Mandala

💗 Montagsherz 💗


Drei Malzeiten und drei Abwaschs später komme ich doch noch dazu, das heutige Montagsherz zu verbloggen. Mit den drei weissen Herzschalen grüsse ich euch aus Andiast.

Sewing/Nähen

Licht und Dunkelheit – Stoffspielerei im Februar 2026


Willkommen zur Stoffspielerei im Februar 2026. Ich mache wieder mit, auch wenn aus meiner ursprünglich geplanten Arbeit nichts wurde. Angesichts der aktuellen Belastung scheint es mir gesünder, etwas Kleines zum Thema „Licht und Dunkelheit“ beizutragen. Möchtest du auch mitmachen? Hier sind die Daten fürs ganze Jahr.

22.02.2026: „Licht & Dunkelheit“ bei HeyyOskar

29.03.2026: „Taschen“ bei Petersilie und Co

26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe

31.05.2026: „Englisch Paper Piecing“ bei 123-Nadelei

28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch 

Juli und August: Sommerpause

27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche’s Touch

25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen

29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen


Aber nun zu meinen Überlegungen. Als ich nach dem Kurs vor fünf Wochen mein gewobenes samisches Band zeigte, machte mich eine Freundin auf eine samische Künstlerin aufmerksam, die auf Filz wunderschöne Bilder stickt. Ein Bild hat sich in mein Gedächtnis gegraben, weil es perfekt zum Thema der heutigen Stoffspielerei „Licht und Dunkelheit“ passt. Wenn ich die Augen schliesse, sehe ich auch jetzt noch die kahlen, dunklen Bäume vor schneeweissem Hintergrund.

Ich wollte ein solches Bild sticken, die schwarzen, blätterlosen Bäume im Schnee und dann Birken mit weisser Rinde, vom Vollmond hell beleuchtet, vor dunklem Hintergrund. Wie das Leben aber so spielt, war dann auf einmal soviel los, dass ich die etwas aufwendigere Arbeit verschieben wollte, denn Druck mit Handarbeiten mache ich mir schon lange keinen mehr.


Trotzdem hat mich hell und dunkel, schwarz und weiss nicht mehr losgelassen, und als mir beim Aufräumen eine Herzschablone in die Hände fiel, kam ich von den Bäumen ab und wollte Herzen schwarz auf weiss und weiss auf schwarz sticken.


Zur Probe malte ich je ein Herz auf Papier. Sticken schien jedoch auf einmal zu viel Arbeit zu machen, also dachte ich an drucken. Aber auch davon kam ich ab und wollte statt dessen lieber zwei Herzen aus schwarzem und weissem Stoff nähen. Und das war dann schliesslich eine sehr anspruchslose, aber dennoch befriedigende Umsetzung.

Zusammenfassend führte ein Gedanke zum nächsten, bis es stimmig war. Weil schwarz-weiss allein für mich sehr schwierig ist, fotografierte ich die beiden Herzen dann noch auf rotem Untergrund.

Verlinkt mit Hey Oscar. Anne Sophie sammelt die Beiträge.

Verlinkt auch mit der Samstagsrunde von Andrea in Berlin.

Samstagskaffee

Hü und Hot – Der achte Samstag 2026 – Forwards and Backwards


Abwechselnder Regen und Schneefall lässt mich fragen, ob denn nun noch Winter oder doch schon bald Frühling sei, zumal die Haselkätzchen lang und locker geworden sind und die Schnee- und Märzenglöckchen ihre Köpfe geöffnet haben. Trotzdem bläst ein kalter Westwind, der schwarze Wolken vor sich her schiebt, die weiter Schnee und Regen bringen.

Der wilde Wechsel passt zu meinem inneren Zustand. Hü und Hot. Mal habe ich Feriengefühle, weiss nicht, welcher Tag heute ist. Dann wieder spüre ich die Pflicht, in der Schule gute Arbeit zu machen.

