Feyre hat ihren Seelengefährten gefunden. Doch es ist nicht Tamlin, sondern Rhys, der Highlord des Reiches der Nacht. Trotzdem kehrt sie an den Frühlingshof zurück, um mehr über Tamlins Pläne herauszufinden. Dieser hat sich auf einen gefährlichen Handel mit dem König von Hybern eingelassen, und der will nur eines – Krieg.
Feyre lässt sich damit auf ein gefährliches Doppelspiel ein, denn niemand darf von ihrer Verbindung zu Rhys erfahren. Eine Unachtsamkeit würde den sicheren Untergang nicht nur für Feyre, sondern für ganz Prythian bedeuten. Doch wie lange kann sie ihre Absichten geheim halten, wenn es Wesen gibt, die mühelos in Feyres Gedanken eindringen können?
Sterne und Schwerter von der amerikanischen Schriftstellerin Sarah J. Maas ist Band 3 der Das Reich der sieben Höfe-Reihe (Band 1: Dornen und Rosen; Band 2: Flammen und Finsternis; Nachtrag: Frost und Mondlicht). Die Handlung ist von Beginn an durchweg spannend und setzt gleich nach den Ereignissen des Vorgängers ein: Feyre ist an den Frühlingshof zurückgekehrt, der sich mit dem König von Hybern verbündet hat. Dort tut sie im Stillen alles – lügen, täuschen, Ränke schmieden –, um die Soldaten und die übrigen Untertanen gegen Tamlin und Hybern aufzubringen. Was den Leser auf den 750 Seiten des Buches bzw. den 530 Tracks des Hörbuches erwartet, ist Nonstop-Spannung pur: Nesta und Elain müssen sich an ihre neue Identität gewöhnen – was beiden alles andere als leicht fällt. Nesta begegnet ihrem Fae-Dasein mit Wut und Aggressivität; Elain gleitet in Depressionen ab; beide können und wollen über weite Strecken nicht akzeptieren, was ihnen angetan wurde.
Ihre neue Fae-Familie begegnet ihnen in dieser Situation mit ausgesprochen viel Nachsicht und Mitgefühl. Und ich muss sagen: Schon lange habe ich kein Buch bzw. keine Serie mehr gelesen, in dem bzw. in der mir nicht nur die Protagonistin bzw. der Protagonist sympathisch war, sondern auch noch weitere (alle weiteren) Figuren. Das ist in der Das Reich der sieben Höfe-Reihe vollkommen anders. Hier hängt mein Leserinnen-/Hörerinnen-Herz an jedem einzelnen Mitglied von Feyres Fae-Familie. Ich habe mit jedem bzw. jeder mitgefiebert, habe gehofft, dass keine(r) von ihnen verletzt, entführt oder gar getötet wird. Und streckenweise musste ich das Hörbuch sogar zur Seite legen, da ich stellvertretend Angst vor dem hatte, was Feyre, Rhys und ihren inneren Kreis erwartete.
Feyre ist nicht länger die hilflose Menschen-Frau aus Band 1 oder die traumatisierte Fae aus Band 2. Sie ist nun die Highlady des Reiches der Nacht und auch bereit, alles zu tun, um ihre Untertanen und vor allem ihre Freunde zu schützen. Zunehmend trainiert sie ihre neuen Fähigkeiten, um diese im Kampf gegen Hybern einsetzen zu können. Dabei fällt sehr positiv auf, dass diese Fähigkeiten Feyre nicht einfach zufallen und sie diese sofort problemlos einsetzen kann, wie dies in viel zu vielen Fantasyromanen der Fall ist. Nein, Feyre muss hart trainieren, muss Blut, Schweiß und Tränen vergießen, Verletzungen in Kauf nehmen, ihre Psyche schulen, um die alten und neuen Fähigkeiten zu entdecken, zu entfalten und einzusetzen. Dass ihr dies gelingen wird, steht außer Frage, aber die Autorin lässt unsere Heldin hart dafür arbeiten – und diese ist zusätzlich das eine oder andere Mal auch auf die Unterstützung ihrer Freunde oder ihrer Verbündeten angewiesen. Doch nicht nur um ihre kämpferischen Fähigkeiten muss sie sich kümmern.
