Saul Und David
Saul Und David
Dank an Frau Heide Pfeiffer fr die Erstellung des Manuskripts und an meine Frau Rosemarie fr die Bearbeitung
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme Jaffin, David: Saul und David : die groe Verfolgung / David Jaffin. - Lahr : Verl. der Liebenzeller Mission, 1999 (Edition C : C ; 535) I S B N 3-88002-685-8 Edition C - Paperback 58 235 (C 535) Alle Rechte vorbehalten, auch der auszugsweisen Wiedergabe und Fotokopie 1999 by Edition V L M im Verlag der St.-Johannis-Druckerei, Lahr Umschlagbild: Rembrandt Harmensz van Rijn Saul und David (um 1655-1660) Mauritshuis, Den Haag Gesamtherstellung: St.-Johannis-Druckerei, 77922 Lahr 13786/1999
Inhalt
Einleitung David kommt an Sauls Hof 1. Samuel 16, 14-23 David und Goliat 1. Samuel 17 David gewinnt Jonatan zum Freund 1. Samuel 18 Sauls Eifersucht auf David 1. Samuel 18, 5-16 David gewinnt Sauls Tochter zur Frau 1. Samuel 18, 17-30 Jonatan rettet David vor Sauls Nachstellungen 1. Samuel 19,1-7 Michal rettet David 1. Samuel 19, 8-17 David flieht zu Samuel 1. Samuel 19, 18-24 David und Jonatan befestigen ihren Freundschaftsbund 1. Samuel 20,1-23 Sauls Zorn gegen Jonatan um Davids willen 1. Samuel 20, 24-34 Davids Abschied von Jonatan 1. Samuel 20, 35-42 David bei den Priestern von Nob .Samuel 21, 1-10 David flieht zu Knig Achisch von Gat 1. Samuel 21, 11-16 5 8 12 24 25 28 31 34 38 40 45 47 51 54
David wird Anfhrer einer Streifschar 1. Samuel 22, 1-5 Saul nimmt Rache an den Priestern von Nob .Samuel 22,6-23 David in Keila 1. Samuel 23,1-13 David in der Wste Sif 1. Samuel 23, 14-28 David verschont Saul in der Hhle von En-Gedi 1. Samuel 24 David verschont Saul zum zweitenmal 1. Samuel 26 David bei den Philistern 1. Samuel 27 1. Samuel 28 Saul bei der Totenbeschwrerin in En-Dor David wird von den Philistern zurckgeschickt 1. Samuel 29 Davids Sieg ber die Amalekiter 1. Samuel 30 Das Ende Sauls und seiner Shne 1. Samuel 31
Einleitung
Israel wollte einen Knig haben - wo doch Gott ihr wahrer Knig ist - , das spiegelt Israels Ungehorsam. Und Gott hat nachgegeben. Er sagte zu Samuel: Israel wird einen Knig bekommen. Jedoch ohne zu sagen, was er aus diesem Knigtum machen wrde. Saul wurde zum ersten Knig gesalbt. Saul spiegelt Israel: uerlich stark - wie die Welt - , aber innerlich schwach und ungehorsam. Was ist mit diesem Saul geschehen? Er ist eine interessante Gestalt, denn es gibt viele, die Mitleid mit ihm haben. Sie sagen: Eigentlich hat Saul sehr menschlich gehandelt, gerade in den zwei Situationen, die seine Verwerfung verursachten. Erstens: Er hat geopfert, als er in den Krieg ziehen sollte gegen die Philister. Denn: Viele seiner Mnner sind weggelaufen, als Samuel, Priester und Prophet, nicht rechtzeitig kam, um das Opfer darzubringen. Und weil Saul ungeduldig wurde, mitmenschlich an seine Mnner in dieser Lage dachte, opferte er selbst, stellte er sich an die Stelle des Priesters, wie ein Priesterknig, was er nicht war. Diese Linie - Priesterknig - sehen wir deutlich von Melchisedek (mit Abraham), ber David, der die Schaubrote it und auch tanzt um die Lade, bekleidet mit einer Priesterschrze, David der Priesterknig, bis hin zu dem endgltigen Priesterknig, Jesus von Nazareth. Saul aber war kein Priesterknig! Das Zweite, was Saul tat, was dann zur Verwerfung fhrte, war, da er den Bann nicht auf die Feinde Israels legte, sondern er behielt das Beste fr sich und fr seine Mnner. Viele sagen heute: Ja, das ist eine blutige Sache, den Bann zu vollstrecken. Saul dachte mitmenschlich an seine Leute, er schonte sogar den feindlichen Knig, den er umbringen sollte. Aber, er hat dem Herrn nicht gehorcht. Das bedeutet, Saul blieb im mitmenschlichen Bereich stehen - das ist die zweite Tafel der zehn Gebote - und hielt sich nicht an die erste Tafel, Gott zu gehorchen. Warum ist Gott zu gehorchen das Zentrum und nicht die Mitmenschlichkeit? Weil der Herr, der Gott Israels, in Jesus Christus alle Menschen liebt. Wir lieben nur wenige, ausgewhlte Menschen. Je mehr wir uns durch Gebet, durch Gottes Wort und Wir5
ken des Heiligen Geistes seiner Liebe ffnen, desto mehr werden wir auch zu wahrer Menschenliebe befhigt. Jetzt werden die Weichen neu gestellt, denn Samuel wird von Gott beauftragt, einen neuen Knig zu salben, einen Sohn Isais. Samuel wei nicht im voraus, wen er salben wird. Er war sehr angetan von dem ersten Sohn, der wie Saul auch uerlich stark ist (der aber ist verworfen). - Das zeigt, da auch der groe Samuel, Priester, Richter und Prophet, der einmalige Samuel, nicht in der Lage ist, in die Tiefe zu sehen. Nur Gott sieht in unsere Herzen. Den jngsten Sohn Isais, David, gebietet Gott, zum Knig zu salben. David, der achte Sohn und ein Hirte auf den Feldern. Der achte Sohn: Acht bedeutet in der Bibel: der Tag der Beschneidung. Sieben Tage - die Schpfung; eins dazu - Beschneidung, Bild fr die Leidensgeschichte Israels. Und: Jesus, du Sohn Davids. Man wird beschnitten am achten Tag, David ist der achte Sohn, Jesus, der Sohn Davids, wurde zweimal beschnitten. Fleischlich beschnitten am achten Tag, geistlich beschnitten, als der Vorhang im Tempel zerri bei seiner Kreuzigung, das ist der Vorhang zu seiner geistlichen Potenz. Da diese geistliche Potenz in die Weltmission hinausgehen durfte, hat eine geistliche Beschneidung bei Jesus stattgefunden. Interessanterweise sagt uns der Talmud, ohne den Namen Jesus zu nennen, da kurz vor dem Untergang des Tempels - Jesus wurde ca. 40 Jahre vor dem Untergang des Tempels gekreuzigt nichts mehr richtig funktioniert hat im Tempel: Das Los ging nichtrichtig,die Tre ging nicht mehr richtig auf und zu... Nicht nur der Vorhang war durchschnitten, wie bei einer Beschneidung, sondern Gott war nicht mehr im Tempel. Jetzt stellt sich die Lage folgendermaen dar: Zwei Knige, Gesalbte Gottes, beide durch Samuel. Einer'wurde verworfen und der andere der Weg Gottes - ber das Knigtum, das er so, durch Menschen, nicht haben wollte in Israel - , der Weg ber David zu dem Sohn Davids, Gott selbst, Knig der Juden. Jesus von Nazareth, Knig der Juden - so starb er als Israels Knig. Gott benutzt diese Wege, die Wege eines ungehorsamen Volkes gegen seine eige6
nen Wnsche, auf da er selbst ans Ziel kommt. Und das spricht Bnde fr uns. Denn der Herr hat geheimnisvolle Wege mit uns, nicht nur in seiner heilsgeschichtlichen Art, sondern in seinen persnlichen, heilsgeschichtlichen Wegen. Wehe uns, wenn wir versuchen, ber seinen Geist und seinen Weg zu verfgen, denn wir wissen nicht, was gut fr uns ist; das wird zum Verderben fhren. Wir mssen lernen, zu beten Dein Wille geschehe, zuringenum Verstndnis, aber immer am Schlu zu erkennen: Der Herr wei besser, was gut ist fr mich, als ich selbst es wissen kann. Seine Wege sind anders als unsere Wege, wie das auch in der Bibel deutlich steht, in Jesaja 55. Das ist auch ein typisches gesamtbiblisches Thema: Der Herr geht seine Wege, verborgene Wege, fters durch unsere Verfehlungen - wie der Ungehorsam des Volkes Israel in unserem Text, sie wollen sein wie die Heiden, sie wollen einen Knig - , bis er dann ans Ziel kommt. Wie er Saulus/Paulus zu der geraden Strae fhrt. Geben wir ihm Raum in unserem Leben, lassen wir ihn unseren guten Hirten sein. Nun dieses Thema Hirte: David ist auf den Feldern, David ist Hirte. Das ist ein gesamtbiblisches Thema: Hirte und Herde. Zentrale Gestalten des Alten Testaments waren Hirten. Wir denken an Abel, an Abraham, an Jakob/Israel, an Mose und an David. Die Hirten sollen ihr Volk, die Schafe, weiden. Und die Schafe, das Volk: Wir knnen uns nicht wehren gegen das Bse und gegen den Tod. Dieser Weg Hirte und Herde hat zwei besondere Gipfel: Der Herr ist mein Hirte..., wie David betet in Psalm 23, dem bekanntesten Psalm. Und Jesus, der sich bezeugt als der gute Hirte, der sein Leben fr die Schafe lt.
bens ist, solange der Machtwechsel zu der Knigsherrschaft des Herrn, Jesus Christus, nicht stattgefunden hat. Da antwortete einer der jungen Mnner und sprach:... Junge Mnner - denn hier geht es um den jungen Knig David und den Weg der Zukunft. ... Ich habe gesehen einen Sohn Isais, des Bethlehemiters, der ist des Saitenspiels kundig, ein tapferer Mann und tchtig zum Kampf, verstndig in seinen Reden und schn gestaltet, und der Herr ist mit ihm. Hier ist sehr viel gesagt mit sehr wenigen Worten. So ist die Bibel, nicht rhetorisch. Aus Bethlehem - Bethlehem, die Stadt Davids und die Stadt Jesu, abseits vom Zentrum der Macht und der Frmmigkeit, von Jerusalem. Ein kleiner Ort abseits. Und was wird ber diesen David gesagt? Hier wird er vorgestellt, wie bei einer Bewerbung um einen Arbeitsplatz. Was fr ein Mensch ist David? Zuerst, er ist ein Sohn Isais. Isai ist anscheinend gut angesehen im Lande. David kann gut musizieren - hier geht es um seinen bestimmten Dienst. Dazu kommt aber, da er ein Kmpfer ist, ein tapferer Mann. Das spricht natrlich fr die Zukunft, fr den Kampf mit Goliat, von dem jetzt berichtet wird, fr seinen Kampf, um Israel von den Philistern zu befreien. ... tchtig zum Kampf, verstndig in seinen Reden ... David hat die Kraft des Wortes von dem Herrn, von dem Heiligen Geist. Er ist verstndig im tieferen Sinn, nicht nur fr Menschen, sondern er hat aus der Kraft Gottes das richtige Wort. So lernen wir zu beten, bevor wir Seelsorgegesprche haben, da der Herr durch seinen Heiligen Geist fr uns sprechen solle und sprechen wird, wie er es versprochen hat. Aber wir mssen ihn fr uns sprechen lassen, zu der richtigen Zeit mit den richtigen Worten. Da sandte Saul Boten zu Isai und lie ihm sagen: Sende zu mir deinen Sohn David, der bei den Schafen ist. 9
Er ist der Hirte, und er wird dann der Hirte Israels werden als ihr Knig. Da nahm Isai einen Esel und Brot und einen Schlauch Wein und ein Ziegenbcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David. Jesus, du Sohn Davids! Esel - auf einem Esel reitend wird der Messias kommen. Dieses Thema geht zuerst ber 1. Mose 49, ber Saul, der eine verlorene Eselin sucht, ber Sacharja 9,9 - bis hin zu Jesus Christus. Hier ist messianische Vordeutung. Ebenso: Brot und Wein - das geht zurck zu Melchisedek, Brot und Wein bei der Begegnung mit Abraham - ist eine Wegweisung zu der endgltigen Tischgemeinschaft in Jesu Blut und Jesu Leib, Brot und Wein. So kam David zu Saul und diente vor ihm. David diente Saul zuerst; dies ist seine Lehrzeit. Er wird Knig sein, und jetzt lernt er, was es bedeutet, Knig zu sein. Er wird das Amt nicht pltzlich bernehmen. Er ist im Geist Knig, aber das ist eine Lehrzeit fr ihn, zu sehen was richtig und was falsch ist. Wie Samuel gearbeitet hat unter Eli. Wir brauchen solche Lehrzeit, jeder von uns. Es ist nicht gut fr uns, sofort in eine Position zu kommen, wo wir selbst Entscheidungen treffen mssen. So hat zum Beispiel Henry Ford zu seinen Kindern gesagt: Ihr arbeitet euch von unten hinauf, ihr lernt alles, was im Bereich unserer Arbeit ist, da ihr das richtig versteht. Und dies gilt auch fr einen guten Knig. So kam David vor Saul und diente vor ihm. Und Saul gewann ihn sehr lieb, und er wurde sein Waffentrger. Jetzt kommt er dem Bereich nahe, der ihm gehrt, durch Musik und als Sauls Waffentrger, als der, der Lobgesnge vor den Herrn bringt - Stille zu Gott - und der die Kraft bekommt, aus dieser Stille vor dem Herrn, fr sein Volk zu kmpfen. Und Saul sandte zu Isai und lie ihm sagen: La David mir dienen, denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen. 10
Er hat Gnade gefunden vor dem Herrn und hat jetzt zunchst auch Gnade gefunden vor Saul. David ist auf dem richtigen Weg, weil der Herr mit ihm ist. Sooft nun der bse Geist von Gott ber Saul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So wurde es Saul leichter, und es ward besser mit ihm, und der bse Geist wich von ihm.
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aber gehren dem wahren Gott, dem Gott Israels, und er hat Macht ber alles, was weltlich ist. Das ist ein Thema, das zu Jesus Christus fhrt, zu seiner Versuchung, wo der Satan ihm alles anbietet, was diese Welt hat, Reichtum usw., und Jesus dient dem Herrn. Das ist ein gesamtbiblisches Thema, wie alle zentralen Themen. Der hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen Schuppenpanzer an, und das Gewicht seines Panzers war fnftausend Lot Erz, und hatte eherne Schienen an seinen Beinen und einen ehernen Wurfspie auf seiner Schulter Und der Schaft seines Spiees war wie ein Weberbaum, und die eiserne Spitze seines Spiees wog sechshundert Lot, und sein Schildtrger ging vor ihm her. Eine groe Schau! Wie Hitler mit seinen Leibwchtern, die muten auch sehr gro und stark und blond sein. Eine Schau der Welt, aber die Welt hat keine endgltige Macht. Die Macht hat der Herr, der Gott Israels, und haben seine Boten. Und er stellte sich hin und rief dem Heer Israels zu: Was seid ihr ausgezogen, euch zum Kampf zu rsten? Bin ich nicht ein Philister und ihr Sauls Knechte? Erwhlt einen unter euch, der zu mir herabkommen soll. Die Idee des Duells hat bis in die moderne Zeit eine wichtige Rolle gespielt. Ein Duell, ein Einzelkampf, entscheidet hier ber das ganze Volk. Das wurde dann zu einer Ehrensache unter den Aristokraten. Die schnste Schilderung eines Duells, die ich kenne, ist Schnitzlers Spiel im Morgengrauen. Da geht es aber um zwei Personen, die kmpfen; hier geht es um Personen, die stellvertretend fr das ganze Volk kmpfen. Stellvertretend! Jesu Kampf gegen den Satan in der Versuchung, in seinem Leidensweg bis ans Kreuz - er kmpfte stellvertretend fr das ganze Volk, fr die ganze Menschheit. Nochmals ein gesamtbiblisches Thema. Die Bibel ist zu lesen als Gesamtheit, mit zentralen Themen und Bildern, die von Jesus Christus zeugen. Vermag er gegen mich zu kmpfen und erschlgt er mich, so wollen wir eure Knechte sein; vermag ich aber ber ihn zu siegen und erschlage ich ihn, so sollt ihr unsere Knechte sein und uns dienen. 13
Und der Philister sprach: Ich habe heute dem Heere Israels hohngesprochen, als ich sagte: Gebt mir einen Mann und lat uns miteinander kmpfen. Er demonstriert Macht, und er schchtert durch diese Machtschau ein. Als Saul und ganz Israel... Ganz Israel ist mit ihm! ...die Rede des Philisters hrten, entsetzten sie sich und frchteten sich sehr. Sie sollten sich nicht frchten! Wenn der Gott Israels mit uns ist, vor wem sollen wir uns dann frchten? Es gibt so viele Stellen in der Bibel, vor allem in den Psalmen, gerade zu diesem Thema. David aber war der Sohn jenes Efratiters aus Bethlehem in Juda, der Isai hie. Der hatte acht Shne und war zu Sauls Zeiten schon zu alt, um unter die Kriegsleute zu gehen. Aber die drei ltesten Shne Isais... Alle sind verworfen - und der Jngste wird der Herrscher sein. Das ist keine unproblematische Lage. ... waren mit Saul in den Krieg gezogen, und sie hieen: Eliab, der erstgeborene, Abinadab, der zweite, und Schamma, der dritte. Und David war der jngste; die drei ltesten aber waren Saul gefolgt. Und David ging ab und zu von Saul hinweg nach Bethlehem, um die Schafe seines Vaters zu hten. David, der groe Knig, die groe heilsgeschichtliche Linie aber auch David, der persnliche Sohn Isais, der seine Arbeit fr seinen Vater tut. So zieht sich das durch die ganze Bibel: Groe heilsgeschichtliche Entwrfe, Aussage und Erfllung - und darin eingebettet sind immer persnliche heilsgeschichtliche Aussagen. Denn der Herr wurde fr jeden von uns gekreuzigt, nicht nur, als Angebot fr das Heil der ganzen Menschheit. Aber der Philister kam heraus frhmorgens und abends und stellte sich hin, vierzig Tage lang. 14
Vierzig Tage lang - vierzig, das bedeutet einen gesamthistorischen Abschnitt, diese Zahl Vierzig ist ein Thema fr sich: Es hat geregnet bei der Sintflut vierzig Tage und Nchte. Die zentralen Knige David und Salomo haben vierzig Jahre regiert. Elia war vierzig Tage unterwegs zum Horeb. Natrlich geht das alles zurck zu den vierzig Jahren Wstenwanderung; und dann die Zielsetzung, wie immer in Jesus von Nazareth: Jesu Versuchung durch Satan vierzig Tage in der Wste. Ein gesamthistorischer Abschnitt! Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm fr deine Brder diesen Scheffel gerstete Krner und diese zehn Brote und bringe sie eilends ins Lager zu deinen Brdern;... Zehn - die Zahl der Gerechten und die Zahl der Ungerechten, denn das bedeutet auch fters Ungerechte. Die zehn verlorenen Stmme; die zehn Mnner, die man in Israel braucht, um einen Gottesdienst zu halten ( - wo aber Jesus sagt, es reicht, wenn zwei oder mehr versammelt sind). Zehn bedeutet hier der Gerechte und der Ungerechte; der ungerechte Knig Saul und der gerechte Knig im Werden, der Gesalbte Gottes, David. ... und diese zehn frischen Kse bringe dem Hauptmann und sieh nach deinen Brdern, ob's ihnen gut geht, und bringe auch ein Unterpfand von ihnen mit. Er kommt aus persnlichen Grnden hin, aber Gott macht aus diesen persnlichen Wegen heilsgeschichtliche Wege. Wie es war mit diesem jungen Mann, der wute, da David gut auf der Harfe spielen konnte. Saul und sie und alle Mnner Israels sind im Eichgrund und kmpfen gegen die Philister. Da machte sich David frh am Morgen auf... Frh am Morgen, wie Goliat auch frhmorgens gekommen ist. Frh, das bedeutet, er ist ein Eifernder. Frh am Morgen, wie die Frauen kamen, um Jesus zu suchen nach der Kreuzigung. Das zeigt ihre Treue. ... und berlie die Schafe einem Hter, lud auf und ging hin, wie ihm Isai geboten hatte, und kam zum Lager. Das Heer aber war 15
