Letzte Meldung

Frankreich führt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre ein. Am Abend stimmte die Nationalversammlung dem entsprechenden Gesetz zu. Das Verbot soll bereits nach den Sommerferien in Kraft treten.

Für neue Konten in sozialen Netzwerken soll das Gesetz ab dem 1. September gelten, für bestehende Konten soll es eine Übergangsfrist von vier Monaten bis zum 1. Januar 2027 geben. In dieser Zeit „werden wir die schon existierenden Konten von unter 15-Jährigen schließen“, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron. Er setzte sich zuletzt besonders für das Verbot ein.

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Frankreich führt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre ein. Am Abend stimmte die Nationalversammlung dem entsprechenden Gesetz zu. Das Verbot soll bereits nach den Sommerferien in Kraft treten.

Für neue Konten in sozialen Netzwerken soll das Gesetz ab dem 1. September gelten, für bestehende Konten soll es eine Übergangsfrist von vier Monaten bis zum 1. Januar 2027 geben. In dieser Zeit „werden wir die schon existierenden Konten von unter 15-Jährigen schließen“, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron. Er setzte sich zuletzt besonders für das Verbot ein.

Ausland

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat gegen ihre Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern wie angekündigt Berufung eingelegt.

Das berichteten französische Medien unter Verweis auf die Justiz heute. Eine von einem Berufungsgericht verhängte einjährige Haftstrafe mit Fußfessel wird somit vorläufig nicht vollstreckt. Le Pen kann also wie von ihr geplant zunächst ungehindert in den Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr starten.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach dem Berufungsurteil auf eine Revision verzichtet. Das Kassationsgericht hatte angekündigt, über eine Revision von Le Pen bis spätestens Anfang April und somit vor Beginn der Präsidentschaftswahl zu urteilen. Die erste Wahlrunde ist für den 18. April und die zweite Runde für den 2. Mai 2027 geplant.

Fußfessel in Wahlkampf trotzdem möglich

Wenn das Kassationsgericht das Urteil des Berufungsgerichtes billigt, womit die Strafe rechtskräftig wird, muss Le Pen im Wahlkampf eine Fußfessel tragen. Außerdem müsste es seine Entscheidung deutlich früher vor der Wahl fällen. Denn über das Datum und die Modalitäten zum Anlegen einer Fußfessel würde ein Strafvollstreckungsrichter erst einige Wochen nach Rechtskraft des Urteils befinden.

Le Pen jedenfalls gesetzlich wählbar

Sollte die Le Pen bis dahin zur Präsidentin gewählt worden sein, würde sie danach Immunität genießen und die Strafe könnte erst nach ihrer Amtszeit vollstreckt werden. Ein weiteres Hindernis hat das Berufungsgericht bereits aus dem Weg geräumt.

Es entzog ihr das passive Wahlrecht – also die Möglichkeit zu kandidieren – für lediglich 15 Monate, eine Strafe, die Le Pen seit dem Urteil in erster Instanz also bereits verbüßt hat. In erster Instanz hatte das Gericht ihr das passive Wahlrecht noch für fünf Jahre und mit sofortiger Wirkung entzogen.

Nach der Absage künftiger Wahlen durch den nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega haben die USA die internationale Gemeinschaft zur Isolierung des Landes aufgerufen. US-Außenminister Marco Rubio erklärte heute, Ortegas Äußerungen offenbarten dessen wahren autoritären Charakter.

Nicaragua könne in den Beziehungen zu anderen Staaten keine Rückkehr zur Tagesordnung erwarten, solange es demokratische Prinzipien ablehne. Ortega und seine Ehefrau, Kopräsidentin Rosario Murillo, hätten selbst den Schein aufgegeben, sich auf den Rückhalt der Bevölkerung zu stützen, fügte Rubio hinzu.

Das für die Region zuständige Büro des US-Außenministeriums rief die Partner auf dem amerikanischen Kontinent dazu auf, gemeinsam mit den USA dafür zu sorgen, dass die Menschen in Nicaragua eine Zukunft frei von Tyrannei wählen können.

