augustlese

Enne KoensVon hier aus kann man die ganze Welt sehen Etwas lan­gat­mige Kinderi­den­titäts­find­ungs­geschichte, die etwas mehr Witz ver­tra­gen hätte kön­nen und deren Ende für den Leser doch etwas unbe­friedi­gend offen ist. Aber die Erwach­se­nen­welt und die Schwierigkeit von Kindern, sie zu ver­ste­hen, wer­den doch tre­f­fend beschrieben. Die Über­set­zung überzeugt.

Tim Fröh­lich Der Kom­mis­sar in Wan­der­schuhen Die Geschichte weckt am Anfang Erwartun­gen an einen schmis­si­gen Lokalwan­derkri­mi, der lei­der ab der Mitte des Buch­es nichts mehr gerecht wird. Zuvor aufge­baute Fig­uren wer­den ein­fach fall­en gelassen, der Täter wartet mit einem halt irrsin­ni­gen Motiv auf. Da war mehr drin.

Zeno Diegel­mannRhön­blut Der Schinken nimmt einige Fäh­den aus dem ersten Teil wieder auf, ist nicht immer schlüs­sig, aber flott geschrieben und führt in einen Cliffhang­er, der ver­an­schaulicht, dass alle drei Teile der Serie zusam­men­hän­gen. Gar nicht mal ungeschickt.

Zeno Diegel­mannFin­ster­hain Dur­chaus span­nend, etwas Lokalkolorit, die Dialoge sind etwas mau, der Schreib­stil aber gut, und die Titelfig­ur sym­pa­thisch, wenn auch nicht ganz logisch agierend. Aber nein, für einen Lokalkri­mi gibt es nichts zu meck­ern.

Zeno Diegel­mannKaltengrund Am Ende des Dre­it­eil­ers wird mit der Geschichte dann auch jegliche Logik beerdigt, Span­nung kommt nicht mehr auf. Ein in der Geschichte pass­ables Ende, das man schnell ver­gisst.

Lars EngelsTotes Moor Der Roman­held taugt lei­der nicht in diesem doch sehr gewoll­ten Lokalkri­mi, dem Lokalkolorit etwas hil­ft, auch wenn man nicht das Gefühl bekommt, mit authen­tis­chen Men­schen aus der Rhön zu tun zu haben. Die Geschichte macht dann zum Schluss zu viele Pirou­et­ten, um noch irgend­wie span­nend zu sein, und zaubert einen Täter her­vor, der halt max­i­mal bek­loppt ist. Schade, denn zumin­d­est das Tem­po der Geschichte stimmte soweit.

Lars EngelsGlut­moor Das Lokalkolorit, das den ersten Teil noch über Wass­er hält, hil­ft hier nicht mehr. Dümm­liche Polizis­ten tre­f­fen auf dümm­liche Krim­inelle, die einen an der Klatsche haben. Lei­der ver­fügt der Autor nicht über eine Sprache, die der Geschichte helfen kön­nte. Da wird die Posi­tion der Helden bestätigt, als ob es das brauchte. Auch, was die Ter­mi­ni der Sätze ange­ht, gibt es lei­der Patzer. Und dann Sätze von Krim­inellen wie “Ich war’s nicht”, die mit “Wer denn dann?” gekon­tert wer­den. Man sehnt man das Ende irgend­wann nur noch her­bei.

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junilese

Pierre M. KrauseHier kann man gut sitzen Wie Mar­cel Reich-Ran­ic­ki sagen würde: Ich habe sehr gelacht und ich lache nie unter meinem Niveau. Obwohl das Büch­lein schon 13 Jahre alt ist, hat es nichts von sein­er Aktu­al­ität, was prov­inzielle Spießigkeit ange­ht, ver­loren. Unge­mein tre­f­fend, Zitat hin­ter obigem Link.

Bertrand San­ti­ni — Der Yark Zäh­mung eines kinder­fressenden Ogers, bei dem die Knochen knack­en und Augen gelutscht wer­den wie Karamell­bon­bons. Nimmt man dieses mal in Kauf kann man eine sprach­lich mitreißende Geschichte erleben. Töcht­ing berichtet mir von einem Alb­traum, wollte die Geschichte aber unbe­d­ingt zu Ende vorge­le­sen haben.

