Sammelbeiträge Juni 2016 Vol. 3

Contamination (Regie: Luigi Cozzi; Deutschland/Italien 1980)

Contamination“ dürfe wohl eines der ersten „Alien-Rip Offs“ gewesen sein. Die Parallelen sind unübersehbar. Ein herausragenden Streifen wie Ridley Scotts „Alien“ einer ist, darf man aber hier natürlich nicht erwarten.

Der italienischer Regisseur Luigi Cozzi, der auch noch für einige andere B-Movie Knaller aus Italien verantwortlich ist, liefert meiner Ansicht nach aber hier keinen absolut miesen Exploitation-Scheiß ab. „Contamination“ ist nicht sonderlich spannend, weist aber eine gewisse Atmosphäre auf. Vor allem ist ein ziemlicher böser Alienfilm, bei dem aber mehr die Eier dieser außerirdischen Rasse eine Rolle spielen als die Wesen selber. Böse vor allem in der Hinsicht, da die Splattereinlagen hier kernig sind. Auch der Grundton des Films ist nicht besonders schimmernd und von Hoffnung getragen. Highlight des Films ist dann ganz klar das Finale, in dem die heldenhaften Wissenschaftler in einem unterirdischen Raum auf den schleimigen Alien treffen, der ein wirklich sehr schleimiges und unheimliches Auftreten hat. Die handgemachten Effekte bei diesem Alien-Kommandanten sind sehenswert. Ein annehmbares Ende gibt es dann noch oben drauf.

Unter dem Strich ist „Contamination“ typische italienische Genre-Kost, die zwar nicht auf ganzer Linie überzeugen kann, aber dennoch Genrefans recht gut schmecken wird.

Persönliche Wertung: 6 von 10 Punkten

 

Far and Away (Regie: Ron Howard; USA 1992)

Mit „Far and Away“ hat Regisseur Ron Howard sich auf das gute alte Hollywood-Kino besinnt und erzählt eine altmodische Geschichte nach klassischem Stil. Natürlich dürfen zwei Stars in der Hauptrolle auch nicht fehlen und so bekommt man einen wirklich guten Tom Cruise und eine damals noch umwerfende Nicole Kidman geboten. Zudem ist das Werk auch noch opulent gefilmt und überzeugt mit wunderbaren Bilder und Kulissen. Hier hat sich das Panavision 70 MM Format durchaus gelohnt. Aber auch die Filmmusik von Altmeister John Williams ist hier einfach nur hervorragend und gehört mit Sicherheit zu dem besten Werken des Meisters. Somit hat „Far and Away“ ja eigentlich alles, was es für großes Kino aus Hollywood braucht. Und hier liegt vielleicht auch ein wenig das Problem. Alles ist vorhersehbar und sicher nach Schema F inszeniert. Da man hier wirklich einfach nur klassisches Hollywood – Kino präsentieren wollte kann man aber darüber hinwegsehen. Es fehlt halt dann eben etwas an der Selbstständigkeit. Vor allem wenn einem im Finale so ein toll gefilmtes „Land Race“ aufgetischt wird, in dem sich die Menschen ein gekennzeichnetes Stück Land in einem wilden Rennen sicher können.

Großes Kino aus Hollywood nach alter Schule. Vorhersehbar aber sehenswert.

Persönliche Wertung: 7 von 10 Punkten

 

Brannigan (Regie: Douglas Hickhox; UK 1975)

Da es für John Wayne nichts mit der Rolle des „Dirty Harry“ wurde, dachte man sich wohl, geben wir doch den Duke als alter Haudrauf-Cop noch eine Chance. 1975 erblickte dann auch „Brannigan“ das Licht der Leinwände und sollte wohl eine spaßige Version von „Dirty Harry“ darstellen.

John Wayne spielt sich hier wie gewohnt selber, zeigt aber trotz schon sehr voran geschrittener Krebserkrankung reichlich Einsatz. Mit coolen Sprüchen, Klamaukszenen und westernidentischen Prügelein, bahnt sich ein gut aufgelegter John Wayne seinen Weg zu den bösen Buben. Die Kulisse von London bringt dazu noch einen richtig schönen Flair und auch die wenigen Actionszenen machen einen stimmigen Eindruck. Gepaart mit dem nötigen Humor ist das reichlich unterhaltsam.

„Brannigan“ lässt also keine Langeweile aufkommen. Die Story ist zwar simpel und ganz klar an den damaligen härteren Vorbildern dieses Cop-Genre angelehnt, was letztlich aber völlig egal ist. Hier geht es um die One-Man Show von Wayne und die bekommt man auch. Der Rest ist solider Zusatz der Spaß macht.

„Brannigan“ ist ein humorvoller Trip eines Cowboy nach Great Britan, der genau weiß wie er auszuteilen hat.

Persönliche Wertung: 7 von 10 Punkten

 

The Star Chamber (Regie: Peter Hyames; USA 1983)

Regisseur Peter Hyams ist ein Routinist in Sachen Regiearbeit. Auch „The Star Chamber“ ist kein Überflieger, aber durchaus annehmbare Genre-Kost.

Von einem reißerischen Rache-Thriller alla „Death Wish“ sollte man aber schnell Abstand nehmen. Hyams Film ist relativ harmlos und nicht besonders gewalttätig. Michael Dougles (der solide aufspielt) gibt hier einen deprimierten Richter, dem das Rechtssystem gegen den Strich geht. Promt schließt er sich einer geheimen Kammer von Juristen an, die selbst ihre Urteile fällen und einen Killer für die Durchführung beauftragen. Aber auch das kann Michael Dougles dort gespielter Charakter irgendwann nicht mehr ganz so hinnehmen.

Die Story ist typisch 80er Jahre und auch sonst bietet der Film in seiner Inszenierung bekannte Schemata. Spannung und Action bleiben recht im Hintergrund, was aber dem relativ zügigen Fluss des Films keinen Abbruch tut. Wie schon gesagt, einen brutalen und actionreichen Rachefeldzug darf man hier nicht erwarten.

„The Star Chamber“ ist wirklich solides Thriller-Kino der 80er Jahre, das eine gradlinige Story erzählt, gute Schauspieler vorzuweisen hat und seine Zweck erfüllt.

Persönliche Wertung: 6,5 von 10 Punkten

 

I Spit On Your Grave (Regie: Steven R. Monroe; USA 2013)

I Spit On Your Grave 2″ ist wahrlich ein mieser Drecksstreifen. War schon der erste Teil darauf aus, besonders brutale und an die Grenzen gehende Gewalt zu präsentieren, setzt die Fortsetzung (die eigentlich keine ist) nicht unbedingt nur eins drauf, ist aber wahrscheinlich nur produziert worden um wieder zu demonstrieren, was so alles gewalttechnisch geht.

Die Handlung ist mies und auch die Entwicklung der geschändeten weiblichen Hauptdarstellerin völlig neben der Spur. Spannend ist hier nichts und schon gar nicht gut erzählt. Die reinste Torture-Show, die nur damit punkten will.

Der erste Teil wollte wenigstens noch eine Neuinterpretation des Grindhouse-Klassiker sein und dessen Stimmung aufsaugen. „I Spit On Your Grave 2“ ist weder noch im Rape and Revenge-Genre ein toller Vertreter, noch beweist der Film Stärker im Grindhouse-Bereich.