ausgezogen und hatte sich aufgestellt zum Kampf und sie erhoben das Kriegsgeschrei. Kriegsgeschrei, das hat zu tun mit heiligem Krieg, da der Herr vorausgeht. Aber sie lebten in Angst, wie die Jnger bei der Sturmstillung Angst hatten, Jesus aber nannte das Kleinglauben. Zwiespltig ist das hier: Der Herr wird fr euch kmpfen, der Herr ist mit euch - , aber sie denken an ihre eigene Problematik, an diesenriesigenGoliat, und sie haben Angst. Wie Petrus, als er auf den Wellen wandelte, Angst bekam und unterging, weil er nicht mehr an Jesus dachte. Jesus mute ihn dann herausziehen. Und Israel und die Philister hatten sich aufgestellt, Schlachtreihe gegen Schlachtreihe. Da lie David sein Gepck, das er trug, bei der Wache des Trosses und lief zu dem Heer, kam hin und fragte seine Brder, ob's ihnen gut gehe. Zuerst kmmert er sich um das Wohl der Brder. Er war persnlich vom Vater gesandt. Und als er noch mit ihnen redete, siehe, da kam herauf der Riese mit Namen Goliat, der Philister von Gat, von dem Heer der Philister und redete dieselben Worte, und David hrte es. Und wer von Israel den Mann sah,flohvor ihm und frchtete sich sehr. Der Geist Gottes ist von Saul gewichen, und deswegen auch von seinen Leuten. Und die Mnner von Israel sprachen: Habt ihr den Mann heraufkommen sehen? Er kommt herauf, um Israel hohnzusprechen. Wer ihn erschlgt, den will der Knig sehr reich machen und ihm seine Tochter geben... Das ist ein Thema, das sich oft in Mrchen wiederfindet, nicht wahr: Der groe Held wird reich werden und des Knigs schne Tochter bekommen. ... und will ihm seines Vaters Haus freimachen von Lasten in Israel. Das ist schn, keine Steuern zu bezahlen. In dieser Lage wren wir alle gerne. 16
Da sprach David zu den Mnnern, die bei ihm standen: Was wird man dem geben, der diesen Philister erschlgt und die Schande von Israel abwendet? Er versteht: Das ist eine Schande, weil wir Gottes auserwhltes Volk sind. Warum kmpfen wir nicht gegen ihn? Und er wei das ist ein Fingerzeig gegen Saul: Saul ist stark, und Saul ist der Knig, er mte kmpfen. Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, der das Heer des lebendigen Gottes verhhnt? Unbeschnitten - Heide. Da sagte ihm das Volk wie vorher: Das und das wird man dem geben, der ihn erschlgt. Und als Eliab, sein ltester Bruder ihn reden hrte mit den Mnnern, wurde er zornig ber David... Der lteste und der jngste von den Shnen. ... und sprach: Warum bist du hergekommen? Und wem hast du die wenigen Schafe dort in der Wste berlassen? Ich kenne deine Vermessenheit wohl und deines Herzens Bosheit. Du bist nur gekommen, um dem Kampf zuzusehen. Er wei, da David der Gesalbte ist. Er ist eiferschtig. Dies ist eine Wiederholung des Themas Der junge Bruder Josef und die eiferschtigen lteren Brder, die nicht die Herrschaft des jngeren Bruders haben wollen. David antwortete: Was hab' ich denn getan? Ich habe doch nur gefragt! Und er wandte sich von ihm zu einem anderen und sprach, wie er vorher gesagt hatte. Da antwortete ihm das Volk wie das erstemal. Und als sie die Worte hrten, die David sagte, brachten sie es vor Saul, und er lie ihn holen. Und David sprach zu Saul: Seinetwegen lasse keiner den Mut sinken; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kmpfen ... Er stellt Saul blo. David ist viel kleiner, er ist jnger, unerfahren; Saul ist sehr stark, sehr gro, er ist der Knig - er mte kmpfen. Saul ist blogestellt, und das macht ihn noch wtender mit der Zeit, dieses Offenbarwerden seiner eigenen Grenzen, seiner eigenen Verlorenheit. Wie viele unter uns sind 17
bereit, ihre Fehler, ihre Snden wahrzunehmen und diese dem Herrn zu bergeben? Und wie viele beharren auf sich selbst: Wir haben es gut gemeint; wir sind in Ordnung. Hier geht es um zentrale Dinge. Entweder gert man tiefer in Schuld, oder man lernt, mit dieser Schuld richtig umzugehen, und das bedeutet Bue tun. Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen, um mit diesem Philister zu kmpfen; denn du bist zu jung dazu, dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf David aber sprach zu Saul: Dein Knecht htete die Schafe seines Vaters; und kam dann ein Lwe oder ein Br und trug ein Schaf weg von der Herde, so lief ich ihm nach, schlug auf ihn ein und errettete es aus seinem Maul. Wenn er aber auf mich losging, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn tot. Wenn ich fertig werden konnte mit Lwen und Bren, dann kann ich auch mit diesem Menschen umgehen und fertig werden. Damals gab es in Israel Lwen, Bren und Wlfe. So hat dein Knecht den Lwen und den Bren erschlagen, und diesem unbeschnittenen Philister... Er verhhnt den Philister. Er antwortet auf den Hohn gegen Gottes auserwhltes Volk mit Hohn gegen die Unbeschnittenen, gegen die Heiden. ... diesem unbeschnittenen Philister soll es ergehen wie einem von ihnen; denn er hat das Heer des lebendigen Gottes verhhnt. Jawohl, David wei um die Tragweite der Situation. Wenn man das Heer des lebendigen Gottes verhhnt, dann verhhnt man Gott selbst! Und David sprach: Der Herr, der mich von dem Lwen und Bren errettet hat,... Der Herr hat das getan, nicht ich! Das ist ein wahres Knigtum: nicht meine Macht, sondern seine Macht! Das ist wahres Christsein: Nicht was ich geleistet habe, nicht meine Gaben, nicht meine Werke, sondern was der Herr mir gegeben hat! 18
... der wird mich auch erretten von diesem Philister. Und Saul sprach zu David: Geh hin, der Herr sei mit dir! Der Herr wird mit ihm sein. Und das ist auch, wie gesagt, ein Offenbarwerden von Sauls Schwche. Und Saul legte David seine Rstung an ... Die Rstung des Knigs! Wie spter der Mantel des Knigs Symbol fr den wahren Knig. ... und setzte ihm einen ehernen Helm aufsein Haupt und legte ihm einen Panzer an. Und David grtete Sauls Schwert ber seine Rstung und mhte sich vergeblich, damit zu gehen;... Dieses Bild ist auch sehr lustig: Das ist alles viel zu gro und zu schwer fr David, er kann sich nicht bewegen. Das Besondere an David ist seine Geschicklichkeit in dem, was er tut, so auch, als Saul versuchte, ihn umzubringen. Er mu Bewegungsfreiheit haben. Aber hier wird ein Symbol dargestellt: David spiegelt vor Saul Sauls eigene Gefangenschaft in sich, in seinem Glauben an uere Macht, in seinem Einstehen fr die Menschen - aber nicht vor Gott fr die Menschen. ... denn er hatte es noch nie versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann so nicht gehen, denn ich bin's nicht gewohnt; und er legte es ab und nahm seinen Stab in die Hand... Als Hirte, Hirte Gottes. ... und whlte fnf glatte Steine ... Warum fnf? Er verhhnt Goliat: Mit einer Hand werde ich mit diesem Heiden fertig werden. ... aus dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die ihm als Kcher diente, und nahm die Schleuder in die Hand und ging dem Philister entgegen. Er geht ihm entgegen als der wahre Hirte Israels, und deswegen auch als der wahre Kmpfer Israels, als der zuknftige Knig, der Gesalbte. Der Philister aber kam immer nher an David heran, und sein 19
Schildtrger ging vor ihm her. Als nun der Philister aufschaute und David anschaute, verachtete er ihn; denn er war noch jung, und er war brunlich und schn. Die Verachtung fr das Volk Israel, das sogenannte verworfene Volk, wie die Christen dieses Volk immer betrachtet haben. Und auch heute besteht die Gefahr unter uns, dieses Volk nochmals zu verachten. Das ist Gottes Volk und bleibt Gottes Volk und ist nicht zu verachten. Und Gottes Kraft ist in den Schwachen mchtig, wie in diesem David, und vor allem in dem Sohn Davids, Jesus von Nazareth, dem endgltigen Knig. Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, da du mit Stecken zu mir kommst? Das bedeutet fr David: ein Unreiner, ein Unbeschnittener - ein Hund. Und der Philisterfluchtedem David bei seinem Gott... Bei seinem Gtzen. Wer dich segnet, den werde ich segnen, und wer dich verflucht, den werde ich verfluchen. Eine der zentralen Aussagen des vierfachen Segens Abrahams. Das zieht sich durch die ganze Geschichte Israels. Jedes Volk, das dieses Volk verflucht, wird gerichtet werden. Das luft durch die ganze Geschichte, von gypten und den Babyloniern, ber Rom, ber Spanien, Nazi-Deutschland... ... und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vgeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde. Das bedeutet, da er unrein sein wird, nicht beerdigt, was fr einen Juden unmglich ist - Tod in Unreinheit, da die unreinen Tiere seinen Leichnam fressen werden. David aber sprach zu dem PhilisterrDu kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spie, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, den du verhhnt hast. Die Macht der Welt gegen die Macht Gottes und seines Erwhlten. Und so ist Jesu Auseinandersetzung mit Satan, mit den Krf20
ten des Bsen, die Endstufe eines gesamtbiblischen Themas. Welt gegen Gott, Nazi-Deutschland und andere gegen Israel, aber das zieht sich durch die ganze Geschichte Israels. Und auch Israel wird zur Welt, im Johannesevangelium, als die israelitische Gemeinde die Christen, die ersten Christen verfolgt hat. Auch Juden knnen zur Welt werden. Auch wir Christen, wenn wir Heil Hitlerriefenund Raum geben fr antijdisches Verhalten, wenn wir an die Mchte und Krfte dieser Welt glauben und wenn wir an unsere eigene Macht und Kraft glauben. Hier ist die zentrale Entgegensetzung: die Macht der Welt, auch der Welt in uns - und die Macht des Ausgeliefertseins an den Gott Israels, der selbst fr uns kmpfen wird. Das ist eine zentrale Aussage hier. Heute wird dich der Herr in meine Hand geben, da ich dich erschlage und dir den Kopf abhaue und gebe deinen Leichnam und die Leichname des Heeres der Philister heute den Vgeln unter dem Himmel und dem Wild auf der Erde, damit alle Welt innewerde, da Israel einen Gott hat,... Er verhhnt Goliat in der gleichen Art, wie Goliat ihn verhhnte, in bezug auf das, was mit ihm und seinem Leichnam passieren wird. Aber hier geht es nicht um die Verherrlichung von ihm selbst und seiner Macht, sondern um den Gott Israels: Ihr sollt erkennen, da ich der Herr bin! Und hier geht es auch um die ganze Welt, da die Heiden erkennen, da er der Herr ist. Es ist ein wichtiges Thema bei der Landnahme und dem Weg durch die Wste, ob die Vlker und die Menschen erkennen, da sie es mit dem wahren Gott zu tun haben wie Rahab, wie die Leute aus gypten, die mit den Israeliten ausgezogen sind. Sie haben gewut: Das ist der wahre Gott. Wie Paulus dieses Thema dann aufnimmt von dem unbekannten Gott in Athen, um den wahren Gott bekannt zu machen. ... und damit diese ganze Gemeinde innewerde, da der Herr nicht durch Schwert oder Spie hilft; denn der Krieg ist des Herrn, und er wird euch in unsere Hnde geben. Das ist ein Thema, das stndig vorkommt in der Bibel. Es gibt sogar einen Psalm, der ber Gottes heiligen Krieg redet, ber Gottes heilige Macht. Er fhrt Krieg, er steuert die Kriege in aller Welt 21
- um selbst ans Ziel zu kommen in seiner endgltigen Schwachheit am Kreuz. Als sich nun der Philister aufmachte und daherging und sich David nahte, lief David eilends von der Schlachtreihe dem Philister entgegen. Und David tat seine Hand in die Hirtentasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte ihn und traf den Philister an die Stirn, da der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht. So berwand David den Philister mit Schleuder und Stein und traf und ttete ihn. David aber hatte kein Schwert in seiner Hand. In Schwachheit tut er das. Der Herr steuert diesen Stein. Er steuert seine Heilsgeschichte. Er steuert seinen persnlichen Weg mit David - in seiner geheimnisvollen Art. Da lief er hin und trat zu dem Philister und nahm dessen Schwert und zog es aus der Scheide und ttete ihn vollends und hieb ihm den Kopf damit ab. Als aber die Philister sahen, da ihr Strkster tot war,flohensie. Stellvertretend fr das ganze Volk! Und die Mnner Israels und Judas machten sich auf, erhoben das Kampfgeschrei... Jetzt erheben sie das Kampfgeschrei; vorher waren sie Feiglinge, aber jetzt geht es ihnen gut - hinter David. ... und jagten den Philistern nach, bis nach Gat (die Knigsstadt) und bis an die Tore Ekrons (eine der fnf Stdte). Und die Philister blieben erschlagen liegen auf dem Wege von Schaarajim bis nach Gat und Ekron. Und die Israeliten kehrten um von der Verfolgung der Philister und plnderten ihr Lager. David aber nahm des Philisters Haupt und brachte es nach Jerusalem, seine Waffen aber legte er in sein Zelt. Als Saul aber David dem Philister entgegengehen sah, sprach erzuAbner, seinem Feldhauptmann: Wessen Sohn ist der Junge? Man sieht, da Saul geisteskrank ist. Erkennt David wohl. Aber natrlich hat er viel zu tun. Vor allem beschftigt er sich mit seinem eigenen Zorn, mit seiner eigenen Bosheit und Ohnmacht. Das 22
zeigt, da er die Wahrheit nicht mehr sieht. Er mu wissen, wer David ist. Wessen Sohn ist der Junge? Abner sprach: Bei deinem Leben, Knig: ich wei es nicht. So unbekannt ist David immer noch bei den wichtigen Leuten, hier Abner, dem Hauptmann. Der Knig sprach: So frage danach, wessen Sohn der junge Mann ist. Als nun David zurckkam vom Sieg ber den Philister, nahm ihn Abner und brachte ihn vor Saul, und er hatte des Philisters Haupt in seiner Hand. Ein beeindruckendes Bild: David, der kleine David, der Sieger ber den bsen Heiden. Israel wird die Heiden besiegen durch den Gott Israels. Jesus besiegt den Satan - fr uns. Und Saul sprach zu ihm: Wessen Sohn bist du, mein Junge? David sprach: Ich bin ein Sohn deines Knechts Isai, des Bethlehemiters.
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Und das trifft ins Herz Sauls. Wer ist dieser David? Saul wei, da er nicht mehr der wahre Knig ist. Und er ahnt mehr und mehr, wer das ist - David. Er mu ihn umbringen! Nicht Gottes Wort annehmen - nochmals Saul, der bse Saul; der Saul, der nicht gehorcht; Saul, der das Volk Israel spiegelt; Saul, der nicht Gottes Antwort annehmen will: David - sondern ihn verfolgt und sich gegen Gott stellt. Schritt um Schritt geht er gegen Gott, bis er sogar den gestorbenen Samuel aus dem Totenreich herausruft - gegen Gottes Gebot. So ist Saul, er strzt immer tiefer in die Schuld. Da ergrimmte Saul sehr, und das Wort mifiel ihm, und er sprach: Sie haben David zehntausend gegeben und mir tausend; ihm wird noch das Knigtum zufallen. Da hat er ganz und gar recht! Er ist eiferschtig, und Eifersucht bei einem Knig: Vorsicht! Das fhrt zu Gewalt, vor allem bei einem bsen Knig. Und Saul sah David scheel an von dem Tage an und hinfort. Er konnte ihm nicht mehr richtig in die Augen sehen. Er konnte ihn nur verfolgen. Am andern Tage kam der bse Geist von Gott ber Saul, und er geriet in Raserei in seinem Hause;... Auch ein bser Geist kann von Gott kommen, nicht nur ein guter. Dieser bse Geist wird von Gott benutzt, da er ans Ziel kommt. David aber spielte auf den Saiten mit seiner Hand, wie er tglich zu tun pflegte. Und Saul hatte einen Spie in der Hand... Da sehen wir die beiden: einer mit einem Spie, mit Gewalt; der andere mit Lobliedern, um den Knig, seinen Knig, zu besnftigen, und auch Lobliedern an den Herrn.' ... und zckte den Spie und dachte: Ich will David an die Wand spieen. David aber wich ihm zweimal aus. Der flinke David. Der Herr steht zu seinem Knecht. Das ist der wahre Knig, nicht der gewaltttige, der verlorene. 26
Und Saul frchtete sich vor David, denn der Herr war mit ihm, aber von Saul war er gewichen. Saul wei, wie Eli vor ihm, da der Herr Gott ist, aber er handelt nicht danach, sondern er handelt dagegen - wie Eli, der seinen Kindern erlaubte, sich an Gottes Stelle zu setzen, vom Opfer das Fette zu nehmen. Es geht nicht nur um die Erkenntnis, es geht darum, danach zu leben! Da entfernte ihn Saul aus seiner Nhe und setzte ihn zum Obersten ber tausend Mann. Und David zog aus und ein vor dem Kriegsvolk... Saul will die Wahrheit nicht vor Augen haben. ... und richtete all sein Tun recht aus, und der Herr war mit ihm. Stndig wird das betont: Der Herr war mit ihm. Als nun Saul sah, da David alles so gut gelang, graute es ihm vor David. Aber ganz Israel und Juda hatte David lieb, denn er zog aus und ein vor ihnen her. Das ist jetzt eine unmgliche Lage fr David. Alles, was er Positives erreicht, fhrt nur zu Eifersucht und zu Ha und dann zur Verfolgung.
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Und Saul sagte sich: Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zum Fallstrick wird und die Hnde der Philister gegen ihn sind. Jetzt will er ber seine Tochter und ber die Philister mit David fertig werden, denn bis jetzt konnte er ihn nicht an die Wand spieen. Und Saul sprach zu David: Heute in zwei Jahren kannst du mein Schwiegersohn werden. Immer Ausreden - in zwei Jahren! Und Saul gebot seinen Groen: Redet mit David heimlich und sprecht: Siehe, der Knig hat Gefallen an dir, und alle seine Groen lieben dich; so werde nun des Knigs Schwiegersohn. Und die Groen Sauls sagten diese Worte vor den Ohren Davids. David aber sprach: Dnkt euch das ein Geringes, des Knigs Schwiegersohn zu werden? Ich bin nur ein armer, geringer Mann. Er ist echt demtig und bescheiden. Er wei, da alle seine Gaben, seine Kraft von dem Herrn kommen, nicht von ihm selbst. Wissen wir das auch? Und die Groen Sauls sagten es ihm weiter und sprachen: Diese Worte hat David gesagt. Saul sprach: So sagt zu David: Der Knig begehrt keinen anderen Brautpreis als hundert Vorhute von Philistern... Von den Unbeschnittenen, hundert - die soll er eigenhndig bringen. ... um an den Feinden des Knigs Vergeltung zu ben. Aber Saul trachtete danach, David umzubringen durch die Hnde der Philister. Da sagten seine Groen David diese Worte, und es dnkte David gut, des Knigs Schwiegersohn zu werden. Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog hin mit seinen Mnnern und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Das Doppelte! Gott gibt seinen Gesalbten im berflu. Und David brachte ihre Vorhute dem Knig in voller Zahl, um des Knigs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zur Frau. 29
Als aber Saul sah und merkte, da der Herr mit David war und da seine Tochter Michal ihn liebhatte, da frchtete sich Saul noch mehr vor David und wurde sein Feind sein Leben lang. Sauls Beziehung zu Gott entwickelte sich vom Ungehorsam zum Aufruhr gegen seinen Gesalbten, in die Tiefe des Bsen, gegen Gottes Gebote sogar - und dies wirkt sich jetzt auch auf den mitmenschlichen Bereich aus. Er ist nicht bereit, Gott mit aller Macht, Kraft und Seele zu lieben und auch seinen Nchsten, sondern genau das Gegenteil, er lebt in Ha. Und sooft die Frsten der Philister in den Kampf zogen, richtete David mehr gegen sie aus als alle Groen Sauls, wenn sie auszogen, so da sein Name hoch gepriesen wurde. Und je grer sein Ruhm wurde, desto mehr hate ihn Saul.
