Posts mit dem Label USA werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label USA werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. September 2019

Rezension: Acht Wochen Wüste von Wendelin van Draanen

Titel: Acht Wochen Wüste
Autorin: Wendelin van Draanen
Originaltitel: Wild Bird
Seitenanzahl: 336 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 13 J.
Reihe: Nein
Preis: 17 EUR
ISBN: 978-3-7348-5042-4 
Verlag: magellan Verlag
Erschienen am 17.07.2019
www.magellanverlag.de 

Klappentext:

Um 03:47 Uhr kommen sie Wren holen. Mitten in der Nacht wird sie aus ihrem Bett gezerrt und in ein wartendes Auto, dann in ein Flugzeug, und schließlich auf einen stundenlangen Marsch durch die Wüste geschickt. Warum das alles? Weil Wren so sehr die Kontrolle verloren hat, dass sich ihre Eltern einfach nicht mehr anders zu helfen wissen. Also heißt es für sie: Willkommen im Wildnis-Therapie-Camp. Wren ist stinkwütend, denn sie hat keine Ahnung, womit sie acht Wochen Wüste verdient hat. Oder etwa doch? 

Meine Meinung:

Das Cover ist mir im Laden sofort ins Auge gesprungen und passt sehr gut zum Inhalt des Buches.

Es geht um die 14-jährige Wren, die mitten in der Nacht abgeholt wird, um in ein Resozialisierungscamp in der Wüste gesteckt zu werden. Das Mädchen tobt und zetert, aber nichts hilft. Sie soll die nächsten acht Wochen in der absoluten Einöde verbringen und sich über ihr Verhalten klar werden.
Wren fühlt sich von ihrer Familie verraten und kann sich nur schwer mit ihrer Situation abfinden.

Die Anreise zum Camp wird sehr ausführlich beschrieben, doch es passt um in die Geschichte hineinzufinden, und sich einen Überblick über Wren und ihre Lage zu verschaffen. Denn nichts ist so wie es auf den ersten Blick erscheint. 
Die Handlung springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wodurch man als Leser langsam eine Ahnung bekommt, wie tief Wren wirklich in der Zwickmühle steckt. 

Wren ist trotz ihrer aufbrausenden Art ein liebenswerter Charakter. Die Autorin schafft es, dass man mit ihr mitfühlen kann, obwohl Wren sich auch oft falsch verhält. Durch die Ich-Perspektive bekommt man einen guten Einblick und kann plötzlich nachempfinden, weshalb sie auf die schiefe Bahn geraten ist. 

Im Camp wird Wren gezwungen sich endlich mit ihrem Leben und ihrer Situation auseinanderzusetzen. Das ist ein aufwühlender Prozess und wurde sehr authentisch geschildert.

Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Durch die Verflechtungen der Handlungstränge zwischen damals und heute ergibt sich ein abwechslungsreiches Lesen, dass einen durchgehend ans Buch fesselt. Die Landschaftsbeschreibungen sind genial, so dass man die Wüste Utahs ständig vor Augen hatte. Mir hat gefallen, dass trotz aller Ernsthaftigkeit der Humor nicht zu kurz kam.

Das Ende ist passend, auch wenn ich mir noch mehr über die Zeit nach dem Camp gewünscht hätte. 

Unterm Strich hat mich das Buch sehr positiv überrascht und ich habe jede Seite gerne gelesen. Es wird gezeigt wie wenig man im Leben braucht um seinen Weg zu finden. Und wie schnell man in eine Abwärtsspirale geraten kann. Es geht um Missverständnisse und Wut und um fehlende Kommunikation innerhalb der Familie.

Die Geschichte wird mich bestimmt noch eine Weile beschäftigen, denn die Autorin gibt einem Einiges zum Nachdenken mit auf den Weg.  
 

Fazit:

Ein junges Mädchen versucht in der Einsamkeit der Wüste wieder auf den richtigen Weg zu finden. Ein tolles Buch, dass zeigt, wie wenig man zum glücklich sein braucht, und wie stark jeder von uns sein kann, wenn er muss. Autenthisch geschildert und unterhaltsam bis zum Schluss. Mir hat es richtig gut gefallen und ich werde das Buch nicht so schnell vergessen. Von mir gibt es alle fünf Sterne. 
 

Autorin:

Wild Bird
Wendelin Van Draanen war lange Jahre Lehrerin, bevor sie das Schreiben zum Beruf gemacht hat. Inzwischen hat sie zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie eine Kampagne ins Leben gerufen, die sich dafür einsetzt, Kindern Freude am Lesen zu vermitteln. Sie lebt mit ihrer Familie in Kalifornien. (Quelle: amazon)



 
♕♕♕♕♕
 
Ich danke demagellanverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und lovelybooks für die tolle Leserunde.


-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst -

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.

Freitag, 6. September 2019

Rezension: Rebel Hearts - Das Licht in meiner Dunkelheit von Sebastian Thiel

Titel: Rebel Hearts - Das Licht in meiner Dunkelheit
Autor: Sebastian Thiel
Seitenanzahl: 273 Seiten
Genre: Dark Romance / Ab 18 J.
Reihe: Nein
Preis: 4,99 EUR
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS
Erschienen am 25.07.2019
www.digitalpublishers.de 
www.amazon.de 

Klappentext:

Gerade noch trank Samantha, die Erbin eines schwerreichen Familienimperiums, auf den feinsten New Yorker Partys Champagner, als sie vom NYPD verhaftet wird. Und plötzlich befindet sie sich mitten in der schlimmsten Nacht ihres Lebens. Jemand tötete ihren Vater und legte die Spur zu ihr. Schneller als sie die haltlosen Vorwürfe dementieren kann, sitzt Samantha in der Arrestzelle des NYPD und weiß: Nur sie selbst kann ihre Unschuld beweisen. Deswegen zögert sie keine Sekunde, als der geheimnisvolle Biker AJ aus dem Knast ausbricht und schließt sich ihm an. Samantha bleibt keine andere Wahl – um den Mörder zu finden, muss sie selbst zu einer Gesetzlosen werden. Nur gut, dass sie mit dem kriminellen AJ einen ebenso attraktiven wie charmanten Partner gefunden hat. Doch dann steht auf einmal alles auf dem Spiel ...