Ein stinkendes Stück Zelluloid, dem höchstes Freunde purer Gewalt etwas abgewinnen können.

Persönliche Wertung: 1 von 10 Punkten

 

Das dreckige Dutzend (Regie: Robert Aldrich; USA 1967)

Die Liste von Filmen, in denen wagemutige Soldaten aus einem Spezialtrupp auf Nazi-Jagd gehen ist lang. „The Dirty Dozen“ zählt von alle diesen Genre-Streifen noch zu dem prominentesten. Starbesetzt bis in die letzte Ecke (Lee Marvin, Ernest Borgnine, Charles Bronsan uvm.) erzählt der Streifen die Geschichte von einem Trupp straffällig gewordener Soldaten, die zur einer Spezialeinheit ausgebildet werden sollen, die sich auf das Töten von Nazigenerälen spezialisiert. Die erste Hälfte des Films stellt noch die Ausbildung dieses Trupps dar. Hier zeigt der Film noch seine humorvolle Seite und lässt es sich nicht nehmen, hin und wieder einen Seitenhieb gegen das Militär auszuspielen. In der zweiten Hälfte wird dann ordentlich die Kriegsmaschinerie angekurbelt. Die Jungs starten in ihren Einsatz und machen auch vor keiner Gewalttätigkeit halt. Spätestens ab hier dürfte jeder Zuschauer checken, dass „The Dirty Dozen“ kann historischer Kriegsfilm sein will. Es ist Söldner-Action, ein „Men on Mission-Film“, der zum Schluss reichlich Pulver hat und auch ordentlich die Nazis aus den Sesseln schießt.

Regisseur Robert Aldrich hat mit seinem „The Dirty Dozen“ praktisch einen dieser großen Prototypen des Genres geschaffen, bei dem sich auch gewisser Quentin Tarantino für seinen „Inglourise Bastards“ einiges abgeschaut hat.

Persönliche Wertung: 7 von 10 Punkten

 

Das Dschungelbuch (Regie: Stephen Sommers; USA 1999)

1994 wagte sich Regisseur Stephen Sommers an eine weitere reale Interpredation des Klassikers „Das Dschungelbuch„. Großen Wert auf die originale Buchvorlage wurde aber auch hier nicht gelegt.

Das Dschungelbuch“ ist in dieser Version viel mehr ein rasanter Abenteuerfilm, der wenig Wert auf Charakterzeichnung oder die Geschichte legt. Schnell wird man in die Story geworfen und darf sich an durchaus gut inszenierten Actionszenen erfreuen, die Hand in Hand mit einem überhaupt handwerklich gut gefilmten Film gehen. Auch der Cast macht Spaß, den man hat Größen wie Sam Neill und John Glees verpflichten können, die beide einen routinierten Job abliefern. Selbst Jason Scott Lee passt irgendwie als Mogli.

Das Problem bei Sommers Adaption ist aber, dass der Film sehr gehetzt wirkt und tatsächlich nur Schauwert bietet inkl. kurzweiliger Unterhaltung. „Das Dschungelbuch“ ist doch eigentlich eine schöne Geschichte, für die man sich Zeit nehmen sollte. So hat aber Stephen Sommers eben seine actionreiche Abenteuervariante präsentiert, die bei weitem nicht schlecht ist, aber eben der Vorlage nicht gerecht wird. Echte Tiere hin oder her, aber dem Film fehlt etwas die Seele. Solides Popcorn – Kino der 90er Jahre, aber auch nicht mehr.

Persönliche Wertung: 6 von 10 Punkten

 

Boomerang (Regie: Reginald Hudlin; USA 1992)

Auch in den 90er Jahre gab es noch reichlich Black-Cinema. Ob Action oder Komödie, es war alles vertreten.

Boomerang“ gehört dabei in die Sparte Komödie. Ein Film über einen Schürzenjäger einer Werbeagentur, der sich in diesem teils mit viel müden sexuellen Witz ausgestatten Film von Bett zu Bett hangelt. In der Hauptrolle erleben wir einen typischen nervenden Eddie Murphy und noch so einige andere bekannte Gesichter (u.a. Halle Berry und Martin Lawrence) des damaligen Black-Cinemas. Toll spielt hier wirklich keiner und auch die Geschichte vermag keine wirkliche Originalität zu versprühen. Der Humor ist zudem platt und selten witzig, was für so eine Komödie natürlich nicht von Vorteil ist.

„Boomerang“ hat keine denkwürdigen Momente, traut sich zu wenig und versumpft in der Belanglosigkeit. Somit zählt der Streifen definitiv nicht zu den sehenswertesten Filme des 90er Jahre Black-Cinemas. Da gab es bessere Vertreter, ohne Frage.

Persönliche Wertung: 4 von 10 Punkten

 

Mercenario (Regie: Sergio Corbucci; Italien 1968)

„Django“ – Regisseur Sergio Corbucci liefert mit seinem „Mercenario“ mal wieder einen lupenreinen Italo-Western ab. Storytechnisch angesiedelt in der mexikanischen Revolution, gelingt es Curbucci die ganze Atmosphäre eines stimmigen, staubigen und in Blut getränkten Spaghetti-Western diesmal sogar ganz humorvoll in Szene zu setzen. Franco Nero und Tony Musante geben ein tolles Hauptdarsteller-Gespann ab, das genau diesen Humor gut herüberbringt. Jack Palance als fieser Gauner überzeugt außerdem.

Aber was wäre ein Italo-Western ohne die Musik von Ennio Morricone? Sicher viel weniger. Zum Glück hat Corbucci hier wieder den Meister hinters Dirigentenpult bestellt. Der liefert dann auch eine umwerfende Leistung ab und das melodische Titel Thema des Films dürfte spätestens jedem aus Tarantino „Kill Bill 2“ bekannt sein. Überhaupt hat sich Regisseur Tarantino aus diesem Werk Curbucci’s einige Referenzen für seine Filme geklaut.

„Mercenario“ bleibt durchgehend actionreich und flott inszeniert. Die Geschichte hat ihre spannenden Momente und auch das ausgezeichnete Finale sorgt für Gänsehaut. Trotzdem ist „Mercenario“ dann schließlich nicht ganz das erhoffte Meisterwerk. Toll ist der Film aber allemal.

Persönliche Wertung: 7,5 von 10 Punkten

 

Zwei Himmel Hunde auf dem Weg zur Hölle (Regie: Giuseppe Colizzi; Italien 1972)

Hat man einen Hill/Spencer – Film gesehen, hat man sie eigentlich alle gesehen. Trotzdem machen die beiden Halunken immer wieder Spaß, auch wenn die Filme nach dem gleiche Schema ablaufen.

Auch „Zwei Himmelhunde auf dem Weg in die Hölle“ ist da keine Ausnahme. Terrence Hill und Bud Spencer prügel sich erneut gekonnt durch den Film und das mit einer ordentlichen Prise Klamauk. Bei diesen Abenteuerfilm kommt die Action und der Spaß an der Sache sicher nicht zu kurz.

„Zwei Himmelhunde auf dem Weg in die Hölle“ ist wie zu erwarten ein kurzweiliger Spaß, der erneut nicht von der altbewährten Formel der Hill/Spencer-Filme abweicht. Hätte ich den Film schon als Kind gesehen, wären sicher mehr Punkte drin gewesen.