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Jonatan ist Vermittler zwischen den beiden, zwischen seinem Vater, dem gesalbten Knig, dem er treu bleibt, und David, seinem besten Freund, mit dem er einen Bund gemacht hat. Und Jonatan redete das Beste von David mit seinem Vater Saul... Und das war nicht sehr schwer, denn David hat sehr viel fr Israel getan, gegen Goliat und als Krieger. ... und sprach zu ihm: Es versndige sich der Knig nicht an seinem Knechte David, denn er hat sich nicht an dir versndigt, und sein Tun ist dir sehr ntzlich. Er redet offen und klar, und er sagt die Wahrheit. David steht zu Saul, half den Israeliten gegen die Philister, hilft auch Saul, wenn er in Not ist, mit seinem Harfenspiel. Du sollst nicht Gutes mit Bsem vergelten. Aber so ist die Versuchung der Macht, dazu die Eifersucht, und Saul ist verworfen und bse. Das ist hier hnlich wie bei Kain und Abel. Kain wurde gewarnt, da er nichts tun sollte gegen Abel. Kain war im Unrecht, aber trotzdem ttete er ihn. So wirkt die Macht des Bsen auf Menschen, die sich einlassen mit dem Bsen. In der Bildsprache des Mittelalters, die Luther bernahm, heit es: Entweder reitet uns der Satan oder Gott. Und so war es sicherlich hier mit Saul und David. Er hat sein Leben gewagt und den Philister erschlagen, und der Herr hat groes Heil fr ganz Israel vollbracht. Es geht um Israel, und Saul ist der Knig. Deswegen geht es nicht nur um persnliche Not, in der David ihm hilft, wenn der bse Geist ber ihn kommt, sondern es geht um das Volk. Es geht um das Knigsamt selbst. Das hast du gesehen und dich darber gefreut. Warum willst du dich denn an unschuldigem Blut versndigen, da du David ohne Grund ttest? Da hrte Saul auf die Stimme Jonatans und schwor: So wahr der Herr lebt: er soll nicht sterben! Interessant, dieser Wankelmut bei Saul. Etwas hnlich wie bei Alkoholikern: Ich rhre nichts mehr an! - und dann zeigt der Alkohol Macht. So ist es mit Saul. Er sieht ein, da Jonatan recht hat, er hat klare Momente, aber er handelt nicht danach. 32
Da riefJonatan David und sagte ihm alle diese Worte und brachte ihn zu Saul; und David diente ihm wie frher. So geht es durch die ganze Geschichte: nicht nur innerhalb seines Volkes, nicht nur innerhalb seiner Familie, sondern innerhalb Sauls selbst kmpfen zwei Geister. Aber der Geist, der die Macht ber ihn in der Hand hat, ist der bse Geist. Gott hat ihn verlassen. Gott wei, da aus Saul nichts Gutes mehr kommen wird. Das ist auch fr uns ernstzunehmen. Wenn wir uns zu tief verbinden mit den Mchten des Bsen, die auch in uns selbst sind, dann wird es eine Zeit geben, in der es fr uns selbst keinen Rckweg mehr gibt. So sagt Jesus ber Judas Iskariot: Es wre fr diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wre. Niemand wei, wo diese Linie berschritten ist. Sie ist wohl bei Hitler und Stalin und vielen anderen berschritten, aber wir wissen das nicht. Deswegen mssen wir uns sorgen um Menschen, die Bses getan haben. Jesus hat auch Mrder und Huren aufgenommen, und sie haben dann ihre Wege gendert. Er hat ihnen neue Kraft gegeben. Das liegt nicht in unserer Macht. Aber wir sollen auch wissen, da es ein Zuspt gibt, eine Zeit, wenn Gott nicht mehr sprechen wird wie in der Zeit vor Samuel, als das Wort Gottes selten zu hren war wegen dieser bsen Priester. Gott ist in seinem rettenden und richtenden Handeln ernstzunehmen.
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... und Saul sa in seinem Hause und hatte seinen Spie in der Hand. David aber spielte mit der Hand auf den Saiten. Genau das gleiche Bild: zwei Knige, ein machtbesessener Knig und ein Knig, der seiner Berufung gem handelt, der das Bse aus Gottes Kraft heilen will durch seine Lieder - und das sind Glaubenslieder. Und Saul trachtete danach, David mit dem Spie an die Wand zu spieen. Er aber wich aus vor Saul, und der Spie fuhr in die Wand. David aberflohund entrann. Nochmals ist genau das gleiche passiert. Wir sehen, es ist kein Verla auf Saul, auf seine Aussage, da es ihn reut, wie er zu seinem Sohn Jonatan sagte. In jener Nacht aber sandte Saul Boten zu Davids Haus, ihn zu bewachen, um ihn am Morgen zu tten. Diese Boten folgen Saul - das ist das Schreckliche! Sie dienen dem Bsen, auch wenn David ein Volksheld ist. Und wie viele haben das getan unter Hitler und unter Stalin und unter anderen Diktatoren? Der Mensch beugt sich oft den Mchten dieser Welt. Ein gesamtbiblisches Thema lautet: Wir sollen auf den Herrn vertrauen und nicht an die Mchte dieser Welt glauben! Doch wie oft sind auch wir hin- und hergerissen! Wir wissen nicht, was gut fr uns ist; wir sind leicht verfhrbar. Letzten Endes steht das Volk gegen sich selbst, denn es steht zu Saul, gegen David - obwohl David vom Herrn gesalbt und auch der groe Volksheld ist. Doch Michal, Davids Frau, sagte es ihrem Mann und sprach: Wirst du nicht diese Nacht dein Leben retten, so mut du morgen sterben. Auch Michal steht zu David in diesem inneren Kampf. Soll sie zu ihrem Vater, dem Knig, dem Gesalbten, stehen oder zu dem Mann, den sie liebhat und der ein groer Held ist? Da lie ihn Michal durchs Fenster hinab, da erflohund entrinnen konnte. 35
Und jetzt kommt eine sehr interessante Sache mit den Gtzenbildern. Wir denken an Rahel, die ihren Hausgtzen mitgenommen hat und darauf gesessen ist. Groe Gestalten in der Bibel, die trotzdem gegen das erste Gebot handelten, denn sie hatten Hausgtzen. Das verstt gegen das erste Gebot, nach dem wir keine anderen Gtter haben sollen als den wahren Gott. Die Frage ist: Hausgtzen - gibt es die nicht manchmal auch bei uns? Da wir anderen Mchten und Krften dienen in unserem privaten und persnlichen Leben? Das knnten geschlechtliche Mchte sein, das knnten wirtschaftliche Mchte sein, das knnten sehr persnliche Mchte sein, vor allem unsere eigene Eitelkeit, dieser sehr intime Gtze. Da nahm Michal das Gtzenbild und legte es aufs Bett und ein Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Hupten und deckte ein Kleid darauf Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Sie aber sprach: Er ist krank. Eine Notlge, um Leben zu retten. Das gibt es in der Bibel fters, bis zurck zu den Hebammen, die mit einer Notlge erklrten, warum sie jenen Befehl des Pharao, die Shne der hebrischen Frauen bei der Geburt zu tten, nicht ausfhren konnten. Saul sandte abermals Boten, nach David zu sehen, und sprach: Bringt ihn her zu mir samt dem Bett, da er gettet werde! Sogar auf dem Bett soll er gebracht werden! Als nun die Boten kamen, siehe, da lag das Gtzenbild im Bett und das Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Hupten. Interessanterweise - Gtzen sind machtlos und sprachlos - hat dieser Gtze in einer sehr lustigen, ironischen Art seine Macht gezeigt, Macht, indem der Gtze entmchtigt ist zu einem Bild von einem Menschen. Aber so hat er dann seine Macht. Das ist natrlich auch eine Polemik gegen Gtzen. Wie bei Rahel, die auf ihrem Hausgtzen sa. Der Gtze ist ein Nichts. Aber hier wird er benutzbar fr Menschen. Da sprach Saul zu Michal: Warum hast du mich betrogen und meinen Feind entrinnen lassen? Michal antwortete Saul: Er sagte zu mir: La mich gehen, oder ich tte dich! 36
Nochmals eine Notlge, hier, um ihr eigenes Leben zu retten. Und was passiert mit dieser Michal? Diese Michal, die ihren Mann liebt, geht nicht zu David, als er dann endgltig entflieht. David wird dann andere Frauen haben, und Michal bekommt einen Mann von ihrem Vater, dem Knig Saul. Innerliches Gespaltensein! Das spiegelt das Reich Israel, das ungehorsam einem Machtknig dient gegen den wahren Knig.
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Und als er zum groen Brunnen kam, der in Sechu ist, fragte er: Wo sind Samuel und David? Da wurde ihm gesagt: Siehe, zu Najot in Rama. Und er machte sich von dort auf nach Najot in Rama. Und der Geist Gottes kam auch ber ihn,... Der Geist Gottes kam ber einen Verworfenen. Er kam ber ihn, aber um David zu schtzen, um negativ an Saul zu handeln. ... und er ging einher in Verzckung, bis er nach Najot in Rama kam. Da zog auch er seine Kleider aus und war in Verzckung vor Samuel undfielhin und lag nackt den ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher sagt man: Ist Saul auch unter den Propheten? Jene Prophetenschule ist gemeint. Diese Art lag nackt, ist das Heiliger Geist? Der Geist kommt von Gott, aber die Wirkung ist nicht positiv, er entblt ihn - nackt ist er. Das geschieht zum Schutz fr David und Samuel.
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scheidende im Leben Jesu: am dritten Tage auferstanden von den Toten. Das erweist seine Gttlichkeit. Wird dein Vater nach mirfragen,so sprich: David bat mich, da er nach Bethlehem, seiner Stadt, gehen drfe; denn dort ist das jhrliche Opferfest fr das ganze Geschlecht. Nochmals eine Notlge. Wer sich darber rgert, da ich Notlgen, wenn es um Leben und Tod geht, bejahe, soll sich mit der Bibel beschftigen. Das zieht sich durch die ganze Bibel, und Gott steht nicht dagegen. Das bedeutet nicht, da Notlgen gut sind, sie sind bel; aber wenn es um das Leben geht, sind Notlgen das geringere bel. Warum ist es so, da wir uns fters zwischen zwei beln entscheiden und dann das geringere bel whlen mssen? Wegen unserer eigenen Schuld. Der Mensch ist ein schuldiger Mensch. Das ist ein Fingerzeig Gottes an uns. Wird er sagen: Es ist recht, so steht es gut um deinen Knecht; wird er aber ergrimmen, so wirst du merken, da Bses bei ihm beschlossen ist. David will Klarheit. Das letzte Mal, als er durch Jonatan wegen Saul Klarheit bekam, war es positiv. So tu nun Barmherzigkeit an deinem Knecht, denn du hast mit deinem Knecht einen Bund im Herrn geschlossen. Liegt aber eine Schuld auf mir, so tte du mich; warum willst du mich zu deinem Vater bringen? David ist so in Not, da er sogar die Frage stellt, ob Jonatan ihn vielleicht loshaben will; dann knnte Jonatan als Sauls Nachfolger Knig werden. Jonatan sprach: Das sei ferne von dir, da ich es dir nicht sagen sollte, wenn ich merke, da bei meinem Vater beschlossen ist, Bses ber dich zu bringen. Das ist das wunderbare an Jonatan: Er kmpft nicht um sein Erbe, sondern er kmpft fr seinen Freund und fr Israel, denn er wei, da Gott mit David ist. Es geht um eine Erkenntnis im Glauben. 41
David aber sprach zu Jonatan: Wer wird mir's sagen, wenn dir dein Vater etwas Hartes antwortet? Jonatan sprach zu David: Komm, la uns hinaus aufs Feld gehen! Und sie gingen beide hinaus aufs Feld. Hier ist eine Zeichenhandlung. Und Jonatan sprach zu David: Bei dem Herrn, dem Gott Israels: ... Der Glaube Jonatans, die Erkenntnis: Gott ist mit David und seine eigene Freundschaft - hier sind beide Bereiche deutlich: die erste Tafel der Gesetze Moses, der Bezug zum Herrn, und die zweite Tafel, der mitmenschliche Bereich (sein bester Freund David, mit dem er einen Bund geschlossen hat). ... wenn ich meinen Vater ausforsche morgen und am dritten Tage, da es gut steht mit David, und wenn ich dann nicht hinsende zu dir und es dir nicht kundtue, so tue der Herr dem Jonatan dies und das. Wenn aber mein Vater Bses gegen dich sinnt, so will ich es dir auch kundtun und dich ziehen lassen, da du mit Frieden weggehen kannst. Und der Herr sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen ist. Mit Frieden ziehen lassen, das bedeutet, unter dem Segen des Herrn. Der Herr sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen ist - gewesen war. Der Gesalbte - ja; Knig - ja; aber eine Spiegelung Israels, des Israels, das gegen den Herrn steht, des Israels, das wie die Heiden sein will, einen starken Knig haben will - der aber innerlich ungehorsam Israels Ungehorsam spiegelt. Sicherlich der Gesalbte, jawohl, eingesalbt, aber verworfen. Und das sollten die Knige durch die Jahrhunderte und Jahrtausende gewut haben, wenn sie glaubten, sie seien Knig, weil Gott das entschieden hat: da es die Mglichkeit gibt, da sie von dem Herrn auch verworfen werden - obwohl sie eingesalbt sind. Hier ist ein treffendes Beispiel! Du aber wollest die Barmherzigkeit des Herrn an mir tun, solange ich lebe, und wenn ich sterbe, so nimm die Barmherzigkeit niemals fort von meinem Hause. Und wenn der Herr die Feinde Davids ausrotten wird, Mann fr Mann, aus dem Lande, so mge der 42
Name Jonatans nicht ausgelscht werden neben dem Hause Davids! Er wei, worum es geht: Der Herr ist mit David! Auch wenn Saul scheinbar die Macht hat und der Gesalbte ist. Und er will sich auch durch David retten. Das ist nicht in erster Linie Egoismus, er tut das aus Glauben und aus Liebe zu David. Aber er will auch etwas fr sich, und dazu hat er das Recht in diesem Bund. Ein Bund soll zwischen zwei gleichen Partnern sein - nicht wie beim Bund mit dem Herrn, der zwischen ungleichen Partnern geschlossen worden ist. Hier sind es zwei Menschen. Jonatan wei, da das Haus Sauls ausgelscht wird, aber er will, da er selbst nicht sterben mu. Leider ist das nicht der Fall gewesen. David ttet ihn nicht, aber er kommt im Krieg um. Vielmehr mge der Herr Rache nehmen nur an den Feinden Davids! Aber der Feind ist Saul, und die bliche Strafe Gottes ist es, da das ganze Haus dann ausgerottet wird. So war das mit Ahab und seiner Familie zum Beispiel. Denn unsere Person lebt weiter durch unsere Nachkommen. Seit Hesekiel 18 jedoch (ein zentraler Text fr Luther), tragen wir dann nur fr uns selbst die Verantwortung im Gericht, nicht fr das, was unsere Eltern und Vorfahren bis ins vierte Glied getan haben. Bis zu dieser Zeit galt: Ich bin nicht ich, sondern zu mir gehren vier Glieder vor mir und vier Glieder nach mir. Das wird durch die enge Verbundenheit Sauls mit Jonatan hier symbolisiert. Und Jonatan lie nun auch David schwren bei seiner Liebe zu ihm; denn er hatte ihn so lieb wie sein eigenes Herz. Es ist ein echter Bund. Jonatan hilft David. David wird Jonatan schtzen, denn der Herr ist mit David. Und Jonatan sprach zu ihm: Morgen ist Neumond;... Das wurde gefeiert. ... da wird man dich vermissen, wenn dein Platz leer bleibt. Am dritten Tage wirst du erst recht vermit werden. Du aber komm an den Ort, wo du dich verborgen hattest am Tage jener Tat, und set43
ze dich dort neben den Steinhaufen. So will ich nach seiner Seite drei Pfeile schieen, als ob ich nach dem Ziele schsse. Steinhaufen - das hat verschiedene Bedeutungen. Stein bedeutet Tod. Aber Stein fngt an, lebendig zu werden - mit dem Stein, auf dem Jakob geschlafen hat - mit den zwlf Steinen, die in den Flu gelegt werden, bei der berquerung des Jordan - und mit dem Stein, der verworfen und dann zum Eckstein geworden ist. Und bei diesem Steinhaufen geht es um die Frage: Leben oder Tod? Stein hat in der Bibel beide Bedeutungen. Denken Sie: Stein in sich ist tot; und die Juden haben in biblischen Zeiten immer gettet durch Steinigung, Tod zu Tod. Und ich will den Knaben hinschicken: Geh, suche die Pfeile! Werde ich zum Knaben sagen: Siehe, die Pfeile liegen herwrts von dir, hole sie!, so komm; denn es steht gut um dich und hat keine Gefahr, so wahr der Herr lebt. Das bedeutet Leben: zurckkommen! Mit diesem Bild des Steinhaufens. Und denken Sie, der Altar ist auch aus Steinen gebaut, aus unbehauenen, ganzen Steinen, zum Verstndnis der ganzen Macht und Kraft des Gottes Israels. Sage ich aber zum Knaben: Siehe, die Pfeile liegen hinwrts von dir!, so geh hin; denn der Herr befiehlt dir fortzugehen. Fr das Wort aber, das du und ich miteinander geredet haben: siehe, dafr steht der Herr zwischen mir und dir ewiglich. Es ist ein ewiger Bund, bis zum Tod eines von den beiden. Jonatan steht zu seinem Freund David.
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Denn solange der Sohn Isais lebt auf Erden, wirst du und auch dein Knigtum nicht bestehen. Er wei, da David eingesalbt ist; und er trifft Jonatan an dem zentralen Punkt: Du wirst sterben mssen, wenn er Knig wird, denn es kann nicht zwei Knige geben. Auch wenn es jetzt anscheinend zwei gibt. So sende nun hin und la ihn herholen zu mir, denn er ist ein Kind des Todes. Jonatan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll er sterben ? Was hat er getan ? Da zckte Saul den Spie nach ihm, um ihn zu durchbohren. Da merkte Jonatan, da es bei seinem Vaterfest beschlossen war, David zu tten, und stand vom Tisch auf in grimmigem Zorn und a am zweiten Tage nach dem Neumond nichts; denn er war bekmmert um David, und da ihm sein Vater solchen Schimpf antat. Saul ist total unberechenbar, auch gegen seinen eigenen Sohn.
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u.a. Die Bibel ist so, in gesamtbiblischen Themen, zu verstehen. Und in diesen Themen ist ein Hinweis auf Gottes weiteres geschichtliches Handeln in nachbiblischer Zeit. Und Jonatan sprach zu David: Geh hin mit Frieden! Shalom! Fr das, was wir beide geschworen haben im Namen des Herrn, dafr stehe der Herr zwischen mir und dir, zwischen meinen Nachkommen und deinen Nachkommen in Ewigkeit. Sie halten einander die Treue, weil sie beide an den lebendigen Gott Israels glauben und an seine Treue zu seinem Volk und persnlich zu beiden, zu Jonatan und zu David.
Jetzt ist sie deutlich im Gange. Saul hat nicht nur zweimal bereits versucht, David umzubringen, sondern jetzt mu David fliehen. Jetzt beginnt der Weg seiner Wanderschaft. Und diese Wanderschaft ist eine Vordeutung der Geschichte meines Volkes, des Wandervolkes Gottes - wie wir Christen das auch sind. Aber ausgeliefert unter alle Mchte und Krfte dieser Welt, ob staatlich oder kirchlich. Auch kirchlich unter dem christlichen Abendland, aber auch unter dem Islam. Aber der Herr ist mit diesem Volk, weil es sein erstgeliebtes Volk ist. Das ist der Hintergrund dieser so spannenden Geschichte von Saul und David. Auch der Hintergrund zwischen der Frage: uere Macht und innere Macht. Denn David hat die innere Macht, die Macht des Glaubens, er ist Gottes Auserwhlter, und aus seinem Hause und Geschlecht wird der Messias, der endgltige Knig kommen. Und Saul spiegelt Israels Ungehorsam und uere Macht. Dazu kommt ein drittes Thema, das ist das Thema des Knigtums. Israel will, wie die Heiden, einen Knig haben. Und das bedeutet, letzten Endes gegen Gott sein. Und alles, was Saul erlebt, was, wie Samuel sagt, dem Knig gegeben werden mu, wenn es diesen Knig geben wird - und dieser Knig ist Saul, was er dann zu essen bekommt usw., zeigt alles, da er an Gottes Stelle steht, 48
denn Gott ist der wahre Knig Israels. Gott gehrt der Zehnte, nicht letzten Endes dem Knig. Gott gehrt dieses besondere Fleischstck, der Fettschwanz. Das klingt immer sehr lustig, der Fettschwanz, dennoch: er gehrt Gott und nicht dem Knig. Hier geht es um das Thema, wer unser wahrer Knig ist. Dieser Knig ist der Gott Israels, Jesus von Nazareth. Und die Juden haben in einer Zwischenstufe, wie der Alte Bund auch eine Zwischenstufe ist, gelernt, da Gott ihr Knig ist. Denn die Zeichen des Kniglichen sind die Umhllungen der Thora. Gott ist Knig in Israel durch sein heiliges Gesetz. Und wenn Israel ihn annimmt, den sie durchbohrt haben, dann werden sie merken, da der endgltige Ausleger dieses Gesetzes und sein Erfller niemand anderes ist als Jesus von Nazareth - anstelle und als Erfller des heiligen Gesetzes. Wie sein Kreuz in unserer Kirche anstelle des Allerheiligsten steht, wo das Gesetz, die zehn Gebote als dessen Zentrum, aufbewahrt wurden. Das sind alles Themen innerhalb einer sehr abenteuerlichen Geschichte. Auch ein Thema ist hier natrlich die Frage, wem wir zuerst gehorchen mssen: Gott oder der Macht und den Mchtigen im Land? David gehorchte dem Herrn. Er blieb ihm treu, und er bekam innere Macht und Fhrung, trotz jeder Verfolgung. Sinnbildlich ist das auch fr die wahre Kirche, die wahre Gemeinde Jesu aus allen Konfessionen, da wir auf mancherlei Weise mehr oder weniger verfolgt werden, wenn wir Gottes Wortrichtigauslegen. Das war so bei Jesus, dann bei Paulus, Petrus usw. Die uere Macht und die innere Macht. Verfolgung der Erwhlten Gottes, das hat mit Satanischem zu tun. Satan, der Feind Gottes und seiner Erwhlten, wirkt immer wieder anders, und so hat auch der Antisemitismus immer wieder andere Formen angenommen, bis zur letzten, endgltigen Form: dem Antizionismus. Ebenso ist es im Neuen Bund, da der Bse unterschiedlich wirkt, selbst innerhalb der Kirche. Judas - er war ein Jnger Jesu, nicht wahr? So sind alle mglichen Themen, wie Macht, Knigtum, Verfolgung, geschichtliche Entwicklung Israels und der Gemeinde Jesu letzten Endes enthalten in einer abenteuerlichen Geschichte, wie 49
wir sie hier lesen. Und darin ist vorgedeutet, wie wichtig es ist, da wir zuerst zu dem Herrn stehen und dann zu unserem Nchsten. Saul wurde verworfen, weil er denn fr das Wohl des Volkes in seinem Sinn sorgte - gegen Gottes Verheiung und Wege. Jonatan und David dagegen sind geborgen unter dem Herrn in ihrem Bund der Liebe zueinander als Erwhlte Gottes. Das ist das Wesentliche: Der wahre Knig Israels dient zuerst Gott und dann dem Nchsten. Das ist genau das, was Jesus getan hat. Er hat immer Gott gehorcht und ist seine Wege gegangen, bis zum Ende am Kreuz. Und er war immer in Nchstenliebe fr uns - die zweite Tafel des gttlichen Gesetzes.
