Tafel-Erfahrung April 2022

Sie ist Ende Sechzig, lebt von Grundsicherung und geht seit Jahren zur Tafel. Es ist mühsam für sie mit ihrer Gehbehinderung. Das lange Warten – meist eine knappe Stunde – ist anstrengend für sie. Es gibt keine Sitzmöglichkeit. Seit Corona dürfen sie nicht mehr ins Kirchengebäude, und es ist eine windige Ecke.

Sie erzählt, daß sie diese Woche 2 1/2 Stunden anstehen mußte. Es dauert alles länger. Wegen der Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind. Da wird erst geprüft, ob die bei der richtigen Lebensmittelausgabestelle sind. Dann muß die ganze Anmeldeprozedur durchlaufen werden. Das dauert. Es sind immer so viele Lebensmittelpakete da, wie Menschen bei der jeweiligen Ausgabestelle angemeldet sind. Da die Leute aus der Ukraine gleich eine Tüte bekommen, gehen dann Stammkunden leer aus.

Was sie diese Woche bekommen hat – frage ich: Vier Bananen, zwei Orangen, Äpfel (die genaue Zahl ist mir entfallen, aber unter fünf), eine Salatgurke, zwei Kohlrabi. Nach zweieinhalb Stunden.