Ortega hatte erklärt, dass es in dem mittelamerikanischen Land keine Wahlen mehr geben werde. Damit wolle er verhindern, dass von den USA unterstützte Bewegungen die Macht an sich rissen. Der 80-Jährige regiert seit 2007 ununterbrochen.

In Ungarn ist die FIDESZ-Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orban Ziel einer Durchsuchung geworden. Im Datenzentrum der Partei wurden die dort befindlichen Server beschlagnahmt.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft teilte gegenüber der Nachrichtenagentur MTI mit, dass es sich um Ermittlungshandlungen im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Veruntreuung von Geldern des Nationalen Kulturfonds (NKA) gehandelt habe.

Zuvor hatte FIDESZ im Onlinedienst Facebook bekanntgegeben, dass Durchsuchungen in dem Datenzentrum im Gange seien, in dem ihre Server untergebracht sind. Die „Tyrannei“ habe „ein neues Niveau erreicht“, beklagte die Partei.

Magyar will aufräumen

Der proeuropäische Konservative Peter Magyar hatte mit seiner konservativen TISZA-Partei bei der Wahl in Ungarn am 12. April eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erobert und FIDESZ eine empfindliche Niederlage bereitet.

Magyar prangert die Korruption unter Orban an und kündigte die Schaffung einer unabhängigen Behörde an, die dafür zuständig sein soll, die in den 16 aufeinanderfolgenden Jahren unter Orban „begangenen Missbräuche aufzudecken“ und die veruntreuten Gelder zurückzuholen.

Rund zwei Monate nach seiner Absetzung als Chef der größten türkischen Oppositionspartei CHP hat Özgür Özel heute die Gründung einer neuen Partei angekündigt.

Man werde sich heute mit den lokalen Parteivorsitzenden besprechen, den Parteirat konsultieren und anschließend eine neue Partei gründen, sagte Özel vor der CHP-Fraktion in Ankara.

Könnte größte Oppositionspartei werden

Noch ist nicht bekannt, wie viele der 135 CHP-Abgeordneten mit ihren Mandaten zur neuen Partei übertreten werden – Beobachter gehen von rund 80 aus. Damit würde diese unmittelbar die größte Oppositionspartei des Landes werden.

Özel begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass das Berufungsgericht in die Sommerpause gegangen sei, ohne sich mit dem Einspruch gegen seine Absetzung zu befassen. Ein Gericht in Ankara hatte Ende Mai den Parteitag 2023, auf dem Özel zum CHP-Vorsitzenden gewählt worden war, wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt und Özel abgesetzt.

An seiner Stelle setzte das Gericht vorläufig Özels umstrittenen Vorgänger Kemal Kilicdaroglu ein, der als schwacher Politiker und damit bevorzugter Gegner des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gilt.

Nach mehreren Vorfällen mit Booten vor der Küste Mauretaniens werden dort nach UNO-Angaben mehr als 140 Menschen vermisst. Sie hätten die gefährliche Überfahrt von Westafrika nach Europa versucht, teilte das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) heute mit.

Die Route zu den Kanaren „bleibt eine der weltweit tödlichsten“ wegen langer Strecken, der Bedingungen auf See, nicht seetauglicher überfüllter Boote und wenig Chancen auf schnelle Rettung, hieß es.

In den vergangenen Tagen meldeten Behörden in Mauretanien, dass ein aus Gambia gestartetes Boot mit etwa 160 Menschen an Bord in Seenot geraten sei. Nach mehr als drei Wochen Fahrt sei der Treibstoff ausgegangen. Schon nach zehn Tagen hätten die Menschen keine Lebensmittel und Wasser mehr gehabt, weshalb sie Meerwasser hätten trinken müssen.

Drei Vorfälle binnen einer Woche

Aus dem benachbarten Senegal war nach mauretanischen Angaben zudem ein Boot mit etwa 180 Menschen an Bord gestartet, die bei einem Einsatz der Küstenwache alle gerettet worden seien. Das UNHCR berichtete von mehr als 380 Menschen, die von einem weiteren und damit insgesamt drei Vorfällen im Laufe etwa einer Woche sicher an Land gebracht worden seien.