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sein, nicht ein positives Gut. Und nur, wenn es um Leben geht und Davids Leben mute gerettet werden. Hast du nun etwas bei der Hand, etwa fnf Brote, oder was sonst vorhanden ist, das gib mir in meine Hand. Fnf Brote wie die f nf Steine (wie die f nf Finger einer Hand), genug, Goliat zu tten. Jetzt will er fnf Brote, denn er hat groen Hunger. Der Priester antwortete David: Ich habe kein gewhnliches Brot bei der Hand, sondern nur heiliges Brot; nur mssen di e Leute sich der Frauen enthalten haben. David antwortete dem Priester: Sicher, Frauen waren uns schon etliche Tage verwehrt. Als ich aus zog, war der Leib der Leute nicht unrein, obgleich es nur um ein gewhnliches Vorhaben ging; um wieviel mehr werden sie heute am Leibe rein sei n. Da gab i hm der Priester von dem hei li gen Brot, weil kein anderes da war als die Schaubrote, di e man vor dem Herrn nur hinwegnimmt, um fri sches Brot aufzulegen an dem Tage, an dem man das andere wegnimmt. Das waren Brote der Priester, Schaubrote, Bild f r lebendige Stmme Israels, wie die zwlf Steine, die in Gilgal auf gerichtet wurden, nachdem man sie beim Durchzug durch den Jordan un ter Wasser gelegt hatte lebendige Stmme Israels, lebend aus dem Tod gekommen. So ist dieses frische Brot. Brot bedeutet Le ben, und dieses Brot durfte nur vom Priester verzehrt werden. Ahimelech macht hier eine Ausnahme fr die, die sich gereinigt haben. Das war eine Zeichenhandlung. David machte sich damit zum Herrn was er sowieso war ber die zwlf Stmme, er, der auch Priesterknig geworden ist. Ein Amt, das von Melchisedek, dieser wundersamen Gestalt in 1. Mose 14 geht (ich habe in mei nem Buch ber Abraham ber ihn und seine Bedeutung ge schrieben), und dann natrlich wie alle Linien in der Bibel zu Jesus von Nazareth fhrt, dem endgltigen Priesterknig, wie er dargestellt wird im Hebrerbrief. Es war aber am selben Tage ein Mann von den Groen Sauls dort eingeschlossen vor dem Herrn mit amen Doeg, ein Edomiter, der ber die Hirten Sauls gesetzt war. 52
Ein bser Hirte - gegenber dem guten Hirten. Die Edomiter waren mit die schlimmsten Feinde Israels, sie stammten von Esa ab.
Und David sprach zu Ahimelech: 1st nicht hier bei dir ein Spie oder ein Schwert? Ich habe mein Schwert und meine Waffen nicht mit mir genommen, denn die Sache des Knigs war eilig. Nochmals eine Notlge. Er hat seine Waffe nicht mitgenommen, denn er war unterwegs als der von Gott erwhlte Knig, und als dieser Knig war er auf der Flucht, seine Sache war eilig - er mute weg von Saul, der ihn verfolgte.
Der Priester sprach: Das Schwert des Philisters Goliat, den du im Eichgrund erschlagen hast, das ist hier, in einen Mantel gewickelt, hinter dem Efod. Hinter dem Talar. Willst du das, so nimm es, denn es ist kein anderes hier als dies. David sprach: Seinesgleichen gibt es nicht; gib mir's! Er ist diesem groen Schwert jetzt gewachsen. Zuerst konnte er die Waffen von Saul, die kleiner waren als die von Goliat, nicht richtig tragen. Jetzt sieht man seine wahre Gre. Er ist ein Gigant, ein Riese im Geist, aber nicht im Fleisch. Und jetzt wird diese geistliche Macht auch fleischlich umgesetzt.
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anderen wahrnehmen; auch wenn man selbst Gaben hat. Aus der Demut im Herrn ist das mglich. Und David nahm sich die Worte zu Herzen undfrchtete sich sehr vor Achisch, dem Knig von Gat. Er ist erkannt worden. Er hatte gehofft, da das nicht der Fall sein wrde. Und dann stellte er sich wahnsinnig. Warum? In der antiken Zeit durfte ein Wahnsinniger nicht umgebracht werden. Er war so geschtzt. Jesus, du Sohn Davids - hier nochmals in dieser Verfolgung. Jesus wurde stndig verfolgt. Er hatte keinen Ort im Lande, wo er sein Haupt hinlegen konnte. Jesu Familie wollte ihn fr verrckt erklren (Markus 3,20.21), nicht weil sie glaubten, da er verrckt war, sondern weil sie wuten: er hat sich stndig an Gottes Stelle gesetzt, und das wird zu seinem Tod fhren. Und er stellte sich wahnsinnig vor ihren Augen und tobte unter ihren Hnden und rannte gegen die Pforte des Tores und lie seinen Speichel in seinen Bart flieen. Ja, wie Jesus nach dem Markusevangelium fr verrckt erklrt werden sollte, so spielt das David hier. Natrlich wirkt das lustig, das gehrt zum Humor in der Bibel. Diese Szene habe ich fters gespielt vor meinen zweiten, dritten und vierten Klassen. Da sprach Achisch zu seinen Groen: Ihr seht ja, da der Mann wahnsinnig ist; warum habt ihr ihn zu mir gebracht? Hab' ich zu wenig Wahnsinnige, da ihr diesen herbrachtet, bei mir zu toben? Zu den Begrungsformeln in Israel wie: Shalom Aleychem Herzlich willkommen! gehrt auch diese bekannte Aussage: Hab' ich zu wenig Wahnsinnige im Land, wie ihr, die ihr jetzt kommt, da ihr diesen hergebracht habt? Das zeigt unseren jdischen Humor, gegen uns selbst gerichtet. Sollte der in mein Haus kommen? Jetzt sehen wir David auf der Flucht, wie er dann zum Feind, den Philistern, ging und verrckt gespielt hat; und jetzt ist er unter diesen Feinden. Aber da entwickelt sich etwas:
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David ging von da hinweg und rettete sich in die Hhle Addulam. Immer wieder mu er sich verstecken. Immer wieder wird er verfolgt. Und so ist die Geschichte des Volkes Israel. Und so ist die Geschichte des Christentums in den schweren Zeiten, die wir erlebt haben am Anfang und jetzt erleben am Ende der Tage. Doch der Herr war und ist in den Schwachen mchtig. Auch der Herr Jesus selbst war stndig in Not, hatte keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen konnte - in Sicherheit. So ist es mit Gottes Erwhlten, denn die Welt mit ihren Werten steht gegen Gott und seine Erwhlung. Als das seine Brder hrten und das ganze Haus seines Vaters, kamen sie zu ihm dahin. Und es sammelten sich bei ihm allerlei Mnner, die in Not und Schulden und verbitterten Herzens waren, und er wurde ihr Oberster; und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann. Das ist sehr interessant, da die Brder jetzt zu David kommen und ihn annehmen, ihn, den jngsten Bruder. Und wie war das mit dem Bruder Jesu? Jakobus, der ihn zuerst abgelehnt hat - wie die Brder Davids - , er bekennt sich am Schlu, nach der Auferstehung, als schriftgemer, frommer Jude zu Jesus von Nazareth, seinem Bruder, als dem Gott Israels. Jesus, du Sohn Davids. Auch diese ganzen Mnner um David, die in Not und Schulden und verbitterten Herzens waren - hier ist eine ganz gemischte Gruppe, sicherlich Leute, die von Saul verfolgt waren - vielleicht aus unguten Grnden, denn Saul war bse: Aber sicherlich gab es auch Menschen darunter, die unredlich waren und die nicht richtig gelebt haben. Diese Art Davids als Fhrer ber Menschen, die zu den Niederen gehrten und zu den Nicht-Richtigen, die vielleicht zu den Verbrechern gehrten, war ein Hinweis auf Jesus von Nazareth, der Tischgemeinschaft gehalten hat mit Huren, mit Die56
ben, mit Zllnern, mit Ausgestoenen, um zu zeigen: Ich bin als Knig fr alle da! Dieses Thema hat der groe William Shakespeare, der als Christ bekannt ist, in Henry IV. (Heinrich IV) im ersten und zweiten Teil bernommen, indem der wahre, von Gott eingesetzte Knig unter solchen Menschen lebte, aber er lebte nicht wie diese Menschen. Das hat weder Henry getan noch vor ihm David noch selbstverstndlich Jesus. Sie stehen als der wahre, gerechte Knig fr alle da, nicht nur fr die besonderen, fr die besonders Frommen. Jesus hatte Tischgemeinschaft mit zwei Gruppen: mit den Ausgestoenen (mit Recht ausgestoen, wegen ihres Lebenswandels; auch mit Recht ausgestoen nach dem Gesetz) und mit den Seinen. Und die Zielsetzung ist, da diese Ausgestoenen das Angebot des Evangeliums bekommen, damit sie umkehren und zu den Seinen gehren wrden. Das ist ebenso unser missionarischer Auftrag. Und hier bei David ist alles vorgedeutet. Und David ging von da nach Mizpe ins Land der Moabiter und sprach zum Knig von Moab:... Nochmals ging er zu den Feinden! Erst war er bei den Philistern, dann in Moab. Erflohdahin, denn er mute sich verstecken vor Saul. Aber das war auch eine Zeichenhandlung: Es gibt in seiner Nachfolge - Jesus von Nazareth, du Sohn Davids - das Angebot des Heils fr alle Vlker, auch fr die Heiden, fr die Feinde. Und das ist hier auch vorgedeutet bei David, ebenfalls in seinen Kriegszgen spter, als Knig, wo er dann viele Feinde dem Staat Israel einverleibt hat. Die muten dann nach jdischem Gesetz wie Juden behandelt werden. La meinen Vater und meine Mutter bei euch bleiben, bis ich erfahre, was Gott mit mir tun wird. Hier geht es um Vater und Mutter, nicht nur um die Brder. Sehen wir nochmals eine Fortsetzung des Josef-Geschehens, wo Josef ausgestoen wird von seinen Brdern. Sie wollten ihn umbringen, und dann verkaufen sie ihn, nachdem er seine Trume erzhlt hatte, wie alle sich vor ihm verbeugen wrden: Vater und Mutter - Sonne und Mond - und die Sterne, als Zeichen fr seine 57
Brder. hnlich geht es hierbei David. Sie sind jetzt abhngig von seinem Schutz. Und er brachte sie vor den Knig von Moab, und sie blieben bei ihm, solange David auf der Bergfeste war. Er bringt die Seinen, seine Familie, in Sicherheit. Und genau das tat Jesus, der Sohn Davids: Als er verhaftet wurde, schtzte er seine Jnger. Hier ist eine Fortsetzung. Alle diese Linien des Knigs David haben mit Jesus von Nazareth, dem Sohn Davids, zu tun. Aber der Prophet Gad sprach zu David: Bleib nicht auf der Bergfeste, sondern geh hin ins Land Juda. Da ging David weg und kam nach Jaar-Heret. Immer wieder tauchen Propheten auf, Menschen, die da sind, um David zu schtzen. Und ihm dann spter, wie Nathan, die Wahrheit zu sagen. Als Vermittler des Herrn. Und so war das bei Jesus, als er ein Kind war, da er immer wieder geschtzt wurde durch Trume: Da er weggehen mute von Bethlehem, wann er zurckkommen konnte usw. Auch diese Geschichte der Verfolgung Jesu bis ins Ausland, nach gypten, und dann die Zeit der Rckkehr, ebenso war die Geschichte Davids, die dann zur Vollendung gebracht wurde in dem Sohn Davids, Jesus Christus.
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Und es kam vor Saul, da David und die Mnner, die bei ihm waren, von sich reden machten. Das bedeutet, sie waren sehr erfolgreich. So ist es immer, wo David auch ist - wie bei Josef, hier ist eine Linie - , ist Gottes Gnade und Gottes Segen da. Das wird dann bekannt. Natrlich sehen wir das vor allem bei Jesus, als er geheilt und Wunder getan und mit Vollmacht gepredigt hat. Die vollmchtigen Gottesboten knnen sich letzten Endes nicht verstecken, denn Gott handelt durch sie. Er handelt gegen die Welt, aber auch fr die Welt, der Welt zu helfen, sie zu heilen im umfassenden Sinne. Und Saul sa zu G ibea unter dem Tamariskenbaum auf der Hhe,... Das ist ein heiliger Baum hier. Und Baum ist auch ein gesamtbiblisches Bild: Baum des Lebens und der Erkenntnis - heiliger Baum (es gibt sehr verschiedene, Eichen und Tamarisken, an bestimmten Orten, die einen bestimmten Schutz haben als heilige Bume, als bestimmter, gesegneter Ort). Dieses Bild der Bume geht natrlich bis hin zu Jesu Kreuz, dem Holzpfahl, der fters gemalt wird mit Trieben, die aus diesem Holz kommen lebendiges Holz symbolisierend. Und weiter zu dem berhmten Text Rmer 11, mit der Bedeutung der zwei Bnde in bezug auf Israels Erwhlung und endzeitliche Bedeutung, bis hin zu Offenbarung 22, wo wieder von Bumen des Lebens zu lesen ist. ... den Spie in der Hand, und alle seine Groen standen um ihn. Sauls Wege sind keine heiligen Wege, sondern im Gegenteil! Er ist zwar der Knig Israels, der Knig ber Gottes auserwhltes 59
Volk, aber sein Weg ist nicht der Weg der Auserwhlung. Er ist verstoen vom Herrn wegen seines Ungehorsams. Da sprach Saul zu seinen Groen, die um ihn standen: Hrt, ihr Benjaminiter! Das ist der kleinste Stamm, und er bevorzugt diesen seinen Stamm. Wird der Sohn Isais euch allen auch cker und Weinberge geben und euch alle zu Obersten ber tausend und ber hundert machen, da ihr euch alle verschworen habt gegen mich und da niemand da ist, der es mir zu Ohren brchte, da mein Sohn sich mit dem Sohn Isais verbunden hat? Saul, wie spter ein Stalin, verdchtigt alle. Wir nennen das paranoisch. Stalin hat recht, argwhnisch zu sein, weil er so viele Leute umgebracht hat - und Saul auch, das ist keine Geisteskrankheit im eigentlichen Sinne. Leute, die viel Bses getan haben, haben das Recht, psychologisch gesehen, zu glauben, da andere gegen sie sind. Aber jetzt sagt er zu seinen Groen, impliziert in diese Aussage: Ich habe das alles fr euch getan, habe euch cker und Weinberge gegeben, euch zu Obersten gemacht. Ich habe das fr euch getan! David kann das nicht fr euch tun. Ist niemand unter euch, der sich um mich gegrmt und der es mir zu Ohren gebracht htte, da mein Sohn meinen Knecht gegen mich aufgereizt hat, da er mir nachstellt, wie es jetzt am Tage ist? Saul ist sehr ergrimmt, da seine eigene Familie - seine Frau, seine Tochter und vor allem sein Sohn, der sein Nachfolger werden soll (nicht David!), nach seinem Sinn, dem Sinn der Welt, sich mit David verbunden hat. Darin spiegelt sich fr ihn seine Auswegslosigkeit. Es wird immer auswegsloser fr Saul, bis er dann, was verboten ist, Kontakt anstrebt mit einer Hexe, im Spiritismus. Er meint, keine andere Mglichkeit zu haben, die Wahrheit zu erfahren. Scheinbar ist David derjenige, der keinen Ausweg hat. Er wird verjagt, mu unter die Feinde fliehen. Aber in Wirklichkeit wird es immer enger um Saul, bis er dann keinen Ausweg mehr hat, bis er dann endgltig von den Philistern umgebracht wird. Diese ganze Verfolgung ist eine Tuschung, denn 60
David wird zurckkehren. Wie Jesus zurckkehrt aus gypten, und wie er zurckkehrt von den Toten - auferstanden ist von den Toten; wie Israel zurckkehrt ins Heilige Land. So geht dieses Thema weiter: Durch Verfolgung, durch Tod sogar, geht der Weg dennoch zurck fr die Erwhlten. Die Verstoenen haben anscheinend die Macht, aber die Schlinge um sie wird immer enger, bis sie keinen Ausweg mehr haben. Und das bedeutet fr die Nichtglubigen Gericht. Da antwortete Doeg,... Doeg, der bei den Priestern von Nob war. ... der Edomiter, der unter den Groen Sauls stand, und sprach: Ich sah den Sohn Isais, wie er nach Nob kam zu Ahimelech, dem Sohn Ahitubs. Er will zeigen: Ich halte Saul die Treue. Und natrlich verkauft er damit seine eigene Seele. Er ist kein Israelit, er stammt von den Feinden, er ist Edomiter. Der befragte den Herrn fr ihn und gab ihm Wegzehrung und das Schwert des Philisters Goliat. Das ist alles richtig, was er da sagt. Aber: Da sandte der Knig hin und lie rufen den Priester Ahimelech, den Sohn Ahitubs, und das ganze Haus seines Vaters, die Priester, die zu Nob waren. Es geht jetzt um das ganze Haus. Er wird gegen dieses ganze Haus sein. Aber das Haus David wird die Herrschaft bernehmen, und das Haus Saul - damit leider auch Jonatan - wird bald nicht mehr vorhanden sein. Sie werden sterben und keine erbliche Zukunft haben. Und sie kamen alle zum Knig. Und Saul sprach: Hre, du Sohn Ahitubs! Er sprach: Hier bin ich, mein Herr. Er redet in der alten, redlichen Sprache, wie Abraham geredet hat. Hier bin ich, hier stehe ich. Und Saul sprach zu ihm: Warum habt ihr euch verschworen gegen 61
mich, du und der Sohn Isais, da du ihm Brot und ein Schwert gegeben und Gott fr ihn befragt hast, damit er sich gegen mich empre und mir nachstelle, wie es jetzt am Tage ist? Natrlich haben sie keine Ahnung. Sie haben gedacht, David komme im Auftrag von Saul. Sie haben nicht gewut, da Saul gegen ihn ist. Und sicherlich wissen sie nicht, da Saul zu Unrecht gegen ihn ist. Sie wissen das alles nicht, sie handeln ohne Kenntnis. Ahimelech antwortete dem Knig und sprach: Wer ist unter allen deinen Knechten so treu wie David, dazu des Knigs Schwiegersohn und der Oberste deiner Leibwache und geehrt in deinem Hause? Ja, wir wissen, da er nach Saul und Jonatan der dritte Mann im Lande ist. Deswegen haben wir ihm geholfen. Hab' ich denn heute erst angefangen, Gott fr ihn zu befragen? Das seiferne von mir! Der Knig lege solches seinem Knecht nicht zur Last noch meines Vaters ganzem Hause; denn dein Knecht hat von alledem nichts gewut, weder Kleines noch Groes. Man kann nicht schuldig sein fr etwas, das man nicht wei. Und sicherlich wre er auch sonst nicht schuldig; das Richtige wre es, David zu helfen, denn er wird zu Unrecht verfolgt. Saul geht Schritt um Schritt in die letzte Tiefe der Schuld. Aber der Knig sprach: Ahimelech, du mut des Todes sterben, du und deines Vaters ganzes Haus! Er will nicht nur ihn, sondern das ganze Haus der Priester tten. Jetzt greift er in den geistlichen Bereich ein, in den Bereich, der Gott gehrt. - Wir kennen sehr genau aus Rmer 13 diese grundstzliche Aussage: So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebhrt; Zoll, dem der Zoll gebhrt; Furcht, dem die Furcht gebhrt; Ehre, dem die Ehre gebhrt. Oder Matthus 22,21: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! - Und wenn das passiert, ist Aufstand gegen den Knig nicht nur gerechtfertigt, sondernrichtig- wie es auch der Aufstand gegen Hitler und andere Diktatoren war.