Bertrand San­ti­ni — Mrs Pook und die Kinder des Mon­des Mod­erne Gou­ver­nante ent­führt Kinder auf dem Mond, denen von Erwach­se­nen Unheil dro­ht, oder doch nicht? Eben­falls sprach­lich kolos­sale Geschichte mit einem Tatsch Hor­ror.

Bertrand San­ti­ni — Hugo und die Dämo­nen der Nacht Da in Mrs Pook und die Kinder des Mon­des hieirauf ver­wiesen wird, habe ich diesen Roman auch noch schnell gele­sen. Die Geschichte ist eben­so schön kom­pakt wie die anderen, vielle­icht etwas weniger gruselig als die anderen, wobei das Kinder­fresserthe­ma in den Büch­ern San­ti­nis wohl ein­fach dazuge­hört. Dieses Mal geht es neben Geis­ter­we­sen auch um Zom­bies.

Thomas Per­ry — Der Tag der Katze ErstZweitling des Fre­un­des und bevorzugten Schrift­stellers Eric Idles. Wen­dungsre­ich­er Kri­mi, der nicht lang­weilig wird, aber ander­er­seits eher dahin­plätschert.

Lewis Car­roll — Alice im Wun­der­land Ein dem Nach­wuchs vorge­le­sen­er Klas­sik­er, der mich gewollt irri­tiert, aber halt auch nicht irgend­wie befriedigt hin­ter­lässt.

Wern­er Heukamp — Ein biss­chen mehr Kle­mens Katholis­che Lokallek­türe zu einem früheren Geistlichen mein­er Heimat­stadt. Inter­es­sant.

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vorsommerlese

In let­zter Zeit habe ich wenig gele­sen, zu zeitraubend war das All­t­ags­geschäft.

Markus PfeiferSpring­weg bren­nt
Eine sehr schöne, kleine Geschichte, die sicher­lich biografisch ange­haucht ist, über Haus­be­set­zun­gen in den Nieder­lan­den. Man erfährt einiges über eine aufre­gende Zeit und die Zeitgenossen des Erzäh­lers, wenn auch die Charak­ter­isierun­gen nicht son­der­lich aus­führlich sind.

Kai Mag­nus StingTod unter Gurken
Nach­dem ich in eines der Hör­büch­er mit Jochen Malmsheimer reinge­hört hat­te, las ich dieses Buch mit diversen Kurzgeschicht­en um einen Rent­nerde­tek­tiv und seine zwei Kumpel mit Malmsheimers Stimme im Hin­terkopf. Ide­al für zwis­chen­durch, bei mir auf dem Handy in Kassen­schlangen oder beim Warten im Auto, wenn auch keine ern­sthafte Span­nung aufkommt.

Claire Kee­gan — Das dritte Licht
Claire Kee­gan — Reich­lich spät

Sehr kurz gehal­tene Romane, die Satz für Satz begeis­tern.

Thomas Hard­ing — Hanns und Rudolf
Gegenüber­stel­lende Geschichts­darstel­lung des Leit­ers des Konzen­tra­tionslagers Auschwitz und dem Mann, der ihn auf­spürte. Weckt größere Hoff­nun­gen an die Geschichte, die dann über­zo­gen sind, ist aber immer noch sehr inter­es­sant.

Nor­bert Ort­gies — Päd­a­goge mit Prinzip­i­en — Rek­tor Ströh­mer und die Nazis
Nor­bert Ort­gies — Zwis­chen Bolschewis­mus und Berg­predigt: Lud­wig Bit­ter
Gele­sen zur Aufar­beitung der Orts­geschichte, ein paar Unge­nauigkeit­en, aber toll, dass es solche Büch­er gibt.

Bernd Ham­mer­schmidt — Erich Gut­mann
Eben­falls ein Beitrag zur Lokalgeschichte, der sich­er wertvoll, aber auch etwas dünn ist.

