bittemito

Käthe Knobloch. Bitte mit o.

Monat: März, 2025

Kind, du musst nicht noch den Kakao trinken, durch den du gezogen wirst!

Ominkel spruch wundervolle Wahrheiten gelassen aus. Als Kind bewunderte ich ihre würdevollen Frechheiten und vor allem die gradlinige Haltung, mit der sie diesen Worten entsprach. So pflegte sie sich elegant auf den unteren Teil ihres krumm gearbeiteten Rückens zu klopfen, während sie weise lächelnd verkündete, daß der eigenen Arsch einem doch wohl am nähesten sei. Wenn mir voller Angst vor einer scheinbar unmöglich lösbaren Aufgabe die Schnatter ging, stellte sie einen frisch gekochten noch dampfenden Grießbrei oder Milchreis auf den Tisch und meinte: Pusten nicht vergessen, denn nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

 

Ich denke in letzter Zeit viel an Ominkel, diese schlichte bauernschlaue Herzensfrau und so starke Kämpferin. Im letzten größenwahnsinnigen Krieg zogen Mann und ältester Sohn los und verblieben ungewisse Zeit in der Ferne. Sie allein brachte zwei Mädchen und den kleinen Bauernhof durch. Einmal Flucht und zurück, dann der Zwang in die Kollektivierung mit der kleinen Hoffnung auf ein besseres Leben. Mann und Sohn kamen zwar vorher zurück, aber beide gebrochen und nicht nur des Krieges müde, sondern auch des Lebens.

 

Was würde sie jetzt tun, meine Ominkel? Ich kann mein Spiegelbild befragen, denn je älter ich werde, umso mehr gleiche ich ihr. Hoffentlich nicht nur äußerlich. Und während sie mir seitenverkehrt zurückzwinkert, begreife ich: Haste was, kannste was; aber tuste was, biste was!

 

Zeitchen später entdecke ich ein Lied:

 

 

Und folge dankbar dem Aufruf zur digitalen Unabhängigkeit.

 

Manche Argumente vertrete ich sofort, andere bleiben schon begrifflich unverständlich. Ich will sie hier nicht benennen, sondern einfach weiter geben. Ominkel zwinkert mir wissend zu und wispert: Kind, du kannst nicht alles wissen, aber versuche möglichst viel zu verstehen.

 

 

 

 

Ein Lächeln, welches Falten wendet

 Was bleibt von uns in dieser Welt?

Vielleicht ein Staunen, das wir einst entsendet,

ein Lächeln, welches Falten wendet

und heilend macht und Tristheit bunt.

 

Heute habe ich einer jungen Frau geholfen einen Garten zu erschaffen. Einen kleinen, sehr kleinen Garten und dennoch der größte Wunsch von ihr. Wir begannen damit, die Rasennarbe abzutragen und die wundervoll duftende Erde mit den Händen zu durchwühlen. Ich wies auf jeden Regenwurm und jede Larve hin und erklärte selbstverständlich Gefälle, Struktur und Lichteinfall für dieses famose biotopische Projekt. Ihre Mutter und ein guter Freund halfen mit und so schufen vier Händepaare und drei wehe Rücken die Basis für eine Minioase. Sie selbst bückte sich unermüdlich. Wie hätte dieser erste März besser begangen werden können? Gärten brauchen Zeit und Kraft. Und den Glauben an die Vergänglichkeit. Wer jetzt einen Garten nachhaltig plant, wird erstmal von Tristesse willkommen geheißen. Und lernt sogleich den Zauber des Anfangs begreifen. Es braucht nur einen Regenguss, ein paar schmeichelnde Sonnenstrahlen und Zeitchen darauf erfolgt mehr als ein Blumenlächeln:

 

 

 

 

 

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