Die erste Blüte der Jakobsleiter wird in jedem Jahr gewürdigt

Und dann tut sich doch pötzlich ein kleines Zeitfenster auf und ich finde die Muße ein wenig zu schreiben, um mein Café nicht vollkommen leer stehen zu lassen. Die Stühle lasse ich vorsorglich im Schankraum stehen. Bei diesem Wind und der Kälte, die weder eisheilig, noch schafskältig sind, mag eh niemand dort draußen sitzen. Aber einen Kakao mit Sahnehäubchen weiß ich noch anzubieten.
(Kleine Metapher aus längst vergangenen Zeiten für meine treuen Leser=innen, die sich vielleicht noch an diese erinnern.)
Was ich am Anfang des Frühlings erahnte, das hat sich nun bewahrheitet, bei all meinem vielen Hin und Her und Her und Hin habe ich keine Zeit für Bloghausen. Manchmal luge ich bei der Einen oder dem Anderen hinein, hinterlasse mein Sternchen und bin auch schon wieder weg. Nicht, dass ich nichts zu sagen hätte, aber eben, die Zeit.
Viereinhalb Wochen hatte ich jetzt ein Heimspiel. Da hätte ich doch gut einmal Zeit finden können, sagst du, aber habe ich nicht.
Wir haben unsere Wohnküche renoviert, das allein hat schon eine Woche Zeit gekostet. Das ist so, wenn mensch in einem alten Fachwerkhaus wohnt, mit Balken unter der Decke und an den Wänden, mit Ecken, Kanten und Winkeln und sehr schludriger Arbeit der Vorgänger=innen. Und wie immer hat sich bewahrheitet: abkleben dauert länger als streichen und alten Murks wegmachen lässt die geplante Zeit von vier Tagen zu sieben anwachsen. Aber nun ist sie schön, die Wohnküche. Das war sie nämlich vorher nicht, nur gemütlich. Ich aber mag schön UND gemütlich.
Und es gibt den Garten, der im Mai so richtig Wachstumsfreude zeigt. Alles will gen Himmel, alles Geliebte und alles andere auch, das ich lieber in wilden Wiesen wachsen sehe als in meinen Beeten. Auch den Garten mag ich in schön, bei allem Halbformalen.
Freundinnen, die Geburtstag haben oder die einfach nur besuchen oder besucht werden wollen gibt es auch und natürlich die Tochterfamilie. Und dann braucht es ja auch immer mal wieder die Zeit zum verschnaufen, die Stunden und Tage des Nichts, des Ich-mache-heute-nur-was-mir-gefällt. Letzteres kommt eh in diesem Jahr viel zu kurz.
Die Zeit füllt sich von ganz alleine mit allem was getan werden muss und will und dem, was ich meine lesen zu müssen, um nicht ganz deppert den gesellschaftlichen Entwicklungen gegenüber zu stehen, auch wenn mir meine Haare immer öfter zu Berge stehen, ob so viel menschenverachtender Politik und Perspektivlosigkeit.
In der Überschrift heißt es Frühlings- und Sommerzeit, noch ist Frühling, ein sehr trockener, ein viel zu trockener, aber dennoch wieder ein sehr schöner mit all seinen bunten Blüten. Durch die Kälte, die einfach nicht weichen will, halten sich die Blüten viel länger als in den letzten Jahren mit viel Wärme. Gerade erst ist die letzte Anemonenblüte verblüht.

Nun bleibt mir noch eine Woche und dann fahre ich wieder los. Erst nach Berlin, dann in den Schwarzwald, wo ich zwei Monate bleiben werde und dann geht es wie jedes Jahr nach Lothringen. So ist dieser kleine Beitrag auch ein Bye-for-now. Wenn alles gut geht, lesen wir uns irgendwann im August wieder.
Bis dahin gehabt euch wohl, passt auf euch auf und bleibt mir gewogen.
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