„Der Sozi ist nicht grundsätzlich dumm, er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken.“
(Alfred Tetzlaff)
Ein alter Witz fürwahr, aber er enthält eben doch einige Wahrheit. (Gerade auch im Blick auf die aktuelle Lage, wo etwa in Berlin diese einst ehrbare Partei sich immer mehr ins Islamische bewegt.) Die SPD in Baden Württemberg rückt mit hohen 5,5 Prozent immerhin doch noch in den Landtag ein. Ist da für Häme Anlaß? Ja. Was fällt, das soll man stoßen, so sagte es Nietzsches Zarathustra. Das kann auch als ethischer Imperativ gedeutet werden: frei nach Rilke Satz aus dem Archaischen Torso: Da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Du mußt deine Parteiarbeit ändern! Mein Mitleid hält sich bei dieser SPD in Grenzen.
Man kann es aber auch freundlicher sagen: Wer derart und seit Jahren gegen seine eigenen Wähler Politik macht bzw. sich nicht strategisch klug umstellt, wird abgewählt und verliert Stimmen. Nicht nur „ein wenig“, sondern massiv.
Wie es anders geht und wie man den Rechtsaußenparteien Stimmen abtrotzen kann, gerade in Fragen der Migrationspolitik, die für viele Wähler zentral ist, das zeigten uns die dänischen Sozialdemokraten mit Mette Frederiksen. Da würde ich dann auch wieder Sozialdemokraten wählen. Und nein, Dänemark ist keineswegs zu einer faschistischen Diktatur mutiert, weil nun Massenmigration aus dem islamischen Großraum deutlich weniger attraktiv wurde.
Aber bei der SPD war leider immer schon eine gewisse intrinsische Dummheit oder wenn man es weniger scharf schreiben will eine intrinsische Borniertheit am Werk. Ich erinnere an einen Witz von Wolfang Neuss aus dem Jahr 1964: In Düsseldorf wollte die Stadt eine Straße in Heinestraße umbenennen. Die dortige SPD fragte, ob es nicht schädlich sei, eine so junge Sportlerin derart früh schon zu ehren [gemeint ist die damals sehr populäre Läuferin Jutta Heine].
Oder aber wir finden dort das klebrig-widerliche Milieu des wetterwendischen Wendehalstum. Bildlicher Ausdruck solcher sozialdemokratischen Erbärmlichkeit ist Frank „Mit Verlaub Herr Bundespräsident Sie sind ein A….“ Walter Steinmeier. Vermutlich fällt der SPD als Lösung für ihre Krise nun ein, daß man Sakia Esken und Norbert Walter-Borjans wieder zurückholen müsse, was immerhin den Vorteil mit sich brächte, daß mit letzteren niemand auch nur irgend etwas verbindet.
(Daß ich mir heute Pragmatiker sie Sigmar Gabriel schon fast zurückwünscht, ist auch kein gutes Zeichen eigentlich.)
Die Wahl in Baden-Württemberg zeigt uns vor allem, daß die AfD auch im Westen gut angekommen ist. Sie ist eben keine reine Ostpartei. Wie schon bei der Bundestagswahl. Und nun in Baden-Württemberg mit 18,8 Prozent. Die Partei mit dem meisten Zulauf.
Die gute alte SPD der 1960er und 1970er Jahre mit unserem Willy, die gibt es im Grund seit 45 Jahren nicht mehr. Und die tapferen Sozialdemokraten des Jahres 1932/1933: das ist nun bald hundert Jahre her und mit dem Ruhm der ein Jahrhundert zurückliegenden Vergangenheit läßt sich für die Gegenwart kaum Politik gestalten.
Der erste Schlag, nach dem es in der SPD sicht- und vor allem laut hörbar kriselte, war der parteiinterne Protest gegen den Natodoppelbeschluß seit 1979. Und ein weiteres tat Gerhard Schröder und das Jahr 2015 mit Grenzöffnung und Massenmigration von Muslimen nach Deutschland. Und da kommt dann Hildegard Knef auch ins Spiel: Von nun an gings bergab.
Das Problem bei der SPD besteht vor allem darin, daß so derart viele Fehler zusammenkommen und daß so derart verschiedene Wählermilieus bedient werden wollen. Das Vakuum füllen andere Parteien aus. Die AfD ist inzwischen zur Partei der „kleinen Leute“ geworden. (Nicht nur, aber eben auch: das Milieu, was früher im Westen die SPD und im Osten die PDS bediente.)
Für eine einst ehrbare Partei ist das alles unendlich traurig. Aber so geht nun einmal Politik. Der Gaul Geschichte trabt darüber hinweg.

(Entnommen der BILD, heute morgen acht Uhr)

Ein schönes Lied zum Schluß noch vom alten Degenhardt, dem DDR-Kommunisten mit den trotzdem guten Texten, nur sind diese linken Zeiten dann auch wieder vorbei. Ein feines Musikstück aus dem linken Museum der 1970er Jahre der alten BRD.