Wie werden die Beiträge der Blogs bei de.hypotheses gesichert?
Wir haben es uns bei Hypotheses zur Aufgabe gemacht, für die langfristige Verfügbarkeit aller Bloginhalte zu sorgen. Damit Wissenschaftsblogs auch morgen noch zitierbar sind, muss die Stabilität der Inhalte langfristig gewährleistet sein. Deshalb ist die regelmäßige Sicherung aller Daten eines Blogs ein fester Bestandteil unseres Angebots. Wie das passiert, verraten wir hier.
Datensicherung bei OpenEdition
Für die Sicherung der Daten ist der „Service Données“, also das IT-Team von OpenEdition zuständig, das in Marseille sitzt. Die Server selbst stehen in Lyon, und zwar im Rechenzentrum des In2PW, dem französischen Nationalen Institut für Kernphysik und Teilchenphysik, das dem Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) zugeordnet ist. Technisch gesehen ist das die Heimat aller Hypotheses-Blogs. Dort wird jede Nacht ein Backup aller Daten auf Magnetband durchgeführt, der aktuell sichersten Methode der Datensicherung. Dieses Backup speichert die Hypotheses-Datenbank für einen Zeitraum von drei Monaten.
Darüber hinaus führt OpenEdition vor Ort in Marseille einmal am Tag ein zweites Backup durch. Hier werden alle Seiten und ihre Inhalte sowie die Logs – also alles, was im Blog passiert ist, etwa Änderungen, Zugriffe und technische Ereignisse – der jeweils letzten drei Tage gespeichert. So können wir jederzeit ein Backup von einem beliebigen Tag innerhalb der letzten drei Monate abrufen.
Trotz all dieser sorgfältigen Sicherungsmaßnahmen bleibt ein gewisses Restrisiko. Vorfälle wie Hardwareausfälle lassen sich nicht hundertprozentig ausschließen. Zum Verlust von Inhalten kommt es dabei aber äußerst selten, da sich dieses Risiko durch die verschiedenen Methoden der Datensicherung zumindest minimieren lässt. In solchen Fällen informiert das Community Management so zeitnah wie möglich über die Mailingliste aller Bloggenden sowie über unsere Social-Media-Kanäle. Serverausfälle lassen sich übrigens am schnellsten bei github mitverfolgen.
Möglichkeiten der Datensicherung durch Bloggende
Zusätzlich zu den oben skizzierten Sicherungsmaßnahmen durch OpenEdition können auch Bloggende selbst dazu beitragen, die Inhalte ihrer Blogs regelmäßig zu sichern. Es empfiehlt sich, regelmäßig Kopien der Beiträge sowie der Medien des Blogs an verschiedenen Orten zu sichern und dafür idealerweise offene Technologien zu nutzen, damit später auch unabhängig von eventuell abgelaufenen Lizenzen darauf zurückgegriffen werden kann. Der gesamte Inhalte des Blogs kann außerdem regelmäßig als xml-Datei exportiert und gesichert werden (Werkzeuge > Daten exportieren).
Blogartikel werden außerdem bei Hypotheses mit DataCite-DOIs (Digital Object Identifier) versehen, wenn das Blog die Voraussetzungen erfüllt, um im Katalog von OpenEdition geführt zu werden. Diese dauerhaften Identifikatoren verbessern die Auffindbarkeit in Datenbanken von Drittanbietern und gewährleisten den Zugriff auf die wichtigsten Metadaten des Dokuments, falls dieses gelöscht wurde.
Archivierung durch die DNB und das Internet Archive
Neben den verschiedenen Methoden der Datensicherung durch Hypotheses und den CNRS ist es vielen Bloggenden wichtig, dass ihr Blog auch langzeitarchiviert wird. Langzeitarchivierung ist ein komplexer Prozess, bei dem sichergestellt wird, dass Inhalte und ihre Metadaten über lange Zeiträume hinweg verfügbar bleiben – auch dann, wenn sich technische Systeme oder Dateiformate ändern. Dies kann zum Beispiel durch Formatkonvertierungen geschehen, wenn bestehende Formate veralten. Eine eigene Langzeitarchivierung für Hypotheses wird bei OpenEdition derzeit nicht durchgeführt.
