden werden, zum Beispiel: ein passendes Musikstck hren, den Rhythmus des Liedes mitklatschen, sich im Takt bewegen (etwas aus dem Text darstellen beziehungsweise einfach laufen oder hpfen), Schlaginstrumente zur Begleitung einsetzen usw. Wenn das Lied mit Bewegungen verbunden werden soll, muss man darauf achten, dass die Kinder nicht zuviel auf einmal tun mssen. Werden z. B. schnelle Bewegungen mit dem ganzen Krper gebt, kann das Kind nicht gleichzeitig singen. In solchen Fllen ist es gut, wenn man eine Gruppe der Kinder singen lsst, und die andere Gruppe fhrt die Bewegungen aus. Mit ein und demselben Lied sollen immer wieder dieselben Bewegungen ver40

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bunden werden. Hat man zum Beispiel mit einer Melodie das Rhythmus-Klatschen gebt, sollte man nicht mit derselben Melodie den Hpfschritt erarbeiten.

Fragen und Aufgaben zum Text: 1. bertragen Sie das Lied A, b zinter c ins Hochdeutsche. A, b zinter c _____________________________________

Tr Emma tut es Fije weh, _____________________________________ mok net in ti Schul kekeh. _____________________________________ 2. Man kann das ausgewhlte Lied durch ein Spiel mit Schlaginstrumenten musikalisch vorbereiten. Welches Instrument ist das Kuckucksei? A) Xylophon B) Triangel C) Trommel D) Klavier

3. Welche Mglichkeiten kennen Sie bei der Erarbeitung eines Liedes? A) Vorsingen Melodielernen Textlernen B) Text und Melodie gleichzeitig Abschnitt fr Abschnitt lernen zu lassen C) das Schema: Textlernen Vorsingen zeilenweise Melodielernen D) das Schema: Vorsingen Textlernen zeilenweise Melodielernen 4. Das Singen sollte immer mit anderen musikalischen Ttigkeiten verbunden werden. Z. B.: Was ist das Kuckucksei? A) einen Reim rezitieren C) sich im Takt bewegen B) den Rhythmus des Liedes mitklatschen D) Schlaginstrumente zur Begleitung einsetzen

5. Ist die folgende Methode richtig oder falsch? Man hat mit einer Melodie das Rhythmus-Klatschen gebt, dann sollte man mit derselben Melodie auch den Hpfschritt erarbeiten. A) Ja, denn mit ein und demselben Lied sollen nicht immer wieder dieselben Bewegungen verbunden werden. B) Nein, denn mit ein und demselben Lied sollen immer wieder dieselben

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Bewegungen verbunden werden. Spiele Fr die Behandlung von Spielen empfehlen wir den folgenden methodischen Weg: 1. Vorbungen zum Spiel (verschiedene bungen zur Bewegung, zum Sprechen und zur Musik), kurze Einstimmung. 2. Darbietung des Spiels als Ganzes durch den Erzieher. 3. Erklrung der Spielregeln, der Bewegungsablufe und des Textinhalts. 4. Einben des Spiels als Einheit oder in Abschnitte geteilt. 1. Vorbungen zum Spiel Der Einfhrung von Spielen gehen meist Vorbungen voran, in denen verschiedene Bewegungsformen gelernt und gebt, beziehungsweise Text und Melodie erarbeitet werden. Wenn der Erzieher ein Spiel auswhlt, muss er bedenken, welche Anforderungen es an die Kinder stellt. Die fr das Erlernen eines Spiels notwendigen Voraussetzungen sollen vor der eigentlichen Erarbeitung in den Vorbungen geschaffen werden. Diese bungen knnen im Tageslauf oder in den Beschftigungen erfolgen. Im Weiteren bringen wir einige Beispiele fr solche bungen: In der Vorbereitung der jngeren Kinder auf Kreisspiele mssen verschiedene Formen des Gehens gebt werden. Besonders wichtig ist das Hintereinandergehen, entweder ohne Anfassen oder mit Hftfassung, denn aus dieser Reihe knnen die Kinder leicht einen Kreis bilden. Gebt werden muss auch das Nebeneinandergehen in einer Linie. Die Kinder stellen sich in einer Reihe auf und treten auf rhythmisches Klatschen nach rechts oder nach links. Das Klatschen kann man auch durch Trommelschlag oder Gesang ersetzen. Die Entwicklung der Fhigkeit, im Kreis zu laufen, beansprucht ebenfalls ein langes ben. Es empfiehlt sich, anfangs das Imkreislaufen zu dritt zu ben, allmhlich aber den Kreis zu erweitern. Auch das Beibehalten der Kreisform muss gebt werden. Vor der Einfhrung solcher Spiele wie "Es kommt die Frau von Luxemburg" ms42

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sen sich die Kinder das Vorwrts- und Rckwrtsgehen in einer Linie nebeneinander aneignen.

Spielbeschreibung: Die Mdchen stehen mit Handfassung in einer Reihe nebeneinander. Ihnen gegenber, etwa 3-4 Meter entfernt, befindet sich die Frau. Die Kinder und die Frau gehen abwechselnd aufeinander zu, singen dabei eine Zeile, und kehren im Rckwrtsschritt zurck. Bei Ich fhr es heim stellt sich das genannte Mdchen hinter die Frau. Das Spiel beginnt wieder und dauert so lange, 43

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bis alle Kinder hinter der Frau stehen. Voraussetzung des Spiels "Zeige deine Fe" ist, dass sich die Kinder im Tanzschritt drehen und dabei klatschen knnen.

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Fr das Erlernen des Spiels "Es regnet auf die Brcke" ist es wichtig, dass die Kinder zu zweit tanzen knnen.

Fr die Aneignung all dieser Kenntnisse sind die Turnbeschftigungen geeignet. Wenn Melodie und Text hohe Ansprche an die Kinder stellen, knnen sie vorher in den Musik- beziehungsweise Sprachbeschftigungen erarbeitet werden. Die Texte der Spiele sind fr die Erweiterung, Aktivierung und Festigung der

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Sprachkenntnisse gut geeignet. Besonders bei den greren Kindern sollte der Erzieher diese Mglichkeit nutzen. In den Vorbungen zum Spiel "Handwerker" knnen die Kinder mit Hilfe von Anschauungsmaterial die Namen der wichtigsten Werkzeuge aus den bekanntesten Berufen wiederholen. Auch das dazugehrende Verb kann gleich mitgelernt werden, zum Beispiel: die Nadel, -n - nhen, nhte, hat genht, die Feile, -n - feilen, feilte, hat gefeilt. Wenn diese bungen schon einige Tage zurckliegen, kann man sie zur Einfhrung des Spiels kurz wiederholen. Man kann aber auch andere Formen der Einstimmung verwenden; Beispiele dafr sind bei den Reimen zu finden.

2. Darbietung des Spiels als Ganzes durch den Erzieher Bei der Darbietung des Spiels sollen Text, Melodie und Bewegung nicht getrennt, sondern als Einheit vorgetragen werden.

3. Erklrung der Spielregeln, der Bewegungsablufe und des Textinhalts

Nach der Darbietung folgt eine kurze Erklrung der Spielregeln, der Bewegungsablufe und auch des Textinhalts, wenn dies nicht bereits in den Vorbungen geschehen ist. Die Aufmerksamkeit der Kinder erreicht man dabei am ehesten durch Anschauungsmittel der verschiedensten Art. Besonders gut geeignet sind Tafelskizzen, Spielfiguren oder Handpuppen. Das Ballspiel Knig, Kaiser kann zum Beispiel auf Grund der folgenden Zeichnungen erklrt werden:

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Sechs Kreise werden auf einer Spielflche so aufgezeichnet, dass sie einen groen Kreis mit einem Durchmesser von 5 bis 8 m bilden. In die kleinen Kreise schreibt man die folgenden Berufe: Kaiser, Knig, Brgermeister, Soldat, Bauer, Schornsteinfeger. Die Kinder stehen in den Kreisen und werfen einander den Ball zu. Wenn jemand den Ball nicht fangen kann und ihm nachlaufen muss, kann sein Kreis von einem anderen besetzt werden. Die Kinder wollen mglichst einen solchen Kreis erobern, der zu einem hheren Rang gehrt. Der Besitzer des Kreises mit niederem Rang wird ausgelacht.

Fr die Erklrung von In din dalia" knnen die folgenden Skizzen verwendet werden:

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Zur Erluterung von Spielen, die einen Dialog enthalten, sind Puppen, Tierfiguren oder auch Handpuppen einsetzbar, zum Beispiel bei Alo, alo, Gnschen" oder "Kommt ein Reitersmann daher". Bauer: Alo, alo, Gnsje! Kommt ham! Alo, alo, Gnschen! Kommt heim! Gnse: Mie ketraue uns net. Mie fierichte uns. Wir trauen uns nicht. Wir frchten uns. 48

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B. Fie wen? G. Fie 'n Vetter Fuchs. B. Wu setzt 'r? G. Hene tr Hecke. B. Wos fresst 'r? G. Krii Kroos. B. Wos seift 'r? G. Fresch Wasser. B. Alo, alo, Gnsje! Vor wem? Vor dem Vetter Fuchs. Wo sitzt er? Hinter der Hecke. Was frisst er? Grnes Gras. Was sauft er? Frisches Wasser. Alo, alo, Gnschen!

Spielbeschreibung: Auf der einen Seite des Spielfeldes stehen die "Gnse", auf der anderen der "Bauer" und in der Mitte der "Fuchs". Zwischen den "Gnsen" und dem "Bauern" findet das Zwiegesprch statt. Am Ende laufen die Gnse auf die andere Seite, der Fuchs versucht dabei, ein Kind zu fangen, und das gefangene Kind muss sich hinter den Fuchs stellen. Das letzte Kind, das nicht gefangen wurde, wird der neue Fuchs.

2. Alle:

Kommt ein Kaufmannssohn daher Auf der grnen Wiese. Hat ein Hemd von Seide an, neigt sich vor der Liese. 49

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Kaufmannssohn: Liese: 3. Alle: Jungfrau Liese, Jungfrau mein, tanz mit mir ein wenig! Mag nicht tanzen, danke schn, wart auf einen Knig. Kommt ein Schweinehirt daher Johann Christian Stoffel. Hat weder Schuh noch Strmpfe an, trgt nur Holzpantoffeln. Stoffel, liebster Stoffel mein, tanz mit mir ein wenig! Und der Stoffel tanzt mit dir, mit der dummen Liesel. Und der Stoffel tanzt mit dir, mit der dummen Liesel.

Liese: Alle:

Spielbeschreibung: Die Kinder stehen im Kreis, die Liese hockt in der Mitte. Auerhalb des Kreises stehen drei Kinder, die den Reitersmann, den Kaufmannssohn und den Schweinehirten darstellen. Die Kinder singen den ersten Teil jeder Strophe und gehen dabei im Kreis herum oder bleiben im Kreis stehen. Im zweiten Teil jeder Strophe nhert sich das Kind, das den entsprechenden Freier darstellt, dem Kreis, verbeugt sich vor der Liese, singt seine Rolle und tritt nachher zurck. Am Ende des Spiels tanzt die Liese mit dem Schweinehirten in der Kreismitte, die anderen Kinder gehen immer schneller im Kreis herum.

4. Einben des Spiels als Einheit oder in Abschnitte geteilt Beim Einben der Spiele kann man so vorgehen wie bei den Reimen. Hinzugefgt werden kann noch folgendes: Einstrophige Spiele sollten als Ganzes eingebt werden. Wenn ein Spiel lnger ist, kann man es beim Erlernen den Sinneinheiten entsprechend in Abschnitte einteilen. In jedem Abschnitt sollten aber Text, Melodie und Bewegung im Zusammenhang gebt und gefestigt werden. Am Ende steht die Wiederholung des ganzen Spiels. Whrend des bens kann der Erzieher schwerere Textstellen herausgreifen und sprechen lassen. Nach kurzer Zeit soll er sie aber wieder mit Melodie und Bewegung verbinden. Wenn man beim Spielen selbst angefertigtes Zubehr wie Papier50

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krone, Kopftuch, Hut, Hirtenstab usw. verwendet, kann man die Freude der Kinder am Spiel gewiss noch steigern.

Tnze Bei der Einfhrung von Kindertnzen wird im Groen und Ganzen so verfahren wie bei den Bewegungsspielen mit Gesang. Der Unterschied besteht nur darin, dass dem Einben der Bewegungen, das heit der im Tanz vorkommenden Schrittformen, mehr Zeit gewidmet wird. Ein Tanz soll erst dann eingefhrt werden, wenn die Kinder alle notwendigen Schrittformen beherrschen. Da die Tnze hhere Anforderungen an die Kinder stellen, ist es angebracht, sie beim Einben in Strophen einzuteilen und in einer Beschftigung jeweils nur eine Strophe zu erlernen. Grundstzlich sollte beim Tanzen folgendes beachtet werden: Die Kinder tanzen mit dem ganzen Krper, nicht nur mit den Fen und vielleicht mit den Hnden. Die einzelnen Bewegungsformen mssen sinnvoll aneinandergereiht werden, damit bei den Kindern nicht der Eindruck eines Durcheinanders entsteht. Der Bewegungsablauf muss der Musik und dem Text entsprechen. Jedem Kind muss seine Bewegung immer in Verbindung mit der Musik gezeigt und eingebt werden. Auch die Beziehungen der Tanzenden zueinander (sowohl ihr Platz als auch ihre Haltung und die Blickrichtung) mssen geplant und den Kindern erlutert werden. Dadurch entwickeln sie eher ein Gemeinschaftsgefhl. Es darf nicht so sein, dass jedes Kind fr sich allein tanzt. Die gesamte Tanzflche muss ausgenutzt werden. Die Kinder sollen nicht nur in einer Ecke oder auf einem kleinen Fleck tanzen.

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Fragen und Aufgaben zum Text: 1. bertragen Sie das Spiel Alo, alo, Gnsje! ins Hochdeutsche. Bauer: Alo, alo, Gnsje! Kommt ham! ___________________________________! Gnse: Mie ketraue uns net. Mie fierichte uns._____________________________ B. Fie wen? _____________________________________ G. Fie 'n Vetter Fuchs. _____________________________________ B. Wu setzt 'r? _____________________________________ G. Hene tr Hecke. _____________________________________ B. Wos fresst 'r? _____________________________________? G. Krii Kroos. _____________________________________. B. Wos seift 'r? _____________________________________? G. Fresch Wasser. _____________________________________. B. Alo, alo, Gnsje! _____________________________________! 2. Fr die Behandlung von Spielen empfehlen wir den folgenden methodischen Weg: Geben Sie die richtige Reihenfolge an. A) Erklrung der Spielregeln, der Bewegungsablufe und des Textinhalts. B) Einben des Spiels als Einheit oder in Abschnitte geteilt. C) Vorbungen zum Spiel, verschiedene bungen zur Bewegung, zum Sprechen und zur Musik, kurze Einstimmung. D) Darbietung des Spiels als Ganzes durch den Erzieher. 3. Zu welchem Spiel passt die folgende Spielbeschreibung? Auf der einen Seite des Spielfeldes stehen die Gnse, auf der anderen der Bauer und in der Mitte der Fuchs. Zwischen den Gnsen und dem Bauern findet das Zwiegesprch statt. Am Ende laufen die Gnse auf die andere Seite, der Fuchs versucht dabei, ein Kind zu fangen, und das gefangene Kind muss sich hinter den Fuchs stellen. Das letzte Kind, das nicht gefangen wurde, wird der neue Fuchs.

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A) In din dalia C) Alo, alo Gnsje! B) Kommt ein Reitersmann daher D) Es kommt die Frau von Luxemburg

4. Zu welchem Spiel passt die folgende Spielbeschreibung? Die Kinder stehen im Kreis, die Liese hockt in der Mitte. Auerhalb des Kreises stehen drei Kinder, die den Reitersmann, den Kaufmannssohn und den Schweinehirten darstellen. Die Kinder singen den ersten Teil jeder Strophe und gehen dabei im Kreis herum. Im zweiten Teil jeder Strophe nhert sich das Kind, das den entsprechenden Freier darstellt, dem Kreis, verbeugt sich vor der Liese, singt seine Rolle und tritt nachher zurck. Am Ende des Spiels tanzt die Liese mit dem Schweinehirten in der Kreismitte, die anderen Kinder gehen immer schneller im Kreis herum. A) In din dalia C) Alo, alo Gnsje! B) Kommt ein Reitersmann daher D) Es kommt die Frau von Luxemburg

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Wiegenlieder Lustige oder stimmungsvolle Lieder kann die Mutter auswhlen, wenn sie ihrem Kind zum Einschlafen etwas vorsingen will. Die ruhigen Melodien passen sich dem Rhythmus des Wiegens an, und man kann das Kindchen schon allein mit den Schaukelbewegungen beruhigen, wenn man es auf dem Arm hlt. Wenn dann der Gesang immer leiser wird und schlielich ganz verstummt, wird das Kind gut schlafen. Genauso knnen auch die greren Kinder mit ihren Puppen oder mit den kleineren Geschwistern spielen. Deshalb sollten sie immer wieder zum Mitsingen aufgefordert werden.

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Kniereiterreime Wenn das kleine Kind bei einem "Groen" aus der Familie auf dem Scho sitzt, kann man ihm etwas ber seine Hndchen "erzhlen". Bei "Slzchen, Schmlzchen" wird die Handflche gestreichelt und zum Schluss gekitzelt. Salzje, Malzje, kieks Lechelje nei. Slzchen, Schmlzchen kiek (= stechen) ins Lchelchen nein.

berall bekannt ist das Zusammenschlagen der Hndchen im Takt des Liedes wie bei "Backe, backe Kuchen" und "Patsch Handelje z'samm".

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Bei "Das ist der Daumen" und "Der ist ins Wasser gefallen" werden alle Finger nacheinander angefasst. Tes ist tr Taume, te schittelt ti Phlaume, te lest se zsamm, te trgt se ham, te Klaa, te schnppet2 alles teham. Das ist der Daumen der schttelt die Pflaumen, der liest sie zsamm, der trgt sie heim, der Kleine, der schnappt alles daheim.

Der ist ins Wasser gefallen, der hat ihn rausgezogen, der hat ihn heimgebracht,
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stehlen

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der hat ihn ins Bett gelegt, der hat ihn aufgeweckt.

Die etwas greren Kinder knnen auch schon auf den Knien reiten wie bei "Hopp hopp hopp" (s. weiter oben), "Reiter Reiter roll" usw. Das Wichtigste bei diesen Liedern ist wohl zum Schluss das Fallen in den Graben.

Heilsprche, Mahnsprche Wenn das Kind weinend zur Mutter gelaufen kommt, weil es sich wehgetan hat, dann wei die Mutter, wie sie trsten kann. Sie streichelt die schmerzende Stelle und sagt dabei einen Trostreim: Heile, heile Segen!.

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Auch wenn das Essen zu hei ist, knnen die Groen helfen: Das Essen wird so lange umgerhrt, wie der Spruch Lei lei Lffelstiel dauert, dann ist es bestimmt abgekhlt.

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Und wenn das Kind belehrt oder ermahnt werden muss, kann man einen passenden Reim finden, der vielleicht vor der Gefahr warnt wie Messer, Gabel, Schere, Licht oder der zur Pnktlichkeit ermahnt. Messer, Gabel, Schere, Licht, gehrt fr kleine Kinder nicht. Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss essen, was brig bleibt. 61

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Naturreime Besonders die Kinder auf dem Lande kommen sehr eng mit der Natur in Berhrung. Sie erleben den Wechsel der Jahreszeiten und des Wetters, sie kennen Tiere und Pflanzen, und zu vielen Gelegenheiten knnen sie einen Spruch sagen, zum Beispiel, um ein Tier anzurufen, um den Frhling zu begren oder auch, um den Regen fort und die Sonne hervorzuwnschen. Mit dem folgenden Reim wollte man die Schnecke aus ihrem Haus herauslocken: Schneck im Haus, komm heraus! Kommen zwei mit Spieen, wollen dich erschieen. Kommen zwei mit Stecken, wollen dich erschrecken.

Denkt euch nur, der Frosch ist krank, er liegt auf der Ofenbank, quakt nun schon, wer wei wie lang. Denkt euch nur, der Frosch ist krank!

Viele der hier zusammengestellten Reime weisen auf sehr alte Vorstellungen von der Natur hin. Sicher ist es kein Zufall, dass gerade der Storch so hufig angerufen oder besungen wird. Auch die Marienkfer, hier Herrgottsvgelchen genannt, gehren zu den Lieblingstieren der Kinder.

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Herrgottsvgelchen, flieg fort! Dein Huschen brennt, dein Kindchen flennt, deine Mutter liegt in Asche, dein Vater wird gedroschen. Sitzt ein Vgelchen auf dem Dach, hat sich bald zu Tod gelacht, es tt gern essen, es hat kein Messer. Fllt ein Messet vom Himmel rab, fllts ihm auf sein Kpfchen, bluts nur drei Trpfchen.

In einigen Sprchen ist auch uralter Brauch erkennbar, z. B. in Zoff zoff zill oder Kuckucksknecht, sag mir recht. Auch eine Bitte um gutes Wetter mag wohl in den uralten Zeiten ernst gemeint gewesen sein.

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Heute gehren alle diese Sprche in den Bereich des kindlichen Spiels, und sie vermitteln den Kindern ein anschauliches und poetisches Bild von der Natur und von den Tieren, die ihnen bekannt sind.