Meine Meinung:

Durch Zufall bin ich auf dieses eindrucksvolle Cover gestoßen und habe mich gespannt an meinen ersten Dark Romance Roman gewagt.

Es war reizvoll, da ein männlicher Autor aus der Ich-Perspektive einer Frau schreibt. 
Samantha ist gerade 30 Jahre alt geworden, als sie von ihrer Party direkt in den Knast wandert. Den Anfang der Geschichte kann man einfach dem Klappentext entnehmen. Daher war das schnelle Tempo in Ordnung, mit dem das Buch startet.

In der Gefängniszelle lernt Sam den Biker A.J. kennen und heftet sich etwas unfreiwillig an seine Fersen um ihre Unschuld zu beweisen. 
A.J. war ein sehr interessanter Charakter. Er wirkt düster, geheimnisvoll und trotzdem voller Ehre. Er lässt keine Gelegenheit aus und kämpft für seiner Männer bis zum letzten Hemd.

Auch Sam war ziemlich cool, obwohl sie immer als Partyqueen und oberflächliche Person dargestellt wurde. Sie weiß die Waffen einer Frau einzusetzen und hat mich damit immer wieder überrascht. Das hat mir gefallen. 

Zwar fand ich es etwas übertrieben, dass Sam immer sofort heiß auf die Männer war und sich quasi sofort die Kleider vom Leib riss, anstatt sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien, aber vielleicht ist das ja charakteristisch für dieses Genre. Im Bett geht es auf jeden Fall etwas derber zur Sache. 

Der Schreibstil war angenehm. Ich war an die Seiten gefesselt und habe das Buch zügig beendet. Die Handlung verläuft in einem guten Tempo. Zwar sind die Unterhaltungen manchmal etwas klischeehaft und auch die Story wirkte gerade am Ende etwas zu konstruiert, aber das hat nicht weiter gestört. Es passte ziemlich gut zusammen. 

Sam entwickelt sich im Laufe der Story vom Partymäuschen zur starken Persönlichkeit, die alles tut, um das Erbe ihres Vaters zu retten bzw. ihre Unschuld zu beweisen. Da vermischen sich die Grenzen zwischen gut und böse, schwarz und weiß. Und es blieb spannend, ob Sam noch weiter geht und sich an den Verrätern rächt.

Mich hat das Buch positiv überrascht, da es eine gelungene Mischung aus Krimi, Action, Erotik und Lovestory war. Klar kann man nicht alles Ernst nehmen, aber es hat mich gut unterhalten. Was möchte man mehr?
 

Fazit:

Die Geschichte ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Action, Erotik und Lovestory. Ich empfehle es für Leser ab 18 Jahren, die nichts gegen leichte Klischees und heiße Szenen einzuwenden haben. Ich wurde positiv überrascht und hatte ein paar unterhaltsame Lesestunden. Von mir gibt es vier dicke Sterne.
 

Autor:

Sebastian Thiel ist Schriftsteller mit Leib und Seele. Vom idyllischen Niederrhein aus schreibt er seine Romane und Kurzgeschichten. Seit mehreren Jahren ist er freiberuflicher Autor und widmet sich komplett dem Schreiben. (Quelle: amazon

♛♛♛♛♛


Ich danke www.digitalpublishers.de für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und lovelybooks und Sebastian Thiel für die tolle Leserunde.

-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 

Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Hörbuch-Rezension: Ich werde fliegen von Dana Czapnik

Titel: Ich werde fliegen
Autorin: Dana Czapnik
Originaltitel: The Falconer
Hördauer: ca. 529 Minuten (ungekürzte Lesung)
Gelesen von: Anna Carlsson
Reihe: Nein
ISBN: 978-3837145731
Verlag: cbj audio
Erschienen am 11.03.2019
www.randomhouse.de 
 

Klappentext:

New York, 1993: Die 17-jährige Lucy Adler ist klug und auf dem Basketballplatz ein Ass. Angesehen wäre sie jedoch nur, würde sie mit dem Strom schwimmen und die Jungs vom Rand aus anfeuern. Lucy ist seit einer gefühlten Ewigkeit in Percy verliebt, doch er ist mit einer oberflächlichen Cheerleaderin zusammen. Wie kann sie einen Weg in sein Herz finden? Und wie ihren Weg in eine selbstbestimmte Zukunft, in der sie alle Freiheiten hat wie ein Junge, aber trotzdem eine junge Frau bleibt?

Meine Meinung:

Ich konnte das Buch vorher überhaupt nicht einordnen und war daher sehr neugierig, besonders weil ich ein Fan der 90er Jahre bin.
Irgendwie hatte ich eine rosarote Liebesgeschichte erwartet und war daher von der Entwicklung der Story positiv überrascht, als ich gemerkt habe, dass es kein übliches Klischeebuch ist. 

Die Geschichte ist intelligent, schroff, teilweise rotzig und ziemlich ehrlich geschrieben. Lucy ist ein normales 17-jähriges Mädchen, dass lieber Basketball spielt, als sich um ihr Aussehen und Make-up zu kümmern. Sie schwärmt heimlich für ihren besten Freund Percy, mit dem sie kifft, Basketball spielt und die Tage rumbringt. Sie machen auf Underdogs, bis Lucy hinterfragt, ob ihre Freundschaft echt ist oder nur Show. Überhaupt macht sich Lucy um alles und jeden Gedanken. Besonders um die Rollenverteilung der Frau in der Gesellschaft im Allgemeinen und im Besonderen
Sie hat viele Vorurteile und ist sehr zynisch, wenn es um Beziehungen und Gefühle geht.