Sie muss auch lernen, die Herrin eines Reiches zu sein und dieses gemeinsam mit Rhys zu regieren. An diesem Punkt gefällt mir die Beziehung zwischen Rhys und Feyre ausnehmend gut. Feyre ist keine von diesen vorlauten Heldinnen, die gleich die Zügel in die Hand nehmen. Ihre Beziehung zu Rhys (und auch zu den anderen) ist von einem großen Respekt und einer tiefen Zuneigung geprägt. Sie zögert zwar nicht, ihre Meinung und ihre Vorschläge kundzutun oder ihre Kräfte einzusetzen, wenn die Situation dies erfordert, aber sie würde nie etwas tun, das Rhys verletzen und seine Autorität untergraben könnte; Kritik an ihm und seinen Entscheidungen äußert sie lediglich in einem privaten Rahmen. Obwohl dieser sie durchaus einlädt, dies auch offen zu tun.
Rhysand ist weiterhin der strahlende Held der Geschichte (und ich liebe ihn dafür). Er hat ja, wie wir in Band 2 erfahren haben, 50 Jahre am Hof von Amarantha gelebt – hat dort gelitten, getäuscht und gekämpft – und alles getan, um das Überleben seines Volkes zu gewährleisten. An dieser Bereitschaft ändert sich an in Sterne und Schwerter nichts. Auch im Kampf gegen Hybern treibt ihn seine große Liebe zu seiner Fae-Familie und zu seinem Volk an – und seine Vision von Frieden und Freiheit, die nun in Gefahr gerät. Hier ist er zweifellos an der einen oder anderen Stelle etwas zu perfekt geraten, zu strahlend und mächtig, seine wiederholte Opferbereitschaft ist etwas zu ausgeprägt, aber da das Ganze ein gutes Ende nimmt, nehme ich dies Maas nur am Rande übel.
Seine Freunde ahnen davon bzw. sind sich dessen bewusst und sind jetzt nicht länger bereit, sein Opfer anzunehmen. Sie wissen, dass Rhys sein Leben dafür geben würde, sie zu schützen – und machen ihm nun deutlich, dass das für sie ebenso gilt. Ob das nun Cassian ist, Rhys‘ oberster General, der eine Schwäche für Feyres angriffslustige Schwester Nesta hat; Azriel, der Chef des Geheimdienstes; Morgan, Rhys‘ Cousine und seine Gesandte am Hof der Albträume, die ihren Vater (den dortigen Truchsess und Herrn über ein mächtiges Heer) zutiefst hasst und in diesem Buch mit ihrem größten Lebensgeheimnis herausrückt, was Maas m. E. völlig missglückt ist; Amren, die zwar aussieht wie eine Fae-Frau, aber in Wirklichkeit ein 15 000 Jahre altes mächtiges Wesen aus einer anderen Dimension ist …
In Rhysands Reich ist Platz für die Ausgestoßenen und Verletzten. Das kann man an seinem inneren Kreis sehen, aber z. B. auch an der großen Bibliothek des Reiches, in der Priesterinnen zu Hause sind, die Missbrauch und Misshandlung erlitten haben. Und an seiner Bereitschaft, Flüchtlinge anderer Reiche bzw. Menschen aufzunehmen, die vor Hybern flüchten.
Die Autorin fährt auch in diesem dritten Band weiter mit dem Worldbuilding fort: Sie beschreibt sehr anschaulich eine riesige, tief in den Berg hineingetriebene Bibliothek in Rhysands Reich, auf deren Grund ein mächtiges Wesen lebt, und schmückt diese gleich mit einer Historie und amüsanten Geschichten. Darüber hinaus entführt sie uns auch in das eine oder andere Fae-Reich in Prythian, erschafft die unterschiedlichsten High-Fae mit andersartigem Aussehen, individuellen Fähigkeiten und Charakterzügen, führt neue Wesen ein oder lässt alte Bekannte wieder vorbeischauen, beschreibt neue Landschaften … Alles in allem gelingt es ihr sehr gut, Prythian und seine vielfältigen Bewohner zum Leben zu erwecken. So sehr, dass ich am Ende des wieder einmal sehr langen Hörbuches das Bedürfnis verspürte, noch mehr über das Schicksal und die Zukunft des Landes zu erfahren.
Zum Hörbuch
Das Hörbuch zu Sterne und Schwerter wird von der Hamburger Synchronsprecherin und Schauspielerin Ann Vielhaben gelesen. Weiterhin bin ich kein großer Fan ihrer teilsweise etwas näselnd wirkenden Stimme, da ich jedoch alle drei Bände der Reihe hintereinander gehört hatte, war ich nicht gezwungen, mich neu daran zu gewöhnen. Vielhaben hat einige sprachliche Eigenheiten, die es mir so manches Mal schwermachten, ihr zu lauschen. Sie haucht beispielsweise das Ende vieler Sätze gewissermaßen heraus, spricht irgendwie „atemlos“, was hin und wieder überhaupt nicht zum Kontext passt. Auch betont sie viele Sätze – gerade in deskriptiven Passagen – auf eine Weise, die dem Kontext nicht angemessen ist.