Neujahrswnsche In unseren Tagen verstrkt sich das Bestreben, die schon fast in Vergessenheit geratenen Volksbruche und Sitten wiederzubeleben. Das Interesse fr diese Kultur muss unbedingt bereits bei den Kleinsten geweckt werden. Von diesem Gedanken bewegt, haben wir eine kleine Sammlung solcher Sprche und Lieder zusammengetragen, die die Kinder an Festen oder an merkwrdigen Tagen aufgesagt oder gesungen haben. Fr das Erlernen und Lehren dieser Sprche und Lieder sollten sich auer den Kindergrtnerinnen und Unterstufenlehrern vor allem die Groeltern, die in ihrer Jugendzeit diese Bruche noch gepflegt haben, besonders verantwortlich fhlen. Gerade sie knnten helfen, dieses Kulturgut der Ungarndeutschen zu erhalten. Neujahrssprche Die Schulkinder und auch die kleinen Kinder machten sich am Neujahrstag in aller Frh aus den Federn, denn: Wer an diesem Tag lange im Bett bleibt, wird das ganze Jahr hindurch faul sein. Auerdem wrde es einem Langschlfer sicher nicht gelingen, als erster mit Glckwnschen fr das neue Jahr in ein Haus zu kommen, und gerade der erste wurde fr seinen Neujahrsspruch reich belohnt. Zuerst gingen die Kinder zu den Groeltern, dann zu den Paten, schlie1ich zu den Nachbarn und erst danach zu den anderen Verwandten und Bekannten. berall wnschten sie das Neujahr an, indem sie ihre Sprchlein vortrugen. Fr dieses Neujahranwnschen wurden sie meistens mit Geld, aber auch mit pfeln und Nssen beschenkt. Wnsch euch glckseliges neues Jahr, langes Leben, Gesundheit, Frieden und Einigkeit. Ich bin ein kleiner Binkel, stell mich in den Winkel, wenn ich nichts kann, fang ich nichts an. 67

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So klein ich bin, so wnsch ich doch, was gute Kinder pflegen, so wnsch ich euch zum neuen Jahr Gesundheit, Glck und Segen. Ich winsch, ich winsch, ich wa net wos. Kreift in Sack un kept mr wos! Ich wnsch, ich wnsch, ich wei nicht was. Greift in Sack und gebt mir was! Ostern Am Karsamstag Nachmittag machten sich die greren Schler auf den Weg, gingen in ein jedes Haus hinein, ratschten vor der Haustr und sprachen den folgenden Spruch: Liewes Fraaje, kept uns Aier! Seit ihr reich, so kept uns kleich, seit ihr oarm, soll sich Gott epoarm! Liebes Frauchen, gebt uns Eier! Seid ihr reich, so gebt uns gleich, seid ihr arm, soll sich Gott erbarm! Wollt ihr uns geben, so sollt ihr auch leben! Ei heraus, Ei heraus, sonst jagen wir den Fuchs ins Hhnerhaus!

Wellt r uns keewe, so sollt ihr a leewe! Ai raus, Ai raus, sonst joge mr ten Fuchs ins Hingelshaus!

Nikolaustag Am 5. Dezember, dem Vorabend des Nikolaustages, stellten die Kinder ihre geputzten Schuhe ins Fenster oder vor die Tr und warteten auf den Nikolaus, der die Schuhe mit Geschenken fllte. Wenn er drauen klingelte, ffneten die Kinder die Tr und begrten den Nikolaus mit den folgenden Sprchen: Herein, herein, Nikolaus! Die braven Kinder sind zu Haus, sie lernen gern, sie singen gern, sie ehren den alten Nikolaus. 68

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Nikolaus, Nikolaus, tick tack tack, mit dem groen Mantelsack, der hat so viele Sachen, die Kindern Freude machen. Kling kling, da lut er an der Glocke, bum bum, da klopft er mit dem Stocke. Sind die Kinder brav, brauchen sie kein Zank und Straf? Ist nur einer schlimm, nur mit her! Mein Sack ist gro, mein Sack ist leer. Da rumpeln und pumpeln die pfel und die Nsse den kleinen Kindern zu Hnden und zu Fen. Und als die Kleinen kamen zum Hort, ist der alte Nikolaus lange schon fort.

Am 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder Kinzeltog, Kengltog , gingen die Schuljungen schon in der Frhe mit einer Rute Fitzgete in der Hand zu den Verwandten und den guten Bekannten. Mit der Rute schlugen sie zwei-dreimal auf jede Person, der sie begegneten, besonders aber auf die Mdchen und Frauen. Dazu sagten sie einen der folgenden Sprche: Frisch und gesund, frisch und gesund! Willst mir das Neujahr versprechen? Oder: dass du das Neujahr erlebst. Frisch und gesund, es nei Joa kummt! Wetter- und Bauernregeln Die Ergebnisse jahrhundertelanger Beobachtungen und Erfahrungen sind in den Wetter- und Bauernregeln erhalten, auf die die Dorfbewohner beim Bestellen des Feldes streng geachtet haben. Einige dieser Regeln sind auch als Reime bekannt.

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22. Januar Vinzenz Sonnenschein, bringt viel Korn und Wein.

25. Januar

Pauli Bekehr, der halbe Winter hin, der halbe her. 2. Februar Lichtmess, muss der Bauer den Hafer mess. (Die zweite Hlfte des Winters beginnt erst jetzt.) Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee. Wenn man die Faschingskrapfen in der Sonne isst, muss man die Ostereier in der Stube essen. Tanzen im Februar die Mucken, so muss der Bauer nach Futter gucken. Ist der Februar warm, so wird es spt Frhjahr. Die Mucken bedeuten hier kleine Fliegen. 25. Mrz Maria Verkndigung, kommen die Schwalben wiederum. Nasser April, khler Mai, fllt den Bauern die Scheune mit Heu. Nasser April, khler Mai, bringt viel Frucht und Heu. Mairegen bringt Segen. Der Mai zeigt dem Juni die hre. 25. November Kathrein schliet die Geige ein mit ihrem groen Rosmarein.

Der letzte Ball vor der Adventszeit wurde an diesem Tag veranstaltet. 70

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Helle Chrismette, dunkle Scheune. Dunkle Chrismette, helle Scheune. Weitere Wetterregeln: Regnet es sonntags vor der Messe, so kann es die ganze Woche nicht vergessen. Wenn die Tage langen, kommt der Winter gegangen. Morgenregen und Altweibertanz halten nicht lange an, sie gehen und kommen bald wieder.

Sprachspiele Die meisten dieser Reime wurden aus Spa am Spiel mit der Sprache von den Kindern erfunden. Das vier- bis fnfjhrige Kind beansprucht immer mehr die Gesellschaft der Kinder, es verbringt immer mehr Zeit auf der Strae oder auf dem Spielplatz unter Gleichaltrigen und etwas lteren. Oft unterbrechen kleinere Meinungsunterschiede ihr gemeinsames Spiel, und die so entstandene Spannung wird mit Reimen, die auf Namen "gedichtet" sind, gesteigert und schlielich aufgelst. Die Kinder wiederholen solche Reime zuerst immer schneller und lauter, haben nach kurzer Zeit aber schon genug gespottet und spielen friedlich und eintrchtig weiter. Annemarie, fitter ti Kiih, Annemarie, fitter ti Sei! Konrad, schieb Rad! Kathrein, Schlie die Geige ein! Naani, Milch gibt sie kaani (keine)! Annemarie, fttre die Kh, Annemarie, fttre die Su!

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Maarie, Zigaarri, Spitzmesser, Drechfresser! Der Gegensatz zwischen Mdchen und Jungen ist ein immer wieder aktuelles Thema. Sprechen es die Jungen, so wird es natrlich gegen die Mdchen umgewandelt. Rege Rege Trope, ti Puwe muss me klope, ti Maderje muss me ehn, ti Puwe muss me schen. Ti Maderje schlofe in Federpett, ti Puwe schlofe in Knstreck. Regen Regen Tropfen, die Buben muss man klopfen, die Mdchen muss man ehren, die Buben muss man scheren. Die Mdchen schlafen im Federbett, die Buben schlafen im Gnsedreck.

Wenn ein Kind zur Schule kommt oder wenn in der Schule nicht alles so glatt geht, sagen die lteren Kinder und die Erwachsenen: Ene bene Tintenfass, geh zur Schul und lerne was! Wenn du was gelernet hast, komm nach Haus und sag mir das! Kommst nach Haus und kannst du nichts, kriegst du von der Mutter Wichs! Sind eines Tages die Mdchen gro, haben einen Freund oder sogar schon einen Verlobten, so mssen sie sich gefallen lassen, von den Kleineren und auch von den Erwachsenen verspottet zu werden: Rode Riiwe, kele Riiwe sen ti schenste Phlanze. Wann tr Hans ti Kaadi siet, noch fangt r ou zu tanze. Rote Rben, gelbe Rben sind die schnsten Pflanzen. Wenn der Hans die Kathi sieht, dann fngt er an zu tanzen.

Den greren Kindern macht es Freude, einen Kleineren zu einer Antwort zu bringen, die ihn lcherlich macht, und der Betrogene wird dann ausgelacht. Diese Art der Spottverse wurde regelrecht zu Spielen erweitert:

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Ich sen emol in Walt kange. Ich aa. Tuet hon ich en Paam opkhackt. Ich aa. Un noch hon ich e Tregelje traus kemocht. Ich aa. Noch hon ti Wutzerje traus ksoffe. Ich aa. Ich bin einmal in den Wald gegangen. Ich auch. Dort hab ich einen Baum abgehackt. Ich auch. Und dann hab ich ein Trgelchen daraus gemacht. Ich auch. Dann haben die Ferkel draus gesoffen. Ich auch.

Schlielich kann man auch ber Zungenbrecher und ber scherzhafte Rtsel lachen und sie zum Anlass nehmen fr neuen Spott: Es sitzen zwei zwitschernde Schlangen zwischen zwei spitzigen Steinen und zwitschern dazwischen. Wir Wiener Waschweiber, wrden weie Windeln waschen, wenn wir wssten, wo warmes Wasser wr. Hintern Herrn, hintern Huschen hackt der Hans Holz. Htte Hnnchen hbschen Hannchen Holz hacken hren, htte Hnnchen hbschen Hannchen Holz hacken helfen. Hinese Hanese Hochzedehaus hnge hunert Hemer haus, hunert Hemer hnge haus, Hinese Hanese Hochzedehaus. Hinese Hanese Hochzeitshaus hngen hundert Hemden haus, hundert Hemden hngen haus, Hinese Hanese Hochzeitshaus.

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Rtsel: Es war ein Zwiifu (Zweifu), sa auf einern Driifu (Dreifu) und a einen Kiihfu (Kuhfu). Da kam ein Vierfu, nahm dem Zwiifu seinen Kiihfu. Da nahm der Zwiifu seinen Driifu, warf den Vierfu, damit der Vierfu den Kiihfu fallen lie.

Auszhlreime Die Auszhlreime sind mit den Spielen aufs engste verbunden, einige davon, meistens die mit lngerem Text, sind auch als selbstndige Spiele bekannt wie z. B. Eins zwei drei. hicke hacke Heu. Sie knnen als wichtiges Mittel, als Einleitung des Spiels betrachtet werden, denn durch sie werden die Verteilung der Rollen und die Ordnung im Anfangen bestimmt, d.h., es wird ausgezhlt, welches Kind Fnger, Werber, Sucher usw. sein soll. Wenn mehrere Kinder spielen, geschieht das Auszhlen auf folgende Weise: A) Die Kinder stehen im Kreis dicht nebeneinander. In der Kreismitte beginnt der Auszhler den Reim zu sagen und zeigt bei jeder betonten Silbe auf einen anderen Spieler. Auf den er zuletzt zeigt, der wird Fnger, Werber etc. B) Beginn wie bei Variante A). Der beim letzten Takt Angetippte fllt aus und muss den Kreis verlassen. Der Reim wird solange wiederholt, bis nur ein einziges Kind im Kreis bleibt, das dann die ausgezhlte Rolle im Spiel bernimmt. Gibt es im Spiel mehrere Rollen, so wird der Reim, der Zahl der Rollen entsprechend, wiederholt. Wenn nur zwei Kinder hauptschlich Mdchen spielen, bedient man sich der Paarauszhlreime wie Ich und du. Aans zwaa toch. Die Spielerinnen stehen einander gegenber, und die Auszhlerin zeigt abwechselnd auf die Spielpartnerin und auf sich. Der berwiegende Teil dieser Reime ist nicht von den Erwachsenen erfunden worden, sondern entstand unter den Kindern aus Freude am Spiel mit 74

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dem Reim. Damit ist zu erklren, dass Wrter, Zeilen, sogar ganze Reime unverstndlich und sinnlos sind wie zum Beispiel Eli meli mink mank. Paarauszhlreime Ich un tu, Millesch Kuh, Millesch Esel, tes pist tu. Ich und du, Mllers Kuh, Mllers Esel, das bist du.

Ich und du, wir kaufen eine rote Kuh. Was die rote Kuh frisst, das frisst du. Aans zwaa toch, Eins zwei doch, es Pipje hot e Loch. das Piepchen hat ein Loch. Maanst, ich konn net zwanzich zhle? Meinst, ich kann nicht zwanzig zhlen? Zwanzich zhl ich toch. Zwanzig zhl ich doch.

Reime fr mehrere Kinder Eli meli mink mank pink pank ose pose aka daia aia baia weg. 123456789 Wie hoch ist der Stein? Wie hoch ist das Haus? Wer drinn wohnt, muss raus! 123456789 Junge, hol Wein! Knecht, schenk ein! Herr, trink aus! 75

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Du bist draus! Aans zwaa drei vie fnf sechs siewe ocht nei zeh elf zwelf dreizeh viezeh fnfzeh sechzeh siebzeh ochzeh Aans zwaa drei vie fenf sechs siewe ocht nei zeh elf zwelf dreizeh viezeh aldi Fraa (alte Frau), Grenadie, aldi Hex, kudi Nocht (gute Nacht), schlofe geh, fresse dich die Welf (Wlfe), brenne die Kerze, lesche aus (lsche), du bist draus!

gebrode Gaans, alt Fraa (Frau), Hieschebrei (Hirsebrei), Glos Bie, schenk ei, sauf s raus, komme se riiwer (rber), is gekocht, komme se rei, komme re meh (mehr), komme die Welf (Wlfe), komme die Gnackobsti komme ti Gnackobstietzer (Genickabstrzer).

Aa Nol, Spannol, Fingerhut, stirbt die Jungfrau, also gut, stirbt die Jungfrau also gleich, gehn die Engel mit der Leicht (Leiche). Rokus pokus, wer ist draus? Ich ower du, die schwoazbraune Kuh, des bist du! Reime, die auch als Spiele bekannt sind Die Mdchen bilden einen Kreis, in dessen Mitte die Auszhlerin steht, den Reim sagt und bei jedem Takt auf eine andere Spielerin zeigt. Das Mdchen, auf 76

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das sie beim letzten Takt zeigt, wechselt mit ihr den Platz, und das Spiel beginnt von vorn. Aans zwaa trei, hicke hacke Hei. Hicke hacke Messerstiel, alde Weiwer fresse viel, ti junge musse foste, es Prot lait in Koste, es Messer lait newet, tr Voter is en Wewer, ti Motter is e Kuchelfraa, wos se kocht, tes fresst se a. Eins zwei drei, hicke hacke Heu. Hicke hacke Messerstiel, alte Weiber fressen viel, die jungen mssen fasten, das Brot liegt im Kasten, das Messer liegt daneben, der Vater ist ein Weber, die Mutter ist eine Kchenfrau, was sie kocht, das frisst sie auch.

Kreisspiele Kinder empfinden Spiel und Tanz noch als eine Einheit. Die Beliebtheit aller dieser Ringelspiele, Kreisspiele, Tanzspiele ist auch heute noch unbestritten, und sie wird durch die Vielzahl der berlieferten Spielformen besttigt. Schon die ganz Kleinen haben Freude an einem einfachen Ringelspiel, bei dem sie, an den Hnden gefasst, im Kreise gehen und sich vorerst noch der Melodie anvertrauen, die von der Erzieherin vorgesungen wird. Sobald sie mitsingen knnen, werden sie es mit Begeisterung tun, und bei der letzten Zeile gehen sie in die Hocke.

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Spiele Wir wollen durch die neue Brcke fahren. Sie ist zerbrochen. Lasst sie machen! Mit was denn? Mit was denn? Mit Gold und Silber, Edelstein. Die Letzte soll gefangen sein! Spielbeschreibung: Zwei Mdchen bilden mit den gehobenen Armen eine Brcke, die anderen gehen Hand in Hand angefasst hindurch. Am Ende des Dialogs werden die Hnde der Mdchen, die die Brcke bilden, heruntergenommen, und wer dann unter der Brcke steht, wird gefangen und muss sich zur Seite stellen.

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Fragen und Aufgaben zum Text: 1. Was fr ein Lied ist Heio popeio? A) Kniereiterreim B) Heilspruch C) Wiegenlied D) Mahnspruch B) Das ist der Daumen D) Patsch Handelje zsamm C) Wiegenlied D) Mahnspruch C) Stieglitz D) Marienkfer 2. Bei welchem Reim werden alle Finger nacheinander angefasst? A) Slzchen, Schmlzchen C) Backe, backe Kuchen A) Kniereiterreim A) Storch B) Trostreim B) Schnecke

3. Was fr ein Reim ist Heile, heile Segen!? 4. Welches Tier ist das Herrgottsvgelchen? 5. Zu welcher Gelegenheit sagt man folgende Sprche? Ich bin ein kleiner Binkel, stell mich in den Winkel, wenn ich nichts kann, fang ich nichts an. Ich winsch, ich winsch, ich wa net wos. Kreift in Sack un kept mr wos!

A) Neujahr B) Tag der unschuldigen Kinder C) Ostern D) Nikolaustag 6. Zu welcher Gelegenheit sagt man folgenden Spruch? Frisch und gesund, frisch und gesund! dass du das Neujahr erlebst. A) Neujahr B) Tag der unschuldigen Kinder C) Ostern D) Nikolaustag 7. Worum handelt es sich bei der Beschreibung? Schon die ganz Kleinen haben Freude an einem einfachen , bei dem sie, an den Hnden gefasst, im Kreise gehen und singen, und bei der letzten Zeile gehen sie in die Hocke. A) Ringelspiel B) Ballspiel C) Auszhlreim D) Sprachspiel

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Literatur: Wild, Katharina Metzler, Regine: Hoppe, hoppe Reiter. (Reime, Lieder und Spiele aus der Baranya). Budapest, 1982.

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Kapitel 2: Grete und Karl Horak: Kinderlieder, Reime und Spiele der Ungarndeutschen

Einfhrung Als Studenten der Volkskunde benutzten mein Mann und ich einige Wochen der Sommerferien in den Jahren 1931-1934, das damals noch in voller Blte stehende musikalische Volksgut der deutschen Siedler in Ungarn aufzuschreiben. Es wurden 52 Orte erfasst. Whrend bei uns in sterreich durch Vernderungen in der Umwelt (Aufblhen des Kindergartenwesens, strkeren Autoverkehr auf den Straen, u. a.) die traditionellen Kinderspiele und -tnze bereits im Verklingen waren, konnten wir sie bei den donauschwbischen Bauernkindern im Bakonywald und Ofner Bergland, in der Schwbischen Trkei und in der Batschka noch in voller Blte erleben. Spielzeug gab es wenig auf dem Dorf: selbst gebastelte Tiere aus Holz, Puppen aus Stoff. Dafr war der Kontakt zwischen den Nachbarkindern sehr gro, es fand sich immer eine grere Spielgemeinschaft zusammen, und es wurde sehr viel gespielt. Mussten die lteren Kinder gerade nicht bei der Feldarbeit mithelfen, so spielten sie mit den Kleinen. Sie beherrschten die Spiele und gaben sie auf diese Weise an die nchsten Jahrgnge weiter. Dabei entstanden viele Varianten; es entfielen Worte oder wurden durch andere ersetzt, eine rege Fantasie sorgte fr Umformung oder Erweiterung, oder beides zusammen. Ebenso verhielt es sich mit den Wiegenliedern und den Spielreimen der Mtter, Gromtter und Grovter. Viele der alten Spiele sind schon den mannigfachen Ursachen zum Opfer gefallen, wie wir es bei Besuchen Anfang der Siebzigerjahre feststellen mussten. Dass die Kinder ihre Spiele gern spielten, zeigen die weite Verbreitung und die groe Variationsbreite. Zielgruppen waren Mdchen und Buben zwischen 6 und 14 Jahren, die Altersgruppe der schulpflichtigen Jugend. Wir hatten unsere Aufgabenbereiche abgegrenzt: mein Mann schrieb die Melodien auf, ich war fr Text und Spielausfhrung zustndig. Leider gab es damals noch kein Tonbandgert.

