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OBSBOT Tiny 3 Test: Geniale 4K-Webcam mit KI-Tracking und Spatial Audio

Ist die OBSBOT Tiny 3 die besten 4K-Webcam 2026? Die neue Kamera kommt mit 1/1.28″-CMOS-Sensor, 4K/30 fps, Spatial Audio und AI Tracking 2.0 inklusive Voice Tracking und mehr. Bereits der Vorgänger in Form der Tiny 2 konnte anno 2024 eine echte Duftmarke im Bereich der besten Webcams setzen. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Insta360 legte erst kürzlich mit der Link 2 Pro-Reihe (unser Test) die Messlatte deutlich höher. Schlägt OBSBOT zurück? Das erfährst du in unserem OBSBOT Tiny 3 Test.

Technische Daten

Modell Tiny 3
Abmessungen (ohne Halterung) 37 x 37 x 49 mm
Gewicht (ohne Halterung) 63 g
Gewicht (inkl. Halterung) 88 g
Anschluss USB Typ C
Max. Videoauflösung 4K/30 Bilder pro Sekunde
Unterstützte Auflösungen
  • 3840×2160@[30 29.97 25 24 20 15]
  • 1920×1080@[120 60 59.94 50 30 29.97 25 24 20 15]
  • 1280×720@[120 60 59.94 50 30 29.97 25 24 20 15]
  • 1920×1440@[30 29.97 25 24 20 15]
  • 1280×960@[30 29.97 25 24 20 15]
Objektiv 1/1,28 Zoll CMOS (50 MP);
Sichtfeld: 82,4 Grad
Software OBSBOT Center
HDR Ja
Dual Native ISO Ja
Mikrofone 3 Mikrofone (1x Omnidirektional; 2x Direktional) mit Spatial Audio
Halterung magnetisch; 1/4-Zoll-Gewinde
Besonderheiten AI Tracking 2.0, Objekt-Tracking, Zone-Tracking, Tischmodus, Gestensteuerung 2.0, HDR, Weißabgleich, 2-Achsen-Gimbal, Sprachsteuerung, Schönheitsmodus
Preis € 379,00 *

OBSBOT Tiny 3 Test: Noch kleiner… und noch besser?

  • unglaublich klein und leicht
  • edles Design
  • USB-C; Magnetbefestigung; 1/4-Zoll-Gewinde

Bereits bei der Tiny 2 (unser Test) dachte ich, dass eine 4K-Webcam kaum in einem noch kleineren Gehäuse Platz finden könnte. Doch OBSBOT hat mich einmal mehr eines Besseren belehrt: Die OBSBOT Tiny 3 ist signifikant kleiner und leichter als ihr direkter Vorgänger.

Mit Abmessungen von 37 mm x 37 mm x 49 mm und einem Gewicht von gerade einmal 63 Gramm macht die Webcam ihrem Namen alle Ehre. Zum Vergleich: Die Tiny 2 kommt auf 62,02 mm x 47 mm x 44 mm und wirkt daneben mit 95,6 Gramm geradezu wuchtig. Unglaublich, was der Hersteller hier in ein derart winziges Gehäuse gepackt hat. Zumal die Tiny 3 aus technischer Sicht ebenfalls zulegt – und zwar deutlich. Doch dazu gleich mehr.

Bleiben wir erstmal beim Design: Das erinnert stark an den Vorgänger. Inklusive Gimbal für KI-Tracking, roten Rahmen um das Objektiv und Herstellerlogo an der Vorderseite. Anschluss findet die OBSBOT Tiny 3 an der Rückseite via USB-C und wird magnetisch mit einer Klemme am Monitor oder Display platziert. Natürlich gibt es auch diesmal wieder ein 1/4-Zoll-Gewinde, um die Cam bei Bedarf auf einem Stativ zu befestigen.

OBSBOT Tiny 3
Der Lieferumfang der OBSBOT Tiny 3

Obwohl das Gehäuse weitestgehend aus Kunststoff gefertigt ist, liegt die Verarbeitungsqualität einmal mehr auf herausragendem Niveau. Alles wirkt robust und hochwertig – so muss das sein. Im Lieferumfang der Tiny 3 von OBSBOT ist übrigens ein praktisches Transportcase enthalten. Außerdem legt der Hersteller einen USB-A-Adapter bei, falls du keinen USB-C-Pot mehr frei hast.

