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![]() | Ort: Rom Art: Akademie Baustil: Barock Verlag: Danesi Datierung (Karte): ca. 1910-1920 |
Die Gesellschaft der Arkadier (Accademia dell’Arcadia) wurde 1690 von einem Kreis von Literaten gegründet, der sich um Christina von Schweden (1626-1689) gebildet hatte, die zum Katholizismus konvertiert war und sich 1655 im Palazzo Farnese in Rom niedergelasen hatte. Die Mitglieder der Akademie strebten nach Einfachheit und Natürlichkeit und wollten in Abkehr von der als schwülstig empfundenen Barockliteratur die Hirtendichtung der Antike wiederbeleben. Sie nannten sich nach Arkadien, einem Hochland auf dem Peloponnes, das man mit dem Goldenen Zeitlater verband. Vor allem im 18. Jahrhundert spielte die Akademie eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der bukolischen Literatur; zu ihren Mitgliedern zählten beduetende Persönlichkeiten der internationalen Kultur wie z. B. der Dichter und Librettist Pietro Metastasio (1698–1782). Georg Friedrich Händel besuchte während seines Romaufenthalts die Versammlungen der Arkadier, und Goethe wurde im Jahr 1788 als Mitglied aufgenommen, worüber er in seiner Italienischen Reise berichtet.
Die Mitglieder der Akademie gaben sich griechische Namen. Als „Hirten“ trafen sie sich im Freien, anfangs in verschiedenen römischen Gärten. Die Orte ihrer Zusammenkünfte nannten sie nach einer Region Arkadiens Parrhasia. Wie die Hirten saßen sie auf dem Boden, auf Felsen oder im Gras, um „in frischer Luft den uranfänglichen Geist der Dichtkunst zu ahnen“ (Goethe). Als der portugiesische König Johann V. – als „Arete Melleo“ ein Mitglied der Akademie – die Summe von 4000 Scudi spendete, konnten die Arkadier ein Gartengrundstück an den Hängen des Gianicolo (einem der sieben Hügel Roms) erwerben und dort einen dauerhaften Bosco Parrasio errichten. Der Architekt Antonio Canevari und sein Schüler Nicola Salvi schufen 1725 den barocken Garten aus drei mit Treppen verbundenen Terrassen, der an seinem oberen Ende von einem kleinen Amphitheater und einem klassizistischen exedraförmigen Gebäude gekrönt war. Die Anlage begann gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu verfallen und wurde 1839 restauriert. Erneuten Schaden nahm der Bosco Parrasio während der Italienischen Revolution von 1848/49, als die von Giuseppe Garibaldi angeführten Freiwilligen auf dem Gianicolo gegen die von Papst Pius IX. zu Hilfe gerufenen französischen Truppen kämpften. Aus Geldmangel musste die Akadmie die Anlage schließlich vermieten und bezog im Jahr 1892 ein Gebäude am Largo San Carlo al Corso, das an die Kirche Santi Ambrogio e Carlo angrenzt. Dorthin zogen auch das Archiv, die Bibliothek und die Kunstsammlung der Akademie. Die Ansichtskarte zeigt vermutlich einen der Räume am Largo San Carlo al Corso. Die Mittel aus der Vermietung des Bosco Parrasio reichten jedoch nicht aus, um die Miete und die hohen Instandhaltungskosten der Räumlichkeiten zu bezahlen, und so wurde die Akademie, die 1925 ihren Namen in „Accademia letteraria italiana“ geändert hatte, 1933 zwangsgeräumt. Nach verschiedenen räumlichen Provisiorien konnte sie schließlich 1940 in die Biblioteca Angelica umziehen, wo sie noch immer ihren Sitz hat. Ihre Bibliothek umfasst heute rund 14.000 Bände, darunter Monografien, Broschüren, Theaterlibretti und Zeitschriften.












