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Der Spielplatz war immer die gewohnte Umgebung: Der Hof, die Gasse, der Anger. Das Gebiet unmittelbar um das Haus und seine Nebengebude, der eingezunte oder abgegrenzte Hof, der hauseigene Garten oder die angrenzende Wiese waren Spielplatz, vor allem fr das Kleinkind, das noch Spielzeug und Erwachsenennhe bentigte. Auch grere Kinder bevorzugten diesen Bereich fr Ballgeschicklichkeitsspiele und Spiele, die eine Hauswand verlangten. Nebengebude, Stall, Strucher und Bume um das Haus waren beliebte Orte fr Versteckspiele. Der damals noch berall anzutreffende Dorfanger3 war ein beliebter Spielplatz fr grere Gruppenspiele, besonders der Buben. Straengraben, Wldchen, Weiden in Ortsnhe waren besonders von den lteren Buben fr ihre Spiele, die einen greren Raum bentigten, bevorzugt. Wir konnten unsere Feldforschungen nur in den Ferienmonaten Juli-August betreiben, so dass nur die Spiele dieses Zeitraumes, die ausnahmslos im Freien vollzogen wurden, direkt beobachtet werden konnten. Spiele, die nur in der kalten Jahreszeit im Haus ausgefhrt wurden, fehlen. Spiele, die nur in der kalten Jahreszeit im Haus ausgefhrt wurden, sind nach Berichten wiedergegeben. Reime und Spieltexte werden gewhnlich in der Ortsmundart gesprochen oder gesungen. Gelegentlich verwendeten die Kinder aber auch eine berregionale "Schulsprache", die hchstens als mundartlich gefrbte Schriftsprache bezeichnet werden kann. Ich versuchte, die von den Kindern gebrauchte Sprache genau festzuhalten. Fragen und Aufgaben zum Text 1. Whlen Sie die richtige Lsung aus. Als Studenten der ____ (A) Geschichte, B) Volkskunde, C) Germanistik, D) Hungarologie) benutzten mein Mann und ich einige Wochen der Sommerferien in den Jahren ____ (A) 1931-1934, B) 1941-44, C) 1911-18, D) 1951-54) das damals noch in voller Blte stehende musikalische

3 Der Begriff Anger bezeichnet ein grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz und konnte von allen Bewohnern des Dorfes genutzt werden. Auf dem Anger wurde z. B. das Vieh ber Nacht gehtet. Oft war der Anger zentral zwischen zwei weiter auseinander liegenden Huserreihen angelegt. Diese fr Sdosteuropa und das stliche Mitteleuropa typische Siedlungsform deutscher Kolonisten bezeichnet man auch als Angerdorf. Heute sind Anger hufig als Parkanlagen ausgebaut. (www.wikipedia.org)

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Volksgut der deutschen Siedler in ____ (A) Rumnien, B) Jugoslawien, C) der Slowakei, D) Ungarn) aufzuschreiben. (A) Mbel, B) Kleidung, C) Spielzeug, D) Essen) ____ gab es wenig auf dem Dorf: selbst gebastelte Tiere aus Holz, Puppen aus Stoff. Dafr war der Kontakt zwischen den Nachbarkindern sehr gro, es fand sich immer eine grere Spielgemeinschaft zusammen, und es wurde sehr viel gespielt. ____ (A) der Arbeitsplatz, B) der Spielplatz, C) der Kindergarten, D) die Schule) war immer die gewohnte Umgebung: Der Hof, die Gasse, der Anger. Das Gebiet unmittelbar um das Haus und seine Nebengebude, der eingezunte oder abgegrenzte Hof, der hauseigene Garten oder die angrenzende Wiese.

Typologie: I. Die Welt des Kleinkindes: Wiegenlieder, Segenspruch, Spiele mit dem Krper, Kniereiterreime, Spiele mit den Fingern, Zuchtreime, beim Verabschieden am Abend, Abendgebete, Reigenlieder II. Die Welt des Schulkindes Reime Sonnenreime, Umgebung, Haus, Feld und Wald, Lautmalerei, Schule, Nachsprechverse, Kettenreime, Spottreime, Auszhlreime III. Die Welt des Schulkindes Spiele

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Spiellieder Tanzartige Spiele, Lauf- und Fangspiele, Versteck-, Such- und Ratespiele, Geschicklichkeits- und Kraftspiele, Kugelund Knopfspiele, Ballspiele, Wurf- und Schlagspiele, Gesellschaftsspiele, Brauchtmliches Spruchgut

I. Die Welt des Kleinkindes

Wiegenlieder

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Schlof, Kindl, schlof, dai Vota is a Grof, dr Muadr is an oarmi Dirn und tuat in Grof sai Kind aiwiagn, schlof, Kindl schlof. Schlof, Kinderl, schlof, im Gorten stehn die Schof, die schworzen und die weien, die werden mein Kinderl beien. Schlof, Kinderl, schlof.

Budars/Wudersch

Alsgalla/Untergalla

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Segenspruch Fllt ein Kind nieder, so wird es gestreichelt und mit einem Spruch beruhigt. Hale, hale, Sege, morge frh is alles gschege! Spiele mit dem Krper Das Kind lernt beim Spiel seine Krperteile kennen. An den Wangen streicheln, am Hals oder an den Armen kratzen, eine leichte Ohrfeige: Ai, ai Katzerl krai Sawl hop Schlgl pum. Budajen/Jena Mit dem Zeigefinger auf der Innenhand des Kindes Kreise beschreiben, auf die Handinnenflche tupfen, Ellenbogen berhren, an der Nase ziehen, am Haar ziehen, leichten Klaps auf den Mund: Selzje, Mlzche, Gicksfingale Elleboge Nos gezoge, Hoor gerupt Maul gekluppt.

Pl

Kn/Kaan

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Kniereiterreime Kniereiterreime sind bei den Kleinsten sehr beliebt. Whrend des Spruches wird das auf den Oberschenkeln des Erwachsenen sitzende Kind, ihm ins Gesicht sehend, bei den Hnden gehalten und leicht hin und hergeschaukelt, den verschiedenen Verszeilen entsprechend wilder und zum Schluss zwischen den Knien des Erwachsenen zu Boden fallen gelassen, ohne die Handfassung zu lsen. Hutsche, hutsche, rilla, da Baur hot a Filla, (Fllen) Filla kann net lafa, hupst wrn Grawe, bums, laits drinn.

Kn/ Kaan

Ro, Ro, rill tr Paur hat n Fill, tr Fill konn net lauf, tr Paur mu ihn vrkauf. Raitm, reitm ber n Grabn, fallt tr nap un hat n Schadn. Ala pums, liegt tr trun. Mecsekndasd/ Nadasch

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Hutsch, hutsch raitn, Sabl on dr Saitn, Geld in dr Tasche, Wain in dr Flasche, Bier im Krigl, Kind im Wiegl, raitn wir, raitn wir, bern Graben, wenn es fallt, dann muss a man sagen, bums, da liegt es druntn.

Bcsalms/ Almasch

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Spiele mit den Fingern Sehr verbreitet ist das Spiel mit den Fingern des Kleinkindes, rtliche Umformungen sind typisch. Das ist der Daumen, der schttelt Pflaumen, der lst se uf, der tr(g)t se ham, dr klane Putzeniggl popplt alles drham.

Kaposszekcs/ Sektsching

Des ist dr Daume, der schttlt die Pflaume, der lest se zsomm, der trt se ham, der kla Buzenickl fret se alle daham.

Kn/ Kaan

Tes is tr Tauma ter schittlt tie Pflauma, ter klaubt sie zsamm, ter tragt sie ham, on ter Spitzpuh schneprt alas trham.

Vaskt/Waschkut

Des is dr Dauma, der schttlt dBlauma, der lt se szomm, der trcht se ham, de plippert und plappert alles daham. Kisnyrd/Kschnaarad

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Patsch Handerl zsomm, patsch Handerl zsomm, wor wird der Voda bringen? Roate Schui und gelbe Strmpf un an Zwickl drinna.

Krnye/Kirne

Zuchtreime Erziehliches Wenn jd. niest, so sagt man: Strick um an Hols! Budajen/Jena

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Beim Schluckauf: O mai liawa Schluckelbam, komm mit mir auf Jaina ham. (Jaina = Budajen) Budajen/Jena Wenn oftmals gefragt wird: Der Pfarrer sagt auch nur einmal: Liebe Christen scheit in die Kisten.

Budajen/Jena

Beim Verabschieden am Abend: Gute Nocht, Schai ins Bett, dass krocht! Budajen/Jena

Abendgebete Ken Kout ker i, ken Kout trit i, tein liam Heakout pit i, to a ma faleicht Schutzeingl trei: ta easchti, tea mi weiast, ta zweiati, tea mi schpeiast, ta tritti, tea Leiap unt S pewoat, tos ma heiat Nocht niks Pas widafoat. bersetzung: Gegen (= zu) Gott geh ich, gegen Gott tret ich, den lieben Herrgott bitt ich, dass er mir verleiht Schutzengel drei: der erste, der mich weist, der zweite, der mich speist, der dritte, der Leib und Seel bewahrt, dass mir heut Nacht nichts Bses widerfhrt.

Budars/Wudersch

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


In Koutes Nauma schlofakaunga, seiks Eingl wean mi wochtn: zwa pan Koupf, zwa pa di Fia, zwa neba mei Peit, tos mi ta psi Feint net aufweikt.

Budars/ Wudersch

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


Reigenlieder

Ringel, ringel, raja, Bohne, Bohne straja, Linse, Linse se, Howr, Howr mhe, setz ma uns am Hollrbusch, mach ma alle husch, husch, husch. (Alle Kinder fallen bereinander.)

Pl

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Ringl, ringl, rose, Buttr in dr Dose, Schmalz im Kaste, morge tu ma faste, wrmorge ta ma Lmmche schlchte, mach ma alle bh. (Die Kinder schreien bh.) Kaposszekcs

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


Fragen und Aufgaben zum Text

1. Zu welchem Typus gehren folgende Verse? Unterstreichen Sie. a. Wiegenlieder, Segenspruch, Spiele mit dem Krper, Kniereiterreime, Spiele mit den Fingern, Zuchtreime, Abendgebete, Reigenlieder Hutsche, hutsche, rilla, da Baur hot a Filla, (Fllen) Filla kann net lafa, hupst wr'n Grawe, bums, lait's drinn.

Kn/ Kaan

b. Wiegenlieder, Segenspruch, Spiele mit dem Krper, Kniereiterreime, Spiele mit den Fingern, Zuchtreime, Abendgebete, Reigenlieder Hale, hale, Sege, morge frh is alles gschege!

Pl

c. Wiegenlieder, Segenspruch, Spiele mit dem Krper, Kniereiterreime, Spiele mit den Fingern, Zuchtreime, Abendgebete, Reigenlieder Des ist dr Daume, der schttlt die Pflaume, der lest se zsomm, der tr't se ham, der kla Buzenickl fret se alle daham.

Kn/ Kaan

d. Wiegenlieder, Segenspruch, Spiele mit dem Krper, Kniereiterreime, Spiele mit den Fingern, Zuchtreime, Abendgebete, Reigenlieder

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


In Koutes Nauma schlofakaunga, seiks Eingl wean mi wochtn: zwa pan Koupf, zwa pa di Fia, zwa neba mei Peit, tos mi ta psi Feint net aufweikt.

Budars/ Wudersch

e. Wiegenlieder, Segenspruch, Spiele mit dem Krper, Kniereiterreime, Spiele mit den Fingern, Zuchtreime, Abendgebete, Reigenlieder Schlof, Kinderl, schlof, im Gorten stehn die Schof, die schworzen und die weien, die werden mein Kinderl beien. Schlof, Kinderl, schlof. Alsgalla/Untergalla 2. Um die Beschreibung welchen Reimtypus geht es im Folgenden? Unterstreichen Sie.

1. Wiegenlieder, Segenspruch, Spiele mit dem Krper, Kniereiterreime, Spiele mit den Fingern, Zuchtreime, Abendgebete, Reigenlieder, Auszhlreime Die Kinder fassen zum Kreis und gehen so lange im Kreis herum, bis sich auf husch, husch, husch alle niederkauern. Dann beginnt das Spiel von vorne.

2. Wiegenlieder, Segenspruch, Spiele mit dem Krper, Kniereiterreime, Spiele mit den Fingern, Zuchtreime, Abendgebete, Reigenlieder, Auszhlreime

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___ sind bei den Kleinsten sehr beliebt. Whrend des Spruches wird das auf den Oberschenkeln des Erwachsenen sitzende Kind, ihm ins Gesicht sehend, bei den Hnden gehalten und leicht hin und hergeschaukelt, den verschiedenen Verszeilen entsprechend wilder und zum Schluss zwischen den Knien des Erwachsenen zu Boden fallen gelassen, ohne die Handfassung zu lsen.

II. Die Welt des Schulkindes Reime Der Eintritt in die Schule bedeutet fr das Kind einen groen Einschnitt in seinem Leben. Seine Umgebung, die es bisher als gegeben erlebte, wird nun bewusst wahrgenommen.

Beziehungen zur Natur Sonnenreime Das Universum, vor allem die Sonne regt die Fantasie an, das beweisen die vielen Sprche und Kettenreime, die ber die Sonne verbreitet sind und sich ber Jahrhunderte erhalten haben. Liesi (auch Liesi-Paasl), khum ausse. Allgemein

Liewi Liesi, kee oowi, Sunne khum ausse. Nagykovcsi/ Grokowatsch Sunne, Sunne, khum ausse, Wind, Wind, kee ine.

Nagykovcsi/ Grokowatsch

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Liesi, khum raus Hansi, kee ni(n). Hansl = Mond Zsmbk/Schambeck Liewi Frau, moachs Tierl auf, und los ti liewi Sunne raus. Sunneveigerl flieg in Prunne, und pring e schini Sunne. Trkblint/Groturwall Sunne, Sunne, Liesl, khum ausse, kriegst e Khaasprout und e Puttebrout. Budars/ Wudersch Summervegerl (Sonnenkfer), fliach furt, dei Voda is in Kriag furt, dei Muada is in Brunn gfolln, dei Heiserl brennt, dei Maderl flennt. Summervegerl, fliach furt. Nmetbnya/ Deutschhtten

Ofner Bergland

Umgebung, Haus, Feld und Wald Grau, grau, Maisjen, blaib in dainem Haischen; frisst du mir das Butterbrot, kommt die Katz und bait dich tod Grau, grau Maisjen, bleib in dainem Haischen. Sind Krhen zu sehen, dann rufen die Kinder: Krak, krak, dai Hs brennt, siewe Junge sain drinn, ans hon i gestohle, dr Teufl soll dich hole

Tevel

Alsnna/Naane

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Rob, Rob, dei Haus brennt, hocke siewe Junge drinn, kreische all: kowauk, kowauk. An den Storch wird der Wunsch um Kinder gerichtet: Storch, Storch, steiner, mit de lange Beine, mit der lange schniebel Schnabel, mit der langen Heugabel, warum hast du mir ber Nacht kein Brderchen gebracht? Storch, Storch, Staine, mit de lange Boine, fliege brs Bckehaus, bring a Korb voll Semml raus, mer oine, der oine, ondre Kendr gor koine. Allzu gerne rgert man den Truthahn: Pui, pui, pui, rote, rote Rotznos.

Somogydrcske

Tevel

(mir-dir) Alsnna/Naane

Pl

Der Siebenpunkt hat im Volksmund so viele Bezeichnungen, dass kaum eine davon als kennzeichnend genannt werden kann. Aber berall werden ihm Beziehungen zu den berirdischen und dadurch bernatrliche Fhigkeiten zugesprochen. Er soll schnes Wetter bringen, Weissagungen geben und schlielich auch geheime Wnsche erfllen knnen. Maikferreime: Mj, Mj, sam, sam, sam. Bksmegyer/ Krottendorf

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Mjkeefa, sum, sum, sum, fliag fuat. Bksmegyer/ Krottendorf Mjkeefa, sum, sum, te Mj is scha rum.

Solymr / Schaumar

Mjkeefa, sum, sum, sum, oldi Leewa (Wiwa), pum, pum, pum. Pilisborosjen/ Weindorf Mjkeefa, sum, sum, sum, fliagn olli pen Finsta rum. Mjkeefa, sum, sum, sum, fliag pa mi(n) Finsta umatum. Mjkeefa, sum, sum, sum, fliag umas Finsta umatum. Piioj (Maikfer) kum oowa. Kriagst a Meizn Hoowa. Bia, Zsmbk/Schambeck

Budars/ Wudersch

Etyek/Edeck

(Metzen Hafer) Wudige/Budakeszi

Mjkeefa, kum oowa, kriagst an Meizn Hoowa, kriagst an Meizn Pfeiffakean, weat ti Supm peissa wean.

(Pfeferkern) (wird die Suppe besser werden) Nagykovcsi/Grokowatsch

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Schneckenreime: Schnek, Schnek, kum raus, i zig ta mi(n) Haus. Budajen/ Jena

Schnek, Schnek, rek ti(n) viia Heana raus, sunst weaf ma ti in Prunna roo, tas ti ti Kozn und ti Ooda freisn. (Katzen Otter) Pilisvrsvr/ Werischwar Schnek, Schnek, rek (schtrek) tini viia Heana raus, sunst schmis i ti iwea Holdahaus (Kloukkehaus). Ofner Bergland und Budapester Umgebung Lautmalerei Die Kinder lieben es, besonders Tierlaute nachzuahmen, umzudeuten und auch ihre unbeseelte Umwelt mit Klangdeutungen zu beleben. Lautmalende Wortspiele sind manchmal mit madjarischen Wrtern vermischt. Ente: Schwaab, Schwaab Nagykovcsi/Grokowatsch Kwak, kwak, tu Schlowak Pomz/Paumasch Eule: Kum mit, kum mit Kum mit, kum mit nim ti(n) Plstrl und ti(n) Trucharl mit. Solymr/Schaumar Fink: (ung. pinty) Flink, flink

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Frosch: Alter Frosch: Wa hot tin Keaschaschtru(d)l gfreisn? Junge Frsche: Ii, tuu, ii, tuu. Alter Frosch: No woaz, no woaz! (warte!) Budars/ Wudersch Goldamsel: (Pirol) Kukuruz knuua. Kikirikau(n), riia mi nit au(n). (rhr mich nicht an) Budakeszi/ Wudige Kikirikau(n), schpring auf unt tavau(n). Budars/Wudersch, Solymr/ Schaumar Hahn: Kikirikau(n), wa hot ta (tin) wos tau(n)? In Peik (Nochpoa, Holda, Pfoara, Schnida, Schulmaasta) si(n) Pua ki(p)t (loust) ma ka Rua. (In Peik si(n) Maa(d)l kipt ma ka Praa(d)l [Plaa(d)l].) Kikirikau(n), wa In Peik si Aar kauft mar an Kraunz unt fia(r)t mi zan Taunz. Hahn: Kristus is kepoan! Hund: Wou, wou? Ziege: Zu Betlehe-em. Katze: Katze: A Mau(n), Mau(n), Kater: a Frau, a Frau. Budars/ Wudersch

Solymr/ Schaumar

Zsmbk/ Schambeck

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Lerche: (ung. pacsirta)

Kum mit miar in Schnitt, nim ti(n) Sinha(r)l mit unt ti(n) Sin(k)s(t)al aa, keimar olli zwaa, taama schni(d)n und maa(d)n. Zeile 3: unt fris mit mia mit. Pesthidegkt/ Hidikut Zeile 4: samma nit alaa(n). Pilisszentivn/St. Iwan Rabe: Schwaar, schwaar... Graa(n), Graa(n)... Schwalbe: Ta Hr liagt in Peit. Waun i inikum, ris i iam pa di Hoar aus. (schwer) Torbgy/ Kleinturwall

(Herr) Pilisborosjen / Weindorf (fortfliege) (voll) (wiederkomme) (leer)

Waun i fuatfliag, waun i fuatfliag, (Wil i fuat pin, wil i fuat pin) san Kistn (Kistl) und Keistn (Kaastl) vul. Waun i widakum, waun i wiedakum, san Kistn unt Keistn laar. Taube: W(l)st a Prout, w(l)st a Prout?

(Willst ein Brot?) Pesthidegkt/ Hidikut

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Bastlsereime Maipfeiferlsprche Wenn im Frhjahr der Saft in den Bumen und Struchern zu steigen beginnt, haben es die Buben eilig, sich gerade gewachsene Zweige von Weidenblumen zu schneiden, um daraus Pfeifen zu fertigen. Um die Rinde behutsam vom Holz zu lsen, ohne sie einzureien, klopfen sie mit dem Messerrcken, bis sich die Rinde vom Holz lst. Dazu singen oder rezitieren sie Verschen, die sie von den lteren Buben lernten. Manche Reime sind mit altem Spruchgut vermischt, manche arten ins Derbe aus. Li, li, li, li, katsch, katsch, Muada, kaipz ma Knulal, Sakl flikn, Sakl flikn. Wos tuastn mit ti Sakl? Schtaa(n)l klau(b)m, Schtaa(n)l klau(b)m. (Steinchen) Wos tuastn mit ti Schtaa(n)l? Veigl wafa, Veigl wafa. (Vgel werfen) Wos mochst mit ti Veigl? Vakaufn unt olles Kld vasaufn. (verkaufen und alles Geld versaufen) Trkblint/Grossturwall Saft, Saft, Waide, dr Hund schait Kreide, dr Hund schait Pfefferkorn und de alte Waiwr fresses gern Schule Manche Reime, die sich mit Schule und den daraus folgenden Pflichten befassen, werden gelegentlich als Auszhlreime benutzt. Intn, Tintn, Tintnglos, (Tintenglas) gehn ma in d'Schui und lernen wos, (Schule) kom ma ham und kena nix, (heim knnen) kriagn ma Oasch voi Pudawix. (Arsch) Budajen/ Jena

Kn/Kaan

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


Oxe, Esel, Tintefa, geh in die Schul un lern was. Kumschte heim und kanschte nix, kriechste mit de Rude Wix. Eni, Beni, Tintfa, ken zu Schul un lerne was, wenn tu was kelernet hast. komm nach Haus un sag mr das. Kommst tu heim un kannst tu nix, kriegst tu von tr Mutr Wix. Mecsekndasd/ Nadasch Was Hnschen nicht lernt lernt Hans nimmermehr. Nachsprechreime Sag: Was? Hindern Ofn sitzt a Hos, (Ofen Hase) hot a rots Kappal auf, (Kappe)rl scheien ihm die Spotzn drauf. (Spatzen) Budajen/Jena Sog: Sejngst! Dai Votr is a Hengst. (Sense) (Vater)

Kaposszekcs/ Sektsching

Budajen/Jena

Sog: Floschn! (Flasche) Die Lala werd di woschn. (Lala = Zigeunerin, oder schlampige Frau) (waschen) Budajen/Jena Kettenreime Ai, jai, jai, hot mai Wai gsogt, soll i Knedl kouche, hun ke Salz, hun ke Schmalz,

(Weib) (Kndel kochen)

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


mai Hafale is vabrouche. (Hferl = Topf) Soll i zum Hfner gehn, soll i ans kafe, (kaufen) kumb a bucklich Mdre raus, (kommt buckelig) will mit mir rafe. (raufen) Szgy/Saad Dr Votr hot a Garte gkaft, in dem Garte war a Bam, in dem Bam war a Nest, in dem Nest war a Ei, in dem Ei war a Dotter, in dem Dotter war a Uhr, die Uhr schlgt 1, 2, 3, Mahd hol Wai, (Magd hol Wein) Knecht schenks ai (Knecht schenks ein) du growr Esl saufs aus. (grober Esel) Kaposszekcs/ Sektsching Ich bin amol auf Betschwar gfohre, (Petschwar) hon a roude Rock valoure, (verloren) hon ihn wieder gfunde, hon ihn meiner Frau gewe, (gegeben) Frau hot ma Geld gewe, Geld hop ich den Bck gewe, Bck hot mir Semml gewe, Semml hon ich der Kuh gewe, Kuh hat ma Milch gewe, Milch hon ich da Katz gewe, Katz hor mer Schmer gewe, Schmer hon ich da Sau gewe, Sau hot ma Borschte gewe, Borschte hon ich der Schuster gewe, Schuster hot ma Schuh gewe, Schuh hon ich 'm Wert gewe, (Wirt) Wert hot ma Wein gewe, Wein hon ich getrunke, 's Glsje is versunke. (Glschen) Szgy/Saad 108

Die ungarndeutsche Kinderliteratur


Spottreime Wenn ein Kind einem anderen einen Stein nachwirft, wird ihm nachgeschrien: In der grnen Wiese sitzt der Hans und scheit, kommt die Sale Jdin mitn Stein und schmeit. Ht du nicht geschissen, so htt ich nicht geschmissen. Durt obnat af den Berg do steht a Soidot, er traut si net ro, wal er die Housn voll hot.

Pal

(Soldat) (runter) (Hose)

Budajen / Jena

Sogar Suglinge werden ausgespottet: Schens Polsterkind (schnes) schiachs Gossnkind. (hssliches Gassenkind) Budajen / Jena Die Mdchen waren besonderes Zielobjekt der Buben, aber auch die Mdchen spotteten sich gegenseitig aus. Die Evi hat a naie Rock, der steht wie a Ngelstock. Veigeli, rosa Blmelein, an dem Rebstock wchst der Wein. Harta/Hartau Margret, wo steht dai Bett? (dein) Hindrn Owe an dr Wond, (Ofen Wand) sain dBuwe allbekannt. (Buben) Hssgy/Haschad

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


Auszhlreime Auszhlreime sind als rhythmische Spielformeln nicht nur Mittel zum Zweck, bloe Einteilung zu einem Spiel, sondern oft Spiel an sich, spannungsvoll und lustbetont. Die Auszhlreime sind ein Sammelbecken fr alle mglichen Reimelemente, Trmmer von Kettenreimen, Skandierversen, Namensspott, Sprechbungen in Geheim- und Zaubersprache. Auch lateinische, kroatische und ungarische Wortsilben werden verwendet. Die Endzeile 1, 2, 3, du bist frei; der (das) bist du; du bist draus; fallt in Dreck; das frisst du u. a. machen Reime aus anderen Bereichen zu Auszhlreimen. Manche Auszhlreime werden nur bei bestimmten Spielen verwendet, etwa nur zum Fangen. Auszhlreime mit Ziffern 1, 2, doch Tippl hot a Loch (Topf) manst ich kann ka 13 zhle. 13 zhl ich doch.

(meinst kein)

Daraufhin beginnt er zu zhlen 1, 2, 3,...13 und der 13. muss es dann sein. Kaposszekcs / Sektsching 1, 2, Polizei, 3,4, Grenadier, 5, 6, aldi Hex, 7, 8, gudi Nacht, 9,10, schlofe gehn, 11, 12, kumme die Welf, 13, fahren wir nach Waizen kaufen eine Kuh, was die Kuh scheit, das frisst du. 1,2, 3, Butr auf den Brai, Salz auf den Speck, du bist weg. 110

(schlafen) (kommen Wlfe) (Vc)

(Butter Brei) Alsnna/ Naane

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Ans, zwa, drai, hicka, hacka, hai, hicka, hacka, Bohnestroh, Millr hot sai Frau valohre, (verloren) sucht sie mit de Hunde, Ktzle hot sie gfunde, sitzt a Vogl uf em Dach, hot sich bald zu bucklich glacht. Bcsalms / Almasch 17, eine alte Frau kocht Rben, eine alte Frau kocht Speck, schneidet sich die Finger weg. 17, wer hat mir diesen Brief geschrieben? Ei wohin, nach Semlin wo die schnen Mdchen sinn. 1 ... 13, in den dreizehn ist ein Garten, in dem Garten ist ein Baum, in dem Baum ist ein Nest, in dem Nest ist ein Ei, in dem Ei ist ein Dotter, gickes, gackes, Junges, du bist drau. Himeshza/ Nimmersch 1 ...20, die Soldaten machen einen Kranz. Der Kranz fangt an zu brennen, die Soldaten mssen rennen, ohne Strmpf, ohne Schuh, fahren sie nach Frankreich zu. Ist der Schlssel abgebrochen, 111

Abaliget

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i o U, draus warst du!

Auszhlreime mit unverstndlichen und fremdsprachigen Wrtern Aindi, maindi zuckdaindi, awi dawi domine, es Broud in da Nout, bicki backi maustod. Asl, Wasl, warmes Glasl, witz, wutz, ausgestutz. Rippche, tippche, schneller, weller, weg. An, dan, dinus, Sau, rager, winus, Sau, rager, dippe dappe, ele, wle, bane, buff.

Budars/ Wudersch

Kn/Kaan Kaposszekcs/ Sektsching

Pilisborosjen/Weindorf

Aeggdm, bggedem, ziginee, habene domine, Atz, btz, zingawo, wea, wea, diggano.

Solymr/ Schaumar

Auszhlreime mit Fragen nach der Zahl Endela, wendela, hau mich net, Kraut und Bohne mog i net. Schlosser will mai Schlo beschlagn, wieviel Nagl muss man haben? drai, sechse, nain, 112

Die ungarndeutsche Kinderliteratur


Mdl hol Wain Knecht, schenk ai, Hr, sauf aus, groer Esl, bischt scho long genuch da draus.

Kn/Kaan

Der Schmied wollt mir das Pferd beschlagen, Wieviel Ngel muss er haben, wieviel, sag es du! Kakasd/ Kockesch

N.N. hat ein weies Hemdchen an. Wie viel Knpfchen sind daran? Drei, 1, 2, 3.

Alsnna/ Naane

Adam is in Gorte gonge, wieviel Vchl hot a gfonge? Ons, zwa, draie, du bist freie. Kakasd/Kockesch StePhan is in Gorte gonge, wieviel Vgl hot er gfonge? 1, 2, 3, du bist frei. Szgy/Saad Auszhlreime anderer Art Ich und du, Mller seine Kuh, Mller seine Esel, den hairst du. (heiratest). Alsnna/Naane Ich und du, 113

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Mllersch Kuh, Mllers Katrin heiratst du.

Kaposszekcs/ Sektsching

Ich und du, s Mllers Kuh, s Mllers Esel, der bist du. Kakasd/ Kockesch Ich und du, Mllersch Kuh, Ochs, Esl, das bist du!

Kaposszekcs/ Sektsching

Gehn ma zu dem Wasser, fangen Fisch. Madl, will st mich heiraten, sag mirs gwi. Ene, bene, bischeli, Brombeerebusch, Schatz geh weg, ich werf dich in Dreck.

Pl

Mein Vater hat ein Garte kauft, in dem Garten ist ein Baum, auf dem Baum ist ein Nest, in dem Nest ist ein Ei, in dem Ei ist ein Dotter, in dem Dotter ist ein Vogel (Has) und der Vogel scheit dir dreimal auf den Ast. Tevel

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


Mein Vater hat ein Haus gekauft, in dem Haus war ein Garten, in dem Garten stand ein Baum, in dem Baum ist ein Nest, in dem Nest ist ein Ei, in dem Ei war ein Has, der sa im Gras und tut dir auf dein Nas.

Nodl, Nodl, Fingahuat, (Nadel, Fingerhut) stirbt da Baua, is net guat, (Bauer) stirbt die Burin i soglaich, geingan die Eingl mit da Laich. (Engel Leiche) In da inglgoun steht a voula Floschn, (Flaschen) trink aus, sauf aus, groua Eisl, du bist draut. (Esel) Budars/ Wudersch

Herr Notr schickt mich her, ob das Krbl fertig wr. Morgen um acht wirds gemacht, morgen um nein wird das Krbl fertig sein. Tevel

Edelmann, Bettelmann, Bauer, Soldat, gr die Tochter, gr die Mahd (Magd) Kenich, Kaiser, (Knig) Housaschair. (Hosenscheier) Kaposszekcs/ Sektsching 115

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Fragen und Aufgaben zum Text 1. Um die Beschreibung welchen Reimtypus geht es im Folgenden? Unterstreichen Sie.

a) Wiegenlieder, Segenspruch, Spiele mit dem Krper, Kniereiterreime, Spiele mit den Fingern, Zuchtreime, Abendgebete, Reigenlieder, Auszhlreime ____ sind als rhythmische Spielformeln nicht nur Mittel zum Zweck, bloe Einteilung zu einem Spiel, sondern oft Spiel an sich, spannungsvoll und lustbetont. 2. bersetzen Sie folgende Reime ins Hochdeutsche. Liewi Frau, moachs Tierl auf, und los ti liewi Sunne raus. ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________ Storch, Storch, Staine, mit de lange Boine, fliege brs Bckehaus, bring a Korb voll Semml raus, mer oine, der oine, ondre Kendr gor koine. ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________ Mjkeefa, sum, sum, sum, fliag fuat. ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________ Schnek, Schnek, rek (schtrek) tini viia Heana raus, sunst schmis i ti iwea Holdahaus (Kloukkehaus). ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________

5. Lautmalerei Um welche Tiere geht es? Kum mit, kum mit _________________________________

Kristus is kepoan! Wou, wou? Zu Betlehe-em.

_________________________________ _________________________________ _________________________________

6. Was ist die richtige Reihenfolge der Zeilen? ____ dr Hund schait Kreide, ____ Saft, Saft, Waide, ____ und de alte Waiwr fresses gern

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____ dr Hund schait Pfefferkorn ____ kriagn ma Oasch voi Pudawix ____ kom ma ham und kena nix, ____ Intn, Tintn, Tintnglos, ____ gehn ma in d'Schui und lernen wos,

____ in dem Ei ist ein Dotter, ____ Mein Vater hat ein Garte kauft, ____ und der Vogel scheit dir ____ in dem Garten ist ein Baum, ____ in dem Nest ist ein Ei, ____ auf dem Baum ist ein Nest, ____ dreimal auf den Ast. ____ in dem Dotter ist ein Vogel (Has) 7. Ergnzen Sie die fehlenden Wrter.

Was _______________________ nicht lernt __________________ Hans nimmermehr.

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III. Die Welt des Schulkindes Spiele A) Spiellieder Tanzartige Spiele

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B) Lauf- und Fangspiele Fangen im unbegrenzten Raum Diese Spiele fhren nicht immer eine eigene Bezeichnung, meist heit es blo Nachlafjes. Grasl, Grasl, Waibeer, kummt dr Hirt, da greint er, hot a rots Kappl auf, um und um mit Masche drauf. Maschl is schmutzig, dr Peter is trutzig.

(schreit)

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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


Die Kinder tun als ob sie Gras pflcken; dabei kommt der Hirt und versucht sie zu fangen. Pilisborosjen/ Weindorf Blau, blau Fingerhut steht der Jungfrau noch so gut, Jungrau muss tanzen in den grinen Kranzen. (grnen) Schflein, Schflein knie dich, knie dich zu Fen. Kss du, wems du wllst. (willst) ber ein kauerndes Mdchen wird der obere Rock geschlagen; die anderen Kinder ziehen singend im Kreis herum. Beim letzten Wort springen alle davon und die Kauernde muss eine Nachfolgerin fangen. Pilisszentivn/St. Iwan

Fangen mit erweiterter Spielhandlung Maisle, Maisle, komm heraus. Ich komm nicht, weil du kratzt meine Auge heraus. Dann komm ich nein und kratz dir sie doch heraus. Katze und Maus werden ausgezhlt. Alle brigen Kinder, hauptschlich wird es von Mdchen gespielt, bilden einen Stirnkreis, die Hnde gefasst. Die Maus befindet sich im Kreis, die Katze auen. Die Katze will in den Kreis, die Kinder lassen sie aber nicht hinein. Gelingt es der Katze doch an einer Stelle die gefassten Hnde zu sprengen und in den Kreis einzudringen, dann drfen sie die Maus durch rasch in die Hhe gehobene Arme, hinauslassen. Die Katze muss nun wieder aus dem Kreis herauskommen, und so geht es weiter, bis es endlich der Katze gelungen ist, die Maus zu fangen. Der Reim wird dabei fters wiederholt. Ist die Maus gefangen, werden zwei andere Mdchen gewhlt. Gdre/Gedri

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Traubl stehle. Es wird von schulpflichtigen Mdchen gespielt. Die Mdchen bilden, dicht aneinander stehend, einen Stirnkreis und stecken die Kpfe zusammen. Eines geht zweimal um den Kreis herum und spricht: Traubl stehle, Traubl stehle. Hat es seinen zweiten Rundgang beendet, schreien alle anderen: lickes, lackes und heben dabei die Arme in die Hhe. Whrend lickes lackes muss das Mdchen schnell in den Kreis hinein und gleich wieder herauslaufen. Meist wird es aber gefangen und ein anderes Mdchen darf dann um den Kreis gehen. Kaposszekcs/ Sektsching Laufen um den freien Platz Faules-Ei-spielen Die Kinder bilden einen Kreis mit dem Gesicht nach innen. Ein Kind luft auen herum, und tippt eines der Kinder an, wobei nun beide um die Wette auen um den Kreis herumlaufen. Jedes trachtet, den freigewordenen Platz zu erringen. Das langsamere von beiden ist das faule Ei und das Spiel beginnt von vorne. Bakonygyirt/Gerisdorf Kslab Die Spieler stehen immer zu weit hintereinander in einem Doppel-Stirnkreis. Zwischen den einzelnen Paaren muss gengend Raum zum Durchlaufen bleiben. Zwei Kinder bleiben auerhalb des Kreises, eines ist der Fnger, das andere der zu Fangende. Sie laufen auen um den Kreis herum. Um dem Abgeschlagenwerden zu entgehen, kann das davonlaufende Kind in den Kreis laufen und sich vor das nchste Paar stellen. Von dieser, nun entstandenen Dreiergruppe muss das dritte, hinten stehende Kind die Rolle des Davonlaufenden bernehmen. Gelingt es dem Fnger, das davonlaufende Kind abzuschlagen, werden die Rollen gewechselt. Die Ausfhrung wird dadurch erschwert, dass nur in einer Richtung um den Kreis gelaufen werden darf. Kaposszekcs/ Sektsching 122

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Fangspiele mit begrenztem Fangraum Beiderseits eines abgegrenzten Spielraumes stehen sich ein Spieler, die Frau und die anderen Spieler Gnsche gegenber. Am Rande des Fangraumes lauert der Fuchs. Das Spiel beginnt mit folgendem Zwiegesprch: F: Komm her mai Gnsche. G: Ich getrau mich net. F: Vor wem? G: Vor'm Fuchs. F: Wo is er? G: Im Loch. F: Was macht'r? G: Goldiche Handtich rapplse lilili. Nun laufen alle Gnschen zur Frau. Der Fuchs versucht mglichst viele der durch den Fangraum durchlaufenden Gnschen abzuschlagen. Wer getroffen wird, muss sich zum Lauerplatz des Fuchses stellen. Die nicht gefangenen Gnschen kehren auf ihren Ausgangsplatz zurck und das Spiel beginnt von vorne. Das Spiel wird solange wiederholt, bis alle Gnschen gefangen sind. Kn/ Kaan Fnger ist blind Blind tap Einem Kind werden die Augen verbunden, die brigen laufen um dieses herum, rufen es an, berhren es schnell und laufen geschickt wieder weg, damit der Fangende lange braucht, bis er jemanden erwischt. Der Erhaschte muss mit ihm abtauschen. Kaposszekcs/ Sektsching

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C) Versteck-, Such- und Ratespiele Einfaches Verstecken Stecklches Die Kinder zhlen zuerst aus. Das brig bleibende Kind muss sich an die Wand oder einen Baum stellen und die Augen zuhalten, bis sich alle versteckt haben und eines der Versteckten ruft: Is ketue (ist getan). Nun geht das Kind suchen. Sobald es eines der Versteckten sieht, ruft es dessen Namen. Damit beginnt das Spiel von neuem; das gefundene Kind muss nun einschauen. Verstecken von Gegenstnden Versteckeles Die Ausgezhlte wird auer Hrweite geschickt, die anderen Mdchen sitzen mit gefalteten Hnden im Kreise oder in der Reihe. Die Spielleiterin legt ein Pfand, einen kleinen Stein, Stbchen, Ring u. ., in die Hnde eines der sitzenden Mdchen. Nun wird das weggeschickte Mdchen zurckgerufen, muss reihum gehen und den Gegenstand suchen. Sobald es ihn findet werden die Rollen getauscht, die Suchende wird Spielleiterin und die Ertappte muss weggehen und dann suchen. Gara Rose Rose Radje Die Kinder sitzen in einer Reihe und halten die Hnde hohl gefaltet im Scho. Ein Mdchen wird weggeschickt. Die Spielfhrerin, die ein kleines Stbchen zwischen den Hnden hat, geht die Reihe der Sitzenden entlang und streicht bei jeder mit ihren gefalteten Hnden ber deren Hnde. Bei einem der Mdchen lsst sie nun unbemerkt das Stbchen in die Hnde der Sitzenden gleiten. Ist die Spielfhrerin reihum gegangen wird das weggeschickte Mdchen zurckgerufen, das versucht, das Stbchen zu finden. Dazu spricht es:

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Rose, Rose, Rdje, wer hat mai Stakje? Ich oder du, da klopf ich, da nehm ich.

es blinzelt eine an, beim nebensitzenden Mdchen, beim nchsten Mdchen.

Hat es falsch geraten, wird das Stbchen gezeigt, das Mdchen muss neuerlich weggehen und es wird das Pfand bei einem anderen Mdchen eingelegt. Es muss so lange suchen, bis das Stbchen gefunden wird. Nun werden die Rollen getauscht. Pl Ratespiele In dem Keller, in dem Keller, da muss es dunkel sein, dort scheinet, dort scheinet, die Sonne nicht hinein. Auf welchen Scho sitzt denn du? Die Kinder sitzen im Kreis. In der Mitte steht ein Mdchen mit verbundenen Augen oder hlt sich die Augen mit den Hnden zu. Obiger Reim wird von allen rezitiert und bei den Worten: Auf welchen Scho sitzt denn du? setzt sich die Ratende auf einen Scho und muss erraten, auf wem sie sitzt. Rollenwechsel beim Erraten. Kaposszekcs/ Sektsching Rod aus (Rate aus) Ein Mdchen schaut ein. Die anderen legen ihren Zeigefinger auf ihren Rcken und eine zhlt die Finger aus: Rod aus, rod aus, hold di bildr mai Haus, welche Hand liegt?

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Die Einschauende muss raten. Hat sie falsch geraten, so sagt man: Das goldene Fingerlein. Hst du gesagt ... (Lentschi) .. Hand, httr Gott der Herr genannt. Sie muss weiter einschauen, bis sie den richtigen Namen errt. Hierauf werden die Rollen gewechselt. Szgy/Saad Ratespiele als Gewinnspiele Paar oder unpaar. Eines der Kinder nimmt eine Anzahl Bohnen in seine festgeschlossene Hand und fragt: Paar oder unpaar? Das gefragte Kind antwortet z. B. paar. Hat es richtig geraten, so gehren sie ihm, wenn nicht, so muss es die vorgewiesene Menge zahlen. (Allgemein bekannt) Erraten des Schlgers oder Reiters Stockschlagen Einer ist der Stockmeister, in dessen Scho ein Mitspieler einschauen muss. Aus der Menge der Umstehenden schlgt jemand auf das Hinterteil des Einschauenden. Daraufhin folgt ein Zwiegesprch zwischen Stockmeister und Geschlagenem: Stockmeister, ich klag! Was klagst? Harte Streich. Wer hats getan? Diesen da. Fhr ihn mit der Nase her! 126

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Ist es der Richtige, muss nun er einschauen, sonst verbleibt der Erstere solange, bis er den richtigen Schlger erwischt. Szgy/Saad, gespielt von greren Kindern (10-12 Jahre) Esl, wos troschte (was tragst)? Ein Spiel der 12-14jhrigen Buben und Mdchen. Ein Spieler geht auf allen Vieren und hlt die Augen geschlossen. Ein andrer schwingt sich von hinten auf den Esel in den Reitsitz. Gewhnlich hpfen die Mdchen auf die Buben und umgekehrt. Es wird gefragt: Esl, wos troschte? Menschenflaisch. Wer is es? Errt er es nicht, so sitzt jemand anderer auf und er muss als Esel solange ausharren, bis er seinen Reiter errt. Dann wird dieser zum Esel. Majos/Maiesch Scherzspiele Stopr in Krug Die Mdchen stehen in einem Kreis; ein Mdchen steht auerhalb. Mdchen: Stopr in Krug. Kreis: Wos is in Krug? M.: Schne Menscher und Buwe. Willst an? Kreis: Ja. Das einzelne Mdchen geht nun dreimal um den Kreis und flstert jedesmal einem Mdchen einen Bubennamen ein. Beim vierten Mal fragt sie z. B. das erste Mdchen: Mit wem hast Krppl gesse? das nun den eingeflsterten Bubennamen laut sagen muss. 127

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Das zweite Mdchen wird gefragt: Mit wem hast ausgmist?, das dritte Mdchen: Mit wem hast im Bett rumgrammlt? Die Fragen knnen vom umgehenden Mdchen frei erfunden werden; wenigstens eine davon spielt in den erotischen Bereich. Die berraschung besteht darin, dass die Mdchen, denen die Namen zuerst eingeflstert werden, nicht wissen, was sie dann gefragt werden. Szgy/Saad Alte Jungfrau in Regen und in Schnee Die Mdchen stehen im Kreis und jedes hlt einen Gegenstand verborgen in der Hand z. B. kleiner Apfel, Nsse, Zwetschken, oder auch ein Steinchen, ein Holzstbchen, ein Bschel Gras. In der Mitte sitzt ein Mdchen, die Alte. Die Mdchen singen: Da hockt eine alte Jungfrau im Regen und im Schnee. Was werden wir ihr zu essen geben? Kraut und Kaffee. Zipfer, zapfer, Hollerkrapfer, fang sie Alte, fang sie Alte! Die Alte muss die ihr dann zugeworfenen Brocken fangen, was viel Gelchter hervorruft, wenn sie in der Verwirrung statt etwas Essbarem einen Erdbrocken oder etwas hnliches auffngt. Bakonygyirt/Gerisdorf Geschicklichkeits- und Kraftspiele Flieh, Ktschje, flieh uf Kossad, bring mer maie Rocksack.

