ABC -Etüden 2025 – November : Der Marktschreier

Weil ich mal ein wenig mit anderen Schrifttypen spielen wollte, habe ich noch eine ABC-Etüde mit den Wörtern Seelenverkäufer, obskur und ergattern (gespendet von Cynthia alias Rübenigel) geschrieben. Um einen Eindruck von dem gedichteten Teil (der bei der Anzahl der Wörter mitzählt) zu bekommen, habe ich ihn in ein Bild eingebunden. Alle, die Etüden schreiben, treffen sich übrigens hier, bei Christiane.


Kommen Sie näher! Damen und Herren und alle dazwischen und außerhalb!

Neugierig drehe ich mich um und lasse mein Fischbrötchen sinken. Wer auch immer da sich die Seele aus dem Leib schreit und den Böhmermann gibt, er hat meine Aufmerksamkeit.

Was hatten sie daheim tolles vom Hamburger Fischmarkt erzählt. Extra früh aufgestanden war ich und hatte mich durch den Nebel gequält. Und wofür? Für einen Touristenrummel, dem ich mit jeder verstreichenden Minute immer weniger abgewinnen konnte. Bis jetzt.

„Nehmen Sie sich einen Keks und staunen Sie! Das Theater obskur gibt „Der Seelenverkäufer“.

Hui, das klingt spannend. Von vorne reicht jemand flammendrote Zettel mit weißen Lettern in grotesk-fetter Schrift und einen Teller Kekse zu uns durch und ich folge den Zeilen mit den Augen: 

Schon schwirrt mir von so viel Nonsens bös der Kopf, doch der Marktschreier, der seine Werbung zum Spektakel macht, ist noch nicht fertig.

„Aber Sie vorgewarnt! Es gibt nur noch wenige Plätze zu ergattern!“

Mit einem Mal will mir mein Fischbrötchen so gar nicht mehr munden. Vom Seelenverkäufer fortgetragen? Anscheinend nicht zum Teufel, aber wohin? Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch? Welcher Klischeekiste ist dieser müde Reim entsprungen?

Ich beschließe, es für heute mit dem Fischmarkt gut sein zu lassen und mir lieber einen Besuch des Jazzfrühschoppens an der Hafenkante zu gönnen.


280 Wörter für meine zweite Etüde vor dem Advent – und für alle, die das Gedicht nicht entziffern können, habe ich den Text hier nochmal im gewohnten Schrifttyp:

ABC -Etüden 2025 – November : Der Brief

Die Wortspende für die letzte reguläre Etüdenrunde vor den am 30.11.2025 beginnenden Adventüden (hier, auf dem Blog von Christiane) stammt diesmal von Cynthia alias Rübenigel (Querfühlerin) und lautet: 

Mit meiner Etüde begebe ich mich heute in die Vergangenheit – historische und zeitliche Unstimmigkeiten bitte ich zu entschuldigen.


Caitríonas Brief, der durch ein dummes Missgeschick bei der Post liegengeblieben war und Belfast erst am 2. April mit dem Schiff der White Star Line verließ, sollte sein Ziel nie erreichen. Umso überraschter war Caitríona, als sechzehn Tage später ein Bote vor der Tür stand und ihr ein Telegramm überbrachte, in dem ihr Aoife mitteilte, dass sie und ihre kleinen Geschwister dem angeblich unsinkbaren Seelenverkäufer mit einem der wenigen Rettungsboote entkommen waren und es wohlbehalten bis nach New York geschafft hatten.


Ergiebiger als gedacht, hat diese Wortspende bei mir diesmal zu einer Etüde von 295 Wörtern geführt.

ABC -Etüden 2025 – Oktober : Die Vernissage


Leider habe ich es versäumt, bei der letzten Etüde mitzuschreiben, da mich bei dem letzten der drei Begriffe (wichtig) die Inspiration verließ; aber vielleicht klappt es ja dieses Mal – hier, bei Christiane, denn die aktuellen drei Wörter stammen von Ludwig Zeidler und lauten wie folgt:  Gastrogauner ~ psychedelisch ~ bersten.  Herausgekommen ist ein Text, frei nach dem Motto „Fasse dich kurz“.


