Sonntag 22.03.2026

Die stille Weite der Elbe

Wenn ich an der Elbe bin, vermisse ich das Meer nicht.

Freilich ist ein Fluss kein Meer, ein Fluss ist auch kein See, obwohl er manchmal so wirkt, wenn sein Fließen ruhig und gemächlich ist. Wie in diesen Tagen, an denen kein nennenswerter Wind weht und hier sowieso nur sehr selten ein Schiff fährt.

Als ich noch im Südschwarzwald lebte, fuhr ich öfters ins Tal, um am Rhein spazieren zu gehen. Aber der Rhein ist leider laut, umso lauter je näher ich seiner Mündung komme – Freundinnen und Freunde wohnen am sogenannten Mittelrhein – wo ein Frachtschiff nach dem anderen stromaufwärts und stromabwärts fährt, ganz zu schweigen von den vielen Zügen, die durch das Mittelrheintal brausen.

Hier aber, im wendländischen Elbeland, kann ich schlendern, den vielen unterschiedlichen Vögeln lauschen, den Schritten anderer Spaziergänger=innen, dem Rascheln des jetzt noch alten, trockenen Schilfgrases. Hier kann ich Gedanken die Elbe hinunterschicken, auf dass sie sich in der Tiefe des Meeres auflösen können.

Ich wünsche auch euch einen Ort, an dem ihr entspannen könnt, in dem die Stille dem Lärm der Welt noch einen winzigen Raum abgetrotzt hat.

Auf einen entspannten und friedlichen ersten Frühlingssonntag!

Sonntagsbild 11.01.2026

Still und starr liegt der See …

Nicht an Weihnachten lag er still und starr, aber Anfang Januar. Um genau zu sein am 06.01. als ich notfallmäßig zu meiner Zahnärztin am See musste – mein Provisorium war locker geworden. Neuer Kleber, Provisorium wieder rein und gut war’s. Aber dieser Blick … Ich sagte es hier und dort ja schon, an einem See würde ich sehr gerne wohnen. Ich liebe die Stille der Seen, ihre Unaufgeregtheiten, ihre Tiefe, ihre Weite, ihre Vögel.

Schon Mitte der Woche muss ich in den Schwarzwald fahren, ich hoffe auf freie Bahn. Aber wer weiß das schon in dieser Zeit, in diesem Land, wo immer weniger zu funktionieren scheint.

Viel lieber aber würde ich noch eine Weile die Stille des Winters genießen, die Innenreise, die kleinen Gänge über knirschenden Schnee, die gemütlichen Stunden mit Buch oder Film, manchmal auch mit dem Schreibheft, die Stunden in der Küche, wo ich schnibbel und köchel und einfach für alles Zeit und Muße da ist.

Mir scheint der Welt ist die Stille abhanden gekommen. Der Winter kennt keine Eile. Der Winter ist die Zeit der kleinen, vorsichtigen Schritte, der langen Blicke über das Weiß der Leere, des Naschens von den Sommer- und Herbsternten. In unserer Zeit, in unserer Welt aber muss weiterhin rumgehetzt, Ängste geschürt und Kriege entfacht werden.

Euch wünsche ich trotzallem einen friedlichen Sonntag, ob in der warmen Stube oder unterwegs.

‚Bleibt Mensch‘ – Margot Friedländer

Sonntagsbilder 02.11.2025

Sonnige Tage im Oktober

Obwohl es nicht so viele Sonnentage im Oktober gab, hatten wir das Glück am 18. Oktober, am Geburtstag meines Sohnes, dass der Tag strahlend und nahezu windstill gewesen ist. Wir machten einen Ausflug an die Ostsee und wanderten viele Stunden, zunächst unten am Wasser entlang, dann auf einem Weg, der oberhalb der Steilküste  verlief.

Solche Tage sind Gold und füllen die Erinnerungsschachtel mit schönen Momenten.

Euch wünsche ich einen entspannten Sonntag mit kleinen und größeren Freuden am Wegesrand.

