Vom Vorfrühling (7)

Die Landschaft im Regen

Der Schönheit Sieg fast mehr gelingt
Dem Reiz, der durch den Regen dringt,
Als wenn die Landschaft wunderhold
Ergrünt in blauem Sonnengold.

(Karl Mayer, Die Landschaft im Regen, in: Frühlingslaute, Frühlingsbilder, 1940, aus: Gedichte, 3., verb. u. verm. Ausgabe, Online-Quelle)

 

Frühling

Abendlich tönet Gesang ferner Glocken,
lächelnd versinkt voll Frühling ein Tag.
Über das eigene Lied scheu erschrocken,
verstummte die Amsel mitten im Schlag.
Und in dem Regen, der nun begann,
fing leise die Erde zu atmen an.

(Wolfgang Borchert, Frühling, aus: Das Gesamtwerk, Online-Quelle)

 

Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

(Rainer Maria Rilke, Vorfrühling, In: Die Gedichte 1922 bis 1926 (Muzot, etwa 20. Februar 1924), Online-Quelle)

 



Quelle: Pixabay

Als die wärmeren Temperaturen kamen, schmolz der hartnäckige Schnee buchstäblich über Nacht. Einen Tag später regnet es stetig und sacht, und draußen ist alles sehr friedlich und schön. Bald werden die eisigen Phasen für diesen Winter hoffentlich endgültig hinter uns liegen …
Der Rilke gehört zu meinen Lieblingsgedichten, da müsst ihr jetzt durch. 😉

Ihr Lieben, ich bin nicht glücklich über meinen Gesundheitszustand und der endlich konsultierte Doc ist es auch nicht. Es kann sein, dass ich ein paar Tage wenig werde online sein können/wollen – nein, ich gehe in einem öffentlich zugänglichen Blog nicht in Details. Seht es mir nach, wenn euch meine Kommentare oder Likes fehlen, es liegt nicht daran, dass ich euch plötzlich weniger wertschätze, ich brauche nur mehr Zeit für mich.

Ansonsten bleibt die Parole: Kommt gut, gesund und heiter in und durch die neue Woche!

 

 

56 Kommentare zu “Vom Vorfrühling (7)

  1. Liebe Christiane, herzlichen Dank für die Vorfrühlingsgedichte, mein Favorit ist die Landschaft im Regen – ich werde heute versuchen, ihr etwas abzugewinnen. Dir gute Besserung und ganz liebe Grüße, eva

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  2. Wenn der Gesundheitszustand schon ein Zustand geworden ist… *seufz*. Ich wünsche Dir alles Gute, Genesung und dass Du den Weg findest, der für Dich wirklich stimmig ist. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, um Entscheidungen zu fällen, Informationen zu sammeln. Ich biete Dir aus der nahen Ferne eine Umarmung an, wenn Du magst.

    Zu den Vorfrühlingsgedichten: Bei den beiden Schlusszeilen hat Borchert mich. Ein wunderbares Bild, wie die Erde zu atmen beginnt. Über Rilke müssen wir gar nicht erst… dieses Gedicht gehört auch zu meinen liebsten. Über Herrn Mayers Werk musste ich schon auch schmunzeln. Solche Absurditäten wie „Ergrünt in blauem Sonnengold.“ gehen wirklich nur im Rahmen von Gedichten (für mich). Läse ich so etwas in einem Roman, würde ich es als Schwulst direkt in die Ecke werfen.

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    • Momentan kann ich alles brauchen, was mir den Rücken stärkt. Die Lage ist noch unklar.
      Ich gebe dir übrigens völlig recht mit der Gedichtzeile. Herr Mayer ist da sprachlich nicht wirklich glücklich.
      Vormittagsteegrüße mit Regen 🌧️ 🎶 🛋️ 🍵

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    • Das Borchert-Gedicht ist unter den dreien mir das liebste. Wunderholdes und Wiesengraues macht mich beim Lesen störend widerborstig. Kann ich nicht anders beschreiben.

      Viel wichtiger ist jedoch, dass der Frühling dir möglichst bald Gutes bringen soll!

      Liebe Grüsse aus dem schneebefreiten Wendland.

      Heide.

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      • Jeder hat andere Empfindungen, ist doch gut, nicht immer passt alles für jeden.
        Danke dir für die guten Wünsche. Was ich tun konnte, ist eingeleitet, ich erwarte den nächsten Schritt.
        Vormittagsteegrüße aus dem ebenfalls schneelosen Hamburg ☁️ 🎶 💻 🍵

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  3. Das Gedicht von Borchert ist hier mein Favorit, die letzten beiden Zeilen finde ich wunderbar!

    Nicht wunderbar dagegen, dass es dir nicht gut geht!! So nimm auch meine guten, herzlichen Genesungswünsche. 🤗

    Liebe Grüße,

    SyntaxiaSophie

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  4. Liebe christiane, mit Erschrecken habe ich von Deiner Gesundheit gelesen, die einer dringenden Überprüfung bedarf… Bist Du inzwischen schon bei einigen Untersuchungen gewesen? Es ist so wichtig! Ich habe es vor einigen Tagen erst am eigenen Leibe erfahren.Wir lassen einiges so lange schleifen, daß es fast zu spät zum Eingreifen und Wiederherstellen ist. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, daß alles etwas weniger schlimm ist, als es sich erst mal angehört hat.
    Mein aktueller Favorit ist Wolfgang Borcherts Frühling! Ein wundersames feines Gedicht, das mir sehr liegt.
    Ganz herzlich, Bruni und ein geruhsames stressfreies Wochenende für Dich!!!

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