Die Vernissage

Psychedelische Farben, Töne jenseits des menschlichen Verstandes, Häppchen in verwegenen Geschmacksnuancen, die keine Wünsche offen lassen…“

Wer auch immer diesen Artikel im Gastrogauner, dem kulinarischen Käsblatt unserer Stadt, über die Vernissage heute Abend verzapft hatte, schien vor Freude über seine verbalen Höhenflüge schier zu bersten.

„… vergesst den Matjes nach Hausfrauen-Art, denn hier geben sich die Crème de la Crème und schillernde Persönlichkeiten die Klinke in die Hand. Wenn diese Vernissage kein Erfolg wird, ja dann… ja, dann weiß ich auch nicht.“

Ruhig Blut, denke ich so für mich, das wird schon. Und wenn das Wetter gar zu arg wird, bleibe ich eben zu Hause und trete den Weg gar nicht erst an, denn so wichtig ist mir das Spektakel dann doch nicht.


Mit 123 Wörtern etwas zu lang für ein Drabble (exakt 100 Wörter), aber kürzen wollte ich nichts und mehr ist mir nicht eingefallen. Und wem es nicht aufgefallen ist: Die Wörter aus der letzten Etüdenrunde haben auch ihr Plätzchen darin gefunden.

7 aus 12 | Etüdensommerpausenintermezzo


Es ist wieder einmal soweit: Die ABC-Etüden gehen bis zum 7. September in die Sommerpause, und deshalb gibt es wie auch in den vergangenen Jahren auch diesmal wieder das Etüdensommerpausenintermezzo, das zum einen zum Verfassen eines Beitrags für die Adventszeit da sein, als auch zum Schreiben einer beliebig langen Sommer-Etüde mit sieben aus zwölf ausgelosten Wörtern anregen soll.

Da man mit mindestens sieben Wörter nur schwerlich eine Etüde von höchstens 300 Wörtern zusammenbringt, dürfen die Texte ausnahmsweise länger sein. Aber es gibt eine Bedingung: Christiane hat uns hier in diesem Jahr vor die Aufgabe gestellt, einen Text zu verfassen, in dem die Liebe vorkommt.

Das kommt mir wie gerufen, stand doch die erste Offenbacher Sommerakademie unter dem Motto „Love Stories“ für welches das 250jährige Jubiläum der Verlobung Johann Wolfgang Goethes mit Lili Schönemann als Inspirationsquelle dient – und damit auch mir für meine Sommeretüde. Es war übrigens nicht zwingend notwendig, eine Liebesgeschichte zu schreiben, dennoch ist meine Etüde irgendwie eine geworden – und für diese Aufgabe habe ich mich der folgenden acht, aus dem Lostopf gezogenen Wörter bedient:


Dabei bewege ich mich…

Als sich Johann Wolfgang und Anna Elisabeth, Lili genannt, im Jahre 1775 verlobten, konnte noch niemand ahnen, dass diese Beziehung zwischen der siebzehnjährigen Bankierstochter und dem Mittzwanziger zu großer Berühmtheit gelangen und 250 Jahre später in der Heimatstadt der jungen Frau gefeiert werden würde.

Begegnet waren Lili und der Jurastudent einander nicht etwa, wie es moderne Liebesromanzen gerne suggerieren, bei einem Sommerspaziergang mit überhasteter Flucht in einen Pavillon wegen plötzlichen Starkregens, sondern ganz konventionell bei einem winterlichen Hauskonzert.

Ein Festival der Liebe? Könnte man meinen, wäre da nicht die Tatsache, dass die Verbindung der beiden nicht nur von einem fast zehnjährigen Altersunterschied geprägt war, sondern auch auf nur allzu tönernen Füßen stand.

Bereits ein halbes Jahr später war der Zusammenhalt vorbei. Aber was blieb den Liebenden auch anderes übrig als die Verlobung zu lösen, waren die Familien der beiden der ungleichen Verbindung gegenüber mehr als voreingenommen.