Dabei möchte Lucy einfach nur von anderen gesehen werden. Sie möchte Anerkennung für ihre Leistung als Basketballerin und sie möchte als Mädchen wahr genommen werden. Jedoch möchte sie sich dafür nicht verstellen oder verbiegen. Sie möchte sie bleiben! 

Das ist eine echt tolle Botschaft. Jedoch ist Lucy sehr frustriert, weil es nicht so einfach klappen will. Ihre größte Angst ist langweilig und angepasst zu sein (wie in ihren Augen die meisten Erwachsenen). Sie fühlt sich ungerecht behandelt, weil ein Junge an ihrer Stelle, viel mehr Freiheiten und Anerkennung hätte.

Ich konnte Lucy nie einschätzen. Einerseits durchsucht sie beim Babysitten die Sachen der Nachbarn, andererseits spielt sie den Moralapostel. Sie ist oft wütend und dickköpfig, will die Welt verändern und ist dann zu feige, die Sache mit Percy zu klären.

Das Buch hat keinen roten Faden im herkömmlichen Sinne. Wer also eine abgeschlossenen Handlung erwartet, lieber Finger weg. Die Geschichte begleitet Lucy in ihrem letzten Highschool Jahr und zeigt ihre Entwicklung. Es sind einzelne Sequenzen aus ihrem Leben, Szenen zu denen Lucy viel zu sagen hat. Ja, manchmal zu viel. Sie schweift aus und davon. 
Im Hörbuch hat mich das nicht weiter gestört. Im Gegenteil. Es war wie mit einer Freundin Auto zu fahren, die sich über gesellschaftliche Fragen Gedanken macht. (Hierfür ein großes Lob an die Sprecherin.) Ich kann schwer einschätzen, ob mich die gelesenen Worte ebenso gefesselt hätten, oder ob meine Gedanken dabei eher abgeschweift wären.

Ich mochte besonders das Setting. Man kann das New York der 90er Jahre förmlich riechen und schmecken. Lucy beschreibt die Gebäude an denen sie langgeht. Es gibt Telefonzellen und viele Anspielungen auf die damalige Musik (Nirvana-Konzert!). Alles ist sehr bildlich und realistisch dargestellt.

Da Lucy viel hinterfragt, bekommt sie irgendwann auch Antworten und muss feststellen, dass sie einige Dinge falsch eingeschätzt hat (zum Beispiel die Rolle ihrer Mutter). Sie merkt, dass ihre geschätzte Cousine Violett, doch nicht so unabhängig und locker ist, wie Lucy dachte. Und sie muss lernen in Bezug auf Percy ihre rosarote Brille abzusetzen. 

Die "Beziehung" zwischen Percy und Lucy wird von der Autorin sehr echt und schonungslos dargestellt. Es ist keine klischeehafte Lovestory, sondern das wahre Leben mit Fehlern auf beiden Seiten.

In meinen Augen wird der Drogenkonsum in diesem Buch zwar viel zu verharmlost, jedoch ist die Story so niveauvoll, dass die Leser(innen), die sich für die Geschichte interessieren, sicher nicht davon beeinflussen lassen. 

Insgesamt hat mir das Hörbuch echt gut gefallen. Es regt zum Nachdenken an, bietet Diskussionsstoff und wirft viele Fragen auf. Ein intelligentes Buch, fernab vom Mainstream, dass für alle Mädchen geeignet ist, die sich auch oft von der Jungs-/Männerwelt ungerecht behandelt fühlen.
 

Fazit:

Ein interessantes Hörbuch über eine junge Frau, die versucht ihre Rolle in der "Jungs-"Gesellschaft zu finden, ohne sich zu verbiegen. Überzeugt hat das 90er Jahre Setting in New York. Die Geschichte ist intelligent, schroff, teilweise rotzig und ziemlich ehrlich. Die Sprecherin macht eine gute Arbeit, so dass ich ihr immer gerne zugehört habe. Jedoch waren mir Lucys ausschweifende Gedanken manchmal zu langatmig. Unterm Strich brauchen wir mehr solche Bücher, weil sie anders sind und zum nachdenken anregen. Trotz kleiner Schwächen ein echter Lesetipp. Vier tolle Sterne. 


Autorin:

Dana Czapnik wurde in New York geboren und studierte dort die schönen Künste. Anschließend arbeitete sie als Redakteurin für das Sportmagazin ESPN, die United States Tennis Association und die Arena Football League. 2017 wurde sie für ihre literarischen Texte mit dem Förderpreis des Center for Fiction ausgezeichnet. 2018 war sie Literaturstipendiatin der New York Foundation for the Arts. »Ich werde fliegen« ist ihr Debütroman. Sie lebt mit ihrer Familie in Manhattan. (Quelle: Verlag)

♛♛♛♛♛
Ich danke dem Bloggerportal von Randomhouse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 
Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.

Dienstag, 30. April 2019

Rezension: Annähernd Alex von Jenn Bennett

Titel: Annähernd Alex
Autorin: Jenn Bennett
Originaltitel: Alex, Approximately
Seitenanzahl: 480 Seiten
Genre: Young Adult
Reihe: Nein
Preis: ab 13,99 EUR
ISBN: 978-3-646-92926-3 
Verlag: Königskinder/Carlsen Verlag
Erschienen am 29.09.2016
www.carlsen.de 


Klappentext:

Seinem Online-Schwarm im echten Leben zu begegnen kann böse Überraschungen mit sich bringen. Was, wenn er ein Idiot ist? Oder ein Langweiler? Bailey erzählt Alex aus dem Film-Forum deswegen erst mal nicht, dass sie in genau den kalifornischen Küstenort zieht, in dem er wohnt. Sie erzählt auch nichts von ihrem furchtbaren Job in der Tourifalle von Museum, bei dem sie sich jeden Tag halb tot schwitzt. Und erst recht nichts erzählt sie von Porter, Surfwunder und Aufschneider zugleich. Als Bailey und Porter nachts im Museum eingeschlossen werden, kommen sie einander näher. Damit wird die Sache allerdings kompliziert...

