Zu den hartnäckigsten Selbstbildern moderner Gesellschaften gehört, dass sie aus der Geschichte gelernt hätten – insbesondere, wenn es um Flucht, Schutz und humanitäre Verantwortung geht. Dieses Narrativ hält sich unter anderem deshalb, weil historische Komplexität oft zugunsten moralischer Eindeutigkeit vereinfacht wird. Hier die Verfolgung, dort die rettende Aufnahme. Doch die Wirklichkeit war und ist deutlich widersprüchlicher. Zwischen politischem Kalkül, bürokratischer Praxis und gesellschaftlicher Stimmung entsteht ein Feld, in dem Hilfe möglich wäre, die jedoch selten konsequent gewollt ist.
Susanne Heim konterkariert mit „Die Abschottung der Welt” und einer nüchternen, quellengesättigten Rekonstruktion solche vereinfachten Deutungen. Sie untersucht die internationale Flüchtlingspolitik gegenüber jüdischen Verfolgten zwischen 1933 und 1945 und legt dabei den Fokus weniger auf das Offensichtliche – die Verbrechen des NS-Staates –, sondern vielmehr auf das weniger Sichtbare: die systematische Verweigerung von Aufnahme durch jene Länder, die als Zufluchtsorte hätten dienen können. Ihr Ansatz ist dabei konsequent international und verschiebt die Perspektive von der nationalen Tätergeschichte hin zu einem Geflecht aus politischen Interessen, institutioneller Trägheit und kalkulierter Abschottung.
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Es ist ein erschreckendes Ergebnis, zu dem britische Forscher nun kamen: Diversität kommt in Kinderbüchern so gut wie gar nicht vor. Das Center for Literacy in Primary Education (CLPE) führte die Studie Reflecting Realities durch und untersuchte 9.115 im Jahr 2017 erschienene Kinderbücher darauf, ob und wie sie kulturelle Vielfalt repräsentieren (Quelle: