Schulbeutel für armutsbetroffene Kinder

Ehrenamtliche junge Leute nähten in den letzten Wochen 100 Schulbeutel aus alten Kleidern und gespendeten Stoffen. Am Mittwoch, den 23. Juli um 14 Uhr werden die 100 selbstgenähten Schulbeutel dann von youngcaritas (Projektladen „caridoo“ in Berlin-Prenzlauer Berg, Pappelallee 62) abgeholt und der Berliner Tafel (Beusselstrasse 44 N-Q Gebäude 30 A, 10553 Berlin) übergeben, wo Ehrenamtliche von Zalando die Schultüten mit Schulmaterialien, Süßigkeiten und Spielsachen auffüllen. Kurz vor Schuljahresbeginn werden die gepackten Beutel dann über die Ausgabestellen der Berliner Tafel und über Frauenhäuser an armutsbetroffene Kinder verteilt. Mehr dazu auf der Seite vom Berliner Caritasverband.

Fischvergiftung

Er hat ein Jahresvisum für Deutschland – darf sich hier aufhalten, aber nicht arbeiten. Das tut er schwarz  ohne Papiere auf Baustellen, in der Putzkolonne oder in der Gastronomie um seinem Kind das Studium zu finanzieren und die alten Eltern zu unterstützen. Meistens sind es zwei oder drei Jobs parallel.1 1/2 Jahre hat er noch vor sich.

Letzte Woche neben der Baustelle sah er in einem Imbiß ein Sonderangebot: Sushi fünfzig Prozent ermäßigt. Sushi wollte er schon immer mal probieren. Jetzt sah er seine Chance. Und nun hat er seit einer Woche eine Fischvergiftung, hat keine Krankenversicherung und traut sich nicht zum Arzt – könnte derzeit auch gar nicht aufstehen um in eine Praxis zu gehen. Der Onkel im Heimatland ist Arzt. Die beiden besprechen per Videocall was zu tun ist. Nicht ideal. Freunde besorgen die Medikamente. Es geht langsam besser, ganz langsam- und die Freunde bangen mit, ob alles gut geht. 

Hier mehr zu seiner Situation und hier noch mehr.

Kein Papiertaschentuch

Unterwegs von Kreuzberg nach Schöneberg mit der U-Bahn. An jeder Station steigt jemand ein, bittet um Geld oder Lebensmittel. Einer bietet eine Straßenzeitung an. Bei der Rückfahrt abends am U-Bahnsteig Möckernbrücke fragt ein migrantischer Obdachloser die Wartenden „bitte Taschentuch“. Keine/r gibt ihm eines. Als er sich am Ende des Bahnsteigs umdreht und zurück geht, zieht ein Fahrgast ein Päckchen Papiertaschentuch direkt vor ihm aus der Tasche, entnimmt eines und schneuzt sich ausgiebig vor dem Bittenden. Der fragt nochmal: „bitte Taschentuch“. Sein „Gegenüber“ schüttelt den Kopf.