Die Hühner mögen den Schnee nicht und machen im Stall drinnen Unordnung. Wird es ein nur bisschen wärmer, legen sie wieder Eier, grosse wohlgeformte Eier mit sonnengelben Dottern, Vorboten des Frühlings. Hü. Fallen die Temperaturen, bleibt das Legnest leer. Hot.

Es passt, dass in der Konditorei Schokoladehasen im Angebot sind und das Schaufenster der Papeterie voller Blumen und Blüten, Kränzchen und Körbchen ist. Obwohl, unter Papeterie assoziiere ich eigentlich Papier und Füllfederhalter, nur lockt das wohl niemanden ins Geschäft, wo hingegen die Häschen und Blümchen Sehnsüchte stillen.

Die letzte Woche Februar bricht an, also wieder Skilager in Andiast. Doch noch Winter und Schnee. Ja, es hat in den Bergen Unmengen geschneit, was gut ist. Dazu verspricht der Wetterbericht ab morgen vier sonnige und ziemlich warme Tage, die wir auch in der Küche geniessen können. Ich weiss auch noch, wie es riecht, wenn die Sonne an den Südhang scheint und das braune, wintergeplagte Gras die Wärme spürt.

Alternating rain and snowfall makes me wonder whether it is still winter or already spring, especially since the hazel catkins have become long and loose and the snowdrops and March bells have opened their heads. Nevertheless, a cold west wind is blowing, pushing black clouds ahead of it, which bring more snow and rain.

The wild change matches my inner state. Forwards and backwards. Sometimes I feel like I’m on holiday and don’t know what day it is. Then again, I feel the duty to do good work at school.

The chickens don’t like the snow and make a mess inside their coop. As soon as it gets a little warmer, they start laying eggs again, large, well-formed eggs with sunny yellow yolks, harbingers of spring. Forwards. When the temperatures drop, the nest remains empty. Backwards.

It’s fitting that chocolate bunnies are on sale in the bakery and the stationery shop’s window is full of flowers and blossoms, wreaths and baskets. Although I actually associate stationery with paper and fountain pens, that doesn’t attract anyone into the shop, whereas the bunnies and flowers satisfy people’s desires.

The last week of February is upon us, which means it’s time for another ski camp in Andiast. Winter and snow are still here. Yes, there has been loads of snow in the mountains, which is good. What’s more, the weather forecast promises four sunny and fairly warm days starting tomorrow, which we can also enjoy in the kitchen. I still remember how it smells when the sun shines on the south-facing slope and the brown, winter-battered grass feels the warmth.

Verlinkt mit Andrea in Berlin und der Samstagsrunde.

Thursday's Reality Shot

Thankful Thursday – My Father’s Eulogy


I am so very thankful that I found the right words for my father’s eulogy. At his funeral yesterday people were obviously touched and literally, everybody thanked me. I am thankful for having the gift of expressing thoughts, in writing and reaching people’s hearts. While reading the eulogy in church, I felt … are there other words? … God’s blessings and my father’s support.

Unserem Vater zum Gedenken

Als unser Vater vor eineinhalb Jahren im Spital war, erklärte mir eine aufgebrachte Krankenschwester, dass er ein greiser Mann sei. Ich war geschockt. Ja, natürlich lag da ein alter Mann im Bett, aber dieser Mann war für mich viel mehr. In einem kurzen Moment sah ich alle Männer, die er im Laufe seines Lebens für mich gewesen war. Leider sind mir die Worte im Hals stecken geblieben. 

Mein Vater ist der Mann, der mir in meiner Kindheit und vermutlich auch meinen Geschwistern auf unzähligen Wochenendspaziergängen durch die Wälder die Namen aller Bäume und Waldpflanzen lehrte: Rapunzel, Salomonssiegel, Vierblättrige Einbeere, Seidelbast …. 