Meine Meinung:

Die 17-jährige Bailey zieht zu ihrem Vater an die Westküste der USA. Ihre Eltern haben sich vor einigen Jahren scheiden lassen und da Bailey jegliche Art von Konfrontation vermeidet, nimmt sie lieber einen Umzug in Kauf, als sich weiterhin mit ihrem Stiefvater auseinander zu setzen.
Einen Vorteil gibt es. In der kalifornischen Küstenstadt lebt auch ihr Internetfreund Alex. Er weiß allerdings nicht, dass Bailey zu Besuch ist bzw. zukünftig in derselben Stadt leben wird. Bailey möchte sich lieber langsam vortasten, um keine unangenehme Überraschung zu erleben. Sie nennt sich selbst eine notorische Ausweicherin. Gibt es ein Problem, dann duckt sie sich weg.

Wider erwarten lebt sich Bailey schnell ein. Sie bekommt einen Ferienjob in einer cooler Museumshöhle und findet schnell eine Freundin. Allerdings ist die Arbeit ein Knochenjob. Dazu kommt noch der nervige Wachmann Porter, der Bailey ständig aufzieht und sich über sie lustig macht. 

Doch während sich Bailey heimlich auf die Suche nach Alex macht, läuft ihr Porter immer wieder über den Weg und verwandelt sich langsam in einen echt tollen Typen. 

Das Setting der Küstenstadt fand ich sehr gelungen. Bailey bekommt einen Roller und kurvt über die Meeresstraßen, besucht die Verkaufsstände auf dem Pier und ist ständig am Strand, da auch das Surfen eine große Rolle spielt. Hinzu kommt die geniale Idee mit der Museumshöhle

Bailey erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Sie tritt öfter in Fettnäpfchen, ist vorsichtig und verschlossen, so dass man sich gut mit ihr identifizieren kann. Zeitgleich steht sie auf alte Filme und kleidet sich auch wie die Damen in den 30er Jahren. Nur am Ende wurde sie mir viel zu naiv dargestellt. Jeder Blinde mit dem Krückstock hätte erkennen können, weshalb Porter sauer auf sie ist. 

Das Ende ist auch mein kleiner Wehrmutstrophen. Bis Seite 430 habe ich das Buch total geliebt und hatte ständig Herzchen in den Augen, weil es einfach lustig, traurig und spannend zu gleich war. Doch dann hat die Autorin es mit der Auflösung von Alex etwas übertrieben. Bailey wurde einfach total naiv dargestellt, auch wenn es schlüssig erklärt wurde, konnte es mich nicht überzeugen. 

Porter ist ein interessanter Charakter. Er wurde selbst sehr verletzt, so dass er Mädchen gegenüber vorsichtig ist. Außerdem muss er zwei Jobs meistern um seine Familie mit über Wasser zu halten. Das alles hat ihn zwar zu einem beliebten Typen, aber auch zu einer Art Außenseiter gemacht. 

Bailey und Porter ergeben ein interessantes Gespann ab. Die Liebesgeschichte ist eher unkonventionell, aber umso glaubhafter, da man die Unsicherheit auf beiden Seiten spürt. Sie sind beide verbrannte Kinder, so dass es glaubhaft ist, weshalb sie ständig in Streit geraten und sich Missverständnisse ergeben.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Film-Zitat was ich total super fand. Zwischendurch gibt es immer wieder Chat-Verläufe zwischen Alex und Bailey.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Inhaltlich geht es um Baileys Entwicklung von einem verschlossenen Mädchen zu mehr Offenheit gegenüber den Menschen, die sie gerne hat. 
Es gibt viele unerwartete Wendungen und tragische Ereignisse aus der Vergangenheit, die bewältigt werden müssen. Man hat es nie kommen sehen und wurde deshalb immer irgendwie überrascht. 

Unterm Strich hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Die Geschichte hat Ecken und Kanten und ist nicht immer perfekt, doch gerade das hat sie so besonders gemacht. Ich kann das Buch nur empfehlen.
 

Fazit:

Ein sommerlicher Roman über die erste Liebe und ein Mädchen, dass sich ändern möchte, um ein schlimmes Ereignis zu verarbeiten. Ich hatte Herzchen in den Augen, weil die Charaktere so sympathisch waren und es gleichzeitig traurig, lustig und spannend war. Lediglich die Auflösung über Chatfreund Alex fand ich zu gestellt, doch es konnte meine Begeisterung kaum trüben. Von mir gibt 4,5 Sterne (also fünf) und ich empfehle das Buch wegen dem tollen sommerlichen Setting gerne weiter. 
 

