Ausbeutung in der Coronazeit

Für Menschen ohne Arbeitspapiere und gesicherten Aufenthaltsstatus ist es in der Coronazeit noch schwieriger geworden.

Einer erzählt, daß er regelmäßig – mehrmals monatlich – mit einem Kumpel Umzüge gemacht hat. Die Aufträge hat er von einem Subunternehmer bekommen. Es waren immer Umzüge von Mietshäusern, in denen es keine Aufzüge gibt. Jetzt ist die Auftragslage im Umzugs-gewerbe so, daß auch Unternehmen, die sonst solche Umzüge ablehnen, diese Aufträge annehmen. Er hat schon lange keine Umzüge gemacht.

Ein anderer erzählt, daß er – mit anderen zusammen – in einem bürgerlichen Viertel einen speziellen Renovierungsauftrag hat. In einem Einfamilienhaus soll ein Teil einer Wohnküche abgetrennt werden und zu einem Yogaraum für das behinderte Kind umgebaut werden. Die Arbeit ist sehr lärmintensiv und das Kind sehr lärmempfindlich. So wird es für einige Stunden am Tag zu in der Nachbarschaft wohnenden Verwandten gebracht.

Alles muß sich nach dem Kind richten. Wenn es – stundenlang – mit den Hunden spielen will, dann wird es erst zu den Verwandten gebracht, wenn es mit Spielen fertig ist. Die Arbeiter müssen in dieser Zeit warten und werden vor einem Fernseher geparkt. Bezahlt wird nur die Arbeitszeit – etwa zwei Drittel vom Mindestlohn. Höchstens drei Stunden am Tag arbeiten sie. Die Fahrtkosten muß er davon noch tragen.