Der vor rund zwei Monaten aus der Untersuchungshaft entlassene Türkei-Reporter der Deutschen Welle (DW), Alican Uludag, ist heute erneut festgenommen worden.

Wie sein Anwalt der dpa bestätigte, wurde der Journalist in Gewahrsam genommen und zur Staatsanwaltschaft in Ankara gebracht. Grund für seine Festnahme seien Ermittlungen gegen ihn nach einem Beitrag auf der Plattform X, in dem sich Uludag kritisch über die türkische Justiz geäußert hatte.

Vorwurf der „Aufstachelung“

Wie die Generalstaatsanwaltschaft von Ankara auf X mitteilte, werde gegen Uludag wegen der Vorwürfe der „Aufstachelung des Volkes zu Feindseligkeit oder Erniedrigung“ sowie der „Verbreitung irreführender Informationen“ ermittelt.

Der türkische Journalist, der auf Berichterstattung über das türkische Justizsystem spezialisiert ist, war im Februar dieses Jahres verhaftet worden. Angeklagt wurde Uludag wegen Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und der Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen. Hintergrund sind unter anderem Äußerungen des Journalisten auf X.

Prozess im September

Im Mai wurde er am ersten Prozesstag aus der Haft entlassen, der Prozess soll nach Angaben seines Anwalts am 18. September fortgesetzt werden. Uludag hat die Vorwürfe gegen ihn stets abgestritten und nach seiner Entlassung erklärt, er werde weiterhin als Journalist tätig sein. Wie die DW damals mitteilte, sagte Uludag: „Wir haben nur eine Waffe, und das ist unser Stift. Diesen Stift werden wir niemals aus der Hand legen.“

Inland

Die rechtsextremen Identitären und ihre Verbindungen in die FPÖ beschäftigen weiter Politik und Medien. Heute berichtete der „Standard“ über Chats aus Ermittlungsakten aus den Jahren 2018 und 2019.

Diese zeigen regen Kontakt, den Identitären-Funktionär Martin Sellner damals zu Mitarbeitern in freiheitlich geführten Ministerien pflegte. Verärgert über fehlende Unterstützung der FPÖ soll Sellner aber auch mit der Gründung einer eigenen Partei gedroht haben.

„Wenn die Blauen kneifen …“

Im Jahr 2018 lief gegen Sellner und andere Führungskader der rechtsextremen Gruppierung ein Gerichtsverfahren in Graz. „Die FPÖ sei entweder zu schwach oder habe kein Interesse daran, den Identitären zu helfen“, beklagte er sich laut dem Transkript einer Sprachnachricht beim FPÖ-Urgestein Heinrich Sickl.

Der damalige Grazer Gemeinderat ist mit Sellner „freundschaftlich verbunden“, so bewerten es laut „Standard“ die Ermittler. Er war damals auch der Vermieter der Grazer Identitären-Zentrale. Man werde der FPÖ „noch einige Tage Zeit geben“, eine Petition für die Identitären zu unterschreiben, richtete Sellner aus. Dann drohte er: „Wenn die Blauen kneifen, müsse man wohl eine eigene Partei gründen.“

Kontakte zu Kickls Büroleiter

Mit dem früheren Büroleiter des damaligen Innenministers Herbert Kickl (FPÖ), dem nunmehrigen FPÖ-Klubobmann in Niederösterreich, Reinhard Teufel, soll Sellner ebenfalls schon 2017 „per Du“ gewesen sein. Die Ermittler hätten dem Bericht zufolge nur wenige Nachrichten zwischen den beiden gefunden, weil sich ihre Chats automatisch löschten. Auf eine Anfrage des „Standard“ reagierten weder Sickl noch Teufel.

SPÖ und NEOS empört

Andere Parteien nahmen die bekanntgewordenen Chats zum Anlass, ein weiteres Mal vor den Freiheitlichen zu warnen. „Die FPÖ und ihre Nähe zu diesem rechtsextremen Netzwerk hat System“, sagte ÖVP-Verfassungssprecher Wolfgang Gerstl in einer Aussendung.

Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim zeichnen diese ein „erschreckendes Bild engster Verbindungen zwischen der FPÖ und den Identitären“. „Die FPÖ unter Herbert Kickl und die rechtsextremen Identitären sind längst keine getrennten Welten mehr“, so NEOS-Klubobmann Yannick Shetty.

Krieg in Nahost

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran weitere Angriffe angedroht, unter anderem auf die unterirdische iranische Atomanlage am Berg Kuh-e Kolang Gas La (Pickaxe Mountain). Die USA seien mit dem Iran „noch lange nicht fertig“, sagte Trump heute bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus.

Mit Blick auf die in der Nähe von Natans gelegene Atomanlage sagte Trump: „Wir werden dieses Gebiet ziemlich bald und sehr hart angreifen.“

Trump fügte hinzu, normalerweise würde er keine Ziele für Angriffe bekanntgeben, doch der Iran könne „nichts dagegen tun“. Westliche Geheimdienste vermuten, dass der Iran in der tief unter der Erde gelegenen Nuklearanlage eine geheime Urananreicherungsanlage errichtet.

Angesichts des wieder aufgeflammten Iran-Krieges sieht die Internationale Energieagentur (IEA) die weltweite Ölversorgung zunehmend unter Druck. „Die Eskalation der Feindseligkeiten, von der die Straße von Hormus und die Energieinfrastruktur in der Region betroffen sind, verstärkt die Sorgen um die Versorgungssicherheit und die Unsicherheit hinsichtlich der Marktaussichten“, sagte IEA-Direktor Fatih Birol heute.

„Bedrohungen für die Meerenge von Bab al-Mandab, die als Umgehungsroute für die Straße von Hormus zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, verschärfen diese Sorgen noch weiter.“

Märkte für Benzin und Diesel besonders angespannt

Die verfügbaren kommerziellen Lagerbestände schrumpften weiter, und die Raffinerietätigkeit sowie das Produktangebot hätten nicht im gleichen Maße zugenommen wie die Rohöllieferungen, sagte der IEA-Chef. Das bedeute, dass die Märkte für raffinierte Ölprodukte, darunter Diesel und Benzin, deutlich angespannter seien als die für Rohöl.

Huthi-Miliz: Sechs Schiffe zur Umkehr gezwungen

Birol bezog sich auch auf die von der Huthi-Miliz verkündete „Blockade“ für saudische Schiffe. Sechs Schiffe seien in der Region zur Umkehr gezwungen worden, berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf deren Militärkreise. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es noch nicht.

Die Huthis kontrollieren im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von hier aus können sie mit ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormus zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt.

Die libanesische Armee hat nach eigenen Angaben mit der Verlegung von Truppen in die Ortschaft Sawtar al-Gharbija im Rahmen einer Sicherheitsvereinbarung mit Israel begonnen. Die Ortschaft ist eine von mehreren Pilotzonen im Südlibanon. Hier soll ein Abzug der weiterhin im Libanon stationierten israelischen Truppen getestet werden.

In diesen Zonen sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht.

Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert, bevor das Vorgehen auf andere Gebiete ausgeweitet wird. Die libanesische Armee gab an, dass israelische Streitkräfte das Feuer während des Einsatzes eröffnet hätten und die Umsetzung daher erschwerten.

Israel spricht von Warnschüssen

Israels Armee teilte später mit, libanesische Soldaten seien in ein Gebiet gekommen, das nicht Teil der Pilotzone gewesen sei. Sie sollen den Angaben zufolge dort Absperrungen durchbrochen haben. „Das verstößt gegen die zwischen den Parteien getroffenen Vereinbarungen.“

Deshalb habe das israelische Militär Warnschüsse abgegeben, die die libanesischen Soldaten nicht gefährdet hätten. Die libanesischen Soldaten zogen sich laut Israels Armee schließlich aus dem Gebiet zurück.