Autorin:

30312700
Jenn Bennett wurde in Deutschland geboren, zog dann aber in die USA. Sie reist gern, u.a. nach Europa und Südostasien. Sie arbeitet hauptberuflich als Autorin und hat u.a. eine sehr erfolgreiche Fantasyserie geschrieben, bevor sie nun mit "Die Anatomie der Nacht" ihr erstes realistisches Jugendbuch vorlegt. Jenn Bennett lebt mit ihrem Mann in Georgia. (Quelle: Verlag)

Mittwoch, 24. April 2019

Rezension: Niemalswelt von Marisha Pessl

Titel: Niemalswelt
Autorin: Marisha Pessl
Originaltitel: Neverworld Wake
Seitenanzahl: 384 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 14 J./Thriller
Reihe: Nein
Preis: 18 EUR
ISBN : 978-3-551-58400-7
Verlag: Carlsen Verlag

Erschienen am 22.03.2019
www.carlsen.de 

Klappentext:

Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen – bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt. Der Schlüssel zur Entscheidung scheint Jims Tod zu sein – in ihrer Verzweiflung beginnen die Freunde nachzuforschen, was wirklich mit ihm passiert ist, in jener Nacht, in der er in den Steinbruch stürzte. Und langsam wird klar, dass sie alle etwas zu verbergen haben …

Meine Meinung:

Ich konnte das Buch überhaupt nicht einschätzen und war daher sehr gespannt auf die Story.

Den Einstieg fand ich etwas holprig. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Bee erzählt. Sie hat gerade das erste Jahr College hinter sich und möchte die Sommerferien bei ihrer Familie verbringen.

Eines Abends fährt sie zu einem Wochenendhaus an die Küste um ihre alten Schulfreunde Martha, Whitley, Kipling und Cannon wiederzutreffen. Seitdem ihr gemeinsamer Freund Jim bei einem Unfall ums Leben kam, haben sie sich nicht mehr gesehen. Bee möchte endlich wissen wie Jim gestorben ist, und verdächtigt die anderen etwas darüber zu wissen. Am Ende des Abends kommt es zu einem Autounfall und damit beginnt die Zeit in der Niemalswelt.
Ich finde es schade, dass der Klappentext soviel verrät, denn die nächsten Kapitel wären bestimmt spannender und überraschender gewesen, wenn man nichts von der Niemalswelt gewusst hätte bzw. der Zeitschleife in der die Jugendlichen festsitzen.

Doch man irrt sich, wenn man glaubt, dass man weiß wie es weitergeht. Die Autorin lässt ihre Charaktere bewusst oberflächlich erscheinen, denn so kann sie sie immer wieder in eine andere Richtung schubsen. Niemand ist so wie man glaubt, selbst Bee kann immer wieder mit Überraschungen und Kehrtwenden punkten.

Leider brauchte das Buch eine Weile um mich mitzureißen. Die ersten 120 Seiten habe ich als mühsam empfunden. Die Charaktere haben sich versucht in der Niemalswelt zurecht zu finden. Jeder ist anders mit der Zeitschleife und dem "Täglich-grüßt-das-Murmeltier-Zustand" umgegangen. Das konnte ich nachvollziehen, aber ich konnte keinen Zusammenhang oder Sinn erkennen. Der ergibt sich erst viel später. Je weiter ich gelesen habe, desto spannender und fesselnder wurde es. Plötzlich mochte ich das schnelle Tempo, dass die Autorin von Anfang an vorgibt. Auch wenn dadurch wichtige Dinge (wie Jim's Tod oder das Ergebnis der Abstimmung) fast untergehen. Es fügt sich alles gekonnt ineinander und lässt einen sprachlos zurück.

Immer wenn mir manche Erlebnisse zu glatt und vorhersehbar waren, dann hat die Autorin wieder eine Bombe platzen lassen und alles geändert. Das hat mich beeindruckt.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Es war temporeich und fesselnd
Inhaltlich ist die Story clever und faszinierend. Es hat Spaß gemacht, durch die Zeit zu springen und die Gesetzmäßigkeiten der Niemalswelt zu entdecken. 

Bee war mir zwar durchgängig zu distanziert, auch wenn es sich am Ende erklärt, aber so ging mir ihr Schicksal leider auch nicht so nahe, wie es hätte sein können. Man merkt irgendwie, dass sie dem Leser gegenüber nicht ehrlich ist, und so war ich immer misstrauisch.

Insgesamt hat mir das Buch trotzdem gut gefallen. Es hatte einfach etwas erfrischend Neues und großen Unterhaltungswert.



Fazit:

Nach einem zähen Einstieg konnte mich das Buch mit jeder Seite mehr fesseln. Es bietet wirklich ein Feuerwerk an Überraschungen und unerwarteten Wendungen. Nichts ist wie es scheint und alle Charaktere haben ein Geheimnis, dass gelöst werden möchte. Es hat Spaß gemacht die Gesetzmäßigkeiten der Niemalswelt kennenzulernen. Die Story ist clever und erfrischend mit großem Unterhaltungswert. Von mir gibt es vier dicke Sterne.

Autorin:

36545927Marisha Pessl stammt aus Asheville, North Carolina, und lebt mittlerweile in New York. Ihr Debütroman Die alltägliche Physik des Unglücks wurde ein internationaler Bestseller, hat diverse Preise gewonnen und ist von der New York Times als eines der 10 Best Books of the Year ausgewählt worden. Niemalswelt ist ihr erstes Buch für Jugendliche und junge Erwachsene. Mehr über Marisha auf MarishaPessl.com und auf Facebook, Twitter und Instagram. (Quelle: Verlag)


♕♕♕♕♕ 

Ich danke dem Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 





Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.

Donnerstag, 14. März 2019

Rezension: Die Penderwicks am Meer von Jeanne Birdsall

Titel: Die Penderwicks am Meer
Autorin: Jeanne Birdsall
Originaltitel: The Penderwicks at Point Mouette
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 10 J.
Reihe: Teil 3
Preis: 7,99 EUR
ISBN: 978-3-551-31320-1
Verlag: Carlsen
Erschienen am 22.02.2012
www.carlsen.de 

Klappentext:

Endlich ist es soweit, die Ferien haben begonnen! Skye und Jane, Batty und Hound fahren mit Tante Claire in ein winziges Häuschen direkt am Meer. Hier ist Skye die älteste Penderwick vor Ort. Doch so viel Verantwortung gepaart mit so viel Temperament, das ist nicht immer einfach. Weder für Skye selbst, die ab und zu gegen einen Baum treten muss, noch für die kleine Batty, die ihre Rettungsweste gar nicht mehr ausziehen darf. Dass es ein gänzlich unvergesslicher Sommer wird, dafür sorgen aber auch ein Klavier, neue Haarschnitte und ein verstauchter Knöchel – und nicht zuletzt der sympathische Nachbar Alec mit seinem Hund Hoover.