Inbetriebnahme und Software der OBSBOT Tiny 3

  • Plug and Play; sofort einsatzbereit
  • übersichtliche Software
  • mächtige Features

Hinsichtlich der Inbetriebnahme liegt die OBSBOT Tiny 3 auf Augenhöhe mit den besten Webcams. Dank Plug-and-Play-Konnektivität ist die Kamera nach dem Verbinden des USB-Kabels sofort einsatzbereit und kann für Aufnahmen verwendet werden. Dabei bringt die Neuauflage all die starken KI-Features mit, die bereits die Tiny 2 beherrscht – nur eben nochmal deutlich besser, intelligenter und vielseitiger.

OBSBOT Tiny 3

Die KI-Features und Neuerungen der Tiny 3:

  • AI-Tracking 2.0: Diese Weiterentwicklung der Tracking-Intelligenz, die man bereits aus der Tail 2 kennt, gibt es nun auch in der OBSBOT-Tiny-Serie.
  • Voice Tracking: Räumliche Audioinformationen direkt im Tracking, sodass die Kamera während Live-Sessions natürlich auf die jeweils aktive sprechende Person reagieren kann.
  • Only Me und Object Tracking: Die Tiny 3 kann sich in Gruppen auf eine Person fokussieren und auch Objekte zuverlässig tracken.
  • Gesten- und Sprachsteuerung: Die Bedienung erfolgt auf Wunsch über Handzeichen oder per Sprachbefehl (in Englisch)
  • OBSBOT Intelligent Directional Mic System: Kombiniert omnidirektionales Mikrofon mit zwei gerichteten MEMS-Mikrofonen. Erhält die natürliche Raumakustik, während es gleichzeitig gezielt auf die sprechende Person fokussiert und seitliche Störgeräusche reduziert
  • Voice Locator: Räumliche Erkennung von Schallquellen für sprachbasierte Interaktion sowie sprachgesteuerte Kamerakontrolle während Live-Sessions

Um diese mächtigen Features aber auch nutzen zu können, kommt die Begleit-Software OBSBOT Center zum Einsatz, die hinsichtlich des Funktionsumfangs deutlich zulegt und viele spannende Features mit einer intuitiven Bedienung kombiniert.

Hier lässt sich in einem aufgeräumten Interface absolut alles einstellen: AI-Tracking, Gimbal-Steuerung, Sichtfeld, Tracking-Tempo, HDR, Fokus, Belichtung und und und. Zusätzlich legst du fest, ob und wenn ja welche Bestandteile der Gestensteuerung (beispielsweise Zoom oder Tracking) und der Sprachsteuerung („Hi Tiny“ zum Aufwecken, „Zoom in Closer“ zum reinzoomen) aktiviert sein sollen und welcher Audio-Modus ausgewählt werden soll.

Über die virtuelle Kamera lässt sich das Bild dann zusätzlich mit verschiedenen Filtern und Effekten verfeinern. Beispielsweise kann so ein künstliches Bokeh hinzugefügt oder das Bild um diverse Schönheitsfilter ergänzt werden.

Die aus der Tiny 2 bekannten Filter (oder LUTs, Presets, wie auch immer du sie nennen willst) sind ebenfalls wieder mit von der Partie. Alles in allem eine mächtige aber leicht zu bedienende Software, die vollends überzeugen kann.

Bild- und Tonqualität der OBSBOT Tiny 3

  • 1/1.28-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln
  • 4K/30 oder 1080p/120
  • präziser Autofokus; starkes Tracking

Interessant wird es natürlich vor allem bei der Bildqualität der OBSBOT Tiny 3. Immerhin kommt der neue Sensor auf eine Größe von 1/1.28 Zoll und ist damit deutlich lichtstärker als der 1/1,5-Zoll-Sensor der Tiny 2. Zum Vergleich: Auch die neue Insta360 Link 2 Pro erreicht mit 1/1.3 Zoll nicht dieselbe Sensorgröße. Hat die Tiny 3 also bei der Bildqualität die Nase vorn? Das habe ich mir für den Test natürlich ganz genau angeschaut.