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Und der Knig sprach zu seiner Leibwache, die um ihn stand: Tretet heran und ttet die Priester des Herrn;... Priester des Herrn! ... denn ihre Hand ist mit David, und obwohl sie wuten, da er auf der Flucht war, haben sie mir's nicht zu Ohren gebracht! Sie haben es nicht gewut! Aber die Mnner des Knigs wollten ihre Hnde nicht an die Priester des Herrn legen, sie zu erschlagen. Das war so hnlich bei Jona. Jona wollte, da er hingegeben, geopfert werde, da er umgebracht werde, wegen dem Sturm, an dem er schuldig war. Und die Heiden haben in diesem Zusammenhang besser gewut, was Gott will: Du sollst nicht tten. So ist das fters, da die Seinen, oder die die Seinen sein sollten, nicht besser, sondern schlechter wissen, was sie tun sollen, als die, die nicht dazugehren - ob das Heiden sind oder Leute, die unter der Herrschaft des Knigs hier stehen. Das ist auch eine richtige Antwort fr uns. Wenn etwas von uns verlangt wird, was gegen Gott und gegen unseren Glauben geht, dann drfen wir nicht mitmachen. Gebt dem Kaiser (oder dem Knig), was ihm gehrt, aber Gott, was Gott gehrt - und das ist das Wichtige! Da sprach der Knig zu Doeg: Tritt du heran, und erschlage die Priester! Doeg, der Edomiter, trat heran und erschlug die Priester, ... Man brauchte einen Fremden, einen Auslnder, dieses Bse zu tun. Denn David ist da fr das Haus Israel, und die Mnner Sauls wissen: Wir drfen nicht so weit gehen, da wir sogar gegen die Priester, die Gott gehren, vorgehen und sie tten. ... da an diesem Tage starben fnfundachtzig Mnner, die den leinenen Priesterschurz trugen. Ein 85facher Mord Sauls gegen die von Gott gegebenen Priester! Und wie ist das gegangen durch die Geschichte? Denken Sie, was in Ruland, in China... unter dem Kommunismus passiert ist. 63
Diese Geschichte der Verfolgung Gottes und derer, die Gott gehren, seines Volkes, seiner Priester usw., ist ein Thema, das sich nicht nur durch die ganze Bibel zieht, Alten wie Neuen Testaments (auch die Juden gegen die Christen, aber dann umgekehrt), sondern das durchzieht die ganze Weltgeschichte. Auch Nob, die Stadt der Priester, schlug er mit der Schrfe des Schwerts, Mann und Frau, Kinder und Suglinge, Rinder und Esel und Schafe, mit der Schrfe des Schwerts. Das ist gerade das, was Gott von Saul verlangt hat gegen die Feinde! Und anstatt da Saul so gegen die Feinde handelte - er hat die besten von ihren Tieren und ihren Knig verschont - , tat er das gegen Gottes Eigentum, die Priester, die fr ihn waren, (die Recht sprechen), die das Los fr ihn warfen als Vermittler Gottes. Es entrann aber ein Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs, der hie Abjatar, undflohzu David... Es wird berleben geben, trotz Verfolgung! Wie aus Bethlehem Jesus herausgekommen ist, als alle die Kinder umgebracht wurden. So geht es immer, stndig, durch die Bibel: Rettung von Einem - ob das Noah war, ob das Mose war-, stndig, wenn das Gericht kommt, oder wenn es unfaires und bles Handeln gegen die Erwhlten Gottes gibt, dann gibt es berleben einzelner, auch in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern. ... und verkndigte ihm, da Saul die Priester des Herrn gettet habe. David aber sprach zu Abjatar: Ich wute es schon an dem Tage, als der Edomiter Doeg dort war, da er's Saul verraten werde. Ich bin schuldig am Leben aller aus deines Vaters Haus. Bleibe bei mir und frchte dich nicht. David bernimmt eine Schuld, die nicht die seine ist. Warum tut er das? Weil er als Unschuldiger, in der Linie von Josef bis hin zu Jesus, die Verantwortung bernimmt, er, der Knig. Und Jesus - du Sohn Davids - bernimmt die Schuld der ganzen Welt als Angebot fr sie. Hier ist eine direkte Linie ber Josef - den Knecht Gottes, der stndig Leiden erlebt hat, verursacht durch seine Brder; aber dann rcht er sich nicht an ihnen, nimmt die Verantwortung im Sinne Gottes auf sich und sagt: Das war Gottes heilsge64
schichtlicher Weg mit uns. Oder denken wir an Juda - Er ist verantwortlich dafr, da Josef verkauft wird. Juda steht dann ein fr Benjamin und macht die Schuld gut, die er begangen hat. Das ist auch eine Vordeutung auf Jesus. Diese Linie hat auch eine weitere Entwicklung im Judentum. Denken wir an Leo Beck, den groen Rabbiner von Berlin. Seine Familie wurde in Theresienstadt umgebracht. Und als die Befreier die SS-Leute umbringen wollten, sagte Leo Beck: Bringt lieber mich um. Und das alles hat natrlich sein Zentrum in Jesus, dem stellvertretenden Knecht Gottes, dem eingeborenen Sohn, der die ganze Schuld als Unschuldiger auf sich nahm. Der aber auf einem geheimen Weg auch weiterhin mit Israel handelt. Das sehen wir zum Beispiel an Leo Beck und auch an Viktor Frankl, wie er durch dieses schreckliche Leiden in vier Konzentrationslagern ging, ohne zu hassen. Bleibe bei mir undfrchte dich nicht. Denn der, der mir nach dem Leben trachtet, der trachtet auch dir nach dem Leben; du bist bei mir in Sicherheit. Und er ist bei ihm als Priester. Er wird dann das Los fr David sprechen. Gott redet jetzt durch einen Priester zu ihm. Das wird dann auch der Weg zum Hohepriesteramt, das dann natrlich seine Erfllung hat in Jesus von Nazareth, dem ewigen Hohenpriester, dem Einen allein, der sich selbst fr uns opferte als Priester und der fr uns geopfert ward, wie es im Hebrerbrief steht.
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Und es wurde David angesagt: Siehe, die Philister kmpfen gegen Keila und berauben die Tennen. Dort ist der alte Feind, hier ist der wahre Knig, David, hier ist der groe Kmpfer und Beschtzer Israels. Da befragte David den Herrn ... Das tut er jetzt durch Abjatar, den Priester, der zu ihm geflohen ist. ... und sprach: Soll ich hinziehen und diese Philister schlagen? Und der Herr sprach zu David: Zieh hin, du wirst die Philister schlagen und Keila erretten! Er sieht sich immer noch als der wahre Knig Israels, und das ist er. Er ist es, der schtzt, er ist der Erretter, nicht Saul. Saul verfolgt sich selbst letzten Endes; er hat sich als Gottes eingesetzter Knig selbst zerstrt. Und jetzt geht diese Zerstrungskraft gegen die Unschuldigen wie David und bestimmt auch viele andere. Aber die Mnner bei David sprachen zu ihm: Siehe, wir frchten uns schon hier in Juda und wollen nun hinziehen nach Keila gegen das Heer der Philister? Wir haben es schwer genug! Juda, das gehrt zu Saul, nicht wahr. Wir knnten hier verfolgt werden von Saul, er hat eine groe Armee. Und jetzt sollen wir dahin gehen? Mglicherweise mssen wir dann an zwei Fronten kmpfen, gegen die Philister und auch gegen Saul, wenn Saul uns verfolgt. Wir begeben uns in eine groe Gefahr. Da befragte David wieder den Herrn,... Er will gewi sein. 66
... und der Herr antwortete ihm: Auf, zieh hin nach Keila, denn ich will die Philister in deine Hnde geben! Diese doppelte Befragung, weil es eine doppelte Gefahr ist, von Saul und auch von den Philistern. Aber David hat jetzt einen Priester, und er kann den Herrn durch diesen befragen. So zog David mit seinen Mnnern nach Keila und kmpfte gegen die Philister und trieb ihnen ihr Vieh weg und schlug sie hart. So errettete David die Leute von Keila. David ist weiterhin Volksheld. David gilt weiterhin als der Erretter Israels. Jesus, der endgltige Erretter Israels und der ganzen Welt von aller Schuld und Snde und von dem Tod und ewigen Tod. Als aberAbjatar, der Sohn Ahimelechs, zu David geflohen war, zog er mit herab nach Keila und brachte den Efod mit. Er geht mit. David hat jetzt priesterliche Untersttzung. Sie sind zusammen, Knig und Priester zusammen - wahrer Knig und wahrer Priester. Da wurde Saul angesagt, da David nach Keila gekommen sei, und Saul dachte: Gott hat ihn in meine Hnde gegeben,... Was fr ein Trugschlu! Er wei, da er verworfen ist. Wie kann er pltzlich denken, da Gott fr ihn handelt? Gott handelt jetzt gegen ihn. ... denn er ist eingeschlossen, nun er in eine Stadt mit Toren und Riegeln gekommen ist. Er sitzt fest, er kann nicht mehr heraus, es gibt keinen Ausweg! Und wie war das mit Jesus? Ein riesiger Stein war vor seinem Grab, dem Grab des Sohnes Davids. Und er kam heraus, wurde vom Vater herausgeholt. Und Saul lie das ganze Kriegsvolk aufrufen, zum Kampf hinabzuziehen nach Keila, damit sie David und seine Mnner belagerten. Da kommt der groe Kriegsheld Saul, nachdem der Feind geschlagen ist von David. Jetzt kommt er, um den wahren Kriegshelden, David, kaputtzumachen. 67
Als aber David merkte, da Saul Bses gegen ihn im Sinne hatte, sprach er zu dem Priester Abjatar: Bringe den Efod her! Und David sprach: Herr, Gott Israels, dein Knecht hat gehrt, da Saul danach trachtet, nach Keila zu ziehen, um die Stadt zu verderben um meinetwillen. Kommt er, um die Stadt zu verderben oder um David kaputtzumachen? Werden mich die Brger von Keila bergeben in seine Hnde? Und wird Saul herabkommen, wie dein Knecht gehrt hat? Das verknde, Herr, Gott Israels, deinem Knecht! Und der Herr sprach: Er wird herabkommen. David fragte weiter: Werden die Brger von Keila mich und meine Mnner bergeben in die Hnde Sauls? Der Herr sprach: Ja. Was sind das fr Menschen? Menschen, die gerade gerettet wurden vor den Feinden, den Philistern, durch David und seine Leute; und dann bergeben sie ihren eigenen Retter den Feinden! Das ist ein deutlicher Fingerzeig an Israel, das seinen eigenen Retter, Jesus Christus, bergeben und dem Kreuzestod ausgeliefert hat. Das tun die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, die dann fr das Volk sprechen - oder vielmehr fr sich selbst. Da machte sich David auf samt seinen Mnnern, etwa sechshundert, ... Seine Truppe ist gewachsen, von vierhundert auf sechshundert. Viele kommen zu ihm, die unglcklich sind mit Saul und die verfolgt werden von Saul. ... und sie zogen fort von Keila und streiften da und dort umher. Als nun Saul angesagt wurde, da David aus Keila entronnen war, stand er ab von seinem Zuge. Hier ist ein schrecklicher Fingerzeig gegen uns alle, da wir an die jetzige Lage denken, und da wir nicht'an die Vergangenheit denken. Wie die zehn Ausstzigen, die von Jesus geheilt wurden, und nur einer kam zurck, ihm zu danken. Hier ist es noch viel schlimmer: Sie sind nicht nur undankbar gegenber David, sondern sie wollen ihn ausliefern, da er umgebracht werde. Und wie ist das bei uns? Haben wir gelernt, dankbar zu sein fr das, was 68
der Herr uns in der Vergangenheit getan hat? Fr die Fhrung, die Hilfe, die Kraft? Denken wir nur an unsere jetzige Lage? A und O, der, der war, der, der ist, und der, der bleibt, so heit es von Jesus. Lat uns lernen, historisch zu denken, historisch zu denken in bezug auf den Heilsweg Jesu Christi mit uns. Die Leute in Keila hatten keine Sicht dafr. Neun von den zehn Ausstzigen hatten keine Sicht dafr. Wie ist das heute? Zum Beispiel, was ist in der ehemaligen DDR jetzt passiert, da so viele eine Regierung whlen, die sie ausgebeutet hat - ihr Land, ihr Wasser, die Luft und alles; eine Regierung, die keine Freiheit gegeben hat? Und jetzt pltzlich sehen sie das als eine bessere Zeit - nachdem sie daraus befreit sind! So eine kurze Sicht haben wir Menschen. Wir denken stndig an jetzt - jetzt - jetzt! Heile mich! Tu mir, was ich haben will! Jetzt - jetzt - jetzt! Das ist kein biblisches Denken. Biblisches Denken ist historisches Denken. Aber wer denkt historisch heute? Viele denken physisch, und viele denken nur an jetzt. Aber der Herr, der Gott Israels, ist Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft in einem. Und so ist auch sein Heilsweg fr uns.
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versinken, wie Petrus, als er auf dem See wandelte. Er sah die Kraft Christi, und trotzdem schaute er weg. Das ist unsere Schwachheit. Aber der Herr kam und hielt ihn fest, da er nicht in die Tiefe gesunken ist. Und so wird er es mit uns tun, wenn wir ihn wirklich lieben. Frchte dich nicht! Sauls, meines Vaters, Hand wird dich nicht erreichen, und du wirst Knig werden ber Israel, und ich werde der Zweite nach dir sein; auch mein Vater wei das sehr wohl. Das war ein tapferer Mann, dieser Jonatan. Er hat deutlich gesagt zu seinem Vater: Ich stehe zu David, weil Gott zu David steht und weil er mein Freund ist. Das erinnert wieder an die zwei Tafeln Mose: die Beziehung zu Gott, Gott steht zu ihm, und der mitmenschliche Bereich, wir sind miteinander verbunden. Und - ich bin bereit, mein Erbe aufzugeben fr David, denn Gott hat ihn erwhlt und nicht mich, und auch nicht dich, Vater. Und sie schlssen beide einen Bund miteinander vor dem Herrn. Das ist die Erneuerung des Bundes; und das passiert stndig in der Bibel, da Bnde erneuert werden. David blieb in Horescha, aber Jonatan zog wieder heim. Er geht hin und her, ist hin- und hergerissen, aber wir wissen, wo sein Herz steht. So gab es auch im Alten Testament einen Fremden, der von Elisa vom Aussatz befreit wurde. Der ging zurck in ein Gtzenhaus, in ein Gtzenland, aber er betete den Herrn, den Gott Israels an. Er kennt keine Grenze, auch nicht unter den Feinden. Und so gab und gibt es in totalitren Zeiten, wie jetzt in China, immer Menschen, die unter den gottlosen Feinden leben, aber sie leben gefuhrt von dem Herrn. Und das ist auch sehr wichtig fr uns. Wie Jonatan zu Hause lebte unter der Herrschaft seines Vaters - und doch nicht unter seiner Herrschaft stand, sondern unter der Herrschaft des Gottes Israels, der bei ihm und bei David war, aber nicht mehr mit seinem Vater. Aber die Sifiter zogen zu Saul hinauf nach Gibea und sprachen: David hlt sich bei uns verborgen auf den Bergfesten in Horescha in Gibea-Hachila, das sdlich liegt von Jeschimon. Ist's nun, Knig, deines Herzens Verlangen hinabzukommen, so komm; wir wollen ihn in des Knigs Hnde bergeben. 71
Immer wieder handeln die Israeliten gegen Gott, genau wie die Vlker bei der Wstenwanderung zum guten Teil gegen Israel gekmpft und nicht getan haben, was Gott haben wollte. So handelt jetzt sein eigenes Volk gegen Gott und Gottes Erwhlung. Und wir, in bezug auf Christus und seine Erwhlung? Wie schaut die Kirchengeschichte aus? Schaut sie wirklich besser aus, als die Geschichte Israels? Ich glaube es nicht. Da sprach Saul: Gesegnet seid ihr vom Herrn, da ihr euch meiner erbarmt habt! Sie sind nicht gesegnet, sondern verflucht. Denn sie arbeiten mit einem verfluchten und unrechten Knig gegen den Erwhlten Gottes. Das mssen wir auch lernen: fest zu dem zu stehen, zu dem Gott steht. Und Gott steht zu Israel, und er steht zu uns Christen. Er wirkt im Geheimen, im Verborgenen, aber er kommt ans Ziel, nicht die Feinde. Die Herrschaft des Kommunismus ist in Ruland weitgehend zerstrt, aber das Christentum lebt weiter, auch wenn wir berhaupt keine Macht dort hatten, nur innere, gttliche Macht. So geht nun und gebt weiter acht, da ihr wit und seht, an welchem Ort sein Fu weilt und wer ihn dort gesehen hat; denn man hat mir gesagt, da er sehr listig ist. Wer ist listig? David ist klug, und er mu wegkommen. Der L i stige ist Saul, der die ganze Zeit plant, David umzubringen. Das ist hufig der Fall: Was wir gegen die Feinde sagen, spiegelt uns selbst. Untermenschen - wer waren die Untermenschen, die SS oder die Juden? Vorsicht mit unserer Sprache! Denn unsere Sprache, unser bses Reden gegen andere, spiegelt fters unsere eigene Lage. Beobachtet und erkundet jeden versteckten Ort, wo er sich verkriecht, und kommt wieder zu mir, wenn ihr's gewi seid, so will ich mit euch ziehen. 1st er im Lande, so will ich ihn aufspren unter allen Tausendschaften Judas. Keine Ruhe fr David, keine Mglichkeit mehr. Aber bei dem Herrn ist nichts unmglich. 72
Da machten sie sich auf und gingen vor Saul her nach Sif David aber und seine Mnner waren in der Wste Maon, in der Steppe sdlich von Jeschimon. Als nun Saul hinzog mit seinen Mnnern, David zu suchen, wurde es David angesagt. Immer wieder gibt es Menschen, die zu David stehen, einzelne Menschen. Und so gab es auch im Dritten Reich meistens nur einzelne Menschen und wenige Familien, die Juden versteckt und Juden geholfen haben. Und so war das auch in Ruland unter der Herrschaft Stalins. Es gab einzelne Menschen, die Christen weiter Mut gegeben und ihnen weitergeholfen haben. Gott kennt die Seinen, und er steht zu den Seinen, und er fhrt sie. Das bedeutet nicht, da wir immer bekommen, was wir haben wollen. Aber letzten Endes geht es um ein endgltiges Ziel, sein Reich. Und er ging zu dem Felsen hinab, der in der Wste Maon ist. Als das Saul hrte, jagte er David nach in die Wste Maon. Und Saul ging auf der einen Seite eines Berges, David mit seinen Mnnern auf der anderen Seite des Berges. Dieses Bild, das klingt sehr hnlich wie damals: die Philister mit Goliat an ihrer Spitze gegen das Volk Israel, Gottes Erwhlte gegen die Feinde. Und jetzt ist in dem Bild Israel der Feind geworden, gegen David. Und so wrde es sein gegen Jesus und gegen Paulus. David aber eilte, Saul zu entgehen, whrend Saul samt seinen Mnnern David und seine Mnner umstellte, um sie zu fangen. Aber es kam ein Bote zu Saul und sprach: Komm eilends, denn die Philister sind ins Land eingefallen. Immer wieder gibt es Rettung. Davids Lage war hoffnungslos - und im letzten Moment: Die Feinde sind eingefallen, wir haben etwas anderes zu tun. Die Prioritt Sauls blieb dann trotzdem, gegen die Philister zu kmpfen. Wo war Hitlers Prioritt, als er die Wahl hatte am Schlu, Eisenbahnlinien und Zge zu benutzen, Soldaten an die Front zu bringen oder - Juden zu vernichten? Hitler lie lieber die Juden vernichten. Da lie Saul davon ab, David nachzujagen, und zog hin, den Philistern entgegen. Daher nennt man den Ort Sela-Machlekot, Trennungsfelsen. 73