Persönliche Wertung: 6 von 10 Punkten

 

Key Largo (Regie: John Huston; USA 1948)

„“Key Largo“ ist von der ersten bis zur letzten Minute wieder ein sehenswertes Stück Film, bei dem die Klasse dieser Glanzzeit Hollywoods sichtlich herausschimmert.

Regisseur John Huston steht mit seinem Film wieder mit einem Fuß im „Film Noir-Genre“, aber mit dem anderen auch ganz eindeutig im Bereich des Abenteuerfilms. „Key Largo“ ist ein Zwitter, dem man unterschiedliche Genres zuordnen kann. Und das genau das macht den Streifen auch so sehenswert. Diese Mischung aus „Film Noir“ und einem Hauch „Abenteuerfilm“ funktioniert äußerst gut. Zudem überzeugen der unvergleichliche Humphry Bogart und der Rest des Casts auf ganzer Linie.

Geschickt nutzt der Film seine begrenzten Handlungsort und auch die Wetterlage im Film aus, um einen effizienten Spannungsaufbau zu kreieren. Ein Kammerspiel beginnt, das letztlich im Freien auf einem Boot seinen Höhepunkt findet.

Ohne viel Getöse hat hier Regisseur John Huston mit einem starken Cast einen durchaus sehenswerten Thriller der ganz alten Schule inszeniert. „Key Largo“ ist spannend und toll gespielt. Klassisches Hollywood-Kino auf starkem Niveau.

Persönliche Wertung: 7 von 10 Punkten

 

Wer die Nachtigall stört (Regie: Robert Mulligan; USA 1962)

Wer die Nachtigall stört“ ist ein umwerfend schöner Film. Auf dem ersten Blick scheint der Dreh und Angelpunkt des Films eine Geschichte über Rassenhass und eine biedere amerikanische Kleinstadt zu sein. Genau genommen ist die eine Hälfte des Films das auch. In einer Gerichtsverhandlung werden die Misstände einer Gesellschaft, die zur Zeit eines enormen Rassenhasses existierte, äußerst eindrucksvoll wiedergespiegelt. Leider ist dieses Thema nach wie vor aktuell und das nicht nur tollen Amerika.

Der ändere Hälfte des Films ist aber ein umwerfend schöner Coming of Age-Film, in dem ein kindliches Geschwisterpaar einen magischen Sommer voller Ereignisse erlebt, zu dem eben auch diese Gerichtsverhandlung zählt, bei denen ihr Vater als Anwalt als großes Vorbild hervorgeht. Gespielt wird dieser Anwalt namens Atticus Finch von einem unglaublich starken Gregory Peck, der hier wahrscheinlich die Rolle seines Lebens spielte.

„Wer die Nachtigall stört“ ist neben dieser absolut sehenswerten Geschichte auch noch filmisch wundervoll in Szene gesetzt. Das Setting, die Atmosphäre, die Kamera und auch der wunderschöne Score von Elmer Bernstein transportieren den Zuschauer direkt in diesen einen geheimnisvollen Sommer der Kinder, der am besten nie hätte ende sollen. Das Finale des Films liefert dann außerdem noch eine richtig schöne Überraschung.

„Wer die Nachtigall stört“ ist durch und durch großes Holllywood-Kino. Ein verträumtes Kino, das aber ebenso den puren Realismus zeigen kann. Eine Geschichte über Rassismus, aber auch ein Film über das erwachsen werden.

Persönliche Wertung: 8 von 10 Punkten

 

Grease 2 (Regie: Patricia Birch; USA 1982)

Viele Filme brauchen keine Fortsetzung. So auch „Grease“. Der erste Teil hat alles geboten, was ein verdammt cooles Musical in Filmform bieten kann.

Trotzdem muss man zu „Grease 2“ so fair sein und sagen, dass der Streifen durchaus seinen Unterhaltungswert hat. Die Songs sind bei weitem nicht mehr so kultig und auch die Darsteller sind ziemliche Pfeifen (mit Ausnahme von Michelle Peiffer), aber als „Guilty Pleasure“ geht der allemal durch. Dafür sorgen die herrlich überdrehten Szenen, komische Musikeinlagen, merkwürdige Dialoge und der Zuckertüten-Humor.

„Grease 2“ kopiert das übergroße Original natürlich wo es nur geht, aber da blieb wahrscheinlich auch nichts anderes übrig. Immerhin kann der Streifen Laune machen und das ist doch auch schon mal was.

Persönliche Wertung: 6 von 10 Punkten

Der Große mit seinem außerirdsichen Kleinen (Regie: Michele Lupo; Italien 1979)

Mit „Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen“ stellt mal wieder einen Solofilm für den übergroßen Bud Spencer in seiner Filmografie dar. Geboten wird aber auch hier natürlich der übliche Klamauk, spaßige Schlägereien und ein Bud Spencer wie man ihn liebt.

Die Story ist bei all dem Spaß natürlich nur wieder Nebensache. Ein kleiner Außerirdischer, in Form eines kleinen Jungen, strandet auf der Erde. Dabei hat er ein lustiges Geräte, mit dem er allerlei Sachen anstellen kann. So trifft er irgendwann auf den Sheriff (Bud Spencer), der sich natürlich dem kleinen Mann annimmt.

„Der Große mit seinem außerirdischen Kleinen“ ist kurzweilig und in jeder Hinsicht familienfreundliche Unterhaltung. Bud Spencer kann auch ohne den guten Terrence hier austeilen und so steht einem soliden Film mit dem dicken Brummbär nichts Weg.

Persönliche Wertung: 6 von 10 Punkten

 

Der Schatz der Sierra Madre (Regie: John Huston; USA 1947)

John Hustons Film „Der Schatz der Sierra Madre“ gehört laut dem amerikanischen Filminstitut zu den wichtigsten Streifen dieser Welt. Und das auch absolut verständlich.

Regisseur John Huston hat hier sicher keinen lupenreinen Western gedreht, auch wenn viele Elemente in der Inszenierung dafür sprechen. Der Streifen ist viel mehr ei Abenteuerfilm mit Wester-Einfluss. Ein locker leichtes Abenteuer darf der Zuschauer bei diesen Klassiker allerdings auch nicht erwarten.

„Der Schatz der Sierra Madre“ erzählt uns eine Geschichte über die Habgier des Menschen und dessen moralischer Verfall der einsetzt, wenn nur noch das Gold zählt. Diese Aspekte sind gekonnt in die Elemente des Abenteuerkinos eingetaucht. Der Film ist spannend und vor allem toll gespielt. Humphrey Bogart beweist einmal mehr warum er ein absoluter Star war und auch der Rest des Casts ist umwerfend gut. Die S/W-Bilder sind gut in Szene gesetzt und auch das ganze Setting hat eine unglaubliche Atmosphäre.

„Der Schatz der Sierre Madre“ ist ein beachtliches Werk aus der goldenen Ära Hollywoods. Abenteuerlich, aber ebenso böse und knallhart, was man spätestens im Finale des Films merken müsste.