Und ich muss sagen: Die Bildqualität hat mich absolut umgehauen. Wie die Insta360 Link 2 Pro setzt auch die Tiny 3 auf Dual Native ISO und bildet dabei einen ISO-Bereich zwischen ISO 100 und ISO 12.800 ab, was sie sehr flexibel auch für Low-Light-Szenarien macht. Die HDR-Darstellung sucht zudem ihresgleichen, was die Webcam einem fortschrittlichen Feature namens DCG HDR verdankt:

Dabei werden Highlights und Schatten gleichzeitig erfasst, mithilfe von Dual Conversion Gain (HCG = High Conversion Gain und LCG = Low Conversion Gain). So wird der Dynamikumfang erweitert und gleichzeitig das Signal-Rausch-Verhältnis deutlich verbessert. Gleichzeitig werden Bewegungsunschärfen vermieden.

Das Ergebnis ist ein schnelles, gestochen scharfes HDR-Bild, das auch wechselnde Lichtszenen (beispielsweise bei RGB-Hintergrundbeleuchtung oder dem Hinzuschalten von Leuchtquellen) sehr schnell und präzise anpasst.

Das HDR arbeitet dabei merklich zuverlässiger, präziser und genauer als bei Insta360 und leistet sich keinerlei Patzer, wenn sich die Lichtsituation verändert. Das war ein Problem der Link 2 Pro. Auch die Bildqualität im Low-Light-Test kann absolut überzeugen, wobei hier in meinen Augen die Insta360 Link 2 Pro hinsichtlich der Schärfe die Nase vorn hat.

OBSBOT Tiny 3 Lowlight-Test: 

Insta360 Link 2 Pro Lowlight-Test:

Wenn man sich dafür entscheidet, das Bild manuell etwas anzupassen (beispielsweise im Hinblick auf die Verschlusszeit oder den Weißabgleich, lässt sich die Bildqualität noch einmal wesentlich verbessern, wie das folgende Beispiel zeigt. Bei der Generierung eines künstlichen Bokehs hat die Tiny 3 ebenfalls die Nase vorn und schneidet Personen oder Objekte wesentlich zuverlässiger und genauer aus als der Konkurrent.

Damit steht fest: Die OBSBOT Tiny 3 liefert eine herausragende Bildqualität und ist dem derzeit größten Konkurrenten hinsichtlich des Detailgrades bei guter Ausleuchtung, der HDR-Darstellung sowie dem Bokeh überlegen. Dafür schwächelt die Tiny 3 bei schwierigen Lichtverhältnissen ein wenig bei der Bildschärfe.

OBSBOT Tiny 3
Objektverfolgung der OBSBOT Tiny 3

Der Autofokus der OBSBOT Tiny 3 arbeitet ebenfalls sehr schnell und zuverlässig, allerdings fokussiert die Insta360 Link 2 Pro noch eine Spur schneller. In der Praxis nehmen sich beide Webcams hier also nicht viel. Das KI-Tracking der Tiny 3 funktioniert ebenfalls exzellent, während das Objekt-Tracking durchaus einen Mehrwert darstellt, wenn man beispielsweise Produktvideos aufnimmt.

Audioqualität der OBSBOT Tiny 3

Die Mikrofonqualität der OBSBOT Tiny 3 fällt, für eine Webcam, ebenfalls hervorragend aus. Das verdankt die Kamera dem neuen Set-up, das sich aus drei individuellen Mikrofonen zusammensetzt. Die meisten Webcams nutzen einfache Elektret-Kondensatormikrofone, die günstig in der Herstellung sind, aber oft unter schwankender Qualität und hoher Störanfälligkeit leiden.