Vater ist der Mann, der uns Kinder manchmal in seinem militägrau-beigen Auto mitgenommen hat, wenn er einen «Patrunigerlauf» rekognoszieren musste. Er hat damals mehr als einmal das festgefahrene Auto im Nirgendwo wieder aus dem Sumpf gezogen, während wir weinend und voller Angst zuschauten. Erst viel später habe ich gelernt, dass es Patrouillenlauf heisst, und weitere Jahre vergingen, bis ich mich selber rettete, als ich neben der Strasse in durchnässter Wiese feststeckte: Tannäste unter die Räder stopfen, Rückwärtsgang einlegen und ganz langsam anfahren.

Unser Vater ist der Mann, der uns auf Wanderungen in den Bergen hingeführt hat, wo er im Militärdienst gewesen war. Einmal waren wir im Münstertal, als er mit dem kleinen Urs im Huckepack voraus marschierte, sich immer wieder umdrehte und beruhigend sagte: «Nu no über säb Sätteli, denn simmer am Ziil» Aus dem kurzen Nachmittagsspaziergang wurde eine ausgedehnte Wanderung, die sich bis in den Abend hineinzog. 

Vater ist aber auch der unkonventionelle Mann, der im Reportermantel am Frühstückstisch sass. Er drohte uns jede Weihnachten mit einem Horrorseznario: Im nächsten Jahr würde er einen künstlichen Christbaum kaufen oder gar selber machen, weil es unmöglich schien, die elende Tanne senkrecht in den Ständer zu stellen. 

Vater ist der Mann, der sehr strenge Ansichten bezüglich Zwiebeln, Gewürzen, Brot und Sonntagszopf hat. Zwiebeln durften niemals in seine Nähe kommen. Mit Gewürz meinte er Salz, Pfeffer und Paprika. Ich habe das Fondor vergessen. Brot musste 24 Stunden alt sein. Und man musste immer zuerst das alte Brot essen, bevor neues angeschnitten wurde. Wer sich nicht an diese Regeln hielt, bekam etwas zu hören. Er belehrte uns zudem jeden Sonntag, dass man auf Zopf keine Butter streichen müsse, weil ja schon Butter drin sei.

Mein Vater ist der Mann, der mit uns unvergessliche Ferien verbracht hat, zum Beispiel Skiferien in Andermatt, wo er uns morgens und mittags die Skischuhe schnürte, bis er blutete. Oder Skiferien im Engadin, wo er bei steifstem und kältestem Malojawind mit blossen Händen unsere vereisten Skier aufs Autodach band.

Ich wollte der Pflegerin damals im Spital auch sagen, dass mein Vater jetzt zwar ein alter Mann sei, aber trotzdem ein Mensch bei vollstem Verstand, und dass er während seiner Berufszeit viele Männer kommandiert habe und es nicht ertrage, wenn man ihn nicht respektiert. Er hat, besonders nach der Pensionierung mangels Soldaten, auch seine Familie herumkommandiert. Oft mit wenig Erfolg. 

Mein Vater ist der Mann, der seine beruflichen Möglichkeiten einmal für mich eingesetzt hat, als ich mit meinen Semikolleginnen in Salen-Reutenen in einem Klassenlager war. Er nutzte die Lastwagen-Lernfahrt eines Rekruten, um uns mit Matratzen aus Armeebeständen zu versorgen, auf denen wir im Dachstock der Forsthütte mehr oder weniger gut schlafen konnten. Am Ende der Woche ging die ganze Fuhre in einer gleichen Aktion wieder zurück.

Mein Vater ist der Mann mit geschickten Händen, der mit grösster Sorgfalt an seiner Eisenbahn baute. In den ersten Jahren, als für Schienen kein Platz war, entstanden Modellgebäude in exaktem Massstab. Ich erinnere mich an einen Wasserturm und eine Fabrik, deren Kamin zu richten sehr schwierig war. Vater hatte ein Tabourettli umgedeht auf den Boden gestellt, an dessen vier Beinen er Fäden band, die zur Stabilisierung des Kamins dienen sollten, bis der Leim getrocknet wäre. «Himmel Stärne Sackzement», war das ein Gefluche! 
Erst als wir Kinder alle ausgezogen waren, konnte sich Vater im Kellerzimmer einrichten. Trotzdem ist die Eisenbahn nie fertig geworden, weil er sich lieber der Planung und den kleinsten Details widmete.