Persönliche Wertung: 8 von 10 Punkten

 

Blacula (Regie: William Crain; USA 1972)

Das Blaxploitation-Kino schnappt sich die Figur des Grafen Dracula und macht promt ihre eigene Version daraus. Regisseur William Crain schickt hier Hauptdarsteller William Marshall in der Titelrolle auf einen wahnwitzigen saugenden Streifzug durch die funky 70er Jahre und verseucht nebenbei sogar noch auf die Apartheid anzuspielen. Grundsätzlich steht hier aber der Spaß im Vordergrund, der leider durch viele Längen nicht ganz zur Geltung kommen darf. „Blacula“ hat durchaus seine Momente in denen die Coolness des Blaxploitation-Kinos seine Trümpfe ausspielen kann, nur werden diese durch zähe Passagen des öfteren unterbunden. Die Highlights des Films sind definitiv die Sequenzen, in denen die flotte Soul-Musik den Takt vorgibt und auch das Finale kann sich sehen lassen.

Die große Exploitation-Sause ist „Blacula“ leider nicht und sowas wie Grusel darf man sicher auch nicht erwarten. Am Schluss bleibt also sehr durchschnittliches Soul-Cinema, das man schon besser gesehen hat.

Persönliche Wertung: 5 von 10 Punkten

 

Scream Blacula Scream (Regie: Bob Kelljan; USA 1973)

„Scream Blacula Scream“ ist weder besser noch schlechter als sein Vorgänger. Zwar hat man hier Blaxploitation-Sexbombe Pam Grier in der weiblichen Hauptrolle dabei, doch die alleine kann auch nicht alles reißen. Die Fortzsetzung ist ebenso lahm und stellenweis zäh wie der erste Teil. Blutleer bleibt es auch weiterhin. Immerhin überzeugt wieder das groovige 70er Jahre Abinente und die stimmigen Soul-Musikeinlagen. Im Finale gibt dann der Streifen ebenfalls Gas, was aber definitiv zu spät ist.

Persönliche Wertung: 5 von 10 Punkten

 

 

Sammelbeiträge Juni 2016 Vol.2

Extreme Rage (Regie: F. Gary Gray; USA 2003)

„Extreme Rage“ schickt einen recht talentfreien Vin Diesel auf einen Rachefeldzug gegen ein Drogenkartell, das seine Frau auf dem Gewissen hat.

Was am Anfang wie ein doch recht typischer Actionthriller im Stil des Actionkinos der 80er Jahre aussieht, entpuppt sich im Nachhinein als relativ nüchterner Genrestreifen, dem es an Power fehlt. Die Actionszenen sind überraschend bodenständig gehalten, aber auch nicht sonderlich aufregend. Überhaupt gibt es hier nicht so viel Action wie man es eigentlich vermutet. „Extreme Rage“ entstand 2003 und Vin Diesel galt damals als neuer Actionheld. Der Action-Overkill blieb uns hier aber Gott sei Dank erspart.

Regisseur F. Gary Gray hat den Film auch sehr blutleer inszeniert. Knallharte Gewaltausbrüche und Einschüsse wurden hier nicht als Stilmittel verwendet, um aus „Extreme Rage“ einen düsteren Drogen-Actionthriller zu machen.

So hangelt sich der Streifen von Genre-Klischee zu Genre-Klischee, bleibt deshalb auch nicht sonderlich spannend und findet letztlich in einem annehmbaren Finale ein solides Ende. Vielleicht hätte dem Film etwas mehr Krawall gut getan, den die dünne Handlung hilft dem Film über weiten Strecken kein bisschen. Annehmbares Actionkino der Neuzeit mit einem unsympathischen Hauptdarsteller, der wirklich nur in den „Fast-Filmen“ am besten rüber kommt.

Persönliche Wertung: 6 von 10 Punkte

The Nice Guys (Regie: Shane Black; USA 2016)

Regisseur und Drehbuchautor Shane Black hat ja schon mit „Kiss Kiss Bang Bang“ bewiesen, dass er nicht nur gute Buddy-Movies schreiben kann, sondern sie auch inszenieren kann.

Der Mann hinter der legendären „Lethal Weapon-Reihe“ sorgt mit seinem neusten Streich für reichlich Spaß und gute Unterhaltung. „The Nice Guys“ erzählt eine verdammt simple Detektiv-Geschichte, die das Rad nicht neu erfindet. Shane hat es aber geschafft ein verdammt gutes Schauspieler-Duo vor der Kamera zu vereinen, zwischen dem die Chemie in jeder Szene zu stimmen scheint. Russel Crowe und Ryan Gosling spielen umwerfend pfiffig und das unterstützt diese eher magere Geschichte unheimlich gut. Die Dialoge sitzen zwar nicht immer, aber die meisten sind klasse und kitzeln einem sogar manchmal ein Lachen heraus. Auch die vielen Situationen, in die die beiden kommen, sind richtige kleine Highlights die man wirklich feiern kann. Selbst die wenigen Actioneinlagen überzeugen. Als gelungen darf man auch das richtig schöne 70er Jahre Setting bezeichnen. Neben den tollen Kostümen, dem stimmigen Soundtrack, ist die Ausstattung richtig gut getroffen.

Mit „The Nice Guys“ hat Shane Black erneut bewiesen, dass er den Buddy-Movie wie kein anderer beherrscht und auch richtig kleine gute Filme zaubern kann. Der Streifen ist ein Unterhaltungsgarant auf ganzer Linie und über die kleinen Schwächen sieht man bei diesem Charme einfach drüber weg.

Persönliche Wertung: 8 von 10 Punkten

 

Duck, Your Sucker (Regie: Sergio Leone; Italien 1971)

Duck, You Sucker“ wird in der Filmchronik von Meisterregisseur Sergio Leone etwas stiefmütterlich behandelt. Zugegeben, dieser Western erscheint in vielen Sequenzen seinem Zuschauer auch etwas merkwürdig. Trotzdem, „Duck, You Sucker“ ist besser als sein Ruf. Leone startet seinen Film mit ungewohnt viel Humor, der aber sicher nicht albern ist, sondern viel mehr böse sein kann. Mit Rod Steiger und James Coburn hat er zudem zwei hervorragende Darsteller an Bord, die diesen beiden verdorbenen Charakteren wahrlich Leben einhauchen.

Mit fortschreitender Laufzeit entwickelt sich die Geschichte zu einer politischen Angelegenheit. Die beiden Hauptfiguren werden ungewollt die Helden der mexikanischen Revolution und schon beginnt, wie man es eigentlich in einem Leone Film auch gewohnt ist, dass sich die Leichen stapeln und der Tod in die Story Einzug hält. Leone lässt es sich auch diesmal nicht nehmen, seinem Film mit den Motiven Freundschaft, Rache und Vergebung zu schmücken, die sich gekonnt in den politischen Kontext des Streifens mischen. Gefilmt in umwerfenden Cinemascope-Bildern bekommt die ganze Sache dann noch ihren epischen Punkt aufgedrückt und auch Stammkomponist Ennio Morricone leistet mit seinem ausgezeichneten Score hier ganze Arbeit. Vor allem erzählt Morrciones Musik hier Aspekte der Geschichte weiter die im Film selber nicht so angesprochen werden.

Persönliche Wertung: 7,5 von 10 Punkten

 

Besessen – Das Loch in der Wand (Regie: Pim de la Parra Jr.; NL 1969)

Besessen-Das Loch in der Wand“ , an dessen Drehbuch unter anderem ein junger Martin Scorsese beteiligt war, ist ne ziemlich öde Nummer.

