Es gibt diese Momente, in denen man stehen bleibt, ohne genau zu wissen, warum: ein unscheinbares Blütenblatt am Wegesrand, ein Farbton, der plötzlich ins Auge fällt, oder eine Pflanze, die man schon hundertmal gesehen hat, die man aber zum ersten Mal wirklich wahrnimmt. Die Natur erschließt sich selten auf den ersten Blick. Sie zeigt sich in Details, im genauen Hinsehen – und oft erst, wenn jemand oder etwas den Blick darauf lenkt.
In diese zweite Kategorie gehört „Florama” von Lisa Voisard. Das Buch lädt nicht dazu ein, einmal durchgeblättert und „verstanden“ zu werden, sondern es fordert geradezu dazu auf, immer wieder zur Hand genommen zu werden – im Garten, im Wechsel der Jahreszeiten oder im Urlaub. Es eignet sich, um gemeinsam mit Kindern Pflanzen zu bestimmen, Unterschiede zu erkennen oder überhaupt erst ein Vokabular für das zu entwickeln, was man sieht. Besonders gut gelungen ist dabei die implizite Verbindung von Wissen und Haltung: Die Doppelseiten zum Schutz von Blumen und Natur am Ende des Buches setzen einen Akzent, der in vielen vergleichbaren Büchern oft fehlt. Hier wird nicht nur erklärt, sondern auch vorsichtig in Richtung Verantwortung gelenkt, ohne belehrend zu wirken.
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