zu helfen. Als dieses Lager befreit wurde, haben er und andere Juden diesen SS-Mann geschtzt, und sie haben gesagt: Er darf nicht umgebracht werden, wir stehen fr ihn ein. Auch wir sollen lernen, und wir lernen das als Christen natrlich, dankbar zu sein fr die, die uns beigestanden haben, als wir in Not waren. Und Notzeiten kommen jetzt vermehrt, wir leben am Ende der Tage. Das wird auch ein wichtiger Mastab unseres christlichen Glaubens sein, ob wir dankbar sind fr die Errettung, die der Herr uns bringt - und fr die Menschen, die das tun. Oder ob wir das schnell vergessen und nur an unsere jetzige Lage denken. Lernen wir endlich, historisch zu denken, denn historisches Denken ist biblisches Denken, weil Jahwe der Herr der Geschichte ist. Das ist die Bedeutung seines Namens: Der, der war, der, der ist, und der, der sein wird, der wirkende Gott in Israel. Und wer nur fr den Moment denkt, Heile mich, tu mir besondere Wunder usw., der hnelt sehr dem versagenden Volk Israel in der Wste bei der Wstenwanderung. Gott tut, was Israel will - aber diese Wunder haben sie nicht ins Heilige Land gefhrt, sondern genau das Gegenteil. Nicht die Wunder haben das Volk verdorben, sondern der Wunderglaube: Nur jetzt, jetzt, jetzt - Ich will, ich mu. Das ist nicht der Weg des Evangeliums. Und Saul nahm dreitausend auserlesene Mnner aus ganz Israel und zog hin,... Diese Zahl 3000 ist sehr interessant, wenn man an weitere Bibelstellen denkt: 3000 Philister, Feinde, sind gestorben, als Simson als blinder Mann seinen letzten, groen Gang machte; mit ausgestreckten Hnden, wie am Kreuz - Segen - ; Dreitausend starben, und er starb mit - eine Vordeutung auf Jesus von Nazareth, der fr uns starb, um uns zu erretten von unseren Feinden. Simson starb aber nur gegen die Feinde; Jesus sogar fr die Feinde, um uns zu erretten. Und diese Zahl 3000 erreicht eine letzte positive Deutung an Pfingsten. Zu Pfingsten kommen dreitausend Juden zum Glauben durch die vollmchtige Predigt des Petrus, nicht durch besondere Wunder. Und in der Predigt ist ein Wunder; das ist etwas sehr Be75
sonderes - nicht Zungenrede -, sondern predigen in anderen Sprachen, als man sie selbst kennt, in den Sprachen der Anwesenden. Das ist die Aufhebung der Sprachverwirrung nach dem Babelsturm, der Weg zu Gottes Reich, wo die Einheit der Christen und die Einheit der Sprache endgltig wiederhergestellt werden. Diese Zahl 3000: hier negativ, gegen David, den Gesalbten Gottes; dann ein positiver Zug in der Zerstrung der Feinde, indem Simson da mitgeht in den Tod; und dann nicht die Zerstrung, sondern die Errettung von Dreitausend, allein durch die Pfingstpredigt des Petrus. Das ist eine gesamte Linie. Lassen Sie uns die Zahlensymbolik der Bibel bewut wahrnehmen - ich meine nicht Multiplikation und mystische Zahlen, das ist alles nicht biblisch, sondern biblische Zahlen und was sie bedeuten im Verlauf der Bibel - in ihrer geschichtlichen Tragweite, ihrer biblischen Tragweite. ... David samt seinen Mnnern zu suchen, in Richtung auf die Steinbockfelsen. Jeder, der in Israel war, kennt diesen Ort sehr gut. Und als er kam zu den Schafhrden am Wege, war dort eine Hhle, und Saul ging hinein, um seine Fe zu decken. David aber und seine Mnner saen hinten in der Hhle. Wer hat wen zu wem geschickt? David soll hier geprft werden. Saul ist ihm ausgeliefert, nicht er Saul. Er kann Saul umbringen, und zwar in der Tiefe der Hhle, im Dunkeln. Das geht in die Dunkelheit unserer eigenen Person. Die Mnner, die verfolgt waren von Saul und die gegen Saul sind, haben David gesagt: Jetzt haben wir ihn! Gott hat ihn uns sogar gegeben! Schauen wir aber, was David tut. Das ist die Wste; Wste ist Ort der Versuchung und Ort des Heils. Ort der Versuchung Israels bei der Wstenwanderung; aber dieser Weg war auch Weg des Heils im Sinne der Brautzeit, trotz aller Problematik zwischen Israel und ihrem Gott. Gott hat sie gefhrt, er hat ihnen zu Essen gegeben, zu Trinken, Gerechtigkeit, Fhrung... Deswegen gilt das als Brautzeit, trotz des Versagens Israels. Das bedeutet eben auch Weg zum Heil, denn der Weg fhrt dann, fr ihre Nachkommen und fr Josua und Kaleb, ins Heilige Land. Da war der Sndenbock, der die Schuld in die Wste trug, an den Ort der Versuchung und des Ver76
derbens, uns zum Heil. Das ist alles Hinweis auf Jesus Christus. Auch hier bei Davids Versuchung, Saul umzubringen. Und das mit Recht - menschlich gesehen, Saul verfolgt ihn zu Unrecht. Gott hat ihn anscheinend ausgeliefert an David. Die Mnner hetzen David auf: Bring ihn um! Bring ihn um! Und wie war das bei Jesus in der Wste? Jesus war in der Wste 40 Tage und Nchte der Versuchung ausgesetzt, er beugt sich da dem Willen des himmlischen Vaters - und widersteht, zu unserem Heil. Wste: Ort der Versuchung und Ort des Heils. Da sprachen die Mnner Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der Herr zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hnde geben, da du mit ihm tust, was dir gefllt. Sie wollen das auch fr Gott sagen: Gott hat das getan! Und Gott sagt das zu dir! Warum ttet David Saul nicht? Aus verschiedenen Grnden. Saul ist der gesalbte Knig Gottes; und David vergeht sich nicht gegen den Gesalbten Gottes, obwohl auch er der gesalbte Knig ist. Saul ist zudem sein Schwiegervater. So nimmt er einen Teil von seinem Kleid. Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. Warum tut er das? Um spter zu zeigen: Ich htte dich umbringen knnen und habe es nicht getan. Das hat aber noch eine andere, tiefere Bedeutung: Ich habe Anteil an deinem Knigsrock. Er gehrt mir, ich bin auch Knig. Und David bringt ihn nicht um aus einem sehr klugen, staatsmnnischen Grund, denn David ist ein groer Staatsmann. Er wei sehr genau, wenn ich den Knig Israels umbringe, dann werde ich mglicherweise der gleichen Lage ausgesetzt, da man mich umbringen kann. Wenn ich Feinde habe, knnen sie sagen, David kam an die Macht durch Gewalt, und wir knnen ihn erledigen durch Gewalt. Ein vierfacher Grund, warum David Saul nicht umbringt: Er ist der von Gott eingesetzte Knig; er ist sein Schwiegervater; er selbst knnte umgebracht werden durch Gewalt, wenn er den anderen dieses Beispiel gibt; und er will zeigen: Ich htte dich umbringen knnen, aber ich habe auch Anteil an deinem Knigreich, als der Erwhlte Gottes. 77
Aber danach schlug ihm sein Herz, da er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte, und er sprach zu seinen Mnnern: Das lasse der Herr ferne von mir sein, da ich das tun sollte ... Er kommt in Gefahr! Wie oft sind auch wir gefhrdet durch Versuchungen jeder Art und Weise, die uns ins Verderben bringen knnten. ... und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des Herrn; denn er ist der Gesalbte des Herrn. Er wei um die Gefahr und die zwei Geister in ihm, den menschlichen, der sagt: Bring ihn um! Du hast ganz recht, er ist unrecht zu dir, und trotzdem stehst du zu ihm! Aber David bleibt in dieser Linie, liebt seine Feinde, verschont seine Feinde - Jesus von Nazareth, du Sohn Davids. Und David wies seine Mnner von sich mit harten Worten und lie sie sich nicht an Saul vergreifen. Sie wollten das tun! Wenn David das nicht tut, dann tun wir es, er verfolgt auch uns! Als aber Saul sich aufmachte aus der Hhle und seines Weges ging, machte sich auch David auf ihm nach und ging aus der Hhle und rief Saul nach und sprach: Mein Herr und Knig! Mein Herr und mein Gott! Diese Doppelung wie bei dem zweifelnden Thomas. David unterstreicht damit, da Saul immer noch der Herr und Knig ber ihn ist. Saul sah sich um. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder. Vor seinem Knig. Was fr ein tiefer Glaubensmann war das. Was fr eine tiefe Demut, zu handeln gegen seine natrliche Neigung, die mit Recht Saul umbringen wollte. Er verneigt sich, weil Saul von Gott gesalbt ist. Und wer neigte sich endgltig unter den Willen des Vaters, gehorsam seinen Auftrag zu erfllen bis ans Ende, bis ans bittere Ende am Kreuz? - Jesus, du Sohn Davids! Das ist das Hauptthema. Das ist das Thema des ganzen Wesens Davids. 78
So zeugt das Alte Testament umfassend von Jesus von Nazareth, immer in Vordeutungen: Mose, die Gerechtigkeit, das Gesetz, die Fhrung; unter David, als dem Knig; dann Elia und Elisa als die Wunderheiler; oder Josef als die Person, die Jesus am meisten hnelte (es steht sogar im Talmud, da er eine Vordeutung des Messias ist). Da hat alles mit Jesus zu tun. Und wenn wir uns vertiefen ins Alte Testament, dann bekommen wir einen vertieften Glauben. Und wenn das ein Stiefkind fr uns geworden ist, Jesu Selbstverstndnis, seine Bibel, das Alte Testament, dann kann leicht auch Jesus ein Stiefkind fr uns werden, dann knnen wir auch das Neue Testament nicht mehrrichtigverstehen. Und David sprach zu Saul: Warum hrst du auf das Geschwtz der Menschen, die da sagen: David sucht dein Unglck? Siehe, heute haben deine Augen gesehen, da dich der Herr in meine Hand gegeben hat in der Hhle,... Er hat ein Zeichen dafr, ein physisches Zeichen. Das ist in der Bildsprache der Bibel sehr wichtig. ... und man hat mir gesagt, da ich dich tten sollte. Aber ich habe dich verschont; denn ich dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des Herrn. Mein Vater, sieh doch hier den Zipfel deines Rocks in meiner Hand! Hier ist der Beweis! Nachdem David einen Zipfel von Sauls Rock genommen hat, die Versuchung berwunden hat, ihn umzubringen, zeigt er diesen Zipfel Saul mit den Worten: Mein Vater, siehe doch hier den Zipfel deines Rocks in meiner Hand! Er zeigt ihn damit seinem Schwiegervater und auch dem Landesvater und Knig. Da ich den Zipfel von deinem Rock schnitt und dich nicht ttete, daran erkenne und sieh, da meine Hnde rein sind von Bosheit und Emprung. Er kann seine Hnde in Unschuld waschen. Dieser Text ist in falscher Weise - der auch ber einen Psalm geht - von Pontius Pilatus bernommen worden, denn er konnte seine Hnde nicht in Unschuld waschen. Er hatte immer die Macht, Jesus zu befreien. 79
Shakespeare hat dieses Thema in Lady Macbath bernommen, die ihren eigenen Mann umgebracht hat und im Schlaf, beim Schlafwandeln, versucht, ihre Hnde sauberzumachen. David aber hat reine Hnde. Ich habe mich nicht an dir versndigt; aber du jagst mir nach, um mir das Leben zu nehmen. Ich habe als Unschuldiger nichts gegen dich getan; und du hast keinen Grund, mich zu verjagen. Du bist im Unrecht. - Gerechtigkeit ist eine zentrale, wenn nicht die zentrale Rolle der Knige in Israel, nmlich die Gebote zu hten. Denn die kommen von Gott, und Gott ist der endgltige Knig in Israel. - Wer handelt hier als der wahre Knig, unter Gottes Herrschaft? Saul, der zu Unrecht einen Unschuldigen verfolgt, der dennoch zu ihm steht? Oder David, der den verschont, der ihn verfolgt, zu Unrecht verfolgt? Das alles ist der Weg zu dem Knig der Gerechtigkeit, Jesus von Nazareth. Knig der Gerechtigkeit, indem er die Gesetze, ihr Zentrum, die Zehn Gebote, geistlich auslegt in der Bergpredigt und diese Gebote dann erfllt in seinem Leben und am Kreuz. ER ist der wahre Gerechte. Und hier ist die Wegweisung zu ihm in David; wie auch zuvor in Josef, der stndig verfolgt wurde ohne Grund und dann seine eigenen Brder verschonte. Alles Vordeutungen auf die endgltige Erfllung in Jesus Christus, dem Sohn Davids. Der Herr wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir rchen, aber meine Hand soll dich nicht anrhren,... Der Herr als Richter! Wer von uns hrt das hufig in Predigten, da der Herr auch Richter, nicht nur der Gott der Liebe ist? Wer mich liebt, wird meine Gebote halten. Gottes Gerechtigkeit und seine Liebe sind biblisch eine unzertrennliche Einheit. Er redet auch ber Rache, und das ist nicht falsch, denn der Herr ist ein gerechter Gott. Er wird richten, was unrecht ist. Aber David sagte: Ich tue das nicht. Du bist von Gott gesalbt, der Herr wird das an dir tun. Und er tut das dann spter ber die Feinde Israels, ber die Philister. 80
... wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Bsen kommt Bses; aber meine Hand soll dich nicht anrhren. Er will nicht in den Machtbereich des Bsen hineingezogen werden. Jesus lebt nicht nur ohne Ha, sondern mit Liebe gegenber denen, die ihn verfolgen. Er liebt seine Feinde. Das ist die Erfllung dieser ganzen Entwicklung. Wem zieht der Knig von Israel nach? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh! Wer bin ich? Ich bin nur der kleine David. David ist zwar sehr bescheiden hier, nachdem er ein Volksheld geworden ist, ein Starker, der Zehntausend umgebracht hat und Saul nur Tausend, aber er beschreibt sich im Vergleich mit dem Knig und seiner Macht als einen toten Hund oder einen einzelnen Floh. Das ist der Dichter in David. Den schtze ich auch. Der Herr sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe darein und fhre meine Sache, da er mir Recht schaffe wider dich! Er hat Vertrauen auf den Herrn, nicht auf seine eigene Macht. Wie ist das mit uns? Haben wir Vertrauen auf unsere Macht, auf unser Geld, auf unser Handeln - oder setzen wir letzten Endes unser tiefstes Vertrauen, unser Urvertrauen auf Gottes Weg, auf Gottes Fhrung, auf Gottes Gerechtigkeit? Als nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte... Immer wieder erscheint diese Problematik: Er erkennt seine Schuld, er sieht es ein, er weinte - wie ein Alkoholiker, der weint und sagt: Ich trinke nicht mehr, aber er tut es doch wieder -. Das Bse hat Saul im Griff. Fr einen Moment werden ihm durch den Herrn die Augen geffnet, aber er ndert seinen Weg nicht. ... und sprach zu David (und er spricht hier die Wahrheit!): Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe dir Bses erwiesen. David handelt im guten, nachdem er Bses erfahren hat. Und 81
so sagt Jesus von Nazareth, der Sohn Davids: Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Er betet fr seine Verfolger, fr die, die ihm Bses getan haben. Er gibt ihnen das endgltig Gute, das Angebot des Heils, fr das er am Kreuz starb. Das hat nochmals einen Vorlufer in Josef: Ihr habt es bse mit mir gemeint, aber der Herr bringt das zum Guten - das bedeutet berleben fr Israel. Hier ist eine zentrale Linie: Josef - David - Jesus; und die Erfllung, endgltige Erfllung in Jesus. So und nicht anders ist die Bibel zu verstehen, denn das ist Jesu Selbstverstndnis: Ich bin nicht gekommen, aufzulsen, sondern zu erfllen. Wenn wir Jesus treu bleiben wollen, dann mssen wir auch seinem Verstndnis treu bleiben, und das bedeutet, das Alte Testament in bezug auf ihn zu verstehen. Und du hast mir heute gezeigt, wie du Gutes an mir getan hast, als mich der Herr in deine Hnde gegeben hatte und du mich doch nicht gettet hast. Er sieht, da der Herr nicht David ihm in die Hnde gegeben hat (wie er mehrmals behauptete), sondern da der Herr ihn in Davids Hnde gegeben hat - und David hat Saul verschont! Das htte Saul nie getan mit David. Wo ist jemand, der seinen Feindfindet,und lt ihn mit Frieden seinen Weg gehen? Jesus predigt Feindesliebe, und er liebt seine Feinde, und er steht ein fr seine Feinde und gibt ihnen das Angebot der Vergebung, das Angebot des Lebens und der Fhrung - durch seine Feindesliebe. Der Herr vergelte dir Gutes fr das, was du heute an mir getan hast! Er redet hier prophetisch - wie die Schriftgelehrten und Phariser und Hohenpriester sagen: Einer mu sterben fr das Volk! - , er redet die Wahrheit, auch wenn er selbst unwahr ist und in Unwahrheit und in Ha lebt. Hre, was die Phariser predigen! aber sie selbst tun das nicht, was sie predigen. Das ist der Zwiespalt auch hier.
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Nun siehe, ich wei, da du Knig werden wirst und das Knigtum ber Israel durch deine Hand Bestand haben wird. Er wei, um was es geht. Wie auch Eli wei, da Gott gerecht handelt, indem er ihn und seine Kinder verurteilt. Merkwrdig, diese Erkenntnis, aber ohne die Fhigkeit zur Umkehr, zu wirklichem Leben in dem Herrn. Schrittweise erkennt Saul, um was es geht, da David als der Gerechte gehandelt hat und er als der Ungerechte. Der gerechte Knig, der brgt fr die Gerechtigkeit in Israel. Interessant, wie das dann auch ein Thema bei David sein wird, nachdem er groes Unrecht durch Ehebruch und Mord begangen hat und dann zutiefst erschrickt als der gerechte Knig, als Nathan ihm das auf verborgene Art sagt, so da er zunchst sich selbst in der Geschichte nicht erkennt. Da besteht der Zwiespalt in ihm, aber David tut dann Bue (Psalm 51). Saul hat das gesagt, aber nicht getan. Er wird David weiterhin verfolgen. So schwre mir nun bei dem Herrn, da du mein Geschlecht nach mir nicht ausrotten und meinen Namen nicht austilgen wirst aus meines Vaters Hause. Saul geht Schritt um Schritt: die Erkenntnis der Gerechtigkeit Davids - seine eigene Ungerechtigkeit - da David der Knig sein wird - und dann der Schwur (wie Jonatan bat, der Gute, der Freund Davids), da David das Haus nicht umbringen solle (David hat das nicht vor, er will Jonatan verschonen, obwohl er wei, da er selbst Knig sein wird; aber Gott hat andere Wege). Und David schwor es Saul. Da zog Saul heim. David aber mit seinen Mnnern zog hinauf auf die Bergfeste. Auf die Hhe! Saul geht nach unten, David geht hinauf. (Wir werden jetzt Kapitel 25, Samuels Tod und David und Abigajil, berspringen, denn das ist nicht zentral hier in bezug auf Saul.)