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winterlese

Michel Eltchani­noff — In Putins Kopf  Der  franzö­sis­che Philosoph demask­iert die geisti­gen Grund­la­gen Putins als plat­te Sehrn­sucht nach alter Größe und Bedeu­tung Rus­s­lands.

Olaf Kühl — Z: Kurze Geschichte Rus­s­lands, von seinem Ende her gese­hen Klare Analyse der Entwick­lung Rus­s­lands zu seinem heuti­gen, run­tergekomme­nen Sta­tus.

Klaus Offen­berg — Der Stom­ab­nehmer Für’s Lokalblog gele­sen.

Friedrich Schön­hoff — Tod in der Lehmkuh­le Lokalkri­mi aus dem Teck­len­burg­er Land, rel­a­tiv gut, aber wohl nur für Locals inter­es­sant.

Mar­tin Amis — Inter­es­sen­ge­bi­et Wenn man von Lit­er­atur über KZ etwas Ver­stören­des erwartet, ist man bei diesem Buch auch irgend­wie richtig. Die Liebesgeschichte unter Tätern ohne pos­tive Iden­ti­fika­tion­s­möglichkeit­en wirkt irgend­wie nur gestört.

Natasha Lance Rogoff — Mup­pets in Moskau Inter­es­sante Geschichte, wie die Mup­pets nach Moskau exportiert wur­den und akkli­ma­tisiert wer­den mussten — und wie der plöt­zliche, unnatür­liche Tod von Men­schen zum rus­sis­chen All­t­ag gehört.

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winterlese

Jür­gen Beck­er — Die Zukun­ft war auch schon mal bess­er In düsteren Zeit­en liest man Beck­er gerne, auch wenn der Hau­draufhu­mor einen nicht immer über­rascht.
Jakob Mar­tin Strid — Die unglaubliche Geschichte von der Riesen­birne Unter­halt­same und schön bebilderte Katas­tro­phengeschichte, der lei­der etwas Witz fehlt, um sie zu einem Klas­sik­er zu machen.
Otfried Preußler — Der Räu­ber Hotzen­plotz und die Mon­drakete Neu als Buch zusam­menge­set­zte Geschichte, die zeitlich nicht so ganz ins Hotzen­plotz-Uni­ver­sum passen will, denn zwei wochen nach der ersten Ver­haf­tung spielt ja schon die zweite Geschichte. Es gibt allerd­ings schöne, neue Grafiken, wenn allerd­ings auch kein Witz sich ein­stellen will. Aber unsere Jüng­ste war auch schon vom zweit­en und drit­ten Teil nicht so ange­tan.
Jür­gen Kehrer — Wils­berg. Sein erster und sein let­zter Fall kommt ohne Span­nung und Lokalkolorit aus.

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sommerlese

Anni­ka Büs­ing — Nord­stadt Aus­drucksstark­er Roman über junge Erwach­sene. Nahe am Leben, tre­f­fend in den Forulierun­gen.
Hervé le Tel­li­er — Die Anom­alie Unter­halt­samer Ver­wirrungsthriller aus unter­schiedlichen Pers­ke­tiv­en.
Sven Regen­er — Glit­ter­schnit­ter Wieder sehr lan­gat­miger Roman aus dem Lehman-Uni­ver­sum. Der Sound ist okay für Eingewei­hte, alle anderen wer­den ver­ständ­nis­los mit den Schul­tern zuck­en.
Jan Böh­mer­mann — Gefol­gt von nie­man­dem, dem du fol­gst Wirk­lich nichts anderes als irgend­was aus sein­er getwit­terten Zeitleiste. Leute haben dafür Geld aus­gegeben?
Atze Schröder — Blauäugig Von Till Hohened­er bemüht aufge­hüb­schte Halb­bi­ografie der selb­ster­nan­nten Com­e­dyle­gende ist im span­nungslosen Hohened­er­stil so lang­weilig und seicht, dass es in der Lit­er­a­turecke neben Ker­kel­ings Pudel­buch seinen Platz find­et.
Kevin Hearne — Do not eat! Wie ein T‑Shirt mich vor Aliens bewahrte Erwartungs­los begonnenes Sci-Fi-Büch­lein über eine Ent­führung durch Alien, die nichts Neues abliefert. Zum Duch­blät­tern, wenn keine Super­mark­t­prospek­te zur Hand sind.