Aoun bei Trump

Der libanesische Präsident Joseph Aoun besuchte unterdessen US-Präsident Donald Trump in Washington und bat um weitere Unterstützung für die staatliche Armee. Andernfalls könne ein neuer Bürgerkrieg in seinem Land kommen.

„Der Libanon ist sehr lange sehr schlecht behandelt worden“ und sei über „Jahrzehnte hart getroffen“ worden, sagte Trump. Die Armee werde aber selbstständiger, und es gebe „konkrete Pläne“ für weitere Hilfe der USA.

Ukraine-Krieg

Die Zahl der getöteten Zivilistinnen und Zivilisten im Ukraine-Krieg ist nach Angaben der Vereinten Nationen stark gestiegen. In der ersten Jahreshälfte habe die UNO-Menschenrechtsmission in der Ukraine (HRMMU) „1.396 zivile Todesopfer und 7.978 verletzte Zivilisten dokumentiert“, so deren Leiterin Danielle Bell heute in Genf.

Das entspreche einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das UNO-Menschenrechtsbüro verurteilte mehrere Angriffe der vergangenen Tage, bei denen in der gesamten Ukraine und in Russland zivile Opfer zu beklagen waren.

„Zivilisten und zivile Infrastruktur stehen unter dem Schutz des humanitären Völkerrechts“ sagte der Sprecher des UNO-Menschenrechtsbüros, Thameen Al-Kheetan. „Jeder vorsätzliche Angriff dieser Art ist ein Kriegsverbrechen.“

Russland bestreitet zwar, zivile Ziele anzugreifen. Allerdings überzog Moskau zuletzt ukrainische Städte verstärkt mit Luftangriffen. Auch Kiew hat seit einigen Monaten seine Angriffe auf russisches Gebiet verstärkt. Die ukrainische Regierung spricht dabei von Vergeltung für die seit mehr als vier Jahre andauernden Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und konzentriert sich in erster Linie auf Energieinfrastruktur.

ZIB2-Hinweis

Der Chef der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck, sorgt weiter für Wirbel. Nachdem sich Ruck auch verächtlich über Industrievertreter und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) geäußert haben soll, wächst der Druck auf Ruck weiter. Dazu im Gespräch Bernhard Görg, früherer Obmann der ÖVP-Wien.

Syrien-Rückkehrer

Österreich belohnt Syrer für die Rückkehr ins Heimatland mit vielfältigen Unterstützungsleistungen. Doch viele warten nach der Ausreise monatelang auf die versprochenen Hilfen.

Gewaltschutz

Der Staat muss erstmals für versäumten Opferschutz einstehen. Der Oberste Gerichtshof spricht einer heute 22-Jährigen Schadenersatz zu.

Schatzkammer im Berg

Ein Schweizer Unternehmer baut ein unterirdisches Tunnelsystem als sicheren Safe für die Wertgegenstände von Superreichen.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Rot- und Roseweine aus den deutschen Anbaugebieten Rheinhessen und Württemberg könnten bald zu hochprozentigem Alkohol gebrannt und dann etwa für Desinfektionsmittel genutzt werden.

Die EU-Kommission in Brüssel habe einem deutschen Antrag auf Krisendestillation zugestimmt, erklärte das rheinland-pfälzische Weinbauministerium heute. „Ziel ist es, das bestehende Überangebot an Rot- und Roseweinen abzubauen und den Markt zu entlasten.“

„Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, darf der durch diese Destillation gewonnene Alkohol ausschließlich für industrielle Zwecke, zum Beispiel Desinfektionsmittel oder Energie genutzt werden“, erklärte das Ministerium weiter – nicht aber für Getränke oder Lebensmittel.

Kultur

Neun Monate nach dem spektakulären Juwelenraub im Pariser Louvre soll der betroffene Museumsteil wieder zu besuchen sein. Die Apollo-Galerie werde morgen wieder geöffnet, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf informierte Kreise. Allerdings würden in der Galerie vorerst keine Juwelen mehr ausgestellt.