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Wissen Sie, wer dieses Bild bernommen hat, diese verschiedenen Lagerringe und im innersten ist das Wesentliche? Die Japaner haben im Zweiten Weltkrieg innere Reihen der Verteidigung gehabt - und natrlich war das Zentrum ihre Hauptstadt. Saul im Mittelpunkt, Saul als Knig, Reihen um ihn als Schutz. Doch: Es gibt keinen Schutz gegen Gottes Verheiung und Gottes Wege. Da hob David an und sprach zu Ahimelech, dem Hetiter, und zu Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: Wer will mit mir hinab zu Saul ins Lager? Abischai sprach: Ich will mit dir hinab. David und Abischai sind tapfere Leute, sie gehen zu zweit zwei Zeugen! So kam David mit Abischai in der Nacht zum Lager. Und siehe, Saul lag und schlief im innersten Lagerring,... Nochmals Schlaf, Schlafgeist - das ist auch ein Gesamtthema der Bibel, bis hin zum Schlafgeist der Jnger im Garten Gethsemane. ... und sein Spie steckte in der Erde zu seinen Hupten. Das Zeichen seiner Macht. Abner aber und das Volk lagen um ihn her. Da sprach Abischai zu David: Gott hat deinen Feind heute in deine Hand gegeben;... Nochmals die alte Rede: Jetzt knnen wir ihn umbringen!, wie das in der Hhle war. Jetzt wird David nicht von einer ganzen Menge angeheizt, sondern nur von einer Person. ...so will ich ihn nun mit seinem Speer an den Boden spieen mit einem Mal, da es keinen zweiten mehr bedarf. David aber sprach zu Abischai: Tu ihm nichts zuleide; denn wer knnte die Hand an den Gesalbten des Herrn legen und ungestraft bleiben? Diese Argumentation Davids wiederholt sich hier wie bei der ersten Versuchung. Weiter sprach David: So wahr der Herr lebt:... Im Sinne des Herrn! So wahr der Herr lebt. 85
... der Herr wird ihn schlagen, wenn seine Zeit kommt,... Es geht nicht um meine Zeit, sondern um Gottes Zeit. Und David zeigt eine tiefe Kenntnis von Gottes Wirklichkeit. Die Zeit gehrt ihm, er ist Herr ber die Zeit, er hat die Zeit geschaffen. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Anfang - das ist der Anfang der Zeit. Alle Zeit steht in seinen Hnden, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, das ist alles gegenwrtig fr ihn. Tausend Jahre sind ein Augenblick fr ihn. Der Herr wird ihn schlagen, wenn seine Zeit kommt. ... da er sterbe, oder er wird in den Krieg ziehen und umkommen. Das ist genau das gleiche, denn Gottes Zeit wird kommen, in der Saul im Krieg gegen die Philister umgebracht wird. Von mir lasse der Herrfern sein, da ich meine Hand sollte an den Gesalbten des Herrn legen. Nimm nun den Spie zu seinen Hupten und den Wasserkrug und la uns gehen. Warum nimmt er den Wasserkrug auch? Der Spie ist genug, um zu zeigen: Ich habe die Macht! Wasserkrug hat hier mit Reinheit zu tun. Flieendes Wasser - ein gesamtbiblisches Thema. Denken Sie an Wasserkrge fr die Waschung von Hnden, Fen, Tellern und an die sechs Wasserkrge bei der Hochzeit zu Kana. Jesus verwandelte dieses Wasser, das hineingefllt wurde (flieendes Wasser, Zeichen der Reinheit), in Wein. Das ist ein gesamtbiblisches Thema, von der ersten Plage in gypten an, als der Nil in Blut verwandelt wurde, bis zu Jesus, der das Wasser in Wein verwandelte, bis zu: Nehmet und trinket, das ist mein Blut des neuen Bundes. Die Reinheit Gottes durch Jesu Kreuzesblut. Das ist vorgedeutet durch das ganze Alte Testament durch flieendes Wasser, auch im Neuen Testament. Dieses flieende Wasser bedeutet Leben, Tod und Reinheit; und das erreicht seinen Gipfel, als Jesus durchbohrt wird und Wasser aus seinem Krper fliet. In seinem Tod ist der Weg zum ewigen Leben, denn er ist die Reinheit Gottes. Davids Handlung ist Zeichen des Knigs: Macht und Reinheit - er soll Israel schtzen, und er soll die Gesetze und die Reinheit bewahren. Denn Saul tut das nicht. So nahm David den Spie und den Wasserkrug zu Hupten Sauls, 86
und sie gingen weg, und es war niemand, der es sah oder merkte oder der erwachte, sondern sie schliefen alle; denn es war ein tiefer Schlaf vom Herrn auf sie gefallen. Dieser tiefe Schlaf vom Herrn hat natrlich auch positive Zge, wie im allgemeinen alle Bilder positive und/oder negative Zge haben knnen. So der tiefe Schlaf, der ber Adam kam, als dann Eva aus seinen Rippen gemacht wurde. Aber hier ist es ein Schlafgeist, und das fhrt, wie gesagt, zu den Jngern im Garten Gethsemane. So liest man die Bibel: Themen, die durch Bilder im gesamtbiblischen Rahmen erscheinen, gehren zur biblischen Auslegung. Als nun David auf die andere Seite hinbergekommen war, stellte er sich auf den Gipfel des Berges von ferne, so da ein weiter Raum zwischen ihnen war. Und da ist auch ein weiter Raum zwischen ihrem Verhalten: Saul, der Ungerechte, und David, der Gerechte. Und David rief zum Kriegsvolk und zuAbner, dem Sohn Ners, und sprach: Antwortest du nicht, Abner? Und Abner antwortete: Wer bist du, da du so schreist zum Knig hin? Und David sprach zu Abner: Bist du nicht ein Mann? Und wer ist dir gleich in Israel? Warum hast du denn deinen Herrn, den Knig, nicht bewacht? Denn es ist einer vom Volk hineingekommen, deinen Herrn, den Knig, umzubringen. Er redet, als ob er umgebracht werden sollte - und Abischai wollte das tun und war in der Lage, das zu tun. Hier sind die Bewacher, deren Pflicht es ist, ihn zu bewachen. Sie schlafen ein. Und wie ist es mit den Jngern im Garten Gethsemane, die mit Jesus wachen sollten? Sie schlafen dreimal ein. Jesus, du Sohn Davids - fortlaufendes Thema durch das ganze Davidsgeschehen. Das war nicht recht, was du getan hast. So wahr der Herr lebt:... Immer wiederholt: So wahr der Herr lebt! Hier geht es um den lebendigen Herrn Israels, den Herrn ber Leben und Tod. Er wird Saul tten zu seiner Zeit und David auf den Weg des Lebens zum Volk bringen und zum ewigen Leben in dem Sohn Davids, Jesus von Nazareth. 87
... ihr seid Kinder des Todes, weil ihr euren Herrn, den Gesalbten des Herrn, nicht bewacht habt! Ihr gehrt dem Tod, ihr habt den Tod geerntet. Und Jesus antwortet fr seine schlafenden Jnger im Garten Gethsemane mit dem Weg zum ewigen Leben. Nun sieh doch nach, wo der Spie des Knigs ist und der Wasserkrug, der zu seinen Hupten war. Er mute nicht den Wasserkrug nehmen, der Spie war genug, um zu zeigen, da er ihn htte tten knnen. Mit Wasserkrgen wird nicht gettet, es geht um diese viel tiefere Zeichenhandlung. Gesetz und Reinheit hat David bewahrt, sie gehren ihm, nicht Saul. Da erkannte Saul die Stimme Davids und sprach: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Wie unschuldig redete er nochmals. David sprach: Es ist meine Stimme, mein Herr und Knig. Immer die gleiche Sprache, mein Herr und mein Knig, von Gott gesalbt. Und sprach weiter: Warum verfolgt denn mein Herr seinen Knecht? Was hab' ich getan? Und was ist Bses in meiner Hand? Immer wieder, immer wieder zeigt und unterstreicht Gott dieses Problem. Er verwirft Saul nicht wegen nur eines Vergehens, sondern mindestens wegen zwei. Man braucht zwei Zeugen, und hier sind zwei Geschehen als Zeugen seiner Ungerechtigkeit. So hre doch nun mein Herr, der Knig, die Worte seines Knechtes: Reizt dich der Herr gegen mich, so lasse man ihn ein Speisopfer riechen; tun's aber Menschen, so seien sie, verflucht vor dem Herrn, weil sie mich heute verstoen und nicht an dem Erbteil des Herrn teilhaben lassen und sprechen: Geh hin, diene anderen Gttern! Sehr interessante Worte. Reizt dich der Herr gegen mich, so lasse man ihn ein Speiseopfer riechen. Was steht dahinter? Das bedeutet: Wenn du gegen mich aufgestachelt wirst, auch vom 88
Herrn - wie es der Pharao gegen Israel war, den Gott trotz aller jener Plagen nicht hat aufhren lassen - , so lasse man ihn ein Speiseopfer riechen, da er besnftigt wird. Und: Kehre zurck zu deinem Gott und zu seiner Gerechtigkeit und ziehe nicht gegen mich, denn es ist nicht Gott, der dich aufreizt, das zu tun. Es sind deine eigenen Wege, aber du sollst dich mit Gott vershnen durch dieses Opfer. Tun's aber Menschen, so seien sie verflucht vor dem Herrn, weil sie mich heute verstoen und mich nicht an dem Erbteil des Herrn teilhaben lassen und sprechen: Geh hin, diene anderen Gttern! Auch David ist der Gesalbte Gottes, nicht nur Saul. Er handelt konsequent: Er hat Saul verschont; nun sollen auch Sauls Mnner ihn, David, verschonen, denn er ist eingesalbt und wird der neue Knig sein. Geh hin, diene anderen Gttern, diese Aussage kommt nicht von Gott, sie ist gegen Gottes Verheiung und Tun. So fliee nun mein Blut nicht auf die Erde fern vom Angesicht des Herrn! Denn der Knig von Israel ist ja ausgezogen, zu suchen einen einzelnen Floh, wie man ein Rebhuhn jagt auf den Bergen. David zeigt, wie unwichtig er jetzt ist - (er wird aber wichtig sein, weil er eingesalbt ist) -, wie ein Floh, wie ein Rebhuhn, etwas vom Niedrigsten, das gejagt wird. Und Saul sprach : Ich habe gesndigt;... Immer noch die gleiche Erkenntnis, aber er ndert seine Wege nicht. ... komm wieder, mein Sohn David, ich will dir hinfort nichts Bses mehr tun, weil mein Leben heute in deinen Augen teuer gewesen ist. Siehe, ich habe tricht und sehr unrecht getan. Das hat er: tricht und unrecht getan! Er erkennt das. Aber David wird ihm niemals vertrauen, denn das ist wie bei einem Alkoholiker, der sagt: Ich hre auf!, aber er hrt nicht aus eigener Kraft auf. Er ist im Machtbereich des Bsen, und er wird dem nicht von sich selbst aus entrinnen. So vershnt Saul sich nicht mit Gott, sondern gert immer tiefer in das Bse.
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David antwortete: Siehe, hier ist der Spie des Knigs; es komme einer von den jungen Leuten herber und hole ihn. Der Herr aber wird einem jeden seine Gerechtigkeit und Treue vergelten. Saul ist ungerecht, Saul ist untreu; David handelt erneut gerecht, hlt seine Treue zu Gott und zu Gottes Gesalbtem. Denn der Herr hat dich heute in meine Hand gegeben, ich aber wollte meine Hand nicht an den Gesalbten des Herrn legen. Wieder wird das gleiche wiederholt. Und wie oft ruft der Herr uns? Wie oft zeigt er uns, da wir seine Wege gehen sollen, und trotzdem gehen wir unsere eigenen Wege. Deswegen diese stndige Wiederholung. Es geht um Gottes Heilsgeschichte, und es geht um jeden von uns persnlich. So ist Heilsgeschichte, sie spannt Gottes groen Bogen ber seinen Weg mit Israel und mit uns Christen, aber zugleich geht es jeden von uns persnlich an. Und siehe, wie heute dein Leben in meinen Augen wert geachtet gewesen ist, so werde mein Leben wert geachtet in den Augen des Herrn, und er errette mich aus aller Not! David ruft zu Gott in seiner Not; er wei, da er immer noch verfolgt wird von Saul. Ich habe dich verschont, ich bin der Gesalbte, der Herr wird zu mir stehen - David ist gewi. Saul sprach zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn... Sein Sohn, sein Schwiegersohn, doch auch ein Israelit und sein Nachfolger. ...mein Sohn David; du wirst's ausfhren und vollenden. Hier wird ein Segen ber ihn gesprochen von einem verworfenen Knig. Aber er sagt Wahrheit, wie die Schriftgelehrten und Phariser sagen: Einer mu sterben fr das Volk. Sie reden prophetisch, sagt die Bibel. David, du wirst's ausfhren und vollenden. Trotz des Bsen in Saul spricht er die Wahrheit hier. Die Erkenntnis ndert aber nichts an seiner eigenen Lage. So mu Israel in schreckliches Leiden gebracht werden, aber wehe den Menschen, die das tun. Eine gesamtbiblische Aussage, die hinfhrt bis zu Hitler.
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Und David zog seine Strae;... Er ging seinen Weg, aber diese Strae ist der Weg mit dem Herrn, unter seiner Herrschaft. ... Saul aber kehrte zurck an seinen Ort. Und das ist der Weg des Bsen.
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se Flucht ins Ausland, um sich selbst zu retten - wie bei Jesus die Flucht nach gypten -, das ist natrlich eine Zeichenhandlung, wie in Jesaja 19,23 geschrieben ist ber eine Friedensstrae, die von Israel ber gypten nach Assyrien geht. Diese Friedensstrae ist Jesus, unser Friede, fr das groe Heidenreich der gypter; und dann der dritte Teil, die Assyrer, wo Saulus, der groe Heidenmissionar, vor Damaskus zum Glauben gekommen ist, und wo es die erste heidenchristliche Gemeinde in Antiochien gab. Und David sprach zu Achisch: Hab' ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so mag man mir einen Wohnort geben in einer der Stdte auf dem Lande, da ich darin wohne; warum soll dein Knecht in der Knigsstadt bei dir wohnen? Gnade bei ihm zu finden, war wirklich nicht sehr leicht, denn David hat zweihundert Vorhute von Philistern zu Saul gebracht. Aber dieser Achisch wute: Es kann nur gut sein, den groen Kmpfer auf meiner Seite zu haben. Da gab ihm Achisch an diesem Tage Ziklag. Daher gehrt Ziklag den Knigen von Juda bis auf diesen Tag. Es gehrt David, weil David dort war und dort lebte. Die Zeit aber, die David im Philisterland wohnte, war ein Jahr und vier Monate. Sechzehn Monate im Ganzen. David zog hinauf mit seinen Mnnern und fiel ins Land der Geschuriter und Girsiter und Amalekiter ein; denn diese waren von alters her die Bewohner des Landes bis hin nach Schur und gyptenland. Er zieht natrlich nicht gegen sein eigenes Volk. Und sooft David in das Land einfiel, lie er weder Mann noch Frau leben und nahm mit Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider und kehrte wieder zurck. Kam er dann zu Achisch... Er legte den Bann ber sie. 93
... und Achisch sprach: Wo seid ihr heute eingefallen?, so sprach David: In das Sdland Judas,... Nochmals eine Notlge. Das war nicht das Sdland Judas, es gehrte nicht zum Volk Israel, wo er war. ... oder: In das Sdland der Jerachmeeliter, oder: In das Sdland der Keniter. Er wollte zeigen, da er zuverlssig ist, gegen sein eigenes Volk zu kmpfen, da er zu Achisch steht. David aber lie weder Mann noch Frau lebend nach Gat kommen; denn er dachte: Sie knnten uns verraten. Sie knnten verraten, woher sie kommen. Deswegen ttete er sie. Das ist sicherlich nicht in Ordnung, denn Gott hat keinen Bann auf dieses Volk gelegt. Es geht nur darum, David zu schtzen, sein Leben. Nochmals Notlge - aber das Morden, um Leben zu schtzen, das ist nicht im Sinne Gottes! So tat David, und das war seine Art, solange er im Philisterland wohnte. Er benahm sich wie die Philister. Im Machtbereich des Bsen, dieser Feinde Israels, benahm er sich wie ein Philister. Dieses hat aber eine positive Umkehrung in der Aussage von Paulus: Sei ein Jude unter Juden und ein Grieche unter Griechen. So ist das bei David gewesen, aber es war sicherlich nicht im Sinne des Herrn. Dennoch mute er unter den Philistern sein, um zu berleben. Und Achisch glaubte David; denn er dachte: Er hat sich in Verruf gebracht bei seinem Volk Israel; darum wird er fr immer mein Knecht sein. Natrlich hat er sich hier sehr geirrt, denn David steht zu seinem Volk, auch wenn das Volk nicht immer zu ihm steht.
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Und es begab sich zu der Zeit, da die Philister ihr Heer sammelten, um in den Kampf zu ziehen gegen Israel. Und Achisch sprach zu David: Du sollst wissen, da du und deine Mnner mit mir ausziehen sollen im Heer. Solches Vertrauen in David hat er jetzt gewonnen. Das ist eine sehr merkwrdige Entwicklung. David als Hauptfeind, von dem man sang Er hat Zehntausend umgebracht, der zweihundert Vorhute zu Saul gebracht hat, David, der verrckt spielte und deswegen nicht antastbar war, David, der ein Heeresfhrer ist gegen Feinde der Israeliten wie die Philister. - Jetzt kommt der nchste Schritt, jetzt soll er gegen sein eigenes Volk kmpfen - auch um zu beweisen, da er zu den Philistern steht. Doch das tut er natrlich nicht. David sprach zu Achisch: Wohlan, du sollst erfahren, was dein Knecht tun wird. Das wird er wohl erfahren. Achisch sprach zu David: So will ich dich zu meinem Leibwchter setzen fr die ganze Zeit. Er ist jetzt zu einem fhrenden Mann geworden unter den Feinden im Ausland. Wir denken wieder an Josef. Nicht wahr, hier gibt es eine direkte Parallele. Juden haben sich fters hinaufgearbeitet in fhrende Stellen in fremden Lndern. Das gab und gibt es auch in moderner Zeit. Wir denken an Juden wie Bruno Kreisky (Bundeskanzler in sterreich), oder z.B. Disraeli in England unter Knigin Victoria. Der Herr ist mit seinem Volk und hat diesem Volk solche Gaben gegeben.
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Hier sehen wir drei Vermittlungsmglichkeiten im Alten Testament, den Herrn zu befragen. Trume, Visionen - wir sehen das bis ins Neue Testament. Durch einen Traum wird Paulus der Weg gezeigt, nach Europa zu gehen, die Mission hierher zu bringen. Das christliche Abendland ist damit gegrndet worden. Wir lesen von Trumen bei Josef, Jesu weltlichem Vater. Dieses Thema Gott und Trume ist natrlich ein biblisches Thema, das zurckgeht zu Josef, aber der Prophet Jerema betont das Wort Gottes als zentrale Vermittlung. Dann das Los, das ist eine Art der Befragung, die die Priester damals bten; und noch durch die Propheten. Und die Propheten vor allem durch das Wort. Das bedeutet, hier ist eine Zeit wie vor der Berufung Samuels, wo Gott nicht antwortete. Saul ist verworfen. Aber David darf durch Abjatar, diesen Priester, den Herrn befragen, und er gibt immer Auskunft. Der Herr ist nicht mehr mit Saul, dieser ist endgltig verworfen. Er ist ber die Linie gegangen, wo er nicht mehr zurckkommen kann. Eine solche Grenze gibt es, sie ist fr uns aber unsichtbar, auch wenn wir - wie im Hebrerbrief - davor gewarnt werden. Da sprach Saul zu seinen Getreuen: Sucht mir ein Weib, das Tote beschwren kann, da ich zu ihr gehe und sie befrage. Gerade eine solche, die er aus dem Land getrieben hat, sucht er jetzt. Das ist sehr merkwrdig, aber auch gegen das Gesetz. Und sicherlich ist das untrglich endzeitlich. Es gibt heute viele okkult belastete Menschen, die in dieser Art handeln, die z.B. Zukunft voraussagen oder Tote befragen. Seine Mnner sprachen zu ihm: Siehe, in En-Dor ist ein Weib, das kann Tote beschwren. Sie kann Tote heraufholen und mit ihnen reden - ein Greuel in Gottes Augen. Und Saul machte sich unkenntlich und zog andere Kleider an und ging hin und zwei Mnner mit ihm,... Zwei Zeugen gehen mit ihm. 97
... und sie kamen bei Nacht zu dem Weibe. In der Nacht. Er will selbst nicht gesehen werden. Was er tut ist gegen das Gesetz, ber das er selbst wachen soll. Und Saul sprach: Wahrsage mir, weil du Geister beschwren kannst, und hole mir herauf, wen ich dir nenne. Das Weib sprach zu ihm: Siehe, du weit doch selbst was Saul getan hat,... Interessant, sie erkennt ihn nicht, aber sie benutzt ihn selbst als Zeugen. ... wie er die Geisterbeschwrer und Zeichendeuter ausgerottet hat im Lande;... Sie wurden nicht nur weggeschickt, sondern sogar umgebracht. ... warum willst du mir denn eine Falle stellen, da ich gettet werde. Die Frau ist klug, weltlich klug. Aber sie treibt, was sie nicht treiben darf. Saul aber schwor ihr bei dem Herrn und sprach: So wahr der Herr lebt: es soll dich in dieser Sache keine Schuld treffen. Die Schuld liegt auf ihm, und mit Recht. Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufholen? Er sprach: Hol mir Samuel herauf! Als nun das Weib merkte, da es um Samuel ging, schrie sie laut und sprach zu Saul: Warum hast du mich betrogen? Du bist Saul. Samuel ist der, der Saul eingesalbt hat und den Weg der Verwerfung Sauls mitgegangen ist, auch wenn er lange getrauert hat um Saul. Und Samuel hat dann David eingesalbt. Und der Knig sprach zu ihr: Frchte dich nicht! Ein interessanter Satz hier: Frchte dich nicht! Frchte dich nicht, ich habe dich erlst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. Diese Furcht hat sonst mit Gottesbegegnung zu tun. Hier aber hat es mit einem Verworfenen zu tun. Was siehst du? Das Weib sprach zu Saul: Ich sehe einen Geist her98
aufsteigen aus der Erde. Er sprach: Wie ist er gestaltet? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist bekleidet mit einem Priesterrock. Er durfte den Rock tragen im Totenreich als Zeichen, da er fr den Herrn gesprochen hat. Da erkannte Saul, da es Samuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde undfielnieder. Aus Respekt vor ihm. Aber was kommt jetzt? Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du meine Ruhe gestrt, da du mich heraufsteigen lassest? Saul sprach: Ich bin in groer Bedrngnis, die Philister kmpfen gegen mich, und Gott ist von mir gewichen... Das ist seine eigene Antwort: Gott ist von mir gewichen. ... und antwortet mir nicht, weder durch Propheten noch durch Trume; darum hab' ich dich rufen lassen,... Dich, den Priester. ... da du mir kundtust, was ich tun soll. Samuel ist Priester, Prophet und Richter. Er ist Vermittler in mindestens zwei- und vielleicht in dreifacher Art und Weise. Samuel sprach: Warum willst du mich befragen, da doch der Herr von dir gewichen und dein Feind geworden ist? Wenn Gott Sauls Feind ist, kann er nicht bestehen. Der Herr hat dir getan, wie er durch mich geredet hat, und hat das Knigtum aus deiner Hand gerissen und David, deinem Nchsten, gegeben. Deinem Nchsten - deinem Nachfolger. Weil du der Stimme des Herrn nicht gehorcht und seinen grimmigen Zorn nicht an Amalek vollstreckt hast, darum hat der Herr dir das jetzt getan. Weil Saul Gott nicht gehorcht hat! Wieder geht es um den ersten Teil der zwei Tafeln Mose, um die Beziehung zum Herrn, 99
nicht die Beziehung zu den Mitmenschen. Saul jedoch stellt die Mitmenschen stndig in den Mittelpunkt. Zweimal hat er Probleme in diesem Bereich: Als die Krieger von ihm weggehen, nachdem er sieben Tage gewartet hat auf Samuel, hat er selbst geopfert, anstelle des Priesters. Das ist nicht erlaubt. Und er hat den Bann nicht vollstreckt. Natrlich, menschlich gesehen ist Saul der, der menschlich handelt. Aber Gott will nicht das menschliche Handeln, sondern das Handeln im Auftrag Gottes. Denn Gott liebt alle Menschen, und durch ihn ist die Nchstenliebe bezeugt, aber auch sein Gericht. Dazu wird der Herr mit dir auch Israel in die Hnde der Philister geben. Morgen wirst du mit deinen Shnen bei mir sein. Mit deinen Shnen, mit deinen Nachfolgern; dein Haus wird ausgerottet sein, im Totenbereich sein. Auch wird der Herr das Heer Israels in die Hnde der Philister geben. Die Philister gewinnen, denn Saul kann seinen Auftrag gegen die Philister nicht erfllen, zu dem er berufen war. Denn er hat sich gegen Gott gestellt. Da strzte Saul zur Erde, so lang er war, und geriet in groe Furcht ber die Worte Samuels. Auch war keine Kraft mehr in ihm; denn er hatte nichts gegessen den ganzen Tag und die ganze Nacht. Und das Weib trat zu Saul und sah, da er sehr erschrocken war, und sprach zu ihm: Siehe, deine Magd... Deine Magd - sie gehren auf die gleiche Stufe, sie stehen beide gegen Gott. ... hat deiner Stimme gehorcht, und ich habe mein Leben aufs Spiel gesetzt, als ich die Worte hrte, die du zu mir gesagt hast. Sie sind Verbndete in bsen, gottlosen Wegen. So gehorche du nun auch der Stimme deiner Magd! Ich will dir einen Bissen Brot vorsetzen, da du issest und zu Krften kommst und deine Strae gehen kannst. Das ist ein Bild von zwei Menschen, die gegen Gott sind, und 100
die menschlich zueinander stehen. Ein hnliches Bild wie bei dem Menschen, der Gott gehrt, Elia, als er nicht it und trinkt und keine Zukunft sieht, - dann aber der Engel kommt und ihn strkt. Er aber weigerte sich und sprach: Ich will nicht essen. Da ntigten ihn seine Mnner und das Weib, bis er auf sie hrte. Und er stand auf von der Erde und setzte sich aufs Bett. Er will nicht essen und trinken, und auch die Lebenskrfte werden endgltig von ihm genommen. Das Weib aber hatte im Haus ein gemstetes Kalb; das schlachtete sie eilends und nahm Mehl und backte ungesuertes Brot... Ungesuertes Brot, das wird zu Passa gegessen und ist Zeichen der Befreiung. Jetzt wird Israel befreit von diesem Saul. ... und setzte es Saul und seinen Mnnern vor. Und als sie gegessen hatten, standen sie auf und gingen fort noch in der Nacht. Nach der Henkersmahlzeit.
