Kinderbücher, die das Thema Krieg behandeln, stehen vor der doppelten Herausforderung, die Realität ernst zu nehmen, ohne sie zu überwältigend darzustellen. Sie dürfen vereinfachen, aber nicht verharmlosen. Und sie benötigen Bilder – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn –, die Halt geben, ohne eine falsche Sicherheit zu suggerieren. In diesem Spannungsfeld bewegt sich „Ayeshas Pinsel” von Cornelia Funke und Pauline Pete. Das Buch entscheidet sich für eine klare, zugängliche Form und vertraut darauf, dass Reduktion mehr leisten kann als Pathos. Schon als Gegenstand hinterlässt das Buch einen Eindruck: Der leicht geriffelte Bucheinband und die matte Oberfläche vermitteln den Eindruck, dass die physische Qualität nicht dekorativ, sondern konsequent durchdacht ist.
Die Geschichte selbst beginnt in einer namenlosen, bunten Stadt. Ayesha wohnt in einer Welt, die schön und lebendig erscheint und in der Farben allgegenwärtig sind. In Pauline Petes Illustrationen werden warme Aquarellflächen, weiche Konturen und eine leicht gedeckte, aber lebendige Palette verwendet. Die Stadtansichten sind verschachtelt, detailreich und fast verspielt. Häufig wird perspektivisch mit Aufsicht oder leicht gekippter Raumdarstellung gearbeitet, wodurch die Welt formbar, offen und gestaltbar wirkt.
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