Der Ukraine-Krieg war vorher bekannt

Der britische Guardian berichtet heute von seiner Recherche mit über 100 Geheimdienstmitarbeiter:innen in den USA und UK zur Situation vor dem Krieg Russlands gegen die Ukraine: Demnach war Putins Angriffsplan drei Monate vor dem Tag des Überfalls bekannt – allerdings glaubten westliche Regierungen den Warnungen nicht. Bereits zu Beginn des Jahres 2022 waren die konkreten Angriffspläne bekannt, der Truppenaufmarsch, die Ziele. Zwei Wochen vor dem Angriff verliessen westliche Geheimdienste die Ukraine und vernichteten vertrauliche Daten. Während dieser ganzen Vorbereitungszeit versuchten westliche Regierungschefs, Putin von einem Krieg abzuhalten. Die Friedensverhandlungen begannen also schon vor dem Krieg. Tage vor dem Überfall wurden Funksprüche russischer Offizieren aufgefangen, wonach ihre in Stellung seien und bereit, nach Kyiv zu rollen. Am 24. Februar, noch vor Morgengrauen, begannen die russischen Raketenangriffe. Mit einem entschiedenen Eingreifen des Westens, etwa mit der Verlegung von Truppen in die Ukraine und entsprechenden Waffenlieferungen an das osteuropäische Land hätte der Krieg vermieden werden können. Aber niemand hatte den Geheimdiensten CIA und MI6 geglaubt, bis es zu spät war.

Ukraine: Horror gegen Putin

Die Ukraine wurde im Februar 2022 von Russland überfallen und ist seither einem Vernichtungskrieg und anhaltenden Terrorangriffen gegen die Zivilbevölkerung ausgesetzt. Das osteuropäische Land wehrt sich verzweifelt, muss aber das Trauma eines versuchten Genozids verkraften. Die ukrainische Filmemacherin Iryna Kostyuk trägt zur Verarbeitung bei, indem sie eine Serie von Horrormovies (oben: The Witch: Revenge) produziert, in welchen junge Ukrainerinnen aus Verzweiflung zu schwarzer Magie greifen und mit drastischen Splattereffekten russische Soldaten niedermetzeln. Was den Zuschauenden Momente der Befreiung und Erleichterung verschafft. Slava ukrajini, aus angemessener feministischer Perspektive.

Ukraine: Wichtiger strategischer Sieg gegen Russland

Der Ukraine gelang zum Jahreswechsel ein wichtiger strategischer Sieg gegen Russland, der in der Presse hierzulande viel zuwenig beachtet wird: Die Erdgas-Durchleitungsverträge mit europäischen Ländern liefen zum 31. Dezember 24 aus, eine Verlängerung kommt für Kyiv natürlich nicht in Frage, die Pipelines sind bis auf eine abgeschaltet. Nur noch die Turkstreamleitung durch das Schwarze Meer bringt Gas in die Türkei und Ungarn. Ja, natürlich muss sich auch das Tor nach Asien dem Boykott anschliessen. Aber wenigstens sind alle Leitungen durch die Ukraine jetzt geschlossen, und für Putins Angriffskrieg ist noch weniger Geld da, rund 5 Mrd USD. Ein wichtiger Sieg also. pic reuters

33 Jahre unabhängige Ukraine

Heute vor 33 Jahren wurde die Ukraine unabhängig. Immer noch muss das osteuropäische Land seine Freiheit mit der Waffe verteidigen – gegen einen Möchtegernzaren in Moskau und seine Armee. Es ist höchste Zeit, dass die Kulturnation am Schwarzen Meer unsere volle, nicht nur teilweise Unterstützung bekommt und nach ihrer vollen, nicht nur teilweisen Befreiung in die Europäische Gemeinschaft und die NATO (ja, leider, ist nunmal das kleinere Übel) aufgenommen wird. Das pic ist ein 3D Render von UP9 und cc by sa

Die Ukraine und ihre australischen Karton-Drohnen

Seit März diesen Jahres liefert die australische Firma Sypaq monatlich 100 Drohnen aus lackierter Pappe an die Ukraine, zu einem Stückpreis von 3500 USD. Mit einer Nutzlast von 5 kg und einer Reichweite von 120 km haben die Corvo-Drohnenschwärme bereits erfolgreich russische Militärflugplätze bombardiert und dadurch zur Verteidigung der Ukraine gegen den russischen Überfall beigetragen. Zusätzlich liefern die Corvo mit einer eingebauten hochauflösenden Kamera wertvolle Informationen über die Invasionsarmee. Der Korpus aus Karton ist nicht nur kostengünstig und leicht, sondern für Radar nahezu unsichtbar, was die Drohnen noch effektiver macht. Hoffentlich trägt diese australische Innovation dazu bei, dass der Angriffskrieg gegen die Ukraine bald beendet werden kann.