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Zwei Kinder fassen einander mit beiden Hnden (Zweihandfassung). Nun darf sich ein Kind auf die gefassten Hnde setzen und wird unter Absingung obigen Reimes fortgetragen. Kaposszekcs/ Sektsching Glserschwenken oder Tellerreiben Zwei Kinder stehen mit Zweihandfassung einander gegenber, die Fuspitzen eng aneinander, den Oberkrper ausladend nach hinten gestreckt. Sie beginnen mit ganz kleinen Schritten im Kreise umeinander zu drehen. Je schneller sie drehen knnen, ohne umzufallen, desto grer das Ansehen. Salzstoen (ung. strs) oder Waagemachen Zwei Burschen mit dem Rcken zueinander gekehrt, die sich in die Arme hngen. Der eine bckt sich nach vorne, hebt den anderen dadurch hoch. Er lsst ihn runter, und anschlieend hebt der andere wieder den einen hoch. So hebt einer den anderen wechselweise hoch. Es sieht aus, als wrde man Salz stoen, wobei die Knochen krachen und viel gelacht wird. Hahnenkampf Die Arme vor der Brust gekreuzt und auf einem Bein hpfend, stoen die Buben aufeinander. Derjenige, dessen zweiter Fu dabei den Boden berhrt, hat verloren. Bakonygyirt/Gerisdorf Kugel- und Knopfspiele Pklni In die Erde wird ein Loch gemacht. In nicht zu groem Abstand setzt jeder Spieler einige Knpfe als Einsatz auf den Boden. Ein Spieler muss mit Daumen und Zeigefinger die Knpfe in das Loch schnellen (ung. pcklni). Trifft er hinein, gehrt der Knopf ihm und er kann weiterschnellen. Gelingt es ihm nicht, kommt der Nchste an die Reihe. Bakonygyirt/Gerisdorf

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Pinzgeige Ein schnes ebenes Pltzchen wird gesubert. Jeder Mitspieler setzt eine Anzahl Kugeln: wer am meisten gesetzt hat, beginnt. Er schnellt mit dem Finger eine seiner Kugeln nach einer fremden. Berhrt sie, so gehrt die fremde Kugel ihm, hat er gefehlt, kommt der nchste Spieler zum Schnellen. Kisnyrd/ Kschnaarad Ballspiele Ocka bocka Ein Spieler wirft den Ball gegen eine Mauer und nennt dabei den Namen eines der um ihn herumstehenden Kinder. Dieses luft schnellstens herzu, whrend alle anderen davonlaufen, trachtet den Ball zu fangen und damit jemanden abzuschieen. Der Abgeschossene beginnt das Spiel von neuem. Dieses Ballspiel wird besonders am Hutzelsonntag von den Buben drauen bei den Weinkellern gespielt. Himeshza/Nimmersch Gesellschaftsspiele Faustspiel Nur wenige Personen nehmen teil. Ein Kind legt seine Faust so auf den Tisch, dass der Daumen nach aufwrts zeigt. Der Nchste ergreift mit seiner Faust den Daumen und streckt seinen in die Hhe, usw. Eine Vorsprecherin beginnt den Vers, alle antworten. Maisje, Maisje, olte Maus. Wo is die olt Maus? Hinnen (im) Holdrhaus. Wo is es Holdrhaus. Fair hots gebrennt. Wo is es Fair? Wasser hots glscht. 130

(Feuer)

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Wo is es Wasser? Brllox hats gsoffe. Wo is dr Brllox? In dicke (wilde) Wald. Wo is dr dikke (wilde) Wald? Bail hots ghackt. Wo is es Bail? In dr Schmite. Was macht dr Schmit? (Was hat der Schmit gsagt?) Dengle, dengle. . . Bei jeder Zeile wird die unterste Faust herausgezogen und oben draufgesteckt. Bei Dengle, dengle hauen alle mit den Fusten wild durcheinander. Szgy/Saad Maisje, Maisje, alte Maus. Wo ist die alte Maus? Die alte Maus ist hinter dem Halterhaus. Wo ist das Halterhaus? Das Feuer hats gebrennt. Wo ist das Feuer? Das Wasser hat es gelscht. Wo ist das Wasser? Das Wasser hat der Aprilochs gesoffen. Wo ist der Aprilochs? Der Aprilochs ist im grnen Wald. Wo ist der grne Wald? Den grnen Wald hat das Beil abgehackt. Wo ist das Beil? Das Beil ist in der Schmiede. Was macht das Beil? Dengle, dengle... Die Fuste werden bereinander gestlpt und an ihnen die alte Maus ausgezhlt. Sie beginnt das Spiel, das wie das Faustspiel abluft. Pl 131

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Brauchtmliches Spruchgut Frisch und gsund, Aufkindeln Am 28. Dezember, dem Unschuldigen Kindertag, sind die 10-12jhrigen Buben schon frh auf. Die Tage vorher hat sich jeder eine kleine oder grere Rute, eine Korbatsch, Karwatsch, gebunden. Kaum sind die Erwachsenen an diesem Tage aufgestanden, sind schon die Buben da und schlagen mit ihrer Rute auf sie ein, dabei laut ihren Spruch rufend. Danach verlassen sie das Haus; die Erwachsenen auf der Strae werden ebenso aufgekindelt wie die Bewohner der Huser, die sie besuchen. Sie bekommen dafr eine kleine Gabe, meistens Geld. rtliche Besonderheiten sind bei den einzelnen Reimen angegeben. Frisch und gsund, frisch und gsund! Zsmbk/ Schambeck Neujahrwnschen Am 1. Jnner war das Neujahrwnschen der Kinder ein berall verbreiteter Brauch. Besonders die Buben hatten es damit eilig, denn sie wurden von den Erwachsenen als besondere Glcksbringer erwartet und die ersten Wnscher reichlicher belohnt als die folgenden. Mdchen waren geduldet, aber vor ihnen mussten bereits Buben ihren Glckwunsch gesagt haben, sonst konnte es geschehen, dass man ihnen gar nicht ffnete (z. B. Pilisszentivn, Gnt). Die kleinen Kinder, die gewhnlich zu Groeltern, Paten und Verwandten gingen, hatten einfachere Sprche als die greren, die oft auer der Verwandtschaft die engere und weitere Nachbarschaft und Bekannte besuchten. berall erhielten die Kinder eine kleine Gabe, meist Geld oder pfel, Nsse und Sigkeiten. Neujahrswunsch fr ein ganz kleines Kind: Bin a klaner Bingl, stell mi ins Winkl, won i nix kau,

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fong i nix ou. Budajen/Jena

Hinterm Ofen hockt a Maus, Basl, gebt mir a was raus. Vrtesacsa/ Atschau Ich wnsch, ich wnsch, ich wei nicht was, hinterm Ofen hockt a Has, Basl, gebt mir a was. Vrtesacsa/ Atschau Wnsch euch, wnsch euch, wnsch euch was, greif in Taschl, gebt mr was; ich bin noch a klaner Mann, der ne mehr wnsche ka. Szgy/Saad Heint is neichs Johr, hint und vorn a neichs Tor, in da Mittn a goldena Tisch, auf an jedn Eck a bochana Fisch, in da Mitt a Glasl Wein, dass Herr und Frau soll lustig sein. Ich hr a Glcklein luten, ich was net, wos bedeiten, endlich fllts mir ein, dass heint neichs Johr soll sein. (neues Jahr)

(gebackener)

Zsmbk/ Schambeck

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Namenstag Am Morgen des 26. (Stefani) und 27. (Johannes) Dezember gingen in Atschau die Buben aus der Verwandtschaft zu ihren Paten und Onkeln, die an einem dieser beiden Tage Namenstag hatten und sagten ihren Spruch auf: Ich hr ein Glcklein luten, ich wei nicht, was bedeutet, es fallt mir schon endlich ein, dass heute.. (Johannes) .. soll sein. Sie wurden dafr bewirtet und bekamen eine kleine Geldspende. Vrtesacsa/ Atschau Fragen und Aufgaben zum Text

1. Wann sagt man folgenden Spruch? Unterstreichen Sie.

a) Frisch und gsund, frisch und gsund! A) am 27. Dezember C) am Dreiknigstag B) am Unschuldigen Kindertag D) am 6. Januar

b) Bin a klaner Bingl, stell mi ins Winkl, won i nix kau, fong i nix ou.

A) zu Silvester C) am 6. Januar

B) am 1. Jnner D) am Dreiknigstag

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Literatur: Grete und Karl Horak: Kinderlieder, Reime und Spiele der Ungarndeutschen. Budapest 1988. (= Ungarndeutsche Studien 2.)

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Kapitel 3: Josef Michaelis (Michelisz)

Er wurde 1955 in einer ungarndeutschen Bauernfamilie in Schomberg /Somberek Komitat Baranya geboren. Seine Vorfahren kamen laut Familienchronik 1751 aus Ubstadt nach Schomberg. Studium der deutschen Sprache und Literatur an der Hochschule fr Lehrerbildung Frankenstadt/Baja, anschlieend Studium der Geschichte an der Janus-Pannonius-Universitt in Fnfkirchen/Pcs. Seit 1977 Grundschullehrer fr Deutsch und Geschichte in Wieland/Villny.

Tiefe Verbundenheit mit der Sagen- und Mrchenwelt und mit der Geschichte des Ungarndeutschtums. Bestimmendes literarisches Erlebnis: die Lyrik Petfis. Zu den wichtigsten Vorbildern gehren noch: N. Lenau, J. Arany, M. Babits, Th. Mann, M. Radnti, E. Hemingway. Interesse auch fr die modernen Richtungen. Literarische Ttigkeit seit 1976. Verffentlichungen in "Neue Zeitung", "Signale", "Deutscher Kalender" und in den Anthologien "Jahresringe", "Tie Sproch wiedergfune" sowie "Das Zweiglein".

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Reimschnitzerei Der __________________ tut drehen, der ___________________ tut mhen, der ___________________ tut gieen, der ___________________ tut schieen, der ___________________ tut heilen, der ___________________ tut feilen, der ___________________ tut malen, der ___________________ tut mahlen, der ___________________ tut lehren, der ___________________ tut scheren, der ___________________ tut flicken, der ___________________ tut stricken, der ___________________ tut hauen, der ___________________ tut bauen, der ___________________ tut schreiben, der ___________________ tut treiben, der ___________________ tut singen die Glocke tut klingen das hren sie alle und gehen nach Haus, sie essen, sie trinken, sie ruhen sich aus. Jger Maler Schlosser Snger Lehrer Bauer Steinmetz Maurer Schfer Dichter Drechsler Stricker Grtner Mller Doktor Tschikosch Schuster

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Fragen und Aufgaben zum Text 1. Ergnzen Sie das Gedicht mit den fehlenden Substantiven! 2. Welche mundartliche Eigentmlichkeit knnen Sie im Satzbau des Gedichts beobachten? 3. In welcher Stunde, in welchem Jahrgang wrden Sie das Gedicht mit den Schulkindern behandeln?

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LSUNG Reimschnitzerei Der Drechsler tut drehen, der Bauer tut mhen, der Grtner tut gieen, der Jger tut schieen, der Doktor tut heilen, der Schlosser tut feilen, der Maler tut malen, der Mller tut mahlen, der Lehrer tut lehren, der Schfer tut scheren, der Schuster tut flicken, der Stricker tut stricken, der Steinmetz tut hauen, der Maurer tut bauen, der Dichter tut schreiben, der Tschikosch tut treiben, der Snger tut singen die Glocke tut klingen das hren sie alle und gehen nach Haus, sie essen, sie trinken, sie ruhen sich aus.

Lockruf Petra! Petra! Wo bist du? Ich bin unter den Rosen. Petra! Petra! Komm hervor, kriegst reife A ___________________! Klara! Klara! Wo bist du? Ich bin neben dem Schlitten.

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Klara! Klara! Komm hervor, kriegst wohlriechende Q ________________! Stephan! Stephan! Wo bist du? Ich bin im Haus der Tauben. Stephan! Stephan! Komm hervor, kriegst fein schmeckende T __________________! Heinrich! Heinrich! Wo bist du? Im leeren Korb der Bienen. Heinrich! Heinrich! Komm hervor, kriegst se M ______________________! Georg! Georg! Wo bist du? Hinter der Wetterfahne. Georg! Georg! Komm hervor, bekommst eine B ____________________! Fragen und Aufgaben zum Text 1. Setzen Sie die Namen von Obstsorten ein! Achten Sie dabei auf die Reime! 2. Zur bung welcher grammatischen Bereiche knnte man das Gedicht einsetzen? 3. Was bedeutet der Titel? 4. In welcher Stunde, in welchem Jahrgang wrden Sie das Gedicht mit den Schulkindern behandeln?

Goldgelb

Goldgelb ist die Goldborte, goldgelb das Goldgeld, gelb ist manche _____________________,

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gelb das Weizenfeld. Gelb ist auch der Schwefelstaub, goldgelb ist der ____________, gelb ist drres Weidenlaub, gelb des Mondes Kreis. Gelb ist noch die Aprikose, goldgelb auch der heie ____________, gelb ist manche edle ______________, gelb der Sommerstrand. Goldgelb ist der _____________________, goldgelb mancher Stein, goldgelb ist der _____________________, goldgelb auch der _____________. Gelb ist noch die ____________________, gelb manches Gesicht, goldgelb ist die _____________________, goldgelb ist das Licht. Gelb ist auch der Hederich, das Haar selbst einer ___________, goldgelb ist ein gelber Strich, doch silberwei der Schnee. Wer noch gelbe Dinge wei, der sammle sie mit Lust und Flei! EFE GINSRKONEK NONNESSLAHRT WIEN ROTIZENDILW KALPOLDOG DANS SORE SAIM STOBTETOR

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Fragen und Aufgaben zum Text 1. Setzen Sie die fehlenden Wrter ein! 2. Sammeln Sie weitere Gegenstnde, die gelb sind! 3. In welcher Stunde, in welchem Jahrgang wrden Sie das Gedicht behandeln?

LSUNGEN Lockruf Petra! Petra! Wo bist du? Ich bin unter den Rosen. Petra! Petra! Komm hervor, kriegst reife Aprikosen! Klara! Klara! Wo bist du? Ich bin neben dem Schlitten. Klara! Klara! Komm hervor, kriegst wohlriechende Quitten! Stephan! Stephan! Wo bist du? Ich bin im Haus der Tauben. Stephan! Stephan! Komm hervor, kriegst fein schmeckende Trauben! Heinrich! Heinrich! Wo bist du? Im leeren Korb der Bienen. Heinrich! Heinrich! Komm hervor, kriegst se Mandarinen! Georg! Georg! Wo bist du? Hinter der Wetterfahne. Georg! Georg! Komm hervor, bekommst eine Banane! 142

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Goldgelb Goldgelb ist die Goldborte, goldgelb das Goldgeld, gelb ist manche Obsttorte, gelb das Weizenfeld. Gelb ist auch der Schwefelstaub, goldgelb ist der Mais, gelb ist drres Weidenlaub, gelb des Mondes Kreis. Gelb ist noch die Aprikose, goldgelb auch der heie Sand, gelb ist manche edle Rose, gelb der Sommerstrand. Goldgelb ist der Goldpokal, goldgelb mancher Stein, goldgelb ist der Sonnenstrahl, goldgelb auch der Wein. Gelb ist noch die Wildzitrone, gelb manches Gesicht, goldgelb ist die Knigskrone, goldgelb ist das Licht. Gelb ist auch der Hederich, das Haar selbst einer Fee, goldgelb ist ein gelber Strich, doch silberwei der Schnee. Wer noch gelbe Dinge wei, der sammle sie mit Lust und Flei!

Wenn der Schneider... Wenn der Schneider schneidern will, dann nimmt er seinen ______________________, er nht aus Stoff ein Festgewand und tut es in den Laden. Mulden

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Wenn der Schuster schustern will, dann nimmt er ein Stck ____________________, besohlt den Schuh und putzt ihn fein sein Knnen lobt ein jeder. Wenn der Schmied beschlagen will, dann nimmt er seine _______________________, er formt aus Eisen einen Huf es dauert gar nicht lange. Wenn der Maurer mauern will, nimmt er die ________________________, zieht hoch das Haus in einem Tag so geht herum die Sage. Wenn der Maler malen will, dann nimmt er seinen ____________________, er malt ein Bild, verwertet es und reist auf eine Insel. Wenn der Bcker backen will, er knetet Teig in _______________________, macht Feuer an, bckt resches Brot und tilget seine Schulden. Wenn der Fleischer fleischern will, nimmt er sein __________________________, er schnitzelt Fleisch, fllt dick die Wurst ja keine schmeckt mir besser! Zange

Faden

Leder

Wiegemesser

Wasserwaage

Pinsel

Fragen und Aufgaben zum Text

1. Setzen Sie die fehlenden Wrter ein! 2. In welcher Stunde, in welchem Jahrgang wrden Sie das Gedicht behandeln? 144

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3. Zur bung welcher grammatischen Bereiche knnte man das Gedicht einsetzen? 4. Schlagen Sie weitere Ideen oder konkrete Aufgaben zur Arbeit mit dem Text vor! Liebesgeschichte

A) Freunde kamen auch zur Hochzeit: Herr Zwirn, Frau Fingerhut, sie tanzten froh bis Mitternacht der Mut war also gut.

B) Im Bett hat dann der Brutigam den Luftballon gekratzt, so ist o weh! die junge Frau mit lautem Knall zerplatzt.

C) Spter nahm das Prchen Abschied, ging umarmend nach Haus, die Verliebten kssten sich nun, sie kleideten sich aus.

D) Die Nadel und der Luftballon Verliebten sich in Prag, wollten einander heiraten, bestimmten auch den Tag.

E) Die Nadel war der Brutigam, der Luftballon die Braut, sie waren ja ein edles Paar, jeder hat sie geschaut. Fragen und Aufgaben zum Text

1. Stellen Sie die richtige Reihenfolge der Gedichtsteile fest! 2. Wie gefllt Ihnen die Geschichte? 3. Schlagen Sie weitere Ideen oder konkrete Aufgaben zur Arbeit mit dem
Text vor! 145

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LSUNGEN Wenn der Schneider... Wenn der Schneider schneidern will, dann nimmt er seinen Faden, er nht aus Stoff ein Festgewand und tut es in den Laden. Wenn der Schuster schustern will, dann nimmt er ein Stck Leder, besohlt den Schuh und putzt ihn fein sein Knnen lobt ein jeder. Wenn der Schmied beschlagen will, dann nimmt er seine Zange, er formt aus Eisen einen Huf es dauert gar nicht lange. Wenn der Maurer mauern will, nimmt er die Wasserwaage, zieht hoch das Haus in einem Tag so geht herum die Sage. Wenn der Maler malen will, dann nimmt er seinen Pinsel, er malt ein Bild, verwertet es und reist auf eine Insel. Wenn der Bcker backen will, er knetet Teig in Mulden, macht Feuer an, bckt resches Brot und tilget seine Schulden. Wenn der Fleischer fleischern will, nimmt er sein Wiegemesser, er schnitzelt Fleisch, fllt dick die Wurst ja keine schmeckt mir besser! 146

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Liebesgeschichte Die Nadel und der Luftballon Verliebten sich in Prag, wollten einander heiraten, bestimmten auch den Tag. Die Nadel war der Brutigam, der Luftballon die Braut, sie waren ja ein edles Paar, jeder hat sie geschaut. Freunde kamen auch zur Hochzeit: Herr Zwirn, Frau Fingerhut, sie tanzten froh bis Mitternacht der Mut war also gut. Spter nahm das Prchen Abschied, ging umarmend nach Haus, die Verliebten kssten sich nun, sie kleideten sich aus. Im Bett hat dann der Brutigam den Luftballon gekratzt, so ist o weh! die junge Frau mit lautem Knall zerplatzt.

ABC ABC am Morgen trink ich heien Tee, DEF um neun Uhr kommt mein Freund Detlef, GHI von zehn bis zwlf laufen wir Schi, JKL am Mittag ess ich Suppe schnell, MNO um vierzehn hr ich Radio, PQR um fnfzehn hol ich den Schlitten her, STU von sechzehn les ich Winnetou, VWX um siebzehn ist mein Kaffee fix, Y und Z am Abend geh ich md zu Bett.

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Fragen und Aufgaben zum Text

1. Welche Vorschlge haben Sie zur Arbeit mit dem Text? Sprhregen RegenWolken Trop Trop Trop Trop Trop Trop Trap Trop Trop Trop Trop-fen Trop-fen Regentrop-fen Trop-fen Trop-fen Trop-fenperlen Trop-fen Trop-fen Regentrop-fen Trop Trop Trop Trop Trop Trop Trop Trop Trop Trop Regenbogen.