Ob die Eltern der jungen Dame eine bessere Partie im Sinn hatten? Vielleicht hielten sie ihr Töchterlein ja auch für zu Höherem geboren, denn sonst wäre es nie zu der für ihre Verhältnisse vermutlich passenderen Vermählung mit einem Freiherrn und Bankier gekommen, der es in Straßburg weit brachte. Jedoch nicht für lange. Kaum hatten die Jakobiner das Sagen, war es auch schon aus mit Ansehen und Wohlstand.

Was für ein Leben – was für ein Abenteuer: In der Maske einer Bäuerin gelang es der Entwurzelten, mit ihren Kindern das Land zu verlassen und einige Jahre in der Emigration zu verbringen.

Und der Herr Geheimrat? Wie erging es ihm derweil? War es doch er gewesen, der die Verlobung gelöst hatte, weil eine Ehe nicht in seine Pläne passte und er glaubte, eine solche nähme ihm die Luft zum Atmen. Heute würde man Herrn Goethe Beziehungsunfähigkeit als Motor für den Antrieb zum Beenden der Liebschaft attestieren. Doch zu seiner Zeit war man einerseits mit der Entwicklung des Motors hierzulande noch nicht ganz so weit, aber andererseits wohl erleichtert, dass die Mesalliance nicht fortgeführt wurde.

Dennoch konnte er die Dame seines Herzens auch bis ins hohe Alter nie vergessen. Davon zeugt noch heute eine Gedenktafel in der Nähe eines nach ihr benannten kleinen Parks. Außerdem wäre da noch ein Badetempel, im Volksmund Lili-Tempel genannt, von dem fälschlicherweise behauptet wird, Goethe und Lili hätten dort gelustwandelt, dabei wurde das Bauwerk erst 1798 von einem französischen Architekten für den Frankfurter Bankier Friedrich Metzler errichtet – als die berühmt gewordene Liebschaft längst Geschichte geworden war.

Wer dieses architektonische Kleinod vor Jahren erwarb, hatte im Sinn, das Anwesen für kulturelle Veranstaltungen zu öffnen. An sich eine brillante Idee, doch nach gründlichem Nachdenken frage ich mich, welcher Art diese sein sollten?

Kurkonzerte mit leichtem Jazz? Klassische Konzerte? Oder gar Schnorchelkonzerte?

Spazierengehen kann man dort zwar immer noch, aber nur noch von außen. Selbst wenn die unter Denkmalschutz stehende Sehenswürdigkeit frei zugänglich wäre, so würde ich doch niemandem ein Bad im Gewässer zu deren Füßen empfehlen. Ob in Wanderschuhen, barfuß oder in Badelatschen: Die steilen Felsen der ehemaligen Grotte verleihen dem Ort etwas Unzugängliches und der begrenzte Platz würde sich allenfalls für ein Froschkonzert eignen.

Für diese Sommeretüde mit 511 Wörtern (ohne die Überschrift) habe ich die vier gezogenen Wörter Imbibition, Sandengel, Sommergrippe und Zahnstocher unter den Tisch fallen lassen.

ABC -Etüden 2025 – Juni : Der Spaziergang


Es ist Anfang Juni und damit die letzte Runde vor der Sommerpause – hier, bei Christiane – und zwar bis zum 5. Juli inclusive. Und auch diesmal sind es wieder drei Begriffe (gespendet von Myriade), die es in einen Text von insgesamt 300 Wörtern einzubauen gilt. Die gespendeten Wörter lauten: Begeisterung, lauwarm, greifen.


Wäre ich vorhin doch liegen geblieben… Nicht nur, dass die Heizung auf Sparflamme läuft, jetzt tröpfelt es nur noch lauwarm aus dem Brausenkopf und im Briefkasten findet sich übliche Kram. Doch halt, was lugt denn da zwischen Zeitung und unerwünschten Briefen hervor?

Neugierig greife ich zur Brille und studiere das Objekt: Ein schwarzer Werbeflyer, bedruckt großen fetten Lettern. KAFKAS PROZESS. Ein Theaterspaziergang.

Oha, ich ahne es schon, und tatsächlich bestätigt die Rückseite meinen Verdacht.