Der Steifen möchte gern in jeder Minute so spannend sein wie ein originaler Hitchcock, aber scheitert an diesem Vorhaben kläglich. Die Bezüge zu Hichcocks „Das Fenster zum Hof“ sind unübersehbar. Ein junger angehender Arzt kann durch ein Loch in der Wand seines Arpartments seinen Nachbar beobachten. Dieser scheint ein merkwürdiges Verhalten an den Tag zu legen und außerdem hat er reichlich nackter Weiber in seinem Bett, die er nach dem Sex mit irgendeiner Spritze zu behandeln scheint. Die Dinger werden natürlich immer verrückte und so steuert der Film auf ein unvermeidliches Finale zu. Zugegeben, die Titten die hier durchs Bild wippen sind ganz schö anzusehen und auch so manche Szene ist richtig schmierig. Unterm Strich ist es aber alles so lahm und unspannend in Szene gesetzt, dass einem die knapp 85 Minuten hier sehr lange vorkommen können. Das hier ein Martin Scorsese am Drehbuch beteiligt gewesen sein soll ist von daher eigentlich unvorstellbar.

„Besessen-Das Loch in der Wand“ hätte das Zeug zu einem richtig schleimigen und schmierigen Streifen gehabt, aber nicht sicher nicht so.

Persönliche Wertung: 4 von 10 Punkten

 

Angels and Demons – Extended Version (Regie: Ron Howard; USA 2009)

Mit „DaVinci Code“ machte sich Regisseur Ron Howard erstmalig an eine Verfilmung eines Dan Brown Romans. Dabei heraus kam ein eher mäßiger und sehr zäher Blockbuster, der sicher seinen Erfolg hatte, aber ebenso gut seine Schwächen.

So verhielt es sich dann knapp 3 Jahre später auch bei einer weiteren Verfilmung des Autors. Ron Howard wagte sich mit der fast selben Crew an die Adaption des Buches „Angels and Demons“. Dabei herausgekommen ist eher ein mäßiger Thriller, der dem geneigten Mainstream-Publikum gegebenenfalls schmecken mag, aber letztlich auch wieder sehr zähe Passagen vorzuweisen hat. Zugegeben, „Angels and Demons“ ist flotter als sein Vorgänger und hat durchaus seine spanenden Momente. Die Schnitzeljagd quer durch Rom und auch das Setting machen was her. Insgesamt betrachtet ist aber die ganze Geschichte und auch letztlich die Auflösung des Ganzen nicht sonderlich originell. Den Filmemachern darf man eigentlich keinen Vorwurf machen, den schließlich diente hier der Roman als Vorlage für den Film. Viel mehr sehe ich die Schwächen in der Geschichte von Dan Brown, dem ich irgendwie nie so wirklich was abgewinnen konnte. Auch schauspieltechnisch vermag der Film nicht zu überzeugen. Tom Hanks in der Hauptrolle und auch Ewan McGregor bleiben in ihren Darstellungen der Charaktere ziemlich blass.

Damit bleibt „Angels and Demons“ erneut eine sehr seichte und nur an der Oberfläche sehenswerte Angelegenheit. Durch den ziemlich dick aufgetragenen Score von Hans Zimmer schwillt Howards Werk dann noch richtig zu einem modernen Blockbuster an, der nicht so wirklich eine Seele hat.

Persönliche Wertung: 5 von 10 Punkte

 

Mathilde (Regie: Jean-Pierre Jeunet; Frankreich 2005)

Der französische Regisseur Jean-Pierre Jeunet, der mit seinem unglaublich schönen Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ schon bewies tolle Bilder und eine Liebesgeschichte zusammenzuführen, zeigt mit „Mathilde“ das man diese beiden Elemente auch noch viel bildgewaltiger in Szene setzen kann.

„Mathilde“ ist im wahrsten Sinne des Wortes großes europäisches Kino. Jeunet erzählt auf der einen Seite eine Liebesgeschichte, die locker auch aus jedem Hollywood-Film stammen könnte. Auf der anderen Seite zeigt der Film aber auch die Schrecken des 1. Weltkrieges. Aber vielleicht sind diese beiden Seiten dann auch eine Schwäche des Films. Jeunet erzählt die Geschichte über die junge Mathilde (toll gespielt von Audrey Tautou), die sich auf die Suche nach ihrem verschollenen Verlobten macht, der im Krieg offenbar umgekommen ist. Neben diesen gradlinigen Handlungsfaden beleuchtet Jeunet aber auch die Geschichte andere Personen, die irgendwie in Zusammenhang mit Mathildes Verlobten stehen. Hier nimmt sich dann der Film wohl etwas zu viel Zeit und bremst die eigentliche Geschichte etwas aus. Auch die in den Rückblenden gezeigten Kriegsszenen, die durchaus opulent in Szene gesetzt sind, bringen die Story manchmal ins Stocken. Hier wollte man wohl zu viel und das zieht den Streifen unnötig in die Länge.

Handwerklich ist „Mathilde“ aber auf jeden Fall gelungen. Die Kamera, der Schnitt, die Kostüme und auch die Musik verstärken den Eindruck des Films ungemein. Wenn man die Handlung noch ein wenig gestrafft hätte und doch die Liebesgeschichte noch mehr in den Fokus gerückt hätte, dann wäre aus „Mathilde“ ein richtig schöner Schmachtfetzen geworden. So ist der Film natürlich auch sehenswert und bittersüß, aber weniger wäre hier eben mehr gewesen.

Persönliche Wertung: 7 von 10 Punkten

 

The Spirit (Regie: Frank Miller; USA 2008)

Comic-Master Frank Miller führte bei der Comicadaption des gleichnamigen Comics „The Spirit“ erstmals selber Regie. Ob das gut oder schlecht war soll jeder für sich selbst entscheiden. „The Spirit“ ist nämliche eine recht Merkwürdige Sache geworden, die nicht jedem gefallen wird.

Miller hat bei dieser Verfilmung konsequent den Stil von dem drei Jahre zuvor erschienen „Sin City“ kopiert. Überhaupt legt der Film sichtlich ganz großen Wert auf seine Präsentation. Vielleicht hätte man sich dann doch lieber mehr auf die Charaktere und allgemein auf die Geschichte konzentrieren sollen. „The Spirit“ hat davon nämlich so gut wie gar nichts. Obwohl der Streifen durchaus starbesetzt ist, schaffen auch Schauspieler wie Samuel L. Jackson oder Scarlett Johansson es nicht mit ihrer Performance wirklich Interesse an den Figuren zu wecken. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist „The Spirit“ eine Million-Doller Gurke.

Was aber den Streifen dann letztlich doch noch annehmbar macht, ist dieser absolut merkwürdige Humor der sich durch den ganzen Film zieht und der unbeschreiblich dumme Schauwert. Eine absurde Szene reiht sich an die andere und die Dialoge sind zum Schreien. Betrachtet man dann „The Spirit“ auf der Ebene des Edel-Trashs, kann man wirklich hier viel Spaß haben.

Als Comicverfilmung einer Vorlage kläglich gescheitert, aber als purer Entertainment-Movie durchaus noch zu gebrauchen.

