Zum Jahresbeginn habe ich mich wieder durch die aktuellen Verlagsvorschauen gearbeitet und eine Auswahl an Neuerscheinungen zusammengestellt, die mich in den kommenden Monaten besonders interessieren. Mein Fokus liegt dabei vor allem auf Sachbüchern sowie Kinder- und illustrierten Büchern, ergänzt durch einzelne Titel aus der Belletristik. Im Folgenden stelle ich meine persönlichen Buchtipps für den Zeitraum bis in den Sommer hinein vor.
Die Titel sind chronologisch von Januar bis August sortiert. Innerhalb der einzelnen Monate stelle ich jeweils einen persönlichen Toptipp an den Anfang. Zu jedem Buch ergänze ich zudem einen kurzen Beschreibungstext aus der jeweiligen Verlagsvorschau, der einen ersten inhaltlichen Eindruck vermittelt. Los geht’s:
Januar
Meine Topempfehlung
Cornelia Funke/Pauline Pete – Ayeshas Pinsel | Verlagsinfo: Ayesha malt wunderschöne Bilder: Sie erzählen von Liebe, Freundschaft und der Schönheit der Welt. Doch eines Tages kommt der Krieg in die Stadt. Der Keller von Ayeshas Werkstatt wird zum Schutzraum, in dem das Grau der Wände sich in die Herzen der Menschen schleicht. Bis der kleine Emil der Künstlerin einen Pinsel reicht und schließlich alle gemeinsam beginnen zu malen. Ihre Erinnerungen und das, was der Krieg ihnen bereits gestohlen hat. Bis das Grauen immer näher kommt und Ayesha einen Entschluss fasst: Sie beginnt, ein Fenster zu malen. Ein magisches Fenster, das Hoffnung verheißt. Eine Geschichte über die Macht der Kunst, Trost, Kraft und Verbundenheit zu spenden, selbst in den dunkelsten Zeiten.
06.01.: Magdalena Schrefel – Das Blaue vom Himmel, Suhrkamp Verlag, 330 Seiten | Verlagsinfo: Das Blaue vom Himmel erzählt davon, wie sich Veränderungen von historischer Tragweite im Persönlichen spiegeln. Von Verlusten und Abschieden – und vom Bewahren der Dinge, die uns kostbar sind, von Menschen, die wir lieben.
12.01.: Maksym Butkevych – Am richtigen Platz, Anthea Verlag, 188 Seiten | Was macht ein Friedensaktivist im Krieg? Und was bleibt von einer Stimme, die ein Staat zum Schweigen bringen will? Am richtigen Platz – Ein Friedensaktivist im Krieg erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Maksym Butkevych, einem der bekanntesten Menschenrechts- und Friedensaktivisten der Ukraine.
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„1913, unweit von Bagdad. Der Archäologe Robert Koldewey leidet ohnehin schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg, nun quält ihn auch noch eine Blinddarmentzündung. Die Probleme sind menschlich, doch seine Aufgabe ist biblisch: die Ausgrabung Babylons. Zwischen Orient und Okzident bahnt sich gerade ein Umbruch an, der die Welt bis in unsere Gegenwart hinein erschüttern wird. Wie ein Getriebener dokumentiert Koldewey deshalb die mesopotamischen Schätze am Euphrat; Stein für Stein legt er die Wiege der Zivilisation frei – und das Fundament des Abendlandes.“ (
„Es ist der Winter des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Ein Mann ohne Namen beobachtet seine prekäre Nachbarschaft mit wachsender Beunruhigung. Über Gespräche und Begegnungen, den Blick in die eigene Biographie wie auf vergangene Lebensgeschichten, sucht er Antworten auf die Frage nach dem Wesen des Menschen, dem Leben, dem Tod. Der traurige Gast ist eine Selbst- und Weltbefragung von bestrickender erzählerischer Intensität. Ein philosophischer und zutiefst menschlicher Roman, der weiß, was Verlieren, Verdrängen, Neu-Ankommen bedeuten. “ (
Inzwischen haben zahlreiche Verlage in den letzten Tagen und Wochen ihre Vorschauen für das Frühjahr (und darüber hinaus) veröffentlicht – es ist immer wieder eine Freude, darin zu stöbern, wie eine Jagd nach seltenen Perlen. Und in den kommenden Monaten kommt ganz schön was auf alle Bücherfreunde zu, es sind einige illustre Autorennamen dabei… Wer ebenfalls einen Blick hineinwerfen möchte, gebe ich eine kleine Suchhilfe: Folgend finden sich die Links zu den Verlagsvorschauen (alphabetisch sortiert).

Neues Jahr, neue Wünsche: Nachdem ich ausführlich die Verlagsvorschauen der kommenden Monate nach interessanten Neuerscheinungen durchstöbert hatte (
Kleckerweise sind in den letzten Tagen und Wochen die Verlagsvorschauen für das Frühjahr (und darüber hinaus) erschienen – es ist immer wieder eine Freude, eine Jagd nach seltenen Perlen. Und in den kommenden Monaten kommt ganz schön was auf alle Bücherfreunde zu, es sind einige illustre Namen dabei: Roberto Bolaño, Karl Ove Knausgård, Agatha Christie, John Grisham, Michael Köhlmeier, Nicholas Sparks, F. Scott Fitzgerald oder Umberto Eco.
Wann ist ein Film oscarreif? Wann hat ein Kunstwerk das Praemium Imperiale verdient? Wann ist ein Buch buchpreiswürdig? Nicht zuletzt bei der Vergabe des Literaturnobelpreises an Bob Dylan wurde vortrefflich darüber gestritten, ob eine literarische Auszeichnung einem Musiker verliehen werden darf. Und auch nach der Bekanntgabe der Shortlist zum Deutschen Buchpreis gab es durchaus zahlreiche kritische Stimmen, dass einige der Werke nicht den Ansprüchen einer solchen Prämierung gerecht würden. So hat kürzlich Maxim Biller im Literarischen Quartett unter anderem auch Thomas Melles Werk Die Welt im Rücken als literarisch vollkommen wertlos dargestellt. In dem Buch finden sich sicherlich durchaus von der Literaturkritik zu beanstandende Elemente, beispielsweise, dass der Handlungsstrang nicht zwingend stringent ist, es womöglich nicht ganz so leicht ist, Zugang zum Erzähler zu erhalten, oder auch die fließende Grenze zwischen Roman und Sachbuch. Nichtsdestotrotz hat Die Welt im Rücken einen kaum zu ermessenden Wert: Der Autor setzt sich mit dem eigenen, für viele Menschen kaum begreiflichen und kaum bekannten Krankheitsbild der Bipolarität auseinander und holt die Krankheit sowie die Betroffenen aus einer dunklen Ecke, um die viele Menschen einen weiten Bogen machen. Er schneidet sich bei lebendigem Leib seine kranke Seele heraus und stellt sie in einem Schaufenster öffentlich aus. Für diesen mutigen Umgang mit der eigenen Verletzlichkeit hat Thomas Melle den Deutschen Buchpreis verdient.
Nachdem ich im Januar meine 