„Irgendjemand musste Kafka verleumdet haben…“ – Bingo! Schon spüre ich die Grenzen, innerhalb derer sich meine Begeisterung hält, sich immer enger zusammenziehen. Wären da nicht auf der Vorderseite die Bilder von skurril Kostümierten, die für den Spaziergang durch die Untiefen der menschlichen Seele werben.

„Dickicht der Großstadt“, „Katakomben des Wahnsinns“, „endlose Labyrinthe der Gerichtskanzleien“… mit jedem Schluck von meinem Morgenkaffee, den ich bei jedem Satz nippe, kommt mir diese Einladung immer weniger absurd vor, und ich denke mir: Warum nicht?

Ich habe zwar beim ersten Versuch nicht verstanden, was der Schriftsteller mit seinem Werk sagen wollte, aber vielleicht schafft es ja diese bunte Truppe, mich erneut zum Lesen zu bewegen oder gar Licht ins Dunkel zu bringen.


191 Wörter zum Abschluss des für mich reichlich durchwachsenen ersten Halbjahrs.

ABC -Etüden 2025 – März : Momentaufnahme

Bald ist Sonntag. War da nicht was? Richtig, ein neues Etüdenjahr, auf dem Blog von Christiane – und weder im Januar noch im Februar konnte ich mich aufraffen. Leider. Und beinahe wäre es auch im März wieder nichts geworden – bis jetzt. Kurz vor Toresschluss komme ich mit einer Etüde um die Ecke, zu der die Wörter Milchschaum, trocken und stibitzen von Sabine (bzw. ihrem Blog) gespendet wurden.

Walle! Walle! Manche Strecke, dass, zum Zwecke, Wasser fließe…“ tönt es unheilvoll aus dem Lautsprecher an der Decke. Wenn das mal kein schlechtes Omen ist, fährt es mir wie Eiswind durch die Glieder und Windungen meines Hirns. Was, wenn mein Ängste doch nicht so grundlos sind, auch wenn ich zu viele Horrorfilme gesehen habe?

Wie das Kaninchen vor der Schlange starre ich auf den Fußboden, auf dem sich Seifenlauge rasend schnell ausbreitet. Keine Zeit verlierend, springe ich auf einen der Wandvorsprünge, um mich in Sicherheit zu bringen. Höher und höher klettere ich, bis es nicht mehr weitergeht. Komisch, was einem das Hirn für Gedanken eingibt, wenn man unter Zeitdruck steht, um ein Rätsel zu lösen, das einem im Alltag so nie begegnet. Aber von hier erinnert mich der kreisrunde Escape Room an eine Tasse Cappuccino. Dunkelbraun, gekrönt von Milchschaum.

Anscheinend habe ich laut gedacht, denn trocken tönt es von weiter unten zu mir herauf: „Typisch. Wir sitzen hier fest und du denkst mal wieder nur ans Kaffeetrinken“.

„Na klar“, gebe ich im selben Ton zurück, „wenn mir jemand noch einen Keks dazu stibitzt.“

Mit der Antwort hat er nicht gerechnet, wie mit so vielem nicht. Aber was erwarten meine Mitspieler auch? So, wie der Boden aussieht, kann man sich dort nur schwer fortbewegen, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Aber vielleicht müssen wir das auch gar nicht, und die Aufgabe lässt sich nur durch ein Seifenblasenschaumbad lösen. Fragt sich nur, wer als erstes hinunterspringt.

In diese 243 Wörter lange Etüde habe ich auch gleich die Wortspende aus dem Februar (Eiswind, grundlos und wallen) von Stachelbeermond mit eingebaut. Geplant war das von mir so nicht, es hat sich beim Schreiben so ergeben.

ABC-Etüden ~ Adventüde, Türchen #4

Heute war es soweit: Schon im Sommer hatte Christiane alle, die auch dieses Jahr wieder eine Etüde zu dem Adventskalender – genannt, die Adventüden- beisteuern wollen, schon mal fleißig in die Tasten zu hauen.