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Die Philister aber versammelten ihr ganzes Heer beiAfek, und Israel lagerte sich an der Quelle bei Jesreel. Und die Frsten der Philister zogen daher mit ihren Hundertschaften und Tausendschaften. Wie Israel. David aber und seine Mnner zogen hinterher mit Achisch. Da sprachen die Obersten der Philister: Was sollen diese Hebrer? Achisch sprach zu ihnen: Das ist David, der Knecht Sauls, des Knigs von Israel, der nun bei mir gewesen ist Jahr und Tag; ich habe nichts an ihm gefunden seit der Zeit, da er abgefallen ist, bis heute. Das bedeutet, er dient mir, er dient den Feinden, den Fremden; er dient nicht mehr seinem Volk. Aber die Obersten der Philister wurden zornig auf ihn und sprachen zu ihm: Schick den Mann zurck! Er soll an den Ort zurckkehren, den du ihm angewiesen hast, damit er nicht mit uns hinziehe zum Kampfund unser Widersacher werde im Kampf. Denn womit knnte er seinem Herrn einen greren Gefallen tun als mit den Kpfen unserer Mnner? Er hat die Vorarbeit schon an zweihundert Philistern getan. Ist das denn nicht derselbe David, von dem sie sangen im Reigen: Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend? Dieser groe Erfolg Davids, weil er von Gott gesegnet und gefhrt wurde, war der Weg seiner Problematik. Das hat zu der Eifersucht und dem Ha von Saul gefhrt und jetzt zu dieser schwierigen Lage bei den Philistern. 102
Da riefAchisch David und sprach zu ihm: So wahr der Herr lebt: ich halte dich fr redlich,... So wahr der Herr lebt - was fr ein Herr? Er meint nicht den Herrn, der der wahre Herr ist, er betet einen Gtzen an. ... und da du mit mir aus- und einzgest im Heer, gefiele mir gut, denn ich habe nichts Arges an dir gesprt seit der Zeit, da du zu mir gekommen bist, bis heute; aber du gefllst den Frsten nicht. So kehre nun um und zieh hin mit Frieden, damit du nicht tust, was den Frsten der Philister nicht gefllt. Achisch, der Knig, mu sich hier auch seinem eigenen Volk beugen. Wie beugt aber das Volk Israel seinen Knig und ist stndig bereit, David auszuliefern, obwohl David diesem Volk an mehreren Orten und Stellen geholfen hat. David aber sprach zu Achisch: Was hab' ich getan, und was hast du gesprt an deinem Knecht seit der Zeit, da ich dir gedient habe, bis heute, da ich nicht mitziehen darf und kmpfen gegen die Feinde meines Herrn, des Knigs? Achisch antwortete David: Ich wei es wohl; denn du bist mir lieb wie ein Engel Gottes. Das ist eine sehr starke Aussage: David mit einem Engel Gottes zu vergleichen. Aber die Obersten der Philister haben gesagt: La ihn nicht mit uns hinaufziehen in den Kampf! So mach dich nun frh am Morgen auf mit den Knechten deines Herrn, die mit dir gekommen sind; macht euch frh am Morgen auf und zieht weg, sobald es Tag ist. Da machten sich David und seine Mnnerfrh am Morgen auf, um wegzuziehen und ins Philisterland zurckzukehren. Die Philister aber zogen hinauf nach Jesreel. David ist jetzt in einer sehr guten Lage, denn er steht unter dem Schutz der Feinde, er zog hinter denen her, und er mu nicht gegen sein eigenes Volk kmpfen. Gott hat das so vorgesehen.
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Als nun David mit seinen Mnnern am dritten Tag nach Ziklag kam, waren die Amalekiter eingefallen ins Sdland und in Ziklag und hatten Ziklag eingenommen und mit Feuer verbrannt... Eine Stadt, die David gehren soll, die zu Juda gehren soll. ... und hatten die Frauen und alles, was in der Stadt war, klein und gro, gefangengenommen. Sie hatten aber niemand gettet, sondern sie weggefhrt und waren abgezogen. Als nun David mit seinen Mnnern zur Stadt kam und sah, da sie mit Feuer verbrannt war und ihre Frauen, Shne und Tchter gefangen waren, erhoben David und die Leute, die bei ihm waren, ihre Stimme und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten. Das ist auch ein sehr wichtiges Thema. Es gibt viele Stellen in der Bibel, wo Gottes Helden weinen. Josef weinte fters, vor allem bei dieser sehr bewegenden Szene, wo er sich seinen Brdern zu erkennen gibt. David hat mehrmals geweint. Das fhrt wieder zu Jesus, der weinte ber Jerusalem. Weinen, wenn man zutiefst bewegt ist, ist auch mnnlich. Und wer sich dagegen wehrt, wei nicht, was wahre Mnnlichkeit ist. Mnnlichkeit bedeutet nicht eine groe Faust und ein primitives Benehmen. Das ist nicht mnnlich. Wer mnnlich ist, hat auch tiefe Gefhle. Gott hat uns so geschaffen. Wer sich verhlt wie Hitler sagte: Ein deutscher Junge weint nicht, der macht sich zu einer Art Unmensch und gefhrdet seine eigene Persnlichkeit. Das ist nicht, was Gott will; das ist biblisch bezeugt. Auch die beiden Frauen Davids waren gefangengenommen worden: Ahinoam, die Jesreeliterin, und Abigajil, Nabais, des Karmeliters, Frau. David ist hier persnlich zutiefst betroffen. 104
Und David geriet in groe Bedrngnis, weil die Leute ihn steinigen wollten;... Sie wollten steinigen - sie wollten kreuzigen. Paulus wurde auch gesteinigt und hat berlebt. ... denn die Seele des ganzen Volks war erbittert, ein jeder wegen seiner Shne und Tchter. Immer wieder steht das Volk gegen seinen zuknftigen Helden, David, gegen seinen zuknftigen Knig. David aber strkte sich in dem Herrn, seinem Gott,... Immer wieder geschah das. Wenn niemand zu ihm stand, oder nur seine Truppen, und sein Volk gegen ihn war, dann strkte er sich in seinem Gott. Und so Jesus - du Sohn Davids - , als alle ihn verlassen haben, auch seine Jnger, strkte sich Jesus in dem Herrn, auch fr das endgltige Erlsungswerk. ... und sprach zu dem Priester Abjatar, dem Sohn Ahimelechs: Bringe mir den Efod her! Und als Abjatar den Efod zu David gebracht hatte, befragte David den Herrn... Er, David, durfte den Herrn befragen. Und Saul brauchte, gegen Gottes Gesetz, eine Geisterbeschwrerin um das zu tun! ... und sprach: Soll ich dieser Schar nachjagen, und werde ich sie einholen? Er sprach: Jage ihr nach! Du wirst sie einholen und die Gefangenen befreien. Da zog David hin mit den sechshundert Mann, die bei ihm waren. Und als sie an den Bach Besor kamen, blieben etliche zurck. David aber und vierhundert Mann jagten der Schar nach; die zweihundert Mann aber, die zurckblieben, waren zu mde, um ber den Bach Besor zu gehen. Und sie fanden einen gypter auf dem Felde; den fhrten sie zu David und gaben ihm Brot zu essen und Wasser zu trinken und gaben ihm ein Stck Feigenkuchen und zwei Rosinenkuchen. Und als er gegessen hatte, kam er wieder zu sich, denn er hatte in drei Tagen und drei Nchten nichts gegessen und kein Wasser getrunken. David sprach zu ihm: Zu wem gehrst du? Und woher bist du? Er sprach: Ich bin ein junger gypter, eines Amalekiters Knecht, und mein Herr hat mich zurckgelassen; denn ich wurde vor drei Ta105
gen krank. Wir sind eingefallen in das Sdland der Kreter und in Juda und in das Sdland Kalebs und haben Ziklag mit Feuer verbrannt. Kalebs Sdland - Hebron. David sprach zu ihm: Willst du mich hinfhren zu dieser Schar? Er sprach: Schwre mir bei Gott, da du mich nicht tten noch in meines Herrn Hand bergeben wirst, so will ich dich hinfhren zu dieser Schar. Immer wieder auf seinem Weg gibt es einzelne Menschen, die David helfen, die ihn schtzen, die ihn fhren. Das sind Gottes Boten. Und wir sollen uns auch bewut sein ber Gottes Fhrung mit uns und ihm dafr danken. Und erfhrte ihn hin. Und siehe, sie hatten sich ausgebreitet ber das ganze Land, aen und tranken undfeierten ein Fest, wegen all der groen Beute, die sie mitgenommen hatten aus dem Philisterland und aus Juda. Wir denken zurck an das groe Fest von den Frsten der Philister, als der erblindete Simson - jetzt mit langem Haar - herausgefhrt wurde von einem jungen Knaben, und wie er dieses groe Freudenfest in ein groes Trauerfest verwandelt hat. Dreitausend wurden umgebracht - mit ihm. Und David schlug sie vom Morgen bis zum Abend des nchsten Tages, so da keiner von ihnen entrann auer vierhundert jungen Mnnern; die stiegen auf die Kamele und flohen. David hat nur vierhundert. Und dortflohenvierhundert, von der viel greren Zahl derer, die umgebracht wurden. So gewann David alles zurck, was die Amalekiter genommen hatten, auch seine beiden Frauen,... Gott hlt zu den Seinen. Das ist erfllt in Jesus von Nazareth. Er schtzt die Seinen, seine Jnger, steht zu ihnen und fhrt sie auf dem Weg des Lebens und des ewigen Lebens. ... und es fehlte nichts, weder klein noch gro, weder Shne noch Tchter noch Beute noch alles, was sie sich genommen hatten; 106
David brachte es alles zurck und nahm die Schafe und Rinder, und sie trieben das Vieh vor David her und sprachen: Das ist Davids Beute. David zeigt seinen Mut, wie er ihn gegen Lwen und Bren und gegen Goliat gezeigt hat. Er zeigt die Treue zu denen, die zu ihm gehren, besonders jetzt zu seinen Frauen. Er zeigt auch, da er ein wahrer zuknftiger Fhrer Israels sein wird. Das bezeugt dieses ganze Geschehen. David handelt redlich. David handelt mit einer physischen Macht und mit einer geistigen und geistlichen Macht. Saul versagt in allen diesen Bereichen, denn der Geist Gottes ist von ihm gewichen. Und als David zu den zweihundert Mnnern kam, die zu mde gewesen waren, um David zu folgen, und am Bach Besor geblieben waren, gingen sie David entgegen und den Leuten, die mit ihm waren. Und David trat zu ihnen und grte sie freundlich. Da sprachen bse und heillose Leute unter den Mnnern, die mit David gezogen waren: Weil sie nicht mit uns gezogen sind, soll man ihnen nichts geben von der Beute, die wir zurckgewonnen haben; sondern jeder nehme nur seine Frau und seine Kinder mit sich und gehe seines Weges. Da sprach David: Ihr sollt nicht so tun, meine Brder, mit dem, was uns der Herr gegeben hat; er hat uns behtet und diese Schar, die ber uns gekommen war, in unsere Hnde gegeben. Nochmals: Jesus, du Sohn Davids! Wie ist es bei denen, die seit der ersten Stunde im Weinberg arbeiten, und bei denen, die in der letzten Stunde kommen? Jesus gibt ihnen den gleichen Lohn. Das ist die Beziehung hier zu diesem Text, und die Erfllung in Jesus. Jesus sagt: Ich bin nicht gekommen, aufzuheben, sondern zu erfllen. Was zu erfllen? Seine Bibel, das Alte Testament. Dieses ganze Davidsgeschehen wie auch viel, viel anderes in seiner Bibel zeugen von ihm, sind Vordeutungen auf ihn, auf sein eigenes, liebevolles Handeln. Wer sollte in dieser Sache auf euch hren? Wie der Anteil derjenigen, die in den Kampf gezogen sind, so soll auch der Anteil derjenigen sein, die beim Tro geblieben sind; jeder soll den gleichen Anteil haben. 107
Genau wie bei Jesus: Jeder soll den gleichen Anteil haben. Und so blieb es weiterhin von diesem Tag an; und er machte es zu Satzung und Recht fr Israel bis auf diesen Tag. Genauso hat der endgltige Knig der Juden, Jesus von Nazareth, gehandelt. Und als David nach Ziklag kam, sandte er von der Beute den ltesten in Juda, seinen Freunden, und lie sagen: Da habt ihr eine Segensgabe aus der Beute der Feinde des Herrn,... Dieses Thema Beute, Kriegsbeute, wie es auch in Jesaja 9 steht, - wir sind auch die Beute des Herrn, herausgeholt aus unserer Schuld und Snde, befreit zum ewigen Leben in ihm. ... - nmlich denen zu Betul, denen zu Rama im Sdland, denen zu Jattir, denen zu Aroer, denen zu Sifmot, denen zu Eschtemoa, denen zu Karmel, denen in den Stdten der Jerachmeeliter, denen in den Stdten der Keniter, denen zu Horma, denen zu Bor-Aschan, denen zu Atach, denen zu Hebron und allen Orten, wo David mit seinen Mnnern aus- und eingegangen war. Diese lange Liste von Menschen, Mnnern die zu David gehrten, wo David gelebt und gearbeitet hat, klingt sehr hnlich wie die lange, lange Liste der Fremden, die zu Pfingsten da waren und dann den Glauben an Jesus Christus angenommen haben. Das zeigt die Gre von Davids Herrschaft, eine Stadt nach der anderen wird hier genannt; und das zeigt die noch grere Herrschaft, die in Jesus Christus wird, bis an die Enden der Welt.
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Er frchtete sich sehr, den Knig umzubringen. Das ist nicht erlaubt. Dieses Thema nimmt andere Formen an in Massada und in Israels Leidensgeschehen, wo Selbstmord erlaubt war, damit die Feinde nicht die Juden verfolgen, zu Sklaven machen und foltern. So war das auch im Dritten Reich. Viele Juden haben sich freiwillig das Leben genommen, da sie nicht diese schrecklichen Wege der Folterungen und zur Gaskammer gehen muten. Sie konnten das Leiden nicht ertragen. Das ist im Judentum akzeptiert, merkwrdigerweise, auch wenn dort Leben als das hchste Gut gilt. Da nahm Saul das Schwert und strzte sich hinein. Er bringt sich selbst um; und das ist nicht der Weg eines wahren Knigs Israels. Der Weg des Selbstmords, das ist Heidentum. Sauls Handeln ist immer heidnischer geworden. Als nun sein Waffentrger sah, da Saul tot war, strzte auch er sich in sein Schwert und starb mit ihm. So starben Saul und seine drei Shne und sein Waffentrger und alle seine Mnner miteinander an diesem Tage. Als aber die Mnner Israels, die jenseits der Ebene und gegen den Jordan hin wohnten, sahen, da die Mnner Israels geflohen und Saul und seine Shne tot waren, verlieen sie die Stdte undflohenauch. Da kamen die Philister und wohnten darin. Das ist das Ende eines Knigs, der von Gott berufen war, Israel zu befreien von den Philistern. Und jetzt sind sie noch mehr geknechtet unter ihnen, weil Saul gegen Gott gehandelt hat. Am andern Tage kamen die Philister, um die Erschlagenen auszuplndern, und fanden Saul und seine drei Shne, wie sie gefallen auf dem Gebirge Gilboa lagen. Da hieben sie ihm sein Haupt ab und nahmen ihm seine Rstung ab und sandten sie im Philisterland umher, um es zu verknden im Hause ihrer Gtzen und unter dem Volk. Denn damals galt nach heidnischem Denken: Der strkere Gott gewinnt. Das ist genau entgegengesetzt zu hebrischem Denken, zu biblischem Denken, denn Gottrichtetfters sein eigenes Volk, vor allem, wenn das Volk von ihm abgefallen ist. So haben die Pro110
pheten das stndig gesagt ber das Nordreich und dann auch ber das Sdreich. Er ist nicht ein Gott, der sein Volk verherrlicht, sondern ein Gott, der ein gehorsames Volk will und einen gehorsamen Knig. Und sie legten seine Rstung in das Haus der Astarte,... Das ist das Femininum von Baal. ... aber seinen Leichnam hngten sie auf an der Mauer von BetSchean. Als Zeichen fr den Sieg ihrer Gtzen. Als die Leute von Jabesch in Gilead hrten, was die Philister Saul angetan hatten, machten sich alle streitbaren Mnner auf und gingen die ganze Nacht hindurch und nahmen die Leichname Sauls und seiner Shne von der Mauer zu Bet-Schean und brachten sie nach Jabesch und salbten sie dort. Damit sie vorbereitet wurden auf ein richtiges Begrbnis in der Erde. Denn das Verbrennen des Leichnams oder das Aufhngen und ihn den Vgeln berlassen, das ist ein Greuel fr einen Juden. Das ist ein Thema, zu dem ich oft gefragt werde: Drfen wir einen menschlichen Leichnam verbrennen? Ist das biblisch erlaubt? Die Antwort ist: Im Alten Bund ist es nicht erlaubt. Es ist nicht biblisch, es ist nicht gut, aber der Herr, Jesus Christus, der Auferstandene, kennt keine Grenze. Wenn ein Mensch, der wirklich ihm gehrt, stirbt und sein Leichnam verbrannt wird, ist das sicher nicht eine Heilsfrage. Die Auferstehung ist ein groes Wunder, und sie kann auch aus der Asche eines Leichnams stattfinden. Und sie nahmen ihre Gebeine und begruben sie unter dem Tamariskenbaum bei Jabesch und fasteten sieben Tage. Sie trauern um die Toten. Sieben Tage in Erinnerung an die sieben Tage der Schpfung durch den lebendigen Herrn, den Gott Israels. Wie Gott seine Heilsgeschichte unter der Herrschaft Davids, des wahren und zentralen Knigs Israels weiterfhrte, lesen wir 111
im zweiten Buch Samuel. Da wird auch eine sehr interessante Linie erkennbar: David, der Ehebruch und Mord begangen hat, wird trotzdem als gerechter Knig gesehen. In der Chronik-Darstellung wird er ohne Ehebruch und Mord - als ein idealisierter, fast vollkommener Knig - geschildert. Und Jesus von Nazareth - du Sohn Davids - er war ohne Ehebruch und Mord, selbst in Gedanken, wie er das definiert in der Bergpredigt, war ohne Snde. Du sollst nicht tten und Du sollst nicht ehebrechen sind die zwei wichtigsten Gebote, die Jesus in der Bergpredigt auslegt. Aber das geht alles zurck auf David. Deswegen sehen wir hier den Weg ber einen Knig, den Gott dem Volk zuerst nicht geben wollte und dann endlich doch gibt, die geheimnisvollen Wege, die von der Ausrottung des Hauses Saul zu dem wahren Knig David und dann zu dem endgltigen Knig fhren: Jesus von Nazareth, Sohn Davids, Knig der Juden, der Heiden Heiland. Mit Paulus knnen wir nur staunen: O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! (Rmer 11,33 ff)
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David Jaffin
wurde 1937 als Sohn aufgeklrter jdischer Eltern in New York geboren. Er studierte an der New York University Geschichte, Kunstgeschichte und Psychologie. 1966 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert. Nach seinem Studium der evangelischen Theologie war er 20 Jahre Pfarrer in Wrttemberg. Die Bandbreite seiner Verffentlichung reicht von Lyrik ber Predigt- und Vortragsbnde bis zu Rinderbchern. David ist eine der aufregendsten und spannendsten Geschichten in der ganzen Bibel. Sein Schicksal deutet auf Jesus hin, den Sohn Davids, von den Mchtigen seiner Zeit verfolgt.