Ein Kapitel dieses Hörbuches wird aus Sicht von Rhysand geschildert, dem Highlord des Reiches der Nacht. Diese Passagen werden von Simon Jäger (z. B. die Synchronstimme von Matt Damon, Luke Wilson und Heath Ledger) gelesen, der bereits mehrfach als Sprecher ausgezeichnet wurde und den ich sehr schätze. Er macht seinen Job auch hier wieder sehr gut, wenn er auch nicht viel Raum hat, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Mein Fazit: Sarah J. Maas hat mich auch dieses Mal wieder von Beginn an in die Handlung hineingezogen. Ich habe mit Feyre, Rhys und den anderen mitgelitten und mitgefiebert und konnte das Buch nicht aus der Hand legen, aus Angst, etwas zu verpassen. Oder habe es aus der Hand gelegt, weil ich mich vor dem fürchtete, was unseren Helden, die mir allesamt ans Herz gewachsen waren, zustoßen würde. Für mich ist diese Trilogie ein absolutes Must Read für alle Fantasy-Fans!
Autor: Sarah J. Maas
Buchtitel: Sterne und Schwerter (ungekürzte Lesung)
Serie: Das Reich der sieben Höfe, Band 3
Sprecher: Ann Vielhaben, Simon Jäger
Verlag: Der Audio Verlag
ISBN: 978-3-7424-0384-1
Dauer: 24 h 45 min
Erscheinungsdatum: 29. März 2018
Genre: Fantasy, Liebesroman, Romantic Fantasy
Feyre hat überlebt. Sie hat Amarantha, die grausame Fae-Königin, besiegt und ist mit Tamlin an den Frühlingshof zurückgekehrt.
Die junge Feyre lebt mit ihrem verarmten Vater und ihren beiden Schwestern in der Nähe einer großen Mauer, die seit dem Ende eines Krieges zwischen Fae und Menschen die beiden Welten voneinander trennt. Als die Jägerin Feyre einen Wolf tötet, erscheint eine wilde Kreatur und fordert Wiedergutmachung.
Ash, der Winterprinz, hat für seine Liebe zu Meghan bereits alles riskiert. Seine eigene Mutter, die eisige Königin Mab, hat sich von ihm abgewendet, er wurde aus Nimmernie verstoßen. Eigentlich müssten nun endlich bessere Zeiten anbrechen, denn die Eisernen Feen sind geschlagen und Meghan wurde zur rechtmäßigen Königin ihres Reiches gekrönt – eines Reiches, in dem Ash aber nur dann überleben kann, wenn er das Einzige, das ihm von Mabs Erbe noch geblieben ist, preisgibt: seine Unsterblichkeit. Damit er überleben kann, verstößt ihn Meghan aus ihrem Reich und entbindet ihn so von seinem Eid. Doch Ash ist nicht bereit aufzugeben. Gemeinsam mit seinem Rivalen und ehemals besten Freund Puck begibt er sich auf eine gefährliche Reise ans Ende der Welt, um dort nach schweren Prüfungen das zu erlangen, was ihm das Überleben im Eisernen Reich ermöglichen würde: eine Seele und damit seine Menschlichkeit …
Am Vorabend ihres siebzehnten Geburtstags findet sich Meghan als Wanderin zwischen den Welten wieder: Sie und Ash, der Winterprinz, wurden wegen ihrer verbotenen Liebe von Sommerkönig Oberon und Winterkönigin Mab aus Nimmernie verbannt. Nun sind sie auf der Flucht. Auch die Eisernen Feen, denen Meghan im letzten großen Kampf empfindlichen Schaden zugefügt hat, sinnen auf Rache und machen vor der Welt der Sterblichen und Meghans Familie nicht halt. Es gibt keinen Ort mehr, an dem Meghan sicher ist. Doch diesmal ist sie nicht allein: Ash weicht nicht von ihrer Seite, seine Liebe zu ihr ist ihm längst wichtiger als das Wohlwollen seiner Mutter Mab.
Meghan, die halb menschliche Tochter des Sommerkönigs Oberon, hat es geschafft: Mit der Unterstützung von Prinz Ash ist es ihr gelungen, den Eisernen König Machina zu besiegen und ihren kleinen Bruder Ethan zu befreien. Doch nun muss sie ihr Versprechen einlösen und Prinz Ash zum Hof seiner Mutter folgen, der Winterkönigin Mab: Tir Na Nog.