Mir wurde dieses Jahr die Ehre des 4. Türchens zuteil: hier ist es nun – erschienen auf ihrem Blog

… und das schöne Bild hat Christiane entworfen. Vielen Dank, dass ich dabeisein durfte.

ABC -Etüden – Wochen 45 bis 48 : Etüde 2 – Nachfolger gesucht?

Ich dachte nicht, dass ich noch eine Etüde vor dem Advent (für Christianes Projekt) schreiben würde, aber die von Anna-Lena gespendeten Wörter Ehrenamt, enthusiastisch und lesen haben mich nicht losgelassen. Die Inspiration kam diesmal von einem Kondolenzbuch, dem ich heute mal wieder einen Besuch abgestattet habe, wie schon seit ein paar Jahren.

Sie konnte es kaum glauben, als sie es las: Dem virtuellen Kondolenzbuch, das Verwandte und Freunde zu Ehren des 1997 unter mysteriösen Umständen Verstorbenen im Internet eingerichtet hatten, drohte nun das Ende.

Und nicht nur, weil Speicherplätze langsam knapp wurden, sondern weil einer der IT-Experten mit seine Fühler nach einer Karriere in der Politik ausgestreckt hatte. Leider viel zu enthusiastisch, denn vor lauter Euphorie hatte er sein Zeitmanagement nicht mehr im Griff.

Lasst mich raten, dachte sie, ihr habt keinen Nachfolger gefunden, und bedauerte die Fans auf der ganzen Welt sowie Freunde und Angehörige, die dort stets an zwei bestimmten Tagen des Jahres ihre Gedanken und Gefühle miteinander teilten.

Wo wäre in Zukunft der Platz für ihre Erinnerungen und Worte des Trostes? Was für ein Verlust, und nicht zuletzt auch für mich… Der Gedanke ließ sie fröstelnd innehalten und sie schloss das Fenster.

Doch was, wenn sich jemand anderes fände? Jemand wie sie?

Wolltest du nicht schon immer mal ein Work-and-Travel-Jahr einlegen? Südafrika, Kanada oder Australien? Und IT-Leute werden ja schließlich immer gesucht. Das hier wäre deine Chance…

Man müsste ihr außer Kost und Logis sogar nicht einmal etwas zahlen, wenn sie ihren Herzenswunsch den richtigen Leuten an den richtigen Stellen als Ehrenamt verkaufte.

Jetzt musste nur noch jemand ein Einsehen haben und das Abenteuer konnte beginnen.

216 Wörter für ein fiktives Szenario, das auch ruhig fiktiv bleiben darf.

ABC -Etüden – Wochen 45 bis 48 : Etüde 1 – Zukunftsmusik

Wir haben die letzte Etüdenrunde in diesem Jahr (hier, bei Christiane), bevor es mit den Adventüden losgeht – und die Wörter Ehrenamt, enthusiastisch und lesen wurden von Anna-Lena und ihrem Blog gespendet. Meine Etüde steht noch ganz unter dem Einfluss der vergangenen Wochen und einer Dankes-E-Mail von unserem Wahlamt.

Den Vorruhestand antreten: das liest sich zunächst mehr als enthusiastisch, zumindest auf dem Papier. Doch was, wenn man keinen Plan hat, was man mit der neu gewonnenen Lebenszeit und -qualität anzufangen gedenkt? Manche werden schwermütig oder versumpfen in unstrukturierten Tagesabläufen, weil das gewohnte Umfeld fehlt.

Diese Angst, liebe Leute, die ihr meine Etüden lest, müsst ihr um mich nicht haben. Denn alles deutet darauf hin, dass ich zu den „Rentnern“ gehören werde, die niemals Zeit haben. Und falls doch, was spräche dagegen, wenn ich mich einem Ehrenamt widmete? Übung habe ich ja schon genug, dank meiner Erfahrung als Wahlhelferin. Vielleicht kommt die Gelegenheit dazu ja schon früher als erwartet.

109 Wörter für eine Etüde, die ich mit Verzögerung hochlade, weil ich meinem beim 698. Media Monday ausgepackten Überraschungspaket nicht zuvorkommen wollte.