Was Deutschland der Ukraine schuldet

Deutschland schuldet, in sehr kurzen Worten, der Ukraine eine Million ermordete Juden und Jüdinnen, und mehrere Millionen tote nichtjüdische Bevölkerung. Ja, in der braunen Zeit. In der Kaiserzeit weniger, aber mehr als Null. Als Rechtsnachfolgerin der früheren Deutschlande kann die Bundesrepublik folgendes tun: Gebt der Ukraine einfach alle Leopards, und die sonstige Todesausrüstung unserer ansonsten nutzlosen Bundeswehr. Das Zeug wird dort dringender gebraucht als in deutschen Kasernen mit ihren fest installierten Militärmanagementproblemen. Einfach alles. Die Tornados und Typhoons auch. Wäre eine korrekte Reaktion. pic Visual Information Specialist Markus Rauchenberger, US Army, pd

Die Nationale Republikanische Armee gegen Putin

Wie die ukrainische Newswebseite The Kiyv Independent unter Berufung auf den früheren russischen Duma-Abgeordneten Ilya Ponomaryov berichtet, hat sich die bisher unbekannte russische Gruppe National Republican Army zum Attentat auf die politisch aktive Tochter des Putin-Ideologen Alexander Dugin bekannt. Die Gruppe sagte auf Twitter: „Wir erklären Präsident Putin zu einem unrechtmässigen Machthaber und Kriegsverbrecher, der die Verfassung verfälschte, einen Bruderkrieg zwischen slawischen Völkern entfachte und russische Soldaten in einen unausweichlichen und sinnlosen Tod schickte“. Das wäre eine neue Entwicklung. Inzwischen scheint Putin seine Propagandaanstrengungen zu Ukraine und Energiewende auch in Deutschland massiv zu verstärken. Die selbstbenannten Querdenker und die menschenfeindliche Afd bilden hier die fünfte Kolonne. Quellen dazu: faz, swr, mdr das pic zeigt Putins Vorbild, Zar Peter den Grossen, gemalt 1717 von Jean-Marc Nattier, also pd

Was ich mir heute wünsche, Ausgabe 62

Nein, ich wünsche mir heute keinen älteren sowjetischen T-62 medium battle tank, weil ich Militär und Krieg nach wie vor verabscheue. Aber ich wünsche mir, dass die Ukraine von diesen und ähnlichen Typen genügend aufstellen kann, um sich gegen die faschistische Invasion Russlands zu verteidigen. Und möglichst schnell Frieden zurück zu bekommen. Letzteren bitte auch für Kurdistan und (Ohne T-62) für die zerstrittenen Geschwistervölker in Palästina. Und dann noch Gesetze für Solarzellen auf allen Hausdächern (auch Industrie), damit wir die Kohle-, Öl- und Edgaskraftwerke abschalten können, und für Zuschüsse zum öffentlichen Verkehr (im Gegensatz zum motorisierten Individualverkehr). Damit die Erde auch in 20 Jahren noch schön ist. Das ist doch wohl nicht zuviel verlangt? Hallo?

Putin, Facebook und der Angriff auf unsere Demokratie

Unsere Demokratie hat ihre Probleme, und ich habe und hatte viel daran zu kritisieren, aber sie ist um Lichtjahre besser als die brutale, grausame, menschenverachtende Diktatur eines Wladimir Putin oder Kim Jong-un. Autokraten wie Putin führen einen verdeckten, kalten Krieg gegen die Demokratie, und Journalisten wie die Britin Carole Cadwalladr decken die Zusammenhänge auf. Sie war es, die zusammen mit Kollegen die Verstrickungen von Facebook, Cambridge Analytics, dem Brexit, der zurück-liegenden Wahl Donalds Trumps zum US-Präsidenten und dem russischen mili-tärischen Geheimdienst GRU (Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije) aufdeckte. Im aktuellen Video oben erklärt sie, was im Moment parallel zum Überfall auf die Ukraine in den sozialen Medien stattfindet, im zweiten Video vom Sommer 19 zeigt die prämierte Reporterin in einem TED-Talk, wie die Brexit-Abstimmung von den selben Akteuren mit illegalen, kriminellen Mitteln manipuliert wurde.