Die Tiny 3 setzt stattdessen auf moderne Silizium-Mikrofone mit MEMS-Technologie (Micro-Electro-Mechanical Systems) – dieselbe Hardware-Architektur, die auch in hochwertigen True-Wireless-Kopfhörern, professionellen Hörgeräten und Studio-Equipment verwendet wird. Diese Halbleiterfertigung sorgt für gleichbleibend präzise Audioqualität ohne Serienstreuungen. Dank niedriger Verzerrung selbst bei hohen Lautstärken, hohem Signal-Rausch-Abstand und einem linearen Frequenzgang liefert die Tiny 3 einen klaren, natürlichen und professionellen Klang. Das Ergebni ist ein detaillierter Klang mit weniger Nachbearbeitung und zuverlässige Performance in unterschiedlichsten Umgebungen – vom ruhigen Studio bis zum lauten Büro.

OBSBOT Tiny 3 Test: Fazit

Die OBSBOT Tiny 3 präsentiert sich im Test als technisch beeindruckende 4K-Webcam, die in nahezu allen Kernbereichen auf Top-Niveau agiert. Besonders die Bildqualität überzeugt mit starkem HDR, hoher Detailtreue, zuverlässigem Autofokus und exzellentem AI Tracking 2.0 inklusive Voice Tracking und Objektverfolgung. Der große 1/1,28″-Sensor, Dual Native ISO und das präzise DCG-HDR sorgen für ein dynamisches, stabiles Bild selbst bei wechselnden Lichtverhältnissen. Hinzu kommen das extrem kompakte Design, die hochwertige Verarbeitung, die flexible Befestigung per Magnet und Stativgewinde sowie die leistungsstarke OBSBOT-Center-Software, die Funktionsvielfalt mit guter Bedienbarkeit kombiniert. Auch die Audioqualität hebt sich dank moderner MEMS-Mikrofone und Spatial Audio klar vom Webcam-Durchschnitt ab und liefert einen natürlichen, klaren Klang ohne externes Equipment.

Schwächen zeigt die Tiny 3 nur auf hohem Niveau. Bei schwierigen Low-Light-Szenarien fällt die Bildschärfe im direkten Vergleich mit der Insta360 Link 2 Pro minimal ab, und auch der Autofokus ist zwar sehr zuverlässig, aber nicht ganz so schnell wie beim stärksten Konkurrenten. Zudem ist der Funktionsumfang so umfangreich, dass Einsteiger:innen ohne Einarbeitung nicht alle Features direkt sinnvoll nutzen werden, was eine gewisse Lernkurve mit sich bringt.

Unterm Strich ist die OBSBOT Tiny 3 eine der aktuell leistungsstärksten Webcams am Markt und ein echtes Premium-Modell im 4K-Segment. Mit ihrer Kombination aus exzellenter Bildqualität, starker KI, hochwertigem Audio, durchdachter Software und kompaktem Design liefert sie richtig stark ab. Die UVP von rund 359 Euro ist allerdings nicht ohne. Gerade wenn man bedenkt, dass die schärfste Konkurrenz knapp 100 Euro weniger kostet.

PRO

  • Herausragende Bildqualität
  • Unglaublich kompakt
  • Toller Sound
  • Starke HDR-Darstellung
  • Geniales Tracking
  • Intuitive Bedienung
CONTRA

  • Autofokus könnte etwas schneller sein
  • Hoher Preis
  • Low-Light-Performance könnte besser sein

OBSBOT Tiny 3

Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Audioqualität
Software
Preis-Leistungs-Verhältnis

95/100

Herausragende Bildqualität in einem winzigen Gehäuse: Die OBSBOT Tiny 3 ist eine exzellente 4K-Webcam, die sich kaum Schwächen leistet.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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3 Kommentare

  1. Hallo Philipp,
    Danke für den Test!

    Als Besitzer eine Tiny 1 und 2 wäre ein Vergleich toll.
    Gefühlt hat sich an der Bildqualität nicht viel geändert und die Audioqualität ist bei der Tiny 2 auch schon mehr als ausreichend für normale Meetings oder Vorträge. Daher löst die Tiny3 bei mir keinen Kaufreflex aus.

    1. Sehr gerne 🙂 Ich kann gerne mal schauen, dass ich da noch einen Vergleich mache. Es hat sich schon einiges getan. Gerade was Lowlight und Schärfe angeht. Die Mikrofone sind auch wesentlich besser.
      Ausführliches Testvideo kommt heute

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