Persönliche Wertung: 6 von 10 Punkten

Sammelbeiträge Juni 2016 Vol. 1

Jane Got A Gun ( Regie: Gavin O’Conner; USA 2015)

Meine Hoffnung bei „Jane Got A Gun“ war, dass man hier endlich mal wieder einen gradlinigen und klassischen Western vorgelegt bekommt, bei dem auch mal wieder eine Frau die Stiefel an hat. Die ersten Minuten des Films vermitteln auch diesen Eindruck. Alles sieht nach einer typischen soliden Westerngeschichte aus. Leider schlägt „Jane Got A Gun“ nach gut einer halben Stunde einen anderen Weg ein. Durch unnötige Rückblenden und unpassenden Liebesgeplänkel rutscht der Streifen in die Zone Langeweile ab. Spätestes dann nutzt auch die relativ gute Besetzung nichts mehr. Natalie Portman mag sich nicht so wirklich in ihre Rolle einfinden, Ewan McGregor wird als böser Bandenchef verheizt und Joel Edgerton bleibt auch ziemlich blass.

Erst zum Finale hin gibt es das klassische Western-Geballer und das ist dann auch nicht sonderlich spannend oder cool inszeniert. Hätte man „Jane Got A Gun“ als richtig simple und gradlinige Rachegeschichte inszeniert, die mit etwas Action auch zwischendrin aufwartet, dann wäre dieser Western sicher ein besserer geworden.

Persönliche Wertung: 5 von 10 Punkten

 

Wege zum Ruhm (Regie: Stanley Kubrick; USA 1957)

Mit „Wege zum Ruhm“ scheint Regisseur Stanley Kubrick damals seinen Weg als Filmemacher gefunden zu haben.

Kubrick gelingt hier erstmalig eine starke Geschichte sehenswert umzusetzen. Waren seine Vorgänger-Werke in Sachen Story noch etwas wacklig auf den Beinen, ist „Wege zum Ruhm“ trotz seiner kurzen Laufzeit enorm eindringlich geraden. Selten wurde so intensiv gezeigt, wie eiskalt der militärische Apparat sein kann. Die Soldaten im Schützengraben sind nichts wert und dienen als Kanonenfutter. Im Gegenzug sieht man die Vorgesetzten, die nur ihre Befehle erteilen und das auch zu ihrem eigenen Vorteil. Es soll eben der Ruhm geerntet werden. Das Grausamste was Kubrick dann aber in seinem Film zeigt, ist die Tatsache, dass die vorgesetzten Generäle nicht davor zurückschrecken, bei Befehlsverweigerung ihre eigenen Leute an die Wand zu stellen. Sobald der Soldat das Denken anfängt und nicht nach der Pfeife der Obersten tanzt, ist der Tod auch in den eigenen Reihe garantiert.

Schlimm dass sowas existierte und wahrscheinlich irgendwo immer noch existiert. Kubrick hat diese auf wahren Tatsachen beruhenden Geschichte – wie schon gesagt – toll inszeniert. Auch visuell überzeugt der Film und zeigt vor allem in der Schlachtszene, als die französischen Soldaten die Anhöhe 19 erstürmen, was für ein Auge Stanley Kubrick für großartige Bilder hatte. Aber auch die Darstelle überzeugen. Allen voran natürlich der großartige Kirk Dougles, der mit seiner Performance einiges an Können zeigt.

„Wege zum Ruhm“ ist ein Anti-Kriegsfilm, der knallhart seine Fakten aufzeigt und den ersten Weltkrieg dem Zuschauer auf seine Art nochmal anders näher bringt. Kubrick ist mit diesem Film sicher noch einmal gewachsen und was dann kam, wissen wir ja alle.

Persönliche Wertung: 8 von 10 Punkten

 

Chappie (Regie: Neill Blomkamp; USA/Südafrika 2015)

Mit „District 9“ hat Regisseur Neill Blomkamp ein ordentliches Stück Sci-Fi-Kino vorgelegt. Mit „Elysium“ gings dann aber schon wieder bergab. Und mit seinem neuesten Sci-Fi- Streich „Chappie“ bewegt sich der Filmemacher weiterhin nach unten.

Blomkamp versucht hier erneut eine Geschichte mit Botschaft und kleinem Tiefgang zu erzielen. Das gelang ihm zwar irgendwo mit „District 9“, aber mit „Chappie“ gelingt ihm das in keinster Weise. Die Geschichte über einen Kampf roboter, der sowas wie eine Seele entwickelt, gab es schon in mehreren Ausführungen. Neue Ansätze werden in diese Geschichte nicht eingearbeitet. Alles ist ziemlich vorhersehbar und das macht die Story dann auch so oberflächlich. Ebenso wird auch die wohl etwas dahingeraffte Welt nicht weiter beleuchtet. Sie scheint einfach nur Kulisse zu sein, um den Film in einer futuristischen Wiege zu schaukeln. Als reiner Actionfilm funktioniert „Chappie“ dann letztlich auch nicht, den dafür ist die Action zu rar gesät und auch nicht sonderlich originell. Den negativen Rest liefert dann noch die dröhnende Musik von Hans Zimmer und das unglaubliche nervige Dreiergespann Chappie, Yolandi und Ninja. Vor allem der titelgebende Roboter Chappie ist einfach nur furchtbar.

Technisch allerdings ist „Chappie“ dann doch recht sehenswert. Die Effekte sind richtig gut geraden und auch handwerklich kann sich der Film sehen lassen.

Persönliche Wertung: 5 von 10 Punkten

 

Pain and Gain (Regie: Michael Bay; USA 2013)

Unvorstellbar dass diese Geschichte war sein soll, aber einiges scheint ja wirklich auf Tatsachen zu beruhen. Ich bin mir aber auch sicher, dass Regisseur Michael Bay und seine Drehbuchautoren das Ganze noch ein wenig filmisch verfeinert haben.

„Pain and Gain“ ist nämlich ein ziemlich asoziales Ding an Hollywood-Kino von Krawallmacher Michael Bay und das sorgt für richtigen Spaß im Fitnessstudio, äh, ich meine natürlich im Kinosessel. Die Story ist so unfassbar dämlich und auch das Verhalten sämtlicher Charaktere im Film, dass man nur noch heulen und gleichzeitig lachen möchte. Und das tut man auch. Gespickt mit derben Humor, der typischen Bay – Videoclipästhetik, einem gut gelaunten Cast und einer epischer Laufzeit von 130 Minuten, die hier keiner braucht, hat mir persönlich „Pain and Gain“ einen vergnüglichen Kinoabend bereitet. So manche Szenen, so manche Dialoge sind einfach zum weghauen und man hat Spaß bei der Sichtung des Streifens. Vor allem bin doch recht positiv von Dwayne Johnson Performance überrascht, mit dem ich ja eigentlich nichts anfangen kann. Aber auch Mark Wahlberg zeigt, dass er sich mittlerweile so einem guten Darsteller entwickelt hat

„Pain and Gain“ trägt in jeder Einstellung auf jeden Fall die Handschrift seines Regisseurs, aber es ist auch erfrischend zu sehen, dass Bay hier diesmal keinen Actionfilm inszeniert hat. Mit seinen gewohnten Stilmitteln, seinem krassen Humor (den er z.B auch schon bei „Bad Boys 2“ unter Beweis gestellt hat) und seinem Hang zur Überlänge hat Michael Bay mit „Pain and Gain“ einen total bekloppten Film auf die Beine gestellt, den dessen Zielgruppe wahrscheinlich nicht mal versteht.