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sommerlese

Susanne Don­ner — End­lager Men­sch: Wie Schad­stoffe unsere Gesund­heit belas­ten Erhel­lende Infos über die Gefahren chemikalis­ch­er Sub­stanzen, die auf uns eingeben, so weit man über­haupt davon weiß.
Michelle Stein­beck — Einges­per­rte Vögel sin­gen mehr Die Gedichte Stein­becks sind zwis­chen erheit­ernd, wegkat­a­pul­tierend und am Aller­w­ertesten vor­beige­hend anzusiedeln. Was will man mehr von einem Gedichts­band?
Der Dop­pel­dau­men­mann — Vor­sicht vor dem Abwasser­clown Blödelgeschicht­en eines geforderten Vaters. Aktuell und witzig, aber schwank­end in der Sub­stanzial­ität der Geschicht­en. Zumin­d­est was für Betrof­fene.
Hape Ker­kel­ing — Pfoten vom Tisch! Meine Katzen, andere Katzen und ich Irgend­wie weil ich schon alles von Ker­kel­ing gele­sen habe, kam mir auch dieser trutschige Schinken unter die Augen. Nur für Fans erzählt der Humorist men­schel­nd, aber keine Höhen erk­lim­mend, über seine vier­beini­gen Fre­unde. Lahm.
Max Czollek — Desin­te­gri­ert euch! Zwis­chen Slam-Poet­ry und bloßem Geschwätz wird gar nicht klar, was das Buch bezweck­en soll. Ob man sich noch an die Rede Mar­tin Walsers in der Paulskirche erin­nere, fragt der Autor. Er habe damals wohl den Sand­mann geschaut. Mor­gens um 11? Unge­fähr so daneben ist das alles.

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junilese

Eva und Ilja Richter — Der deutsche Jude Der Titel ist der Rei­he geschuldet, wird bedauert aber auch nicht ganz kor­rigiert. Der Schmök­er von 1989 hat erstaunlich wenig Staub ange­set­zt und in einem Buch, das auch von Anti­semitismus und den Gräueltat­en der Nazis han­delt, ist das eben auch ein bit­ter­er Befund. Ilja Richters schalkhafte Art tritt in den Tex­ten wieder­erkennbar auf, die Texte der Mut­ter sind weniger jack­e­lig, man wün­schte sich etwas mehr Aus­führlichkeit. Hätte ich zu mein­er Schulzeit gerne gele­sen.
Gary Andrews — Find­ing Joy Emo­tionales Trauer­buch mit Zeich­nun­gen und Geschicht­en von Gary Andrews zu seinem neuen Fam­i­lien­leben ohne seine ver­stor­bene Frau.
Jen­nifer Egan — Black Box In 140-Zeichen gehal­tener Roman, so wie es mal auf Twit­ter Usus war, als Instruk­tion­s­geben ein­er Spi­onin. Inter­es­san­ter als ich erwartet hätte. Wegen der lit­er­arischen Sprache fühlt man sich manch­mal in einen James-Bond-Streifen ver­set­zt.
Har­ry Rowohlt — Pooh’s Cor­ner (1989–1996) Gesam­melte Kolum­nen, die immer noch unter­halt­sam sind.
Heiko Arntz; Gerd Haffmanns (Hrsg.) — Der-Har­ry-Rowohlt-Raabe Durch Bilder, Inter­views und Briefe ist dieser Nachk­lapp zu Pooh’s Cor­ner fast noch inter­es­san­ter.
Hans Krup­pa — Nur für dich Krup­pas Gedichte sind mir zu Abiturzeit­en mal über den Weg gelaufen, da kam dann auch dieses Büch­lein in meinen Büch­er­schrank. Ich kann an den seicht­en Liebesgedicht­en allerd­ings keinen Gefall­en find­en.

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