Nach seiner Pensionierung wurde er ein neuer Mann: Schriftsteller. Von da an trug er die Haare lang. Unkonventionell eben. Er verfasste unzählige Chroniken, Artikel und Leserbriefe und hatte damit mehr Erfolg als mit dem Aufsatz zum Thema «Werbung», den er für mich schrieb und der mir/ihm bei Lehrer Schäppi eine 3.25 einbrachte. Erst vor kurzem kam dieses prägende Erlebnis wieder einmal zur Sprache. Jetzt hat er es bestimmt endlich verkraftet.

Mein Vater ist auch ein Grossvater, der mit seinen Enkeln nicht nur ins Disneyland nach Paris fuhr, sondern sich mit ihnen zusammen auf den Bahnen vergnügte und selber grossen Spass hatte.

A propos Frankreich: Vater ist Monsieur le Colonel. Er verbrachte, nachdem er pensioniert wurde, allein, zu zweit mit unserer Mutter, mit Freunden und Bekannten oder mit uns inzwischen erwachsenen Kindern und den Enkeln Ferien in Frankreich, wo er für sich und uns alle ein Stück Zweitheimat geschaffen hatte. Er war immer grosszügig, holte am Morgen Baguettes im Nachbardorf und liess uns von seinem Weinvorrat im alten Backhaus trinken. Aus der Ruhe brachten ihn nur Zwiebeln und angetrocknete Sandwiches. 

In den letzten Jahren habe ich noch einen anderen Mann kennenlernen dürfen, einen mit enormer Zähheit und Kraft. Mehrmals hat er sich nach einer Krankheit erholt und uns alle mit seinem Lebenswillen überrascht. Noch am Tag seines Todes war er überzeugt, seine Zeit sei noch nicht abgelaufen, er habe hier noch Aufgaben zu erfüllen. Trotzdem ist er für immer eingeschlafen. 

Ich muss mich noch daran gewöhnen, dass er nicht mehr da ist, sondern wie er einmal sagte, nur um Papierdicke nebenan. 

Linking with Michelle at „It’s a small town life

Mandala

💕 Montagsherz – Voilà! 💕


Es war noch nicht Valentinstag, als ich in der Gärtnerei Blumen für Vaters Beerdigung bestellte. Ich nutze die Wartezeit, um ein Herz für die Montagsserie zu suchen. Voilà!

Frieden/Peace · Samstagskaffee

Keeping The Balance – Der siebte Samstag 2026 – Balance halten


Am Mittwoch bin ich, ist mein Magen aus dem Gleichgewicht geraten. Wen wundert’s: Es ist zu viel los, zu viel Ungeklärtes, zu viel Verrücktes. Zwischen da und dort habe ich meine Mitte, die Balance verloren. Der Magen ist nur der Indikator, das Lackmuspapier. Praktische Hausmittelchen, Wärme, Ruhe und Innenschau haben geholfen.

Auf dem Kalender steht heute der Spruch: Ab jetzt halte ich die Balance zwischen den Polen in meinem Leben.

Das wünsche ich euch allen! Zum Schluss möchte ich das Video teilen, das mir eine liebe Freundin geschickt hat:

https://www.youtube.com/watch?v=_qLPnHQ8kx8 Reflections of Life.

On Wednesday, my stomach got out of balance. No wonder: there’s too much going on, too many unresolved issues, too much craziness. Between here and there, I lost my centre, my balance. My stomach is just the indicator, the litmus test. Practical home remedies, warmth, rest and introspection have helped thankfully.

Today’s calendar quote reads: From now on, I will maintain a balance between the extremes in my life.

I wish you all the same! Finally, I would like to share a video that a dear friend sent me:

https://www.youtube.com/watch?v=_qLPnHQ8kx8 Reflections of Life.

Verlinkt mit Andrea vom Karminrot-Bog.