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Der russische Bär und der ukrainische Legostein

Der polnische Illustrator Paweł Jońca hat dieses hoffnungsvolle Bild geschaffen, in welchem der mächtige russische Bär gleich auf einen munteren blaugelben, ukrainischen Legostein tritt. Autsch. Das Werk könnt ihr nach einer Spende in beliebiger Höhe (die in vollem Umfang via Polska Akcja Humanitarna in die Ukraine geht) als 50×70 cm Poster (Jpeg, 200dpi) downloaden, zum selbst ausdrucken. via kottke

Der Ukraine-Konflikt ist ein schlechter Witz

[Update 26.2.2022 Damit es hier keine Missverständnisse gibt: Die Situation ist mittlerweile vollkommen anders. Putrin und sein Neu-Zarenreich haben es nicht geschafft, sich durch die komplexe Situation zu navigieren, sondern sind statt dessen dabei, die ganze Ukraine militärisch zu erobern. Die Welt muss jetzt Wege des Widerstands finden.] Aktuell steht die Welt am Rand eines Kriegs, unter Beteiligung Russlands und der USA. So etwas ähnliches wie ein Weltkrieg also. Zumindest sagen das manche US-Politiker. Allerdings fällt das ganze Szenario aus dem Kalten Krieg in sich zusammen (wie ein proverbiales Kartenhaus), wenn man die Geschichte der Ukraine und die daraus folgende heutige Situation betrachtet. Also: Seit wann gibt es eine ukrainische Nation und warum?

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Alles nur wegen der Ukraine?

Wobei „nur“ hier eine ziemlich tiefstapelndes Wort ist – schliesslich geht es für Russland um nicht weniger als ihren letzten ganzjährig eisfreien Militärhafen (Sewastopol), den US-Geostrategen mit einer durchaus geschickten Vorgehensweise der russischen Kontrolle entziehen wollten. Nur hat das nicht so ganz geklappt. Im Gegenzug bemüht sich der amtierende Zar, die Interessen von Mütterchen Russland zu wahren, indem er einen bankrotten Selbstdarsteller auf den US-Thron intrigiert. In einem solchen weltweiten Schachspiel wären eine oder zwei Milliarden Dollar durchaus gut angelegt. Und die irrationalen Reaktionen der sogenannten Konservativen (die ja nichts anderes konservieren als ihre eigenen Ängste) lassen sich auch hier recht einfach ausnutzen. Der US-Journalist Josh Marshall hat das im Politmagazin talkingpointsmemo sehr schön aufgeschlüsselt, und ist dabei nach Occams Rasiermesser vorgegangen: Wenn man die Fakten zusammenrechnet, ist die einfachste Schlussfolgerung als die wahrscheinliche anzunehmen. via boingboing

Die neue Kuba-Krise: Ukraine

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Das hat mich überrascht: Mehr als zwei Drittel der Infratest-befragten Bundesbürger halten eine Nato-Präsenz vor den Grenzen Russlands für falsch? Tatsächlich wäre eine Aufnahme der Ukraine (oder anderer asiatischer Länder) in den Nordatlantik­pakt ungefähr so sinnvoll wie das Stationieren russischer Mittelstreckenraketen mit nuklearen Sprengköpfen auf Kuba. Also gar nicht. Die Kuba-Krise vor gut 50 Jahren ging damit zu Ende, dass die Sowjetunion wegen des nuklearen Kräfte­gleich­gewichts darauf verzichtete, Abschussbasen in der Karibik zu installieren. Diese balance of power existiert heute nicht mehr. „Die neue Kuba-Krise: Ukraine“ weiterlesen

Ukraine-Krise verschärft sich: Sex-Embargo

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Heroische Ukrainerinnen stellen sich der russischen Besatzung… Annektion… Wiedereingliederung… Wasauchimmer… der Krim entgegen. Auf der Facebook-Seite „Не дай русскому“ fordern sie zu einem allgemeinen Boykott russischer Waren im allgemeinen und russischer Männer im speziellen auf. Wir verfolgen gespannt den Verlauf des Embargos. Wenigstens wird dabei niemand erschossen. Das ist schon mal ein Fortschritt. aljazeera

Neue Bilder aus Tschernobyl

Am 26. April 1986 flog das Kernkraftwerk Tschernobyl in der Nähe der ukrainischen Stadt Prypjat in die Luft. Kernschmelze und so. Die nach der Katastrophe gebaute Betonhülle um die strahlende Ruine ist übrigens mittlerweile brüchig und muss erneuert werden. Die ukrainische Fotografin Zhenya Krasovskaya a.k.a. Alessa White hat eine Dokumentation der verlassenen Gegend auf ihre Livejournal-Seite gepostet (Welche ansonsten vor allem Pics von Tieren und hübschen ukrainischen Mädels enthält). „Neue Bilder aus Tschernobyl“ weiterlesen