Frühjahrs- und Sommerzeit

Die erste Blüte der Jakobsleiter wird in jedem Jahr gewürdigt

Und dann tut sich doch pötzlich ein kleines Zeitfenster auf und ich finde die Muße ein wenig zu schreiben, um mein Café nicht vollkommen leer stehen zu lassen. Die Stühle lasse ich vorsorglich im Schankraum stehen. Bei diesem Wind und der Kälte, die weder eisheilig, noch schafskältig sind, mag eh niemand dort draußen sitzen. Aber einen Kakao mit Sahnehäubchen weiß ich noch anzubieten.

(Kleine Metapher aus längst vergangenen Zeiten für meine treuen Leser=innen, die sich vielleicht noch an diese erinnern.)

Was ich am Anfang des Frühlings erahnte, das hat sich nun bewahrheitet, bei all meinem vielen Hin und Her und Her und Hin habe ich keine Zeit für Bloghausen. Manchmal luge ich bei der Einen oder dem Anderen hinein, hinterlasse mein Sternchen und bin auch schon wieder weg. Nicht, dass ich nichts zu sagen hätte, aber eben, die Zeit.

Viereinhalb Wochen hatte ich jetzt ein Heimspiel. Da hätte ich doch gut einmal Zeit finden können, sagst du, aber habe ich nicht.

Wir haben unsere Wohnküche renoviert, das allein hat schon eine Woche Zeit gekostet. Das ist so, wenn mensch in einem alten Fachwerkhaus wohnt, mit Balken unter der Decke und an den Wänden, mit Ecken, Kanten und Winkeln und sehr schludriger Arbeit der Vorgänger=innen. Und wie immer hat sich bewahrheitet: abkleben dauert länger als streichen und alten Murks wegmachen lässt die geplante Zeit von vier Tagen zu sieben anwachsen. Aber nun ist sie schön, die Wohnküche. Das war sie nämlich vorher nicht, nur gemütlich. Ich aber mag schön UND gemütlich.

Und es gibt den Garten, der im Mai so richtig Wachstumsfreude zeigt. Alles will gen Himmel, alles Geliebte und alles andere auch, das ich lieber in wilden Wiesen wachsen sehe als in meinen Beeten. Auch den Garten mag ich in schön, bei allem Halbformalen.

Freundinnen, die Geburtstag haben oder die einfach nur besuchen oder besucht werden wollen gibt es auch und natürlich die Tochterfamilie. Und dann braucht es ja auch immer mal wieder die Zeit zum verschnaufen, die Stunden und Tage des Nichts, des Ich-mache-heute-nur-was-mir-gefällt. Letzteres kommt eh in diesem Jahr viel zu kurz.

Die Zeit füllt sich von ganz alleine mit allem was getan werden muss und will und dem, was ich meine lesen zu müssen, um nicht ganz deppert den gesellschaftlichen Entwicklungen gegenüber zu stehen, auch wenn mir meine Haare immer öfter zu Berge stehen, ob so viel menschenverachtender Politik und Perspektivlosigkeit.

In der Überschrift heißt es Frühlings- und Sommerzeit, noch ist Frühling, ein sehr trockener, ein viel zu trockener, aber dennoch wieder ein sehr schöner mit all seinen bunten Blüten. Durch die Kälte, die einfach nicht weichen will, halten sich die Blüten viel länger als in den letzten Jahren mit viel Wärme. Gerade erst ist die letzte Anemonenblüte verblüht.

Nun bleibt mir noch eine Woche und dann fahre ich wieder los. Erst nach Berlin, dann in den Schwarzwald, wo ich zwei Monate bleiben werde und dann geht es wie jedes Jahr nach Lothringen. So ist dieser kleine Beitrag auch ein Bye-for-now. Wenn alles gut geht, lesen wir uns irgendwann im August wieder.

Bis dahin gehabt euch wohl, passt auf euch auf und bleibt mir gewogen.

Sonntagsbilder 12.04.2025

Aprilimpressionen aus dem Land an der Elbe

Da dürfen die Erpel nicht fehlen,

auch nicht die Graugänse,

nicht die Wachstumsfreude der Weiden: wie aus einem toten Baum ein lebendiger wird.

Eine Hummel, die nicht stillstehen mag, so hungrig war sie.

Aus meiner neuen Reihe: ‚Eingewachsene Häuser‘

Und zum Schluss der Wermutstropfen – das viel zu trockene Land

Ich wünsche euch einen erholsamen und fröhlichen Sonntag. Trotz allem!