Persönliche Wertung: 7 von 10 Punkten

 

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen ( Regie: Stephen Norrigton; USA/CZ 2003)

Heute wie damals hätte ich mir einen besseren Abschied für Sean Connery aus der Filmwelt gewünscht. „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ war dann auch wohl der Punkt, wo sich die Legende Connery für einen Ausstieg aus der Industrie entschied. Die Dreharbeiten waren wohl ein Debakel.

Viele Stimmen sagen auch, dass der Film ein wahres Debakel ist. Nun, ganz so sehen ich das nicht. Er ist zwar keine gelungener Blockbuster auf ganzer Linie, aber er ist guter Durchschnitt, der weiß, wie man kurzweilig unterhalten kann.

Die Geschichte basiert auf einer Comicvorlage und ist auch relativ gut in die filmische Umsetzung verpackt. Man bekommt hier einen gradlinigen Fantasy-Abenteuerfilm vorgelegt, der sicher nicht tiefgründig ist, aber mit reichlich Tempo und Action aufwartet. Spannend ist das Ganze zwar nicht wirklich, aber das fällt bei diesem Tempo den der Film so vorgibt gar nicht auf. Handwerklich ist „Die Liga“ ganz solide umgesetzt. Die Effekte sind nicht das Beste vom Besten, aber auch nicht ultramies. Das Setting hingegen schaut aber etwas zu künstlich aus.

In Sachen Besetzung ist ganz klar Sean Connery hier das Zugpferd. Der Rest des Casts bleibt eigentlich ziemlich blass. Connery hat natürlich in seiner Karriere schon besser gespielt, aber es ist nach wie vor eine Freude, ihm zuzusehen.

„Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ ist typisches mit Schauwert angereichertes Popcorn-Kino. Das man in diesem Bereich natürlich noch besser sein kann ist klar. So bietet der Streifen aber durchweg Action und ein Effektfeuerwerk, das mit beginn des neuen Jahrtausends endgültig das Blockbuster-Kino einnehmen sollte. Sean Connery verabschiedet sich hier auch nicht unbedingt glanzvoll, aber immer hin gab es nochmal einen der großartigsten Schauspieler unserer Zeit auf der Leinwand zu bestaunen.

Persönliche Wertung: 6 von 10 Punkten

 

i, Robot (Regie: Alex Proyars; USA 2004)

2004 ist für mich irgendwie das Jahr, in dem das Blockbuster-Kino endgültig einen Weg einschlug, der nicht unbedingt der beste Weg war. Man merkte schon die Jahre zuvor, dass im Kino andere Zeiten anbrechen. 2004 war dann aber der absolute Umschwung.

„i, Robot“ ist dann auch so ein Paradebeispiel für Blockbuster-Kino, das für eine neue Genration gemacht wurde. Der Film glänzt in seinem unechten Setting. Die Effekte haben die Oberhand und auch die Action übersteuert mit seinen zahllosen Zeitlupen-Effekten und Explosionen . Masse statt Klasse sind hier an der Tagesordnung. Eine Story ist da, nur vorkommt diese mehr zur Nebensache. Hauptsache Will Smith macht seinen Job und die Action und die Effekte machen den Rest. Der Film glänzt optisch in alle Richtung, aber die Glanzzeiten des bodenständigen Popcorn-Kinos waren hier vorbei.

Zugegeben, „i,Robot“ hat durchaus seine simple Sci-Fi-Message, die Regisseur Alex Proyas auch in den Film gepackt hat und das Ganze auch unterhaltsam in Szene gesetzt hat. Die Seele fehlt aber. Langweilen tut man sich hier sicher nicht, aber man hat auch nicht das Potenzial für einen tolle Sci-Fi-Film konsequent umgesetzt.

Persönliche Wertung: 5 von 10 Punkten

 

 

X-Men: Apocalypse

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Cover:© 20th Century Fox; Marvel Films

(Regie: Bryan Singer; USA 2016)

Wenn „X-Men : Apocalypse“ der Abschluss der neuen Trilogie gewesen sein sollte, dann gelang Regisseur Bryan Singer nicht unbedingt ein denkwürdiges Finale für diesen Abschnitt des X-Men-Universums. Aber das ist auch wieder nur Meckern auf hohem Niveau.

„X-Men: Apocalypse“ ist eine sehenswerter Alternative zum übergroßen Marvel-Universum von Disney. Singer versucht seinem alten Inszenierungstil der von ihm erschaffenen X-Men Werke treu zu bleiben. Das gelingt ihm auch zum großen Teil. Allerdings kann es sich der neueste X-Men-Teil auch nicht verkneifen, im Finale dann ein massives Action und Effektfeuerwerk abzubrennen. Groß verurteilen mag man dieses Finale dann aber auch nicht, denn der Film ist bis zum Finale relative ruhig erzählt und lässt nur hin und wieder ein bissichen Action zu. Ansonsten widmet sich Singer der Geschichte und seine Charakteren. Leider besteht hier das Problem, dass man sich mit den Charaktere etwas übernommen hat. Einige werden in ihrer Entwicklung weiter geführt, was sehr gut ist, aber andere hingegen werden neu eingeführt. Das sorgt dann natürlich auch bei knapp 140 Minuten Laufzeit für Probleme.

Handwerklich kann man sich über „X-Men: Apocalypse“ nicht beschweren. Die Effekte stimmen, Schnitt und Kamera gehen Hand in Hand und auch der Score von John Ottman bedient sich mehr am Orchester als an der elektornischen Musik.

Bryan Singer führt mit diesem Teil die Geschichte der X-Men sehr unterhaltsam fort. Auch wenn man nicht so wirklich mehr in der Lage ist, die letzten drei X-Men Filme so logisch in Verbindung mit den Vorgänger-Streifen zu bringen. An seinen Vorgänger reicht „X-Men: Apocalypse“ zwar nicht ran, aber schickes Blockbuster-Comickino ist er auf alle Fälle. Story, Action und Unterhaltung sind hier zu einem 2,5 stündigen Superhelden-Zirkus zusammen gefasst der Spaß macht.

Persönliche Wertung: 7 von 10 Punkte

The Toxic Avenger

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Cover:© Troma Films

(Regie: Michael Herz und Lyod Kaufman; USA 1984)

„The Toxic Avenger“ stellt wohl sowas wie den ultimativen Troma-Film dar. Hat man den gesehen, hat man alle gesehen. Jedenfalls verbindet dieser irrsinnige (Superhelden)-Trash alles, was die Troma-Schmiede je ausgemacht hat. Ekeleffekte vom Feinsten, dämliche Geschichten, talentfreie Schauspieler, Titten, Sex und jede Menge Wahnsinn und Abartigkeiten.

Steht man auf sowas, dann ist man hier genau richtig. Ein absolut belämmerter Außenseiter, der in einem Fitnessstudio arbeitet, wird von allen gemobbt. Eines Tages fällt er bei einer miesen Situation aus einem Fenster direkt in ein Fass mit Atommüll. Ab diesem Zeitpunkt mutiert er zu einem unbesiegbaren Superhelden und rächt sich an all der Ungereichtigkeit die ihm wiederfahren ist.

Es darf also ordentlich gesplatterd werden und das mit recht sauberen Effekten. Titten werden ausgepackt, es wird gebumst und sich selbstbefriedigt und das alles in rasanten 82 Minuten.