Meine Meinung:

Von den Penderwicks zu lesen ist wie ein schöner Urlaub. Ich habe die vier Schwestern vermisst und mich daher sehr auf den dritten Teil gefreut.

Diesmal fährt Rosalind (13 J.) getrennt von ihren Geschwistern in die Ferien. Für Skye (12 J.) ist das eine große Verantwortung, denn nun ist sie die ÄPO (=Älteste Penderwick vor Ort). Solche Regeln nehmen die vier Schwestern sehr ernst. Ihre Mutter ist vor fünf Jahren gestorben und so mussten sie früh lernen aufeinander aufzupassen.

Tante Claire nimmt die übrigen Penderwick-Schwestern mit ans Meer. Zum Glück darf im letzten Moment auch noch ihr gemeinsamer Freund Jeffrey (12 J.) mitkommen, den die Penderwicks im letzten Sommer kennengelernt haben (Band 1). Skye nimmt ihre Aufgabe als ÄPO sehr ernst, worunter besonders die 5-jährige Batty leiden muss. Denn Skye ist dummerweise ein Missgeschick mit der Liste passiert, die Rosalind ihr für Notfälle geschrieben hat, und so glaubt Skye, dass Batty vielleicht explodieren könnte.

Im Nachbarhaus wohnt ein Musikbegeisterter Mann namens Alec. Sie kommen bald ins Gespäch, als sein Hund Hoover und Tante Claire einen kleinen Unfall haben. Unfälle gibt es viele in den nächsten Tagen. Manche enden mit abgeschnittenen Haaren, obwohl da auch irgendwie ein Feuergott oder Liebeskummer dran Schuld sein könnte.

Langweilig wird der Urlaub jedenfalls nicht. Es gibt erste Küsse, Liebesgedichte, Liebeskummer, Elchbeobachtungen, Lagerfeuer mit Ritualen und Wünschen, Musik, ungeahnte Talente, einen Golfballhandel, und alte Familiengeheimnisse die gelüftet werden. 
Batty findet eine neue Freundin und Jane (11 J.) kann ihre Schreibblockade überwinden und ein neues Sabrina Starr- Buch schreiben.

Denn eins steht fest: Die Penderwicks halten zusammen. Egal was passiert. Und das macht diese Geschichte wahrscheinlich so schön. Obwohl die Erlebnisse der Schwestern auf den ersten Blick ungewöhnlich sind, wirkt die Geschichte doch normal und glaubwürdig. Die Charaktere sind einerseits skurril, aber andererseits auch total liebenswürdig. Das Buch hat eine unglaubliche Sogwirkung. Man kann einfach nicht aufhören zu lesen und fühlt sich der Familie zugehörig.

Der Schreibstil ist sehr eigen und teilweise ausschweifend, aber trotzdem flüssig. Manchmal wirkt es fast etwas steif, doch das ist eben genau das Markenzeichen dieser Geschichte. Ich hatte wieder großen Spaß beim lesen und freue mich schon auf den vierten Teil.


Fazit:

Diesmal geht es für einen Teil der Penderwick Schwestern ans Meer. Eine weitere tolle Geschichte, die zum schmunzeln und mitfühlen einlädt. Ungewöhnliche Charaktere und Erlebnisse verwandeln das Buch mit einer dicken Portion Herzlichkeit in eine fesselnde Lektüre. Ich hatte wieder ein paar schöne Lesestunden. Von mir gibt es alle fünf Sterne. Wer die anderen Bücher mochte, kann nichts verkehrt machen.

Reihe:

2874928132802281659005226047677

 

1) Die Penderwicks (Link zu meiner Rezi:--> Klick!) 
2) Die Penderwicks zu Hause (Links zu meiner Rezi: --> Klick!) 
3) Die Penderwicks am Meer
4) Neues von den Penderwicks
5) Die Penderwicks im Glück erscheint am 31.05.2019
 

Autorin:

9252036Jeanne Birdsall, in den Fünfzigerjahren aufgewachsen in einem Vorort von Philadelphia, wollte bereits als 10-Jährige Kinderbücher schreiben. Doch erst im Alter von 42 begann sie ihre schriftstellerische Laufbahn. Ihr Debütroman »Die Penderwicks« erhielt bereits kurz nach seinem Erscheinen zahlreiche Auszeichnungen. Die Autorin lebt heute in Northampton, Massachusetts. (Quelle: Verlag)
 

Donnerstag, 28. Februar 2019

Rezension: Ein Glück für immer von Ruta Sepetys

Titel: Ein Glück für immer
Autorin: Ruta Sepetys
Seitenanzahl: 384 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 14 J.
Reihe: Nein
Preis: ab 12,99 EUR
ISBN: 978-3551560025
Verlag: Königskinder
Erschienen am 21.11.2014
www.carlsen.de

Klappentext:

New Orleans in den Fünfzigerjahren: zwielichtige Gestalten, dunkle Gassen. Josie Moraine, Tochter einer Prostituierten, ist früh selbstständig geworden. Über dem Buchladen, den sie mit ihrem besten Freund Patrick zusammen führt, hat sie ein kleines Zimmer. Doch insgeheim träumt sie vom Smith College und einer Studentinnen-Freundschaft mit Charlotte. Und auch wenn das unerreichbar scheint für eine junge Frau ihrer Herkunft, will Josie sich nicht von ihren Plänen abbringen lassen. Dann taucht der Gangster Cincinnati in der Stadt auf. Ein Mann wird ermordet. Und Josie muss Entscheidungen treffen, die ihr Schicksal bestimmen.