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Tropfen Tropf S T E I N T r o p f e n . . . N I E T S Tropf

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Winter Die dicke Schneemtze glitzert und beleuchtet die grauen Bume. Schneeflckchen fallen. Als wenn sie helle Schneeglckchen wren. Der reine Winter blht jetzt. Nur der grne Tannenbaum steht still doch stolz und er trumt sich den Frhling.

Fragen und Aufgaben zu den Texten

1. 2. 3. 4.

Welche Form haben die Gedichte? Welche hnlichkeiten entdecken Sie zwischen den drei Gedichten? Was bedeutet konkrete Poesie? Prfen Sie im Gedicht Winter Zeile fr Zeile, wo und wie der Inhalt und das Visuelle bereinstimmen. 5. Schreiben Sie weitere Bildgedichte ber weitere Naturereignisse.

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Der Maulwurf und die Feldmaus

A) Den Streit sollten wir beenden! schlug schlielich der Maulwurf vor. Gut! Gehen wir zum Eichktzchen, es soll entscheiden, wen es heiratet, stimmte die Feldmaus zu. So gingen alle zwei zum Eichktzchen und erzhlten ihm alles. Das Eichktzchen hrte aufmerksam zu, dann sagte es: Ich werde dessen Frau, der drei Proben besteht. Beide waren mit dem Vorschlag einverstanden.
Ihr habt die erste Probe bestanden. Jetzt folgt die zweite Aufgabe, ein Rtsel: Erst wei wie Schnee, dann grn wie Klee, dann rot wie Blut, schmeckt jedem gut. Was ist das? Die Freier blickten einander an, konnten die Frage aber nicht sofort beantworten. Sie rannten in den Wald, um die Lsung von jemandem zu erfahren. Als der erste Stern am Himmel erschien, standen sie wieder vor dem Eichktzchen. Der Spatz hatte der Feldmaus, der Star dem Maulwurf die Auflsung des Rtsels verraten. ,,Na, woran habe ich gedacht? An die Kirsche, lautete die gemeinsame Antwort. Am Waldrand lebten einmal zwei Freunde, der Maulwurf und die Feldmaus. Im Guten und im Bsen blieben sie einander treu. Einmal kam es zwischen ihnen aber doch zu einem Streit. Beide verliebten sich in ein Eichktzchen. Sie wurden eiferschtig aufeinander und stritten sich oft ber diese Liebe. Die Feldmaus und der Maulwurf whlten die Erde in der ganzen Umgebung auf, bohrten berall Lcher, fanden den Ring aber trotzdem nicht. Sie konnten ihn ja auch nicht finden, weil ihn das Eichktzchen gar nicht versteckt hatte. Es wollte blo die beiden loswerden, weil es die Waldkatze liebte. Das wissen die beiden ehemaligen Freunde aber bis heute nicht. Seither whlen die Feldmuse und die Maulwrfe im Garten, auf der Wiese und im Wald.

B)

C)

D)

E) Ich sehe, die dritte Probe wird alles entscheiden. Ich hatte mir einen Goldring beim Schmied anfertigen lassen und ihn irgendwo vergraben. Wer mir den Ring als erster an den Finger steckt, der soll mein Mann werden, sagte das Eichktzchen.
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Die ungarndeutsche Kinderliteratur


Die erste Aufgabe lautet: Bringt mir den schnsten Schatz des Waldes. Die beiden ehemaligen Freunde machten sich auf den Weg. Erst spt abends kamen sie zurck. Der Maulwurf brachte eine Nuss, die so gro wie eine Kinderfaust war, die Feldmaus berreichte dem Eichktzchen eine seltene Blume.

F)

Aufgabe zum Text: Lesen Sie die Textteile, und stellen Sie ihre richtige Reihenfolge fest.

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LSUNG Der Maulwurf und die Feldmaus Am Waldrand lebten einmal zwei Freunde, der Maulwurf und die Feldmaus. Im Guten und im Bsen blieben sie einander treu. Einmal kam es zwischen ihnen aber doch zu einem Streit. Beide verliebten sich in ein Eichktzchen. Sie wurden eiferschtig aufeinander und stritten sich oft ber diese Liebe. Den Streit sollten wir beenden! schlug schlielich der Maulwurf vor. Gut! Gehen wir zum Eichktzchen, es soll entscheiden, wen es heiratet, stimmte die Feldmaus zu. So gingen alle zwei zum Eichktzchen und erzhlten ihm alles. Das Eichktzchen hrte aufmerksam zu, dann sagte es: Ich werde dessen Frau, der drei Proben besteht. Beide waren mit dem Vorschlag einverstanden. Die erste Aufgabe lautet: Bringt mir den schnsten Schatz des Waldes. Die beiden ehemaligen Freunde machten sich auf den Weg. Erst spt abends kamen sie zurck. Der Maulwurf brachte eine Nuss, die so gro wie eine Kinderfaust war, die Feldmaus berreichte dem Eichktzchen eine seltene Blume. Ihr habt die erste Probe bestanden. Jetzt folgt die zweite Aufgabe, ein Rtsel: Erst wei wie Schnee, dann grn wie Klee, dann rot wie Blut, schmeckt jedem gut. Was ist das? Die Freier blickten einander an, konnten die Frage aber nicht sofort beantworten. Sie rannten in den Wald, um die Lsung von jemandem zu erfahren. Als der erste Stern am Himmel erschien, standen sie wieder vor dem Eichktzchen.

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Der Spatz hatte der Feldmaus, der Star dem Maulwurf die Auflsung des Rtsels verraten. ,,Na, woran habe ich gedacht? An die Kirsche, lautete die gemeinsame Antwort. Ich sehe, die dritte Probe wird alles entscheiden. Ich hatte mir einen Goldring beim Schmied anfertigen lassen und ihn irgendwo vergraben. Wer mir den Ring als erster an den Finger steckt, der soll mein Mann werden, sagte das Eichktzchen. Die Feldmaus und der Maulwurf whlten die Erde in der ganzen Umgebung auf, bohrten berall Lcher, fanden den Ring aber trotzdem nicht. Sie konnten ihn ja auch nicht finden, weil ihn das Eichktzchen gar nicht versteckt hatte. Es wollte blo die beiden loswerden, weil es die Waldkatze liebte. Das wissen die beiden ehemaligen Freunde aber bis heute nicht. Seither whlen die Feldmuse und die Maulwrfe im Garten, auf der Wiese und im Wald.

Josef Michaelis: Der Fisch und der Frosch

(Aus: Zauberhut)

Es war einmal eine Mhle, neben der Mhle ein Weidebaum, am Stamm des Baumes ein Mhlstein, und nicht weit vom Stein ein runder See. In diesem See lebten der Fisch und der Frosch. Dem Fisch kam einmal der Gedanke, den Frosch zu besuchen. Der sa eben auf dem Seegras und jagte einen Fliegenschwarm mit seiner Zunge. Guten Tag! grte der Fisch, dann fragte er: Lieber Nachbar! Die Tage vergehen so eintnig. Hast du nicht Lust, mit mir eine Weltreise zu machen? Aber wie, antwortete der Frosch. Weit du, ich mchte das Glck finden, und damit meinen alten Wunsch befriedigen, fgte der Fisch noch hinzu. Also, dann los, rief der Fliegenschnapper, ein kleiner Luftwechsel wird mir sicher gut tun. Die Sonne schien hei und die beiden wurden bald mde. Fr ein Viertel Stndchen ruhten sie sich aus, aen etwas und plantschten im seichten Teichlinswasser. Wir haben Glck, sprach der Fisch, denn, wenn heute ein regnerischer Tag wre, mssten wir eine schwerere Wanderung mitmachen. Nach der Rast machten sie sich wieder auf den Weg. Einem Storch, der im baumelnden Rhricht nach Beute suchte, gingen sie auch glcklich aus dem Wege. Am Abend kamen sie zu einer verlassenen Zille. Wir haben Glck, hier knnen wir bernachten, sagte mit Freude der Fisch. Am nchsten Tag gingen sie weiter und trafen sich wieder mit dem Glck, und zwar einmal in Form eines Triftholzes, ein andermal im Wind, der die Wellen in 153

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Richtung ihres Wanderweges aufpeitschte. Am dritten Tag kamen sie zur Mhle zurck. Mir schien die Welt rund, sprach der Frosch zu seinem Nachbarn. Und ich habe herausbekommen, dass das Glck jedem hold ist, man muss nur mit offenen Augen durchs Leben wandeln, stellte der Fisch fest. Inzwischen kam der Mllerknecht, um den Mhlstein in die Mhle zu tragen. Der Stein rutschte ihm aber aus den Hnden und rollte in den See. Dort blieb er im Schlamm stecken, fiel auf die Seite, gerade auf die beiden Freunde. Der Fisch wurde von der Last des Mhlsteines so flach wie ein Brett, und vor Schreck stumm. Der Stein drckte auch seinen Freund, den Frosch platt. Und weil er gerade ber das Mittagessen sprach und das Wort Quark sagen wollte, jedoch nicht beenden konnte, hrt man seit dieser Zeit nur Quak von ihm. Die Geschichte htte auch schlechter enden knnen, zum Glck rannte der Mllerknecht gleich nach dem Mhlstein, hob ihn auf und rollte ihn in die Mhle. So ertranken die Freunde nicht.

Josef Michaelis: Das Igelmdchen

(Aus: Zauberhut)

Es lebte einmal irgendwo auf der Welt in einem mchtigen Kiefernwald, unter einem Haselbusch ein Igelmdchen. Es war nicht nur durch seinen Hochmut berhmt, sondern auch durch seine Schnheit. Die Stachelschweine trugen damals noch ebenschwarze, samtweiche Haare. Eines Abends, als der Mond hell schien, ging das Igelmdchen wieder auf die Spitze des nahen Berges, kletterte auf einen Maulwurfshgel, um im Spiegel des Mondes sich seiner Schnheit zu ergtzen. Der Fledermausjunge flog jeden Abend zu ihm, um die vollendete Schnheit des Igelmadchens zu bewundern. Er hielt schon mehrmals um seine Hand an, aber es lachte ihn wegen seiner groen Ohren immer nur aus. Der Muserich zog wegen seinem Schwanz den krzeren. An den anderen Bewerbern fand es auch Fehler. Ich will nur den Pfau! sagte es wiederholt. Der Stolz des Igelmdchens wurde auch der Eule bekannt, die zum Richter der Tiere gewhlt wurde. Sie flog auf einen Baum, der neben dem Maulwurfshgel gewachsen war, und sprach zum Igelmdchen: Warum hast du alle deine Freier zurckgewiesen? Weil ich schn bin, sie dagegen garstig, und haben Fehler, antwortete es. Meinst du, die Schnheit wre die grte Tugend? fragte jetzt die Eule. Die wichtigste auf der Welt, antwortete das Igelmdchen. Die Eule blickte mit ihren groen Augen auf das Igelmdchen und sagte kurz: Wegen deinem 154

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Hochmut wirst du bestraft. Du sollst an deiner eigenen Haut erfahren, dass es wichtigere Sachen gibt als die Schnheit. Hiermit erhob sich die Eule und verschwand zwischen den Bumen. Das Igelmdchen blieb auf dem Maulwurfshgel und nahm weiterhin ein Mondbad. Bald berfiel es der Schlaf. Nur von einem Donnerschlag erwachte es. Wolken bedeckten den Himmel, und schon strmte der Regen. Das Igelmdchen sprang auf, rannte ber Stock und Stein, damit die Haare nicht nass werden. In der groen Eile stolperte es ber eine Wurzel, rollte, rollte, rollte herunter vom Berghang. Zuerst purzelte es durch eine Pftze, dann rutschte es durch einen dreckigen Waldweg, endlich rollte es durch Nadelbltter, die von den Bumen heruntergefallen waren. Die Nadeln stachen dem Igelchen ins Gesicht, bohrten sich in seinen Rcken. Umsonst wollte es die Nadelbltter herunterschtteln, sie blieben ewig an seinem Rcken hngen. Seit dieser Zeit haben die Igel Stacheln Weil aber die Eule auch weise war, schenkte sie dem Igelmdchen Kraft statt Schnheit. Seither kugelt sich der Igel zusammen. wenn der Fuchs ihn anfllt, und die hervorstehenden Stacheln beschtzen ihn vor Gefahr.

Josef Michaelis: Der Fuchs und der Hase

(Aus: Zauberhut)

In frheren Zeiten waren der Fuchs und der Hase ein Herz und eine Seele. Sie schlenderten zusammen durch den Wald, rannten miteinander nach regenbogenfarbigen. Schmetterlingen auf der Wiese und wehrten sich zusammen gegen den falschen Wolf. Auf Beute gingen sie auch gemeinsam in den Hof eines reichen Bauern, der am Rande des Dorfes wohnte. Der Fuchs mauste Hhner, der Hase benagte im Garten die Krautkpfe. Die Weise des Stehlens heckten sie auch aus. Fr die Zeit, whrend der Hase im Krautgarten a, bewachte der Fuchs seinen Freund, und stahl der Fuchs Geflgel im Hhnerstall, stand der Hase neben dem Lattenzaun auf Wache. In einer Nacht, als den Mond rosa Wolken bedeckten, gingen die Freunde auf Nahrungssuche ins Dorf. Sie schlichen sich ins Haus des Bauern. Die Umgebung schien ihnen still, nur ab und zu heulten Hunde in der Ferne. ,,Heute werden wir es leicht haben, ergriff der Fuchs das Wort, ,,sicher schlft die ganze Familie schon.

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Wir brauchen nicht Wache stehen, stimmte der Hase zu, und als er sich nochmals umblickte, sprang er in den Krautgarten. Sein Freund wartete noch eine kleine Weile, und weil auch ihm nichts verdchtig war, stahl er sich zum Hhnerstall fort. Fenster und Tr waren unverriegelt. Der Dieb steckte seinen Fu in die Lcke und ffnete still die Tr. Vor Schreck fingen die Hennen an zu gackern. Na, hier ist der gedeckte Tisch! dachte der Schlaukopf und erwischte ein kropfiges Huhn, dann wollte er sich davonmachen. Pltzlich aber konnte er keinen Schritt tun. Jemand ergriff stark seinen Schwanz. Der Fuchs schaute nach hinten und sah den Bauern. Endlich habe ich dich! rief der Hausherr. Es hat sich gelohnt, mich im groen Korb zu verstecken. Au! schrie der Fuchs, weil das Drcken ihm wehtat. Er lie die Henne los und klammerte sich an die Tr. Doch der Bauer hielt ihn fest. Der Fuchsschwanz begann sich zu strecken und wurde immer lnger. Pltzlich jedoch entglitt er den Bauernhnden, und der Mann fiel rcklings zwischen die Hhner. Der Fuchs rannte los, durch den Hof auf den Garten zu. Fliehe hrte er jetzt die Stimme des Hasen. Vor dem Fuchs wurde ein Schatten sichtbar, in dem er den Sohn des Bauern erkannte. Der fuchtelte mit einer Axt herum. Vor Angst strubte sich das Schwanzfell des Fuchses. Doch rannte er in grter Hast zwischen den Fen des Burschen in die Richtung des Waldes. Bald hrte er Geschnaube von hinten, so beschleunigte er seine Schritte. Laufe doch nicht so wild! Ich bin es, dein Freund, sprach eine Stimme aus der Dunkelheit. Der Fuchs blieb endlich stehen und erwartete den Hasen neben einer Pappel. Sein Freund schluchzte herzzerreiend. Warum weinst du? fragte ihn der Fuchs, wir sind doch davongekommen. Ich habe nur noch einen halben Schwanz, jammerte der Hase, mit der Axt hat ihn der Bauernsohn abgehauen. Der Fuchs lachte den Hasen aus, der darauf sehr zu weinen begann. Whrend die beiden Freunde sich ausruhten, kam der Mond hinter den rissigen Wolken hervor. Den Weg berschwemmte ackersenfgelber Mondschein. Da fing der Hase an von Herzen zu lachen: Du hast ja einen lngeren Schwanz! Und wie aufgepludert er ist! Der Fuchs sah jetzt, was mit ihm geschehen war. Er schmte sich sehr. Dann aber donnerte er den Hasen an: Du bist schuld daran! Du wolltest, dass wir heute nicht auf Wache stehen. Mach, dass du fortkommst, sonst fresse ich dich mit Haut und Haaren. Der Hase erschrak und machte sich auf die Sohlen. Seit diesem Diebstahl ist der Hasenschwanz kurz, der Schwanz des Fuchses lang und ppig. Die Nachricht von diesem Vorfall hat sich verbreitet, so hrte auch ich diese Geschichte. 156

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Literatur Michaelis, Josef (1994): Zauberhut. Budapest, Verband der Ungarndeutschen. Daczi, Margit Klein, gnes Zrnyi, Andrea (2003): Lies mit, denk mit! Ungarndeutsche Autoren im Unterricht. Szeged.

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Kapitel 4: Der Teufelsgipfel. Ungarndeutsche Volksmrchen fr Kinder.


Wo die Mrchen entstanden: Die Siedlung Palkony/Palgan liegt in einer schnen hgelreichen Landschaft, nrdlich vom Wielander/Villny Gebirge. Die einzige Strae des Dorfes zieht sich schlngelnd mit dicht aneinander gereihten Husern auf einem sanft ansteigenden Hgel. In den knstlich angelegten Teichen wird eine rentable Fischzucht betrieben. Auf dem mittelmig fruchtbaren Hotter wird vorwiegend Getreide angebaut. Ackerbau und Viehzucht sind heute der Hauptwirtschaftszweig. Palgan war frher wegen des auf dem Berghang angebauten Rotweins weit berhmt. Der nach dem II. Weltkrieg vernachlssigte Weinbau blht wieder auf. So erhielt der Weinberg allmhlich sein ehemals charakteristisches Gesicht. Die Wohnhuser im Dorfe zeigen einen typisch ungarndeutschen Baustil. Es sind Langhuser. Der Giebel ist ganz einfach ausgebildet und schaut mit zwei Fenstern und zwei Bodenlchern (Luken) auf die Strae. Die Wohnzimmer und bei den alten Bauern auch der Viehstall und der Schuppen sind in einer Lnge gebaut. Die neueren Huser haben vor der Wohnung einen mit Pfeilern verzierten Gang. Dort sperrt meistens der Schuppen und in manchen Fllen auch der Viehstall den schmalen Hof mit dem Wohnhaus einen Winkel bildend ab. Hinter dem Hof liegen der Dreschplatz, dann meistens ein kleiner Obstgarten und zuletzt der Gemsegarten. Palgan ist eine sehr alte Siedlung. Die erste Urkunde, die das Dorf erwhnt, stammt aus dem Jahre 1296. Whrend der Trkenzeit starb die Einwohnerschaft fast aus, und um die Bevlkerungsverluste in dieser Gegend zu ersetzen, wurden hier 1746 deutsche Kolonisten angesiedelt. Woher sie kamen, wei man nicht genau. Die hier gesprochene Mundart trgt einen bayrisch-frnkischen Charakter. Vor dem II. Weltkrieg war die Gemeinde eine fast rein ungarndeutsche Siedlung. Heute besteht die Einwohnerschaft aus Ungarn und Deutschen. Die Anzahl der Deutschen betrgt 40%. Die ltere Generation spricht noch ihren Dialekt, der noch meist von den Groeltern den Kindern berliefert wird. Die Kinder der ungarndeutschen Familien nehmen auch an dem Deutschunterricht in der Kreisschule in Wieland/Villny teil. Die ehemals bunte Volkstracht ist schon fast ausgestorben. Nur noch die alten Frauen tragen die, natrlich ihrem Alter entsprechend schlichte, dunkelfarbige

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Volkstracht. Die jngere Generation kleidet sich der Mode gem, auch darum, weil sie viel praktischer ist als die Volkstracht. Die Einwohnerschaft bestand vor dem II. Weltkrieg vorwiegend aus Einzelbauern. Viele andere sind in Betrieben in Fnfkirchen/Pcs; Wieland/Villny, in der Ziegelei von Kowisch/Villnykvesd oder im Staatsgut von Wieland/Villny beschftigt. Die Pflege der Nationalittenkultur und des Brauchtums: Frher war das drfliche Kulturleben der deutschen Nationalitt bunter und reicher als heute. Die Leiter des Kulturlebens waren der Lehrer und die Lehrerin. Sie grndeten Laienspielgruppen, die an Feiertagen Vorstellungen gaben. Die meisten Vorstellungen fanden aber im Winter, besonders in der Faschingszeit statt. Unter den Jugendlichen traten auch Erwachsene auf. Das Volk unterhielt sich auch mit Singen. Besonders im Sommer wurde viel gesungen. Abends, wenn man mit der Arbeit fertig war, kam die Jugend bei einem Haus zusammen, oder spazierten Jungen und Mdchen Arm im Arm auf der Strae auf und ab und sangen die schnen alten Volkslieder. Vergngen bereitete auch das Erzhlen. Abends sa die Familie beisammen. Die Arbeit war getan, zum Schlafen gehen war es noch zu frh, man unterhielt sich. Man sprach ber die Arbeit, alte Geschehnisse, wunderbare Geschichten und die Kinder wnschten sich ein Mrchen. Beim Petroleumlicht oder auch ohne Licht, beim Schimmer des Feuers vergingen die Abendstunden in vertrauter Stimmung. Mrchen erzhlte man auch unter Erwachsenen. In der Spinnstube und im Herbst beim Maisschlen hrte man gern einem Alten zu, der die alten Mrchen mit besonderer Erzhlweise vortragen konnte. Zu den Kulturschtzen gehren auer den Mrchen und Liedern die Verse, Sprche, Kinderspiele. Auch diese wurden der jngsten Generation berliefert. Mit den Feiertage verbinden sich verschiedene Bruche. In die Feierlichkeiten und Vergngungen wurden auch die Kinder einbezogen. So wurden Sprche, Spiele und Handlungen gelehrt, wie sie bei solchen Gelegenheiten Brauch waren. Dies trug dazu bei, aus der Einwohnerschaft der Gemeinde eine Gemeinschaft zu bilden. Frher war die Gemeinde der Wohnort und zugleich der Arbeitsplatz der Einwohner. Heute suchen sich die meisten irgendwo anders Arbeit, das Dorf ist ihr Wohnort, oft nur ihr Schlafort. So ist das einheitliche Brauchtum im Verfallen begriffen; fr die Erwachsenen ist es fast ganz ausgestorben, nur noch die Hochzeitsbruche leben manchmal auf. Fr die Kinder sind noch einige Bruche

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lebendig: so das Neujahrwnschen und das Ratschen vor Ostern. Von den Ungarn bernahmen sie das Bespritzen der Mdchen zu Ostern. In den ungarndeutschen Familien, wenn auch nur mit beschrnktem Wortschatz, lebt doch der Dialekt weiter. Seit im Kindergarten in der Zentralgemeinde die deutschen muttersprachlichen Beschftigungen eingefhrt wurden, erlebt in einigen Familien die Vermittlung der Sprache mit Mrchen, Sprchen und Liedern eine neue Blte. Diese Tendenz ist den Groeltern zu verdanken. Whrend die Eltern arbeiten, werden die Kinder den Groeltern berlassen. Damit sie keinen Unfug treiben, unterhlt man sie durch das Erzhlen schner Volksmrchen, durch das Singen alter Volks- und Kinderlieder und die Einprgung der Kinderverse.