In Deutschland erfolgt allerdings eine qualitative Langzeitarchivierung über die Deutsche Nationalbibliothek. Alle sechs Monate wählt die DNB nach eigenen Kriterien Blogs dafür aus. In der Regel werden alle Blogs langzeitarchiviert, für die bei der DNB eine ISSN beantragt wurde. Es können aber auch weitere in die Langzeitarchivierung aufgenommen werden. Unter portal.dnb.de lässt sich herausfinden, welche Blogs das sind. Dazu wird in die Suchmaske mat=websites and hypotheses eingegeben. Wenn das Blog angeklickt wird, kann über die “Art des Inhalts” eingesehen werden, ob das Blog archiviert wird (“Archivierte Website”). Aktuell (Januar 2026) werden 228 de.hypotheses-Blogs von der DNB langzeitarchiviert
Über die Wayback Machine des Internet Archive, ein gemeinnütziges digitales Bibliotheksprojekt aus San Francisco, erfolgt eine automatische Archivierung von URLs im großen Maßstab. Zur gesamten Hypotheses-Plattform existierten Anfang 2026 rund 18.000 Speicherungen. Die Entwicklung der Webseiten lässt sich durch Mehrfachspeicherungen über Jahre hinweg verfolgen. Auf Spiegelservern in mehreren Ländern – Ägypten, den Niederlanden und Kanada – werden die gesamten Daten als Kopie gespeichert. Die Plattform sah sich allerdings jüngst finanziellen und technischen Problemen ausgesetzt.
Umgang mit inaktiven Blogs
Auch wenn ein Blog längere Zeit nicht aktualisiert wird, bleibt es unverändert zugänglich. Erst nach zwei Jahren ohne neue Veröffentlichungen erscheint in der bibliografischen Aufnahme im OpenEdition-Katalog ein Hinweis „Inaktiv seit TT/MM/JJJJ“. Dieser Vermerk dient dazu, Leserinnen und Lesern vorab zu zeigen, was sie auf dem Blog erwartet. Wenn ein Blogprojekt abgeschlossen wird, empfiehlt es sich daher, einen letzten Beitrag zu veröffentlichen, in dem darauf hingewiesen wird, dass das Blog nicht weitergeführt wird.
Es gibt zwei Ausnahmen, bei denen ein inaktives Blog nicht in seiner ursprünglichen Form weitergeführt werden kann. Eine Ausnahme betrifft die technische Weiterentwicklung von WordPress und der auf Hypotheses angebotenen Themes. Ältere Designs können mit der Zeit veralten, weil sie von den Entwickler:innen nicht mehr gepflegt werden und entsprechen dann aktuellen Webstandards oder Sicherheitsanforderungen nicht mehr . Wird ein Theme zur potenziellen Sicherheits- oder Stabilitätsquelle, muss es entfernt werden. Solche Änderungen werden immer vorab kommuniziert. Die Blog-Inhalte bleiben erhalten, sie werden dann einfach etwas anders dargestellt.
Die zweite Ausnahme betrifft Blogs, die mehrere Jahre nach ihrer Erstellung nie bespielt wurden, d. h. die nicht mehr als den ersten Artikel und die beiden Seiten haben, die standardmäßig vorab angelegt wurden. Nach einer Überprüfung kann es sein, dass wir sie löschen müssen, um keine unnötigen Server-Ressourcen zu binden und die Plattform zu entlasten.
Die langfristige Verfügbarkeit von Hypotheses-Blogs beruht also auf einem Zusammenspiel mehrerer Ebenen: technischer Datensicherung durch OpenEdition, ergänzenden Archivierungsangeboten externer Einrichtungen und der Mitwirkung der Bloggenden selbst. Auch inaktive Blogs bleiben grundsätzlich zugänglich, solange keine technischen oder organisatorischen Gründe dagegen sprechen. So bleibt wissenschaftliche Kommunikation auf Hypotheses möglichst dauerhaft zugänglich, selbst wenn sich technische Rahmenbedingungen ändern oder ein Blog nicht mehr aktiv gepflegt wird.
Dieser Artikel ist eine übersetzte und modifizierte Version des Beitrags von Céline Guilleux, La pérennité de vos contenus sur Hypothèses (24.04.2024), https://maisondescarnets.hypotheses.org/7595.
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OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Loïc Oberdorfer, Ulrike Stockhausen (19. Januar 2026). Wie werden die Beiträge der Blogs bei de.hypotheses gesichert? Bloghaus. Abgerufen am 16. April 2026 von https://doi.org/10.58079/15is0



Die langfristige Sicherung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch redundante Backups und internationale Kooperationen unterstreicht die enorme Bedeutung digitaler Beständigkeit in der Forschung. Es ist begrüssenswert, wie hier technische Vorsorge und die Eigenverantwortung der Bloggenden Hand in Hand gehen. Wie gewichten Sie persönlich die dauerhafte Archivierung digitaler Debatten im Vergleich zu klassischen Print-Publikationen?