Außenansicht der Gallerie d’Apollon (Apollo-Galerie) des Louvre in Paris
APA/AFP/Christophe Delattre (Archivbild)

Über die Wiedereröffnung hatte zuvor die Zeitung „Le Parisien“ berichtet, die auch ein Interview mit Museumsdirektor Christophe Leribault führte. Ihm zufolge wurden die bei dem Raub nicht entwendeten Juwelen aus der Apollo-Galerie an einen sicheren Ort gebracht.

„Wir werden für sie in einem anderen Teil des Museums einen sicheren Raum einrichten, einen fensterlosen Tresorraum“, kündigte Leribault an. „Das bringt umfangreiche Bauarbeiten mit sich, aber wir müssen den idealen Standort finden. Und die Finanzierung klären.“

Beute nach wie vor nicht gefunden

Bei dem spektakulären Juwelendiebstahl im Oktober 2025 waren vier Männer am helllichten Tage mit Hilfe eines Lastenaufzugs in die Apollo-Galerie im Louvre eingedrungen.

Sie erbeuteten einen Teil der französischen Kronjuwelen im Materialwert von 88 Millionen Euro. Die mutmaßlichen Täter wurden festgenommen, aber die Beute wurde bis heute nicht gefunden.

Hinweis

Der Freispruch für den Ex-Generalsekretär in Karin Kneissls (FPÖ) Außenministerium, Johannes Peterlik, im Prozess wegen Amtsmissbrauchs und Verletzung der Geheimhaltungspflicht ist rechtskräftig. Peterlik war am 22. April von allen Vorwürfen freigesprochen worden – mehr dazu in ORF.at.

Eine anschließend von der Staatsanwaltschaft Wien angemeldete Nichtigkeitsbeschwerde hat diese am 16. Juli zurückgezogen, wie das Landesgericht für Strafsachen Wien mitgeteilt hat.

Peterlik bestritt Vorwürfe

Dem Spitzenbeamten war vorgeworfen worden, den als geheim klassifizierten Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zu einem Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal im Jahr 2018 in Großbritannien, der auch die Formel der Nervengiftgruppe Nowitschok zum Inhalt hatte, ohne dienstliche Erfordernis angefordert zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah dafür keine Berechtigung und kein dienstliches Erfordernis.

2021 war Peterlik vom Dienst suspendiert worden, wie das Außenministerium damals bestätigt hat. 2025 hat die Staatsanwaltschaft Wien Anklage gegen den früheren Spitzendiplomaten eingebracht – mehr dazu in ORF.at.

Im Prozess, der im März 2026 begann, wies Peterlik alle Vorwürfe der Anklage zurück und bekannte sich nicht schuldig – mehr dazu in ORF.at.

Die Nowitschok-Formel landete schließlich laut Medienberichten bei Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, der mittlerweile für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB tätig sein soll. Eine Schiene von Peterlik zu Marsalek war nicht belegbar, das Gericht sah außerdem ein klares dienstliches Interesse Peterliks durch ein Treffen mit dem damaligen russischen Botschafter in Wien. Dass Peterlik die streng klassifizierten Unterlagen an den Mitarbeiter des damaligen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Egisto Ott weitergegeben habe, wiesen sowohl Peterlik als auch Ott im Prozess zurück – mehr dazu in ORF.at

Schöffensenat fällte Freispruch

Der Freispruch für Johannes Peterlik erfolgte nach vier Verhandlungstagen. Das Landesgericht für Strafsachen Wien urteilte als Schöffengericht, dass Peterlik seine Pflicht zur Geheimhaltung nicht verletzt und keine OPCW-Dokumente an Egisto Ott weitergegeben habe – mehr dazu in ORF.at.

Der Schöffensenat zeigte sich überzeugt, dass Peterlik nicht die in den beiden Anklagepunkten Missbrauch der Amtsgewalt nach § 302 Abs 1 StGB und Verletzung einer Pflicht zu Geheimhaltung nach § 310 Abs 1 StGB vorgeworfenen strafbaren Handlungen begangen habe. Dieser Freispruch ist rechtskräftig.