Der Teufelsgipfel (Eine Volkssage) Wenn man von der Dorfsmitte, von Palgan nach Sden zum Gebirge hinaufschaut, sieht man hinter dem Berg bei der Bahnstation einen schwarzen Bergkamm mit zwei Gipfeln hervorragen. Diesen bedeckt vom steilen Abhang an ein dichter Wald mit verschiedenen Baumsorten, aber oben, um den hchsten khlen Gipfel und den Kamm entlang, wo der Wind immer braust, stehen dunkle Wacholder und Kiefern. Ein schmaler Streifen auf dem Kamm und die beiden Gipfel liegen kahl. Da starren schwarze Felsen aus dem Boden. Von seinen dunklen Wacholdern und Kiefern und den schwarzen Felsen bekam der Berg mit den zwei Gipfeln seinen Namen: Der Schwarze Berg. Man glaubt, dass hier frher der Teufel hauste, und wenn er hier in den Berg hinabstieg, qualmte dichter Rauch aus der Erde hervor. Darum wurden die Felsen so schwarz und die Nadelbume so dunkel. Noch heute sagt man: Der Schwarze Berg raucht, wenn dicke, schwarze Wolken ber dem Gipfel hngen. Die Gromtter und Grovter erzhlen ber diesen Teufel eine merkwrdige Geschichte. Der Teufel besuchte oft eine Hexe, die in Grohschen wohnte. Ihr Haus stand in nchster Nhe des steilen Felsenberges. Diese alte Hexe hatte eine wunderschne Stieftochter. Ihre Haare waren schwarz wie Pech, aber weich wie Seide. Ihre dunklen Augen strahlten so freundlich, wie der Abendstern am Himmel. Schn war sie mit ihren 15 Jahren, wie eine junge Rose. Ihre hinreiende Schnheit war weithin im Land bekannt.

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Auch dem Teufel selbst fiel die ungewhnliche Schnheit auf. Er lie der Hexe keine Ruhe, fortwhrend warb er um die Hand des Mdchens. Zum Schluss war die Hexe unter einer Bedingung einverstanden: Wenn du meine Stieftochter haben willst, musst du den Grohschener Berg bis zum ersten Hahnenschrei aufackern. Schaffst du es nicht, so musst du auf ihre Hand verzichten. Ein Handschlag besiegelte die Sache. Als es Abend wurde, und der erste Stern am Himmel blinkte, spannte der Teufel 13 Kater vor den Pflug und begann die Arbeit. In frhlicher Stimmung lief er dem Pflug nach und ermunterte die Kater: Heidi, ihr Kater! Heidi! Schitz! Die Zeit verging langsam. Der Teufel kam gut voran. Heiter schritt er in der Furche dem Katergespann nach. Doch bekam er immer Steine in seine Patschker. Darum, wenn er oben mit seinem Pflug ankam, entleerte er bei jeder Furche erst seine Patschker und fuhr erst dann mit seinen Katern hinunter. So wurde der Berg immer hher und bekam den spitzen Gipfel. Die Hexe legte sich ruhig zu Bett und dachte: Der Teufel kann die Aufgabe doch nicht erfllen. Das ist unmglich! Doch schlief sie unruhig und wurde zu Mitternacht pltzlich wach. Ich muss doch mal hinausschauen, wie weit der Teufel schon mit seiner Arbeit ist, dachte sie. Heil schien der Mond, als sie hinausging. Sie schaute den Berg hinauf, und was sie sah, bereitete ihrem Herzen Angst! Der Berg war schon halb aufgeackert. Bis zum Morgen schafft er das! packte sie die Furcht. Von Reue gepeinigt weinte sie: Warum habe ich meine Stieftochter dem Teufel versprochen? Sie ging ins Zimmer und streichelte sanft ihre schlummernde Tochter. Es tat ihr um sie leid: Jetzt muss ich dich doch dem Teufel geben! Ach, das kann ich nicht ertragen! Der Morgen war noch weit, und wie sie die Trnen aus den Augen wischte, kam ihr ein Gedanke. Sie lief zum Hhnerstall, hockte sich hinein und fing an zu krhen. Sie krhte so naturgetreu, dass der Hahn erwachte und mit ihr krhte. Der Nachbarshahn antwortete darauf, dann einer im nchsten Haus, schlielich wurden alle Hhne im Dorfe wach und krhten, einer nach dem anderen. Das Mdchen war gerettet. Der Teufel hrte die Hhne nacheinander krhen. Er nahm die List gar nicht wahr und glaubte, die Hhne knden schon den Morgen an. Da bekam er eine hllische Wut, packte den Pflug an und schleuderte ihn mit mchtiger Kraft fort. Der flog bis Bermend. Von den Steinen und Erdbrocken, die daran hingen, wuchs dort der Berg.

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Der Teufel wollte den anbrechenden Morgen nicht am Schauplatz seines Misserfolgs erwarten und floh nach Sikls. Bei Gntr verlor er seinen rechten Patschker. Darauf wlbte sich der runde Berg. Seinen linken Patschker verlor er in Sikls. Daraus entstand der Schlossberg. Dann lief er nach Hargan zu. Die Bauern fuhren schon aufs Feld. Er schmte sich vor ihnen und kroch in die Erde. Wo er in der Erde verschwand, dort quoll heies Schwefelwasser. Nach diesem Mrchen wird der Berggipfel bei Grohschen von den Leuten Teufelsgipfel und die furchige Felswand Teufelsacker genannt.

Vorschlag fr die Arbeit am Text mit Kindern 1. Lesen Sie das Mrchen vor. Lassen Sie die Kinder ein Bild malen darber, was Sie gehrt haben. Lassen Sie sie erklren, was sie gemalt haben.

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Die Geige mit der Stimme der Knigstochter

1. Schreiben Sie eine kurze Geschichte mit Hilfe folgender Wrter: Geige, Stiefmutter, Brunnen, Schfer, Knig, Prinzessin, Mrderin, Birnbaum

Es war einmal eine Knigsfamilie. Die hatte eine wunderschne Tochter. Aber die Mutter starb frh, und weil der Vater seine Tochter nicht ohne Mutter erziehen wollte, war er gezwungen zu heiraten. Der Knig brachte also eine neue Frau ins Schloss. Diese konnte aber ihre Stieftochter nicht leiden. Die Zeit verging. Weder der Knig noch die Tochter merkten etwas von der Falschheit der neuen Knigin. Je mehr die Tochter heranwuchs, wurde sie immer schner und die Stiefmutter hasste sie umso mehr. Jahre verflossen und einmal musste der Knig in den Krieg ziehen. Als der Vater fort war, sann die Stiefmutter darber nach, wie sie ihre Stieftochter aus dem Weg rumen knnte. Einmal nahm sie das Mdchen auf einen Spaziergang mit. Sie gingen weit vom Schloss, hinaus auf die Flur. Sie kamen an einem Brunnen auf einer Weide vorbei. Die Stiefmutter stie das Mdchen hinein, warf den Brunnen mit Erde zu, um ihre Stieftochter zu tten.

2. Was meinen Sie, wie geht die Geschichte weiter?

Die Knigin ging nach Hause. Vor dem Abendbrot gab sie den Dienern Befehl, die kleine Prinzessin zu suchen. Die Diener suchten sie berall, fanden sie aber nicht. Sie stellte sich, als ob sie gar nichts von dem Geschehenen wsste. Die ist ausgerissen meinte sie. Niemand wusste etwas vom Schicksal der kleinen Prinzessin. Als der Knig vom Krieg nach Hause kam, war er ber den Verlust seiner Tochter sehr traurig. Auch seine Frau weinte und klagte mit ihm: Wohin ist unsere Tochter verschwunden? Jahre vergingen, und der Schfer trieb einmal seine Schafe dorthin, wo der Brunnen war. Staunend erblickte er ein Hgelchen, auf dem ein Birnbumchen wuchs. Das Bumchen wuchs so schnell, dass es bald zu einem groen, starken 163

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Baum wurde. Der Schfer sgte ihn ab und machte sich aus dem Holz eine schne Geige. Als die Geige fertig war, setzte er an und spielte. Aber die Geige sang mit menschlicher Stimme: Geig nur geig, du guter Schfer! Ich war einmal eine Knigstochter. Geig nur geig eine kleine Weile! Geig nur geig eine kleine Zeit! Wie der Schfer das hrte, erschrak er. Erst dachte er, er hatte nicht richtig gehrt und setzte noch einmal an. Aber die Geige sang dasselbe Lied. Der Schfer trieb seine Herde nach Hause, dann ging er ins Knigsschloss und bat um Einlass zum Knig. Er bat den Knig, er mge seine Geige anhren. Der Knig wollte aber in seiner Trauer keine Musik hren und rief die Diener, den Schfer hinauszujagen! Der Schfer aber sagte: Die Geige mssen Sie anhren, Herr Knig! Sie singt mit menschlicher Stimme und behauptet, sie wre einmal eine Knigstochter gewesen. Das erweckte im Knig Neugier, und er befahl dem Schfer zu geigen. Der Schfer setzte an, und die Geige sang: Geig nur geig, du guter Schfer! Ich war einmal eine Knigstochter. Geig nur geig eine kleine Weile! Geig nur geig eine kleine Zeit! Der Knig wollte dem Wunder zuerst gar nicht glauben. Dann nahm er die Geige in die Hand und setzte an. Jetzt sang die Geige: Geig nur geig, du guter Vater! Ich war einmal deine liebe Tochter. Geig nur geig eine kleine Weile! Geig nur geig eine kleine Zeit! Der Vater war derart erschrocken, dass er in Ohnmacht fiel. Als er zu sich kam, fragte er erstaunt: Meine Tochter soll die Geige sein? Nun musste der Schfer wieder die Geige nehmen, sie sang dasselbe wie vorher. Dann nahm sie der Knig, und wieder hrte er die Stimme seiner Tochter. Danach war die Knigin an der Reihe. Die wehrte sich: Ich kann nicht geigen. Ich will nicht Violine spielen. Der Knig ahnte, dass hier etwas nicht stimmt. Mit groer Mhe brachte er sie dazu, dass sie die Geige in die Hand nahm. Sie setzte an, und die Geige sang: Geig nur geig, du bse Mutter! Ich war einmal deine liebe Tochter. 164

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Geig nur geig eine kleine Weile! Geig nur geig eine kleine Zeit! So erfuhr der Knig, dass die bse Stiefmutter die Mrderin seiner Tochter war. Er lie sie gleich verhaften und vors Gericht stellen, wo sie dann gestand, wie sie das Mdchen umgebracht hatte. Die bse Stiefmutter wurde vom Gericht zum Tode verurteilt. Der Knig kaufte die Geige vom Schfer ab und stellte sie in sein Zimmer.

3. Was meinen Sie, wie endet das Mrchen?

Die Diener legten einen groen Scheiterhaufen an. Die bse Stiefmutter wurde darauf gebunden und verbrannt. Als sie verbrannt war, ging der Knig in sein Zimmer. Er war traurig. Er dachte: Meine Tochter ist weg, meine Frau ist weg, aber um sie ist es nicht schade, weil sie meine Tochter, die ich so gern hatte, umgebracht hat. Er nahm die Geige in die Hand, weil er die Stimme seiner lieben Tochter hren wollte. Wie er aber ansetzte, fiel die Geige auseinander, und seine schne Tochter stand lebendig neben ihm. Erst war er erschrocken, aber die Tochter umarmte ihn: Mein guter Vater! Meine liebe-liebe Tochter! sagte er. Sie waren froh miteinander und lebten glcklich, bis sie starben.

Der fliegende Gaul Als ich ein junger Bursche war, hat es noch keine Landstrae gegeben, nur Feldwege, und die waren natrlich schlecht. Damals war Palgan noch ein reiches Weinbaugebiet. Den Wein hat man in Fnfkirchen, in Petschwar und in anderen Stdten und Gemeinden verkauft. . Eines Tages habe ich ein Fass Wein aufgeladen und ihn nach Fnfkirchen zum Verkaufen gebracht. Als ich aus dem Dorf war, bin ich beim Wald mit dem Wagen in ein Loch gerutscht. Ich bin stecken geblieben. Mit der Peitsche habe ich zwischen die Pferde geschlagen, aber eines von beiden wollte nicht ziehen. Ich habe ihm zwischen die Ohren gehauen. Es ist umgefallen und sofort verreckt. Was ist jetzt zu machen? habe ich berlegt. Ich habe mein Messer genommen und ihm die Haut abgezogen. Die werde ich in Fnfkirchen verkaufen, habe ich 165

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geplant. Die Haut habe ich auf den Wagen geworfen, mich wieder auf den Sitz gesetzt und bin weitergefahren. Als ich ein Stckchen gefahren war, habe ich mich umgeschaut und gesehen, der Gaul luft mir nackt nach. Ja, was soll ich jetzt machen? Ich bin ins Nachbardorf gekommen. Da hat ein Jude gewohnt. Der hat sich mit Gnsen beschftigt. Ich habe mir Gnsefett gekauft, den Gaul damit eingeschmiert, damit er nicht austrocknet und an den Schragen gebunden. Als ich in Fnfkirchen angekommen bin, habe ich beim Wirt den Wein abgeladen. Er hat ihn bezahlt. Ich habe gegessen und getrunken. Inzwischen habe ich nachgedacht: Was soll ich mit dem Kramben machen? Die Haut kann ich ihm doch nicht mehr draufziehen! Ich spann ihn nachts ein. Wir sind heimwrts gefahren. Unterwegs sind dem Gaul Federn und Flgel gewachsen. Auf einmal hat er zu fliegen begonnen. Hoch! Weit hinauf! Der Wagen ist natrlich mit ihm geflogen, und ich habe daraufgesessen. Auf einmal bin ich heruntergefallen. Ich habe ein zehn Meter tiefes loch in die Erde geschlagen. Ich bin nach Hause gegangen, habe meinen Spaten geholt und mich ausgegraben. Als ich aus dem Loch war, bin ich gegangen, habe meine Pferde und meinen Wagen gesucht, habe sie aber nirgends gefunden. Die sind in die Welt geflogen.

Literatur Ede Herger (szerk.): Der Teufelsgipfel. Ungarndeutsche Volksmrchen fr Kinder. Gesammelt in Palkonya/Palkan Komitat Baranya/Branau. Budapest 1984.

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Kapitel 5: Der schlaue Bergmannsknappe. Mrchen der Bergleute aus dem Komitat Baranya.
Mrchen und Sagen sind der Phantasie, der Einbildungskraft des Volkes entsprungen und zeigen wohl am tiefschrfendsten, welche Lebensmglichkeiten gegeben waren, welche Sorgen und Gedanken jene bewegten, die sich seit ihrer Ansiedlung in diesem Bergwerksgebiet ihr Brot verdienten. 1. Es gibt Mrchen, Erzhlungen und Sagen, die an bestimmte Gegenden und Landschaften gebunden sind, so die unzhligen Mrchen, deren Schauplatz die Heide, die zerklfteten Gebirgszge sind oder die im Meer hausende Ungeheuer und Geister heraufbeschwren. 2. Einer weiteren Gruppe gehren die sich mit den verschiedenen Berufsschichten verbindenden Mrchen an, in denen sich Arbeit, Material und die Welt der Phantasie erzhlend vermengen. Hierzu gehren auch die Bergmannssagen. Nicht nur die Erdoberflche, eher das Erdinnere, Felsen, Hhlen, unterirdische Wasserlufe und nicht zuletzt Bergwerke und Schchte werden mit erdachten Gestalten reich bevlkert. Mrchen werden selten von einzelnen Menschen in der Abgeschiedenheit, in Einden oder Hhlen ausgeklgelt; sie haben und brauchen neben einem Entstehungskreis auch eine Zuhrerschaft und eine Umgebung. Der Wohnsitz, die Arbeit, die Naturereignisse, die Familienmitglieder und Nachbarn wie die Umwelt finden wir irgendwie in das Mrchengeschehen miteinbezogen. Auch in Mrchen sind Menschen beschrieben, wie sie sind, wie sie leben, jedoch tritt die Realitt etwas in den Hintergrund, Farben, Phantasie, einwirkende Romantik, und frher nicht erforschte Wirkungen von Natureinflssen verschmelzen Geschehen, Wirklichkeit und Erdachtes. In diesen phantasiegeborenen Erzhlungen gesellen sich zu den Menschen Fabelwesen, die Konflikte, Verwicklungen schaffen oder durch die Lsungen erreicht werden. Manche der Mrchen gewhren einen Einblick in das harte Bergmannsdasein, sie erzhlen von den Sorgen und Freuden, sie zeigen Wendepunkte im Einzel- und Gemeinschaftsleben, wobei stets eine Reihe von traurigen, lustigen und listigen Begebenheiten eingeflochten ist. In Bergarbeitergebieten war es frher und ist es selbst heute noch Brauch, bereits von den Alten gehrte oder mitunter selbst erfundene bzw. als selbst erlebt 167

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bezeichnete Mrchen weiterzuerzhlen. Generationen hindurch ben die Mnner den Bergmannsberuf aus, solange aus der heimatlichen Grube Kohle gefrdert wird: Vater, Shne, Enkel, alle gehen tagtglich zur Schicht, selten ziehen sie aus der Gemeinde weg. Der Mrchenschatz geht also in kaum unterbrochener Folge von einer Generation auf die andere ber. Ein besonderes Kleinod dieser Art sind die erst in jngster Zeit gesammelten Mrchen der Bergleute aus dem Komitat Baranya. Dieses kostbare Gut hat schon deshalb Seltenheitswert, weil sich in diesen Sagen das Baranyaer Bergmannsleben in seiner eigenen Art spiegelt. Unter den Bergleuten, die in Pcsbnyatelep, Alsund Felsbnom, Mecsekszabolcs, Vasas, Hosszhetny, Nagymnyok, Koml, Szszvr und in den angrenzenden Ortschaften leben, treffen wir neben ungarischen Bergmannsfamilien solche bhmischer, deutscher, sterreichischer, polnischer, rumnischer, ja sogar italienischer Abstammung. Es ist natrlich, dass wir in einem solchen Gebiet der Mehrsprachigkeit mit einer ungewhnlich reichen kulturellen Vielgestalt rechnen knnen. Diese theoretische Behauptung wird durch die Praxis besttigt. Den Verdacht aber, die Bergleute htten nur von berall zusammengetragene, fragmentarische, rmliche, jedoch keine in der Baranya entstandenen Mrchen, Lieder oder Bruche ihr eigen zu nennen, widerlegt das gesammelte Material selbst. Die wichtigsten Eigentmlichkeiten dieser Mrchen: 1. Hier wird die Welt der Bergleute lebendig, ihre Wnsche, Sorgen und Kmpfe. Der Schauplatz der Geschehnisse fast aller Bergmannssagen ist unter Tage, einer Grube, in einer Hhle oder in einem Bergmannsdorf. Auch die paradiesischen Landschaften der irrealen Welt erreicht der Mrchenheld meistens durch irgendwelche unterirdische Hhlen. Unter den Typen unserer Mrchen und Sagen finden wir den Kampf gegen die Habgier, ein Anknpfen an tatschliche Ereignisse, das Auffinden von Kohle und Erz, herkunftserklrende und ortsnamenerluternde Erzhlungen. 2. Der Stil der Bergmannserzhlungen ist an Mrchenwendungen nicht so reich wie der des Volksmrchens. Viele Einzelheiten werden oberflchlich, krzer, hrter, nicht so lyrisch geschildert. Die Mrchenhelden besiegen den gehassten Feind nicht in einem aufregenden, im Detail ausgemalten Kampf, sondern sie vernichten, zertreten ihn einfach mit groer Kraft. 3. Ursprung und Herkunft unserer Bergmannsmrchen und -sagen knnen in grndlichem Vergleich mit verwandtem einheimischem Material und 168