Meine Meinung:

Wie viele Königskinder ist dieses Buch als Hardcoverausgabe ein echtes Schmuckstück. Im Einband gibt es ein historisches Foto aus den 50er Jahren und auch der Buchrücken ist mit einem goldenen Zitat bestückt.

Das Buch handelt von der 17-jährigen Josie. Obwohl ihre Mutter als Prostituierte arbeitet und Josie von Geburt diesem Leben ausgesetzt war, wollte sie selbst immer etwas Besseres für sich selbst. Sie möchte studieren, obwohl ein Studium in den 50er Jahren immer noch den reichen Leuten vorbehalten ist. Josie weiß woher sie kommt, aber sie ist auch eine Überlebenskünstlerin und nutzt jede Chance, die sie ihrem Traum näher bringt.

Willie, die das Bordell leitet, indem Josie's Mutter Louise arbeitet, hat immer ein Auge auf Josie und verhindert, dass sie selbst abrutscht. Josie muss für Willie arbeiten und sich umhören, dafür genießt sie Willie's vollstes Vertrauen. Etwas das sie von ihrer eigenen Mutter nie bekommt. Louise interessiert sich nur für sich selbst, Männer und Geld. Josie wird immer wieder von ihr ausgenutzt und übers Ohr gehauen.

Willie ist ein harter Knochen, doch wer ihr loyal zur Seite steht, den behandelt sie großzügig. Ihr loses Mundwerk war echt unterhaltsam. 

Als ein Mann im French Quarter ermordet wird, gerät Josie's Mutter in Verdacht. Josie versucht alles um nicht ins Visier zu geraten, und muss dafür wichtige Entscheidungen bezüglich ihrer Zukunft treffen. 

Das Buch ist unheimlich atmosphärisch. Sprachstil und Beschreibungen lassen das New Orleans der 50er Jahre mit  winzigen Details lebendig werden. Und hier geht es um das French Quarter. Ein raues Fleckchen Erde, wo Drogen, Prostitution und Kriminalität herrschen. 

Der Schreibstil ist bildlich und einnehmend. Man sieht alles vor sich und fühlt sich komplett im Geschehen.

Josie ist erstaunlich. Sie ist klug, taff und nicht auf den Mund gefallen. Sie nutzt jede Möglichkeit, die sich ihr bietet. Sie kann mit einem Revolver umgehen und lässt sich von niemanden wirklich einschüchtern. Durch die Schicksalsschläge wächst sie einem schnell ans Herz und man leidet und freut sich mit ihr.

In jedem Nebencharakter, ob nun Cokie, Patrick, Charlie oder Jesse, steckt soviel Charme und Herzblut, dass man unheimlich an der Geschichte hängt. Sie ist fesselnd, eigen und voller Emotionen. Denn auch wenn Josie selten etwas zu lachen hat, ist das Buch trotzdem witzig und wirklich großartig geschrieben. Ich hatte großen Spaß beim lesen, denn die Story ist einfach mal etwas komplett anderes. Es ist kein Pageturner im herkömmlichen Sinne, sondern überzeugt mit seinen herausragenden Charakteren.

Ich kann das Buch wirklich weiterempfehlen. Ein echtes Schmuckstück und Geheimtipp, wenn man mal etwas abseits vom Mainstream lesen möchte.
 

Fazit:

Eine wundervolle Geschichte über eine junge Frau, die im Untergrund von New Orleans der 50er Jahre versucht ihr Glück und ihren Weg zu finden. Das Buch steckt voller Herzblut, Charme und überzeugt mit herausragenden Charakteren. Der einnehmende Schreibstil hat mich begeistert und ich habe jede Seite geliebt. Von mir gibt es alle fünf Sterne. Ein echter Geheimtipp.
 

Autorin:

Ruta Sepetys wurde in Michigan geboren und hat litauische Vorfahren. Ihren Wurzeln ging sie in ihrem ersten Buch, "Und in mir der unbesiegbare Sommer", nach. Für ihren zweiten Roman, „Ein Glück für immer“, hat sie ihre Lust an historischer Recherche mit dem Interesse an New Orleans und seinem schillernden French Quarter verbunden. (Quelle: Verlag)

Montag, 25. Februar 2019

Rezension: Broken Beautiful Hearts von Kami Garcia

Titel: Broken Beautiful Hearts
Autorin: Kami Garcia
Originaltitel: Broken beautiful Hearts
Seitenanzahl: 416 Seiten
Genre: Young Adult
Reihe: Nein
Preis: 14,00 EUR
ISBN
: 978-3959672528
Verlag: Harper Collins - ya!

Erschienen am 01.02.2019
www.harpercollins.de

Klappentext:

Davor war alles gut: Peyton hatte ihren Traumtypen gefunden und die Zusage für ihr Wunschcollege in der Tasche. Danach ist ihre Welt zerbrochen. Niemand glaubt ihr, was in jener Nacht passiert ist. Um all diese Erinnerungen hinter sich zu lassen, zieht Peyton in eine andere Stadt. Sie ist wild entschlossen, nie wieder einen Jungen in ihr Herz. Doch als sie Owen trifft, fällt es ihr immer schwerer, sich an diesen Vorsatz zu halten. Und das, obwohl Owen etwas vor ihr zu verheimlichen scheint …

Meine Meinung:

Im letzten Jahr habe ich I knew u were Trouble von der Autorin gelesen und es sehr geliebt. Daher war ich neugierig auf Broken Beautiful Hearts.