„The Toxic Avenger“ ist ein Superding aus der Trash-Schmiede!

Persönliche Wertung: 7,5 von 10 Punkten

 

Carol

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Cover:© DCM Film Distribution

(Regie: Todd Haynes; USA /GB 2015)

 

Ich muss gestehen, ich habe mir mit „Carol“ etwas schwer getan. Die Story hat durchaus ihren Reiz und die wird auch ganz gut erzählt und fängt die Stimmung der 50er Jahre sehr gut ein. Tatsächlich war mir dann aber die ganze Inszenierung zu kühl. Die Liebesgeschichte kann ihre Gefühle nicht wirklich entfalten, auch wenn die Sexszenen zwischen den zwei tollen Hauptdarstellerinen doch irgendwo intensiv war. Getragen wird der Film vor allem von seinen Bildern, der Musik und Cate Blanchett inkl. Rooney Mara. Zugegeben, wenn diesen beiden nicht so ein gutes Spiel an den Tag gelegt hätten, wäre der Streifen für mich eine ziemlich zähe Angelegenheit geworden. Spannend und richitg mitreißend war diese Tabugeschichte nicht, aber vielleicht lag das eben auch an dem schon genannten kühlen Inszenierungsstil.

„Carol“ ist tolles Schauspielkino und behandelt ein interessantes Thema, das in den 50er Jahren wahrlich ein Skandal war. Dennoch hat mir dann doch etwas gefehlt.

Persönliche Wertung: 6 von 10 Punkte

Manchmal komme sie wieder

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Cover: © Senator Film; Koch Media

(Regie:Tom McLoughlin; USA 1991)

Manchmal kommen sie wieder“ hätte ursprünglich eine Episode im Episodenfilm „Katzenaugen“ von 1985 sein sollen. Produzent Dino De Laurentiis hätte auch dieses Vorhaben in die Tat umsetzen sollen und nicht aus dieser Kurzgeschichte von Stephen King einen eigenständigen Film machen sollen .“Manchmal kommen sie wieder“ ist eine typische TV-Produktion der 90er (nur in Deutschland gab es eine Kinoauswertung). Kostengünstig und ohne jeglichen großen Schauwert produziert.

In der Geschichte steckt durchaus Potenzial, das aber für knapp 90 Minuten Film sicher zu wenig ist. Der Streifen ist an vielen Stellen künstlich in die Länge gezogen. Das macht auch größtenteils die Atmosphäre kaputt. Spannung baut sich sehr selten auf und auch der Horror macht sich nicht wirklich breit. Gruselig ist hier eigentlich nix. Die drei dämonischen Halbstarke sind eher nervig als erschreckend und wirken auch in keiner Minute bedrohlich. Ziemlich blutleer ist der Film noch dazu.

Als Kurzepisode in „Katzenaugen“ hätte man da eine richtig schöner Nummer daraus machen können. So bleibt erneut nur eine uninteressante King-Verfilmung übrig, die mit einer anderen Herangehensweise mehr Spaß gemacht hätte.

Persönliche Wertung: 4 von 10 Punkte

Labyrinth

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Cover: © Sony Pictures

(Regie: Jim Henson; USA / GB 1986)

Man könnte über „Labyrinth“ eigentlich genau das gleiche schreiben wie über „Der dunkle Kristall“. Die beiden Filme sind sich sehr ähnlich. Das mag natürlich auch daran liegen, das beide aus der Jim Henson – Schmiede sind und auch Henson wieder selber Regie geführt hat.

Trotzdem gibt es den Unterschied, dass hier auch reale Darsteller agieren und nicht nur ausschließlich Puppen. Mit David Bowie als fieser Koboldkönig und Jennifer Connelly in blutjungen Jahren als tapferes Mädchen, das ihren kleinen Bruder aus den Fängen des Königs befreien möchte, hat man wirklich zwei sehr sehenswerte Darsteller ins Boot geholt. Ansonsten freut man sich hier wieder über einen Haufen seltsamer Gestalten, die von den unterschiedlichsten Puppenspielern zum Leben erweckt wurden. Das Setdesign ist wieder typisch charmant und auch der Spaß, die Action und die Spannung kommen nicht zu kurz.

„Labyrinth“ ist erneut ein schönes Abenteuer aus der Henso-Schmiede. Viel Fantasie und Ideenreichtum tummeln sich in diesem Film.

Persönliche Wertung: 7 von 10 Punkten

Der dunkle Kristall

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Cover:© Sony Pictures

(Regie: Frank Oz and Jim Henson; USA/GB 1982)

Solche Filme wie „Der dunkle Kristall“ waren nur in den 80er Jahren möglich. Eine gradliniger Fantasyfilm, der ganz klar die Grenzen zwischen Gut und Böse zieht und dadurch so unfassbar magisch wirkt. Der ultimative Kracher ist dieser Film von Frank Oz und Jim Henson sicher nicht, aber er hat eben diesen tollen Charme, den diese „Kinderfilme“ dieser Zeit hatten. Von Kinderfilm kann man hier zwar nur wage sprechen, den in Sachen Düsternis und unheimlicher Stimmung mag der Streifen sicher nicht für jedes Kind geeignet sein. Jeder Erwachsene kann sich aber wunderbar in diesem fantasiereichen Setting verlieren. Die Puppenanimationen sind toll und lassen dieses Handwerk der Filmkunst wehmütig vermissen.

„Der dunkle Kristall“ ist kurzweilig, solide spannend und auch einfach in seiner Erzählung. Das reicht aber auch für diese Art von Fantasyfilm.

Persönliche Wertung: 7 von 10 Punkte

Brazil

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Cover: © 20th Century Fox

(Regie: Terry Gilliam; GB 1985)

 

Terry Gilliam hat mit seinem Film „Brazil“ ein absolut ausgezeichnetes Stück Film geschaffen. Zugegeben, der Film ist in vielerlei Hinsicht sperrig Inszeniert und auch ziemlich anstregend, aber die Anstrengung hier am Ball zu bleiben lohnt sich.

Zum einen ist „Brazil“ schon mal ein echt stark gespielter Film. Alle Darsteller spielen durch die Bank weg einfach toll. Jonathan Pryce, Robert De Niro oder Katherine Helmond sind einfach großartig. Auch vom Setting her zeigt der Film ganz große Stärke und zieht den Zuschauer förmlich in eine abgedrehte andere Welt.

Was dann „Brazil“ letztlich aber groß macht, ist die Geschichte und die unfassbar bizarre, wahnsinnige Darstellung des Ganzen, was durch den unglaublichen schwarzen Humor nochmals dick unterstrichen wird. Hier herrscht kalte Bürokratie, der Überwachungsstaat ist präsent und Oberflächlichkeit und schlechte Versorgung regieren den Alltag. Dass sich die Hauptfigur des Films (gespielt von Jonathan Pryce) in Tagträume rettet um dieser tristen Realität zu entfliehen ist ganz klar.

Regisseur Terry Gilliam nimmt sich dem Thema Überwachungsstaat und Bürokratie auf seine ganz persönliche Art und Weise an. 142 Minuten befindet man sich auf einem Trip, der eben nicht so einfach zu schauen ist, aber mit der passenden Konzentration richtig tolles Kino ist.

Persönliche Wertung: 8,5 von 10 Punkten