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auerdem mit dem deutschen, polnischen, rumnischen, tschechischen und italienischen Mrchenschatz erforscht werden. 4. Obwohl die Bergarbeiter den grten Teil ihres Lebens im dunklen Schacht, in der Grube verbringen und sich hinter ihrem Glck auf! beim Einfahren ins Bergwerk oft der Gedanke an Naturkatastrophen, also an die harte Wirklichkeit verbirgt, verschnern sie sich die Hrte und Schwere der Arbeit gerne durch selbst erdachte Geschichtchen und erinnern sich oft an ihren althergebrachten Mrchenschatz. 5. Diese Bergwerksgeschichten, Anekdoten und Mrchen werden in jedem Haus eines Bergbaugebietes erzhlt. Doch es gibt in einer Reihe von Drfern in der Baranya ausgesprochene Mrchenerzhler. In die Kette dieser Mrchenerzhler gehrt die inzwischen verstorbene Frau Katharina Litter aus Pcsbnyatelep. Zusammen mit fnf Geschwistern wurde sie bereits im zwlften Lebensjahr Waise. Sie musste die Kinder betreuen und die Wirtschaft fhren. Da sie hierbei aber viel Geschick zeigte und auch frohen Mutes war, so berlieen ihr die Bergarbeiterfrauen aus dem Dorf, die tagtglich weggingen, um durch harte Arbeit auf den Feldern oder durch Waschen das Ntigste zu verdienen, ihre Kinder, die die junge Kathi dann zu versorgen hatte. Auf diese Weise wurde sie zur Kindergrtnerin und fand trotz des umfangreichen Tuns immer noch Zeit zum Erzhlen von Geschichten und Bergarbeitermrchen. Im Kreise der Bergleute in der Umgebung von Pcs war auch Jzsef Hetesi als Mrchenerzhler wohlbekannt. Schon als junger Mann verschaffte er sich den Ruf eines guten Erzhlers. Er war ungarischer Muttersprachler, eignete sich aber die deutsche Sprache auf muttersprachlichem Niveau an, so dass er sein Mrchengut auch in deutscher Sprache an die Bergarbeiter und ihre Familien weitergeben konnte; von Beruf Bergmann, besa er auch Erzhltalent und eine wohlklingende, kraftvolle Stimme. Die Sammler haben dem ungarlndischen Deutschtum mit dem berlassen der Mrchen einen unschtzbaren Dienst erwiesen. Professor Dr. Karl Vargha gehrt zu den hervorragendsten hiesigen Folkloreforschern (Leiter des Lehrstuhles fr deutsche Sprache und Literatur an der Hochschule fr Lehrerbildung in Pcs, Volkskunstforscher, Sammler deutscher Volkslieder und als bersetzer von Fachliteratur und Belletristik). Budapest, im September 1972. Dr. Friedrich Wild, Generalsekretr des Demokratischen Verbandes der Deutschen in Ungarn 169

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DIE SIEBEN GUTEN KAMERADEN Ob es nun wahr ist oder nicht, es wird erzhlt, dass in einem Bergarbeiterdorf im Tale des Csertet etwas Seltsames geschah. Unter den Bergleuten waren sieben gute Kameraden. Sie gingen zusammen zur Arbeit und vergngten sich gemeinsam in ihrer Freizeit. Einmal kamen sie zu dem Entschluss, sich unter der Erde auf Biegen oder Brechen umzuschauen, um nicht nur den kleinen Teil zu kennen, wo sie jeden Tag arbeiteten. So geschah es auch. Sie machten sich also fertig und brachen auf. Sie gingen auf unbekannten Wegen in unterirdischen Hhlen, gebckt und kriechend. Auf einmal standen sie vor einem riesigen Tor. Sie konnten nicht weiter. Vergeblich hngten sich alle sieben an die Klinke, vergeblich drckten sie mit der Schulter dagegen, alles war umsonst, es bewegte sich nichts. Wie sie sich so plagten, hrten sie auf einmal wunderbaren Gesang. Die sieben Freunde waren schon mde, und der Gesang gefiel ihnen. Sie setzten sich also nieder und schliefen im Nu ein. Ihre Gefhrten suchten sie lange, aber vergeblich. Inzwischen war die Arbeitszeit abgelaufen, sie gingen nach Hause und erzhlten, dass sich die anderen irgendwohin verirrt hatten und alle sieben Mann verschwunden seien. Im Dorfe dachte man, das Bergwerk hatte sie begraben, und die Frauen wollten ihre Mnner und ihre Shne nicht mehr in das Bergwerk lassen. Inzwischen erwachten die sieben guten Kameraden aus ihrem Schlaf. Zuerst fiel ihnen die groe Stille auf, denn der Gesang hatte aufgehrt. Als sich der Jngste langsam erhob, stie er zufllig an das Tor. In diesem Augenblick ffnete es sich. Als sie eingetreten waren, befanden sie sich in einem groen Saal. An der Seite standen schn in der Reihe sieben goldene Sthle. Vor ihnen befand sich eine andere Tr und hinter dieser ein Marmorsaal. In diesem Saal tanzten sieben wunderschne Feen. Die Feen erblickten die Burschen. Jede der sieben wre in eine andere Richtung davongelaufen, wenn nicht jeder der jungen Bergleute eine von ihnen erhascht und mit ihr getanzt htte. Die sieben Feen flehten die Burschen an, sie sofort zu verlassen, sonst geschhe ein groes Unglck. Die lteste Fee sagte: Wir sieben sind Geschwister. Unsere Stiefmutter ist die Hexe des unterirdischen Reiches. Ihr habt Glck, dass sie schlft. Wenn ihr aber jetzt ganz still weggeht, versprechen wir euch, dass wir euch jeden Mittag durch das eiserne Tor einlassen, und ihr knnt mit uns tanzen, bis ihr auer Atem seid. Sie befolgten den Rat der Fee und gingen nach Hause. 170

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Dort war die Verwunderung gro. Die Leute wollten ihren Augen nicht trauen, dass die sieben heil davongekommen waren. Sie erzhlten, was sie alles gesehen hatten, nur die Feen erwhnten sie nicht. Es fiel aber alsbald auf, dass sich die sieben Burschen jeden Mittag heimlich davonstahlen. Die Hexe schpfte alsbald Verdacht, denn es fiel ihr auf, dass sich die Feen immer um die Mittagszeit in den Marmorsaal begaben, whrend sie ihn frher in den Abendstunden aufgesucht hatten. Eines Tages blieb sie nach dem Mittagessen wach, um zu ersphen, was die Feen dort trieben. Als sie durch das Schlsselloch guckte, sah sie, wie die sieben Feen mit den sieben Burschen lustig tanzten. Sie nahm schnell ihren Zauberstab, schwang ihn dreimal durch die Luft, dass es nur so sauste, und die Burschen wurden auf der Stelle zu Stein. Die Feen waren traurig, sie flehten ihre Stiefmutter an, ihnen ihre Tnzer zurckzugeben. Die Hexe sagte: Ich lasse sie frei, wenn sie versprechen, ein Jahr in meinem Reiche zu dienen und dann nie mehr hierher zurckzukommen. Die Mdchen versprachen dies im Namen der Burschen. Als die Steine wieder zu den sieben lustigen Burschen geworden waren, tanzten diese vor Freude in den Marmorsaal. Dann nahm jeder die Fee, die er sich zur Frau erwhlt hatte, in die Arme. Ohne sich umzusehen, liefen sie dem Dorfe zu. Bald darauf feierten sie Hochzeit. Die Hexe wartete zwei, drei Tage auf ihre Stieftchter, aber die meldeten sich nicht. In ihrem Zorn verfluchte sie ihren ganzen Besitz und verwandelte die glnzenden schwarzen Diamanten alle in Steine. Sie selbst wurde zum Raben und flog krchzend ber alle Berge. Deshalb finden wir noch heute zwischen der Kohle viele Steine.

DIE BERGMANNSFRAU UND DER TEUFEL Es lebten einst ein Mann und eine arme Frau. Ihr kleines Haus war ihr ganzes Vermgen. Darin lebten sie mit ihren sieben Kindern. Drei davon waren Mdchen, die anderen Knaben. Ihr Vater ging ins Bergwerk arbeiten, damit sie ihr tgliches Brot hatten. Einmal aber niemand wusste wie geschah etwas in der Grube, und der arme Mann kam pltzlich ums Leben. Die groe Familie stand ohne Brotverdiener da. 171

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Dann ging der lteste Sohn in die Grube arbeiten. Sein Lohn war viel zu gering fr so viele hungrige Muler. Was konnte die arme Witwe tun? Auch sie bat um Arbeit. Anfangs wollte man davon gar nichts hren, sie drngte und bat aber so lange, bis man sie annahm. Eine Zeitlang ging auch alles gut, und sie fing schon an, die Arbeit ihres Mannes zu erlernen. Die ermdende Arbeit fiel ihr zwar schwer, wenn sie aber an ihre hungrigen, zerlumpten kleinen Kinder dachte, verga sie alle Mdigkeit. Eines Tages arbeitete sie gerade im ersten Stollen, als sie ein ungewhnliches Brummen und Murren hrte. Es kam aus der Tiefe und wurde immer strker. Auf einmal hrte sie ganz verstndliche Laute: Wie kannst du es wagen, hierher zu kommen? Die arme Frau war zuerst erschrocken, dann fasste sie aber Mut und fragte: Wer bist du? Mit welchem Recht schreckst du mich? Ich bin der Teufel, der Knig des unterirdischen Reiches! Das ist nicht dein Reich, du Teufel, erwiderte die arme Frau, das ist das Reich der Bergleute! Der Boden ist mit ihrem Schwei getrnkt! Der Teufel aber lachte nur: Dein Mann hat dasselbe gesagt und starb noch an demselben Tage! Jetzt erfuhr die arme Frau, warum ihr Mann sterben musste. Daraufhin verlie sie wieder ihr Mut. Was willst du mit mir anfangen? fragte sie. Was wird aus meinen sieben armen Kindern, wenn du mich umbringst? Der Teufel betrachtete erst jetzt die Frau genauer. Er sah, dass sie immer noch sehr schn war, und wurde ein wenig zugnglicher. Wenn du meine Frau wirst, tue ich dir nichts. Die arme Frau wnschte sich auf keinen Fall den Teufel zum Manne. In ihrem Schrecken begann sie, um Hilfe zu schreien. Darauf packte sie der Teufel und verschwand. Abends ging die arme Frau sehr traurig nach Hause. Sie wurde erst dann etwas heiterer, als sie sah, dass ihre Shne auf einer Wiese spielten. Wie sie gemeinsam nach Hause gingen, konnten sie ihr Haus nirgendwo finden. Es war verschwunden, als wenn es die Erde verschluckt hatte. Die arme Frau meinte verzweifelt: Dies kann nur das Werk des Teufels gewesen sein. Sie bekam immer mehr Angst, aber am nchsten Tage fuhr sie doch wieder in die Grube ein. Kaum hatte sie mit der Arbeit begonnen, da erschien ihr wiederum der Teufel.

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Werde meine Frau, so gebe ich dir dein Haus zurck! Ich trage es voll mit Gold und Silber. Du musst auch nicht mehr arbeiten, solltest du dich aber widersetzen, dann nehme ich dir auch noch deine Kinder weg! Die arme Frau erschrak. Sie wusste, wie gro die Macht des Teufels war, und willigte ein. Als die Nacht kam, verwandelte sich der Teufel in einen Menschen und begleitete die Frau mit sechs seiner Gefhrten nach Hause. Er lie sich im Hause nieder und fhrte sich so auf, wie wenn er darin der Herr wre. Die Frau hatte von nun an keine Sorgen, doch wurde ihr das Leben zur Hlle, denn der Teufel konnte die Kinder nicht ausstehen. Den ltesten jagte er schon nach einigen Tagen aus dem Hause. Was konnte der arme Sohn machen? Er ging mitten in den Wald hinein. Bis er dorthin kam, war er schon mde geworden und legte sich neben einen riesigen Baumstumpf nieder. Bald schlief er auch ein. In diesem Walde lebte ein armer Einsiedler, der fand ihn am nchsten Morgen. Der schlafende Junge tat ihm leid; er nahm ihn auf seine Arme und trug ihn in seine Htte. Das Kind erzhlte ihm dann, wie es in den Wald gekommen war. Der Einsiedler trstete es. Es macht nichts, mein Sohn! Sei nur brav! Du wirst so lange bei mir bleiben, bis sich das Schicksal eurer Mutter zum Guten gewendet hat! Das Kind bedankte sich fr die Gte des Einsiedlers und blieb bei ihm. Von nun an folgte es ihm, wohin der Einsiedler auch ging. Der war nie unttig. Kaum dmmerte der Morgen, nahm er schon seine besonderen kleinen Glschen und Krbe und machte sich auf den Weg in den Wald. Dort sammelten sie dann Tau in die Glschen, in die Krbe aber Kruter und Bltenbltter. In einen anderen Korb taten sie Pilze; das war ihre tgliche Nahrung. Zu Hause ordnete der Einsiedler das, was sie tagsber gesammelt hatten. Einmal, als sie wieder im Walde waren, stieen sie auf den zweiten Sohn der armen Frau. Auch er schlief unter einem Baum. Sie trugen ihn in die Htte. Als das Kind erwachte, erzhlte es, dass es der Stiefvater aus dem Hause weggejagt hatte. So ging es der Reihe nach. Der Teufel ruhte nicht, bis alle Kinder aus dem Hause waren. Der Einsiedler und der lteste Brder fanden sie alle im Walde auf. Inzwischen zerbrach sich zu Hause die arme Witwe Tag und Nacht den Kopf darber, wie sie den Teufel loswerden knnte. Sie htte ihre verlorenen Kinder gerne gesucht, frchtete sich aber davor, sich auf den Weg zu machen, denn sie war ja in der Macht des Teufels. Sie htte den Teufel samt seinen Spiegesellen schon lngst vernichtet. Wenn aber er und seine sechs Gesellen zu Hause waren, schlief keiner von ihnen, deshalb konnte die arme Frau nichts ausrichten.

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Einmal, als die Teufel weggegangen waren, klopfte um Mitternacht jemand an die Tr. Die Frau erschrak, furchtsam ffnete sie das Fenster. Wer ist da? fragte sie. Ich bin es, Mutter! flsterte der lteste Sohn, denn er wars, der geklopft hatte. Der Einsiedler hatte ihn geschickt, damit er seine Mutter trste. Die Frau lie den Sohn herein, umarmte und ksste ihn innig. Als sie dann hrte, dass die anderen Kinder auch noch alle am Leben sind, weinte sie vor lauter Freude! Sie nahmen gar nicht wahr, wie die Zeit verrann. Es dmmerte schon der Morgen, als die Frau sich jh besann: Geh, mein liebes Kind, dass sie dich hier nicht antreffen! Ach seufzte sie -, wenn ich sie nur einschlfern knnte, sie wrden die Sonne bestimmt nicht noch einmal erblicken! Kaum hatte der Sohn dies gehrt, da rannte er in den Wald zurck. Als er in der Htte ankam, berichtete er dem Einsiedler, was seine Mutter zu ihm gesagt hatte. Der Einsiedler dachte eine Weile nach, dann trat er zu dem Kstchen, in dem seine Flschchen waren, suchte dort und nahm endlich eines heraus. Da hast du es, und bringe es heute Nacht deiner Mutter. Sag ihr, morgen Nacht, wenn die Teufel nach Hause kommen, soll sie das Flschchen hervornehmen und sie damit bespritzen. Sie sol1 darauf achten, dass daraus auf einen jeden etwas kommt, nur auf sich selber soll sie nichts trpfeln, sonst schlft sie auch auf ewig ein! Als die Nacht hereinbrach, ging der Sohn wieder nach Hause. Er gab seiner Mutter die kleine Flasche und erklrte ihr alles, was der Einsiedler ihm aufgetragen hatte. Die arme Frau konnte kaum den Abend des nchsten Tages erwarten. Als die Teufel nach Hause gekommen waren, zog die Frau das Flschchen hervor und bespritzte alle. Sie schliefen sofort ein. Jetzt ergriff die Frau die Gabel des Teufels und begann, damit ihren Teufel zu schlagen. Kaum hatte sie angefangen, da kam auch ihr Sohn herbei. Dieser ergriff auch eine Gabel, und sie schlugen die Teufel tot. Im selben Augenblick waren die Krper der Teufel verschwunden. Keine Spur blieb von ihnen zurck, nur das ungeheuer viele Silber und Gold, das sie im Hause zusammengetragen hatten. Es gehrte nun der Frau und den Kindern. Als alle Kinder wieder nach Hause zurckgekehrt waren, fllten sie einen Sack voll Gold und Silber und machten sich auf den Weg zum Einsiedler. Den suchten sie aber vergebens, sie fanden ihn nirgends! Sie gingen wieder nach Hause und lebten lange Zeit glcklich und zufrieden.

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Literatur Vargha, Karl Rnai, Bla: Der schlaue Bergmannsknappe. Mrchen der Bergleute aus dem Komitat Baranya (Sdungarn). Budapest 1973.

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Kapitel 6: Valeria Kochs Kinderlyrik


DER MANN IM MOND Der Mann im Mond geht manche Nacht in Mondstiefeln spazieren, sein Weg im Mond wird treu bewacht von holden Mondestieren. Der Mann im Mond ist nie allein, ihn lieben alle Kinder. Er streut des Mondes Goldenschein in trumend stille Zimmer. Der Mann im Mond geht erst zur Ruh beim Klang der frohen Lerchen, Er schlft, lacht, spielt glcklich wie du: sein Leben ist ein Mrchen.

IDEEN ZUR TEXTBEARBEITUNG Wortschatz Nach dem Klren der unbekannten Wrter, whrend das Gedicht vorgetragen wird, unterstreichen die Kinder alles was der Mann im Mond an einem Tag macht. Als Wortkarten knnen folgende Wrter an die Tafel gebracht werden: der Mann im Mond, Mondestiere, Mondstiefel. Zu diesen Begriffen sollen die Kinder Wrter suchen, die ihrer Meinung nach diese Erscheinungen beschreiben. Schreiben Die Kinder knnen einfache Stze bilden z. B.: Der Mann im Mond geht spazieren. Diese Stze bilden die Grundlage weiterer kreativen Aufgaben z. B.: auch als Hausaufgabe ber den Alltag vom Mann im Mond schreiben und mit dem eigenen Tagesablauf vergleichen.

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Basteln Die Kinder fertigen nach dem Wrtersammeln Bilder an, die auch als Dekoration gut geeignet sind. ber die Bilder knnen die Kinder sprechen, schreiben. Fr die Freizeit Als interessante Extra-Aufgabe knnen die Kinder den Mond zu Hause beobachten, oder in Bchern ber den Mond und ber andere Himmelserscheinungen nachlesen. Auf Grund dessen kann man noch weiter zum Thema Wortschatz sammeln, sowie Poster, oder Portfolios, mit Bildern und kurzen Texten wobei auch Textstellen aus dem Gedicht verwendet werden knnen, anfertigen.

CLAUS, CLAUS, NIKOLAUS Claus, Claus, Nikolaus, ich sah dich gehn ins Warenhaus, hast Stiefeln, Mantel, Mtze an, und einen Sack am Rcken dran. Claus, Claus, Nikolaus, komm endlich vom Geschft heraus, abend ist es schon geworden, jetzt sollst du nur fr uns sorgen. Claus, Claus, Nikolaus, ich wei du machst dir viel daraus, da wir artig uns benehmen, schlechte Noten nie bekmen. Claus, Claus, Nikolaus, und wenn auch nicht mit Blumenstrau, erwarten wir dich freudenvoll, mit der Hoffnung, dein Sack ist voll!

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IDEEN ZUR TEXTBEARBEITUNG Sprechen Die Kinder beschreiben den Nikolaus auf Grund des Gedichts und erzhlen, was sie gerne von ihm bekommen mchten. Schreiben Sie knnen auch einen Wunschzettel schreiben und ihn in einem Brief an den Nikolaus schicken. Basteln Kinder malen, zeichnen auch gerne den Nikolaus, was die Vorfreude erhht und die Wartezeit zur Bescherung verkrzt.

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EIN KIND ERZHLT Die Bltter sind die Augen der Bume. Du glaubst wohl, ich trume. Im Winter schlafen die Bume. Sie haben bltterlose Trume. Der Frhling ffnet die Augen der Bume. Glaubst noch, ich trume?

Fragen zum Text 1. Suchen Sie das wichtigste Wort aus dem Gedicht heraus, und begrnden Sie Ihre Wahl. 2. Finden Sie die Metapher im Gedicht. 3. Das Gedicht wird abgedeckt und sprechen Sie darber, was Ihnen zum Thema einfllt. 4. Sie knnen das Gedicht in Zeilen schneiden und versuchen, aus den zerschnittenen Zeilen wieder ein Vers zu dichten. Vergleichen Sie das eigene Gedicht mit dem Original.

Literatur Daczi, Margit Klein, gnes Zrnyi, Andrea (2003): Lies mit, denk mit! Ungarndeutsche Autoren im Unterricht. Szeged.

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Kapitel 7: Die Mutter


GEORG FATH: MUTTER Schon alles ruht in dieser Stunde, die Nacht ist still, kein Wipfel rauscht. Nur du allein gehst noch auf Kunde, dein scharfes Ohr noch wacht und lauscht. Noch schleichst du leise in den Stuben, deckst jedes deiner Kinder zu. Noch einmal kt du jeden Buben Und erst dann gehst auch du zur Ruh.

Fragen und Aufgaben zum Text 1. Verbinden Sie die zusammenpassenden Wrter miteinander: Wipfel rauschen auf Kunde gehen lauschen Bube Junge Baumkrone horchen brausen nachschauen

2. Suchen Sie die Mittel (Wortschatz, Stilistik) aus, durch die die Liebe zur Mutter ausgedrckt wird. 3. Welche Eigenschaften des Mutterbildes stehen im Mittelpunkt?

Literatur Daczi, Margit Klein, gnes Zrnyi, Andrea (2003): Lies mit, denk mit! Ungarndeutsche Autoren im Unterricht. Szeged.

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INHALT

Einfhrung .........................................................................................................115 Kapitel 1: Die Sammlung Hoppe, hoppe Reiter ............................................116 Kapitel 2: Grete und Karl Horak: Kinderlider, Reime und Spiele der Ungarndeutschen .................................................................183 Kapitel 3: Josef Michaelis (Michelisz)..............................................................136 Kapitel 4: Teufelspiegel. Ungarndeutsche Volksmrchen fr Kinder ..............158 Kapitel 5: Der schlaue Bergmannsknappe. Mrchen der Bergleute aus dem Komitat Baranya ...........................................................................167 Kapitel 6: Valeria Kochs Kinderlyrik................................................................176 Kapitel 7: Die Mutter.........................................................................................180

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