Peyton's große Leidenschaft ist Fussball und sie hat über den Sport sogar ein Stipendium ergattert. Alles läuft super. Zwar kämpft sie immer noch mit der Trauer um ihren verstorbenen Vater, aber ihr Freund Reed gibt ihr die nötige Kraft, auch wenn die Beziehung in letzter Zeit nicht mehr so harmonisch ist. 

Auf einer Party geraten Peyton und Reed in einen Streit. Es eskaliert und Peyton wird verletzt. Danach ist nichts mehr wie es war. Reed verdreht die Tatsachen und niemand glaubt Peyton. Wütend und verängstigt, zieht das Mädchen erstmal zu ihrem Onkel und seinen Zwillingen, um wieder gesund zu werden.

An der neuen Highschool hat es Peyton nicht immer leicht. Sie kann nach dem Vorfall niemanden mehr vertrauen und ist daher sehr skeptisch, als sie Owen kennenlernt, der sich offensichtlich für sie interessiert.

Peyton ist ein Charakter mit Ecken und Kanten. Man kann sie leicht als temperamentvoll, stur, zickig und auch leidenschaftlich beschreiben. Sie ist nicht immer sympathisch und oft auch anstrengend. Aber mit der Zeit findet sie ihre Ruhe und Kraft und konnte mich damit wieder auf ihre Seite holen. Warum sie nichts über den Tod ihres Vaters wissen wollte, habe ich allerdings nicht verstanden.

Owen ist ein guter Gegenpart. Er ist begeisterter Kampfsportler und überall eine Art Vermittler. Er kümmert sich um andere und versucht seine eigenen Geheimnisse zu verstecken. Als Person mochte ich ihn wirklich gerne. Er zeigt seine Gefühle und ist Peyton gegenüber loyal und beschützend

Leider gibt es um seinen Charakter einige Logikfehler, die von der Autorin nicht ausführlich beleuchtet werden, oder warum ist er in der Schule ein Außenseiter, wenn er doch andererseits überall beliebt ist? Sein Geheimnis konnte mich leider auch nicht überzeugen und wirkte sehr konstruiert. Die dargestellte Leichtfertigkeit passte irgendwie nicht zu dem zuvor beschriebenen "Owen".

Der Schreibstil ist einfach gehalten. Man kann das Buch gut weglesen. Einige merkwürdige Formulierungen sind sicher der deutschen Übersetzung geschuldet. 

Insgesamt bedient sich die Autorin ordentlich in der Klischeeschublade. Die Cheerleader sind zickig und oberflächlich, die Footballer immer auf eine Schlägerei aus. Unterm Strich endet eigentlich jedes Gespräch in der Schule mit einem Kampf oder einem Streit. Das war irgendwann etwas zu viel.  

Die fast erwachsenen Zwillinge benehmen sich eher wie kleine Kinder. Zuerst war das Verhalten witzig, aber zum Ende war ich ziemlich genervt. Auch die Geschichte mit Grace hat für mich keinen richtigen Sinn ergeben und lässt mich unschlüssig zurück.

Dafür mochte ich die Liebesgeschichte zwischen Owen und Peyton sehr gerne. Sie fühlen sich glaubhaft zueinander hingezogen und man versteht, weshalb Peyton Owen gegenüber misstrauisch ist. Es gab Emotionen und süßes Geplänkel

Die Kampfsportszenen waren bildlich und spannend dargestellt. Es war insgesamt ein interessantes Setting für ein Buch. 
Leider wirkte die Story oft zu konstruiert und passend gemacht. Dadurch ging einiges an Leichtigkeit verloren und es wurde größtenteils vorhersehbar
Die drohende Gefahr durch Reed und seine Schema-F-Sprüche haben bei mir keine echte Spannung erzeugt. Das finde ich so schade, weil ich das Buch wirklich gerne gemocht hätte, aber irgendwie war die Geschichte nie ganz stimmig. Ich hatte bis zum Ende das Gefühl, dass etwas fehlt. Es ist schwer zu erklären, weil es trotzallem unterhaltsam war. Vielleicht weil einige Handlungsstränge ins Leere liefen, die vorher wichtig erschienen.

Das Ende war temporeich und dramatisch und hat das Buch zu einem guten Ende gebracht. Insgesamt konnte mich die Autorin damit versöhnen, auch ihr Nachwort war interessant und aufschlussreich.

Unterm Strich war das Buch in Ordnung, auch wenn mich die Charaktere nicht immer überzeugen konnten. Es hat Spaß gemacht zu lesen, aber ich hatte doch mehr erwartet.

Fazit:

Eine solide Geschichte, die mich etwas zwiegespalten zurücklässt. Ich wurde gut unterhalten, jedoch wirkt die Story sehr oft konstruiert und auch die Charaktere konnten mich mit ihrem Handeln nicht immer überzeugen. Dafür mochte ich die Liebesgeschichte und das Setting rund um die Kampfsportszene. Von mir gibt es drei gute Sterne. Empfehlenswert für Liebhaber von Highschoolgeschichten, bei denen man keine großen Überraschungen erwartet, sondern sich einfach unterhalten lässt.


Weitere Bücher:

Rezension : I knew u were Trouble

 

Autorin:

33158532
Die Nr. 1- New-York-Times-Bestsellerautorin ist in Washington, D. C. geboren. Einer ihrer Fantasyromane wurde von Hollywood verfilmt. Bevor sie Schriftstellerin wurde, hat sie als Lehrerin gearbeitet. Zusammen mit ihrer Familie und ihren zwei Hunden Oz und Spike (die sie nach den Charakteren aus »Buffy, die Vampirjägerin« benannt hat) lebt sie in Maryland. Kami Garcia ist Mitbegründerin eines großen Jugendbuchsliteraturfestivals, das in Charleston stattfindet. (Quelle: Verlag)


♛♛♛♛♛


Ich danke Harper Collins für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und lovelybooks für die tolle Leserunde.


-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 




Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...