wöchentliche Lebensmittelverteilung (2)

34, Kalenderwoche – August 2023 – für eine Person
nach 1 1/2 Stunden

Lebensmittelverteilung 2. Augusthälfte

1 Baguette
4 Brötchen
6 Donuts
1 Apfeltasche
1 Pizzatasche
1 kg Dinkelmehl
200 g Schmand
200 g Kartoffelsalat
1 Lauchstange
4 Karotten
1 Apfel
1 Banane
1 Orange
2 Birnen
125 g Himbeeren
100 g Kirschen

Mehr zu Lebensmittelverteilung

Zum Mindestlohn im Kühlraum

Sie ist bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt. Eine Woche in einer Schulmensa bei der Essensausgabe oder an der Spülmaschine. Dann Catering bei der „Messe“. Auch im Fußballstadion war sie schon beim Bratwurstverkauf.

Seit einigen Wochen ist sie an ein Subunternehmen verliehen, das Lunchpakete für Langstreckenflüge bereitstellt. Der Anfahrtsweg ist eineinhalb Stunden. Morgens geht es sehr früh los. Mit Kolleginnen – es sind überwiegend Frauen, die in diesem Bereich arbeiten – streicht sie, belegt sie und dekoriert Brötchen.

Acht Stunden. „Angezogen wie im Winter. Stiefel, zwei Paar Socken, Schal, Wollpullover, Mütze. Sonst hältst du das nicht aus im Kühlraum. Es hat acht Grad, damit die Kühlkette nicht unterbrochen ist. Der Heimweg ist dann wieder 1 1/2 Stunden. Ich bin nur noch fix und fertig, sehe kurz meine Mitbewohnerinnen und gehe um 8 Uhr ins Bett, damit ich morgens früh rauskomme.“

Derzeit hat sie so um die 160 Überstunden.

12 von 12 August 2023: Mehr Gesichter der Armut (2)

Immer am 12. eines Kalendermonats lädt Caro dazu ein, den eigenen Tagesablauf mit zwölf Fotos zu erzählen. Ich nehme das zum Anlass von armutsbetroffenen Menschen und den Orten, die für sie wichtig sind, zu erzählen.

 

Hier werden jeden Werktag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr Menschen beraten, deren Aufenthaltsstatus unklar ist, die von Abschiebung bedroht sind. Immer sind mehrere JuristINNEN anwesend, die sich hier ehrenamtlich engagieren. Die Nachfrage ist so groß, dass Wartenummern ausgegeben werden. Weil viele weiße Menschen People of Color nicht oder nicht gut unterscheiden können, gibt es gelegentlich auch Missbrauch: In „Handel mit der Wartenummer“ wird davon erzählt.

Auf dem Rollator neben dem Papierkorb vor einem Bioladen sitzt mehrmals in der Woche eine alte Roma-Frau und bittet um Geld. Sie spricht wenig Deutsch. Heute hat sie ein Rezept dabei für ihren 12jährigen Enkel. Er hat schon länger eine Halsentzündung und hustet. Sie bittet um Geld für die Rezeptgebühr. Jetzt ist sie unterwegs um das Rezept einzulösen.

Kellerversteck eines Flaschensammlers

Hier wird regelmäßig einmal wöchentlich für und mit armutsbetroffenen Menschen gekocht. Manchmal kann abends vor der Tür auch Brot mitgenommen werden.

 

Da liegt ein Mensch mitten am Tag vor einem Kaufhaus in einer Fußgängerzone. Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite vor einem anderen Kaufhaus liegt auch ein Mensch.

Fünf Minuten Wartezeit auf die U-Bahn. In dieser Zeit schauen fünf Menschen nach, ob etwas für sie Verwertbares zu finden ist: Zwei mit ungeschützten Händen, zwei leuchten mit dem Smartphone hinein.

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Bei den Schwestern der Mutter Teresa (Missionaries of Charity) im Wrangelkiez wird auch am Samstag und am Sonntag um 14.30 h Essen ausgegeben. Gerade werden die letzten Gäste in den Speiseraum eingeladen.

 

Einige Meter weiter vor dem Supermarkt an der Ecke stehen zwei Polizeitransporter.  Eine Person of Colour wird nach Drogen durchsucht. 

 

 

 

 

 

 

Dreimal wöchentlich vermittelt die Schlafplatzorga Schlafplätze für obdachlose MigrantINNen – egal ob für eine Nacht oder länger.

Wandgemälde am Spielplatz Manteuffelstraße: Monopoly Kreuzberger Variante – Gentrification-Kritik

Die anderen Beiträge von 12 von 12 sind bei Caro hier zu finden.

12 von 12 Juli 2023: Gesichter der Armut (1)

Gleich nebenan … (17)

… gibt es auf dem loosy-Blog einen sehr anschaulichen Bericht über einen ehrenamtlichen Einsatz Blogger für Flüchtlinge – unbeholfen helfen im  #LaGeSo

LaGeSo ist die Abkürzung für Landesamt für Gesundheit und Soziales, die Institution, die in Berlin staatlicherseits für Geflüchtete zuständig ist. 

Großzügig

Von ihm – einem der großzügigsten Menschen, die ich kenne, habe ich vor einiger Zeit erzählt im Beitrag „was kaufen für Baby„.  Nach langer Zeit habe ich ihn wieder gesehen. Letztes Wochenende auf dem Afrikafestival beim Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Alexanderplatz. Da tippt mich einer von hinten an und sagt „hallo“. Gut sieht er aus und chic angezogen. Damals als ich ihn kennenlernte hatte er nur die Kleidung, die er auf dem Leib trug. Er hat seine Nische gefunden und eine feste Arbeit. 

Er führt mich zum Stand eines Landsmanns mit vielen kunsthandwerklichen Dingen aus seinem Herkunftsland. Dem hilft er, denn der kann noch gar kein Deutsch. Wir unterhalten wir uns ein über das woher und wohin. Als ich mich verabschiede, nimmt er eine wunderschöne blaue Kette, überreicht sie mir feierlich mit den Worten: „Danke für alles Hilfe“.

Danke

Ich bin ganz perplex über das Interesse an diesem Blog im letzten Monat (Juli 2023), das weit überdurchschnittlich war. 552 BesucherINNEN waren da und haben 1112 Beiträge angeklickt.
In den 12 Monaten davor waren insgesamt 1106 BesucherINNEN hier (also monatlich im Durchschnitt 92) und haben 2156 Beiträge gelesen (monatlicher Durchschnitt 180).. .

Nur im Mai 2021 gab es mehr Zugriffe (1324) als Herr Joel in der Coronazeit aus Luxemburg wöchentlich eine Frage stellte und wissen wollte: Was ist frustrierend am Bloggen? habe ich im Hinblick auf mein Blog hier geantwortet.

Danke für Euer / Ihr Interesse.